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Ueber Hierokles haben wir einen Artikel bei Suidas, der,
wie ein
Vergleich mit Photius
bibl. cod. 242 p. 338% 28 B.
lehrt, aus Damascius Vita Isidori geflossen ist;
er schliesst mit
den Worten: team de padeiv thy ‘lepoxAdous nerakoyvusnovo
ppövncıv dnd Tv currpaupétwv Dv Yerpapev cig Ta xpuoû
Enn túv Tlvdayopeiwv, kai érépwv Bifhiwv mepi mpovolag ouxvüv, év olg gaiveran è ávhp thy pèv Zwñv Úynióppwv, thy
dE yvibotv oúx áxpific.
Von diesen seinen Schriften ist erhalten
der Kommentar zum Goldenen Gedicht, dagegen von den ‘mehreren
Büchern’ epi mpovoiag besitzen wir nur ein Referat bei Photius
bibl. cod. 214 und Exzerpte ebenda cod. 251.
übrigen
sein
Eigentum
von
dem
des
Nachdem jetzt im
gleichnamigen
Stoikers
gliicklich geachieden iet, verdiente auch er einmal eine eingehende
Untersuchung,
platoniemus
die
näher
seine Stellung
in
zu
hätte.
beleuchten
der Geschichte des NouDamascius
mag
ihn
offenbar nicht leiden; er ging seine eigenen Wege (seine Platonica
zB. sind nicht die
‚isoliert,
der
bie Photius
andern Neuplatoniker) und blieb darum
wohl
nicht ganz
wieder ausgrub.
Da Photius es aber
ständig exzerpiert
hat
dass
sie
leisten,
und
seine Berichte
leicht Unklarheiten
so sei über
zufällig
leider
und
die Anlage
sein Hauptwerk
nur
zudem
sehr
unvollderart
sind,
Missverständnissen Vorschub
der Schrift mepi mpovoiag hier
wenigstens das Wesentliche in Kürze festgestellt.
Cod. 214 beginnt: ’Aveyvwo6n
PBıßkiov ‘lepoxkéoug tepi
npovoias xai einapuevng Kai tig Tod ép' huiv mpdc Thy Belav
fireuoviav cuvtdézewe, cod. 251 hingegen kürzer: ’Aveyvuoon
‘lepoxhéoug è epi mpovofag.
Da nun die Exzerpte im zweiten
Teil der Bibliothek sich durchweg
schliessen
enger
als die Referate im ersten,
an
und
den Wortlaut anda auch’ Damascius
nur nepl mpovofag sagt, so möchte man dies für den eigentlichen
Titel der Hierokles, die längere Favaung für eine Erweiterung
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ueber Hierokles haben wir einen Artikel bei Suidas, der,
wie ein
Vergleich mit Photius
bibl. cod. 242 p. 338° 28 B.
lehrt, aus Damascius Vita Isidori geflossen ist;
er schliesst mit
den Worten: @Zeott de padelv tiv ‘lepokhéous meradoyviuova
ppóvnoiv and TWV Curypauudrwv
Wy yérpaqev eig TA XPUOË
¿rn tWv Tubayopeiwv, kai Erepwv BiBhiwv Trepi mpovotag duxvùv, év oig paiveran 6 dvip tiv pv Zwnv Úynióppwv, tiv
de YvWOIv ovK Akpıßng.
Von diesen seinen Schriften ist erhalten
der Kommentar zum Goldenen Gedicht, dagegen von den “mehreren
Büchern’ mepi povoiag besitzen wir nur ein Referat bei Photius
bibl. cod. 214 und Exzerpte ebenda cod. 251.
übrigen
sein
Eigentum
von
dem
des
Nachdem jetzt im
gleichnamigen
Stoikers
glücklich geschieden ist, verdiente auch er einmal eine eingehende
Untersuchung,
platonismus
die
näher
seine Stellung
in
zu
hätte.
beleuchten
der
Geschichte
des Neu-
Damascius
mag
ihn
offenbar nicht leiden; er ging seine eigenen Wege (seine Platonica
zB. sind nicht die der andern Neuplatoniker) und blieb darum
isoliert,
bis Photius
wohl
nicht ganz
wieder ausgrub.
Da Photius es aber
ständig exzerpiert
hat
dass
sie
leisten,
und
seine Berichte
leicht Unklarheiten
so sei über
zufällig
leider
und
die Anlage
sein Hauptwerk
nur
zudem
sehr
unvollderart
sind,
Missverständnissen Vorschub
der Schrift mepì mpovoiag hier
wenigstens das Wesentliche in Kürze festgestellt.
Cod. 214 beginnt: ’Avervwoon
BiBMov “lepoxhkéous Trepi
mpovoias Kal eiuapuévng Kal TÁG Tod Ep”
Nuîv mpdc Thv Delav
hYeuoviav ouvtdzews, cod. 251 hingegen kürzer: "Avervwoon
‘lepoxhéoug 6 mepi mpovoias.
Da nun die Exzerpte im zweiten
Teil der Bibliothek sich durchweg
schliessen
als die Referate
enger
im ersten,
an
und
den Wortlaut anda auch Damascius
nur Tepì mpovoiag sagt, so möchte man dies für den eigentlichen
Titel
des Hierokles,
die
längere Fassung
eine Erweiterung
Pagina 3
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Biter
des Titels zu einer knappen Inhaltsangabe durch Photius halten,
während man gewöhnlich die von Photius an erster Stelle gegebene Form als Titel der Schrift betrachtet.
Mit Sicherheit
ist das jedoch nicht zu entscheiden, da Photius andererseits im
zweiten Teil auch öfters, indem er sich auf die im ersten Teil
gegebene Beschreibung bezieht, den Titel kiirzt, vgl. cod. 76:
’Aveyvuoon PhaBiov "Iwonnou ‘loudaixñs dpyonoXoyiac ev
Aöyoıg x’, dagegen cod. 238 ’Aveyvüoôn luofñrou à dpyaroAoyio, oder cod. 242 gegen 181. Demnach ist es immerhin wahrscheinlicher, dass cod. 251 ’Averv. ‘lep. è mepi TpOVoiasg, zumal
da auch hier der riickweisende Artikel zugesetzt ist, doch nur
die Abkürzung des in cod. 214 genauer angeführten Titels ist.
Photius fährt dann cod. 214 fort (p. 1710 21): ¿ori pev
oùv Tv mpoaipeoiv pidódopos è vip, ñ de Ouyypaph avTw
’OAuumödwpov KPITAV mpoxadiZer, Ov Kai mapaoyeîv Tod AÓYOU
Tac úpopudg Ümorideron, Kal aUTOV éxovta tod quodgogeîv
épwta, où pv oùdè TÁG ToAtTIKfs Copiag &meipov’ Èutpéyai
te yap ‘Pwpatkaig mpeopeiarg Kat TOAAG Kal ueyiota TWV Bap-
Bápwv ¿Ovdv tH ‘Pwpoixî cuvayar Afzeı, altives AUTO) Kai TWV
neyiotwv Tap’ aútolg TIUÙV KOTÉOTNOOQV aitiat. Gewidmet also
war die Schrift einem Olympiodor, dem er angeblich die erste '
Anregung zu ihrer Abfassung verdankte, dem er auch philo- —
sophische Interessen und sachkundiges Urteil nachr ühmte, der aber
doch in der Hauptsache ein im Staatsdienst bewährter Politiker
war; es wird also auch wohl mehr diese seine hervorragende
äussere Stellung als gerade seine philosophische Bedeutung gewesen sein, der die Widmung des Hierokles galt. Dass Photius
sich für die Persönlichkeit des Adressaten so sehr interessiert,
dass er selbst dessen Gesandtschaften zu den Barbaren und die :
ihm aus dieser erfolgreichen diplomatischen Tätigkeit erwachsenen
Ehren aus der Vorrede des Hierokles mitnotiert, ist weiter nicht
merkwürdig; es kommt einfach daher, dass er, wie auch viele andere
Stellen der Bibliothek zeigen, auf diese Dinge mit besonderer
Vorliebe achtet, ein Vorläufer des Constantinus Porphyrogenitus,
der bekanntlich aus den Historikern auch die Exzerpte trepi mpeoBerùv eigens zusammenstellen liess; und dann hatte Photius in
seinem Bericht über das Geschichtswerk des Olympiodor — denn
der Freund des Hierokles ist offenbar kein anderer als dieser —
eben die Gesandtschaft, von der Hierokles in seiner Widmung
gesprochen, bereits selbst erwähnt, cod. 80 p. 58” 37: OT diahapBdver wept Aovárov Kai mepi TWV Obvvwv, Kal dg mpòg
Pagina 4
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)avtovs 6 iOTopıkög Ertpeoßeude «TA. (was Seeck in Pauly- Wissowas
Real-Encyc]. s. v. Donatus 5 wunderlich missversteht: “zu dem der
unbekannte Geschichtschreiber, welcher die Quelle des Olympiodor
war, als Gesandter geschickt wurde).
Die betr. Gesandtschaft
- fällt nach C. Müller Fr. Hist. Gr. 4,57 um 412 n. Chr. (nach
Seeck um 413); da es nicht wahrscheinlich ist, dass seit der in
der Zueignung seiner Schrift von Hierokles erwähnten Gesandt- .
schaft des Olympiodor viele Jahre verflossen waren, so wird die.
Abfassungszeit des Werkes auf rund 415, jedenfalls ‘noch vor
Erscheinen
der
Geschichte
des Olympiodor,
angesetzt
werden
können; für die Lehrtätigkeit des Hierokles nimmt Zeller Philos.
d. Gr. 3, 25 (1881) 753 annährend 415—450
an, mit Rücksicht
auf Phot. bibl. p. 173% 37 Ewe Tlhoutápxou tod *ASnvaiouv, ov
kai Kadnyntiv avtod TÓV toiodtwy dvaypdpeı doyuatwv (“lepoxAfig).
