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Eberhard Knobloch
Antikenrezeption und die wissenschaftliche Welt der Renaissance
- am
Beispiel der Astronomie
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‘Ixvwesw Kate voDv &pprdpdpoug EArkac,
obxét! enrpasto yaing nootv, «Ala Tap! AUTE
drotpopéog niunkanar &ußpooing
Zvi
sind; aber wenn ich ım Geiste
Daß ich sterblich bin, weiß ich, und daß meine Tage gezählt
Kreisbahnen der Gestirne nachspüre,
den vielfach verschlungenen
Erde: am Tische des
dann berühre ich mit den Füßen nicht mehr die ia,
die Gótterspeise
Zeus selbst labt mich Ambros
maios, unter dessen Namen der HymDie Apotheose des Astronomen Klaudios Ptole
ist': Nach eigenem Bekenntnis hat er sich
nus in der Anthologia Graeca überliefert
sich mit der Erkenntnis der gôttlichen und
dem Zweig der Mathematik gewidmet, der
nschaft allein gehe in der Untersuchung
Wisse
diese
himmlischen Kôrper befaBt. Denn
ihre
auf. Und diese Apotheose findet übeı
einer ewig sich gleichbleibenden Welt
Weg
der
der
in
Welt,
die
Uber
t
Entsprechung in der pseudoaristotelischen Schrif
ogie führt’. Astronomie als Weg zu Gott.
die Kosmologie und Astronomie zur Theollatein
ische Übersetzung des ptolemäischer
Kein Wunder, daß Johannes Kepler seineMysterium
Cosmographicum, vorangestelli
Epigramms seinem Erstlingswerk, dem smus eine seiner
geistigen Wurzeln.
hat‘. Hatte doch hier Keplers Pythagorei r Denkbemühu
ngen in der Astronomie
Ich möchte versuchen, die Rezeption antikecharakterisieren:
1. Nos posse renasci.
zu
en
Punkt
der Renaissance in folgenden fünf
2. Ad imitationem Ptolemaei, 3. Baculus astronomi, 4. Sphaera, 5. Extra moenia
mundi, 6. Epilog.
1. Nos posse renasci
auf die Frage, warum die Natur und
Der Neuplatoniker Jamblichos hatte Pythagoras: Um
den Himmel zu betrachten”. Pylassen
ten
Gott uns hervorgebracht habe, antwor
Aussage, die nicht zufällig ar
eine
t,
genann
Natur
der
thagoras habe sich Betrachter
es dort‘, den Gesichtssinn, um die
Platons Timaios erinnert: Der Mensch habe, heißt
zu
harmonischen Bewegungen des Himmels, die Umläufe der Vernunft am Himmel
beobachten.
r Pythagoras wegen der kosIn seinem Widmungsgedicht für den Leser preist Keple
nen fünf regelmäßigen Polyeder.
mologischen Erklärungskraft der ihm zugesc, hriebe
geboren werden können:
Pythagoras habe durch sein Beispiel gezeigt daß wir wieder
nach 2000 Jahren des
sei
selbst
Dieser
i“.
„scilicet exemplo docuit, nos posse renasc icus, „hoc melior mundi
speculator*, „ein
Copern
us
Nicola
des
Irrens unter dem Namen
© WILEY-VCH Verlag GmbH, D-69451 Weinheim 2000
0170-6233/00/0207-01 15 $ 10.00+.25/C
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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Antikenrezeption und die wissenschaftliche Welt der Renaissance
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besserer Beobachter der Welt als dieser“.’ Die Renaissance der Astronomie, Gestalt
2. Ad imitationem Ptolemaei
Kepler zégert denn auch nicht, Copernicus göttlich zu nennen®, so wie Joachim
Rheticus ein Gleiches mit Ptolemaios getan hatte”. Er trage keine Bedenken zu behaupten, daß all das, was Copernicus mit Hilfe von geometrischen Axiomen a posteriori
erschlossen und durch die Beobachtung (visu) bewiesen habe, ohne irgendwelche Aus-
Der Herr Doktor, mein Lehrer, schrieb sechs Bücher, in denen er in Nachahmung des Ptolemaios [ad imitationem Ptolemaei] die gesamte Astronomie umfaßte, indem er das Einzelne auf mathematische Weise und nach
geworden in Copernicus, ist in Keplers Augen die Wiedergeburt des Pythagoras.
flüchte (ambagibus) a priori bewiesen werden könnte. Dies wiirde selbst Aristoteles
bezeugen, wenn er noch lebte. Ebensowenig wie Rheticus sah Kepler im Stagiriten
einen unbelehrbaren Dogmatiker.
Was könnte daher staunenswerter sein, was könnte mehr für die Richtigkeit des copernicanischen Systems sprechen als dies: Von allem, was Copernicus aus den Phänomenen, aus den Wirkungen, a posteriori mehr durch glückliche als durch verlaBliche
Vermutungen festgestellt habe, wie ein Blinder den Schritt mit einem Stock stützend
(wie er selbst zu Rheticus zu sagen pflegte), im Glauben, dies verhalte sich so, werde
aus Gründen, die a priori, aus den Ursachen, aus der Idee der Schöpfung abgeleitet
sind, erkannt, es sei auf richtigste Weise festgesetzt.
‘ Keplers Weltgeheimnis ist, wie der Titel verkündet, ein mysterium demonstratum,
ein bewiesenes Geheimnis, und zwar mit Hilfe der fünfregulären geometrischen Körper. Er nennt den Führer, Gewährsmann, Wegweiser seines von Harmonie und Ordnung geprägten Weltbildes, wie es auch Ptolemaios und Copernicus vertreten hatten’:
Pythagoras, dem er die im Platonischen Timaios niedergelegte mathematische Theorie
der vier empedokleischen Elemente zuschreibt. Was dem samischen Philosophen gefehlt habe, sei ein Copernicus gewesen, der ihm zuvor gesagt hätte, was in der Welt
vorhanden ist. Die Keplersche Überzeugung, Gott habe die Welt nach den archetypischen Vorbildern der Geometrie geschaffen, fand ihre Entsprechung in der berühmten,
Platon zugeschriebenen, von Plutarch überlieferten, von Rheticus zitierten Maxime'':
tov dedv dei yewpetpetv® — „Gott betreibt stets Geometrie“.
