Sentensiosa ….

Auteur
Glandorf, E.G.
Publié dans
Neue philologische Bibliothek
Année
1777
Sujet
TEXT
Langue
Deutsch
Catégorie
B6 Vers dorés
Numéro d'archive
7747

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Afficher le texte intégral31 pages

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AI13 nd GC LAW 00 wa 4 | | Neue en + eo 71 eee, ——EOSpRe—REmaroEomRe. VI, Erftes Sententiola Vetuftiffimorum quorundam Poétarum Gnemicorum opera. Praefatus eft C. G. wig Xa Seid. | v culuylas, Tas Aapıras Mecors "Aya pryvos ndlsy Dio Chryfoft, Heyne. Continetur in hoc volumine Pytha- | tatem le&io| goreorum Aureum carmen.vfumVarie Scholarum edi-. nis notasque adjecit, in dit E. G. Glandorf. Lipfiae 1776. 144 Seiten in 8vo. ,da~NtameDvieO Eueowr Leipzig, - in der Wepgandfchen Duh handlung:

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da un or qu um or im if ft tu Ve a of ti en nt Se 1192 IT Te‘ rum Gnomicorum opera. Pracfatus eft €. G. Heyne. Continetur in hoc volumine Pythagoreorum Aureum carmen. Varietatem le&tionis notasque adjecit, in vfum Scholarum edidit E. G. Glandorf. Lipfiae 1776. 144 Seiten in 8vo. fere €, if ung ein angenchmes Gefchaften, Gedunich = Refer mit dem Herausgeber der golden te, als einem jungen Gelehrten befant zu machen, der durch Gpracdfentnis, Gelebrfamfeit und fritifhen Unterfuchungegeift fich vor vielen ans dern auszeichnet, und in Wnfehung der Zufunft die günftigften Ermarfungen von fih erregt. Wir find billig genug, die Güte der gegenmarti: gen Schrift nicht darnach zu beftimmen, ob ihe B. in feinen Meinungen allenthalben mit den unfrigen übereinftimt; fondern ihren Werth allein nach dem Maafe von Gelebrfamfeit und Talenten zu fepázen, die Hr. G. unferm Urtheil nad, felbjt ba, wo er von uns abgeht, argo wandt hat. Hr. Hofrath Heyne hat der Arbeit feines ehemaligen Schülers eine lefenswürdige Vorrede vorgefest, in welcher ev über den Mugen der Altes ften Lehrdichter der Griechen, und über die Schwierigkeiten. ihrer Bearbeitung vortreftiche Bemerkungen mittheilt. Die Sprüche.der alte fien

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VI. Sententiofa Vetuft Gnomic, quorundam fen Boléslehre der Grie chen find nicht, wie die Marimen und Reflerione n unfrer Zeit, mit gros fem Aufwande von Scha rffinn erfunden, nicht foizig zugefchnitten und gefe párft, und noch viel teniger Eünftlich oder auffallend cingefleidet: fie enthalten mizliche und beil fame Lebensregeln in einer Fraftigen aber einfäl tigen Sprache ausgez dridt. Die Dichter jener Zeit hatt en nicht die Ybficht, durch neue Entd ecungen zu glänzen, oder gelehrte Lefer zu am ufiren: fie begnüater fic) damit, wenig gebildete Menfchen durch fags liche Wahrheiten zu beffern, die diefen eben fo angemeffen waren, fheinen. als fie ung jest alltäglich Kenner des Altertbum8 febr en bey der Lefung diefer Erftlinge Griehi fcher Weisheit mit Vergnigen in folche Zeitalter zurück, wo die menfhliche Natur freylich noch nich t febr veredelt aber auch noch nicht übertüncht und entfràftet war, in welchen Sitten eben fo wenig Freund» fhaft und Liebe fo herzlich und warm, als Eúnftz liche und mübfam gefuchte Vergniig unge n felter waren. Aus den Gnomikern fest man fic h felbft allmählich dag Fdeal einer Unfehuld sseit sufamz men, das vollffändiger und tichtiger als die Schilderungen fpäterer Seiten if . Man nimt aber auch zugleich in ibnen mit Verg nügen wahr, daß die Menfchen zu allen Zeiten, in den entfernfeften wie in den unfrigen, denfel bigen Unbefone nenbeiten, Serehiimeen und Le idenfchaften unter forfen waren, daß eben die Fr agen, die nach Sabrtaufenden noch immer un entfchieden find, fon damals Geifter vom erft en Range befhäf. figten.

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figten. Go unterrichtend aber auch die Lefung dev âlteften Lehrdichter der Griechen if, fo auf erordentlich fchwer iff ihre Bearbeitung. Mar fan für fie faft gar feine Hilfe von ihren Ha nds foriften erwarten; die Gedichte felbft find in einzelnen Verfen durch eine zahllofe Menge ande: rer Schriftfteller zerftreut. Ganze Stellen und Berfe wurden von den leztern aus dem Gedachtniffe angeführt, und eben daher find ba ld einige ausgefallen, bald binsugefest, und an dere micdetum find ihren wahren Verfaffern abgefp rochen Worden. Man muß ferner, um fie recht zu vers fichen und auszulegen, fic felun bdf fei t n Zeitalter vergeffen, die Klügeleyen und Spisfindigkeiten foäterer Jahrhunderte ausziehen, und fic) mit ganzer Seele in die Stellen, in die ce ju dene fen und ¿uempfinden der älteften Zeit verfegen. — Bey den Fragmenten des Theo gnis fomt now diefe Schwierigkeit hinzu, von andern Dicdhtern daß man febr oft Berfe und ganz Snbalte in diefem Werke verfchiedenent cingefchaltet hat, ohne daß man doch jedesmal im Stande ift, das cinz sefhobene vom Achten su unferfcheiden. Here Hofer. H. behaupter da her, daßmir jest nicht die Gedichte des Theognis in ihrer erften urfpriin ge lichen Geftalt, fonder n Ercerpte und Auszüg e eines gelehreen Manne s aus den Werfen di efes Dichters haben, Elegien in denen gufammengefest, oft ganz verfchiedene und mit Stellen au s Landern Dichtern verknüpft fi nd. | Zu den Teztern rechnet er vorzüglich di ejenigen Verfe, Wein und Liebe befungen we in denen rden,

