Untersuchungen zum Grundungsschema des Stadsplanes der Colonia Augusta Treverorum

Auteur
Goethert, K.P.
Publié dans
Archaologisches Korrespondenzblatt
Année
2003
Sujet
TRIER
Langue
Deutsch
Catégorie
C8 Histoire et archéologie
Numéro d'archive
4595

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Afficher le texte intégral21 pages

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GD STINE , K-P. ARCHÄOLOGISCHES KORRESPONDENZBLATT 33 - 2003 Loos 239 UNTERSUCHUNGEN ZUM GRÜNDUNGSSCHEMA DES STADTPLANES DER COLONIA AUGUSTA TREVERORUM DIE GEBURT DER STADT AN DER MOSEL von Klaus-Peter Goethert Die Bemiihungen, ein Griindungsschema des Stadtplanes des rémischen Trier zu erkennen, haben in jüngster Zeit durch die Uberlegungen Hartwig Lôhrs! ein neues Fundament erhalten. Seine Untersuchungen zur Materialbeschaffenheit der Packlagen, die auf den mit Sand gefestigten Baustraßen die Unterlage des Straßenaufbaues und der eigentlichen Pflasterungen bilden ?, haben einige Veränderungen unseres Bildes ergeben, das zuletzt von Reinhard Schindler? überwiegend auf den Studien Harald Koethes* aufbauend gezeichnet wurde. Freilich gibt es keinen Anlaß, die Schotterung mit Löhr* erst in claudische Zeit zu datieren, da die Rotsandsteinschotterung meist fast unmittelbar auf dem gewachsenen Boden ausgebreitet wurde ®. Gewöhnlich befindet sich nur das bei Anlage der Baustraßen aus den Straßengräben gewonnene und auf dem zukünftigen Straßendamm ausplanierte Material unter der Schotterung. Außerdem fand man in dem bei der Forumserweiterung aufgegebenen Teilstück der Straße 97 im unteren Straßenkörper ein As des Augustus und in den darüberliegenden Schichten frühe Sigillaten *. Bemerkenswert ist, daß parallel zu den Untersuchungen der rein sachorientierten Fragestellungen niemals danach geforscht wurde, ob dem Stadtplanentwurf ein vermessungstechnisches System zugrunde liegt, wie dies z.B. für Augst® und Xanten !° geschehen ist. Ansätze einer solchen Betrachtungsweise finden sich lediglich in einer Studie Theodor Kempfs !!, die jedoch kaum Beachtung fand; wahrscheinlich, weil sie die tatsächlichen Gegebenheiten des Stadtplanes zu wenig berücksichtigte und daher zwangsläufig wenig aussagekräftig blieb. Seine Überlegungen zur Anlage von cardo und decumanus verdienen allerdings Aufmerksamkeit, da sie von gänzlich anderen Voraussetzungen ausgehend mit dem Ergebnis der unten vorgelegten Ausführungen übereinstimmen und es folglich bestätigen ". Grundlage der hier vorgestellten Überlegungen ist ein Stadtplan ? im Archiv des Rheinischen Landesmuseums. Dieser ist im wesentlichen korrekt. Für die Streckenanalyse ist zu beachten, daß die Strichstärke zur jeweiligen insula zu rechnen ist, d.h. nicht Straßenbreiten sind angegeben, sondern Bebauungsgrenzen. Einige Ungereimtheiten müssen dennoch erwähnt werden: So ist zum Beispiel die OstWest-Straße 8 westlich des Forums verbreitert eingetragen, ebenso die südlich dieser Trasse gelegenen insulae, so daß die nördlich anschließenden insulae in Nord-Süd-Richtung verkleinert wurden. In den Archiven des Museums existieren keinerlei Aufnahmen, die Hinweise auf diese Verschiebungen liefern. Das einzige Straßenprofil der Straße 8 in diesem Abschnitt (Schindler Nr. 62 Abbildung 17) zeigt keine Randbegrenzungen. Zuzuordnende Profile oder Grundrisse im Bebauungsbereich liegen nicht vor. Die in allen Plänen eingetragenen Divergenzen der Straßen wurden auch in Abbildung 1a übernommen, obwohl sie keineswegs gesichert sind. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Profile, bei denen die Straßen einschließlich der sie beidseitig begleitenden Bebauung untersucht werden konnten: bei Schindler von 240 Profilen lediglich vier'*. Zitierfähig publizierte Aufschlüsse sind seither nicht hinzugekommen ®. Aus dieser Feststellung erhellt auch, daß die bei Schindler und in der ihm folgenden Literatur genannten Straßenverschmälerungen keineswegs unter Bezugnahme auf die Bebauungsgrenzen festgestellt wurden, sondern aus der Verschiebung der Aufwölbungen der Kiesschütrungen (z.B. Nr. 56 Straße 7: »... deren Breite fast um die Hälfte verringert wird« !6) erschlossen sind. Eine deutliche Einengung einer Straße über einen längeren Abschnitt durch Verbauung ist, soweit ich sehe, nirgends nachgewiesen. Im Ganzen fehlerhaft aufgetragen sind in dem 1972 veröffentlichten Plan lediglich zwei Straßen: 1. Der Abschnitt der Nord-Süd-Straße A östlich der römischen Brücke ist keineswegs gegenüber den restlichen Abschnitten derselben Straße nach Osten versetzt, sondern fluchter mit diesen. Die Details dazu werde ich in einer Arbeit über den Ehrenbogen von der Schanzstraße, heute Bollwerkstraße, erläutern ”.

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CHAOLOGISCHES KORRESPONDENZBLATT 33 - 2003 UNTERSUCHUNGEN ZUM GRUNDUNGSSCHEMA DES STADTPLANES DER COLONIA AUGUSTA TREVERORUM DIE GEBURT DER STADT AN DER MOSEL von Klaus-Peter Goethert Dir Bemühungen, ein Gründungsschema des Stadiplanes des römuschen Trier zu erkennen, haben in @amester Zeit durch die Überlegungen Hartwig Lobrs* eam neues Fundament erhalten. Seine Untersudungen zur Materialbeschaffenheit der Packlagen, die auf dem mit Sand gefestigten Baustraßen die Un- | meriaze des Straßenaufbaues und der eigentlichen Pilasterumgen bilden © haben einige Veränderungen unseres Bildes ergeben, das zuletzt von Reinhard Schande + been ani den Seudien Harald Koethes * auibauend gezeichnet wurde. Freilich gibt es keinen Ania Se Schotrrane mit Lohr ® erst in claudische Ze zu datieren, da die Rotsandsteinschomerung mes fast sommes auf dem gewachsenen Boden ausgebreitet wurde‘. Gewöhnlich befindet sich mur des bei Anions der BaostraSen aus den Straßengräben gewonnene und auf dem zukünftigen StraSendame zusplanserse Material unter der Schotterung. Außerdem fand man in dem bei der Forumserweiterume aufgegebenen Teilstück der Straße 97 im unte=== Straßenkörper ein As des Augustus und in den darüberbegen Schöchten dien frühe Sigillaren $. Bemerkenswert ist, daß parallel zu den Untersuchumge der sen s sachoriconionien Fragestellungen nieæœals danach geforscht wurde, ob dem Stadtplancarwurt cin vermessumgsüechnäsches System zugrunde Begt, wie dies z.B. für Augst? und Xanten TM gescheben st Ansirre einer solchen Besrachsungsweise fin- TM_ die ada ka Beuchrung fand; wahrschenlich, den sich lediglich in einer Studie Theodor Kempfs weil sie die tatsächlichen Gegebenheiten des Stadtplascs zu oe berschsschegee und daber zwangs- Eufig wenig aussagekräftig blieb. Seine Überlegungen zur Anlage von cardo anc decamanzs verdienen Vorausserzungen ausgehend mt dem Ergebnis allerdings Aufmerksamkeit, da sie von gänzlich =a der unten vorgelegten Ausführungen übereinstimmen en be . beunpez pb Grundlage der hier vorgestellten Überlegungen st em Scadeplon© zum Arr Ses Rhemschen Landes- , daß die Strichmuseums. Dieser ist im wesentlichen korrekz. Far dee Ser um beachten Eee sondern Bebaustärke zur jeweiligen insula zu rechnen ist, dè mache Seoañenbrenes sandSo ungsgrenzen. Einige Ungereimtheiten müssen dennoch erviher werden: isc zum Beispiel die Ost- West-Straße 8 westlich des Forums verbreitert eimgerragen, cbenso die sadisch dieser Trasse gelegenen imsulae, so daß die nördlich anschließenden sesales im Nord Sad Rates verkleinert wurden. In den Archiven des Museums existieren keinerlei Aufnahmen, de Hire: aut diese Verschüebungen liefern. Das einzige Straßenprofil der Straße 8 in diesem Abscihmmn (Scie Ne 62 Abbeidune 17) zeigt keine Randbegrenzungen. Zuzuordnende Profile oder Grandr am Bebamanesbercich isse hegen nicht vor. Die in allen Plänen eingetragenen Divergenzen der Sales wurden zuch im Abbildung la übernommen, obwohl sie keineswegs gesichert sind. Tatsächlich gibe es zur sebr wenige Profile bei denen die Straßen einschließlich der sie beidseitig begleitenden Bebzuung umzersuche werden horasen- hei Schindler von en Cesa pitone how EO > Actwchiiese smd sere ch banzugek r Feststellung erhellt auch, ie bei Schundlier î = ommen !5 | ten Straßenverschmälerungen keineswegs unter ei ze me om sondern aus der Verschiebung der Aufwölbungen der Kesschierzaren GB. Nr a an Breite fast um die Halfte verringert wide) erschlossen sind Eine deutliche e über einen längeren Abschnitt durch Werbamane ist somer ach sche pende Fi mack =" sung Im Ganzen fehlerhaft aufgetragen sind in dem 1972 eiii Pio ledebch zwei Straßen: — 1. Der Abschnitt der Nord-Süd-Straße A Gsrlich der römischen Brie ic: kanesw ibe d restlichen Abschnitten derselben Straße nach Oscen vers sondern enze Ssuchzet . mi nn wie dazu werde ich in einer Arbeit ErBollwerkstraße, NO eit über den Ebresbogea nom der Schzuzseraße. heute láutern ”.

