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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Eine Uberprifung der bisherigen Hypothesen
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MUGALE
À
Von MARKWART MICHLER
de VEL. 152
Kyrene und Kroton sind uns von Heropor als die ältesten Blütestätten griechischer Heilkunst beschrieben!. Während aber die
Leistungen der kyrenäischen Medizin völlig im Dunkel bleiben,
müssen die Krotoniaten DEMOKEDES und ALKMAION im 6. vorchristlichen Jahrhundert eine so entscheidende Bedeutung für die
Entwicklung der Heilkunde besessen haben, daß uns neben ihren
Namen auch Bruchstücke und Berichte überliefert sind, die noch
einen gewissen, freilich äußerst unzulänglichen Einblick in ihre
Kunst und Lehre gestatten. Zudem gehört Kroton geographisch
jenem italo-sizilischen Kolonisationsraum der Hellenen an, der in
ununterbrochener Folge von diesen beiden ältesten Ärzten bis zu
PLaroxs Freund Puitistion bekannte und zum Teil berühmte
Ärzte hervorgebracht hat. Kroton, Metapont und Tarent waren
zugleich Geburtsstätte und Mittelpunkt des Pythagoreerordens,
unter dessen Einfluß sich die altgriechische Agonistik zu einer gymnastischen téy») verfeinerte und mit IKKos vox TARENT verstärkt
diätetischen Fragen zuwandte*, nachdem bereits PYTHAGORAS der
Diütetik seine besondere Aufmerksamkeit geschenkt haben soll®.
Gymnastik und
Diätetik müssen daher dieser Heilkunde von
Anfang an eine eigentümliche und charakteristische Therapieform
zur Verfügung gestellt haben und pythagoreische Naturphilosophie
und Zahlenlehre dem Streben nach einer rationalen Medizin entgegengekommen sein. Auch dürften ihr ALKMaIoNs anatomische
Versuche und erste physikalisch-physiologische Gedanken, die in der
empedokleischen Mystik aufleuchten, neue Erkenntniswege eröffnet
und die Richtung ihrer weiteren Entwicklung mitbestimmt haben.
Die Abfolge bis auf Patuistion schließlich deutet — in welcher
Form auch immer — aufeine Lehrtradition von etwa 200 Jahren,
die es kaum verwunderlich erscheinen läßt, wenn noch GALEN die
westgriechische Medizin in ihrer Bedeutung Kos und Knidos an die
Seite stellt.
1 Heropor III 131.
2 Drets-Kranz 25, 2; vel. J. Jüraner, Philostratos über Gymnastik.
Leipzig und Berlin 1909, Einleitung S.8f. und J, SCHUMACHER, Antike
Medizin. Berlin 1940, S.81.
* Prar., Derep. X 600a = Dieıs-Kranz 14, 10.
* GALEN X p. 5K, siehe im folgenden.
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)MaRhwan
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Pannen
der
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Seni. 1
Damıt sind bereits jene Haupifaktoren genannt, die fus uns als
für das in der Heilkunde entscheidend gewordene l unite Jahr hunger‘
wögliche Grundlagen dieser Henkunde noch ablesbar sind. In
weichem Mae jedueh jeder einzelne vou ihnen zum Aufbau emer
wesenseigenen, von Kos und Knidos wohl unterscheidbaren té
vorgearbeitet!. Doch nicht allein die Chirurgie der Unfälle, sunder
auch empirisch-medizinisches Grundwissen und diatetisch geregr ¡te
iaroızı) beigetragen hat, darüber dürfte kein sicheres Urteil mehr
nastik vermittelt worden sein. Indessen. über die eigentliche die
Lebensformen werden der Heilkunde in dieser Stadt von der Gymmöglich sein. Gestatten doch die spärlichen Zeugnisse, die uns über
reale Entwicklung der Heilkunst im westgriechischen Raum sagt
die westgriechische Medizin überliefert sind, nicht
dies nicht eben viel aus. Aber auch SPRENGELS Ansicht,
einmal eine
erst durch
klare Aussage über ihre Entwicklung, ihren Lehrinhalt und die
Art ihrer Ausübung. Wenn trotzdem immer wieder der Versuch
die Sprengung des pythagoreischen Bundes sei dessen medizinisches
unternommen wurde, wenigstens das hypothetische Bild einer krogriechischen Medizin erst möglich geworden *, bringt nur die Deutung
Wissen Allgemeingut und gewissermaßen die
Profaniernng der
toniatischen und sizilischen Schule auf der Grundlage ihrer Herkunft,
eines künstlich isolierten Vorganges aus dem Gesamtgescheher., das
ihrer äußeren Formen und ihrer naturphilosophischen Theorien zu
entwerfen, so mag dies aus der Tatsache verständlich werden. dal
es hier zu betrachten gilt, und ist bereits durch Uxxa hinreichend
widerlegt?. Auch wissen wir heute, daß dieser Profanierungsprozeß.
erst eine zutreffende Vorstellung von der westgriechischen Heilder sich vielleicht richtiger als Säkularisierungstendenz bezeichnen:
kunde zahlreiche wichtige Fragen antiker Medizin und Philosophie
ließe, niemals in der griechischen Medizin, mochten sich unter de:
einer Lösung näherbringen könnte!. Doch keine der zahlreichen
Hypothesen vermochte auf die Dauer prüfenden Kriterien standbeginnenden Rationalisierung auch Formen und Motive wandeln. zu
zuhalten, und dies mag nicht allein in der beklagenswerten Übereiner vollkommenen Lösung von den geistig-religiösen Bindungen
geführt hat.
lieferungsarmut seine Ursache finden; vielmehr dürften die immer
Uxxa selber, der von einer ,.peculiaris medica schola” als de:
wiederholten Versuche dafür verantwortlich sein, mit denen man
Lehrmeisterin ALKMAIONs spricht und diese Schule unter strenze!
es unter dem Eindruck der exklusiven ärztlichen Gemeinschaften
von Kos und Knidos unternahm. auch für die westgriechische
Trennung von den Pythagoreern auf DEMOKEDES zurückführt‘
Medizin ähnliche zunftmäßige Schulen zu bestimmen.
Unter jener bunten Vielfalt von Rekonstruktionsversuchen stützt
sich der überwiegende Teil auf die Angabe Heropors. die krotoniadürfte wiederum nur einen anderen Ausschnitt aus dem Ganzer
betrachten.
