Darstellung der Philosopheme der Pythagoraer

Autor
Tennemann, W.G.
Erschienen in
Geschichte der Philosophie
Jahr
1812
Thema
HISTORY
Sprache
Deutsch
Kategorie
C7 Philosophie
Archivnummer
1474

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Volltext anzeigen173 Seiten

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x 1y98 é PP Ge fa idée . . PHilofoppie È) D. Wilhelm Gottlieb Tenmeman Duferordentlihen Drofeffor ber Mbilofepbie auf der tinisertitfé gu Jena, der Churfürflit Mainifhen Afabemie mislicee QWiffenfeaften qu Erfurt Mitgliede und der lateinifchen ~ E i , 7] erdentticher Son fannr her Sto tisopher ad Univer, abel te Mo rhe 77. tr Meg "Dmienchen CA Yvan . ” 2 ; ¿> È 3 >? p - , : dei Husenschaften mersefıane i ressithi, deve’ fondemie der t undcster Mortes sschen und n L172( Car hofte Ynensc > . : y: . s a ds 6. . $ . € . minrsalogesehr: Jarsemt int Len € 4 ven nstglecd . de SrEnagerTe Leip gi g, bel Johann Ambrofius Barth dur PA Ho go Lao

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Dbitefophie der Jonter. mehr Wahrfcheinlichkeit zu geben fudte, Wenn er behaups tete, die Seele fey cine: Art Luft, fo war diefed wahrfcheins lid) in bem Geifte der gemeinen BorftelungBart gefproden. _ Der Zufammenhang des Athembolens mit dem Leben, des Les bens mit ben Acuferungen ber Seele, und die Bemerfung, daf mit dem legten Athemzuge alles Leben, Empfindung und Bewuftfeyn verfchwunden fey, veranlapte blé Meinung, die Seele für ein luftartiges Wefen gu halten, welde von mebs veren Philofopben behauptet wurde 29), aud in unfern Zeis ten nod fortdauert, Um fo eher Eonnte Anarimenes die - ‚unendliche Luft für bas göttliche Wefen halten 30). Oritter Abfhniee Darftellung der Philofophie der Pythagoreer. Die Gefdidte der Pythagoreifden Philofophie darzuftellen, aft ein duBerft fcwieriges Unternehmen. Kein Theil ber Gefbidte ift mit folden, faft untberwindliden, Schwierige teiten verknüpft; feiner bat fo fehr mit Armuth und Reichs bum zu fémpfens in feinem ift der wahre Mittelmeg, der zur Wahrheit führt, fo fewer zu finden. Diefe Gefchichte begreift die Philofopheme des Pythagoras und feiner Schüs ler und erfien Nachfolger; alfo eine anfebnlihe Reihe von Männern, die, an Grundfägen wie an Talenten: wahrfchein« Fic fehr ungleich, dennoch durch bie allgemeine Benennung 29) Aristoteles de anima I, c. 2. Plutarch. Stob. 1. c. Plat. Phaedo ©. 14, 29. . ‘ 30) Cic, Nat. Deor. I, c. 10. Augustin de civ, dei VIII, 2. Sto~ baeus p. 56: Avakiuavdgos anepyvato Tous ansigovs ovgarous Seovg. Avaksusrns toy arpa. Jes ba tnaxovew emt tow oùroc Asyoperwy tac evosxovons Tois otOLZELOIS 7 zois Cœur Svrupets. [ Aud) Hier gilt gum Theil das in der Rote * ©. 71. Gefagte. Bufag b. O.]

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Erftes Hauptftüd, Deitter -Abidyniee. Pythagoreer zufammengefaßt werden, Wenn man auch ” zugeben muß, daß fid) diefe Benennung auf etwas Gemeinfchaft: liches gründet, welches fie in einen geiftigen Bund vereis nigte, fo ift doch biefes felbft nicht fo im Klaren, daß man "das Eigenthümliche, woburd fid Feber höchft wabrideine, lich auözeichnete, mit biftorifder Schärfe davon abfondern fonnte. Es iff daher natürlih, daß. manche eigenthim: lide Behauptungen in den allgemeinen Lebrbegriff der Pye thagoreer aufgenommen worden find, und daf man die Ent: flehung und nach und nad erfolgenbe Ausbildung und Ent= widlung des gemeinfchaftlihen Syftems biftorifh nicht ge nau verfolgen und. begründen Fann; daß daher der Willführ in Darftellung, Deutung und Ausfhmüdung deffelben viel Raum gegeben ift. Die Haupturfache diefer Schwierigkeiten ift ber Mangel an ádten und unbezweifelten Denktmälern Pythagoreifder Philofophie, und die Befhaffenbeit der Altern und neuern Nachrichten von berfelben. G6 ift zuerft ungewiß, ob Pythagoras etwas gez frieben bat*). Das golbne Gedidt**), wenn es aud Gittenfprüche diefes Philofophen enthält, bat doch wabrfchein: lid) erft in fpdtern Seiten biefe Form erhalten; und fo Tchäsbar e8 wegen feines moralifhen Inhalts it, fo wenig giebt e8 uns doch über die eigentlide Philofophie biefes Weifen Auffhlug. Die Briefe des Pythagoras, der Theano, der Myia und Meliffa***) enthalten zwar * ©, Fabricius in bibl, Gr. lib, Il. c. XII. $. 14 und lib. I, c. 19. $. 2. Menagius ad Diog. L. VIN, 7. Cuperus in observ. p. 280. — Diog. L. und Jamblich de vita Pythagor. c. 28. 29» behaupten es. A. d. 9. “) Xpvosa exy in den Sammlungen ber Gnomifer von Glandorf (a. T.) fo wiein der von Brund. (Ueberfesung von Gleim. Halberft. 1736. 8.) Aud mit andern Pothagoreifhen Schriften . zufammen in Pythagorae aurea carmina, Timaeus Locrus, Ocellua Lucanus, Malchus (Porphyrius) de vita Pythagorae ed. Conr. Ritterbusius. Ald. 1610, 8, , Le A. d. $. **) Qn Gale opnsc. myth. physic, et eth. (p. 755 sq.) wo aud) bie sphaera divinatoria de decubitu aegrotorum ab Apuleio lat. versa. Couf, Casp. Barth advers. XXX, 7., fo wie in Socratis et Socraticorum, Pythagorae et Pythagoricorum, quae feruntur, epistolae ed, Orellius 1816. 8. 4

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pirloyophie der Pyshagoreer. "nichts, was fie verbachtig machte, aber ihre Aedhtheit ift gleichwohl wenig wahrfcheinlih, ba es nicht wohl dentbar ift, ba fic) diefe Kleinigkeiten allein aus den Zrümmern der Beit folten erhalten haben. Wir lernen aus ihnen auch weiter nichts, al8 ihre Verfaffer wegen ihres. reinen und gebildeten moralifhen Sinned bewundern. Weit verz Dachtiger iff bas Fragment der Theano beim Stobdus (p. 302). Denn iff ed wohl wahrfcheinlich, daß fon zu Pythagoras Zeiten feine Philofophie außer dem Bunde fo weit auögebreitet worden fey, baÿ. Theano fagen Fonnte, fig babe gehört, daß viele Griechen bie Pythagoreifche Lehre von den Bablen. nicht seht verftanden, hätten? . Wenn. die Aechtheit ber. Schriften, welde man bem Hcellus Lucenus*). ‚und Timéus Locrws**) beis legt, .aus fichern Gründen Eönnte eswiefen werden, oder viels mehr wenn nicht fo viele wichtige Zweifel Dagegen vorbans den wären, bie fehwerlich befriedigend aufgelöft werden Fôns nen, fo hätten wir zwei merfmürbige Ueberrefte von Pya thagoreifcher Dhilofophie. Allein die Gründe gegen ihre Aechheit Aber wisgenbie fitr diefelbein einem fo hohen Grave, “daß felbft bicienigen,. welde fie ebebem für Acht hielten, diefe Meinung zurkfgenommen haben t. So lange nicht *) Heet tyg.t9unavrov qvoews in ber Ausgabe ber Potbagoreifden Sdriften.von Rittershusius,in Gale opusc. myth. p. 499 ff.5 mit dem Timaeus von Batteux herausgegeben, Par. 1768. 3 Voll, 8. ; einzeln. von d'Argens, Berl. 1792. S. und gulegt von Aug. Fr, Wilh. Rudalphi. Lips, 1801. 8 .Ueberfegt von Barkifi mit beffen Abbandlung über ben Geift deë Dcellus in Fulleborne Beitr. St. X. Nr. 1% , Xd. $. **) Jlsou tyg tov xoouov wrns, bei Rittershusius und Gale (p. 539 f .) f. vorbergebenbe Anmerkung; einzeln vdh d’Argens, Berl. 1763. 8. Ueberfest-von Bardili mit ‚Anmerkungen ebenfalld in Filleborns ' Beitr. St. IX. X., A. d.: 2) Meiners war ber ecfte, der mit {charffinnigen Gründen ihre Aedıtheit beftritt Historia de vero Deo P. Il, p. 512 seq. Gefdidte der Wiff. in Griehent: und RN. 1.8. ©, 594 ff., Über die Addıt= heit einiger pothagoreifchen Schriften in dec Pilotog. Bibl. 1. B. St. S. 204. Die Aechtheit der Schrift des Zimäus behauptete iedemann im deutfden Mufeum 1778 Xuguft und in den älteffen geleiden Philofopben. Im Geift d. fpeculativen Ppilof. 1. B. 89. trat er aber auf Meiners Seite. Dcellus und Zimäus er:

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Erftes Dauptitif. Dritter Aofdniee, . etwas Bedeutendered "für: fie gefagt wird, weldies nicht leicht zu erwarten iff, fo lange Fann man zum wentgften beide nicht als fihere Duellen in der Gefchichte der Philo: fophie gebrauchen. ö 57. . Uufer biefen findet man beim Stobäus, Iamblichus, Nicomahud-und andern nod einige Fragmente von ditern Pythagoreern, unter benen die von Philolaus und Archytas . vorzüglich Aufmerkfamkeit verdienen. Sie haben einen eiges nen Charakter, ein gewiffes Gepräge des Alterthums an fic), welches fid) fowohl’ in’ der Sprache, als in dem Fn: halte zeigt. Die Ueberrefte bed Philolaus fcheinen dt zu feyn, zum wenigften wird man feihen bedeutenden Grund gegen thre Aechtheit aufbringen Eönnen. Die Sprache vers zäth das Alterthumis die Behauptungen: find pythagoreifch, und enthalten nichts, was nicht ein dentender Kopf diefer Seit fonnte gefagt haben *). Die Fragmente bes Archytas find größern Gedentlidfeiten unterworfen **). GS fommen hielten einen neuen fdarfiinnigen Verfechter in Barbili (Epochen ‚be D ve EEE, Begriffe 1. Ab.) . Drs) vollftanbdige Bergleidung ber Schrift des Lokriers mit dem Platonifden Zimäus babe id) in bem Syftem dee Platon. Philof. 1. B. 6.93 f. Meiners und Tiedemanns Gründe nod mehr zu befeftigen gefudt. _: “ ' [Aud Böch, de-platonica mundi fabrica po XXIX. und Aft, Lcben und Schriften des Plato S..370., .halten Diefelbenur für einen fpdtern Auszug des platonifhen Simâus. Do find aud nicht alle Zweifel gegen bie Aechtheit bes plato ni: fdhen Zimäus gehoben. In jedem Falle find in beiden Sarif- "ten Philofopheme pythagoreifdher UbEunft enthalten. Die Aedhtheit bee Schrift des Qeellus haben fon Friihere, wegen peri= patetifder Lehrfäge bie man darin findet, und weil fie nicht im borifhen Dialekte gefchrieben éft (was aber, wie fhon Bruder 1, ©. 1123. bemerkte, der Umänderung einer fpätern Hand gugefdrie: ben werden fann) bezweifelt. Kür die HechtHeit derfelben ftreitet iby neuer Herausgeber Rudolphis f. vord.. Anm. Im Grunde dreht fih hier Alles um bie fhwierige Beftimmung, was bie Aeltern gedacht haben und was die Neuern entlebnt, oder an ihren Gedans Een verändert haben. . “Bufag bd. D.] " #) Eine genauere Forfdung über biefen Pythagoreer haben wir. feits en duch. A. Böcdh’s rift erhalten: Philotaus des Pythago: veers Lehren nebft den Bruchftüden feines Werks. Berlin ne 8. #+) Die meiften findet man gufammengeftellt in der von Orelli hers _ ausgegebenen Sammlung (opera graecer: veter. en An: bang.

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Philofopbie ber Pythagoreer. in ihnen nicht nur Platonifche, fonbern auch Ariftotelifde. Säge faft mit ben Worten diefer’ Philofophen vor?). Nun fönnte man zwar zugeben, daß Ardytas wohl eben fo gut um die Matonifche Philofophie habe wiffen Éônnen, ald Plato um die Philofophie ded Archytas, weil beide nicht nur eins ander perfönlich, Eannten, fondern auch Briefe wechfelten‘ und einander ihre Schriften zufendeten. Allein von ben Philofophemen des Ariftotele8 fonnte bod Ardytas gar nichts wiffen, zumal von folden, bie auf ganz eignen Ans fihten beruhen; wenn man nicht die febr unmwahrfcheinliche Hypothefe annehmen will, daß beide unabhängig von einans der auf einerlei Unterfudungen und Refultate, Famen, und fogar diefelbeh Worte zu ihrer Darftellung wählten. Ober follte Ariftoteles biefe Gedanken aus den Schriften des Pys thagoreers entlebnt Haben? Diefes ftreitet mit dem Charaks ter und dem philofophifhen Geifte diefes Mannes, der ‘wohl Gedanken feines Lehrers lin fein Syftem aufnahm, aber mit andern Beflimmungen, in einer andern Ginfleibung. ' Und warum follte er ded Ardypta8 Lehren wider feine Ges wohnpeit mit Teinem Worte erwähnt haben? Etwa um midt auf die Quelle, woraus diefe Säge entlehnt waren, aufmerffam zu machen? Aber wie Fonnte er hoffen, das . durch feine Plünderung zu verbergen, da die Schriften des Ardhytas nicht konnten vernichtet werden? Hierzu Fommt nun noch, Daß mehrere philofophifde Kunftworte vorkommen, welche man ‘in biefer Bedeutung nod nicht einmal beim Plato findet). Endlich ift auch dief Fein unbebeutender 2) Dabin gehört die Lehre von ben Sbeen (edu) welche felbft vom Ariftoteles dem Plato als eigenthimlith guerfannt wird. Stob. ede Heeren p. 12, 712. Daf die Idee das Wefen dec Dinge beftimme, daß Gott die Idee mit der Materie vereinige, Stob. p. 714. find , Platonijde Sige. Daß die Materie das Subftanzielle ( overe) fe {ft Aciftotelijd. Stob. p. 714. Eben fo dap bas wirklid) Cris tende burd Sinne und Berftand erkannt werde, p. 724., bie Eintheilung der Dinge in acctyra, Öokaora, eniotyta, vontıza, und des Crfenntniforrmôgens in œmoÿmors, Joba, emornun, vous Stobzeus p. 788. 790. 5) 3. B. doc, tly, zo te eva (ähnlich bem Aciftotellfdjen zo zs ny wur). œrioloyiæ, pvowodoysas OVOIU, To Üronwperov, napadeıyun, 81209, aysıruma. Stob. Il, ec,

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Erfes Hauptftid. Dritter Abfhnitt. Grund gegen die Aechtheit jener Schrift, daß Pfatonifche und Ariftotelifche Säge mit einander verbunden find, woraus - einfonkretiftifhes Syftem entftanden ift 4). Wahrfiheinlich ift alfo die Schrift wege aoywv woraus diefe Fragmente gez nommen find, von einem fpätern Schriftffeller untergefchoben worden, Der, um feinen Betrug defto beffer zu verbergen, étroa8 aus Plato's und Ariftoteled Philofophie nahm, und e8 zufanmenfchmolz, auch vielleicht damit einige Gebanfen des Archytas verband, alles diefes aber in borifher Sprache auffegte, um feiner Schrift bas Gepräge beb Alterthums zu geben. — Kein an™ res Nefultat ergiebt fi) aus der Beurtheilung der moralifhen Fragmente, welde Stobaus aufbewahrt, und Gale (S. 657 ff.) zum Theil zufammengeftellt hat. In denen des Archytas und andern findet man viele Säge der Ariftotes lfchen Ethit mit andern, vorzüglich Platonifchen, verwebt 5). Nun führt zwar Ariftoteles felbft einen Gedanken der Pys thagoreer an, der mit feinen Grundfagen übereinflimmte; allein ift e8 wohl glaublich, daß fie daffelbe Syflem oft in benfelben Ansdrien vorgetragen haben follten, fie, die fich zumal ~ mehr mit theoretifhen Wiffenfchaften, wie ed fceint, befchäf: - 4) Go findet man p. 712 sq. bie Platonifden und Ariftotelifden Lebten von der Materie und Form mit einander vermifdt, 3. B.-ovre TE Wort 6409 TE EYTL HMOQPUS METEUEY UTE EE AUIS, OUT pay Tay uogge peveodar nege Tuv woLaY, add avayxacoy Etegay tie nusv GLtLAY, Tav xvacoioar Tuv EUTO Tov ngayyaTeY ens TOY . 5) Wohin gehört bas Brudftic bei Gale p- 674. Die Cintheilung bee Güter à psy avra evte Dia Tavıa aipsta, ov gay de’ atepor& de Se Gregor, ov puy dia tavra. ny ouw zat toituy Ti edog Gtsoov ayaduy, à zu Din tavtoy auperov Evi, war Oe Gregor, Bergl. Plato de republ. IL. p. 206 — 679. agetay de tay noinav x Bedtcoray tir Tor ahoy gegeos Tag yuyag zu” av zac 180606 tives quey deyopeda xuta to yas, oiov chevPegor, Stxaros, was aopgoves. Die Lehre von ber Sugend, als ftreite fie mit der Ausvottung der Sinnlichkeit, ba fie nur eine Modification derfelben fey (Gale p. 691.) fdeint aud fpâtern Urfprungs zu feyn. Die Lehre von ber Zugend, als einem beftimmten Mittelmege zwifchen zwet Grtremen, welde vorzüglid in ben Fragmenten des Bheages Gale p. 690. vorkommt, ift gewiß ariftotelifeh , fo wie in ebenben: feiben und einem Brudftice des Metopus aud Platonifde Lehr: füge davon vorkommen. Bergl. aud) Gale p. 695-

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Philofophle ber Pythagoreer. tigten? Das Gemifch zweier verfchiedener Moralfufterhe, die Einmifhung mancher Ausprüde, die nur beim Ariftoteles vorkommen 5), die Gleichförmigfeit der Sprache in biefen Auffägen verfhiebener Verfaffer ift immer al8 ein bebeutenz der Grund gegen ‘die Aechtheit biefer Fragmente anzufehen und erlaubt uns faum einen andern Gedanken, als daß fie von einem Schriftfteler herrühren, der nah Plato und Ariffoteles febte, und um ben Betrug zu verbergen, viels reicht einige Gedanken von Pythagoreern mit den übrigen vetwebte, Entfdeidender würde man gewiß davon urtheilen innen, werm die Werke, woraus die Fragmente genome men find, noch vollftandig erifticten. Man fônnte und hier fedod den Vorwurf der Partheiz lichkeit machen. Warum, könnte man fagen, follen denn Plato und Ariftoteles allein Erfinder in ber Philofophie feyn? Bar ihnen der philofopbifde Geift ausfchließlich zu Theil worden? Sollte bie Natur die Pythagoreer etwa ftiefmüts terlicher bedacht haben; fie, die doch nach Allem, was wir von. ihnen wiffer, fo vortrefflihe Matbematifer waren, und burd große Erfindungen ihren Ruhm auf ewige Zeiten grins. beten? "Allein die hiftorifche Wahrheit ndthigt und zu diefem Verfahren, fie macht uns Behutfamkeit uud Mißtrauen zur’ Pflicht, um nicht die Altern Philofophen auf Unfoften der nenern zu erheben. Bon biefen haben wir die Denk mäler ihrer Philofophie und ihrer Verdienfte in Schriften, von jenen aber keines, welches über alle bifforifhe Kritik. und Bebenklichfeit erbaben wäre. Die duperfte Bebutfam: keit und Strenge ift baber hier um fo nôtbiger und uners läßlicher, weil. wir fidere Beweife in den Händen haber, 6) 3. B. ra zadolov ovußeßmxora Gale p. 734. moomigesis (drs “evru Dvator kar vapxtvos p. 669.) agern zov deovrog Erg av Tots movxroig p. 678. Önsgßuin p. 678. 680. Te te nadsa tas agetas Vla: mept Tuvıa yap xaı 8v tourous ui agetac p. 685. Tov de nadewy To gev Exovoroy to 8 axoveror. xar Exovoroy psy adorn, axovoror Je Avnu p. 680. 692. tnegBodn, ehdeupis p. 690. à de apera es tu evts tw Öeovrog, Öroneg zur axgotag zut pe Gotas ev9ems evre p. Ggo. 693. opPos Aoyos ps 690.

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Erftes Hauptftie. Deiter Abfhnitt. daß ben Pythagoreern Schriften find angebichtet und unters gefdoben worden. : " Was den erften Punct anlangt, fo berufe ich mich auf bie Schriften des Timdus und Ocellus*). Hierzu kommt nod ein Beweis von Arhytas Schrift, über die Natur des Univerfums, der fo entfiheidend iff, daß nichts bas gegen eingewendet werden Fann. Diefe Schrift wäre ein wichtiges Aftenflüd für die Gefchichte der Philofophie, wenn fie dct wäre; denn in diefem Falle müßten die gewöhnlichen Vorftelungen von dem Gange und Fortfdreiten der Philos fopbie und von den Berbienften bes Ariftoteled ganz umge: ändert werden. Im diefer Schrift fol nehmlich Archytas die zehn Kategorien aufgeftelt haben, die dem philoz fopbifhen Geijte des Ariftoteles fo viel Ehre machen. Die Auszüge, welde daraus Simplicius in feinem Commens. tar fiber Ariftoteles Kategorien gibt, find aber: offenbare Beweife, daß diefe Schrift nicht vom Archytas, fonbern von einem fpdtern Schriftfteler, der fie jenem unterfchob, hers rührt. Denn das Ausgezogene iff mit bem, was Ariftote: Les in den Kategorien und in andern logifchen Schriften, in feiner Phyfit und Metaphufik fagt, gleichlautend, und die BVerfdiedenheit betrifft bloß Auslaffungen, Zufäge ‚und gum Theil eine andere Ordnung, 3. B. daß die Qualität gleih auf die Subftanz folgt, daß die gemeinfchaftlichen Merkmale und die Unterfchiede ber Kategorien zufammen:: geftellt find. Sogar die Terminologie ift faft durdaus Ari: ftotelifch 7). Diefe Schrift war and fhon dem Themiftius *) Dod ift nad bem, was zu ©. 77, bemerkt worden ift, bie Bee zufung auf diefe nicht entfheidend; aud würde mit dem Beweife, daß diefe Schriften von den genannten Männern nit herz rährten, ber Beweis daf fie ihnen mit Abfiht untergefhoben worben wären, nod nicht geführt fepn. A. d. $. 7) Davon nur einige Belege, tas te yap wara evte Ötapopar spro. d per yap tv the, döep , ads Gvvauporegov éx Toray. Bergl. Metapb. VI, 5. ta gev adÂu sy Tone naer, tov de toxoy ev undsvi. alla obtws syov nots Tu tovTU HOTEQ TH TIQUE HOT TH -Nemeyooueva, — Physicor. EW, c. 4 — Ösoneg Ô zoovos tar zo maganay ove sot 7 apvÒgwe war Modus 20T. où yag To per ragpehndvdog ouw ste eote, to Oa usAlov ovdenw zor, to Os vur au2pog zur adiaipstoy, Aug ay Unupxos zovro Hat GanFeor, —

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Dftlofphte der: Pythagoreer. verdächtig, welcher glaubte, nicht ber Dythagoreer, fons dern ein jüngerer Peripatetifer Archytas habe fie ges fhrieben*). Webrigens findet man jene Auszlige des Sims plicius in der von Gamerarius unter Archytas Namen hers auögegebenen, und im Dorifchen Dialect abgefapten Schrift: Apyvrov pegousvor dexa xaPolixor Aoyoı (Leipzig ohne _ Sabrzabl) nicht. Ich habe weder biefe, noch die Benezias nijde Ausgabe sepr zov mavrog pvorog 1571. 8. zur Hand befommen fonnen, und Bann alfo nicht fagen, ob biefe bets den eine und :biefelbe Schrift und ob fie weniger Spuren der Unddtheit "enthalten **)5 aber fo viel ift dod fon Har, bag man ben Pythagoreeen Schriften angedichtet, und. untergefdoben ‘hat, und zwar wahrfcheinlich in ben Zeiten, da man alle verfchiebenartigen Philofophien zu vereinigen, and die Ppthagoreifchen auf Koften anderer zu erheben’ fuchte, bielleicht auch Thon früher, als die Bibliotheken in Werans © bien und Pergamus angelegt, und die Schriften älterer Veifen gefucht, und. theuer bezahlt wurden. … Mehrere diefer Fragmente fo wie der Schriften, worans fie geitontmen. find, rühren von’ einem Schriftfieler her, der Kenntniß ber Physicor. IV, 14, Gt: usv ovy le que sor, A MOYES Keb Quu- Opus, exrads Tis ay Wranrevons TO, per yuo AUTOU YEXOXR was 0v% eOT4, To De piles Hic ouw eater cie. — Nidt allein die in ben Kategorien vorfommenden Runftausdride, fondern aud andere, "die HGF roabrfdetntid) Plato nicht einmal Fannte, findet man hier "#8. Üruxstuérov, VAN, OVGLa, TTEONTLG OVTLA PH olen; atoSnrisn, oude AMEQNS AXLYHTOS, YEVOS, eedog (in der logifhen Bedeutung). xatapacss, anopadıy. Sonderbar,ift es, dag Simplicius felbft die Berierfung madt, das Wort zooi, bag fo oft in diefen Fragmenten vorkommt, fdeine Beef} vom Plato erfunden zu feyn. Theactet. p, 134. [Uebrigens glaubte Simplicius wirkiih, Ari floteles fey in diefer Lehre dem Urdytas gefolgt. m «ar Aguototelys axolovdyos xat meygr tow - OPOMATOY, kata TOUOUTOY povor, ws Öoxer tial, mapulkufag, xudodo to Ey avros ov ngoloyiferae zo tov dena megrsxtixoy. Simplic. Comment. ia Arist. cat. f. 5, & Und Buble glaubt, Ars Hytas habe die Kategorien erfunden. Gefd. à. Ppilof. 1, 127. - Bufag bd. ©.] *) &. Boethi praef. ad Arist. Categ.” Yd. HD. #) Bon biefer Benezianijden Ausgabe babe id trog aller Nachfors. fdungen eine Spur erhalten. Aud) mein verehrter Freund Ebert, beffen Gompeteng hierin anerkannt ift, hat miv verfidert, daß biefe Ausgabe, wenn fie eriftive, felbft in Italien eine allerhöchfte Seltenvelt feyn müffe. Zenngmannd G. b. Phil. 1. Th. > e

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Efes Haupefkic, Dlteer Abaie. Literatur befaß, auch felbft nicht ‚ohne: philofophifcen Geit war. Diep beweifen viele Stellen der Fragmente, von’ benen ich nur eine aud bem angebliden Werke des Ardytas ans führe, worin bie Anwendung ber Kategorien auf Gegenftánde der Erfahrung, nicht au, Noumenen gelehrt wird 2). | Die Nachrichten von Pythagoras, feiner Ppilofophie,*) feiner Schule, u. |. vo. nehmen in eben dem Verhdltuiffe 3u, al8 fie fid) von der Zeit entfernen, in welcher biefer merk: wirdige Mann und feine Nachfolger lebten, und je zahlreicher fie werden, defto mehr Abenteuerlihes, Fabelhafted, Webers trigbened findet fic) in ihnen. Plato und Ariftotele8 wiffen und Weniged von ben Ppthagoteern, nod weniger von dem Pythagoras zu fagen. Der Lebte Tpricht. faft immer wut . 8) Ener de telog yovo Ta 'Dnubevorte vos ra ‘Onpuawouera, vic georeyouevos avPounos euninpor TO teleoy tov Aoywv auvtaypa, « erogse der mots-ye TOUS sepnmsvoig, its Tay Epaguoyay TOUEWY mayıqv ove ovros G avOgumog alle 6 tis avdgumos wrrdepsrhe: xal Yao rotor avayxa Kat TAS 70009 ae mote ‘te mes 8789 TOY “avé avd porroy, was mov, ers da noir war naoter war ode was vzeiv'KaL 89 Tony NEY KoL TDXG. ŒUTOS Ös © ùvIgorros , ‘6g Tay nowray Endeystar Onpaciay, hej Be vo Tu tts wara TOP + „dear, Bute vrOLOTNG svtL, ‘ovte modinos, dure Hote yegortixnwe ezv, Dude fav more To % Fiogoiv TI, ov Oe ‘xetpevoc, ‚yo TL, “aude tv tony Hae noxa hragyorv. marta yap tavrs puoikag ovatus ras couartexac ‘ovuBopata evt, ‘add’ ov voutag ‚ ‘RAV eKIVATOU KUL ng0s ETE aYEOQUS. oO ae +) Gé ift hier gu bemerken, bab für die Renninis und Telärundg Pythagoreifder Lehren vornâmlid Plato, ber fih von _ mehreren Seiten an biefelben anfehloß, wie fdon Ariftoteles Aus= brücktid bemerkt (Metaph. I, 6.) als Quelle gu benugen ft. Uebriz ‘gens hat uns bie allbeEannte giofe AnhânglidFeit der "Schule bes * "Pythagoras an ihren Stifter von beffen Lehre wenigtend dad “_ Meifte zuverläßige überliefert; deni det von Krug (Geld. det . Pil, alter Beit GS. 04.) hier eingewendete Ünterfhiedb ber eros tetifden und efoterifden Lehre betrifft, nad ben Angaben ber Alten, mehr Die Verfchiedenheit des CeHrvortrags und ben Kreis ber Lehrgegenftände, als eine verfchiebene Unfidt Über biefelben, tnd wenn Porphyrins (de vita Pythagorae §. 53.) ‚außert, biejenfgen welde Sie geheimen Lehren bes. Pythagoras bez Yannt gemadt batten, feyen nidt wahre Sdhiler des Pythagos vas gewefen; fo berichtet berfelbe bagegeh (§. 57.) und mit ibm Samblidus, daß hie Pythagoreer, -beim Untergange ihrer Säule, damit ihre Lehte nidt ganz unterginge Tics gendthigt ‘gefeben hätten, ble Haüptfäge te à nieberzufdjtelben (Cap. 35. §. 253.)5 fo daf aud tata ur “% Befig folder Some mentatien Lommen Tonnte {Jambl, §. 199: Diog. L. VII, 15.)

