Ein Altar fur Alexander von Abonuteichos

Auteur
Ameling, W.
Publié dans
Epigraphica Anatolica
Année
1985
Sujet
ALEXANDER
Langue
Deutsch
Catégorie
B1 Biographies, G3 Présocratiques et autres Grecs
Numéro d'archive
1707

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: EA VI 1985 34-36. chos AMELING W., Ein Altar für Der kleine Altar aus der re,m Sadi Éeedionolis (1.K. 31,10) war sicher nicht Alexander dem Grossen, sondern dem durch Lukian bekannten Propheten RUE NEW ° 19475 Alexander von Abonuteichos geweiht. as - o EIN ALTAR FUR ALEXANDER VON ABONUTEICHOS Aus der bithynischen Stadt Claudiopolis stammt ein kleiner Altar mit der Aufschrift: '? *AAcEdvEpou Er gehört der Schrift nach in die zweite Hälfte des zweiten oder in die erste Hälfte des dritten Jahrhunderts, jedenfalls in die hohe Kaiserzeit. Erklärung dieses Denkmals hat man bisher zwei handle sich um den Grabstein eines Alexander, dung zum Alexanderkult. Gründen nicht, b) das Stück stehe Zur a) es in Verbin- Befriedigt die erste Möglichkeit schon aus so stellen sich auch der Kultische Verehrung Hypothesen vorgebracht: formalen zweiten Bedenken entgegen. für Alexander den Grossen ist in so später Zeit nicht häufig bezeugt (abgesehen vom Gründerkult in Alexandria) . 2} Es gibt hierfür Beispiele nur aus Ephesos, ferner nachgewiesen, Erythrai, Bargylia und Ilion. die Einrichtung eines an konkrete Ereignisse, Zeit sen Da aber Bithynien nie zum Reich Alexanders gehörte, auch keine Veranlassung, kein einen Kult für z. Chr. B. Wohltaten ihn einzurichten. Zeugnis des Alexanderkultes aus dieser Landschaft. ersten Herausgeberin, dass Alexander zu den Habicht hat Herrscherkultes stischer ist. stets dass thynischen Könige gehört und daher Kult genossen habe, geknüpft gewegab es dort Ich kenne auch Die Begründung der {mythischen) rung eines solchen singulären Stückes nicht aus; in helleni- Vorfahren der bireicht zur Erkläes fehlen ausserdem auch epigraphische oder literarische Belege für einen Kult der Vorfahren der bithynischen Könige. Aber es ist ganz unzweifelhaft, Privatgebrauch vom Typ dass wir hier einen der kleinen Altäre zum "Apcıvöng o.AaSéAgou vor uns haben, die von Louis Robert besprochen worden sind. >) Diese Altäre sind auch in Bithynien gut bezeugt; stadt so gibt Prusias es aus etwa derselben ad Hypium, Alexander konnte Zeit einige Exemplare die die Aufschrift Atdc Ewtñpog in der Nachbartragen. Welchem in der hohen Kaiserzeit ein Altar in einer bithynischen Stadt errichtet werden? Meines Erachtens kann es hierauf nur eine Antwort geben: Alexander von Abonuteichos, den wir durch Lukian als Lügenpropheten kennen. *? Sein Wirken setzte des unter Antoninus Pius zweiten Jahrhunderts, ein; er selbst starb zu Beginn der aber der Kult seines Gottes Glykon 70er Jahre ist bis weit in das dritte Jahrhundert hinein belegt.) Alexander trat als Seto¢ ávip 1. E. Gibson, ZPE 42, 1981, 213f. mit Photo Taf. VI c (SEG 31, 1587. IK 31 [Claudiopolis] 10). 2. s. die Zusammenstellung der Städte bei Chr. Habicht, Gottmenschentum und griechische Städte. München, 71970, 245ff. 3. L. Robert, Essays C. B. Welles. New Haven, 1966, 175f£. 4. Immer noch am besten scheint mir O. Weinreich, Ausgewahlte Schriften I 520ff. zu sein. Wie reichhaltig der reale Hintergrund der Schrift ist, hat zuletzt L. Robert, A travers l'Asie mineure. Paris, 1980, 393ff. meisterhaft hervorgehoben.

