Der Friedhof am Eridanos zu Athen

Auteur
Brueckner, A.
Publié dans
Neue Jahrbucher fur das Klassiche Altertum
Année
1910
Sujet
CEMETRY
Langue
Deutsch
Catégorie
C8 Histoire et archéologie
Numéro d'archive
3810

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Afficher le texte intégral10 pages

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BRUT CK WER ¿En A. Brueckner: Der Friedhof um Eridanos zu Athen \ajo Dipylon, wo die griechische Archäologische Gesellschaft, dic Agyatoloyexy Ereipia ¿y Agtvas, die Gräber der alten Hellenen vor der modernen Überbauung seit einem halben Jahrhundert behütet hat. DER FRIEDHOF AM ERIDANOS ZU ATHEN Er galt im wesentlichen als auségraben; aber als ich vor zwei Jahren, unterstützt sowohl von der Berliner Vortrag, gehalten auf der Philologenversammlung zu Graz am 1. Oktober 1909 Von AurreD BRUECKNER i ‚Akademie wie in der allerzuvorkommendsten Weise von der griechischen Archäo| * Jögischen Gesellschaft, zusammen mit Adolf Struck an die Aufnahme eines ‘Planes. ging, hat sich gezeigt, wieviel der Aufklärung hier noch zu erwarten. amals in zweimonatlicher Grabung mit einem Dutzend Arbeitern sich (Mit 22 Abbildungen im Text und auf zwei Tafeln) winnen ließ, habe ich ausführlich in einem eben erschienenen, Ihnen vor- Hochverehrte Versammlung! Als Alexander Conze, das Ehrenmitglied dieser Versammlung, vor einem en Buche’) dargelegt; ich fasse Hauptsachen daraus zusammen. Menschenalter den Frühling der Österreichischen Archäologie erweckte, hat ihn die Wiener Akademie durch Unterstützung der Sammlung der griechischen Grabreliefs ein breites Fundament zur Erkenntnis griechischer Kunst legen lassen, auf dem auch die Untersuchung sicb aufbaut, von der das Präsidium vor Ihnen zu reden vergönnt, von der auf ósterreichischem Boden zu be- SÍ richten eine Pflicht der Dankbarkeit erscheint. Was Conze mit seinen Schülern und Freunden seitdem aus der Verstreutheit auf griechischem Boden und den europäischen Museen zusammengebracht, hat er selbst bereits zu großem Teile in der stattlichen Reihe von Bänden der ‘Attischen Grabreliefs’ dem Studium zugänglich gemacht; für die südrussischen Gebiete der griechischen Kolonisation hat vor kurzem Carl Watzinger den von Gangolf von Kieseritzky begonnenen Band im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts glücklich ee ZZZ O Soviel Grabsteine aus Museumssälen und Bauernhütten lehren können, das ist beieinander.. Kalliste ? SE WMO vollendet; für die reichen Gebiete der Inseln und Kleinasiens ist die Bedrbeitung von Ernst Pfuhl zu erwarten. Heiligtum der rtemis > I dd enemalige Piraeus ao Aber gerade je mehr das Material aus diesen abgeleiteten Quellen anAbb, 1. schwillt, um so stärker wird das Bedürfnis, zu ihren Ursprüngen zu dringen. “os Lageplan, links der Friedhnf, rechts die Stadtmauer Es genügen nicht die athenischen Grabreliefs aus den Museen allein, sondern wir wollen ihre Verwendung auf den Gräbern ergründen. Dafür folgern wir aus der Geschlossenheit des antiken Hauses auf geschlossene Grabstätten der Familie und ibrer Hausgenossen und fragen nach der Ausdehnung der Grabstätten und der Aufstellung der Denkmäler in ihnen. Aus der Ordnung der Erida os Durchlaß bot; dort traten aus zwei Toren die Heilige Straße nach eusis und der bequeme Fahrweg zum Piräus; zur Linken der Straßen lag, Stadt schließen wir auf geordnete Austeilung der Familiengrabstätten vor den Toren und fragen, wie weit waltete darüber die Stadtgemeinde, wie weit geschah die Gründung