‘O uèv O wumtódupoc, Tipos Sv è Adyosg, toroîtog* Ww di
- koi TapapvOntiKoUs (Tapapudixoùs vulgo) Aöyoug è Guyypapeüc
émi Téket TOU mpWTOU BifMov, BeToî Tramdog AToßoANv TOTVIWuévw kai oxvOpwrdZovti, mpooevyvoxev.
Dass jemand seine
‘Schrift einem Freunde oder Gönner zu einem bestimmten Anlass
dediziert, ist nichts Ungewöhnliches,
und
wenn Hierokles
am
Schluss des ersten Buches dem Olympiodor zum Verluste seines
Adoptivsohnes kondolierte,
so braucht darum das Werk selbst
nicht den Charakter einer Consolatio gehabt zu haben; wie weit
eine solche Einkleidung mit dem eigentlichen Inhalt verflochten
ist oder die Formgebung beeinflusst, ist in jedem einzelnen Falle
besonders zu fragen (ein anderes Beispiel habe ich jüngst besprochen in meinen Prolegomena zu Minucius Felix, Bonn 1909).
‘In einer Schrift über Vorsehung und Schicksal ist ein Uebergang
zu Trostsprüchen unschwer zu finden; auffallend jedoch ist es,
dass Hierokles dieses Beileid nicht im Eingang des Werkes, zugleich mit der Widmung,
die natürlich ganz am Anfang stand,
sondern erst ‘am Schlusse
hatte.
des
ersten Buches’ ausgesprochen
Das legt die Vermutung nahe, dass dieses “erste Buch’
formell
wohl etwas mehr für sich stand, etwa eine Art allgemeiner Einleitung des Ganzen bildete und speziell an Olympiodor gerichtet war.
Weiterhin
spricht
Photius über
Inhalt und Absicht des
Werkes (p. 171° 33): fl è’ émaryyeMa TÁG TapoVong OKeyewg
nepi mpovoiag ¿ori dıakaßeiv tH Tlhárwvos dózn Kal *Apicrote\oug GuvbtariBeuévw" ouvénrev yap BovAetar TOUG dvdpac,
Rhein, Mus. f. Philol. N. F. LXV.
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taig ddEaIc, où Kata TOUS Adyoug Tis mpovotag uovov, GANG
Kai doov (6001 vulgo) thy wuxñv Mpovotoiv Adavarov Kai ei
Tl mepi oúpavoú Kal xéopou TOÚTOLG Tepthood@nta.
Ohne
Frage gibt Photius hier die érayyehia des Hierokles selbst wieder,
wonach er also die Lehre von der Vorsehung usw. hauptsächlich ©
a
im Anschluss an Plato und Aristoteles hätte darlegen wollen
und zwar wesentlich unter demselben Gesichtspunkt wie zB.
schon Porphyrius, tod piav eîvar tiv TTAërwvos Kai ’Apioto-,
téhoug alpeoiv.
Sachlich hängt damit durchaus zusammen, was
Photius unmittelbar darnach berichtet: 6001 de Tovs dvdpag eis:
diagwviav ÉOTNOAV, ToUTous Es TA udhiota Tetdavijooai TE
Tg THY avdpwy rrpoßegewg Kai tod AANdoüs Exmeceiv Aroteivetar kTA., bis endlich der von Gott erleuchtete Ammonius
die Uebereinstimmung ihrer Lehre
weitere Angabe,
klar aufgezeigt, sowie die
dabei polemisiere gegen Epidass Hierokles
kureer und Stoiker, Pseudo-Platoniker und Pseudo-Aristoteliker,
Astrologen usw., nur dass wir uns da allerdings bereits mitten
in der Erörterung selbst zu befinden glauben, die Photius mit
deutlicher
Anlehnung
an
den
Text
Die Fortsetzung (p. 172% 22):
des
Hierokles
resumiert.
Kai Kata TIAdrwva Sedov ati
npoüpiornoiv f oKxéwig néons Ellpavoüg TE Kai dpavoüg dnuroupyòv dıakooundewg KTA. scheint jedoch hinwiederum auf der
prinzipiellen Ausgangspunkt zurückzukehren; im weiteren Ver:
lauf aber (p. 172° 8) spricht er nochmals von der Polemik der
Hierokles gegen
die vorhin genannten Philosophen.
Das wirc
alles so richtig sein, gibt aber leider kein klares Bild von den
eigentlichen Inhalt und der Disposition des Werkes, wie wir e
|
haben möchten.
Man wird nun Photius gewiss nicht das Recht bestreite:
dürfen, den Bericht anf seine Art so
zu machen, wie er es fii
zweckmässig hilt, wofern er nur ein sachgemässes und zuver
lässiges Referat gibt,
auch
wenn wir unsererseits
nicht in de
Lage sein eollten, es als einen Ersatz der ganzen Schrift ansehe
Im vorliegenden Falle würde ei
und benützen zu können.
solches summarisches, scheinbar bald
vor- bald rückgreifend«
Verfahren um so unbedenklicher sein, ais Photius obnehin zu
Schlusse auch noch ein genaues Inhaltsverzeichnis der einzelne
Bücher
(A6yoi) mitteilt, aus
deutlich zu ersehen ist.
zwischen
keiten,
Referat
dem
Allein
die Anordnung
sofort ergeben
sich
des Stoff
nun
und Inhaltsverzeichnis mehrfache Unstimmi
selbst was den Inhalt und die Tendenz des Werkes a
Pagina 6
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)geht;
und auch mit Hilfe dieser Inbaltsübersicht ist es keineswegs möglich, die einzelnen Stücke des Referates, selbst wo sie
sich an den Wortlaut des Hierokles anzuschliessen scheinen, unterzubringen.
Zum Glück haben wir ja nun ausserdem auch noch
die Exzerpte des cod. 251; aber auch sie scheinen wieder mit
cod. 214 nicht, rechtim Einklang zu stehen, so dass dadurch der
Einblick
in
das Wesen
leichtert wird.
Indessen
der Schrift
fast eher erschwert als ermit dieser
dreifachen
Ueberlieferung,
Referat, Inhaltsverzeichnis und Exzerpten ist, da sie sich gegenseitig ergänzen
und beleuchten werden,
dass es voraussichtlich gelingen wird,
ständig aufzuklären, sowohl was das
doch
so
viel
gegeben,
das Sachverhältnis voll-
Werk des Hierokles selbst,
wie auch was die Arbeitsweise des Photius betrifft.
Beginnen wir mit dem Teile, der an sich am einfachsten
ist und am
ehesten einwandfrei erscheint,
dem Verzeichnis
des
Inhalts der einzelnen Bücher (p. 173? 5):
Entra de Aöyor avTOD émmepiZovtar Thv OTOVdNV. Kal Ó
Ev a’ eig EkBeoiv diatuTodTa: Wv auTög Ep” ÉQUTD Trepi Tpovoiag Kai Ciknç Kai Tig Kat’ dziav tv &pywv eic hud kariovong Kpidews Ouveyupvaoatd TE Kai dIEOKEWATO.
6 PB" dE Tas TTAatwwiKdg ouAAéywv défac Thy miotv eE
avrv Wy TTAatwv éypawev Emriänonv.
Ó dE Y” Tag UmoMopde, aig dv tig xphoaito mpd¢ èvavTiWOLV TÙY dedoyuevwv, TapariBeis diadVvetv AUTHv Tiv émBouATv
TTPAYUATEVETOL.
Ó de 5’ Td Aerómeva Aöyıa
Kal toùc leparixoU BeOuodG
eis Cuupwviay duvayelv ofc Thétwv ¿doyuárid0e BovdeTan.
6 de € cig Oppéa kai “Ounpov Kai 6001 dAAoL mpò Tfic
TTAatwvog Emipaveiag éyvwpilovro
Thv Tlhatwvixiv
epi tiv
TTPOKEIUEVWV piiouopiav dvártel.
6 de 5’ Toùs nerä TIhdtwva mdvtag (von Aristoteles bis
Ammonius) duodozeîv TH TIAatwvog KataoKeudZer xpicer (s. u.).
Ó dE Z” Aöyog Gápxnv idiav dnootnodpEevog mepi TAG dia-
TPIRAG TOD mpoeipnuévou "Auuwviou tiv oroudiv dvakaußaveı
und zeigt, wie auch dessen Nachfolger (von Plotin bis Plutarch)
mavtes TR Thárwvog dıiakekadapnevn Cuvádovor pilocopÍA.
Schon
aus
dieser Inhaltsiibersicht
ist
ohne
weiteres ersichtlich, dass im voraufgehenden Referat die Absicht des Werkes
keineswegs. zutreffend dahin ‚gekennzeichnet ist, dass Hierokles
im Anschluss an “Ammonius in erster Linie die Uebereinstimmung
des Plato und Arist teles habe nachweisen wollen; vielmehr dreht
\ [eineteroet os Calico
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sich alles um Plato allein, dessen Ansichten zusammengestellt,
gegen Einwürfe verteidigt und mit Orakeln u. a. sowie allen
Denkern vor und nach ihm in Uebereinstimmung gebracht werden;
erst im 6. Buche war nach dem geschichtlichen Zusammenhang
die Stelle, wo auch. die Identität der aristotelischen und plato-
Wie Photius dazu kommt
nischen Lehre ausführlich erörtert war.
trotzdem das als die &noayyekia Ts tapovons oKéwews
an die
Spitze zu stellen, mepi mpovoias biakafeîv TA Tihárwvog dózn
Kai > Apiororédous Ouvdtarıdeuevw KTÀ.,
zu begreifen;
ist einstweilen schwer
da er das unmöglich aus der zusammenhängenden
Lektüre des Werkes
kombiniert haben kann, so könnte er sich
dabei höchstens auf eine gelegentliche Bemerkung des Hierokles
gestützt haben, in der dieser selbst seinen Standpunkt als platonisch-aristotelisch bezeichnet und ‘nebenher über das Verhältnis
des Plato
und
Aristoteles
sowie dessen Beurteilung vielleicht
einige Andeutungen gemacht hatte, die dann hernach weiter ausgeführt waren.
