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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)DIE HOCHZEIT VON THETIS UND PELEUS
IM HELLENISTISCHEN ALLEGORISMUS
clementinischen Schriften deckt und so eine gemeinsame mythographische
Tradition bezeugt. Schließlich interpretiert der byzantinische Dichter
Tzetzes in seinen Ante-Homerica den Vorgang von neuem (57-75).
Ein
DAm.SE Be
ao =_
Jean Danielou
ns
n seinem schönen Buch Pagan Mysteries in the Renaissance hat Edgar
Wind gezeigt, daß Botticellis »Frühling« inspiriert ist von der allegorischen Interpretation des Urteils des Paris, wie die Platoniker der Renaissance, insbesondere Marsilius Ficinus, sie vom Altertum übernommen
hatten (D 78-79 162). Tatsächlich bildet das Urteil des Paris mit der
Hochzeit von Thetis und Peleus, auf die es folgt, ein Ganzes, das die heidnischen Allegoristen vom 2. bis zum 5. Jahrhundert in besonderer Weise
angeregt zuhaben scheint. Eine vergleichende Zusammenstellung der Texte
wurde meines Wissens noch nicht unternommen! Sie hat den Nutzen
die Verschiedenheit der Interpretationsströme herauszulösen, uns in Grund.
zügen die Philosophie erkennen zu lassen, die ihnen zugrunde liegt, und
gewisse Ungenauigkeiten in den Angaben der an der Frage interessierten
Autoren festzustellen.
Die wichtigsten Texte sind zunächst die beiden mythologischen Darlegungen, welche die clementinischen Homilien und die Recognitionen bieten.
Die uns interessierenden Stellen sind Hom. VI, 14-16 und Rec. X, 41.
Die erste dieser Stellen hat Jean Pepin untersucht ?, der die stoischen Züge
(Wichtigkeit der Etymologien, kosmologischer und moralischer Charakter)
klar aufgewiesen hat. Die Tatsache, daß das Thema beiden Werken gemeinsam ist, legt nahe, daß es zu einer gemeinsamen Quelle gehörte, der
»Grundschrift«, deren Autor (nach Strecker) um 260 zu datieren ist und
seinerseits eine ältere Tradition benützte. Der Text der »Grundschrift«
nun wurde um 300-320 vom Autor der Homilien, und um 350 von dem
der Recognitionen interpretiert. Eine andere Darlegung, von diesen
beiden verschieden, ist die des Neuplatonikers Sallustios, Mitte des 4. Jahrhunderts, in seiner Abhandlung Über die Götter und über das Universum.
Als vierten haben wir einen Text des Mythographen Fulgentius (Ende des
5. Jahrhunderts), der sich in mancherlei Hinsicht mit den Darlegungen der
244
@)
%
Wenn wir diese Texte vergleichen, lösen sich zwei Interpretationstypen
heraus. Zum ersten, ursprünglichen Typ gehören die Clementinischen Recognitionen, Sallustios und Tzetzes. Die Hochzeit von Thetis und Peleus
und das Urteil des Paris bilden ein Ganzes, dessen allegorische Bedeutung
in ihrem Wesen eine kosmologische ist. Eshandelt sich um eineEinweihung
in die Erkenntnis des Alls. Aber diese Bedeutung erfährt verschiedene
Variationen, je nachdem, mit welchen Strömungen unsere Texte in Verbindung gebracht werden. Wir gehen hier am besten von den Clementinischen Recognitionen aus. Das Festmahl stellt die Welt dar. Die zwölf
Götter sind die zwölf Zeichen des Tierkreises, und ihre Platzordnung bedeutet die Stellung dieser. Thetis und Peleus sind das Wasser und die Erde,
das heißt die Elemente, aus denen die Körper gemacht sind.
Das scheint den Bestand einer stoischen Exegese zu bilden, in der wir
zum ältesten Kern unserer Allegorie vorstoßen. Die Erklärung von Inisö;
durch 716; (Ton, Lehm) gehört dazu. Wir finden sie wieder in den Homilien, bei Fulgentius, bei Tzetzes, desgleichen auch den Symbolismus von
"Thetis und Peleus als Wasser und Erde. Die Gleichstellung der zwölf Götter mit den zwölf Zeichen des Tierkreises kehrt ebenso in der physischen
stoischen Exegese wieder®. Dieselbe Interpretation treffen wir wieder
in den Homilien. Sie scheint also zur ursprünglichen stoischen Allegorie
zu gehören, ebenso die Vergleichung des Festmahls mit dem Ganzen des
Kosmos, die auch in den Homilien steht. Diesem stoischen Untergrund
kann man auch die Erklärung der drei Göttinnen zuweisen, nämlich Hera
als Repräsentantin der Züchtigkeit (oeuvörng), Athene als der Tapferkeit
(“rögei) und Aphrodite als der Lust (jderan. Sie ist in der Tat den
Recognitionen und den Homilien gemeinsam. Hermes ist das Wort (Aöyos).