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Philofophie ber Pythagoreer. 83 von Pythagoreern, und führt von then verféiebene Spfteme und Erflärungen ber Philofophie an, c ohne ihre Urheber bes fiimmt anzugeben, obgleich er doch im Befig mehrerer Quellen ald bie fpdtern Schriftfteller fen; mochte, ANes biefes” (ft bei fpätern Schriftfteern anders. Sie wiffen weit Mebres ved, al8 biefe ditern Schriftfteller; die pythagoreifden Pots lofopheme’ erfcheinen weit beftimmter, entwidelter, und mes thobifhers fie nähern fit immer mehr ber Platonifchen und Ariftotelifchen Philofophie, und fallen äuleßt faft ganz mit berfelben zufammen. Diefer Umftand rührt pum Theil wohl daher, daß fo viele Schriften von Ariftoteles an, im welden Nachrichten von ben Pythagoreetn vorfamen, von fpätern Schriftfteleen benugt und ausgezogen Worben find, jum Theil aber auch. daher, daß fid bie, untergefchobenen Gipriften vermehrt batten, und mehr in Umlauf gefommen waren. €3 faut In bie Augen,in welder Verlegenheit fih der Befhläptfchreiber dabei befindet. Cs tft möglich, daß unter ben fpätern Nachrichten manches pythagoreifhe Philofophem vorfomme, vielleicht nut verfchönert, und. mehr ausgeführt, Da fid: aber Fein’ genau beffimmter Mäaaßflab zur Beurtheis '. lung der Wechtheit findet, fo ift er in Gefahr, entweder die Gefgichte ber ganzen pothagoreifden Schule unvollftändig nbzuhandeln, oder baë Wahre burc- viele falfhe Angaben zu verunftalten. Das Erfte verdient in Ermangelung bes Befferen den Vorzug. Denn es „giebt, feinen andern Aués weg. Bwar hat Meiners a. a D. den verdienfilichen VBerfuch gemacht und ausgeführt, burdy fritifhe Würdigung ber Schriftfteler *), welde Nachrichten von ber pythagos veifchen Schule mittheilen, mehr Licht und Zuverläffigkeit in bie Gefdhicte berfelben gu bringen; allein - für die Darftele Nur miiffen wir bei der Darftetlung bee tebre bes Pythagore’, immer fo viel wie möglich bas, was bie Berichte der Alten, vorziigs Vid) bes Plato und Ariftoteles, enthalten, von ber Korm unterfcheiden , ‘ithter, welder bie Pythagoreifthe Ppilofophie in dem chriftlidendelle 2s "Archien 8 *) Doch find audie tren ad 8 Gegetigriinde (in dee bibl, crit. Vol. II. p. VI) nicht su überfehen. US

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34 Etos Haupt, Drier Wfd, Erfles Rap, “tung ber pythagoreifdhen Philofophie tft badurch hoch nicht viel gewonnen *). Denn ed Fönnte wohl feyn, dap ein übrigens fchlechter Gefchichtfchreiber doch Achte Thatfaden und Lehrfäge aus andern guten Quellen aufgenommen, eis guter hingegen viel Ungegriindeted und Erbichtetes,. ohne ed zu glauben, erzählet babe, welches wir aber, ohne bie ganze Reihe von Quellen und Schriften vor und zu haben, Aus einzelnen Fragmenten nicht beurtpeilen Finnen, Confequeng and Ucbereinftimmung fann aber beöwegen hiet nicht allein gue Entfcheidung der Wahrfcheinlichkeit angewendet werben, weil nicht von dem Gebantenfyftem Eines, fonveen Mehrerer zu handeln iff. Wir werden, in ben folgenden Abfchnitten bas Wenige, was. al zuverläfiig angefeben werden fanny ‚ étadblen, und uns vorzüglich davor hüten, fpätere Räfonnes ments und Ausbildungen nicht mit ber urfprüngliden Lehre ber Pythagoreer zu vermifchen, Die ganze Gefthidjte läße fih am Beften unter zroei Hauptabtheilungen bringen, wos von die Eine bas Leben und Schidfale des Pythagoras and _ bie Einrichtung und Schidfale bes berühmten pythägoreifchen Bundes erzählt, die ‚andere bie Philofopbie ber Pythagoreer Refonbers, bare, Gees Rapiteh Leben des Pothogors und etna Bund, Dieben Pythagoras betreffende Zeitrechnung fo wie mebs tere Umftände feines Lebens laffen fid bei der Menge von wiberfprechenben Rayrigten und Evbidturigen, womit feine *) Bor sue hat Biah burd ine Unterfuhung über Philloaus, beffen Brudftüde er für die ficherften erg aus ber Dythagoreis hen Schule Hält, diefen Gegenftand mit großemFleiß berührt, obs wohl ev bier und ba bag lts und Raupplhagoneijdt miet forgfattig werug unterfcheihgt,

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Pythagoras. Gefdbichte engefil if, nur wad wabrideintidien Gründen beftimmen. Schwerlich wird fih hierüber etwas Gründliches sed fagen laffen, ald was Meiners mit fo viel Gelehrs famfeit und Scharffinn ausgefübrt hat, und wir werden vie ben chronologifchen Beftimmungen diefes Gelehrten folgen. Pythagoras wurde gegen bie softe Olympiade wahr: fheinlih *) auf der Snfel Samos unter febr günffigen Um: fländen und mit trefflichen Talenten geboren. Diefe Infel s batte fid) damals zu einem hohen Grade von Wohlftand und Gultur emporgefhwungen, und fland durch- ihten aus: gebreiteten Handel faft mit allen cultivirten Ländernin Vers bindung. Die Natur hatte Pythagoras mit vorzüglichen Zalenten ausgerhftet, welches aud aus feiner ungemeinen Bifbegierde, feinen bedeutenden Erfindungen in der Mas fhematif und feinen großen Planen zur Vereblung ber Menfchheit erhellt. Sein Vater Mnefardhus ein begüterter Kaufmantiin Samos (der die Steinfchneidefunft vieleicht nebens ber aus Neigung, nicht als Gewerbe trieb), wer im Stande; ihm Mittel zur Befriedigung feiner Wißbegierde zu verfchafs fear), Wielleicht waren felbft die Hanbelsreifen feines Bas ters, an welden er Antheil nahm, Veranlaffung, feine Geiftestrdfte zu weden, Belanntfchaft mit ben gelchrteften Männern feiner Zeit zu machen; und es iff nicht unmabrs - fheinticy, daß er Unteritalien auf einer biefer Reifen als das Land fennen lernte, worin er feinen, großen Plan eines philofophifchen und politifchen Bundes am beften ausfühs ten fonnte 2). Wenn gleich Porphyr und Jamblid in ihren: biographifchen Rhapfodieen alles übertreiben, was zum Rubs me und Lobe ihres Helden gereicht, fo ift bod) ihe Bericht +) Rad Sembtié de vita pythagorica cs. in Sibon in och. 2) Porphyrius vita Pythagorse. $. 1. 5. 10. Diogenes Laert. VII, 2) Porphyrius §. 2. aus bem Sleanthes rlsoos ds vou Mynougzov ess var Fradsar, avumisvoayın vor IIv3uyoguy veor ‘ore Senden ovear avdamope, wai vos. Saragor CT

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Erfies Haupfl Dritter An. Erftes Kap, nicht unwahrfcheinlich, daB Pythagoras nicht allein von Phes vecydes (f. oben) und einem gewiffen Hermodamas' in Samos, fondern aud von Shales und Anarimaus der iff gebilbet worden. Denn warum follte nicht ber 7 Nubm diefer Männer bis nach Samos gebrungen feyn und Pythagoras nicht eine fo Heine Neife gemacht haben, um feine Wifbegierde durch ihre Kenntniffe zu befriedigen? Zwar findet man in der Philofophie- des Pythagoras Feine Spur von den Philofophemen diefer Männer; alein biefes ift Fein Grund gegen bie Wahrheit der Thatfachez denn ed läßt fich gar wohl denken, daß Pythagoras, ohne ihre Lehren angus nehmen, durch fie angeregt wurde, fid einen neuen Weg zu bahnen. Beide befchäftigten fid) mit dem Weltbau und mas ‘ thematifden Gegenftdnden, und vielleicht fchreibt fid daa ber aud) Pythagoras vorzügliche Neigung zur Mathematik, Hierzu kommt nod, bañ wir die Philofophie ded Pythas _goraê viel zu wenig Fennen, alé dag man aus ihr einen bedeutenden Einwurf dagegen bernebmen: follte 3). - Pythas goraë unternahm, wie e8 damals bei den Gebildeten Sitte war, Reifen in fremde Länder, wozu ihn wahrfcheinlich die Begierde, die Kenntniffe fremder Lander zu fammeln, auch vielleicht bie Aufmunterung ded Thales, beftimmte. Aber auch bier ift die Uebertreibung einiger Schriftfteller fichtbar, ins dem fie ibn nicht allein nad Aegypten und Phönicien, fons „dern and) nach Perfien*), Indien, Judda und fogar zu den Druiden in Gallien reifen laffen. Die Nachrichten daz von find fo widerfprechend fowohl unter einander, ald mit ber Bcitrehnung, und beruhen auf dem Zengniffe. fo leidtglaua biger Schriftfteller, daß man nur die Seife nad Aegypten, und vielleicht die nach Phönicien für zuverläßig halten fann. Aegypten wurde nod .fpäterhin als das Land geheimer Weisheit bereifet, und e8 (ft fich wohl denten, daß Yytha‚ gatas Phönicien, welded vielleicht bas Vaterland feines 5) Porphyrius §. 2. 21, Iamblichus $. 11. *) genen führt aud Cicero lib. V. “de fin. und Plin. h. nm XXV.

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Pythagoras. Vaters war, auf diefer Reife nicht vorbeiging, ta e8 burch feinen Handel, feine Manufacturen und Künfte fehr berühmt war, Auf biefe Reifen muß er eine beträchtliche Beit verwenbet' haben, ba er in Aegypten allein fid 22 Jahre aufgehalten haben foll4). Dah folde Reifen für einen Mann von philofvphifdem Geifte nicht ohne Nugen waren, läßt fic) wohl denken; ob die Bortheile aber fo groß waren, als fig von: einigen Schriftftellern gefdildert werden, muß man mit Recht bezweifeln, Pythagoras foll nad) biefen alle feine mathematifchen Kenntniffe auf diefen Reifen, und zwar die Geometrie von ben Aegyptiern, die Arithmetik von den Pöniciern und die Affronomie von den Chalddern gelernt haben, Diefen Berichten widerfpricht wo nicht das Factum, daß Pythagoras felbft wichtige Cntdedungen in allen biefen Xheilen machte, bod) die Behauptung anderer Schriftfteller, daß Thales und Anarimander feine Lchrer in ber Geometrie und, Aftronomie waren, und baß die dayptifchen Priefter entweder mit ihrer Wiffenfchaft zu fehr fargten, oder auch nicht viel mitzurheilen hatten 5), C8 fann wohl feyn, daß einige Gelehrte unter diefen Nationen in Rüdfiht auf diefe Kenntniffe vor ben Griechen voraus waren, vorzüglich, die Chalbder und Aegyptier in der Beos bachtung des Himmeld, und in ber Rechenfunft; aber wahrs fcheinlich fehlte biefen nod die wiffenfdaftlide Form, bie fie erft durch Pythagoras und fpätere Denker unter. den Grieden erhielten 5). Von. mehr Bedeutung waren wohl } —— 4) Cicera de Finib, W, ¢ 29, Porphyr. §. 11. [Nad Diogenes £. unter ber Regierung des Amafis, weichem er burd Polykrates, fets nen Gafifreunb, empfohlen ward. Aufat d. H.) - 5) Porphyrius $. 6. §. 11, Iamblich. §, 18, 19, 158, 159. FH Diefes LaGt fih fdon daraus Fliegen, daf nad ben Zeiten bes to, als ‘bie Wiffenfhaften in Griechenland felbft bebaut wurben, te gelebrten Reifen nad Xegypten aufbòrten. Plato beftäciget diefe Bermuthung burd eine Stelle, wo er fagt: daß die Grieden die erften Clemente einiger Wiffenfchaften von Aegyptiern und Gbatdéern erhalten, aber fle fehr vervolllommt Hatten. Epinomis AX. B, 6.265, 266. Ed. Bip. Gr lobt bie Neanptier,baß fie bie Jugend in dep Mechenkunft und Mebkunft unterridten laffen, aber was er bavon anfüyrt, feint zu beweifen, daß fie bloß medanifd getries . den wurdt. de legib, , 8. VUN. 384 und V. €. 2.6.

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Ceftes Hauptft. Dritter Abfchn. Erftes Kap.\ tle meticinifchen Kenntniffe, welde ex in Aegypten fand; daher fo vieles Eigene in der. Kleidung, in dem Effen und Trinken und überhaupt,in ber ganzen Lebensart der Pythaz goreer, was von ben ágyptifden Prieftern entlehnt zu feyn fcheint. Ueberhaupt wurde die Argneifunde, und vorzüglich ber biätetifche Theil von den Pythagoreern mit Fleifs betrieben. Aud nahm Pythagoras von den dgyptifchen Prieftern Vieles an, wads zum religiöfen Cultus und zur Einrichtung ihres Priefterordens gebôrte 7), in welden er aufgenommen wor: den feyn fol. War aud Alles, was Pythagoras von ben Agyptifden Prieftern lernte, in wiffenfchaftlicher Rüdficht von Feiner. großen Bedeutung, und der großen Borbereitun: gen und Prüfungen nicht werth, welde ber Einweihung in ihren Orden vorher zu gehen pflegten, fo war es hod von großem Einfluß auf die Ausführung feiner übrigen Swede, und verfchaffte ibm unter feinen Seitgenoffen Ansfeben, Einfluß und Ruhm*). Seine Biographen (wenn man die Compilatoren Porphytius und Iamblichus fo nens : nen barf) erwähnen noch einer andern Reife ducch Griechen: land, wo et die berühmteften Tempel befucht, und ihre Inftitute und Geheimniffe fid) bekannt gemacht habe ®). Diefe erfolgte, wenn fie wirklich flatt fand, und unmahrfcheinlich iff fie wenigftend nicht, vermuthlich etwas. fpäter **). . engen 7) Iamblich de vn pa 6, $. 151. Tiebemanns Geift ber fee culativ. Philof. 1 . 7I+) Gift hier aber weniger auf ein zetne Lehren unb beren Werth gu fében, obwohl aud einzelne Lehren des Pythagoras fremden Urfprungs find, wie bie Lehre von ber Geelenwanderung nad ber Gage der Alten aus Aegnpten flammf (Herodot IL), ‘fons bern e8 iff mehr nod) auf ben orientalifchen Geift zu fehen, bec in Pythagoras Lehre zu finden ift, und der fid in dem Symbolis fden feiner 3ablentehre (lamblich de vita Pythagorica cap. 23. 4. §. 247. Stob. Serm, 5.), fo wie in ber ganzen Eincätung bed gefellfchaftlichen Inftituts, welches er errichtete, ausfpricht. . aud) loseph contra Apion. lib, I. x. 8) Porphyria À-1. §.16.17. Tamblich. 1.1. $.25. Diogen. Laert, VIII. ++) Dod ift nicht unwahrfcheintih,, daß Pythagoras, dex bie Gefes: ebung und Bildung bes Staats: zu feinem Augenmerte gemadt Batte , fhon damals Greta und Lacebdmon befudst habe, um bes Minos undperse Ginrigtungen Eennen u1 emmen ; wie aud fuatin. hist. XX, 4, bevidtet.

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Pythagoras. Nahdem Pythagoras feine große Reife beendiget hatte, fam er, nach Ariftorenus im vierzigften Sabre, nad Samos zurüd, und dachte nun auf Mittel, die Senntniffe, , die er auf-berfelben erworben und durch eigened Nachdenken erweis tert und vervollfommt hatte, unter ben Griechen zu verbreis ten. Ungeachtet er eine Schule angelegt hatte, fo verließ er bod) bald bie Infel nnb begab fid nad Stalien, nady ber ‚gewöhnlichen Meinung, wegen Polykrates Herifchaft. Wenn aber auch. biefer fein eigentlicher Æyrann nod ein Feind der Wiffenfchaften und Künfte war, fo fonnte Doc Pythagoras nebft andern Samiern mit Recht über die Ums flofung ber alten. Verfaffung unzufrieden feynz; vieleicht floh er auch bie bürgerlichen Unruhen und Kriege, welche jene: zur Folge hatte, Und, wenn wir nicht irren, fo mußte© | Pythagoras diefe Infel aud obnebief feinem Plane nicht ganz angemeffen finden. Denn die Errichtung der großen Gefellfchaft in Stalien, welche andere 3wede, al8 bloß ben wiffenfdaftliden Unterricht hatte, fheint ein Plan gewefen . zu feyn, ben ex feit feiner Ankunft in Italien nicht aus den Augen verlor, und ben er wahrfcheinlich weit früher gefaßt hatte. Diefes Unternehmen fonnte aber auf einer Infel, die einen Alleinherrfcher hatte, nicht fo leicht, als in einem großen zufammenhängenben, aus mehren ariftocratifchen Staaten — | beftebenben Lande auögeführt werden. Er verließ alfo in einem Alter von ungefähr vierzig Jahren mit einigen Ber: trauten fein Vaterland, und bereifte, ehe er nach Italien gelangte, noch einen Theil von Griechenland, wahrfcheinlich. aud in ber Abficht, um fic dasjenige Land auszufuchen, wo er mit dem beften Erfolge feinen Plan ausführen fonnte°). Pythagoras wählte dazu Kroton, einen Fleinen, aber mächtigen und wohlhabenden Staat in Unteritalien; und ber Erfolg. rechtfertigte feine Wahl *). Er erhielt in Eurzer Zeit Aufmerkfamkeit und Bewunderung; man drängte 9) Porphyrius 1.1. §. 15, 16. Yamblichus §. $4, 26, 35. *) Nad Cicero I. Tusc. fam er bapin untes ber Regierung deë SZorquinius Superbus.%. d.

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Crftes Hauptft. Dritter Abfhn. Erftes Kap. fic) haufenweife hinzu, feine Vorträge anzuhören; er befam eine Menge ber angefehenften Bürger zu Schülern, Eonnte fid aus benfelben die geprüfteften zu einem Bunde auswähs len, durch welden er fid) ben widtigiten Einfluß auf biefen, und andere Staaten in Stalien-verfchaffte, Wir müffen hier nod etwas ftehen bleiben, und fo: wohl die Mittel betrachten, wodurch; Pythagoras biep. alles bewirdte, al8 aud ben Swed und bie Einrichtung der be: . tübmten Gefellfhaft kürzlich erwägen. Pythagores war für die damalige Beit unftreitig ein auferorbentliher Mann. Schon fein Aeufferes, die Schöns beit feiner Bildung, verbunden. mit Anfland und Würde, Fündigte einen großen Geift an: Sein ducchbringenber Vers fland, feine Beredtfamfeitz unterftüßt durch eine Menge außer: ordentlicher Renntniffe, alles biefes fonnte zumal in einem Lande Auffehen erregen, welches in höherer Bildung nod ganz zurüd war, Wenn er von biefer Seite Bewuns derung erhielt, fo gewann ihm feine Neligiofitát und fein würdiger Charakter auf ber andern Hodadtung und Zus‘ trauen*), Manches Eigenthümliche und Fremde in ber Kleidung, Lebensart und Sitte, mande Sage und Exzähs lungen von göttlichen Gaben ber Borherfagung und aufers ordentlichen Kräften, vielleicht von feinen ihn verehrenden Freunden geglaubt und ausgebreitet, wirkten mit, die Aufs merffamfeit an ihn zu feffeln, Der Gegenftand feiner dffents lib zu Kroton gehaltenen Vorträge war die Ermahnung zur einfachen Sitte und bie lebendige Schilderung ber fhes gielen Pflichten befonderer Menfchenklaffen (der Pflichten dee Männer und Weiber, Aeltern und Kinder x); the Zwe. - war, bie Sitten zu verbeffern, bem Hange zum Lurus und. finnliden Genuß entgegen zu wirken**), und Dagegen bas Streben zur Bildung des Geiftes und Herzens zu entflams ») Gt efiien feinen Zeitgenoffen ala ein ann, der mit Söttern Umgang bielt, u pflangte ben Gláuben an Umgang mit Geiftern Jap Disinetion aud: ouf feine Schüler fort, Vergt. lamb ich $ 1 ++) Go aud bie onbe Stelle bes Juftin, 4 D

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Pothagoreifdjer Bund. - men, Seine einnehmende Berebtfamkeit, ble alle Mittel rich tig berechnet hatte, hatte in feiner erften Anrede an die Zünglinge erftaunliden Cindrud gemadts die Neuheit der Sache erregte Aufmerkfamkeit, und er befam von den Obern nit allein Auftrag, mehrere dergleichen Vorträge zu bal: ten, fondern ihnen aud gute Rathfchläge zus Verwaltung bes gemeinen Wefens zu geben 10), 7 " Pythagoras hatte baburd ungemein viel gewonnen; ex war auf dem Wege, fih alle Gewalt in bem Staate durch die Weberlegenheit feines Geifted zu verfchaffen. Auch war biefes ohne Zweifel fein Plan, ben ihm aber nicht Eigenz nug, fondern fein Entbufiasmus für bas Gute eingegeben hatte. Er fuchte nicht Durch dupere Macht, fondern burd feinen Geift und burd die Ueberzeugung zu berifchen, er drängte fih zu feinem Amte, er ging auf Feine gewaltfame Veränderung in der GStaatöverfaffung aus, und wollte nur in ben ganzen Staatölörper einen andern Geift, ein ans DereB Lebensprincip bringen, Das einzige zwedmäßige. Mit tel dazu war, eine Erziehungsanftalt fir gute Birger und eine enge Verbindung geprüfter und aufgeklärter Männer *), 10) Porphyrius L 1. $. 18, aa. . *) Heeren {Sbeen über bie Politik ze. ME TH. ı Abthlg. Götz tingen 1812. ©. 430.) nimmt an, bes Pythagoras Anftitut abe eine politifde Kendenz gehabt. „Aus dev Bergleidung er Gefdidte der einzelnen Städte Grofgriedentands um bie Zeit feiner bortigen Erfdeinung, heißt e& an dem angeführten Orte, geht hervor, baB die Herrfdjaft in ben blühendften derfelben in ben Händen von Optimaten wars gegen welde aber um eben biefe Beit eine Volköparthei anfing fid zu bilden, beren Swifte bald ben Untergang von Sybaris berbeifübrten. Die Parthei der Ops . timaten bafelbft, wird bingugefegt, zoo an ber Babl, flüchtete, von dort vertrieben, nad Kroton, und bat um Schuß, ben fie baupts fadlid) auf ben Kath bes Pythagoras erhielt (Diod. XIL p. 77 Wechel.), Pythagoras, nichts weniger als ein Pdbelfreund, fchloß fih an bie Optimatenparthei an, bie wieberum an ihm, dem Mann . _ von fo glänzenden Talenten, igre Stage fand. Es war dies aber bie Beit, wo die Ueppigteit in jenen Städten, vor allen unter ben veihen Familien, einen nod nie gefehenen Grad erftiegen hatte, &s fonnte einem Manne, wie ibm, nicht entgehen, baß biefes Site tenverberbuig ben Sturz ber hercfdenden Parthei herbeiführen miffe; und fo entftand natilid ber Gebante, feine politijde Rez form auf eine moralifche zu gründen.” Go-confequent biefe Anz At if, fo wenig finde id diefelbe Dura; gefchidtlide Beugeiffe

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efkes Haupeft. Dritter Abfdn, Erftes Kap. ' Benn man bie ganze Einrichtung biefes Inftituts dez trachtet, welches. unter dem Namen bes Pythagoreifchen Bundes oder der Gefellfchaft der Pythagoreer fo berühmt worden ift, fo muß man über ben großen Geift erffaunen, ber den Plan dazu entworfen hat... Es umfaßte nicht nur | ben Unterricht in gemeinnüsigen Kenntniffen, fondern auch die Bildung des Charakters; ¢8 vereinigte bie mannidfals tigften Anftalten zur Entwidlung aller. geiftigen Anlagen, in ben gehörigen- Abftufungen. Daher bildeten fich in biefem Snftitute Denker, Dichter, Felbheren, Staatsmänner, und ‚überhaupt vortrefflihe Menfchen in jeder Art. Alle Mits “ glieder lebten in der innigften Eintracht und Freundfdaft, und dle ganze Gefelfchaft war als eine große Familie zu betrachten, bie fi durch Frugalität und Mäßigkeit, Gereda tigfeitéliebe, edle Wohlthätigkeit und harmonifche Bildung bes Geiftes auszeichnete. . _. Pythagoras nahm nicht alle und jebe in biefen Bund auf, fonbern beobachtete bie Aufzunehmenden von. Seiten ihres Charafters, wobei ihm fein fcharfes phyfiognomifches Gefühl fehr zu flatten fam, und unterwarf fie mancherlei Prüfungen **), Gymnaftifhe Uebungen, Befdäftigungen x vollfommen begrändet ; ja die ganze Ridtung ded Pythagoras und feiner Lehren, welde atd myftifd) und afcetifd) mebe nad innen dis ‘ nad außen ging, fheint mir zu bezeugen, baß fein Plan zunâchft "| auf die Bildung bes innern Menfden gerichtet, und baß ber politifde Einfluß, welden ex und fein Bund gewann, nur nafürs lide Folge feiner moralifhen Wirkfamkeit, nicht von ibm als Hauptzwee beabfidtigt war. Zudem fdliest fic die Cinrids tung und Berfaffung biefes Bundes mebr an die Einrichtung dex ägyptifhen Prieftermy fterien und an ben borifchen Stam= mesdaratter, als an bas gemôbnlide Verhältnigder Ariftofraten in ben griedifhen Staaten an, fo daß id jenen Bund als einen Bund der Optimaten im politifhen Sinne, feiner Abfidt nad nicht anfeben Tann, wenn er aud am meiften auf Bildung der Optis maten wirkte. Weit näher liegt die Anficht, welche aud mit der - Weltanfhauung des Pythagoras zufammenhängt, baf fo wie bie "Welt ein barmonifhes Ganzes der Dinge, eine Mufif ber Sphären "fes, diefer Bund, als ein Bund ber Freundfdaft, Eintracht und Orbz nung, biefe Harmonie der Welt, gleihfem im Kreife bes Menfde lichen b. f. in Wiffenfchaft, Sitte und Staat barflellen und auf die Menfchheit übertragen folite. S. auch das Folgende. A. db. H. **) Jamblich. de vita pythagorica 5. 71. C‚KVIL $: ya. C. XVIII. sqq. _ Gell. noct, At, 1,9.

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Ppehagoreifdhee Bund, beb Geiftes, Berathfchlagungen, Spaziergänge, Reinigungen wechfelten mit einander jeden Tag in einer beftimmten Orbs nung ab. Alles biefes, fo wie die fombolifchen Vorfchriften und afcetifhen Gebräuche (wotunter die Enthaltung von Sleifchfpeifen *) und von Bohnen die befannteften find,) zwedte auf eine fehr heilfame Diät des Körpers und dev Seele, auf zwedtmäßige und harmonifche Bildung des Menfchen, Anleitung zum Nachdenken über fid) felbft, zur Selbfiprüfung, Selbfbeherrfhung und Gleihmüthigkeit ab. Die ganze Gefelfdaft beftand aus mebrern Klaffen oder Graben **), Die unterften Grade waren eine Vorbereitung zu bem höchten, | welcher die audgefuchteften und geprüfteften Mitglieder ums faite, denen alle Geheimniffe des Bundes und beffen ganze Drganifation anvertraut waren. Ungeachtet der Dunkelheit, | in welde ber legte Grab eingehilt ft, fcheinen doch die Beheimniffe deffelben nicht fowohl gewiffe nicht mittheilbare Dogmen, ald vielmehr den legten verborgenen Swel der Gefellfdaft und ihren Einfluß auf die Regierung des Staaz ted betroffen zu haben 11). “Denn hierauf zwedte bie ganze *) lamblich 1. L 108, 109. et Rittershas, ad Porph. 55. b. Ô. *) Jamblich LI $.:80 sq. Hier wirb guerft der Unterfdhieb von Dos | thagoreern, die in völliger Gitergemeinfdaft mit einander lebz ten, und Pythagoriften gemadt, welthe nur burd gemeinfame wiffenfdaftlide Studien vereinigt waren. rene waren Cfoterifeé {Dice- L. VIII, 37f.) und wurben wieder in die drei Klaffen ber anov" or, Sasporros, unb Deoe oder Îesonaders (lamblich, de my:steriis C. XV.) getbeilts biefe waren Groteriter und biefen aud @xovopatsxos ober axaqvotixes; indem fie bem dogmatifden Behrs vortrage fdweigend zuhören muften. Auf diefe Kaffe fcheint fih aud bas auros epa vornehmlid zu beziehen, wähtend jene aud ot genannt, einen ausführlihen und mit Grünben ents delten Unterriht empfingen (Porphyr. §. 37. et Rittershus, ad h. 1.). Hiecauf bezog fic) aud) bie doppelte Lehrweife, bie dönoxalın cupBodixn und bie dueEodexy.. Sn Hinfidt auf die Lehrgegenftände hießen fie dann srodursxor, ouxorouxos und voro Getixnor, ceBactixos etc. Die Efoteriler aber waren die Mitglieder bes Ordeng, in ben man nur nad einem mehrjährigen Stillfdwels en (own ober ayeuudın f. über bas pythbagorifde Stille felgen Rittershus, ad Porphyr. $. 19.) eintreten Fa . 11) M bt lide Befhreibung in Meiners Gefhidte be ner se 5 sud 3 Gap. €. 391 zeg. >

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Cefes Haupt. Dritter Hofdn. Cres Rap, Gintibtung dev. Gefelfbaft ab*), unb felbft der Erfolg feint diefe Bermuthung zu beftátigen. x Diefe Gefelifdaft Hatte einen ungemeln glüdlichen Forts gang... ‚Nicht allein in Kroton erhielt fie eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern aus den angefehenften Ständen, fondern.‘e8 bildeten fic) auch. in Metapontum, arent und andern Städten Großgriehenlanbs ähnliche Gefelfdaften, welche mit der in Kroton in Verbindung ffanben. Der Pys thagoreifche Bund erhielt nach und nach ben widhtigften Eins flug auf bie Staateverwaltung biefer Städte, Denn Ppthar gerad wurde nicht nur felbft in. wichtigen.„Angelegenheiten um Rath gefragt, fondern viele Mitglieder bes Bunded was ten angefehene Bürger und beFleibeten wichtige, Stastsänter, . ©8 lápt fic) daher leicht denten, daß ber Bund gulegt gletche | fam bie Seele der ganzen Staatsmafchine wurde, indem duch. ihn,. vermittelt ded Kinfluffes der Einzelnen, alles beftimmt und entfchieden wurde, Die geroöhnlichen Obrige. teiten blieben unverändert, aber ihre Gewalt war untetges . ordnet, ihre Thatigheit erhielt eeft durch ben Bund den erften Antrieb und die wahre Richtung. Der Bund wirkte aber als eine unfichtbare Kraft und fein Einfluß, blieb daher vers * borgen, und nie würde man fid vielleicht bie Mühe gegeben haben, thn aufzuheben, wenn fi nicht eigenfüchtige Mtns ner gefunden hätten, die, durch ben Bund gehindert, thre Abfichten nicht erreichen tonnten. Denn der Einfluß bes Bundes war im Ganzen für die Staaten febr bellfam, und’ gwedte auf nichtd anders, ald auf bas gemeine Befte ab, Die gefegmäßige Berfaffung zu erhalten, Unregelmäßigfeit und Willhht aus ber Megierung zu entfernen, bieß wat bas Biel derfelben *2). Diefe Gefelfchaft erregte bald Neid und Eiferfucht gegen fi, durch welde fie endlich aufgeldft wurde. Angefehene. Männer von zweibeutigem Charakter wurden abgewiefen, anz bere aus eben der Urfache aud ber Gefelfhañt ausgefchloffen, =) &, jebod) die obige Anmerkung. ©. ot. _ 42) Iamblichus 1, 1. $. 249, 263, 264. Tustin. XX, 4.