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2, Die Nord-Süd-Straße igen en Landesmuni unter dem heutig tike nicht itantike indest in der Spätan ist nicht durch das ProE rlauf dieser StraßeStraßen m. abschnittı der Großen Eulenpfütz aufgefundene à sondern wesentlich weiter östlich (Abb. 1 a). Der Ve Sch dler 41 !# bezeugt. Dieser in fil Schin fil st vielra wie auf Plan 1 ebendort** richtig angegeben, Teil der Ost-West-Straße 3. Es fehlt ferner die im Bereich der Porta Nigra, der Christophstraße und an einigen ver cd mutete Ringstraße parallel der Berme der Stadtmauer, die freilich in den Planen Abb. 1. 2. 3. 5 un : : ähnt ist ©, Dennoch muß festgehalten werden, daß deren Existenz Schindler eingetragen und im Text erwähnt ıs 8 i nicht wirklich nachgewiesen ist, auch wenn Gose glaubt, einen Straßengraben zwischen Berme an i Strafe aufzeigen zu kònnen; denn der vom ihm nachgewiesene Graben wurde noch zur Erbauungszeit der Stadtmauer mit Bermenmaterial verfüllt ®'. Die Berme hat im endgültigen Bauzustand offensichtlich einen sehr viel flacheren Böschungswinkel besessen, als der Schnitt unter dem Simeonstift vermuten läßt. Daher dürfte die von Schindler als Ringstraße innerhalb der Mauern angesprochene Kiesschüttung wohl meist ein Rest der auslaufenden Berme sein. Die aus fortifikatorischen wie städtebaulichen Gründen zu fordernde Straße wird einen größeren Abstand zur Mauer besessen haben, als man bislang annimmt. Bei der Betrachtung des römischen Straßenplanes (Abb. 1 a, geringfügig schematisiert) fällt sofort ins Auge, daß das gesamte System aus zwei Komponenten besteht: nämlich einerseits aus quadratische n, beziehungsweise annähernd quadratischen insulae und andererseits aus rechteckigen. Letztere ordnen sich. zu einem Achsenkreuz (Abb. 1, grau unterlegt), in dessen Zentrum ein Platz liegt, der irrtümlicher- ... weise auf einigen Plänen von einer Ost-West-Straße, auf manchen sogar auch von einer Nord-Süd- Straße durchzogen ist. Einen Nachweis für diese beiden Straßen konnte ich trotz intensiver Suche in den Grabungsunterlagen der Archive des Rheinischen Landes museums nicht finden ?. Dennoch dürfte es nicht falsch sein, die Achsen der mittleren Straße n der Rechteckinsulae zeichnerisch als Ideallinien in den Plan einzutragen. Sie bilden selbstverständlich uf dem Platz, der bekanntlich vom Forum eingenommen wird, ein Fadenkreuz. Dieser Plarz gewinnt an Regelmäßigkeit, wenn man vermut et, daß im Bereich des Forums, dasselbe tangierend, die Nord-Sad-Strafe F ursprünglich durchgezog en war, wie dies in den Abbildungen 1 a und b vorgeschlage n ist. Erst mit dem ersten großen Ausbau des Forums und der Errichtung seiner Basilika wird die Straße durch eben diese Basilika nach Osten verdrängt. Die spätere Westwand der Basilika fluchter mit der westlic Straße. Dies spricht sicherlich für ihre Anwesenheit hen Bebauungsgrenze dieser hypothetischen im Planungsstadium. Nachgewiesen ist die angenommene ältere Straßenführung freilich nicht; vielleic ht hat sie nur auf dem Reisbrett existiert. Die Hypothese, daß sie im Planungsablauf eine Rolle gespielt har, scheint mir allerdings durch die weiter unten gegebenen Berechnungen bestätigt. In Nord-Süd-Richtung beträgt die Seitenlänge der acht quadratischen Felder, die das Achsenkreuz der rechteckigen Felder umgeben (Abb. 1a, a), unter Berück menen Korrektur sehr beständig durchschnitzlich ca sichtigung der oben für die Straße 8 vorgenom- 105-107 m, ebenso in Ost-West-Richtung. Sie bilden folglich relativ genaue Quadrate. Eine wirklich exakte Maßangabe ist auf Grund der Tatsache, da® keine Straße über einen längeren Abschnitt einschlie@lich der StraSen begrenzung — anliegende Bebauung oder Straßengräben — eingemessen werden konnte, natürlic h nicht möglich. Dies gilt selbstverständlich auch für alle folgenden Angaben. Bei den jeweils nördlich und südlich an die Gruppe a anschließenden Feldern (Abb. 1 a, b) im nördlichen und südlichen Randbereich dagegen mißt die Nord-Sud-Erstreckung +100m; es liegt also în dieser Richtung eine deutliche Verkürzung vor, während ist. das Ost-West-Maß zwangsläufig beibehalten In Ost-West-Richtung ist bei den Eck-Quadra ten (Abb. 12, €) im Nordwesten, im Südwesten dosten eine Verringerung dieses Maßes auf ca. 96m festzust gestellt werden, da die entsprechende Nord- Süd und östlich jeweils außen liegenden imsulae (Abb. und Saellen. Im Nordosten kann gleiches nicht fest- Straße leicht schräg verläuft. Die acht übrigen westlich 1a, d) zeigen, wie es in der Logik der Planentwic klung liegt, in Ost-West-Richtung das letztgenannt e kurze Maß der Eck-insulae, während sie in Nord-SüdRichtung, ebenfalls selbstverständlich, das Maß der innenliegenden insulae aufnehmen, also eine Seitenlänge von 105-107 m aufweisen.

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it Griind G : 2 frithe ühe TÒgar fi öfen; 3 sp spätere Basilika; 4 Straßenprofil Schindler 27. Spätere Stadtmauer zur Orientierung. — 1 Forum mitit Gromastandpunkt; ficher) pP a Sa) "D Stadtplan a h Lahr mit Eintragung der naturräumlichen Gegebenheiten (Terrassengrenzen und Schwemm Stadtplan nach L

