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TA ANA ) M.
Author(s): Max Wellmann
Source: Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin, Bd. 22, H. 3 (22. Tuli 1929), pp. 290-312
Published by: Franz Steiner Verlag
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Die Schrift Ifeo: ¿ong vovoov
des Corpus Hippocraticum
Von MAX WELLMANN
Die Schrift =. i076 vovoov, eine der wertvollsten des Corpus
Hippocraticum,
pfuscher und
ist
eine Streitschrift,
gerichtet
Quacksalber der damaligen Zeit.
gegen
die
Kur-
Das Streitobjekt
bildet die Epilepsie, die heilige Krankheit, wie sie der Volksmund
nannte.
Mit bitterem
Hohne bekämpft der Verfasser,
Ernst mit seiner téyvy ist,
dem
es
die abergläubischen Praktiken (Beschwörungsformeln, Sühneopfer und magische Künste), mit denen
die Schwarzkünstler diese Krankheit heilen zu können vermeinten.1)
Die Epilepsie — so heißt es bei ihm — ist ebensowenig göttlichen
Ursprungs wie
irgendeine
andere
Krankheit,
sondern
von derselben Beschaffenheit wie alle anderen?) und ebenso gut heilbar
wie diese.*)
Die große Entdeckung des genialen Arztes ALKMAION
von KROTON, daß das Gehirn der Sitz des Bewußtseins, der Empfindung und des Verstandes, kurz des gesamten geistigen Lebens
ist*),
und daß demzufolge jede Geisteskrankheit, also auch die
Epilepsie, auf einer Erkrankung des Gehirns beruht), dient ihm
als Stütze für seine scharfe Polemik.
Nach seiner Lehre regiert
das Gehirn den ganzen Körper (Cap. 16).
Es ist das Zentralorgan
aller menschlichen Tätigkeit, der geistigen und der körperlichen:
in ihm endigen die Nerven®), in ihm ist der Sammelplatz des Blutes
(Cap. 3), in ihm ist der Mittelpunkt alles geistigen Lebens (Cap. 16).
1) Cap. 1, Bd. VI S. 352 f., LITTRE.
2) Cap.1 (352), Cap. 2 (364), Cap. 18 (394).
Vgl. x. aeg. 22 (64, 15K.),
wo derselbe Gedanke ausgesprochen wird.
3) Cap. 2, Cap. 18.
4) Diets, Vors. 14A5, 11, 13.
5) Drecs, 14
A 5 (132, 32), B 4 (136, 7). x. io. Cap. 3, 14, 17 (Schluß).
9) n. to. v. Cap. 16, 3. Der Verf. von x. co. nennt sie durchgehend
plébes, pisfın, pâéfes dertai
ebenso wie die Arterien im Gegensatz zu den
Venen, den gisßss aiuatitidas, acudggoe (Cap. 15, S. 388, Cap. 19, S.390,4 =
ALKMAION, 14 A 18), der rrretires, von der ein Ast als pléw nayviein xai yıcyaorn
xœi xodocaty im Gehirn endet (Cap. 3).
hat den Terminus
0900 (Gänge,
Der PERIPATOS (ARIST., THEOPHR.)
Kanäle), der
schwerlich schon dem ALK-
MAION gehört (14
A 5, 10), sondern erst von EMPEDOKLES und DEMORRIT für
die Nerven aufgebracht worden ist.
Kranz, Herm. 47,
Vgl. FREDRICH, Hippokr. Unters. 67, 70.
Pagina 4
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ihm verdanken wir unser Empfinden und Denken!), dessen Schärfe
von dem Anteil abhängt, den der einzelne Körper an dem Pneuma
(nvedue,
ajo)
hat (Cap. 16°).
Das
Pneuma ist das belebende
und formgebende Prinzip der Materie.
Das Gehirn bringt die von
den Sinnesorganen durch die Nerven übermittelten Empfindungen
zum Bewußtsein;
es ist der éounveus dessen,
wirkt (Cap. 16, S.390, 11).
was das Pneuma
Die Augen, die Ohren, die Zunge, die
Hände und Füße verrichten, was das Gehirn als richtig erkennt
(Cap. 16,
S. 390,
13%).
Durch ein
Übermaß von Feuchtigkeit
(Schleim, Galle) wird das Gehirn in widernatürliche Bewegung versetzt (xevetodo Cap. 14, S. 388, 6) und das Gesicht, das Gehör (der
Geruch und Geschmack) werden aus ihrer Ruhe gebracht («rosuéGew).
Solange
aber
das
Gehirn
in
Ruhe
verharrt («rosuzon),
ist auch der Mensch bei Verstand (Cap. 14 5.388, 10).
Es ist kein Zweifel,
daß dieser ganze in sich geschlossene
Gedankenkomplex aus dem Krotoniaten ALKMAION stammt.
wissen,
Wir
daB er die Sinnesnerven, d. h. die Nerven des Gesichtes,
Gehörs, Geruchs und Geschmackes (mit Ausnahme des Tastsinnes)
entdeckt hat (14A, 5) und ihre Endigung im Gehirn beschrieben
hat.
Daß er den Ursprung der Blutgefäße ins Gehirn verlegt hat,
dürfen wir aus ARISTOTELES?) entnehmen.
Und was der Verfasser
1) Der Verfasser unterscheidet wie ALKMAION (14 A 5, S. 132, 22) zwischen
¿uveois
und
qodvnoi
(Cap. 16, S. 390, 14): mourmaus ist
und Willensvermögen,
das
Vorstellungsdas im ganzen Körper steckt, soweit er am Pneuma
teil hat, Evyeous (Yvoun) dagegen ist die absolut gefaßte Intelligenz, für die
das Gehirn der Vermittler ist (6 dueyysilov Cap. 17, 4: did que tov éyxépalor
elvas Toy Egumvevovıa tiv Evrsou).
Wenn dem Herzen pgörnsıs abgesprochen wird
(Cap. 17, S.394, 1), trotzdem Adern zu ihm führen (Cap. 3), so erklärt sich
das daraus, daß das von ihnen mitgeführte nvsvua infolge der Wärme des
Herzens verdunstet.
(Cap. 15, S.390,2.
pléfes atuoggot,
zu ihm führen,
die
WELLMANN, FGA 79) oder daß die
kein Pneuma enthalten.
Es liegt also
bei unserem Autor kein Versehen vor, wie REGENBOGEN, Symbola Hippocr. 33
annimmt.
yroun
¿úveois gebraucht unser Autor Cap. 16 (390, 16), Cap. 17 (392, 4).
Cap. 15
(390),
Cap. 16 (390, 20).
(390, 12, 15), Cap. 17 (394, 1, 2).
gpoovnoıs Cap.
7 (372, 21), Cap. 16
Einmal podrqua Cap. 9 (376, 22).
te xai yvaurny &yov Cap. 16 (390, 20).
qoormor
Von Wichtigkeit ist seine Übereinstimmung mit ALKMAION, wie sich später zeigen wird.
2) Vgl. DEMOKRIT bei DieLs, 55
A 106.
3) Vgl. Cap. 7, S. 372,21.
Die Worte verraten eine Ahnung des Unterschiedes der sensiblen und motorischen Nerven.
4) De part. an. III 4, p.665b 27: of S ev ın xepaln Aeyovıes ınv agyıv
tay \pleBay oùx 099
&©çs inélaBov (h. anim. III, 3, 30, Aub. WIMMER), wo mit den
oc ds
in
erster
Linie
der Krotoniate gemeint ist,
gegen den ARISTOTELES
Pagina 5
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)von x. io. über die Denkfähigkeit des Gehirns sagt, hat schlagende
Parallelen in den Bruchstücken ALKMAIONS. Man vergleiche
DIELS 14 A 5, S. 132, 31; 14A 11, S. 133, 34; 14A
5, S. 132, 26;
14
À 6; 14
À 8; 14
A 5, S. 132, 20 (14, B la). Besondere Beachtung
verdient folgendes Bruchstück 14 A 5, S. 132, 31 (14 A 11, S. 133, 34):
ündous di tag aicdioes cvvnoriodal nos moog tov iyxépadove
dò xai nnooücduı (sc. tag aicdmoac) (napa quowv)!) xevouuévou
xai petadddtrovros (sc. tov èyx.) tiv yooav: inıLaußavev?) yao
(sc. rév ¿yx.) tovg mégous, dov ai aiodyous = 7. io. 14: dtav yao
iyodtepos Tic quatog 7 (sc. 6 tyx.), dvéyxn xvieo Pct, xrvovuévov.
dè unta Tv Gwe drosuiLev?) mite tiv axonv, dda &llote dido
ó0dv xai dxovev...
bxdoov Ö av arosujon 6 &yaipalog yodvor,
Toooûroy xi poovet avFowmnos.*)
Der Trager aller seelischen Vorgänge ist nach ALKMAION das
Pneuma
(avedua, ajo),
das
durch
die
Atmung,
(re avanveiv)
durch Mund und Nase dem Gehirn zugeführt wird.*)
Es ist als
Vermittler des Seelenlebens in unablässiger Bewegung begriffen,
wie die Sonne, der Mond und die Sterne und deshalb wie diese
bekanntlich eine eigene Schrift IZgos zo Alxuœiwvos verfaßt hat (D. L. V 25).
Auch den Samen ließ er aus dem Kopfe kommen (Diets, 14
A 13).
Ebenso
der Pyth. bei D. L. vgl. WELLMANN, Herm. 54, 233 und DIOGENES VON APOLLONIA
in Abhängigkeit von ihm.
Vgl. Krause,
Diog. v. Ap.,
Progr. Gnesen
1909,
T. II, S. 15.
1) Vel. x. co. Cap. 14 (388, 6).