Das müsste er dann irgendwie, was immer der
Zusammenhang der Stelle gewesen sein mag, als émayyedia des
Hierokles selbst, d. h. also doch wohl im ersten Buche gelesen
haben. Dem scheint nun aber andererseits wieder die klare und
bestimmte Inhaltsangabe des ersten Buches zu. widersprechen,
wonach er sich dort auf die Auseinandersetzung dessen beschränkt
hatte, Wv aùròg &p’ Éaut® Tepì mpovoiag dieoKewato.
Schief
ist die Charakteristik auf jeden Fall; aber schlimmer
ist es, dass
schon
in diesem
ersten Punkte
verzeichnis unvereinbar scheint.
das Referat
mit
dem Inhalts-
Es wird darum richtiger sein,
nicht damit anzufangen oder fortzufahren, Referat und Inhaltsverzeichnis miteinander zu vergleichen, sondern erst die Exzerpte
heranzuziehen, um so auf breiterer und sicherer Grundlage das
Referat zu analysieren und zu beurteilen.
bei
weitem
nicht
das
ganze
Werk
Zwar hat ja Photius
exzerpiert,
aber
es
sind
doch wörtliche Auszüge, der Reihe nach dem Texte entnommen,
sie sind also von der grössten prisumtiven Zuverlässigkeit; an
diesen Fragmenten des Originals allein,
Inhaltsverzeichnis
Wert
wird
und womöglich
das
Referat
seine Herkunft
in Verbindung mit dem
vollständig
geprüft,
sein
bestimmt werden können.
Die Exzerpte tragen p. 463 die Sonderüberschrift
éx tod
B" Adyou, p. 465 éx tod y Adyou Kkepahaiou dexätou, der Anfang dagegen p. 460
entbehrt
einer solchen Aufschrift.
versteht es sich im Grunde von selbst, dass
Doch
was hier vor €x
to0 ß’ Aöyou vorhergebt, ebenso der Reihe nach aus dem 1. Aöyog
Pagina 8
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)exzerpiert ist;
jedenfalls
wiesen sein, um diese
müsste erst
|.
181
das Gegenteil
positiv benatürliche Annahme hinfällig zu machen.
Gleich das erste Exzerpt beginnt nun so: Kai Ti, noi, xata\érw
Oot
TOÚTOUG,
Onou ye kai Tüv TiharwvikWv tives
TV TEpi TOO dniuoupyoù
Beod
ovK ÖPONV
diaoWZovoiw Évvolav;
ov yap
ikavòv aùtòv eîvai WHOnoav kt). (p. 460% 23—461* 23).
zeigt schon
das Oot,
dass das Fragment
Hier
wirklich dem Anfang
angehört, woraus dann weiter folgt, dass nicht nur die Widmung
und die Tróstung (émi téder tod mpwrou BiBMov), sondern auch
die zwischenliegende wissenschaftliche Darstellung dieses 1. Buches
an Olympiodor direkt gerichtet war;/ das 1. Buch hat also in
der Tat eine Sonderstellung eingenommen,) Aber auch noch ein
anderes
ergibt
Inhaltsangabe
kann,
sich
daraus
ohne
des 1. Buches
insofern
weiteres,
doch nicht
als Hierokles,
wie
dass
ganz
nämlich
die
erschöpfend sein
das obige Exzerpt
beweist,
hier bereits gegen angeblich falsche Auffassungen ausdrücklich
polemisierte, deren “Bereinigung” und Widerlegung doch gerade den
Inhalt und
folgenden
Zweck
sechs
der
Bücher
historisch-kritischen Ausführungen
der
bildete.
mit
Denselben
Widerspruch
dem Inhaltsverzeichnis schien auch schon das Referat zu zeigen.
Andererseits schliesst sich das Exzerpt ganz vortrefflich an das
an, was Photius im Referat von der Absicht des Hierokles, also
doch wohl gleichfalls
nach
dem Anfang
der Schrift
berichtet.
Dort hiess es (p. 172° 9): tadta did Ths ypapñs è ‘lepoxAéoug
Aöyog Otoudälwv
"ApıototeAnv)
KaTaoKeudZer pèv à éxeivoug (Tiárwva Kai
qidotipeitoar
dozdlerv,
avtaywviZetar
de
mpòg.
TOUS EOrroudaxótaG TAvavria, "Emkoupelious TE œnut kai
Erwixoúc, kai 6001 TThárwva ev Ürobÿovrar Kat. ApıotoreAnv,
ok dpOWe de tà ékeivwv eionyoüvraı — also nachdem er gegen
Epikureer und Stoiker polemisiert, fuhr Hierokles wörtlich fort:
Kal Ti KaTakéyw 001 TOUTOUS, Órrou Ye Kal TW TlAatwvırWv TIVES
KTÀ.
Der Zusammenhang ist evident; allerdings ebenso eklatant
auch der Widerspruch zwischen Photius und Hierokles.
spricht auch hier
tiveg,
im 1. Buche zunächst
nur
Hierokles
von TlAorwvırWv
ohne auch der ’ApıororelikxWv Erwähnung zu tun;
6001
TAdrwva uev Önodvovron Kai “ApiototéAnv sagt Photius, setzt
also kai Apiototé)nv
im Referat aus sich hinzu,
in direkter
Fortsetzung seiner voraufgehenden Angaben über die énayyedia
TS Oxéwewc, trepi npovoias diaNaBeîv A TTAdrwvog dózn kai
"ApıototeAoug ouvdiarıdenuevw
und
Ammonius
der
um
den
Nachweis
über
die Verdienste
Symphonie
des
Plato
Pagina 9
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Elter
Es ist klar, wenn Hierokles hier nur von den
Aristoteles.
falschen Platonikern gesprochen hatte, so wird er auch nicht
unmittelbar vorher vom Consensus des Plato und Aristoteles
gehandelt haben, sondern allein vom wahren Platonismus, und
Photius hat auch die Bemerkung über diejenigen, 6001 TOÙg
dvdpag eig diagwviav ¿ornoav (p. 171? 38) bis auf Ammonius
bereits antizipiert, aus dem Folgenden wie sich sogleich zeigen
wird. In diesem wesentlichen Punkte ist also auf Photius tatsächlich kein Verlass; dagegen darin dass Hierokles bereits im
Eingang seines Werkes von seinem platonisch(-aristotelisch Jen
Standpunkt sowie von der wahren und falschen Auffassung Platos
mit ziemlicher Ausfihrlichkeit, wie es das erste Exzerpt (p. 460°
erkennen lässt, geredet hatte, darin stimmen
Referat und Exzerpte des Photius vollständig miteinander überein, obwohl andererseits derartige Dinge durch die Inhaltsangabe
des 1. Buches direkt ausgeschlossen scheinen. Hier liegt in der
Tat eine grosse Schwierigkeit vor, der Widerspruch scheint einst23—461% 23)
weilen unlösbar; indessen folgt daraus zunächst noch nicht, dass
eins von beiden, die Inhaltsangabe oder die Beziehung des Exzerptes nebst dem entsprechenden Stück des Referates auf das
1. Buch notwendig falsch sein müsse, es kann vielleicht auch
eine andere Bewandtnis damit haben, so dass beides richtig ist.
Stand aber einiges, was inhaltlich bereits in den Kreis der
späteren Bücher fällt, auch schon im 1, Buche, so dürfte auch
manches andere an dem Referate des cod. 214 allmählich verständlicher werden.
Das nächste Exzerpt hebt an (p. 461% 24): Ot moAkoi
tüv Gnd Thárwvog Kai Tv dnd ’Apiorotélous GUYKpoverv
dAANAoıg TOUS DEWV didacKdAoUG Katà Ta Kaipia, Pol, THY
doyuárwv omoudñv Kal perétnv eldevnvoxótes . . Wo Kal tà
cuyypdupota Tv oikeiwv vosedoai didadkódwv eig TO HAAAOV
émbeizar TOUS Gvopas GAAAOIg uayxouévous,
dem habe erst
Ammonius (6 Geodidaxtog) ein Ende gemacht, indem er eîde
KoAWG Ta ÉKATÉPOU Kal cuvijrarev eig Eva Kai TOV aAUTÓV VOÜV
Kal äoTaoiautov Tv pidocopiav TapadédwKe TÄCL Toig AUTO
Das passt wiederum
yvwpiuois kai Toig ÉEñs amd TOUTwv.
vorzüglich zu dem vorhergehenden Excerpt; erst war von dem
Platonismus die Rede und seiner richtigen Auffassung gegentiber
Nicht-Platonikern und Pseudo-Platonikern, dann von dem Verhältniss zwischen Plato und Aristoteles und den falschen Auf- —
fassungen hiertiber bei Platonikern und Aristotelikern
bis auf
Pagina 10
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)grundlegenden
Nachweis
ihrer
183
Uebereinstimmung
Ammonius und die Ansichten seiner Nachfolger.
durch
Vergleicht man
jetzt damit das Referat des Photius, so wird schon wieder einiges
klarer:
Wenn
er gleich im Anschluss an
die émayyelta Tg
Tapovong OKewews sagt (p. 171° 38), 6001 de TOÙg dvdpac eig
diapwviav Eotnoav, TOÚTOUG Es TH udhiota remiaviñodal te
Ts THY AvdpWv npolédews Kal TOD dindodg Exrredeiv àmoTeliveran, so ist das an sich nicht unrichtig,
Hierokles auch
über den
denn tatsächlich hatte
angeblichen Dissensus zwischen Plato
und Aristoteles gehandelt; und auch was er im Anschluss daran
weiter
berichtet,
die irrige Annahme einer diapwvia zwischen
beiden habe sich behauptet (p. 172* 3), uéxpis Stou ñ ’Aupwviou
cogía dıekauwev, Sv Kai Beodidaxtov émkareîodai ÜUVE TOOTOV
yap .. OUUpwvov Ev Toic èmkaiporg TE Kal ÁVAYFKOLOTÁTOLE
TOV doyuatwv Tihárwvós te Kai Apiorotélous
tiv
Aanopivan (folgt tata did tis Ypapñs KTÀ. 8. 0.),
sich mit dem Exzerpt durchaus überein.