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die Straßen B, 5, H und Der beschriebene rechteckige Ausschnitt des Stadtplanes — umschrieben durch ema in Anspruch genommen 13 - kann auf Grund zweier Merkmale hypothetisch als Gründungssch j | r werden: Erstens deckt er sich zum größten Teil mit dem von Löhr nachgewiesenen Straßennetz der Rotsand n— die Größe der insulae deutlichhteckige de Rechteckes im Norden canini safer schmalrec eine südlich sich Nord-Süd-Länge an, und es schließt i -Phase (Abb. 1 b). ‘ schnittlich über 110m bauungszone an. Diese Veränderungen dürften für eine Erweiterungsplanung sprechen, Gegen Löhr gehe ich daher davon aus, daß die Straße 13, obwohl teilweise mit Diabas abgeschottert, zur frühen Planung zu rechnen ist. Dies wird auch durch die Tatsache nahegelegt, daß an der Ecke Gilbertstraße/Saarstraße die Packlage aus Sandstein bestand ?*. Da auch andere Aufschlüsse bereits für die Frühzeit eine Diabasschotterung ergeben haben”, muß das Problem des Materials stets im Gesamtzusammenhang des Befundes einer Straßentrasse gesehen werden. u Nur die östliche Begrenzung des hypothetischen Gründungsschemas ist unklar. Für die Straße H wurde einerseits im zu diskutierenden Bereich zwischen Straße 5 und 13 Diabasschotterung vor der Westflucht der Kaiserthermen beobachtet #, andererseits weiter südlich in der Karthäuserstraße ? und in der Gerberstraße ?® Rotsandsteinschotterung. Eine Entscheidung, ob diese Straße dem frühen Raster zuzurechnen ist, kann folglich auf dieser Basis nicht getroffen werden. Hypothetisch sei sie daher aus Gründen der insula-Maße und der Symmetrie ebenso wie die Straße 13 dem Gründungsschema zugeordnet. Aus den dargestellten Beobachtungen und der Zusammenstellung aller relevanten Seitenlängenmaße geht hervor, daß das Normquadrat (Abb. 2 b) des Stadtentwurfes im rechnerischen Mittel ctwa 106m Seitenlänge besitzt. Dieses Maß entspricht - ohne Zweifel kein Zufall - einer Seitenlänge von 360 Fuß (36 x 0,2951 0 F” = 106,24m). Ob es dagegen als Zufall angesehen werden muß, daß Joachim Ganzert dasselbe Fußmaß von »ca. 0,295 m« beim Mars Ultor Tempel in Rom stellt bleiben. Bedenkt man, daß die Basis des römischen ® ermitteln konnte, muß dahinge- Flächenmaßes, des actus quadratus, eine Seitenlänge von 120 Fuß beträgt, so scheidet jeder Zufall aus: Die der Trierer Stadtplanung zugrunde liegenden Normquadrate umfassen folglich 9 actus quadra ti*, d.h. 3x120 F = 360 Fuß. Insulae von der Größe 100 x100m und damit pus 5 die Seitenlängen von 3 actus scheinen mehrfach leider die Publikationen selten Hinweise es 5 à a meiner Möglichkeiten zu prüfen, u beseM eh auf die Grundlagen der Meßmethoden. ob die Angaben 100 x 100 auf moderner Abrundung oder a rn Planungszusammenhang heraus beruht, denn tatsäch tun %, Beauvais *, Feurs >, und Lisiewx = Ban = | Sl Zu diesem Ergebnis ~ Seitenlänge = 360 F — bezeugt, Daher liege lich müßte rime) paßt, daß die StraBenbreite, die gewöhnlich mit 10-11m an= = im oe 1/10 der Quadra tseitenlängen heträgt = 36 Fuß = 10,624m. Für die = yen ca c grundung u cı eine Straßenbreite von 17-18m anzusetzen, entbeh herangezogenen Profilen 156 und rt jeder Grundlag* e 165 erreicht die Straße diese Breite dadurch, daß die sogenannten Laubengänge mit zur Straße aber sicherlich an den bei der Einrichtung des System lediglich gerechnet wurden. Deren Fluchten liegen s festgelegten Bebauungsgrenzen. Bei den weiteren Überlegungen ist nicht nur von den obigen Thesen, sondern auch von Löhrs Ergebnissen auszugehen, wobei freilich zu beachten ist, daß die Unterscheidung zwischen Buntsandstein- und Diabaspacklage nicht notwendig stets zu chronologischen Konsequenzen führen muß. Der Buntsandsteinbruch mußte schließlich über die Mosel herbeigeschafft werden, während der Diabas am Petrisberg ansteht. Der Entfernungsunterschied ist zwar nicht groß, aber doch nicht zu vernachlässigen, wenn man die Menge des zu transportierenden Packlagenmaterials berücksichtigt: Bei einer Packlagenstärke von 0,15m waren ca. 18000m? zu bewegen, wenn nur das in Diskussion stehende Raster abgeschottert werden sollte. Gegen eine zu scharfe Interpretation des Befundes spricht vor allem die Tatsache, daß erstens, wie oben angemerkt, im Südabschnitt der Straße H auch Sandsteinschotter nachgewiese zweitens im westlichen Bereich der Kaiserthermenvorbebauung unter der späteren n ist? und Palästra, also an der-

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B6 F 36 F f 575 F f 36 F EF 36 F + 1080 re + 360 + 360 E HSEA 360 F # e36 A 360 106, t+ tè ET 5 “|© 2 o E e EN ” 51 o À © Ian u 23 N 8 ou” 18 8 F28 0 ru o EDF Ceal 35,41 th se g Le & | |x ul 8 + : sa, 8 “a à | jf« $è £4989 2 a ik 9 > OF y Ny tU a 3 8 a = Ho s + 106,24 AH 106,24 10,62 10,62 318,71 0 10,62 1062 106,24 10,62 + de 12,98 ot a 637 42 106,24 10,62 en; e 10,62 318,71 Abb.2 a Straßenraster Version 1; Forum zu klein. M = 1:7500. — b Entwurf des Rasters nach Pythagoras. M = 1:5000. - c Ideale actus-Einteilung der insulae.

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Befund liegt zwar außerhalb des selben Straße H, auch augusteisches Material gefunden wurde. Der und beweist nicht nur die frühe Enteigentlichen Rasterrechteckes, aber doch unmittelbar an demselben Zeit in in dieser stehung der in Rede stehenden Straße, sondern sicherlich auch, daß die Stadt bereits Form einer Randbebauung über das Gründungsschema hinaus wuchs. B - G von Süaßen Die genannte Studie Löhrs hat gezeigt, daß die Sandsteinpacklagen der Nord-Süd-Str den Diabaspacklazu noch ion Publikat seiner den bis an die Ost-West-Straße 5 reichen, die der Verf. in herausgestellt, eitlich gen-Straßen zählt. Nach mündlicher Auskunft Löhrs hat sich jedoch zwischenz daß auch diese Straße zu den Sandsteinpacklagen-Straßen zu zählen ist. Damit und aus den oben diskutierten Gründen ist die Nord-West-Ecke des potentiellen Gründungsschemas festgelegt: sie ist definiert durch den Zusammenstoß der Straße B mit der Straße 5. an das oben erwähnte Fadenkreuz auf dem Forum ein rechtwinkliges Dreieck, (Abb. 2 a und Legt man 2 b) so zeigt sich ein überraschendes Ergebnis: die Ost-West-Strecke verhält sich zur Nord-Süd-Strecke = dn Der ip eri der Stadt ist also mit Hilfe des pythargoräischen Dreieckes geplant. Überraschend ist auch die anungsgenauigkeit: die Ost-West-Strecke mißt ca. 319m, die Nord-Süd-Strecke ca. 425m. Diese Strecken lassen in Abstimmung mit den oben erörterten Teilstrecken die Berechnung des Fußmaßes zu. Teilt man hypothetisch 319m durch den Normfuß von 0,2941 m, so ergibt sich ein Gesamtfußmaß von 1084,665 F. Zur Planungseinheit im Sinne der pythagoräischen Zahlen gelangt man, indem man dieses Maß durch 3 dividiert. Das Maß von 361,555 F liegt so nahe an der rund ; nden Zahl 360 F, daß dieses u als Modulmaß angenommen; werden kann. Dividiert man umgekehrt i : gekehrt di die metrischen Maße 319m beziehungsweise 425m durch dieses Modul, so erhält man für das angewendete Fußmaß di Größe von 0,29537 m beziehungsweise 0, 29513m. Eine Durchsicht der unter den gegebenen Um sine den bekannten Strecken des Planes läßt eine Tendenz zum kleinen Maß erkennen so daß di n i raga 0,2951 m allen folgenden Berechnungen zu Grunde gelegt wird mit ist einewon erste zusamm Gesamtlänge 8156) sel So + an et (Abb. 2 a-c): das Griindungsraster besitzt eine deen ie fo PDP teed D cat ce— pan x 360 Fuß, das von außen nach innen geglieläufig ein Achsenkreuz aus schmaleren insulae, in deren ms css insuiae. ns ergibt sich zwangslich der den Platz umgebenden Straßen 576 Nr» ELE ce de = "Fg mißt einschließ- Die Richtigkeit der entwickelten H ypothesen wird i ni 4 en Sé : pythagoräischen Dreieckes 360 Fuß beträgt, mina nia Ber. nicht nur das Modul des zu et 2 gewählt. zugleich insulae; ieses Ergebnis könnte dahwurde 1/10i derselben Strecke ‘qu n anenbreite we liche Diskrepanzen zum tatsächlich ‘a pa als zufriedenstellend angesehen werden, wenn nicht doch ein; nachweisbaren Plan bestän - ch einige desti gangs erläuterte Beobachtung, daß dieie äußeren à pestanden.kleiNicht -berücksichtigt eininsulze eringfügig ae ist die26 m Achsenkreuz anliegen, und die Tatsache, daß das Forum STE größer USE kleiner sind als diejenigen, die dem i 8 : gewiesen. größer ist, als in diesem ersten Resultat aus- Erklärung ist folglich in anderer Richtung zu suche eo ist neben der Verwendung der n. dreifachen actus-Seitenlinge di schen Dreieckes als ein weiteres Element der Stadtplanung die Platzgröß: als Modul ei d om in i + bye: ist zunächst die Feststellung, daß der Platz (Abb. 3) - er ico : ione pa rapes hie ra einschließlich der umgebenden Straßen (im ee gf on pa anzte Strabe F) 155m beziehungsweise 159m und vor der Erwei 189m beziehungsweise 191,5m mißt®. Da der rechte na sareeA eiteru i | ==aSE een eingehalten ist, und der Stadtplan sich in der Richtigkeit der Epoche delidie sie eme Rolle für die G Eu - Südhälfte zu. iene der Beobachtung, daß das Forum einschließlich der es umgebenden Straßen ee me : grof e Gesamtplanung spielt, ergibt

