Geschichte der griechischen Weltweisheit zwischen der 70 und 80 Olympiade

Auteur
Meinders, C.
Publié dans
Geschichte des Ursprungs , Fortgangs und Verfalls der Wissenschaften in Griechenland und Rom
Année
1781
Sujet
WORLD
Langue
Deutsch
Catégorie
C1 Généralités
Numéro d'archive
1489

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Afficher le texte intégral90 pages

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{< 3 x Y i a £ ' ; Nr | Le N LA,ta avs 631 Súnftes Sud. Gefchicte der Griedhifchen Weltiveisheit ¿luis fhen der fiebenzigften und achtzigften x Olympiade. SII fÆmpedoËles, Unaragoras, Demokrit, Seno undMelifus, Moses: die blúbendfien Griechifchen Städte in Afien durd) Sittenverderbniß und miederbolte Bebeerungen, und die mädtigjtien Staaten in Grofgriehenland durd) die Austottungen oder Vertreibungen der Pyrbagoreifchen Gefellfchaften unheilbare Wunden empangen hatten; fo fonntedoch ber Gaame wiffenfchafte liche: aa der an fo vielen Enden ausgefireut war, nicht auf elumal erflicft, und der forfchende Geift, der in fo mandjen Gegenden rege geworden war, nicht Das Sdwerdt ouf einmal unterdrückt werben, der Perfer Gatte in Afien eben fo wenig allgemein, und mit gleicher Graufamfeit gewürat , . als die Zerrüttungen und Aufrühre, die aus den Vertilgungender Pythagoreer entftanden, dem ganzen Griechifchen Stalicn und Sici« lien in gleihem Manage verderblih gemorden waren, Unter ben Afiatifchen Pflanzftädten büßten viele, befonRt 4 , Mei NERS ,C. ders

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Finfte Bud. ders diejenigen, die am Sellefpont und fchwarzen Meere gelegen waren, außer ihrer Unabbängigfeit, ober einem. alten Herrn, deffen Milde ihnen ihre Knechtfchaft erträgs lid) gemacht hatte, faft nichts weber an Bürgern, nod) an ihren alten Redhten und Sazungen ein; und felbftin diejenigen , welche die Nache des erziienten Siegers ganje lid) umgeworfen Batte, Éebrte mit wieberhergeftellter Ruhe ein großer Theil ihres ehemaligen Handels und Gewerbes, und mit diefen Keichthümer und öffentliche Gtückfeligfeit zurück. Aud) die Großgriechifchen Städte, nachdem fie alle Uebel erduldet haften, welche der Ver: luft ihrer Daupter, und die hieraus erfolgte Gefeslofigfeit, nur Bervorbringen fonnte, gewannen mit dem Frieden und der bürgerlichen Ordnung, welche fie aus den Handen dw Adhder empfingen, zwar nidit alle, aber dod) viele ven ben Kräften wieder, die ifnen wilde Srietradht gerawe hatte. Die Gicilianifhen Städte befonders erreichen in dem Zeitalter, gu welchem id) jezo fortgehe, unter der Herefhaftvon Tyrannen, oder vielmehr durd) die Defices bungen und Tugenden von Männern, die mwenigjeng eben fo Baterland tiehend als ehrgeizig, und für das Wohl derer, die fie fich unterworfen hatten, nicht menia ger, als für die Befeftigung ihrer eigenen Gewalt befsrgt waren, ben höchften Gipfel von Macht, Anfeben, Wohl: babenheit und Aufklärung, den fie jemals erftiegen haben, Unter folchen Umftänden mûre es eine Abweichung ber Natur von ihren eigenen Gefezen gewefen, wenn der Scyaz von Kenntniffen, den glüclichere Vorfahren ers worben harten, von den forglofen Nadfommen gang mi: ren vernachläffige worden: man muß vielmehr erwarten, daß die legtern das, was ihre Väter ihnen Binterlaffen Hate

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Batten, nod) zu vermehren gefud)t Haben. Gn dem gan» gen Umfange von Griechenland, mie es (id) von feinem urfprünglichen Size nad, Often und Welten ausgebreitet Batte, blieben nad) allen den gewaltfamen Umwálzungen, von denen ich geredet babe, nod) immer viele blühende Städte übrig, und in diefen Städten wurden nod) ime mer Männer gebobren, weldje Natur und Glid mit» eben den Gaben und Vortheilen zur Bereicherung und Vervolifommung von Wiffenfchaften ausrúfteren, womit bende, die älteften Gonifer und Pythagoreer zur ErfinDung derfelben befchenft haften. Sole Männer waren. Empedofles von Agrigent, Anaragoras von Klazomene, Demofrit von Abdera, Zeno von Elea, und endlich Mes liffus von Samos *), deren Verdienfte id) im gegenware tigen Abfchnitte unterfuchen werde, Cie waren alle Zeit« genofjen von einander, und unimtfelbare Nachfolger des Pythagoras, Lenophanes, Seufipp, Heraklie und Dar» menides. Man fann fie daher als das dritte, oder viele mehr als das vierte Gefchlecht von Naturforfchern anfes ben, die in Griechenland aufftanden. Die Namen ip» ter Baterfiade zeigen, daß die Weltweisheit noch immer in eben den Gegenden vermeilte, in welchen fie guerft mar geboren, oder mohin fie sundd)ft mar verpflanzt worden, Sn der Gefchichte diefer Männer hat man nod) eben fo fehr, als in der Gefchichte ihrer Worgänger, Urs face darüber zu Elagen, daß aud) nicht die Werke eines einzigen gerettet worden, daß der übrig gebliebenen Frag: mente nut wenige, und diefe wenigen Fragmente mei« fteus *) Siehe erfte Beylage am Ende des Abfchnitts.

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Sünftes Buch, - fieng dunfel, und in-einer Menge von Schriftftellern, von denen fie auf ganz verfchiedene Arten gedeutet were ben, zerftreuet find, Bag man ferner auch ihnen Geban. fen und Gchriften untergefchoben bat, und dafi enblid die ehren und Erfindungen, die ihnen zugefchrieben were ven, fido eben fo fehr, als die Nachrichten und Sagen Go wahr aber diefet aus ältern Zeiten widerfprechen. ift; fo muß man doch zugleich geftehen, wenn man fi anders nicht die Ehre, größere Schwierigkeiten, als man mirfiich zu befämpfen Hatte, überwunden zu haben anmafien wiff, daß man in den Ueberbleibfeln aus dies fem Zeitalter viel feiditer, als in den Erzählungen aus frühern Perioden bas Wahre vom Falfcyen unterfcheiden, und daf man aud) aus ben Bruchfiücten, die zu uns ges kommen find, die Verdienfte eines jeden Denfers, und den Zuffand der Wiffenfchaften viel zuverläffiger beurtheilen Fann, als ich in den vorhergehenden Büchern zu thun im Stande war, wiewohl man aud) in dem gegenmartie gen noch nichts vofiffänbiges erwarten fann, Wenn man die prächtigften Lobfpriiche liek, mele che die grôfiten Männer Roms und Griechenlandes dem Anaragoras und deffen Zeitgenoffen ercheile haben +), und al 4) Sch will nur die wichtigften diefer Lobfpriiche anführen. Som Anagagoras fagt Cicero: de or, I. 34, At hune (Periclem) non clamator aliquis ad clepfydram latrare docuerat, fed ut accepimus, Clazomenius ille Anaxagoras, vir fummus in maximarum rerum fcientia, Sertus nennt ibn Toy Quomorarav Avatayogay (VU, 90. adverf. Math.) Vom Empedofles fingt Lucrez in folgenden Verfen, ungeachtet er die Grundfäze def: felben ividerfegte: 4

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und alshann zu ungewöhnfihen Erwartungen geftimme nachforfdit, um wie viel diefe Weleweife die Grangen der menfchlichen Erfenntniß nad) allen Seiten bin erwei» tert haben; fo erffannt man, wenn man bemerft, daß die erhabenften Geiffer fo geringe Forlgdnge im Felde der MWiffenfchaften gemacht, und fid uni fo menige Schritte mehr als ihre Vorläufer den Geheimniffen der Natur und der Wahrheit gendbert haben, Nod immer, “féeint es, als wen der menflide Gelft mehr gebichtet und Quorum Acragantinus cumprimis Empedocles eft: Infola quem Triquetris terrarum geflit in oris: Quae cum magna modis multis miranda videtur Gentibus humanis regia, vifendaque fertur, Rebus opima bonis, multa munita virum vi: Nil tamen hoc habuiffe viro praeclarius in fe, Nee fanêtum magis, & mirum, carumque videtur. Carmina quin etiam divini peétoris ejus Vociferantur, & exponunt praeclara repertas Ut vix humana videatur Nirpe creatua, I, 717 &c. v, Eben fo fehr wurde Demofrit vom Atiftotefes utrd Cis cero bewundert. Arift. de gen, & corr, L, I, c. 2. bras de raga Te emrmongs meer sderos Bdess STESNCEV, eto Anpoxerre gros d some juev meee Tor ov Deovrioay, 1 n de ev TH TOS sc DE CE. È Cic, Ac, Quacft, IV, 23. Quid loquar de Democrito? quem cum co conferre poffumus non modo ingenii magnitudine, fed etiam animi? diri, Haec loquor de univerfis, quo nou profiteatur, univería? qui ita aufus fit orNihil excipit, de Quid enim effe poteft extra quis hunc philofophum non anteponit €leanchi, Chryfippo, reliquisque inferioris actatis È qui mihi cum illo collati, quinta claffis videntur, Die vortheilbaften Urtheile des Alten über den Jena werde ich in der folgenden Note anführen,

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Simftes Buch und gefabelt, alsnachgedadht und ernftlic) geforfcht hatte, Mod) immer teifft man unter den Mepnungen der meifeften Männer gegen eine einzige wichtige Wahrheit und Beobachtung zehn grunblofe Vermurhungen und augenfeintihe Ungereimtgeiten an, Und endlich ift die Summe ihrer Gedanfen nod) immer fo Flein, daß ein einziger nicht einma! vielfaffender Kopf die Elemente aller Wiffenfchaften ohne Müheumfpannen fonnte, Die Ger fcidhte derfelben beweift unmiderfpred)lid), daß die ge: wöhnfiche Schilderung der Pothagoreifchen Philofophie eitel Teäumerey, und der Glaube an die Verpflangung aller Wiffenfchaften aus Aegupten und Afien nad) Grie. henland eine ungegründete Erdichtung fey. Ungeachtet aber die Weltweifen, die zwifchen der fiebenzigften und adhtzigften Olympiade blühten, nicht viel weiter als diejenigen, deren Fußftapfen fie folgten, vorviffen; fo unterfchieden fie fid) dod) von den feztern auf mehrere vortheilhafte Arten, die man nicht überfehen oder verfdweigen darf, wenn man ihnen Gerechtigkeit wieder» fahren faffen will. Eie fingen dod) an, die Natur ge: naner zu beobadjten, und ihre Rafonnements mehr auf Erfahrungen zu gründen, als ihre Väter gethan hatten. Gie richteten ihre Aufmerffamfeit auf eine ungleid) gröfiere Anzahl von Gegenftänden, als diefe, und ihr Ges ficgtsfreis erweiterte fi, wenn fie auch gleich nicht ime mer fanden, was fie fuchten. ie erhoben fich, oder vielmehr Unaragoras allein, bem aud) die beyden erftern Berbienfte faft ganz allein eigenthimlid) find, von der Erde und über die Himmel, in weldjen man Schönheit, Drdnung und Regelmafigfeit wahrzunehmen anfing , zu bem unbegreiflichen Urheber und Regierer des Ganzen,

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Gefidte der Griechifhen Weltrvcisheit, 637 deffen Majeftát man bis dahin eben fo fehr, als die Bortrefflihfeit feiner Werfe verfanne hatte. — Eben fo groß, ober auch größer, als irgend eins ber jest erwähnten Verdienfte, iff die Ausbildung, welche die Profe, und befonders die philofephifche Sprad)e der Griedhen durch die Arbeiten der Weltweifen diefes Zeite alters (den Empebofles ausgenommen) erbielt. Wir find groar nach dem Verlufte ihrer und ihrer Vorganger Werke nicht mehr im Etande zu beflimmen, wie viel ein jeder ¿ne Bereicherung und Berfchônerung feiner Mutter. forache bengetragen babe; allein wir Fönnen doch immer aus den gúnftigen Urtheilen, die gültige Richter über die Schreibart des Demofrit und Beno gefálle haben *), niche $) Die Schreibart oder Sprache bes Demofrit tourde mit der Stimme des Inpiter verglichen. Vil, 265. Sext, adv, Mathem, Cicero urtheilt folgender Geftale über fie: Quamobrem fi ornate locutus eft, ficut fertue & mibi videtur, pbyficus ille Democritus, inaterieg illa fuit phyficl, de qua dixit: ornatus vero ipfe verborum, oratoris putandus eft, de orat 1. 11, und in orator, cap. 20. Itaque video vifum effe nonnule lis, Platonis & Democriti locutionem, etfi abfit a verfu, temen, quod incitatius feratur, de clarii. mis verborum Juminibus utatur, potius poema pu= tandum, quem comicorum poëtarum &e. Vom Ze no heißt es begin Apulejus CApul, I p. 306. Ed, Colvii) item Zenonem illum antiquum Velia oriundum, qui primus omnium di&ionem folertiflimo artificio ambifariam diffolueret. Csclbf die Sepreibare des Anaragoras beurrheile Diogenes, aber gewiß nach ei nem andern, wie er (lets zu tun pflegt, auf folgens de giinftige Art: apfaunevos srw TE cuyyeaue Mares, oes 1] desc no peyadoPeoros deus yeupavoy, IL 9

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Günftes Buch, nicht weniger aus den Sragmenten des Araragoras und Melifius fließen, daß die beyden erfisrn Meifter in der Kunftzu {ereiben waren, und daf die fescern alle die gefuch» ten und fdywerfalligen Verzierungen verachteten, rodurch ihre febrer ihre Gedanken öfter verdunfelt oder verfegrt als erhoben hatten, und durd) deren unmdfigen Gebraud) die ihnen folgende Sophiften zwar die Bewunderung ih» rer Zeitgenoffen, aber den Tadel befferer und aufgeflärs terer Nahfommen verdienten. — Bey mürbe and) nod) die Dialefrif, deren Erfindung Ariftoteles dem Zeno zus fAreißt *), unter den wichtigen Endecfungen der erjten Hälfte des fünften Jahrhunderts vor Chrifti Geburt auf: zählen, wenn man nicht diefe verberbliche, und in ver Folge nur zu fehr geliebte und blühende Kunft vielmehr für eine Ausartung oder einen fdhädlichen Auswud)s, als für eine Erweiterung der Philofophie halten müfte, Wenn die Wiffenfhaften in bem Beitranme, ben diefer Ab(Aynite umfaßt, einen viel grdfern Sprung ges macht hörten, als wir finden, daß fie wirflid gemacht haben; fo würde man fid) darüber nicht wundern Finnen, weil die Geyden größten Männer, die darinn hervorges bracht wurden, ganz wider die Mufter der. ältern Weifer Griechenlandes, fic) Sffentlicyen Gefchäften entzogen, und fo gar ihre Hiustidhen ‚Angelegenheiten vernachläffigten, oder doch ihren Freunden übeigähen #*), um deffo unges gree. En *) Sext. VIL 7 ##) Siehe Bayl, Art, Anaxagore Not. A. bef. Cie. Tules Quaeft, V, circa fnem. Quid ergo aut Homero ad des leGationem animi & ea cd aut cuiquam dodia defis,

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Gefhichte der Griecbifthen Weltweisheit. förter und ununterbrochener der Erforfchung der Babre Heit obliegen zu fonnen, Empedofles und Meliffus hin gegen wandten einen Theil ihrer Zeit und Kräfte im Dienfte ihrer Vaterflädte an; und Zeno, ungeachtet er der erfte eigeneliche Weltweife in Griechenland war, der öffenelic) lebrte, und fid feinen Unterricht bezahlen fief, verlor fein geben unter den edlen Beftrebungen, feine Mic. bürger von einem Unterdrücker zu befreyen, der die Allein berrfchaft in Elea an fich geriffen batte. MachoenFende Lefer werden in der Gefdhidhte dice fer Weltweifen, wie in einer jeden andern, auf Rachfet flogen, die ihnen eben fo unaufldstich fepn werden, als fie es mir find. Bald werden fie darüber erftaunen, daß eben der Mann, der die fehmwerfien Wahrheiten glücklich) endecfte, und die feinften Beobadtungen ohne Benfpiel und Vorbild anftellte, in Frrehiimer fallen fonnte, die alle gefunde Vernunft empôren, indem fie wider die gemeinften Erfahrungen und alle Analogie der Natur fireiten, Bald wird es ihnen unerfldrlich (deinen, daß Männer, wie Demofrit, Meliffus und Zeno, folche Meynungen, dergletdjen ihre erften Grundfäge waren, nod) immer nad) der Offenbarung der Wahrheit durch den Anaragoras vertheidigen, und Benfall und Schüler Endlich werden fie nicht begreifen fons finden fonnten. nen, wie es zuging, daß in der Weltweisheit Verberbs niB defuiffe unquam arbittamur? beret, Anaxagoras, An ni ita res fe has aut hic ipfe Democritus, agros & patrimonia fua reliquiffent, huic difcendi quacrendique divinae deleótationi toto fe animo de: diffent?

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nif und Ausartung fo fhnell auf ihre Kindheit und Gue gend folgten, und fidh fehon.da einftellten, als fie erft einige wenige reife und heilfame Früchte für den Geift und noch faft gar feine für das Herz der Menfchen getragen Batre, | Der erfte unter den Weltweifen, von denen id reden werde, if Empedofles, der zwar einige Sabr (pas ter als Anaragoras gebobren wurde, aber fic früher Die tiefe Ehrfurcht gegen als Schrififteller zeigte. den Pythagoras, welche der Agrigentifche Weltweife nicht nur in feinen Werken äußerte, fondern aud) durd) Nadabmung im eben und Handeln ausbrücte, feine mit einigen Pythagoreern, bie damals noch Befannefchaft über alle große Städte Staliens und Giciliens zerfireuf waren, und die Vertheidigung mehrerer Gáje, die den Freunden und Machfolgern joes Samifchen Philofophen eigenthiimlich waren, wurden vermuthlid) die Beranlaf fungen der falfchen Sagen, daß Empedofles ein Ver» trauter des Pythagoras gemefen, und in feinen Bund aufgenommen, aber wegen der untrenen oder leichtfinni« gen Ausbreitung gerviffer Geheimniffe als ein unwiirdiges Empedofles Mitglied Herausgeworfen worden fey *). blibte gerade in dem glánzendfien Zeitpuncte feiner Vas terftadt, nicht lange nachher, als die Agrigentiner ihre Zyrannen vertrieben, und die größten Werfe der Kunft errichtet Batten **). Er war nicht weniger als Pythagoe rag *) Diog. VII, 95. ve) Man fehe das, was ich über den Zuftand der Cicilifhen Städte am Ende des dritten Capirels des dritten Buche gefagt habe. Eine nene Beftàtigung meiner Bemere kung

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ras ein Feind der Unterbrüdung, ober einer befhimpfen« den] Ungleichheit *). Er züchtigte diejenigen, die fid)' felbft oder andere übermütbiger oder niederträchtiger Weife gu erheben fucten: fehlug fogar die KónigsFrone aus, die man ifm anbot, und vermochte die Agrigentiner dahin, daß fie (und hierinn verließ er die Grundfäze des Mufters, das er fid) gue Madyahmung vorgefegt hatte) den regierene den Rath von saufenden aufhoben, und eine Demokratie (che Verfaffung einführten,, nad) welder bamals die Cine wohner aller Griedjifchen Städte firebten **), Diefes Eifers für bürgerliche Gleichheit ungeachtet unterfchied fid) Empedofles im Aeußern eben fo febr, oder noch mehr als Pythagoras von feinen Zeitgenoffen. Er Eleidete fich * nice fung ift der Sprud, den man dem Œmpebofles jus fcreibt: daß die Agrigentiner mohllebten, als menti fie an jedem folgenden Tage fterben müßten: und bins * gegen Gebäude aufführten, als wenn fie nie zu feben aufhören würden. ap, Diog, 63. f. *) Pros d autor nou AgisoreAne ereuSegoy eyes YEVOH, HOE TAOYS LEXNS LAACTELOY, EF Ye THY Boeosrescey cura didopevyy FAENTHTATO, (ada mee Raves ev ros Bees eure À8YE) Tay diroantec (beffer ssoTyTæ) ÖnAovors They ayannoas Diog, 63. f. È *) Yoegor d 6 EuzedonAne nou To Tay Xıhımy aderisce HOTEAUTE CUVESWS ETS ETN TEIL. WE 8 Kovov NY Toy MARTY, ada nou Toy To dyporizo Oeovevrav. Diog. 66. f Eumederäns E TES Te TeWTES Tay mohtav UBeiCoYTcs uo dia@eesvras (vielliiht die @Iesgovras) Tee ro etedeyEus dec, Plut. adv, Col, A. 628,

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Finftes Dud).' nicht bloß veinlid), fondern pradtig, und trug Gerwdn: der und Shmud, die man damals als Zeichen der fönigfie chen Wide, oder einer göttlichen Heiligfeit anfah. Seine Mitbürger verehrten in ihm nicht nur den Wieder Berftefler, Barer und Befchüger ihrer Frenheit, den alle gemeinen Wohlthäter, der fein großes Vermsgen zur Verbefferung der Stadt, oder zur Ausftattung armer Mitbúrgerinnen anwandte , den berühmten Dichter, den mádcicen Rebner *), den großen erfahrnen Arzt, fone dern fie berounderten in Ihm auch (und bier fimmte das ganze übrige Sicitien bey) den Vertrauten der Götter, den Vorfteher und MWeißager der Zukunft, endlid) den toundertbátigen Befdwsrer, der den fauf der Natur hemmen, und felbft dem Tode gebieten Éônne **), Empedofles (dried nicht, wie Pherefydes, Herae Élit, und vielleicht auch Unarimander und $eufipp vor ihm getban haften, in Profe, fondern in Verfen, zum Ves meife, wie leicht und natürlich es damals feinen mußte, feine Gedanken in gebundener, und wie fchwer und une natürs #) Pacs de Iarubos ev Fois Bross, ors Koes soereos y nou entwe cesses, Togyiay yay Toy AgoyTivoy cure yevesdeu padatar, adas Ümegexoyre ev A, Kole TEXVAY &mohcAcrorTe. ap. Diog, EATOE 5g. VIII. vide Arift, teftimonium 1. 57. ex) Man {che Diog. I. è. & f. 59. 60. 61. 70.73. Seine Caren und Wunder werden vom Diogenes nad) dem Ses roflides Dontifus und Timais in einer abgefhmadten Legenden Sprache erzählt. Viel glaublicher als Timais (Diog, 60.) exsagít es Plutarch, wie Cinpedoffes cine gewiffe Gegend in Sicilion, die gefährlichen Seuchen SP war, gefund gemacht babe, adv, Color,

