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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)il. JAHRGANG - HEFT 7/8 (Nr. 557/558 der ganzen.Relhe)
WAERDEN B.lvà .
\ AA \
DES GEOZENTRISCHEN WELTBILDES
Von Proj. Dr. B. L. van der Waerden, Loira DIET ne
ini Figuren)
»*
‘ichmir ein ganz anderes Bild von der Entwicklung als nach den bisherigen.Darstellungen. Die Entwicklung ist viel geradliniger und astronomisch vernünftiger
verlaufen als man bisher gedacht hat. Den Kernpunkt meiner Überlegungen: bildet :
eine neue Interpretation der viellach mifverstandenen astronomischen Lehre’ des
Heraklides von Pontus, eines Forschers aus dem Kreise der Platonischen Akademie,
der das Weltbild der Pythagoreer in hemerkenswerter Weise mola und vervollkommnet hat.
:
di
Die ausführliche Begründung dieser Ansichten will ich unter. VWariceune der
Quellen an anderer Stelle publizieren. Den Le-ern der,,Himmelswelt* aber möchte
ich das Bild von der Geschichte der antiken Astronomie, das sich mir. erschlossen
hat, in großen Zügen zeichnen.
i
1. Pythagoras und dic babvlonische Astronomie.
Pythagoras von Samos wurde auf seinen Reisen nach Ägypten.tind Phénizien
von den Soldaten des Perserkönigs Kambyses, der damals (525 v.d.Zr.). gerade
Sgipien eroberte, gelangen genommen und nach Babylon gebracht... Dort verkehrte
er 12 Jahre lang mit den ,,Magicrn“ (Pricster-Astrologen-Astronomen), wurde. von
ihnen in der Mathematik und Musik aufs höchste vervollkommnet und eignete sich
fiance
religiösen Vorschriften und
Übungen
vollstandig un.
Später zog er nach
Krotonin Oberitalien¿und gründete dort unter den vornehmen Griechen den Bund
oder Orden der Pythagoreer.
So etwa erzählt es der Phantast Jamblichosin seinem „Leben des Pythagoras" A
Ob es sich wirklich so zugetragen hat, weiß man nicht!; aber fest steht jedenfalls, :
daß die Pythagorcer mathematische, astronomische und wohl auch ‚religiöse Lehren
ans dem Zweistromland übernonnnen haben. Die oben erwähnte biographische Notiz
ist im Grunde nur ein populärer, anckdotischer Ausdruck eunbestreit-"
baren SENTE hen A.
Z
1 Die Gefangennahme durch Kambyses wird noch ditch” eine. Insel
Zeit bezeugt, die Babylonreise auch durch Strabo. ‚Ältere; Quellcn "si
"507,
igen
goras von Chaldäern unterrichtet worden sci.
oese
Seite 2
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)SU. Jwugang |
DIE HIMMELSW ia
14.10) WAERDEN:
DER
LNTHAGOREER®t
|
SE Widerstand der Luft ini Norden. die von der "Boling bos. dem HET zu
liefert: besonders aber seit 700 Y, d, Zr. haben sie systematisch Finsternisse und: ;
Planetenpositionen vermerkt, Sternverzeichnisse angelegt: Perioden bestimmt:
's
gar Finsternisse vorausgesagt
ASTRONOMIE
sammengepreßt wird.“ Daß die Sonne nach einem Jahr zum gleichen T ierkreisbild
zurückkehrt, ist danach ein reiner Zufall.
und Monderscheinungen zahlenmäßig zu erfass
Die wichtigste astronomische Erkenntnis. die den Babyloniern und den i Ite-
Es ist klar, daß diese Aullassung des W.eltgeschehens niemals zu einer wissenschaftlichen Astronomie führen kann. Wenn die Planeten nur unbescelte Steine
sten Prihagoreern gemeinsam ist, ist wohl die, daß die Sonne. der Mond und die
sind. mitgerissen von der Wirbelbewegung des sie umringenden Athers und außer-
Planeten zwei Bewegungen haben. Die eine ist die tägliche Umdrehung des ganzen : :
Jlimmels, die die Planeten mit den Fixsternen gemeinsam haben; die zweite ist n
Gesetzmäßigkeit der Bewegung zustande kommen? Die Auffassungsweise des Anaversucht.