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u N = | = i y N rot i "u N Y ” ù n U igi eas 2 N ide: È E N co NY => è 5 EN i \ N N è ! s : n > na x | a ! > È = S ni - = 3° E E > N NS = in SS] N È di Pat Y N | | È | \ | BE i ee | 3 2 ' 159m” a | ASS % = Abb. 3 _ Forum im vermuteten ersten Umfang. von wahrscheinlich 191,5x 159m besessen haben muß, was recht genau der Proportion von 6:5 = 648 x 540 Fuß = 191,23 x1 59,35 m entspricht. Eine solche Genauigkeit ist kein Zufall. Es kann auch kein Zufall sein, daß die Länge der Schmalseite (Abb. 4 2 und b) mit 540 Fuß exakt ein Viertel der Schmalseite (= 2160 Fuß) des über das pythagoräische Dreieck ermittelten Umrisses der Stadtfläche beträgt. Ein Fünftel dieser Strecke mißt 108 F, was wiederum ein Zwanzigstel der größeren Strecke ausmacht. Auffallenderweise ist eine solche enge mathematische Verbindung nur zwischen den Schmalseiten der beiden Rechtecke gegeben, nicht jedoch zwischen den Langseiten, die sich folglich als abhängige Größen erweisen. Der Stadtplanentwurf (Abb. 4a und b) setzt sich somit aus zwei woneinander unabhängig proportionierten Rechtecken zusammen, die über das Streckenverhältnis der Schmalseiten untereinander in Beziehung treten. Ebenso wichtig für den Aufbau des Planes sind die sogenannten vollkommenen Zahlen zwölf und zehn *'. Führt man die Ergebnisse des ersten und des zweiten Untersuchungsganges zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: Die gromatici legten zunächst unter Berücksichtigung der nztürächen tur, Moselaltarm, Moselfurt - ein Achsenkreuz (Abb. 5 2). Mir Hilfe Gegebenheiten — Geländestrukdes pythagoraischen Dreieckes unter Verwendung eines Modules von 360 Fuß (Abb. 5 b) wird der äußere Umriß des Planschemas erstellt (Abb. 5 c). Allerdings ist noch zu prüfen, ob allein der Naturrz um die Ausrichtung von cardo und

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ee Di a sate gelegt, das csc einer Ringstraße von 36 Fuß Breite die Proporalt VER . u auch eine Ringstrafse von gung = Cos pes a ineinander gestellter Rechtecke bildet die Ausgangsbasis fiir die Festle nus angeNi 7a :6 = 540:648 Fuß besitzt (Abb. 5 d). Straßenführung. Zunächst wurden die Forumsstraßen verlängert und cardo und decuma den (Abb. 5 e). Dann folgte die Einmessung der inneren insulae (Abb. 4 a), die ziemlich genau en, Kern umgebend Flicheninhalt von 9 actus quadrati = 36x 360 F besitzen. Die ringförmig diesen der Vergrößerung des Fogleichsam an die rahmenden Straßen anstoßenden insulae sind entsprechend rums reduziert: die kleinsten liegen an den Ecken (324x342 F - rechnerisch: 95,6 x 100,90m, abgegriffener Durchschnittswert 4: 95x100m). Die übrigen messen im Norden und Süden 342x360 F (rechnerisch: 100,90 x 106,24 m, abgegriffener Durchschnittswert 100x 108m), im Osten und Westen 360 x 324 F (rechnerisch 106,24 x 95,6m, abgegriffener Durchschnittswert 108 x 95m). Der rekonstruierte Idealplan ist somit fast deckungsgleich mit dem auf Grund zahlreicher kleinerer und größerer Grabungen ermittelten tatsächlich vorhandenen Grundrif der Stadt. Es erscheint wichtig festzuhalten, daß die Vermessung nur bei der Anlage des Grundschemas straßenmittig durchgeführt wurde, während bei der Ziehung der Straßen deren Begrenzung und nicht ihre Mitte aufgemessen wurde. Dies ist auch in der Praxis wesentlich günstiger: Die jeweilige Außenkante eines Grabens kann durch Schnurspannen fixiert werden und der Grabeninhalt wird, wie bereits Löhr** ausgeführt hatte, auf dem zukünftigen Straßendamm ausplaniert. Das Gründungsschema kann folglich als erwiesen gelten. Ob dieser Bereich durch einen Graben gesichert war, wie Cüppers vermutet ®, muß dahingestellt bleiben. Im Bereich des Rheinischen Landesmuseums befindet sich jedenfalls kein Graben; hier wurden nur Gruben zur Kies- und Sandgewinnung angelegt +. Zum Graben, der beim Bau der Tiefgarage in der Konstantinstraße — nicht am Konstatinplatz, wie Cüppers versehentlich angibt ~ aufgefunden worden sein soll, fehlen alle Unterlagen. Auch bei diesem Befund kann es sich durchaus um Gruben handeln. In das erkannte Schema fügt sich auch zwanglos der Verlauf der älteren Fernstraße, die unter dem Ostturm der Porta Nigra in Richtung Stadt führt ”. Sie trifft exakt bei der Kreuzung der Straße E und der Straße 5 auf das “Griindungsschema” (Abb. 1 a). Zu dieser Straße gehört auch das Straßenprofil Schindler 2748 (Abb. 1 a, 4), das sonst nur noch mit der unten angesprochenen ersten größeren Frweiterun g flavischer Zeit in Verbindung gebracht werden kann. Gegen eine solche Zuweisung des Befundes spricht jedoch erstens die Einschichtigkeit der Straße - sie wurde also nur kurz benutzt — und zweitens a sie einige Meter östlich der Kreuzung der Straßen 3 und F en dieser Straße in die Frühzeit der Stadt erscheint der Umauf das Straßenraster trifft. daher als die wahrscheinlichere Löna ae: oo ndings, daß ein einmaliger, sehr präziser Gründungsakt unter deutlicher Beteili>ot ar ministration die Stadt ins Leben rief*°. Von einer in größeren Schritten sich allängercu Zeitraum vollziehenden Stadtwerdung kann ste Siedlung, deren Vermessung sicher in die Zeit des nicht die Rede sein 5°. Diese erersten Briickenbaues zu datieren ist, also wie bekannt um 17 v. Chr. >, wurde von Menschen bewohnt, die die Keramik des 8 v. Chr.) nutzten. Eine erste kleine Erweiterung fand bereits zur Oberaden-Horizontes (11- Zeit des Haltern-Horizontes (7-9 n. Chr.) statt, denn in den untersten Schichten im Westteil der Kaiserthermen stellt diese Keramik die größte Gruppe. In dieser Zeit wurde auch das Denkmal für Gaius und Lucius Caesar errichtet 52, Doch auf die Anlage neuer Straßen hat man damals anscheinend verzichtet; wahrscheinlich wurde nur die Ostseite der Straße H in Form einer Randbebauung besiedelt. Dafür, daß das Straßennetz des Gründungsschemas zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich ausgedehnt wurde, spricht, daß nordwestlich der Straßen 5 und C halternzeitlich Töpferöfen (Abb. 1 a, 2) betrieben wurden, Ein wichtiger Befund früher, wahrscheinlich tiberischer Wandmalerei nördlich der Straße 5 und östlich der Straße G beweist, daß auch hier die Stadt in Form einer Randbebauung schnell über die bei der Gründung bestimmten Grenzen hinaus wuchs 5. In flavischer Zeit wurde zumindest im Norden und im Osten eine zweite,