der Friedhöfe von Sondergemeinschaften und Vereinen. Wir wissen, Athen war eine fromme Stadt, und darum fragen wir, wieviel des Glaubens ist an den Ruhestätten dieser cleusinischen Mysten zum Ausdrucke gekommen. Wir wissen auch, das andere Lebenselement Athens, die Philosophie, hat seit dem Ausgange des IV. Jahrb. durch die Luxusgesetze des Demetrios von Phaleron die Üppigkeit der Friedhofspracht mit Erfolg bekämpft, und fragen, wie stellt sich zu dieser Überlieferung der Befund. Auf diese Fragen den Boden zu prüfen bietet sich — so scheint es bislang — nur an einer Stelle Athens und Attikas die Möglichkeit, im Friedhof nahe dem “ibm zur rechten Seite der Eridanos, an 100 m vor dem Tore eine Brücke, über welche die Heilige Straße das rechte Ufer des Eridanos gewann; im Innern eines ‘jetzt verschütteten Bogens die flachen Bogenlinien der Gräberterrassen, die: bis zur Höhe der südlichen Grenzmauer um 10 m anstiegen. Davor erhob ): Der Friedhof am Eridanos bei der Hagia Triada zu Athen. olf Struck untersucht d'Gerhard-Stiftung der von Alfred Brueckner. Königl. Preußischen m''und 78 Textabbildungen, Mit Unter Mitwirkung Unterstützung aus der Akademie der Wissenschaften. Berlin, Georg Reimer 1909, 1218. 4% 30 Mk Dazu er:Erlaubnis der Verlagsbuchhandlung ist hier eine Reihe von Abbildungen in kleinerem babe entlehnt.

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sich eine kleine Kuppe an der Stelle der Kapelle der Mag. Triada. Von ihr südlich ist der Hauptweg der Gräberanlage auf eine Strecke von 100 m klar; radial zu ihm verläuft ein Querweg, der bisher nur einseitig untersucht ist. Eine Ansicht zeigt die Ruinen beim Austritt aus dem Heiligen Tore (Taf. 12), Das Gesichtsfeld ist begrenzt durch den niedern Rücken davor, der nach N abfällt. Hinter den Bäumen rechts schimmert die kleine Kuppe der Hag. Triada, Zwischen ihr und der Höhe mit der Wächterbude führte der Hauptweg von der Heiligen Straße links abgabelnd hinaus. Ihm folgen wir, um zu dem weißen Fleck nahe der Mitte des Bildes zu kommen, zu zwei Fhrengribern, welche Abb. 3. Grabmal des Pythagoras, vor der Grabung 1907. Nach Conzv, Attische Grabruliofs COXCUIA, 14408 Abb.4. Grabmäler des Pythagoras und der korkyriischon Gesundten nach der Grabung 1907 beide das Volk fiir bundesgenössische Würdentrüger zuniichst dem Tore angelegt hat. Das erste (Abb. 3) für Pythagoras, Proxenos von Selymbria, noch aus altertiimlicher Zeit; so wie im Bilde erschien das Mal bis vor zwei Jahren. Wir suchten den Wegboden davor (Abb, 4), fanden ihn drei Stufen tiefer durch Prellsteine gesichert und enthüllten damit die schlichte Würde dieses einzigen Grabmales, das aus der Epoche der Stiftung des delisch-attischen Bundes auf uns gekommen. Auch die Stele zweier kerkyräischen Gesandten daneben, die gegen 373 hier bestattet worden sind, ist jetzt bis zur Tiefe des Weggrundes ihrer Zeit gesäubert, durch die Feinheit ihrer Profilierung ein für die Entwicklung der Formen charakteristisches Gegenstück. Wir verfolgen die Flucht dieser Stelen und gelangen 40 m davon auf eine

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Heftt1940.Jahrbücher,Neue AmetenBachringer,vonPhotographieNachWesten,vonHauptwugDer&.Ab.107GrabunAitdheernnazcuhDEerxiildeaynsosderaGmraFbrmiaeldh7o.fAbbD,erPruckner,Alfred