dem noch durch den Luftdruck hin und hergestoßen, wie soll da eine mathematische
den Wandelsternen eigentümlich und entgegengesetzt gerichtet. Bei der "zweiten :
Bewegung durchwandert jeder von ihnen die Sternbilder des Tierkreises der Reihe:
xagoras führt nicht einmal zu der Erkenntnis, daß die Sonne, der Mond und die
Planeten sich im Bereich des Tierkreises bewegen. Somit konnten die Astronomen’
des 4. Jahrhunderts, die eine geometrische Theorie der Planetenbewegung entnach, abgeschen von gelegentlichen Rückläufigkeiten der fünf Planeten. Der Tier--
kreis ist zum Aquator geneigt. Der Mond, die Sonne und die Planeten beschreiben
3almen um die Erde, die sich in der Mitte befindet. Dic Mond- und
nach Ablaut von gewissen Perioden w iederPlanetenerscheinungen sind periodisch:
warfen (Eudoxos, Kallippos. Heraklides von Pontus), nicht an die Anschauungen
der ionischen Physiker. sondern nur an die babylonisch-pythagorcische Lehre anknüpfen,
kreisförmige
holen sie sich. Es gibt ein gemeinsames Vielfaches aller dieser Perioden: ein,
„großes Jahr“, nach dessen Ablauf alle Planeten wieder genau an derselben Stelle
des 1limmels stehen und der ganze Laul von vorne anfängt. So sieht in großen Um-
3. Die Pythasoreer und die Harmonie der Sphären
Die Pythagoreer bildeten nicht so sehr eine Schule als eine religiös-politische
Gemeinschaft mit bestimmten Vorschriften und einer auf harmonische Lebensführung gerichteten Ethik. Der Bund dehnte sich bakl über mehrere griechische
rissen das babvlonische Weltbild aus, das wir aus den Keilschrifttexten heute
einigermaßen kennen, und so stellt auch der Pythagoreer „‚ Timäus“ im gleichnamigen platonischen Dialog die Pythagoreische Lehre dar. |
Städte in Oberitalien aus und bildete eine zeitlang den Mittelpunkt der aristo-
-
Sonne, Mond und Planeten sind nach pythagoreischer. wie nach baby idnischer
kratischen Partei.
Anschauung bescelte, göttliche, vollkommene Wesen. Der ‚ganze Kosmos ‘ist ein
ı
Pythagoras hatte eine Unmenge Wissen aus dem Orient mitgebracht: Geomegeordnetes Ganzes, das von mathematischen Gösetzmäßigkeiten. beherrscht wird.
trisches (,.Pythagoreischer Lehrsatz“), Algebraisches (Lösung quadratischer Glei-
Durch Zahlen wird das \Vesen der Dinge im. Weltall>ausgedrückt: Zahleriver hält-
‘ chungen), Arithmetisches (auch Zahlenmystik), Astronomisches (s.oben), Religinisse beherrschen die Entfernungen der Planeten und ihre ‚Umlaufszeiten. Durch
- ôses, vielleicht auch Musikalisches.
Spekulationen über Quadrat- und Kubikzahlen, vollkommene Zahlen usw. hofften
die Pythagoreer in das Wesen der Dinge einzudringen- und den ‚Kosmos zu vCrstehen.
i
2. Anaxagoras und die Aufklärungszeit
Diese Anschanmneen standen in schroffem Gegensatz zu den Ansichten der
nüchternen ionischen Aufklärung, die im 5. Jahrhundert immer mehr überhand
nahm. Nach Anaxagoras, der besonders in Athen großes Anschen genofi fer war
Gonlosigkeil, geschützt), sind die Himmcl-körper keine bescelten Wesen, Er
nur glühende Steine, die vom Umschwung des Athers mit herümgerissen werden.
Sie seien einmal zufolge der ursprünglichen Wirbelbewegung hinausgeschlendert
worden; aus den sich ausscheidenden Stoffen aber habe sich die Erde zusammengeballt. Die Planeten haben nach dieser Lehre keine gesetzmäßige Kigpenbewegung
in bezug auf die Fixsterne, sondern sie bewegen sich nur etwas langsamer als diese;
am langsamsten bewege sich der Mond, der uns am nächsten sei nnd sein Licht von
der Sonne erhalte.
|
Zine Schwierigkeit entsteht dadurch, daß nach dieser Aulfassung Sonne und
Mond sich eigentlich wie die Fixsterne auf Parallelkreisen bewegen müßten, nur
etwas, langsamer. Statt dessen entlernen sie sich, wie der Augenschein Ichrl, immer
mehr vom Aquator bis zur Wende, nähern sich dann wieder dem Aquator und entfernen sich nach der anderen Seite. Aber anch dafiir hat Anaxagoras cine mechanistische Erklärung: ..Die Wenden von Sonne (and Mond) werden verursacht durch
i
eLtn+ehapres
noch keinen Verstand.
goraS.......
LL
Heraklit bespottet ihn: ,,Viclwisserei bringt !
Sonst hätte sie den Hesiod klug gemacht und den Pytha-
Alle diese Wissenschaften wurden in der pythagoreischen Schule
weiter überliefert und gegen Ende des 5. Jahrhunderts zu einem geschlossenen
wissenschaftlichen System ausgebaut.
Einen Ilauptverdienst daran hat der große.
Mathematiker, Philosoph, Musiktheoretiker, Mechaniker, Stratege und Staatsmann
Archytas von Tarent (um 400 v. d. Zr.).
Im Mittelpunkt dieser Lehre steht der Begriff der Harmonic. Ein harmo\rehvtas dalurel. dat den Tönen gewisse
nischer Zuenmmen! lane entsteht nach
Zahlenverhältnisse aulgeprägt werden.