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natürlich in ungebundener Node auszubrücen, Er Hine terließ Gedichte von gang verfihiedenem Gnhalte*), von denen zwar feines unverflümmelt, aber dod) mehr Bruc)« Rüde, als von irgend einem andern alten phifofopbifder Dichter, zu uns gefommen find, Das ganze Griechi« fee Ulterthum fegte den Empedofles den größten Did)term an die Seite**), und Ariftoteles urtheilte, daß infeinen Werfen ein Homerifcher Geif— webe, und daß er befon» ders in Anfehung der Bilderfpradye und aller ührigen Vers gierungen der Poefie wenige feines Gleichen, und vielleiche Feinen über fid) habe. Allein eben biefe Zierrachen, an denen feine üppige Einbildungsfraft nur zu fruchtbar war, und die er nicht immer nach den Gefesen der dichterifchen Sparfamfeit austheilte, raubten feinen Werfen einen Vorzug, - der den diteften und größten Dichter Griedyene fandes zugleich zum leid)teften und angiehendften Schrifte fteller felbft für Anfänger madt: ich meyne die KRiarheie und bie nirgends aufhaltende und vermirrende Helligkeis des Homerifchen Gefangs. Er reder oft eine fo eigen. thümlidhe Sprache, und braudyt fo Fühne Bilder und fo i Ss 2 *) Man fehe das Versciónig dunfle derfelben beym Diogenes 57. 58, *%) Ey de ro meer momrav Pros (Agısorerns) ort nou Opegsos6 EuredenAns, nu demos eg Tuy Denaw yeyove, KETWDOgINIS TE Y y ue TS An Avis TOIS Mees TOTES ETITEVY UT: Yewmevos Diog. 57. f. Theophraft urtheilte, daß er ein Nachahs mer des Parmenides gervefen fey, und feine Manier gu erreichen gefuch: babe ©. $5. Sermippus glaubte foe gar, daß er mit dem Keropbanes befannt gerejen fey, und feiner Art zu didhten fi gu nähern bemühen babe, 56. -

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dunkle Allegorien, daß die größten Kunftrichter und Spradhverftandige nicht felten ihren Scharffinn vergebens an denfelben verfucht, oder fie dod) auf die verfthiedenfte Art ausgelegt haben. Uebrigens aber Elingen die längern Fragmente, diewir noch haben, fo voll und fo präch» tig, und haben einen fo reichen Wohllaut, dergleichen man nur in den beften Gefängen des Homer, und außer diefem in feinem andern Griechifchen Did)ter antrift. So fehr aber aud) Empedofles den Eenophanes, Parmenides, und deren Zeitgenoffen an dichterifchem Feuer, und vielleicht an Mannigfaltigkeit von Kenntniffen über troffen haben mag; fo wenig war er ihnen als Zorfcher und Ausfeger der Natur und feiner felbft überlegen. Seine Gedanfen flritten zwar nicht fo offenbar mit den Zeugniffen der Sinne, als dieder erften Eleatifer; allein fie waren nicht weniger falfd), und nod) mehr mit Wir derfprüchen angefüllt, Empedofles nahm zuerft vier unwandelbare Ele mente, Feuer, Waffer, Erde und Luft, als den Urftoff an, austweldjem alle Dinge hervorgebracht worden, und Er in welchen alle Dinge zurückkehren würden *) e fäugnete, #) Die Beweisftellen für diefen Abfchnite finder man in meiner Hit, do&, de vero deo p, 354. cine einzige wide tige, námlid) das Zeugniß des Pintarch beym Enfebins ausgenommen in Praep, Ev. 1, 8. Wenn Plutard) den Einpedskles nicht unrecht verftanden bat; fo glaubte diefer, daß die vier ewigen Elemente urfprünglid mit einander vermifd)t, und ohne alle Bewegung waren, daf aber Bewegung in der Folge daher entftanden fey, voeil das Fener mit iberiviegender Kraft auf die-übrigen So ver: Grundforper zu wirken angefangen Babe. ftebe

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lâugnete, sole alle übrige Griehifche Weltweife, bie mehr als eine leidende Grundurfadje behaupteten, eigente liche Entftehung und wirflichen Untergang. Was man Entftehung nenne, fey Zufammenfezung von Theilen, die vorher fdhon da gervefen, und eben fo Untergang oder Tob Auflöfung von Theilen, die bisher vereinigte waren, Nichts alfo werde gebohren oder zerftört, fondern alles toerde nur vermandelt*). Die wirfenden Urfachen, oder die Gefege und lebendigen Kräfte, durd) und nad) mele chen alles aus den vier Hauptgattungen von Grundförpern hervorgebracht, oder darinn zurüickgetrieben merde, belegte er mit denfelbigen Namen, mit welchen fie Seraflit bes lege batte; nur Éebrte er oder kaufchte er ihre Gefchäfte und Wirffamfeit um. Er erklärte nämlich die Freund: febaft oder Siebe für diejenige Kraft, die alle Wefen aus den verfchiedenen Elementen zufammenfüge, und die Seindfhaft hingegen für die Urfache der Auflöfung der Dinge in den Urfloff, aus welchem fie entftanden feyen, Ss 3 fiehe ich wenigftens' folgende THY Unter Motte des ‘Piutard : de eoxav THs suwnosws cvpBarei zo TE TE TUNNHEVOH sete Tov aero, errildgiaeivTos TS Tues. Aus diefem Chaotifihen Zuftande der Clemente habe fig, Dachte Empedofíes ferner, die Lufe zuerft abgefondert oder Servorgemidelt, und fido um die übrige Maffe Freisformig box verbreitet, Sad) der Luft fey das Feuer Hervorgefommen, uno durch die Kälte dev erftern in die Hohe gervieben werden, *) Arift, de Gen, & Corrupt, I, 1, ¡€ Empedoclis fragment. ap. Plut, adv, Colotem X, p. 523: 579. 580.

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Finftes Bud, Unter biefen erffen Hauptgedanfen des Empebos Fle3 ift Feiner, den er nicht felbft burch mehrere entgegene gefeste Ausfprüche aufgehoben Harte, Er redete bisweis Jen nicht nur von den Elementen, als von wandelbaren Maturen *), fondern wanfte auch in ihrer Zahl. Denn bald fabe er bas Feuer als das eine, und Waffer, Erde und $uft als das ¿mente Element an, aus welchen alles entfprungen fey; bald brachte ev gar alle Clemente aufein gewiffes Eins, oder eine ‘gewiffe Einheit zurúcf, deren Wefen und Eigenfchaften er niemals anzugeben oder zu beftimmen fuchte **). Eben fo unbefländig war er in feinen Behauptungen über die roirfenden Urfachen oder Kräfte. fe ftimmte er dem Heraflic bey, welcher fagte, daß die Feindfehafe oder Swietradye die Schöpferinn, md die _ =) Man febe Befonders die Fragmente des Empedoffes beym Simplicius fol. 34. I. in Phyf, Aufe, Ariftot, Sd führe nur das fürzefte an: ors de ess And HET Bere, fast Simplicius dyAce Aeyor, Fy de pages newrescı TER AOMEVOIO UR OI. Koy POwves ess une, xoy atera ev pe ee cons. $3) Man fehe Emped, Frag. ap. Arift, VUI, 1. Phyf & ibi Arift. ferner de Gen. & corrupt, IL 1. EuzedeHANS MEY BY EIKE EVAYT ICE AEVEYy HOY Eos T% Dawopevee, Key Weos CGUTOL ŒUTES, puc ev ye 8 Prow éregor eÈ Érege yweadoy TY sol qesav edev, cee TUDO FEITE EX TETOV, ciuos d drav aweayayı ev év Thy rara Quaw, TINAY TE VEIMES, EM TE ÉVOS Yryverdoy Trey Eraser. Mon fehe auc) Met, B. d. p, 44,

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die Eintracht die Zerftöhrerinn aller Dinge fey *.' An andern Stellen fab er die Freundfcyaft feibft als ein Ctee ment an, das aus der Einheit entjtanden fey, und gab die Feindfchaft für die einzige Kraft aus, die diefer Eins Beit ihren Urfprung nicht zu verdanfen babe. Zufezt era Elärteerin einem abermaligen Widerfpruche mit fic) felbft, daß aud die Feindfchaft aus der Einheit entflanden fey, und nannte bald bas Grice, bald die Norhwendigfeit, bald die Natur als thätige Krafte, wodurch eben fowohl als durd) Freundfchaft und Feindfchaft unzählige Körper ¿ufammenfezt und aufgelöft, und die ividtiaften Erfcheia ‚nungen und Veränderungen in der ganzen Welt erzeugt wurden, Unger ben ältern Weltwetfen iF nicht feiche jemand, von dem man wenigere Mepnungen über die allgemeinften Cigenfebaften der Dinge und über die Natur himmtiftger Körper angeführt hätte, oder deffen Meyrungen weniger befolgt worden waren, ais die des Empedofles, Er fos wohl als Unapagoras fâugneten zwar mit den älteften Cteatifern das Dafeyn eines feeren Raums, allein fie fagten bende nichts von den Urfachen der verfibiebenen Dichtighcit oder focferbeis, und der verfchicdenen Jeiche tigfeit oder Schwere von Körpern bey gleicher Dafa und Umfange **). - Er tadelte den Æenophanes in den bitterfien Ausbrücen, daß er die Erde vefimegen fiir ns berveglid) gehalten habe, weil fie ing Unenblidhe eingersurgele Ss 4 fn, *) Die Beweisftelen für diefen, und die folgenden Sie findet man in meiner hit, dog, de vero dea FN Arift, IV, 2, de Coclo,

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Fünftes Buch. fen, und brachte für den Saz, den Lenophanes feinem Urtheile nach fo (chlecht bewies, einen andern Grundvor, der nicht weniger feltfam und eingebildet war, Er glaubte nämlich, daß die erftaunlich fdynelle Bewegung des Hime mels, der die Erde umgebe oder umfaffe, ben Fall oder die Ummälzung der Erde eben fo bindere, mie das Ausfließen des Waffers durch das (nelle Herumfchwins gen eines Reffels zurückgehalten werde *), den Himmel felbft bielt er für eine dhrnftallene fefte Maffe, Sonne nicht für Feuer, und die fondern für einen Abglanz des göttlichen $id)ts **), oder li ben Kückfchein einer andern Sonne, die derjenigen, bie wir fähen, entgegengefeze fey, und die Räume der Himmel mit hellem Glange eta fülle **), Errebete von zmoen Halbfugeln, die fic) bee ftändig um die Erde bewegten: einer feurigen oder lichte vollen, und einer andern, die grofitentheils aus fuft, und aus einem fleinen Zufaze von Feuer beftehe. Dicfe leztere nannte er Macht, und hielt fie für einen dem Monde ähnlichen Körper, der feiner Mennung nach aus der vom Feuer verlaffenen Suft gleichfam gufammengefroren fey, und fein Sicht von der Sonne empfange+). Ues ber die Natur des Sichts und bes Sehens drückte er fic) Vismeilen bee nicht immer auf biefelbige Art aus, bauptete er, daß das dicht, was uns die äußern Gegene ftände fichtbar made, aus den Augen wie aus Feuer: Quel: *) IL, 13. de Coelo, 4%) Stob, p. 53. Plutarch, de Pyth, or, VII 575. id, 2. wee) de Plac. II. 20. Stob. Ecl. Phyf. p. 56, +) Plutarch, ap, Euf, Prap, Ev. 1, 8.

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Gefhidite der Griechifdyen Meltiweidheit. 649 Quellen ausfliefe *). An andern Stellen hingegen be: fehrieb er bas Licht, als eine von der Sebfraft gänzlich ver(chiedene feurige Subftanz, die fid) in den Räumen aroifchen Himmel und Erde verbreiten Pinne, ohne daB mir fie wahrnähmen**). Sch febe nicht ein, wie er mit diefen unter einander fireitenden Ausfprüchen einen dritten vereinigte, den uns Plato aufbehalten bat ***), Diefem Weltweifen zufolge lehrte Empedoffes, daß fic) von allen Gegenftänden gewiffe Theile ablöften, und daß fid) wie. derum in allen Körpern Deffnungen fänden, in und dure) welche Ss 5 *) So verftehe ich wenigftens folgende Stelle beym Ariftos teles (de fenfu & fenfibili c. 2.) ers esye TERYy xa darse EumedorAns Puoi, voy ev To Tina Yeygamray xoy cuveBeeive To oguv eÉsovros wazreg sn Anumrneos TE Puros, diari 8 Koy ev To xwTe Ewew cov y orfiss In dem Fragment des Empedofles felbft aber, mas Aviftoteles anführt, fdeint die andere Meynung beftätigt zu werden. 38) Arift, II, 7. de Anim, Key ge oeSas EurredorAns, ed es Tis coos ETws eienrev, os Degonevs TE Dares, ney Yıyvouevs more peratv Tus yns voy “Te megiegortos, nos de Aevdavras. #x*) Plat, in Meno p, 336. exe (fragt Sofrates) Aeyere amoeeous Tivas ray ovrav nare EurredonAcce5 _ Dodge e Cantwortet Menon) — xay zroges sis ES oy di wv otk cemcegony Toeevovray; — mau Ye. — Koy TOY oorroeeowv ras mer cceuor Tey eviols Tov Togav, Tes de eAurras y pelas EWOY3 — 854 TOUTE. — Bnav ney oli uotdess TI, — SYwye. — ex T8ETOY de auves, ori AeJo, en Iuvdwgos. e51 Ye Neo arroggon sy para oer auuuereos ny œiodnTos.

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Súnftes Buch. welche fie eitt-und ausgehen fönnten, Mach diefen Be: griffen evflárte er bas Gefen felbft und den Anblif oder die Unterfcheidung von Farben, als das Eindringen gee wiffer von äußern Objecten abfließender Theile, die den Deffnungen des Auges enrfprächen, und zugleich wahrnebmlic) waren, — Eben fo falfh, und feinen erften Grundfazen niche weniger widerfprechend war die Mey: nung, daß das Wafer ein Gemifche, oder ein Gubegriff alter Arten von Gaften und Gefchmads fey, die wegen ihrer Feinheit oder Verbiinnung unmerflich wären, unddaß daher die Säfte und Salze aller Pflanzen und Früchte aus verfajiedenen Theilen des Waffers abgefondert mir: den *), Diefer Gedanfe pañte nur in das Spftem des Anazagoras, der die vier Elemente nicht für die einfachften Drincipien der Körper, fondern für Mifchungen aus une zähfigen Somoiomerien hielt. Empedofles arg: ältere Weltweife, übrige alle als wenig, fo eben wohnte einen über alle Gedanfen erhabenen mächtigen, weifen rind gütigen Ürheber der Welt, fondern er lief alle Götter gleich, Menfchen und Thieren, aus ewigen Grundférpern durch blinde Kräfte, deren Natur er eben fo wenig, als ihre Art zu wirken erklärte, zufammengefezt und wieder auf =) Sierilber fehe man die Betrachtungen des Ariftoteles de Gener. & Corrupt, Li. Sch will hier noch Eurz ein paar Ausipriide des Cmpedotles anführen, die benm Ariftoteles in feinen perewecrcyimers fiehen. Cr nannte (IL 3.) das Meer den Schweiß der Erde: reche gut, fast Ariftoteles, für einen Dichter, aber ganz un: vertandfih für einen - Naturforidher, Empedotles gionbte ferner CU. 8.) daß der Blix aus dem Feuer entftehe, was die Wolten aus den Sonnenfivabien tanınıleten.

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e Weltweisheit. der Griechifhen Gefchicht aufgelöft werben *), Bon diefem allgemeinen Sefese der Entfiehung nahm er nicht einmal das ¡luftige oder geiftige Wefen aus**), wovon er, wie die Pythagoreer von ihrem göftlichen Feuer, und Heraflit von der göttlichen uns umgebenden suff, glaubte, daß es die Urfache des febens, Empfindens und Denkens aller Naturen, und die Urquelle aller Götter, Dämonen und Seelen fey. Er Hielt die Götter zwar für größere Maffen oder Theile des geiftigen Wefens, als die Seelen der Menfhen, Thiere und Gemächfe; übrigens aber glanbte er dod), daß fie mit den leztern verwandt, und von nleicher Natur feyen***), Er fadelte mitdem Lenophanes den allgemeinen Serehum feines Volks, welches fic) die Götter in menfchenäßnlicher Geo = %) Man fehe Hit, do&, de vero deo. p.'357. Die widhtigs ften Zeugniffe ftehen beym Arift. de, Gen, & corrupt, II, 7. Metaph, ß. d. p. 43. 3) Man fehe Sext, VIL 127. f. (die Stelle felbjt habe id in meiner Hi, doc. p. 358. abgeftrichen) und Ame monii Comment, in Arift, Lib, regs Eouavercts jp. 94. dix Tauro 6 Axgayayrwos Topos errıgpamibev res meo Sewv as avSewmoedoy ovrws. Togo Tous Foros Aryonevas pudes, enn YHYE FEMNYEPEVWS HEY TEL HTOM@VOS, 8 YY AUTO FROS EXOS O Aoyos, Tov Teorrov, nare Tee de Toy &uxo Tee Te Sas raros dràws amoPeuvoucvos , 8Te yee avdpopen EDO Ob» Ta Yule HENAO y 3 KEY ATANWTWY ye vw made æircerw, +8 modes, e Doce Vevey 8 un. de Aaiere, ox Den lee, ney cen cParos exrurroy usrov, Deovrirs #07 poy ATAN Ta xcereicogre Domos. 88) Sext, I. c,

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Sinftes Bud. Geftalt badte, ftimmfe aber darinn mit ben Griechen überein, daB er mehrere Claffen übermenfchlicher Wefen, nämlich Götter und Dämonen annahm, weldye legtere er von Ben erftern durd) geringere Worzüge und befonders durch Feblbarfeit oder Siinbbarfeit unterfhieb. Er war allem BVermuthen nad) unter den Griechen der erfte, der diefe Begriffe von den Dämonen vortrug, der ferner febrte, daß folhe Damonen um gewiffer Vergehungen willen auf die Erde ober in die Materie geworfen*), und purd) ein ewiges Gefez des Verhangniffes oder einen uns abänberlichen Nathfhluß der Götter gezwungen würden, wabrend eines beftimmten faft unermeßlichen Zeitraums alfe Arten von Körpern zu beleben **), Er fagte ferner wabrícheintid) guerft, daß die Seelen der Menfchen felbft gefallene Dämonen feyen, die (chon ein befferes Seben gee lebe Hatten, und nad) der Wustwanderung aus dem menfdhe lichen Scibe noch viele Prüfungen und Wanderungen durchs gehen und vollenden müßten, bis fie fic) zu ihrer urfprüng« lien verlornen Seligfeit wieder empor heben Fönnten, Von ihm rührt enblid) allem Anfehen nad) der Gedanfe her, ben die mittlern Pythagoreer und Plato, und aus dem #) Man fehe Plot, Ennead p. 468. u. Plut, de If. & Of. ap. Steph, Poef. phil, 24, & 28, ibique aliud fragment. ex cod. #*) Er felbft fagte von fid): Hdy ye HOT eyo YEVOMNY HBCATE Kogos TE Qupvos T omvos TE, Hey av ars ERomes 1x us ap. Diog. VIII. 78, Andere Stellen ap Sext. IX, 128. 120, Arift. Rhet, I. 13. die man beym Stephanus p. 24. I. e, beyfammen finbet,

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dem Plato nachher alle neuere Platonifer annahmen, daß unfer serbredjlide Seib ein Grab der Geele, unfer irdie fes Seben ein Zuftand der Prüfung, ober vielmehr ein geiftlicher Tod, und der Tod des Körpers, oder die gänze liche Ablöfung der Geele von aller Materie der Anfang eines neuen £ebens, und gleichfap die Wiedergeburt eines lange verrolefenen Dámons fey *), Mit diefen Gedanken des Empedofles über die Abftammung menfchlicher Seelen find feine Behauptune gen über ihre Natur und ihre wefentlidhften Kräfte entres der ganz unvereinbar, oder dod) fo wenig zufammenhängend, daß man fehwerlich die feinen Faden entdecfen wird, modurd) fie in bem Kopfe ihres Erfinders zufam« men gefponnen waren. Er glaubte nad) einem Grund« fase, der faft allen ältern Naturforfchern gemein war, und nad) weldem nur gleiche Dinge einander erfennen und anziehen follten: daß die Seele der Menfdjen aus als len *) Auf ibn giele Plato, wenn er in feinem Gorgias fagt: (p. 320. Ed, Baf. Gr.) & vag For Deupado «y, es werridgs Ann ev Tos de Meyes, Asyav, Tis d osdev, es To Cav per est sardavew, to wardove de Civ; ros mers tw ovri 1905 TeSvaper. OSE NON TE EYwye neu Nuss Toy coOPwY, ws yuy nes TE Dv Mer. Kas To per CU Esty Hay anne. THs de Puyns Te Tw by di es eu pss esos Tuy Koves ov olor «vue eo cu nour nerammlev uvm Kets HATW. 204 TETO Kee TIS puudodoywy nourpos ame, sows Sinedos vis, y IrwAızos, Fagayay rw cvoucers, de To mıIavav seu Tes sito, WVOMATE mov. ic. Man fehe nod) Frage. Empedoclis ap, Hieroclem in carmen aureum p, 186, Ed, Needh.