Auch die Hypothese, eine solche Schule über ELOTHAL und dessen
Sohn EricHarmos mit Kos in Verbindung zu bringen®. dürfte sich
tischen Ärzte seien zu jener Zeit die besten von ganz Hellas gewesen?,
bestenfalls als Hinweis auf gewisse außer-pythagoreische Einfiusst
Kroton stand damals in hoher wirtschaftlicher Blüte und war, wohl
einschätzen lassen,
unter dem Einfluß einer rationalisierten Gymnastik, zur Hochburg
des griechischen Sports geworden. v. WiLamowrrz hatte daher kaum
Widerspruch zu erwarten mit seiner Meinung, die Pädotriben, die
anf den Ring- und Boxplätzen Chirurgie zu üben bekamen, hätten
für die
Entstehung einer
1 U.
v. Wiramowrrz-MoeLLENDORFF, Der Glaube der Hellenen. Ba. 11.
Darmstadt 1955, S. 229.
2 K. SPRENGEL, Versuch einer pragmatischen Geschichte der Arznetkunide.
Bd. I. Halle 1821, S. 286f.. auch S. 297ff.; siehe bereits die Kritik in den
Anmerkungen von ROSENBAUM, der die Auflage von
' Hier ist vor allem an den Einfluß auf die großen Philosophen und die
koische und knidische Medizin gedacht. Aber auch die Abgrenzung dieser
beiden Schulen dürfte ohne eine gewisse Vorstellung von der italischen
Medizin kaum möglich sein. Ferner dürften in ihr die Anfangsgründe der
Kymnsstischen und diätetischen Medizin zu suchen sein, und schließlieh
Anschein. o.
auch wichtig
inwieweit ihr arziliches Wissen und .hre nato
philosophischen Thoorien in du Sebrulen der hellenistischen Medizin übe:
nommen -urden ‘el hierzu K. die HGRARER Die Empirikerschule. Berlin
‘936
©
à
270
Wernvuor UF)
westgriechischen
1846 besorgte (insbesondere S. 250
— 262).
3 M. A. Unna, De Alemaeone Crotoniata eiusque fragmentis, quae super.
sunt; in: PETERSEN, Phil.-hist. Stud., Hamburg, H. 1 (1832) S. G8f.
# M. A. Unna, l.c.
5 Vel. auch PETERSEN, Phil.-hist. Stud., Hamburg, H. 1 (1832) in seme.
Vorwort S. XI und ebenda S. 19, in: Uber die stufenwrise Aushthiu 2 dr
griechischen Philosophie von Thales bis auf Sokrates.
Beide
Grundlage von Dro. Laerr. VIII 78 in Verbindung mi Jamar Y.
e 54 ($ 241! Sishe auch dic Widerlegung bei à Wacamrer De 4
«si
ss iomata
Laipziz 1896, S. 90)
Page 3
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Medizin jedoch, die sich nur als ein äuBerst komplexes Geschehen
Aber wenn auch KALLIPHON, der aus Knidos nach Kroton eingewandert war, als Vater des DEMOKEDES etwas deutlichere Konturen als
ELOTHAL bewahrt hat, so kann man doch auch seine Wirksamkeit
140
verstehen lassen diirfte, bleibt ein so vages Zeugnis nur schwer
verwertbar; denn einmal verliert sich diese Heilkunde damit in das
Dunkel einer geschichtlich nicht mehr faßbaren Persönlichkeit, zum
anderen aber sind wir über die koische Medizin dieser frühen Zeit
auch nicht besser unterrichtet als über die süditalische. Wenn Unna
aber meint, Ruf und Erkenntnisgut einer krotoniatischen Ärzteschule seien nach ALKMAION in dem stärkeren Ruhm und umfassenderen Wissen des Pythagoreerordens aufgegangen!, so zeigt dies vor
allem eine Unterschätzung eben jenes Säkularisierungsvorganges an,
dessen Uberbewertung durch SPRENGEL bereits eine Einschränkung
erfordert hatte. Daneben dürfte aber auch, was die geschichtliche
Person des PYTHAGORAS und des ALKMAION anlangt, WACHTLERS
Zeitansatz den Vorzug verdienen?, da seine Begründung an anderer
Stelle, ALKMAION streife die Gegensatzlehre nur, als sei sie bereits
von anderen breiter abgehandelt, keinen schwerwiegenden Einwänden begegnen dürfte®,
Bleibt aber eine Rückführung der krotoniatischen Medizin auf die
Schule von Kos zum mindesten unbeweisbar, so kann es doch
andererseits kaum zutreffen. daß, wie GROSSER schreibt, DEMOKE-
DES und ALKMAION in Kroton zusammen die erste medizinische
Schule ganz Griechenlands gegründet haben‘. So wird man sich der
Ansicht jener zuwenden, die mit KriscHE Krotons medizinische
Blüte über KALLIPHON auf die knidischen Asklepiaden zurückführen®, und unter ihnen dürfte KAYSERLING wohl die richtige
Ausgangssituation der alkmaeonischen Heilkunde
wiedergeben
®,
1 M. A. Unna, a. a. O. 5, 59ff.
2 J. WACHTLER, a. a. O, S. 3—5 und S, 16.
3 J. WACHTLER, a. a. O, S. 76; siehe auch J. SCHUMACHER, a. a. O. $. 66,
der sich dieser Ansicht sinngemäß anschließt, dabei aber mit Recht bemerkt,
daß all diese Erwägungen im hypothetischen Raum bleiben. Ein weiteres
Argument für diesen Zeitansatz, das Zeugnis des ARISTOTELES (Metaph. I
5, 986a [Dreıs-Kranz 24A3]) ,,xai ydo éyérero ti rjhiziav Aixpalwv (véoz
[add.
DreLs]) ni yeoortı Ilvdayópa.* dürfte nicht mehr stichhaltig sein,
seit es von W. JAEGER (Ed. Oxon.) als unecht eliminiert wurde. Ihm folgt
die deutsche Übersetzung von F. BassENGE (Berlin 1960, S. 30).
+ R. Grosser, Geschichte und Altertümer der Stadt Kroton. Minden
1866, S. 38,
* Heroport III 125. — A. B. Kriscue, Forschungen auf dem Gebiet der
alten Philosophie, Bd. I. Göttingen 1840, S. 72.
Li A. KAYSERLING, Die Medizin Alemaeons von Kroton. Ztschr. f. klin.