2) errıkaußavswv
in
der
Bedeutung
,,den
Durchgang
unterbrechen“
kennt auch unser Autor, Cap. 7 (372, 13), Cap. 9 (376 unten). Daneben gebraucht
er anopouttew, Cap.7 (374, 17), Cap. 9 (378, 5), wie TIMOTHEOS aus Metapont
(An. Lond. VIII, 19, 20) und «xoxisisev, Cap. 7 (372, 21; 374, 4, 11).
3) ALKMAION (14A 11, S. 133, 36) hat
foeueër,
das
unser
Arzt
auch
einmal verwendet, Cap. 10 (380, 5) in der Bedeutung ,,ruhig sein, stillstehen‘“
von der Atmung gesagt.
Vgl. REGENBOGEN, a. a. O. 52A1.
KRANZ, Wortindex zu DIELS, S. 7geueiv.
4) Vgl. WELLMANN, Herm. 54, S. 239. FMG. S. 104. Dies, Herm. 53, 75.
5) Dies,
14 A5:
ôoponiraodar
nvetuo muds tov eyxépalov.
de gioir Gua tO dvanveivy dvayovıa TO
Vgl. 14
À 6.
ano 14A5, S. 132, 26.
ALKMAION
ist also der Begründer der Pneumalehre in der Medizin, soweit unsere Kenntnis
reicht.
Entnommen hat er sie dem Milesier ANAXIMENES, der alle Dinge aus
der Luft durch
18, S.394, 11
Verdichtung und Verdünnung entstehen ließ.
= Anax. 3A
7, S. 23, 14.
(DEMOKRIT) hat STRATON gekannt.
Die
Vgl. x. io. v.
Pneumalehre des ALKMAION
Vgl. Diets, Über das phys. System des
Straton, Sitzber. d. Berl. Akad. 1893, S. 17 (117).
Den Beweis liefert die Vergleichung von Plut. de lib. et aegr. S.2, 43 (DUBNER) mit ALKMAION 14
Pagina 6
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)unvergänglich.!)
Dieselben Gedanken lesen wir ausführlicher in
unserer Schrift.
Der Mensch, so heißt es Cap. 7 (372, 14), nimmt
durch den Mund und die Nase Pneuma in sich auf, das zunächst
ins Gehirn geht (Cap. 162), hierauf zum größten Teil in den Unterleib, zum Teil aber auch in die Lunge und die Adern.
Von hier
aus zerstreut es sich durch die Adern in die übrigen Körperteile.
Und was in den Unterleib geht, hat den Zweck, ihn abzukühlen
(Cap. 7 dtawiyav,
Nutzen.
Cap. 4 dvœwiyav) und sonst weiter keinen
Was dagegen der Lunge und den Adern zugeführt wird,
hat Nutzen; denn es gelangt in das Gehirn und verursacht dort
Geistestátigkeit und Bewegung.)
|
Das Pneuma, das in den Adern mit dem Blute zirkuliert (Cap. 4,
S. 368,1;
Cap.7,
S.374,
10), kann auch nach der Auffassung
unseres Arztes nicht stillstehen, sondern ist in steter Bewegung
nach oben und unten: où yao otóv re tO nveüue otivad), dle yoost
vo te xa xcéro (Cap. 4, S.368, 4°).
Ist die Zirkulation des Pneuma
gestört, so wird der Körperteil, der davon befallen ist, kraftlos
(axoatijg,
Cap. 4)
Stimmverlust
und es
(Cap.7,
tritt Erstarrung (v&oxn) ein (Cap. 4),
S.372,
10),
Erstickungsanfalle,
Krampf
(onaouds) und Schmerzen (Cap. 7), wobei das Pneuma in Aufruhr
gerät und nach oben und unten durch das Blut hindurchstürmt
1) Diets, 14 A 12.
S. 238.
Dasselbe
gilt
STRATON bei Plut. de soll. an. 3, p. 961 A, Herm. 54,
von den
Winden.
Vgl.
Cap. 13,
S.386,3;
Cap. 18,
S. 394, 11.
2) Vgl. GAL. IV 502: tots dE avdus due Toy guy sis tks xaTH TOY Eyxépoalov
xoulias Égyeo dar To nvevua doxeî.
3) Ich lese Cap.7 S. 372, 18: xa 000» uév es tn xoelinv doyetel, tovto
pev tHv
xodinv
cov nAsvuove
duayiyer nai dido ovdéy SuuBaddetor.
ano Evufülletor [es tas xovdiac
6 O €; tag pléBac xai
vgl. 372, 13] go> xai <yaoy
Èc tov éyxépoñor Eoyetae xai OUIM THY pgornow xai 179 xivnow toco: uëlsor (durch
die sensiblen und motorischen Nerven) nageyeı. Anders WILAMOWITZ (Sitzungsber. d. Berl. Ak. 1901 S. 7), der die Worte Euufediezo Es rag xocdias und
xal Es Tov Eyxépalor Eoysıaı xai ovrw tilgt. Aber godrnuıs und xivneıs können
nach
der
Auffassung unseres Arztes doch nur im
Gehirn erzeugt werden,
also muß das Pneuma der Lunge und Adern dorthin gehen.
Freilich leidet
nach Cap. 16 (390, 20) darunter die xa%egórns des Pneuma, aber ALKMAION
unterschied nach ARISTOTELES und THEOPHRAST (14 A5 S. 132, 31.
14A 10
S. 133, 26) verschiedene Grade der xadoporns. Vgl. REGENBOGEN a. a. O. S. 20.
4) Vom Blute heißt es dementsprechend zo afua Zorn Cap. 10 (380, 6),
tornos 10 aluo Cap. 7 (374, 15).
Das Blut gerinnen machen ist n7&a« Cap. 9
(376, 19) oder anonneaı Cap. 9 (378, 5).
5) Vel. Cap. 7 (374).
HERAKLITS.
Der Ausdruck erinnert an das bekannte ¿vw x4tw
Pagina 7
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)(Cap. 7, S. 374, 10). Damit vergleiche man, was ALKMAION (14 A 5,
S. 132, 32) über die Wirkung der Verstopfung des Pneuma in den
Gehirnnerven sagt: dso xai xnoodo Fe: (tag aiaPyces) (nece púa)
xivouuévou xœi petadddrrovtos (sc. tod éyvx.) THY yHouY’ inapBevey
yao tous ndoovs, di wy ai «icdnowus.
Nach der Lehre unseres Arztes dienen die Adern dem Körper
als Atmungswerkzeuge (dvanvow: rod oœuaros, Cap. 4, S. 368),
insofern als sie das avedue der atmosphärischen Luft zu allen Organen
leiten. Es ist sehr merkwürdig, daß ihm die Bedeutung der Lungen
als Vermittler des eigentlichen Atmungsprozesses fremd ist. Aus
der Bedeutung, die er dem Blute zuschreibt, erklärt es sich, daß
nach seiner Auffassung Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod
an das Blut gebunden sind (Cap. 7, S. 374, 13).
Das Blut gerinnt
bei übermäßiger Abkühlung (Cap. 9, S. 376, 19; 378, 5), bei übermäßiger Erhitzung wird es zum Sieden gebracht (Cap. 15, S. 390, 2):
in beiden Fällen entstehen, wenn das Gehirn in Mitleidenschaft
gezogen ist, Gehirnkrankheiten. Kein Wunder, daß er auch den
Schlaf und den Traum auf die Bewegung des Blutes zurückgeführt
hat. Cap. 15 (S. 390, 3) heißt es: &oyeraı dè (sc. To œiua) xare
tac qplébes nold tag moosronpévaes (d. h. die «iuarizides), örav
tuyxdın Gvdownos éoiwy ivinviov (d. h. ¿v tH Unvo) pofeocóv* xai
iv novo 7° Gonzo OÙv xai &yomyoporı tore púliora tO Nodswnov
phoyi&... dxdtav poßitaı... ovtw xai do no Ünvo noyau Órav de
entyontaı xai xatapoovion xl To «ipo néliv cudaoti ks tac
phëfæs (so 3, gemeint sind die Verástelungen der 2 Hohlvenen,
nicht die eiuarirides), nénavte:. Hiernach hatte unser Arzt den
Schlaf aus dem Zurücktreten des Blutes aus den Extremitäten
(948855) in die pAéBeg œiuautirides, besonders des Gehirns (Cap. 3,
S. 366, 20), hergeleitet (die Traumbilder aus dem reichlichen
Blutes) und das Erwachen daraus, daß das Blut sich wieder in
die pAsßas (nicht pA&ßas noosıonueves, wie die Vulgata hat) verteilt. Das ist aber genau die Lehre ALKMAIONS (14 A, 18): dAxpaion
dvaywonosı tod wluurog eis tas aiudopovs phiBus Unvov yiveo tui
gna, Tv dè &Etyepoıw Öıdyvow, tiv de navrei] dvaymonaw (did
tig wi&eog add. Gal. S. 646, DIELS) Savarov, Diese Übereinstimmung ist um so bemerkenswerter als abgesehen von dem Verf.
der Epid. VI, 5, 15 (V, 320, 6 L.) und von IZ. quo. 14 (VI, 110) die
alten Physiker und Ärzte wie XENOPHANES, PARMENIDES, ANAXAGORAS, LEUKIPPOS, EMPEDOKLES, DEMOKRIT, STRATON, EPIKUR,
ASKLEPIADES aus Bithynien und ARISTOTELES den Schlaf aus dem
Pagina 8
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Verhalten des Pneumas oder der Abkühlung der Körperwärme
erklarten.
Im
dritten
beschreibung.
Kapitel (S. 366)
FREDRICH
steht
eine
kurzgefaBte
(S. 59f.) hat über sie
Adergehandelt und
ihr ihre Stellung in der medizingeschichtlichen Überlieferung angewiesen.
Ihr Zweck ist es, den Nachweis zu liefern, daß alle Adern
sei es direkt, sei es indirekt, mit dem Gehirn in Verbindung stehen,
dem
Krankheitssitz der
Epilepsie:
aida yao atriog 6 tyxéiqedos
TOUTOU TOU ndds0s, WONEO THY KhiwY VOUOUÉTHOY THY usyiotoa».