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Finftes Bud, und Grundurfachen, alfo aus Feuer, Suft, fen Efementen Waffe, Erde, Sreundfthaft und Feindfcaft zufammen« gefest feyen, weil fie fonft die aus ihnen gemifchten oder durch fie Gervorgebradjten Dinge nicht erkennen und wahrnegmen fonnten*), Er hielt Empfinden und Denfen für eincrley Veränderung oder Kraftäußerung der Seele und Empfindungsvermögen und Verftand für eine und eben diefelbe Kraft **), des, Er fagte mit dem Parmeni« daß unfere Vernunft oder Verftand von ben verfejiedenen Zuftänden des Körpers abhänge, und mitbem extern verändert werde; verwarfaber dennod) alle Kennt: niffe, die wir durd) die Sinne erlangen, als friglichen Stein, und nahm die Vernunft als die einzige Nichtes rinn und Prüferian von Wahrheit und Freehuman, oder ev ließ die Empfindungen der äußern Sinne nur alsdenn für richtige Abbrücde der Natur äußerer Gegenftände gelten, wenn die Vernunft über fie gleichfam die Auffiche geführt, und fie gereinige, oder vor Berfälfhungen bes wahre hätte ***). Biel #) Nady dem Cicero glanbte er, daß das Wefen der Seele im Blute enthalten fey. Tufe, Quaeft, I, 9, Animum effe cordi fuffufum fanguinem, ben fo Plut, ap. Euf, 1.8. To de HYEMOVIKOY , BTE ey xeDAAN, BTE ev Swecus, ce ev cuori. oSey Cfest er Binzu) nad oT CY MEROS TR CwpLELTOS TAeov N TALE CHOGMEVOY TO CM, ETC KOT Exesvo Tewreey TES AYÍCOAES. ##) de Anim Ill. 3, Metaph. p. 62. ###) Sexe VIL 121-125- Ez war eine bloße roifführliche Ange fegung feiner Meynung über die Name der Seele, weno

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“Viel úbereinftimimender mit feinen übrigen Gee banfen , waren feine Ausfprüche über die Schieffale der abgefchiedenen Seelen, Weil das gegenmártige deben ihm nur ein fleiner Wfchnitt der langen Prüfungszeit zu feyn fehlen, zu welchem die gefallenen Geifter verurtheilt worden; fo muffe er behaupten, ‚daß die Seclen der Menfchen nach der Trennung von ihren Körpern nod) in die Seiber von vielen andern Gefthôpfen einwanderten, Er glaubte daher, daß fie nicht nur Thiere, fondern aud) Pflanzen und Gewächfe beleben würden, melche leztere ihm eben fowohl Empfindungen und Denffraft zu befizen fcienen, als Menfchen und Thiere, und die er defwegen aud) für eben fo gefchictt bielt, Behaufungen unfterblicher Seelen zu feyn. Mad) der Vollendung aller diefer Wanderungen und der ganglidyen Ablegung aller Unarten und Gebrechen unferer Natur würden wir, fehmeichelte fid) Empedofles, in die Gefellfhaft, und an den Tifc) der Götter anfyenommen werden, und von allen Bee fhwerden und Befimmerniffen, die uns während der Verbindung der Seelen mit fterblichen $eibern gedrückt Hatten, vollfommen befrent werden *), ffellung nad), Geiner Bore waren die Freunde der Geligen eben fo | finntid), als die Seelen felbft Förperlich und zufammen> gefest waren, . 7 Benn wenn man ihm eben fo viel Kriteria andihrere, als ex Deftandtheile der Seele annahm. Mean jehe Sexe, VII 121. *) Adavares ao Guest, sv Te recmecess Eovres andgesov ager APRO) atrages. ape, Steph, p, a8,

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Wenn man allein nach den Ueberbleibfelnbes Em. pedofles [hließt; fo bat er die Thiere und Gewadyfe forge faltiger unterfudit und umftändlicher abgehandelt, als den Menfchen und die himmlifdyen Körper, Allein auch diefe feine Mennungen über die Entftehung aller Thiere und Gerwächfe, über Zeugung und Fortpflanzung, und andere merfmirdige Eigenfchaften derfelben find nod) ims mer ben Begriffen des gemeinen Mannes, und der ältes ften Dichter unter allen Völkern ähnlich, und fie enthale ten nur einen einzigen oder einige richtige Gebanfen, die aber vielleid)e mehr Vermuthungen, als genaue Beobac)« tungen waren. Empedofles fab das Ohngefähr ober das Glück als die einzige oder dod) hauptfächlihe Schöpferinn aller Pflanzen und Thiere, befonders der fegtern an), Er glaubte, daß das Ohngefähr unzählige unglücliche Vere fudhe und Zufammenfegungen gemacht habe, bis es foldhe hiereund Gefchöpfe hervorgebracht, die fortdauren, und andern ihnen ähnlichen Wefen das Dafeyn geben Fönnten. Er tebete von Ungeheuern allerley Art, die vor der Ente ftehung vollfommner biere vorhergegangen feyen, von ' Menfchen mit doppelten Gliedern und Gefidhtern, oder von Monftris, in weldyen Theile aus menfeblichen und | andern %) Phyf. Arift. IL 4. nou To pogio Toy Cowy cerro Tu ns yeverdo Ta Asa Daciy, vide & de Part. Anim, I, 1. & Empéd, frag. ap. Simpl. in Phyf. Arift. £. 36.6. weldes Fragment Simplicius auf eine fonderbare Art anslegt. Cenforin fagt: e. 4. primo membra fingula ex terra quali praegnante paflim edita, deinde coiiffe, & effeciffe folidi hominis matcriam, igni fimul & humore permixtam,

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andern thierifchen Körpern vereinigt gewefen *), hm fchienen aber nicht bloB ganze Gefchlechter von empfinden. den Maturen, fondern auch einzelne Theile derfelben durch bloße Qufaile} entftanden zu feyn, Go leitete er bie Aba fase und Gelenfe des Nudgrades **) aus Brüchen ab, die gere Bildung deffelben von Ohngefähr entítanden feyen. . Unf eine ähnliche Art erflarte er die Höhlen des Dauch8 und der Eingeweide aus gewaltfamen Durd)s brüdyen des Wafers durd) den Seib, da er eben gebildes worden, und die Nafentider aus heftigen Strömen und Bewegungen der $uft, die fic) an gewiffen Theilen des Gefichts Defnungen gemadt babe. Nur bisweilen, fagt Ariftoteles +), nannte er von der Wahrheit und > Cre *) IAA per euPirrgoowre uu œuQisegve Ques: [22 Beysvy, avdgomewge, Ta d eumanıy eZavos» TEAM Avdeopun, Baneove peprypera Ty psy uz" avdemy, Ta de yuvaınoDım oxisgoss noenpaevee YVICIS. Emped. ap. Acl. de nat, animal, Lib, XVI, c, 29. 2%) De part. Anim. TT. pe 3. D Evaxs de TE ŒUTIH 464 EprredoxAis TEUTITTEI, ŒYOUEVOS UT wurns TIS MATES, ue THY „ ETIAY wmv Quow ceveeyneeCevey Dover Toy | Aoyov cies, 010Y 038Y De Part. anim, I, 1.p.8. œmodes TI esi Das Fragment, worauf Arie feoteles am Ende diefer Stelle zielt, freht de Anim, 1,5 & YAL OWS By EXCITE sore TETOV Exasoy, AR doo tivi zo owece:, nosdareo Puoi o Eumedoräns To 0587.

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Funfte Bu, Erfahrung gegrungen, nicht das Glück oder das Ohngesfähr, fondern eine gmefmäfige Mirchung und Verhälte nif der Elemente, als die Urfache des Urfprungs und der eigenthümlichen Natur von Thieren und ihren Gliede maapen. - Diefen Gedanfen des Empedofles über die Ente fteBung der Thiere find die von der Zeugung und ‘Forte Er behauptete, Pflangung derfelben genau entipredyend, daß weder der Vater allein, nod) aud) die Mutter allein den ganzen Stoff des Fünftigen Menfchen hergebe oder enthalte*); denn menn diefes mare, warum Weiber alge dann nicht ohne die Hilfe oder Vermifchung mit Mäns nern Kindern erzeugten? Seiner Mennung nad), würden die Beftandrheile des Embryo fomobl aus dem Körper ber Mutter, als des Vaters gefammlec und zufammen« gefezt, und die Gliebmaafien enthielten die Form des einen oder des andern Gefchlechts, je nadydem die Grunds Tage derfelben entweder vom Vater oder von der Mutter berrühre.e Das Gefdplede und die Zeugungstheile von Kindern oder Jungen würden, glaubte er, allein durch die 7 de q Joy emmeos ev eosecyois pouvoirs re duo Tov 04T0w pogiwr ANKE vasidos cestyAnS Tescapa d'iQuisoio. Tad ossa Nevo yevovto. 8) De Gen, Anim. A, cap. 57 p. 177. 178. Pros yag ev TO copes Kees ev To Ines csov cupBoAov ever, cho d' an ederegs amıma Ax dora pehewy Quoss, 1 ev ev avdeos. diari yep av ra Onheo 8% EVENE eÈ avrwv, ENTER AMO ray Tos TE AMELXETAS, How EXE VTrodognr; vide etiam Lib, A. a.

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die Wärme oder Kälte der Mutter beftimmt *). Falle. nämlich der Saame in einen warmen heißen Schoß, fo enejtehe ein mannliches, weibliches Gefchöpf. und im. gegengefesten Falle ein Die Wärme und Kälte der Mute ter aber richte fic) wiederum nad) der Eleinern oder grö« fern Entfernung der Zeit des Benfchlafs von der monate lichen Reinigung. Er wollte nämlich bemerkt haben, daf bas andere Gefchleht um defto mehr ober weniger begierig nad) dem “Benfdlafe fey, je fürser oder länger es fen, daß es die periodifche Veranderung feiner Natur úberftanden habe. — Maulefel hielt er deBroegen für une fruchebar und unfähig zur Zengung, weil ihr fliffigee oder weicher Gaame fid) durch die Bermifhung verhärte, wie Eifen, wenn es mit Zinn zufammengefchmoljen werde. Den Grund, den er von diefer Erfcheinung angab, mar eben fo feltfam, als der Xusfpruch, daß die Mild) der Säugthiere verborbenes Blut fey**). Die Verhärtung des Saamens von Maufthieren entftehe nämlid) daher, ba die dichten Theile des männlichen Gaamens genau in Zwifchenräume des weiblichen pafiten, und eben dae durch einen feften Körper bildeten. Glücticher beobadye tete und riet) er $), menn er gegen den Parmenides bee bauptete, daß das männliche Gefchledt feuriger ober Tta È wärmer *) A. «. p. 269. Anders aber falfé ftellt Cenforin die Meyuung des Empedofles vor c. 6. de die Nat, Su eben diefem Capitel werden nod andere Muthmae Bungen diefes Weltweifen angeführt, die ih nicht mim derhole, weil ich nicht gewiß bin, ob fie Acht find‘ *®) De Gener, Anim, p. 299. Lib, A. +) De parts Anim, B. CA B. P. 21,

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Fünftes Buch, als das weibliche fey, und daß in unfern und ans wärmer dern thierifhen Körpern das Blut fid) herum, oder viel» @elbff aber die mehr auf und niedermarts bewege *). Erklärung diefes Phänomens zeigt, daß Empedofles ganz falfche Vorftellungen davon gehabt, und nicht for wohl beobachtet, als vermuthet babe. Er hielt die Adern für durdjlöcherte Gefäße und Schläuche, die nicht ganz mit Blut ausgefüllt wären, und deren Deffaungen zwar Fleiner als die Partifeln des Bluts, aber tod) arö- Ger als die Suftebeildien feyen. nun dringe die fufe herein, Durd) diefe Deffnungen wenn bas Blut fid) nieder» parts bewege, und daher entfiche das Einathmen: burd) „eben diefe Deffnungen aber merde die Euft wieder herausa getrieben, wenn das Blut in die obern Theile des Köre _ pers zurüc® trete, und eben dadurd) merde das Aushaus hen verurfacht. Unter allen feltfamen Behauptungen der Altern Weltweifen ift vielleicht Feine, deren Weranlaffungen fic) weniger erratben laffen, mehr auffallend fepn wird, und die den meiften Sefern als die Mennung, die dem Empedofles mit feinen größten Zeitgenoffen gemein war, und die alfo ohne die richrigern Renntniffe fpäterer Sabre hunderte febr mabrftheinlich feyn mußte, daß nämlidy alle Pflanzen und Gemwächle der Erde nicht bloß lebende und empfindende Gefchôpfe feyen, fondern daß fie Ber gierden und Verabfcheuungen, und felbft Vernunft und Verftand, furz alle die Vorzüge befafen, “von denen es fyeine, daß man fie von jeher als dem Menfohen eigens thimlidy ®) De refpir, c, 3.

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thimlic hätte anfeben miffenTM), Aufgeflärten Bôlfern ift es fdyon faft unbegreiflih, wie man nur jemals der Menfhen mit den übrigen Thieren, die ibm am ähnlidye ften find, Gabe verwechfeln, ind diefen menfchenähnliche Epradye und Denffrafe zueignen Eönnen. Um “mie viel befremdender alfo muß es feyn, daß die größten Naturforfcher, die (on mehrere Gejclechrer von Weltweifen vor fid) Hatten, und in dem Zeitalter der Vollendung fait aller Rünfte, oder doch nahe daran lebs ten, daß dieje die unterfdeidenden Vortrefflichfeiten ihrer eigenen Natur fo febr haben verfennen, oder Welen, die um fo viele Stuffen unter ihnen ftanden, fo fehr haben erhöhen Fönnen, daff fie diefelben, als mit, fic) felbit gleichartige Gefcrspfe betrachteten, Diefer Frethum war nid)t eine nothwendige Folge eines andern: daß nämlid ein gemiffes belebendes oder geiftiges Wefen durd) das ganze Univerfum ausgebreitet fey; denn Demofvit läugnete das Dafepn einer foldjen Kraft oder Subitanz, und glaubte nichts deffo weniger an das Em» pfindungsvermögen und die Vernunft von Pflanzen und Gemächfen. Die Pythagoreer, Platonifer und Stoifer hingegen gaben zwar einen alles Durchdringenden und ume faffenden Aether oder Geele zu; allein fie verwechfelten defimegen nicht wefentlid) verficbene Gattungen von daß Man muß alfo immer geftehen, Dingen, es > Tag; *) Arift, de Plant, Lt. Ayalayogas pev ev nos Epredonne, emdupia Teure. rende Acy80, eo over Docs TE Kos Aura, nee ndeo Des daBeBessvren: — — — ¿de Arx£uyoens, xo o Ajpougitos, noso Eumederäns, uo YUI yew eımoy va Cure. uc vav

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es größtentheils unerflarlicy bleibt, auf melden Wegen man auf den Gedanken von denfelbigen Vorsiigen der Menfhen, Thiere und Gewadhfe gekommen fey, oder ous welchen Gründen man ihn angenommen babe. Nicht weniger räthfelhaft it es, daß Empetofles die Pflanzen und Gewadfe nad) andern Gefezen, als Menfden und Thiere, hervorgebracht glaubte. An ‘fate da er bey der Entfichung der leztern und ihrer Theile das Gli als die Auffeherinn nannte, gab er eine bile bende und erfaltende Natur als die Schöpferinn und Pflegerinn der erftern an *), Feuer und Erde fdhienen ihm der Stoff zu feyn, aus welchen die Natur Pflanzen und Gewächfe zubereite, und woturd) fieihnen Wachsthum und Gedenen gebe, indem die Erde nach natürlichen Gefezen die Wurzeln forttreibe, und bas Feuer den Stamm, die Blätter, Blithen und Srüchte hervorbringe. — Auch : dicfe ©) Arift.do Anim. I, EymedovAns d & uadws esprxe Tere reooridess Tv avenow upßeuve Tous Qurois KOTO ev eilgueyor, die To rav ya ETW Depende mero Quoi. ceva de dice ro Tue ae Tas. — Diefe Stelle commentirt Pbilopon fo: LIT IOOT OE Epmredoxece 8 HAAS EITCVFL THY Y rs ev Tas envois Yweoden. eAeye ya aueo Qc To Qurev. TE pev ev ÉXUTO TULOS HATO KAudes ems ro œvo aukovros. ns de Yue Tas ev AUTO TOS esos ems nrw AUÉBONS. ues MeV qae nes yn averide THY curia ras auEnceos. To EY ya ETI TO ŒVO TES uAudes cute as cv Qogor. Tav de ynv ems To HAT Tees eidas , cos met To Pogoy. SH fann die Seite wicht anzeigen, weil in der Benezianifchen Ausgete des Commentars des Philoyenns weder Seiten noch Wlätter beinerkt find.

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biefe Gonderbarfeit, bey weniger edlen Gefihöpfen eine Höhere wirkende Urfache, als ben vollfommnern voraugs äufegen, audh diefe war dem Empebofles night gang alleit elgenthümlid. Denn es gab mehrere Weltweifen, mele che die Entftehung der ganien Welt und aller himmlifchen Körper aus dem bloßen Ohngefähr oder Zufall erflärem gu Fönnen glaubten, und zugleid) geitanden, daß man mit eben diefem Zufall'und Ihngefähr bey der Erflärung bes Urfprungs der Thiere und Gemdchfe nid)t ausridysen finne, fondern daß man eine nad) Abfichten, ober doch nad) feften unverdnderlichen Gefezen wirkende Natur ane . nehmen mäffe +). Der Gedanfe von ber Gleichartigleit ber Whiere, Bewächfe und Pflanzen war. im Empedofles fo herrfdyend, daß er ihn gu einer gewaltfamen Veränderung des Sprache gebraud)s Tt 4 ‘ 9) Arift, Aufe, Phy(. IL 4. Benve T8 0€, Esos de Tives, OF #4 Te YOU THY KOT MELODY TTAVTWY AITIRI- Tas TO NVTOMATOY. MO TLUTOMLTE Yo Yıyveads Daci nv divnv Kos THY nio, THY diego YO Kees VATASNTATAYV EIS TAVTHV Tav TOI ro rav. (Dies behaupteten Demofrit und Leufipp.) Kes para taro ye euro Saupocos wfıov, Ar Yovras, TO prev Coos neu Toe Dura ame Tune Mare emo MATE Yıyverdan, aA gro Pues, YEY, NTE TOIST ON ÉTepoy ewe To œuTioy. (8 yag O Ti ETUXEY EX TE OTEQUATOS Ense Yıyveran, EA EX MEY TE Toisdı FACE, ex Te TB To8d endenzos) Toy de Secvoy LA TH Detorega Toy Oaveewy ano TE RUFIUATE V:vec Jeu. TERUTAY Os cenrscey pendejas seme Tuy Qurey. div Tay Low vee

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Súnftes Buch. . gebrauchs veranlaßte, indem er Ausbrüde, die man nur von Thieren und ihren Kräften braudt, auf Pflanzen und Gewadfe übertrug. Er nannte den Scamenderjelben Eyer, und fie felbft cnergebajrend*). Barte nod) nicht ausgemachfene Pflanzen und Bäume befegre er mit dem Namen von Zungen, und fagte, daß fie nod) nicht zeugen fónnten, weil fie erft in ihrem reifiten Alter Saamen erbiciten**), Er glaubte, daß die Gewadhfe der Erde fid) dadurd) am meiften von deu übrigen Thies ren unterfdjieden, daß in, ihnen beyde Gefeslechter vere mifcht oder verbunden wären: ‘eine Beobadjtung, die Ariftoteles an einem Orte billigte, und an einem andern Orte als vnrichtig verwarf ***), Ein Zeitgenoß des Empedofles war Anaragoras, beffen Namen Liebhaber der Weisheit nie anders, als mit einer gewiffen Ehrfurcht denfen und nennen folla ten. Sm ganzen Griedyifchen WAlterthum wird man nue wenige finden, die ihm an ächter, ungefünftelter, wena á gleid) 9) Do Gener, Anim, Ari, A, cap. ult, Ker8roxAws Aeyes EuzedoxAns TONTAS. Era 0 worone pate Ke derdoca Tewrov esses. TO de yap Gov, HUY= pos esiv. e, Er fagte auch, daß die Blatter an den Pflanzen und Bäumen chen das feyen, was die Haare an den Menfchen, die Federn an den Vögeln, und die Schuppen an den Fifchen find. Meteor. A. c. 9. Tauree reryes nou Puma, xc o1wvay TEL Buyer y Kees Aewides yıyora 5731 sıßagosı Medea» 46) Arift. de Plant, I, 2, it. de Gener, Anim. p. 196. A, mes) Arift, de Gen, Anim, H, p. 196, de Plant, 1. 2,

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Gefchichte der Griechifchen WeltiveisSeit. gleid) nur ftiller Größe der Seele, an wahrer natürlicher Güte des Herzens, an Erhabendeit über die Borurtbeile feines Bolfs, und an brennendem Eifer für die Exfor; fchung der Wahrheit, gleich gefommen wären, und vielleicht feinen, der ibn übertroffen hätte *), Sein Durit nad) neuen und nüzlichen Renntnfien war fo groß, Daß er in eine unabläffige Erforfung der Natur, nad eine freye unabhängige Mufe feine bôdfte Grickjeligheit feste**), und alle die Vortheile und Ebrenficilen vere achtete, die ihm feine edle Geburt, fein großes Vermsgen, feine feltenen Gaben, und feine vertraute Bekannt. Er fchaft mit dem Perifles hätten verfchaffen finnen. verließ feine Vaterftade nicht lange nachher, als dos Eu topäifche Griechentand fic felbft, und feine Pfianzfädte in Afien vom Joche der Perfer befrent hatte. Athen noählte er mahrfcheinlich befmwegen zu feinem Aufenthalte, weil diefe Stadt: eben damals die größten Helden und * Gtaatsmänner befaf, die fie je hervorgebracht hat, und weil fie nad) ihren glorreichen Siegen über die Feinde des Griechifchen Namens der Mittelpunce des Handels, des Reidthums und der Rünfle, und der Sammelplaz aller weifer oder außerordentlicher Männer wurde, die “aus allen Gegenden dahin zufammen famen, Anarago: ras fuchte aber nicht fowohl, wie viele andere, zu glänTs gen, *) Die Facta und MNachridhtens von welchen diefe Lobiprite che das Nefultat find, findet man in den Noten zum Artikel Anaragoras in Baylens Woerterbud. #F) Man febe;Arift. Eudem. I, 4: und Clem, Alex, Strom. II, P- 416. Try Sewescey Daven ra Bie Telos sive neu THY TO TAUTHS eAsudegran.