Medizin 42/43 (1901) S. 173£.
nur als einen möglichen Teilbetrag bezeichnen, dessen Gewicht
nieht mehr nachgemessen werden kann, und der zum mindesten
über die weitere Entwicklung der westgriechischen Medizin zu
keiner sicheren Aussage berechtigt. Wie KAYSERLING, so hatte auch
schon WACHTLER dem Einfluß der Athletik auf die Entwicklung der
krotoniatischen Medizin eine große Bedeutung zugemessen!, und
sein sorgfältiger Rekonstruktionsversuch führt die Schule, ähnlich
wie Unna, unter Trennung vom Orden auf die vorpythagoreische
Zeit zurück. Einen solchen Einfluß will er vor allem für den diätetischen Bereich nicht gelten lassen, vielmehr sieht er gerade die
Diätetik als den speziellen Beitrag der Athleten an. Aber abgesehen
von der Tatsache, daß der Einfluß der Athletik auf die Medizin mit
der Diätetik allein nieht annähernd erfaßt sein dürfte und vorzüglich auch auf physiologischem, traumatologischem und bewegungstherapeutischem Gebiet von schätzenswerter Bedeutung
gewesen sein muß, entzieht doch WACHTLER die krotoniatische
Medizin keinesfalls dadurch dem pythagoreischen Einwirkungsbereich, daß er eine Athletik zur Vermittlerin bestellt, die — und
daran dürfte kein Zweifel möglich sein — unter dem gleichen
pythagoreischen Einfluß auf Lebensform und Übungsmethodik den
Weg zu einer téyvn yvpraotiz bereits beschritten hatte. Und so
muß er denn auch eine gewisse amicitia und ein commercium zwischen
Heilkunde und Orden einräumen?. Dieser innere Widerspruch verstärkt sich noch, wenn WACHTLER die weitere Abfolge und Ausdehnung dieser Schule auf Kroton und seine engste Nachbarschaft
beschränkt und ausgerechnet mit zwei Pythagoreern, PHILOLAOS
vox Kroron und Hırpox von METAPONT, in den breiteren Strom
der großen griechischen Medizinlehren einmünden läßt*. Aber auch
die strenge Begrenzung auf Kroton und damit die Konstruktion
einer eigenen krotoniatischen Medizin läßt sich mit diesen Zeugen
schwer stützen, denn in ihren physiologischen Thesen durchdringen
einander nicht nur alkmaeonisch-krotoniatisches Wissen und
koische Säftetheorie, es ist in ihnen auch empedokleisches Gedankengut enthalten, was gerade gegen eine so starre Abgrenzung und viel
eher dafür spricht, in der Entwicklung der Heilkunde den west1 J. WACHTLER, a. a. O. $. 90f.
3 J. WACHTLER, a. a. O. $. 93f.
2 J. WACHTLER, a. a. O. S. 92.
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)griechischen Raum einschließlich Siziliens als Einheit zu sehen}.
Auch wird man PHILOLAOS und Hıppox für Ärzte im Sinne ständiger
6 Kaos etteyijoas elyer, éyyis 6° Erı todtw xai 6 and ris Kvidov, Adyov
praktischer Tätigkeit kaum halten dürfen, und die Zitate aus den
naturphilosophischen Lehren des PHILOLAOS im Londoner Papyrus?
143
6’ Hv dEwos où apixood xai 6 ano tig *Iradías?.
Auf dieses Zitat gestiitzt versuchte auch WELLMANN eine Hypodürften eher auf ein möglicherweise recht umfassendes physiolothese zu entwickeln, die italische und sizilische Arzte voneinander
gisches Wissen im Rahmen der pythagoreischen zo/vuañin hintrennte. Auf der Grundlage seiner Fragmentensammlung? konstitudeuten?. So mögen beide zwar an der alkmaeonischen Medizin
ierte er eine sikelische Schule, als deren Begründer er EMPEDOKLES
partizipiert haben, ihre legitimen ärztlichen Nachfahren aber könin Anspruch nahm, und die über PausanIAsS, GORGIAS, AKRON,
nen sie kaum gewesen sein, und die Frage einer solchen Nachfolge
PHILIsTION, dessen Bruder und andere bis zu DIOKLES von Karykann mit dieser Hypothese nicht als gelöst betrachtet werden.
stos herabfiihrte. Ihre Lehre sollte sich im wesentlichen aus der
Die Inkonsequenz, eine alkmaeonische Lehrtradition so starr auf
von PYTHAGORAS übernommenen Diätetik und der empedokleischen
Kroton zu begrenzen, verwundert bei WACHTLER umso mehr, als er
Pneumaeingangs schreibt: ,,Accedit quod loco illo clarissimo, quo Rhodiis
WELLMANN diese Schule nach rückwärts streng auf ihren Gründer
und
Elementenlehre
zusammensetzen.
Aber
obwohl
Cois Cnidiis medicis Italicos (quo nomine et Siculos et Crotoniatas
EMPEDOKLES begrenzte, muBte er ihr dennoch einen Zusammencomprehendi posse sane est concedendum) opponit [Ga' nus], Siculae
hang mit der alkmaeonischen Anatomie zugestehen?. Wenn es
tantum scholae asseclas dignos censet quorum nomina atteiac.
*,
daher auch neben der Sammlung der verstreuten Bruchstiicke
und es folgt die bekannte Bemerkung GaLens, auf die sich auch
dieses Kreises sein Verdienst bleibt, zum ersten Male eine schulandere Autoren berufen haben:
gemaBe Ordnung jener westgriechischen Arzte aufgestellt zu haben.
xai dıa TODTO xayw yodpew Gzvovv Deoaxevtixiy pédodor, ir elanyı)-
ließ sich doch seine Hypothese auf die Dauer gleichfalls nicht aufcarto per dvdoes malawi, telewboar Ó Eneyeioncar oi pet avroúz.
rechterhalten*. Zunächst konnte W. JAEGER zeigen, da DiokLes
(3) zai nooodev pèv Eo: Tv où auızoa, vizijoai TH de tov ebonudweder dem Zeitansatz noch seiner Schulzugehörigkeit nach zum
welche über die schwer datierbaren Krotoniaten hinausführen. so
Tor diirjtovs doryvwouérwr Tor Er Kö zai Kvidw: drtov yao ett roëro
TO yévos Tv thy Éni tis “Acias Acximuad@r, éxthindvtos tot xata
"Podov jjolov 6° attois tiv ayatijy iow éxeivyny, Tv Halodos Enjver ai
oi éx tic "Iraktas iatool, Pihtotiow te xai ’Eunedorkns xai Ilavoavias
xai oi toúto»» Etainor xai Toeis obtot yooo! Vavpaotoi mods dl¿how
1 GaLEN, De meth. med., X p. 5K: „Und deswegen zögerte auch ich,
eine therapeutische Methode zu schreiben, welche die Alten begonnen und
ihre Nachfolger zu vollenden versucht hatten. Auch bestand früher ein nicht
geringer Wetteifer, da die (Ärzte) in Kos und Knidos darauf ausgingen, einverschiedenen medizinischen
1 Das Problem der gegenseitigen Durchdringung und Beeinflussung der
Theorien kann im Rahmen dieser Unterander durch die Menge ihrer Erfindungen zu übertreffen. Denn in doppelter
Linie blühte damals noch dieses Geschlecht der in Asien ansässigen Asklepiaden, nachdem es in Rhodos erloschen war. Es führten aber mit ihnen
jenen edlen Wettstreit, den Hesiod lobte, auch die Ärzte aus Italien: Philistion, Empedokles, Pausanias und deren Gefährten. Und es entstanden
diese drei bewunderungswürdigen Ärztekreise, die miteinander wetteiferten:
suchung nicht berücksichtigt werden. Auch muß es vom medizinhistorischen
Vom Glück begünstigt besaß die meisten und besten Vertreter der koische
áuddopuévov éyévorto ¡atoów: nielotovs pév oùr xal dolotovz yooevtàs
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Standpunkt aus leider als weitgehend unerforschbar angesehen werden.