Dadurch wird es verständlich, daß manche Zweige, vor allem die
nach den Extremitäten führenden Verästelungen fehlen.
Das
Bild,
das
wir
aus
seiner Darstellung
gewinnen,
ist
folgendest):
1.
Das
Gehirn
(Kopf)
zu ihm gehen alle Adern.
ist
das
Sammelbecken
des Blutes;
Vgl. Dioc. v. APoLL. 51 B 6, S. 427, 3,
DIELS (“vo sig tiv xegadiv sc. ai qpdéBes Telvovoı).
2.
Es gibt zwei Hauptstämme, von denen aus der ganze Körper
mit Blut versorgt wird: die Hepatitis rechts und die Splenitis links.
Beide gehen nach unten bis zu den FüBen, nach oben durch das
Zwerchfell, die Lunge und das Schltisselbein in den Kopf (Gehirn).
Vgl. Dioc. 427, 12 f.
3.
Von den beiden Hauptstammen geht ein Zweig zu dem
Herzen und den Armen.
4.
Vgl. Dioc. 427, 10, 12.
Die nach dem Nacken hingehenden Hohlvenen (Hep. u.
Splen.) treten stark zutage, am Ohre liegen sie versteckt.
Vgl.
Dıoc. 428, 8.
5.
Neben dem Ohre liegen zwei Stränge, mehr nach innen zu;
der eine (größte, dickste und hohlste) geht zum Gehirn, der andere
nach dem Ohre, Auge und der Nasenhöhle.
Vgl. Dioc. 428, 10.
Vergleicht man dies Adersystem mit dem des DIOGENES
(Arist. h. a. III, 2; DieLs, 51 B 6), so leuchtet ein, daß es ihm
weit näher steht als dem des PoLvBos (ARIST. h. a. III 3. Ps. Hipp.
a. 9. «vo. Cap. 11.
FREDRICH, 17, 22).
Beachtet man nun, daß
das xaleitaı 4 uèv ondnvitic, 1 de hnarirıg (DIELS, S. 427, 13) und
das aura: dì onaouarirıdss xwhoüvraı (429, 10) bei DIOGENES auf
eine ältere Terminologie, d. h. also auf eine ältere Vorlage weist,
noch mehr aber die Tatsache, daß ein Passus (429; 4 ¿repr — dotéouc)
1) Vgl. die schematische Zeichnung des Adersystems des DIOGENES bei
KRAUSE, a. a. O., II, S. 17.
Pagina 9
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)im Widerspruch steht zu seiner Lehre von der Samenlosigkeit
der Frauen (DIELs, 21 A 27), so dürfte der Schluß nicht allzu
gewagt sein, daB er sein ganzes Adersystem einem älteren Arzte
verdankt, d. h. demselben Arzte, den der Verf. von x. io. zu Rate
gezogen hat.
Da auch ihm der Kopf (Gehirn) als Sammelplatz
aller Adern gilt, so ist die Vermutung?!) nicht von der Hand zu
weisen, daß kein anderer als ALKMAION der Stammvater dieses
Adersystemes gewesen ist.
Diesem großen Arzte verdanken wir
also das älteste Adersystem, das im 5 Jahrhundert in ärztlichen
und philosophischen Kreisen zum Teil maßgebend geworden ist
und
das sich vorteilhaft abhebt von
denen der Hippokratiker
PoLyBos und SYENNESIS, die natürlich letzten Endes auch auf
ihm beruhten.
Die Entdeckung des Herzens als Zentrum der Bewegungen des Blutes blieb dem 4. Jahrhundert vorbehalten; sie
stammt aus der sizilischen Schule.
Der knidische Verfasser von
x. vovooyv IV, 33 (um 350) und der Autor von x. ceox@v 5 (VIII, 590
aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts) sind dafür die ältesten
Zeugen (vgl. FREDRICH, S. 64 f.).
Bemerkenswert
ist noch,
daß der Verf. von x. io. (Cap. 7,
S. 374, 4) den Pulsschlag (oqv¢ecv) erwähnt als eine Folge der
Absperrung der Adern von der Luft. Er kannte also den Unterschied von Venen und Arterien, der qdéfes «ipógoo: (Cap. 15,
S. 388, 19; 390, 4) und qdéfes, ebenso wie ALKMAION
nach der
richtigen Beobachtung von FREDRICH, S. 67.
ALKMAION (14 B 4 D.) hatte nach AETIOS die Gesundheit als
eine anhaltende Gleichverteilung (cuvexrixy ioovouiæ) und symmetrische Mischung (ovuuergog xo@oıs) der entgegengesetzten Kräfte
des Körpers, des Feuchten-Trockenen, des Kalten-Warmen, des
Bitteren-Süßen usw. bestimmt, die Krankheit dagegen als eine
Alleinherrschaft (uoveoyie) des einen dieser Gegensätze. Die Ursachen, welche Krankheiten erzeugen, sind nach seiner Lehre
Zunahme bzw. Verminderung von Hitze (7047) oder Kälte (gléyuæ),
übermäßige oder verminderte Nahrungszufuhr. und von äußeren
Ursachen das Trinkwasser, die Örtliche Lage, übermäßige An-
1) FREDRICH, S. 67.
2) Vgl. FREDRICH, S. 61.
Das Herzklopfen nannte er nœluôs, 7 xagdin
naddetas (Cap. 6, S. 370, 13, 20, S. 370, 17).
Ebenso der Verfasser von #. vovo.
II 4 (VII 10 Z. 19f): ad pdéBes opviovar und tay plsfiwr apuiortor xai nallosro»,
Pagina 10
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Strengung und Not.
Die Stellen, die von Krankheiten befallen
werden, sind Gehirn, Mark und Blut. Bestatigt und ergänzt werden
diese Angaben
durch
die
bekannte Definition!)
der
Heilkunde,
die in PLatos Symposion (186 C D) der Arzt ERYXIMACHOS vorträgt.
Sie lautet: gore yao lato, oo èv xepadaio sinetv, inıorijun THY tov cœuaros sowtixdy moos nAnopovyy ai xéivwoty, xai 6
diuyiyvosoxiar tv toúrois tov xaddv te xul aloyoòv torta, ovrds
¿otiv 6 latpixcitutos, zul 6 nerwßdilsv nov, More dvri tov étéoov
Eowrog tov tregov xräcdeı, zul ois un Evsotiv [ows], der Y ¿yyevéodai, imordauevos tunorijou: xai &vovru ¿Eshsiv, dyados dv sin dnprovoyós.
sivar
dei yao On ta tydiota dvra tv ro owuarı pida oidy 1°
noıeiv xai to@v dlddgicov: tori de ty Diota ta èWvavrdtara,
wuyooy deoud, mxoov yluxsi, Enpov bye@, ndvta tè TOLUUTO:
rovroıs Émormdreic Eowra éunotijou: rol budvorav è quireoos modyovos Aoximniög ... ouviotnoey tiv mueréouv réyynv.
Diese
Worte
besagen
folgendes:
Der
menschliche
Kôrper
natiirliche Neigung zur Anfüllung und zur Ernährung.
hat
eine
Da die
Gesundheit auf der Symmetrie (Harmonie, xaAdg &owg) der im
Körper hervortretenden Neigungen beruht, so ist es Aufgabe des
Arztes, nach Feststellung des Tatbestandes die schädliche Neigung
(den «/0700s ¿ows), die xévworg oder die nAnouovn, d. h. das Zuviel
oder das Zuwenig durch Hervorbringung entgegengesetzter Wirkungen zu bekämpfen und alles auf die richtige Symmetrie zurückzuführen.?)
Es ist das Verdienst von WACHTLER
(a. a. O., 79)
im Anschluß an ZELLER ALKMAION als Quelle dieser Definition
des ERYXIMACHOS erwiesen zu haben.
Das Neue, das wir fiir ihn
daraus gewinnen, ist, daB er Vertreter der allopathischen Behandlungsweise der Krankheiten?) gewesen ist, und wenn WACHTLER
mit seiner Annahme Recht hat, daß der Verfasser von x. doy. into.
14 (S.15, 13K) mit den Worten oi mo@roe svoóvres xt. ihn
im Auge gehabt hat, dann gehört auch der SchluBsatz bei PLATO
unserm Arzt.
Es ist nun ein sehr beherzigenswertes Faktum,
1) Vgl. dazu die Definition, die der Verfasser von x. téyyns Cap.3 gegeben hat und dazu GomPErz, S. 116.
2) POSCHENRIEDER, Die plat. Dialoge in ihrem Verhältnis zu den hipp.
Schriften, S. 61f.
3) Aus PLATO stammt THEO SMYRNAEUS, S. 12, 16 (HILLER). Denselben
Standpunkt wie ALKMAION vertraten der Verf. von ZZ. gvow» (der jüngere Hipp.)
Cap.1 (VI, 92, 10 L.), Potysos ZZ. p.«v%o. 9 (VI,52) und der Verf. der Aph. II, 22
(IV, 476). Diese Heilmethode wird also von HIPPOKRATES dem ALKMAION
entnommen sein.
Vgl. ALEx. v. TR., II, 461.
Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin.
Pagina 11
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)daB die Ansichten ALKMAIONS über die Entstehung der Krankheiten und deren Behandlung auffallende Parallelen in der Schrift
x. io. (Cap. 18, S. 394, 101) haben.
Da heißt es: Der Mensch
erkrankt durch die æÂfouoi oder xévoois (xo roocidvrow te xai
&nıdvrov ist der Ausdruck, auch Cap. 13, S. 386, 12), durch Kälte
oder Wärme (wöros, fluoç-gléyue, zoAn), durch abnorme Zunahme
von Wärme, Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit (vgl. Cap. 14,
S. 388, 3 f.; PLAT. 188 A) und durch die Winde (rvevuzre), welche
sich beständig ändern und niemals stille stehen, d. h. durch äußere.