Aus dem crater, dem Mischkrug des Pythagoras hat Kepler sein Leben lang gern
getrunken'? und einen besonders kräftigen Zug daraus bei der Abfassung der Weltharmonik genommen, um die Harmonie der himmlischen Bewegungen zu entdecken. Es
| war ein crater von der Art, wie ihn der platonische Demiurg zur Erschaffung der Welt
verwendet hatte!?.
Für den Mathematiker Kepler war es nur folgerichtig, wenn er die akustische, von
Aristoteles hart abgelehnte Theorie der pythagoreischen Sphärenharmonien durch eine
mathematische, geometrische Theorie intelligibler, nicht akustischer Harmonien ersetzte.
.
Dem Dichter William Shakespeare war es gleichwohl gestattet, ein Jahr vor Erscheinen des Keplerschen Weltgeheimnisses sein Liebespaar Lorenzo und Jessica die
„touches of sweet harmony“ sinnlich erfahren zu lassen'*, Mathematische und poetische Ästhetik fallen nicht zusammen, Ästhetik verstanden als Versuch, die Beziehung
zwischen Kunst und Natur zu bestimmen'”.
:
geometrischer Methode lehrte und bewies [docendo et demonstrando].
So! wendet sich Rheticus zu Beginn seiner Narratio Prima über die Bücher der
Umwälzungen des überaus gelehrten Mannes und hervorragendsten Mathematikers
Copernicus an Johann Schöner. Rheticus kommt auf diese Bemerkung nach der Erörterung der Jahreslänge zurück, rühmt die unermüdliche Sorgfalt der ptolemäischen Berechnungen, die quasi übermenschliche Sicherheit (certitudo) der ptolemäischen Beobachtungen, die wahrhaft göttliche Art, alle Bewegungen und Erscheinungen zu erforschen und zu überprüfen, die Widerspruchsfreiheit des Lehr- und Beweisverfahrens’”.
Und er schließt mit der Versicherung, daß es für Copernicus nichts Dringlicheres
und Wichtigeres gebe, als in die Fußstapfen des Ptolemaios zu treten'*, des Göttlichen,
des Vaters der Astronomie!”, den er wie seinen Lehrer von Herzen liebe?°. Habe doch
Aristoteles vor der Darlegung der Eudoxischen und Kallippischen Theorie homozentrischer Sphären in der Metaphysik zu möglichen Divergenzen zwischen forschenden
Mathematikern die Ansicht vertreten, dann müsse man „beide lieben, aber den Genaueren vertrauen“?!: „prAeiv uèv dupotéporc, reideadar dè toîc AKpıßeotepoic“.
Größere Genauigkeit war nun freilich ein Anspruch, den Copernicus mit seinem
Vertrauen auf die von Ptolemaios mit dem „göttlichen Auge der Seele“ gewonnenen
Daten nicht erhoben hat”.
Kein Zweifel, Rheticus hatte alles getan, Johann Schöner und damit den Leser seines Berichtes davon zu überzeugen, daß nur schwerstwiegende Gründe Copernicus veranlaßt haben konnten, angesichts einer solchen Hochachtung vor den antiken Autoritäten dennoch von diesen abzuweichen. Mehr noch, er versicherte, daß die Betroffenen
selbst einem solchen Vorgehen zugestimmt hätten, daß sich Ptolemaios — könnte er
zum Leben wiedererweckt werden — einem neuen Weg zum Aufbau einer „sicheren
Lehre von den himmlischen Dingen“ (ad certam rerum coelestium doctrinam exaedificandam) nicht verschlossen hatte’, nicht auf seine eigenen Hypothesen bedingungslos
eingeschworen gewesen wäre. Daß Aristoteles nach Anhörung der Gründe für die
neuen Hypothesen ehrlich bekannt hätte, was von ihm bewiesen, was nur wie ein Prinzip ohne Beweis angenommen worden sei. Denn meistens schreite man in der Physik,
der Naturkunde, und in der Astronomie von Wirkungen und Beobachtungen zu den
Prinzipien voran — eine Bemerkung, die Kepler in seinem Erstlingswerk aufgriff.
Jedenfalls hatte Rheticus darin recht, daß Aristoteles nicht der allwissende Dogmatiker
war, für den ihn die Epigonen des 17. Jahrhunderts hielten. Und er hatte auch darin
recht, daß Copernicus in vielen Hinsichten so eng dem ptolemäischen Almagest folgte,
daß er als letzter großer Praktiker der antiken Astronomie bezeichnet werden konnteTM:
Sein mathematisches Rüstzeug blieben Exzenter und Epizykel. Die Beobachtungsdaten
entschieden über jeweilige Anzahl, Größe und Bewegungsrichtung und damit über die
Resultierende der gleichförmigen Kreisbewegungen; die Phänomene, das heißt die
beobachteten Bahnen der sogenannten Planeten sollten möglichst genau angegeben
werden; drrodıödven war bereits der aristotelische Ausdruck für dieses Verfahren.