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Sn der erften Abhandlung, die Herr Glanz dorf den goldenen Gedichten voraus gefchict hat, handelt er von den Handfchriften des Phocylides und der goldenen Gedichte, von den Auslegern und den Lefeartem der verfchiedenen Ausgaben der leztern, und fest endlich ein vollitandiges Bers zeichnis aller Editionen der Gnomifhen Dichter Wir fowohl als der goldenen Gedichte hinzu, verweilen uns nur etwas bey der Gefhichte der Barianten in den Gnomifchen Dichtern, weil Auszüge aus den übrigen Abfihnitten diefes Yufz fazes ung zu weit führen würden, Die Grund» lage aller efearten der folgenden Ausgaben find die Editionen des Aldus, wovon die erjte 1494. in 4. die ¿rente 1495. in Folio abgedrudt iff. Die Lefearten in beyden weichen fo febr von eine ander ab, daß Aldus nothwendig verfchiedene Handfehriften dabey gebraucht haben muß. Eben diefer Gelehrte gab nachher noch die goldene Gedichte zugleich mit des Laskaris Buche de o&o particulis orationis heraus, ohne das Jahr des Drucks anzuzeigen, und dructe fie endlich zum vierten male in 4: 1512. ab, aber wieder fo, daß er wenigfteng bey der leztern andere Hands foriften, als bey den vorhergehenden, vor fich ges “Habt haben mug, Die erfte Ausgabe von 1494. hat Hr. ©. nicht ge fehen, er hat aber die beyden Legtern mit der in $ von 1495. verglichen umd gefunden, daß die dritte, in welcher das Dru jahr nicht angezeigt, mit der Alteften in 4. QUES genauefte übereinftimme, wenn anders die fpas tern Herausgeber, die diefer auf das genaujte gefolgt

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gefolgt zu fenn vorgeben, gewiffenbaft su Werke pop | gegangen find. Bis auf die Yusgabe des Kame303 | rarius 1@ (Bafel 1557.) blieben die Gnomiféhen Dichter unverändert; diefer befferte manches put | wahrfcheinlih nad) Handfchriften, weil er zu bes by fcheiden war, ohne deren Anfeben fid) an den Ge Werken der Alten zu vergreifen. jot faftallernahfolgenden Yusgaben der Gnomifchen IE = Dichter wurde die von Das Mufter Heinrich Stephanus sx) (1566.), der, Wenner von der gervöhnlichen LeSart Un abgeht, sröftentheils dem Stobäusfolgt. Hr. E. hs zahlt S. 19. die Editionen auf, die mit der Stephac nifchen übereinftimmen, fin. Rex mu Lunterius gab die goldenin Gedichte zuerft 1583: zu | und die Paris mit den Hierofles herans. Er nachfolgenden Herausgeber, auf ge | Nordham, wagten e8 nicht, biéden Dichter aus bé | dem Kommentator ju verbeffern: der leztre ver: Do glich Orfordifche Handfehriften, pit nad) Anleitung des Hierof[e8 die Worte des Gee 46 dichts, wenn die gewöhnlichen Lesarten ihm fein 2) und veränderte Gentige thaten. a Wir gehen jest sum ¿tuenten Auffaje des Herausgebers fort, und faffen juerft dasjen ige A zufammen, mas er in den zwölf erften Abfchnit- 9 ten Über das Mlterthum der pt fagt. 6 goldenen Gedichte Man Fonte (fagt Hr. ©.) leicht auf den Ger st danfen fommen, als wenn das Gedicht cvft in febr fpäten Zeiten, vielleicht in den erften Anfáne gen der Hlerandrinifhen Philofophie ware gemacht Wore

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fworden, feil weder Plato nod Sfokrates noch Ariftoteles, die mit den Alteften Dichtern febr genau befant waren, nirgend etwas daraus anführen, und Plutarch , der etrva 130 Jahr nad) Chrifti Geburt lebte, der erfte Grichifhe Schrift. ficller iff, der dicfes Gedichts erwähnt. Allein Diefer Argwohn gegen das Alterthum des Gedihts muf nothwendig verfchwinden, fobald man Gedentt, daß alle Schrifrfteller des siventen Fabre Hunderts, Galen, Plutach, Diogenes, Klee mens bon diefem Gedichte als einem alten Werke teden, ober doch bas WAlterthum deffelbigen niez mals bezweifeln. Das Gedicht felbft trägt úbers dem gar nicht zu verfennende Spuren feines ads ten alten Adels an fich; Sprache, Wortfügung und Gedanken find von denen der neuern Meran driner fo febr entfernt, daß man nothwendig cinen grofen Zeitraum sivifchen der Geburt diefes Gedichts und dem Zeitalter derverdorbenen Brie ifhen Weltweisheit und Sprache annehmen muß. Wenn aber die Alerandrinifepen Philofoz phen ihre Grundfäze aus dem goldnen Gedichte ebleifeten, oder die Stellen Daraus belegten; fo thaten fie eg nicht, weil fi zwifchen den Lehren der goldenen Gedichte und ihres Syftems eine oirkliche VehnlichFeit fand, fonderg teil fie bey= de mit einander übereinzuftimmen zwangen, und das, twas in jenen nicht da war, durch gemalte fame Yuslegungenbineinbracdhten. Hr. ©. meint, daß diefe Maferey, ihe Syftem in dem goldenen Gedichte wieder zu finden, eine reiche Quelle vie fer ihrer eigenthiinlichen Srethimer geworden

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feno. — 77 Das gänzlihe Srillfehweigen des Plaz Pot | to und Ariftoteles in Anfehung diefes Gedichts, pur was am allermeiften wider fein bobes Wlterthum ug zu zeigen feheint, [Aft fich ohne Nachtheil des Ges bis | dichts am beften auf folgende Art erklären. — iG | Die Pythagoreifche Schule, aus welcher das Ger did Dicht entftanden feyn fol, ging nicht lange nad) HE dem Tode ihres Stifters in Stalien unter: 495 scrftreuten Glieder des zerftörten Bundes fiohen ni ins eigentliche Griechenland, und mit ihnen ente HR franden ganze Haufen von Marftfcehreyern, dis übernatürlihe Kräfte zu Defizen, übernatürliche Be né Mirkungen hervorjubringen vorgaben, zu aller bicfen den Namen des Pythagoras mifbrauchten, nis und fic) felbft fowol als alles was Pythagorifeh die die bid | Dies, bey vernünftigen Perfonen lächerlich mache mor | fem. Ohne die Vorausfezung folder Gauklee ar und Betrüger, die fich für Achte Schüler des Pyz dy thagoras ausgaben, ler ie Dem Pythagoras felbft und feinen Nachfolbp gern von fpätern Gchriftftellern fo viele Betriiz bp getenen, bon jot waren, Hatten angedichtet werden Fonnen, — láft es fic) nicht erklären, denen fie doch fehr weit entferne Socrates trug vorzüglich vieles dazıt bey, diefer Leuten die verdiente Verachtung suzuzieben: und mie leicht fonte es ben einer fo alígemeinen Gee ringfchásung der angeblichen Pythagoreer und ie | zer Werke gefchehen, daß auch einige ächte Mrbet| ten der wahren Schüler des Samiers unverdient vernachläßigt wurden, und in Bergeffenheit gétiethen. Plato bemühte fich zuerft, den Pythagorcern ihr verlornes Unfeben wieder zu verfchaf:

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fen: biefem Beyfpiele folgten die übrigen Griechen und nun fieng man an, die vernachläßigten Schäze ihrer Weisheit bervorzufuchen. Schon Chryfipp der Gtoifer (Gell. VI, 2.) führte in feinem Buche von der Vorfehung einen Vers aus dem goldenen Gedichte, als einem Gedichte der Pythagoreer.an. Yucd Cicero (de Sen, c. XI.) und Horaz (Satyr. IV. 133.) fcheinen darauf anzufpies Ten, Wenn aber Chryfipp und Cicero bon Pps thagoreern reden, fo verftehen fiedarunter folche, die entweder ver dem Plato oder zugleich mit ihm lebten: denn nach ibm gab es nur noch einige wenige, die aber bald ausftarben. Bon den Pythagoreern aber, die Zeifgenoffen des Plato waren, Fan das goldene Gedicht wahrfcheinlich deswegen nicht herkommen, weil es unbegreiflich wäre, daß weder Plato noch Ariftoteles etwas davon gehört und "angeführt haben folten. Man muß daher annehmen, daß dies Gedicht Lange vor dem Plato berferfigt worden fey, damit es allmablig in Vergeffenbeit gerathen, wabrend feines Lebens unter dem Wurfte anderer dere achteten Schriften verfant, und erft nach feinem Sode aus der Dunkelheit wieder hervorgezogen werden fonte. Sin Gedichte felbft finder fich nichts, was nicht mit der Würde, dem eigentlis chen Ernfte, und der ungefhmüdten Majeftät der übrigen Pythagoreifchen Fragmente übereinftinz te: Keine Spur von dem feinen Artifchen Gale was Gofrates und feine ähte Schüler zuerft in Griechenland verfertigten: Kein Merkmal von dem úbertriebenen Lurus in Gedanfen und Wore tent,

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Poetarum opera. cur, Glandorf. ten, womit die Griechen nach dem Plato ihren Gefchmack verzärtelten. Go ausgemacht aber ind das hohe Witerthum des Gedichts zu feyn fcheint; ot fo ungewiß-oder vielmehr unbefant ift der Name bo | des Berfaffers. Weder Lyfis, der Unterrichot | ter des grofenEpaminondas, nod Philolaus und he Archippus fonnen Verfafferdavon feyn, weil diefe Bo aile im Zeitalter des Plato lebten,, und Gedichte a von ihnen et wären. ) (S. 70-72.) aus welchen man beweift, bag diefe dem fegtern nicht unbefant geblieben Die Zeugniffe Griechifcher Scriftftelfer Manner philofophifche Werke nachliefen, verdiemM men entweder Ecinen Glauben oder fie gehen auc h jim nicht auf das goldene Gedicht. já die Gründe (fagt endlich Hr. O. ©. 73.) womit man diefes Gedicht dem Epicharmug, oder Ph o- Höchft efend find cylides oder Pythagoras felbft zuzueignen fucht. Fabricius glaubte, daf wenn das Gedicht von ir: send einem Pythagoreer herrühre, THeinlichften dem Empedofles es am wahre zugefchrieben werden fónne, weil Dialeft und Sprach e fowol als Inhalt den Fragmenten diefes Dichters febe ähnlich wären, und einige Berfe daraus von dem V. der PsoRoyaperav AgiSun : als Empebofleifhe v+Aa©àrda angeführt werden. Hr. 6. antwortet mit Recht, daß die angeführten Verfe (47. u. 48. VB.) nicht recht, und in das goldene Gedicht eingefchoben find, und dag die gefundene Aehnlichkeit zroifc hen dem Yusdrude und Dialekt der goldenen Gedichte und der Fragmente des Empedofles zu entfernt fey, als daß man nöthig hatte, auch jene fiir ein Werk des ficilianifhen Philofophen zu halten .

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Bir finden. nicht allein eine nur geringe Achn= lichkeit zwifchen den goldenen Gedichten und den Gedichten des Empedotles, fondern auch einen fo auferordentlichen Unterfchied in der Manier und Einkleidung und dem Nythmus von beyden, daß es ung nie eingefallen mare, das erftere für ein Werk des Y. der lestern zu halten.) Wielleicht, fast Hr. ©. endlich, ift das Gedicht alter als Pythagoras und alle Pythagoreer. Frenlid if es noch feinem Menfchen eingefallen, zu läugnen, daß es ein Pythagoreifches Gedicht fey: Chryfipp und Plutarch, Galen und Septus, endlich Porphyr, Jamblich, Hierofles und Suidas fchreie ben es alle entweder dem Pythagoras, oder meie ftens den Pythagoreern zu, fahen cs menigftens als ein Gedicht an, was fie als ein Abend- und Morgengebet in ihren Andachtsübungen sur Unterfuchung ihres Wandels und Herzens brauchten. Hr. ©, giebt daher auch zu, daf ed bee ftándig in den Händen der Vythagoreer gemefen, und in ihren Schulen gelefen worden fey. Mar könne aber zugleich wahrnehmen, daß Pythagorag es wegen feiner Treflichkeit mit mebrern ale ten Schriften feinen Stingern empfohlen habe, und daß es eben deswegen in fpätern Seiten ente weder für feine eigene Arbeit, oder für die Arz beit eines, feiner Freunde gehalten worden fey. Schon der Ephefifhe Heraflit beseugte, daß Pythagoras alle Altere Schriften auf das forgfältigfte zufammengefucht, und fic) daraus unterrichtet babe, und auch Ariftopenus fagt am der angeführten Stelle des Diogenes, daß dies

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25} fer Philofoph viele moralifche Grundfaze von der > Chemiftoflea, einer Priefterin zu Delphi, eme pfangen babe. Auf diefe Art Fan man am beften die fic) widerfprechenden Schriftfteller des Alterhums mit einander vereinigen, warum mehrere bem Pythagoras Schriften, und namentlich das goldene Gedicht zufchreiben, andere hingegen fehlechterdings láugnen, dag Pythagoras etwas gefchrieben habe, Endlich wird die Vermuthung, daf dies. Gedicht alter als Pythagoras fey, aber von ibm aufgenommen und empfohlen wor= den, noch durch die Zeugniffe des Guides und Diogenes beftátigt, wovon der eine dem Pythaz goras alle Schriften, dev andere aber dies Gee dicht abfpricht, die aber doch bende übereinftims mend fagen, daß er feinen Schülern ftet& den Wenn e alfo aus den angeführten Gründen feabrfheinlich wird, daß das goldene Gedicht über diefes Zeitalter des Pythagoras hinaus fteigt; fo ift Feine Bermuthung natürlicher, als diefe, daß es wahrfcheinlich aus den Myfterien der Griechen ausgefloffen und genommen fey. Die Alteften Dichter der Griechen alle, die fi in die Myfterien hatten einmweihen laffen, und unter diefen vorzüglich Orpheus, Mufaus und Eumolpus theilten in. ihren Gefängen von der beffern Kentniffen die fie empfangen hatten, alle | diejenigen dem Volfe mit, die es ertragen Fonte, am meiften aber Grundfäze der Tugend und des Cine: ähnliche Abe, fittlichen Wohlverhaltens. MAIL Bib 2B. fiche