Ursachen.
Der Arzt muß imstande sein, in jedem einzelnen Falle
den Zeitpunkt zu bestimmen, wann dem Kranken die Nahrung zu
wehren oder zu mehren und wann sie ihm zu entziehen oder zu
vermindern ist.
Betreffs der Behandlung aber muß er bei einer
jeden Krankheit, um sie schnell zu bewältigen, das anwenden, was
ihr am feindlichsten ist, und nicht das ihr Befreundete und Gewohnte; denn durch das Gewohnte wird sie gesteigert, durch das
ihr Feindliche wird sie beseitigt und geschwächt.
(unten): voy
yao
xai
iv
tavty
Vgl. 18, S. 394
ti vovow xal èv tiow ülinoıv
anconor py avesv ta voonuare, dile rovyev (onevder Tovysv
vulg.) toocpigovta tH vovow TO nodemicitatov &xdorn, xai un TO
piñov xai (pid. xai om. 3) cune» Uno uèr yao Tic ovrndeinc
deli te (om. vulg.) zei avEerar, úno de rod noleuiov pdiva ve
(om. vulg.) xa duavoodtaı.
Die Epilepsie entsteht nach Cap. 2 (S. 364, 15) entweder durch
Vererbung?) oder durch
Erkrankung des Gehirns (Cap. 3).
Begründet wird die Vererbungstheorie mit der bekannten Lehre, daß
der Same aus allen Teilen des Leibes stammt: ®s 6 yóvos Eoysraı
navrotey tov couaros, and te TÜV Üyıno®@v byinods xl and THY
vooso@y voosods, eine Lehre, die ARISTOTELES (de gen. a. I, 33f.)
bekämpft hat.
Sie war im 5. Jahrhundert allgemein verbreitet.
1) Über die Ubereinstimmungen
mit ALKMAION später.
der Kridını yrüucı in der Ätiologie
.
2) dgyetoe dé (sc. 7 érul.) Gonsp nai tadle voonuare xate yévos lauten
die Worte. Natürlich sind unter alla rooquara die anderen Gehirnkrankheiten
wie Manie, Lethargie und Phrenitis zu verstehen. Vgl. Cap. 3, S. 366, 5; Cap. 18
(Anfang); REGENBOGEN, 28. Der Sinn der Worte ist klar: Die Epilepsie wird
wie die anderen Gehirnkrankheiten durch Vererbung auf die Kinder übertragen.
Freilich ist der Ausdruck ungeschickt. Man gewinnt den Eindruck, als stünde
der Verfasser unter dem Banne der altknidischen Schule (FREDRICH, 34):
kennt er doch als Krankheitssitz nur das Gehirn, Mark und Blut (DieLs, 14 B 4).
Pagina 12
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)ANAXAGORAS!) und DEMOKRIT?) haben sie gekannt. Ihr Schöpfer
ist der ,,pater medicinae Graecae‘* ALKMAION, der die Annahme
des PYTHAGORAS3) von der Herkunft des Samens aus dem Rückenmark nach Cens. V, 2 f. in folgender Weise widerlegt hatte: Hipponi
vero Metapontino ...ex medullis profluere semen videtur...
sed hanc opinionem nonnulli refellunt, ut Anaxagoras, Democritus
et Alcmaion Crotoniates.
hi enim post gregum contentionem non
medullis modo verum et adipe multaque carne mares exhauriri
respondent. Danach hatte er bei Sektionen von Tieren, die nach
dem Zeugungsakte getôtet waren, eine Verminderung nicht nur
des Rückenmarks, sondern auch des Fettes und Fleisches festgestellt. Er nahm also an, daß der Same, der nach seiner Lehre
(als orayav iyxepéhov) vom Gehirn kommt*), von allen Teilen
des Leibes etwas mitbekommt, von den gesunden Gesundes, von
den kranken Krankes. Der einzige Autor des Corpus Hippocraticum,
der, wenn ich nicht irre, diese Lehre gleichfalls vertreten hat, ist
abgesehen von dem Verf. von ZZ. &éo. (S. 56, 10 K), der ja mit unserem
Arzte identisch ist5), jener knidische Arzt, aus dessen Feder die
Schrift Zlesot quo, masdiov stammt (Cap. 1, 3, 8, 32) und dessen
Worte wie natürlich gleichfalls Anklänge an unsere Fassung der
Lehre aufweisen. Cap. 3 (VII, 474, 5): tiv de yoviv nue enoxoivecFar NÓ navròs tov couaros, XUL UNO TÓV otEREGV nal and THY
paldaxóv 7). Cap. 8 (S. 480, 7): zul &v aver: ti, youn ¿Etoyeros...
ano Tevtos tov COUÉTOS, xual ano TGV aotsviny dodevis xai and
Tv. ioyvo@v ioyvoy (mittelbar aus ALKMAION).
Der Gedankenkomplex unseres Autors (Cap. 2, S. 364, 15—366, 4) beruht also
auf den Lehren desselben Arztes, dessen Spuren wir auch sonst
in seiner Schrift nachgewiesen haben.
Ist es bei diesem Sachverhalt glaublich, daB dieser Passus
interpoliert ist,
Wie
REGENBOGEN
S.26 zu
erweisen versucht
?
Auch die Worte S. 366,2: toio: de yolwdeoiw où noooninte und
1) Vgl. Cens. V 2f., Arist. de gen. an. IV 50, wo mit den ¿veo ANAXAGORAS
gemeint ist.
2) Aet.
V
3,6, S. 417.
[GaL.] Ogo, XIX 449.
Lucrez,
IV 1035 f.
3) Der pyth. Arzt Hırpon aus Metapont hatte sie nach älterem Vorbilde
vertreten. Cens. V2, DieLs, Dox. 189.
*) Aet.
V3,3.
Driers,
14A 13.
Ebenso der Jungpyth. des DroG. L.
WELLMANN, Herm. 54, 233 und Diogenes von Apoll.
WACHTLER, S. 62 f.
5) WILAMOWITZ, a. a. O., S. 16.
KRAUSE, a. a. O., S. 15.
REGENBOGEN, a. a. O., S. 24f.
Pagina 13
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)py dvexoivey unte yoladsa unte pleyuarodez sind untadelig, wenn
man bedenkt, daB auBer dem Schleim auch die Galle als Erreger
von Geisteskrankheiten (Phrenitis, Melancholie, Manie!) unserem
Arzte gelten (Cap. 15), und daB er in unserem Abschnitte auch die
übrigen Geisteskrankheiten (r@AA& voorjpetea) berücksichtigt.
Erwähnung der Galle ist also durchaus am Platze.
Die
Kurz, es ist
nach meiner Meinung in Cap.2 nichts zu ändern und nichts
zu streichen.
Man vergißt zu leicht, daß wir uns in der Zeit der
ersten Anfänge der wissenschaftlichen Naturerkenntnis befinden,
wo der Schriftsteller, sei er Arzt oder Physiker, bei dem Fehlen
jedes Vorbildes noch mit dem Ausdruck ringt und in der Gestaltung
seiner Gedanken und Gedankenreihen häufig strauchelt und wo
dem Mangel an Denkstrenge auf gewaltsamem Wege nachzuhelfen unstatthaft ist.
a. io. Cap. 2
mit
Die Übereinstimmung des Passus in
x. dép. beweist weiter nichts als daß beide
Schriften von demselben Verfasser herrühren und daß die Schrift
II. &ow» die jüngere ist; so erklärt sich meines Erachtens alles.
Erwähnung verdient noch, daß unser Autor ebenso wie der
Krotoniate?) seine anatomischen Kenntnisse auf Tiersektionen
gegründet hat. Die Beobachtung (Cap. 11, S.382,6), daß bei
drehkranken Schafen und Ziegen das Gehirn reichlich mit Wasser
gefüllt und von schlechtem
Sektionen.
Herzohren
Geruche ist, beruht auf derartigen
Seine Aderbeschreibung (Cap. 3), seine Kenntnis der
S.392, 14) sowie seine Beschreibung der
(Cap. 17,
Spalte, die das Gehirn in eine rechte und linke Hemisphäre teilt
(rechte und linke Seitenventrikel), sind ohne sie schlechterdings
undenkbar. Vgl. WELLMANN, Fr. Gr. À. S.94. Endlich verweise ich
noch auf eine sprachliche Eigenart unseres Arztes, auf den häufigen
Gebrauch von xoareiv inıxoareiv, inıxpareicdhe, vom Schleim
und den Winden gesagt (Cap. 6, S. 370, 19. Cap. 7, S. 374, 16, 17, 19.
Cap. 8, S. 376,5. Cap. 9, S. 376, 20; 378, 7,8. Cap. 10, S. 380, 19.
Cap. 11, S. 382, 17. Cap. 13, S. 384, 16; 386,5). Dieser Terminus,
der, soweit meine Kenntnis reicht, in so umfänglicher Weise nur
noch in den knidischen Schriften x. vovo. Il, IZ. q. nad. und
nso! vovo. IV nachweisbar ist, geht letzten Endes auf ALKMAION
zurück, der ihn in seiner Embryologie (éa:xodéraa tod orépuaros)
geprägt zu haben scheint. Vgl. WACHTLER, Frg. 14, S. 63. DIELS,
Parm. S. 114.
1) Vgl. neoi vous. I, 30 (VI, 200 L), wo dieselbe Lehre vertreten wird.
2) Diets, 14A 10, 14
Pagina 14
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Zu den äuBeren Krankheitsursachen rechnet ALKMAION (14 B 4)
die vdaerae nord, die zou, die xéroi, die dvéyxn und ta rovroıs
naoaunAjore,
Gd. h. Trinkwasser,
örtliche
strengung?), Not und dergleichen.