Die Ausarbeitung einer solchen Kinematik war eine genuin mathematische Aufgabe. Aristoteles hatte dies in der Metaphysik ausdrücklich gesagt”: die Menge der Orts-
Seite 3
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)bewegungen (TO 7477006 tav popwv) müsse man derjenigen mathematischen Wissenschaft entnehmen, die der Philosophie am nächsten stehe, der Astronomie (Ex t77¢
dorpoloyiag). Denn diese Wissenschaft stelle Beobachtungen über die zwar sinnlich
erfaßbaren, gleichwohl ewigen Wesen an. Denn die Natur der Sterne sei als eine bestimmte Art Wesen, odoía tis, ewig. Das erste Wesen, den ersten Körper, nannte Aristoteles aiörjp, Äther. Demgemäß sagte der Autor der pseudoaristotelischen Schrift
Iepi koouov(Über die Welt), „das Wesen (ovata) des Himmels und der Sterne nennen wir Äther“.
Diese aristotelische Auffassung war für den Rückgriff des Copernicus auf die vorptolemäische Astronomie von überragender Bedeutung. Aristoteles hatte in der Physikvorlesung den Unterschied zwischen Physik und Mathematik dargelegt”. Es sei zu klären, heißt es dort, ob die Astronomie ein Teil der Physik sei oder etwas anderes. Denn
es wäre widersinnig, wenn der Physiker zu den Gegenständen seiner Wissenschaft
zwar das Wesen von Sonne und Mond, aber nicht deren notwendige Eigenschaften
zählen sollte, zumal diejenigen, die über die Natur reden, auch über die Gestalt von
Mond und Sonne handeln, die Frage erörtern, ob die Erde und die Welt kugelförmig
sind oder nicht. — Es sind dies Fragen, die sowohl Ptolemaios wie auch Copernicus
aufwarfen und bejahten. — Nun seien aber diese Dinge auch Themen des Mathematikers, jedoch nicht so, daß jedes Ding die Grenze eines Naturkörpers ist. Kurz:
Astronomie konnte physikalisch oder mathematisch betrieben werden.
Rheticus spielte auf diese aristotelische Begriffsklärung bei der Erläuterung der „renascens astronomia”, der Renaissance-Astronomie an”: Schöner wisse genau, welchen
Stellenwert die Hypothesen oder Theorien bei den Astronomen hätten, wie sehr sich
der Mathematiker vom Physiker unterscheide. Aristoteles habe durch sein eigenes und
- das Beispiel des Kallippos Copernicus und ihn darin bestärkt, die Erneuerung der
je nachdem, wie sich
Astronomie nach den Ursachen der Erscheinungen einzurichten,
hätten.
dargeboten
die verschiedenen Bewegungen der Himmelskörper
etwas nach Aristovon
Wissen
insofern
gedacht,
aristotelisch
zutiefst
nun
Dies war
teles nur vorlag, wenn die Ursache davon angegeben werden konnte. Copernicus wollte, wie Fritz Krafft vor kurzem betonte*, die noch physikalische, die Wirklichkeit wiedergebende Astronomie der Zeit vor Ptolemaios erneuern, die bloß hypothetische, mathematische Astronomie der Folgezeit, insbesondere die des Ptolemaios durch eine beide „Astronomien verknüpfende Astrophysik“ im Sinne der aristotelischen Physik ersetzen.
Antikenrezeption und die wissenschaftliche Welt der Renaissance
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de Uberlegungen, wie denn ihre gemeinsame Verehrung der Sonne als Lenkerin unc
Leuchte der Welt seit Platon Topos war: ,,Drum sind die Kinder der Sonne fromm unc
lebensfroh“, wie das Mittelalterliche Hausbuch lehrt.”
Durch seine Hypothesen könne, so habe Copernicus gefühlt, die causa efficiens.
die Wirkursache der gleichmäßigen Sonnenbewegung auf geometrischem Wege abgeleitet und bewiesen werden (demonstrari). Im Commentariolus hatte Copernicus die
Defizite der zu seiner Zeit vorliegenden, aus der Antike stammenden mathematischen
Lösungen benannt: Die Theorie homozentrischer Sphären des Eudoxos und Kallippos
konnte bestimmte Erscheinungen wie die verschieden großen Abstände von Sternen
vom Weltzentrum rechnerisch nicht wiedergeben. Was halfes da, daß die Homozentrik
der aristotelischen Physik entsprach? Die Ausgleichskreise des Ptolemaios führten zu
ungleichförmigen Bewegungen der auf diese bezogenen Deferenten, widersprachen
damit aristotelischen Prinzipien. Was halfes da, daß Ptolemaios mit Epizykeln und Exzentern die Erscheinungen rechnerisch wiedergeben konnte?”
Er habe eingesehen, so schrieb Copernicus an Papst Paul III. in der Vorrede zu seinem Hauptwerk, daß die Mathematiker selbst nicht konsequent bei der Untersuchung
dieser Dinge seien**. Wären sie sicheren Prinzipien, nicht aber trügerischen Hypothesen gefolgt, wäre es zu dieser Unsicherheit der mathematischen Überlieferungen nicht
gekommen. Und so habe er unter der Annahme einer Erdbewegung nach festeren Beweisen für die Umdrehung der „orbes caelestes“ gesucht.
|
Copernicus erkaufte die Abschaffung der unaristotelischen Ausgleichskreise mit
der Preisgabe anderer aristotelischer Doktrinen, der unbeweglichen Lage der Erde im
Mittelpunkt der Welt, die aus der aristotelischen Theorie der natürlichen Bewegung
schwerer Körper folgte, und des Prinzips, daß alle himmlischen Bewegungen einen
gemeinsamen Mittelpunkt haben, konzentrisch sein müssen.