Paris, der Hirte, dem das Urteil übertragen ist, das Urteil (sensus, ioyıoucs).
Die Entführung der Helena, die die Begierde darstellt (royıs), von Aphrodite dem Paris als Dank für seine Wahl zugestanden, zieht dessen Unglück
und das der Seinen nach sich ?.
Pagina 2
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Aber dieser stoische, zugleich kosmische und moralische Untergrund wird
vom Autor der Recognitionen interpretiert aus der Vorstellung von einer
determinierten astrologisch gesicherten Welt. Die Gerichte des Mahls sind
Welt; sie sind die Mächte jenseits des Kosmos (öxzexconio); im Gegenteil:
der goldene Apfel wird das Symbol des Kosmos. Man wird sich fragen,
ob damit nicht eine neuplatonische Kritik an einem zunächst in stoischer
die Gesetze, die das Universum regieren, und zwar so, wie man sie durch
Gestalt bekannten Mythos auftaucht: nämlich die nachdrückliche Behaup-
Beobachtung der Tierkreiszeichen erkennen kann. Diese Erkenntnis bildet
tung der Transzendenz der Götter in bezug zum Kosmos. Das ließe daran
denken, daß Sallustios oder seine neuplatonische Quelle die der »Grundschrift« zugrundeliegende stoische Allegorie gekannt und sie nach dem
ihnen eigenen Gesichtspunkt umgestaltet haben. Dieser Gesichtspunkt ist
die wahre Philosophie. Der Mensch ist frei, sich zu ihr hinzuwenden.
Anderswoher wird seine Freiheit gelockt durch den Reiz sinnlicher Lust,
nämlich durch Aphrodite. Eris, die den Apfel mitten in das Festmahl wirft,
ist das Symbol des Konflikts zwischen philosophischer Erkenntnis und
der des Neuplatonismus und kündigt Proklos an: Was auf der Ebene der
der Lockung der Lust. Paris ist das unerfahrene Urteil, das sich nicht durch
Hermes erziehen läßt, sondern sich an die Lust hängt und von der wahren
Philosophie abwendet.
sinnenhaften Erscheinung als Widerspruch erscheint, ist in Wirklichkeit
Wenn wir uns nun Sallustios zuwenden, sehen wir uns einer Exegese gegenüber, deren formale Struktur ähnlich, deren philosophischer Inhalt aber
ganz verschieden ist. Die Parallelen sind überraschend. Die Allegorie der
Hochzeit von Thetis und Peleus folgt bei Sallustios, wie in den Recognitionen, auf eine kosmogonische Allegorie über Kronos und Rhea. Es
scheint, daß man in beiden Fällen eine Art Elementarkatechismus der
mythologischen Allegorie vor sich habe. Ferner weisen beide Exegesen zuerst einen spekulativen Teil auf, nämlich die Exegese des Festmahls, und
dann einen mehr praktischen Teil, der das Urteil betrifft. Aber dieser
zweite ist an den ersten Teil geknüpft: es ist die Frage der Einweihung in
die wahre Philosophie.
Der Inhalt dieser Philosophie jedoch ist bei Sallustios ein völlig anderer:
»Das Festmahl bedeutet die überweltlichen Mächte (öuvausıs) der Götter
— daher sind sie versammelt —; der goldene Apfel bezeichnet das Universum (xconos). Weil es aus Gegensätzen (öravıia) zusammengesetzt ist,
heißt es, der Apfel sei von Eris geworfen. Da die verschiedenen Götter
dem Universum verschiedene Gaben verleihen, machen sie den Eindruck,
untereinander um den Besitz des Apfels zu streiten; darum, weil die Seele,
die der Sinnlichkeit («io8704) lebt, nur die Schönheit sieht und nicht die
anderen Mächte, dieim Universum sind, spricht sie den Apfel Aphrodite
zu« (4; Nock, 7, 15—23).
Man bemerkt eine teilweise Achsenverschiebung der Allegorie. Die zwölf
Götter sind nicht mehr das Symbol der Tierkreiszeichen, das heißt der
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Harmonie auf der Ebene der intellegiblen Wirklichkeit.