Dem Zahlenverhältnis 2:1 entspricht die
Oktave, 3:2 gie Quinte usw. Die Secle ist aber nach pythagoreischer Anschauung
eine Tlarmonie, und der Himmel ebenfalls, Was das letztere bedeutet, erklärt uns
Aristotelesin einem erhaltenen Fragment seiner Sert „Über die Meinungen der
Pythagorcer":
„Da die Körper, die sich um die Mitte (des Kosmos) bewegen, von dieser in
ganz bestimmten Zahlenverhältnissen entfernt sind, so verursachen die langsameren
von ihnen durch ihre Bewegung einen tieferen, die schnelleren einen höheren Ton,
und diese Töne, die entsprechend dem Zahlenverhältnis ihrer Entfernungen crfolgen, bringen infolge dieser ein Geräusch hervor, das eine musikalische ITarmonic ist."
hos
Diese Auffassung des Kosmos als cines geordneten, beseelten Ganzen, in dem.
die Philosophen,
nachhMerstark
hat noch
sse t;herrs
nverhälini
HarmoniemenundundZahle
Keplers
nur anlange
braucht
manchen,
begeister
Dichter
Astrono
Seite 3
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)HIMMELSWELT
51. Jahrgang _
.
Himmelskér per nich pyihagoreischer Ansicht(eine sonici ET‘sein."Also:
phicum zu denken. Kein Wunder, daß auch Plato. von den materialistischen Lehren ”
erfanden die Pythagorcer noch einen zehnten Körper, die ..Gegenerde”. Daß wir
diesen Körper nicht sehen. erklärten sie dadurch, daß die Gegencrde wie die E rde
des Anaxagoras, des Demokrit und der Sophisten schwer enttäuscht, in den Bann
der prthagoreischen Ideen geriet. Er war dreimal in Sizilien. auch in Unteritalien
und verkehrte dort mit Archrtas und anderen Prihagoreern. Im „Staat“. und im
in einem Tag das Zentralfeuer umkreist und sich dabei immer entgegengesctzt zur.
satu rn
.Timius stellt er das prthagoreische Wehbild dar. allerdings mit eigenen ab-
‘
weichenden Anschaummgen so vermischt. dab die spätere Zeit ste oft nicht recht
auseinander zu halten vermocht hat. Seine Schüler haben ebenso wie er manchmal
ihre eigenen Lehren alten Pythagoreern, dem Philolaos oder gar dem Pythagoras
selbst in den Mund gelegt. so daß man spätere Berichte über altpvthagorcische
Lehren mit der äußersten Vorsicht bewerten muß. wenn man die echte Lehre von
späteren Fälschungen trennen will.
4. Das System des „Philolaos“
wi
Die Prihagorecr selbst hatten an dem Weltbild des .;Timéius noch allerhand
auszusetzen. Als schwerer Mangel empfanden sie es, daß die zweite Bewegung der
Planeten nicht gleichmäßig stattfindet: denn die Planeten bewegen sich in bezug
auf die Fixsterne bald schneller. baid langsamer, manchmal sogar rückläufig. Für
die göttlichen und ewigen Ilimmelskörper kann aber eine solche Unregelmäßigkeit
nicht angenommen werden, Denn welche Ursache sollte sie, die ewig gleich bleiben
und sich gleich verhalten, wohl veranlassen, sich einmal schneller, einmal langsamer zu bewegen? Nur eine gleichmäßige Kreisbewegung ist ihrer göttlichen Natur
iBner
angemessen. Die ungleichmäßige Bew egung, -«lic wir wahrnehmen, kann somit nur
Schein sein.
Ein solcher Schein findet als perspektivische Täuschung seine Er klärung, wenn
PgaEeST
man nur annimmt, daß der Beobachtungsort nicht stillsteht, sondern sich bewegt.
Von einem anderen Beobachtungsort aus gesehen, erscheint ein jeder Himmelsars?
körper auch an einer anderen Stelle. Die Erde soll also nicht mehr im Mittelpunkt
"ya.
des Weltalls ruhen, sondern sich selber wie die anderen Flimmelskörperim Kreise
um den Aliktelpußht drehen.
STFROSI60a
Durch Cioe Annalm:e wird der Platz in der Mitte des Weltalls, die vornehmste Stelle, frei für das edelste Element, das Feuer. Daher nehmen die späteren
Purhagorcer (im 4. Jahrhundert) an. daß das göttliche Fener die Mitte einnimmt.
mes
Un. cs drehen sich iin Nreise die Erde, «ie Sonne, der Mona und alle Planeten.
4
Denkt man sich diese Drehung der Erde in der für die naive Anschauung
naheliegendsten Weise, nämlich so als ob dic Erde an cinem Ende einer Stange
belestigt wäre, deren anderes Ende in der Mitte des Feuers festgehalten wird, so
ergeben sich zwei bemerkenswerte Folgerungen. Einmal wendet die Erde immer
dieselbe Seite dem Zentralfener zu. Befinden wir uns auf der abgewandten Seite,
so ist das Fener uns immer unsichtbar. Zweitens: Indem die Erde sieht dreht, wird
scheinbar von der Erde aus geschen, der ganze Ilimmel sich in entgegengesctzter
Richtung um dieselbe Achse drehen.