Yyvwunv
stimmt an
Nur ist dabei, wie wir
jetzt sehen, ein sehr wesentlicher Punkt vollständig übergangen,
dass nämlich Hierokles diese ganze Frage doch
erst nach Feststellung des echten Platonismus behandelt hatte, während Photius’
Bericht den Anschein erweckt, als sei die Darstellung der Lehre
des Plato und Aristoteles zusammen von Anfang an die eigentliche Absicht des Hierokles gewesen.
Indem er das alles mit
der émayyehia des Hierokles wie er sie wiedergibt (ouvantetv
yap BovAetar ToÙg Avdpas KT.) verbindet und als direkte Ausführung derselben hinstellt, hat er von vorneherein Inhalt und
durch die
Antizipation des Aristoteles den Plan des Ganzen formell und
dadurch auch sachlich dahin verschoben, dass nach ihm die Erörterung des Verhältnisses zwischen Plato und Aristoteles als
die Hauptsache erscheint, während Hierokles in Wirklichkeit
Tendenz des Werkes in falsche Beleuchtung gerückt,
diesen Punkt erst im weiteren Zusammenhang der geschichtlichen
Betrachtung der platonischen Lehre behandelt hatte, wie das ja
auch aus dem Inhaltsverzeichnis hervorgeht.
Das Referat des
Photius ist damit als gänzlich irreführend erkannt und würde
unter anderen Umständen aus
der Untersuchung völlig ausscheiden müssen, wenn wir seiner nicht dennoch zur Ergänzung
der Exzerpte notwendig bedürften. Auf der anderen Seite wird
nun aber das 1. Buch des Hierokles selbst immer rätselhafter;
was Hierokles da sagt nach dem eben besprochenen Exzerpt,
geht doch eigentlich das 1. Buch wiederum nichts an, sondern
Pagina 11
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gehört effektiv zum Inbalt des 6. und 7. Buches, berührt sich
sogar im Ausdruck mehrfach mit dem Inhaltsverzeichnis dieser
Bücher (s. u.). Aber was noch auffallender ist, dieselben Dinge,
die nach diesen beiden ersten Exzerpten im Anfang des Werkes’
standen, dagegen nach dem Inhaltsverzeichnis im 1. Buche nicht
gestanden haben können, kehren im Ganzen so auch im Referat
wieder, obwohl dasselbe von Photius in wesentlichen Punkten
Wie soll man sich das erklären? Es bleibt
verpfuscht ist.
allmählich kaum etwas anderes übrig als zu schliessen:
wenn
diese Exzerpte nebst dem entsprechenden Referat sich wirklich
auf das 1. Buch beziehen, dann war auch im 1. Buche keineswegs ausschliesslich von der eigenen Ansicht des Hierokles trepì
tpovoiag, wie es nach dem Inhaltsverzeichnis scheint, die Rede;
sondern auch noch von andern Dingen, und zwar von solchen,
die gerade auch den Inhalt der übrigen Bücher seines Werkes
betrafen. Das stimmt zwar zu frühern Beobachtungen, aber wie
man sich das 1. Buch darnach nun eigentlich vorstellen soll, is!
Sollten etwa die Exzerpti
auch jetzt noch schwer zu sagen.
dennoch dem 1. Buche fremd sein, so müsste man nicht nu
annehmen, dass das Referat ganz frei gemacht, sondern auch das!
die Reihenfolge der Exzerpte willkürlich oder gestört sei. Di
Entscheidung wird davon abhängen, wie sich die verschiedene:
Berichte weiterhin zueinander verhalten; es wird dann auf diese
eben besprochene Stück hernach noch einmal zurückzukommen sein
Von den darauf folgenden Exzerpten (über p. 461° 1 s. u.
deckt sich nun p. 461% 6 sogar im Wortlaut grösstenteils mi
der entsprechenden Fortsetzung des
Referates p. 172* 22,
s
dass hier über die gegenseitigen Beziehungen ein Zweifel nich
wohl mehr möglich ist; man vergleiche:
Exzerpt c. 251 p.461*
6 611
dnnioupyöv Beóv, pnot, mpoùgiotnoly 6 TTAatwv EpeotWta
néons Eupavoüg TE Kal dqpavoüg dIaKooundewg
éx undevög
TTPOÜTTOKEINETO
214 p. 172° 2
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Referat c.
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Pagina 12
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)OuvioTtacbal
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cival Kal pédo Kal TeAeutoia'
Wy TA péev TPWTA:
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Pagina 13
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Elter
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TV TWV ExBalvovTwWy KATO TOV
THS mpovoiag Beouòv diKaOTIfitig Tv ExBaıvövrwv Katà TOV
Ts mpovotag BEOUÔV dikaOTIKh
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GÜTEZOUOIWV Epywv
Koi
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avteZouciwy ÉPYWV EmavopHouuevn tà Kad’ hudc.
ÉTAVOP-
Bouuevnv TA Kad’ hdc.
* Cf p. 1722 14 (im Anschluss an p. 1722 9 tadta did THs Ypapfis
6 ‘IpoxAgéoug Abryog ... d&vtaywviZerar
de
mpôc
toc EoTOVdaKdTAC:
tàvavtia, “Enixoupelouc TE qu Kal Zrwikodc, Kal 6001 Tlldrwva
brodvovtar Kai "ApiototéAny,
otk dpOW>
pév
de Ta Exelvwv elonyodvror
s. 0.): Kal pv Goouc 6 Tic yeveBAañoyias dvnptioato mévoc, br ehéy-.
xwv dyer opadepav adri Thv Tepl TAG einapnevng Embeikvoc dózav: kai:
Todc unyavaîg Tiolv À vonteloic THY mpovorav TWV Óvrwv ÄTTOOKEVALEIV
ToAu®vrac Tais ôpoiais Tv Adywv ÚroBdider Bacdvoic. Kal KkaB6kou
pavar mpèc Tac UToAHWeIc Evioraroı rágac, Soar Tv Belav oùk eivai
mpévoiav, À elvar pév pavinv de ToÙg Auadeotepous meldoucı vopizetv.
Die Uebereinstimmung
ist
diesmal
gleich auch höchst bezeichnend.
vollständig,
aber
zu-
Denn was Photius hier in
cod. 214 p. 172? 22 gibt, ist schon überhaupt kein allgemeines
Referat mehr, wie er es anfänglich nach p. 172*9 wohl zu
geben beabsichtigt, sondern eine direkte Paraphrase des Textes;
' die Vergleichung beider Fassungen ist sogar sehr instruktiv für
die Arbeitsweise des Photius, aber dafür gibt es ja in der
Bibliothek auch sonst Beispiele genug, so dass hier darauf nicht
eingegangen zu werden braucht (man vgl. z. B. ausser Wortstellung u. a. für die Wortwahl mit œuoewc] ovowoews
p. 143° 10. 188° 31).
Nur
soviel
sei
zum Texte
vorab
Pagina 14
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)merkt,
dass nach Ausweis des Referates
gaben
als
behandelte
zusammenhängend
das in unseren Ausmehrere
in
Exzerpt
Stücke zu zerlegen und z. T. daraus zu ergänzen ist.
So ist die
Fortsetzung des Exzerptes bei où yap Tv Tv Yevehkıaköywv
üvemAöyıotov Gvéyknv ohne das im Referat vorangehende
unverständlich, und selbst der Satz ermangelt eines Verbums,
Zwar ist dort in dem betr.
von dem die Akkusative abhängen.
Passus oùk AAAnv vonileıv aútov eiuapuévnv GAN’ fiv ’ApiototéNer Kal TTAarwvı vouileıv didwor der Aristoteles unzweifelhaft
wieder von Photius eingeschoben, : wie schon die ungeschickte
Form verrät,
denn vorher ist nur von
Plato die Rede.
Was
aber das im Exzerpt fehlende Verbum betrifft, so ist es schwerlich
richtig mit Needham nach
äväayknv
einzusetzen,
denn
dem Referat
das
sagt
mpodietaı hinter
Photius von Hierokles,
während im Exzerpt Hierokles von sich nur in der ersten Person
Indessen das ist nur scheinbar so und die
sprechen könnte.
Schuld an der Unklarheit trägt wieder Photius.
Schon gleich
im allerersten Satze ist die Umwandlung der Worte des Hierokles
dnmoupydv 8edv mpoüpiornoiv 6 TTAdrwv in Kai kara TTAatwva
Bedv AUTO mpoüpiornoiv fh oxéyig wieder irreführend; nach
dem Referat des Photius sollte man meinen,
Hierokles beginne
platonischen
Wesensbestimmung
seine
Darstellung
mit
dieser
Gottes, während Hierokles mit derselben Wendung TPOÜPIOTNOLV
6
TTAGTwv
von
sprochen hatte.
Photius
dem
Ausgangpunkt
Platos
ge-
Ebenso ist das folgende dpxeiv yap KTA. bei
auf Hierokles
selbst natürlich
prinzipiellen
zu beziehen,
von Plato
während
es bei Hierokles
zu verstehen ist;
so entsteht durch
die veränderte Projektion ein falsches Bild,
das durch
das von
Photius hinterher hinzugefügte ug Av eimor TTAGTWV eher noch
verstärkt als abgeschwächt
wird. Dasselbe ist nun auch beim
Satz ov yap Thv Tv yreve8Madóywv kTA. der Fall; Photius sagt
mpooieraı und meint damit Hierokles, Hierokles aber spricht
hier überhaupt nicht von sich, sondern von Plato und von dessen
Auffassung der eiuapuévn, also stand auch im Exzerpt nicht die
erste,
sondern die dritte Person, jedoch mit Plato als Subjekt.