Aber wenn die Exegese des Sallustios sich aus der Reaktion gegen die
stoische Exegese erklärt, so scheint siegewisse Gegebenheiten einer platonischen Exegese, die dem Urteil des Paris voraufgeht, zu übernehmen. In
der Tat, die Idee, daß die drei Göttinnen weniger Gegensätze darstellen
als daß sie sich ergänzen, und daß der Irrtum des Paris darın besteht,
sich nur an eine von ihnen zu halten, findet sich schon bei Maximos von
Tyros (Dissert. XL, 1). Auch für Maximos ist Aphrodite nicht die Lust,
sondern die Schönheit (rö xdiAos). Der Gegensatz der Göttinnen ist hier
nicht mehr jeweils der zwischen Gut und Böse wie in der stoischen Tradition, welche die Entscheidung des Paris mit der Entscheidung des Herakles vergleicht, sondern der des Sich-Ergänzenden. Sallustios vertieft
das philosophisch. Edgar Wind hat gezeigt, wie dieses Thema der discordia
concors, der Harmonie der Gegensätze, symbolisiert im Urteil des Parıs,
im Neuplatonismus der Renaissance weiter lebendig blieb (a.a.O.,
5. 163).
Aber ohne so weit in die Neuzeit hinunterzusteigen, können wir in der
neuplatonischen Tradition nach Sallustios den Fortbestand dieses "Themas
verfolgen. Für Proklos® sind die drei Göttinnen die drei Typen des
königlichen (Baoılxov), des kriegerischen (roAsuıxdr) und des Liebeslebens
(£gwuxdv); das entspricht den Geschenken, welche die drei Göttinnen Paris
als Gegengabe für den Apfel versprachen ?. Und diese drei Lebensstufen
sind nicht als gegensätzlich, sondern als sich ergänzend dargestellt. Interessanter noch ist die Exegese von Tzetzes. Auch für ihn ist der Apfel die
Welt (xdouo:). Sie ist Kampf (&940»), weil sie aus gegensätzlichen Elementen
Pagina 3
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)gebaut ist. Das ist genau die Auffassung des Sallustios. Die Elemente werden symbolisiert durch Thhetis und Peleus (Wasser und Erde), und durch
Hera und Juno (Luft und Feuer). Der Sieg fällt Aphrodite, der Liebe, zu,
weil die Liebe es ist, die die gegensätzlichen Elemente in der Einheit er-
Die Homilien wandeln jebeiden Werken gemeinsamen Elemente gesehen.
hält (Ante-Homerica, 71, 73).
Diese Allegorie führt als neues Element die Bedeutung von Aphrodite
ein, die hier nicht mehr die Sinnenlust und nicht einmal die sinnenhafte
Schönheit ist, sondern die einigende Liebe. Das ist eine alte Allegorie der
Aphrodite, die man bei Zenon findet und die die gıita (Liebe) des Empedokles in sich aufnimmt ®. Sie findet sich jedoch auch wieder im Neuplatonismus des Proklos®. Der wichtigste Zug daran ist die Höherwertung der Aphrodite. Nicht nur, daß in der „Wahl des Paris nicht die
Sinnenhaftigkeit siegt — er anerkennt vielmehr die Herrschaft der Liebe,
und zwar der Liebe im philosophischen Sinn des Wortes.
Es ist interessant, bei dieser Gelegenheit zu vermerken, daß es eine andere
Strömung gibt, die ebenfalls der Wahl des Paris einen hohen Wert zuspricht, die aber nicht in der literarischen Überlieferung, sondern in der
archäologischen der Grabmalerei ihren Ausdruck gefunden hat. Es ist die
neupythagoreische Strömung, für welche die Wahl von Aphrodite durch
Paris die himmlische Liebe symbolisiert. Wir finden einen Fall dieser Art
in der Gruft des Vatikan, und Miss Toynbee sieht darin »eine Allegorie
der Seele, welche die Schönheit wählt und so die Unsterblichkeit gewinnt«!%. Dasselbe Thema erscheint wieder in den römischen Gräbern
der Nasonii und des Pancratius. Eisler schlägt dafür drei Erklärungen
vor: nach der einen wäre, im Sinne des Sallustios, eine Art Ursünde angedeutet; nach der zweiten, im Sinne des Proklos, die Fortsetzung der drei
Formen des Lebens in der Ewigkeit, nämlich des königlichen, des kriegerischen und des Liebeslebens; nach der dritten wäre es die Entscheidung
in diesem Leben zwischen der Lust und der Tugend!!. Man kann sich
fragen, ob es sich nicht einfach um die Hoffnung auf Unsterblichkeit
handelt. Unter diesem Titel erscheint Paris mit Helena in der Stukkatur
der Basilika der Porta Maior "2,
*
Die clementinischen Homilien gehen wie die Recognitionen aus von der
stoischen Allegorie der Hochzeit von Thetis und Peleus. Wir haben die
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doch die Gegebenheiten der »Grundschrift« viel tiefergehend um als die
Recognitionen. Einesteils sind ihnen neue mythologische Elemente einverleibt: das der Geburt des Achilles, seiner Liebe zu Polyxenes, und seines
Todes: ferner das des Sieges des Herakles über den Drachen, der den Garten der Hesperiden bewacht. Aus diesen nicht zusammengehörenden Elementen wird ein Ganzes gebildet, das nicht mehr kosmologischer, sondern
anthropologischer Natur ist, Es handelt sich um einen Bericht über die
Erschaffung des Menschen, seinen Fall und seine Wiederaufrichtung, dargestellt in drei Bildern von bemerkenswerter plastischer Schönheit. Die
Mythographie des Fulgentius schließt sich an denselben Typ der Exegese
an. Wenn auch die Elemente dieses Ganzen von älteren griechischen Quellen
stammen, scheint es indes, daß der eigene Beitrag des Autors der Homilien
hier ziemlich beträchtlich ist; gewisse Themen haben keine vorausliegende
Entsprechung.