® Anonymus Londinensis, Ed. H. Dies. Berlin 1893, XVIII (p. 31).
3 Vgl. zu dieser Frage H. Dies, Über die Excerpte von Menons Iatrika
Kreis. Doch recht nahe kam ihm auch der von Knidos. Aber auch der italische war nicht geringer Aufmerksamkeit wert.“
2 M. WELLMANN, Die Fragmente der sikelischen Ärzte Akron, Philistion
in dem Londoner Papyrus 137, Hermes 28 (1893) 418ff., und W.H.S.
und Diokles von Karystos. Berlin 1901, S. 68ff.
Jones, The Medical Writings of Anonymus Londinensis. Cambridge 1947,
S. 16 s.v. Philolaus of Croton. Auch Tx. Gomrerz (Griechische Denker,
Bd. I. Leipzig 1896, S. 229) vertritt eine ähnliche Ansicht, wenn er schreibt,
3 M. WELLMANN, a. a. O. 8. 94f.
* Dennoch war es zweifelsohne richtig, wenn auch in jüngster Zeit innerhalb der Medizingeschichtsschreibung etwa P. DIEPGEN (Geschichte der
daß bei diesen beiden „hinter dem Philosophen der Arzt hervorlugt‘‘, der
Medizin, Bd. I. Berlin 1949, S. 78) an der sikelischen Schule als Ordnungs-
Philosoph also wohl doch im Vordergrund steht.
begriff festgehalten hat, um die Heilkunde dieses Raumes als eine eigene
* J. WACHTLER, a. a. O. S. 32.
Lehre von der koischen und knidischen Schule zu trennen.
Page 5
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Kreis der Sizilier zu rechnen war}, und damit endete deren Reihe
bereits mit Prıtistiox. Für die älteren Ärzte aber hat sich WELLMANN offensichtlich von deren Wirkungsort, nach dem beispielsjedoch scheinen GALEns Worte, die auch PoHLENZ erwähnt, nicht
abgestimmt zu sein; denn in ihrem ersten Satz ist zunächst von der
(hesiodischen) dos... ro xAjder tar etonudtwy die Rede, dem
Wettstreit also um neue Erkenntnisse, Theorien oder vielleicht auch
Therapieformen, und in diesem edlen Wettstreit stellt GALEX die
Italiker den Arzten aus Kos und Knidos gegeniiber. Damit aber
billigt er ihnen zweifellos eine eigene Originalität zu. Gewi mag
weise PsıLıstios bei DioGeves LAERTIos als Sikeliote bezeichnet
ist*, stärker leiten lassen als von der Tatsache, daß gerade GALEN
in den oben zitierten und auch durch ihn angeführten Sätzen? von
PHILISTION, EMPEDOKLES, PAUSANIAS „zal oi Tovtwy Eraior“ als
„ot Ex tic *Iradíaz laroot“ spricht. Schließlich war in seiner H ypothese ein innerer Widerspruch schon dadurch gegeben, daB er zwar
EMPEDOKLES zum Gründer dieser Schule erhob, ihre Diätetik aber
von PYTHAGORAS und ihre Anatomie von den Krotoniaten ableitete,
wahrend er die Bedeutung der Athletik als Wurzel der traumatologischen Chirurgie und gymnastischen Medizin, deren Einfluß
noch WACHTLER und KAYSERLING so hoch veranschlagt hatten,
vollkommen außer acht ließ. Auch bleibt es schwer vorstellbar, auf
welche Weise sich das spezielle Wissen eines einzigen medizinischen
Fachgebietes auf den sizilischen Ärztekreis übertragen haben sollte,
ohne daß derselbe auch von anderen schätzenswerten Erkenntnissen
der krotoniatischen Medizin berührt worden wäre. Solche Überlegungen aber berechtigen zu der Frage, was für den Schulgründer
EMPEDOKLES an medizinischer Originalität denn mehr übrigbleibt
als seine physiologisch allerdings äußerst fruchtbaren naturphilosophischen Theorien.
So hat WELLMANNs Hypothese von PonLenz eine harte Kritik
erfahren müssen, die jedoch in der Sache zu weit ging, wenn sie der
westgriechischen Medizin einen arteigenen Charakter überhaupt
absprechen und sie in völlige Abhängigkeit von der hippokratischen
Lehre und den koischen Ärzten bringen wollte. Auf diesen Ton
1 W. JAEGER, Diokles von Karystos. Berlin 1938, S. 113, auch $. 5f.
Freilich nicht im Sinne von M. PomeNz (Hippokrates und die Begründung
der wissenschaftlichen Medizin. Berlin 1938, S. 94), der für DrokLEs nur
den Peripatos und den Hippokratismus gelten lassen möchte; denn die
Ansicht, daß DiokLES als Inaugurator jener Synthese aller griechischen
Schulen im beginnenden dogmatischen Zeitalter unter dem Einfluß der
aristotelischen Philosophie zu betrachten ist, dürfte einer der Hauptgedanken
sein, der JAEGERs Buch wie ein roter Faden durchzieht und von immer
neuen Seiten beleuchtet und bewiesen wird. Tatsächlich lassen sich selbst
aus einem so weit gefaßten Hippokratismus, wie POHLENZ ihn annimmt.
erhebliche Teile der diokleischen Lehre nicht erklären, während sie sich zum
mindesten teilweise doch zwanglos aus westgriechischen Anschauungen ableiten lassen dürften.
2 M. WELLMANN, a. a. O. $. 68.
? Dıogen. Laert. VIII 86.
* M. POHLENZ, a. a. O. >. 93.
145
Gazexs Gewährstreue erst eines Beweises bedürfen, doch hier galt
es zunächst, den Sinn seiner Aussage festzustellen, der zwar keine
exklusive Zusammenfassung der Sizilier zuläßt, aber andererseits
doch Westgriechenland in seiner Gesamtheit seine medizinische
Eigenständigkeit bescheinigt. Darum muß PonLexz' Hypothese
auch in dem Augenblick versagen, wo er auf die Ansicht des DIOKLES
stößt, „das Herz sei der Führer des Leibes!“. Eine solche Anschauung dürfte ihre Herkunft aus der westgriechischen Heilkunde kaum
verleugnen? und ist unvereinbar mit der Lehre der Hippokratiker,
für die das Gehirn als Denkorgan die zentrale Leitstelle des menschlichen Organismus darstellte. DiokLes, der Synthetiker verschiedener Schulmeinungen, könnte diese Theorie viel eher von Puri
sTIOX übernommen haben, und auch sein von GaLEN bezeugtes
bedeutendes anatomisches Wissen? dürfte aus westgriechischer
Quelle und nicht aus der dürftigen Anatomie der Hippokratiker
stammen, PurLıstıiox aber ausgerechnet wegen seiner doch wohl
auf EMPEDOKLES beruhenden Pneumatheorie in Abhängigkeit von
HiPPOKRATES bringen zu wollen, dürfte vollends der notwendigen
Schlüssigkeit ermangeln?.