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29 Ecke des Hauptweges und eine Flucht von privaten Grabmälern an ihm (Taf. I 5). Diese gliedert sich in die Fronten von vier Bezirken. Zuvorderst an der Ecke 8 m lang und ebenso tief die Stätte der Geschwister des Ritters Dexileos, der zwanzigjährig bei Korinth 394 gefallen ist. Daneben gleichlang eine Flucht von Denkmälern, welche dem Brüderpaare Agathon und Sosikrates gehörte, die aus ihrer Heimat Herakleia am Pontos nach aller Wahrscheinlichkeit 364 vor der Tyrannis des Klearchos und seiner Nachfolger Zuflucht in Athen gesucht haben. Daran stieß 11 m lang die von dem Stier überragte Stätte des Dionysios aus dem athenischen Stadtquartier Kollytos; dieser war der Vetter des Redners Hypereides und hat noch 345 das Amt eines Schatzmeisters der Hera in Samos verwaltet. Zu äußerst ist von der Figur des Hundes an die über 16 m, 50 attische Fuß lange Frontmauer des Lysimachides von Acharnä zu erkennen; der hat als erster Archon der Athener 339 die Nachricht von der Besetzung Elutens f È 4 empfangen. Das Ganze also ist der Rest einer GriberstraBe, deren Ausbau zwischen 394 und 317 fällt, in welchem Jahre Demetrios von Phaleron seine Luxusgesetze gegeben hat. Die Breite des Weges und die Weiträumigkeit der Anlage deutlich zu machen, wird eine Ansicht von dem andern Ende aus dienlich sein (Taf. I 6). So sah der Weg seit 1863 und 70 aus. Unsere Aufgabe zur Herstellung î des Planes war, den Wegboden zunächst aus den Unterkanten der Randmauern $ geführt. Den Erfolg sehen Sie (Taf. 17): der Bau war nur bis zur Oberkante der Terrasse ausgegraben, der ganze Mauersockel steckte noch im Schutte. Auch hier erreichen die Blicke noch nicht den Grund. Denn vor der Ecke steht 4 festzustellen. Dazu wurde ein schmaler Graben an der Ecke des Dexileos hin- ‚der;Tiefe noch ein mächtiger Prellstein, welcher uns die anfängliche WegA dns der angibt; die abgestufte Ausführung der Seitenwand lehrt, daß eine Böschung vor ihr herlief. An der langen Wegfront war nur die Hälfte bei der “Ecko} in Quadern ausgefiihrt, so weit wie der steinerne Oberbau des Dexileos[ales darauf aufsaB; die andere Hälfte der Bezirkfront blieb in Bruchsteinen, ie, wie ich aurions, grün überwachsen waren. Die Frage entsteht nun: welche Form hatte das Hauptmonument des Benae 1 sirkes, das des Dexileos? Abzuzieben sind zunächst davon die beiden Stelen, isdie nachträglich eingesetzt sind: zuerst die Palmettenstele mit dem Namen des eE Epa, des Bruders des Dexileos, zu zweit die zwischen jener und dem vor- “springenden Wandpfeiler eingeschobene Giebelstele der Melitta, der Schwester des ; "Dexileos, und ihres Gemahls. Auf die Mitte der viertelkreisfórmigen Wand da“ hinter gehört das Relief; aber es ist fraglich, ob die moderne Wiederherstellung ‘ es richtig auf den erhaltenen Rest der Wand versetzt hat. Wir fordern vielmehr, daß über dem hohen Sockel auch der Oberbau' höher herausgehoben war, daß ferner dessen verputzte Kalksteinwand mit einem Profil gegen den Marmorarchitrav darüber abschloB, gleich den Anten, welche vor der Wand jederseits . vorsprangen, und daß auch die zugesetzten Stelen in ihrer Höhe sich der Umi Y rabmung eingegliedert haben. Diese Griinde sprecheu dafiir, daB die Wand um. ein bis zwei Quadern hôher war. Aber auf den Asian entstehen

