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bei vavorys vermißt man in dieser Sprache nicht. — Ob es melır
als ein Zufall ist, daß beide Belege aus Afrika stammen, muß-bis
zum Auftauchen weiterer Zeugnisse dahingestellt bleiben.
Straßburg i. E:
BRUNO KEIL.
VARRO BEI GELLIUS, NOCTES ATTICAE XVIII 25.
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Varro
in libris
disciplinarum
(Gramm. Rom.
Fragm. 220 Funaioli) scripsit, observasse sese in versu hexametro,
quod omni modo quintus semipes verbum finiret (d. h. daß regelmäßig Penthemimeres stattfindet), et quod priores quingue semipedes acque magnam vim haberent in efficiendo versu. atque alii
posteriores septem; idque ipsum ratione quadam geometrica fieri
disserit.
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Die Frage,
wie Varro dazu kommt,
letzten 7 Halbfüße des Hexameters
die
ersten
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und die
als mathematisch gleichwertig
zu betrachten, scheint sich außer mir (Byzant. Zeitschr. XII, 1903,
283) noch niemand gestellt zu-haben.|
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in der bekannten Gleichung 82-+
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)in neuester Lesung von Möller in den im Erscheinen begriffenen
Berl. Demot. Texten I 31 n. 80 gegeben ist.
Zu seiner Kenntnis
gelange ich beim Mitlesen der Correctur von F. Preisigkes Sammelbuch griechischer Urkunden aus Ägypten (n. 1207), wo Möllers
Lesung übernommen ist.
Vorderseite:
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romoaı MAY) CTHN is xoun
Rückseite: 'ExßoAnv nom |oaı ¿gs Öouov xwun|s "Eupav.
Die hier in Majuskeln gegebenen Buchstaben
schließen sich ohne
weiteres zu NAYCTHN zusammen: ‘Der Schiffer soll die Ausladung
vornehmen’.
Die Mumien wurden mit solchen Versandmarken versehen zu Schiffe an die Begräbnisstätten gebracht.
Den Artikel
bei vavotns vermißt man in dieser Sprache nicht. — Ob es mehr
als ein Zufall ist, daß beide Belege aus Afrika stammen, muß bis
zum Auftauchen weiterer Zeugnisse dahingestellt bleiben.
Straßburg i. E.
BRUNO KEIL.
VARRO BEI GELLIUS, NOCTES ATTICAE XVII 25.
M.
etiam
Varro
in
libris
disciplinarum
(Gramm. Rom.
Fragm. 220 Funaioli) seripsit, observasse sese in versu hexametro,
quod omni modo quintus semipes verbum finiret (d. h. daß regelmäßig Penthemimeres stattfindet), ef quod priores quinque semipedes acque magnam vim haberent in efficiendo versu atque alii
posteriores septem; idque ipsum ratione quadam geometrica fieri
disserit.
Die Frage,
wie Varro dazu kommt,
letzten 7 Halbfüße des
Hexameters
die
ersten 5
und
die
als mathematisch gleichwertig
zu betrachten, scheint sich außer mir (Byzant. Zeitschr. XII, 1903,
283) noch niemand gestellt zu haben.
Ich habe mir bisher geholfen mit der Annahme, Varro habe
in der bekannten Gleichung 8? + 4? = 5? (Pythagoreisches Grunddreieck)
die Quadratzahlen außer acht gelassen;
erwähne jedoch
diese Deutung jetzt nur, um davor zu warnen.
Die nächstliegende Parallele zu den 12 Halbfüßen des Hexameters
liefern
die
12 Halbtöne
der
Octave.
Und
den
beiden
Hemistichia des durch die Penthemimeres geteilten: Hexameters ent-
Pagina 3
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)spricht genau die natürliche Zerlegung der Octave in die Quarte
mit ihren 5 und die Quinte mit ihren 7 Halbtönen.
Quarte aber
und Quinte sind tatsächlich ratione quadam geometrica einander
gleich: auf dem „Kanon“ eines Monochords (oder dem Griffbrett
einer Guitarre oder Geige) gemessen, nimmt die Quarte den gleichen
Raum ein wie die nach oben anschließende Quinte. Das kommt
daher, daß die Octave genau in der Mitte der gespannten Seite, die
Quarte genau am Ende des ersten Viertels erklingt. Eine (im einzelnen nicht ganz genaue) Zeichnung möge es den Nichtmusikalischen
veranschaulichen: e— stellt die gespannte Seite von 12 cm Länge
dar, e—e’ die dorische Tonleiter, deren Quarte wist. e—a=—a—e’.