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Potpagoreifcher Bund, | "ehe fie in ben oberften Brad lamen. . Selbft die ganze Eine. richtung bed Bundes war gewiffetmafen eine Trennung von bem übrigen Staatslörper. Die Mitglieder zeichneten fid nicht allein burd bie Grundfage, fondern auch durch ihre Site ten, Lebendweife und Kleidung aus; bie innigfte Herzensvers eintgung und die feltenfte Freundfcaft. bildete gleichfam eine Sdeirewand zwifhen ihnen und ben nicht Verbûndeten, went gleich jene gegen diefe nur alé-edle Männer handels. ten. Swat bob ihr Einfluß auf die Regierung des gemeinen Wefens biefe Sdheidewand gewiflermaßen wieder auf, wat fteilte eine Art von Verbindung her,- welde in der Abs béngigfeit det Uebrigen beftand; diefe bauerte aber nur fa lange, alé bie größere. Menge diefe Abhängigkeit fich gefallen ließ, und nicht von jenen- Unzufriedenen aufgewiegelt wurde. E8 entftanben hieraus. Uneuben und Empdtungenz ein groper Theil der Werblindeten wurde hingerichtet, die übrigen gers freut. und verbannt. Mit ber Berftirung des Bundes -in allen griechifch>italienijchen Staaten fing eine lange Meihe von: verbetblichen Kriegen und Uniuben an,. welche Zulegs — kaum buch Bermittelung: der Adder geftilt werden tonne ten*). Diele Verfchwörung gegen ben. Orden und bie weit auêfehenden Folgen derfelben: laffen fic) faum denken, wenn ex Feine politijde Venbens- gehabt hätte 12). - - \ Bo grof aber ach bie Uebereinftimmung ber Sdrifte fellere in der Hatiptfache biefer Begebenheit ift, fo fehr wets chen fie in Nebenumfländen ab. Daher laffen fid auch bie . lebten Schidfale bes Stifters biefes Bundes nicht mit Ge wißheit angeben. Denn nad einigen fand er feinen Zod, (der and febr abmeidend, mit aberiteuerliden Umftdnden, turd diefe wurden die u 1.1. ig. etc. Phpthagoreer wieder guriictgerufen. Yam= Pooth 8 . "x 28. . 13) Iamblich, 35 Rap. [Nah den meiften Radeidten, war 8 bet errfchfüchtige Cylon aus Sybaris, ber weil er vom Pythagoras ben Bund nicht aufgenommen worden war, eine Partei gegen . denfelben etrepte, und endlich bie in bem Haufe bes Athleten Milo - verfammelten Schüler bed Pythagoras in beffen Abwèfenbeit, fammt bem Haufe: verbrannte, wobei nuc wenige enttanten. Dief gefdaÿ um 500 vor Shr … - Bufag d,

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Œrftes Hauptft. Dritter-Abfchn. Crftes Rap. wie fein ganzes Leben, erzählt with) in eben biefeni Auf: ftande, der den Bund gerftdrtes nad andern entfloh er aus — Kroton, ging nad) Metapontum und wurde dort in ei nem ähnlichen Auffland gemordet ober entleibte fich felbft ; * nach andern war er bei biefen Begebendeitén: nicht anwefend, und entweber auf einer Reife oder fchon lange geftorben 14)© Mit der größten Waıfheinfichteit fegt man feinen Tod um die 69 Olympiade 79), G8 iff gewagt, über ben Charakter bes Maines ‘ein beffimmtes :Uetheil. auszufprechen, fiber welchen fo vers febieden fdon in bem Uiterthume geurtheilt wird. Es if vielleicht eben fo leicht, ihn als einen Mann von erhabenem . Charakter, der aus bloem Pflichtgefühl, ohne alle eigens _ nüsigen Rüdfichten, au ‘bem großen Plan, die 'Menfchheit bur Sitflichfeit und Geiftesbtbung zu verebeln, feine Kräfte aufwandte, oder als einen feinem Politifer zu filbern, bet feinen Handlungen einen fehönen Anftrich zu leihen vers. motte, ungeachtet die wahre Triebfeber berfelben Ehrgeiz und Hervfchfudyt war: Go fehr für das Erfte der"änffere Anfchein, die Wohlthätigkeit feiner Einrichtungen und Hands lungen, und überhaupt die Wahl ber Mittel‘ zu -fprechen‘ fébeint, fo Fônnte doc) von ber- andern Seite ber Gimoutf gemacht werben, baß man Aber die eigentliche. Tendenz feiner: Plane nicht urtheiten. könne, weil e8 nicht: ausgemadt. fev, ob fie in ihrem ganzen Umfange auögeführt,;ob. nicht wiebe: mehr ber‘ Hauptzwed, den er durch feinen Bund beabfichs tigte, ehe e8 zu bem entfbeibenden Augenblid fam, vereitelt worden. Ungeachtet alles beffen aber, was fid) dagegen fagenläßt, haben dod bie Gründe für den ;fttlichen GharÁtter— bes Pythagoras ein größeres Gewicht, fo lange man bet ber Wirklichkeit ffeben bleibt, und. nur barauf fiebt, was. er. gethan, und wie er e8 gethan hat. Denn nach biefem ‘fdeint feine Abficht Feine andere gewefen zu feyn, als Gen fegmäßigkeit in der Verwaltung des Staats, und Moralis „24) Porphyrius 6. 54. und lusting l, L . 15) Meiners ©. 368. [Rad Gufebius 70 OL-4.]

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"Pptdagoreifcher Bund, tät in dem ganzen Betragen feiner Seitgenoffen gu befärbern. Dafür fpridt auch, dah bie Pythagoreer, auch nachdem der. Bund zerftört war, immer denfelben Grundfägen treu bliez ben, und daß fie die fchönften Beifpiele edler Freunde fchaft aufftellten. Gin Pythagoreifches Leben galt baber nog in fpdtern Zeiten eben fo viel, als ein mufterhaftes Leben 15), _ Die Berftörung tes Bundes war für die Staaten, tibet welche er fich verbreitet hatte, ein großes Unglüd und Hinz Derniß ber fortfchreitenden Gultur, abet für die Wiffenfchafs ten entftand daraus zufdlliger Weife dod mancher Gewinn. - So lange ald er beftand, feheinen die Mitglieder zu fehe mit politifden Angelegenheiten befchäftiget gemefen zu feyn,’ als. daß fie vieljfür die Wiffenfchaften leiften konnten. Selbft Pythagoras fcheint feine größten Erfindungen vor biefem Beitpuncte. gemacht zu haben. Vielleicht war eben biefe pos litifche Gefchäftigkeit mehr, al8 bie Sucht, Webeimniffe für fich zu. behalten, die Urfache, daß die Pythagoreer zu ber Beit, ald der Bund nod beftand, gur nicht gefchrieben haz ben*). Inder Folge legten fie fib mit meht Dube auf. bie Wiffenfchaften, fonberli bie mathematifchen, hinterliepen bie Refultate ibres Nachdenkend fchriftlih, und trugen nicht wenig dazu bei, daß bie Mathematit mit mehr Gli und Sntereffe bearbeitet wurde #7), 16) Plato de Republica X. @. 203, Cebes zu Anfange bed Bemätbed, *) Bon einem andern Standpuntte Täßt fi Tagen, baß fo lange bie ‚That mehr galt und bas lebendige Wort, und de Schüler . nod in einen Bund vereinigt tebten (Lömblich Ll 6. 253.) ¢8 bes Auffdyretbens no hidt bedurfte, und biefes alé ein nothwen: biges Hülfsmittel bee Erinnerung erft dann erfdien, alé man bie , theoretifd)= praftifhe Weisheit des Pythagoras bem Untergange Æntgiepen wollte Yd. H. 27) lamblichus §. 25. Porphyrius $ 36, lamblitb. $. 250, 25% “ Zennemanne Gels. b. PULS

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Erftes Haupffl. Zwelter Abfıhn. Bmeltes Ran „Zweites Kapttek Philofopheme ber Pythagoreer. Pythagoras faßte bie Welt von Seiten der Zahl und legte den Grund zu einer wiffenfdaftliden Mathemas tif *). Wenn vor ibm aud Thales und deffen Nachfolger nicht unwiffend in der Geometrie waren, fo erhob fid body ihre Kenntniß, wie eB fceint, nicht weit’ über mechanifche Runfigriffe zur Auflöfung einiger geometrien und aftros nomifchen Probleme. . Pythagoras erfand in der Geometrie einige wichtige Lehrfäge **) und erweiterte die Affronomies ‚ aber. nod) mehr wirkte er für bie Arithmetit, auf welde et “auch die Mufif’ aurhdfübrte *#*). Diefe Wiffenfchaft wurde von ihm und feinen Schülern mit auferordentlidem Scharfe finn und großer Sorgfalt bearbeitet, vorzüglich der Theil welder die Berhaltniffe der Zahlen unterfucht. Man Bann fih leicht vorftellen, wie werth ihm die Arith metif wers den mußte, weil fie ibm fo vieleB verdantte; noch wers" ther war fie ihm wegen ihrer Anwendung auf andere Theile . ber Mathematik „ind ‚weil fie ibm ben Schlüffel zur Ere fenntnif ber Natur in die Hand gab. Daher fonnte Pys thagoras mit Necht fagen: der weifefte Mann dinke ihm der zu feyn, der den Dingen ihre Namen gegeben, und die Zahlen erfunden haber). Denn durch die Arithmetië fam erft Einheit und Bufammenbang a bie verfdjiedenen Theile' bet Mathematif; fie fchten dem Pythagoras mit Redt gleidfam bie aligemeine Größenlehre zu feyn. j *) Telde TREzugleich Philofophie fen folte ©. zoen EE 43 und . ”) Dtbet fogenannte pothagoreifhe Lebrfa t atheseos von ihm guecft erfunden Toren, I joo! ase a ) +) Nad Platoderep. VII, 530 D. nannten bie Fythagorser Mus fil und Aftronomie Sdwweftern. 2) Aclianıs V. HIV. © 27. lamblch.1.1, $.82. CicerTuscal. Qu

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L } …— , Phflofopbeme dee Pythagoreer, 89 GS léft fich daher leicht begreifen, dap Pythagoras, welder mit ben Philofophemen der Sonier befannt war, und feinen Gdft vorzüglich burd Mathematif gebildet hatte, alle Gegenftände ber Speculation aus einem neuen Gefidtés puncte betrachtete. Denn er bradte zu ihnen gleidfam einen mathematifdgen Verftand mit, der nicht bloß anfchauen,. _fondern aud) meffen und rechnen, und alles Denkbare nad feinen Verhältniffen auffaffen wollte. Und hieraus entfprang benn eine Art mathematifder Metaphyfilf, welde fo vielfältig mifverftanden, und bald als dad Spiel einer träumerifchen Phantafie, und leerer Unfinn, bald als dad _ Product des tieffinnigften Denkens betrachtet worden ifl, Beide Borftelungsarten beruhen auf Mifverftändniffen und irrigen Vorausfegungen. Cine auf biftorifhe Urkunden ges gründete Unterfuchung wird dad Wahre und Irrige an beiden berauöheben, und eine ridrigere Schägung diefer Philofos. phie lehren. ‘ Pythagoras und feine Schüler— denn, wie wir oben ©. 82. f. erinnert haben, aus Mangel an beftimmten biftorifhen . Urkunden laffen fic die Philofopheme des Pythagoras und ber Pythagoreer nicht genau unterfcheiden, fondern beide müfs fen als ein Ganges betrachtet werden, — behaupteten, die Bablen feyen bie Principe der Dinge”). Um diefen Grandfag der Pothagoreifden Philofophie ridtig zu verfichen, 2) Die Hauptftelle ift: Aristoteles Metaphys. I, c. 5, Ey Ta tovroug “at 7790 ToLTWY où malovusros Ilvdayogsıo Tov UEFHwatar ayœusyoi TTOWTOL TOUTE NQONYAYOY, HUE EVIGUPENTES sv UUTOIS "Tag touvtwy aoxas TOV OYTOY BOYaS HT TOY eLvas RAVTWY* ETE VE TOUFOY Ob Gord os Pros mewtor, ey ds Toutous sÖoxouv Pswoery opotwpata nodka Tors ovor Has ypuyrouevosc, maddov 7 ev TIGL sar yn NOL DATE, - 08 To wey ToLovdı Tuv agıdumy zados Uxaıpovon » to ds tosovde wuzn xas VOUS, ezegov Ös xargos wat twv alluv og emery EXUUTOŸ opormg, ets Os Toy appovixov ev aprFuotg opawres nas TE TEM «as tous loyorc, erudn ta gevolde tors ageTpals epouréto Tnv Grow aqouoatyvas nader, os Js agGpos zauns ths puseag APWTOL, TH TOY GOLF MOY OTOLYELA TOVONTOY CTOCL ELS navyımy sivaruneha Bow, sar 109 olov ovgavoy aguovay sıra, xs agiduor. Gergl, aud Cicero Academ, Q. IV, c, 37. Sextus Hypotyp, Ill, .§. 152. adversus Mathemat IV, §. 2 X, 248 sg Stob. ecl, ed, Heeren. 1, 289 sgqe | =

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100 Erftes Bauptft. Zelter Abfchn, Zweites Rap, miiffen wir theils ben Begriff unterfuchen, den fie mit bem Worte Zahlen CaguFuor) Verbanden, theils bie Sphäre der Anwendung des Begriffs beftimmen. Das griechifche Wort, durch ‚welches diefer Begriff auês _ gebrüdt wird, ift vielbeutig, und eben darin, baf e8 meh. vere Bedeutungen, als das deutfche Wort 3abt hat, liegt eine Schwierigkeit für bas Berftehen der Pythagoreifden Philofophie, ES bedeutet nehmlich nicht allein Zahl, fons bern aud die Größe, ein Quantum und endlid aud Berháltniffe jeder Art. Die Bahl ift bas Schema, un: ter welchem jede Größe gedenfbar iff. Daher ift es fehr . begreiflih, warum in den frühern Zeiten der Pythagoreer, wo die Begriffe nicht forgfältig genug erörtert und unter: fdieden waren, apıduos für Bahl und-Größe gebraucht wurde, und warum man in fpátern Zeiten die zweite Bes - beutung durch einen Süfab (avudpos peyedog eyav) be: flimmter bezeichntte 3), Es ift eben fo natürlich, daß biefes Wort von den Größen : Berbältniffen auf andere Verhälts niffe übergetragen wurde, und baher eine fymbolifdhe Bes beutung zur Bezeichnung anderer Begriffe, als mathematifcher, erhielt *). Alle biefe Bedeutungen Fommenin der Pythagos zeifchen Philofophie vor. Die Beftimmungen ber Zahlen in ‚ihrem Verhältniffe zu einander betrachtet, gehören zur erften Bedeutung; in der zweiten find die Zahlen felbft Ob» ‘jecte, Beftandtheile ber Natur; in ber britten-heißt das Univerfum eine Zahl, das ift, ein Syftem von Ver= hältniffen, und in der legten endlid) wird bie Gerechtigkeit, bie Vernunft, die Seele u. f. w. dur) Zahlen bezeichnet. €8 ergiebt fifid fdon bieraus, daß die Pythagoreer dem Bee griffe der Zahl eine weit größere Sphäre der Anwendung gaben, als unfer Spradgebraud) veraf Er war wegen 5) Aristoteles Metaphysicor. xm c.6. exsLvos de (sc, Iudayogsioı} - egovra (eyovras sc, apıduoug) peyedos.- *) Aber ber Grund davon liegt-wieder in ber Natur ber Zahl, weßhalb bie befagte Vieldeutigkeit Feinen Vorwurf gegen bes Dytha= got Lehre enthält, vermöge deren’ alle Dinge in der Welt na abl und Maas geovbret fi find. Nur muß man ben fombolifden Ghavatter des Pythagoreismus fefthalten. Kb De,

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| Pbhilofopheme ber Pothagoreer. feiner Bieldentigheit fo weit, daß fie alle Gegenftdnde ihrer Nachforfhung, fomobl theoretifhe als practifche, unter dens felben befaffen Fonnten. Hieran hatte aber auch bas tre: ben ber Vernunft, alles unter Einheit der Principien zu bringen, großen Antheil. . Die Cltern Philofophen betrachteten die Gegenftände der Erfahrungswelt unter dem doppelten Gefidtspuncte was fie find, und wie fie entflanden find. Der erfte Gee fibtépunct ff ben Pythagoreern eigenthimlid. Denn ’bie Sonier unterfudten, wie die Dinge entflanden find, und fudten ihr Wefen durch eine urfprüngliche Materie, aus. woelder alles bervorgegangen, zu beftimmen. Die Pythasgoreer aber betrachteten die Dinge, abgefehen von ihrer Ent: . flehungsart, nad) ihrer Natur, und ‘auf diefe gründeten fie erft das Syftem ihrer Erzeugung. a Die Pothagoreer richteten ihre Aufmerkfamfeit, wie natürlich, guerft auf die dußern Gegenftände, und betradtes ten fie ald Größen unter der Form der Zahlen. Sie glaubten in den Zahlen nad) dem angegebenen Sinne, mebz vere Beziehungen und Aehnlichkeiten mit ben Dingen, mehr Auffchlüffe über die Natur, als in allen Speculationen und ‚Hypothefen über die materielen Grundftoffe zu finden, und fuchten die Principien dee Dinge vielmehr. in den einfachen’ untörperlihen Beftandtheilen berfelben. Weil fie aber nod nidt das Product des reinen Verftandes und ben Stoff feiner. Begriffe unterfcheiben Fonnten, fo festen fie die 3ahs len in die Objecte, machten jene zu Beftandtheilen biefer, oder, mit andern Worten, was nur Bedingung unferer Borftellungen von dußeren, in Raum und Zeit wabrnebme baren Objecten iff, fahen fie als Bedingung ber Obiecte felbft an fih an). Daher nannten fie die Dinge felbft Bablen CageFuoe) worunter alfo ausgedehnte Subftange — verftanden werden, und fie lebiten, der Teere Raum fey 4) Aristoteles Metaphys. XII, c. 6. zov yag Shov avpavoy xetacxsue- Covorw el aged pov, niyv ou povadixar, adda tas porudas ino~ . depBeprovoir exes Heysdos: c. 8. Metaphys. 1, c. 6. oide (bie . Pothagoreer) ageFpare ewas paas avıa va sgaypata.

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Grfles Hauptft. Zweiter Abfchn. Qweites Kap. Urfade, daß biefe fein Continuum, kein zufammenhäns gended Quantum ausmachen 5). Nur dann erft Eonnten fie ihre Sablentheorie auf die Dinge anwenden, nachdem fie biefe mit den Zahlen ibentificirt *) hatten, und es läßt fich nun begreifen, wie fie fagen fonnten, die Principien ber _Sablen find aud die Principien der Dinge **), | Auf biefes Fundament bauten fie ihre Philofophie und Liepen fih wenig in eigentliche phyfifalifde Specúlationen ein 5). ‚Wir werden nun zuerft ihre Zahlentheorie, und dann bie Anwendung. diefer Principien auf die Natur und Entfichung ber Dinge darftellen. EE “Die Elemente der. Zahlen find das Ungerade, (ne girrov) und bas Gerade (aprıov), weil nehmlid alle Zah: ‘len unter bie zwei Rlaffen, gerade und ungerade, gebracht werden Ednnen. Die Eins enthält beide Cleniente, und Vu x 5) Aristoteles Physic, IV, 6. [&. Juf. zu Not. 13.] . ©) Zennemann , ber-wie aus dem Obigen erhellet, die Pythagorifde Lehre nad Kantifden Vorausfegungen beurtheilt, bürbet | biefer exftens das Hineintragen ber Bahl in die Dinge aufs dann bie Meinung, daß die Zahlen ausgedehnte Subftanzen feyen; ba bod, wenn die Zahlen in den Dingen find, wie Pythagoras bez hauptete, oder in dfefelben, wie Tennemann meint, von ihm bine eingetragen werben, fie gwar bie Dinge felbft mit Pythagoras, — aber nur in Hinfiht ihres Wefend, oder ihrer wefentliden Form, nidt fbledthin genannt, und fo mit ben Dingen zu einem und bemfelben gemadt, oder mie Sennemann fi ausdrüdt, idens « tificict werden Tonnen. Ariftoreles fagt in der Hier angeführten Stelle Met. I, 6. Plato ftimme mit den Pythagoreern darin über: ein, daf bie Zahlen die Urfaden der Subftanz aller übrigen Dinge feven; jener aber fege bie Zahlen außerhalb der Cinnenwelt, babins gegen bie Pothagoreev behaupteten: die Zahlen feyen bie Dinge feloft d.i in ihnen. Anderwarts heißt es aud) I, 5. bie Dinge feyen Nachahmung ber Zahlen. Wie hätten nun die Py: thagoreer lehren Eönnen, daf die Babin die Urfaden ber Sub: ftanz aller Dinge feyen, wenn fie diefelben (fdledthin) mit ben Dingen identificict Hätten2 - QU. dB DP. 96) In der oben Not. 2. citieten hierher gehörigen Stelle heißt es vielmehr: 1) die Principien der Matgemätit (und barunter werben bie Zahlen vorzugsweife verftanden) find bie Principien aller Dinge, baber Ærhnemann oben richtiger fagt: bie Zahlen find die Princis pien der Dinge; 2) bie Elemente (oroysa) ber Bablen find bie Elemente aller Dinge, welder Ausbrud {pater erklärt - wird. 6) Aristoteles Metepbysic. I, ©. 7.

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Philofopheme der Ppihagoreer, _ 403 daher it fie gleichfam ber Stamm, aus welchem alle Zahlen (wahricheinlich durch Addition) entfpringen. Die Ciné ift felbft feine Zahl, denn jebe Zahl ift eine Mehrheit von Eins beiten 7). Die geraden Zahlen find. unvolltommen, unvollftändig; die ungeraden vollfommen und voll farbig; benn.eine ungerade Zahl bringt durch Zufammens fegung mit einer geraden immer cine ungerade, in Bers bindung mit einer ungeraden aber eine gerade Zahl, die _ gerade hingegen burch die Zufammenfegung nie eine uns gerade hervor. Viele gerade Zahlen laffen fich in unge:. “rade Hälften zerlegen, wie 10, 18, aber nie ungerade in gleiche Hälften. Das-Ungerade ift alfo in gewiffer Rids fiht*) etwas Unthcilbares, und beweift dadurch feinen Rang als erftes Clement **). Eine gerade Zahl, weil fie in zwei gleiche Hälften getheilt werden kann, hat daher Fein Element, welches nicht zu der einen oder andern Hälfte: ‚gehörte; bei ber ungeraden hingegen bleibt immer ein Ele ment übrig, welded beide gieiche Hälften von einander ' trennt. Die ungerade Zahl hat baber einen Anfang Mittel, Ende; die gerade hingegen Fein Mittel. Aus biefen Gründen hielten fie die ungeraden Zahlen für vols Æommener, als die geraden. - Eben diefed bemeifen fie auch 7) Aristot. Metaphys. 1, c. 5. zou de oped ov OToryties to aprıoy uae TO TEQUETOY , TOVIOV ds TO sv nentqucperor, to Ös amétgor. to de fy dy sE augorepov giver TOUTUP, var yap AOTLOY va: xas mıgıTToV, Tov Os agıduoy éx tov ëvos. Diefes beitätiget Theon Smyrnaeus Mathemat, c. 5, p. 30. edit. Bullialdi Agsotorelnc ds ev to IIvdayooızay“ to &v puow auporeguy petexery TIG Pusews. agin Hey 720 ngoore der HEDLETOV TEQLEL. TEEQITTO) oe agtioy, 6 ovx ay nÔvvaro, eb un appow Taw paso wettige, Do var ap * zronegtrrov xalsıadaı to év. ovupeperar ds tovtorg Kar Apyutas. Aristoxenus bei Stobaeus Ecl, Phys. p. 16. ©) Nehmlid infofern man die Einheit als Untheitbares Fett . **) Sh roûrde Bedenken tragen, mid) ded lebten Uusdrucs, fo wie ber eigen Ausdrücke, ,vollftandig’ und ,,unvollftandig’ zu bedienen, um nidt eine Borftelung, für welde wie Feine fidere Beglaubigung finden, dem Pythagoras zugufdreiben. Kir das Beftimm tere und Borzüglichere unter beiden wurde die ungerate Bahl angefeben ; fie wird vielleicht eben darum bei Plutarch, Problem. 102. bie männ: lide, babingegen bie gerade die weiblidge genannt.

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404 Gcfles Haupeft, Deitter Aofchn. Zweiter Rap. , durh die Gnomonen b. t. folde Zahlen, welde, mit: andern zufammengefest, quabratifhe Zahlen geben. . Alle ungeraden Zahlen find Gnomonen, weil fie, abdirt zu “ben Quadrat » Zahlen, immer wieder Quadrate erzeugen, a D. 143 — 275 4 + 5 = 873 9 + 7 = 4; 16 + 9 = 5? 8), Bieleicht berubet auf diefen Gründen aud bie Behauptung, daf die geraden Sablen,unbe: grenzt, die ungeraten begrengt find 2). Denn bie Theil: tung fteht gleidfam bei den legten ftill, und wird durch das “eine übrig bleibende Element gehemmt. Weil nach der Pythagoreer Anficht die ungerade Zahl Anfang, Mittel und Ende hat, fo evfdeint fie eben deswegen als begrenzt *). 8) Stobaeus Ecl, Physic. p. 14,16. 22. 24. Arist. Ethicor, Nicom. Le. 6. Physicor. LIL c. 4 ©. Biko. Philolaus ©. 146. 9) Aristatef, Metaphysio, 1. cl 5, (Note 7.) Physicor. IHM. ce 4. ZZUStuyogeros ta umevoy ever To agreov (pact) Tauıo yap To evaTokauSuvousvoy, xar UXO TOV sepusrov TEQUIVOUEYOY TUQEYEE Tous ovos Tnv ansıgıav. Stobaeus Eclog. Phys. p,'aa. Die Bez viffe bes ameıgav und wexeoacuevoy zu beftimnten, fehlt ed an Fintingtiden Daten. 8 ift aber wabrideinlid, daß fie darunter bas Unbegränate, Unbeftimmte, und bas Begränzte und Beftimmte verftanden. 1 , WW Kann der Meinung des Herrn Prof. Krug (Gef. ber Phi: lof. alt. Zeit. ©. 95.) niht beiftimmen, wether den Bericht bes Sertus Empiricus über biefe Lehre des Dythagoras ‚tad weldem die Monas und die Dyas (Einheit und Vielheit) bie Clemens te der Zahl, und fomit aud dee Dinge find, für richtiger hält, und jenem bes Xriftofeles vorzieht. Denn id fehe feinen Grund, ben Bericht des viel fpätern, bem bes früheren, der reinen Pothagoreis den Lehre näher ftehenden, und anerkannt forgfältigen Berichters atters vorzuziehen. Daß Sertud in den angeführten von Tens nemann fpäter berüdfichtigten Stellen, (hyp. pyrh. III, 153 — 155 und adv, math. 11, 261 — 262.), mit welden ber aus’ ders felben Quelle fhöpfende DiogenesL, VILE, 25, übereinftimmt, gang beftimmt von Pythagoras felbft, Ariftoteles aber nur unbes ftimmt von Pythagoreern rebet, bürfte eher für die größere Borfidst deg Altern Philofophben fprehen, der überhaupt felten ben Pythagoras anführt, weil er fdon zu feiner Zeit diefe Bez flimmtheit für unmöglich hielt. Aber beftimmter zeigt fih Arifto: teles in 'bem übrigen Berichte, aus weldem man faft fehen Faan, wie jene Lehre Durch Plato und beffen Schüler mobificiek wore den if. Aviftoteles führt (mer. 1, 5.) zwei Meinungen der Py= thagoreer an, nebmlid 1) die obige: die Elemente der Zahl feyen bas Gerade und Ungerade, unter biefen fey das eine begrenzt das andere unbegrenzt; bie Eins fen aud beiden, mithin zugleich grade und ungerade; ble Bahl aber entfpringe cud dem Eins

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Philofopheme der Pythagorees. + 405 Die Zahlen bis zehen machen in bet becabifhen Záhlungs: art die einfachen Elemente aud, und bie Behn iff baber bie ‘vollfommenfte Zahl, weil fie alle Einheiten begreift, und gleichfam bas Syftem derfelben befdhlieft. Eben biefes Syftem im Kleinen enthält die Bier (Zetractys) weil‘ 14.248 + 4 = 10 ijt *°)*). oo x (bas to pay — to de ift hier etwas zroeideutigs in ber Stelle Physic, II, 4. aber wird das motor ganz ungweideutig dad anager ge: nann®); 2) die Meinung anderer, mit dem Alfmäon übereinftim: mender Pythagoreer, nach welder zehn Gegenfábe, unter wel den fih aud Grenze und Unenblides, Ungerades und Gerades, Eins und Vieles befinden, die Principien der Dinne feyn follèn. Die lebteve Meinung, von welcher unfer Verfaffer fpäter handelt, feint Ariftoteles, theits weil er fle nadftellt, theils weil er. aud in andern Stellen nur bie erftere im Auge Hat, (fo 3. B. aud am Säluffe des Kapitels wo bas Begrenzte und unendlide vottommt u. Kap.7.) und vielleicht aud als die entwideltere, auf niehrern Unterfdeidungen becubende, nicht für die herrfchende der Pythagoreer, "u. die urfpriinglide des Pythagoras angefeben zu haben, Indem er nun auf Plato zu zeden fommt, und wie fid) biefer ben Pothas goreern angefdloffen babe. (Rap. 6.) berictet, fagt ex, dap diefer anftatt bes Unendliden ber Pythagoreer, als eines Einigen, die Dyas gefest, indem er bas Unendlihe aus bem Großen und Kleinen habe beftehen laffen, was ihm eigen fey. Neben dieses materielle Drincip aber ftelie er bas Eins, alé Princip der Wefenbeit. Dief ift nun bie pythagorifd = platonifde Lehre von dee povag und aogıqrog Övag, welde bie fpätern Pythagoreer weiter ausbildeten, und welde fchon Sertus Empicicug vor Mugen zu haben fdeint. (Vergl. befonders Sect. 277- adv. math.) Ganz unbes, flimmt tritt fie nod im Philebus p.16. C, D. auf. Wahrfheintich ift aud) der Unterfied des Einen und der Dtonas, belden die Pyz thagoreer angaben, daß nebmlich die Monas zu dem Intelligibeln gehöre (ev tous vonrou), die Ging aber zu den Bablen (vergl. ben Biographen des Pythagoras beim Pgotivs p. 722. und Austin. Mart, Cohortat. ad Graec. Sect. XVIIL) ein fpäterer Unterfchieb, and aus Plato gefloffen (vergl. Arist. inet. 7. adm tavrovs us» yontous aıtiorg, Tovrous Os aioFytov;), da nad Uriftoteles obis gem Beridt die Pythagoreer bie Eins gerade für Leine Zahl ans fahen, was wenigftens von bem Ciné als Grundpringp gilt, von weldem Ariftoteles eben bafelbft hypothetifch redet. Gang beftimmt aber wird jene Lehre, welde @ertus am genaueften ertwidelt, für jünger erklärt bei Stobaeus ecl, 1, g. p.20. Bergl. aud ' Arist. phys. 1, 6, À. bd. to) Aristoteles Metaph, 1,c.5. Plutarch. $. placit. Philos. I, e, 5, $- 15. seq. Stob. Eclog. Phys. p.8. 22. [E, Bies. a. a ©. ©. 140. 146.] +) Meber-baë Œntfishen ber Zahlen nad Potbagoreifher Anfiht raus ten die fpätern Berichte nun fo.. Die Monas ift bas Princip ber ‚Dinge, einfach, unentftanben, ewig fid) feloft. gleid und felbfiftäns | Dig, deffen. Begriff Eeinen andern vorausfege. (Stob, J, 5. p. 15.) : .

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106 Erfles-Gauptf. Dritter Abfchn. Zweites Rap. ‚Man fiebt biefer Theorie thr Jugendalter an. @8 Fann. feyn, daß. wir nur Brudftiide berfelben haben; allein aud diefes zugegeben, fo fällt doch das Sdwankende berfelben fogleid) in die Augen. Nicht die Entwidlung der Verhältatiffe der Zahlen aus dem mathematifchen Gefichtöpuncte, fondern bas Grlünfteln gewiffer Begriffe aus benfelben, um diefer Theorie Anwendung auf äußere Objecte zu. verfchaffen, aft der Grundfehler berfelben. Diefer verbarg fid) aber ihren . Augen, weil fie annabmen, daß die Zahlen die Elemente der Dinge find, und daher fchloffen fie, daß Ales, was fpecus _lativifd) von ben Zahlen ausgemadt wird, aud) von ben Dingen gelten müffe. Sie bemerkten nehmlic nicht, daß fie die Sablen in zwei gang verfchiedenen Bedeutungen “nahmen, einmal als ausgebebnte Größen, und dann als ‚Schemata derfelben. Die Begriffe der Bolfommenheit und Unvollfommenbeit, ber: Begrenzung und Grenzenlofigkeit find weder mathematifch nod) philofdpbifd genau beftimmt, und man fann daher erwarten, baß bie Anwendung ders felben auf die Natur der Dinge nur eine Spielerei mit Bes griffen feyn werde, indem bie Zahlen leere Stellen von Bes daher Eymbol Gottes — aus biefem Begriff entfpringt bas Eins ‚in dem Gezählten; aud diefem die zwei, die exfte gerade Bahl, die Dahl des Mannidfaltigen’ und des Gegenfages überhaupt;. burd " Dingufüqung der eins zu ihr entftebt die drei, ald die erfte ungerade und vollfommne Babls burd weitere Hingufiigung entfteht die Vier: zahl (Tetractys) ein Dauptfhmbol der Pythagoreifden Lehre, wese balb aud die Pythagoreer bei dem fhmwuren, ber ihnen die Viergahl wibergeben (©. Stob, ecl. p. 501. und Porphyr. de vita Pythag. ed. Kiesling p. 49—5o. Cf. p. 165—66.)5 auf Natur bezogen Symbol ber Naturelemente, der Jahreszeiten, Lebensalter zc., zugleich aber aud) Symbol ber Seele. Durch bie Vier aber wird die Zehn . erzeugt (f. oben), — daher aud fie Tetractyd genannt wird — (Sext. Emp. adv, math. lib. LV, 3.) . die volllommenfte Zahl, weil fie alle Arten Bablen und Zahlenverhältniffe umfaßt — daber aud Osxag genannt (f. Porphyr. 1. L und Sect. 52. und not. pe 250.) und man von ihr zur Einheit zurüclehrt. Diefer Bablencon= firuction entfprechend bilden fie die Welt (Bergl. Sext. Emp. pyrrh, hyp. Sect. UL p. 154. adv. phys. s. X, 278.) benm der Punct vertritt ihnen die Stelle ber Einheit, die Linie bie ber Imweihrit, die Fläche der Drribeit, der räumliche Körper entipricht der Bier. An ben einzelnen Rorpern und ber ganzen Welt finden jie die Bablenvers Hältniffe wieder, wie in ben muiifalifhen Merbältniffen, welde bie . Potbagorter quer beflimmt paken follen.