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Bin Altar fiir Alexander von Abonuteichos auf, oder, um mit A. D. Nock zu sprechen, - als ávIpwuroSaluwv, Mittler zwischen Gott und Mensch. 5} Schon sein Aussehen (Lukian, Alex. c. 3) ist nach diesem Typus geschildert, und im folgenden finden sich bei Lukian zahlreiche Hinweise auf die quasi-Göttlichkeit Alexanders, die parteiische Stellungnahme des Autors. allerdings gefärbt durch Ich will nur einige anführen. Zum Aussehen Alexanders gehört z. B. der oft vorgezeigte goldene Schenkel (c. 40), sowohl Zeichen der Göttlichkeit als auch Verweis auf Pythagoras, der auf diese Weise dem Apollon angeglichen wurde, ?) Wie sein Namensvetter Alexander der Grosse stammte er von Perseus ab (c. 11), und ein Orakel verkündete: 6toc *AXÉEavépoc Mo6arerpiou alua ÀeAoyxüc. Der Schaum, der ihm in der Ekstase vor den Mund trat, (c. schien den Umstehenden als S9etóv ti nal poñepôv 12). Bei der Vorstellung des Glykon war Alexander selbst udia Seonpenic Eotaiuevog (c. 15). Tote wieder zum Leben bunden haben; und P. Er heilte nicht nur Kranke, (c. 24). seine Tochter gilt dann auch als Tochter der Selene {c. 35), Mummius Sisenna Rutilianus glaubte nach der Hochzeit mit dieser Tochter töv obpaviwv eig nal autos stammt direkt von ontein sondern erweckte auch Im tepós yäuoc will er sich mit Selene ver- ... yeyovévar. Zeus und wird auch zu (scil. wuxt) Die Seele Alexanders ihm zurückkehren (c. 40): Aine woevéc totiv dnoppwE./uai iv Enewhe nathp éyasüv ävépüv Enapwyöv'/nal nditv Ec Ardg elou ALòg BAnSeïtoa xepauvg. den Alexander gebissen hatte ouAov behandeln. è 5% npo- (c. 55), wollten Als Lukian ihn die Umstehenden üg lepó- Nach dem Tod des Propheten wollte sein Schwiegersohn Rutilianus niemandem sonst die Leitung des Heiligtums anvertrauen, aût& *AAcEdvépy) Nock hat tiv npoonteiav pulártoV werd tiv Evreödev adnadAayiv. dies auf Vorstellungen vom Weiterwirken seines Pneumas (scil. zurückgeführt. Noch deutlicher tritt uns die Vorstellung von der Stellung Alexanders zwischen Göttern und Menschen heisst es: in zwei anderen Episoden vor Augen. noXiai 6è nal nóxouv tetoxévar nap” abtoß xai ol dvépec Enenaptúpouv Str GANS AÉéyovorv. L. (scil. c. 42 "AAcEdvépou), Robert hat eines dieser Kinder in einer Inschrift aus Kaisareia/Troketta ausfindig gemacht.®) Es ist dies ein Miletos TAbxwvog flapaayévou. ne Person ten dort, In c. Suoiat gefallen; Glykon und Alexander sind fast der Agnostiker Lukian sah das Werk eines in ei- Lügenprophewo die Gläubigen das Wirken eines Gottes vor Augen hatten. 24 schreibt Lukian: 6pôuoc obv xal WSLoudc dnavtaxdsev éyiyvero nal xai dvadriuata - nal StnAdo.a tH noowñtn nai padnth tot Yeo0. gen an Alexander sind also literarisch überliefert, und ein Weihun- Exemplar hat 5. Zur Chronologie s. A. Stein, Strena Buliciana. Zagreb, 1924, 257ff. Zur Kontinuität des Kultes e. g. Weinreich, Schriften I. 530. 548ff. Zuletzt hat L. Robert, CRAI 1981, 5i3ff. darauf hingewiesen, dass Statuetten Glykons in Athen im “Heruler - Schutt" gefunden worden sind. 6. e. g. L. Bieler, Setos ‘Avñp. Wien, 1935, I 1f. 50. 