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Güuftes Buch. gen, ober fid) zu bereichern, als feine Kenntniffe gu ver. mehren, und er wollte aud) lieber Männer bilden, die bas Diuber von Staaten gefhict zu führen wiften, als fic) felbjt auf ein Meer wagen, das unaufbörlid von Stürmen beunruhigt wurde, roo die größte Erfahrenheit richt wor gefährfihen Sciffbrüchen ficherte, und auf melchem er felbft, der in einer ftillen Muße, wie in einem fichern Hafen zu liegen glaubte, faft feinen Untergang gefunden hätte. Ungeachtet wir von den Schriften des Anarageras *) weniger Ueberbleibfel, als von denen feie ner Zeitgenoffen haben; fo find dod) biefe wenigen Bruch ftúcte binreichend, uns zu überzeugen, daß er bas Geo biet der menfdlihen Erfenatniß mehr, als irgend einer der Maiurforftber, die zugleich mit ihre blühten, ermeie Anarageras nahm freplid) viele falfche Ge. tert habe. danfen von feinen Vorgángern an: er felbft fiel auf ane bere, die eben fo ungereimt, oder nod) lädherlicdyer wa: ren, als die feltfamften Einbildungen der ältern Welt weifen; allein bey allen diejen Nbweichungen von der rechten Bahn drang er tiefer, als irgend einer vor oder. neben ibm, in die Geheimniffe der Natur ein, und felbft feine Srethimer zeigen, daß er mehr und ridhfiger, als fonft jemand vor und in feinem Zeitalter beobad)tet habe. Hnayas 33 oder regi Quoews ©, Aufer tem Gerke ree Dune (fal, fol, 8. 2.) betitelt, aus welder Simplicius alle Frags mente genommen hat, und des aus Mehrern Büchern beftand, finde ic) nod) eines segs Pasıreses vom Ne fian, (IV. 14. Var, bit) ein anderes eos heyweoy vom Ariftoteles, (1. 2, de Plant) und ein drittes endlid) über die Duadratur des Cirtela vom Plntard ar geführt. (loco ınox citando.)

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Anaragoras befolgt eben die Ordnung, bie alle Weltweifen vor ihm beobachtet hatten, und and) nad) ibm beobachteten. Er fing mir den allgemeinften Unters fuchungen über den Urftoff und die Gramdurfachen aller Dinge und deren Entffefung an, und ging alsdenn zu Betradtungen über die Natur und Eigenfchaften einzele ner Theile dec Welt und einzelner Erfheinungen und Gee Alles, was ift, fagte genftände auf der Erde fort. Anaragoras, war von Emigfeit, weil eben fo wenig et was aus nichts entfichen, ais in Nichts untergeben fann *). Allein die wirflihen Dinge wären nicht immer in foldjen Ordnungen, Sagen und Verbindungen, als worinn wir fie jezo wahrnehmen, fondern eine unbegrányte Menge von unendlich Éleiren Grundforperdyen fag in rohen unbewegliden KRiumpen durch einander gee mworfen **). Ungeachtet diefe zahllofen Elemente alle die Kräfte #) Simpl. in Arift, Phyf, 33. fol. b. “Or, de ede yweras made DIeigeras Toy oporomegcoy , od’ oes TavTe ess, dndos Aeyoy, TeTav desTw dio REXQIME= yay, YWWOHE Xen, ot: Favre dev chasow esw, BOE TFAEIW. 808 LYUSOY TAYTOY TAEIO € var, ade zavra soe cei. et fol. 34.b. To de pre dos nou wro Aura en ceSws vousCgaw di EAwves. 4 ade yae Menu Ver ede «ro AUTH. EM ET EOVTOY YCAUOTUVY CUMMIOY ETA TE xe diamowerc. Ka Bros ay etwas xederey To pvec dou cups yes or, veto roue Dos diecnewsaden, ©#) Frag. Anax, ap, Simpl. fol. 33, b. Que Xenuare TONTO YY CTESCOC KATA TA dos ye CusKEOTX. RO YAL TO TUIKLOY ATESCOY HY. KR TAI TOY ous sopT UT, &dev ELONAGY HY Uzo TMINGOTYT

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Reäfte und Eigenfchaften befafen, die wir jego in ben Gegenftänden der Körpermelt enrtecfen; fo waren doch in ihnen weder Farbe, nod) Wärme, nod) Malte, nod) andere Befthaffenbeiren bemerkbar, weil fie durch die unendliche Kleinbeit und Bermifchung verGrundebeile fetbft gleichfam verftwanden, oder fic) allen Sinnen entzogen +). Es waren ihrer aber eden fo viele Gattungen, als es jezo Gate tungen ungleichartiger Körper gibt: denn wenn mannidyt für eine jede Körperart eigene Clemente, für Gold, Knochen und Biei) ungerfiörbare ihnen gleichartige Grundtheilhen annähme; fo urijte man, glaubte Anaragoras, behaupten, daß Dinge aus nichts entffanden fepen, und in Nichts untergingen **). Wegen diefer Gleichheit oder Gleichartigfeit der Elemente mit den Körpern, dle aus ihnen ¿ufammengefezt feyen, nannte er die erftern So. moiomerien***), und lehrtezugleidy, daf bas, was man Entflehung und Untergang, Geburt und Tod nenne, nur Zufammenfügung oder Auftöfung von Körpern in ihre ewigen uuveränderlichen Beftandtbeile fey +), Die, *) Ib, zew de atenei Doi, Toro ous E0Y= vo», ade Xeon evdyrcs av eden. arexwnve Jen coulis FAVTWY Kenperar, TESTE desa vas Te Exes, nou Te Segue, nos ra buyer, YC TE ALUTLE Koes TE CoPee8, ou Yns Todas eveRTio, LES OTECpATaY exe ares sde soinotay CAndo:s. +) Man fede rift. de cocko' MI, 3. Lucr, I, 830, de Plac, Phil, I, 3. »tob, Eel, phyf. p. 26. ##x) Aud, modo cit. +) Anaxag ap. Simpl. Î. e, Anaragoras redet bieweilen ven „einer Einheit (ro ¿y) und verftcht darunter den gan:

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Diefen unendlichen Haufen ruhender und in cin. ander gemifdyter Homeiomerien näberre fid) (fo fuhr Anarago: zen SuSequiff aller Somoiomerien, bevor fie aus einane der gefondert, und im Korper von einer beirimmten Are zufammen gefiige waren. Anaxag. fragmenta ap. Simpl. fol. §. a, & 33. b. T8TOY de.gtas exovrav, xen dones Ev esas Fo re nes TTAVTONKy 6Y TAGLI TOS CUYLEWOMEVAIS, TOY Xenmesrav. WI THEQUATH TAV HO Mess Travroso.s Hor AROS, Kets ideas. exovre Ariftoteles legt das Ey des Anaxagoras. durch) ro oy aus, und © vftebt darune ter die Fähigkeit der ewigen vermifchten Clemente, al: fes aus fic) hervorbringen zu laffen. Metaph, X, 2, p.196. An den eben angeführten Stellen fpricht Ana Fagoras nod) von einer andern diexorugoss, als die: jenige war, mwoburd die gegenwärtige Welt aus dem ewigen Chaos hervorgebracht wurde. Sd bin aber nidt im Stande zu fagen, was er fic) dabey gedacht babe. Simplicius deutere fie auf die Schöpfung einer verftändlichen Welt. Sd) will die Hauptwozte Serjesen: Kas &ıIewres ye cuyumaymar, nos TE M AA Gua, 000 Wurm exer, EMAYEL, re TUS ye av. Sorrow ewvees noes CEAMNV, Kant CA AG wITEC moe a. Kes trav yav cures Pue ToAA« TE KEL FAVTOIK. BV EVEINOI TH OVIVISA EvEsuctpuevos EIS THY know xeoyros. — — Dicht blog dunkel, fondern felbit widerfprechend mit feinem Grund: faze von der urfpringlichen Vermifchung aller Elemien» te fheint die Bebanptung zu feyu: daß die Lufe und der Aether die ganze Majfe der Homoiomerien vor der Scheidung und Anordnung derfelben umfaßt hätten und dag fie bende unendlich waren. Kas mavrav oug sovrov 8dev eudyAoy ny Umo CHIRÇOTHTOS. TOTO yoo ane TE m0 une nooreryer, cuPorege erica eovra. Ap, Simpl, fol, 33. b. Gleidy nad:

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Anayagoras fort zu einer gewiffen Zeit ein verftändiges Wefen, das mit denfelben ganz unvermifcht, unendlich ausgefpannt, und nicht aus mehrern Elementen zufame Dies verftándige Wefen übertraf mengefezt mar *). alle andere Naturennicht nur an Feinheit und Neinigfeit feiner Subftenz, fondern aud) an Made und Weis: beit. Indem es alles vermochte und umfafite, und fo wohl das Vergangene und Zukünftige, als das Gegenwärtige, fowohl dasjenige, mas aus dem Wirkliv hen werden fonnte, als dasjenige, mas da war, ere fannte; fing es an das Linordentlidje zu ordnen, das Berinifhte von einander zu fondern, dem Unbemeglichen Bewegung, unt dem wirften Gemifche von Elementen, | Schönheit und Glanz mitzutheilen. Das Didste wurde vom Sofern, bas Kalte vom Warmen, das Fichte vom Dunkeln, und das Trocfne vom Feuchten gefchjieden. Jn biefer Abfonderung einer unendlichen Maffe rückten die verwandten und gleichartigen Theile zufammen: die lodern Ber driifte fic) Anaragoras fo aus, als wenn Luft und Aether urfprünglich nicht alle übrige Elemente eingefhloffen Hätten, fondern bey der Anordnung der Wele von den übrigen erft wären getrennt worden, Koss yore 6 ang nots 0 cone amengwerdi amo TE TEEEIEN,OVTOS, TE MONÂS. ou TO YE TEGIEX0Y areeoy esı To Andes. ib. Eben diefe und antic che Stellen, an twelden Anaragoras die Luft und den Acther unter die übrigen Homoiomerien zähle, machen es unmöglich, nur zu errachen, wie er fid) die Subs ftanz der gleich; der Luft und dem Aether unendlich) aus gedehnten Gottheit vorgejtellt habe. *) Die Deweisftellen (tejen in der Hift, do&rinae de vero Deo p. 362. 63.

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focfern und leichten, fliegen empor, die Hellen und trocenen Elemente und aus ihnen wurden Sonne, bie übrigen Geftirne, Mond, die Suft und der Meter, oder die Räume des Himmels gebilder, Die dichten feuchten, falten und dunfeln Theile hingegen fentren fich dahin, mo die Erde ift: und aud) bier fammlete fit gleiches zu gleichem; bas ungleidartige ¢heilte fid), und es entftanden neue Zufammenfezungen aus Elementen, die urfprünglich vermifcht gemefen waren *). Aus Bol» fen wurde Waffer, aus Waffer Erde, aus Erde Steine abgefondert und gebildet, und burd) andere Abfonderune gen und Sufammenfesungen von Theilen wurden Gewachfe, Thiereund Menfdyen hervorgebracht, Nicht alfo Zufall, oder Glad, oder Nothwendigfeir, oder vernunftlofe Nas tur, oder blinde unerflänliche Kräfte, fondern eine alles überfcyouende und durddringende **) Gottheit fey die eine alge *) Simp), fol. 6. b, ex Theophr, Anaxag. ap, Simp). p.33.b, Kas ras meeixwencios THs oupmaons YES ened. TNOEV, rE FEUX MEN Try Merny. Kas mea TOÙ ATO TE TUIEE NOZATO TMeerKYveNTcs. EME „de TARO TECK WEES, no MeerKeenoos Em sareov. — — Kas ry ELIOT, Tour, iv yuv TEC WREEL, TUTE USER, Ko 6 HAS, zu GEANVM, Koes 0 emo, Hoi © edgeci cerronesvopevos. À de FEEL CWENTIS KUTN ETFOMGEV erronei ego. KOs LIOKEIVET EES EMO TE TE QUES To Tux, wos «70 TE Puyes To Segpor, nous are Te CoPees To Auumeov, ues ro TE desee Te Eneov. e. Man fee auch fol. 38. a. RF) Man fehe meine eben angeführte Schrift l. e. Id für ge nod) ein Zeugniß des Plato Hinzu, weil dadurd) be. totes

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sige Urfache der Bewegung, Ordnung und Schönheit der Weit; fie allein babe aus dem Echoofe des todien Chaos alle Theile des unermeßlichen Ganzen bervorgegogen, und fo geordnet, ‚daß nicht die geringfte Berándes rung im Univerfo vorgebe, die fie nicht vorhergefehen Das ganze Alterehum rief Daher und befdhloffen babe. aud) den Anarageras als den erjien Priefter des wahren Gottes und als den erfien Verfúndiger des Waters und ‘ Negierers der Welt aus *), Eine nothwendige Folge aus der Lehre bes Anoragoras von den Homoiomerien oder der Entftehung aller Körper aus gewiffen ihnen gleichartigen Deftandeheilen war diefe,. Daß die Gottheit zwar alles aus einander ge: fordere, geordnet und in Bewegung gefest, aber in dem Wefen derfelben nichts geändert, zu ihren Kräften und Gigenfaften nichts hinzugefügt, oder Davon meggenome Er erwähnte tager der Gottheit nur alsdenn, men babe. wenn er Erfchein: ingen erflére, die cr für Wirkungen der Ordnung, Bewegung usd Schönheit von”Körperi Dile; er fcwieg Hingegen von diejer Beltfchöpferinn, Menn er s “von . wiefen titt, daß Znaragoras fid die Gottheit ¿er als eine reine, unvcrmifdte, aber dod) als eine Gubfans gedadyt babe, rocldye die ganze Welt durddringe: Plat.in Cratylo p. 8°. ero de ro dimctsov, © Aeyes Ayakayogus, var ewo rare, AVTOMLATOLO "HO VT AUTOY, ich edevs PEMLYMEVOY, TFAVTA DATI ŒUTOY 2 OT EI - TES TEXYPATA, OL TFC TOY 1OYTC. | *) Man fehe die Zeugniffe der Atp, in Hift, dof, de vero Deo p. 253.

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von foldjen Phanomenen redete, die nur aus der Natur, dem Wefen, den innern unverlierbaren Kraften der Bee flandebeile aller Dinge abgeleitet werden fónnten. Diefe Urfache feines oft langen Stiflfchmeigeng von Gott, den er dod den Herrn und Negierer aller Dinge nannte, fdyeinen Plato und Ariffoteles nicht bee merft zu haben *); indem bende Weltweife ihm vormare fen, daß er die.wichrigften Veränderungen in der Natur nicht aus den Volfommenbeiten und weifen Abfichten der Gottheit, fondern aus dem Wefen **) des Aethers, des Feuers, der Suft, und anderer Dinge erläutert, und daß er den Mamen der Gottheit nur alsdann genannt Babe, wenn er alle andere Urfachen oder Naturfràfte unzulängfich gefunden hatte, Diefe Befchuldigungen würden nur alsdenn den Unaragoras treffen, wenn er die Gortheit anfangs für die Urfache alles deffen, was alle Dinge find und befigen, ausgegeben, und nachher die Eigenfchaften, Kräfte und Veränderungen derfelben nicht für * Giehe Plat. in Phsed, p. 39. Arift. I, 4. Metaphyf. Avafayogw Te Yag HIXEVI MENTE TO vo eos THY xoouoroiav. Koes oro emoanoy , dia TV Cor ICY BA OVAYUNS ESP, Tore ÉÂKEI ŒUTOY. ev de rois HAAS ToT uaddoy cuTICTO Toy Yıvousvav, 6%) $ Y8Y. Dies Wefen oder den ganzen Gubeariff aller urfpringlie chen Kräfte und Eigenfchaften'der Somoiomerien, nanne te er Nothwendigkeit, rie felbft die Morte des Ariffo: teles an dev Seile zeigen, wo er dem Anaragoras mit unter diejenigen Weltweifen ft, die ihr vieles zuger eigner hätten. Arift, 11, 8, Phyf. Aufc,.

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Súnftes Buch. für Wirfungen der Gortheit, fondern des Mefens der Dinge oder der Motbwendigfeit erkläre hätte +). Ungeachtet Anaragoras fehr viele ungereimte Sole gen und unanflisticye Schwierigfeiten feiner éebre von der Entitehung aller Dinge aus gieicyartigen Beftandrbei: fen überfehen zu haben fcheint **): fo zwangen oder verleie teten ihn doch einige Einwürfe, die er bemerfte, zu neuen Behauptungen, die er wahrfcheinlich als die (taréften Srijen feines Spftems anjah, die ihn aber, wenn Hye porbefenerfinder anders unbefangen fenn Éônnten, hätten feine ieblingsmeynung aufzugeben, bewegen follen, Weil Anaxagoras nicht läugnen Fonnte, daß die Dinge, womit Menfchen, Thiere und Pflanzen ernährt werden, Feine fichebare Achnlichfeit oder VWermandfehaft mit der Natur der leztern haben, und daß befonders Durch diefele bigen Nahrungsmittel, zum Benfpiel Brode, ganz une gleichartige Theile des Körpers, Knochen, Bleifh, Blut, Haare, Nägel, u. fiw. ergänzt werden, fo mufte er fagen, daß in den Nahrungsmitteln der Menfchen und Thiere Beftandepeile enthalten fepen, Die den vere #) Sondern aber Anaxagoras das, was den Someiomerien von Œiviafeit her mefentlid und eigenthumlid war, von den Mirtungen der Gorthelt auf fie unterfchicos fo flog ex feinen Grundfüzen gemäß, wenn er nicht alles aus dem lezterin erfiärte, Allein das hatte man ibm vore werfen chunen, daß er nicht, wie Bewegung, Ord: nung und Schönfeit, fo aud alle übrige Kräfte und Eigenfchaften aller Naturen vor der Gottheit hervors gebracht geglaubt Gabe, FH) Diele Folgerungen und Schwierigkeiten findet man beym Ariftoreles L 4. Phyf. Aufe, Lucr, L, e, und Bayle Article Anaxagore, NoteB,

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fehiedenen Theifen ihrer Körper, die dadurch erfest wire den, ähnlich wären, und die man nur wegen ihrer une vendlichen Rieinbeit niche wahrnehmen Fönnte *). Eine foldie Vermifdung der ungleihartigften Homviomerien fonnte Anaragoras aber nicht bloß aufdie Nahrungsmittel von empfindenden und lebenden Gefchöpfen einfchränfen, wenn er fic) nicht offenbar verrathen wollte; er war alfo genötbigt, zu behaupten, daß alles in allem fey, dag alles aus allem abgefondert werde, und daß auch in dem Eleinften Theile zufammengefezter Materie eine Unendlich« Eeit wefentlich verfdjiedener Clemente eingefchioffen fey ***), Uu 2 Doch *) Vide Arift, Phyf. I. 4. de Gener. Anim, A, cap, v7. p- 179. de Plac, 1,3. Simpl. fol. 106. a. Kees desevuae Cfagt dev leztere vom Aviftoteles) ors 8 povey vo CAcY pry pos OCTTELCOY LVAYYA TO peyedei EYE AUTO, LAA noti ÉMOESA) omoiomsgeiav, ones FH OAD AYTO EXBTAY EVUTAONONTA, Ko 8 de correos Hovey, aAAce Koes aTeiponis mer. MAA’ eis ev Thy TosceuTHY evvoscey o AvæËæyopcs nXSevy aygueros undev ex TE un ovros Vheo Do ice Trev Uzo TY duo:s TeePEaIes. dev BV ray ex Tav TOS Ywonevov, Ei Hi pi} otpueras HAAR HAT raw, moti Yoro ER Mupos ung, voi eb wegos Uwe, mei en Udaros yn, noe ev 415 Nidos, soci ex ADS A ue, ves TEOPas derys œur#s Beco Peeoperns , ösov RETE, TOAAR wai VOOR yıyeraı, coger, 030, DAefdes, veved, Pei MESI OUXES, KOI Wee, El dra TUXdi Hei hecoeros dee. Lid) ante befihutdigre daher feine Lehre mit Meche, dag fie das nicht leifte, wozu fie erfunden worden: fie tl Kame

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Sinftes Bud. Deh nahm Anaranoras diefe Ueberbleibfel chaotifcher Permichunc en nicht defimegen an, fiir zu mad) bielt, weil er die Gotrbeit alle unaleichartige Elemente aus einander zu fondern, oder Körper aus lauter gleichartigen Elementen zufammenzufezen, fondern um feine Hnporhefe Sn mut der Erfahrung übereinftimmend zu machen *), deu übrigen Gedanfen des Anaragoras über die Natur der himmiifcyen Körper, über die wichtigften Erfdeinungen am Him: námlid) nod) immer eine unbegränzte Vermirrung in der Welt übrig, da fic doch erklären folle, wie aus erviger Unordnung Ordnung entftanden fey. ®) Heimins in den Schriften der Berlinifchen Akademie der Miffenkhäaften vom Sabre 1753 läugnet es fhlediter: dings LS. 273.), daB Anaragoras alle Körper aus Gleidartigen Theilen, Fleifd) aus Partikeln von Fleisch, Kuochen aus Kleinen Knochen u. f. w. entffanden ge: glanbt babe. Eine folhe Behauptung fey zu unges reimt, als daß ein fo großer Mann, dergleichen Anara: goras war, darauf hätte verfallen fonnen. Wenn diefe Art gu fließen gölte, fo wurde man, trie id fon anderswo bemerkt habe, den größten Weltweifen des Alrerthums den größten oder dod) einen großen Theil ihrer Meyrunaen abfprechen müffen. Faft alle Schrift: fteßer, dic id bisher angeführt Habe, eignen dem Anas yagoras die Meynuno zu, die der eben genannte Ge: {ehrre ans dem Syftem diefes Philofophen zu vertilgen fue, Wenn man aber aud) annehmen wollte, daß Anaragoras nicht gefagt habe: Knodien entftünden aus “flonen Knoden, Augen aus tleinen Augen, Eingeweis de aus Eleinen Œingeweièeu, fondern aus Elementen, die diefen Körpern aleichartig wären, und aus denen fie nur allein aebilder werden fonnten; fo wärde durch dick Austegung zwer die augenfheinfide Ungercimebeit der Menmung des Anaragoras etwas vermindert mer: den, allein die unbeantwortlichften Eimvürfe würden nod) inuner ungefchwäacht bleiben.