Überblickt man nunmehr noch einmal die verschiedenen Hypothesen, dann fällt die fast allen gemeinsame Neigung ins Auge, im
italosizilischen Raum nach einem Schultypus zu fahnden, der
demjenigen von Kos oder Knidos annähernd entspricht. Eine so
einseitige Betrachtungsweise dürfte aber gerade den Blick auf solche
|
1 M. PORLENZ, a. a. O. $. 94.
2 Dem scheinbaren Widerspruch, der sich in dieser Frage zwischen ALKMAION und den späteren westgriechischen Ärzten erhebt, kann hier nicht
näher nachgegangen werden. Es hat jedoch den Anschein, als spiegele sich
darin nicht so sehr ein Widerspruch als vielmehr ein Ent wieklungsvorgang
wieder, der mit der Entstehung und dem Ausbau der Pneumalehre in engstem
Zusammenhang steht.
3 Garen IX p. 135K.
.
o
‘ Vgl. E. ZeLLER, Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen
Entwicklung, Bd. I. Leipzig 1919, S. 799 und siche auch PLAT. Tim. 79e.
Sudhoffs Archiv 46,2
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)berühmte Zentren der Heilkunde durch ein wie immer geartetes
Adoptionsverfahren dem Gott erst in der Folge untertan geworden
sein. Dabei mag es interessant sein, daß sich Asklepios mit seinen
Bildungsformen verwehren, die hier allein im Bereich des Méglichen
liegen. Wie weit die Suche nach einem Abbild jener ostgriechischen
Formen die meisten Rekonstruktionsversuche beherrschte, läßt am
Gründungen dem einmal vorhandenen genius loci angeschlossen
hat, in der zur Rede stehenden Zeit jedoch bestanden seine Institutionen noch nicht oder waren über allererste Anfänge nicht hinausgediehen. Sie können daher keinen Einfluß auf die Entwicklung der
deutlichsten WELLMANN erkennen, der Akragas auf Sizilien zum
Mittelpunkt seiner sikelischen Schule machte, einen Ort also, wenn
man STRABO glauben darf, der in seinen landschaftshygienischen
Gegebenheiten Kos oder Rhodos weitgehend entsprochen haben
westgriechischen Medizin genommen haben ?.
mu8!, Auch Kroton, der Ort, wo man die älteste Schule vermutete,
Viel eher dürften diese Fragen in einem Zusammenhang zu sehen
sein, auf den bereits BoeckH hingewiesen hat*, daß nämlich große
Städte und Tyrannen um jene Zeit Wissenschaft und freie Künste
sehr hoch dotierten, und gerade KALLIPHONS Sohn DEMOKEDES als
öffentlich angestellter Arzt in Athen und später bei POLYKRATES
erhebliche Summen verdiente. Auch das reiche Kroton, seine Vaterstadt, in der er später wieder tätig wurde, und die drei übrigen
genannten Orte diirften es kaum anders gehalten haben. DEMOKEDES, und das läßt sich unter den gegebenen Umständen unschwer
für alle übrigen westgriechischen Ärzte annehmen, sie alle arbeiteten
nicht in Asklepiadengemeinschaften oder gar im Rahmen von
Asklepieien und dürften selber auch kaum Asklepiaden gewesen sein.
wird von dem gleichen Schriftsteller seiner gesunden Lage wegen
gerühmt?. Doch selbst wenn es zutreffen sollte, — und es braucht
nicht unwahrscheinlich zu sein —, daß diese beiden und vielleicht
auch andere Orte die Gründung medizinischer Behandlungs- und
Ausbildungsstätten erlebt haben, so mangeln uns dafür doch alle
eindeutigen Beweise*. Indessen sollte ein Blick auf die unruhige
politische Geschichte dieses geographischen Raumes genügen, um
von vornherein einen situationsbedingten Mangel solcher Gründungen zu erkennen: das notgedrungene Fehlen nämlich einer sich über
mehrere Generationen erstreckenden ortsgebundenen Kontinuität,
die ein nicht weniger bedeutsames Charakteristikum von Kos und
Knidos war als deren exklusive Zunftgemeinschaft.
Das aber stellt einen weiteren, ganz bedeutsamen Unterschied zu
Kos und Knidos dar, und GALEN scheint in seiner Wortwahl sehr
Mit dem Begriff der Zunftgemeinschaft aber berührt man einen
zweiten wesentlichen Unterschied; denn KALLIPHON soll zwar in
1 Vgl. E. J. und L. EpELSTEIN, Asclepius, a Collection and Interpretation
of the testimonies (Vol. 1: Collect.; Vol. 11: Interpret.). Baltimore 1945. —
Knidos als Asklepiospriester gedient haben *, doch nach seiner Auswanderung nach Kroton war er als Arzt in der Stadt tätig und hat
allem Anschein nach kein neues Asklepios-Heiligtum gegründet. Wie
eng seine Bindung an die knidische Gemeinschaft geblieben ist,
wissen wir nicht. Tochtergründungen, besonders von Epidauros aus,
oder eine Übernahme medizinischer Heilzentren als Filialen sind
bekanntlich später innerhalb der Asklepiosreligion keine Seltenheit gewesen, und zunächst läßt es aufmerken, wenn man im westgriechischen Bereich denselben Orten Kroton, Tarent, Syrakus und
Agrigent als Verehrungsstätten des Asklepios wiederbegegnet, die
auch als Mittelpunkt medizinischer und gymnastischer Wirksamkeit bekannt geworden sind. Doch diese Tempel und Asklepieien
gehören einer späteren Epoche an, und jene Orte können als bereits
1 SrraBO (Ed. MeEINEKE) Vol. 1 p. 377f. (c. 275).
* Srraño (Ed. MEINEKE) Vol. 1 p. 359f. (c. 262).
* Trotz aller Nachrichten und Zeugnisse, , die man zusammengetragen h at,
dürfte das auch für Kroton gelten.
née
* SUIDAS, s.v. Anpoxrjòns (Ed. BEKKER, p. 271) = DreLs-KRANZ 19, 2.