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Philofopheme dee Pothagoreer griffen bezeichnen, welche auf verfchiedene Art wilführkich - aufgefüllt werden Finnen, und ausgefüllt worden find. Da wir bier bie Philofophie ber Pythagoreer nach ben vorhans benen-Urfunben barftellen, fo-müffen wir bie einzelnen Bes bauptung eohne firengen Sufammenhang anführen, ungeadys tet e8 nicht fchwer fenn dürfte, ein Syftem zu erfünfteln *). Dar die Zahlen die Elemente der Dinge find, fo find ‘gud die Principien der Zahlen Principien der ‘Dinge**). Alfo das Grengenlofe und Begrenzte find die Principien ber Dinge 11). Hierdurch wurde aber fein befonderes Wefen gedacht, fondern diefe Principien find *) Dan fehe die obigen Bemerkungen. Eine tiefere Kritik ber Pythae gotifen Zahleniehre, als bier von Tennemann angebeutet wird, . _ haben fhon im Aiterthume Uriftoteles (befonders im XI. B, der Metaph.) und Sertus Emptr. (pyrrh. hyp. HI, 158 sqg. und adv. phys. II, sive X, 285 sqq.) geliefert, wobei jenec die Anfidt zum Grunde legt, daf die Potbagoreer (was wohl von ben 'Altern gilt) die Zahlen nicht von den Dingen gefcieben hätten, diefer von ber entgegengefebten Morausfesung ausgeht und fid auf die fpdtern bezieht. Man vergl. unfere Note ©. 104. f. Um Pnthas goraë ridtig und billig zu würdigen, muß man vor Allem nicht aus ben Augen laffen, daß ec bei Betrachtung der Principe der Dinge 3 uz erft über bas Sinnlihe und Körperlihe binausging. Er fafte . fe aber in ber Form der Zahlen, die gleidfam zwifhen dem Sinns _ Yidhen und Ueberfinnlicken liegen und eben darum aud) die fymbolifde . Deutung geftatten, und fand in bem durd) fie gedachten Verhaltniffe der Dinge die vernunftmäßige Einheit und Harmonie der Welt. Aud) entwidelten fid in feiner Schule fhon an ben Unterfchieben ber Babl die Gegenfäse und Grundbeftimmungen ber Dinge. Allein da bie Babl eine Form des Aeußern und gegen den Inhalt gleich gültig ift: fo Eonnte auth eine in das Spezielle und Concrete herab: fleigende Bezeihnung der Dinge-burd Zahlen nicht anders als wills Eúbelid und fdwantend feynz befonders ba fid) die Bahlenverhältz niffe wiederholen. 25.08 . ) Der Verfaffer hätte nad) dem beftimmten Ausbrude bes Ariftoteles fagen müffen: ba die Zahlen Principien ber Dinge find, fo find aud bie Clemente bee Zahlen Principien der Dinge. Much nennt Ariftotele8 in ber bier ausgeführten Stelle Grengenlofes und Bes grenztes nicht Principien ber Sahl. . ‘A b. 11) Aristoteles Metaphys. I. c. 5. of de Iudayogeror Svo user tas … “Cgxas xata Toy avroy EignKeOr TONTOY, TodoLTOY Se moQCdEREDE- Guy, 5 noe idiov avtwy EOTW, OTL TO menspucutvov HAL TO ansta0 zo dv ovy frees tivas omdnoar esvas pros, olor svp 1 YRY G Te Tosovtoy Étepar add avro to amstgoy xis avro :0 är ovv Eimas zovrop WY wurnyogouvras OH wat oppor au ' tp pearar Anarrer, Physicor UL c. à.

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108 Erfles.Haupeft, Deitter Ab fn. Zweites Rop; Beftandthelle, Prädicate ber Dinge, denen fie beigelegt wers ben. Man barf alfo an Feine urfptüngliche Materie denten, bie der Beit nad ben Dingen verausgegangen fey, und | ‚woraus die Dinge vermittelft einer Form entftanden wärenz -fondern e8 follte damit, wie eS fiheint, nur das behauptet “werden, baf die. Dinge gaviffe Beftandtheilen haben, die als Materie, Bielheit gedacht werden, und durch Figur, Geftalt beftimmt und begrenzt feyen. Nur durch bas Begrengtfeyn wird Alles, was if, ein Gegenftand der Gr: enntniß; wenn nicht bas Mannichfaltige fo beftimmt wäre, daß e8 in gewiffen Berhältniffen zu einander flünde, fo Fönnte e8 nicht als Eins b. i. nit als cin Ding gedacht wers ben 2). Diefe Principien gelten nicht allein von jedem einzelnen Dinge, fondern auch von dem Inbegriff gerfelben, der Welt. Fedes Ding im Rayme (Feine andern Lommen in dem Pythagoreifden Spiteme vor) iff von dem andern getrennt, und von dem Leeren (xsvor) umgeben, woburd es feine beftimmte Geftalt befommt. Das Weltall ift ebenfalls von dem leeren Naume umgeben, der unendlich ift, d. i , feine beftimmte Geftalt bat, aber vielleicht fir nothwendig erachtet wurde, um bie Welt zu begrenzen, und dadyrd zu geftalten. Wir ftofen hier zwerft auf ben Begriff des leeren Raumes, ben die folgenden Phyfifer zur Erkldrung der Bes wegung unentbehrlih fanden. -Die Pythagoreer brauchten ihn, um fih bas Dafeyn getrennter Subftanzen in dem Raume zu denten, welches freilich aud) fo lange nothwendig ift, al8 man die ausgedehnten Gubftangen aus bem Gefichts= punct bloßer Begriffe betractet. Sie nahmen alfo einen boppelten, leeren Raum an, einen in der Welt, einen außer der Welt, welcher unendlid if, Gie bes baupteten von bem lebteren, daß ihn die Welt aus bem Uns begrenzten einziehe, wie ein Thier die Luft durch bad Aths “men, welches wohl nur bildlich zu verftehen ift, und nichts anders fagt, ald daß die Welf in dem außerweltlichen leeren Raume fhwimme, und biefer allenthalben da eindringe, wo : Hein Körper it, Hierauf berubef aud) die Dauer ber Lora a2) Stob. ech. phys.- p. 456. Ga, Fragment ded Philelous

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7 Philofopheme der Pthagoteer.. per, Senn wenn fie nicht durch bas Leere von einander getrennt würden, fo würden fie nicht mehr al8 befondere Wefen zu unterfdeiden, oder gar ‚nicht mebr.feyn 12), Go wie die Zahlen, fo ftehen auch die Körper mit eins ander in Verhdltniffen, welde nur durch Zahlen fags lich gemacht werben Binnen. Die Pythagoreer verfidhen dies fes für ‚das: Erfte nur von ben Weltldrpern, deren Sys 15) Aristote}, Physicor. IV. €. 6. (du Vall. c. 8.) farms D epaoay - eae ob IfvSayognor xeroy, was entiouvor arto To ovgary Eu ' zov aneıgoV HYEUUUTOS we AY avanvsortt, Km To KEVOŸ, 6 Ötoilt tors pvoets, wg ovToc TOUGKEVOU, XUQISMOY TIYOS TWV epetng “os TNS dpoguarsi. KAL TOUT Bus MELDEN EN Tou agıduoıs, Ta yap xevov dtogifeer Tnv prow avtwy. Stobaeus Eclog. Phys: p- Seo. aus einem verloren gegangenen Buche des Ariftoteles von der potbagoreifden Phitofophie, roy ovparor svar iva, ensuoayegia: Ò Ex TOU aneipov yoovoy Te x t nvonv (ty nvon), xus TO xsvov, ò Dtogifes ixautow tas yous aen Bol. Stob.1.1. p.388, U, Platarch. phys. deer. II,g. Sn der erften Stelle midte id ans ftatt der gewöhnlihen Lesart lefen: tmp ovgary ex tov ansıgov, NVE'LO WS avanvEOrTL, KOL TO xEvay etc. Denn wir lefen nidt, daß die Pythagoreer bas Unenbliche weiter beftimmt hätten, welches fie aud) nicht thun fonnten, weil es ein privativer Begriff ift, der aus bem Maume alles Pofitive wegnimmt. Aud führt AUriftoretes Phys. fc. 4-ansspo» ohne alle weitere Beftimmung an. Man fiepet aber aus der legtern Stelle, daß fie dad aseipor in einemdoppelten Sinne nahmen: einmal, als ben unbegrenzten leeren Raum außerhalb der Welt; und als Materie in den Dingen felb Das legte ift bas Gerade, oder das immer Theilbare, weldes dur: bie Einheit oder burd) dad Ungetade beftimmt wird, und bas Wefen der Dinge (agePuwv) ausmadt. Es if übrigens gar niht wabrs féeintid, daf die Pythagoreer unter dem Unendliden den Aether als göttliche, Alles butdorihgende und belebende Kraft: gedacht bas ben, - weil es mit andern Behauptungen nicht übereinftimmt, und “mit Feinem Blaren Beugniffe belegt werden Eann. [Der Bf. fcheint bier auf Ziebemanns Geift der fpec. Phil.Y, 123. hinzubeuten, wets der bas anesgov mrevpetos (nad ber gewöhnlichen | Lesart bei Aris . ftotele8,) und von ben umfaffenden Aether, als dem erften Urftoff der Welt erklärt hatte. Allein aud) unfers Werfs. Correctur ift (wie Beh über Philolaos ©. rog. bemerkt) unnbtbig, wie aud die ans „geführte Paralleiftelle bet Stobaeus zeigt, und man mys, um ien:s Dbilofophem im Sinne jener alten Zeit und einet, nat Ariftoteles Auês brude, nod tallenden Philofophie zu faffen, bas Wilb von hem - Æbiere fefthalten, Wie bas Bhier die Luft einathmet und . . ‚barin-tebt, fo fdöpft nad diefem Philofopheme das Körperliche Welts u all (ovparos vgl. Ar. Met. I, 7.) dieFormen’ des individuellen und an ber. Dinge, Raum (das ift hier to xavor) und it, ober das was die Dinge, und zunächft die Bablen, von einander . feibet, aus bem Unemblihen, hier der unbegrenzte Daud genannt.

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fem zu erforfcher, fie mit fo gffdlidem Erfolg anfingen. Gegründet ift biefe Behauptung nus in bem. Doppelfinne bes Worts Zahlen *). Ihre aftronomifehen Bemerfingen vers banften fie wahrfcheinlich nicht diefem Sage, fondern bas Befireben, die aftronomifden Beobachtungen und Rechnungen _ mit bem. Zablenfyftem in Webereinftimmung zu bringen, war vielmehr bie, Beranlaffung zu bemfelben **). Natürlich) mugs ten fie die Welt als ein großes Ganges betrachten. Diefes hatten zwar fon bie Sonier gethan, aber nur wegen ber Einheif der Materie, ans welder fie alle Dinge ableiteten; die Pythas goreer hingegen fuchten zuerft den Zufammenhang und die Berhältnifje der Theile mathematifch zu beftimmen 13), Aus ber becadifchen Zählungsarf folgerten fie, daß es zehn Weltförper oder Kreife geben müffe, und ba die Be, obadtung nur neun (die Sonne, die, Erde, den Mond 6 Planeten, und den Sirfternentreis ) auftoie8, fo bichteten fie, ihrer mathematifchen Theorie zu Liebe, nod einen, bie “ + Gegenerde (avrıydwv) hinzu. Hatten fie auch darunz ter nichts anders, al8 die eine Hälfte der. Erdfugel ‘verftans ben, wie einige Ausleger behaupten, ungeachtet fich einige nicht unerhebliche Gründe dagegen anführen laffen, fo: fiebt man ded) daran, daß fie ihre willführliche Theorie nur ges zwungen mit der Natur in Uebereinftimmung, zu bringen fuchten. ‚Diefes gilt aud zum Theil von ihrem aftroromis. chen Syftem. . So fehr man auf der einen Seite erftaunt, ein dem Kopernifanifdhen fid) fo fehr näherndes Syftem fo früh, zu finden, während viel fpätere Aftronomen fid nicht zu diefer sichtigern Kenntniß erheben fonnten; fo auffallend aft es auf ber andern, daß, wie e8 fcheint, wo nicht alle, bod einige Grünbe für jenes Syftem nur fcheinbare,. uners ‘wiefene, fpeculative Säge und Bolgerungen aaus eer)Babe te . *) f. oben @. 100 . + 7 tap. #4) Aberin biefem Streben liegt fchon bie Borauéfesung einer vernánfe tigen Einheit. Vol. was Aciftot. Met. I, 7. über ipee |Gonftruction bes Himmels fag : 24) Stobaens Kel: Phys. . p. 8, und 456. aut. 9 ane Fsiformus Sextus advers. Mathemat. X, Dylans

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lentheorte waren. Nad) deihfelben bewegte fi) um die Sonne, „welde den Mittelpunct bed Meltals ansmachte, bie Gegen» erde, bie Erbe, ber Mond und dann bie fünf Planeten und der Keeis der Birfterne. Den Haupffag, baß die Sonne unbemeglid) in bem Mittelpuncte fteht, und-fich alle übris gen Weltkörperum fie bewegen, folgerten fie daraus,- daß ber Sonne, qld dem Feuer, cine ebrenvollere Stelle gebühre, ald ber Erde; daß die Mitte und das Ende eine ehrenvollere Stelle fey, als die zwifchen beiden. liegenden Stellen, Die Sonne, die fie auch bas Gentrafeuer, den Heerd ded Als und die Supiteröwache nennen, wird alfo als bas dele der Natur durch die Kreisbewegung ber übrigen Himmelde forper gleidfam wie von Trabanten bewacht 15). Diefe 25) Aristoteles Metaphysicor. vgl, oben Not. 2 u.4. ferner (I, 5. Mew taph.) 20, oow 81709 Öuoloyoyuera Ôrxvuvas ev tors dguPuots zoe Tats apgoviars 71005 Tu TOU orgavovu sradn” zt HEQEL zas 78906 “_elnv Biaxoounorr, tuvra ovvuyorrss apNOUOTTOY. Kur Et TI HOV Öusherre, mrgooeydizorro tov ovvesgoudvny TAGE MUTgIS Sv TN : nonyuutear, Asya Ö olov, eneidr teluoy m Sexag sivas Öoxss es zagar negtiÂngevar THY TOY an Iuuv pur, xaL TH F800- geva Kara zov ovgavor ‘Ösua psy evar paas, ovtwy Js evvsot 10909 Tuy paveguy ra tovto Öexarny thy artiyPove noiovou — de Coelo I, c 13. Ent per yap tov ueoov mvg evar paot, Tnv Os yur Ev 109 aorgeov -ovour xvxlm PELOUEVNV. Tege TO pECOY, YUXTO-KUEnusgay score. stu 3° evarvtiay allnv tavty xatacxevefovar Zn, 179 ,avııydova ovouse xalovor, ov 005 Ta pawonsva Tos lo yous «ar Tag Arets Lntourtts, adda moos twas dokag- zor loyore avrov za payvousva meoselxovtec, as nSQMOL GUyKOOpEY. modo Ö’ av nas ezegoug avvdobeuw, pn dev T7 yn Tnv. tov . pecov zwgar anodidovat, TO MIOTOY. OUM 5% | TOY. pawogeven @îgovorr, aile pallov xas ex Tuv loywys zp yap Tuuututre osovrar TEOSHXELY THY vusorarny vragzer yoouy> ema de TU gev pms Tuutwtepore to de mepus tay petaty. to ds eoyarop xas „to HEGOY, sapase Ogre en toUTOY avaloytbousvor OUx oLoytas ens Tov uecou uote 175 oppas ovens, alia alloy to vg. em 3° ov ye. Hudayopsiı xaos dea To gadsora mpocnnay pvlarzeodas 10 xupiorcetoy Tov maytos: ‘to 0a psoow sivas TOLOUTOY8 Aios pvlaxnry ovopagovor, To taviny 8709 Tnv yogay TRUG. soorsp To usoov Markus Às/ouaroy, 866 TO. TOU HEYEDOUS peCoY, KEL TOU TOUYUËTOS OY HEUOY KA TNS PUGEWG. enri bie Pythas © goveer unter ber Gegenerde nichts als bie Hälfte ber Erotus gel verftanden hätten, fo liefe es fid faum benfen, wie fie jener _ bie erfte, dev Erbe felbft die zweite Bahn um die Sonne hätten Bets Legen finnen, zumal wenn fie, wie aud ber zweiten Stelle des Aris ee t, wo.aud von dem Tags und Nadtwedfel die Rede bie Umibrebung ber Erbe um ihre Ure Eannteu. Mad bem. D his

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413 Erftes Hanpıfl, Dritter Abfn. Rweiltes Rap, Mettkörper bewegen fid) um bas Gentralfetter.-nach gerofffen: barmonifhen Verhältniffen, woraus die Sphdrenmufit entfteht. Diefer Gedanke ift bas gemeinfame Product einer figendliden Fübnen Einbildungsfraft und der fuftematifirens ‘ ben Vernunft. Nachdem nehmlid Pythagoras die Entbedung © gemacht hatte, bas. der call dur die Erfchütterung ber Luft entfiehe, wenn . zwei Körper an einander ftofen, und - RAB die Verfchiedenheit des Schals von der Schnelligkeit der Erfchlitterung und der Quantität, der Maffe abhänge, nachdem ex fetner: die Vethdltniffe der Œône zu einander mathematifch beftimmt hatte *), trug er biefe Theorie auch &uf die Weltkörper über. Seder berfelben, behauptete er, bringt " durch feine Bewegung einen eignen Ton hervor. Diefe Tine der verjchiedenen Weltkörper fliehen in Verhältniffen zu ein ander; woraus ein großer Weltaccord entfleht. Dem Eins Würfe, daß die Menfchen diefe MWeltmufit nicht hören, bes -gegnete er durch die fcharffinnige Gemerfung, dap fie. vor Geburt an daran gewöhnt werden, und, weil fie’ ununterz broden fortbauert, fie nicht vernehmen Eönnen £5),. wie man ben Ton nur im Gegenfa ber Stille vernimmit. + — Bir finden in der Pothagoreifden Philofopbhie nod eine andere, ebenfalls willführliche Anwendung ber Zahl Zehn, bie aber infofern merkwürdig ift, als fie etwas Aehnlides + Lotaué Platarch. phys. decret. III, c. 11. war bie Gegenerde nicht allein der Erde entgegengefebt, fonbern bewegte fih aud um das ‘ “= Gentralfeuer fo, daß fie der Erde entgegengefest blieb, und daber “nie gefehen werben fonnte. (SG. Bip a. a. O..G. 114 ff.] Diefes un feint aud Wriftotetes zu beffätigen de Coelo I, 13. ad °°: odot gev pds ere tov pedov sachar paow autny, xiveodus da xuxha rept TO uecoy* ov povoy de Tavımv, alla xas zip arıı- ZFova, xaGaneg europen mgoteppv. aviois Oe Öoxei xaos shew 7" owpara toravra svdezeodar qagscFas mept to ueoov, Huy Ca “”__aÖnda Sus tyy smreos Tor Ins yns- : [hud von Plutacd im ' Suma vgl. de plac. 1,15. wird die Sebre von ber Kreiëbemegung * — beep Erde um das Gentralfener ben Pythagoreern zugefchrieben. “'*) Bgl. Stob. ech p. 460, u. BSG a. a. D. &, 66 ol %. 61ÿ. =" 16) Aristoteles de Qoclo IE, c°g. qurepoy — ore za, TO pavar pi PEOPAL pepoperavuopoviar, ws ovpporov pevoperav tory. oper KopPws HEY eLpHTaL Kas HEP TTS UNO TOY BTOYTWY OÙ “+ pay cure yap exer to alndss, etc. Cic.Somnium Scip. c, 5, et Macrob, Comment : lik, 1, Plin Histor. Nat LE c. 22. :

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Philofopheme der Pythagoreer. 113 . bon einer Tafel ber Kategorien enthält, AlEmdon, ein jüngerer Zeitgenoffe des. Pythagoras, hatte behauptet, daß alle mannichfaltige Dinge, welche die Menfchen Pennen, zweis fad), bas ift von ber Art feyen, daß fie unter eine von goei entgegengefegten Glaffen gebracht werben Fônnen, 3. B. gut ober böfe, groß oder Mein." EB lag hierin bie richtige Bemerkung eines Gefehed des Denkens, nur Fonnte e8 Alls méon nod nicht in feiner Reinheit auffaffen, und, die Abs firaction vollenden. Gin Gefeh des Denkens ward daber al8 Gefeg der Dinge, die gedacht werden, ausgebrüdt. Dod wat ed jener Eigenfchaft gang angemeffen, wenn er bie ents gegengefebten Klaffen ber. Zahl nad unbeftimmt lief 17), Einige Pythagoreer hingegen fuchten bdiefe Gegenfäge als Principe ber Dinge zu beftimmen, und nabmen deren Zehn an, weil nach ihrer Anficht die Zahl Zehn bas Babs Lenfoftem vollendet enthielt. Sie ftellten alfo zehn Begriffe mit ihren Gegenfagen ohne Princip auf, indem fie die bes Fannteften und gemeinften Cinthellungen der Dinge, wenn glei von ganz heterogener Art, zufammenfaßten. Es wären folgende: . 27) Aristoteles Metaphysie, I.'c. 5. ezegoe de roy œurwy vovrwv Tag agzas dexa Aeyovoı eas tas zara ovoroigiar Asyousvag — Gy~ EQ ToOTOY soixe war Adxpowy 6 Koarwrinzng vnolaßey zus ror oÙrog rap” ser, 7) eneuvos TOR TOUTOU nagehdpor Toy doyov tovtoy. — anspyvato de magandjowe Tovrass' puut yap esvardvo ta nohde Tuy ur ounevay, Ayur tag evar— -TIormtag, Oy greg oùzor Ömpisuevag, all tag Tuyovoas, oloy devxor, pelay, yhuev, mixgov, ayaÿor, xaxov, mixgoy, Ley de otros pay our adtogrotag Emeggupe megs toy downey, où de Liv + Jayoquor xat woe: Kat tives at EVUYTIUOES anepyvarto. [Krug Gefd. der Phil. alt. Zeit ift im Srrthum, wenn er bem AlEmdon die zehn Doppelbegriffe beilegt, da gerade in diefer Stelle gefagt wird, XlEmäon habe Feine beftimmten Gegenfäße angegeben, … Wie die übrigen Pythagoreer. Uebrigens ift aus diefer Stelle aud Diog. L. VIII, 83. zu erklären, wo eö heißt: dvo ta zodda sore tov avFouniwor. Alles Viele in ben menfdliden Dingen ift groei, b. i. beruht auf bem Gegenfage.. Buf. d. H.] Ee tft wabrideintia, baf die Pythagoreer erft nad) Alemdon ben Berfudy machten, diefe Gegenfäge beftimmt anzugeben. Bielleidt ift die Bermuthung nicht zu gewagt, daß Archytas einer von biefen Pythagoreern ift, und daß daher die Sage entftand, ec fei erfter Erfinder der Kategorien; biefes Eonnte Beranlaffung geben, ihm Schriften, worin biefe abge: handelt find, untergufdieden. (Bgl. oben ©. 80 f.) Zennemannd G. d. Phil. I. TH.

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114 Erftes Haupefl, Deitter Abin, Zweites Rap. Das Endlide Grenze Das Unenblide (ana-. (repas) _ gov’) Leu Das Ungerade (ne Das Gerade (apruov) 1770») Das Cine (Ev) 3 Das Viele (xmdoc)' Das Rechte (dekior)' Das Linke (agecrepor) Das Männliche (coger) Das Weiblihe:(Imiv)- Daë Dupende “nee DasBewegte (uwovpeouy) Das Gerade (evdv) Das Lidt (pus): „Das Gute Cayadoy) voy) Das Krumme (xapvdory Die Sinfternif (oxoros) Das. Bôfe ( xuxor) “. Das Biered (reroa- Das ungleidfeitige Biered (Erspounxes) 18) ywvov) Diejenige Idee, welche die Erfinder diefer Tafel leitete, war, | alle Begriffe, burch welche ben Dingen eine Bolllommen 6 eit ‚ beigelegt wird, auf der einen Seite; auf ber andern aber Diejenigen sufammen zu ftellen, welche einen Mangel der Bollfommenheit nad ihrer Vorftellung einfchließen. -.. Daher ftebt auch der Begriff des Endliden oder Bez . grenzten, und auf der andern Seite ber des Unend= lichen oben an. Denn mit dem Endlidhen, der Cine heit, verglichen fie alles Beftimmte und Regelmäßige, | mit bem Unendliden, Gleichen aber bas Unbeftimm= te, Ungeordnete, Unerfennbare in der Welt 9). Diefe Idee enthält das Band jener fo heterogenen Begriffe. Die Pythagoreer fanden bier wahrfcheinlich reichlichen Stoff, bas Zalent des Wied zu Üben, um die Aehnlichkeit fowohl, als die Unterordnung berfelben unter die Hauptbegriffe ihres Syftemd, bas Begrenzte und Unbegrenzte, auszumitteln. ' Obgleich biefe Bemühung für die Wiffenfchaft fruchtlos war, fo ift Doch gu- bedauern, daß von biefen Raifonnements fic wenig mehr als Nichts erhalten hat, Denn diefes Spiel mit 18) Aristotel. Metaphys. 4. 0.9, Cine Beftätigung ber Acdhtheit bigs fer Œafel ift e8, wenn Ariftoteles, Ethic. ad Nicomach. II. c. 6 2 font" To yup xaxov TOU aneigou, tig de IIvdayogsıoı esxator- to aFov Tou none asuerov;,> und I, c 6. fe feb ten év ty tow . or Wy OUCOIYIE TO de Iside et Osiride. Bel. Metaphysic. XIH, c.6, Plutarchus Vol. IX, p. 170. 19) Theon. Smyrnecus Mathemat, CN5pe 30

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Philefopheme bee Pothagoreer, Begriffen war doch eine. Uebung und Schärfung des Bers . flandes, welde auf bie Gultur der folgenden Zeiten nicht ohne Einfluß fer fonnte, und über bie Philofopheme ber Pythagoreer wide gewiß mehr Licht verbreitet werben, wenn amd nur ‚über einen folden Gegenftand ihr vollftindiges Rais fonnèment befaunt wire = ' . Die Achwlidkeit übrigens zwifchen jener Tafel und den Ariftotelifchen Kategorien ift nur fehr entfernt, und Liegt außer ber Bahl Behn, bie. beiden gemeint, nur darin, DaB die Pothagoreer biefe Begriffe,‘ wie Aeiftotele8 feine Kates gorien, für Priuciplen und Eintheilungsgründe der Dinge anfahen. Allein Ariftoteles verfuhr dabei ald gelibterer Dens fer, inbem.: feine Kategorien wirklich allgemeine Präbicate enthalten, und infoférn einartig find. Dier find aber vers fhiebennttige allgemeine und befondere, reine und empirifche unter einander gemifcht, und e8 fehlt daher die Nothwendigs teit, jebes Object. unter einen biefer entgegengefegten. Bes. griffe unterzuorbnen. .. er “Merkwirrdig bleibt diefe Tafel aber aud in ber Ris. fidt, weil daraus die YArmuth philofophifcher Begriffe in: ben ‘bameligen Zeiten erhellt; wenn man auch nicht annebs - men Eann, baf diefe. Tafel fie alle in fid faffe. Auch zeigt fid) darin noch die niedrige Stufe der Gulfur, daß biefe Begriffe noch alle concret find. Welder -Unterfchieb findet fib in diefer Rüdficht fchon bei Ariftotele8 Kates govieen. — . . Aus bem, wads wie bisher angeführt haben, erhält and bie obige Bemerkung (vergl. S. 100) volllommen ihre Bes ftétigung, daß nebmlid das Wort Zahl (aevduog) in der Pythagoreifden Dbilofophie vieldeutig if. Schon Ariftos tele8 bemerkte, daß die Zahlen theils Beftandtheile und Prins eipien ber Dinge, itheils Analogien derfelben ausbrüdten *). Es ift daher um fo weniger zu verwundern, daß fpätere *) Aristoteles Metaphyr: 1, & 556. Das Sdwanken zwifden den Abftracten und Goncreten in ben Berichten über diefe Lehre deë Dis thagoras féeint fid aus bee Natur der, für bie philofophifde Gore fdung nidt addquaten, fymbolifhen Leprart zu erklären. AL, De pe

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116 Exfles Hauptfk, Dritter Abfchn, Beits Kap. Grllärer diefem Worte ändere. Bedeuturigen unterfchober, und. überhaupt biefes metaphyfifde Sablenfyftenr auf verfchiebene ; Yet teuteten und erfldrten,. je weniger bie Pythagoreer felbftigre Begriffe genau zu beftimmen vermodten. Dief. war. vorzüglich. ber Fall mit der Erflärung des Usfprungs der Welt, über welche überhaupt die Vorftellungsarten ber fpdtern Pythagoreet weniger, ‘als ber Altern, bekannt find. ' Daß bie Pythagoreer, gleich den meiften griechifchen Phis: Lofopben, bie Weltsiitr:entftanden hielten, udb ihr eigenes:- | Syftem der Rosmogente hatten, ff: eine unldugbare. Bhatfache 20), und lage fid. nad..ber bamaligen Denfart nicht anders erwarten. Daf fie atieh dabei. ihr Zablenfyftenr - zum Grunde legten, ift ebenfalls gewiß; nur wiffeni mir. zu wenig von bem Gigenthümliden: -beffelben. : Rad einem Fragmetite der Theano beim Stobdus, werden die Gries. . chen. getabelt, daß fie bem Pythagoras die Behauptung ans gedidytet: haben, alles entfiehe aus Sablen,.ba er dad nur behauptet habe, alles entftehe nad) Zahlen 27). Allein dies. Fragment ift unbegweifelt: untergefchoben, und rührt wahrs féxintith von einem. fpdteren Pythagoveer her, ber nach Ariftos ‘ tele8 lebte. Denn Ariftoteles exblart bie Borfkllungen der. Pythagoreer ebenfalls auf: die erfte Art 22). Die diteren Denker fegen, nad Ariftoteles Bericht, bas Princip. aler | Entftehung in die urfprünglihe Materie:fetbft, die jüngern aber außer berfelben 23). : Da biefes "legte Spftem fid go) Aristoteles Metaphysic. XII, 6-5. ans XOSUOTOLO UGS, xo u pvorxws Bovkovzaı Asyeiv. . 21) Stobaeus Eclog. Physic. p. 502. «at duyvotc uev Ellnvar me~ mes vooor, purge Tvdgyogar, & agıdyov nurra pysodan „oùros de doyos enopav saotzerar, sos a unde eoruv enuvoetrar . | yevver; 6 dss oux sE apıduov, | ö agduoy eheye nave xata dz yiyveodar, OT év agvdup tats spuwen, 15 ustovowge Has ev Toi …_@grduneois moutons war Bevrepon, was T° ahha Emousıws Te | ’ Taxtat. Py edes us OT Fe or . #2) Aristot. Metaph. XIII, e,-5. 1, c. 7. Dodftimmt damit eine ans ‘bere Stelle I, 6. nicht überein, wo e8 heißt: où wer yuo IvIa~ . ee Te ovto, Paci eves Toy apsduov. Allein wahre Vid) rührt baë-von ber -Vieldentihleit und tnbeftimmtheit des .._MWorts Zapl her. (Bal, die Anm. *)'zu ©. too u. 115.) 33) Aristot, Physic. I, e: 6. «ar eous nalmıo evar soc abr à Doku, Ste to dv, nar Unepoyn was ehlsıyıs apzaı wur ovray mor