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Gefchichte der Griechifchen Neltiveisheit. 677 Simmel und auf der Erde, endlidy über das Wefen der Menfhen, Thiere und Gewächfe, find Wahrheit und Serthum, decd) immer mit einem Uebrrgemicht des deje tern, eben fo, wie in feinen Vermutburgen über die. Entftehung aller Dinge vermifcht, und allem Anfehen ' nach widerfprach er fich eben fo oft, als die Schriftielier, die ung feine Beobachtungen und Meynungen aufg: jeidye net haben. Er fagte nichts von den Urfachen derverfitsies denen Schwere und Seichrigfeit der Körper *), und ucbte dagegen den Grund auf, worinn das unendliche Ganze nicht finfe, fondern felt und unbemeulid) bleibe. Er fand ibn barinn, daß fich bas Univerfum felbit fige, Feuer und Aster oder auf fic felbft gegründet fen **). fchienen ihm einerlen Subftanz, und die Räume der Dime mel mit Seuerthzilchen angefiille zu fepn, als welche bey der Weltfchöpfung und der Abfonderung aller Dinge aus dem Chaos fid) in die Höhe gehoben hätten ***), Zugleich aber glaubte er, daß in den Hédhften Gegenden des Als, wohin nur die feinften und flüchtiaften Theile Hatten Bino auffteigen Éônnen, die Sonne und übrigen Geftirne als feurige Steine, oder glühende fteinigte Waffen berume fdywómmen }). Spätere Schrififteller eignen ifm fogar die Mennung zu: daß die Sterne urfpringlid) Steine gemefen feyen, die von der Erde burd) gewilfe Wirbel oder Sturmwinde fortgeführt, und endlid) zu Geftirnen ' Uu 3 4 Quss ®) IV. 2. de Coel, **) Phyf, Ari. UL 5, ***) De a Hi 3. Meteor, 1, 8. u. bef. ipf, frogm, ap. top . D Man fee die Bengniffe des Plaro, 38. fol, by 4 Xenophon und ans dever beym Bayle Art. Anaxagore Note B.

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Fünftes Buch, auggebrannt worden *); und eine noch größere Sabf von Gefchichtfchreibern erzählt, daß er die Auslöfchung diefer glübenben fteinigten Maffen, und den Sturz derfetben auf unfere Erde geglaubt, und den Wunrerftein bey Uegos Potamos, den man nod) zu Plutarchs und Plinit Zeiten verehrte, entroeder für das Bruchftüc eines Srerng, oder aud) für einen ausgelofchenen bimmlifhen Körper gehalten, und deffen Fall viele Wochen vorher verfine bigt habe **). Unter allen feinen Behauptungen ¿og ihm feine andere einen bittern Tadel größerer Männer, und einen Heftigern Haß des gemeinen Haufens zu, als eben dies jenige, wodurch er die Sonne und übrigen Geftirne für gli 2) Diog, in ejus vita Lib, IL 10, 12, und mehrerer Kirchenväter. De Plac, phil, 11, 13, #5) Man febe den Diogenes I e, & ibi Comment. vor allen andern aber den Plutard im Leben des Lofander, Man Faun aber meinem Urtbeile nach mit Rech: sweis feln, 06 Anaxagoras diefe Unacreimebeiten behauptet und gefagt habe, ungeachtet für Ecinen andern Loberss umfand, und für Feine andere Mennuna dicks Melts socifen fo viele Sengen als fir feine Meifagung des Falls des berüchtigten Steins ben Aeros Poramos ans geführrwerden Eonnen. Hätte Anaragevas gelebre, dag ble Sterne von der Erde wegacriffrre Steine, und bar der Stein bey Ncass Potames cin Stück der Sonne oder ein erlofbenes Geitien fey; fo würden Plato und Xenophon an den Orten, wo fie von der Mennung des Anaragos ras über die Natur der himmlifhen Sórper, alg einer eben fo ungereünten als gortloren Grille veden, und Avifforcles in feinen mereerofogifhen Büchern, befens ders da, Eifer too cr des Steins und feines Falls aus der erwäßne (Meteor. I. 7.), biefe Behauptungen dee Anarageras nicht verfchtwiegen haber.

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Gefchichte der Griedhifthen Wclfweiébeit. 679 glühende Steine erklärte, und fie alle ihrer Gottheit ente fezte *). Anaragoras machte dadurd alle Unterfuchuns gen über die Natur und Veränderungen bimmfifiher Koes per fo verdächtig, Pak man fi fogar feine depre über . die Natur und Verfinfierung des Mondes bis auf die Zeiten des Plato als ein wahres, aber auch als ein gee fährliches Gebeimnif anvertraute **), Er mar der erffe ***), dee fic unterfand, öffentlich in feinen Schrife fen den Mond nicht eine Géttinn, fondern eine Erde qu nennen, die der unfrigen äbulich fen, und ir fiche von Er war guerit fo gtüclich und Fübn, der Sonne erhalte. die Abnahme, Zunahme, und die Verfinfterungen des Mondes aus den wahren natürlichen Urjaden zu erllä« ren $). Wenn aber Unaragoras die Größe der Sonne mit dem Umfange des Peloponnes verglich, und Hingu feste, daß die erfle viel größer, ale der legtere fey #f)3 Un 4 fo 8) Die Stellen des Xenophon, Díato und anderer finde man beym Bavie Art, Anaxagore Not, Ba **) IIE. 393. in Nic, Plus. ##*) ib, p. 60, Stob Phyf. Ecl, +) Plato in Crat, p. 87. zweifelte, 06 Anaragoras ¿nerft ges febre Gabe, day der Mond fein Liebe van der Sonne erhalte, Allein ev zieeifelt nur, weil er dem Anaragos tas nicht günftin war. Selbjt die Art, wie ev diefe Bes mevéung vorträge, zeiat, dab rman fie in feinem Rcits alter allgemein für neu schaften, und dem Unaregerat zugeichrieben habe. — Liebrigens ijt es merkwirrdig, daB lezterer den Mond fir einen Körper von ganz ara derer Natur, als die übrisen @revne gehalten habe Aus der Erklärung des Mens des Monde cntffand wahrfcheinlich die ivcias Mepnung cines neueren Schrifte fiellers, daß Anarayoras alle Sterne fir ixdifthe over unferer Erde hnliche Körper gehalten babe. Diog, LL e. +) Diog, H. 9. If, 21. de Plac, Phil,

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Fünftes Buch, fo war er der Wahrheit nicht näher, als wenn er die Ros meten für Erfheinungen hielt, die aus der Vereinigung oder Sufammeurüdung von Planeten entflünden *). Gliclicer war feine Vermuthung, daß die Milchftrafe das eigentliche Sicht gewiffer Sterne fey, welche die Sonne nicht anblice **), oder zwifchen welchen und der Sonne die Erde ftehe ***). , Seine Betrachtungen über die Erde geiqen, daß es dent Menfchen fehwerer würde, (td) von feinem Mobn= _fige richtige Begriffe zu machen, als über die Natur und Bewegungen der bimmlifhen Körper wahrfcheinliche DVermutdungen zu begen. Er hielt die Erde mit dem Anarimenes und Demofrit für platt +), und elaubte, daf fie anfangs ganz fdwammigt und fumpfigt gemefen, daß aber enblid der obere Theil, den wir bemoburen, durch beftändige Negen zufammengeprefit und dichter ges worden fey tt). Sbre platte Geftalt fhien ihm der Grund ihrer Unbeweglichfeit zu feyn; denn dadurch merde die Suft, welche fie trage oder ihre Stúge fen, fo einges fhloffen, dafi fie nirgends einen Ausgang finden, und fic) der auf fie drúcfenden Saft entziehen Eönne j}}). Die Crt. 7 *) I 7. Meteorol,! RX) Meteor. 1. 8. HEX) Er glaubte, daß wir diejenigen Sterne, tuelche die Sonne anblicte, deswegen nicht wahrnähmen, weil die Strahfen der Sonne ihren Strahlen ividerffunden, und fie hinderte, bis auf die Erde herabzufommen, 4) de cocl, th. 13. tt) Il. 7, Meteorol, Arift. +14) 11, 13 de Coel. Dad) dem Verfaffer des Buchs von ten Meynzingen der Ieluweifen fol Anaragoras gefagt haben, daB dic Erde oder die Welt nach ihrer Entftebuna,

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Erbbeben erklärte er aus einem Serabffrablen oder Herabfenfen des Aethers , der in die Höhlen der untern locern Seite der Erde eindringe, und die Erde von unten bis oben durd) alle ihre Gewölbe ericyüttere *). Daß die suft ihrer Feinbeit und Unfichtbarfeit une geachtet ein wirflidyer Körper fey, der andern Widere fland thun fénne, fchloB er aus der Kraft, die man anwenden múffe, um Dlafen, die mit ihr angefülié fenen, «zufammengudrácten , und aus den Erfcheinungen einer Maichine, die allen Griechen befannt war **). Eine jede Bewequng der Luft nannte e: Wind***), und erflärte ihn für eine Wirfung der Connenfirahlen, wodurd) Den Bliz hielt die Suft verdünnt und bewegt werde +). er tt) für eine plözliche Ecfdyeinung einer von oben Hers Uns abges und der Hervorbringung aller Thiere fic) ein wenig nad) Mittag gefente habe, damit einine Theile derfelben bez wobnbar, andere hingegen unbervohnbar würden (11. 8.). Bon diefer Meynung des Anaxagoras, deren Grund mir ein Rathfel ijt, finder fic) fein Wink im Arifto: teles, und man muß fie alfo um defto mehr für erdich: fet, oder für die Wirkung eines Mißverftändniffes pal: ten, weil fie den Beweis umwirfe, den Anaragoras für die Unbewenlichkeit der Erde vorbradte. ‘die Erde nicht fenfredt, Denn wenn fondern nad) einem feiefen Winkel auf der ihe unterliegenden Luft rubte; fo würs de die feste mehrere Deffnungen finden, twodurd) fie Dervordringen, und die Erde zum Ginfen bringen konnte. È *) II, 7.!Meteorol Arift, **) Phyf Arift. 1V.,6, Problemat, f. 16. p. 125. Diefe Beobachtungen leiteten ihn unfireitig auf die Vermu: thang des Dienfies, den die Luft der Erde leifte. ###) Il, q, Meteor, +) Diog. Il. 10. tt) II. 9. Metecrol,

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abgeftiegenen Aethermaffe, deren Auslöfhung den Dott: ner verurfache. Eben beGmegen alfo, weil foldje Feuer: flumpen eher fichtbar würden, als fie erftürben oder aus» gefofcht würden, fae man auch den Blis früber, als man den Donner höre. Seine Gedanfen über die Entftebung des Hagels fann man aus' einer zu furzen Stelle des- Ariftoteles nicht gang errathen *). Diefem Zeugniffe nad) glaubte Anaragoras, daß Hagel alsdann entftehe, tvenn Seuchtigfeicen in die falte obere £uft emporftiegen. Der dunfefte und am wenigften ausgearbeitete Theil feiner Dhilofopbie fheint feine Seelentebre gervefen zu fen; denn über diefe widerfprechen fid) die Griechifdjen Sorifrfteller am meiften, oder drücken fid) dod) am une beftimmteften aus, ‘Bald redete ev fo, als wenn er das Wefen ber Gottheit von Seele oder Weltfeele unterfchies den Hatte: menigfiens belegte er nur die Urfache der Ordnung, Schönheit, und Bewegung aller Dinge mit dem Worte Verftand (ves), und von ihr fagte er es aud) vorzüglich, daß fie mit allen übrigen Subftanzen unvermifcht fen **). An andern Stellen hingegen brandyte er die Wörter Verftand und Seele, als gleichgeltende Aus. drüce, für das Principium aller Bewegung, alles Em: pfindens und Denfens, und fagte, daß der Verftand alles durchdringe ***), alles umfaffe und regicre +), was bes feelt fey, und daß er fic) in allen Thieren, in Fleinen wie in *) L 12, Meteorol, *®) Ar, I, 2, Plato p, 58. Anax, p, 33, fol, 2, ap. Simpl, #**) Plat, p. 58 D fol, 33, Po 2e

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in qrofen, in vermorfenen, wie in ben edelften finde “). Wenn man die Brubfiüde zufammennimmt, und mit einem andern Zeugriffe des Plato vergleiche**); fo fann man faum zweifeln ***), daß Anaragoras von der gôttlis den Subitanz felbft geglaubt babe, daß fie durch die ganze Welt verbreitet, und allenthalben die Urfache des Embfindens und Denfens fey +). Allein wie er diefe alles durchdringende und befeelende Gottheit dod) immer noch rein und unvermifcht nennen fonnte, und welchem befannten Körper er ihre und aller Seelen Subftanz fic) am ahnlichften gedacht babe, wage it nicht zu beftimmen, da er fie zwar die feinfte und geläutertfte aller Gubftangen nennt, aber fowohl von Suft als von Aether unterfchei« det tt). Zuverläffig faif aber ¡ft es, ba er die Seele für eine aus Suft beftehende oder zufammengefezte Natur gehalten habe, wie der angebliche Plutard)tt) und Theo boret+ttt) verfichere. MWahrfcheinlich hingegen, was eben Diefe Manner berichten, daß er die Seelen für unvera gánglid), den Schlaf für eine bloße Veränderung des Kore *) Art, I, 2, de Anim, = p. 53» Rex) Mie ich an einem andern Orte gethan habe, +) Sch nehme andy hier die Bemerkung zurück, daß Aviftos teles in den beyden Stellen im ¿wenten Capitel feines crficn Buchs von der Seele fic) eines iderfpruds” fhuldig gemacht Habe. Aviftoteles ftimmt volltommen mit fid) felófE, mit dem Plato, und mit dem ‚angeführs ten Fragment des Anaragoras überein, tt) Man fehe die Fragmente beym Simplicius fol, 33. 6. adgefihrieben habe id diefe Stelle ip der bil, dodr, de Deo, THD IV. 3. v, Serm, pi 545»

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Fünftes Buch. Körpers, nicht der Seele, und den Tod für eine Tren: nung des denfenden Geijtes vom fterblichen Seibe gehalten habe *). y Ueber die Zahl von Kräften, die er in der Geele annahm, miffen wir faft nichts beftimmtes, als daß er alten Thieren **) feben, Empfindlichkeit, Begehrungsvermögen und Denffraft zugeeignet, daß er ferner die Sreybcit der Seele behauptet, und unvermeidliches Vers bängniß, oder zwingende Mothmendigkeit für finnleere Damen erklärt babe ***), Nad dem Xriftoteles glaubte er, daß der Menfd) Feine andere Bors züge vor den Thieren, als feine Hände befige +), welche allein ihn zum vernünftigften unter allen empfine denden Wefen machten, Mach dem Plufard) hingegen, der als Gefchichtfehreiber der Meynungen alter Weltmei: fen fehr tiefunter bem Staniriten fteht, lehrte Anaragoras, daf der Menfd) an Beobach)tungsgeift, an Umfang des Gedachtniffes, an Runft oder Gefchiclichfeicen, endlich | an Weisheit alle übrige Thiere, ohne alle Bergleibung übertreffe, und daß eben diefe Worzüge es feyn, wodurd) der Menfch alle Thiere fic unferthan made, und warum er ihre Arbeiten und Kräfte nad) feinem Wohlgefallen braudye tt). Viel übereinftimmender mit feinen übrigen Grunde fägen, als diefer lezte Ausfpruch gewefen feyn würde, waren feine Klagen über die Schwäche und Dunkelheit der *) de Plac, V, 25. *%) E, 1, de Plant, Ariftot, WR) Alexand, de fato C. 2. $) de Plant, I, 1, de Part, Anim, A, 1. p. 106. tt) VI. de fortuna 373. ©.

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der Ginne**). Unaragoras mufte nothwendig die. Kenntniffe, welche die Sinne uns von den äußern Gee genftänden geben, für jehr unzulänglich, oder gar unrid)» tig halten, weil fie uns nichts von der unendlichen Theile barkeit der Körper, und der unendlichen Kieinheit und Als ein auffale Bermifhung der Homoiomerien fagen. lendes Benipiel der Unfähigkeit der Sinne, die wabre Bejchaffenbeit von Körpern yu entvecten, führte er die Beobad)tung an: daß, wenn man Feuchrigfeiten von verjchiedenen Farben nehme, und die eine tropfenmeife in die andere fallen faffe, man alsdenn niemals vie allmäh: lige Verwandlung und Bermifung von Farben fo uf fenweife, als fie fic) in der Natur erángne, bemerfen fónne **), Aus diefen Erfobrungen und Vorderfazen fonnte Anaragoras allerdings fchließen, daß die Sinne unglaubwürdig, die Empfindungen und Vorftellungen, die wir durch fie erhalten, erúglid) und mangelhaft, und daß alfo der forfhende Verftand der einzige Richter und Erforfher der Wahrheit, oder der wahren Natur der Dinge fey. Auch Fonnte er behaupten, daß alle finnliche Gegenfiánde, und alfo aud) der Edjnee nicht diejenige Garbe wirklich babe, wenn er fagte, die er zu haben (eine, allein daß der Sdynee fd)warj fey, und ¿rar defivegen fchwarz fey, weil er aus fhmwarzem Waffer ente #) Sext, adv, Mathem, VII, 90. evSev ouev Quomoreevos Avagayoous ws acSevas deaBa dov ras asInTas, imo aPaveorgros cutwy Quer 8 duveroy eouev xewew 7" andes, vino de mıSW UTED THs ATISIAS, THY Togo miKecy Tov Keopceroy sea Roy. 2.7. À, #9) Sext, 1. Hyp. Pyrrh, 33. & ibi Fabric, der die Seugnifje des Cicero, Lactanz und Galen anfubre.

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Flinfted Bud. entftebe, ober gar daß ifm der Schnee nicht elnmal weiß feine *); fo fagte er nicht nur etwas ungereimtes, fon: dern and) etwas, was mit feinen eigenen Meynungen firitt **). So fehr Demofrit auch die Bemerkung des Anapagorssrühmte***), daf man die unbefannten Eigen fehaften der Dinge aus den befannten oder aus finnfichen Erfdeinungen erflären müffe; fo war fie body mit der Sehre von der Schwäche der Sinne nicht weniger unvers -einbar, als gmeen Gebanfen, die Ariftoteles uns in feis net ®) Acad. Quaeft, IV. 31. Cic, Man fee aber doch auch 6, 33, $) Rein Sfeptifer Hat je behauptet, und Ecin vernünftiger Menfh, der einer foldyen Empfindung, als diejenige ift, welche die weiße Farbe verfhaft, fähig ift, Eann es bes Haupten, daß der Schnee ihm nicht weiß feine; und id glaube daher, daß Cicero an der einen Stelle den Gee danten des Anaragoras übertrieben habe, Wenn ‘der, lezteve aber behauptete, daß der Schnee nicht weiß, fon: dern fehwarz fey, weil ev aus Waffer entitebe; fo Eonns te man ihn fragen, warum er glaube, daß feine Sinne fhm die Farbe des Maffers richtiger als die des Schnees ’ annäben, und warum er unter den unzähligen Farben, die das Maffer zu haben fheint, vor allen andern die faywarze wähle? Man tonne ihm endlich einen Truge fehluß entgegen fegen, der aber ganz nad) feinem Wuz fer acbifoce if: daß nämlich alles IGaffcr, wenigitens alles Schneewaffer weiß fey, weil es aus weißem Schnee entfiche. Die Art, wie Hr. Heinius die Mennuna des Anaragoras zu vedufertigen fucht, feyeint mir eben fo feltfam, als die Meynung felbjt zu on, & qu’ ainfi la neige peroit blanche fans Petre effe@tivement; qui ne faut pas fe fier à cette couleur; qu'elle n’eft utileà quoique ce foit: & que celui — la fe trompersit beaucoup, gui emploperoit la nsige 4 blanchir des babsts, #68) VII, 140, Sext, adv, Mathem,

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ner Methaphnfié aufbehalten hat, es mit der Behauptung find, daBder Verfiand oder die Vernunft das Kriterium der Wahrheit fey. Anayagoras erklärte erftlich feinen Freunden, daß alle Dinge fo beichaffen fenen, als fie ihe nen fehienen *), und dann glaubte er, daß es zwifchen Seyn und Nichtfenn, oder gwifchen zween wider{pree enden Sägen nod) ein gewiffes Micrel gebe **), Denn wenn man etwas gutes und fdhlechtes sufammenmifche, fo fey diefe Mifchung weder das eine noch das andere. Unter den Gedanfen des Ancragoras über die Nas tur und Entftebung von Wienfizen, Thieren und Pflanzen triffé man gleich merfmitrdice VBenfpiele von feinen und richtigen Beobachtungen,” uud von ungeheuren Vermus thungen und Seblfciüffen an. Erlehrte, dab Menfchen (und wahrfcheirlic and die übrigen Thiere) aus dem Saamen der Väter entftünden, und baf die Mutter nue den Plas ergebe, worinn der Embryo gebildet werde ***), A Die *) Arift..Mctaph, y. e. p. 63. AveZayoee de nay cerro. Ode yua prnpoveveTay wees Tay ÉTagev Ties, OTL TOUTA KUTOIS ESO) ToL OVTA, oi KY UroreBwoi., , **) ib. y. p. 68.60 AvxËuyces, eve ri peroo rs aymOnoeows" ore ravre Weudy. ora vee windy, ere eyadov, ste 8x wyadey To up. (sE adey ESTI Es Andes. #6) de Gen. Anim, A. a. p. 269. Cenforinus 3abft alfo falfblid den Anaragoras unter derten auf, die geglanbe Hatten, daß der Menih fowehl aus dem Saamen der Rutter als des Vaters entitche, und eben fo wenig fann Anaxagoras acfaot Haben, daf die Kinder derjenis gen Perfon ahnlich wirden, Hergegeben hätte, e. 6, die am meijten Gaamen