Lage,
körperliche
An-
Ein Nachhall dieser Lehre liegt
uns bei PLato (Symp. 188 A) vor, und ausführlich ist sie von dem
Verfasser von Ilsoi diowv, vódrowv (Udata nod), ténwy (yor)
behandelt worden.
Ein weiteres Echo spüren wir auch bei unserem
Arzt, der sich allerdings bei der Behandlung dieser Frage Beschränkung auferlegt hat, indem er nur die Wirkungen der Winde
und der Jahreszeiten auf die Kranken bespricht (Cap. 8, 9, 10, 11, 13).
Der gesündeste Wind ist nach seiner Lehre der Nordwind (Cap. 13,
S. 384, 8), weil er die Luft verdichtet (fuviorno:), indem er das
trübe (*oAsodv) und wolkige (vepeddec) ausscheidet und sie klar
und durchsichtig macht und bei allen übrigen Dingen (Meer, Wasser)
wie auch beim Menschen?) das Feuchte (voridæ) und das Dunkle
(dvogeodv) aussondert.
In dem Gehirn (Cap. 13,
S. 386, 8) wird
durch ihn das Gesunde verdichtet und das Krankhafte und Feuchte
ausgeschieden (éxxoévereu).
Der Südwind (Cap. 13, S. 384, 13) bewirkt das Gegenteil: er bringt die verdichtete Luft zum Schmelzen
(cjxev) und Zerfließen (dsayéeey — doaiotcta).
3A8, Dies).
Vgl. Anaximenes
Dieselbe Wirkung übt er auch auf die Erde, das
Meer, die Flüsse, Quellen, Brunnen, kurz auf alles, was Feuchtigkeit enthält (x. déo. 8, S. 44, 12), aus und auf das menschliche
Gehirn (Cap. 13, S. 386, 7), indem er dasselbe auflöst, zum Zerfließen bringt (@Avd@v) und die Adern lockert.
Bei Südwind
(Cap. 11, S. 380, 20; x. déo. 3, S. 36, 2) bekommt der Kranke, besonders wenn er von klein auf an der Epilepsie leidet, in der
Regel Anfälle, weil das Gehirn dann feuchter ist als in normalem
Zustande,
bei Nordwind dagegen (Cap. 13, S. 384, 5; a. dio. 4,
S. 37, 19) treten die Anfälle seltener auf.
Kleine Kinder (Cap. 8, S. 374, 21) sterben in der Regel beim
Wehen des Südwindes, wenn der Fluß reichlich auftritt.
Beim
Nordwind dagegen überstehen sie die Krankheit, wenn der Fluß
gering ist und sich auf der rechten Seite einstellt (Cap. 8, S. 376, 13).
Bei alten Leuten (Cap. 9, S. 378, 4; x. &é0. 10, S.50, 11) verläuft
1) Nach dem knidischen Verf. von IZsgi vovo. I, 2 (VI, 142) sind es Uberanstrengungen (zoo) und Verletzungen (towuata). Vgl. x. na dav 1 (VI, 208).
Nach dem knid. Verf. von n. vova. IV, 50 die Himmelsverhältnisse und gewaltsame Eingriffe.
2) Vgl. REGENBOGEN, S. 22.
Pagina 15
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)die Krankheit zur Winterzeit tödlich, wenn der Fluß sich auf beide
Seiten wirft, weil dann das Blut gerinnt (&renn&e) und den Adern
der Durchgang für das Pneuma versperrt ist; tritt der Fluß nur
auf einer Seite ein, so erfolgt Lähmung.
Besonders gefährlich ist
diese Jahreszeit für sie, wenn sie den Kopf plötzlich der Sonnenglut oder der Kälte aussetzen (Cap. 10, S. 380, 8; x. ¿éo. 3, S. 36, 13).
Das Fundament, auf dem diese Lehre aufgebaut ist, ist das allgemeine
Wärmegesetz,
daß die
Körper durch
Erwärmung ausgedehnt, durch Abkühlung zusammengezogen werden, ein Gesetz,
das ANAXIMENES zuerst formuliert hat!) und das uns in der Fassung
geläufig ist, die ihm der Verf. von IZ. o@oxöv 3 (VIII, 588, 9) gegeben
hat: to pév yuyoov nıjyvuow, TO dì Feouoy diayet.?)
Es ist sehr
wohl möglich, daB die von unserem Arzte vorgetragene Lehre letzten
Endes (durch Vermittlung ALKMAIONS) auf ANAXIMENES zurückgeht.?)
Das vorgelegte Material wird genügen zur richtigen Beurteilung
und
Bewertung der Schrift IZ. io.
ALKMAION,
dessen Lehre ihr
Verfasser sein Bestes verdankt, sowie die Ärzteschule von Kroton
gewinnen dadurch erheblich an Bedeutung.
Bekanntlich ist diese
Schule schon im letzten Drittel des 6. Jahrhunderts nachweisbar.
Der Asklepiospriester KALLIPHON war um 530 von Knidos aus
nach Kroton übergesiedelt wo er als Arzt gewirkt hat (vgl. Dıeıs,
9A 1 ff.). Sein Sohn DEMOKEDES ist gleichfalls Arzt gewesen und
war nach wechselvollen Schicksalen — in Ägina, Athen, Samos
(unter POLYKRATES) und später am Hofe Dareios I. HYSTASPES
hatte er praktiziert — nach Kroton zurückgekehrt, wo er in Beziehung zu den Pythagoreern getreten war (DIELS, a. a. O.).
Nach
SUIDAS, s. v., verfaBte er ein 'Iaroıxov BiBliov. Man kannte also
in der Zeit des PERIPATOS (MENON) noch eine Schrift von ihm.
Noch im 1. Jahrhundert v. Chr. sprach man mit Achtung von ihm
und stellte ihn neben HIPPOKRATES (Dio Cass. 38, 18).
wird
ein
jüngerer
1) DieLs,
Zeitgenosse
des
DEMOKEDES
ALKMAION
gewesen sein;
3A 7,8.
2) Vgl. DEMOKRIT bei Ael. n. h. XII, 17, x. vovo. IV, 45 (VII, 568, 570),
52 (590, 12).
3) Auf eine frappante Übereinstimmung zwischen ANAXIMENES und
unsern Arzt möchte ich noch besonders verweisen. In a. io. 18 (394, 11)
heißt es nvevuaıov ustafaliouévov te xai undsnors argeulöovrwv. Bei ANAXIMENES (3 A 7): xveîwdai dé asi (SC. toy déga)' ov yuo uetaBelley Goa ueraßalksı,
E un xtvoito.
Pagina 16
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)denn nach ARISTOTELES (DieLs, 14 A 3) war er jung als PYTHA-
GORAS (etwa 570—496) ein alter Mann war.
HERODOT (III, 131)
rühmt die krotonischen Arzte als die tüchtigsten und nach ihnen
die von Kyrene.
Wir kennen von ihnen auBer ALKMAION nur den
Metapontiner Hippasos (um 4501), Hıppon (Hipponax?), PHILO-
LAOS (um 380) und vielleicht den Metapontiner TIMOTHEOS.
ALKMAION,
der
als
Arzt
auf
der
Höhe
wissenschaftlicher
Forschung stand, darf als Vater der Physiologie, als Schöpfer der
Psychiatrie, als Begriinder der Gynakologie und der Anatomie gelten.
Im 5. Jahrhundert hat er besonders in Athen zur Zeit des
Attischen Reiches, aber auch noch später den größten Einfluß auf
die Ärzte und Physiker ausgeübt: ANAXxAGorRAs’), Hippon, DioGENES VON APOLLONIA#), EMPEDOKLES*), DEMOKRIT, PHILOLAOS,
der Jungpythagoreer des Dioc. L., VIII, 246), Prato’), ARISTOTELES®), THEOPHRAST®), STRATON!), PosEIDONIOS!!), der ephesische
Arzt Rurus!?) haben ihn gekannt und gelegentlich benützt. Sein
Ruhm begann erst zu verblassen, als der zweite große Arzt dieses
Jahrhunderts seine Ruhmeslaufbahn (um 430) begann. Und doch
hat sich auch dieser große Arzt seinem Einfluß nicht entziehen
kónnen.13) Seine Schüler sind dann andere Wege gegangen. Zu
den Hauptvertretern alkmäonischer Lehren gehört auch der Verfasser von IZ. io. vouoov. Da dieser Arzt die empedokleische Theorie
(bzw. die seiner Schule) von dem Sitz der Seele im neoıxdodıor
1 ff.
1) Vgl. DIELS, 8A
2) Dies, 26
A 11 (nach EMPEDOKLES, vgl. HERM., 28, 420).
3) WACHTLER, 101, 93f.
*) Ich erinnere an sein dem ALKMAION entnommenes Adersystem.
5) WACHTLER, 2.2.0.
6) Vgl. HERM., 54, S. 226 f.
7) PLAT. PHAEDON, p. 96 A.
Phaedrus, 245c.
Symp., 186
C D.
8) DieLs, 14A 3,7, 12,15 (wohl aus Menon).
*) Diets, 14A5, Bla.
10) Simplic. Phys. 225 a.
Herm. 54, S. 233.
ZELLER, 119 2, S. 915 f.
11) Diets, 14A 10.
12) DIELS, 14
A 17.
13) In seiner Ätiologie der Gehirnkrankheiten stand er völlig auf dem
Boden alkmäonischer Lehre, wenn wir den Zitaten in dem Anonymus Parisinus (Rh. Mus. 58,
S. 69) trauen dürfen.
Auch
ihm sind die Geisteskrankheiten Gehirnkrankheiten und zwar leitete er Epilepsie und Lethargie
vom Schleim, Phrenitis und Manie von der Galle und die Melancholie von
der schwarzen Galle ab.
A 105 S. 36).