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__„Philofopberne Dèr’ Pofhagereer. 447 bon Andragoras an batirt, fo find bie Pothagoreer wabr: fcheinlich ‚der erften Meinung zugethan gewefen, welches auch boburch beflétigt wird, daß fie nicht bas Princip, woraus etwad . enffiebt, fonbern was Daraus entffebt, wie bei den Pflanzen, Thiesen,. für. bas Vollommenfte. gebol: ten. haben F4). EE wo + MBabridrinfid nahmen fle daher vbenfals einen dan: tifhen Zuftand oor Entflehung ver Welt an, in dem wits Beffimmtes und Begrenzte8 war, Das Hervortreten | Gaus dicfens Zuftande ber Unbeftimimtheit war der Anfang ber Welthilbung, wodurd in dem Iceven Raume Körper bé: ‚grenzt. wurden. Ginigen Nachrichten zu Folge fcheint in ihrem Softeme das. Gentralfeuer ober bie Sonne, welde fie bie Einheit (uovag, ro Ev) bie Wade des Jupiter “nennen, geterft: gebildet worden zu feyn 25). Hier entfleht ~ 5 “_Âns ov toy srvrov rgonoy - all of pay agrouos ta Sve per noi‚8, zo de Ev nadyur’ tov ds Vateguy tives TOUVUYELOY, TO HEY " Ev nos 1608 “Odo racy, pact padloy. [Offenbar ift biefe Stelle zu unbefttmmt, um einen Schluß über Pythagoras Kosmos ‚ genie darauf gründen zu #ônnen 3-e8 fragt fi, ob unter den Fras Dern die Pythagoreer gemeint find, um fo mehr, da, nad der - vorher mitgetheilten Kategorientafel berfelben, baë &v vielmehr auf ber Seite bes Männlihen, Thatigen liegt; von einer ur: fprünglide n Materie aber ift in biefer Stelle gar nicht die Rede. . . Bufag b. $-] 24) Aristot, Metaphys, XII, 7. (du Vall XIV, 8.) XIV, 5. (da V. XII,5.) [Aber vielleidht beziehen fid) diefe- Stellen auf die Lehre deë Pythagoras von der volllommenen Bahl. 5 3uf. d. $.] 25) Stobaens Kel, Phys. p. 468. aus DOitolaué: to npäror dg. Moodey, to iv, ev ty peop tas opuigas, sarım xadectac. Bergl : p- 488, (Bôdha. a. D. ©. or ff.) und p.450 sy. agkasPar de Tnv | YevEOLY TOU XOUUOU ATO 71UQOS Katt TOU abentov orosgerov. [Das fünfte Element ober bie seuren ovosa, qninta essentia, von welder „ die Mede ift, und welches ber Wether genannt wird, Theologum. arithmet. p- 28; Fommt aud anderwärts fon als ppthagoreifhe Borftellung Por, (vgl. Ocellus bei Sext. adv.-math. X, 5165. die Stelle des Pfeudoplutard, Deer. phys, I, 6. wamit nicht übereinftimmt I, 14., u. Euseb. praepar. XIV, 14.) und foll nad biefer Anficht dem Dode: Taebron corvefpondicen, wie die vier getoöhnliden Clemente, Erde, Beuer, Luft und Waffer bem Cubuê, dem Zetraedron, Oftacbron und 3fofaedron unter ben regelmäßigen Figuren. Bgl, Bich. a. a. ©. ©. 160. Wytienbach ad Phaed, -p. 304 Dod iff der altpytha= : gorifhe Urfprung biefer Lehre nicht außer Bweifel gefegt. Das ächt fdeinende Philolaifde Brudfticd beim Stobaeus ecl. phys, p. 10.5 welded burd das nad) ber gewdhnliden £esart vorfommehdé Loft:

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118 Efes Haupt. Dritter fn. Zweites ap, aber bie Schwierigkeit, ob in ihrem Syftem bie Einheit bas thätige Princip, und die Sweihett-das Leidende feyn fol. Wenn Ariftoteles oben angeführte Bemerfung auch für die Pythagoreifde Philofophie gilt; fo. müßte bie. Eins beit leidend, und bie.-Zweiheit thätig feyn. Man müßte alfo unter der Einheit bas Chaos und unter der. Sweibheit bie in bemfelben enthaltenen Kräfte verfichen. Allein bie . Einheit nehmen fie durchgängig für bas thâtige Princip *). ‘Und was fol die Zweiheit bebeuten? Die Materie über: baupt? Dann hätte ihnen Ariftoteles nicht ben Einwurf maden Türmen, wie aus bloßen Zahlen, Ausdehnung, Schwere, Bewegung Bönne erklärt werben? 25), Diefe Schwierigkeit fheint unauflöslih. Denn wenn man bloße Zahlen anneb: men wollte, wie Ariftotele8 angubeuten féeint, fo fteht bem “ wieder entgegen, baß fie felbft nach Ariftoteles Bericht unter den Zahlen keine Schemate der Quantität (arithmes tifche Zahlen) fondern Quanta, auögedehnte Größen vers flanden 27). Aus ihren Philofophemten über das göttliche Wefen, die wir unten anführen werben, erhellt, daß fie bie Gottheit, die Einheit, als die allgemeine wirkende Kraft bes Univerfums anfahen, und e8 bleibt uns baber nichts anders übrig, ald anzunehmen, baß Ariftoteles ober: angeführte Bes merfung Feine Beziehung Auf die Pythagoreifhe Philofophie bat, wiewohl er fi mit Unrecht zu allgemein ausgebrüdt hat. … Hier müffen wir aber nod zweier Erflärungsverfuche | gebenfen, welde fid bei bem Gertus finden, und zwar wahrfcheinlich einige Acht Pythagoreifhe Gedanken enthalten, aber bod, wegen ber größern Kunft nd deutlidern Ents widelung, gewiß: bie Probucte fpäterer Zeiten find. Wie a . fbiff (olzas)) aud Böcdh augenfcheintih beläftigt bat, glaube id burd die leichte Sorvectur odas (zac 0 tag apmıpng olas neun zov) was, fo offenbar mit ber Stelle bei Plutarch. Il, 6. znvrov av tos apaioay übereinftimmt, verbeffern zu Tönnen. Buf. d. D-] *) ‚Hterher Cann aud) bie Stelle Arist. Met. XIV, 4, bezogen werden, nad) welder die Pythagorece nur bas Gerade entflehen laffen. 0 Ve 26) Aristoteles Metapliyste. I, c. 7. XIII, c. 3. , 27) Aristoteles Metaphys. XII, c. 8. sxeuwor Js toy agePuor za ovıd depovdu

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DEilofopheme ber Pythagoreer,- geben ihnen hier‘ eine Stelle, um zu zeigen, ad fpätere Denker aus. der Pptßagoreifchen Bablenlebre gebildet haben, und weil wir feinen fihidlichern Ort wiffen, ba ber Urheberumd die Zeit biefer Ausbildung nicht befannt find. | Die Principe der Körperwelt Finnen nicht in ben Objecten ber finnlihen Anfdauung, den Erfheinungen liegen. Denn alles, was angefdaut wird, ift zufammens gefegt, hat gewiffe Beftandtheiles was aber aus Thelen. befteht, Fann fein Princip (nichts Erftes) feyn, fons ' bern das, woraus e8 befteht, was alfo Fein Gegenftand ber © Anfdauung mehr ift. Körper, wenn fie aud fo blein ge | dacht: werben, wie Atomen, find daher zu Principien nicht tauglich, weil wir biefe in Gedanken immer nod ald zus fammengefést benfen, und daher nie auf ein Erfled Fommen. Die Principien der Dinge miffen alfo etwas Unkörperliches (nichts Empirifches) feyn. Bon der Art find nun zwar bie Ideen und die ffereometrifhen Figuren, aber fle find noch nicht das. Erte... Denn jede Idee wird für fich al8 Eins, in der 3ufammenfegung aber ald zwei, drei u. f. w.; vor jenen Figuren aber werden die ebenen Figuren, und biefe als aus Linien. beftehend ‚gedacht, welde Hurd die Zahl beftimmt werden. Ade Zahlen aber fallen uns ter die Einheit, weil jede Bahl als Einheit gedacht. wird. Diefe Gründe bewogen den Pythagoras, die Einheit (uovas) al8 bas Princip ber Dinge anzunehmen, bard. — deren Theilnahme jebes Ding Eind genannt werde. Diefe Einheit an fih und als ibentifch betrachtet, wird als eine Monade gebacht, die Einheit aber mit fid felbft (als etwas Berfhiebenes gedacht) verbunden, gebe bie unbe . fimmte 3weiheit (aogıorog Òvag) bas heißt, die Form. der Zweiheit, ohne eine beflimmte Größe unterzulegen, durdy welde Form aber bod jede beftimmte Zahl Zwei, Zwet wird. Einheit und die unbeftimmte Sweibeit find alfo die Principe aller Dinge, das Erfie, über welches hinaus man nicht weiter gehen Fann 28), 28) Sextus adversus Mathemat, X.' > zig pothyp. II, 152 qq. Bal. Pyrıb, by-

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420° Erftes Bauptft. Deitter Abidin. Ziveites Rap. Die lebte Behauptung unterfibbten fie mit ‚verfchigbes nen Gründen. Mit vorzüglicher Kunft ift folgender entwidelt. Einige Gegenftände laffen fih für fid,-obne Beziehung auf andere denten, ald: Menfch, Pferd, Pflanze; ane bere al8 entgegengefegt, 3 B. Gut und Bsfe, Gez __ teht und Ungeredt, Bewegt und Mubigs andere endlid nur in Beziehung auf andere, à. B. Redts, Links, Oben Unten, Halb, Doppelt. Der Unters fchied awifden diefen beiden legten Arten von Objecten bes fleht darin, daß bei den Entgegengefegten das eine gefebt wird, wenn has andere aufgehoben wird, wenn 3 B. Bes wegung entftehet, fo hört die Ruhe auf und umgekehrt; relative Objecte hingegen werden zugleich mit einander gez fest, und aufgehoben; die Hälfte Fann nicht ftatt fins ben, wenn nicht bas doppelte gefegt ift. Ferner findet bei diefen ein Mittleres flatt, aber nicht bei ben Entgegenges _ festen. Zwifchen Größer und Kleiner läßt fid) ein Mittle= res, bas Gleiche denten, aber nicht zwifchen Zod und eben, Ruhe und Bewegung 29). Da bicfes brei Arten von Objecten find, fo muß e8 über diefe noch eine Höhere Gattung geben, welche bie Ars ten unter fid begreift. 1) Als Gattung der erften Art nabmen fie dad Eins an, denn fo wie biefes für fich ohne Beziehung auf etwas anders, fo wird auch jeded von jenen Objecten für fib ald eine Einheit gedacht; 2) ‘als Gatz tung ber zweiten Art bas Gleiche und Ungleiche; denn bie Rube wird als Gleichheit gedacht, weil fie feine Grade zuläßt, die Bewegung aber als Ungleichheit, wegen des grôfern oder getingern Grads, beffen fie empfanglid ift; 3) als Gattung der dritten Art, bas Uebermaaf und der Mans gel (Unsgoyn, eddsryrc)), denn groß, größer, viel, mehr, hod, höher wird ald etwas ein Anderes übertreffenbess Bein, Deiner, wenig, weniger, niedrig, niebriger als etwas Manz gelntes gedacht. Diefe Gattungen . können aber aud noch 29) Gbendaf. §. 263 — 269.

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Dhilafaene ber Dothagucéers = at auf höhere Begriffe ‚zurückgeführt‘. werden. :; Dad ‚Bleiche nebmlid Tann unter bie Einheit begriffen werden, weil Eins fih felbft gleich ift, ble Ungleichheit aber läßt fidrawh als Uebermanß und Mangel denten; baun.von ungleichen - Dingen überwiegt bas eine, und:.bes andere wird berger; diefes führt auf ben Begriff -bet..un-hefiimnrtent Iw ete heit. Einheit und die unbeftimmte Zweihört, find alfo bie böchften Gattungen und Principe der Dinge Denn aus biefen. entfpsingen alle Zahlen; .und andere Dinge. Aus der Einheit nehmlih Eins als Zahlgröße,: aud der Cine beit und unbeftimmten Zweiheit (zweimal eins) bie Bahl Zwei und fofort alle Zahlen. Die Einheit vertritt: dabei Die ‚Stelle ded wirkenden Principe, die unbeftimmte Zweiheit bie Stelle der leidenden Materia. So wie fie nun hierans das ganze Sablenfoftem, fo leiten fie auch die Welt, und . alle darin enthaltenen Dinge ab. So wie bie Einheit. bas Œrfte in bem Sablenfpfiem iff, fo-nebsnen fie nun ben Punct als das evfle für bie Rörperwelt an. Beides ift etwas: Uns theilbares, jene bas Princip der Zahlen, biefer bas Princip “ per Linien. Die Linie wird al’ der Zweiheit analog ges dacht, denn fie ift die Länge zwifchen zwei Puncten. Und fo führen fie die Figur auf den Begriff der Dreiheit,. einen mathematifchen Körper auf ben Begriff der Bier zurùc, Hier theilten fid die Pythagoreer’ aber in zwei Partheien. Einige legten nur einen Punct ber Erklärung von Entfichs ung einer Linie, Figure u. f. w.; andere aber, wie wir fehon gezeigt haben, die Einheit und Zweiheit zu Grunde, und leiteten bann den Urfprung ber dichten Köıper, bed Fevers, der Luft, ded Wafers, der Erde ab 30). Die legtere Anwendung der Zahlen auf bie Erklärung Her Entftehung der Körperweit fcheint wirklich Acht Pythas goreifh zu feyn. Bum wenigften wird. ed begreiflih, wie Aviftoteles bie oben berübrten Einwürfe dagegen machen Fonnte. Denn im Grunde enthält biefe Bheorie nichts weis ter, al8 bie mathematifche Erflärung der Linten, Blächen 30) Gbenbof. 5. 269 — 284. ı

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LN Crftes Gang" Deer Abhi Rweltes Rap. ‚mid: Rörperfigusen, welde: flh zwar auf ble Form Mer Kor: iper bezieht, aber nichts zur Erklärung ihrer materiellen Bez ‚Iehafferibeiten beiträgt. : Die Schwierigkeiten, welde fid bar: saus ergeben, hören: auf, wenn. man annimmt, daß bad. Wort Sablen, wie wir fhon oben bemerkt haben, in: einem bop: spelterf Sinne: genammen: iff, ein Umftand, der flv jene Bei ten paßt, und aud::fonft :leicht erflärlich if, — Venez Rats founement hingegen, woburdh biefe Erklärung. begründet wer ben: fol, ift. fpdtern ‘Urfprungs , wie fon bie Gintheilung ‘ber Dinge in abfolute, relative und entgegengefegte, die erft. nad Atiftotele8 logifhem Syfteme erwartet werden Fann, und - Die Evrodbnung ber Sheen: beweifet *). Das Pythagoreifhe. Syftem, fo weit wir e8 auch nur nad bloßen Brucbftiden kennen, ift dennoch eine merkwira _ bige Ericheinung wegen der originellen Anficht, die e8 ents Hält. Pythagoras überlief gleichfam den "andern Sorfhern bas Materielle der Körperwelt, was nur auf finnlicher Wahr: nebmung beruht, zu erforfchen, und behielt fix fic) bas Gormelle, was man a priori wiffen Tann. Ihn inters efficten nur die Körper, infofern fie Größen find, und in Berhältniffen zu einander fteben. Indem er nad den Bez bingungen berfelben .forfchte, entbedte er, daß fih Größen _ im’ Allgemeinen nur durch Zahlen dem Berftande beutlid _barftellen laffen. Aber diefe Anficht erftredt fih nur über - die Körperwelt, und nur über biefe, infofern fie ruht, nicht inwiefern fie in Bewegung ifl. Es ift nothwendiges Gefeß; diefe uns im Maume zu denten, alé ausgebebnte Größen, und in Verhdltniffen zu einander, die nicht anders al8 in Zahlen beftimmt vorgeftelt werden fônnen. . Wenn Pythagoras burd feine Behauptung: alle Dinge find Bablen, und das ganze Univerfum ffebet in har monifhen Verhdltniffen, nichts anders ald bas vers ftand, fo ift fie wabrs; nur nicht gang richtig und beftimmt ‘ auögebrüdt. Allein er ging offenbar weiter. Er fucht Gründe: ber Dinge, die außer und find,’ald von Worftellungen uns 9) Bgl. bie Anmerkung zu ©. 104 uf.

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Phifofepheine bee Pythagoreer, -abhingiger Dinge, und erfindet diefein Vorftelungen (Zahlen), Die er. aber felbf als Beftandtheile ber Dinge vorher in die Dinge gelegt hat. Er will nicht allein die nothwendigen Bes ‚dingungen auffuden, unter welden alle Gegenflände, bie mus in ber éufern Erfahrung vorfommen, vorgeftellt wers dew miffen, er: wil. bie Gegenftdnde 'felbft aus ber Bes ‚Bingung ihres Borfiellena als reale Dinge genetifh: erflären. Hierdurch mußte fein Syftem nothwendig ein Spielwerk mit bloßen Begriffen werben. Uebrigens lag biefe Theorie zu ‚weit entfernt von ben übrigen Aufgaben der Philofophie, als bof fie auf die Guftur der Philofophie unmittelbar einen großen Einfluß. gehabt ‚hätte, - Dagegen wirkte fie mittelbar defte wohlthätiger für fie, indem fie bas Studium aller mathes ” matifchen Wilfenfchaften- beförberte. Im Grunde haben bie Pythagoreer gu ben. großen Entbedungen ber Griechen in Denfelben einzig und allein ben Grund gelegt, und vol ihnen rührt die Achtung her, welche die Mathematikim eigentlichen Griedhenland vorzüglich feit Platos Zeiten erhielt.Die Pythagore hatten zwar ihre Zahlentheorie mit allen Gegenftánden ihres Nachbenkens in Verbindung gefest; allein biefes Band ift fo loder, daf man ed ohne Nachtheil wegnehmen: und ihre Philofopheme unabhängig von dem: fetben vortragen Tann. Die Bedeutung des Morts Zahl ift: in diefen Fallen fombolifh, nur ein Zeichen, unter bem fie fi den Begriff denten, oder et enthält nur eine Anatos gie mit arithmetifchen Gegenftánden. Benn fie 3. B. fagen: ble. Seele ift eine Zahl, die fih felbft bewegt, oder die Gez zechtigfeit ift eine Zahl, die gleich dielmal genommen,. gleich ift 57), fo ift bas Wort Zahl gewiß in verfchiebener Bedeutung gebraucht, aber wad fie darunter verftanden, iff noch nidt- fogleid) Mar. CS wärbe daher nicht allein überflüßig feyn, diefe Terminologie beizubehalten, fonbern aud) unzwed: mäßig, ba und nur fehr wenig von berfelben aufbehalten” 31) Plutarch. de plac. Philos. IV. c. 2, Hv9uyogas (yıyıy anepnvaro) agrÜ por eavror wivourra, zov O° ap:duov ayıı tov vov nagakopBaret, Aristot. Magn. Moral; I, c. 1, A deamccoury opd Mog taux voos, CE Aristot, Metaphe Ic

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424 Erftee-Hanpstt, Peitter- Abi. Zweites Kap. if. G8 war germug, bier nue bizfe. Anwentri ber Sablen anzuführen, die wir nicht einmal genau genug Fenuem, wm fie alg erften Verfüh, Mathematië. nst Dgilofophte: gu: vers binden, anfeben. zu Founen.... Es it: babet nothwandig,..baB wir bie übrigen. Philofopbeme der.Pythagoteer, aufen ner ‚Bahlenlehrer. nach einer beftimmten Ordnung der Gegenftdnte vertragen, damit: mat von- bem Umfange ber. "Damadigen Speculationen und ihrer Behandlung eine Reberfidt.-erbrlte, and dann die Fortfehritte in. der Guitur ter Vernunft ir Bergleichung biefer Periode mit. der folgenden. gehörig fchäen fônne. Die Forderung eines fIrengen Zufammenhanged; fants Hier, fo gerecht fie auch fonft ift, nicht erfillt werben... Denn bei ben fragmentarifcen. Weberlieferungen bleibt 8 fogar nod amentfchieden, ob. und mie bie einzelnen Mebauptunge ein foftemartigesGanze ausgemacht, haben ,: zumal bo ed nicht möglich iff, bad bem Dythagorad und feinen Schliern Giger thlmliche zu trennen. VE Doit ot | Die Welt, Gott, bie Seele waren die vorgliglidften Gegenftdnde der Speculation der Pythagoreifhen Schule; Dazu famen nod) einige moralifche Betrachtungen. Die _ Belt fielte fid Pythagoras, zu Folge bes Obigen, natürlich unter einer neuen Anficht, als ein großes barmonifhes Ganze vor. Die Betrachtung be prachtvollen Himmel: bie fo Reiz wiel fire den Berftand felbft der noch nugebilbeterr Menfchen bat, und feine aflronomifchen Kenntniffe leiteten ihn darauf, und er brüdte feine hohe Bewunderung durdy bad bedeutungdvolle Wort, xoowos, aus, womit er zuerft, mehreren Nachrichten gu Folge, bie Welt. bezeichnete 32), . $2) Plutarch. decret, phys. II. c. 1. ZZufayogas ngwrtoe @vouaoe m» tow Show mEgioyny, KocuOv, EK Tyo EY advım zateog. Sto~ baeus Ecl. Phys. p. 450. [Un andern Orten wird bagegen fon bem Thales und Anarimander diefer Yusdrud beigelegt. Siehe oben p- 62. Rad) Diog. L. VIII, 48. u, Anonym. de vita Pyth. apud Photium §. 14. fol er ben ovpavos fo genannt haben. Bet Philolaus aber, nad) dem in ber folgenden Note angeführten Fragmente, find olvuros, xoouos und ovouros untetfdieben, und ovgavos nimmt felbft in bec pothagoreifhen Schule verfdiebene Bedeutungen an. (Cf, Anonym. de vita: Pythag. apud Photium §. 19.) Gewiffer ift, daf bie Leier ald Symbol ber georbneten Belt — bes xoouos — ein Hauptfymbol der ppthagoreifchen Schute war, was mit der oben

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ber Pothagereer; “> Philofophe 125 Die DNebduag amb Regefinäßigkeit in dee Mnorbinnge und) Bewegung bet Himnelstbeper war aber anffallendet und: fidtbärer;. ofS: bie.Natúrgefeinpigteit bec -Grfcheinungen auf: unferem. Planeten, deren: Gefehe noch fo wenig erforfiht: waren; bäher die Eintheiiung der Welt in die-himmlifde: ‚und die fublunarifde Region (die Region vom. Monde bis:zur Erde), in welcher. nicht reine Regelmäßigkeit, fons: bent and: Sufall “wid: Abiwedfelung vegieven ?2), . Unters ‚ beffen hatte bods Pythagaras.:ober feine Schüler. (vieleicht: erft inıfpätern Seiten } bieSegelmapige Umwmdiging des: Erte’ um.ihre: Ure. während ihres :Laufs: um. bie. Sonne entdedt, : woburcd: nie Mowedfelang.von Dag und Nacht -entfteht *).: c'e BB. HR Ber Stufe Dar Gultar.diefer Zeiten vollkommen angemeffes, heriGottheit, um fie als. wirklich gu denten, : eine Stelle in bee Wet Ampardumen, fie gu einem Theile” be. Ganzen. zu ‘machen. Und diefes thaten noch bie Pythas.: geweer. Die. Jee war auch'fò wenig entwidelt, Daß man fids, bavunter oi Welfen tacite, welches zwar:die Bedingung vieler Dinge, aber felbft: wieder “bebingt Offs ‘bie Vide flop : nod mit: bent Begriff eine Matur kraft. zufdmmelt, bie“ alfo fo gut;: a alles ändere; In Sen Raum: in den Inbés. © &. 112. eriwäßnten Bebre ben ben. farmonifien Verhältniffen, in woelden bie Welt’fich, bewege, oder ber Sphärenmufit zufams | menbéngf , ‘und von den Bearbeitern her Mythologie. mit. der Leier des Apollo, beffen Schüler, Priefter, Sohn Pythagoras nad ber "Sage genannt wird, und mit den orpbifden Lphren in, Verbindung ebradt wird, .&...bef. Greuger. und die.bei bièfem angeführten . Stellen Hérodot, 1,81. u. lamblich de vita Pythag. V,146., ” EED Rte 6] 33) Die Eintheilung in die fublunarifée und bimmlifbe Region findet _ . fi) bei bem Ungenannten in Photius Bibliothef §. x1. Ich mag _ nit .entidieven behaupten, baf bieß ein Acht pythagerifder Gebante ….ft,, obgleid) Gtobäus Ecl. Phys. p. 488 ff. etwas Nehnlihes aus . einem Fragmente des Philolaus anführt. [von weldem {pater gefpro= ‚den werden wich vgl. Bid a. à. D. S 95 ff]. #) Bgl. Anmerkung 15. Bunächft aber ift nur von ber Bewegung der - Groe um bas Gentralfeuer die Rebe. Diefe Lehre wird. im Allges meinen den Dythagoreern Arist. de.coelo H, 13. Galen. XXI, 1. insbefondere aber dem Hiletad ober. Scetes von Syratus, ben Cis -cero Nicetas nennt; (Acad, Qu. IV, 39. Diog: L. VEL, 85.) mod) mehr. aber bem Philolaus 13. Galen. XXI, 5, zu; eben. Plutarch. de placit. III, gefel va

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| 126 Crftes Haupeft, Dritter %fón. Ziveites Rap. - geiffe bps: Gemzen: gefebt tourbe. "Nicht. Tange nod. bet Ent fisher der Dythagoreifcen Schule: fand. man diefen. Mepriff.. für. die Des gu: Bein: und machte had. Univerfuats zet Die Begriffe. waren nod zu fitmbedy;: bre Verfiand: founte:: fich noch zu einem Begriff des «reinen Seyns echeben, : fonts : dern bacbtefich-riehes Ween, Feibft Die Gottheit din Grebe):: alg Eörperlids Die Dythagomer:ibadten fichbie Gotta”: heit baper gwar. ald ein Natuewefer, jebech fo) hap fie bast es zalf: nit. den Begriff: des Voll Fommanfken:verfgupften:. die: Quelle ded. Lebens dachten..;; Diefens Wefen gebiihret: tit ber. Welt bie vollfommeafte:vorgiglidfter telle, Und: hiefe if. ber. Mittelpu net. Denn.bad Morstalidiié maf: _ bor allen andern géfichert-unb gebeds fenn. Dieftä beklom - menfle Mefen iff das Zeug; und ba:fie biefes ‚unter. die .. zehn Himmeldkörper vechneten, fo: it eB Peinen Swieifel. uns: : terworfen, daß fie fih die Sonne «ls bas gättiiche « Wefen dachten. Daher auch, die Benennung. ded Feuerd:. Wa dhe. des Jupiter 4), Unflucitig lag hicfer. Bebaups : tung die. Wahrnehmung von ben wöhltpätigen. Wirkungen . _ ber -Sonnenwärme: und ihrem Einfluß auf: Wadsthum uud: Srudtharkeit in bex.ganzen Rate gumGruabe, fa wie fierauf' ; 34) Aristoteles de Coelo II, €, 13, oïye Hu9uyogeor PR die zo | poliüte moodnzeir pvdarteodar to Kugimtatoy tov navtog, to ds + poor tivas Tosouror, 6 log qulaxyr ovopatovor to Taveny spor " mv zogar nUg. wonep to pecov anlaz leyopusvoy, kus To tov psyetousg 18009, zou Ing proews, Mehrere Mehennungen des + Gentralfeuers, die fid) auf die göttlihe Natur deffelben beziehen, +: führt Stobaeus Ecl, Phys. p.488. aus dem Ppilolaus an. Ordo „Amos mug Ey E00 rept To xévrpor, Geo Eorıavy Tov zravtos wales, was: Atos 01809, Kar men Seov, Boov te xas ovvoyny Kar 1 petgoy UC. xos sradiv mug iregoy avaorarw, To TLEQLEXON: - Phitolaus flellt hier ein anderes Syftem auf, in-weldem, außer ". dem Gentralfeuer, nod ein Feuer bas ganze Weltal gleihfam eins fließt. Deffen ungeachtet fest er gleichfalls die göttliche Kraft in das -. Gentralfeuer, jedod) fo, daß ex diefe nur als Weltfeele betrachtet, und von Gott, ber aud fie gebildet, unterfdeidet, Stobaeus Ecl. Physic. p. 452. zo ds Ayeuovaxoy ev ty pscarraty mug, Öneg Tod * . st405 dix mgounsßahlsro ths tou mavtos (oparpas) ò Önwrovoros . 9eoc.. Diefe Shee einer von Gott verfchiebenen Weltfeele ift in ber Pythagoreifden Schule neu, und madt biefes Fragment etwas vers bädtig,. fo wie aud das, was Stobäus ©, 530: von feinen zwei Sonnen mitthellt. [Ueber bas Legtere pat fi BELG a. a. D. B. zag erflart. Bufag do $.] :

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" Poyfofopheme' der Pothagoreer, 5 429: ber anbeen Seite mit. dem affronomifden Syfleme ber Pothagos veer in enger Beebindung flanb., Wir Eénnen dafür unmittelbare. hiftorifche Bevoeife. aufftellen. "Der. Sonnenftrahl, fagten fie, geht von.-her. Sonne “aug, burdbdringt den kalten und hidden Aether (Luft. inb. Waffen), buschkeitigt bie vgrborz genften Wefen de Natur, und belebt ales. Die Warme. (sermuthlicd) der warme Aether, Ausflug. der. Sonne): ift- bia Urfache des Lebens und in Verbindung mit hem Falten Aes. ther. bad Princip ber Seele. Man darf bierays ‚wahl, folgern, def Pythagorad mit. feinen Schülern: die Sonne für die Quelle .afles Lebens, Empfindens-und. Denkens in der Natur gehalten habe, und man hegreift, wie Cicero fn: gen Fonnte: die.Gottheit fey dem Pythagoras. eine durch bas — ganze Univerfum verbreitete Seelp,‘aus welcher. die menfhs. lien Seelen genommen find 25). Die Gottheit ift alfo. ‘die Lebewstraft ber Natur, welde in der Sonne ihren Sig hat, von wo aus fie fid uber alle Theile der Welt verbreitet. Wahrheit, Almadt und Güte hielt jebor) Pythagoras. für‘Eigenfchaften der Gottheit, und lehrte, die Menfchen hätten von ihr Fein größeres GefchenE befommen, al8 bie- Liebe zur Wahrheit-und zum Woblthun 46), Bon diefer Seite veredelten. die Pythagoreer den Begriff der Gotts - heit und verbanden mit der Bolféreligion Moralitdt, indem fie jene al8 moralifde Intelligenz dachten, als moratifden Richter der Menfchen, dem man nicht allein durch veligidfe Gebräuche, fondern aud burd Rechtthun wohlgefällig wers 35) Sext. Emp. adv. Math. IX. §. 127. Cicero Natura Deor. I, c. 11. animum esse per naturam rerum omnem intentum et commeantem, . ex quo nostri animi carperentur. Cf, de Senectute c, 21. 36) Iamblich vita Pythag. $. 122. os os usy Okt, yamıoı Tais Tov Huor Toy dımdsaeoıy, OÙ To tow Hvousvor ninder 7 ov. Cf. Porphyr, de abstin. II, 15. Berner lambl. 1. 1. 159.ov zag vas Ta psy. done zog Seas, ta de advrata, wong outa « TOUS ovgilopsvovs, alle narvta Suvata, §. 174. to SievoscFus segt Tou Fs1ov, ag sory TE zate NGOS TO avdgomivoy yevos, OVTIUG EXEL, os sriSlensiy xas py olıyapsıy avtov, Zendipor ava, veslaufavor os Ovdayopaoı, mag axsıyou padortes §. 218. ots ov F208 wexov 81019 avostios etc. Aelian, var. hist, XII, c. 59. [Ded fdeint in biefen Stellen andes Ausdrud der fpâtern Pptha= Bufeg d. H.] govern zu feyn.

