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j | fin unedierter Tractat MEPI AIOON.
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In seiner Ausgabe der orphischen Lithika erwähnt Abel einen
2. tm Vat, gr. 678 enthaltenen, noch ungedruckten Tractat répit Mewvi)
«+ (pag. 168 nennt er ihn! opuseulum. . ‚ineditum, ut videtur, vec luce
+ Indignum); eben daselbst apricht er ferner von einer ähnlichen Schrift
te did Ambros. A 96\Sup, (Simile opus... oxtare videtur in A), In
Wirklichkeit ‚sind beide Tractate identisch tind sohließen sich in
beiden, Handschriften.
an die prossische Epitome der Lithika an.
2 Als ich its ‘Winter 1896/97
in Rom wollte, nalith ich eine
Abschrift des Vat.; eine Photographie der it Betracht kommenden
Blatter des Ainbr.; sotvie eine genaue briefliche Auskunft über die
5: gandd Handschrift verdanke ich der Liebenswurdigkeit des Custoden
def:Ainbroslaus, Hertn Dr, Achilles Ratti,
|
"Die Schrift, ein Bruchaltek, führt im Vaticanus den. Titel:
… Cwkparoue xal Atovuctou rept Alewv; sie beginnt Fol. 214" und
briobt
ab mitt Fol: 216%, Die, Handschrift, ein Chartaceus aus dem
fange Vol 8: XV, enthält theologische und astronomische Abhandlungen, eine Reihe von Briefen von und an bertthmte Persönliebkeiten, endlich eins musikalische Schrift. Sie ist sorgfältig
gedohitieben, dock von verschiedenen Händen; die Hauptniasse von
! slab Hand: 14-1997, 20752167.
2°
Det Atibrosianus, gleichfalls ein Chartaceus a. XV, scheidet
‘dat Tractat von der Epitome der Lithika nicht, bietet daher auch
keinen ‘Titel, sondern schließt die Beschreibung des Smaragds unmittelbar
an die des letzten Steines der Epitome an; auch setzt er
die bei der Epitome angewendete Numerierung det Steine bis zum
‘Chalkedonios fort. Der Text bricht schon bei der dritten Art des
dvuxlme (dv. meptdedxtoc) ab; dafür ist zwischen À BoBukwvioc und
by Vgl Busemthl, Gesch. a. al. Lit, 1 B, 866, A. 162, °
e soa —32\
Pagina 2
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)In seiner Ausgabe der orphischen Lithika erwähnt Abel einen
im Vat. gr. 578 enthaltenen, noch ungedruckten Tractat mepi MOwvi)
(pag. 153 nennt er ihn: opusculum...ineditum, ut videtur, nec luce
indignum); eben daselbst spricht er ferner von einer ähnlichen Schrift
im Ambros. A 95 Sup. (Simile opus... extare videtur in A).
Wirklichkeit sind beide Tractate identisch
beiden
Handschriften
Als ich
im
an die
Winter
prosaische
1896/97
in
und
schließen
Epitome
Rom
weilte,
der
Lithika
nahm
In
sich in
an.
ich eine
Abschrift des Vat.; eine Photographie der in Betracht kommenden
Blätter des Ambr., sowie eine genaue briefliche Auskunft über die
ganze Handschrift verdanke ich der Liebenswürdigkeit des Custoden
der Ambrosiana, Herrn Dr. Achilles Ratti.
Die
Cwxpátouc
Schrift,
Kai
ein
Bruchstück,
Atovuciou
mepi
führt im Vaticanus
Aldwv;
sie
den Titel:
beginnt Fol. 214" und
bricht ab mit Fol. 216%. Die Handschrift, ein Chartaceus aus dem
Anfange von s. XV, enthält theologische und astronomische Abhandlungen, eine Reihe von Briefen von und an berühmte Persönlichkeiten, endlich eine musikalische Schrift. Sie ist sorgfältig
geschrieben, doch von verschiedenen Händen; die Hauptmasse von
einer Hand: 1—199, 207:—216".