Vgl. auch THEoD. Graec. aff. cur. V 22 (Diels 55
Pagina 17
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)eine bekämpft hat (Cap. 17, S. 3921), so gehört er in die zweite
Hälfte des 5. Jahrhunderts oder genauer, wie ich glaube, in die
Zeit der Blüte des attischen Reiches. Er war also, wie WILAMOWITZ
mit Recht annimmt, älter als HiPPOKRATES.?)
Seine Schrift ist
in Kleinasien entstanden, wenn seine Götterlehre (Cap. 1, S. 360)
wirklich, wie WILAMOWITZ bei FREDRICH?) vermutet,
DaB
er
ein
philosophischer
behauptet*),
ist unerweislich.
Eklektiker
gewesen,
Wenn seine
ionisch ist.
wie
Lehre vom
GoMPERZ
Pneuma
sich mit der des DIOGENEs nahe berührt, so erklart sich das daraus
daß letzterer sie dem ANAXIMENES direkt verdankt, während unserem,
Autor dieselbe Lehre durch den Krotoniaten vermittelt worden ist.
Der Verfasser war Anhänger der krotoniatischen oder altknidischen
Schule, deren genauere Kenntnis wir zum Teil dem Anonymus
LONDINENSIS
verdanken.
Schon
WACHTLER
und
FREDRICH?)
haben die Vermutung ausgesprochen, daß die altknidische Schule
mit Kroton in Verbindung gestanden habe.
Diese Vermutung wird
zur Gewißheit, wenn man bedenkt, daß die Wertschätzung des
Gehirns, welche ihr eigen ist, und das Adersystem, das HERODIKOS
VON KNipos gelehrt hat, auf ALKMAION®) zurückgehen.
Und die
Zweisäftetheorie (Schleim, Galle), die nach unserer Überlieferung
zuerst?)
HERODIKOS, in Wirklichkeit schon EURYPHON vertreten
hat — wenigstens spielt sie in dem Grundbuche der altknidischen
Arzteschule, den Kvidıcı yvöucı?) eine große Rolle — hat ALKMAION
gleichfalls gekannt.
Es folgt das aus den merkwürdigen Ubcreinstimmungen, die zwischen den Kvidızı yröuaı (besonders x. vovo.
II, 1—11, wo HERoDIKos vorliegt) und der Schrift x. ‘o bestehen
und die, soweit ich sehe, bisher nicht beachtet worden sind. Die
Prüfung dieser Partien führt auf den Krotoniaten.
Nach dem Verfasser von x. vovo. I, 2 (VI, 142, 19) entstehen
Schleim und Galle zugleich mit der Frucht im Uterus, d. h. sie
1) Vel. WELLMANN, Fragm. d. siz. Arzte, S. 29 A, 1.
2) WILAMOWITZ, Sitzungsber. d. preuß. Akad. 1901, S. 23.
3) FREDRICH, a. a. O., 223 A.
4) Griechische Denker, I, S. 252.
5) FREDRICH, a. a. O., S. 35.
6) Die Hepatitis und Splenitis hat er gekannt.
FREDRICH, a. a. O.
7) FREDRICH, a. a. O.
5) Vgl. n. vovo. I, Cap. 2 (VI, 142) und x. nada». Cap.1 (VI, 208).
jungknidische
Schule,
deren Begründer
Die
der ältere CHrysipp war (um 370),
hatte im AnschluB an die sizilische Schule die Viersäftetheorie (Blut, Schleim,
Galle, Wasser) vertreten.
Akad. 1925, S. 3 ff.).
Vgl. ILBERG, Die Arzteschule von Knidos (Sachs.
Pagina 18
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)sind bereits im Samen enthalten (alkmäonische Lehre von der Herkunft des Samens vom ganzen Körper): xai 7 péy yoly xai to
phiypa yivouévoioi te cvvyiverai, zul tv ale bv tH coperti Y mAéov
n fiacoov. Dazu stellt sich =. io. 5 (368, 10): y di voücog cry
(Epilepsie) yiverece toto: pisypatinot, totor de yodddeory od: doyeraı
dì quecda: ini rod ¿ufovov ¿ru (om. d) & tH prog ¿óvroc.!)
Besonders wichtig ist die Ubereinstimmung in der Erklärung, die
der Verfasser von x. vovo. II, 8 (VII, 16) von der einseitigen Lahmung der sogenannten fiqto:?) gibt, mit x. io. 7 (374, 133):
a. vovo. Il.
TT. (0. Y.
ai phëBes anny ¿e imutas tovamor pléyue, avayxn ino WUXtavta
de naoya navra (d.h.
der Epilept.), öndrav to pdéyue
odtytos tov gAéypatos tO aiue
mococooun
éotavar uailov 7 tv ta now
xodvo xa twiydtar un xveo-
Feopov tov’
LOTNOL TO alu” xai HY wey rod
pévou dè tod «iuatos, oùy oidv
Y
TE un OÙ xai TO cOuu UTOENL-
UTOXTEÍVEL
Lev zul xexop@otat. xl iv pèv
KIUETOS TO Wuyow nai NY vv-
TO aiuc xi To “llo Opa x0uatv:
THON dote died epa diva, diarapauríra ROUTÉEL anopodsar
gevyer’
THY dvanvonv: ÉRETE TO yodvm
Tv de TO qdiyua x0uwuyooy
¿e
tò
œiux
anowiye yao xal
TO d0edue xul
maxi, aùrixa
XOUTÉEL
yao
tov
tw À Ëlaooo 7, TO uw
19609, emewdyetae &lAov To œiuc
ondtuv cuedacdi xata tas phé-
Hoi nyyvvraı “aL Tv ¿q TOÙTO
Bus xai puy TO alnarı rollo
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deoud, Tv xoatnd
7
nnyvuraı navrelög ral impuretai
ovtws, tdé£avro tov ¿Da ai piéaviownos XUL drodviornei.
Bec, «ai égodynouy.
Die Vergleichung bedarf eigentlich kaum noch eines Kommentars.
Wir finden in beiden Berichten denselben Inhalt (Lehre von
der Abkühlung und dem Gefrieren des Blutes infolge der Kälte des
Schleimes)
und
dieselbe
Terminologie.)
1) Über die Ausführungen von
Bei
REGENBOGEN,
der
tatsächlichen
S.31, der 366,15
bis
368, 4 streichen will, brauche ich kein Wort mehr zu verlieren.
2) Vgl. x. dtaitys 08, Cap. 17, S. 117,8 K, koische Progn. 394.
3) Vgl. Cap. 9, S. 376, 20.
4) 10
aiue Eutavaı,
im An. Lond. V, 14),
Verf.
von
x. ie. Cap. 7,
(REGENBOGEN,
30, 4).
(ALKMAION,
afue nıyvvre.
S. 374, 2,
Cap. 11, S. 382,9.
Vgl. HERODIKOS VON
Außerdem
Cap. 14,
S. 52
A 1). Úúdowp = vdwe
Verf. von x. co
nm. vovo. IV;
xgateiy
70
aroeuiter
S. 388, 8,
Verf.
von
Cap. 18,
n. vova.
KNIDOS
auch
II,
beim
S. 394, 12
16
(VII,
Häufig beim jungknid. Verf. von
aiudogo. mlébss (ALKM., DIELS, 14
A 18) beim Verf. von x. vovo.
11,5 (VIT, 14) und von x. ce. Cap. 15, S. 388, 19, S. 390, 4.
Pagina 19
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Unabhängigkeit beider liegt der Schluß nahe, daß die letzte Quelle
ALKMAION ist.
a. vovo. II, 6 (14, 14)
xak NV XOUTA07 (TO COLE) VOTE
nt. 10. 9 (376, 17)
toug dì xoeoBuréoouc ode énox-
TO cima Isouavdfva: . ., pere
teaver... ai ts yao piéBes eloi
oilsrui te xul duayéstrou wal xivéxoihee «cl ciuatos psotal Peouod,
ero x0l THY nvomv kodyerai TE
è ovde divaraı ininoatijoc TO
xui
Ti
qpléyuu ovdèì adnowidEcee tò «iua
Tv Où
dote xai ria, «il abcd xoudote
xal
yootletar
oki, wat vying yiveraı.
un xoatnon, wÜrerc ini u&llov”
TÉSTOL xai xatapiyvote: to ciuate
«ul brav navtdnaor pULF xx
Tax és, zul oUTO nupaötyovraı ai
Exhinn ¿Eqúrod to Feoudy, niyvvphËBec tov nom, xui TO poóvnue
rar al Xi
evyivetar... vgl. Cap. 6 (370, 14);
qua
OÙ duvarai,
alia anodvioxet.
Cap. 7 (372, 10).
x. vovo, II 5 (VII, 14)
7. (0. 15 (390, 2)
Otay ovv Feouavd dov wi pdéfes
xi TO ciua iv avro: Leon, diadiadepuaiverar
TO œiuc
anéiddn
dè
xul
énny
modo ini cov
didovorv ai piv ano Tic xEeqadis
éynépehov xai iniléion.
ig tag divas, ai O ano Tic OdyLOG
de xata tag qphéBas noÂd tes
@iu00000:
roosıonusvas (d. h. aiuogodovg),
vovo.
¿g to oma.
Vgl. x.
Otav Tuyyévn
130 (VI, 200 L.)
soysrce
wvtownos doéwy
evinviov pofeody.... S. 308, 18:
dsopaiverar de (sc. 6 &yx.) Uno
Tic yokils,
Stav douron tri tov
éyxépahor xata tag pléiBaus Tas
a«iuatitidus ix tov OÓUUTOG...
Wir sind nach den angefiihrten Stellen berechtigt, fiir die
altknidische Schule folgende Lehre in Anspruch zu nehmen:
Die
Geisteskrankheiten entstehen
Erkrankung des
Gehirns.
durch
Vererbung oder durch
Letztere wird hervorgerufen durch ein
ÜbermaB von Schleim oder Galle!)