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fit hatte der D. des goldenen Gedichts, und es fanden fich daher manche Spuren darin, aus welchen man feben fan, daß der Dichter cin Eine gemeibter war, und ein Myftagog derjenigen twerden molte), die fic) den grofen Geheimniffer ehtiveder nicht genábert hatten, oder nicht nähern durften. Er redet (0. 67.) auf eine fo geheim, nisvolle Art von der Enthaltung. gewiffer Spei fen; daß man vermuthen muß, er babe fich mündlich mweitläuftiger darüber erklärt. Qwar tràgt er die Lehre von der Gottheit nicht fo vor, wie fie in den Mofferien vorgetragen wurde: vielmehr redet er von den Göttern, tie die brio gen Griechifhen Dichter, und wie dag Volk dachtes alleim er führe auf eben den Sweet bin, twohin-die Myfterien hinleiteren, nämlich auf ein reines ,.unbeflecttes Leben, und cine dadurch be» twirkte Annäherung zur Gottheit. Er trägt endlich, wie die Mpfterien, die für gute: Men- (Hew fo troftreiche und die für lafterhafte fo Thredliche Lehre von Strafen und Belohnungen in einem andern Leben vor. Der VW. des goldes nen Sedichts, von dem unterfeidet fid) auch dadurch Phocylides und andern Gnomifchen Dichtern,. daf er nicht blos wie diefe, von Vers brechen durch Drohungen abfchredt, fondern ju einem fugendhaften gittergleichem Leben durch das Hinweifen auf múrvige Belohnungen auf munter Hr, G. überfieht.den Einwurf nidf, den man ibm machen fonte, daß nämlich kein alter Schriftfteller bas goldene Gedicht aus den Mofterien ableitet, Die Alteften Griechen, anfs

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And anfivortet er, die den Urfprung deffelben am beften Mit Mai jwiffen Eonten, fehmweigen entiveder ganz, oder ihre Zeugniffe find verlohren gegangen. Andere Ait | führen es nur flüchtig und fo fehr im Vorbengeber sin lan, daß fie weder Beruf noch Zeit haften, die nD | Entftebungsart deffelbigen zu bemerken. Die nit jüngften Schrifefteler bin nicht, woraus es gefloffen war, oder fie waren pun auch zu fehr von der früh und allgemein verbreiz mor Feten Meynung, als wenn es von einem Pythas sup goreer herrühre, eingenommen, HO m2 argwohnten" die Quelle Die Abwefenheit vom kühnen Unternehmen, Gleiniffen, Whegorien und Fiktionen, die int €Empedofles und in den Fragmenten der Eleas 911 \tifer fo häufig find, giebt feinen Beweis wider 2n6 | das Alterthum des Gedichts her, und laft allein Hist | Nicht fehliefen, daß es in folchen Zeiten gemacht las) | feyn müße, to der alte Dichtergeift fhon von 156 | den Griechen getwichen war. Hr. G. hält es fir ot | überflüßig, diefe feine Verficherung aus Grane den ju unterftüsen. Wäre aber auch das Gedicht von einem My pd? | thagoreers fo dürfte man fich daran nicht ftofen, ind | daß es nicht im dorifchen Dialekt gefchrieben ift, M6 | der dem’ Pythagoreer faft eigenthimlich war. HG | Viele Männer in Italien und Gicilien, die niche los | torifchen Urfprungs waren, behielten die Munde bo | art ihrer Stifter und Vorfahren ben: und felbft ¡E | Dichter, Die in dorifhen Kolonien gebohren per | Waren, brauchten oft den Sonifhen, wie Empedofles that. (Wir fehen überdem nicht, mar runt

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zum der Dichter, ‚wenn er. auch ein Py thagoreer tar, nothwendig aus Groggriechentand fenn múfte, da nach demUntergange des Bundes febe viele Pythagoreer fich im eigentlichen Grischens lande aufhielten, und aus dem eigentlichen Gries | shenlande oder aus Afien gebürtig waren.) Nachdem mir erft die ganze Hypothefe des | Hrn. O, über das Alter ded goldenen Gedichts mit allen ihren ungefchwächten Gründen vorges tragen haben; fo gehen mir suerft zu den Gegen» gründen fort, aus welchen uns diefe Dypothefe ganz unbaltbar feint, und zeigen zu gleicher sie Beit die Schhwierigkeiten an, die twit gefunden haben, die verfchiedenen Abfäze und Glieder ders felbigen mit einander ju vereinigen. I. Ran der Grund, aus welchem Hr. G. den Ppthagoreerh das Gedicht abfpricht, fchmwerlich cineitinur mittelmáfigen (charffinnigen Kunftrichs ter Genüge thun. Das goldene Gedicht ift wahre Theinlich nicht von einem Pythagorecr gemacht, Cfagt Hr. ©.) weil eS weder vom Lyfis, nod irgend einem andern Seitgenoffen des Plato hers ribres von’einem folchen fan es deswegen nicht feyn, weil Plato und Ariftoteles es fonft gewiß angeführt hätten. Wir glauben ¿ar mit Hr. G., daß weder Lyfis, noch irgend ein anderer Mythagoreer aus dem Zeltalter des Plato der Verfaffer des goldea ren Gedihts fey, wir halten diefe Vermutbung unter andern Gründen auch den Hr, Glandorf brauhe, aus demjenigen, nämlich aus det Stile