Die erste Forderung im Commentariolus verlangt ausdrücklich eine Verwerfung
dieses Prinzips, und zwar — wie Fritz Krafft nachgewiesen hat” — in der Nachfolge des
Peripatikers Sosigenes, eines Zeitgenossen des Ptolemaios. Hatte doch Sosigenes aus
physikalischen Gründen gemäß Simplikios erwogen:
|
Andes oùv &v paAAOV dfiwpa ein to Aéyov, Sti TGV KUKAOPOPTIKOYV o@ua Tepi tod ÉQUTOÙ
kévtpov xiveîtar. — Es mag nun cher das Axiom wahr sein, das besagt, daß sich jeder kreisbewegte Körper
um sein eigenes Zentrum bewegt.
Ja, selbst der von Copernicus gewählte Titel De revolutionibus für dessen Hauptwerk
scheint die von Giorgio Valla stammende Übersetzung von [epi rov dvelirrovoüv
(,, Uber die zurückrollenden“ [nämlich Sphären des Aristoteles]) zu sein. Dies aber war
der Titel der Schrift des Sosigenes.
3. Baculus astronomi
Die Entscheidung über Annahme oder Verwerfung von Hypothesen lag bei der Physik.
Rheticus zählte sechs Gründe auf, warum Copernicus die Hypothese von der Beweglichkeit der Erde zugrunde gelegt habe: Die Präzession, den Umstand, daß die Planeten
die Mittelpunkte ihrer Hauptlinie in der Nähe der Sonne als deren Mittelpunkt der Welt
-haben. Den Hauptgrund für die Ungewißheit (incertitudo) der Astronomie habe Copernicus jedoch in der Verletzung der Regel gesehen, daß die Anordnung und die Bewegungen der Himmelsbahnen auf dem vollkommensten System beruhen müssen?”. Dieses ästhetische, harmonikale Kriterium erinnert nur allzu stark an Keplers entsprechenBer. Wissenschafisgesch. 23 (2000) 115-125
u
Im gestrichenen Schlußabsatz zum 11. Kapitel des ersten Buches hatte Copernicus
noch aufden Heliozentriker Aristarchos von Samos und die aristotelische Begründung
für die Unbeweglichkeit der Erde hingewiesen, auf diejenigen, die von dieser Begründung nicht beeindruckt waren. Dazu zählte nun auch er selbst, obwohl er im Anschluß
an die aristotelische Lehre und die /ocus naturalis-Spekulationen der Scholastiker die
Schweretheorie seinem Weltsystem angepaßt hatte. Schwere ist danach eine gewisse
„naturalis appetentia“, ein Streben der Teile, sich zu einer Einheit und Ganzheit zusammenzuziehen. Wenn Köstler an solchen und ähnlichen Beispielen kritisiert, wie
sehr Copernicus noch aristotelischem Denken verhaftet gewesen sei”, geht seine Kritik
ins Leere. Den Anschluß an die aristotelische Physik hatte Copernicus ja programma-
Seite 4
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)tisch gesucht, auch wenn er bestimmte Lehren, wie die des ersten, des unbestimmte
n
Bewegers und der stufenweisen Bewegungstibertragung auf die inneren, dem Weltzentrum näheren Sphären angesichts seines heliozentrischen Systems nicht
übernahm,
nicht übernehmen konnte: Jede Planetensphäre (planetae orbis) bewegt sich gleichförmig aufgrund einer ihr von der Natur zugeteilten Bewegung, ohne von der
jeweils
oberen Sphäre eine Kraft zu erdulden””. Hans Blumenberg hatte dies „Lockerung
der
Systemstruktur durch Ausschöpfung der Systemleistung“ genannt‘,
Die mathematische Astronomie war qua Mathematik eine beweisende Wissenschaft, ja, sie war der Gipfelpunkt der Mathematik, wie Copernicus rühmte,
in der
Nachfolge Gottes erfunden, wie Rheticus im Anschluß an die pseudoplatonische
Schrift Epinomis anfügte?”. Ptolemaios hatte die aristotelische Wissenschaftseinteilung
der theoretischen Philosophie in Physik, Mathematik und Theologie zu Beginn
des
Almagest referiert und die Nützlichkeit der Mathematik für die anderen zwei
Bereiche
herausgestellt. Sie allein bot zuverlässiges und unumstößliches Wissen, da die
Beweise
der Arithmetik und Geometrie keinen Zweifel zuließen, ein Angebot, das Copernicus
nur zu gern wahrgenommen hat. Sie ist der „baculus astronomi“, der
Stab, mit dessen
Hilfe der Astronom die Bewegungen der Gestirne erforscht, während er andernfalls
wie ein Blinder ohne Stock einen weiten, unendlichen, schlüpfrigen Weg durchwandern müßte?®, Kepler hat diese Blindenmetapher des Rheticus im Mysterium
Cosmographicum” nur zu gern aufgegriffen.
Und so betonte Copernicus in bester Tradition eines pythagoreischen Platonismus,
geistreiche und gelehrte Mathematiker würden ihm zustimmen, das Urteil
mathematischer Ignoranten verachte er, Mathematisches werde für Mathematiker geschrieben.
Es ist die Haltung, aus der heraus der Brief des Pythagoreers Lysis an Hipparchos geschrieben ist, den Copernicus zwar im Haupttext strich, aber im Widmungsbrief an
Papst Paul III. erwähnte". Es ist die Haltung, aus der heraus das bertihmte Motto der
platonischen Akademie „Niemand trete ein, der der Geometrie unkundig ist!“ auf der
Titelseite der Nürnberger Erstausgabe abgedruckt wurde.
Antikenrezeption und die wissenschaftliche
Welt der Renaissance
mäische mathematische Astronomie mit aristot
elischer Kosmologie, Sacroboscos Text
und Peurbachs Neuen Planetentheorien.