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nun kahle Flächen, die auf den Beschauer zugekehrt schwerlich ohne Krönungen geblieben sind. Sie aufzufinden, ist noch möglich; denn das Glück hat uns mehr bewahrt. Zu dem Inventar unserer Gipsmuseen gehört die Figur einer Sirene (Abb. 8, Athen Nat-Museum 775), die im Arm den Rest einer Lyra trägt, nach Vogelart vornübergebeugt, des Gleichgewichts wegen den Vogelschwanz lang abstreckend. Ihre verlorene Basis ist danach mehr lang als breit anzunehmen, in der Form und den Maßen entsprach sie der schmalen Oberfläche der Antenpfeiler des Dexileos. Und in der Tat ist diese Figur 1863 links von der linken Ante gefunden worden. Wie ihr Umriß wirkte, wenn man von der Stadt herkam, zeigt die Ansicht, die nach der Aufstellung im Berliner 31 im Himmelsraum leben die Seelen der Helden, den irdischen Leib nur birgt die attische Erde: das ist auch die Glaubenszuversicht, auf welche dieses Monument gegründet ist. Wie es die Grabinschrift für einen fünfjährigen Knaben ausdrückt: è xarjo ue dvéoryos fjowa ovyyeveías (IG. IIT 1460), der Vater hat mich anfgestellt als den Familienheros, so ward Dexileos zum Heros seiner Familie ausgesondert und erhoben: den jung der Gott als Liebling sich Museum genommen ist (Abb. 9); aus dem Schallkasten der Leier tönt auf den Beschauer zu ihr Spiel. Ihr Gegenüber auf der rechten Ante vergegenwirtigt, solange der Schutt des Weges davor noch nicht durchsucht ist, ein Grabrelief des Berliner Museums (Nr. 755); dort wird über der Figurengruppe die leierspielende Sirene links Doppeltiöte begleitet. von einer gleichgestalteten Geführtin rechts mit der Also hat ein Paar dieser Musen der Seligen das Bild des kriegerischen lleros flankiert. Diese Anhaltspunkte hat die Kopenhagener Künstlerin Frau Helvig Kinch Abb. 10. Grabmal des Dexileos ergänzt, nach Zeiehnung von H. Kinch im Herstellungsversuch Abb. 10 verwertet, Über den grauen Blöcken des Unterbezirkes einen Raum absondernd; vor dem attischen Himmel glänzte über der erkoren, zum Familienheiligen zu machen, das ist der eine Grundgedanke, der ii vielfach und in mancherlei Form von den Athenern beim Ausbau ihrer Grab- Kalksteinwand die Krönung im reinen Weiß des Marmors; zu den Farben der : bezirke befolgt worden ist. baus fing die lichtere Wand die Ecke ab, so ans dem Quadrate des Familien- Ausmalung trat das Metall der Waffen und der Krünze auf dem Haupt des Dexileos und der Sirenen hinzu; der Umriß des Reliefgiebels war durch bronzene Rosetten-Girlanden oder auch aufgesteckte Sterne noch belebt. Sinn des Ganzen angeht, so sei Was den an die Worte auf dem Grabe der 432 bei 54. Den andern wird die anstoßende Grabstiitte der herakleotischen Brüder mit ihrer überragenden Stele in der Mitte lehren. Zuvor aber bitte ich, Ihre Blicke auf eine Reihe von Denkmälern zu lenken, die auf der andern Seite des Weges :steht, in ihr das berühmte Relief des Hegeso (Abb. 11). Daß auch diese Gruppe : "insgesamt einer Familie angehörte, hat die Aufdeckung des Restes einer davor sito Potidän gefallenen Athener erinnert: aldyo uly wvyds dxedéturo, souara dè yPor,

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verlaufenden Terrassenmauer erwiesen. Doch betrachten wir die Grabmäler yeprder Gräber 4 m nauer. ni fünf Monumenten, von denen vier noch Auf der Stele in der Mitte lautet die Hauptinschrift zu oberst unter den Rosetten: Koroibos von Melite. Darunter steht nachgetragen der Sohn des Koroibos, Kleidemides. Darauf folgt dessen Sohn, dem Großvater gleichnamig: Kotief. Die Reihe nun der Denkmäler davor 33 bestand aus in situ, drei bis obenhin, das vierte, ‘gin kleines Kapellchen nahe der linken Ecke, nur zu seinem unfersten Teile | ‘erhalten; yon dem fünften läBt sich die Taniaplatto aus dem Erdreich losgerissen nachweisen, auch sie trug ein kleines Kapellchen. Außerdem aber sind * ¿ooh 1868 bei der linken und der rechten Ecke die Reste zweier Akrotere gefunden, “binder | Form marmorner Salbgefäße, Lekythen. So besitzen wir die Elemente Damit hfe Hestalong, deren Schema für die 8 m lange Front lückenlos möglich ist hört diese Familie auf. Um 12). Aus technischen Einzelheiten geht die Zeitfolge der Denkmäler berroibos, Sohn des Kleidemides von Melite. 