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im Grunde erste, echte Erweiterung vorgenommen, denn die erste Bauphase von Straße, Straßenkreuzung und Häusern im Bereich der spätantiken Basilika (Abb. 1 2 3) ist in diese Zeit einzuordnen, da die zugehörigen Planierungsschichten Keramik des 1. Hofheim-Horizontes (claudisch-neronisch) enthalten. Das Bauland für die Hausergruppen, die den Straßen 3,4 und J anliegen, wurde also zu diesem — wohl flavischen - Zeitpunkt unter Anlegung newer Straßen ausgewiesen. Die nächste größere Erweiterung erfolgte dann zur Zeit des Stadtmauerbaues, deren Baubeginn durch Errichtung der neuen Brücke - ab 144 n. Chr.% -, durch die Überbauung des nördlichen Griberfeldes von der Stadtmauer selbst5” und deren Vollendung durch den Steinhauerabraum, der die Porta Nigra umgibt, der zweiten Hälfte des 2. Jhs. °® zuzuweisen ist. Wahrscheinlich wurden innerhalb dieses Zeitrahmens, auf jeden Fall nach 100 n. Chr. 5”, auch die vier insulae im Bereich der Basilika durch die Errichtung einer großen Empfangshalle - lichte Weite 24,50 x 15m — an einer Straßenkreuzung zusammengefaßt. Ist die Entstehung der Stadt mit einem solchen Gründungsakt verbunden, dann stellt sich die Frage, ob das Gründungsjahr ein zufälliges ist. Bei der bisherigen Diskussion wurde überhaupt nicht beachtet, daß das Jahr 17 v. Chr. das Jahr der berühmten augusteischen landi seeculeres ist, deren Feier Augustus selbst in seinen res gestae mit Stolz erwähnt: Pro conlegio xv ciroram magister conlegii collega M. Agrippa ludos saeculares C. Furio C. Silano cos. feci. Auch bei der Ausrichtung dieser Spiele, nicht nur bei der Neuordnung der Provinzen, stand also Agrippa dem Princeps treu zur See. Daß diese Spiele, die am 1. Juni begannen und am 12. endeten®!, längerer Vorbereitungen beduriten, steht außer Frage. Daher spricht auch die Tatsache, daß zwei der erhaltenen Brückenpfähle bereits im Jahre 18 y. Chr. gefällt wurden, nicht gegen diese These, denn sicherlich sind die Feierlichkeiten bereits in diesem Jahre geplant worden. Folglich ist es ebenso verständlich, daß die Vorbereitungen der Stadtgründung im Jahre 18 begonnen haben müssen; zudem wurde, durch die Fällungsdaten der übrigen Pfahle bekannt, die Brücke im Jahre 17 fertiggestellt. Die Brückenbauarbeiten werden demnach rechtzeitig vor der Durchführung der Vermessungen und der Herstellung der Baustraßen in diesem Jahre abecschlossen worden sein. Der beschriebene Gründungsakt führt weiterhin folgerichtig über die Uberlegungungen zum Gründungsjahr hinaus zur Diskussion um den Geburtstag der Stadt. Worausgesetzt, daß dieser bereits vor der Spätantike als arbeitsfreier Feiertag begangen wurde“, kann es sich nicht um den 1. August handeln, da an diesem Tag nach Ausweis der Tagesdaten-Inschriften* am der Porta Nigra Werksteine versetzt wurden; allenfalls der 2. oder 3. August käme in Frage, denn an diesen Tagen wurden an der Porta anscheinend keine Werksteine versetzt, während für den 4. und die Folgetage wieder Arbeiten überliefert sind. Ein Tagesdatum selbst ist in der Festrede aus dem Jahre 310, die zu Ehren Kaiser Konstantins aus Anlaß des dies natalis der Stadt gehalten wurde, auch gar nicht genannt, lediglich ein Bezug zum dies imperii des Konstantin ist hergestellt, wobei dieser als vergangen bezeichnet wird®. »Proxima« ist in diesem Satz allerdings nicht unbedingt zeitlich zu verstehen. Die Übersetzer nehmen meist eine grammatikalische Umstellung vor und übersetzen adverbial: ».... Tag, der jüngst mat frommer Verehrung gefeiert wurde«. Der Text gibt freilich »proxima religione« was auch übertragen werden kann mit: »unter möglichst naher frommer Verehrung«, also dem religiösen Gehalt des Feiertages möglichst nahekommender Verehrung. Bei dieser Übersetzung wäre ein naher zeitlicher Zusammenhang nicht gegeben, sondern lediglich eınc Folge: Zunachst wird der dies imperü begaugen, Deum, nis acitlichcm Abstand, der dies matalis. Ob das Wortpaar tua pietate lediglich auf die Anwesenheit des Kaisers anspielt “ oder eine Stiftung eines » Wiedergeburtstages« durch Konstantin vermuten lassen muß“, soll dahingestellt bleiben. Dieser dies imperii ist mit großer Sicherheit am 25. Juli begangen worden, sofern er identisch mit dem dies Caesaris ist; falls dies nicht der Fall sein sollte, so ist doch immerhin davon auszugehen, daß der dies imperii = dies Augusti am 25. Dezember begangen wurde. Grünewald legt den Wechsel in das Jahr 313. Läßt man dies gelten, so müßte im Jahre 310 der Geburtstag der Stadt entweder Anfang des Jahres oder im Hoch- beziehungsweise Spätsommer gefeiert worden seın. Parallel zu der Ausarbeitung der obigen Gedanken zum Gründungsschema wurde die Firma H&S Virtuelle Welten von mir gebeten, zu prüfen, ob die Ausrichtung der Ost-West-Achse, des decumanus, innerhalb der naturräumlichen Gegebenheiten bezogen auf den in römischer Dichtung und Kunst” häufig beschworenen glückverheißenden Morgen, d.h. auf den Sonnenaufgang, irgendeinen Sinn zeigt. Be-

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Darstellung der Sonnenstand-Berechnung am 23. September. stimmte Zeiten für Gründungszeremonien mit den entsprechenden Auspizien sind zwar nicht überliefert, doch wurde hypothetisch unter Berücksichtigung der genannten literarischen und bildlichen Topik davon ausgegapgen, daß Feierlichkeiten dieser Art den entsprechenden Anfangs-Gottheiten, Matutinus ter”, lanus 72 oder Mater Matuta ha gewidmet wurden, die sämtlich auch Gôtter des ersten Pa- Tageslichtes sind. Ebenso haben Auspizien ”*, die für einen solchen Tag gelten sollten, zwischen Mitternacht und Mitternacht stattzufinden; gewöhnlich wurden sie am frühen Morgen, vor Sonnenaufgang eingeholt. In der Simulation (Abb. 6) wurde die Groma auf dem Achsenkreuz (NN 133,5 m) als Gnomon betrachtet und die Frage gestellt, an welchem Tag beim Sonnenaufgang der Schatten in Richtung der decamanus-Achse fallt. Berucksichtigt wurde auch die Erhebung des Petrisberges (NN 267,6m) und die dadurch gegebene zeitliche Verzögerung des Sonnenaufganges. Das Ergebnis war überraschend: der Schatten fällt in der beschriebenen Art nur am 21. März und am 23. September, also an den Äquinoktien, auf den decumanus. Da der letztgenannte Tag auch der Geburtstag des Augustus ist, dürfte somit das Gründungsdatum feststehen: Die rituelle Gründung der Stadt fand im Jahr der /udi saeculares am Geburtstag des princeps, am 23. September 17 v. Chr., statt. Dabei dürfte es keine Rolle spielen, daß damals der Kalender durch die Unachtsamkeit des Lepidus den 25.75 anzeigte; Vorrang besaß natürlich das astronomische Sonnenjahr und somit das Datum der Tag- und Nachtgleiche. Dieses Datum verträgt sich auch mit den Aussagen des Panegyrikus, sofern proxima, wie oben ausgeführt, unmittelbar auf religione bezogen wird: Der dies caesaris läge lediglich zwei Monate zurück. Da Trier keine Kolonie im Sinne einer deduzierten Bürgerkolonie war, dürfte der Ansiedlungsprozess sich über einige Jahre hingezogen haben. Das Gründungsschema war jedoch sicherlich im Laufe des Oberaden-Horizontes vollständig besiedelt.

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Exkurs Das römische Lager in der Südstadt im Bereich der Südstadt Auf Grund von »Grubenbefunden« und des Fundes zweier Reiergrabsieinene* römisch Lager existiert stellte Koethe” die These auf, es müsse an dieser Stelle in vorclaudischer Zex und Schindleser”®, der dieser haben. Bedauerlicherweise gibt er für die Grubenbefunde keine Nachweise, Der plukönnen. zu en These nachging, glaubte, einen Befund in der Zellstraße in dieser Hinsicht auswert se Hinwei h meinte er, weitere ralische Ausdruck Koethes war anscheinend für ihn nicht belegbar Freilic auf ein solches Lager in Form zweier im rechten Winkel zueinander sıehenden Spitzgräben in der heutien — nachweisen zu können. Er trug den gen Saarstraße — vielleicht hatte auch Koethe sich auf diese bezog sef Gilles® griff die Gevermuteten Lagerumriß in seine Version des Gründungsschemas ein”. Kari-Jo dankengänge auf und ließ ein römisches Lager zeichnerisch deutlich in seinen Stadtplan einzeichnen. aber die Größe des GraZwar erwies sich der Graben in der Zellstraße tatsächlich als augustersch, oder um einen Graben handelt, bungsareals läßt die Entscheidung, ob es sich um eine längliche Grube keineswegs rechtwinklig zum Befund in der nicht zu *!, Tatsächlich steht auch die Längsachse der Grube Schindler erwähnten gewinSaarstraße (Abb. 7 a); der Graben ist folglich ın keinen Fall mit dem von den. verbin zu raben kelten Graben an der Saarstraße zu einem rechtwinkligen Lagerg ist. Bei Prüfung der rtet ausgewe Hinzu kommt, daß dieser Befund an der SaarstraßeY gänzlich unrichtig n Oberfläche ellt wurUnterlagen erweist sich die Grabenanlage, die ab 1,85m unter der heutigeger 1675 an derfestgest Saarstraße ande, als Rest einer Redoute, eines Sperrforts, die die französischen Verteidi ist gelegt hatten, um den kaiserlichen Truppen den Angriff auf das Neutor zu erschweren. Dieses Fort Abb. a und b, vgl. auch bezeugt auf einem zeitgenössischen Stich (Abb. 8 a und b)*. Der Befund (Abb. 7 19m und - un9) in einem 1918gezogenen Kanalgraben setzt sich zusammen aus einem bis zu zweibreiten sten, die Mauerre 1), aben (Wehrgr ter der aufgefundenen Grabenkante — etwa 1,58 m tiefen Graben weieinem und stehen er im rechten Winkel (von links nach rechts a und b, innere Wallmauer) zueinand 1 ben Wehrgra n Zwische 2). teren, annähernd 16m breiten und etwa 1,85m tiefen Graben (Wehrgraben und Mauer a liegt ein ca. 24m langer Abschnitt, zwischen Mauer b und Graben 2 ein solcher von 23m. Aus den beiden horizontalen Kanten des Wehrgrabens 1 läßt sich ein fast rechrwinkliges Dreieck bilden (Abb. 9); die rechte Grabenkante läuft annähernd parallel zu Mauer a Unmittelbar rechts neben der Kante des Wehrgrabens 1 fanden sich noch Reste einer Rollierung. Der Graben wurde also ursprünglich von einer Mauer begleitet. Zwischen den beiden Mauern muß nach Aussage des Stiches — wie damals üblich 84 _ eine Wallanschüttung gelegen haben, die aus dem Aushub der Gräben bestand. Graben 2 steht inkeinem unmittelbaren, durch die Winkelverläufe erkennbaren Zusammenhang mit dem Mauerwinkel. Dies liegt wohl daran, daß nach Aussage des Stiches von 1675 in diesem Bereich ein Zugangsgraben in ist deshalb auch ; i Rollierung Graben beii diesem di rraben kei kein Rest einer vorgefunden worden. Dieser Zugang ist völlig hypoth den Graben des Forts einmündete und in den Innenhof weiterführte. Wahrscheinlich i Dr fi ee 9 eingetragen. Die ursprüngliche Erbauungshöhe der Gräben liegt igs jes ung 7 b ersichtlich, nur wenig unter dem Straßenpflaster von 19 - > ‘i 5 18, denn die damals mische Bebauung reicht bis 0,21m beziehungsweise ni 0,30m er abgegrabene ròi , unter das Pflaster. Die Gra Graben waren also 3,50m tief angelegt. Die jeweilige AuRenkan nicht nachgewiesenen, aber nea ma a.hi wohl bei dem Kanalschnitt nicht erkannt. Diese ei in Abbildung 9 gestrichelt eingetragen. en wurden : nkan gehóri Mauerdreieck Auch das zur Redoute gehorige a b liegt mit seinen Straßenpflaster $, Alles weit l lä PIE Oberkanten nur 0,50m unter d ere erlautert die Zeichnung (Abb. 9), die da - 2), die versucht, Befund- und Bildinforfunde wurden folglich im Bereich des Forts zerstort. Zur Fehleinschatzung des Befundeses führt führte offen-