Wenn der kalte Schleim in
das warme Blut des Gehirns gelangt, kühlt er dasselbe ab und
bringt es zum Gerinnen, wodurch der Kreislauf des Pneuma gestört
wird.
Die Galle dagegen bringt das Blut in den Adern des Gehirns
zum Sieden und bewirkt, daB
das Pneuma verdunstet.
Das ist
aber auch die Lehre des Verfassers von ZZ. iojg vovoov.
Übrigens sind auch in der zweiten Schrift unseres Autors
bzw. Berührungen mit Schriften
(17. &o.) Ubereinstimmungen,
1) DEMOKRIT hat diese Lehre aus ALKMAION (DIELS, 55 A 135, S. 42, 23).
Pagina 20
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)der knidischen!) Schule nachweisbar.
Freilich liegt bei ihnen die
Sache insofern anders, als die Möglichkeit besteht, daß der jüngere
knidische Arzt die Schrift des älteren Kollegen gekannt. hat. Es
handelt sich um folgende Stellen:
Beide vertreten die Lehre ALKMAIONS von der Herkunft des
Samens aus allen Körperteilen.?) Beiden ist seine Vererbungstheorie bekannt.?) x. dé. Cap. 22 (65, 1 K) und Cap.
21 (63, 21)
heißt es in Übereinstimmung mit x. g. x. Cap. 2, 1, daß durch Öffnen
der beiden Venen hinter den Ohren der Samenleiter zerstört wird,
der vom Kopf zu den Hoden führt.
Beide*) haben Kenntnis davon,
daß sich die Skythen Käse aus der Stutenmilch bereiten, die sogenannte inndxn. Die Lehre’), daB die Erde in ihrem Inneren
im Winter warm, im Sommer kalt ist und infolgedessen auch das
Wasser in der Erde, wird von beiden vertreten. Daß durch Erwärmen und Kochen jede Flüssigkeit süß wird, also auch die klarsten
und leichtesten Bestandteile des Regenwassers, wissen beide.®)
Über den Blasenstein bei Kindern lehren beide”), daß er durch die
Aufnahme
unreiner Milch
seitens
der
Kinder
entsteht.
Beide
wissen auch, daß Kinder, die am Blasenstein leiden, an den Extremitäten reiben, in der Meinung, daß an dieser Stelle die Ursache
des Leidens: liege.8)
Endlich dachten über die Veredelung der
ursprünglich wildwachsenden Gewächse durch Menschenhand beide
dasselbe.?)
|
Es bleibt noch eine Frage zu beantworten:
Wie steht es mit
den Cap. 14—17 unserer Schrift? Bekanntlich nimmt WILAMOWITZ
an, daß sie ursprünglich eine selbständige Existenz gehabt hätten
und hat
und später der Schrift x. io. einverleibt worden seien,
mit dieser Annahme Zustimmung gefunden.!°) REGENBOGEN (a. a. O.,
S. 38 f.) hat sie mit weiteren Argumenten zu stützen versucht.
1) Ich meine x. q. x. und x. vovo. IV, die beide erst um die Mitte des
4. Jahrhunderts entstanden sind, wie ich beweisen kann.
2) sr. aso. Cap. 14 (56, 10) — x. q. n. Cap. 8, vgl. Cap. 1, 2, 3, 11, 32.
n. ‘o. Cap. 2 (VI, 364).
3) a. asp. 14 (56, 12) — n. q. n. Cap. 11, 30. x. co. Cap. 2.
%) n. aso. Cap. 18, S. 61,2 — x. vovo. IV, 51, S. 584, 13.
5) n. aeg. Cap.7 (42, 14) — x. q. n. Cap. 24—26.
5) x. aeg. Cap. 8 (45, 5) — a. q. x. Cap. 26, S. 526, 25.
7) a. ago. Cap. 9, S. 48,3. — rr. vous. IV, 55, S. 600, 3.
8) x. ase. Cap. 9, S. 47, 24. —- a. vovo. IV,55, S. 602, 20.
9) rn. aeg. Cap. 12, S. 54,5. n. quo. n. Cap. 26.
10) WILAMOWITZ, a. a. O., S. 12. 14.
REGENBOGEN, S. 38
Pagina 21
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ich bin anderer Meinung und halte es fiir meine Pflicht, meine
Bedenken gegen diese Annahme nicht zu verschweigen.
Ganz abgesehen davon, daß in dieser Partie (ich nenne sie B)
dieselbe Quelle benutzt ist wie in den tibrigen Kapiteln (A), hier
die Pneumalehre, die Zweisäftetheorie, das Adersystem des ALKMAION, dort seine Lehre von der Bedeutung des Gehirns und nochmals vom Pneuma — unser Autor hat fiir Wiederholungen eine
besondere Vorliebe — spricht für die Zusammengehörigkeit der
Umstand, daß zwischen ihnen eine Art von Zusammenhang besteht,
der in mehreren, beiden Teilen gemeinsamen Gedanken liegt.
So
erinnert der SchluBsatz von Cap. 17 (394, 6): dio xui tó vocuara
kg adrov (sc. tov èiyxipadov) ¿uxintev pout dévrara xaì uéyioræ
xci
davatoadiotara xal
dvoxortatate toiow ansiooıcıw an den
Hauptgedanken des ersten Teiles (A), daB die Epilepsie zu den
schwersten Krankheiten gehöre, weil das Gehirn, die éxodxodus tod
owpatos, davon betroffen wird: «ida yao aitios 6 Eyxépaæiloc roútov tov neo,
Woneo
xai Tov Üllmv voomuéror tèv us/iorwv
(Cap. 3, S. 366, 5), d.h. der übrigen Gehirnkrankheiten.
Eine zweite Stelle von B (Cap. 15,
falls engste Zugehörigkeit zu A.
S. 388, 24) zeigt gleich-
Dort spricht der Autor davon,
daß, wenn das Gehirn plötzlich in übermäßiger Weise erhitzt wird,
der Kranke, d. h. der an Phrenitis leidende, nachts in große Aufregung gerät und laut schreit.
oi Z~ohwoses,
oi
dè
Dann fährt er fort: todro di a&oxovoıv
wieyuarodess
où.
In
ganz ähnlicher
Weise
bringt er Cap.5 (368, 10) den Gedanken zum Ausdruck, daB die
Epilepsie
toiot
eine
Schleimkrankheit
gAsyuarigoı,
toice
sei:
de yodddeow
7
dè
où.
votoog
airy
yiverou
Vgl. Cap. 2 (366,
1).
Auf Zusammengehörigkeit von Cap. 16 mit A weist ferner folgendes,
Cap. 7 (372, 14) erwähnt der Verfasser die aus ALKMAION (DIELS,
14 A 5, Z. 27) stammende Lehre, daß das von dem Menschen durch
Mund
und
Nase aufgenommenen
Pneuma zuerst in das
Gehirn
und nicht, wie sonst allgemein angenommen wurde, in die Lunge
geht und sich dann erst im ganzen Körper verteilt. Die Begründung
dieser eigenartigen Lehre, die jeder Leser mit Recht erwartet, hat
unser Autor auf später verschoben, da sie Cap. 7 den Zusammenhang gestört hätte.
Sie steht in Wirklichkeit Cap. 16 (390, 20),
wo sie tatsächlich am Platze ist.
Ebenso beweiskräftig ist die Übereinstimmung von Cap.
1
(354, 1) mit Cap. 15 (388, 121).
1) REGENBOGEN, a. a. O., S. 42 f.
Der Autor spricht in der Ein-
Pagina 22
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)leitung davon, daß die
Quotidian-, Tertian- und
309
Quartanfieber
ihm nicht minder heilig zu sein scheinen wie die Epilepsie und die
Krankheitserscheinungen der übrigen Geisteskrankheiten wie der
Manie und Phrenitis; doch lehnt er es ab, jede einzelne so ausführlich zu behandeln wie die Epilepsie:
moAvg av sin Adyoc.
Was
er
dagegen
a» neoi éxéotou léyew
nicht ablehnt,
ist eine
summarische Besprechung, und die haben wir tatsächlich Cap. 15,
wo es in teilweiser Übereinstimmung mit Cap. I heißt: Alle Geisteskrankheiten werden durch Schleim und Galle bewirkt.
Diejenigen,
die infolge des Schleimes Anfälle bekommen, verhalten sich ruhig
und schreien und larmen nicht (Lethargie), während die durch
die
Galle hervorgerufenen
Geisteskrankheiten die Leidenden in
Aufregung versetzen (Phrenitis, Manie), so daB sie laut schreien
und immer etwas Ungehöriges tun. Die Veränderung des Gehirns
ist die Ursache der Schreckenbilder und der Furcht, an denen die
Kranken leiden.
Überhaupt bekenne ich, nicht verstehen zu können, warum
die alkmaionische Lehre von der hohen Bedeutung des Gehirns,
die den Cap. 14—17 zugrunde liegt und die den Kernpunkt der
ganzen Abhandlung bildet, in der Schrift von der Epilepsie nicht
werden konnte, wie WILAMOWITZ behauptet, oder
daß das nur im Anschluß an Cap. 3, 4 geschehen Konnte. Weshalb,
vorgetragen
so fragt man, sollte es unmöglich sein, daß dieser Exkurs — und
um einen solchen handelt es sich auch nach meiner Meinung —
von demselben Autor am Schluß des ätiologisch-pathologischen
Teiles seiner Abhandlung über
Epilepsie hinzugefügt sei? Ja,
die Einleitungsworte von Cap. 18 fordern dies sogar. Freilich hat
WILAMOWITZ der Schwierigkeit, die sich bei seiner Annahme (Ausscheidung von Cap. 14—17) bietet, daß zweimal unmittelbar hintereinander (Cap. 13, Schluß, Cap. 18, Anfang) die Abschlußfloskeln
eines Abschnittes wiederkehren, dadurch Herr zu werden versucht,
daß er sie in Cap. 18 willkürlich umgestaltet.