300 ist dann ins Feld über den Rosetten der Name des Sosikles von Eitea gesetzt; schließlich zu unterst auch dessen Sohn Euthydemos eingetragen. Also sind es nur Männer, die auf der Stele nacheinander verzeichnet sind. Der Namensfolge nach waren sie verheiratet; aber ihre Frauen, Töchter und jungen Söhne sind nieht mit auf die Stele gekommen; sondern die bohe Stele verbleibt dem Familienoberhaupt, sie erbt Abb. 11. durchgehenden, doch auch dann weiter als Majorat. Nach dieser zwar nicht sonst zu belegenden Sitte war also die Mutter der Familie von der Stele ausgeschlossen; eben deshalb erhielt sie ein andersartiges Mal, das der Stele sich unterordnet und sie ergänzt; und die entstehende Gruppe, in ihren Elementen nach der Strenge des Rechtes geschieden, vereinigt in attischer Formenklarheit die lapidare Schlichtheit der Manneswürde mit dem lebendigeren Reize der Frauenanmut. Das war zum Verständnis der Grabmäler der Herakleoten vorauszuschicken. Für die Hegeso, die Tochter des Proxenos, ergibt sich, daß sie die Frau des Stifters der Anlage, des ältesten Koroibos, war — sein Brautgeschenk wird sie in ihren Händen halten —; zur andern Seite der Stele hät ein früh und unverheiratet verstorbener Enkel sein besonderes Denkmal erhalten. Doch zurück zu den Herakleoten gegenüber (vgl. Taf. 15 und Abb. 13 links). Die Untersuchung ist auf den Grund vor der Terrasse hinabgedrungen. lang, 2 m hoch ist die Terrassenmauer mit Stuck verkleidet. 8 m Sie wurde durch eine Lage von flachen Tonziegeln abgedeckt, die an die Fundamente der Denkmiler stößt. Die Ziegel haben ein schmales, eingefaBtes Beet getragen, wie aus ‚dem gleichartigen Befunde zweier anderer Grabbezirke klargeworden ist. also zog sich vor den Denkmälern her. Dies Hinter ihnen dehnte sich der Raum “ps Relief zeigt den überlebenden Jaton vor der Gruppe der Versee der Korallion und neben ihr des Sosikrates. Auf der andern Seite

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39 reichen Junggesellen; denn nach der Inschrift trauerten mit den Freunden gemalten Kapelle sein besonderes Mal erhalten, anscheinend nach der Errichtung a agAthen und Samos nur seine Mutter und seine Schwestern. Was heute rechts des kleinen Naiskos ganz rechts. So läßt hier das Glück noch die ganze Schaufront in ihrem Entstehen verfolgen und liefert uns ein Muster für die Anordnung hunderter von Monumenten, die jetzt aus dem Zusammenhang gerissen in den Museen stehen. Über dem Ganzen herrschte die BaorAelx des Mannesstammes, verkörpert in der Stele; der Akanthos ihrer Krönung war im Einklang mit der lebenden Akanthosrabatte ihr zu Füßen. Dem Symbol der Familieneinheit ordnen sich die Kultmale der einzelnen Glieder unter; und das Ganze wird gerahmt von dem Gefüßpaare, das zwar von dekorativer Bestimmung dennoch symbolischer Bedeutung nicht entbehrt hat. Es sind heilige Salbund: links neben seiner ehedem ausgemalten Kapelle erscheint, sind kiimmerliche spätere Einbauten. Die ursprüngliche Ausdehnung der Anlage von der Ecke . der, Herakleoten bis zur Ecke des Lysimachides erhellt aus den Fundamente, ‘das unsere Grabung 3 m unter dem Marmorsockel der Kapelle in Länge 0 