Das erste eigene Element ist die Stellung, welche die Geschichte Achills,
des Sohnes von Thetis und Peleus, einnimmt. Die Aufeinanderfolge der
Hochzeit von Thetis und Peleus und der Geburt Achills, anstatt der Aufeinanderfolge von Hochzeit und Urteil des Paris, ist unserem Autor nicht
eigentümlich. Man findet sie schon bei Apollodoros (Bibl., TIL, 13, 5-6).
Aber was sein Eigentum zu sein scheint, ist, daß er aus der Geburt Achills
eine Allegorie für die Erschaffung des Menschen macht. Achilles ıst der
Sohn der Thetis und des Peleus, weil er aus Wasser und Erde gebildet ist.
Er ist also nicht gezeugt, sondern gebildet (zlaordeis). Und zwar ist er als
Erwachsener (r&isıos) gestaltet. Darum wird er Achilles genannt. Der Name
wird in der Tat erklärt als privative Vorsilbe und yeiin, Lippen: der, dessen
Lippen nie die Mutterbrust berührten. Diese Etymologie findet sich wieder
bei Apollodoros (Bibl., III, ı3, 6) und bei Tertullian (Pall., 4) '°. Sie ist
vielleicht nicht ohne Bezug zu Il., XXIV, 56-59, die Achilles dem Hektor
gegenüberstellt, dem, »der von der Brust einer Frau genährt wurde«.
Diese allegorische Exegese der Geburt Achills als Geburt des ersten Menschen hat meines Wissens keine Vorlage. Die einzige Anspielung darauf,
der ich begegnet bin, findet sich in einemSpätwerk des Ptolemäus Hephestion,
Gedas Photius erläutert hat und in dem der erste Achill »aus der Erde
".
borener« (ynyerjs) genannt wird (Photius, Bibl., 190; P.G. CHI, 629A)
Antaios III - 18
Pagina 4
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Der Autor der Homilien scheint selbständig gearbeitet zu haben. Er hat
die Geburt Achills allegorisiert, indem er sich auf Legenden über die Er-
Gestaltung des Menschen. Fulgentius seinerseits bringt die zwölf Götter
mit den zwölf Teilen des menschlichen Körpers in Verbindung. Diese Interschaffung des Menschen stützt. Als charakteristischer Zug erscheint die Erwähnung des Prometheus (VI, 14, 2). Nach Apollodoros hat Prometheus
den Menschen aus Erde und Wasser gebildet (Bibl., I, 7, ı). Die Homilien
erklären seinen Namen als von zgoajBeıa herkommend, von der Vorsehung,
»durch die alles gemacht ist«. Diese Etymologie steht bei Kornutos (Theol.,
31).
Besonders interessant aber erscheint uns die Überfremdung der Berichte
über die Erschaffung des Menschen in der griechisch-römischen Epoche.
Plotin zeigt, daß die Geschichte der Pandora ein Mythos von der Erschaffung des Menschen ist, und sagt, Pandora sei von Prometheus gebildet worden, während es bei Hesiod Hephaistos ist, der sie schuf (Enn., IV, 3, 14).
Bei Clemens von Alexandrien, der ein ganzes Bündel heidnischer Texte
über die Erschaffung des Menschen benützt, begegnen wir der Zusammenstellung von Il., VII, 99 (der Mensch, aus Erde und Wasser gebildet),
Hesiod, Op., 60-62 (die Erschaffung der Pandora), und Kallimachos,
Fg. 87 und 133 (der Mensch, von Prometheus geformt) ®5. Hier sind wir
am Ursprung der Überfremdung, die wir bei Plotin und in den Homilien
antreffen, Letztere benützen diese Angaben in einer allegorischen Exegese
der Geburt Achills. Die fragliche Stelle kann durch mehrere Elemente angeregt sein. Der Symbolismus von Thetis und Peleus als Wasser und Erde
erinnerte an Prometheus, der den Menschen aus Wasser und Erde bildete;
die Anwesenheit und die Geschenke der zwölf Götter riefen die Anwesenheit und die Mitgift der zwölf Götter bei der Bildung der Pandora
wach.