Im iibrigen handelt es sich nicht um eine breite Ausfübrung,
sondern um eine kurze Begriffsbestimmung; Hierokles hatte
einfach von Plato geschrieben: où Yap Tv TWV YevedMaXoywy
ávembdóyiorov avayKnv <pnoi, oùdè Tv ZTwiknv Biav ovdé . .
AAG KTÀ. — noi ist das übliche Wort für solche Angaben und
weil er es irrtiimlicherder Schreiber hat es nur ausgelassen,
Pagina 15
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Elter
weise parenthetisch auffasste.
Indem nun aber Photius das auf
Hierokles’ eigenen Standpunkt überträgt,
verdirbt
er
den Sinn
und verwässert mit seinem oùd' ÖAwg mpocietar — éxelvnv dé
(kadlug Épnuev) mpegBever, fiv of nepi TTAGTwva BovAovraı
obendrein die präzise Formulierung der Stelle. Wenn er dabei
auch noch ein ka@ùwg äpnuev einschaltet, ohne indessen bei,
dieser scheinbaren Rekapitulation
am
ferneren Wortlaut
etwas:
zu ändern, .so hat er damit nur auf eine frühere Bemerkung.
seines eigenen Referates Bezug nehmen wollen, die zwar
in der
Form sich mit unserer Stelle mehrfach berührt, jedoch wie man
nun sieht, zur Ergänzung des vorliegenden Fragmentes nicht verwendet werden -darf, sondern eher als die Fortsetzung des.
ersten der Exzerpte (s. 0.) anzusehen ist. Dort führte Hierokles
die Polemik (gegen Epikureer, Stoiker usw.) im eigenen Namen,
hier stellt er in aller Kürze der richtigen Auffassung der platonischen eiuapuévn die falschen Ansichten gegenüber; das hat
dann Photius, wie es bei Referaten so zu gehen pflegt, glücklich
kontaminiert und dabei dem Hierokles zugeschrieben, was dieser
von Plato gesagt hatte.
Aber, um nach dieser Vorbemerkung auf die Hauptsache
zu kommen, was ist das nun für ein Exzerpt, das Photius diesmal Satz fiir Satz in sein Referat tibernehmen konnte,
und in
welchen Zusammenhang gehört das? Wenn es nach den Eingangsworten
des Referates (kai kata TTAdrwva Bedv avr Tpoü-
Piomnow h OKéwic) scheinen konnte, dass das an der Spitze der
Darlegung des eigenen Standpunktes, also laut dem Inhaltsverzeichnis im Anfang des 1. Buches gestanden habe, so würde man
nach dem rpoüpiotnoıv 6 TTAGTWV, wie es bei Hierokles selbst
heisst, weit eher geneigt sein es auf den
zu beziehen,
wenn es nicht eben ein
Anfang des 2. Buches
so apartes Exzerpt wäre
für dessen Stellung aus dem ersten Satz allein nichts Sichere:
zu schliessen ist. Vielmehr beweist die Reihenfolge der Exzerpte
wie auch der Platz des betr. Stückes im Referate, dass Hieroklet
auch nach den früheren
bistorisch-kritischen Bemerkungen au
Plato selbst zurückgekommen
war.
War das,
wie man docl
wohl weiter annehmen möchte, noch im 1. Buche geschehen, st
erhebt sich freilich gleich wieder die Schwierigkeit, diese Ding:
dort unterzubringen
und
die Exzerpte
iibrigen. Bücher zu vereinigen.
mit der Disposition
de
Die indirekte Rede (Apkeiv yd,
KT.) könnte auf den Gedanken bringen, dass man es beiderseit
mit einem Referat zu tun habe.
Aber wenn es so auch unte
Pagina 16
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)den Exzerpten
steht,
so
muss
189
daraus gefolgert
diese Fassung bereits von Hierokles herrübrt,
also an
dieser Stelle
über Platos
summarisch
referiert hatte.
Darstellung
des Hierokles
mehr einem Raisonnement
Ansicht,
Ueberhaupt
hier
ziemlich
werden,
dass
Hierokles selbst
und
zwar ziemlich
zeigt
sich,
knapp
gehalten
über seinen Gegenstand
dass
die
war,
ähnlich
als
einer ausführlichen Erörterung, wie wir sie für die wohldisponierten
Teile
vom
2. bis
7. Buche
annehmen
miissen;
denn dass
er
etwa im 2. Buche, das der Entwicklung der platonischen Lehre
gewidmet war,
in
dieser
skizzenhaften Weise
handelt haben sollte, ist nicht wahrscheinlich.
über Plato
ge-
Es ist eben eine
besondere Art der Darstellung, und allen Voraussetzungen nach
gehört auch dieses Exzerpt wie die vorhergehenden ins 1. Buch
— ‚wenn dieser Annahme nur nicht immer wieder die Inhaltsangabe im Wege stinde.
nicht alles scheitern;
Schwierigkeit
hinausläuft,
1. Buche noch eine
ist
Aber daran
wenn
das
dann
des Photius
sich Stück
laufender Anordnung,
hintereinander,
muss
es
auf diese
zuletzt
mit
doch
selbe
diesem
ganz besondere Bewandtnis haben. Oder
es nicht im höchsten Grade
Referat
kann schliesslich
regelmässig
weil
mit
merkwürdig,
um Stück,
diesen Exzerpten
sie am Anfang
1. Buches entnommen
scheinen?
berührt,
stehen,
Wie kommt
Hierokles hier (denn dass er selbst es ist,
dass das ganze
in ziemlich gleichdem
die
Anfang
es ferner,
alle
des
dass
folgt aus der durchgängigen Uebereinstimmung von Referat und Exzerpten) sich so
ganz anders gibt als nach der wohlgeordneten Disposition seines
Werkes anzunehmen wäre?
weniger
selbst
Woher diese mehr summarische und
streng
fast
disponierte Behandlungsweise, die stellenweise
kaum mehr als ein Referat ist, so dass Photius
grössere Partien daraus z. T. wörtlich in seinen Bericht herübernehmen konnte?
Dafür gibt es nachgerade nur eine Erklärung
mehr, nämlich die,
dass Hierokles selbst im 1. Buche,
einer Widmung
Olympiodor begann und mit Trostsprüchen
an
das mit
für ihn schloss und auch in der übrigen Darstellung sich direkt
an
seine
Person wendete,
sich keineswegs, wie das InhaltsVortrag seiner eigenen Ansicht
den
auf
verzeichnis behauptet,
beschränkte, sondern zugleich von Anfang an eine Uebersicht
des Inhalts der folgenden
hatte;
sechs Bücher seines Werkes gegeben
und dass demnach Photius sein Referat
überhaupt nicht
nach dem ganzen Werke zusammengestellt, sondern einfach nach
diesem Stücke des 1. Buches gemacht und teilweise wörtlich
Pagina 17
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Elter
daraus exzerpiert hat, was er um so eher tun konnte, als Hierokles.
offenbar selbst damit nichts anderes bezweckt hatte, als den Olym-:
piodor und seine sonstigen Leser durch eine Art Vorrede über
Inhalt und Absicht seines Werkes zu orientieren.
Dieser Lösung
der immer wieder hervorgetretenen Schwierigkeit scheint einzig.
die klare Inhaltsangabe des 1. Buches zu widersprechen, aber
wenn zuletzt nur das allein nicht miteinander stimmen will, so:
muss das auch nicht notwendig am Referat oder den Exzerpten
liegen, sondern es könnte auch am Inhaltsverzeichnis etwas nicht
in Ordnung sein, oder am Ende sich anders verhalten, als es uns
einstweilen erscheint — vielleicht dass sich hernach auch dafür
noch eine Erklärung findet.
Während die Exzerpte aus dem 1. Buche noch weiter gehen,
bricht Photius
sein
Referat
ziemlich jah und unwirsch. ab
(p. 172° 19): AAAd yap tadta pèv Eorıv ideiv TH TOD dvdpòg
¿upepóneva vpaupoti. 6 mieloros Y aurW Kai ueyag dylv ñ
Tv Avdpwrivwv wuxWv &otı mpofiotà Kal HETEVOWHÄTWONG,
Tov pev ee Ghóywv Zuwyv À cis dioya perayiouòv ovk Ava.
dexönevog, Tv de ¿E dvepwrwv eig GvOpumOUS petaBodty
onoudaokoyoüuevos, worüber er sich dann noch des längern
ereifert. Auch das erweckt den Eindruck, als ob Photius dieses
Urteil durch eingehende Lektüre gewonnen habe, bezieht sich
aber offenbar auch wieder nur auf eine Stelle des 1. Buches.
aus der das dem zuletzt besprochenen vorangehende (oben über:
no‘
gangene) Exzerpt (p. 461° 1) entnommen ist: STI Thhatwvd
dvOpwrt:
tag
Needham)
falsch
(sc. boëdteiv s. u., Kara ITAdtwva
vag yuydg HETEVOWUATODCHAL, kai TAÚTOG oby TAG, EZ dvOpwrw
dé pdvov eig dvOpwrroug® EE dAöywv dE ZW eig AVOPWTIOUG però:
Bact Y eig GAoya dE dvOpwnwyv oÙdauòg aùtév por dozálen
(was diesmal mehr in der Form eines Resumés gegeben ist wit
öfters in den Exzerpten).