Man erhält also die Möglichkeit, die ligliche Umdrchung des ganzen Himmels als einen nur scheinbaren
Effekt zu erklären: In Wirklichkeit dreht sich nur die Erde in fast einem Tag im Kreise um
_ Erde befinden, Die Gegenerde wird also wie das Zentralfeuer durch die Masse der
Erde unseren Augen entzogen.
Aus dem Vorangchenden sicht man, in wie cigentümlicher Weise das Denken
der Pythaporeer sich einerseits anf vorgefaßte Meinungen, die uns heute manchmal Jächerlich vorkommen, andererseits aber auch auf sorgfältige Beobachtungen
! Die Zchnzahl gilt den Pythagorcern als vollkommen.
2 Die beigefügte Figur 1 möge das System erläutern. Zur Vermeidung von Mißver
das Zentralfeuer. Auch der Wechsel von Tag und Nacht wird jetzt, statt durch die
tägliche Bewegung der Sonne, durch die Umdrchung der Erde erklärt.
Die Erde, die Sonne, der Mond, die
5 Planeten und die Fixsternsphäre, das
sind anenmmen a Körner. Da das Weltall ser vollkommen ist, muß die Zahl der
Stiindnissen füge ich aber hinzu, dafi die Einzelheiten der Figur (Bahnradien, Gestalt de
Feuers usw.) keinerlei historische Bedeutung haben, sondern meiner Phäntasic entspr unge
sind.
tanti
Uil Tt mann onion tds
Seite 4
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)wandern, das ganze Jahr hindurch zur gleichen Tageszeit :immer di
kommene sein müsse, das dem Feuerder eauetafichsin Platz ‘eebihre, dal pre
zur Sonne einnehmen. Wärealso z, Bi Venus einmal als Abendstern sichtbar, so:
müßte sie jeden Abend in derselben Entfernung von der Sonne wieder erscheinen.
göttlichen Himmelskörper nur ew ig dauernde. gleichmäßige Bewegungen haben:
können, spielen eine große Rolle’, aber andererseits werden die empirischen Daten
Diese Mängel haben die Pythagorcer selber auch cingeschen. Sie haben daher.
keineswegs vernachlässigt, sondern das Bestreben der Pythagoreer ist ausgespro::
ihr System nicht als endgültige Wahrheit betrachtet, sondern nur als einen Ver-:
chen darauf gerichtet ¿dic Erscheinungen zu retten“, Wieweitgehend dasmöglich i
such, Sie waren von der Richtigkeit der Grundgedanken des Systems überzeugt‘
ist. werden wir gleich bei der Betrachtung der Mondknoten sehen.
;
Der Fixsternhimmel steht in diesem System”nicht still, wie in unserem:mo-.
Grundgedanken), aber sie waren durchaus bereit, die Anordnung der einzelnen.
vi
(und das mit Recht, denn auch unser heliozentrisches System beruht auf denselben
dernen Weltbild, sondern er dreht sich ganz langsam im Sinne der Tierkreiszeichen'
Kreisbahnen, die Radien und Umlaufszeiten abzuändern, wenn dadurch eine bessere
um die Pole der Ekliptik, Die Umlaufzeit beträgt reichlich 18 Jahre. Der. Kreis
Übereinstimmung mit der Erfahrung zu erreichen wäre. Sie und auch Plato. stellten;
des Mondes ist zum Tierkreis geneigt, liegt aber in einer festen Ebene. Die Schnittpunkte dieses Kreises mit der Ebene der Ekliptik, die Knoten der Mondbahn, sind A
«lie Frage in der Form: Durch welche Annahme von geordneten, kreisférmigen’
a
und gleichmäßigen Bewegungen können die Erscheinungen gerettet werden?
also im Raum fest. Da die Sternbilder des Tierkreises sich aberin 18 Jahren‘e inmal,
Der erste, der eine einigermaßen befriedigende Antwort auf diese Frage ge
herumdrehen, so ziehen sie der Reihe nach rechtläufig an dem Mondknoten vorbei,:
geben hat, war Eudoxos (um 370). Seine Theorie der konzentrischen Sphären fällt,
anders ausgedrückt: die Knoten der Mondbahn durchwandern in 18 Jahren. “rückaber aus dem Rahmen der prthagoreischen Ideen heraus, indem er für jeden Plaläufig alle Sternbilder des Ticrkreises. So findet die (für die Yorausberechnung
neten nicht cine einfache Kreisbewegung, sondern eine aus mehreren Kreisbewevon Mondfinsternissen wichtige) Rückwärtsbewegung der Mondknoten im pythagungen zusammengesetzte Bewegung annahm. Für Jupiter z.B. dachte er sich vier
gorecischen System eine einfache Erklärung.
