Nochmals der Ostgiebel des Zeustempels zu Olympia

Auteur
Kekule, R.
Verschenen in
Rheinisches Museum
Jaar
1885
Onderwerp
TEMPLE
Taal
Deutsch
Categorie
C8 Geschiedenis en archeologie
Archiefnummer
1851

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Nochmals der Ostgiebel des Zeustempels zu Olympia Author(s): Reinhard Kekulé Source: Rheinisches Museum für Philologie , 1885, Neue Folge, 40. Bd. (1885), pp. 308-309 Published by: J.D. Sauerländers Verlag Stable URL: https://www.jstor.org/stable/41247978 JSTOR is a not-for-profit service that helps scholars, researchers, and students discover, use, and build upon a wide range of content in a trusted digital archive. We use information technology and tools to increase productivity and facilitate new forms of scholarship. For more information about JSTOR, please contact support@jstor.org. Your use of the JSTOR archive indicates your acceptance of the Terms & Conditions of Use, available at https://about.jstor.org/terms J.D. Sauerländers Verlag is collaborating with JSTOR to digitize, preserve and extend access to Rheinisches Museum für Philologie This content downloaded from 18.197.208.138 on Mon, 08 Dec 2025 18:56:39 UTC All use subject to https://about.jstor.org/terms

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Miscellen. Nochmals der Ostgiebel des Zeustempels zu Olympia. In der Sitzung, welche die Berliner archäologische Gesellschaft am 4. Nov. 1884 gehalten hat, haben die Herren Curtius und Griittner die von mir in dieser Zeitschrift XXXIX $. 481 ff. vorgeschlagene Anordnung des olympischen Ostgiebels fiir verfehlt und unmöglich erklärt und die Curtius’sche Anordnung zu retten versucht. Ich entnehme dies dem in der archäologischen Zeitung 1884 S. 220—222 abgedruckten Bericht, von dem ich voraussetze, dass er als authentisch gelten darf. Die Auffassung der Streitfrage durch Hrn. Curtius ist von der meinigen so sehr verschieden, dass ich es für zweckmässig halte, auch meinerseits kurz auf die Sache zurückzukommen. Es handelt sich darum, 21 Figuren, die zunächst doch als namenlos gelten müssen, in einem gegebenen Giebelraum unterzubringen. Treu hatte das versucht unter der Voraussetzung und Beachtung der strengsten Entsprechung der Figuren. Aber er gerieth dabei in Widerspruch mit einer gegebenen Fundthatsache. Von dieser einen und auffälligsten Fundthatsache ging Curtius aus. Aber seine Anordnung ist im Widerstreit mit dem Gesetz der Symmetrie: seine sogenannte Arethusa bei B ist scharf nach aussen gewendet, während sie doch eine ähnliche Haltung zeigen müsste, wie der kauernde Jüngling bei O; sein sogenannter Myrtilos bei L ist, mit E parallel, nach aussen gewendet, statt, wie man doch erwarten und verlangen muss, nach innen. Ich hatte gemeint, mir den Dank von Curtius wie von Treu zu verdienen, indem ich durch meinen neuen Vorschlag sowohl der von dem einen vorgekehrten Fundthatsache wie der von dem anderen erhobenen Forderung strengster Symmetrie zu genügen suchte. Dass beides zugleich möglich sei — dies zu erweisen ist der klar und deutlich ausgesprochene Zweck meines Aufsatzes, sein eigentlicher und wesentlicher Inhalt. Ich habe weiter darauf hingewiesen, dass meine Anordnung auch den von Curtius nicht mit in Rechnung gezogenen übrigen Fundthatsachen sich leichter füge, und ich glaubte, dass sie sonst noch einige Vortheile biete; dass sich z. B. dann das bei Pausanias vorhandene Missverständniss des knieenden Mädchens leichter erkläre, dass dem knieenden Knaben an Stelle E zu einem hübschen Motiv zu verhelfen sei, indem man die drei zusammenhängend gearbeiteten Pferde mehr nach

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Miscellen. innen schiebe, und dergl. Die Namengebung der Figuren habe ich, auf die Unsicherheit hindeutend, nur beiläufig gestreift und aus der sich mir ergebenden Anordnung geschlossen, der sogenannte Seher werde wohl Myrtilos sein miissen, der doch schwerlich fehlen könne. Diese nebensächlichen Dinge sind es, die Curtius bestreitet. Ob der fette alte Mann rechts hinter den Pferden so oder so heisst, was verschlägt das für die Hauptfrage, auf die es, m. E., zunächst allein ankommt, die Frage nach der Aufreihung und Entsprechung der Figuren? Ob die drei zusammenhängend gearbeiteten Pferde nach der Mitte vorgeschoben werden können oder nicht, ob der Knabe E (übrigens nicht ‘unter’, sondern vor dem äussersten Pferde sitzend) den Huf eines der Pferde halten kann oder nicht — das sind Dinge, die ich nach dem mir vorliegenden Material weder zur Entscheidung bringen konnte noch kann. Aber hängt denn daran meine Anordnung? Nein. Wenn es nicht anders geht, dann bleiben eben E und L vor den unverschobenen Viergespannensitzen und E behält seine unverständliche Ruderbewegung. Für diese Detailfragen bin ich bis auf weiteres mit Vergnügen bereit die Auctorität des Herrn Grüttner anzuerkennen. Aber ich kann diese Auctorität nicht anerkennen, wenn es am Schlusse des Berichts heisst: “Herr Grüttner sprach sich auf Grund seiner dreijährigen Beschäftigung mit den Bruchstellen [wohl ‘Bruchstücken ?] des Ostgiebels, während welcher jede Möglichkeit der Ergänzung im Einzelnen erwogen sei, zum Schlusse dahin aus, dass man, von der festen Gruppe der rechten Ecke ausgehend, zu keiner anderen Aufstellung der 21 Figuren gelangen könne als zu der von Curtius vertretenen’. Warum? warum sollen die 21 Figuren in der von mir vorgeschlagenen symmetrischen Reihenfolge nicht genau eben so gut Platz im Giebel finden, als in der nicht symmetrischen Anordnung des Herrn Curtius? Ich erwarte, dass Herr Grüttner für seine Behauptung den Beweis führe — oder vielmehr ich erwarte dies nicht. Denn er ist nicht zu führen. Bonn. Reinhard Kekule. Oi wept Aauœva. Damon!, der Staatsmann, den die Athener ostrakisirten, der Schüler des Agathokles und angebliche Lehrer des Perikles, der in Musik und andern Künsten hoch gebildete, dem Prodikos nahe stehende und dem Sokrates bekannte Meister, welchem die Erfindung einer Audioti zugeschrieben ward, wird als oberste Autorität in musikalischen Dingen von Platon eingeführt, welcher für 1 Vgl. Meibom zu Aristides Quintil. p. 300 ff., Hemsterhuis Ar. Plut. p.353, Meineke com. fr. II p. 683, Wilamowitz Hermes XIV S. 319.