147
er
Danach rechnen die Verff. Kroton (Vol. 11, 8. 253, Anm. 8) offensichtlich
zu den Gründungen der hellenistisch-römischen Zeit, erwähnen es jedenfalls
in diesem Abschnitt, auch wenn JamBL. (Vol. I, Test. 487/842) das Heiligtum bereits für die Zeit des PyrHacoras bezeugt, was kaum glaubwürdig
sein dürfte. An gleicher Stelle erwähnen sie Tarent, dessen Anlage nach derjenigen Pergamons und vor derjenigen Roms gegründet ist (Vol. I, Test.
307). — Für Agrigent (Vol. I, Test. 839) korrigieren die Verff. das Jahr des
frühesten Belegs auf 263 v.Chr. (Vol. 11, 5. 249, Anm. 30). Für Syrakus
existieren laut EDELSTEIN (Vol. II, $. 49 und Anm. 30) Zeugnisse für die
Zeit des DIONYSIUS D. J.; sie würden also nur bis auf Pamastion zurückreichen und damit lediglich den Endabschnitt der zur Rede stehenden Zeitspanne berühren. Der heute für echt gehaltene II. Brief Prarons, in dem
Purustion erwähnt ist (314d), wird auf das Jahr 364 v.Chr. angesetzt
(vgl. H. Dinter, RE 19, Sp. 2405). Auch von hier aus dürfte daher ein
Einfluß auf die Entwicklung der westgriechischen Medizin nicht in Frage
kommen, abgesehen davon, daß das wesentlichste Zeugnis (Vol. I, Test. 683)
trotz THRAEMER (RE II, Sp. 1679) äußerst unsicher bleiben dürfte.
2 A, Borcx8, Die Staatshaushaltung der Athener, Bd. I. Berlin 1886
(3. Auflage), p. 152.
Page 7
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Ärzte, wie
der Bliek für
eten,
praktischen Fertigkeiten mit DEMOKEDES oder AKRON von AGRIgent und ihre Theorien mit Paizisrion und PLATON nach Athen
part qu'il
Paris 1839, Médicino avant Hippocrato, S. 15): „On ne voit nullo
des. *
Asclépia
des
nt
conséque
par
ni
,
Asclépion
y ait cu dans cette ville un
1 Folgerichtig schreibt Lrrrré (Oeuvres complètes d'Hippocrate, Bd. I.
gen sein mag. Denn wenn es auch nicht zulässig sein kann, mit
Crosser aus den Worten Jampuious; „Anmoxúdns dé perd Tv
èpijfeov ele IThatéas dnegweneev zu schließen, DEMOKEDES sei
mit den Zöglingen der angeblich vonihm und ALKMAION gegründeten
Schule vor der demokratischen Revolution nach Platacae geflüch-
Lehrüberlieferung, in weleher Form auch immer sie vor sich gegan-
Magna
n lieBe,
1, Grossen, a. n. O, 8.38. — Jambl. Vit. Pyth. § 261.
der skiz2 Die Veröffentlichung dieser nächsten Abhandlung innerhalb
erfolgen.
Kürze
in
he
wird
zierten Untersuchungsrei
wicklung der Athletik zur tézvn yuuraotızı) verfolgt werden.
der Westgriechenland als Raum einer einheitlichen und eigenen Lehre
ausweist. Dabei müßte zunächst Hreropors Demokedes-Bericht
erneut auf seinen medizinischen Inhalt überprüft? und die Entsammenhang im geistigen und fachlichen Bereich ermittel
Graecia kaum auf einen einzelnen Ort beschränken dürfen. Eine neue
ein
Untersuchung dieser so wichtigen Fragen müßte daher von vornher
vielhätte
sie
en,
verzicht
Schulen
ter
bestimm
ruktion
auf die Rekonst
mehr zu priifen, ob sich nicht ein entwicklungsgeschichtlicher Zugelangten, dann wird man solches Wissen innerhalb der
allen westgriechischen Arzten zubilligen müssen, und wenn ihre
daß wir im Grunde nur eine weitere negative Aussage gewinnen:
zur mangelnden Kontinuität des Ortes tritt damit die Feststellung,
daß die westgriechische Medizin ein Asklepiadentum nicht besaß,
Unter diesen Umständen aber werden Schulbildungen ostgriechischer Art bereits mit den ersten Überlegungen unwahrscheinlich.
Dennoch gilt es hier scharf zu trennen zwischen der Kontinuität des
Ortes oder einer Zunftgemeinschaft und der Kontinuität einer
scher Schulbildungen anlangt, keinesfalls darüber hinwegtäuschen,
Entstehungsort gebunden geblieben sein. Wenn sich alkmaeonische
Gedanken und empedokleische Spekulationen in den Lehren von
Kos und Knidos nachweisen lassen, so wird man ihre Kenntnis auch
werden auch die Errungenschaften der Heilkunde kaum an ihren
wurden und sich Ideen von einem Tag zum anderen verbreit
den größeren Eintwieklungsgang, der hier stattgefunden haben
muß, verloren. In dieser geistig und politisch spannungsgeladenen
n
Epoche, in der die Menschen nicht selten von Ort zu Ort geworfe
westgriechischen Heilkunde abzugrenzen, geht ihnen
in
zugleich ihre wesentlichste, allen gemeinsame Schwäche auf:
der
lb
innerba
Schule
te
bestimm
eine
en,
ihrem einseitigen Bestreb
Die kritische Übersicht über die bisherigen Hypothesen deckt
struktionsversuche nur weniger schmerzlich, indem sie zu Bowußt
von
de
Heilkun
en
sein bringt, daß auch der Ursprung der rational
Kos und Knidos kaum besser bekannt ist.
sio von KAYSERLING, PETERSEN und WACHTLER versucht wurde,
g
läßt kein klares Bild von der Formation oder gar dem Ursprun
Rekonsolche
auf
t
Verzich
den
macht
gie
n,
gewinne
einer Schule
nis führen kann. Auch eine Einbeziehung der ältesten
den großen Entwieklungsgang werfen, der hier abgelaufen ist. Sio
dürfen aber, was den Rekonstruktionsversuch etwaiger westgriechische Medizin nachweisbar sein, so würden sie doch nur ein Licht auf
eine rationale Heilkunde bedurfte, die sich nicht aus allen religiösen
Bindungen lösen wollte.
Aber sollten auch solche ethischen Normen für die westgriechiethischen Normen im ärztlichen Handeln entwickeln konnten, deren
dies die Gegengabe des Ordens gewesen sein, aus der sich jene
welches die rasche Entwicklung aller Teile erklären könnte, müßte
solchen Zusammenhang suchen. In einem gegenseitigen Geben und
Nehmen zwischen Naturphilosophie, Gymnastik und Heilkunde,
goreern nahelegten, so müßte man allein deswegen nach einem
westgriechische Medizin kann auch ohne Bindung an den Asklepiosdienst keineswegs irreligiös gewesen sein, sie wird vielmehr höhere
religiöse Formen gesucht haben, die auch der erwachenden Ratio
Genüge leisten konnten. Und wenn nicht Diätetik und jene spezifische Art gymnastischer Ubungen ihre Verbindung zu den Pythalarooi nannte!.