konzentrische Sphiiren, von denen die äußere sich so bewegt wie die Fixsternsphäre
gendermaßen zu bestimmen: In 294 Jahren nimmt Saturn jeweils wieder. dieselbe
«lie mit der jeweils vorangehenden Sphäre fest verbunden sind. Die zweite Sphäre
Position in bezug auf die Fixsterne ein; im Jahr legt er also i Vollkreise
mehr als
von außen nimmt also an der Drehung der ersten teil und hat außerdem noch eine,
Die Umlaufsgeschwindigkeiten der äußeren Planeten und der Sonne sina’ iol:
in ihrer täglichen Umdrehung, während die drei inneren sich je um 2 Pole drehen}.
die Fixsterne zurück. Diese selbst laufen in 183 Jahren einmal herum, legen
eigene Bewegung, die dritte hat ebenso drei und die vierte, die den Planeten trägt
also jührlich $ Vollkreise zurück. Also beträgt der jährliche Lauf des Saturn
vier Bewegungen. Für weitere Einzelheiten über das System des Endaxos. das y
Kallippos noch verbessert w urde, verweisen wir auf die grundlegende Abhand) ng
von Schiaparelli.1
ré
(5 + 4): 3609. Ähnlich für Jupiter, Mars und die Sonne. Venus und Merkur
haben diesclbe Umlaufszeit wie die Sonne, da sie sich nic weit von ihr entfernen. .
Die Pythagoreer indessen versuchten, ihr System der kongentseen Kreise
Die Umlaufszeit des Mondes ist der Drachenmonat, die Zeit der Riickkehr: zum
gleichen Knoten. Die Reihenfolge der Bahnen von innen nach aufen ist:
erde, Erde, Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn, Fixsterné
zu verbessern. . Einige nahmen mehrere solche Körper wie die Gegenerde an und
Ge
wollten damit erklären, woher es komme. daß Mondfinsternisse häufiger sind als
Sonnenfinsternisse. Immer dann nämlich, sagten sie, wenn einer von diesen Kör-.
pern oder die Erde selbst sich zwischen das Sonnenlicht und den Mond schiebt,
weide der Mond verdunkelt. Vielleicht war Philippus von Opus, ein Schüler Platos,
Ich zógere nicht, die Grundgedanken des Systems genial zu nennen. "Daß:‘die
aufiallendsten Himmelserscheinungen wie der Wechsel von Tag und Nacht, die
Fialiche Drehene des Fivsternhimmets, die Stillstinde und Riickliufigkeiten der
der ein Buch über Mondlinsternisse schrieb, ein Anhänger dieser Lehre. Andere
Plancten als bloßen Schein, als Folgen einer wechselnden Perspektive erklärt
wiederum bemerkten, daß man die Häufigkeit der Mondfinsternisse ebenso gut
werden. das ist ein großartiger Gedanke. dessen folgerie htige Durchführung ula
1
ata
eM Syston.
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en wey RIS N, AL
meh. ceti
Dasographen Philolaos von Kroton
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Urheber des Systems gilt nach den meisten
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oder noch hesear delnreh erklären könne, dali man att vieler kleiner. das Zentral-
Te
feucı umkreisender Körper cine einzige große lirde annimmt, dic hohl ist und das
Feuer in ihrem Inneren enthält, Was auf der Erde erkaltet sei, werde von diesem
(Ende des 5. Jahrh.), nach anderen Hiket von Syrakus (Mitte des 4. Jahrh.).
5. Die Mängel des Systems. Abänderungsversuche
Neben seinen Vorziigen:
hat das System des ,,Vhilolaos auch erhebliche
Mängel. Die Stillstände und Rückläufigkeiten der Planeten werden zwar im Prinzip
Fener wieder erwärmt.
Die Erde muß sich nun natürlich um ihre eigene Achse
drehen. So entstand die
Lehre von der Achsendrehung der Erde, die den Syrakusanern Îliketas (mm350) und Ekphantos zugeschrieben wird.
Sie gehören zu den
letzten pythagorelscie n Wissenschaftlern.
O
erklärt, aber ihre synodischen Perioden kommen falsch heraus. Da nämlich dic
Erde sich alltäglich einmal um die Mitte dreht, werden die Planeten täglich cinnehmen sollte. Während im ,,Staat die Erde noch stillsteht, und im ,„Timäus“.
mal rückläufig und wieder rechtläufig, im Gegensatz zur Erfahrung. Die Sonne
die Achsendrehung höchstens dunkel angedeutet wird, hat er sichin höherem Alter
Plato hat lange geschwankt, welche von den pythagoreischen Lehren er ane
müßte die gleichen Erscheinungen zeigen wie die Planeten, (nt es ‘aber nicht.