a m freigelegt hat. Uber diesem ist schon um 100 v. Chr. die ganze Torre senwand, die inzwischen im Erdreich versunken war, ausgehoben worden; ‘pie! mus ‚ursprünglich bis zur Höhe der jetzt bloBliegenden Fundamentierung ve der”‚Kapelle gereicht haben. Zu unterst also erhob sich über dem Wege ein 1 Sockel aus großen Quadern, ähnlich aber prächtiger und länger als die Terrasse i der Herakleoten. Die Mitte überragte hier über bläulicher Marmorbasis der gefüße, die an die Bahre und auf die Gräber sowohl von Männern wie Frauen gesetzt wurden — eben deshalb nicht auf gymnastische Betätigung im Leben zu deuten; vielmehr hat die religiöse Zuversicht des Psalmisten “Herr Gott, Du salbest mein Haupt mit Öl’ auch bei den Athenern im Leben diesseits und jenseits des Todes bestanden und gewirkt. Es ist die Hoffnung auf Erweckung im Elysium, die in diesem und dem meisten ornamentalen Beiwerk der attischen Friedhöfe symbolisiert ist. Die dritte Grabstelle am Wege (Abb. 13) gehörte Dionysios von Kollytos, — e+r Von der Front des Bezirkes dea Dionysios Länge der Wand Andes wiederum “Eckkrénungen, und in der Tat ist 1863 hinter der linken Ecke eine Skulptur fortgenommen worden, die als roter einer linken Ecke geschaffen war (Abb, 14), ein grimmiger Löwe, der in:.Opfer gepackt hält. Auch sein Gegenstück war nicht weit davon verDas Verhältnis dieser Gruppe zu der Mitte und den Aufbau, soit.er bisher zu gewinnen, zeigt die schematische Wiederherstellung (Abb. 15). rs. Midex ie Abb 13. Grabmul des Dinyuivs von Boliytos. Nach Photographic von Rhomaidia di. links vor ihm eine zweite menschliche Figur. Die Löwen zu den Seiten, Erdgrund des Grabes hütend, sind Todesdämonen. Der Stier aber, der zum Himmel emporgehoben über Dionysios iaawer Ends es anders ctaltigo Dionysos? Sein Bild über einem nal bietet eine berühmte

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A. Brueckner: Der Friedhof am Eridanos zu Athen Pariser Gemme, wie er als Stier dahinstiirmt, die Efeuranke um den Leib, Sagt doch auch das Epigramm der Kapelle: Ddua uèv Evdads cov, Aiovicie, yaia xadurres, ni ‘ DI puyhy de &Pdvarov xorvdg Eyer taplas. . 4 i Noch manches schöne Werk von diesem Flecken Erde wäre der Erörtei fi rung wert, wenn ich nicht fürchten müßte, die Geduld unseres hochverehrten Präsidiums auf die Probe zu stellen. Î } i Es würde in anderer Form Gedanken ähnlicher Richtung lehren, überall aber zu dem Ergebnisse führen, daß zum Verständnisse dieser Denkmäler hindurchzudringen ist durch den Schleier des Rationalismus zu den Mysterien des Glaubens, in welchen die Kunst des Friedhofs gewurzelt hat, an welche sie gebunden geblieben ist. +4 Abb. 16. Die Eintellung des Friedhofes im vierten vorchr. Jahrhundert Au fn wer QP begrenzt wurde, ist während des IV. Jahrh. nach allem Bisherigen tattet worden. Ein großer Brunnen und darumher einige Mauerzüge sind legt. Der Raum kann also sei es bei Versammlungen dieses Vereins, DE Yom Vereine ummauerten und angeschütteten Terrassen lagen, mit Beem Tale, dem Eridanos und der eleusinischen StraBe, zu: die Fluchtlinien ze Pracht der Denkmäler dieses Gottesackers vor dem Wanderer, der auf {Heiligen Straße dem Stadttore nahte, sich ausbreitete und erhob, Keine ofsmauer trennt diese Toten von dem Leben ihrer Stadt. Ihm drängen | ‚dem Stadttor planmäßig zusammen in streng gewahrter Einheitlichkeit der So ist nur eine kurze Strecke aus dem ganzen von Adolf Struck aufgenommenen Gebiete veranschaulicht, nach dem Plan der Parzellen des