Aber gerade dieser
Gewaltakt macht mir die Loslösung der vier Kapitel im höchsten
Grade bedenklich. Halten wir an der Überlieferung fest, so ergibt
sich folgender Sachverhalt:
Cap. 13 ist der Hauptteil über die
Epilepsie zu Ende; daher die abschließenden Worte: ovrog airy
y vodoog yivetai te xa) Fdédis ano TÜV noooidytwy TE xe anıdvtay xti.
Es
folgt
dann
der
Exkurs
über
die Bedeutung des
Gehirns und die Störungen seiner Gesundheit durch Schleim und
Galle.
Cap. 17 schließt der Exkurs, was durch folgende Worte
Pagina 23
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)angedeutet wird: dıo xai ta voonpata ig adrov (sc. tov ¿yxég.)
tunintay
qui
diévrara
xal
péyiora
xal
Pavarwdéiaotara xrà.
Cap. 18 kehrt der Verfasser zu seinem eigentlichen Thema zuriick,
um noch die Therapie kurz anzugeben.
Wir erwarten, daB das
in irgendeiner Weise kenntlich gemacht wird. Tatsächlich geschieht
es mit den Worten: evry dè y vodoos % ion xadeouévy and THY
aùtàv noopaciov yivetar xa ai hora ano tOv apocidvrov xal
dmiövrov xrà.
Diese Worte,
an
deren Überlieferung nicht zu
rütteln ist, waren völlig überflüssig, ja unverständlich, wenn nicht
der Exkurs vorangegangen wäre.
Dagegen nehme ich Anstoß an dem Anfang des 14. Cap. (386, 15),
der nicht fehlerlos überliefert zu sein scheint.
weis darauf,
daß
mit
Es fehlt jeder Hinden Einleitungsworten:
ai ndovai yivovraı xtÀ. das Gehirn gemeint ist.
¿£
ovdevos
mur
Ich erkläre diesen
abrupten Übergang so, daß hier eine Lücke vorliegt, die durch
Blattausfall entstanden ist. Und ich denke, für den, der die Überlieferungsgeschichte der
Schriften des
Annahme nichts Befremdendes.
WILAMOW!ITzschen
Corpus kennt,
hat diese
So hat denn die Nachprüfung der
Gründe für die
Loslösung von
Cap. 14—17
unserer handschriftlichen Überlieferung Recht gegeben.
Es bleibt
also dabei, daß diese Kapitel nicht nur von demselben Verfasser
herrühren, sondern auch seiner Schrift x. ¿os vovcov angehören.
Das Endresultat dieser Untersuchung ist also die Bestätigung
der
von
WILAMOWITZ
zuerst
ausgesprochenen
Vermutung,
daß
unsere Schrift nicht von Hippokrates, bzw. einem Anhänger seiner
Schule herrühren kann.
Ihr Verfasser gehörte der alkmaionischen,
bzw. altknidischen Schule an.
Sie war höchstwahrscheinlich ein
Jugendwerk dieses Arztes — dafür spricht die mit beißendem
Spott und bitterem Hohn durchtränkte Polemik —, während
seine Schrift ZZeot déowwv erst entstanden ist, nachdem er in der
ganzen Welt, vom Westen abgesehen, herumgekommen war.
Nachtrag
In welchem Verhältnis stand ALKMAION zu den Pythagoreern
?
War er Mitglied ihres Bundes? REINHARDT (PARMENIDES, S. 231)
bestreitet es. Und doch nennt PosEIDONIOS ihn 6 Zlvdeyooeıog.!)
1) Vel. schol. Plat. Alc. I, p. 121 E: dis sata: tote yao 6 télsuos év iui»
dnogaiverac lóyos, as Ageototédys nai Zivar xoi Alxuaiwr 6 Ivdaysgeds pac
(v. ARNIM, Stoic. vet. frg. I, 149). DaB diese Notiz aus dem Timaioskommentar
Pagina 24
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Dazu kommt, daB von den drei Männern, denen er seine Schrift
ITeot quosos gewidmet hat, zwei (BRONTINOS und LEON) Pythagoreer waren.
Vgl. außerdem DioG. L., VIII, 83 (Diets, 14 A 1).
Es ist m. E. völlig ausgeschlossen, daß ALKMAION, der doch auch
Philosoph gewesen und als jüngerer Zeitgenosse des PYTHAGORAS
in Kroton, der Pflanzstätte des Pythagoreismus, jahrzehntelang
gelebt hat, ohne Einfluß dieser Sekte geblieben sein sollte. Vgl.
ZELLER, I’, 1, S. 601. Das Zeugnis des ARISTOTELES (Metaphys.
1,5, 986 a, 27), daß die Lehre von den Gegensätzen entweder von
ALKMAION von den Pythagoreern übernommen sei oder umgekehrt,
spricht entschieden dagegen.
Es bleibt also dabei, daß ALKMAION,
ohne direkter Schüler des PYTHAGORAS gewesen zu sein, vielfach
Anregungen von dieser Sekte erfahren hat.
In Betracht kommen
seine Lehren von den Gegensätzen, von der Ewigkeit der Welt, von
der Göttlichkeit der Gestirne, von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele, von der Bedeutung der Siebenzahl, von der Harmonie
und von den
Beziehungen des Makrokosmos und Mikrokosmos,
Ferner hat REINHARDT (S.229) den Krotoniaten mit HERAKLIT
in Verbindung gesetzt. Übereinstimmungen zwischen beiden sind
nicht zu leugnen. Ihre Erklärung finden sie durch die Annahme,
daß ALKMAION der gebende gewesen ist.
Die Chronologie spricht
nicht dagegen, wenn wir mit Diets (PARM.,
Einl. VII) annehmen,
daß
HERAKLIT
S.71;
HERAKLIT,
um 490 geschrieben
hat.
Dann würde ALKMAION der Zeit von 510480 angehören, was
meinem
Ansatze
entspricht
(DieLs,
Parm. S. 114).
ALKMAION
würde also das Bindeglied zwischen PYTHAGORAS und HERAKLIT
bilden.
Das dargelegte Verhältnis des Krotoniaten zu der Sekte
der Pythagoreer berechtigt uns nun, eine Stelle des theophrastischen
Berichtes
über
die
Seelenlehre
ALKMAIONS
(DIELS,
14A5)
zu
verbessern.
Wir wissen, daß der Jungpythagoreer bei ALEXANDER
POLYHISTOR
(DioG. L., VIII, 30)
die
seelischen
Leistungen
der
Tiere als Verstandeshandlungen (voös) ausgegeben und dem Menschen zum Unterschiede von ihnen allein die Vernunft, Intelligenz,
das begriffliche
hat.
Denken (€vveocs, qœodvnois, yvoun) zugesprochen
(WELLMANN,
Herm.
54,
S.236).
Dieselbe
Lehre
müssen
die Pythagoreer vertreten haben, wenn das Zeugnis des PORPHYRIOS
des PoSEIDONIOS stammt, kann wohl wegen der Gelehrsamkeit für wahrscheinlich gelten, und zwar um so mehr, als POSEIDONIOS, wie früher erwähnt, tatsächlich den ALKMAION in Händen gehabt hat.
Pagina 25
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)(de abst. III, 6, S. 129, 24, Nauck) zu Recht besteht: «44 4oworotéins ys xai IMarav Eunsdoxkiis te xal Iludeyónas Anudxoitos
te xe) door tpodriicavr tv dinderav neo œùrüv (sc. rür Coda)
éetv, ¿yvocav TO peréyov tod Adyov.
ALKMAION übernommen.
Von ihnen hat diese Lehre
Dann ist aber bei THEOPHRAST, a. a. O.,
folgendermaßen zu lesen: &vdownor ydo pro: (sc. dix.) rev ¿low
diapiosiv Ste póvos Evvinoi, ta 0 dii aloddveraı pèv (xa vost),
où Evvinoi dé, ds Ereoov dv TO pooveiv xa alodevenda. xl où,
xadenao Eunedoxiig tavróv, wo die Worte ds Ereoov — rairdy
Zusatz THEOPHRASTS sind.
Eine erfreuliche Bestàtigung fiir diese
Ergänzung ist es, daß bei dem Verfasser von m. iofjg vovoov, der
notorisch von ALKMAION abhängig ist,
dieselbe Unterscheidung
von ¿úvecis, Vernunft (begriffliches Denken), die nur im Gehirn
lokalisiert ist!) und von voös (Verstand, vosiv, godvnoıs)2), der außer
im Gehirn auch im ganzen Körper seinen Sitz hat’), mit Ausnahme
des
Herzens und des Zwerchfelles*), wiederkehrt.
Vel.
REGENBOGEN, a. a. O., S. 33.
1) Vel. x. co. v. Cap. 16, S. 390, 15. Cap. 17, S. 392, 4.
2) Cap. 17, S. 392,7. Cap. 14, S. 386, 17. œoodrqouxs gebraucht der Verf.
bald im engeren, bald im weiteren Sinne:
Cap. 16, S. 390, 12, 14, 19.
Cap. 17, S. 394, 1. Cap. 7, S. 372. Vgl. Cap. 14, S. 388, 11. Cap. 17, S. 392, 15.
3) x. io. ». Cap. 16, S. 390, 14, S. 390, 12.
2) Herz und Zwerchfell haben also nach der Auffassung unseres Autors
keinen Anteil am Pneuma.
Übrigens vermag ich an seinen Ausführungen
Cap. 17, S. 392, 15 nicht wie WILAMOWITZ (a. a. O., S. 11) irgendwelchen Anstoß
zu nehmen (natürlich nach der Fassung von 4), nur lese man Z. 18 xai <œurm»
avyxlsicara, Z. 20 ünspyaioov und tilge Z. 21 te. Zur Sache vgl. Arist. de part.
an. III,
REGENBOGEN, S. 34.