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128 Erfles Haupt, Dritter Abfehn. Buttes Kap. ben müffe, obgleich damit der Begriff Gottes als Naturkraft nicht wohl.zu vereinigen war, und die praftifhe Freiheit durch den phyfifcen Einfluß der Götter:und Dämonen aufs gehoben ward: Pythagoras machte von jenem moralifchen Begriffe fhon Anwendung auf die Vorftelungen der Dichter, welde in bie Bolksreligion übergegangen waren, und tabelte fie 37) wegen des Widerfprudhs, in welchem die von ihnen gefhilberten Götter, mit den reineren moralifchen Begriffen flanben +) . Le ; : EE Aus der Einheit der: belebenden Kraft ‘in bem ganzen. Univerfum folgerten fie die Berwandtichaft der lebenden und befeelten Wefen mit bee Gottheit, und. aus dee:allgemeinen Durchbringung berfelberi den Bufammenbang aller Theile der Welt, die fie. auch felbft für befeelt hielten. Die Sterne 57) Diogenes Laert. VIII, §. 21. wo von Homer u. Hefiod die Rede if. lamblich de vita Pythagor. §. 174. 149. 151. *) Was der Berfafret in bem Vorhergehenden über Pythagoras Bors „ ftellung von der Gottheit vorgetragen bat, fdeint mir eben fo wenig in einem Begriffe vereinbar, als durd bie vorhandenen Bez richte über bie Pythagoreifche Lehre vollfommen begründet zu fen. Hat bie Gottheit ihren SiG in ber Sonne, wie nad gewöhnlicher Borftellung bie Seele im Körper, fo ift fie nidt die Sonne. | felbft , wie oben gefagt wird.. Aber es wird nit einmal beftimmt “ gefagt, daß fie ihren Sig fn der Sonne babes denn bas Feuer, + welded alé ber vorgiglidfte, Leben und Wärme ausftrömende, Körper in die Mitte geftellt wird, und baber fymbolifé Wade bes Zeus genannt wurde, ift nad mehreren Pythagoreifden Brudfticen, bez fonders Stob. ecl. 1, 23. p. 488, ein Feuer, um weldes felbft die Sonne freifts da aber diefe corsa tov svavros, wie fie aud heißt, (Altar des ATS) in einem anderh Fragmente ‘Lib. 1, p. 468. das erfte Sufammengefügte (Gebildete) genannt wird, fo fonnte aud biefes Feuer nicht bieGottheit felbft feyn. Es et baber wahre fceinlider und ber unbeftimmten Zahlentheorie ber Pythagoreer an: emeffeuer, daß fie bie Gottheit vielmehr nur unter bem Begriffe de unbedingten Eins badten, welches von jener Stelle aus, die "daher auch fymbolifd ro & genannt wurde (&. oben Note 25 und 117. " Bôdb a. a. D. ©. 98.), durd ben ganzen xoouos wirkt und ihn . befeelt. Auf eine ähnlihe MWeife wird in bem Gchahnameh, wo von bem Feuerbienfte ber alten Perfer bie Rebe ift, das Feuer nicht bie Gottheit genannt, welde angebetet wurde, fondern nur die +! Kibla oder ber Altar ber Natur, zu weldem man fid beim Gebet richtet (vergl. Hammer. in ben Wien. Jahrb. der Litt. B, VIII. ©. 326. und X, 210.). Der Verfaffer ftellte aber mit andern "(5 Bs Tiebemann) den Pythagoras darum zu tief und faßte feine ehre zu materiell, weil er bas Sypmbolifche berfelben nicht feftzuz halten wußte. Sonad fheint nur das Beste von dem Berfaffer oben

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Philofopheme ber Pythagoveer. find daher ebenfalls ‚Gottheiten, doch wahrfcheinlich der Sonne untergeordnet 38), Die Seele alfo ift ein Ausfluß oer Sonne ober der Gottheit. Es fehlt nicht an verfiebenen Ausdrüden diefes Sages, welche aber bem Sinne nad alle darauf bine auslaufen. Eine Zahl, bie fid felbft bewegt, Heißt wohl nidts anders, als ein Wefen mit eigner Bewegtraft, ber: gleichen alle Theile des Aethers find. Eben das find auch. Wabrfdeinlid) bie Evopara ev Tw aege in ber unten anges führten Stelle des Ariftoteles *). Ariftoteles fcheint diefe mit \ Gefagte ber Berftellungsart des alten Weifen nab gufommen; wos … mit das Erfte faum zu vereinigen iff. Die Gottheit exfcheint Pp: thagoras alé Weltfeele, mithin blof als in der Natur wirtende, und mit ihr in Eind verfließende Kraft (vergl. Sext. Emp. IX, +27.) und ber Begriff des Bollfommenen ecféeint bm vorberrfdend unter Gigenfdaften der Natur. Hiermit ftimmt auch überein, dap die Seele, die dod) als Ausflug der Gottheit angefehen wird, und alfo ihre Natur theilt , die fich felbft bewegende Zahl genannt wird. Môge man nun Ébrigens die Gottheit des Pythagoras als ein fit gu dem Sollfommnen entwidelnodes (evolvircndes) Pkincip . nad) ben oben angeführten Stellen ded Aristot. (Anm. 24.), ober ihre Wirkfamkeit als geiftige Emanation betrachten, in bem Ginne wie Phetecydes, den man für des Pythagoras Lehrer Hart, {rad Arist. Met. XIV, 4.) lehrte, das erfte Erzetigende fe das Befte, und wie Cubor bei Simplicius (in phys. Ar. 1.) von Gott Ypridt, was mir mit der ganzen pythagoreifhen Theorie der Zahlen, bie als die höheren Gefdtedter der Dinge erfdeinen, durch welde das Befondere bebingt ift und mit der Lehre von ber Geelenwanderung mehr übereinzuftimmen fcheint; fodarf man doch auf feinen Fall dem Pythagoreifhen Gort bie ausgebilbefen Borftellungen der platos nifden Schule unterfdieben, 2.0. $. 38) Diogenes Laert, VIII, §. 27. low za «ar oeknviv zu Tous addovs aotspne evo Geovs* errıngarsı yap to Faguov ev abross, oneg sate {ung wıtwy — Kur avIyddray Ein mos Peous ouyyertiay, Kata to uetezeiv avdgumor Sequov. [Der Ausdrud, dag die Sterne Götter find, welcher fi an die Volkéreligion anfdlog, darf bier.fo wenig, als jener Ausfpruc des Thales verwunderns . daß bie Welt von Göttern erfüllt if, Ha, wenn bie Welt von Pythagoras beftimmt alé ein befeettes Wefen, die Gottheit als Weltfeele vorgeftellt wird, dann aud) die Gefticne, alé Welt: törper (cf. Plot. de plac. I, 13.) oder Theile des xouuos, welde an biefer Befeelung- Theil nehmen, als Götter, aber untergeordnet, erfeinen, Bufag d. DH] *) Wie die Geftirne von den Pythagoreern für Götter gehalten. wutz ben, fo wurden, zufolge biefer Lehre von der ausftrdmenden Welt: feele oder von der Befeclung der Welt, aud die Seelen als Aude flu ber Gottheit für görtli gehalten, ja Allmäon, dem wir [don eanemanhs ©. b. Phil, 1. Tp.

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Grftes Haupt. Dritter Abfbn, Zweltes Kap. “den Sonnenftäubchen bes Democrits in Parallele zu fegen, und bemerkt dabei, daß einige Pythagoreer nicht biefe, fons dern bas fie in Bewegung fegende (den Wärmeftoff) für die &eele gehalten haben 2%). Die Pythagoreer Fonnten hier , ny oben einmal in genauer Verbindung mit ben Pothagorerrn fteben -fahen, lehrte nad) Ariftotele8 (de animal, 2. $. 25. du V.) daß e Seele unfterblid fey wegen ihrer Arhnlichteit mit den Unfterbs lichen, d. i. den Göttern; daß biefes ihe aber gufomme alé einer ftet bewegten Natur (Tovro 8’ vnagyeıv avın ws ae xvorperT, faft eben fo wie Plato im Phabdruê p. 245. fagt), denn, feat ex "Hinzu, alles Böttlihe bewege fid unaufbörlih, Mond, Sonfe, die Sterne und der ganze Himmel. Jn diefer Stelle, mit welcher ‚aud zum Œbeil bas fpätere Fragment bei Stob. ecl. I, XXI, p: 420. : . gufammenftimmt, wo von einem meıxıvarov gegenüber bem oeura— Des bie Rede ift, und dag Yeıov burch asc Feov erklärt wird, Tcheint aud) bie Erflärung ber „fid felbft bewegenden Bahl’ wenigftené zum Speile zu liegen. Die in der Luft bewegten Stäubchen aber fcheinen mir nur bas robe Symbol zu feyn, welches dfe nad Ariftoteles ber yoyn überhaupt beigelegte Gigenidaft der Bewegung, gugleid aber aud in Beziehung auf das Gentralfeuer ( was viellcidt Diog. L. nad bet in der Note 38. angeführten, viele Widerfprüde ents haltenden Stelle. To Gepuov nennt), bas Berhältniß det Seele zur Weltfeele oder Gottheit (meshalb aud Diog. fagt, anocoracua œudegos) bezeichnen follte, Dap die bei Divgeñes angeführte Feinere Unterfheidung zwifhen Seele tnd Leben féon ber alt pythas goreifen Lehre gufomme, fdeint gang verneint werden zu müffen, wenn man erwägt, daß felbft Ariftotetes in feineh Unterfuhuns ' gen über die Seele diefe Unterfcheidung nicht fefthält, und den Bee tif wuzn in einem febr weiten Umfange nimmt; was wohl zu bee enten iff, wenn man die Lehren Anderes Über diefe worn (3. B. die des Pythagoras) welche man von ibm angeführt findet, richtig verz fteben will. — Mit ber Bablentheorie hängt wieder die, nur in einem gewiffen Sinne ppthagoreifde, Beftimmung der Seele als Harm oz nie (Macrob. Soma, Scip. 1, 14 Vergl. Bödh a. a. À. 177.) und damit aud die Beftimmung ber Seele als Bierzapl zufams men, woburd bie Seele als Ebenbild des Bolllommnen gefeht wird, was aber auch eine praftifhe Beziehung haben mochte. Vergl. die Ausleger deë berühmten Schwurs der Ppthagoreer bei der Vıerzahl ‘(Porphyr. de vita Pythagorae ed, Kiesling p. 165. et lamblich de vita Pyth. G.28, §. 151. ed. Kiesl.). Uebrigens wird det legten Bez ftimmung eine auffallend neue Deutung gegeben bei Plutarch. de plac, phitos. I, 3. Aas 7 nuezega wuyn ex Tergmdog or yaeitaı? sivas jag voüv, emıomyunv, Öokay, aoFqow, WE wy nava ty, zus "_entorngn, «as autos loyixos eoper. . Abd. $. 59) Die erfte Erklärung (fs Anm. 31.) ijk vielleicht nicht einmal ächt potpagorsild. Plutarchus fagt zwar de animae procreatione C. 1, . Æenofrates habe fie von den Pythagorecrn entlebnts allein dies ift wahrfcheinfih nur fo zu verfteben , daß er einen Sheil von den Pythagorcern, den ahdern vom Plätd entichnte. Damit fheint Aristoteles de anima I. c, 2, Übereinguftimmen und St baeus etlog. phym page 662. \beflimmt, biejes genauer aut dem Sams. N

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. PhHofopheme ber Pythagoreer. nad behaupten, baß bie ganze Luft mit Seelen ans gefüllt fey, bie fil aud) Dämonen und Heroen nennten, Dur ihren Einfluß erklärten fie die Träume, die Anzeichen von Gefundheit und Krankheit bei Menfchen und Thierens worauf fid die Reinigungen und Gühnopfer beziehen, ferner alle Divination (Mantif) und die Wahrfagereien. 40) Die Seelen Eommen in ben Körper von Außen, und werben aus demfelben wieder in die reinere oder unreinere Luft ges fammelt *), bis fie wieder in andere Körper übergehen. Denn fie find ungerftirbar, wie ihre Urkraft, und ihnen ift ein fteter Kreilauf vorgefchrieben 41). Die Behauptung von blid, einige Ppthagorerr hätten fledthin gefagt: bie Seele fey apstuos, Æenofrates aber apıduos avroxivytos. [rate aud) Macrob. Somn. Scip. I, 14. Buf. be $.] Diezmweite Crs ” Uärung bat Aristoteles am angeführten Orte: epacay yap tuveg avrav wuyny vas Ta ev TW Geos Evopata, os Je, To.Tavta «voer, Diogen. Laert. VIJL $.28. avai de Tnv yızıy anoconacpe audsgos, «ar Tou Seguov Kar TOU przgor. . . - 4o). Diogenes Laert. VIII, -$. 32. Plutarch. de plac. I, 8. Cicero da Divinat. I, 45. [Wiemobl die Annahme gôttliher Mittelwefen, Die bier als Luftgeifter genannt werden, in bem Syfteme bes Pytbas oraë liegt, und mit feinem befannten Hange zum Götter: und Geis ' Recumgange und zur Miantië (Cic. de div. J, 3.) der „wie fhon Æiebemann bemerkte, auf die Erzeugung bes Mofticiémus unter den Griechen einen wefentliden Einfluß batte, wohl übereinftimmtz fo muf man fid bod) hüten, aus der oben angeführten, ohnehin vers . bädtigen Stelle des Diogenes auf eine ausgebildete Démonentebre zu fliegen, welde gewiß erft ben Neuppthagoreern angehört. Sestere finden wir bei Hierocles ad Pyth, aur. carm. ed Schier. p- 226. u. 56. : Bufag b. 6.] . +) Kür biefe Beftimmung finde ich Fein binlänglihes Beugnif in ben. angeführten Stellen. AND. 41) Diogenes Laert, VIII, 14, xowroy Te. (de) paar tovroy anopn= . vat Thy wuyny xuxiov voren ausıßorcay, alors alloıg ev~ Badar Lmots. Sect. 32. evdargovern avPgunox oray ayody Weyn sgocyerytas. Aristotel. de anima 1, c. 5. { Die erftere Stelle, in welder von bem Kreiglaufe ber Nothwendigheit die Rede iff, fagt nichts darüber aus, wenn berfelbe beginne; die zweite giebt nur gu verftehen , dap die Seele mit einer beftimmten Befchaffenpeit von außen in ben Menfden Comme, was aud bad anconacpa ar Ötpos (vergl. Anm. 37. und Stob. ecl. phys. I, 51. p. 790.) ans deutet. Auf biefes von außen Kommen fheint aud Aristoteles de an. I, 5. Sect. 25. du V. bingubeuten in den Morten: zxsuvo de azonov ovußamsı Tout ty Aoyw, «ar tous nÄtoToIs Tor NEQL wgns ouvantovor yup Kar Tıdeagıy eis COME THY wvzns ovder ngoodiogsoarte dia T° œtiav, war mug ezOvTOS zov coparos.. Hier wird alfo zugleich ber Grund vermift, warum

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132 Erftes Haupeft. Dritter Abfchn. Zweites Kap. ber Unfterblid Feit der Seelen ift eind confequente Folge ihres ganzen Syftems. Denn die Seelen find Zheile besjeni: gen, von dem alles Leben in der Welt herrührt, bas felbft Peis ner Vernichtung unterworfen ift*). Eine folche Unfterblichkeit bat wenig zu bedeuten, und entfpricht nicht dem moralifihen Sntereffe, welches der gebildete Menfch daran nimmt. Dief erhellt auch daraus, baf fie fo wenig auf Gründe für die Bortbauer der Seelen gedacht haben, welde der menfdlide Berftand erft dann auffuchte, al8 die Unfterblichkeit in nähere Berbinbung mit dem Intereffe der praktifden Vernunft ges febt wurde. Der angegebene Grund aber ift fo gut als Reiner; denn er it nut bingeworfen, und bie Bedingung, unter welder er erft gültig wird, iff nicht entwidelt. Mit Redt fonnte daher Cicero (Tusèal. Q. I, 17.) Jagen: die Pys thagoreer hätten die Unfterblichfeit blof angenommen und gelehrt, öhne (deutlich entwidelte) Gründe Die Sees Tenwanderung, welde Pythagoras wahrfcheinlid von ben Aegyptiern angenommen hat 42), war fein Beweis für bie Geete in den Körper verfest werbe. Von den fpätern Bericht: erftattern wirb ein folder dem Pythagoras zugefdyrieben. Dod Theint die Stelle bes Diog. Sect. 31. exgıpdsser Ösavıny (yyy) ent die yng nhobeudor ev 1) aegı, ouotoy Tw Goxyete fid mebr auf Seelenwanderung nad diefem Leben, nicht auf die Berftofung aus bem Himmel zu beziehen. ©8 war nebmlid eine alte, frithers bin geheime und aus bem Oriente ftammende Lebre (Plato Cratyl. ‘pe 400.) wo fie ben Orphitern beigelegt wird. Cf. Plat. Phaedom p- 62. B. Berpl. Wyttenbach ad Phaedon, p. 134 aqq. und Plut. de esu carnium II.,) daß die Geelen wegen früherer Bergehungen in den Körper gefeffelt worden feien. Die Pythagoreer nahmen alfo wabrfdeintid den Grund jener Lehre von der Wanderung der Seelen + eben baber, woher: biefe Lehre gefloffen war, und fdrieben. dem Pothagoras die Annahme einer Prderifteng und bes Abfalls der Geele beftimmt zu. Auch Aft (Leben des Plato S. 106.) vechnet bief gum Pythagoreismus. : __. Buf. bd. 9) *) Tennemann Halt fid bier an bie Stelle bes Diog. L. VIII, 28. Stopepsiy te Wzn» Donc adavatoy te vas avrny, enecdnmep “aL .To ap ov ansuneoras,: adavarov son. Eben fo wird fie ihres Urfprungs wegen: ungerftirbar, apSagroy, genannt, in der . Stelle Plutarch. de plac. IV, 7. Der genauere Grund aber lag in _ der Natur, welde die pythagoreifche Lehre bem Gôttlihen beilegte, nebmlid der fteten Bewegungstraft f. oben meine Bemerkung zu ‘42) Herodot, I, c. 123

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Philofopheme der Pothagoreer. die Fortbauer der Seelen, fondern nur Verfinnlidung ber: felben*). Diefe Seelenwanderung erfcheint hier nod nicht verfeinert, und. burd moralifche Begriffe geläutert. Daher fagten fie auch: jede Seele könne in jeden Körper ohne Uns terfchied einwandern, auch die thierifchen Körper nicht aus: genommen 4%), Ob diefer Kreislauf der Wanderungen ewig dauere, oder nad Befchaffenbeit der Seelen feine Grenzen: habe, ift eine Frage, die nicht mit Gewißheit entfchieben werden Fann. Nur eine Stelle des Diogenes fcheint für. beftimmte Grenzen zu fprechen 44), Dbgleid man fernes L © *) Die Lehre von ber Seelenwanberung Enüpft fih, wie fdon anges deutet worden, an die Lehre von ber fteten Bewegung ber. Seele, als, eigenthimlider Œigenfhaft berfelben, an. DBielleicht Kann man biere her dud) die Worte bet Aristot, de anis 1, 3, §. 24. beziehen s. mou Tou 7 ezonv tov Oeov Sia Tovro xvuho HOLLY pegeodus Tv wernv, ote Bektiow even To xıvaodaı tov pere xiveccdar Oe ovres7 addus. Ferner wird diefe Lehre, was Bier nicht zu úbers eben ift, burd bie Gage an bie Perfon beë Pythagoras anges, nüpft. Denn er foll in mehreren Geftalten auf bee Erde erfhienen fepn (vergl Diog. L. VIII, 4 sqq. Porphyr. de vita Pyih. Sect. 45, et Kittersh. ad h. 1, ed. Kiesling. p. 258-5q.) und vornehmlich fic) ale Held Euphorbus erdannt haben; womit die Sage aud vieleicht das Gedddtnif bes Pythagoras preißt. Lesteres bezieht D. Maller in ber Gefchichte der Dorier 1824. Vh. I. ©. 220. darauf, baß er jenen, wie fie fic) felbft, al8 Priefter des Apollon betrachtete, mit weldem er überhaupt in genauere Verbindung von feinen Verehrern - gebracht wird — aud alg Sohn; ja bei lamblich de vita Pyth, c. 6. (vergl. aud) Diog. L. VIII, 21.) wird er felbft alé Apollon vergôttert. Baur aber bemerkt in feiner Gymbolif und Mythologie II. TH. I Abth. ©. 199., dap die Boer der Seelenwanderung mit ber Sdee Apollons innig verbunden fey.— Endlich if nod die praktif He Bes ziehung der Seelenwanderung nidt zu überfehen, welde man bei ben Pythagoreern findet, 6. i, die. Aufforderung, fih reiner Sitten zu befleifigen, um nicht in thierifche Körper gebannt zu werden. A. bd. D. | 63) Aristoteles de anim. I, c. 3. dig evdegouevoy xara Tous IIvdayogıxovs wvdovg tnx TÉYOUCRY wuyny’ eis zo tryoy evòvsu as cœua. (Es fdeint dief nad dem Zufammenhange zunächft zu heißen: bie Seele Homme durd Bufall, von ohngefähr, d. i. ohne Grund, in ben ibr vorkommenden Körper, und es fragt fid fogar nod, ob biefe Stelle fid) auf bie Seelenwanderung bezieht. Merkrürdig ift B, bag wir Eeine einzige beftinimte Nadridt ber Weltern über Pytha:, goras Lehre von der Seelenmanderung haben. Die Spatern ber, weiche diefe Lehre ausgebildet haben, wie Porphyr (de vita yth.’ Sect. 19. und Stob. ecl, phys. I. p. 1044 sq.) bebnen fie allerdings fdgar auf ben Uebergang in lebende Körper jeder Act aus. | Bufag d. £.] ù \ 44) Diogenes Laert. VIIL 6. 31. vor aysodar per tag. xnduçus — (y zas) ent to vpsorov. tas be axadagrove pnts exerce. ra geer, pare aldndaus, dou 3 tvagenxtoss Gaupois uno egervvar.

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134 : Erfles Haupeft, Deitter Afin. Zweites Kap, nicht beftimmt angeben Tann, wie fid) die Pythagoreer ben Buftand nach dem Tobe gedacht haben, fo it doch fo viel ges wif, daß fie mit bemfelben Belohnung des Guten und Bes fivafang des Böfen verbanden, und glaubten, die Seelen der Menfhen Fönnten nad und nad fo geläutert werden, dap fie einer vollfommenen Gemeinfdaft mit den Göttern gewür: bigt würden. Nach ihrer Vorftellungsart hatte fogar der Donner Beziehung auf den Zuftand ber Böfen in dem Das: des, um. fie zu fehreden *). In ben Nachrichten von ihren Übrigen Lehrfägen von den Seelen der Menfchen, ihren Vermögen und.ihrem Verhältniß zu ben Thierfeelen **) herrfcht nicht wenig Verwirrung. - Vielz leicht find die Meinnungen ber áltern und jüngern unter einander gemifdt. Suerft wird ihnen die Unterfdeibung des : \ -*) Man findet bier zwei Stellen bes Verfaffers über’ denfelben Ge: genftand, welde fonft getrennt waren (S. 133 und 142. ber erften Ausgabe) verbunden. Sn der lebte hatte der Merfaffer in offen: Harem Widerfpruche mit der erften behauptet, daß die Lehre von der Unfterblichkeit und Seelenwanderung von den Pythagoreern mit moralifhen Begriffen in Verbindung gebradt worden fen. Diefes fcheint aud aus ven beigefügten Grünben und Stellen (Diog. L. VIL, 31. Carmen. aureum. v. 70. 71. Aristot. analyt, posterior, Il, c. 11.) erweislih. Berg]. aud ben Sufag su mete 43. #+) Die Berwandtfdaft der Dienfchen und Bhiere war eine Lehre, © welde ebenfalls, aus der Befeelung der Dinge folgte. Hieraus ent: fptang in der pythagoreifhen Schule bas Gebot, bie Thiere gu fdonen, baë Gebot der Enthaltung von gewiffen Zihieropfern und thierifhen Speifen. Auf Erfteres fcheint aud bie Lehre von der Serlenwanderung Einfluß gehabt zu baben; die Enthaltung von Fleifdfpeifen aber wurde aud) in, biätetifcher Hinfidt geboten, Vergl. Seneca ep. 108, Sext, Emp. adv. physicos, sive IX, Sect. 227. Dief Verhalten gegen bie Thiere wurde auch. zur Gerechtigkeit Herechnet (ebendaf. Sect.130.). Bgl. ferner Jamblich de vita Pythagor. Cap, 24. Sect. 107 sq. dgl. 150. nad) welden Stellen jedod ein _ Unterfhieb in Hinfidt der verfdiedenen Klaffen dec Schüler des Pythagoras; ferner Cap. 18. 85. Sect. nad welder Stelle ein Unters fied unter den Tpieren gemacht wird, welche neopfert werben durfz ten; vgl. 6. Gap. 16. Sect. 68 u. 30, Sect. 168 sq.; eben fo Porphyr. de vita Pyth, Sect. 43. und de abstinentia ab esu animal. lib. 3. Plutarch. de esu animal. If. und de solertia animalium. Son einer Ginfdrantung bes Berbots in Hinfidt der Vhiece redet audy Diog. L. VIII, ao. baß aber der bei Plutarch, de plac. V, 20. ane gegebene Bedankte dem Pythagoras angehöre, ift febr zu bezweifeln. Bon bem Verbote bes. Bohnen f. Rittersh. ad Porphyr. od. |ne

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Philofopheme bee Pothagoteer. vernünftigen und nidt vernünftigen (finnliden) Vermögens der Seele beigelegt. Da fie, wie ed deint, das Wefen der Seele aus zwei Beftandtheilen, dem warmen. und dem Falten Aether, beftehen Tießen*), fo leiteten fie vieleicht alle Aeußerungen der Vernunft von jenent, dem Wärmeftoff, oder ber in der ganzen Natur verbreiteten gôtts lihen Kraft, die Aeußerungen der Sinnlichkeit aber aus jenem weniger ebeln Theile ab. Dann wäre 8 confes quente Folgerung, daß nur die vernünftige Seele unfterbs lich fey 45), | Die Unterfheibung der Acte bed Vorftellens und bes Begebrens ift bei einigem Nachdenken über fid fo natürlich, daß faft bei allen Völkern der gemeine Sprachgebrauch vers fehiedene Stellen des Körpers ausgezeichnet hat, wo jene vors gehen folen, und daß in einigen Sprachen biefe Theile ded Körpers felbft die Vermögen bezeichnen. Aud) Pythagoras hats te biefe Unterfheibung gemacht, und er beflimmte bas Ges bien für den Sig der vernünftigen Seele, das Herz für ben Gig der Begehrungs = und überhaupt der Lebend» fraft 4°). Ob er nun aud bie unvernünftige Seele in bad *) Nad Aristot. Befchreihung zu fhließen, (de anima I, y.) fheint mie das Philofophem über die Seele, welded der Berfaffer hier dem Pythagoras, nad ber oben in der Anmerkung 39. angeführten Stelle deë Diog. L. beilegt, mehr bem Empebofles anzüges bören. ° A. da 6. 45) Plutarchus Decret, Physic, IV, c. 7. Diogen. VIII, 30. xag to per poonuor, adavyator* ta ds hoya Hrnra, 46) Plutarchus Decret. Phys. IV, c. 5. JIvöayogas to uev Lotixoy neg tyY xagdiay, To Oe oyinov xar vargov TrspL id xepadny. Cicero Tusé, Quaest, IV, ¢. 5. veterem illam equidem Pythagorae primum, deinde Platonis degcriptionem sequar, qui animym in duas partes dividunt; alteram rationis partioipem faciunt, alteram expertem. Stob, ecl, phys. p.874. [In einer von Æennemann nicht angefigrten Stelle beg Sextus Emp, adv. math. VII, 92, wird die durch Siffenfchaften, befonderg Mathematik, gebildete Vernunft bad Bes urtheilungévermigen bed Wabren genannt: os ds ZIuSayogeros zov Aoyo» mex pauw (xorrgoroverivur) ou xorvwg De: zon de ano Tov padquoruy nagıypousvov, xaduneg Elsye zur a Diloe daos, Diwpnrixoy te ovru Ts zov ohwY Prose, sper Ton Guy“ EVELAY TROOS TOLTHY, BITELEQ VITO TOU OUOIOU TO OUO(OY xaTa- . ußavsodaı nepvue. Ob aud der zulest angeführte Grund, vois OpOLOLG Ta omora Yırmaxscdas, ber ein febr verbreitetes Erz tenntnifprindp fpäterer Philofophen wurde, (fieje aud lamblich

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136 Grftes Haupeft, Dritter Aofehn, Zweites. Rap. Begehrungs= und Gefühlöyermögen (smödyuntıxov, duusxov ) eingetheilt habe, wie e8 in der Folge Plato that, wird zwar von mehreren Schriftftellern: behauptet, aber e& läßt. fih daran zweifeln. Denn obgleid die Ausbrüde in der Sprache vorhanden waren, fo fdeint dod) bie Begriffe, welche - dadurch ausgebrüdt werden follten, erft Plato etwas ges nauer beftimmt zu haben, und and bei biefem find fie nod {che {hwankend 47). Nicht fowobl Verworrenheit als Shwans ‚Ben der Begriffe von den verfihiedenen Vermögen bes Gee mlithé findet man in einer hieher gehörigen Stelle de3 Dios genes von Laerte. Die Pythagoreer nahmen nach berfelben drei verfhiebene Vermögen an, duuos, Begehrung ss fraft oder überhaupt Lebensprincip *), vovg und poeveg in dem Gehirn; von diefen legten fie bas legte bem Menfden ausfchließtich, das erfte und zweite aber als mit den Thieren gemeinfchaftlich bei. goeves bedeutet alfo wabrz f&heinlich die Dentfraft, vous in einer von dem Sprachges brauch‘ fpäterer Zeiten etwas abweichenden Bedeutung das Vermögen zu denten, welches die Menfchen und Thiere ges meinfchaftlich befigen, nur baß die legten wegen ùnvolfom= mener Drganifation und Mangel der articulirten Sprade mage zog nadeuauung enrotnuns. Cap. 8. Sext. adv. germe lib. J, Sect. 303.) in biefer Formel von Pythagoras felbft be rühre, wie Sextus in ber legten Stelle meint, läßt fid Rare,» vie benn aud) die beigefügten Verje, weldfe Beftätigunasweife angefühet werden, auf Empedocles hinweifen. Aber näher fommt diefer Lehre der bei Claudiauus Mamertus de statu aniınae Cap. 7. bent” Archytas beigelegte Getante: ad exemplym unius composila est, quae sic illocaliter dominaturin corpore, sicut uuns in numeris, Bufag d, H.] 47) Plutarchus Decret. Phys. IV, c. 4. Stobaeus Eclog. Phys. p. 878. où de negı Ilharova zor Apyvras xat où hornor Nudayogews tv . VUL TOEHFON ATOPALTOPEUS, Öraugouvreg etc Aozıguov zor Gvpou dul ens vurov, TOUTE pag EVOL ZONE HQOS THY TRY agETOY ovoraaur. Cs fcheint als wenn Samblid, aus dem biefeë Fragmentgenommen it, felbft aud) dadurch, daß er Platon und Ardytee,und dann erft ‘bie übrigen Pythaqoreer nennt, die obige Bermutbung . beftätige. Der Verfaffer der mYıxav ueyaluy c. à nennt Plato alé ben erften Philofophen, der ben Unterfhied zwifden Vernunft und Sinnlichkeit in Begriffe gefaßt habe. Diefes mag wohl wahr feon, wenn man darunter deutliche Begriffe veeftebt. - À *) Wohl richtiger. Vermögen det, Affecten. - Hd 8. A

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Philofopheme der Pythagoreer. nicht wirklich denken können 45). E8 iff gewiß eines ber fhwierigften Gefchäfte, bas Mannichfaltige der innern Ets fheinungen aufzufaffen, zu claffificiren, und unter beftimmte, Bermôgen zu ovdnen, und ed war bamald befto fdwerer, je weniger man, bei der allgemeinen Richtung der Speculas tion auf äußere Gegenftände, die Aufmerkfamfeit des Geiftes auf. feine eigenen Thätigkeiten und Veränderungen zu richs ten vermochte. €8 war dazu noch zu wenig Stoff gefams melt, und bad Unterfheibungsvermögen noth gu ungelibt. Daher ift 8 fein Wunder, wenn bie erften Verfuche, die : Vermögen bes Gemiiths zu unterfdeiden, fid faft gar nicht über die Unbeftimmtheit der gemeinen, in ber Sprache ausz gedriidten Begriffe erheben. Ob und wie Pythagoras und feine Schüler fid) diefe Vermögen gedacht haben, Idßt ficy aus Mangel an Nachrichten nicht beftimmen, nur aus einiz gen Fragmenten muthmaßen. Weniger darauf bedacht, ben Inhalt der Begriffe von diefen Vermögen zu beftimmen, als die Vermögen felbft, fo wie das Subject derfelben, aus Naz turkräften abzuleiten‘, konnten fie biefe Begriffe nicht wohl anders al8 materialiftifh faffen. Die Seele ift eine aus Fala tem und warmen Aether gufammengefeste Subftanz *) 5 bie Vernunft Wirkung des warmen Aethers, ober bes allgemeinen Lebenéprincips, die Sinne find Ausflüffe (Tropfen) desjenigen Theils ber Seele, welcher im Gehirn ift **), 48) Diogenes Laert. VIII, §. So. zn» de avdoonov wuyny droge ota: Toin, ts T6 vour xu PoBvas zat D UUOV. vouw ur ovv sivas xan Gundy xu ev Tous ahhowg oi poevag de povoy ey wrdgwng. -Plufarchus Decret. phys. V, 20. [Gollen wir dem onft untritifden Compilator Diogenes nicht Verworrenheit Schuld gez en, fo müffen wir annehmen, baf die Pythagoreer hierin einen ganz andern Spradgebraud), ald bie fpätern Ppilofophen beobachtet haben. Go nimmt add Salmas. ad Epictet: p. 373. an, daf v bei ben Pythagoreern die höhere Geiftestraft bezeichne, welde fpäter . Aristoteles zv avagyın vour nannte. Man kann mit Brandis . Comentatt, eleat, p, 37. aud) baë Fragment bed Xenophanes add a anavevds zovoso 790% Pers navtu xpadaiver hierher ziehen. - i 0 Bud]. *) Bergl. zu ben folgenden ebenfallg die Anmerkungen *) zu ap f-. und 135. : . Xd. $. **) Die Erklärung ber Sinne durd) Beziehung auf die 4 Clemente bei Stob. ecl.phys, p. 1104. fdjeint bem Œmpebofies und ben Platonifern anzugehören.