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Fünftes Buch. Die Urfade, wodurch der Saame qu einem febenden Gee fôpfe ausgebildet werde, fébweigen, überging er nicht mit Still: mie die meiften alten Weltweifen; nannte er fie nicht Zufall oder Dóngefábr, ätherifche Wärme, aud) fondern eine oder eine görtliche bildende Kraft, wodurd) der Saame organifirt, betebr, und allmablig in ein mit allen Gliedmaßen verfehenes Gefdhipf ausuearbeie Er hielt den Gaamen für einen Ausfluß tet werde *), des Marks, oder für eine Seuchtigfeit, die fid) aus dem Mark abfondere, und der Sroff des Fleifches fowohl als des Fettes von Thieren fey. Zum Deweife berief er fid), wie Alfmáon von Kroten, und Demofrit von Abdera auf die Erfchépfung oder den Verluft von Marf fomobl als von Fett und Sleifd), den alle Thiere nad) einem zu oft wieverholten Beyfchlaf litten. Das Gefchlecht Fünftiger biere werde, feiner Meynung nach **), vorzüglich dadurch beftimme, ob ver nämliche Gaame von der rechten oder linfen Seite berfomme, Sm erften Galle merde ein männfiches, im entgegengefesten Falle ein weibliches Ges fhôpf gebildet, Auch in der Bármurter habe die rechte Seite den Vorzug, daß fie die Aufbemabrerinn manne lier Geburten fey, da weibliche Œmbrnonen die linfe Seite einnähmen ***), Anaragoras lehrte ferner, daß das Haupt oder das Gehirn, als der edelfie Theil des menfchlichen Körpers, als der Sig alter Empfindlichfeit und *) Cenfor, de die nat. c. 6, Anaxagoras ante omnia jus dicavit inerefsere cerebrum, unde omnes funt fene fus, — funt, qui aetherium colorem ineffe arbitrene tur, qui membra difponat, Anaxagoram fecuti, *) A. e. p. 269, de Gen, Anim. ar) Arift, ib,

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und die Urquelle aller Sinne zuerft vollendet, und daß das angefangene Thier durd) den Nabel ernährt werde *). Diefe Beobachtungen hatte Anaragoras wahrfcheine fic) eben der Zergliederungsfunft zu banfen, moburd er die Monftrofirät eines Ropfs, aus weldyem der Zeichens beuter fampon in Athen eine große Staatsveränderung meibagte , auf natürliche Urfachen zurüickführte **), Wenn man diefe Bemerfungen eben gelefen bats fo muß man nothwendig erftaunen, wenn man ferner lieft, daß der Urbeber derfelben geglaubt habe, daf die Razedurdh das Maul gebafre, und bag Naben und Sbife fid) mie ihren Schnäbeln vermifchten und dadurd) empfingen ***), Miche minder feltfam , und des Anaragoras unwirdig war der Einfall, daß die Pflanzen und Gewadhfe der Erde wirkliche Thiere feyen, daß fie gleich den Menfchen lebten, und daß fie eben fool Vergnügen und Schmerz ems pfänden, dächten, begehrten und verabfcheuten +). Anaragoras ging nod) weiter als Empedofles und Dee mofrit, indem er fagte, daß Pflanzen und Gewadhfe gleid) allen übrigen Thieren atdmeten, oder Suft ein-und aushauchten t+). ihre Empfindlichfeit gegen Vergnügen und Schmerz fhloß er aus dem Ausbrechen und Abfallen der Blatter, die er wahrfcheinlid), wie Empedofles, mit e) e. 6. Cenf. de die nat, - **) Plut, in vita Pericl. Pak) Y. 5. p. 253. Arift, de Gener, Anim, : - 4) de Plant. 1. 1. Arift. 44) Kein Wunder alfo, wenn er, und Diogenes eben dies fes von allen Fifchen behaupteten. Arift, de refpirat,i

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mit dbnlidjen Erfcheinungen in thievifhen Körpern Mute verglic)*), Wenn er die Erde die gemeinfhaftliche ter, und die Sonne den gemeinfhaftlichen Water aller Pflanzen und Gewächfe nannte; fo flimmten diefe Bilder mit dem Sprachgebrauch, wenigftens dem dichterifchen Sprachgebraud) faft aller Wölfer überein **), Ein Zeitgenoß des Anaragoras war Demofrit von Abdera, ein Schüler oder Freund des Seufipp. Nach den außerorbentlichen $obfprüchen, womit die größten Männer den Demofrie erhoben haben, follte man ihn für eines der allgemeinften und erfinderifchften Genies bals ten, melche Griechenland hervorgebracht hat. * Unters fucht man Hingegen die Fragmente und Gebanfen diefes Weltweifer unparthenifch; fo wird man ‘geneigt zu glaut« ben, daß er in ben Zeiten des Urfprungs ber miffene fehaftlichen Kenntniffe unter ben Griechen, nid)t aber ¿ugleid) mit dem Anaraguras gelebt, und erft nad) ifm ges *) ib, . ®*) de Plant. 1, 2. Anaragoras ffellte, tie die meiften ale ten Weltweifen, Betrachtungen über die Natur und Vers HAltniffe von Größen, und über die Urfachen von Krants heiten au, welde leztere die erfien Unterfucher der Wahrheit und Natur, als die mertwärdigiten Crfcheinungen anfehen muften. Von diefen medicinifhen aber und geometrifchen Kenntniffen haben fid), fo viel id) weiß, nur ¿ey Bruchftüde erhalten: die Meynung námlid), daß die Galle die Urfad)e biziger Krankheiten fey, CArift, de part, Anim. A. (3. p. 84 ) und dann das Zeugniß des Plutard: da$ Anaragoras im Gefängniffe über die Duadratur des Zirfels gefhrieben babe. enn dicfe Madrid vihtig wäre; fo müßte die Größenfebre von Pythagoras bis auf den Anaragoras fchnelle Foregange gemacht haben.

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gefdjrieben Habe. Wenn man deu Pythagoras auss nimmt, fo ift unter den ditern Weltweifen Feiner (und eben biefes ift der ficherfte Beweis des allgemeinen. Rubms, bener im ganjen Alterthumegehabe hat) welchem man fo viele große und wunderbare Chater gugetraut und gugeeignet, bem man aber aud) unter und neben diefen Wun= dern fo viele NarrBeiten und ungereimte Schriften anged dichtet hat, als dem Demofrit. Man ließ ibn, mie den Pythagoras, unter die entfernteften Wölker Afrifens und Afiens reifen, und fogar von fic felbff fagen, daß er achtjig Sabre in fremden fánbern ¿ugebrad)t habe *). Man machte ifn, wie den Pythagoras, mitden verborgen« ften R:äften der Dinge befannt , und rühmte die Butta der, die er vermöge biefer Vertraulidfei¢ mit den Ges Heimniffen der Natur verrichtet, und die Weifagungen, modurd) er feine Seitgenoffen in Erftaunen gefest, und fid) felbft das Anfehen eines göttlichen Mannes erworben Babe, Man erzählte, daß er fein ganzes feben mit der Unterfuchung von Kräutern, Steinen und andern natürlie Er 2 den #) ap. Clem, Alex, Strom, 1. p. 304. eyo de Tov var ÉpovToy avSenrroy Y AY TRASI EVERY, isogewy TA UNXITA. Koy KEGNS TE Koy yes Bhrasas esdov, za Aoyiov ayer Thesswy eonusoc. Koy Yeoppcwy UVŸETIOS META ŒTFO= deifios udess uo pe mocen okey, 8d of Aryue Tray xocreopevos Agreda amroy. œuy rois d ems mow em ere oydwnovre ems Levys eyewnSyy. Die Beweisftellen für die übrigen Behauptungen dicfes Abfazes fann man im Leben des Demofrit von Brute der, und in Baylens Wörterbuch Article Democrite finden.

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Fünftes Buch. chen Körpern sugebradt, und daß er, um biefen Unters fuchungen deffo ungeftörter nadhhängen zu fonnen, fic von aller menfeplidjen Gefellfchafe in die Wohnungen der Zugleich aber fagte man Tobfen zurückgezogen Habe. aud) (und anfangs gewiß in der Abficht, den Namen des Demotrit zu erhöhen, und ohne zu bemerfen, daß man etwas widerfprechendes vorbrachte) daß diefer unermüdete Beobachter der Natur unfinnig genug gewefen fen, fic) felbft die Augen auszureißen, mit deren Berlufte alle Wefen, deren Kräften er nadjfpürte, fid mit emiger Sinfternig würden bebecft haben, und daß eben diefer fenerliche einfiedferifche Beife, der aus den Berfammlungen der Menfitjen in die ruhigen Werfftäte der tobten MNatur'floh, fic) die Mühe gegeben habe, die Thorheiten der Menfchen beftändigzu belachen, wie Heraklit fie follte beweint haben. Alle diefe mit einander ftreitende Mährhen *) werden von den größten Schriftftellern der Gries hen und Romer geglaubt, oder doch angeführt, und man Eann es daher dem Pöbel im Zeitalter des Plinius und Apulejus niche übel nehmen, wenn er den Demofrit für einen #) Zu diefen Mähren gehört and die Sage, daf die twee gen ihres Blödfinns berüchtigten Abderiten den Demo: frit eben defrvegen, weil er ganz anders lebte und hans delte als fie, fur verrückt gehalten, und den Sippotras tes gerufen hätten, um ihren Mitbürger zu heilen: daß aber Sippofrates die Weisheit des Demofrit bald erkannt, nnd die Krankheit, deren man ihn geargwohnt hatte, den Abderiten vorgeworfen Sabe. Diefe Erjába lung verdient eben fo wenig als die Übrigen eine ernftficheWiderlegung, weil fie gleich den Briefen, die Dee mofrit und Sivpofrates «qervedyfele haben follen, fatt “gar nicht zu vertenmente Spuren der Erdidhtung an fit tragen.

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einen der erften Diele, der úbernacúrliche oder magifche Künfte auf feinen langwierigen Neifen gelernt, und fie ‚in gewiffen Schriften andern zum Nuzen vorgetragen , abe. find Demofrit, Beno, Meliffus, und Sippofrates lehrende Benfpiele, Daß der Gedanke eines einzigen Welte ordnenden und regierenden vernünftigen Wefens nicht nue febr fever zu finden, fondern aud) fd)mer zu faffen und gu verbreiten war, und daß er den größten Geiftern ane Wer fangs nicht einmal wabrícheintid) gerefen fey, erftaunt nidjt, renner findet, daß Demofrit, der mit den Werfen des Anaragoras befanne, und nicht allein nicht feindfelig gegen ihn gefinnt war, fondern mehrere feiner Gedanfen lobte und annahm, daß diefer die vom Anaragoras verfiindigten Wahrheiten gegen die milden grundlofen Träume des Seufipp verworfen habe? Dee . moftit behauptete, wie fein febrer, daß ein unenblid ausgefpannter leerer Naum, und eine unendliche Menge untheilbarer Gubftangen von verfchiedenen Figuren und , Größen die Principia oder Grundurfachen feyen, aus welchen alle Dinge entweder durchs Shngefähr, oder durch die emigen Gefeze der Bewegung und Nothwendige feit, ober durch die abfichtlofen Wirkungen einer blinden Natur hervorgebradyt worden *), Er 3 Ce eignete beyden auch die: #) Man fehe Diog, IX, 45. Arift. Phyf, IL 4. Metaph, 1. 4. Plot. ap, Euf, Praep. Evang. 1. 8, Díato hatte une fireitig andy im zehnten Buche feiner Gefeze den Demofrit, dem er unhold war, im Sinne, wenn er fagre : p. 605. Edit, Baf, Gr, — — — TUE Koy vdwe Hoy YnY Hoy wege, Luca FOTO

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diefelbigen Cigenfchaften zu, die Seufipp ihnen beygelege Hatte: dem einen Fähigkeit (id) nad) allen Seiten durch« dringen zu faffen, den andern unüberwindliche Feftigleit, oder Undurddringlichfeit *), Er fagte ferner mit dem Seufipp, daß nur diefe allein wirkliche, für fic) beftehende Dinge, bie Körper hingegen, wie ihre Eigenfchaften, bloße Erfheinungen feyen, die aus der Zufammenfezung von Atomen, und von Theilhen des leeren Raums ents fune ave moy Tuxn Dası, reyyy de adev TET @Y. noe TX METE TOTO ŒUTOMATO YNS TE KU qNg GENS asgwv TE Teti, die TETw Yeyovsvaa avreAws oyray apuyav. Tuxn de Peeopevo Ty ras duvapeos nasa Exasov, 1 EvprerloHEY AQUOTTOYTO OIKEIWS Tas, Vega Puxeos, n Enea reos Vyex 3 Hou odon Treos au} nea UO TAYTA OMOTE Ti] THY EVAVTIMI MOLTE Kot= TA TUYNV EË avayuns avyuereaada. Tourn Kote RATE TOUTE Erw YEYEVINKEVCA TOY TE BECLYOY Nov, nou God av nou Pura Evurravro wey Toro EX TETWV Yevopevov. Bde die vev Dec, ade dia rive Seov, ade dice Term, «A 6 deJoue, Pures es TU. Texvav de vsecuy ew TETOY Useeuv yevopevay œurnv Ivaray ex JvnTov. x. T. À. Demofrit nahm wie alle alte Welt teife an, dag unmöglich etwas aus nichts entfteber fônne. Plut, adv. col, X. p. 561. und als einen Des weis, daß nicht alles entftanden fey, führte er das Denfpiel der Zeit an, welche gränzenlos oder ewig fey. Arift. Phyf, Aufe, VIII. 1. ®) Crinannte den leeren Naum oft under, bie Atome der ober ideas. p. 561. 69. X, adv. Colot, und gab Bey: den gleiche Mealitat und Untoandelbartcit der Subjtang Arif, & Plot, ll, ec,

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finden *), und mit deren Trennung auch wieder untere Endlich ffimmte er feinem Meifter bey, wenn gingen, er lehrte, daß die Berfthiedenbeit der Kräfte und Eigen» febaften von Körpern aus der verfchicdenen Geflalt, Sage, und Ordnung der Atomen entflünden, und daß aus dies fen Grundéërpern unzählige längft untergegangene Wel ten zufammengemirbelt worden, und eben fo viele in der Bufunft nod) zufammengefezt werden würden**), Wenn Demofrit in allen diefen Puncten vom feufipp etwas ab: wich, fo war es in der feltfamen Einbildung , daß unter den unendfich vielen Welten, dieaus den Atomen entflans den wären und entftehen warden, fehr viele ***) einander vollfommen gleiche gewefen fenen, und fern würden. ’ *) Arift, Er 4 Sinden Metaph, 1. 4. & Soxt, VIE, 135. «Andes de ev Tos zow UBGEK GY To ATOMES EVO], Ka nevoy. vouw Yao Duri yAuzy, eu Vow TFiKeoY, VITTO] Segpor, out Wuxery, Youm Xeom. Eten E, KT OU KOE KEVOY. “Tee vopuCero pev esce ou dofaderes ta sucInta, en ess de are aida Faure. ca Tee Ateo puovov Kee To HEVOV. **) Diog. 1. e. #4) IV, Acad, quacft, Cie, 40. Sin agis verecundius, & me accufas, non quod tuis rationibus non affentiar, fed quod nullis: vincam animum: cuique affentiar deligam, Quem potifimum? quem? Democritum? femper enim, ut fcitis, ftudiofus nobilitatis fui, gcbor jam omnium veftrum convicio. quidquam putes efle — — — Ure Tuncautinane & alios ejusdemmodi mundos effe? & ut nos nunc fumus ad Baulos, Puteolosque videmus, fic innumerabiles paribus inlo« cis effe, cisdem nominibus, honoribur, rebus geftis, * ingeniie, tantes, formis, astatibus, eisdem de rebus difpn-

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Finftes Bud. Sndem Demofrit diefe feiner fanbsleute mehr als feiner felbft würbige Gedanfen mit einer Nadlaffige Felt binwarf, als wenn eben der Zufall, den er für den Schöpfer der Welt Hielt, fie ihm gugefiihre Harte; fo dachte er fo wenig daran, fie zu beweifen, daß er es vielmehr als einen Grundfaz feftfegte: daß man von dem, twas ewig, oder was beftändig gefchehen fey, gar nicht die Urfadhen gu wiffen verlangen miiffe. Dies fey eben fo facherlid), als wenn man den Anfang der Emigfeit oder die Grangen des Unendlichen erforfchen molle *), Ariftoteles fhreibe ihm zwar die Ehre zu, den erfien Ans fang, Begriffe und Ausbrúcte zu erflären, gemacht zu haben **); er meldet aber doch zugleich, daß Demofrit faft immer nur gefagt babe, daß etwas fey, oder wie er fic) etwas vorftelle; niemals oder felten aber, warum etwas fo fey, ober aus welchen Gründen er fic) Sad)en fo und nicht anders dente ***), Die +) Arift, de Generat, Anim, B. S. p. 222. 8 xs de Aeysrw — 0001 Aeysow, oT: ETWS ES YET. kay TOUT EIVOY vonulsom RONN Eures, WOTEE Anpoxesros o ABonestys, oF: TE prev wc Koy amags en ES AQXN. To de diari, con. To de wer, comeigov. wse To ELOTAY, To ducers, exa; vo de œmeigoy. dse To ELOTAV, Todiarı, megs TOY TOBTOY TIVOS, To Cure» eve Pros Te TELE OXY. €) de part, Anim, I. Lp. 8. ++") de Gen, Anim. E. 1. p. 325, Anpoxgiros de, è bene apes eyes, Havre aydyes ols YeyToy i Puos, 804 ME TOBTois, E UNV, CCA éve40 TIVOS 201, Re Te TEL Exasoy BeAriovos woes.

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- Diefer roben und allen Gefesen der gefunden Vere nunft zumiderlaufenden Methode entfprechen vollfonnien alle übrige Meynungen über Gegenftände und Erfoeie nungen der Natur, fo viel man uns deren aufbehalten hat, Wenner auch nicht, wie Anaragoras, die Sonne für eine glühende fteinigte Maffe hielt *); fo nahm er dod) vom Weltweifen von Rlazomene wenigitens die Erklärung der Milchftraße an **) Die Kometen aber Bielt er nicht bloß für Erfcheinungen, fondern für Bimmlifhe Körper, die zu Firfternen ausgebrannt mire den, indem fic) nad) der Verfc)windung von Kometen oft neue Geffirne zeigten ***). Aud) febeint er wie» derum die Vermandelung von Firfternen in Kometen ge: glaube zu haben $): menigftens behauptete er, daß bey Berwandlungen oder dem Untergange von Welten und bimmlifchen Körpern gewiffe Bruchflüde oder Theile in unfern Dunftfreis bereingefthleudert, und eben dadurch feltene epidemifche Krankheiten bervorgebracht wirden tt). Er vermuthete, daß es außer den befannten Plane» ten noch mehrere Srefterne gebe; er gab aber weber ihre Zahl nod) ihre Namen an. Seneca, der ung diejes berichtet, fegt hinzu, daß zu den Seiten diefes féarf. Er 5 fin *) Wie Stobäus fagt, p. 56 Ecl. phyl. tar beym Enfebius glaubte er, Stad dem Die daB jie urfprünairé unfree Erde ábulid), und one allen Glanz tind geivefen fey, Daf fie aber in der Folge fich verariii und Fener in fih aufgenommen pase. sp. Bal, Veaep, Evang, 1.8. €*) Meteor. Arift, 1, 8. #6) ib. 1. 6. p. 13. +7) VILL 9. Plut, Sympof. p. 924,

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Finftes Buch. finnigften aller alten Weltweifen der fauf und die Bewer gungen der Planeten nod) nicht bekannt oder berechnet gewefen jeyen *). Die Erdbeben leitete Demofrit aus der Gewalt und den Wirfungen des Waffers, oder der Suft, oder Er ftellte fid) die Erde auch beyder Elemente her **), ais einen löchyerichten, mit vielen Höhlen durchbrochenen Körper vor, der alfo erfehürfert werben fónne, wenn MWoffermaffen, die fid in gemiffen Höhlen gefammlet hätten, entweder den Boden ermeichten oder burdbrächen, ober wenn der Wind große Säulen von Waffer Hinanwerfe, oder wenn endlid) die eingefchloffene Luft, dievon allen Seiten bincindringe, Feinen Ausgang finden UAriftoteles vermirft diefe Crélérung des Erdbe., fónne. bens eben fo wohl, als cine andere Mepnung des Der mofrit; daß das Meer fid) vermindern, und zulezt ganz verfchwinden werde***), Diefe Vermuthung, fagt Ari. ftotetes, iff der Aefopifehen Erdichtung ábntid), nad) weicher bie Charybdes durd) einen einzigen Schluck oder Zug die Berge, burd einen ¿wenten die Gnfeln fichtbar madte, und durd) einen dritten das ganze Meer vere fiblingen, und alles fefte Sand troden machen wird, Ueber die Natur der Ceele irvte er auf eine ihm gang eigenthtimliche, ober God; nur des Scufipp feiner ähnliche Are, Er glaubte, daß die Seelen der Menfdjen mit dem Feuer von gleicher Natur, oder aus dens fel: *) VII. 3, Nat. Quaeft, *") fl. e. 7. Meteor, Arift, p, 61. Sence, Nat, Quaelt, xv») Metcor, 6. c. 3. p. 43

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felbigen Beftandtheilen, namlich fphärifchen Atomen gus fammengefest feyen, die wegen ihrer Kleinheit und Ges Golde fphärlfait die größte Bemeglidfeit hätten *), fe Grundförperchen fenen in unzähliger Menge durd) die £uft gerftrent, welchen er eben den Namen gab, womit er den ganzen Inbegriff menfhlier Erfenninifia Práfte**), oder richtiger, womit er die ganze Subftanz menfliher Seelen ausdrüdte. Er hielt nicht, wie die meiften Grichifhen Weltweifen, gemiffe Kräfte und Theile der Seele, für Hohern Urfprungs oder erhabnerer Natur, als andere; fondern fezte alle Seelen aus gleich« attigen Elementen zufammen, und leitete ihre Fähigkeis ten aus den urfpriinglidjen Bewegungen diefer Atomen ab, von *) Arift, de Anima 1, 2, ¿dy Aquoxerros ev, Tue xoy Fegpuor Pnow ceurny ese. UTE) Yao cou TOY CXNAATWY, HOY eTouowv, Ta c@escocs dy. mue voy xuxa» heyes. — Anpozesros de vo yraQuewregus esenxey TFETOY Éxcercgor. cemoPavapevos die Fi Wuyny pey yee ewey Tauro voy yar. TETO de ewey Ex ray FOOT Koy cdi eerav coparav. Kayriney de, dice Mikeopece:cey Heu TOOKnpo. Tav de ON NACT OY EUKIWCTHT ce Toy, To TPeuseoesdes eyes. TE Y8Y xy Commentar To über mue. Tosrov de emos Tov Philopon diefe Stelle : fast das in die feinen Mörter @vapos, dveSyyn, und Teomy, swodurd) Demo: frit die Figur, Ordnung und Lage der Atomen aude drückte, Abderitifche Worker getvejen feyen. #9) ib. & de refpirat, e, 1. er Yae To ceci FoAuw ceduo Ed TOY TOUETOY, ci vede: ExEIOS ver toy Wun.