Hier wird im praktischen Bereich jene Säkularisierung sichtbar,
der wir im geistigen Bereich bereits begegnet sind. Aber man wird
deren Ausmaß weder unter- noch überschätzen dürfen; denn die
ini *Aotac "AcxAnxcada@y, die Westgriechen aber oi & tic "Iraklag
liches Wirken dort völlig aufgegeben und nicht auch neue Schüler
gefunden habe. Aber trotz all solcher Erwägungen muß doch die
Rekonstruktion der äußeren Organisationsform stets eine sehr
mangelhafte Hypothese bleiben, die zu keinem annehmbaren Ergebtet!, so ist es andererseits nur schwer vorstellbar, daß er sein Äärztgenau gewesen zu sein, als er die Koer und Knidier 10 yévos ra»
149
MArkwanr Mromren
Page 8
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Auch wird man der Diiitetik als einer ärztlichen Therapieform
nachzugehen haben; und schlieBlich werden die naturphilosophischen Theorien speziell auf ihren medizinischen Inhalt überprüft
werden müssen,
Gymnastik, Diätetik und Naturphilosophie aber führen auch
unter solchen Voraussetzungen zur Frage nach dem Verhältnis
dieser Heilkunde zum Pythagoreerorden zurück: war sie in ihren
Anfängen wirklich nur ein Sproß pythagoreischer Lehre?
Die ältesten, geschichtlich noch faBbaren Vertreter der westgriechischen Heilkunde begegnen uns in DEMOKEDES und ALK-
MAION. Eine Verbindung zwischen beiden ist immer wieder vermutet
worden 1, aber nirgends ausdrücklich bezeugt. Dennoch wird man
bereits aus den äuBeren Umständen auf gewisse Gemeinsamkeiten
schließen dürfen. Beide scheinen jünger als Pyrmagoras zu sein
aber noch zu seinen Lebzeiten in Kroton gewirkt zu haben; denn
ALKMAION setzt in den Bruchstücken seiner medizinischen Teee
dessen naturphilosophische Theorien voraus?,
heiratete,
wie
Hrropor
berichtet®,
die
und
Tochter
DEMOKEDES
MiLows,
des
berühmten Athleten und Pythagoreers. Die oben gestellte Binge
wird damit zur Frage nach der Herkunft des medizinischen Wissens
bei diesen beiden Arzten.
J AMBLICH nennt ALKMAIONS Namen
unter den
Krotoniaten
seines Pythagoreerkatalogs, und DEMOKEDES erwähnt er auf seiten
des Ordens als aktiven Kämpfer gegen die demokratische Revolution, der noch in der Emigration von der gegnerischen Partei verfolgt und getötet wird’, Glaubt man ihm, dann sind beide Pythagoreer gewesen. Aber es wird gut sein, sich nicht allein auf dieses
unsichere Spätzeugnis zu verlassen, Sicherlich wird DEMOKEDES
durch seine Ehe dem Ordenskreis nahegestanden haben, eine unmittelbare Zugehörigkeit bedingt das dennoch nicht. Arch seine
Teilnahme an den Revolutionskämpfen auf der Seite der Aristokraten erfordert keine so enge Bindung; denn es steht zu erwarten,
! Zum Beispiel auch: H. Haszser, Lehrbuch de
und der epidemischen Krankheiten, Bd. I, Jena e Li
i
izi
BURGER, Geschichte der Medizin, Bd. 1. Stuttgart 1906, 8. 155 h delt
beide unter der Schule von Kroton ab.
=
eo
* Vgl. die Kritik, die bereits R. Fucus an re and
an
Ai 8. yee WACHTLER, a. a. O, $, 76).
ODOT
137.
* Jambi. Vit. Pyth.
Hand von $ 267 übte (in: PUSCHMANN, NEUBURGER, Pacer, Handbuch der
Geschichte der Medizin, Bd. I. Jena 1902, $. 194).
|
151
eudaß die Adelspartei auch außerhalb des Ordens eine nicht unbed
es
ten
verbie
tende Anhängerschaft besaB. Andere Hinweise aber
der Pythaaugenscheinlich, DEMOKEDES gänzlich mit dem Kreisdürft
e allein
goreer zu identifizieren; ein entscheidendes Hindernis
Samos
nach
nen
Tyran
darin bestehen, daB er als Leibarzt zu jenem
oser
omißl
ging, vor dem PYTHAGORAS selbst als dessen kompr denke
n
Gegner nach Kroton ausgewichen war, Auch mub es zu
wie
geben, daß er sich nach der demokratischen Revolution nichtschte
beherr
Orden
die übrigen Pythagoreer zunächst in andere vom
flüchtete.
Stiidte Unteritaliens zurückzog, sondern nach Plataeneeigent
Beide Umstände deuten auf eine gewisse Distanz vom seinelichen
EntOrden hin, ohne daß man darum dessen Einfluß auf
wieklung gänzlich ablehnen müßte.
Lassen sich bei DEMOKEDES nur diese äußeren Tatbeständechaufein
zeigen, so findet sich bei ALKMAION auch im fachlichen Berei
unde
Heilk
chen
iechis
Hinweis, der den Abstand zwischen der westgr
ION
und den Pythagoreern deutlich werden läßt. Zwar ist ALKMAauch
rn
nicht nur im Pythagoreerkatalog verzeichnet, sonde
Schüler
als
goras
Pytha
habe
Drocexes Laertrus berichtet, „er
er zum
daß
ingt,
gehört‘!. Doch besagt diese Nachricht nicht unbed
e ihm aber
engeren Kreis der Ordensangehörigen zählte; sie könnt
später seinen Platz bei JAMBLICH eingetragen haben. Auches läßt
der
sich die alkmaeonische Gegensatzlehre nicht ohne weiter
eine
hier
e
diirft
pythagoreischen gleichsetzen®. Entscheidend aber
ösen
andere Frage sein: Wenn PyTHAGORAS auf Grund seiner religi
FleischLehre von der Seelenwanderung das Tieropfer und den
S SekAION
ALKM
se
genuB verbot*, dann können konsequenterwei
falls
tionen und vor allem Vivisektionen an Tieren* keines mischdie
es
Billigung des Ordens erfahren haben. Fin solches e,anato
g
ellun
Einst
ander
ich
Vorgehen verrät aber auch eine grundsitzl
ı Diooex. Larer. VIII 83 = Drers-Kranz 24 Al: xai otto; Iviay
dgov
von ARISTOTELES
2 Auf diesen wesentlichen Unterschied hat an Hand
CAPELLE hingewiesen
dujxovee.
s W.