Der Ambrosianus, gleichfalls ein Chartaceus s. XV, scheidet
den Tractat von der Epitome der Lithika nicht, bietet daher auch
keinen Titel, sondern schließt die Beschreibung des Smaragds unmittelbar an die des letzten Steines der Epitome an; auch setzt er
die bei der Epitome angewendete Numerierung der Steine bis zum
Chalkedonios fort. Der Text bricht schon bei der dritten Art des
óvuximc (dv. mepiheükioc) ab; dafür ist zwischen A. BoBudwvioc und
1) Vgl. Susemihl, Gesch. d. al. Lit., I S. 865, A. 152.
Pagina 3
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)À. capdioc die Beschreibung des A, TordZıoc eingeschoben, die aber, von
einigen Auslassungen abgesehen, mit dem Abschnitt über den Topas
in der Epitome wörtlich übereinstimmt. Der Codex enthält größtentheils medicinische Schriften und Ausziige aus Dioskorides; unser
Tractat stelt auf Fol. 3", 3°, 4% (am Rand), 5"; 4%, 4 und ein Theil
von
5’ enthalten
des Hippokrates vonuat&
Te
Kai
cnuewbcerc
mepi
Zwñc Kai Bavatou.
Für die Constituiermg des Textes
bildet der Vaticanus dio
Grundlage und ist bei verschiedener Lesart gewöhnlich maßgebend;
nur an
einer Stelle (beim A. BaßuAwvioc)
bietet
der Ambrosianus
die vollere und zweifellos richtige Lesart; gerade hier aber ist im
Vat. der Ausfall einer Zeile sicher.
Übrigens sind beide Handschriften offenbar aus einem ihnen der Zeit nach sehr nahestehenden
Exemplare geflossen.
Vergleicht man nun
überlieferten
fallende Übereinstimmung
Achat (14)
den vorliegenden Tractat mit den sonst
Resten alter Steinkunde,
mit
so
fällt zunächst eine aufder Abschnitte über Smaragd (1) und
den entsprechenden Steinen im lateinischen Damigeron (6 und 17) ins Auge; daher nahm Abel keinen Anstand, sie
geradezu das griechische Original des lateinischen Textes zu nennen !).
Ich lasse die Stellen folgen:
Smaragdus
AiBoc cuapaydoc, 6 KAAAICTOC Kal
lapis pulcherrimus
TOAUTILOC, dUVAV EXEI TPÔC macav
et validissimus ad omnem aquaxapıv Kai Emruxiav év macy TPAEE
riam divinationem. Persuasionem
Tove yap drvoc
habet in omni negotio, portatusgopodvtac
abe
Biw kai Aórw Kal npayuarı' moreî
que adauget substantiam et corpus
dE Kal mpòc Ldponavteiac Kal DOUet sermonem caste aptus. Maxime
how mpôc éheuBepiav cuußadkerau‘
autem subvenit et liberat a temdc yap Gv adtov Katackevdcn Kai
pestatibus.
TEhECH, mavtwy Emreúzeron” dei de
fecerit et consecravérit eum, omniaÜTÔV
modo impetrabit libertatem. Opor-
KaTackeudcar
OÙTWC"
KTN-
Nam quicumque percéuevoc Tov AlBov Kekeve AdAUAVTI
tet autem eum perficere sic. adepfAupñvar
tus lapidem iube sculpere scaraxáv8apov:
elta eic
TV
koiav aùtod écrúcav “lew Ereita
baeum,
deinde
Tpúrmcov
stantem
Isidem,
eic
uñxoc
Kal
eupadwv
sub
ventre
postea
eius
pertunxpucñv Behóvnv póper mepì tov dÁdatur in longitudinem.
KTUAOV K. T. À.
tem auream fibulam immittens in
Tune audicto porta etc.
1) a. O.
pag. 153.
Text des Damigeron gebe
Mit Abel
stimmt
auch
Susemihl
ich nach der Abel'schen Ausgabe.
a. O. überein.