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Fünftes Buch. von welchen er weiter feinen Grund angab, Die Seele *) bewege den Körper, weil und wie fie felbft Demeger merde: und ihre Beftandrbeile feyen in einer beftándigen Vee quae, weil diefe, vermóge ihrer Natur, nicht ruben könnten. Bey Anfübrung diefer Meynung fann Arifto» teles fic einer Spötterey nicht enthalten, welches ihm fonft nur felten begegnet. Demofrit, fagt er, bewege Atomen, wie der fphârifdien ben Mienfchen durd) feine Komiter Philipp fagte, daß Dädalus eine hölzerne Vee nus dard) Queckfilber bemeglid) gemacht babe **), Go wie er bie Bewegungen der Seele durch ‘rigenmadhtig angenommene Kräfte der Atomen entfichen und auf einander folgen ließ; fo fudyte er auch die Cre haltung und ben Untergang der Seele aus BWirfungen von Atomen zu erklären, Die gänzlich erdichtee waren, die man mit eben fo vielem Grunde abläugnen Fonnte, als er fie vorausfezte, und von welchen er auch nicht eins mal faate, daß die Natur fie hervorzubringen die Abfihe gehabt babe, Unferm Körper, glaubte Demofrit, fey von fphärifchen Atomen eingemebt, Theil ein gewiffer welche die Geele ausmachten. Diefe Beftandtheile der Ecele mwürden aber burd) die von allen Geiten}auf den Körper dvicende uit bald gänzlich berausgepreft werden, wenn nicht die in Der Atmosphare verbreiteren, der Seele Gndem wie verfajwifterten Xromen ihr zu Hilfe eilten, “biefe *) 1.3 ay ib, de Anim, Arift, Daf Demofeit dem Menfchen alle Frenheit des IRillens abforac, würde men allein fhon. aus diefen Gain feblicien fonnen, wenn auch) nicht Cicero de fato e, 17. es beftarigte.

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diefe durch das Cinathmen an uns zögen, verhinderten fie, daß nicht die Seeientheile vom Körper abgelöft oder berausgetrieben würden, Auf Cine und Aushauchender Sufe berube £eben und Tod, und der Menfh müßte no:h> wendig fterben, wenn die ganze Subftanz der Ceele durch die Cinwirfungen der uns umgebenden $uft aus dem Körper>+ Berausgedriicft und gerffrent morde *), Wunderbar würde es feyn, daß eben der Mann, der die Seelen der Menfchen allmählig zufammenjdywinden und vere — %) de Refpir, 1, Ari. avazvons Anuoxgiros d', ors juev ex as cuuamwe Ti TOS avamvescı Acyer, Pasnav ches moler da Tay Dunn’ 8 per Toros TETE Ye Evenu Tomos ay Tara THY Que ow,sdev EIENREV. oAws vee Ware nou ol años Quarxos, nou Eros 8d6Y ÚTTETA TAS TOU0UTAS crios. Aeyes 0 ws 9 pun neu ro Deguov rœuTOY TH LOTA CANET Tay cPusgoeiday. exKeWOMEVOY BY ŒUT@Y UTO TE MeeexovTos eXAs- Bovros, Bondescey ywec Da ray avoemvony Draw. ev yag TH Ceo Tory ugıuov even Tov ToigTay, ci KocAes Exesvos VEV not \VUXHV. cevoemrveoy= TOS BY KO EITIOVTOS TE OLEROS, GUVEICIOTA TO ou œveeyorre ray Anh, xoAves THY EVECRY rois Caos dueves Wuxmv. nos dix TETI ev TO CVT VERY Le EXTIVESV EICH TO Guy Hu TO c7r0Symone. orev Yao necTnTo regie Xov our Sao, nou PUKETI To Sueodey ELA 8 duVAT es ELL EW , pn UVA eve CŒVOTIVEI y o To TE curve Tov Favarov, rois Coors. emos yae Toy Guvarov, zu TOY TUT THNUAT OY ELA Te Topo os 52)CV ER Tis TE TEL EX TIS exSanbeas.

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Sinftes Bud: verfliegen fieß, fi und andere mit der Hoffnung fehmeicelte, daß man dereinft wieder aufleben, oder daß alle Theile, die vormals eine Perfon ausmadten, in der Zukunft auf eben die Are, wie im erften Leben gue fammengefügt werben Fónnten*). — wenn nicht eben dies fer Mann geglaubt hatte, daß ganze und nod) dazu une zäblige Welten einander vollfommen gleid) wären, und gewefen feyn **), Wenn $) VII, 55. Plan. RE) Id) fehe nicht ein, mit welchem Grunde Tufc. Quaeft, I. 34. Epifur dem Demofrit vorwerfen fonnte, daß er dem Menfchen nod) nad) dem Tode des Körpers ervis ges Gefühl übrig laffe. Aber recht gut fann man es ang der angeführten Stelle des Ariftoteles erklären, wos ber die falfchen Auslegungen der Meynung des Demos frit eneftanden feyen, nad) welden er eine Gottheie von feuriger Subftanz behauptet, Cde Plac, 1, 7.) oder auch die Natur, aus welcher diefe Seelen und die göttlichen Bilder entfprüngen, für görtlihe Mefen gehalten, und endlid) den Aromen eine gewiffe lebende Kraft zugeeigner haben fol. de Nat. Deor, Cicer, 1, 12, Tufc, Quaeft, 1.0.18. Demofrit nannte die fphärifchen Atomen, mele che die Beftandtheile des Feuers wie der Seele feyen, ves ue lux: daher der Srrthum, daß er einen göttlichen ves, ein göttliches verftändiges Mefen von feuriger Subftanz behauptet’ babe. Er glaubte, dag aus der Vereinigung gewiffer Atorıen Feuer, Leben und Seelen entjtünden, daher der falfche allgemeine Saz: - daß er allen Atomen cine gemiffe lebende Kraft jugez férieben babe. — Enblid) fprach er von gewiffen gote. lichen Bildern, die er wie die Seelen aus fphärifchen Atomen entfiehen ließ, und hieraus fhlof man, dag ev die fegtern auch für göttlich gehalten Habe, Go ges waltfam diefer Schluß war; fo gänzlich falfh war die

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Wenn aber Demofrit gleich die ganze Seele aus denfelbigen Elementen zufammenfezte, und Ausdrüce als gleichgeltend brauchte, momit andere ganz ungleich artige Theileund Kräfte der Seele bezeichneten; fo unter: febied er dod) Empfindungsvermögen von Denffraft, oder Verftand, und eignete der leztern, wenigftens an mans chen Orten Vorzüge gu, die er den Sinnen gänzlid) abe fprah, Er vermarf die leztern, als ganz ungulänglid zur Erkenntnis der Wahrheit, indent mir durch fie dase jenige, was allein wirflid) fey, ‘bas £eere und die Ato« men gar nicht wabrnäfmen, und nur allein Gegenftände und Eigenfdjaften empfänden, die das nicht waren ,- was fie fdienen. Alle Kenntniffe, die wir durd) fie erlange ten,'feyn bunfel, und nur biejenigen rein und ächt, die wir unferer Bernunft und unferm Veeftande zu verdanfen Hatten **), Jn der Behauptung diefes Vorjugs des Vera Defhuldiqung des Epifurers Vellejus, den Cicero fo © viele untiditige Nachrichten, und ungegründeten Tadel vortragen lift, dag Demofrit die Secfen der Menfchen . für Götter angefehen habe. de Nat. Deor. I. 12. #) Man fehe Scxt. adv. Math. VII. 135, 136. bef. aber 138. f. ev de Tois xoevoos, duo Hoi sive Yvacess. THY per dies roy air ycewv, ray de dia Tus diavoses. Gy THY MEY 010% TYS dseevorces Yynoımv HAT EYES Teotucerveay ALTA To TiSoy ess ande nel ow. Thy de dice Tay ao Insewv cxoriny ovoun Ces, ŒOCHLBUEVOS ŒUTAS TO MECS dimyvwow TE “AN- Ses ches. eyes de nera Aekw. yvouns de duo essw idics, rcv yvaomm. 4 de anorn. “oy oxorins dev Tot de TUMTAYTO, ous, conor, cu, yevois, asis, 1 de yoy, ATOLEKCUPASVI | de TAVTHYS.

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Fünftes Buch, ‚Verftandes vor den Sinnen beharrte Demofrit eben fo wenig, als viele andere ältere Weltweifen. Er Flagte, daß wir im Grunde nichts richtig und zuverläffig erfennfen: daß unfere Meynungen gänzlich von den Zuftäns den unfers Körpers abhängig fenen, und daß endtid die Woyrheit gleichfam in einem tiefen Brunnen vergraben lies ge, aus welchem fie durd) Feine menjchliche Kraft hers vorgezoaen werden fonne *), Fart alle Ueberbleibfel der Demofritifchen Maturs Ichre enihalten Fauin gedenfbare Ungereimtheiten, und febilocen den Zuftand dev Wiffenfchaften fury vor dem Gofrares ehen fo lebhaft als die Denfungsarc des Mans nes, von dem fie herrühren. eine febre von den Bildern zeigt vorzüglich, wie wenia er die Natur Fannte, da er ihr nod) fo etwas andid)ten fonnte; und wenn Œpifur in ber Folge dieje Bilder vom Demofrit ans nobın; fo gab er dadurd) einen fichern Beneis, dag niches fo feltfames getràumet werden fonne, was nicht feine Berrheidiger und Bervunderer fande, und daf er die Natur mid genauer als Demofrit erforfcht hatte, Sestever glaubte, daß gewiffe feine Bilder (id) zu allen Zeiten von allen Körpern, vorzüglich von thierijchen abs (often, und tiefen nicht nur ähnlich fenn, fondern auch ihre ganze Denfzund Gemüthsart ausdrücken, und an fic) hätten, wenn fie anders vollftándig und unvers fiúmo *) Diog. IX. 137. Cicer. Ac, Quaeft. IV. 10, Sext, VII, 137, ev de ro Tees idewy Yıyvaanes Te Xen, now, arder ro de ra navovi, OTs erens En Aa. Toy. noy Tar, dhdos pev di Hoy Bros 6 Aoyos, ¿rs eren adev ıonev megs Bdevos. oN’ emiguo sn EncezosoW à dogs. wey eri, nouror dnhoy esey dvi sten olov exasey Yıyywarev, ev adyAw esi. Ariftot. Metaph, Y. €. p. 62. dio Anponerros ye Qnsw, rei dev emo @ANŸES, 1 ipy cedyrov.

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ftümmele blieben *). * Unverfehre aber erhielten, fiefich am meiften in einer reinen und hellen fuft, da Hingegen eine dicte, ungleiche, und fic) oft verándernde £uft die Bilder auf mancherley Urt fehwache und verunftalte, Er behauptete ferner, daß diefe Geftalten fic) um defto häufiger ablöften, und deffo ausbrucfsvoller, und ihren Urbildern ähnlicher würden, je feuriger und lebhafter die Körper wären, von denen fie abflöffen. Sie feyen ed, welche durch die feinen Deffnungen der Haut und des Körpers durchdrängen, die Seelen der Tráumenden berühren, und in ihnen die Gefichter aller der Gegens ftánde hervorbrachten, die fie wirflid ju fehen glaubs ten **), Außer diefen Simulacris, die fich von wirEs lichen Gegenftänden trennten, nahm Demofrit noch ans dere an, die fich von obngefábe aus den in der fuft, oder in dem unendlichen leeren Raume herumfliegenden Atomen bildeten. Diefe Geftalten feyen fo wohl gute als #) Sext, IX. 19. Anuoxgrros de esdwrce rive Pyosv sue menage Tos avdewres. Koy TETOY TO ev eno ayaoreıw; ra de nuoro. evSev xo EUXETOL evdoyay TUXEN edo Nov. emo de roule peyodo TE nos vmeg peyedn, nes dor@Iwera ‘per, 8x c@Ixera des Teocmpouvey Te ro peñoyra Tos avIgwmas Femespere, Koy Dwvas aQrvta. odev TETOY avrav Pavragiay nefBovres of mars, Urrevonoav eves @soy pndevos ame moe Tœuræ ovros Ose, Te aePIaeroy Quai exovros & f. 42. ree de esdwhe Ea] EY TH TERIEXOVTI umEeDuy, voy cevSear7o sideis pogQus epovra dec, vide & Vellej. ap. Cic, I. 12. de Nat, Deorum, **) Sympof, VIII, 10. Plut. p. 930, 31, Edit, Reiskiî,

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Günftes Buch. ale bbsattig, von ungeheurer Größe und fangdaurend, aber niche unverganglih, Sie näheren fich bisweilen dem Menjchen, und zeigten ibm our Bewegungen und Stimmen die Zufunft an *). bre Ericheinuns "gen hätten in den eriten Sterblichen Begriffe von Gots fern, oder von Wefen, von denen fie felbft an Macht und Wiffenfchaft fee weit übertroffen würden, bervorges bracht **). Er bielt es aber doc) aud) für wabricheins. tid), bag ungewöhnliche Eifcheinungen am Himmel, wie Sonnen» und Monpfinfteraiffen oder andere furchts, bare Phänomene der tuft, in den Menfchen den Gedanfen von höhern mächtigern Naturen veranlagt hätten ***), Er feloft miînfehte inbrúnftig, daß ihm niemols andere, als wohlthätige görtliche Bilder aufitogen möchten, und fäugnete zugleich, daß es außer ihnen noch andere uns fterbfiche göttliche Naturen gebe. Go feltfain es aber klingt, daß ein Mann, der das Dafenn der Gottheit ober der Götter läugnete, fic) vor einer Art von Ges fpenftern oder Hirngefpinften fürchtete; fo wenig ftreis tend war diefe Furcht mit feinem Syfteme, oder fo wes nig fonnte ev diefe Furcht durd) Grundfize feines Sys fiems wegräumen, Denn wenn das Ohngefähr aus den Atos #) Demofrit glaubte nicht bloß, daß große menfhenähts lite Simulacra die Zukunft vorher verfündigten, fone derti daß mat and) viele Eúnfrige Begebenheiten aus den Eingeweiden der Thiete vorherjehen Eünne, Democritus autem cenfet, fapienter inftituiffe veteres, ut hoftiarum immolatarum infpicerentur exta, quorum ex habitu atque colore tum falubritatis tum peftilentine figna percipi; nonnunquam etiam, quae fit vel fierilitatis agrorum, vel fertilitatis futura. Cic. de Divinat. 1. 57. Cicero rechnet daher deu Demoftit mit unter diejenigen Philofophen, die an Divination glaubs ten. 1.3. IL 13, ib, we) IX, Sext. 19. 42, won) ib. 1, 24.

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Aromen Welten, und gute und böfe Menfchen Bervors bringen Fonntes warum aud) nicht Wefen, die dem Menfejen an Macht überlegen wären, und die ibm nach ihrer verfchiedenen Gemüthsare eben fo wohl (chaden als nügen Fonnten? Aud) in den Unterfudungen des Demofrit über die, Encfiehung und Fortpflanzung der Menfchen und Thiere findet (ich faft Feine einzige richtige Beobachtung, und von feiner Naturlebre alfo fann man mit Recht fagen, baß fie, fo weit wir fie Éennen, aus bloßen Jerthúmern faft ofne alle Berfegung von Wahrheit beftanden habe, Wenn man einem Schriftfieller trauen dürfte, der aber viel öfter falf, als wahr ersábic; fo glaubte Demos frit, daß die Menfchen aus Waffer und einem fecters Sch)lamme entftanden wären*). Eben biefem Gamme let zufolge ftiminte er grat bem Anaragoras über den Uefprung des Gaamens , aber nicht über die Bildung von! Embryonen, und über bie Urfache ihres Gefchlechts Gen. * Er behauptete nämlich, daf zuerft die äußern Theile, bes fonders bas Haupt und der Baud, und dann erft die ins nern Theile entwickelt roúrden **), und baf das Gefchleche werdender Menfchen, fo wie die Aehnlichfeit derfelben mit Vater oder Mutter durch die größere Kraft over Starke des Gaamens entfchleden werde***)? Ungeheuer Py 2 eis #) Cenfor, e. 3. 88) De Gener, Anim, @, d. p. 216, Cenfor, e, 6. de: die Nat, e) A, a, de Gen, Anim. 269. 271. 272, Cenforin fagt ©. 6. daf nad dem Demofrit das Gefchlecht von Rin: der davon abhärige, ob der Saame deg Vaters oder der Mutter zuterft ah ben Plaz komme, wo das Kind ges bilder werden fol. Welcher von den bepden zeugenden Perfoneri Saánie der andern ihrem zuvorfomme, der mache das Kind entweder ju einem Männlein oder Weiblein.

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Fünftes Buch. evflarte er aus einer wiederholten Ergiegung des Saas mens, morinn der fpätere fic) mit dem erftern vermis fe, und daburd Aus oder Zujammenwachfen der Embrnonen verurjache *). Go mie er die Thiere und ire Seelen aus einerlen Efementen mit der Menfchen ihren entftehen ließ; fo eignete er ihnen auch diefelbigen Zuebe und Kräfte, felbjt Vernunft und Gerftand gu”). Uufer diefer Behauptung finde ich nur nod) dre) Mennungen des Demofrit über die Thiere, die aber den eben angeführten über die Menfchen ähnlich find, Er glaubte, daß alle blutlofe Thiere Eingeweide hätten, die nur ihrer Kleinheit wegen unfichtbar waren; daß die Unfruchtbarkeit der Maufefel aus einer Berderbung der Zeugungsglieder entjtehe, die wiederum in der Ungleiche artigfeit derer ihrer Erzeuger ihren Grund habe: daß ‘endlich jungen Thieren die Qahne defwegen ausfielen, weil fie durch den Genuß der Mid) vor der Beit heraus, getrieben würden 7). Wenn >) De Gen, Anim. A. d\ p. 283. Arift, #) La 4) De Part. Anim, y, à. p. 58 de Gen, Anim, B. y. 233 E. 7. pi 324. Mad) dem Pofidonius war De» motrit der Erfinder von Gewölben, der Kunft, das El: fenbein zu poliren, und eine große fteinigte Maffe in Smaragden zu verwandeln, Sen. Ep go, Allein diefe Erfindungen find wahriheinlic nicht weniger erdichter, alg die Entdefungen, die eben diefer IBeltweife dem Anacarfis zueignete, oder als die idealifhen Schilder rungen, die an der angezogenen Stelle aus ibm ans y gefither werden. Pofidonius war zwar einer der ges lehrreften Stoifer, aber au, wie ich oben fdjon tre gemdivo erinnert habe, einer von denen, deflen biftorifhe Nachrichten am wenigiten Glauben verdienen, und > häufig aus Fabeln und Anrkdotenfammlungen genom men waren.

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Wenn man die Urcheile des Cicero Über die Vers dienfte des Demofrit um die Größen: und Tugendiebre mit den Fragmenten von benden vergleichts fo erjtaunt man über das fonderbare Spiel, melches Zeit und Zus fall mic den Werfen und dem Ruhm großer Schriftiteller treiben. Sn der Geomerrie nennt Cicero den Demos frit einen Meifter, und dennod) wiffen wir von den mas thematifchen Kenntniffen und Entdecfungen deffelben nur diefes: daß er die Sonne nicht, wie nachher Epifur, für fo flein, als fie uns fcheint, fondern für einen gros fien Körper gehalten babe *). Ueber die Tugend fins gegen fchrieb Demofrit nad) dem Zeugniffe eben diefes gros fen Mannes nur jehr wenig, und died wenige weder fon, nod) in einer fichtvollen Ordnung **) Und grade aus biefen nachläffigffen und unbedentendften Ars beiten des Demofrit find die melften und anc) die Geften Gedanfen gerettet worden, die wir von ihm befizem, Unter diefen moralifchen Fragmenten “finde ich Feins, twas entweder um der Sprache oder des Suhalts willen des Demofrit unvoúrvig ware. Miele derfelben fcheis nen mir Gefonders wegen des äftlichen und etwas frems ben Ausdrucks eben fo acht, ale fie (chan find, Um láugbar aber ¡ft ein Thell derfelben aus untergefchobenen Berfen entlehnt, fo fewer es auc) ift, allgemeine Merkmale ihrer Uechrheit ever Unächtheit anzugeben +). Vy 3 Ein ®) Cicer, de Fin, I, 6, Allem Vermuthen nad) glaubte Demokrit, daß die gwifdyen dem Auge und avifhen entfernten Gegenftänden befindliche Luft die fichtbaven Körper verkleinere, denn wir würden, fagte er, eine wenn der Swifden: Ameife am Himmel fehen Eónnen, tanm ganz leer wäre. De Anim, Arift, 11, 7. ##) V. 29. de Fin, +) Sishe Beylage am Ende des A6fnirts.