(Motaphys. 08642 = Drers-Kranz 24 A 3) bereit
ALEMAION daher von
trennt
Er
.
(Die Vorsokratiker. Berlin 1958, S. 104f.) zu entziehen.
Auf weitere Diffeuß
Einfl
ihrem
den Pythagoreern, ohne ihn
n Lehre kann
tische
schen theore
renzen zwischen seiner und der pythagoreiangen
.
werden
hier verständlicherweise nicht näher eingeg
W.CareLLe, Alt® Vgl. Drevs-Kranz 14 A 1; 21B7; 31 B 129;tumund
1910, S. 688f.
griechische Askese. Neue Jahrb. f. d. klass. Alter
* DreLs-KRANZ 24 A 10.
Page 9
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)zur Medizin, als sie der Orden vertreten haben kann. Wir dürfen
Beitrige zur Geschichte der arabischen Zahnheilkunde
annehmen, daß PYTHAGORAS die Diätetik jeder anderen Therapie-
Von OTTO Spres
methode vorzog; und wenn wir in diesem Fall JAMBLIcCH glauben
In der Geschichte der Medizin spielt die arabische Heilkunde
dürfen, so war er ein Gegner des Messers!. ALKMAION und DemoKEDES aber weisen, gemeinsam betrachtet, anatomische und chirurgische Fertigkeiten auf, die, wie uns HERODOT berichtet, zum
erstenmal griechische Heilkunst selbst der ägyptischen überlegen
machten?. Diese Seite der westgriechischen Medizin muß den
Pythagoreern fremd geblieben und es müssen in ihren Anfängen
Elemente vorhanden gewesen sein, die nicht von der pythagoreischen Lehre ausgegangen sind.
Die westgriechische Heilkunde — das läßt sich bereits auf Grund
dieser wenigen Feststellungen sagen — kann daher nicht rein
pythagoreischen Ursprungs sein, mag sie auch bereits in ihren
Anfängen von dieser Seite maßgebende Impulse empfangen haben;
und wenn wir jene anderen Elemente auch nicht weiter als bis auf
DEMOKEDES und ALKMAION zurückverfolgen können und nicht
wissen, ob sie ihre Schöpfer oder Vermittler waren, so haben wir
doch mit ihrem Vorhandensein zu rechnen. Ziel der folgenden
Untersuchungen wird es daher auch sein, soweit noch möglich,
Ausmaß und Wesen des pythagoreischen Beitrages zu bestimmen,
und erst danach dürfte der eigentliche Nachweis einer einheitlichen
Lehrtradition versucht werden. Das Bild, das sich aus solchen
Untersuchungen ergeben könnte, wird zwar kaum noch lückenlos
den Werdegang von Praxis und Theorie darzustellen vermögen,
aber es könnte vielleicht doch einige seiner entscheidenden Phasen
sichtbar machen, die es uns erlauben, gewisse Entwicklungslinien
dieser Heilkunde nachzuzeichnen. Auf solchen Ergebnissen ließe
sich am Ende vielleicht eine Hypothese aufbauen, die noch zu zeigen
vermag, daß die westgriechische Medizin in ihren Anfangsstadien
möglicherweise sogar die Voraussetzung für Kos und Knidos bildete
und auch später noch für geraume Zeit ihre eigenen Wege ging.
Micuren M., Das Problem der westgriechischen Heilkunde, Eine Ueberprüfung der bisherigen Hypothesen : AGM XLVI 1962 137-152, | La thérapeutique grecque n'a pas une origine exclusivement pythagoricienne, Toutes
| fois, Démocédès et Aleméon ont joué un rôle certain dans son élaboration ou
' dans sa transmission.
! JaxBr. Vit. Pyth. $ 163, cf. $ 244.
* Heropor III 131.
bekanntlich eine bedeutende Rolle?. Allerdings erfahren wir verhältnismäßig wenig über die arabische Zahnheilkunde, wenn wir
uns in den Werken über Geschichte der Zahnheilkunde orientieren
wollen. So enthält das heute veraltete Buch von G. P. GEISTJacost, Geschichte der Zahnheilkunde vom Jahre 3700 v. Chr. bis zur
nde.
Gegenwart (Tübingen 1896) nichts über arabische ZahnheilkuZahnAuch die Informationen darüber bei SUDHOFF, Geschichte der ry
heilkunde (2. Aufl. Leipzig 1926) und VINCENZO GUERINI, A Histo
of Dentistry (Philadelphia 1909) sind recht dürftig. Selbst C. ELcoon
hat nur einige Sätze, die auf Lixpsay, History of Dentistry zurückof
gehen, und schreibt: „but I have never seen any suggestion
ichen
alterl
mittel
ischen
artificial dentures . . .“ Mit den in den latein
Ubersetzungen der arabischen medizinischen Werke enthaltenden
Nachrichten haben sich W. Kappaur, Aus der Zahnheilkunde der
Araber in der Überlieferung des Abendlandes (Zabnheilkundl. Diss.
Arzt
Leipzig 1921) und R. R. Trrrmaxs, Was berichtet der arabischeZahnüber
n
Rhazes in seinem ,,Continens aus griechischen Ärzte
heilkunde? (Leipzig 1925) beschäftigt. Nach derselben Methode hat
C. Nem die Zahnchirurgie in seinem Aufsatz La chirurgie dentaire
d' Albucasis comparée à celle des Maures du Trarza | Rev. de Stomatol.
18 (1911), S. 169—180] behandelt; über dasselbe Thema hatte schon
früher G. Gross den Aufsatz L’art dentaire chez les Arabes: la ch irurgie
d Abulcasis [Odontologie 2. ser., 9 (1899), 455 — 464] veröffentlicht.
Um aber zu einem wirklichen und klaren Bild der arabischen
Zahnheilkunde zu gelangen, muß man auf die arabischen medizinischen Originalwerke zurückgreifen, sie studieren, analysieren und
Elias
übersetzen. Den Anfang einer solchen Bearbeitung haben S.Denta
l
Kuarıran und I. Sami Happap gemacht in den Aufsätzen:
24 (1937),
Gleanings from Arabian Medicine [Jour. Amer Dent. Ass.
S.944— 955) und Arabian Description of Dental Caries in the Tenth
Century, Ib. 24 (1937), S. 1847—1952].
oo
Darauf konnte sich Bernhard Wolf WEINBERGER in seinem 2Welbändigen Werk An Introduction to the History of Dentistry (St.
its influence on the
1 Vgl. z. B. DONALD CAMPELL, Arabian Medicine and
ne. Cambridyg
Medici
n
Arabia
e,
Middle Ages. London 1926; E. G. Brown
l History of Persia and bt
1922 und neuerdings Cyrır Excoop, A Medica
Eastern Caliphate. Cambridge 1951.