Merkur und Venus müßten, da sie in derselben Zeit wie die Sonne ihre Bahn dureh-
1 Schon Aristoteles wirft den Pythagorcern vor, daß sie nicht von Beobachtungen,
sondern von vorgefaßten Meinungen ausgchen und die Erscheinungen nachträglich in den
Rahmen ihrer Anschauungen hinein zwingen wollen.
zur Lehre von der Kreisbewegung der Erde bekannt.
m€ine
(Schluß folgt);
t (i, Schinparelli, Die homozentrischen Sphären des Eudoxus, des Kallippus und de
Aristoteles, Abhandlungen zur Geschichte der Mathematik, Les » Supplement. call
Zeitschr. für Mathematik u. Physik 22, Leipzig 1877.
Seite 5
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)atl
su
y dad die Erde, gleichlaufend mit der Sonne das
Zentrum umkreisend, immer aut:
der entgegengesetzien Seite steht wie diese. Zur Zeit
der Opposition steht dann
7. Das gcozentrische System des Aristach © *?
SR
Jupiter ganz von selbst auch in größter Erdnähe. Im Laufe einer svnodischen Pe-!;
riode (13 Monate) legt Jupiter etwas mehr als 30°
zurück, während die Erdejünd& Se
ze: (um 280) den Radius einfach gleich Null gesetzt, d.h. er hat die Annahme gemacht,
ag daß die Sonne im Zentrum der Planetenbahnen und der Erdbahn steht. Es ist auch .
22. viel leichter sich vorzustellen. daß Cie Er te und die Planeten sich nicht nm einen
mathematischen Punkt, sondern um einen materiellen Mittelpunkt drehen.
Ss
Nachdem einmal das heraklidische System vorlag. lag das heliozentrische nahe. .
Behe
Die großen Verdienste des Aristarch liegen auf anderem Gebiet: Er hat die Ab-
Genau so erklären sich die Erscheinungen von Saturn
und Mars. > : i: ae
Damit aber auch die tägliche Drehung des Fixsternhimmels
und der, Wechsel
von Tag und Nacht erklärt werden, muß man die Erde
außerdem in einem Tag'üm
stände und Radien von Sonne und Mond genauer bestimmt als irgend einer vor
ihm, und er hat bei der Gelegenheit einige geometrische Sätze bewiesen,
die für
die Entwicklung der Trigonometrie wichtig geworden sind. Er wird wohl auch die *
ihre eigene Achse sich drehen lassen. Der Fixsternhimmel
kann dabei als unbeweglich angenommen werden.
* : Radienverhältnisse der heliozentrischen Planetenbahnen bestimmt haben; jedoch
ist darüber nichts überlicfert.
athe
.
Den Radius der Fixsternsphäre nimmt Aristarch als so groß an, daß die ganze |
.
Heraklides hat also nichts anderes zu tun brauchen, als
den pythagoreischen
Grundgedanken der Kreisbewegung der Himmelskörper mit
dem ebenfal ls pythago-"
reischen Gedanken der Achsendrehung zu kombinieren. Indem er der
Erde beide:
Bewegungen gleichzeitig zuerkannte, konnte er den Erschein
ungen gerecht werden,
Wie steht es nun aber mit den inneren Planeten, Venus und Merkur? :
Das
Zentralfeuer der Pythagoreer kommt so in anderer Weise wieder zu Ehren.
wurde wieder sichtbar, stand still und wurde wieder rückläuf
ig, genau so wiélés i
.
Der Radius der Sonnenbahn bleibt im System des IIeraklides ganz willkürlich
Gi Be und hat keinen Einfluß auf die Erscheinungen. Daher hat Aristarchos von Samos.
die Sonne in derselben Zeit einen vollen Umlauf und
noch 30° dazu zurücklegen!”
Nach Ablaul dieser Periode steht Jupiter also wieder in Oppositi
on und in größter È
Erdnähe, Während der Periode war der Planet von
der Erde-aus gesehen zuerst“.
rückläufig, dann stand er still, wurde rechtläufig, verschw
and im Licht der Sonne; ' -. |
die Erfahrung verlangt (s. Fig. 2 u. 3).
|
I
Erdbahn sich zu ihr fast wie ein Punkt verhält. Damit erklärt er, daß die Fixsterne
keine merkliche Parallaxe zeigen.
Als Anhänger der heliozentrischen Lehre ist uns außer Aristarch noch Selenkos überliefert.
Liebe.
man Venus wie im System des .,Philolaos“ sich in einem
Jahr zugleich: mié der”
8. Die Rückkehr zur geozenfrischen Weltansicht
Sonne um das Zentrum drehen, so wiirde sie, von der Erde aus ‘geschen'
immer ”
dicselbe Lage zur Sonne einnehmen und ‘ihre wechselnden Erscheinungen
-blieben’ +
Nach den Alexanderziigen verlagert sich der Brennpunkt der griechischen
unerklärt.
Eine Anderung der Umlaufzeit wiirde die Sache nur noch
schlimmer
machen, da Venus dann auch einmal in Opposition zur Sonne kime! Der.einzig
e |
nomenschule wissen wir leider nicht sehr viel, aber die großen Linien der Ent- '
Ausweg ist, daß man den Bahnkreis der Venus kleiner macht
wicklung lassen sich doch rekonstruicren.