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138 Crftes Hauprfl Deitter Abfchn. Bweites Rap. Der Warmeftof im Gehirn ift bad belebende Princip ‚bei ber Beugung. Die Seele ftellen fie fic als: einen orga= ' nifchen Körper vor, der wählt und Nahrung braucdt *).. Shren Nahrungsftoff erhält fie aus dem Blutes die Venen, Arterien und Bänder maden das Band zwifden Seele und Leib aus, bis fie erwachfen und ftaré ift, wo dann Bors ffelungen und XThätigfeiten das Verbinbungsmittel aub: maden 49). Diefe Borftelungen find aber nichts als ein | Wehen der Seele, das ift, des Aethers, unfichtbar wie _ biefer, oder ein fehr warmer Dunft, welcher von ber falten - Luft zurüdgedrängt werde; daher fehe man burd Luft und Waffer **)., Wabrfdeinlid unterfchieden die diteften DPythaz. gorcer zwifchen Denken und finnliden Borftelungen noch nicht; zum wenigften: bat man, nad den obigen Bebaup: tungen und bei dem Mangel fiderer Nachrichten, Eeinen Grund anzunehmen, daß fie auf diefen Unterfchied geachtet haben, welcher erft von ben Gleatifern genauer erwogen wurde, Ungeachtet ihrer metaphyfifden Zahlentheorie, ers fceint dennod die Vernunft nicht als bas Vermögen nach Principien zu denken; fie hatte nur dad Gefchäft, die Vers hältniffe, nach welden bas Univerfum. befteht, aufzufuchen; bie Zahlen und Verhältniffe berfelben müffen ihr gegeben : .… *) Plat. de plac. IV, 3, ftellt dagegen den Pythagoras ganz beftimmt untet die, welde bie Seele für unförperlich halten. Vergt. V, 4. x. bd. $. :&9) Diogenes Laert, VIII, §. 28. to ds omega eva otayova syxepadov segpiszovour sy Ewurn DEquay arpov* — ano Òe tov uruov wuyny zat ada Crgoisodou). — 29, TV ds. momo Kor , vos, KL xar eidog Tnv OQAOIY, ETUOV Teva svet apar Hebuov, «as Oatouto Asyerat dv atpos ogav, zut ds’ vdaros: avreperdeo das yao to Gegquoy ano tov yuygov. — 30. atayovas de rm ano | TOUTUY tag misdndtig. — Toepeatac tyy wuyny ano Tov aipatog. Tous Os hoyous wugns eveuous ecvay. aogatoy TE sLvaL aUTYV KUL zovg doyous, exes zat 6 andy aagatog, —~ 31. bau te sivartye ' yuyns tag plsBag zat Tag apTmgLdz Kav to vevpu* otay Òe sayves “+ xat nad avımy yevonern nomuer, Òeoua persadar durys tous ho~ yous zac sa egya, Plutarch. Decret. Phys. V, c. é 4 j #+) Die Stelle bei Diog. L. VIIL, 29. (f. vorige Anm.) fagt aber nur von bee Sinnempfinbung und von der bes Sehens insbefonz , Bere, daß fie auf einem warmen Dunft beruhe (wie die wezn übers haupt nach biefer Hppothefe); indem beim Sehen bas Kalte dem ven entgegenwirte. De e- M

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Phitofopheme der Pothagoreer. woerden, denn ed giebt Feine andern, als die in der Welt wirklich vorhanden find 5°), | Die Pythagoreer mußten, vermôge ihres Syftems, ans nehmen, daß alle Dinge in der Belt imBufammens bange ftehen, weil bad Feuer oder Aether, welcher Pas allgemeine belebende und thâtige Princip ift, Ades durchs bringt. Gie fonnten alfo fagen, dab Gott das Fatum fey oder die unveränberlide Urfache, durch welde Alles ges fhieht. Wahrfcheinlich vereinigten fie damit ben Glauben an bie Vorfehung der Götter, den fie, was die Schidfale des. Menfchen betrift, noch durch die Berwandtfchaft der Menfchens feelen mit der Gottheit unterftügten 51). Gie fcbloffen zwar, wie e8 fcheint, ben Zufall nicht aus der Welt aus, wie auch fchon daraus erhellt, daß fie ben Dämonen fo vielen. Einfluß auf Menfchen zufdrieben; doch fuchten fie den Zus fall wieder mit dem Fatum zu vereinigen, aber auf eine Art, welche die Freiheit untergräbt. Stobdus hat, uud aus Ariftorenus hierüber ein merfroùrdige8 Frags ‘ ment aufbebalten. Cin Theil des Zufal8, fagten fie, rühre ' bom göttlichen Einfluffe her (aga tov daıuoviov). Die Menfchen nehmlid erhalten Eingebungen von der Gottheit, einige zum Guten, einige zum Böfen. ene find offenbar eben beëmegen glüdlih, fo wie biefe unglidlid. Diefer Bufall offenbare fih in denjenigen Fallen am veutlichften, wo Menfchen ohne Ueberlegung und Klugheit oft ihre Büns fe erfünt, andere aber biefelben vereitelt fehen, die. fie nad richtig entworfenem Plan und mit Vorfidht zu erreichen fuchten. Eine andere Art des Zufalld fey ed, daß einigen ‘Menfcen tur natürliche Fähigkeiten und Anlagen Alles 50) Aristoteles Metaphysicor. I, c. 7. agetpow ds adlor undeva var maga Tov apıduov tovtoy, sE où ovveatyxsyà waopoe. [ Allein bie Zahlen find nad) diefer Vorftellungsart aud in der Seele wefents _ lid; fie felbft ift die fid) bewegende Babi f. oben &. 129. Buf. b. D.] 51) (Nad der vielerlei Borftellungen vermifdjenden Stelle bei] Diogenes Laert, VIII, $. 27. «as avtounoy sivar moog Deovs auyyevtian Kata zo pereysiv avdgomoy Heguov. dio xaı npovoriotas toy | Stor ho: sipaguerny Te tov Slow vas zou Kara egos astiay ang Stosmnosws. [Eine Andeutung andrer Art wird bem Philos 1008 beigelegt. Cf, Heindorf ad Phaedon. Plaw 6m Buf. bd. 9.)

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140 Geftes Haupefl, Dritter Abin, Ziveites Rap. gelinge, was fie unternehmen; daß andere hingegen zu Allem ungefhidt find, und nie mit ihrem Berftande bas rechte Biel treffen. Diefes. Mißgefhid liegt in der Natur,, und ~ ffebt nicht in unferer Gewalt. Die Urfache davon liegt in der Gecle, die jedem Menfchen zu Sheil wird. Es ift daher ein Glid, wenn man eine gute Seele empfangen hat 52), Ueber die Sittenlehre (als befondere Wiffenfchaft ). haben bie Pythagoreer nicht viel nachgedacht. Se mehr ihr ganzes Snftitut auf moralifde Bildung und Ausübung der Pflichten mit berechnet war, defto weniger fcheinen fie . das Bediirfnif einer befondern Wiffenfchaft derfelben gefühlt zu haben 53). Es läßt fid) daher, fo lange die Aechtheit ber von Stobäud gefammelten Fragmente nicht erwiefen ift, über ihre. praËtifhe Philofophie nod weit weniger fagen, als über ihrg theoretifhe*). Die Tugend erflärten fie für ga) Stobaeus Eclog. Physic. p. 206. Mit biefem ftimmt zum. Theile berein Diogenes Laert. VII, §. 32. ueyıorov Je pyor Tuv sy av- ‘ Seumnors tsvac, Tnv puyyy meus ett TO ayadoy- N ENL TO xUXO7. - , ° tvdatporey avFgwrov, 0Tay ayadın wign ngocyerntas 53) Aristoteles Ethicor. Magaor, 1, c. 2, ¥) Vielmehr können wir über die ethifde Seite ihrer Philofophie, weil ‘thre praßtifchen £ebren mit ihrer Zahlenfombolit genau verbunden waren, im Ganzen ein febr beftimmtes Urtheil fällen. Dem daz maligen Standpunkte des Denkens gemäß, tritt das Ethifche nehm= lid) bei Pythagoras nod in der Form mannidfaltiger Regeln für fpecielle Berbältniffe deg Lebens, und afcetifher Vorfdriften auf, welche fih einestheild auf gereinigte Religion und geordnetes Leben im Staate beziehen, anderntheils an borifche Stammeseigenthim: t lidleit und dgyptifde Symbole anfchließen, welde Pythagoras in feinen Bund verpflanste. Durch das Legtere, und indem fic) feine prattifden Regeln an ein Bild ankndpften, erhielten feine Lebriprüde bas Gewand bed Rathfelbaften und Empbhatifden , wodurd fie id aud) dem Gedddhtnif feiner Gatiler einprägten. Inwiefern nun zwar bas Ethifche mit dem Poyfifden in der Betradtungd des Pythas oras immer nod) ungetrennt blieb, feine Lehre und die von ibm ges iftete Verbindung aber doch gylest auf das Praktifhe mit Ernft binwirkte (vergl. Borphyr. vit. P. §. 47), infofern fonnte ¢ Aristot. inagn. moral, I, 2.) wohl gefagt werben, dap er der erfte (Philo: foph) gewefen, deë von ber Tugend zu reben verfucht babe, was fid jedoch nur auf bie von Pythagorad aufgeftellten Beftimmungen der Tugend und ber. Gerechtigkeit (vergl. Note 54 und 56.) zu bez gleden deint, und mit ber Stelle Metaph. XIII, 4. nidt im Wiz erfprude fteht. In den fogenannten golden Sprühen (S. oben .&. 74.) bei. Diog. L. VHL, 17 sq. und bei Jamblich protrepticon gub fio, if wenigftens Einiges altpothagoreifden Urfprungs.

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Philofopheme ver Pythagoreer. 144 eine Harmonie, Wir haben fhon oben gefehen, dap fie alles, was gut iff, unter den Begriff der Einheit, Bez ftimmtheit, fo wie bas Bsfe unter den Begriff der Un: beftimmtbheit, Bielbeit bradten, tenn man fann nur auf eine Arf Recht thun, aber auf vielfältige Art- fehlen, Die Tugend tft alfo ein Zuftand der Volfommenheit, ein beftimmtes Berhältnig, Uebereinftimmung und Einheit bed Gemüths 54). DObgleid bas Legte nicht hingugefest ift, fü ers giebt fid boch dtefer Sinn aus dem, was Samblid nat bem Ariftörenus yon den Ermahnungen zur Tugend fagt. Pythagoz tag drang auf nidté fo febr, als Gleihmuth und Selb ft beherrfdhung, oder die Kraft, allen Verfuchungen zu Aus: . fhweifungen zu widerftehen und unter Arbeiten und Widerz wärfigfeitennicht zuerliegen. Gin Bild diefes innetn Zuftande8 ' war die vorgefchtiebene äußere Lebensweife der Pythagoreer, in welcher alles bid auf Kleinigkeiten beftimmt wat, und bie wieder babin abzwedte, den innern Geelenftieden zu beförs . bern 55), G8 ift wahrfcheinlich, daß fie fid die Tugend, and) alé Achnlihkeit mit Gott *) gedadt haben. Dent Sergi. Lil. Gyraldus de symbol, Pythag. Opp. T. IL p. 465. und _ Fabric. bibl. gr. Vol. L A. d. DP. 54) Diogenes Laert. VIII. §. 33. tnv de agerny Gguomay svat, vas thy Üyınay, xu To oyador ünavy, kos zov Jeov, Aristoteles Ethicor. ad Nicom. IL. c. 5. 10 yap xdxov, Tov aneigov, us ob IvFayogeios eıxakov“ to &dyaGov, tov zenepaoperov. Cf. I, 4. 55) Tamblichus vits Pythag. $. 948eq. evxonts de aas za olla nave) #7 apa megs nados 7 Ex ua axgurnoews sstonvtas — §. 95, EITEOKOTLEL yap 7106 EXOUOL PYTEWS TOG TU 8 QUALY, sxades Os TOUTO xaraptvair: moleuıov de neo THY AYQLOTHTA ngos TOUT» diayoyyny» axohovdev dxodùaray, … axvginy, yap aygıorıtı avarderar, avaozurtiay, Övouadsıny, avagyıay, arıusay Kor To axohovda- moxornre Os za: Nusgomts Ta evavtia. — et Js rage Hoozov xotedor Teva, cianep ullopvlor rıya xaı oÔverov annlaure. *) Jamblichus de vita Pytbagor. §. 157. Cf. 66 — 87. anavta ood wigs zov TQUITEY OV My smarter Övopibovoi, sorozaoras THE mgog to Gatoy opohoyrac (outhiag), zes agyn avım tote tg grdovoguag: ote yehovoy nowovor où avGgumos aliodey moder Cytodrytss to ev 7 saga Fewv etc, Porphyr. vita Pyth. $. 41. nalıura adndtver: zovro yoo povor Övvacdn Tous ur9punovs moter Dew magurdlmouovs. Stob, ecl. lib. 11. c. VIL p. 64 66. ©. Anm. 36. — Der Sag: die Tugend ift Einheit, Harmonie (innere Uebereinftimmung ), welder einerfeits mit der Borftelung von Gott, als Einheit, welde bec Menfh nähahmen

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142 Grfles Haupt. Belter Abfén. Zweites Kap. ugend, bas Gute und Gott wurde unter einem und heme felben Begriff der Einheit und Harmonie gedacht. Uebris. gens barf man in biefem Zeitpuncte nod) Beine Unterfuhung über die Gründe ber Eittlichkeit, über die Verpflichtung zur Tugend erwarten. Denn außerdem, daß diefed fchon unents widelt in bem Begriffe ber Bollfommenbeit lag, die mit bem _ tugendhaften Charakter verbunden gedacht wurde, befam der menfdlide Geift erft dann Veranlaffung zu diefen Unters fudungen, al8 ber Wiberftreit der finnlihen Neigungen und - © ded moralifhen Gefühls deutlicher erkannt, und biefes durch Sophiftereien zu Gunften jener hinwegdisputirt werden follte. Am beften find, wir von ihrem Begriffe der Gere hs tigkeit unterrichtet. Sie brüdten ihn burd eine arithmes tifde Formel aus, die wir fon oben angeführt haben, (Anm. 31.) deren Sinn aber hier erft angegeben werden Tann. Gerechtigkeit befteht darin, daß alles, was Einer bem Andern anthut, ibm wieder gerade ‘in demfelben Verhältniß angetban werde. Wer _ einen prügelt, muß wieder geprügelt werden; wer einen um ein Auge bringt, muß wieder ein Auge verlieren*). Mit einem Worte Wiedervergeltung, dad ius talionis * folle ober als Zahl der Zahlen (agcFuow agduos Hierocles p- 166.) und bem Sage: das höchfte Gut beftebe in der vollloms menften Wiffenfhaft (Erlenntnig) der Bablen (vergl. Theodoret, Therapeut, ad Graec. Serm. XI.)5 anbrerfeits mit der Anficht von den verfchiebenen Kräften der Seele, welde mit einander in Uehers einftimmung gebracht werden follen, zufammenhängt, wird von ben fpätern Pythagoreern ausführlich entwidelt. Vergl. Gale opuse. mythol. p. 684 sq. 687 sq. 698 sq. 702. Giehe in Hinfidt des Unterfdieds der Altern und fpâtern Pythagoreer in dlefer Hinficht UE Leben bes PL ©. 163. . A. d. $. ®) Obgleich der pythagorrifhe Bei des Rechts (dinacoy) unbes ftimmt und darum ungenügend ift, fo fdeint es doch, als babe ibm bier ber Berfaffer, vielleidt verleitet burd Ariftoteles Kritik, eine zu materielle Unwendung gegeben. Hätte er fid, wieer bei ans bern Kehren des Pythagoras gethan bat, deë Famblidus zur Crs Hadrung bedient, fo würde ev in folgenden Worten eine andere Ers * Uärung gefunden haben: aezy Tosvur ects dıxalocvyng ter TO KOLVOV KOL TO toor, “at pias wuyns «at TO eyyviaro ouonadey Uaviag Hat SITE 10 #706 Copatosg ŒUTO TO euov pIsypeadar xo to odkorgeov. woneg Ôn var Ilary padur nage tay HvÔayogtrar ovagaotugu, lamblich. de vita Physh, a . §. 167»

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‘Pbilofopheme der Pythagoreer. ( avrınenovdog) machte, nad der Meinung der Pys thagoreer, bas Wefen der Gerechtigkeit aus; und dief if auch unfiveitig der Sinn ber Formel: eine Zahl, die gleichvielmal genommen gleich ift 5%). Diefer eins gige Begriff, über den wir fo gute Zeugniffe haben, daß er wirklich pythagoreifd ift, ift fon hinreichend, die Unddtheit ber von Stobdus gefammelten Fragmente zu beweifen *). Er verrdth nod die Kindheit des Verftandes; in biefen herrfcht fchon weit mehr Verfeinerung und philofopbifde Kunft, wie wir nur had Plato erwarten können. CS widerfpricht übrigens gar hicht der Achtung, bie den Pythagoreern ges Bühret, wenn wir annehmen, daß fie in der Entwidelung des Syftems der Pflichten noch fehr weit zurüd waren, Sie waren mehr praftifhe Philofophen, deren Rechtfchaffens heit, Gerechtigkeitsliebe, und hohes Gefühl für Achte Freunds fhaft**) ihr Andenfen immer in Ehren erhalten wird, - LS 56) Aristoteles Ethicor, Nicomach. V. c. 8. Eudem. IV. c. 3. wee Corso yag (ot IvGuyogeot) anlws To Öıxarov to ayrıne mov&og addon Magnor. Moral. 1. c. 34. ed, Du Vall. eors ds Öixasov xaı TOUYTUTEROVOOG OV uw 106 78 We OF Iv Suyopriot, eleyov. extıyor 189 yao worto Öixuiov svat, & Eromos tie, tavte avtnadeary. I. c. 2. Bergl. Arist. Mewph. 1, 5. XII, 4. \ *) Dex Berfaffer hat leider hicht angegeben, welde; und von allen fann Dief dod nidt gelten. Siehe oben Seite 26, Heeren erklärt die bei Stobäus erhaltenen Brudftiice, welde der Pythagoz teex politifche Lehre betreffen, für turdaus unverwerflid) (Ideen über bie Politië 2c. INN. ©. 433 ff). Da piefe Lehre hier, wie bei Tene nemanns Vorgänger Meiners, ganz Übergangen ift, fo füge id bier folgendes darüber bei. Der Ordnungésfian der Pythagoreer, der alles nad) Zahlen und barmonifchen Verhälmiffen auffaßte, fpricht fih unverkennbar in der Stelle bei Stob. Serm. XLI, p. 243. aué, wo die Anarchie für bas größte Uebel, bie bürgerliche Drbnung als eine nothwenbige Bedingung des Beftehens bec Menfchen erklärt wird. Sn Hinfiht ber Verfaffung fheinen fie daher dev Wolksherr: haft vorzüglid abgeneigt gewefen zu feyn, und eine bedingte Ariftotratie alé die befte Verfaffung angefeben zu haben. Bon den Befehlenden verlangten fie, daß fie fomohl Elug, als mild und dem Gefege unterworfen feyen, wie von den Gehordenden, daf fie @efes und Obrigkeit lieben. Schon bie Knaben müffe man daran gewöhnen, daß Ordnung und Uebereinftimmung fain und näslid, Unordnung und Berwircung aber höflich und fchädlid fey. Wergle Stob. Serm. XLII, XLIV. p. 314. und XLVI, p. 52g. %.5.9. **) In der ethifchen Unfit it bee Begriff der Freundf daft bes fonders hevoorzuheben, welde als voilfommene Gemeinfdaft bes

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Crftes Haupeft. Dritter ab fn. ‚Zweites Rap. Als Theovetiter, welde bie Pflichten, weiche fie praftif ausübten, fuffemotifh aufzuftelen, und zu ‚begründen gefuht hatten. Ihr Syftem lag in ihrem Handeln, die Webers zeugung deffelben in bem moralifchen Gefühl, welches die Stelle von Gründen vertrat: Cine Theorie der Pflichten war überflüßig, denn in ihrem Snftitut wurden die Mit glieder zur Ausübung derfelben ohne Theorie gebildet und | ‚gewöhnt, Allenfals fonnte ein Intereffe für biefe Theorie entftehen, nachdem der Bund aufgehört hatte: Allein die ‚mufterhafte Lebensweife überlebte den Bund, und mit ihm hörte wieder det Wirfungstreis zur moralifchen Bildung ans ' derer auf. Soweit die zuverläffigen -biftorifhen Facta reis ‘den, finden wir nicht, daß fie fic) um die praftifche Phi= lofophie ein Berbienft erworben hätten, dad bem Berdienft würdigere Borftelungen von Gott und Religion 57) verbreis | Menfdliden betrachtet wurde, und burd beh von Pythagoras gez ftifteten Bund dargeftellt werden follte. Wie nebmlid die Welt die Harmonie und Ordnung der Dinge ift, fo follen fih die Menfhen in Gintradt verbinden, um diefe Ordnung und Harmonie aud im “ienfdlidgen Leben berguftellen, welder Forderung, wie man ridtig bemerkt bat, fon die Borausfegung des Gegenfages zwijden dem Mdealen und Wirkliden zum Grunde liegt, welcher hier gelöft weez ben follte. Fene Beziehung dex Freundfchaft auf die Welteinrihtung ' Tprechen aud) die Pythagoreifchen Stellen bei Plato Gorg. p. 508. A. u. Lysis p, 214 B. aus. Ueber den pythagoreifden Begriff der Freunde Schaft im engern Sinne, fiebe Cic. de legg. 1, 12. dev aud) die befannten pythagoreifden Anfpride ra twv qidwy zoıra und que worornto anfibrt; und de off. I, 17. quod Pythagoras ultimum in amicilia putavit, út unus fiat ex pluribus, Cf. Diog: L. VII, 10. 25. 33, Iamblich. de vita Pythag. das ganze -Cap. XX XIII: Bol. Cap. XVI. F-69. Porphyr. de vita Pyth. §: 53. tov dt prior alloy savtov u. §. 58. et Rittersh. ail h. 1. edit. Kiesl. p. 199 et 266. Doth wird nad) ber legten Stelle biefe Sreundfchaft nur auf die Bundesgenofjen eingefhränft (exxdereuw tag aldorgras quuag). — Eine andere ethifche Lehre, die dem Pythagoras zuges a -fdrieben wird, ift bas Verbot des Selbfimorbe, well -diefer © Ungeborfam gegen die Götter fey, unter deren Derrfaft wir uns befinden. Bergl. Gic. Cato mai. Cap. XX. und dle von Bödh in Jeiner Schrift über Philolaos ©. 178 ff. angeführten Stellen. — Einige, wie Wyttenbach, ad Phaedou. p. 172, féreiben aud) den Pythagoreern bie bei Plato rep. 450. C. D. de legg. 650: C. vor: Fommende Unterfeheidung ber 4 Haupttugehden zu; aber freilid gez flúbt auf die Fragmente beim Gtobdus, andern gezweifelt wird. . an deren Aechtheit von 57) Cicero de legib. If, c 115 Bergl. Note 36-

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Philofopheme Dee Pythagoreer.: get und Überhaupt moralifhe und teligiôfe Kultur unter ihren Beitgenoffen gefördert zu haben, an die Seite gefegt wers ben fonnte. an Benn ed auch gewiß ware, was einige Schriftfteler behaupten, daß Pythagoras zuerft das Wort Philofoph erfunden habe, fo iff ed doch nicht wahrfcheinlich, daß er es in einem ganz beflimmten Sinne gebraucht babe. Diefer Ansdrud,- fo wie prdooopsar und giriocogia, ift wahr, Scheinlich erft durch Plato gebraucht worden, um eine bes fondere Wiffenfchaft zu bezeichnen 5), Zum wenig: - flen ift nicht entfdieden, ob Pythagoras eine Wiffenfyaft, und welde, damit bezeichnet, und vb et biefe von Mathes mati, wie Plato, oder nicht, unterfchieden hat *). Jest bleibt uns noch eine Furze Anfühtung der berühmt: teften Pythagoreer übrig, EB mütbe intereffant feyn, wenn wir von biefen fo viele Nachrichten hätten, dag wir ihren Gedankengang, die fortfchreitende Kultur des Verftandes, pie Veränderungen, Zufäge und Erweiterungen, welde die Pytbagoreifhen Dogmen erhalten haben, mit binlänglihen Beugniffen belegen Fônnten. Anftatt beffen Fönnen wir nicht viel mehr thun, als ihre Namen nennen, und’ einige ihrer Behauptungen änführen, und nicht fowohl eine Gefchichte 4 te 58) Cicero Tuscul, Qu. V, c, 5. 4. qui rerttm natüram studiose in tnerentur: hog se appellare sapientiae studiosos, id est enim pbilosohos. Cf. Diog. La VILL §. 8. prooem. $. 12. [Tamblich, vita yth. §. 58 59. 159. copay ds envarnuny Ins EV Tors ovor ode Seog. In dem Obigen fheint Tennemann Meiners Cinwürfe (Gefch. der if. in Griechentand und RM. 1. B. ©. 118 u. ff.) in der Hauptfache gehörig befeitigt zu Gaden. Ce iff wabrideinlid, daß fb Pythagoras den Namen qidvvoros gab; aber baraus folgt nicht, daB er die Wiffenfhaft, welde Bisher copia geheißen, aud prdovogra genannt babe, denn bie Spâteren, wie Iamblic a, a. ©. find Hierin Feine entfcheidenden Zeugen. Go Elingt dut das, was fie von bem B mede fagen, den Pythagoras diefer Wiffenfdyaft gefest (etcactae kas Öielevdepaver toy Torovroy Bipyuuy zor Cvvdi-~ vuur wataxeynpropevoy muy tov’ youy Porphyr. vita Pyth. 46. cf. Rittersh, adh. 1. febr ptatonifd, obgleich andere bie usdery Sayurow bes Plato vom Pythagoras entlehnen laffen. Buf. bd. H.] _ 9) Daf Pythagoras Philofophie und Mathematië Gbrigensnit teennte, ift oben bemerkt worden, Tennemanns G. d. Phil. L Th. nn . oh

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Grftes Hauptft. Dritter Abfchn. Zweites Rap. der Pythagoreifcnen Philofophie bi8 auf Sokrates Kiefern, als vielmehr die Lüden in berfelben bezeichnen *). =) Das Verzeichniß des Jamblid de vita Pyth. Cap-36. nennt bie Made folger des Pythagoras in folgender Ordnung: Ariftäus (Arift&os) aus Groton, Sohn bes Damopbon, Gatte der Bheano, und daher Pythagoras Schwiegerfohn. enn eeft die fpâtern Ppthagoreer gefdrieben haben, fo ift diefer Ariftäus von dem Ariftäon verfchiek ben, aus beffen Schrift rage aguovees Stobaeus ecl. pbys. I. p. 423 ffi ein Brudftüd aufbewahrt bat, welches aus der Grolgteit Gottes die Gwigkeit der Welt folgert, und welcher Verfaffer mehrerer mathematia - her Schriften genannt wird; ferner Mnemar dus (Mnemardjos, — nad andern Minefardos) des Pytb.Sohn. Diogenes £. nennt bageaen Peleauges, einen andern Sohn des Pythagoras, als unmittelbaren Rachfolger feines Waters (1, 15. VU, 43.)5 dann Buldgoras, unter weldem Groton zerftört worden; dann Tydas, oder Gore tydas, Gaïtybas aus Groton 5 dann Urefas, nad Plutard) Arkefos, zu deffen Beit nod Kliniaë und Philolaus (vieleicht haben inige aus Arefas Archytas gemadt, in ber Angabe, diefer fei ded rehytas Schüler) zu Heraklea, Theodofides und der Crotoniat oder Varentiner Eurytus zu Metapont, (ber in einigen Stellen bei Jame blid Schüler des Philolaus genannt wird), und Archytas zu Zarent „gelebt. Unter den ältern Pythagoreern werden auch genannt: Lysis und Ardippus (nad Jamblich §. 104.249.) welche beide bei der Berftörung des potbagoreifhen Bundes entronnen fein follen (f. aud unten zu Anm. 63.)5 ferner Theages (Samblid §. 257.) und Met oz pus, von denen aud) Stobäus Bruchftüde gibt, ferner Hippafus © von Metapont, had andern aus Groton oder &ybaris, ber als Lehrer der ALusmatifer angeführt wird, und wegen ReLanntmadung pys thagoreifcher Lehren im Meere umgelommen fegn foll (lamblich. de vit. Pyth, cap, XVIII, 80 u. 88.), wiewohl er nad glaubwürbigern Nachrichten bei Diog. L. VII; 84. nichts gefrieben, Sn-ben meit ften Stellen ber Alten (Arist. met. 1, 5. Sext. Emp. adv. Math. IX. c. 5. $. 360. vgl. X, 5, 31% Plutarch. de plac. I, 5 Simplic, in phys. Ar. p.6a Stob. ecl. phys. p. 304.) wird er neben Herallit wegen der Bebauptung genannt, daß bas Feuer der Urftöff der Dinge fei, beffen gedaen Lheil zur Erbe werde, die wieder vont Feuer aufgelöft, fi inWaffer, und als Dunft fid erhebend in luft verwandle, und daß ber xoouoç und alles Körperliche in periobifher Umwandlung (Diog. L 1.) wieder in Feuer aufgelöft werde. Rach Stobaeus Ecl. Phys. p. 862. betrachtete et bie Seele als das. xgırıa xoÿ koouovoyou Yeou opyavor, indem er die Bahl auf diefelbe ans: wendete. —" Ferner wird And aus Nhegium von Samblid u. X. alé Pothagoreet Aufgeführt. Er behauptete, ber Urftoff bec Dinge fei bas Waffer, (Simplic. in phys. Arist. p. Ga) Über wie Sext. Emp. Pyırh. ‘hype HL, 30. adv, Math, IX, 360. berichtet, Wafe fer und Feuer, (weldes Origenes philos. c. XVI. dahin erklärt, daß aus bem Maffer bas Feuer entftanben fei) und bie Seele, wurn, mworünter er wohl bas Belebende des Körpers verftand, fei ebenfalls Waffer, (Arist. de anima 1, 2, Stob, ecl. p. 798.) wabrfdeintit (wie Ariftot. Hingufagt) weit alle Ekzeugung feudt ift. Durd biefe Meinung gehört ex mehr ber fonifden Schule an, wie ihn behn aud Mrifioteles, dee Ibn im bee angeführten Stelle und aud