Sein Kommentar umfaßte damit sechs wichti
ge Aspekte”: 1. die Akzeptanz der
Planetenkonstruktionen des ptolemäische
n Almagest, 2. die Akzeptanz der Materialisierung der ptolemäischen Konstruktionen, wie
sie von Peurbach formuliert waren, 3.
die umstrittene Anordnung der Planetensphä
ren gemäß Ptolemaios, 4. verbindliche
Angaben zu den Größen der Himmelssphären
und der Welt insgesamt, 5. eine Verknüpfung von ptolemäischem Planetensyst
em mit aristotelischer Physik, 6. eine
christliche Vorstellung vom Kosmos.
|
Es ging um nichts weniger als die Vereinbarkeit
von mathematischer und physikalischer Theorie, von hypothetischer Astronomie
und realer Physik mit christlicher
Theologie. Die von Pierre de la Ramée unmitte
lbar zuvor, 1569, erhobene Forderung
nach einer hypothesenfreien Astronomie“, die
sich gegen Eudoxos, Aristoteles, Copernicus gerichtet hatte, blieb das, was sie war: eine
folgenlose Forderung, die von Kepler
vierzig Jahre später in unerwarteter Weise
zurückgewiesen wurde (zu diesem
Zeitpunkt war de la Ramée freilich 37 Jahre tot)”:
„Non igitur uuÜoloyei Copernicus,
sed serio rapadotoloyel, hoc est, ptAocoget.*
— „Copernicus erzählt also keine
Fabel, sondern spricht aufernsthafte Weise in
Paradoxien, das heiBt er philosophiert.“
Es war ja Kepler, der bei dieser Gelegenheit die
Osiandersche Verfasserschaft des
Vorwortes zum Werk des Copernicus aufdeckte
und klarstellte, daß sich Copernicus
eben nicht auf fiktive Hypothesen gestützt habe,
die nicht die physikalische Realität
beschrieben, sondern auf solche, die auf Beobac
htungen gegründet und von diesen
bestätigt waren“.
De la Ramée hatte mit den Hypothesen auch die
Existenz fester Sphären abgelehnt,
zu einem Zeitpunkt, als nur wenige wie Jean
de la Péne eine solche Ansicht, iri seinem
Fall aus optischen Gründen, vertreten hatten. Rheticu
s' Lehrer Melanchthon hatte zwar
1550 ebenso wie später sein Schüler Ariel Bicard
Exzenter und Epizykel zu geometrischen Fiktionen erklärt, dagegen materielle Sphäre
n angenommen, die die Planeten
transportieren”. Die Vorstellung jedoch, diese
könnten sich wie Fische im Wasser bewegen, erschien ihm absurd. Gleichwohl
4. Sphaera
hatte Plinius der Ältere davon gesprochen,
zwischen Erde und Himmel hingen in demsel
In der Hochschätzung der Mathematik trafsich Copernicus mit dem führenden
Mathematiker und Astronomen der Jesuiten des 16. Jahrhunderts, mit Christoph
Clavius,
dessen Philosophie der Mathematik sich aus Platonismus und Aristotelismus
speiste.
1570, 27 Jahre nach dem Erscheinen des Copernicanischen Hauptwerks, veröffentlic
hte er seinen Kommentar zur Sphaera des Johannes de Sacrobosco aus dem
13. Jahrhundert*. Dieses kleine, kaum 25 Seiten umfassende Werk skizziert unter anderem die
ptolemäischen Bewegungen der Planeten. Es war eine ungewöhnlich erfolgreich
e Einführung in die Astronomie, die bis 1600 mindestens 230 Ausgaben erlebte. Der
Kommentar des Clavius war zwanzigmal so umfangreich und schwoll mit fast
jeder neuen
Auflage bis 1611 noch weiter an. Dieser bedeutendste Sphaera-Kommentar wurde
. führende fortgeschrittene Handbuch der Astronomie für mindestens ein halbes
das
Jahr-
© hundert, neben den Neuen Planetentheorien Georg Peurbachs aus der Zeit um
1460%.
Diese enthielten die ptolemäischen geometrischen Modelle für die Planetenbewegungen in physikalisierter, das heißt in real gedachter Form. Clavius
verband ptole-
Ber. Wissenschaftsgesch. 23 (2000) 115-125
121
ben „Spiritus“, in derselben Luft, in bestimmten Abständen getrennt die sieben Planeten®,
hatte Ptolemaios den interstellaren
Raum mit yuuara, Flüssigkeiten, gefüllt.
An diese beiden antiken Autoren knüpften diejeni
gen Renaissancegelehrten an, die
die Existenz fester Sphären zugunsten zwangf
reier Planetenbewegungen ablehnten:
Tycho Brahe, Christoph Rothmann, Kepler.
Die um 1300 in Westeuropa aufgekommene Vorstellung fester, kristalliner Sphäre
stoteles hatte nicht einmal widerspruchsfreie
n galt zu Unrecht als aristotelisch, Ari-
Aussagen darüber hinterlassen, ob dem
Äther, dem ersten Körper, dem ersten Wesen,
Materie zukommt oder nicht. Den
Ausdruck fünftes Element hat Aristoteles
nicht verwendet.