Diese anthropogonische Erklärung der Hochzeit und der Geburt des Achill
findet sich wieder bei Fulgentius und, wie es scheint, in Abhängigkeit von
ihm, in den Homilien. Die hauptsächlichen Elemente sind gemeinsam.
Aber einige nicht uninteressante Züge wurden hinzugefügt oder abgeändert.
Die zwölf Götter blieben in den Homilien gebunden an die zwölf Tierkreiszeichen, entsprechend der Exegese der stoischen Quelle. Das aber bot
keinerlei Beziehung zur Erschaffung des Menschen. Man konnte sich höchstens an Kore Kosmou erinnern, die, angeregt vom Pandoramythos ',
zuerst von der Erschaffung der Tierkreiszeichen spricht, und dann von der
250
pretation findet man schon zu Ende des 4. Jahrhunderts in der Collatio
Alexandri et Dindimi (SPL, 1, 685). Sie scheint in Verbindung zu
stehen mit dem populären lateinischen Polytheismus. Außerdem ergänzt
Fulgentius die Allegorie mit gewissen Einzelheiten der Legende: Die Abe
wesenheit von Eris vom Festmahl der Hochzeit bedeutet die Harmoni
von Wasser und Erde bei der Bildung des Menschen; die Gegenwart von
Zeus symbolisiert die Rolle des Feuers dabei.
t
Der Achilleszyklus wird in den Homilien und bei Fulgentius vollende
durch das Thema der Liebe Achills zu Polyxenes und der Tötung Achills
durch den von Paris abgesandten Pfeil. Die Homilien interpretieren die
n.
Liebe Achills zu Polyxenes als Symbol des Falls des ersten Mensche
Polyxenes symbolisiert die Begierlichkeit (&xvuio). Sein Name wird tatsächlich interpretiert als »der Wahrheit fremd (£vn) «. Fulgentius erklärt
den Namen Polyxenes ganz ähnlich als »vielem fremd, weil die Liebe den
Geist verwirrt«. Man wird bei Fulgentius eine ähnliche Etymologie für
Ulysses antreffen, nämlich die Erklärung aus öio» Sevos (II, 101). Verführt
von Polyxenes, wird Achill »durch das Gift (x) der Schlange getötet, wobei der Tod mittels eines Pfeils in seine Ferse und seinen Fuß eindringt«.
Diesem ersten Bild folgt in den Homilien das des Urteils des Paris. Es ist
klar geschieden von ersterem, mit ihm jedoch durch mehrere "Themen verkettet. Zunächst dürfen wir die Verbindung von Festmahl und Urteil in
der Tradition nicht vergessen. Zudem ist Paris der Urheber des Todes
des Achilles. Und schließlich finden sich die Themen von ax und Zxudvnia
in beiden Bildern. Der Autor hängt hier übrigens direkt von der »Grundschrift« ab, vielleicht getreuer als die Recognitionen. Es handelt sich
weniger um die Haltung des Menschen gegenüber der Philosophie, als um
seinen sündigen Zustand. Der Hirt (ron) Paris vertritt den irrationalen
(dAdyıoros)und barbarischen Trieb (deuj). Wenn dieser Trieb die Seele regiert
(noıualvov), erlangt die Begierlichkeit (emdywia) den Sieg. Der Autor hält ausschließlich den moralischen Aspekt der Allegorie des Paris fest, ohne die
philosophischen Bezüge, die man in den Recognitionen fand.
Das findet man wieder in der Allegorie des Apfels. Eris ist das Laster
des Wortstreits. Der goldene Apfel ist der Reichtum, der Streit erregt.
Pagina 5
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)verdirbt die Schönheit der Seele (Aphrodi
te), selbst der Keuschen (Hera)
und der Tapferen (Athene). Man wird
nicht übersehen, daß der olde he
Apfel im Urteil des Paris mit dem aus
dem Garten der Hesperiden idenn j
fiziert wird. In gewissen Traditionen
(Coluthus, Rapt. Hel. 59-61) find n
sich das wieder und bezeichnet einen
Übergang vom Urteil des Paris: 1
Tat des Herakles im Garten der Hesp
eriden. Die Exegese des Ful entius
zeigt
hier eine gewisse Unabhängigkeit. Die drei
einem Hirten verglichen wird, der die Leidenschaften (die Tiere) leitet,
einem bei Philon von Alexandrien häufigen Thema. Herakles, der die Leidenschaften überwindet, ist das Gegenteil von Paris, dem schlechten Hirten, der sich von ihnen beherrschen läßt. Der Parallelismus: Herakles
zwischen dem Laster und der Tugend, und Paris zwischen Aphrodite und
Athene, ist auf gemalten Vasen bekannt 9,
Göttinnen sind die
drei
Formen von Leben: die Kontemplation
(theorica), die Tätigkeit (practica),
und das Genießen (philargica). Diese
Einteilung kommt von Platon (R
441,
580 d) über Plutarch (Lib., ed,, 10). Die
Tatsache, daß Zeus du
Urteil Paris überläßt, bedeutet die Acht
ung Gottes vor der Freiheit des
Menschen, aber auch die Unkenntnis
der Heiden über das Urteil Gott s
Der goldene Apfel ist die Begierlichkeit
(cupiditas, ix.9ruia),
schö
n
schein, aber nicht in Wirklichkeit.