Wie man sieht, ist der Bericht dei
Photius auch da wieder ungenau, indem er auch hier den Hierokle:
das als eigene Meinung vortragen lässt, während nach den
Exzerpte Hierokles das als die Lebre Platos gegeben hatte
wobei es ja wohl glaublich ist,
dass Hierokles diesen Punk
seines Programms mit besonderer Emphase behandelt hatte. De
Zusammenhang, in dem das bei Hierokles stand, ist nicht ganz klar
vorher geht das Exzerpt STI moAdoi tv dmò TIhárwvoc Ko
tov dò "Apiototéhouc Ouyxpoverv AdAANAoıg TOUS GpÜv dida
oxádoug KTA., es folgt darauf das Exzerpt dti dnnioupyöv Beó
mpovpiotnow 6 TIAdtwv
danach
ist wenigstens so vi
Pagina 18
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)deutlich, dass Hierokles
in dieser vorläufigen Uebersicht seines
Werkes sich keineswegs streng an die systematische Disposition
derselben gehalten, sondern in freier Darstellung sich über Inhalt
und Plan ausgesprochen und hier
im Gegensatz zu der späteren
ausführlichen Erörterung zu Anfang mehr die historischen,
hernach mehr die
das
prinzipiellen Fragen
berührt hatte.
Auch
obige Exzerpt wird
an seiner richtigen Stelle stehen.
Die geänderte
der
Photius
kann
Reihenfolge
man
kaum
als
Behandlung
eine Differenz
im
Referat
gegen
des
die Anordnung der
Exzerpte
bezeichnen.
Referate,
wie die damit parallel laufenden Exzerpte zeigen,
ganzen
genau an
halten hatte,
Nachdem Photius
sich
die Darstellung im Anfang
blieb
bisher in
des
seinem
im
1. Buches gees ihm unbenommen, sich zum Schluss über
diese Frage der npoßıorn Kai UETEVOWUATWOIS, die ihn besonders
interessierte, noch etwas spezieller auszulassen.
Es folgt dann auf das Referat noch das oben mitgeteilte
Inhaltsverzeichnis für die 7 Bücher, von denen das 1. unmöglich
richtig
oder
erschöpfend
beschrieben
sein kann,
wenn
anders
unsere bisherigen Beobachtungen über die Herkunft des Referates
und
den Anfang
der Exzerpte
richtig sind.
Natürlich
ist es
nicht direkt falsch, wenn Photius sagt, es sei bestimmt gewesen
eig Exdecıv Wy aùtòg Ep’ EauTW Cuveyupvaoatd TE Kai dIEOKEwato, aber Hierokles hatte
hier doch keineswegs nur
eine rein
dogmatische Darstellung seiner Ansicht gegeben im Gegensatz zu
der historisch-kritischen Behandlung in den folgenden 6 Büchern,
sondern
das 1. Buch enthielt,
Skizze des ganzen Werkes,
Standpunkt und Methode
wenigstens zu Anfang,
auch eine
insofern als hier Inhalt und Zweck,
im Zusammenhang für
sich,
ohne die
feste Disposition der nachherigen Erörterung gegeben war.
Das
muss also neben dem eigentlichen im Verzeichnis registrierten
Inhalt ein besonderer Teil des 1. Buches für sich gewesen sein.
Andererseits
verlangt
auch die
Inhaltsangabe
des
1.
Buches
selbst, durch die Photius, wenn unsere Vermutungen richtig sind,
sich mit sich
er
das
nicht
selbst in Widerspruch setzt,
Verzeichnis
einmal?
Die
selbst
aufgesetzt,
Entscheidung
eine Erklärung;
oder vielleicht
dieser
auch
Frage nach
hat
das
Ursprung
und Stellung des Inhaltsverzeichnisses wird ermöglicht durch den
Umstand,
dass wir,
wie
bereits früher
ausführlicheren Inhaltsangabe
des
berührt,
in
6. und 7. Buches
der etwas
eine
neue
Parallele zu einem Stück des Referates sowohl wie der Exzerpte
besitzen.
Diese
eigentümliche Uebereinstimmung wird
auf der
Pagina 19
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Elter
einen Seite die Probe darauf liefern müssen, ob unsere bisherigen Aufstellungen über einen besondern einleitenden Teil des
1. Buches standhalten, und auf der andern Seite auch fiir
Herkunft und Bedeutung des Inhaltsverzeichnisses die gesuchte
Aufklärung bringen.
Wir müssen, da jetzt mehr darauf ankommi
als bei der früheren Besprechung, die in Frage kommende‘
Stellen nunmehr zum Vergleich vollständig hersetzen:
1. Das Exzerpt lautet (p. 461% 24): 6m moAAoi TÜV am
Thátwvog Kai TWv dirò "Apıototekoug OUYKpoUELv dor
rodc opÜv didaokdAoug KATA TÁ Kaipia, noi, TÜV doyuarw'
orrovdhv koi pehéTnv eldevnvoxöteg uéypi TOUTOU pihovenios
koi töAung fhacav, We Kal TÁ cuyypdppota TÜV oixeiw
vobeüdoi didacKdAWV cic TO paAhov emideT~ar ToÙg dvdpa
GAAHAOIg uayxopévoug. Kal biéueive TOÙTO TO mABOg Tai
prhoodgoig diatpiBaîg Evarfyav Ewe "Aupwviou TOD "Ahezon
dpews TOU BEoddaKTOUV’ OUTOS yap TIPWTOG évBovordoag mpd
TO Tig pnocogiac AAndıvöv Kai Tag THY TOAAWY DÓZAG ÚTTEPIDW
TAG Öveıdog pidocopía npootpıßonevas elde «adi TA ÉKOTÉPO
Koi guvijrarev eig Eva Kai Tov adróv voDv, Kal doTadiacTOV TH
quiocogpiav mapodébure TOI Toîs adTod yvwpipoisg, HÉMOT
de roîg dpiotor THY
aùrd ouyrerovérwv,
TTAwrivw Kt
’Npıyevaı Kai toîg éEñs dmò TOUTWV.
2. Das Referat (p. 172* 2): koi moddv Tog Eurpoodk
(sc. $001 TMidtwva Kai “ApiototéAn eig diapwviav EoTnoa'
orfoaı xopóv, péxpic Stou fl Auuwviou copia biélauyev, è
Kal Geodidoxrov émikadeiobar Úuvel: TOUTOV yap tag TÚ
Tokay AvdpWwv diaxa@dpavta défag Kal TOÙg ÉxoTépwO
àvaquouévoug àmockevagduevov Añpoug oÙupwvov Ev TO
émixaipoig Te Kal dvayKaoTdtoig TV doyuarwv TTAdTWwVOG
Kai ApioTotéNoug thy Yvüunv aropñvo.
3. Das Inhaltsverzeichnis (p. 173° 18): 6 de ¢ Toùg pe
Thiárwvo rávtac, attov "ApıototeAnv kopupoiov XaBwy, Mate
*Auuwviou tod ”AheZavdpéws, of TÜV yvwpiuwy ol emia)
orator TTAwrivög te Kai ‘Qpryévns, Toùs oùv peta TTAGTW
uéypi THY elpnuevwv dvdpWv, Scoig eri copia yérovev Óvo,
Mreîv, TOÚTOUG ünavrag Ópodozeiv tH TTAGTWVOS KatacKeud.
Kpioet, Kai 6001 duotäv Tis Öuodokiag TIAarwva Kal "Apra:
TéAnv Emexeipnoav, TÜV pavrwv TE Kai Artorporaiwv TIOr
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Pagina 20
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Aöyog . . "Auuwviou tiv
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Tov ’Apiotwvog.
Omoudnv
dvarauBdver
6 dè
TZ’
x. T. éperñs
(s. 0.).
Inhaltlich bezieht sich das
der Schlues
des Exzerptes
alles unzweifelhaft auf das 6.,
wohl auch
noch
auf das
7. Buch.
Auch fehlt es nicht an wörtlichen Uebereinstimmungen zwischen
Exzerpt und Referat einerseits (6v kai Bcodidaxtov émikakeîoüat
üuvei kann
im Text
sich
des
nur auf die
Exzerptes
erste Erwähnung
beziehen),
wie
des Ammonius
zwischen
Exzerpt
Inhaltsverzeichnis andererseits
(vodeüoaı —- Ouykpoveiv);
diakabdpavta
kehrt in
des
7. Buches wieder.
Referates
der
Inhaltsangabe
und
auch
des
Wer jedoch daraus den Schluss ziehen wollte,
dass das Exzerpt selbst dem 6. Buche angehöre (nicht dem 1.),'
würde, so nahe es zu liegen scheint,
der Reihenfolge der
behauptet werden.
Eine Störung
darf nicht so leicht
Aber sieht man nur etwas genauer zu, so ist
ohne weiteres einleuchtend,
dem 6. Buche
sehr irren.
Exzerpte bei Photius
dass jenes Exzerpt gar nicht aus
stammen kann;
nicht
Inhalt des 7. Buches hinübergreift,
nur weil
es z. T. in den
sondern weil
es statt einer
detaillierten Darstellung, wie sie dort gegeben war, selbst nichts
anderes enthält als
eine Inhaltsangabe,
ist wie die des Inhaltsverzeichnisses.
die genau
so allgemein
Es ist selbst nichts weiter
als ein Referat, nur von Hierokles selbst, über das dann Photius
wieder in seiner Weise referiert.
Und solches im 1. Buche zu
finden, werden wir uns jetzt nicht mehr im geringsten wundern,
nachdem wir erkannt haben,
dass
es mit allen übrigen bisher
besprochenen Exzerpten und Referaten sich genau ebenso verhält.
Der
Schluss
also,
raisonnierende
dass
Hierokles
Inhalts
im
seines
1.
Buche
eine
Werkes
gegeben, wird auch durch dieses Stück vollauf bestätigt.