Pagina 4
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)NiBoc áxátnc* oi AXATaı perictac
duvánerc Exouciv’
Achates
eich de Epuod*
ad
mapaxpıcdeic
enim vel illinitns cum aqua statim
yap
dmovov
tollit dolorem; tritus et vulneribus
moreî TOV MANTEVTA’ EUHeTOC dè kai
aspersus vel in potione cum vino
Ev TOIC éxtodMkToic TpifElc Kai émidatus
mocdeic
Portatus
ued’ Údatoc:
TH
Kai
potentias
qui similem
habet colorem pelli leonis, valet
scorpionis morsus; alligatus
mpòc TOÙC CKOPMIODNKTOUC TTPOCdE-
AewOeic
lapis
habet optimas, sed
à dè ÓnÓxpouc Afovtoc dopà icxver
deic i)
vero
311
aùtika
dNyuari
Y
Kai
pera
viperarum
autem
sanat
in
morsus.
tutamentum
oivou TOTICBEIC" Mopoupevoc dè Ev
erit, et facundum ct potentem et
TH
moreî TOV popoúvra
gratum suadentem facit eum qui
eúrpochropov Kal evduidov Kal eùportat, sed et robustum; et colodaktuAiw
MEINT, Kai duvaTÒv Kai Ev mäcı TEptrem bonum facit
Xapñ
ad homines amabilem.
EÜPPWCTOV
TE
Kai
evxpouv
et ad deum et
kK. T. À.
Diese beiden Abschnitte
es,
die Abel
Ausgabe
und
der über
den dvtaxétnc waren
theils aus dem Vat., theils aus dem Ambr. in seiner
abdruckte'),
Damigeron ansah.
weil
er
sie
für
Theile
des
griechischen
Obwohl uns nun über Damigeron der treffliche
Aufsatz Roses?) vorliegt, wird es am Platze sein,
über diese 50 Steincapitel hier zu bemerken.
in Kürze einiges
Der lateinische Damigeron wurde zuerst von Pitra aus dem einzigen Codex Parisinus
7418 s. XIV veróffentlicht?); zuletzt von Abel in der genannten
Ausgabe.
Über das Alter der Schrift schwanken die Ansichten:
Pitra, der auch zuerst aus Tertullian und Arnobius‘) schloss, dass
der handschriftliche Titel Amigeron den Namen des Magiers Damigeron berge, nahm an, dass das Steinbuch schon Plinius vorgelegen
habe, und erklärte mehrere, sicher aus Plinius geschöpfte Notizen
darin für spätere Interpolationen. Rose hingegen, von der verdorbenen Latinität und unzweifelhaften Spuren einer griechischen Vorlage ausgehend, sieht im Damigeron oder Evax, wie der Verfasser
sich selbst nennt, die aus Plinius erweiterte Übersetzung eines ins
zweite nachchristliche Jahrhundert fallenden griechischen Originals
und versetzt dieselbe ungefähr in die Zeit des Pseudo-Apuleius,
also ins V. Jahrhundert n. Chr. Den griechischen Damigeron benützten nach Rose Pseudo-Orpheus, Aetius, Psellus und andere mehr.
1) Pag. 98, 168, 177.
2) Hermes IX 471 fi.
5) J. B. Pitra Spic. Solesm. Paris. 1855.
3) Cf. Tertull. de anima 57, Arnob. adv. nat. I, 18; auch Abel pag. 157 sqq.
Pagina 5
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Aëtius, der im VI. Jahrh. ein medicinisches Werk in
16 Büchern
schrieb, bringt, als aus dem Steinbuch eines Diogenes und eines
Demosthenes stammend, mehrfach Notizen, die mit dem lateinischen
Damigeron merkwiirdig übereinstimmen und die ihre Entsprechung
in einem Fragment eines Codex Weigelianus finden!); daher dachte
Rose an
die Identität der Namen Diogenes und Demosthenes und
an eine Verderbnis beider aus Damigeron und gab der Vermuthung
Ausdruck,
dass
uns
in
den
angedeuteten
Stellen
möglicherweise
Bruchstücke der griechischen Quelle des Evax vorliegen.
Ist Roses
Vermuthung richtig, so ergäbe sich mit Hinzurechnung der betreffenden Partien aus unserem Tractat ein ziemlieh großes Stück des
griechischen
Damigeron;
denn
dass
diese
Partien
sprechenden aus Evax in Zusammenhang stehen,
die Übereinstimmung
ist weit größer als bei
mit
den
entscheint evident:
den von Rose angezogenen,
Eben
die
für
diese Thatsache zwingt nun,
die
Beurtheilung
der
ganzen
eine Frage aufzuwerfen,
Schrift
des
Sokrates
und
Dionysios von Bedeutung ist.