|
Für Clavius waren feste Sphärenkörper eine
logische Voraussetzung für materialisierte Planetenmodelle im Stile Peurbachs,
die zugleich maßstäbliche Modelle für das
Universum lieferten. Es war ein endliches
Universum mit der Fixsternsphäre als
Begrenzung, wie es in der Nachfolge des Aristot
eles von Kepler vertreten wurde:
Zwar erinnern Keplers Sonnen- und Planete
nseelen an ein animistisches Weltbild,
an stoische Vorstellungen, an Giordano
Brunos Welt, die dieser einen „animato
Seite 5
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)po“, einen „beseelten Körper“ genannt hatte”. Aber Brunos 1584 vorgetragene Konzeption von unendlich vielen Weltenin einem unendlichen Universum wurden von
Kepler leidenschaftlich bekämpft: Widersprachen sie doch allzusehr seinem eigenen
harmonikalen, von Maßverhältnissen und Ordnung bestimmten Weltbild. Clavius
strafte den Nolaner mit Nichtachtung: Hatte doch Bruno den Aristotelismus nachdrücklich bekämpft. Tycho, der seinen Bericht über den neuen Stern Woh 1572 ausdrücklich eine „mathematische Betrachtung“ genannt und eingeräumt hatte, er könne
darüber hinaus nichts über die Gründe für dieses Wunder sagen, beurteilte ihn vernichtend*: „Nullanus nullus et nihil.“—,, Der Nullaner ist niemand und nichts.“ Brunos
Geburtsstadt Nola in der Nähe Neapels mußte ihm für ein sarkastisches Wortspiel herhalten: Hatte doch Bruno aus seiner Verachtung der Mathematiker kein Hehl gemacht”, lehnte er doch Versuche, planetarische Bewegungen geometrisch zu lösen,
ab’, hielt er doch Andreas Osiander für einen ignoranten, überheblichen Esel.
. 5, Extra moenia mundi
Zwar schätzte Bruno an Copernicus die Bereitschaft, sich gegen den Strom der üblichen Meinungen zu stellen, eine ihm nur zu vertraute, wesensverwandte Einstellung.
Aber die copernicanische Astronomie habe ungeeignete Prinzipien verwandt, sei nur
die Dämmerung vor dem Aufgang der Sonne der antiken, wahren Philosophie
- gewesen. Fehlgeleitete Mathematiker und teilweise Aristoteles selbst hätten diese
Philosophie verschüttet”.
Halten wir fest: Während Copernicus über Ptolemaios bis zu Aristoteles zurückging, ging Bruno über Aristoteles hinaus bis zu den Orphikern und Pythagoreern
zurück. Genauer, diese Denker nannte er namentlich. Aus seinen Londoner Dialogen
wird freilich klar, was insbesondere das antike Vorbild seines unendlichen Universums
war: das Weltbild der Atomisten, Epikurs, wie es von Lukrez geschildert wurde, von
Wahnsinnigen, wenn wir Plinius glauben dürfen“. Hatte doch Epikur Lukrez zufolge
gewagt, mit Geist und Sinn außerhalb der Flammenmauern der Welt das unermeßliche
All zu durchstreifen” (extra processit longeflammantia moenia mundi), wo es gemäß
Aristoteles weder Raum, noch Leeres, noch Zeit gibtTM: ,,ob5é tém0g 005é Kevov ODÖE
ypóvoc éotiv EEw tod obpavod“. Copernicus hatte sich unter Bezugnahme auf
Aristoteles nicht festgelegt, sondern die Entscheidung tiber Endlichkeit oder Unendlichkeit der Welt (disputatio physiologorum) dem Meinungsstreit der Naturphilosophen überlassen’”.
Clavius zitiert Plinius*, doch gebietet ihm sein Glaube an die Allmacht Gottes
einzuräumen, daß Gott, wenn er es wollte, auch außerhalb dieser Welt unendlich viele
andere Welten schaffen könnte, sogar vollkommenere als diese (perfectiores etiam
hoc”). Und dies war nicht das einzige Zugeständnis, wenn er den eklektizistischen
Aristotelismus des 16. Jahrhunderts vertrat, ein Verfahren, das auch sein protestantischer Gegenspieler Philipp Melanchthon heranzog: Man wich von der aristotelischen
Physik ab, wenn diese nicht mit der christlichen Lehre tibereinstimmteTM.
„Außerhalb dieser Welt“ hieß außerhalb des caelum empyreum, des feurigen Himmels der Seligen und der Engel, für den eine zwölfte Sphäre erforderlich wurde.
Clavius behandelte Aristoteles als historische Person: Was dieser noch nicht kannte,
Ber.Wissenschaftsgesch. 23 (2000) 115-125
Antikenrezeption und die wissenschaftliche Welt der Renaissance
123
Präzession, Exzenter, Epizykel, hatte er nicht berücksichtigen können. Andernfalls
hätte er nach Clavius' Überzeugung anders über die Bewegungen um das Erd- und
damit Weltzentrum gesprochen‘'. Eine Neuinterpretation war allemal besser als ein
Widerspruch gegen Aristoteles. Die ptolemäische Kosmologie sollte in Einklang mit
dem Aristotelismus des 16. Jahrhunderts gebracht werden. Neue Erkenntnisse zogen
Modifizierungen des aristotelischen Theoriegebäudes nach sich. „Die Peripatetiker
mögen zusehen, wie sie die Ansicht des Aristoteles über die Himmelsmaterie
verteidigen können“, hatte Clavius zum Auftreten des neuen Sterns von 1572 gesagt”,
„vielleicht ist diese keine quinta essentia, sondern ein veränderlicher Körper, wenn
auch weniger verderblich als die unteren Körper“.
„Da dies so ist, mögen die Astronomen zusehen, wie die Himmelssphären einzurichten sind, damit diese Phänomene gerettet werden können“, hatte er zu Galileo Galileis Entdeckung der vier Jupitermonde von 1610 gesagt”, ein Zitat, das Kepler zu
Unrecht als Beweis dafür nahm, daß Clavius an seinem Lebensende die alten Hypothesen verworfen habeTM.
Im Gegenteil, seine kühle Haltung gegenüber Tycho, dessen System er nie erwähnte, beruhte nicht zuletzt darauf, daß es danach keine festen Sphären geben konnte, da
sich darin Sonnen- und Marsbahn schnitten. Clavius hielt an dieser angeblich aristotelischen Vorstellung bis zu seinem Tode fest, gegen jede Idee von flüssigen Himmeln,
wie sie sich Ende des 16. Jahrhunderts bei den führenden Astronomen, zumal bei
Tycho und Kepler, durchgesetzt hatte. Als Ptolemaios-Anhänger lehnte er nicht nur die
copernicanische Heliozentrik ab, sondern auch die Renaissance der auf Aristoteles
zurückgehenden Homozentrik, dieim 16. Jahrhundert vor allemin Girolamo Fracastoro und Bartolomaeo Amico neue Anhänger gefunden hatte. Seine Entscheidung gegen
Aristotelesin diesem Fall bereitete ihm keine Gewissensnot: Die richtige mathematische Astronomie hatte Ptolemaios geliefert, die richtige physikalische Aristoteles.