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NS | Stilffchweigen des Plato undAviftoteles fir abre ah} fócintid; allein wir fesen in diefen Beweis bey dot tvcitem nicht ein fo grofes Sutrauen, als Hr. EB. Suit mp9 und würden ihn unter weit geringern Sedingune gen aufgeben. Wäre nämlich für die Meinung: god dak oda oder fonft DIR Plato der V. des goldenen Gedichts Lyfis, oder Archippus, cin oder Philolaus, Pythagoreifcher Zeitgenoß des fey, nur mis ein einzigesgeugnis cines suverlafigenund glaubMur wilrdigen Schriftftelfere aufzubringen; fo würz mod den win feinen Anftand. nehmen, einem folchen HE Seugniffe zu frauen, und es folte ung gar feine e Mühe Eoften, die Schwierigkeiten von dem Stille ar chrweigen des Plato fowohl, als des Ariftoteles uo aufsulòfen, und zugleich die Urfachen anzugeben, inut |tvarum dies Gedicht, wenn es auch im Zeitalter 296 [Des erftern gemacht ware, weder von ibm no nist feinem Schüler angeführt worden. prix Lund twichtige Werke pD | Eudorus, haben Philolaus und Wie viele nicht Ardytas und Timáus, ane und. 996 | dere Pythagorver, die alle Qeitgenoffen des Plato pat | Waren, gefchrichen, ohne daf nur ein cinsiges, boa | oder nur der Eleinfte Theil von dem Rater der ANS | Akademie und des Lyceums ware angeführt wore 96 | den? Wenn bende ihre Urfachen, oder Écine Ger ps! Iegenheit haften, fo viele und fo wichtige Merfe 756 | der mit ihnen oder Eurz vor ihnen lebenden Pye pdr | thagoreer anzuführen; fo fonte eben diefe Um ipa} | ftánde auch bey einem Eleinen Gedichte ihres Zeitz glo falters eintreten. Bende hatten um defto weniger SR | Veranlaffung, das Gedicht, wenn es auch von einem Freunde oder Zeitgenoffen des Plato ware verferz

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orundam verfertigt worden, anzuführen, ba es faft gar Feine efoterifche Philofophie, tvenige den Pyth az gorcern eigenthümliche Grundf ase, fondern faft lauter befante, und den Pythagoreern mit allen übrigen aufgeklärten Griechen gemeinfhaf tliche Lehren enthielt, Aber wenn man auch zugäbe, daß das gol: dene Gedicht nicht von einem Pythagoreifc herr Philofophen aus dem Zeitalter. des Pl ato fens Warum folte eS nicht die Arbeit cines áltern oder auch jüngern Pythagorecrs feyn könn en? Auf den erften Theil diefer Frage antwortet Hr. G. gar nicht, den andern beantwortet er gw ar, aber auf eine Art, die einen fachverftandigen Lefer unmöglich befriedigen fan. In der That feben wir gar nicht ein, warum Hr. G. das goldene Gedicht entweder nicht dem Pythagoras felbft, nach einigen alten Schtiftfeiern, oder doch einem der Pythagoreer vom Bunde zugefchrieben hat? Das Gedicht, Chätte Hr. ©. in diefem Falle eben fo gut, als ben der Borausfesung, daß es lange bor dem Plato aus den Mpfterien gefchöpft worden, fagen Eönnen,) hat entweder den Stifter der Schule, oder einen feiner erfien Schäler zum Verfaffer: Schon Ehryfppp und andere Schriftfteller eignen es de n Pythagoreern zu. Diefe Pythagoreer fónnen nicht Zeitgenoffen des Plato gewefen feyn, weil das Gedicht fonft diefem Philofophen nicht uns befant geblieben wäre: Eben fo wenig innen folche Pythagorece darunter verftanden werden,

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bide die nach dem Plato Iebten, aus andern Grünmod den, die Hr. G. anfúbre, und die ich bald prúmo? fen werde. Nothwendig alfo muß es von einem ALK Pythagoreer herrühren, der vor dem Plato und hors gwar lange vorher gelebt hatte. Wenn ältere bO | Sriftiteller dergleichen Chryfipp war, von Pre di thagoveern reden, fo verfteben fie nur folche Bná Darunter, die entweder vor oder zugleich mit dem pide Plato berühmt waren. Ungeachtet aber das op goldene Gedicht lange vor dem Plato aus der LK Pythagoreifehen Schule entftanden war; fo blieb Ey es diefem Weltweifen doch unbefant, weil nicht pl lange nach dem Untergange der Pythagoreifchen 5D Gefellfchaft in Grosgriechenland,> eine Menge os von Herumlaufern, die fic) für Pythagoreer mo ausgaben, die fraurigen Nefte, diefer Schule ga \verächtlih und lächerlich. machten. Golde ac | Wunder’ und Schriften machten ihre ächten ge Werke vergeffen, und eben diefes. Schicfal ere ut | fuhr auch das goldene Gedicht, Plato fuchte wig | zwar der gefunfenen und ungerecht verläumdeten h 1 | Pothagoreifhen Schule und ihren Dentmalern pé | das geraubte Anfehen wieder zu geben; (und È ist | feine Bemühungen waren auch nicht ganz un? lo | slüklih,) allein unter vielen andern vernach- $1 | IARigfenoderiiberfebenen Scyäzen entwifchte ibm un | auch das goldene Gedicht. Nur erft in fpatern 2e | Zeiten wurde es wieder gefunden, anerfant, und poo | vom Chryfipp angeführt. — id ||) diefe Are feinen HatteHr..G. auf eigenen Grundfagen zufolge te pa | taifonnirt; fo würde er das wahrfcheinlichfaus it | feiner Hypothefe haben beybehalten, und aller

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mihfam erfundenen Mafchinen iberhoben feyn Tonnen. Er hatte nicht nöthig gehabt, dic Zeugs niffe aller Schriftftelfer, die das goldene Gedich t für ein Pythagoreifehes Werk halten, entweder zu verwerfen, oder auf eine unnatürliche Art auszulegen, und endlich würde die grofe Schwie« rigfeit, die aus dem GStillfehmeigen aller Schrift: feller gegen feine jest angenommene Hypothefe | entftebt, gar nicht su befürchten gemefen fenm. Wir fónnen es uns auch faum überreden, daß Hr. G. es nicht folte gefeben haben, wie man das Gedicht mit viel geringern Schwierigkeiten aber aus denfelbigen Gründen, aus welchen er de es aus den Mpfterien ableitet, einem Vorplatoz nifhen Ppthagorser zufchreiben Fónnez allein vielleicht war eben das leichte und natürliche die | fer | empfabl. È Bermuthung das mas fie ‘ant ‘wenigfter Solten wir recht gerathen haben, fo toáre dies freylich eine Éleine Schwachheit, aber immer eine Schtwachheit, die einen auf neue Gedanken ausgehenden Geift vervath. Wenn aber auch das goldene Gedicht weder von Pythagoreern aus dem Zeitalter des Plato, noch auch von áltern berrübren Fonte; folfe es denn nicht einen jüngern Philofophen diefer Schule, der nach dem Plato und felbft nach dem Ariftoteles gelebt hatte, zum Berfaffer haben tonnen? Diefer Fall (fagt Hr. E.) it am mwenigften | | ; toahrfcheinlich. Nach wenige Pythagoreer, dem Plato lebten und gwar von geringen