ann An
Die dritte Füllung des Triptychon der
Homilien ist deren Eigengut. Si
zeigen uns Herakles als Gegenstück
des Paris. »Herakles ist der esunde
(rss) und philosophische (Fıköoopos)
Geist (voös), rein von jedem Last (raxia) «. Er bereitet der Schlange als
»sein Haupt und der Hüterin des
Reichtums« den Untergang. Das ist
eine offensichtliche Anspielun
f
die Eroberung des goldenen Apfels
(des Reichtums) aus dem von de
Schlange bewachten Garten der Hesp
eriden durch Herakles. Es fälle in
die Augen, wie diese Episode sich durc
h die Anspielung auf die Schla ve
verflicht mit der Geschichte Adhills,
und durch den Hinweis auf den A hr
ı
der Hesperiden zugleich mit der des Paris
. »Er durcheilt (duzeomoor
ei fn
Welt, sucht die Seelen heim (xiönuiv)
und erzieht, wem er begegnet on
sagen, die Menschen, die reißenden
Löwen gleichen ängstliche Hi h
kühen, wilden Ebern, wendischen Hydr
en.«
Der Symbolismus des Herakles, der als
die Vernunft betrachtet wird, di
über das Animalische triumphiert, das
heißt über die Leidenschaften f nr
auf der stoischen Linie !7, Die Berührun
gspunkte mit Heraklit (Al h m.
33) sind hier
frappant. Herkules ist rein von jeder
Sünde. Er ist Phil oh
Er belehrt die Menschen. Er obsiegt
über die Hirschkuh welche di Fe,
heit symbolisiert, und über den Löwe
n, der den Zorn darstellt. Das The
m,
ist ebenso kynisch und wurde
von Diogenes behandelt 1, Man
sieht
die Verbindungslinien zwischen dies
em Thema und dem des voös, der
mit
232
*
Der Vergleich dieser verschiedenen Versionen erlaubt uns einige Schlüsse
über den Charakter einer jeden von ihnen. Hinter den Homilien und den
Recognitionen steht der Text der »Grundschrift«, die nur die Hochzeit
und das Urteil behandelt. Die wesentlichen Elemente sind folgende: das
Festmahl und die Welt; die zwölf Götter sind die zwölf Tierkreiszeichen;
Thetis und Peleus sind das Wasser und die Erde, die Prinzipien der Welt;
die drei Göttinnen sind die Züchtigkeit, die Tapferkeit und die Lust; Paris
ist das falsche Urteil, das der Lust nachgibt. Dies sind die den Homilien
und den Recognitionen gemeinsamen Elemente. Es handelt sich dabei um
eine zugleich physische und moralische Exegese stoischer Eingebung. Sie
kann bis zum Anfang des 3. Jahrhunderts zurückreichen.
Der Autor der Homilien hat dem zentralen Thema zwei neue hinzugefügt: das von Achill und Polyxenes; und das von Herakles als dem Überwinder der Unwesen. Er hat deren Symbolismus nicht erfunden, mindestens
nicht für letzteren, der sich schon bei Heraklit findet. Also handelt es sich
auch da um eine geläufige stoische Allegorie. Er entwickelt den moralischen
Aspekt, insbesondere durch den Symbolismus des goldenen Apfels, der den
Reichtum bezeichnet. Aber vor allem spannt er das zentrale Ereignis, nämlich das Urteil des Paris, in einen wahrhaft anthropologischen Rahmen,
der die Erschaffung des Menschen, seinen durch die Schlange verursachten
und die Frau vollendeten Fall, die Niederlage der Schlange durch den
Adyos, und dessen Einkehr in der Seele der Menschen, um diese wiederaufzurichten, umgreift.