IV. Jahrh. (Abb. 16) aus zwanzig nachzuweisenden Familienbezirken nur I—III. Auch die zwanzig waren von der ganzen Anlage nur ein Teil. angeht, so ist anzunehmen, daß sie im Jahre 394 Was ihre Begründung unter planmäßiger Terrassierung des Geländes geschehen ist, nicht seitens des Staates, dessen Für- Grandlinien zu einer Darstellung des regen und frommen Gemeinsinnes ihrer firgerschaft. In diesem Streben haben die Athener auch an den Grübern ge#hwelgt, in diesem Streben haben sie sich verblutet. Noch ein Ergebnis möchte ich vornehmlich den Herren Museumsvorständen jelegen dürfen. Sämtliche Grabmonumente dieses Friedhofs waren von der ler zu sehen. Wieviel das ausmacht, bitte ich an der Nebeneinandersorge sich auf die Ehrengräber näher dem Tore beschränkte, nicht auch von ellangi älterer und neuerer, freilich noch nicht tief genug genommener Aufeiner Phyle oder einem Demos, sondern nach aller Wahrscheinlichkeit von einem nahmen zu prüfen. Links die alte, rechts die neue Aufnahme. Links (Abb. 17 a, b) fällt der Blick auf die unausgearbeitete Fläche des Bodens, der zahlreichen Kultvereine. Im Kerne der bogenförmigen Anlage, die von der

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rechts wirkt nur sein Umriß. Das scheinbare Tänzeln des Kriegers links wird rechts zum festen Auftreten. Die Figur löst sich mehr von dem Hintergrund, ihr Hals erscheint freier, die ganze Gestalt wird gestreckter, idealer. Ein zweites Beispiel (Taf. II 18 a, b): auch hier wieder rechts die größere Freiheit der Figur von dem Grunde; links sieht man bis in den Grund der Falten hinein, rechts gruppieren sie sich; der links so häßlich lange Zipfel des Mantels über dem Stuhlkasten wird erst in der Ansicht rechts gerechtfertigt, da man sieht, wie er aufliegt. Abb. 17. ren Endlich das letzte Bild (Taf. Il 19 a, b), der Abschied f': Abb.18 Athen, Nat-Mus. 761 Conze, Girabreliefs XXXIV 73 Abb. 18. Athen, Nat-Mus. 717: Vonze, Grabreliofs LXXN 322 Relief den Aristonautes, Athen, Nat.-Mus. 738; Conze, Grabrelicfs CCXLV 1151 der Tochter von ihren Eltern. In der alten Aufnahme links hat die Sitzende fast einen schielenden Blick. Rechts verliert der Kopf die steife Haltung; er neigt sich etwas zur linken Schulter, und damit werden die Sitzende und der Stehende einander ähnlich in der stillbewegten Haltung, und beider Blicke, des Vaters und der Mutter, ruhen voll auf dem Antlitz ihres Kindes. schließt sich bei tieferem Augenpunkt besser zusammen. Die Gruppe Je mehr man hinabgeht, um so mehr löst sich der Kopf des Mädchens vom Grunde. Sah man gerade darauf, sieht man so blieb seine ganze rechte Gesichtshälfte verdeckt; von unten, so wirkt auch sein schönes Oval, das der Künstler eben deshalb bis auf den Grund ausgeärbeitet hat. Je tiefer wir in dieses Gebiet attischer Kunst, attischen Lebens, attischen Nene Jahrbücher. Loft H

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È @laubens eindringen, um so überlegter und gesetzmäßiger, um so menschlicher ‘and schöner stellt es sich dar. So wird es von allgemeinem Interesse sein, daß eben jetzt dio “doyaodoyixi) 'Eraupfa mit der völligen und gründlichen Auf‘deckung dieser Ehrenstätte der Athener beginnen will. Der Mitarbeit an den griechischen Grabreliefs der Wiener Akademie danke ich, daß ich auf den Wünsch der griechischen Archäologischen Gesellschaft seitens des Kgl. preubi_. gehen Unterrichtsministeriums und der mir vorgesetzten Behörden beurlaubt „der auf ein Jahr berechneten Unternehmung meine Dienste widmen darf.