Besäßen wir aus derselben nur die Abschnitte über Smaragd
und Achat, so könnte man sich mit der Constatierung ihrer großen
Ähnlichkeit mit Damigeron 6 und 17 begnügen und aus dieser mit
Abel
und Susemihl einfach folgern, dass sie einen Theil des griechischen Originals bilden: so aber muss man mit Rücksicht darauf,
dass die Beschreibung jener Steine in ein Ganzes wohl eingepasst
ist, berechtigterweise fragen, welcher Zusammenhang zwischen dem
Reste
unseres Fragments
und Evax
besteht.
Von den 50 Steinen
des Evax kommen im vaticanischen Fragment,
haltiger zur Grundlage
der Untersuchung
welches als reiehgemaeht werden
muss,
nur vier vor: Smaragd (Ev. 6 = Vat. 1), Achat (Ev. 17 = Vat. 14),
Chrysolith (Ev. 47, 48 = Vat. 12), Sardios (Ev. 50 = Vat. 5).
Von der Übereinstimmung bei Smaragd und Achat wurde gesprochen;
decken
die Beschreibungen des Sardios in Evax und im Vat.
sich
nicht;
doch
könnte
man von diesem Steine vielleicht
absehen, da cépôioc nur als zweiter Name für BaßuAwvıoc erscheint
und die Identität nicht sicher stand.
Anders liegt die Sache beim
Chrysolith; der Vat. führt nur eine Art des Chrysolithen an, Damigeron
auro
deren
und
zwei;
trotzdem
finden
wir
(von xpuciZwv = similis
toil de moAANv xapw = facit...gratiosum et amabilem
esse abgesehen) keine nennenswerte Ubereinstimmung.
1) a. O. 8, 474.
Pagina 6
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Auch
muss
auffallen,
dass
die
Reihenfolge
313
der
genannten
Steine bei Evax nicht dieselbe ist wie im Fragmente und tiberhaupt
von den
15 Steinen
desselben nur 4 bei
Damigeron
vorkommen.
Nun ist allerdings zu bemerken, dass wir nicht wissen, wie viele
Steine im Vat. fehlen. Der Anfang scheint nicht verstümmelt; dies
folgt
nicht
nur
aus
dem Titel,
sondern
auch
daraus,
dass
im
Vaticanus wie im Ambrosianus, wo die Scheidung von der Epitome
der Lithika nieht durchgeführt ist,
sich an
den letzten
der erste Stein des Fragments
der. Epitome anschließt.
Der völlige Mangel
einer Einleitung braucht nicht zu beirren und findet seine Analogie
im Anfange
der
orphischen Epitome und des Evax, der doch ursprünglich gewiss einfach mit lapis aétites begann.
Am Schlusse,
nach dem Antachat, konnten freilich noch recht viele Steine folgen.
Es lässt sich daher recht wohl der Fall denken, dass sich noch
mehr Steine unseres Tractats mit Steinen des Evax so voll deckten
wie Smaragd und Achat.
Allein auch diese Erwägung, die einer weiteren Übereinstimmung freien Spielraum lässt, schwächt das Gewicht der oben hervorgehobenen Verschiedenheiten
ab,
und vorausgesetzt,
in Inhalt
und
Reihenfolge
nicht
dass der lateinische Damigeron, wie Rose
annimmt, eine Art Übersetzung des griechischen Originals war
(mag sie auch „die einleitenden Beschreibungen der Steine ausgelassen, die Wirkungen kürzer dargelegt haben*!), lässt sich
schwerlich behaupten, dass das vaticanische Fragment als Ganzes
ein Stück des griechischen Damigeron bildete. Denn ist auch der
Evax wirklich nur ein „unvollständiges Bruchstück“2), die Reihenfolge der Steine im Original, sollte man denken, müsste die Übersetzung doch gewahrt haben. So natürlich dieser Gedanke ist,
darf man doch die Möglichkeit nicht abweisen, dass im Evax eine
willkürliche Auswahl aus überreichem Material vorliegt; in diesem
Falle ließe sich erklären, warum von den 15 Steinen des Vaticanus
bei Evax nur 4 zu finden sind; auch könnte Evax, wie er Plinius
benützte, für einzelne Züge und für ganze Steine auch andere
Quellen in ausgedehntem Maße herangezogen haben. Bei solchen
Zugeständnissen ließe sich vielleicht unser Fragment in seinem
ganzen Umfange dem griechischen Damigeron vindicieren, denn der
Titel im Vat. würde die geringsten Schwierigkeiten bereiten; aber
eben, dass sich Gründe für und wider vorbringen lassen, mahnt
zur Vorsicht.