Schwer entgeht man dem Eindruck, daß diese Anthropologie durch den
Bericht der Genesis beeinflußt sei. Alle diese hervorgehobenen Züge berühren sich tatsächlich mit Einzelheiten der Genesis: der erwachsene Mensch,
die Verwundung der Ferse durch die Schlange, die Rolle der Frau, der para253
Pagina 6
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)diesische Garten, die Frucht, die den Fall hervorruft?°. Mehr noch:
einzelne den heidnischen Quellen fremde Züge sind eingeführt, die de
Parallelismus noch verstärken: Prometheus, dem Bericht über die Ersch R
fung der Pandora entlehnt, der die Vorsehung ist, »durch die alles Bemache
wurde«; die Schlange (öp:s), nicht der Drache (de4dxw»), der den Paradiese
baum bewacht!; das Gift der Schlange — und nicht einfach der
Pfeil — der den Tod Achills verursacht; der Apfel des Paradiesesgarte j
der auch der des Falles ist. Das Thema des »Strebens nach Reichtum al
Quelle aller Übel« erinnert an Tim., VI, 10. Das alles läßt an Ähnlichkeiten
zwischen griechischen Mythen und biblischen Erzählungen bei Justin, Cl
mens von Alexandrien, der Cohortatio ad gentiles und Methodius von
Olymp denken. Auch der Christ Clemens führt die Erzählung im Munde
und schließt, indem er sagt: »Man hätte diese Dinge auch klar und in
ofener Sprache regen können; statt dessen haben die Menschen sie unter
een
Arsen verhüllt«
a
( (VI ‚ 17). Damit
ekten Rätseln
i ist
ni
st nicht
i Grundlage, sondie
Das Thema des die Seelen heimsuchenden (&ziöyu0») Herkules ist eigenartig. Einerseits begegnet man bei Kornutos dem Thema des Herkules als
Aöyos, aber insofern er belebendes Prinzip des Universums ist (T’heol.,
31)
Heraklit dagegen zeigt ihn als persönlichen Asyo; des Einzelnen der die
Leidenschaften beherrscht. Aber das Thema des die Welt durcheilenden Herkules als Symbol des Logos, der die Seelen besucht, ist neu. Wir erinnern
uns, daß Justin schreibt: »Die Heiden wußten, daß bei den Propheten
sagt ist: Stark wie ein Held, der seine Bahn durchläuft (Ps., XVIII 9)
und sie erzählten, daß Herkules das All durchlaufen hat« (I Ap LIV ).
Man hat also sehr früh Herkules und Christus nebeneinandergestellt Ma
kann sich fragen, ob das auf unseren Autor eingewirkt habe.
a
So erscheint uns dieses eigenartige Stück einer zusammengesetzten Allegorie
das die Homilien bieten, als das Werk eines Christen, der zweifelsch
der Autor der Homilien selbst ist. Strecker hat auf dessen Geschmack .n
der Rhetorik, auf sein Interesse an der profanen Kultur aufmerksam e
macht (a. a. O., p. 267). Strecker versetzt ihn in die ersten Jahrzehnte des
IV. Jahrhunderts. Damit wäre er ein Zeitgenosse des Methodius von Ol ii
und ein wenig später als der Autor der Cohortatio. Seine Untersuchun z
der Analogien zwischen Christentum und Hellenismus erscheint sehr ver.
254
Die Hochzeit von Thetis und Peleus im hellenistischen
Allegorismus
ischen Dichtern
wandt mit der dieser beiden Autoren. Er macht aus griech
unbewußte Zeugen des christlichen Glaubens.
anderer. Er folgt, was
Der Fall des Autors der Recognitionen ist ein ganz
und kennt Achilles und
das Grundthema anlangt, streng seiner Quelle
Herakles nicht, Aber er läßt das Thema durch
den Heiden Niketas in
ng der zwölf Götter beim
astrologischem Sinne entwickeln: Die Platzordnu
eiszeichen; die Gerichte
Festmahl repräsentiert die Stellungen der Tierkr
Welt regieren und die erkannt
sind die Ursachen und die Gesetze, welche die
n und der Gestirne; diese
werden nach den Stellungen der Tierkreiszeiche
ze des Universums besitzen,
Gerichte kosten, daß heißt Kenntnis der Geset
unserer Freiheit ab, diese
das ist die wahre Weisheit; aber es hängt von
das Sinnenleben ankämpfen:
Weisheit zu erwerben. Dazu muß man gegen
Hermes ist das Wort, das
die Zwietracht ist das Symbol dieses Konflikts;
wenn sie die Belehrung verdie Einsicht belehrt; Paris ist die Einsicht;
dahingerissen und vernachweigert, wird sie von der Lust (Aphrodite)
).