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Quinte
7 Halbt. = 3 cm
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Oktave, 12 Halbtöne = 6 em
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6 cm
Die Kenntnis dieser Elemente der physikalischen Akustik und
der pythagoreischen Harmonielehre gehörte im Altertum zu der allgemeinen Bildung !).
Dies ist nun auf den Hexameter übertragen, und da die regelmäßige Penthemimeres eine Eigentümlichkeit des lateinischen Hexameters ist — daß für die lyrischen Daktylen der Griechen das
gleiche gilt, ist wohl der alten Theorie ebenso entgangen, wie der
neuen — könnte man glauben, der Vergleich stamme von Varro.
Trotzdem muß hier griechische Arbeit erkannt werden. Einmal,
weil der iambische Trimeter mit seiner regelmäßigen Cäsur hinter
dem 5. oder hinter dem 7. Halbfuß diesen Vergleich geradezu
herausfordert; um die Hepthemimeres zu erklären, las man die
Octave von oben nach unten (“—a—-e). Dann aber, weil wir
aus Aristoteles wissen, daß auch die Hauptcäsur des griechischen
Hexameters von den Pythagoreern musikalisch-mathematisch gedeutet wurde: Metaph. N.6 p. 1098 a. 29 af te uéoar (d.i. uéon
1) Philolaos bei Stob. Ecl. I 189,7 W. = Diels, Fragm. der Vorsokr.?
J 241, 14. Gaudentius, Isag. can. 11 p. 341 Jan, etc.
Pagina 4
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)und zagapéon, Quinte und Quarte!)) 4 mèr êvréa, új de Öxr, .
mat to &roc (der Hexameter) dexaentd, iodgôuor Tobros'
Baivera 6’ Ev uèv Td del (rechtes Hemistich) évvéa ovÂÂapaïs,
Er Òë ı@ Gowoteg@ dxtd. Das heißt: wie die Verhältniszahl der
Quinte (fauôlos = à = 2, daher einfach êvvéa) zu der der Quarte
(éxirouos = # = 8, daher öxro), so verhält sich der Silbenzahl
nach noAöroonov, Ôs udÂa noddd zu Ävôga pot Evvene Moÿoa,
nämlich wie 9:8 (&róydoos). Daß man für unvır dede Bed
eine ähnliche Deutung bereit hatte, war vorauszusehen, da Aristoteles jene Spielerei nur als eine aus vielen bezeichnet.
Nun hat
sie uns Varro kennen gelehrt; sie ist entschieden hübscher als die
aristotelische, die nur durch einen gezwungenen Vergleich von Verhältnisziffern mit Silbenzahlen zum Ziel kommt.
Nun wird auch klar, warum Gellius in dem unmittelbar vorhergehenden Kapitelj (VIII 14) über die Ausdrücke #utóÂvoc und
énitoios handelt; jener bezeichnet die Quinte, dieser die Quarte.
Ohne diese Ausdrücke kann Varro, als er jene ratio geometrica
darlegte, nicht ausgekommen sein; Gellius Sagt ausdrücklich, daß
sie unübersetzt geblieben seien. Beide Kapitel gehen also auf
Varro de Musica zurück.
Berlin.
|
PAUL MAAS.
ZUM PAPYRUS GIESSEN I. 1 nr. 17.
In diesem Papyrus, der unter Nr. 481 in der Chrestomathie
der Grundziige der Papyruskunde von Wilcken wieder abgedruckt
ist, und der dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, daß
die Schreiberin das zärtliche &pedov ei Eövvdusda netaodaı gebraucht, handelt es sich offenbar darum, daß die Briefschreiberin
den Adressaten ’AroAAovıos dazu bringen will, sich mit ihr zu
versöhnen: Z. 13 Gorte duadddyndt ueir nati n)éuyor &p’ Huds.
1) Diese Deutung hat gerade K.Borinski gefunden, Philologus
1912, 157. Er verweist unter anderm auf Jamblich. Vit. Pyth. cap. 26
(119) Nauck p. 87 övoudoas Öë Unaımy pév vor tod EE aovducd zowovoörra
pÖóyyov, uéonr O8 tov tod éxtad, éniroutor adtot mwyydvovra, nagautonv dé
tov tov évvéa, TOv@ Tod uéoov GédtEQoY, xai ön zat’ (kai: von mir verbessert)
éxdydoov, Das Verhältnis bleibt das gleiche, wenn man uéon und zagauéon vertauscht, 12:12. Vgl. Gaudentius L. c. p.342 10 uèr did veoodgov
(Quarte) dowWudy EE nai dura, 10 68 did névre (Quinte) dor udy EE xai évvéa.