1) Rose, $. 478,
2) Rose, S. 476.
Pagina 7
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Fruchtbarer scheint mir die Untersuchung zu werden,
wenn
die Methode der Stoffbehandlung in der Schrift des Sokrates und
Dionysios zum Ausgangspunkt gemacht wird.
Auch bei flüchtiger Lectüre wird ein diesem Tractat charakteristisches Moment niemand entgehen können: die bildlichen Darstellungen auf den beschriebenen Edelsteinen, ihr Schnitt, um mich
kurz auszudrücken, ist merkwürdig consequent betont, mehr als
das,
er
bildet
geradezu
den
Schwerpunkt
des
Ganzen;
in
der
Mehrzahl der Fälle wird die Heil- und besonders die Zauberwirkung
der Steine davon abhängig gedacht, dass in sie bestimmte Figuren
oder geheimnisvolle Schriftzeichen eingeritzt werden.
Vgl. die Steine
1, 2, 3, 4, 7, 8, 9. 12, die markante Beispiele dafür bieten. Durch
diese Hervorhebung der Glyptik tritt das vaticanisch-ambrosianische
Fragment in scharfen Gegensatz zu den verwandten Darstellungen
der Lithika und
des Damigeron.
Die orphische Diehtung deutet
mit keinem Worte auf eine Gravierung ihrer Zaubersteine, und bei
den
50 Steinen
wähnt
(Stein 6,
gesagt,
dass
des Damigeron ist nur sechsmal
7,
man
27, 35, 37, 50);
ihm Scarabäenform
vom
der Schnitt er-
14. (Saphir)
geben
solle;
wird
nur
die Wirkung
vom Schnitte deutlich abhängig macht der Verfasser bei 6, 7, 35.
Was also
in unserem
Fragment
als durchgebildetes Prineip
erscheint, findet sich bei Pseudo-Orpheus gar nicht, bei Evax relativ
sehr selten.
Nun wissen wir, dass man den Gemmen schon in den
ältesten Zeiten magische Eigenschaften beilegte; doch mussten sie,
um diese aufzuweisen, nicht unbedingt geschnitten sein, auch nicht,
wenn sie in Ringe gefasst waren.
Später allerdings, in den ersten
christlichen Jahrhunderten, finden die sog. Abraxas (auch gemmae
Basilidianae) ungemeine Verbreitung!): ihr Charakteristikon waren
eingegrabene
symbolische oder hieroglyphische
Buchstaben u. s. w.,
Zeichen,
Figuren,
die auf die Lehren der Gnostiker und Astrologen zurückgiengen, geheimnisvolle Symbole, von denen Roth?)
treffend sagt, dass sie vielleicht im Grunde nichts bedeuteten, jedenfalls aber von niemand verstanden werden sollten als von den
Anhängern der Secte.
Passen diese Worte nicht trefflich auf die sonderbaren Gravierungen von Stein 13 und 14? Doch möchte ich diese Thatsache
zur Altersbestimmung des Tractats nicht verwerten. Interessant
ist es aber, zu beobachten, wie sich der Glaube an den Schnitt der
1) E. Kluge, Handb. d, Edelsteinkunde, Leipz. 1860, S. 118.
7) Mythologische Daktyliothek, S. SO.
Pagina 8
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Gemmen
Bedingung ihrer Wirkung
315
und als Haupterfordernis
manchmal in späteren Zusätzen geltend macht.
Abel
gibt
schriften *),
578); alle
nun
die
spricht,
lich
bieten mehrfache
orphische
bezeichnet;
die
beste
ist V (Vat.
Erweiterungen und Zusätze.
Dichtung
niemals
von
Obwohl
geschnittenen
Steinen
ist in der Epitome bei den Steinen 3, 8, 11, 20 ausdrückvom
Schnitte
gleichmäßig:
ein
die prosaische Epitome der Lithika nach 4 Handdie er V, B, A, C
die
Rede;
aber
bei 3 (Dentrachat)
Poseidonintaglio
verlangt,
nicht
nur in V;
hat
B:
in
allen
Handschriften
bei 8 (Topas),
émydpacce
att
wo V
TOV
TOÚ
cTAUPOD xapaxripa — „ex manifesta interpolatione“, wie Abel richtig
bemerkt;
bei 11
(Magnet)
fehlt
der auf die
Glyptik
bezügliche
Passus in B, bei 20 (Koralle) in AB; nach Abel wäre er in VC
aus
dem
griechischen
Damigeron
interpoliert?);
das ist
an
sich
nicht unmöglich und leitet zur Frage über, wie sich wohl die griechische Vorlage des Evax in dieser Beziehung verhalten habe.