lässigt die Tugend (Athene) und die Weisheit (Hera
nen sich in besonderer
Wir erinnern uns, daß der Autor der Recognitio
legung er sein IX. Buch
Weise für die Astrologie interessiert, deren Wider
nt. Mehrere Züge sind
widmet. Niketas erscheint als deren Repräsenta
Sie ist erstrebenswert
interessant. Die Astrologie ist die wahre Philosophie.
erfordert. Die Rolle
und beseligend. Sie ist Weisheit, die eine Bekehrung
Hermetismus und Astrolodes Hermes erinnert uns an die Bande zwischen
ahl der Götter wird der
gie, die Festugiere herausgestellt hat. Das Festm
hen Lust und Tugend wird
wesentliche Vorwurf. Die Wahl des Paris zwisc
Unwissenheit in Bezur Entscheidung zwischen der Philosophie und der
tion des Hermetisziehung gebracht. Diesen Sinn hat ägıs auch in der Tradi
Recognitionen in die
mus (CII, IH, p. 14). Strecker datiert den Autor der
Mitte des 4. Jahrhunderts. Damit haben wir ein
Zeugnis für die Lebensdieser Lehre, die die Allegorie des Festmahls von
Thetis und Peleus durche. Die Darstellung
kraft des astrologischen Hermetismus zu dieser Epoch
zieht, muß vom katholischen Autor der Recognitionen
stammen. Er selbst
hnung der allgemeinen
scheint das nahezulegen, wenn er nach einer Erwä
Exegese der »Grundschrift« sie zu einer besonderen
Anwendung auf sein
eigenes Thema verwendet”,
haben wir den Eindruck, daß er
Wenn wir uns nun Sallustios zuwenden,
Pagina 7
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)die stoische Exegese der Hochzeit und des Urteils, wiesie
die»Grundschrift.
* bietet, wohl kennt. Die Reihenfolge seiner Darlegung,
in der es sich zunächst um zo6ros und die kosmogonischen Mythe
n handelt, um dann zur
„ Allegorie zu kommen, mit der wir uns beschäftigen
, ist derjenigen der
»Grundschrift« gleichlaufend. Aber er bezieht Stellu
ng gegen die stoische
Interpretation. Nicht mehr das Festmahl der Götter
ist das Bild des Kosmos,
sondern der goldene Apfel. Das Mysterium hat also
zuerst einen theologischen Aspekt: Die Zwölf Götter sind die Öwvausıs, mittel
s deren der höchste
Gott das Universum regiert. Das ist eine Kritik an der
kosmischen Religion.
Diese Götter geben sich den Anschein des Gegensatzes.
Das stimmt aber
nur äußerlich. Dieses Grundprinzip der homerische
n neuplatonischen Allegorie trifft man wieder bei Syirianus und bei Proklo
s =”, Der Irrtum des
Paris besteht nicht darin, Aphrodite, die Schönheit, zu
bewundern, die eine
der övvaueıs ist, sondern sich an sie allein zu binden
. Das tut die Seele,
die auf dem Niveau der bloßen Sinnenhaftigkeit (aio®,0:
:) lebt und der die
Vernunft fremd ist (ä0yo;) (8).
Fulgentius endlich stellt uns einer letzten Entwicklun
g gegenüber. Seine
Exegese ist rein anthropologisch, wie die der Homili
en. Und wie in den
Homilien verbindet sich das Thema Achill mit dem
der Hochzeit und des
Ürteils. Aber ihre Anthropologie ist die des Heide
ntums des 5. Jahrhunderts. Einerseits sind die zwölf Götter hier darges
tellt in Entsprechung
zu den zwölf Teilen des Köpers. Der Mensch ersche
int als eine Art Mikrokosmos. Das liegt in der Linie des lateinischen Hermetismu
s
des Martianus
Capella. Die Identifikation der Seele mit dem
Feuer unterstreicht den
ınateriellen Charakter der Lehre *, Ferner symbol
isieren die drei Göttinven die drei Formen des menschlichen Lebens,
die Kontemplation, die
Aktion und die Lust. Das stammt aus der üblichen platon
ischen Exegese
des Urteils. Die Grundform, in welcher Fulgentius die
beiden Themen darbietet, ist Ausdruck der Schullehre, welche die
gewöhnliche Form des
Heidentums der Zeit repräsentiert.
*
Es ist immer gewagt, ein Gebäude mittels einige
r Fragmente zu rekonstruieren. Aber zumindest einige große Linien lassen
sich sichtbar machen.
Unsere Untersuchung stellt wenigstens dies fest, daß
das Thema der Hochzeit des Peleus und des Urteils des Paris einen
bevorzugten Platz in der
256
te unserer Zeit-
Philosophie der Mythen während der ersten Jahrhunder
sprünglich heidnischen Mythos.
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34
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(Aus dem Französischen übersetzt von Rolf Gügler)
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suivre Y’Claboration judaique et chretienne,