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me Anfehen. — Auch verftehen Chryfipp und andere Schtifefteller, wenn fie fehlechtmeg von Pythagoreern reden, immer folche Philofophen die fes Nabmens, die enfiveder vor, oder doch zu den Zeiten des Plato Tehrten. Diefen Gründen fegen wirfolgende Fakta ais der Gefchichte entgegen, mit denen fie fic) fehlechterdings nicht vereinigen laffen. Erftlich (aft es fic) nicht behaupten, daf nach dem Plato nurnoch wenige Pythagoreer und zwar von geringem Anfehen gelebt hätten. Die Pythagotcifhe Schule dauerte in Griechenland von dem männlichen Alter des Plato an gerechnet Cetiva der 98-100 Olymp.) nocheben fo lange fort, als fie Son dem Untergange des Ordens in Gros-Griechenfand bis auf die angezeigte" Epoche fortgee dauert hatte, Leraflides Pontifus und Ariftor penus , beyde Schüler des UriftoteleS gingen noch mit Pythagoreern um (Diog. V.86, VII. 46.) und von dem leztern fagt Diogenes ausdrücklich, daß er die legten Pythagoreer in Griechenland ges hört habe, Er gibt fogat ihre Zahl, ihre Naz men und ihr Baterland an. Wenn alfo ein paar Seiler des Schülers des Plato noch mebrere Hythagoreer hörten; fo fan man nicht fagen, daß nad) dem leztern nurnoch wenige Pythagoreer ges Iebt hätten. Auch LE es fic) nicht vertheidigen, daf diefe | Pythagoreee, die nach dem Plato lebten, unbez Ì deufende Männer gewefen, und daher von Altern Sohriftftellern, die von Pythagoreern reden, nie mals gemeint worden waren. Sin Gegentheil waren

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waren.die jüngften Pythagoreer als Philofophen und für Philofophen unter allen die merkwürdige fen. „Sie waren frenlich. nicht mehr fo grofe Ge: fesgeber, fo grofe Anführer, von Staaten und | Heeren als die erften und alteften; aber fie fpez fulirten beffer und fharffinniger als fie; ihe &y- | fen wor voliftandiger, jufammenhangender und begreiflicher als die Gedanken der erftern waren. | Wenn daher Schriftfteller, die nach den lester Pythagoreern lebten, von den Grundfäzen pythas goreifeher Philofophen reden; fo fan man weit eber vorausfezen, daß fie folche im Sinne haben, die nach dem Plato und Ariftoteles als andere die vor ihnen lebten, weil jener ihre Schriften weit gemeiner, befanter und verftandlicher varela ft merfwürdigen Bene Um fid aber aus einem hich fpiele theil von der Wichtigkeit der jüngern Pps thagorcer als Philofophen betrachtet, theils von dem Sage zu überzeugen, daß grofe Schriftfteller ihre Meinungen anführen, darf man.nur die Leb= ren der Pythagoreer die vor dem Ariftoteles lebz c. 5,6.) sore I.. ten und die diefer Philofoph (Mec trägt, und wiederum die Lehren derjenigen Phys thagoreer, von denen Septus handelt (X. 248.) mit einander vergleichen. Von jenen fagt Arifto= teles, daß fie Av damAwg über die Zahlen phiIofophirt hätten. Diefer ihre Erklärung bingez gen von dem Urfprunge aller Dinge aus den Zabr len, ift mit fo erftaunlichem Scharffinn ausgeführt, dag man fich wundert, wie man eine fo grofe Ungereimtheit noch von einer fo feinbaren Seite-habe vorfiellen können,

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IL Wenn wir aber Hr. G. aud sugaben, daß das Gedicht, wovon die Nede ift, weder von Py-2 thagoreern, die vor dem Plato, nod) von folchen, die mit und nad) ihm lebten, ne: gemacht feyn tone wenn wir ferner zugäben, was gar nicht bee wiefen ift, daß Pythagoras es fon vor fich gee funden, und feiner Schönheit wegen su einem Raz techifinus feiner Schule gemacht habe; we nn wir endlich auch diefes zugeftünden, da Ni cht Pye thagoreet niemals etwas von diefer Entdedung und Zueiguung fremder Güter gemerkt, und Py= thagoveer felbft nie etwas davon gefagt hätten; fo würden mir doch nicht umbin finnen, uns noch etwas genauer wegen der Uvfache zu ectunz digen, aus welcher das für Pythag orifch gehale | tene Gedicht in Vergeffenheit gerathen und vont Plato überfehen fepn folte. Die Schaaren von Wundermännern, die Hr. G. über Griechenland fchictt, und für Pythagoree r fic ausgeben lift, die allgemeine daraus entffche nde Verachtung der wahren Pythagoreer und ihrer Philofophie, der grofe Antheil den Sokrates an der Erniedrigu ng [von beyden gehabt haben fol, und endlid) die Bemühungen deg Plato, ihnen wieder gufgubel z fen, find lauter Borausfesungen, die in der fhidte

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fhichte nicht alfein nichts für fic), -fondern alles rider fic) haben, und fogar, wenn wir anders cecht feben, fich felbft widerfprechen. Hr.G . wird uns feinen alten Gefihichtfchreiz ber und ein einziges Zeugniß beybringen können, aus welchem: bewiefen werden fonte, daß Furz nad) der Zerfiörung der Pothagorcifhen Gefelle fehaften ganze Haufen von Betrügern unter dem Namen von Pythagorcern fic) über Griechenland verbreitet, und durch ihre falfhen Wunder und Gaufeleyen fich felbft und die wahren Pythagoreer verächtlich gemacht haben. Noch weit weniger wird er aus irgend einer Stelle der achter Schriften des Tenophons und Plato darzuthun im Stande feyn, daß Sokrates fic ihren Bee mühungen und Einflüffen widerfezt und mit glüdlichem Erfolge widerfest hätte. Kofrateg wagte fic) als Sitten-Auffeher, zu welchem ev fich von der Gottheit felbft beftele und bevollmadhtist glaubte, mit feinem Tadel an alle Stände und Hrönungen feinee Mitbürger: er grif Dema gogen, Redner, Dichter und vorzüglich die Soz phiften an: ev eiferte wider die Philofophen (bes fonders den Anaragoras und Demofrif) die fic) mit Unterfuchungen, die den menfchlichen Verfrand überftiegen, befepáftigten, und von ihren grunblofen Grübeleyen enfiveder zum Unglauben oder Aberglauben verführt wurden; allein in teiner Schrift feiner grofen Schüler und Gee fHichtfpreiber wird man nur eine Spur von cie ner Kriegserflärung gegen wahre und falfihe Po thagoveer, oder folhe Herumftreicher, bergleis