Zwei Steine unseres Fragments finden bei Evax fast wörtliche
Entsprechung, Smaragd und Achat.
Während aber Evax bei der Beschreibung des ersten den
Schnitt des Steines genau mit derselben Hervorhebung anführt wie
der Vaticanus, bricht die Beschreibung des zweiten gerade da ab,
wo
im Vaticanus der Passus
über
die Glyptik beginnt.
Ist nun
dieser Passus im Vat. Zusatz? Schwerlich; denn der Schnitt fehlt
sonst nirgends als bei 3 (Spanios), und hier wird ausdrücklich
bemerkt, dass der Spanios auch nichtgeschnitten zauberkräftig sei;
bei 15 (Antachat) bricht das Fragment ab, und die Erwähnung des
Schnittes wird sehr wahrscheinlich gefolgt sein. Man kann also
bei dem Charakter des Tractats nieht annehmen, dass seine Vorlage
an dieser Stelle erweitert sei, wenn aber diese Vorlage den Passus
bot, so hat ihn eben Evax ausgelassen; und das passt zu seinem
übrigen Vorgehen vollständig und illustriert die oben citierte Behauptung Roses. So ließ er gleich beim Smaragd den ganzen
Schluss aus und verfuhr überhaupt höchst ungleichmäßig; denn
einmal legt er Eigenschaften, Aussehen, Fundort eines Steines
ausführlich dar, ein andermal fasst er alles, was er von einem Steine
für wissenswert hält, in zwei Zeilen zusammen. So fällt ein Vergleich der beiden sehr zu Gunsten des Fragments aus. Von
1)
Pagina 9
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)13 Steinen!) gibt Evax nichts als die nackten dynamischen Eigenschaften; im Vat. hingegen fehlt die Beschreibung nur bei Stein 2
(Hyacinth), eventuell bei 9 (ôvux. mepiheükioc). Hier herrscht also
auch in diesem Punkte größere Gleichmäßigkeit und mehr System.
Das
vaticanische
treuer
Pragment
wiederzugeben
scheint
als Evax,
also
und
seine
unter
Vorlage
ungleich
dieser Voraussetzung
darf man auch annehmen, dass diese Vorlage den Schnitt der Steine
regelmäßig und mit Betonung erwähnte.
Die Stellen, die Rose a. O. dem griechischen Damigeron vermuthungsweise zuschreibt,
führen den Schnitt der Steine nicht an;
vielleicht wurden solche Partien beseitigt; ähnlich mag auch Evax,
ein Christ?), vorgegangen sein, genau wie der christliche Verfasser
des Codex B der orphischen Epitome seinen Prosaauszug wohl aus
anderen Quellen erweiterte, aber auf den Schnitt der Steine Bezug
nehmende Notizen ausließ oder im christlichen Sinne umgestaltete.
Wie diese von Evax und den Epitomatoren benützten Quellen
aussahen, davon, glaube ich also, gibt nur das vaticanische Bruchstück
den rechten Begriff; es wäre daher von größter Bedeutung,
wenn sich die Zeit seiner Abfassung bestimmen ließe.
Leider ist man in dieser Beziehung ebenso schlecht daran wie
bei Evax und den Lithika; das Fehlen oder Vorkommen der Glyptik
bietet keinen Anhaltspunkt; denn ist sie in ihrer höchsten Bedeutung für die magische Kraft der Gemmen im wesentlichen ein
Product der späteren Zeit, so wird ihrer doch beispielsweise auch
schon im alten Werke des Königs Nechepsos Erwähnung gethan?).
An so alte Zeit wird hier freilich niemand denken, eine mehr als
ganz allgemeine Zeitbestimmung dürfte aber kaum zu erreichen sein.
In Kürze möchte ich noch die Frage nach den zwischen dem
Schnitte der Steine und ihren Wirkungen obwaltenden Beziehungen
berühren.