Exzerpt
das
des
selbst
ganzen
sowohl wie
Uebersicht
entsprechende Referat stehen
durchaus an der
ihnen nach der ganzen Anlage der beiden Codices zukommenden
Stelle und zwar des 1. Buches. Nur die Inhaltsangabe dieses
Buches widerstreitet dem immer noch, da sie von jener Uebersicht nichts sagt, sondern etwas nennt was davon grundver-
Was war
schieden, also wohl auch davon zu trennen ist.
Buches?
1.
dieses
Inhalt
der
eigentlich
aber
nun
denn
Von den Exzerpten des cod. 251, die ohne Ueberschrift
im Anfang stehen vor jenen éx tod B' Adyou (p. 460—463), ist
es nicht viel mehr als das erste Drittel, mit dem sich das
Khein, Mus. f. Philol. N. F, LXV.
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Referat des cod. 241 in Parallele stellen lässt.
Alles Folgen
(p. 461° 32 ff.) steht für sich und ist in der Tat der Au
einandersetzung der eigenen Ansicht des Hierokles über die V«
sehung gewidmet und, soweit sich nach dem Erhaltenen urteil
lässt, nicht weiter mit polemischen Erörterungen durchsetzt ;
wesen; die ältern Herausgeber überschreiben die einzelnen A
schnitte wie folgt: Tic h mpovora Kai TÓZiG — Óti avTEZOUTIC
dyer à wuxt Tac Kıvndeıg, usw., ebenso genau aber passt dar!
was Photius als Inhalt des 1. Aöyog angibt: koi 6 pév a’
ékbeoiv dıiarumodtarn Wy autos Ep’ Eautd mepi mpovoiag:
ding Kal Tig Kar’ dziav TÜV épyuwv cig Mudg korioúc
Kpigews Ouveyuuvacaro te Kal dIEOKÉYATO, wenn auch
Exzerpte das nicht alles im einzelnen zu verfolgen gestati
Damit ist nun aber auch die Sache vollständig klargele
Exzerpte nebst Referat und Inhaltsverzeichnis widersprec
einander nicht, sondern ergänzen sich gegenseitig; was.
Inhaltsverzeichnis als Inhalt des 1. Buches angegeben ist, st
auch wirklich da, wie die Exzerpte zeigen, nur ging noch et
vorher, was Photius zwar in seinem Referat berücksichtigt, d
aber im Inhaltsverzeichnis nicht mehr mitauffübrt. Zu Ani
des Ganzen hatte Hierokles eine Uebersicht über Inhalt |
Plan des Werkes gegeben, und zwar ehe er sich den einzel
Aöyoı zuwandte, und Photius hat für seinen Bericht überh:
nicht die ganze Schrift, nicht einmal das 1. Buch ganz gele
sondern sich mit einem Auszug aus dem Anfangsstück desse
begnügt und begnügen können, weil Hierokles es ihm selbs
bequem gemacht hatte, indem er selbst diese summarische Ue
sicht vorausschickte. Warum aber steht von dieser Ueber:
nichts im Inhaltsverzeichnis? Auch diese Frage findet ,
endlich ihre einfache Erklärung. Das Inhaltsverzeichnis setz
ein, wo das Exposé über den Plan des Werkes und damit
das Referat des Photius endigt, es ist also auch nur für di
Teil bestimmt gewesen, und was wir bisher immer als ‘1. E
angesehen und bezeichnet haben, zerfiel in Wirklichkeit in
verschiedene Teile, eine ausserhalb der Aöyoı stehende
gemeine Einleitung und den eigentlichen a \byog —
Wunder, dass es solche Schwierigkeit machte, das Referat
die zugehörigen Exzerpte unterzubringen, so lange wir
Unterschied und die aparte Stellung des Anfangs nicht er]
hatten.
Das Inhaltsverzeichnis ist also durchaus richtig aı
Stelle wo es bei Photius steht, hinter der Einleitung, als U
Pagina 22
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)sicht der nun folgenden 7 Aöyoı,
nicht aber als Uebersicht zum
ganzen oder vor dem ganzen Werke
Einleitung
195
und Inhaltsverzeichnis
gedacht.
des
Referat über die
eigentlichen Werkes gehören so zusammen und zwar
das eine als
die Fortsetzung des
andern.
Wenn
Widerspruch
nicht
scheint,
den sein
erst Inbalt
Photius
und
Einteilung
dass
zu
bemerken
Bericht notwendig erwecken muss,
indem er
Absicht des Werkes
den Worten émtà
die
den
beschreibt und
dann mit
de Adyor aúrod Emmepilovran Tv OTrovdhv
eben
desselben Werkes
eine Einleitung voraufging,
fleissig ausschrieb,
die
angibt
ohne
zu sagen,
er bei seinem Referat so
so ist ihm selbst das
kaum mehr als eine
Ungenauigkeit anzurechnen, da nur die 7 Adyou für sich gezählt,
die Einleitung nicht als besonderer Aöyog mitgezählt war.
wenn er
erst
die Einleitung
verzeichnis der 7 Adyot
zugehen
und
dabei
Referates mit diesem
Und
und dann
das Inhaltsgibt ohne auf diese selbst
weiter eindie
kompiliert
handgreiflichen
Inhaltsverzeichnis
Widersprüche
übersieht,
so
ist
seines
klar,
dass er auch das Inhaltsverzeichnis nicht selbst gefertigt, sondern
vorgefunden und da abgeschrieben hat wo er es gefunden, d. h.
also am Schlusse der Einleitung des Hierokles: Hierokles selbst
hatte seine Einleitung mit einer Inhaltsangabe
schlossen und Photius hat sie hinter seinem
des
Hierokles
Photius hat
extrahierten Referat
für
der 7 Aóyo1 beaus
der Einleitung
einfach mit
abgeschrieben;
sein Referat überhaupt nur
die Einleitung gelesen.
Und damit wird nun auch noch ein Anderes verständlich.
Trifft
die Inhaltsangabe des 1. Aöyog,
sagen
werden,
zu,
so
stand
wie
natürlich
wir jetzt
auch
die
a’ Aöyog nicht gleich hinter dem Titel, sondern
Einleitung und
dem Inhaltsverzeichnis.
richtiger
Ueberschrift
erst hinter der
Wenn also
in den Exzerpten bei Photius das &k tod a Adyou vor dem ersten Exzerpt
zu feblen schien, so ist in Wahrheit an dieser Stelle gar nichte
ausgefallen,
sondern diese Ueberschrift hatte,
vor p. 461° 32 gestanden
kassiert worden,
zu
haben
Exzerpte
da
niemand
wenn
überhaupt,
den
Schreibern
ist dort von
weil sie mitten in
schien,
einer
und
den Exzerpten keinen Sinn
wissen
besondern vor den
konnte,
dass die ersten
Aöyoı stehenden
und nicht
mitgezählten Einleitung angehörten — so kommt sukzessive für
alles, selbst solche scheinbare Unregelmässigkeiten die Erklärung
zutage, wenn erst die Hauptsache aufgehellt ist.
‚Somit ist alles in bester Ordnung; hätte sich Photius nur
ein wenig deutlicher ausgedrückt,
hätte er uns diese Mühe
Pagina 23
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Elter
der Untersuchung ersparen können, denn was wir so stückweise .
festgestellt haben, ist im Grunde auch das Natürlichste: das
Werk des Hierokles bestand aus 7 Aöyoı, aber vorauf ging wie
Diese Einleitung
üblich eine für sich stehende Einleitung.
begann mit der Widmung an Olympiodor und bebielt die Briefform bis zum Schlusse bei; es ist nunmehr auch nicht länger
zu bezweifeln, dass die Bemerkung des Photius über Olympiodor:
d di Kai wapapvOntixots Adyoug 6 Ouyypapedg Eni téder TOD
mpwtou fiBliou Trpooevnvoxev sich auf den Schluss dieses
ersten
nämlich,
der Einleitung
Abschnittes,
nicht
des
ersten
Aöyog bezieht, denn hier am Ende der als Brief gedachten EinWenn
leitung ist jene persönliche Aeusserung allein am Platze.
wir dieses mpwrov BiBliou unwillkürlich
mit mpürou Aödyou
gleichsetzten,
so könnte selbst dafür Photius die Verantwortung
von sich ablehnen, da er die 7 Teile des Werkes regelmässig
Aöyoı,
nicht BiBMa nennt;
nur konnten wir ohne Kenntnis des
Originals zunächst nicht ahnen, dass er mit mpwWtou fiBMov nur
den ersten vom Autor nicht mitgezäblten Abschnitt, deren es so
im ganzen acht gewesen, gemeint hatte.
Ausser der Widmung
und Kondolenz an Olympiodor enthielt alsdann diese Einleitungs- _
epistel eine
allgemeine
Darlegung
über
Gegenstand
und Plan
des Werkes, deren Beschluss das Inhaltsverzeichnis der 7 Aöyoı
machte.
Auf diese, wenn auch etwas längere,
abgeschlossene Einleitung
folgte
sodann
die
formell für sich
eigentliche
Darstellung, die im 1. Aöyog zunächst die Entwicklung der eigenen
Ansicht des Hierokles in dogmatischer Form, dann in den übrigen
6 Aöyor die kritischen und historischen Ausführungen dazu brachte.
Natürlich waren
die einzelnen Aöyoı, wie
nach damaliger Sitte bezeichnet hatte,
und gezählt wie es im
sie Hierokles
selbst
ebenso für sich abgeteilt
Inhaltsverzeichnis angegeben ist.
Wenn
aber Photius seine letzten Exzerpte überschreibt èk TOO y Adyou
Kemodaiou dEkGTOU,
so
muss
in
seiner Handschrift auch
das
noch enthalten gewesen sein, nämlich eine Kapiteleinteilung und
dann selbstverständlich auch ein dem Ganzen oder den einzelnen
Aöyoı vorgesetztes Kapitelverzeichnis, das wiederum von Hierokles
selbst herriihrte.