Kultur von Athen nach Alexandrien. Von dem Wirken der alexandrinischen Astroals den der Erde und:
ihre Umlaufszeit so einrichtet, wie in unserem heliozentrischen
System. Dann nämlich wird Venus einmal östlich, einmal westlich von der Sonne erscheine
n, aber
sich nic weiter von ihr entfernals
en die Tane
oh
nomen dieser Zeit die Erde als unbeweglich in der Mitte des Kosmos annahmen. -.
ie
Waium ist man beim heliozentrischen Weltbild oder bei dem des Heraklides nicht: stechen geblieben, sondern: zum geozentrischen zurückgekehrt? Die Gründe fiir die
a Bahnkreis zichen kann, von dem Durchmesser
genten, die man von der Erde aus den ihren
dl
N
.
y
,
2
amtbernt
sind.
-
=e
(Vgl.
Fig.
4).
So
verlangt
es
+
Diese Erklärung der Venuserscheinungen-- =-A
stimmt genau. mit der überrein, die Chalcidius,
ein später lateinischer Schriftsteller, an einer
Stelle
seines
rufung auf
Timäus-Kommentars
Heraklides von
unter
Annahme der Unbeweglichkeit der Erde geben Aristoteles (330 v. d. Zr.) und Claudins Plolemius (150 n.d, Zr.) fast übereinstimmend an: es sind folgende:
auch
die Erfahrung.
Be-
Pontus gibt, und
Bahn der Venus nach Heraklides
.
Die Beobachtung lehrt, dali die Abstauue Zwischen den Piasicioca au jeder
uc°r
Jahreszeit die gleichen sind und daß die gleichen Sterne immer an der gleichen,
Stelle des Tlorizontes auf- und untergehen. Bewegt sich die Erde aber in einem
großen Kreise um die Sonne, so werden diese Beobachtungen unbegreiflich: die
Fixsterne müßten eine Parallaxe zeigen und der Ort ihres Unterganges müßte von
der Jahreszeit abhängen.
ur
Auch mit der Erscheinung der Schwerkraft läßt sich die Lehre von der Kreisauch die den Chalcidius-Handschriften beigelig.g
“
Zunächst wissen wir aus dem Zeugnis des Archimedes, daß die meisten Astro-.:
fügten Figuren stützen unsere Deutung, denn
bewegung der Erde im Rahmen der damaligen Mechanik nicht vereinbaren. Ariin mehreren Codfces ist der Bahnkreis der Erde
stoteles erklärt nämlich die Schwerkraft dadurch, daß alle schweren Körper ihren
natürlichen Ort im Mittelpunkt des Weltalls haben und sich von Natur, d.h. solange
sie nicht gehemmt oder gestoßen werden, in gerader Linie dorthin bewegen. Für
die ganze Erde muß aber dasselbe gelten wie für ihre Teile. Es ist kaum denkbar,
daß die natürliche Bewegung der schweren Körper eine gradlinige, die der ganzen
in der Figur zu schen.
|
Das Zentralfcuer und die Gegenerde miissen in diesem
System natiirlich wegfallen, während der Mond sich um die Erde drchen muß,
damit die Monderscheinungen richtig herauskommen.
o
Erde aber cine krcisfürmige wire.
LE “et
u
”
Seite 6
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)041) GENTZEL-LINGNER rt ner VISUELLEN DOPPEERTERNE
51. Jahrgang
HIMMELSWELT
und zwar ebenso gut wie mittels Exzenter. Wie Claudius Ptolemäus (um 150 n.d.Zr.)
erkannt hat, ist die Epizykelhypothese námlich bei passender Wahl der Umlaufs- geschwindigkeiten der Exzenterhypothese mathematisch gleichwertig.
Die Epizykeltheorie ist aber viel älter, Denn Apollonius von
Perga, der größte .
5
11. Der Epizykel auf dem Exzenter
zykel ist die Sonne, der Deferent die Sonnenbahn. Die Epizvkelhypothese
hat sich
aus dem ägyptischen System heraus entwickelt.
Mittels der Epizykeltheorie kann man aber nicht nur die Bewegungen der
inneren Planeten darstellen, sondern auch die der fünf übrigen Himmelskörper,
:
°° 110
Nach der einfachen Epizykelhypothese wiederholen sich alle Planetenerscheinungen exakt nach Ablauf einer svnodischen Periode, nur in eifiem anderen Bereich
3. der Ekliptik. Hipparch (um 130 v. d. Zr.) hat aber durch sorgfältige Beobachtungen |
festgestellt, daß die Erscheinungen sich nicht exakt wiederholen, sondern je nach
dem Bereich der Ekliptik, in dem sie startfanden.\ verschieden ausfallen.
Diese
Tatsache war übrigens den Chakdäern längst bekannt und in ihren Planetentafeln!
berücksichtigt.