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fhe PE anime, finden. 93 Die Pythagoreie Die war zu den Zeiten des Sofrates wenig oder gar nicht in Wehen befantz und we nn fie befant war; fo fonte Sofrates daß, wa s er nad 9. G.Bermuthung getadelt haben foll, des : wegen nicht tadelny weil er die Erfh einungen, bedcutungsvolle Träume, Snfpirativn, Vorher s verfündigung und Weifagung fünftiger Bege benz heiten eben fo ftarf glaubte, als diePytha goreer daran geglaubt haben follen. enophon hatte über alle diefe Gegenftände einerley Denfung Sa rt mit feinem Lehrer, und diefer Umftand iff einer vonden Gründen, warum wir den ange blichen Brief des Eenophons, auf welchen Hr. Ge fich beruft, und worin dem Plato die Li ebe der Te ed- Taosc PidoroDias des Pythagoras vorgeworfen wird, nicht fiir Acht halten. Wenn aber auch der Brief vom Zenophon und der darin ne Zabel vom Sokrates felbjt der Ausdrud abenthenerliche genommen werden, cine Weltweisheit, enthalte» wares fo fonte doch Philofophie nicht fo tie Hr. G. ibm nimes für die Träume, Erfcheinungen, Wunder 1. f, tv. vertheidigte: fonder n man müfte abentheuerliche Weisheit durch cine den Gofrati Then Meinungen mehr entf prechende Auslegung + | fiir eine Samlung fold er Lehrfase halten, die nach dem Urtheile des At henienfifchen Weltweifen über unfere Kräfte waren. — iveder YOK noch zu ben Es waren alfo Seiten des Sofrates Be e as |eriiger in Griechenland, die fich für Pyth agoreer musgaben, und auch Sofrates Deftritt di e wahren fo wenig als die falfchen Porbagorcer, Plato

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VI. Sententiofa VetuftiT. Gh omic , quorundam Plato half der in Griechenland entw eder it Berachtung oder Vergeffenheit ge funfenen Pythagoreifchen Philofophie nicht wieder auf; fondern er frug nur etwas dazu bei, fie auszubreiten, da man fie vorher in Griehenlatd, befonders in Athen entweder gar Nicht, ‘oder nu r wenig gefant hatte. —. Ware Hrn. Gy die Abhandlung de s Plutarchs über den Genius de s Sofrates ben feiner Ausarbeitung in die Hä nde gefallen; fo würde er aus diefer in manche Be trachte wichtiz gen Schrift, (bofonders” von E, 10 28 21040, Vol, II, Ed. Stephani) feinen Se geriffe Bermuthungen ter fer mehr als une der wahren Zuftand und die Schickfale der Pythag oreifhen Philofophie in Griechenland zu den Ze iten des Sotrates und Plato haben geben Ester Mus dief er Schrift erhellt, daß zu den Zeiten des Sokrates und Pla: to Feine ftarte Verbindung swifthen It alien und dem cigentlichen Griechenlande war, weil die Pye thagoreer in Stalien eine lange Beit von de mas Metapontuin entfiohenen LHfis Niches hörten, un d nur von ohngefähr durd den aus Grie chenland nach Sicilien fhiffenden Gorgias erfuhren, da ß ihe theurer Ordensbruder fich in Theb en beynt Epaminondas aufhalte, Man fiebt ferner baraus, dag felbft nach dem Allgemeine n Aufitande aller italiànifchen Staaten und Städte gegen die Pythagoveifchen Gefelfchaften (Etagay) fic) mu d) febr vicle:angefebene und reiche Mitglieder des gerftörten Bundes it Stälien aufgehalten, und odiefe wiederum befonders durch den vere tungswurdigey Ly fis viele Freunde in Gtichene land

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land. erhalten hatten, daß endlich die Pythagos reer diefer Zeiten an Weifagungen, Träume, Ets fiheinungen, und fogar an Hervorrufung abgefohiedener Seelen glaubten, und diefer Schwär: mereyenungeachtebnicht-das geringfte von ihrem gtofen Anfehen werlohren.. Die Pythagoreer, erzähle Plutard, die bisher durch, immer forte daurendeAufftände und birgerlichellnruben waren abgehalten worden, ihren Bruder Lyfis in. Gries Henland aufzufuchen, erfubren es endlich ourch Traumgefihter, daß ev geftorben wares fie fhicten daber einen jungen Mann aus ihrer Gez fellfchaft, Theanor, mit reichen Gefhenfen nach Theben ab, um den Epaminondas für die Sorge falt, womit er des Ly fis bis an feinen Tod.gepflegt batte, gu belobnem, und zugleich die Refte ibres verftorbenen Freundes nach Stalienberüber mi zu bringen.. Tbeanor eilte gleich nach feiner Mune Eunft in Theben an die Nuheftätte des Lyfis, opferte an feinem Grabe, alg an dem Grabe eis nes Helden, und forderte. in der Finfternis. det Rat, die abgefchiedene Seele auf, vor ihm gu etfcheinen. Er fab zwar Cfezt er beym Plutarch hinzu) den entbundenen Geift nichts allein er glaubte, cine Stimnte su hören, die ihm zurief; das unbewegliche nicht zu bewegen: (ra. azoto, pan cier) für die Beftattung feines Leichnamg ‚hätten die binterlaffene Freunde geforgt: und | feine Seele fey fon in ein neues: Leben einges ‚ gangen. — Mit allen diefen Nachrichten ift die dur Gaufler und den Sokrates bewirkte Berachtung der Pythagoreer, und die Wiederherftel-

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berftelfung ihres Anfebns durch den Plato, die Pt, Gannime, unvereinbar, II, Endlich fehen wir nicht recht cin, was Hr Gumit dernicht genug beftiinten NedenSart fa: gentvolle: das goldene-Gedichtfey aus den Eleufis nifen Mynifteried ausgeflofen,: fey aus den heiligen Geheimniffen der Coves genominen wore den. — > Ev will nicht; wie esifcheint, bee haupten, daß das goldene Gedicht! urfprünglich eine von den geheimen Schriften war, dergleiz chen in mehrern Myfterien + wahrfcheintlich auch in denen 3h Eleufis aufbewahrt wurden, und daß es nur von dem: ehitgeweihten Pythagoras allgemein‘ befant gemacht worden. Rielmehr hält er das Gedicht, fo viel wir errathen Édnnen, für die Arbeit cines fehralten cingeweihten Dicha fers, der ¿mar aus dem Myfterien erhaltene Kentniffe feinem Gedicht: einverleibte, aber dies Gedicht nicht für die Myfterien: und deren Vor fteber, fondern fürs ganze Volk zum allgemeinen Unterricht verfertigte. - WolteSr. G. dies Le; tere fagen, fo feben wir niche ein, warum erbfog aus dem Grunde, weil ein’ Gedicht" aus dew Myfterien entlebnte Rentniffe enthält, ein folches Gedichtreinem Altern Pythagoreer abzufprechen nöthig findet, Unferm Urtheile nach fónte-c8 fehr wohl mit einander beftehen, daß cin Gedicht in Anfehung feines Inhalts, mit den gebeimen Lehren det Myfterien übereinftimte, und doch einen Pothagoreer zum Verfaffer hatte. Warcır nicht alle alten Philofophen diefer Schule Dich:

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ter, und zugleich die gröften Berehrer der Myfterien? Selbft dawider aber laffen fic) noch erbebliche Einwendungen machen: daß der Inhalt des goldenen Gedichts mit dem Inhalt der My ferien einerley fey, und daß deswegen die Lehrem der erftern nur aus dem leztern fónten. entlebnt fey Das goldene Gedicht ift griftentheils moralifhen Inhalts, von den Myfterien hinges gen iff es nod) ungewif, ob man Regeln des Wohlverhaltens darin vorgetragen habe, (Meis ners phil. Schriften 3. Th. S.307.) Die Lehrer von der Unfterblichkeit der Seele, von der Une náberung und demyHinauffteigen zu Gott, die das goldene Gedicht enthält, werden ¿mar im gewiffen Zeiten in den Myfterien verfiindigt, eS fragt fich aber noch, wenn man angefangen haz be, diefe Grundfäze in den Myfterien vorzutras gen, ob fie von den Myfterien in die Philofo= phie, oder von der Philofophie der Griechen in ihre Myfterien gekommen feyn? Wenn man aber auch die Einerlenbeit des Inhalts der Myfterien und des goldenen Gedihts sugàbe; daraus noch nicht, fo folgte daß das leztere aus bent erftern genommen fepn müße, weil diefelbigen Lehren auch in den Schriften und Schulen mehrer Philofophen mitgerheilet wurden. Nur etft alse denn würde man mit Hrn. G. aus der Aehnlichkeit des Inhalts des Gedichts und derMyfterier auf die Entftehung des einen aus den anderır fepliefen fónmen, wenn man vorher bewiefer hatte, daß das goldene Gedicht aus einem fo boben Wlterthum abfiamme, in welchem die Leb= KR. Phil. Bibl. 2B.

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ren, die es enthalte, nirgend anders woher, als aus ben ‚Eleufinifchen Gcheimniffen gefchäpft werden Éonten. IV. Wenn nach den bisher von ung mitgetheilten Bemerkungen Hr. G. oder einer unfter Lefer uns um unfere Meinung über den Verfafe fer und das Alterthum des Gedichts fragen fuites fo würden wit antworten, dag wir es nicht nur für ein von den Pythagoreern aufgenommeneg, fondern auch für ein von irgend einem Pythagoreer werfertigtes Werk halten. Wenn wir auch den Zeugniffen der neuern Platonifer und andrer jüngern Schriftfteller gar nichts trauten, fo mire de doch bas Anfehen der vier gröften Philofophen und Gelehrte des n Aleerthums, eines Ebrofipps, Septus, Galens und Plutarchs fo viel über uns vermögen, daß wir das goldene Gedicht nicht ohne die triftigften Gründe einer Schule abfpràe chen, dev v8 von allen zugefchrieben wird, Ueberdem liegen in dem Inhalte des Gedicht mehrere Beweife feines pythagorifehen Urfprungs, deren Auseinanderfesung uns aber jest gu meit führen würde... Go ¿uverfichtlico und entfcheidend wir aber auch von dem Verfaffer des Gedichts reden, fo wenig wagen wires, den Nahmen des Dichters, oder bas Zeitalter, wenn es gemacht wore =.AL den, genau zu beftimmen. Wenn wir allein auf die Zeugniffe derjenigen Schriftfteller, die das Gedicht anführen, zuviel fehen; fo fiheint es nicht unwahrfcheinlich,, daf es von einem Altern Pythagorecr, der entweder vor, oder ju dem Bele

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Seiten des Plato lebte, herrühre. 99 Bergleichen wir hingegen die Sprache des Gedichts mit der =) cy fhen Dichter, und feine Lehren mit den Grundght fügen der Pyrbagoreifhen Schule, die Ariftote= 89] les uns aufbebalten hat; teu umbin, es für das Werk cines derjenigen Pythahe Sprache dev Altern Eleatifchen und Pythagoreigoreer zu halten, Plato lebten. fo fónnen wir nicht die nach dem Ariftoteles oder Den Verfen fehlt der harmonifche Rychmus, und dem Ausdrud die altliche Pracht, wodurch fic) die Fragmente eines Xenophanes, Empedofles u. f. w. auszeichnen. Die Deutlichkeit und Beftimtheit der Sprache fcheint ein Zeitalter, zu verrathen, in welcher die Griechen fihon lange philofophirt und einen gewiffen Vorrath von philofophifchen Wörtern erhalten hatten, Die Gedanken und Lehren felbft müffen auch demjez nigen, der die Grundfase der altern Pythagor Teer mit denen der lezten verglichen hat, mehr diefer als jener würdig fheinen: fie find für die erften Pythagoreer, wo nicht zu fharffinnig und philofopbifch, wenigftens zu nackt und allgemein ausgedrücdt Wir zeigen bier nur blos die Verfe an, in welchen folche Gedanken und Ausdrüde vorkommen, die ben fpätern Zeiten der Pythae goreifhen Schule weit eher, entfprechend fcheinen, 20, als den álteften Diefe find B, 12. 8, 17- B. 37.54. 55. 63-65. 69.70. Der Raum verbietet uns aber, cine detaillirte Prüfung dies fer Verfe anzuftellen, Was Hr. G. in dem übrigen Theile der Abhandlung über den Zweck des Gedichts, über die falfde

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falfche Uuslegungsart des Hicrofles und Über den Inhalt der erften Verfe fagt, ift groftentheils eben fo wichtig gedacht, als gut ausgedrückt, Am meiften aber haben ung feine Anmerkungen zum Gedicht felbft gefallen. | Sie find von einer dope pelten Art: in den erftern werden die Lesartem der Handfchriften und Ausgaben, mie die Konjefturen der Herausgeber gefamlet und geprüftz in andern Bemerkungen hingegen erklärt er die Bedeutung einzelner Ausdrücde und den Zufams menhang der Gedanken des Gedichte. Er hat in diefen eben fo viel glücklihen Scharffinn als in jenen Rentnis der Sprache, Fleiß und Genauige Feit beriefen. Wir berufen uns bier nur auf die Bemerfungen zu BV. 16. 39.47. u. 48. (die er mit Recht für eingefchoben halt. Was Sr. G. über die Terganrus fügt, befriedigt nicht.) 51. 57. 66. Nur allein den 64.8. legt. Hr. G. unferm Urtheile nad) nicht richtig aus. ieca ŒQuoic ift nicht die mit der göttlichen verwandte Natur des Menfchen, fondern die Natur des Ganzen, die nicht nur vor den Philofophen, die darunter die gdttliche Borfebung verftehen, fondern felbft vom Epifur isea Puris genant wird,