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Finfte8 Bud). Ein Zeitgenoß der Mánner, von benen id) in dies fem Buche geredet Babe, und ein Zuhdrer und Freund, ober wie Plato fagt, Geliebter tes Parmenides mar Ges ny von Elea, der weder feinen fefyrer, noch fonft jemand unter den vorhergehenden Weitweifen: an Größe und Bortreflichfeit feiner Geiftesgaben, und an Adel und Stärfe der Seele etwas nachgab, Wenn auch die Ers äählungen von den fürchterlichen Todesarten, die er erlite ten, und von der faft übermenfchlichen Standhaftigkeit, womit er die unfeidlichften Martern geduldet haben foll, übertrieben, oder von andern Männern auf ihn úbertras gen worden find; fo fann man doch daran nicht jweifeln, daß er nicht fein feben im Dienfte feines Waterlandes verloren habe *), Michts if mehr zu verwundern, als daß ein’ Mann, der alles für feine Mitbürger aufe auopfern Gereit war, darauf verfallen Eonnte , feine Zeitgenoffen nicht aufklären, fondern verwirren, nicht beffern , fondern bloß über eine eitle Runft ftaunen mas chen zu wollen, die mehr fchädlich ale unnúge und gleich unwúrdig war, von Zeno ausgeüht, und bon den ebel: ften Griechen fo febr und fo fange bewundert zu werden **), Er war, wo nicht der erffe Exfins 1 der *) Die Beugniffe über den gervaltfamen Tod des Zeno fühe ten Bayle und Bruder an. Sch begnüge mid) damit, folgende Morte des Cicero herzufezen, teil daraus ers helle, daß man nicht, wie einige geglaubt haben, die Marter, unter denen Anarard in Cypern ftarb, aus Berfehen and vom Zeno erzählt habe. Anaxarchum Democritum a Cyprio tyranno excarnificatum accepis mus; Zenonem Eleae in tormentis necatum , III, de Nat. Deor. 33. ##) Sh will hier nur die wichtigften Zeugniffe über die Dias LeËtif, oder wie Ariftoteles fie nennt, Sophiftif, arts führen, indem ich unter dem Abfehnitte von ra phiften

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der *), dod) gewiß unter den Männern, welche die Griechen Weltweile oder Maturforjcher nannten, der erfte Schrer und Ausúber der Kunft: alles, felbft enrgegefeste Sage unmittelbar hinter einander zu vertheidigen und ju: bes ftreiten die unläugbarften Wahrheiten ungewiß, und die großren Ungereimtheiten wahrfcheinlich zu machen, endlich andere durd) beftandige Fragen in die lächerlichs fico Wirerjpräche zu verwickeln, oder auch durd) Fünfts fiche und ihnen unauflösliche Trugfenläffe zu verwirren, fic feloft hingegen durch ähnliche Sophismen unübers windlid) machen gu fonnen **). Er vertheidigte die Meynung des Zenophanes und Parmenides über die Eins heit nicht im Ernffe, fondern um feinen Scarfjinn zu jeigen; ja ev erweiterte und übertrieb die Gedanken feis nec Borganger, um die Behauptung berfelben tefto er feb) woes phiften wieder darauf zurück formen tverde, Man fo be alfo Moer. If. pe ts. & leg. in Helenae Encomio; contra Sophiftas p. 327. & fq Edit. Battie, Arifotel, Metaph. y. ß. p. 52. befonders Plat, in Parmenide pe 139. 140. Edit. Raf Gr. Ariftoreles giebt an der angezogenen Stelle die Unterfchiede der Gophifti— von der Dioleftif feiner Zeit an, und aud) Plato fonderte fie von der Kunft, richtig zu denken und zu veden, oder gefhickt zu fragen und zu antivorten, ezisnpn) ab. in Sophitt. p. 110. (deasmrıny 9) Dies wollte Ariftoteles VIL 7. Sext, adv, Math, & ibi Fabr, Das Zeugniß des Ifofrates hingegen und die Sefhichte der Sopbiften, die id in der Folge vortra: gen werde, beweifen, daß fon andere vor ben Bene eben diefe Kunft trieben, “e) Phavorinus hatte Unredt Diog. IX. 29, wenn er den Trugfchluß Achilles dem Parmenides zufchrieb: denn Weiftoreles cianer ibn Uhyf Aule. VI, 44. dem Zeno ausdrücklich gu,

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Súnftes Buch. fehtwerer, aber aud) defto glovreicher zu machen *), Unter den eigentlichen Weltweifen, in fo fern man fie von den Sophiften unterfcheiven muß **), mar er ber erfte vorfegliche Berderber der Weisheit, der fie von der Bildung der Herzen und der Erforfchung der Na: tur auf fehmwere, dürre, und unnúze Spizfindigfeiten ab: leitete, und anftate ihren noch fchwachen Stanım zu nähren und zu pflegen,. ihn gefährlich zu verlegen und zu untergraben, anfing, Wenn man ben der Zufam: menfuchung der Spizfindigkeiten und Trugfchlüffe des Zeno erftaunt, daß ein Geift, wie der feinige, gegen die nur in einem Griechen gedenfbare Eitelkeit, durch feine Teugfchlüffe andere zu quälen, ben eben fo leicht zu er» werdenden gründlichern Ruhm, nüzliche Wiffenfchaften zu %) Plot: in Pericl, Asmuace de Tleesmans nos Znvavos TS EÂEXTE, WeKHyunrevouevs Trees Pues ws Ilxenevsöons. sreyxtinny de vivo, nots di evay- FioAoyıns EIS ETOCIAY HXTOHAEBTOY efocouncaros él. worse noe TiavoPrsceasos EIENKE die rerov ApQorego yAwrow Te peyo aIevos 8% umeTYAOY. Znvovos WevTav ETIANTTOLOS. Unvidtig urtheitte eben diefer Plutard, wenn er vom Zeno fagte: ap. Euf. Praep, Evang, I, 8. Zuvov de o EAcarys sdiov ev sdev e€eSero, dinmogyce de TELS TETOY ET: HAE. #9) Sfofrates zähle den Zeno mit zu den Sophiften; allein eben diefer vechnet aud) den Meliffus darunter: und beyde mit eben fo vielem Grunde, als womit Aefhines den Anaragoras und Sokrates Sophiften nannte. Man febe Moc, Enc. Helen, IL 115, Die Altefien Sophie ften waren alle Dialeftifer, aber nicht blog Dialeftis fer, fondern auch Redner und Lehrer der Beredfams keit,

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zu erfinden, oder zu erweitern, vertaufchte, fo muß man auf der andern Seite nicht vergeffen, Daf felbft unter den wunderlichften Spielwerfen des Scharffinnes diefes Mannes fid) mehrere Srrthämer und Wahrheiten finden, die aus feinem geringern Ropfe, als dem des Zeno fommen fonnten. Bedauren würde ich es, daß ein Mann wie Zeno fich felbft fo fehr verfebrte, und lieber andern bejchwerlid) als núglic) werden wollte, wenn nicht alle ältere Sophiften und viele der Megas tifchen Weltweifen gleiche Talente auf eine ähnliche Art gemifbraud)e hätten, Ben diefer tehrart des Zeno fann man nicht fras gen, was er felbft geglaubt, fondern wie er gelehrt, und Gaye vertheidigt oder angefochten babe. Als ‘Proben feiner Mechode will ich nicht feine Sophifinen wider die Bewegung, die man (chon aus Baylen’s Wörterbuche fennt, over fennen fernen fann, nicht die Trugfchlüffe, welche Plato in feinem Parmenides *) fowobl den Zeno als beffen Sefrer vortragen läßt, fondern feine Ausfprüs che über die Einheit und deren Eigenjchaften anführen, die Uriftoteles in einem befondern fleinen Yuffaze gufame mengefaßt hat **). Wenn etwas ift, fagte der Efeatifche Dialeftifer, fo fann diefes unmöglich entftanden feyn: und bicfer Sai gilt daher auch von der Gottheit, auf welche er ihn fo gleich anwandte. Wenn das Wirfliche entftanben fenn follte, fo müßte es'entmeder aus etwas ifm ähnlis chen, fenn. oder auch aus etwas ungleichen hervorgegangen Das erftere läßt fich gar nicht denfen, weil fein Grund da ift, warum ein Gleiches das andere eher ere zeugen, als davon erzeugt werden follte, indem in dem einen alles, wie in dem andern if. Der andere Fall Do 5 *) Siehe Bevlage am Ende des Abfchnitte. #s) Do Zenone,

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iff eben fo wenig möglih. Denn wenn das Ungleiche aus dem Ungleihen entftanden fenn follre; fo müßte ents weder dad Mächtigere aus dem Schwächern, und das Vollfommneceaus dem Unvollfommnern, oder auch ums gekehrt ent{tanden feyn. Go wohl das eine ale das ans deve ¡ft unmöglich, weil in benden Voranefezunaen ete mas entweder aus Michts ‚entftanden, over in Nichte verfAmwunden fenn müßte, welches wit uns gar nicht eine mal vorftellen fonnen. us diejen Gründen muß man alfo annehmen, daß die Gortheic ewig fen. Eben diefe Gottheit fann nicht anders, als einzig feyn, wenn fie anders das bollfommenfte und mächtigfte Wefen ift. Denn man mag green oder mehrere Götter von glels chen oder ungleichen Bortreflichfeiten annehmen; fo Hô ren fie immer auf, Sort, die vollfommenfte und mache tigfte Natur, zu fenn. Denfe man fic) mehrere Gore ter von gleicher Macht und Vollfommenpeit; fo ift feis . mer unter ihnen das mächtigfte und befte Ween , weil ein jeder eben fo vollfommene Naturen, als er feibft ift, neben fich bar, Mimme man hingegen mehrere Gotter, von ungleicher Mache und Güte an; fo find diejenigen Feine Gorter, ble eine mâctigere, und vollfominnere Gubftans über fich baden. Da,alfo nur eine einzige Gottheit möglich if; fo muß man ferner behaupten, daß biefe fic) felbft allenthatben gleich fey, bag fie allent, Balben fede, höre, und die übrigen Ginne äußere; denn fonft würde man etwas ungereimtes fagen müffen: Daß gewiffe Theile der Gottheit die übrigen befiegten und übereräfen, ober von ihnen befiegt und Übertroffen wiits ven. Daraus nun, daf die Gottheit fich feibft allents halben gleich fey, folgerte Zeno, daß fie nothwendig eis ine phärifcge Figur haben müffe”). Elen diefer einzige, fic) > Ex nannte die Gottbeit einen Sbrper, fagt Ariffotele

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fich frets gleiche und fphârifhe Gort, Fónne weber uns endlich noch endlich, weder unbegranze noch begrangt fenn, Unenolid) fey nur allein vas Nichts oder Unmirfe liche, indem diefes weder Anfang, noch Mittel, noch Ende, noch fonft Theile babe, Die Gorthelt, oder eins gige Subftang fey aber weder dem Michts, nod) auch einer Menge oder Mehrheit von Gubftanjen ähnlich, und fónne daher nicht, mie jenes, unbegrängt, oder wie diefes, durch andere befchränft werden. Eben fo wes hig fonne man fie unbemweglid oder bewegt nennen. AUnbeweglich fey nur allein das Michts, weil in biefes Weber etwas anders fommen, noch es feibft fit) etwas ans derm nähern fonnte. Beweglidh Fonne die Gottheit aber defwegen nicht fenn, weil Bewegung nicht ohne Veränderung ftatt finde, und durch jede Beranderung die einzige Subftonz aufhören wirde einzig zu feyn *), Die Gottheit fey alfo (fo fchloß er endlich) ein einziges, ewiges, (ich (feta gleiches und fphärifches Yefen, das weder endlid) nod) unendlich, - weber unbeweglid) noch in Bewegung fey **). Unger (de Zenon, ¢, 2.) Er mag nun unter Gortheit die Melt oder etivas anders verftanden haben. #) So muß man die dunfeln und gewiß verdorbenen Worte des Ariftoteles verftehen, wrresgov Yao To u eıvas muß 7reigov provoy To pan ov esos heißen. Nur mit diefer Verbefferung ¡ft diefe Stelle und alles folgende verftándlid). FY Beno fhrieb als ein Junges Mann ein Werk, in weldem er zu betveifen fucte, daf aus der Meynung: daß es mehrere Subftanzen gebe, weit mehr Lingereimtheiten folgten, als aus dem Grundfaze des Parmenides, den er gegen Spötter und Widerfacher zu retten fuchte: daf alles nur eine einzige Subftanz ansmache. Plat, in Parra, p, 139, Simpl, in Phyf. Aufc. Acift. fol, 29.4,

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Fiinftes Bud. Ungeachtet aber Seno nur eine einzige Gubftang annahm, und aud) diefer Einheit mehrere Eigenfchaften gueignere und abfprad) *); fo befannte er doch wiederum, daß ihre Natur ihm unerforfd;lich (ey. Wenn er fie aber erfennen fonntes fo würdeer, glaubte er, alles Uebrige leicht erflären fonnen **). Der lezte große Mann, deffen ich in diefem Buche furg erwähnen werde, iff Melifus, der Befehlshaber der Samifchen Flotte, und der Ueberminder der Athes mienfer zu einer Zeit, als fie glaubten, das fie untibers windiich wären ***), Ungeachret er ein Zeitgenoß des Seno wears fo näherte ‘er fich doch diefem und feinem tehrer viel weniger, alg dem Æenophanes, mit welchem er die Unendlichfeit und Einheit der einzigen Gubjftang ohne alle Ginfchranfung wider den Parmenides behauptete, and alle Œntitebuna, Deränderung, Untergang und Bewegung fehlechterdings verwarf +). Ariftoreles vers Binder ihm daher ftets mic dem Kenophanes, fcheint aber gegen bende eingenommen gervefen zu fenn, weil er fie jeichte und ungründliche Näfonnenrs nenne, da doc) die Lergleichung der Fragmente diefer Männer mit denen ves Parmenides lebrc, daß fie, wo nicht richtig, doc) mit *) Er nannte fie einen Körper, und läugnete, daß fie ete «mas untheilbares fen. Was zu einem Dinge hinzuges than, es nicht vergrößere, und weggenommen, nicht Meteor, . vermindere, fey gar nidts twwirkliches. B. 0. p. 45. #5) Simpl. I, c. fol, 30. a, ex Eudemo, Unterdeffen (aug: nete oder bezweifelte er dod), daß alle wirkliche Dinge fid) an einem gewiffen Orte fanden oder finden müßten. Denn alsdenn miiffe jeder Ort wieder in einem Orte feyn, und diefes ins Unendliche fort. Arift, Phyf, Aufe, A. cap. 1. +) Plut.in Pcricl, I. 640-647. adv, Col. 629, p. X, 4) Ayifl, Met I 5. Phyf L a, 3,4, IV. 6,

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mit fich felbft viel übereinftimmender, als der Gefegges ber von Œlea féloffen. @implicius ift der einzige, der uns beträchtliche Stellen aus den Werfen des Mes lifus *) erhalten hat, aus welchen Stellen erhellt, daß diefer Weltweife die Lehre von einer einzigen Sub» ftanz vielleicht deutlicher, ordentlicher, und fcheinbarer alg irgend einer vor ibm entwickelt habe, daß er aber durd) eben diefe Schriften nicht vieles zur wahren Auf Elärung Oriechentandes betragen fonnte **); Weil er das Dafeyn einer einzigen Subftanz in einer eben fo wes nig gemilderten und eingefcehränften Bedeurung, alè Les nophares lehrte, fo mufte er eben wie diefer die Zeugs niffe der Sinne verwerfen, die er vorzüglich defwegen für unzuverläffig hielt, weil fie uns diefelbigen Gegens ffânde niche gu allen Zeiten auf diefelbige Art, und mit denfelbigen Eigenfchaften zeigten $). Machdein ich nun die Gefchidhte der ganzen alten Philofophie der Griechen vollftändig vorgetragen habe; fo will ich noch zum Schluffe die wichtigften Refultace meiner biöherigen Unterfuchungen Eúrglid) unter einem Gefichtspuncee verfammlen, um meine fefer defto mehr in Stand zu fen, den wahren Zuftand der Wilfen, fchaften in dem Zeitalter, wo id) jezo abbreche, beurtheis len ju fonnen, | Wenn man die Bemühungen der größten Geifter Griechenlandes, von denen ich bisher geredet habe, mit einem allgemeinen Blicke überfehaut; fo bemerkt man guerft mic Dermunderung, daß mehr als anderthalb Saprhumderte erfordert wurden, den wahren Schöpfer der *) Er führt ziwey Bücher: eines Teer Ducews Y Tees 78 ovros, fol, 15. b, und eins 22 fol, b, megs yeveccws ka PÍogas an. #*) Siehe Bevlage am Ende des Abfchnitts, Siche Deylage.

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Finftes Bud. der Welt zu entbedfen, Alle Weltweifen vor bem Anas pagoras irrten mit ihren Gedanken in der ganzen Natur, wie in einer unbefannten dúfteen Wilonif umber, ohne irgendwo Spuren einer fehaffenden oder ordaenden Gotts Beit gu finden, die wir jezo ihren größten, wie ihren flein(ten Werfen eingedrucfe finden, Die Altern Wahrs heitsforfcher nagmen entweder eine einzige oder mehrere Grundurfachen der Dinge, und die einzige entweder uns beweglich, oder auch in einer unaufhörlichen Bewegung an*), Man mochte aber einen einzigen, oder einen vielfachen Gruntftoff behaupten; fo ließ man daraus ents weder durd) Glick, Zufall und Ofngefäbr, oder durch eine mehr vorausgefezte, als erklärte felbitftändige bemes gende Kraft, oder durd) mehrere entgegengefezre wirkende Urfachen, die man eben deßwegen, weil man bon ihnen Feine Nechenfchaft geben fonnte, mit dichterifchen Mas men belegte, ober durd) eine blinde Nochreendigfeit, oder endlich dursh eine vernunfriofe Natur, die ganze Welt, und alle Thiere, Menjchen, und Gorter entftes Ben **), Gelbft nachdem Unaragoras den wahren Gott verfiindigt hatte; verfannten ihn noch immer alle feine Geitgenoffen (den Diogenes von Apollonia ausgenoms men, det aber doch das verftándige fchaffenbe Wefen, niche wie Unaragoras von der Grundmarerie, aus wels cher er alles entftanden glaubte, abfonberte,) und redes ten gleich den erften Vonfifern von Mothwendigfci, Glút, Natur und Wirbeln, als den Schöpfern der Welt, Eben fo wenig, oder nod) weniger, alè die Macht, Güte und Weisheit des Urhebers des Ganzen, erfannte man die Majeftät und Bortreflichfeit feiner ers Gabenften Werfe, Die wahre Größe, Entfernnngen und #) Arift. A, Met. y. à Sext, X, 310. 8%) Arift, Il, ce. Phyf, Aufe, II. q. 8 Hilt, dott, de vero Deo p. 248. 249

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und Bewegungen der himmlifchen Rörper waren allen alten Griechifihen Weltweifen gänzlich unbefannt. - Man biele fie entweder für Fleine folide glühende Maffen, oder für Éurybaureude feurige Erfcheinungen, die an jedem Mors gen entfiünoen, und mit jedem Abend wieder unters gingen, 4 ~ Anaxagoras fiel zwar auf die wahren Urfachen der Berfinfterungen der Sonne und des Mondes; aber er argwohnte eben fo wenig, als feine Borgänger und Zeitges noffen, die Bewegungen der Dlaneren um die Sonne und die wahre Geftalt der Erde, auf welcher er wohnte, Aud war er niche mehr als diefe im Grande, die länge des Sonnetijahrd zu beftimmen, und die Zeitrechnung der Griechen zu verbeffeen, Ueber die Lirfachen der merfz würdigften Beränderungen der tuft, und auf der Erde vieth man nicht glücklicher, ale Über das Wejen und vie Kräfte der Seele Man dachte fich die legtere als ein gemiffes bewegendes und belebendes Wefen, das fic) aber im Menfchen nichtmehr als in den úbrigen-Thicren, und in den Pilanzen, oder gar in allen feblos fcheinens den Körpern finde. Man verwechfelte allgemeines Eins pfindungévermigen und Denffraft, und hatte für die derfchiedenen Neußerungen, der fegtern eben fo wenig Wörter erfunden, als man fie felbjt beobachtee und uns tevíchieven hatte. Die roben Begriffe von der Zeugung der Denfchen und Thiere, die ich angeführr habe, geis gen, daß iman farm anaefangen batte, die innere Œitts richtung der thierif hen Natur mic Súlfe der Zergliedes rungsfunit auszufpähen. Wahre Urgneyfunde, fame allen mit ihr verwandten, oder von ihr abhangenden Wilfenfihaften waren noch gar nicht, und von der Größen» und Babienlebre nicht viel mehr, alè die erften Unfangsarinde erfunden. à Die Altelten Griechifchen Weltweifen wichen faft alle von einander ab, soeil fie nicht ter Erfahrung, fons

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Finftes Bud). fondern ihren eigenen unbewiefenen Bermuthunger folgs ten. Unterdeffen ffimmten fie doc) ben allen diefen Wis derfprüchen in vielen Meynungen zufammen, die nicht nur defiwegen Aufmerffamfeit verdienen, weil fie uns jeigen, wie man anfangs fic) felbft, und die Natur anfah, und von welchen Grundfajen man ausging, fondern aud), wie eingefehränft die wiffenfchaftlichen Kenntniffe der Griechen bis über die achtzigfte Olympiade hinaus blieben. Diefe Grundfäze nun, melde alle, oder doch ein großer Theil der ältern Weltweifen als uns läugbare Wahrheiten feftfesten, waren vorzüglich fols gende: daß unmöglic) etwas aus Nichts entffebe, oder in Nichts untergehen Fonne *), daß vie Zeit ewig fey, daß aber alles, was in der Zeit entffanden fey, auch wiederum merde aufgeldft werden **): daß alles in uns aufhörlichen Berwandlungen oder in einem beftändigen Stuffe fey ***): daß Thiere, Menfchen und Götter aus gefühl und vernunftlofen Principits hervorgebracht wore den: daß alle Wefen befeelt, und Pflanzen eben fowobf als Thiere und Menfchen mit empfindenden und vere nünftigen Seelen begabt feyen: daß es gar Feine Freys heit der Seele gebe, fondern daß der Menfd) in allen feinen Encfchliefungen und Handlungen durch eine ¿wins gende unmiderftebliche Nochwendigfeic getrieben werde +) : daß das Gleiche das Gleiche anziehe, und durchs Gleiz che erfanne werde: daß Empfindungsvermögen von Denffraft nicht verfchieden fen, und daß man den Zeugs niffen der Sinne nicht trauen Fonne: endlic) daß die Ges ftiene nur Eurzdaurende Erfcjeinungen feyn, oder daß fie ®) I. Phyf. Arift 4. Metaph, K. 5. p. 181, es) Phyf. Arift, VIII ı. #£*) De Coelo I, 2, Plat. in Theaet. p. 73. +) Cic, VI, de Fato.