140. Nock, C1Q 22, 1928, 160ff. 7. L. Troje, SB Heidelberg 1916, 79 n. 1. cf. E. Norden, Die Geburt des Kindes. Leipzig, 1924, 83. Das direkte Vorbild Alexanders hierbei war Pythagoras, cf. Plut. Num. 65. Aelian, var. hist. 2, 26. Amm. Marc. 22, 16, 21. Porphyr., vit. Pyth. 27f. Iamblich, vit. Pyth. 92. 135. Die beiden letzten Beispiele gehen vermutlich auf den Abaris des Herakleides Pontikos zurück, P. Corssen, RhM 67, 1912, 38f. und Meuli, Gesammelte Schriften II 859ff. (wichtig zur Erklärung). Pythagoras wird dort (und auch anderswo, e. g. Diog. Laert. 8, 11) an Apoll angeglichen. 8. Robert (n. 4)

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W. Ameling sich auf der Balkanhalbinsel erhalten (Dessau 4080, Blace-Usküb): "Iovi et Iunoni et Draccon(i) et Draccenae et Alexandro ..." Bereits Mommsen und Dessau haben hier den Alexander Lukians gesehen, ?) Ein Altar für Alexander von Abonuteichos gerade in Bithynien, wo sich der Kult Glykons zuerst verbreitete (c. 18), ist sowohl zu Lebzeiten des Propheten als auch noch einige Jahrzehnte nach seinem Tod viel wahrscheinlicher als eine Weihung fiir Alexander den Grossen. !) Frankfurt a. M. Walter Ameling 9. Unsere Interpretation nach Domaszewski bei Weinreich, Schriften I 540ff. Groag, Wiener Eranos 1909, 251ff. hatte die Inschrift auf den aus Cassius Dio 79, 18, 1ff. (Bd. III p. 471 ford, Boissevain) bekannten Ps. 1964, behardelt dieselbe Episode ganz ohne Erwähnung der Inschrift. 214ff. Alexander bezogen. F. Millar, A Study of Cassius Dio. Ox- Oft wird in diesem Kontext Athenagoras, rpeoßela 26 p. 35 Schwartz zitiert, wo Grab und Kultstatue eines Alexander in Parion erwähnt werden. Paris, den mythischen Gründer der Stadt, IK 25 p. z. B. 57. 58. kann). (n. 6) 160 n. 3 und Wilamowitz, Ganz unreflektiert spricht wieder von Alexander v. Zürich, 1985, gebracht, Glaube II 513 n. 1 hin- Abonuteichos C. Meier, Der Traum 40. Lukian schreibt mehrmals, verehrten. Frisch, (dem ich allerdings im gänzlichen Fehlen eines Kultes für Alexander nicht folgen als Medizin. 10. Wegen des Grabes ist eher an Alexander/ Meinungen für und wider bei P. Zu den Stimmen gegen die Identifikation mit Alexander v. Abonuteichos sind noch als einer der ersten Nock zuzufügen zu denken. daß gerade die Dummen und Einfältigen Glykon und Alexander Sollen wir damit die rohe Schrift des Altars, vielleicht vom Besitzer selbst anverbinden? ÖZET ABONUTEIKHOS'LU ALEXANDROS I¢iN SUNAK Bithynia'daki Claudiopolis (Bolu) kentinde bulunan bir yazit (I.K.31,10: baskıda) sadece bir sözcükten olugmaktadir: Alexandros'un Yazıtı tasayan tag, dzel kullanım igin yapilmis küçük bir sunaktır. Bugüne kadar bu sunagain Büyük iskender icin yapılmıg olduguna iligkin tahminler yürütülmüstür. Ancak bu pek olas1 gözlikmemektedir. Sunak belki de, ismi Lukianos'ta sahte peygamber olarak anılan Abonuteikhos'lu (buginki Înebolu) Alexendros'a adanmistir. Gerek literatür gerekse epigrafik malzeme aracılıgıyla (Dessau, ILS 4040), bu gahsa adaklar sunuldugu bilinmektedir, Elímiz= deki parça da olasılıkla bu tür bir adaktır.