Photius bat in der Bibliothek von solchen Verzeichnissen sehr oft Gebrauch gemacht, in unserem Falle hat er
sich leider mit dem
übrigen
ist
das
Inhaltsverzeichnis
Bild,
das
wir
so
der Adyot
begnügt.
von der Anlage
Im
und Einrichtung der Schrift teepi mpovoiag gewinnen,
so klar und ver.
ständlich,
möchte,
dass
man
hinterher
fast glauben
batt
Pagina 24
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)solcher Umstände nicht bedurft, das festzustellen.
lag keine Veranlassung vor das
Werk
Für Photius
so zu beschreiben,
wenn es einmal wieder verloren gehen könnte;
wir
als
die wir es
nicht mehr selbst besitzen, sind allerdings genötigt, aus den Angaben des Photius seine Form nach Möglichkeit zu rekonstruieren.
Aber die ganze Anlage des Werkes war durchaus die übliche,
nur dass
uns
bei dem
vorwiegenden Interesse
diese Form
nicht
immer
unmittelbar
Einleitungen
und Inhaltsangaben
wöhnliches und Unentbehrliches;
das noch
in den Handschriften
unter den Tisch gefallen,
sind
für
zu
sein
damals
etwas
pflegt.
ganz Geso mänches Inhaltsverzeichnis,
steht,
ist in unseren Ausgaben
weil man nicht bedenkt,
seit alter Zeit zum Text gehört.
den Inhalt
geläufig
dass solches
Auch das hat seine Geschichte
und seine Bedeutung für die Beurteilung der äusseren Fotm der
Literaturwerke.
Es ist
eine der wichtigsten Aufgaben zu beobachten,
wie die Entwicklung
zunächst
durch
allerlei
der Schriftstellerei
Dispositionsvermerke
ausserhalb des Textes dem Leser die Uebersicht
und
wie
dann Abschnitte
gemacht
werden
und Inhaltsverzeichnisse hinzukommen,
führt,
und
|
zu erleichtern,
und Ueberschriften!
die dem flüchtigen Be!
nutzer wiederum oft die Lektiire ersetzen.
näher darauf ein,
dazu
innerhalb
Ich gehe hier nicht
weil diese Fragen zur Geschichte des Buch:
wesens und des Einflusses des Strebens nach Uebersichtlichkeit
auf die literarische Form einmal fiir sich im Zusammenhang behandelt werden miissen.
Wie notwendig es ist,
eines Schriftwerkes zu beachten,
die Oekonomie
hat sich an Hierokles gezeigt.
Parallelbeispiele will ich nicht häufen.
Formell wie auch zeitlich
dürfte ihm am nächsten stehen Theodoret, der seine ‘EAAnvırWv
depamevrikh TraB8nuárwv ebenfalls mit einer längeren podewpia
beginnt,
nur dass hier Widmung u. dgl. fehlt und das Inhaltsverzeichnis der 12 diaXézerg selbst zu einer allgemeinen Inhaltsübersicht erweitert ist, die Ueberschriften der einzelnen diakeZeig
sind entsprechend kürzer gefasst; weitere Analogien bieten (ausser
Olympiodor selbst, p. 56> 25) z. B. Gellius, und viele andere bis
auf Photius selbst, zu dessen Bibliothek die Dedikationsepistel im
cod. Ven. 450, der zugehörige Tivaz im cod. Ven. 451 erhalten ist.
TTpodewpia scheint mir auch für Hierokles die zutreffendste Bezeichnung zu sein für die von Photius selbst nicht deutlich unterschiedene, in seinem Referat dagegen fast ausschliesslich benutzte
und in den Auszügen mitexzerpierte Einleitung zu den 7 Aöyoı nepi
mpovoias,
worin der Autor in
der Form eines Widmungs- und
Pagina 25
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Elter
Trostbriefes an Olympiodor Absicht und Plan seines Werkes nebst |
einer Inhaltsangabe der einzelnen Aöyoı vorgelegt hatte.
Nachdem wir so Schritt für Schritt alles ins reine gebracht,
lässt sich auch das Ergebnis der Untersuchung schnell in Kürze
zusammenfassen. Auf der einen Seite hat sich an einem instruktiven Beispiel gezeigt, wie Photius in den Referaten seiner
Bibliothek gearbeitet hat und wie demgemäss seine Berichte zu
bewerten und zu benutzen sind. Die bekannte Eigentümlichkeit
aller Referate, dass sie fast immer schief und unvollständig sind,
haftet auch dem seinigen an. Darüber pflegt sich der Autor zu
Lebzeiten mit Recht zu ärgern; wo wir aber wie hier auf solche
Referate angewiesen sind, weil wir das Original nicht mehr besitzen, werden wir oft genug damit rechnen müssen in die Irre
zu gehen, weil wir nicht umhin können ihm zu folgen. Diesmal
haben ja die Exzerpte eine Kontrolle ermöglicht, aber es ist doch
ein starkes Stück, dass Photius Inhalt und Charakter der Schrift des
Hierokles so total missdeutet hat, dass er den Nachweis der
Uebereinstimmung des Plato und Aristoteles als ihren Hauptl ,
den Aristoteles
zweck hinstellt und indiesem Sinne überal
interpoliert.
Gewiss ist auch das interessant zu beobachten, wie
für ihn, denn mala fides ist dabei natürlich ausgeschlossen, Plato
und Aristoteles so zusammengehören, dass er unwillkürlich beide |
sieht, wo Hierokles von Plato handelt; er selbst ist zu sehr
Aristoteliker, um die Schrift des Hierokles ganz würdigen zu
können (vgl. einstweilen Hergenröther Photius 1, 330), und so
referiert er über ihn unter dem Gesichtspunkt dessen was ihn
hauptsächlich interessiert, aber faktisch hat er so doch das
Dass er im
geschichtliche Bild des Neuplatonikers gefälscht.
cod. 214 nur die tpodewpia des Buches gelesen und ausgeschrieben,
ist weiter nicht auffallend.
Aber auch in den Exzerpten des
cod. 251 hat er sich auf die Einleitung, die beiden ersten Aöyoı
und
ein
Kapitel
des
dritten
theoretischen Teil beschränkt;
Buches,
geschichte und Geschichte des von
verständnissen ‘gereinigten’
angezogen zu haben,
also
hauptsächlich
den
die historischen Partien zur Vorallen Vorurteilen
Platonismus
und Missscheinen ihn
weniger
für das Geschichtliche des Neuplatonismus
bot ihm wohl Damascius’ Vita Isidori (cod. 181 und 242) einen
Ersatz.
Nur
einen Punkt
der
Lehre
des Hierokles hat
er in
seinem Referat noch speziell berührt, nämlich die TWv dvOpwrivwv
wuxWv rpoßıorn Kai nerevowudrwong (p. 172? 21).
ziemlich
scharf
darüber,
ohne jedoch
hier
näher
Er urteilt
darauf ein-
Pagina 26
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)zugehen (p. 1720 36): cabpav yap adri Badpav Ümobeic, We &v
Ghdoig Tfig ÚrroBE0EwWG
EUTEPITPENTOV
draitovong miatiTtepov
úÚrredelZzanev,
AUTNV Tpóg TOUVAVTÍOV Kal AVUTÓSTATOV OUV-
ATEMHVEV. THs yap TWV WUXDV mpoRiotffg Kai uerevowuatwoewg,
fiv aùtòg Epeioua Kai deuéMov Tfig mpovoias
UmoBdAde Kai
ToD aùtezovoiou Kai Tg einapuevng KTA.
Er hatte also bereits
früher
dieser
einmal
Anlass
gehabt
sich
mit
Ansicht
des
Hierokles auseinanderzusetzen; wo, sagt er nicht, und es ist mir
leider bisher auch nicht gelungen,
die Stelle zu
ermitteln,
die
für die Wiederherstellung der Schrift mepi mpovoiag gewiss von
einigem
Werte
sein
würde.
Im übrigen
würde ausser dem
später abgefassten Kommentar des Hierokles zum Goldenen Ge
dicht des Pythagoras. auch. eine Durchforschung der durch ‘alle
Jahrhunderte. sich. hindurchziehenden Erörterungen über Vorsehung u. ä. gewiss weitere Bruchstücke der Schrift zutage
“fördern; was in den Handschriften sonst noch unter seinem
Namen begegnet, ist, wie ich versichern kann, alles abhängig von
Photius.
Die Analyse der Arbeitsweise des Photius hat sodann gezeigt, wie die von ihm in der Bibliothek behandelten Schriften
zu benutzen, in einer künftigen Ausgabe der Bibliothek zu edieren
und zu rekonstruieren sind.
Denn
natürlich
sind
es
von Photius besprochenen und exzerpierten Autoren,
doch
auf
die
die es
uns in letzter Linie ankommt, und für verlorene Werke wie das
des Hierokles tepì mpovoias
hat
es heute keine Berechtigung
mehr, die handschriftliche Ueberlieferung abzudrucken
übrige dem Leser zu überlassen.
und
alles
Für Hierokles speziell besteht
der Wert der Untersuchung des Photius vornehmlich darin, dass
wir im cod. 214 im wesentlichen die npodewpia seines Werkes
besitzen, und zwar so,
zerpte
des
Photius
Diese
dass wir mit Hilfe der zugehörigen Excod. 251 sie
fast
vollständig
Rekonstruktion
trotz
der
einseitigen Darstellung
wiederherzustellen
der Urkunden
zur
in
der Lage
Geschichte
des
sind.
des Neuplatonismus ist einstweilen das dringendste Erfordernis; die dafür
so ungemein wichtige Vita Isidori des Damascius, deren Ueberreste wir ebenfalls hauptsächlich
dann
noch Suidas kommt,
rekonstruiert
Asmus
vorzulegen
durch Photius
gedachte ich
— diese
besitzen,
demnächst
Aufgabe
hat
wozu
gleichfalls
inzwischen
Byzant. Zeitschrift 18 (1909) 424 vollkommen
erledigt.