Von den undeutbaren Buchstaben auf Stein 13 und 14 abgesehen, ist der Grund, weshalb man an bestimmte Gravierungen
bestimmte Wirkungen knüpfte, meist deutlich genug. Man vergleiche besonders die Steine: 2 (Poseidon — Schutz in Wogengefahr), 4 (Athene — Macht über Feinde und Widersacher), 5 (Artomis — Tapferkeit, Muth u. s. w.), 6 (Widder — der Stein soll
gehoben werden, wenn die Sonne im Sternbilde des Widders steht),
1) 9, 14, 17, 18, 24, 25, 29—33, 43, 46.
2)
S.
G. Hermann,
424.
2) Galen XII 207.
Orph. pag. 644,
Abel, pag. 3 sq, Bernhardy gr. Lit. I°,
Pagina 10
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)(Apollon
und Artemis — Kindersegen), 12 (Aphrodite — der
soll besonders von Weibern getragen werden) 1); die beiden
Steine mit Scarabäenbildern haben ähnliche Wirkungen (1, 9) 2).
Stein
Entsprechendes findet sich bei Evax, so bei 7 (Mythus vom
Entstehen der Koralle); in der Epitome der Lithika bei den Steinen
8, 11, 20.
Auch bei diesen Steinen habe ich aus der Summe der
ihnen
zugeschriebenen Wirkungen nur die bervorgehoben, welche
die Bezichung zwischen Gravierung und Zauberwirkung am deutlichsten zeigen; es ist nur natürlich, dass sich im Laufe der Zeit
um solche Grundeigenschaften andere gruppierten,
fach
vorgekommen
sein,
und es mag vieldass jene vergessen wurden
und nur die
secundären übrig blieben, die eine deutliche Beziehung zur Schnittfigur nicht aufweisen; vieles, was auf den ersten Blick ohne Zusammenhang
scheint,
mag
sich
auch
aus
der
nun
von Interesse
ägyptischen
und
assyrischen Mythologie deuten lassen.
Für die Gemmenkunde
deutung,
zu
anderswo
erwähnten
erforschen,
wäre
ob
es
die im
Schnittfiguren
und Bevaticanischen Fragment
sich
auf
erhaltenen
und
Gemmen
finden, und nicht in letzter Linie, ob diese Figuren an ebendieselben
Steine, denen sie die magische Literatur zuweist, einzig oder doch vorzugsweise gebunden erscheinen; man würde daraus entnehmen können.
ob und wie weit jener Aberglaube die Steinschneidekunst beeinflusste.
Ich habe mich dieser Untersuchung, die bei der großen Zahl
der
heranzuziehenden,
kataloge
einige
nicht immer leicht
Schwierigkeiten
bietet,
zugänglichen Gemmennicht oder doch nur theilweise unterzogen, indem ich nur die bedeutenderen Kataloge durchgieng
und
unter
dem Striche lasse ich die Resultate dieser flüchtigen Durchmir
außerdem
die Arten
der Steine
nicht
anmerkte;
sicht folgen, die freilich nur sehr bedingten Wert haben, aber doch
zeigen, dass die in der magischen Literatur erwähnten Figuren in
der Wirklichkeit überhaupt vorkamen?).
1)
Man
beachte
besonders
den
Wortlaut
ist
dass
die
der
Stelle:
èmydpacce
odv
*Agpoditny.
?) Zu
erwähnen
ferner,
meisten Steine
als
Ringsteine
gedacht sind.
8) Man vergleiche zum Vat. Fragm, Stein: 1: Tölken, Verzeichn, Nr. 31—38,
43.
Furtwängler,
Beschreibung
der
geschnitt.
zahlreiche Beispiele; 2: Furtw. Nr. 3463;
4:
S. Reinach,
St. u. s.
w., Berlin
1896, bietet
3: Furtw. Nr. 8402, 8658, 1067, 1459;
Pierres gravées, Par. 1895, Nr. 120, 134; Furtw. Nr. 3597, 6220,
7206, 7209, 8179; 5:
Furtw. 8658;
6:
Vgl. Kluge a. O. pag. 119;
für
7 finden
sich allenthalbeu Belege; 10: Tölken, S.448 Nr. 95, 96, 97, 99; 11: Ahnlich
Tölken Nr. 106, 110; 12: auch hierfür Belege in alien Katalogen.