Eine Tafel aus Uruk z.B.. die im Jahre 118 der Seleukiden-Ära
Astronom der Alexandrinischen Schule hat (um 225 v. d. Zr.) einen
Satz bewiesen,
(= 194 v. d. Zr.) abgefaßt ist, läßt den Jupiter auf einem Teil der Ekliptik pro .
der dazu dienen kann, nach der Exzenter- oder nach der Epizykelh
ypothese die
Stillstinde und die Rückläufigkeitsstrecke der Planeten zu bestimmen.
Der Satz
heißt für die Epizykelhypothese so:
se
synodische Periode 30°, auf einem anderen Teil der Ekliptik aber 36° zurücklegen. -
Um diese ..zweite Anomalie*“ der Planeten zu erklären. hat Ptolemäus
in
seinem großen Handbuch, dem ..Almagest“. die Epizykelhypothese mit der Exzenterhypothese kombiniert, indem er den Planeten einen Epizykel durchlaufen
läßt, dessen Mittelpunkt selber auf einem festen Exzenter läuft. Diesen Exzenter
Che
hat Kepler bekanntlich durch eine Ellipse ersetzt.
Ich will hier nicht auf weitere Komplikationen der ptolemäischen Theorie
eingehen, Es kam mir nur darauf an, die Gründe anzugeben, die die griechische
Astionomie ganz zwangsläufig immer weiter vom heliozentrischen System abge-:
führt haben. Man tut den alexandrinischen Astronomen Unrecht, wenn man diese *
Entwicklung nur als Verfallserscheinung wertet, wie es manchmal geschehen ist.
Wenn die antiken Theorien auch von dem, was wir heute als Wahrheit betrachten,
immer mehr abgekommen sind, so bedeutete diese Entwicklung doch, vom griechischen Standpunkt aus gesehen, eine dauernde Vervollkommnung, sowohl was
die Einheitlichkeit und Geschlossenheit des theoretischen Weltbildes betrifft, als
auch hinsichtlich seiner Leistung für die Erklärung der Phänomene. Und schließlich wäre Keplers Astronomia Nova ohne die Vorarbeiten von Apollonius, Hipparch
und Ptolemäus unmöglich gewesen..
*
Wenn von unserem Auge A eine Gerade ABC gezogen wird, die den Epizykel
in B und C so schneidet. daß AB zu BC sich verhält wie die Umlaufsgeschwindigkeit des Planeten aut dem Epizykel! zu der U mlaufsgeschwindigkeit des Epizykels
selbst, so bezeichnet der Punkt B die Grenze zwischen Rechtläufigkeit und RückHäufigkeit. Lh. doe Plena wiel in PB npeelanet, des Pindeneli des Stillstaneles
machen.
Dabei
ist vorausgesetzt, dab die Umläufe beide in der
Zeichen vor sich gchen.*
Richtung der
og
Dic Umlaufszeit des Planeten auf dem Epizykel ist die sogenannte synodische *
Periode, während die-Umlaufszeit des Epizykels auf dem Deferenten die siderische
Umlaufszeit des Plancten ist? Kennt man diese Zeiten, so wie das Radienverhiiltnis von Exzenter und Epizykel, so kann man die Stillstände berechnen: umgekehrt
kann man aus beobachteten Stillstiinden dieses Radienverhiiltnis ermitteln.
1 Als Umlaufszeit des Planeten auf dem Epizykel gilt bei den Griechen
die Zeit der
Rückkehr zum Apogeum oder zum Perigeum des Epizykels, nicht die der Rückkehr
zu einer
im Raum festen Richtung.
Dabei ist zu beachten, daß die siderisehen Umlaufszeiten von Venus
und Merkur
nach der geozentrischen Auffassung beide gleich der Umlaufzeit der
Sonne sind.
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..
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196. —, Die Astronomie der Pythagoreer und die Entstehung NE
des geozentrischen Weltbildes, Die Himmelswelt 51, 1941, 97—103.
|
114—119.
Babylonische Vorstellungen werden von Pythagoras
übernommen, | ss bit
von Philolaos genial umgebildet; von ihm führt die Entwicklung |. mente
ein
geradlinig über Herakleides zu Aristarch, während Eudoxos eine
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erst Andere Linie verfolgt. Die Rückkehr zum geozentrischen System Limmensie) war aber das Gegebene, da eine Parallaxe von Fixsternen sich iher clic
jy nicht nachweisen ließ, auch aus der geltenden Ansicht über das dernsten
Iw Wesen der Schwere heraus. Auch das von Vitruv als ägyptisches, \svstems,
oh
Heute nach Brahe benannte System befriedigte nicht, so arbeiten
his Apollonios und Ptolemaios wieder mit Epizykel und Exzenter.
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prs Absehnitte trennen. Den ersten beherrseht das Fernrohr als Meßinstrument; man erfable visuell alle nahe zusänmmenstehenede Sterne und versuchte mit feinsinnigen
und empfindlichen Mebinethoden eine relative Bewegung zu- oder umeinander zu
1 Siehe B. L. v. d. Waerden, Zur babylonischen Planetenrechnung, Eudemus I (1941).
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mm.