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Wohnhäuser SaarstraBe, darunter rômische StraBe F AL LL Rollierung € Süden AA äußere il we N ME CD. Mi Va = — = ment PBN EE rômische Laubenpfeiler a Innenhof RN Wehrgraben 1 wal SaarstraBe b Norden > SUNNURSALUD TANO Wehrgraben 2 LEA römische Hauswand | ' rômische Hauser Abb.7 a Grundriß vor den Häusern Saarstraße 22-44. - M = 1:500. Wehrgraben 1 -0 21, Süden h ven el Straßenpflaster 1918 nenn Norden nen une ne nun nun? wenn nes ocuos-cocesontescoroocesene DOOOIOCDEDOCDCHDODD mes us Wehrgraben 2 Süd en I EE Straßenpflaster 1918 Norden Zn unreiner Bauschutt Abb.7 b Schnitte der beiden Wehrgräben. - M Lehm

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o£eanonmni—een>n—nA m-oa.teaE Fe:72"oor-NA“IV8LLAnNofppyuyMISyUOA'649[qA(IMUHAIGrangSunutporozui(]e ro—2rL)—n—P0reoe,nr=e-—s—ealLeaaiEz.+=.-+.m.g.embe €TETRAree*hol.*.em"oe”ooPa* ‘u2q[0s19p ELIoe=———mug aPlP_SenET

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I | | | - | y var | | — = 7 | u = | A — <— Súden | Norden —> oie z > JR er =%x< pe wy < >> = sa 5 | = gr Es. rr <a MUR er AREAS OST rômische Laubenpfeiler | 9, )i YE ARAN PUMA | | AVEVA Sehe | Hauswan Laufgraben e, dilata dad | I | Neutor > AUEEREREREREREN À Alpin “OMR: PURES . wo Ba \ | / \ / \ / \ / 4 i / o Va : ur Abb.9 Rekonstruktionsskizze der Redoute mit Eintragung der Befunde. - M = 1:1250. sichtlich die Tatsache, daß die Graben mit römischem Schutt getiillt sind. Dies ist Jedoch nicht verwunderlich, da die Region mittelalterlich nicht überbaut war und bei der Zerstörung des Forts die Gräben wieder mit dem Material, das bei ihrem Aushub zur oben erwahnten Wallanschiittung verwendet worden war, verfüllt wurden. Bei diesem Material handelte es sich selbstverstandlich um rômischen Schutt, da die Graben an dieser Stelle in romische Bebauung eingetieft waren. In der Form, wie sie zuletzt publiziert wurde, hat ein Lager nicht existiert. Da andere Hinweise in der Siidstadt nicht vorliegen, scheint die Annahme eines solchen in dieser Region ausgeschlossen. Dariiber hinaus steht bislang nicht fest, ob überhaupt mit einer länger belegten militärischen Anlage gerechnet werden muß. Daf es in der Gründungsphase militärische Unterstützung gab, ist denkbar, aber nicht belegt. Die beiden aus tiberischer Zeit stammenden Reitergrabsteine kônnen dafür nicht als Beleg herangezogen werden, da der zeitliche Abstand doch zu groß ist. Neuerdings hat Karin Goethert wohl zu Recht vermutet, daß die beiden Grabsteine wahrscheinlich Zeugen der Erhebung des Julius Florus sind, die 21 n. Chr. im Treverergebiet niedergeschlagen wurde.

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Anmerkungen 1) H. Lohr, Drei Landschaftsbilder zur Natur- und Kulturgeschichte der Trierer Talweite. Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier 30, 1998, 16ff. 2) Löhrs Ausführungen sind mißverstanden durch Hans- Peter Kuhnen, Das rômische Trier (Stuttgart 2001) 24: Er anoe im Vorbereitung. 17) Pubkk 18) So Schindler (Anm. 3) 150. 19) Schindler (Amm. 3) 123. Richtig auch der Eintrag im genanzzen Plan (Anm. 7). spricht von »Schotterdecke« und verwechselt folglich 20) Schzadiler (Amm 3) 138. Decke und Sohle. 3) R. Schindler, Das Straßennetz des römischen Trier. In: Festschrift 100 Jahre Rheinisches Landesmuseum Trier. Trierer Grabungen und Forschungen XIV (Mainz 1979) 121 ff. 4) H. Koethe, Trierer Zeitschr. 13, 1938, 190ff. 5) Lohr (Anm. 1) 22. 21) Gose (Amm 12) 68f. mit Abb. 36. Zur Verfüllung eben dieses Grabens siehe H. Cüppers, Die Stadtmauer des römischen Tee Trierer Zeitschr. 36, 1973, 163 ff. Grundriß des Grabess 160 Abb. 16 und 185 Abb. 32. Cüppers schess 165 emen zweiten Nord-Süd-Graben zu beschreiben. Em solcher ist jedoch nicht existent. Er verzeichmer wohl den in den angegebenen Grundrissen eingriragemen Geabes zweimal. 6) Einige Beispiele, die sich mit Hilfe von Schindlers Katalog leicht vermehren lassen, mógen geniigen: Schindler (Anm. 3) 152ff. Nr. 51. 52. 53. 54. 7) Die alphanumerische und numerische Benennung folgt derjenigen Schindlers. 22) Hicimberg (Amm. 10) 470 Abb. 244. Wiederholt bei H.-J. Schalles, Überlegungen zur Planung der Colonia Ulpia Tenues Kamomer Ber 6 (Köln 1995) 379ff., besonders 354 23) Anders H. Clippers. Das römische Forum der Colonia 8) Schindler (Anm. 3) 187 Nr. 153; siehe auch 193 Nr. 162. 9) M. Martin, Zur Topographie und Stadtanlage von Augusta Rauricorum (sic!). Arch. Schweiz 2, 1974,172ff. 10) U. Heimberg, Bonner Jahrb. 187, 1987, 471 f. mit Abb. 24. 11) Th. Kempf, Trierisches Jahrb. 1953, 5ff. Augusts Teeverorum In: Festschrift 100 Jahre Rheinisches Landes Trex. Tnerer Grabungen und Forschungen XIV(Mise 1979) Abb. 2 ohne Nachweis. Dieser Ast der Serafe 9 ist am Bereich des Forums nur östlich des Forums zwischen der durch die Basilika verschobenen Straße F und der Suabe G nachgewiesen. Die Straße 9 führt dann 24) Schindler (Amm 3) Nr 96. 12) Die Kenntnis der in den Anmerkungen 1, 3, 4 und 11 genannten Studien wird im folgenden ebenso vorausgesetzt, wie die der dort genannten Literatur und der Bemerkun- 25) z.B. Schindler (Anm 3) 65. gen Erich Goses zur Stadtentwicklung des rémischen Trier: E. Gose (Hrsg.), Die Porta Nigra in Trier (Berlin 26) Schindler (Anm. 3) Nr 74 und 161 a 1969) 64ff. Unberiicksichtigt kann H.-P. Kuhnen, Die 27) Schindler (Anm. 3) Nr 97. Anfange des rômischen Trier. Alte und neue Forschungsansatze. In: Genese, Struktur und Entwicklung rômi- 28) Schindler (Amm. 3) Nr 165. scher Stadte. Xantener Ber. 9 (2001) 143ff. bleiben, da keinerlei neue Forschungsansatze erkennbar sind. 29) Zur Berechmun des g Fußmaßes siehe S. 244. 13) Maßstab 1:2500; er ist im Maßstab 1:5000 der Schrift 30) J. Ganzert, Lier Mars-Ultor-Tempel auf dem Augustusfo- »Rettet das rômische Trier, Denkschrift der Archäologirum ın Rom. Deutsches Archäologisches Institut Rom. schen Trier-Kommission (Trier 1972)« beigefügt. Er liegt Sonderschriften 11 (Mainz 1996) 224 ff. in unterschiedlich bearbeiteten Fassungen publiziert vor und wurde auch von H. Löhr (Anm. 1) verwendet. 14) Schindler (Anm. 3) Nr. 147 Straße C; Nr. 145 Straße E; Nr. 165 Straße H; Nr. 65 Straße 7; Nr. 159 Straße 11. 15) Die Grabungen der letzten Jahre haben zwar zahlreich sind noch nicht vorgelegt. Nach meiner Kenntni dern die Befunde jedoch das oben gezeichnete wesentlich. 16) Schindler (Anm. 3) 158. zeugnusse zum Flächenmaß immer noch grundlegend: F. Huksch, Griechische und römische Metrologie (Berlin 1882) S24 e wichtige Anhaltspunkte erbracht, z.B. im Bereich des Viehmarktes und der Saarstraße, aber die Auswert 31) Auf Grund der sorgfältigen Sichtung der antiken Schrift- 32) R Bedom, Arias des Villes. Bourgs, Villages de France Passé Romain (Paris 2001) 88 ff. ungen s verin- 33) Bedon (Anm. 32) 103 ff. Bild nicht 34) Bedon (Amm 32) 165ff. 35) Bedon (Anm. 32) 196 ff.