Pagina 11
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ein Wort erheischt noch der Titel des Tractats.
Im Vaticanus
wird er dem Sokrates und Dionysios zugeschrieben; im Ambrosianus
hat er keinen Titel; dass er aber eine selbständige Schrift bildete,
geht auch hier schon daraus hervor,
mal erscheint,
als Stein
der Epitome fällt.
8
dass der M@oc TondLlıoc zweiund 30, und zwischen beide das Ende
Nun wird unter den Quellen von Plinius B. 37
auch ein Arzt Dionysios') erwähnt, und von einem Sokrates wissen
wir, dass er mepi Spwv (?) Kai Tönwv Kai mupöc Kal Aldwv schrieb?);
über die Persönlichkeiten beider ist nichts Näheres bekannt.
dem Titel im Vaticanus sollte man annehmen,
des
Tractats
Excerpte
aus
den Schriften
Nach
dass der Verfasser
beider
vor sich
gehabt
und darnach gearbeitet hat.
So wird sich wohl
mit
dem Titel nicht viel anfangen lassen,
obwohl der Vaticanus aus guter Quelle geflossen scheint und auch
für den Titel
der
orphischen Epitome Vertreter der besseren Tradition ist. Ein jüdisches oder christliches Element findet sich bei
der Beschreibung des Smaragds, die Erwähnung des im Paradiese
entspringenden Flusses ®ıcuv;
in
der Schrift,
der
auf
das ist
aber
auch der einzige Zug
einen Juden
oder
Christen
als Verfasser
schließen lässt.
Kann man
also auch zu einem abschließenden Urtheile über
das vorliegende Bruchstück nicht gelangen, so bleibt es doch durch
seine Beziehungen
zu Evax
interessant
und
muss
als
gut
überliefertes Beispiel ursprünglicher Form eines der zahlreichen Bücher
über magische Steinkunde angesehen werden.
Ich lasse nun den Text folgen; die beiden Codices sind mit
V und A bezeichnet.
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kai
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2 äcudpaydoc V.
3 toùc de Ay. Brodvtac A.
kai mpdZer om. A. — de mpóc A.
kai tedécer V.
1)
5 dc A — dv om. V.
4 Biw tè Kai A.
6 Katackeudcet
— mehñce A.
Vgl. die Belegstellen
2) Susemihl, a. O.
in der Ausgabe
I S. 857, A.
119.
von
Detlefsen,
eîta
Berlin 1882.
Pagina 12
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319
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Toujcer teprrivecdar mavtTwy ExBpÓv Kai dvtimdAwy, Emixapıv Kai eùcivETOV
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2
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14
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—
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8
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—
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11 KAvdovoc A.
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3
5
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A.
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6 mepipepéctepoc V.
15
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A. ToÚ-
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A
17 xaAkıdövioc A.
— àvôpuë A.
19 aiuatoeidéc V. — 19 sq. &v tovTw Emyapaydeica dOnvav TO M0w Tedeiay A.
20 dE
om. V.
24 cn-
22 morei mepıyevecha A, fort. recte, — émixapiv te kai A.
ueiwce A. — mpoctpiyne A.
26 payvitnc A, — TO V.
nevor A.
28 capd. adtov x. A.
31 AeukiZwv A.
27 ot mporerpau-
Pagina 13
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T. c. Méy. A.
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3
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om. V. —
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10 cap-
11 Kai ámadúverv om. A., anal. V.
12 Quì.
15 éapizovcac V.
18 mAeictac om. A.
TION
A.
Tpavpaticdévta: yAU@perar x. T. À. A.
duviz A. — Emindvtwy A.
sq. yerAuunevnv A.
4 dè uncis inclusi.
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19 ebpiZoucac A., MepiZovcac V.
23 étepoc om. V. — éviautw
21 sq. Zac EavOiZobcac AeuKdc wc eip. A.
V. —
7
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pér. A.
25
mponopevera A.
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29 eúmopicerc A,
28
—
sq. 6 Pop. AÜTÉV A.
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* Wien. Stud. XX.
saepsi.
35
35
scripsi,
cuupépev
fortasse mepi(6bou).
JOSEF MESK.
1898.
— mpocdedeic Abel, mpoc-