6. Epilog
Erst Keplers Neue Astronomie oder Himmelsphysik von 1609 verschmolz beide Gebiete zu einer widerspruchsfreien Synthese. Der Preis war die Aufgabe beider Theorien,
der aristotelischen Physik wie der ptolemäischen Mathematik. Daß Kepler noch 1620
das vierte Buch seiner Epitome Astronomiae Copernicanae ein Supplement zur
aristotelischen Schrift Über den Himmel nannte, während sich der Jesuit Giuseppe
Biancani vom Ordensgeneral Claudio Acquaviva zeitgleich sagen lassen mußte, es
fehle ihm an Respekt vor Aristoteles“, daß sich zwar Christoph Scheiner noch 1630
über das Wissen der Unerfahrenen, die die Existenz der Sonnenflecken bestritten, über
das „ignorantiae asylum“ beklagte, aber selbst das geozentrische System verteidigte“,
daß Giovanni Battista Riccioli noch 1651 ein Almagestum novum mit einem modifizierten Tychonischen System veröffentlichte, ändert an dieser F eststellung nichts.
Ast Ô' éAevdéprov eivaı th yvayn TOV HélAovta piaooogeiv.“-—, Wer philosophieren will, muB in seiner Uberlegung frei sein.“ Was der Zeitgenosse des
Ptolemaios, Alkinoos, gesagt hatte, diente nicht nur Rheticus 1540 als Leitgedanke auf
dem Titelblatt seines Berichtes, sondern noch siebzig Jahre später Kepler in seiner
Dissertatio cum Nuncio sidereo Galileis“”.
Seite 6
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)1 Herman Beckby (Hrsg.): Anthologia Graeca. 4 Bde. Griechisch-deutsch. München, 2. Auflage o.J.
(11957/58), IX, 577.
;
Anmerkungen w Karl Ma2 Ptolemaus: Handbuch der Astronomie. Deutsche Übersetzung und erlauternde
S. 3.
1963,
Leipzig
Bde,
2
r.
Neugebaue
Otto
von
ngen
Berichtigu
und
nitius. Vorwort
3 Otto Schönberger: Nachwort. In: Aristoteles: Über die Welt, übersetzt und kommentiert von Otto Schönberger. Stuttgart 1996, S. 46-63; hier S. 58.
ruck in: Johan4 Johannes Kepler: Mysterium cosmographicum. Tübingen 1596. Ich zitiere den Wiederabd
zitiert als KGW mit römines Kepler: Gesammelte Werke. Herausgegeben von Max Caspar [im folgenden
scher Band- und arabischer Seitenzahl]. Bd I, München 1938, S. 1-80; hier S. 3. übertragen von Olof
, eingeleitet und neu
La lamblichos: Protreptikos. In: Aristoteles: Einführungsschriften
Gigon. Zürich/ Stuttgart 1961, S. 97-129; hier S. 119.
OJ©Do
36 Hans Blumenberg: Die Genesis der kopernikanischen Welt. Frankfurt am Main 1975, S. 162.
37 G. J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 114.
38 G.J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 114.
39 KGWI, 26.
40 N. Copernicus (wie Anm. 32), 8. 3.
41 Christoph Clavius: In sphaeram Ioannis de Sacro Bosco commentarius. Rom 1570. Ich zitiere den Wiederabdruck in: Christoph Clavius: Opera mathematica. Band 3, Mainz 1611 (Nachdruck: Hildesheim 1999),
1. Zählung, S. 1-317.
42 Englische Übersetzung in: Eric J. Aiton: Peurbach's Theoricae novae planetarum. A translation with commentary. Osiris, second series, 3 (1987), 4-43.
43 James Lattis: Between Copemicus and Galileo, Christoph Clavius and the Collapse of Ptolemaic Cosmology. Chicago /London 1994, S. 65 f.
Platon: Timaios 47 a-d.
KGWI, 4.
KGW I, 79.
Georgius Joachimus Rheticus: Narratio prima. Danzig 1540. Ich zitiere den Wiederabdruck in: KGW I,
81-131; hier S. 100.
Planetary astronomy from
10 Owen Gingerich: Johannes Kepler. In: René Taton and Curtis Wilsonto(Hrsgg.):
Newton. Cambridge usw. 1989,
the Renaissance to the rise of astrophysics. Part A: Tycho Brahe
S. 54-78; hier S. 78.
critique, traduction
11 G.J. Rheticus (wie Anm. 9), 116; Georgii Joachimi Rhetici Narratio prima. Edition
la collaboration de
française et commentaire par Henri Hugonnard-Roche et Jean-Pierre Verdet, avec
S. 178, Anm. 208.
1982,
Wroclaw
20)
Bd
a,
Copernican
(Studia
Segonds.
Alain
et
Lerner
re
Michel-Pier
12 Johannes Kepler: Harmonice mundi [Linz 1619], in: KGW VI, 367.
13 Platon: Timaios 41 d 4.
14 William Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig V, 1, 63-65.
15 Simeon K. Heninger: Touches of sweet harmony. Pythagorean cosmology and Renaissance poetics. San
Marino, California 1974, S. 7.
16
17
18
19
20
21
G. J. Rheticus (wie Anm. 9), $. 88.
G. J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 97.
G.J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 125.
G. J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 100.
G.J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 116.