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36) Schindler (Anm. 3) 134. Nicht zu verifizieren ist die Bemerkung »und an anderen Stellen«. Entsprechende Unterlagen sind mir unbekannt geblieben. 37) Löhr (Anm. 1) 21. Dies setzt die Fertigstellung der 1. Brücke voraus, da andernfalls das Material hätte zweimal umgeladen werden müssen: vom Wagen auf ein Schiff oder Floß und wiederum auf einen Wagen. 54)R. Thomas, Die Dekorationssysteme der römischen Wandmalerei von augusteischer bis in die traianische Zeit (Mainz 1995) 189 Abb. 118 weiße Bemalung ganz rechts (EV 1967,23). Auf Grund eines Informationsfehlers gibt Thomas als Fundort ‘Konstatinsplatz’ an. Die Angabe könnte zur Vermutung Anlaß geben, daß die Wand aus dem sog. Prokuratorenpalast stamme. Dies ist jedoch unrichtig; der Fundort liegt vielmehr ca. 150 m entfernt unter der heutigen Konstantinstraße. 38) Schindler (Anm. 3) Nr. 165. 55) Die Keramik wurde von mir im Rahmen der Vorberei- 39) Zu diesen augusteischen Funden vgl. K. Goethert-Polaschek, Die früheste Gebrauchskeramik der Trierer Kaiserthermen. Trierer Zeitschr. 41, 1984, 119ff. 40) Die Maße wurden dem Plan A 938 entnommen und mit Hilfe einer neueren Auftragung — Plan A 962 - korrigiert. 41) Vitruvius Pollio, De Architectura libri decem III, 1, 5. Hrsg. Valentin Rose (Leipzig 1867) 66f. tung der Basilika-Publikation bestimmt. 56) Hollstein (Anm. 51) 142ff. 57) Gose (Anm.12) 68ff. 58) Gose (Anm.12) 57. 59) K. Goethert / P Hoffmann / J. Hupe, Römische Mosaike aus Trier. Trierer Grabungen und Forschungen XVI 42) Nicht berücksichtigt wurden die Ansichten des Vitruv (Trier 1999) 120f. Die dort gegebene Datierung »Gegen zur Ausrichtung eines Straßenrasters. Man vergleiche da- Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. ...« ist als terminus post zu seine Ausführungen a. O. (Anm. 41) I, 6, 9, Rose 27ff. quem zu verstehen. Von der frühesten Bauphase sind nur schr wenige Reste erhalten. Die erste aufwendige Steinbauphase entstand wohl noch als insula-Bebauung in der 43) Plan 1972 (Aum. 13). beginnenden ersten Hälfte des 2, Jahrhunderts. 44) Lohr (Anm. 1) 22. 60) Res gestae divi Augusti. Acta divi Augusti 45) II. Cüppers, Die Trierer Rômerbrücken . Trierer Grabungen und Forschungen V (Mainz 1969) 166 Anm. 198; ders., Die Stadt Trier und die versc hiedenen Phasen ihres Aufbaues von der Gründung bis zum Bau der mittelalterlichen Stadtbefestigung. In: Thèmes de recherches sur les villes antiques d’oceident. À Coll oques inte rnati ionaux du CNRS. Straßburg 1971 (Pari s 1977) 224. 16) K--P. Goethert / 61) Die immer noch beste zusammenfassende Darstellun g der ludi saeculares bietet Paul saik. In: Festschrift ererland in römischer Zeit (Trier 1985): 46f. 100 Jahre Rhei eum Trier. Trierer Gra bungen und Forschungen XIV (Mai nz 1979) 80ff. 63) Erste Erwähnung im Panegyrikus 4): B. Müller-Rettig, anegyrikus des Jahres 310 auf Konstantin den Gr 3748 2984ener 42 Abb. 14: 66 Abb Kommentar . 34. m. 3) 123 Abb. 1; f, Die regionale Gli ederung Galliens im Rahmen der rémischen Reic hspolitik. In: G. Goulie b (IL >8-), Raumor dnung im römisc len Gliederung in den Noricum und Pannon hen Reich. Zur regi onagallischen Provinzen in Rätien ien. Kolloquium 200 0 Jahr-Feier 65) Panegyricus (Anm. n 1989) 29 Anm. 94, f. 51) E. Hollstein, Mitteleu ropäische Eichenchronologie. Trie- XI (Mainz e 1980) n 135. 52) Trier. Augustusstad t der Treverer. Ausstell ungskatalog Trier 4.5.-10.11.1984 (Mai nz 1984) 231 Bit ) 63, 2000, 424f. Abb. 231f. Kat.-Nr. 7-9. 83. (W. iuperii tui natalis«, ee Th. Griinewald, dies proxima Zum dies imperii Constantinus Maximus errschaftspropaganda in der rung. Historia Einz Augustus: zeitgenössischen Über elschriften 64 (Stuttga 66) So Müller-Rettig 4) passim, besonders 199f 63) 2,3. »ille felicissimus religione celebratus Augsburg 1985 (Miinche rer Grabungen und Forschungen (Stu (Stuttgar t 1990) 10f. 18. 34£ 64) Gose (Anm. 12) 104f. 147 Nr. 27. 49) Anders H. Wol d gyrikus des Jahres 310 (1, 1. 22, i Der P of en. Übersetzung und historischte oe o 48) Schindler (An 53) Trierer Zeitschr. ys Realencyclopädie: RE I saeculares (Nilsson). A,2 (1920) 1707ff. s. v. ludi ek, Das Gebäude mit dem Monnus-Mo 50) So Koethe (Anm. I Hrsg. S, Ric- K. Goethert-Pol asch nisches Landes Mus 17) Gose (Anm. 12) cobono (Rom 1945) 46. liefert 1990) 163 ff. (Anm. 63) 298, 67) Wolf (Anm. 49) 29 Anm. 94. 68) Grünewald (Anm. 65) 165. 69) z.B. Publius Ovidiu s Nas ‘aso, o, Fasti I, 71: pros tur. P Ovidius Naso, delberg 1957) 62f. 70) z.B. Sonnenaufpera lux ori- Die Fasten. E Bömer (Hrsg.) (Heiund Mondunter alas ' di des Commodore so ein Morgen, auf den Seitenton ns: H. P.L’Orang

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. Funde und Beobachtungen zu den AnGille;s, Neue 1 55, 1 992, 193ff. besonders =fängen Iners Inerer Zeitschr. - rt ( Anm. 76) ) 87f. Abb. 67. - Reme 214. Ebenso Kner tantinbo: spätantikedcBildschmuck des Kons an, Der y. Gerk. Studien o . zur spätantiken Kunstgeschichte Darst elwerden solche (Berlin 1939) 162%. Taf. 38. Gewöhnlich Parthenon-Ostgiebel (E. Vorläufer am si) Plan kungen, wie auch ihr der rsue, erua , Die Skulpruren Brommer 19631 148. 156) als Tageslauf gedeutet. Dies ist Jedoch n ihre Wagen weise Selene lenkeMorg “sr Luna, beziehungsMond untergang am en, nicht A 315 (mir falscher Eintragung der Richtung) und S. 11 der richtige dort 519: Skizzenback Ne. 191 =5. 1-17;nrich sal tung Grabe oder enGrub der uf Verla A 8 er | 82) Plan F 224 und F 224 2; Skizzenbuch 38 ärts. Es ist also der a sari am Abend gemeint. So korrekt: E. and Umgebung. »Eroberung der Stadt Trier,v. $3) Plan wor Tier ogen A des Hertz dem Comando b Al l Ca vos den Ab unterdin Buschor, Phidias der Mensch (München 1948) 2, i (Link). 71) RE XXVIII, 1 (1930) 2329 s. v. Matutinus 11 Europaeu rumnet aus: Theat s m Bd.er n « Bachil 1675 a 2isseration 17 x er 13 vermerkt:: KleineKleine Reduten. co :st umner Numm 72) RE Suppl. III (1918) 1175ff. s. v. lanus (W. FE Otto). XXVIII, 1 (1930) 2326 ff. s. v. Matuta (Link). 73) RE i a). 74) RE II, 1 (1886) 2580ff. s. v. Auspiciciium (Wissow : ur A. E. Samuel, Greek anc Ro| er Literat 75) Dazu mit weiter rs and Years in classical Anman Chronology.h Calenda der Altertumswissenschaft 1, 7 (Man- Festungsbauichunda de la fortific 18 Jaleo zumation. ce 4) P a War versitä a Univer ae:ies Een sitatsbi=er sche Lad thek Dresden (Dresden rames tiquity. Handbuc chen 1972) 155ff. angreichen ). 85) Eine Grabenbóschung ist demnach jeweils außen von den Arc: ae worden. Die Hôhe der Erbauungshühe expe sich zudem auch aus den Oberkanten 76) J. B. Keune, Spanische Reiter im römischen Trier. Trierer Zeitschr. 10, 1935, 78f.; Trier — Augustusstadt der Treverer. Ausstellungskatalog Trier 4.5.-10.11.1984 (Mainz der römsschem Messe, die ebenfalls nur ca. 0,50m unter 1984) 236tt. (J. Krier); J. Krier / K Reinert, Das Reitergrab von Hellingen (Luxemburg 1993) 71f.; zuletzt K de euere TO Besen Goethert, Kaiser, Prinzen, prominente Bürger in Trier. 3) K_ Gowther (An 76) 86. Römische Bildniskunst des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr im Rheinischen Landesmuseum Trier. Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums 25 (Trier 2002) 15f. Biléuscbers 77) Germania 20, 1936, 31. Koethe spricht zwar von mehre- Abb. 1-6 HAS Virnseile Wehen GmbH Trier nach Angaren Gruben, doch konnte auch Schindler nur cine einzige bem des Verizssers Die Vorlage zu 1 b wird Hartwig Lohr verifizicren. 78) Schindler (Anm. 3) 136ff. a= verdankz — 8 2 Phoco nach Originalvorlage. - 7 a,b, 8 b und $ U Denis, Archiologisches Institut der Universu Trex, nach Angaben des Verfassers bzw. den Plänen Rosh 79) Schindler (Anm. 3) 137 Abb. 4. Landes mos È 224 und 224 a. und H&S Verzuelle Weisen GmbH Trier. Resümee UNTERSUCHUNGEN ZUM GRÜNDUNGSSCHEMA DES STADTPLANES DER Corona Aucusta Teeverorum. Die GEBURT DER STADT AN DER MOSEL. Die Studien zum römischen Stadtplan der Gründungsphase des römischen Trier zeigen, daß die erste Einrichtung des Straßennetzes unter Beachtung der Lehre des Pythagoras zum wohlproporsionierten rechtwinkligen Dreieck mit dem Seitenverhältnis 3:4:5 erfolgte, wobei die Teilstrecken dem drefachen acmas-M:8 entsprechen, d.h. 360 römischen Fuß messen. Im Straßenraster selbst wird dieses dreifache acmas-Ma8 modifiziert zur insula-Bildung verwendet. Die Straßenbreite wird mit einem Zehntel dieser Strecke, 36 Fai, besar. Die Breite des Forums, das quer zur Ausrichtung des StraSenrasters smgeless wurde, entspricht mit einem Maß von 540 Fuß einem Viertel der Breite des Straßenrasters (2160 Fuß) Das Forum besizzz ebenfalls eine genaue Proportion: seine Seiten verhalten sich wie 5:6. Es wurde also unter Beachtung der sogenannten vollkommenen Zahlen 10 und 6 entworfen. Diese Planungsgenauigkeit beweist, daß Trier eine im wörtlichen Sinn gegründere Stadt ist, und folglich ein dies natalis angenommen werden muß. Dies bestätigt die Quellenlage: der Panegyrikus des Jahres 310 wurde bekanntlich aus Anlaß des Geburtstages der Stadt gehalten. Da die Lage der Stadt in der Trierer Talweite zwar an den naturräumlichen Gegebenheiten orientiert ist, andererseits die Landschs® jedoch anch andere Ausrichtungen zuläßt,

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wurde mit mathematischen Mitteln geprüft, ob die Ausrichtung des decumanus eine willkürliche ist, oder ob ihre Richtung einen Sinn ergibt. Es stellte sich heraus, das die Straße auf den Sonnenaufgang an den Äquinoktientagen ausgerichtet ist. Da Augustus an den Herbstäquinoktion seinen Geburtstag feierte, ist es naheliegend anzunehmen, daß dieser Tag als Geburtstag der Stadt begangen wurde. In einem Anhang wird nachgewiesen, daß das frührömische Lager in der Südstadt nicht existiert hat: Die darauf bezogenen Gräben sind neuzeitlich. STUDIES ON THE FOUNDATION PLAN OF THE COLONIA AUGUSTA TREVERORUM. THE BIRTH OF THE TOWN ON THE MOSEL RIVER. The study of the town plan of Roman Trier in the foundation period shows that the first street grid was laid out according to the Pythagorean doctrine: a well-proportioned right-angled triangle with a side ratio of 3:4:5 and the units as three times the actus measure, i. e. 360 Roman feet. In the street grid this threefold actus is modified and used for the insula lay-out. The width of the forum, positioned transverse to the orientation of the street grid, measures 540 feet and corresponds to a quarter of the width of the street grid (2160 feet). The forum itself also has exact proportions: the ratio of its sides is 5:6. It was therefore designed with the so-called ‘perfect numbers’ 6 and 10 in mind. These exact measures prove that Trier is a truly planned town and therefore a dies natalis has to be assumed. This is supported by the written sources: it is known that the Panegyricus of AD 310 was written on the occasion of the anniversary of the foundation of the city. As the choice of position of the city in the broad Trier valley was restricted by natural conditions, but there was enough space for a variety of orientations, it was examined with mathematical means whether the orientation of the decumanus was accidental or whether a reason for its location could be recognised. It turned out that the street points to the sunrise at the equinoctial days. Augustus celebrated his birthday at the equinox in autumn and it is therefore likely that this day was also celebrated as the birthday of the city. In an annex it is demonstrated that there was no early Roman fort in the southern city: the ditches attributed to it date to modern times. M. S. RECHERCHES SUR LE SCHEMA DE FONDATION DU PLAN DE LA VILLE COLONIA AUGUSTA TREVERORUM. LA NAISSANCE D’UNE VILLE SUR LA MOSELLE Les études des plans romains de la phase initiale de la Tréves romaine montrent que le premier aménagement du quadrillage des rues, réalisé selon le respect des préceptes de Pythagore, est basé sur un triangle à angle droit bien proportionné avec une relation des côtés 3:4:5. Une unité de distance correspond à la triple mesure de l’actus, c’està-dire à 360 pieds romains. Dans le quadrillage des rues, cette triple mesure était utilisée pour la construction des insulae dans une version modifiée. La largeur des rues a été basée sur un dixième de la distance (360 pieds) soit 36 pieds. La largeur du forum, construit à la perpendiculaire de l’orientation des rues, correspond avec sa dimension de 540 pieds à un quart de la largeur du quadrillage des rues (2160 pieds). Le forum a aussi des proportions exactes: le rapport de ses côtés est 5:6. Cela a été élaboré par la prise en compte des nombres parfaits 10 et 6. Cette exactitude dans le plan prouve que Tréves est une ville fondée, dans le sens littéral du terme, et par conséquent un dies natalis a dû exister. Cela est confirmé par le Panégyrique de l’an 310, bien évidemment inauguré è l’anniversaire de la ville. La position de la ville dans la vallée de Tréves était due à des circonstance s naturelles, D’autres orientations auraient pu être possibles dans le paysage. Par des moyens mathématiques, un a vérifié si l'orientation du decumanus avait été réalisée de façon arbitraire ou bien si elle recouvrait une signification particulière. On a pu en conclure que les rues sont orientées vers le lever du soleil au jour des équinoxes. En effet, Auguste a fêté son anniversaire aux équinoxes d’automne, et dans ce sens, il est bien possible que ce jour ait été utilisé comme anniversaire de la ville. Dans une annexe, on a prouvé que le camp militaire de la Südstadt, daté de l’époque romaine précoce, n’existait pas: les fossés du camp appartenaient à l’époque moderne. E. M. Klaus-Peter Goethert Universität Trier Fachbereich III - Klassische Archäologie 54286 Trier