Aristoteles: Metaphysik XII, 1073 b, 16-17.
44 Eric J. Aiton: Celestial spheres and circles. History ofScience 19 (1981), 75-114; hier S. 102.
45 Johannes Kepler: Astronomia nova æitioAdyntoc seu physica coelestis [Prag 1609], in: KGW II, 6.
46 E. J. Aiton (wie Anm. 44), $, 101.
47 E.J. Aiton (wie Anm. 44), S. 100 £.
48 Plinius: Naturalis historia Il, 4, 13.
°
49 Giordano Bruno: Dell'infinito, universo e mondi. Venedig 1584. Ich zitiere die deutsche Ausgabe: Zwiegespräche vom unendlichen All (!) und den Welten, verdeutscht und erlautert von Ludwig Kuhlenbeck.
Jena 71904 (Nachdruck: Darmstadt 1980), S. 84.
50 Michel-Pierre Lerner: Le débat cosmologique à la fin du XVI' siècle: Sur un ouvrage de Miguel A. Gra|
.
nada. Revue d'Histoire des Sciences 51 (1998), 107-114; hier S. 112.
5] Eman McMullin: Bruno and Copernicus. Isis 78 (1987), 55-74; hier S. 64.
52 Michel-Pierre Lerner: Le monde des sphères. 2 Bde, Paris 1996/97; hier Bd 2, S. 158.
53
54
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57
58
E. McMullin (wie Anm. 51), S. 65.
Plinius: Naturalis historia II, 1, 3.
Lukrez: De rerum natura I, 72 f.
Aristoteles: De caelo I, 9, 279 a 11 f.
N. Copernicus (wie Anm. 32), I, 8, S. 19.
C. Clavius (wie Am. 41), S. 15.
59 C. Clavius (wie Anm. 41), S. 47; J. Lattis (wie Anm. 43), S. 85.
Astronomie bei Coperni22 Fritz Krafft: Hypothese oder Realitát: Der Wandel der Deutung mathematischer
r wider Willen.
Revolutionä
).
(1473-1543
Copernicus
Nicolaus
(Hrsg.):
t
Wolfschmid
Gudrun
In:
cus.
Stuttgart 1994, S. 102-115; hier S. 108.
23 G.J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 102.
astronomy from the
24 Victor E. Thoren: Tycho Brahe. In: René Taton/ Curtis Wilson (Hrsgg.): Planetary usw.
1989, S. 3-21;
Renaissance to the rise of astrophysics. Part A: Tycho Brahe to Newton. Cambridge
hier S. 3.
60 E. J. Aiton (wie Anm. 44), S. 98.
61 J. Lattis (wie Anm. 43), S. 80.
62 C. Clavius (wie Anm. 41), S. 105.
-
63 C. Clavius (wie Anm. 41), S. 75; Corrado Dollo: Tanquam nodi in tabula — Tanquam pisces in aqua. Le
innovazioni della cosmologia nella Rosa Ursina di Christoph Scheiner. In: Ugo Baldini (Hrsg.): Christoph
Clavius e l'attività scientifica dei gesuiti nell'età di Galileo. Roma 1995, S. 133-158; hier S. 153.
64 Johannes Kepler: Epitome astronomiae Copernicanae [Linz 1618-1621], in: KGW VII, 9.
65 Michel-Pierre Lerner: L'entrée de Tycho Brahe chez les jésuites ou le chant du cygne de Clavius. In: Luce
Giard (Hrsg.): Les jésuites à la Renaissance. Système éducatif et production du savoir. Paris 1995,
S. 145-185; hier S. 168.
25 Aristoteles: Metaphysik XI, 1073 b, 3-5.
66 C. Dollo (wie Anm. 63), 141.
26 Aristoteles: Physik II, 2.
67 Johannes Kepler: Dissertatio cum nuncio sidereo [Prag 1610], in: KGW IV, 281-311; hier S. 283.
27 G.J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 101.
28 Fritz Krafft: Unverstandene Horaz-Zitate bei Nicolaus Copernicus. In: Wolfgang R. Dick/Jürgen Hamel
(Hrsgg.): Beiträge zur Astronomiegeschichte. Bd 1 (Acta Historica Astronomiae, Bd 1) Thun/Frank furt
am Main 1998, S. 14-31; hier S. 22.
" 29 G. J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 99 f.
30 Christoph Grafzu Waldburg Wolfegg: Venus und Mars. Das mittelalterliche Hausbuch aus der Sammlung
Anschrift des Verfassers: Prof. Dr. Eberhard Knobloch, Technische Universitat Berlin, Institut fir
Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, Ernst-Reuter-Platz 7, D-10587
Berlin
. der Fürsten zu Waldburg Wolfegg. München 1997, $. 34.
3—
125
Antikenrezeption und die wissenschaftliche Welt der Renaissance
Commentariolus, Brief
Hans Günther Zekl (Hrsg.): Nicolaus Copernicus — Das neue Weltbild. Drei Texteprima
des G. J. Rheticus.
gegen Werner, De revolutionibus I. Im Anhang eine Auswahl aus der Narratio
|
Hamburg 1990, S. 2-5.
Aus32 Nicolaus Copernicus: De revolutionibus orbium caelestium libri sex. Nürnberg 1543. Ich zitiereetdie
gabe: Nicolaus Copernicus: De revolutionibus orbium caelestium libri sex, ediderunt Franciscus Carolus
Zeller. München 1949; hier S. 4 f.
33 F. Krafft (wie Anm. 22), S. 115.
Fassung
34 Arthur Koestler: Die Nachtwandler, Die Entstehungsgeschichte unserer Welterkenninis. Deutsche
i
von Wilhelm Michael Treichlinger. Frankfurt am Main 1980, S. 196-202.
35 G.J. Rheticus (wie Anm. 9), S. 105,