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“‘Philofopheme bee Phibegeeter. — “447 Alemdon aus Kroton, ein Beitgenoffe des Pythagoras, befddftigte fid ‚vorzüglich mit der Argneiwiffenfhaft. Bon feinen, Behauptungen haben wir fihen oben etwas anges führt *). Er hielt vem Pythagoreifhen Syftem gemäß bie . Sterne für Gettheiten, ober für.Wefen, denen. von Ewige „Heit her eine göttliche Kraft beimohne.- Diefe Behauptung ftüßte er darauf, daß fie fih unaujbôrtid burd fb feibft bewegen. 8 liegt alfo doch ein richtiger Begriff, nehmlid: der einer abfoluten Urfade zum Grunde. — Die Seele ift den unfterblichen Gôttern ähnlich, weil fie beftändig in Bes wegung iff, und daher ift fie auch unfterbli 59), Unges metaph, I, 3. fed péringfhäsend behandelt, groifden ben Soniern auffübrt, Alerander von Aphrobdifiaë berichtet aud) noch von ihm (in Arist. metaph, fol. gob) er babe gelâunnet, daß e8 etwas außer dem finnlic) ErEennbaren gebe; weshalb ihh Ritter (Gefch. det fon. Philof, G. 20.) in ein fpâtères Zeitalter fest. Hiermit Éôhnte aud der {bm beigelegte Athetamusin Verbindung flehen. Diogenes führt auch. ben Fomifhen Didter Cpidharmus aus Kos, der jung nad) Gicitten fam, als'unmittelbaren Schüler des Pythagoras an, (VIII, 78.) und bericht tet, daß Plato feine verfchiedenen Schriften fehr benust babe (Ill, g U. 17.) lamblich de vita Pyth, 166 u. 267. (vgl. Rittersh. ad Pora >" phyr. §. 29.) führt ibn nur als Eroterifer an, beffen Boctifäy abz gefaßte Gentengen unter den Philofophen.fehe verbreitet waren; weshalb aud die Sage ging, er babe die pythagoreifden Geheims niffe verrathen. Breuchitäde feiner Schriften findet man bei Ste ~phaons, Saxe Onomast. litterar, T, 1. p. 53. hält den pythagorele den Philoforben für eine von dem Dichter verfchiedene Pérfon, Hiketas aus Syralns ift oben Anmerkung *) ©. 125. erwähnt wars den. Bon Andern wird nod unten die Rede feyn. Ueber die Schüler ded Pythagoras fiehe aud) Bentlei Dissert, de Phalarid, Epist. u. respons, ad Boyl. p. 197 sqq. ‚ADP. 113 — 114. Ariltoteles nennt ibn M der Anm. 17 angeführten : Stelle nicht eigentlid einen Pythagoreer, fondern ét fagt, ei Habe eine ihnen ähnliche Lehre aufgeftellt, und die Anficht vor den urfprünglicheri Gegenfäßen den Pythagoréern entiweber gegeben, oder von ihnen empfangen. Aber lamblich de vita Pyth. .AXIN, Sect. 104, führt ibn unter ben älteften Schülern des D. auf; was aard) wahrfheinlic ift, da ev als jüngerer Beltgenoffe deë, P. in Groton nicht leit ohre ben Einfluß biefes ausgepeidheten Geiftes bleiben Fonte. Erfoll ad) nath dev- unten angeführten Stelle des Diog. L. einet der dlteften Schriftfteller über ble Natur feon, und +" ‘Yeitete ben Saamen nach Plut. de plac. V, 3 aus bem Gebirit ab3 nadpbed Chatcidins Gommentar über den Timaens des Platon fudte ec aud) ble Natur des Sehens durch pie Bergliederung bes Auges au” erkennen. . + b D. 69) Aristoteles de anima I, ©, 2. 970: yoo avızy adasaror vat, dia zo zoixeras 101$ wÔargtois, tovro VE taagyey avın ag um

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san Gefler Haupt: Deiter AS. Boeien Kap achtet biefer bogmatifden Behauptungen,fegte doch Alemdon einiges Mißtrauen in die Wahrheit berfelben, und fügte bee Heiden. hinzu: fo viel. als: Menfchen muthmaßen Eönnten, bätten nur die unfterblichen Götter gewifje Grfenntnif von ben unfichtbaren Dingen und von ihrer eignen Natur so), ‘Eephantus aus Syracus. : Mertwürbig it feine Deus tung des Pythagoreifchen Zahlenfyftems, indem er untheils bare Körpe,— Atomen, —undbad Leere für die Prins cipien aller Dinge hielt, und hieraus unzählige Welten ents “ fiehen ließ, die aber doch von der göttlichen Borfehung regiert würden. Stobdus febt hinzu, er-habe zuerft die Pythas goreifhen Monaden für Körper erlärt 61), Bei der auffallenden Achnlidfeit diefed Spftemd mit dem Leucippis fihen fragt es fid, ob Ecphantus felbft darauf gefoms men ift, oder ob er jene Atomenlehre gekannt, und burb fie die Pythagoreifchen Philofopheme mobificirt hat. Das Teste ift die gewöhnliche Meinung. Da"Unterdeffen bas Beitalter des Ccphantus nicht befannt it, und in den Dys thagoreifden Monaden aud) fhon ausgedehnte Größen ges dacht werden, fo ift e8 immer denkbar, daß bitfer Dothages ‚veer felbft auf jene Borftellungsart fain. — Bon Oeellus dus Lirdanien (bl. etwa OF T1, v. Chr. 406.) und Timdus von Lofri läßt fich hier nichts fagen, da „auger ben ihnen beigelegten Schriften, beren Unächtheit als wevougsen- weeds de mas ru Bern rura vivezes Bet vels vv, qatar, aategas “as Toy oVpavov odo» (al. meine Anm. ** qu ©. 130. Buf. d, H.J Cicero Natur. Deor. I, €, 13. 6e) Diogenes Laert. VIII, §. 83. [Die Stelle beziehtfih nit nee mentlid auf jehe Behauptungen, fondern fagt überbaupt: über die unfihtbaren und über die vergänglichen Dinge haben nur die Gâtter eine Beuttiche Erfenntniß; fo viel aber Menkchen„oruztpeiien : Tönnen 2c Buf.db. PJ 63) Stobaeus Eclog. Phys. p. 308. sravtwy (agyas) va sad Sopara mec TO EVOV. Tug yup Ilvduyopixug povadag oÖras tog enepnraro owpurixos. Conf. pf448. 496.) Peendo - Ori gms ce, 15.

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Phllofopheme dee Pothogoreer, . . 449 ‚ bewiefen angefehen werben fann, Beine eigenthümliche Meis ‘nung befannt iff (©. oben ©: 75 f.) *). +) Da bie Undchtheit der Schrift bed OveHus megs tno tov zanvros prees aud ihrer Uebeveinftiran.ung mit der arıftotelifchen Schrift de. generatioue et corruptione nicht unwiderleglid (ft, vielmebr einzelne Gtellen bet Stobäus bewicfen (f. ech phys. 1.’ + Pe 442 — 28 nebft Berend Unmerk. pe 423.) dee cud nod Fragmente aus einem Bude dee Ocellus neys rouou (ibid. pe 338 sy.) auffübrt, und eine Angabe bet Sext, Emp, X. adv, mathemat. Sect. 316., in wether Ocellus mit Uriftoreleë in Hins fiht auf bie Zahl der Eremente oder Srundfubftangen (ovate) ale. Úbereinftimmend ausvrédtiih angeführt wird, ebenfalls mit jener© drift ¢inftimmia find, (f. Gale p.527. ed. Amst) fo will id die Lcuptgedanten jener Smrıit bier beifigen. Die Welt, das Unie berfuni — der xomgos — entftiyt und vergeht nicht — ift ewig, wie bie Figuren, Bewegung, Beit, Clemente (ers de uns 10 are devruiov zu tu Oynpatog xus Tyg xivagioc, zat Tu Zyurar KOE tas «atas TOVIO riutevru Quote uytrvuros © xnquug uae xpÜaptog Stob, 1,1. p.424.) und ed ift ummöglich dap das, mas ift, aus nichts entftebe oder in nicdté vergebe. Im der Welt aber unterfdeis ben wie das Entftehen, und das, was des En:ftehens urfade ift, bas was der Entftehung fähig it, ift bas Leidende und Bemegteg bas, was bie Entftehung bewirkt, bas Ihätige und Bewegende, Herridende und Göttliche. Die Welt theilt fih in die Region, in welder Œntfteben und Vergehen vorberrfht, und bie Region des Unwandelbaren. (©, oben ©. 125) Jn jene Region gehören die allempfánglide Materie, die allen Körpern zum (Srunde liegt; dann bie Gegenfäge, wie Kälte Wärme, Zructigkeit Trotenbeit und endlich die Subftangen (wasaı oder die Elemente), welde -in einans der Überaehen (uerafallorı es allmia Stob Le. p. 426.) Feuer, Wofler, Erbe, Luft. Außer diefen vier, der fteten Veränderung unters _ Wortenen Elementen gibt es ein fanfted , adttlihes (ası Hesov) aus Wela em die himmlifchen Dinge befteben (f d, obige Stele des Sextus und bei Gale), — und welches ro xuxdoquyytixoy Cope genannt wird. Die höhere Welt wirkt auf die niedere du.d sonne und Mond. An jedem Theile der Welt befindet fit eine höhere Gatrung befeetter Mefen- Den Himmel bewohnen die Götter, Dämonen wohnen in der Luft; Menfchen auf der Erde, die ebenfalls als Ganzes nidt vergeht. Der Menfch ift das mildefte und befte unter den lebenden Nefen. Daraus fliegen feine Pflichten. Wie das Leben bie Körper zufammenhält un? die Geele beffen Urfad ift, fo wird die Melk durch Dar:rcnie gufammengebalten, und ihre Urfache iff Gott; eben fo werden Familien und Stoaten durd, Eintracht zufammengebalten, und diefer Eintracht Urfache ift das Gefes. — Ein fpäterer Pptbagos veer war Zimäus' aus Lolri Gpigephprit in Stalien, der nod mit Plato umgegangen feyn (Cic. de rep, I, 20.) und Über mas thematifhe und phufifée Gegenftände im Geifte des pythagoreif den Syftems gefchrieben haben fol, weshalb aud) Plato feinem Dialo:e - über die Meltfeele, nach bem Beugniffe des Scholiaften deffelken, den Zitel Zimäus gab. Er wird in demfelben al8 ein berühmter und Gesheter Staatsmann und Phitofoph (Tin. p. 20. A.) gefpildent

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450 Crftes Haupt. Dritter Ab, ‘Boites Rap. © Philolaus aud Tarent, ein eitgenoffe ves Sotraz tes 62). Man befdubdigt biefen berühmten Mann, daft er bie Pythagoreifchen Lehifäge der Ordensregel entgegen durch Schriften befannt gemadt habe 62). Aein biefes Factum wird mit. fo verfchiedenen Umftänden erzählt, daB ed nicht, viel Glauben verdienen würde, wenn 3 atch nicht bekanntwäre, daß Zenophanes und Heraflit Kenntniß von dem Dy: _ thagereismus ‘gehabt haben *), ehe noch ' Philolaus Schrifte fteller fepn konnte. Die Fragmente, welde Stobäus und - einige andere Schriftfteller und erlfalten haben, geben uns, © ber, in der Aftronomie wWoblerfahren, fi der Forfchung Über bie Natur ber Dinge gevoidmet habe. (ib. p. 27.) Da Plato übrigens in dice fem Dialoge pythagoreifde Anfichten über bicfen Genenftand über: baupt verarbeitet und mit feinen deen verwebt (vgl. Aft Leben des Plato S. 367 f.) folecnen wir nirgends eigenthimlide Philofopheme jenes Zimäus Eennen. , ’ "Us. 62) Nad) Cicero de Oratore IIT. c, 34. war er ein Schuler des ältern Ardhytas. Nad) Diogenes Laert. (der fhm Groton zur Baterftadt gibt VILI, 84.) ein Beitgenoffe und Freund des Demofrit. (Diog. L. JX, 38.) Nad Plato im Phaedon p. 61, D. (cap. 56.) hielt fi Philolaus in Theben auf, wo ibn Gimmias und Gebes, wahr: Sdjeinlid) ehe fie Schüler des Sofrates wurden, gehört Hatten. [Daz ber fest BiEG a. a. D. ©. 5 ff. feine Lebenszeit zwifchen die 70. u, _ 95. Olympiade. In dem Verzeichriffe der Schüler des Pythagoras. bei Samblich (de vita Pyth. c. 56.) wird er alg Schüler des Arcfas (nad) Plutard) Urkefos, f. oben Anm. * ©, 146.), von demfelben Schrifts feller cap. 23 u. 31. aud wieder ald unmittelbarer Schüler des Py= — thagoras aufgeführt, was er nicht wohl feyn ann; f. aud Wpttens bad zum Phäbon p, 130. Buf. d. pb] 63) Diogen. Laert. VIII. $. 15, Tamblichua vita Pythag. XXXL '$. 199. Plato folk. gewiffe Bücher des Philolaus (unmittelbar oder mittelbar) gekauft haben. Gellius Noct. Attic. II. c. 17. -Dio~ genes Laert, VII. 6. &4. 85. Ill, g. Nad einem unächten Briefe deë Lyfis an Hipparchus in Galei opuscul. inythelag. pe 756 sqqe hatte diefer pythagoreifche Lehren Òffentlid in Gyrakus bekannt gez madt. [Bei Porphyr vita Pyth, §.58. u, nege Tijs zo: uadnu, emsoz. (Cf. Villoison anec. Gr. Ty JE p. 216.) heißen die erften welche in diefer Schule gefbrieben, Lyfié und Ardippos. Bieh vermuthet übrigens, daß jene Erzählung von bem Verlaufe Philos laifher Schriften an Plato ein früperer Alsrandriner in Umlauf gez feet babe; das Wahre, meint er, fdeine darin zu befteben, daf Philolaus wirklid) zuerft ein pythagoreifches Werk herausgegeben. batte, welches Plato las und auf feine Weife benugtes f. a. a. Os ©. 18, 21. 22. CC Bubb] +) Die Stellen bes Diog. L., aus welden bief I. zu fchliepen fcheinf, (5 B. VIN, 14), find, wie fhon der Hall. Recenfent bemerkte, aw wave. imm te ..

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Obllofopbeme ber Dothagoreer, wenn fie dt find *), einen benfenden Mann zu erPennen, der, wenn er auch vielleicht nicht febr von Pythagoras. Sys fteme abwich, doch biefes mit größerer Deutlichfeit und Grúnd: lichkeit barzuftellen vertßte, Die Abweihung fcheint hauptfächs ‚lich barin zu liegen, ba Philolaus nicht wie die Wbrigen Pys thagoreer von ben geraden und ungeraden Zahlen, fondern von bem Unenblihen und Eublichen ausging, dad Unis verfum ald ein aus beiden 3ufammengefegtes, bad iff, als ein Spftem von Harmonien barftellte, und damit endlid die 3abs ‚ Ienlehre verband. . Ales was iff, muß entweder begränzt ober unbe grängt, oder begrangt und unbegrdngt zugleich. feyn. Das Unbegrdngte kann aber eben fo wenig feyn, als das blof Begrdngte, (die blope Grange.) Alfo ift bie Welt und alles, was fie enthält, aus dem Unbegránzten und bem Begrängten Zufammengeorbnet 44), 7 *) f.oben G.76. Und BLG Hält diefelben für Adt, und aus dem, von mebcern alten Schriftftelern angefüdirten Werke des Philolaus hervig=, + vend. (val. S.24 u. 182.) Er beftimmt den Inhalt und die Ordnung deffelben genauer (G.27 ff.) und erklärt den Ramen Juxyau für den allgemeinen Titel beffelben, ben man ibm fpäter gab. A. d. H. 64) Nad Stob. ecl. phys. 3,22. p. 454, Avaysu za sovta epen HOTA ij negasvorra HANEEQ, À MeQuivoria TÔ vur aats ve, antiga de povor ovx av gin. Kies towuy putvera, ovs 6x NEQALVOYIMY NaYTOY EOVTU, out’ el uneıguvy TUYTUY» dylor . @ga, ar ex nega vorruy zoas aneıguv o Te xoupus, Kat Ta EV evım oUraguordn. Andor Se war ta er Tous tpyous. Aug feiner Schrift eue puoaws, welde nad Dios. L. Vill, 35. fo anfing: pvoig de ev Tw x00u0 aQpozn € antipuy te zac HEQUYOVIRY, nds odos xouuoc zat Tu ay adr marta. [Stobdus fceint den Anfang volfftándiger und genauer anzuführen, als Diogenes. ©. - Bodh ©. 45 ff. der zugleid aud richtig bemerkt, daf zrepauvorras nicht wie Tennemann es dberfest, das Begränzte, fondern bas Be: gtdngende ift. Eben fo muß es aud oben heißen, da die Dinge nun weder aug lautes Begrdngenden nod aus lauter Unbegränzten find. dr bas este ift des Jhilolaus Grund, nad der ‚ von BiH angeführten Stelle dea Iamblih in Villaison anecdot. gr. IL. p. 196, u. Commt, ad Nicom, p.7., der, baÿ wenn alles unbegrängt wäre, Leine Erkenntniß möglich feyn würde. Db aber Philolaus jene Gegenfäge aus ber bôdften Einheit (povas), wie ed nad Syrignus (ad Aristot. Met. XIII. p. 102.) fheint, babe hervorgehen laffen, müffen wie bei der Mangelhaftigleit der Rache wichten bapingeftellt feyn laffer. Buf. d. 6.)

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15% Crftes Hauprfl, Dritter Abfen. Zroeites Rap, Ale Dinge (nehmlih), ble erkannt ‘werden, haben eine Zahl, oder ein beftimmtes Verhältniß (œprwoc), ohne diefes tégt fich nichts denken, nichts erkennen. Alle Zahlen laffen fid auf drei Klaffen zurheführens fie find entweder unge: vabe oder gerade, ober gerade und ungerade zus gleich; x DB. 6, 10, bie an fic) gerade, deren Theile aber ungerade find 65), ° Die innere Natur der Dinge iff ewig, und nur ein Gez genftand der göttlichen Erfenntnifs die Menfden können fie nur durch die Harmonie faffens denn nichts wirbe von uns ‚ erfaunt werden, wenn nicht zwijchen den Beftandtheilen der Welt, das ift, dem Endlichen und Unendlichen eine Harmonie beftin: de *); ähnliche und gleichartige Dinge bedürfen Feiner Harmonie, aber undhnliche und ungleichartige müfjen einer Harmonie uns terworfen werden, wenn fie geordnet werden follen, Die Bes _ Flandtheile der Welt find aber. ungleichartig, fie konnten daher ohne Harmonie, auf welche Art fie auc) -entitand, nicht zu einem zufammenftimmenden Ganzen. verbunden werden **). C5) Stob. !1. 456. Ka navın ya pas te yervooropeva agt, . Suov sovti. Ov yog omas te ouder our svoydy per aur” eyywodn per arev Tauim O ya puy agiduos Eye Övo gev bun 210), sEEQLGOUY Kas APTIOV, TQUTOY Jt an” AuGOTEOWY ui geviwy, anttonsorrtov. (ueber diefed Geradungerade firhe aud lamblich jatrod. in Nicom, Arithm. p.29. Won feiner Zahtenlehre überhaupt f. Bidy a. a. D, ©. 137 ff. ©. 157. Buf.-d. HJ *) Hierher gehört aud) die von Bich, ©, 142., [erklärte Stelle bei Stob, ecl. p. 8. nad) welder die, Zabl bag Gefrélice in der Natur, und ohne fie fein Ding, weder im BVerhaltnif zu fid, noch das eine im Berbältnif zum andern, erfenndar ifs indem fir die Dinge mit der Seelerund unter einander in Uebereinftimmung bringt, nach Art des Gnomon; und feine Unwahrbeit zuläßt. Hiermit kann in Verbinz bung gebracht werden die Stelle des Seri. Kınp. adv. Math. Vil, ga. wo bie durd) Wiffenfchaften (worunter befondere Viathematit zu verz fteben; ift) gebildete Vernunft, welde die Natur der Dinge be. tradtet, wegen ihrer Verwandtfdhaft mit derfelben., das xge— Thysoy genarmt wird. . U *) Stob. 1.1. 458. a ger sarotay rouyuatur.uidios z000 zus avro ger a puis, Hay te aus ovx ayFounivax svdsystas yroaw nor ya, 9 Oty ovg” osovr? no ouders Tom sovtwY vur zoo oxopsvar vp audiv yrocInusy, un vragzovaac avras evros tay TQUYUATOY, +5 wy Evvcora o x0apos toy Te nepavanıory mos TOY assem: eme, Js ts agyur vraggor ots oposs ovd apepvios sua, 404 aduvazor ys dy was, avrars woopndnjer, es

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Philofopheme ber Mothagoreer. Hler folgt nun bie Theorie von der Mufit ober ben Harmos: nien, die er wahrfcheinfih auf bas Universum, auf dad Sys fem ber Himmelsfdrper anwendete. Der Sinn biefer Säge _ {ft übrigens Har genug, Das Univerfum beficht aus Stoff und aus Form. Unter der legten verftanden fie die Beftimes mung bed Stoffes durch Grenzen und Zahlen, wodurch bes flimmte Größen entitehen, Ohne diefe Form fanny nichts erfannt werben, Die Form der Welt, Beftimmung oder Begränzung bed Unenblihen, ift die Wirkung des Verftandes, ber Weltfeele, welche dg& Univerfum umgibt, unaufhörlich in Bewegung und hatigteit, und eines Veränderung ımterworfen if. Das Unendliche ift das immer Veränderliche, der Ein aller Verdns berung und aller Erzeugung. Das Berdnberlihe herrfcht in der Region von dem Monde bis zur Erde, dad Thätige in: ber obern Region bis an den Mond. Das aus beiden Zus fammengefegte ift die Welt. ES gibt nur eine Welt, gebitz bet und regiert von bem Cingigen van Ewigkeit zu Ewigkeit *), benn das immer thatige Princip in ihr ift unaufhörlih wirks fam; 8 terende wird von demfelben daher auch unaufhörz lid) beftimmt, und in Bewegung gefegt. Die Welt geht das un ap; OMe ensywWEra, HTML av Toon eyevero etc. nad BödH aas. 2. 62. Cletauy ift ter Ein: daf eine menfdlide Ere Eenntnif von der Natur der Dinge nus in fo peru wege) ut, a.6 die Natur, ober das Wefen, in dem Begrángenden und Unbegrdvgcer, woraug die Welt (xoouos) befteht, vorhanden iff, und Gegenfäge burd Harmonie verbunden werden mußten. — Die Harmonie wird darauf von ibm gunddft in ble Octawe gefegt. Das weitere f. bei +) Für biefe Bezeihmingen ber Gottheit, bie bei Poftolaus nur als thatiges Prinzip oder NWeltfeele erfcheint, finde ich Teinen genügenben Beleg in den Bruthftüden bes. Phitelaus , aud nicht in den Worten Stob. Ecl. Phys. p. 420. add qv 0 de o x cuos sE asmvas, xa ts afwva duaueve tig VO EVOG TW UVYYENEN XO8 AUS TITO zus urumegdartw xufigyayevog. Des Demiurg in ber Stelle p. 453. deutet zu febr atf plaron. Lehre. Mehr fagt die angeführte Stelle des Syrianus ad Arist, Met. XIII. p. 102 Deum finem et infiuitatein coustituisse und bie fpâtern Scriftftels ler, wie Philo de mundi opificio ed. Mang. p.24, 10, U. Athenago~ res legat.} pro christ. VI. p.15. ed. Oxf, zeden'fehr beflimmt davon. Faun werden aber aud untergeorbnete Götter angeführt, welde turd geometrifhe Formen fombolifict werben f. Bödh a, a. Og ©, 152 und 195.- -

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154 Gefles Daupeft. Dritter Ab fen. Bweites Kap. ber and nie unter *), ' Reine Kraft, voeder -innerhalb nod außerhalb berfelben, fann fie überwältigen, weil fie dad Prins tip alles Wirkend und Leidens in fid felbft hat. Die Welt. bauert alfo immer unveränderlich fort, obgleich Dinge in ihr - entftehen und vergehen; denn biefe werden doch dem Stoff und ben Formen nach erhalten, indem fie durch ben Saamen : biefelbe Geftalt dem bildenden Princip wieder barftellen 55). Ueber bas Weltfoftem und die Oronung ber Himmelds . Pörper findet man beim Stobdus ein Fragment, in weldem biefe Behauptung ber Pythagoreer fo deutlid) ausgedrädt ift, alg man fonft nirgends findet. Philolaus nehm nicht allein, wie x *) Philolaus fpridt, zufolge einiger Brudfticte, von einem itnters gange der Welt duch Fever und Waffer, fo wie von der Erndgs zung derfelben, 3 B, Plutarch. de placit, I], 5. Gidoduog duttyy sivas THY pÎogur, TO per ek ovgavov nvpog o'sTog, to À el VÜULOS oednviuxou megrurpops TOU asgos anuyudertog’ xas TOVTuv evar tag avutuuiuuis Toopag TOU xoguor. val. Stoh. ecl, p- 4185 allein dieß bezieht fi wahrfcheinlich nur auf die Erde, und iff dann von dem Bevidhterftatter in ben gemeinen Sprads gebrauche von xouuo: und ovpnras ausgebrüdt; ferner verftattet das Brubftié einen fih wedfelfeitty bedingenden Ernährungs: u. Berflörungsprogeß eg Sroifiben anzunehmen, A. à. 66) Stobaens Eclog. Physic. p. 420f. Diefes [von Bödh verbejferte und ausführlich 6. 165 ff. erläuterte] Fragment ijt aus PhilolausSchrift mage yuyns genommen. Diefe Schrift ift mir aber, fo wie diefes Granment, verbáchtig, nicht allein, weil nad) Diogenes Laert. VII. §. 35. Hecmippug berichtet, Vhilolaus babe ein einziges Buch gefihrieben, námlid) das zegt prasus, fondern aud wegen mander Platonifcher Ausoride, die hier vorfommen, 3. B. evans matyg x Onusovgyos, Was Claudianus Mar mertus dé statu anim @ L. If. c.a u. 7. von diefem Werke, das ec vor fid) hatte, fagt, ut eben nicht von der Act, bie Griinde gegen die Aechtheit deffelben zu entkräften. IE es wabrfdeintid, daf diefer Pythagoreer zu jener Zeit multis voluminibus de intel~ ligendis rebys et quid quaeque significent, obgleid) fahr dunkel, ges handelt, oder buch uezuosissimas quacstianum minuuas wabrs fcheintid) gemacht babe, die Seele fey unkörperlih? {Gegen diefe Anmerkung erinnert Bôth a. a. D: ©. 30.3 €8 laffe fid dennod eine Anficht aufftellen, bei welder man fid berubigen Eonne, ohne die Aedhtheit jener Schrift in Zmeifel zu ziehen. Die intelligendae res ndmlid find ibm bie unter Zahlen vorgeftellten Formen ber Dinge, mit welden Philolaus feine Lehre von der Unkörperlichkeit bec Seele in Verbindung bringen mußte, baber fie aud) den Laien nothwendig duntel und fpigjindig_vorgefommen fet, Unter ber - Serift nage yuzns verftebt aber Bich nur das britte Bud, ver einen Abfpnitt ded philolaifden Wierks. Buf. db. @} -

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Ppilofepheme bee Pythagoreer. . die fibrigen Ppthagoreer, ein Gentralfeuer *), fondern aud nod in ber oberften Region ein andered Feuer an, welded bad Univerfum umgibt. Dem Gentralfeuer räumt er den erften, göttlichen Rang in der Natur ein, unterfcheibet e8 aber nod von der Sonne, doch fo, Daf er fic) wieder an das Pythas Qoreifche Syftem anfdlop. Er behauptete nehmlich, die Sonne, bie wir feben, fey eine gladartige heibe (vadosedng dugxog) welche dad Licht und die Wärme von bem Weltfeuer (ed if nicht beftimmt., ob von bem mittlern oder gbern) auffange, und weiter verbreites e8 gebe daher eigentlich zwei, ober, - wenn man wolle, drei Sonnen: dad Weltfeuers die eigents liche Sonne, die Sonne die wir feben, ein Micberfchein jeners und bas Bild bicfer lebten in unfern Augen *). Um das Gentralfeuer nun bewegen fid die Gegenerde, die Erde, der Mond, die Sonne, die Planeten, und cndlid der Himmel, oder der Kreis der Firflerne. Den oberften Theil bes umgebens ben Körperd, [Feuers] in welchem alle Elemente in ihrer Reinkeit angetroffen werden, nennt ec den Olymp; die untere Region, in welder bie Planeten mit der Sonne und dem Monde fich bewegen, bie Welt (xoguog); die unterfte Gegend um die Erde, worin die Veränderlichfeit berrft, den Himmel (ovgavog; alfo doch wohl in einer andern Bedeutung, als oben), Sn dem gefegmäßigen Gange der himmlifchen Körper zeige fih bie Weisheit, bei ben unregelmäßigen Begebenheiten auf ber. Erde, bie Tugend. Die Weisheit fey aber voll: fommener, ald die Jugend 57). *) f. oben Anm. 95 u. 34. und über ble Weltbilbungglehre des Pis ) aus Boddy a. a. D. S. go f . . wp je ad #9) Das bierauf bezüglihe Brudjtic tft bel Stob, ect. phys, p. 528. ogt. Euseb. XV, 23. und Plutarch.{ de plac. III, 20. Siehe aud oben Anm. 34. BWidh a. a. À. ©. 124. Ad. PD. 67) Stobaeus Eclog. Physic. p. 488. Vgl. oben Anmerkung 34. mngwurov Ö’ esrar pus To peony, nege Os zovro dexu dœuora Hea xogsusın, ovpavor, nluynrag, pes ous yliov, vm @ oednvnvs vp n rv ynr, vp n Tnv avriydova, uE a ovgnavra To 17 doting emu TE KEVIQU Taker enszov. To MEY ovv ovwrarw MEGS zou Megusyovtoc, 69 Q rr eLhixgsreaY Eivas TOY 030478407, Oklvumor xale, ta de,uro zov Olvunov pogay, av u tou seve nhavytas ned’ gliou xay athyvns tetaydos, xoupoy* to 0” UO TOULON UnOTeLAYOY TE «os megeysiow Yigos, ww y TE tus

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456 Crftes-Haupeft. Dritter Abfdn. Bweltes Rap. Ueber bie Seele, bie bem Körper nah Maasund Hars monie eingepflanzt wird, und getrennt vom £ribe ein unkörs perlides Leben in der Welt führt (Macroh, Somn, Scip. I, 14.) wird uns nod bie eigenthimtide Behauptung des Poilolaus aufs bewahrt, daß ses view Principe des organifden Lebens gebe (vgze Tav foo Aoyızov), das Haupt oder Gebirn für die Vernunft, das Herz für bie Secle oder Empfindung, der Nabil für das MWadısthum, die Gefchlechtstheile für die Beuaung. Mol. Theologumena p. 23. — Aud) leap ihm Plato im Phädon die Lehre von der Verwerfiihleit bes Selbffhorbs in den Wund, f. meine Anmers © Bung zu ©. 144 — Beth bezieht auf ibn aud die in Plas t0’8 Gorgias p. 493. A, befindlide Stelle, und ftellt damit das in einige Verbindung, was Ariftot. Eth, Eudeinz 11, 8. über die dew + Menfden beherefdenden Gründe (‚Auyos xgessturig nuww) gefagt wird. Bufag d. DH. Wir übergehen bier den Archytas *), weil wir von ihm wenig Eigentpümliched wifien, und die erhaltenen Fragmente puoustufolou yerscamg, orvgavovs wat mert HEY TO TETRyurva TWV HETEUOUY yiyveidub THY Copsey, segt Os Ta yrvouera THs atakurg 179 ager, 1aÂsrar ger exerrny, aten de tavrnr. [Ge d. Erklärung diefer Stelle bei" BIE GH, ©. og ff. ter ten odvpgrog alg bas reine Unbegrangte, xoouos als ben Snbegriff des Ges worberen, und unter oygawos in biefer Stelle unter die Erde mit ihrer Atmofphare verfteht. Val. Afl Leben des Plato S. 108. Ueber die Lehre des Philolaus von der Brweaung der Geftirne, und von bem Verhältnis der Erde und Gegenerde zur Sonne und zum Gentrals feuer inöbefondere f. Bôth a a. D. ©. u14 ff. u. feine lat. Abs ‘ bandlung, biefen Geaenftand betreffend. Das die Lehre von den Elementen, die unter geometrifden Figuren verfinnbilbet wers ben, betreffende Srudituc des Philolaus babe ich oben Not. 25. berübrt. Buf. Hb] * ® Achytas her Larentiner, einer der berübmteften Pythagoreer, als Weifer, Staatsmann und Feldherv ausgezeichnet, war unftreitig Plato's Beitgenoffe, mit dem er aud in genauer Berbindung ftand wie die fogenannten Platonifhen Briefe wenigftens als Ihatfache vorausfegen. Bgl. aud Diog.L VII, 79 aqy. Cie. defin. V, ay. de Seneot, 12. Val. Max. VIE, 7. Der unfritifhe Samolid führt ibn als Seitgenoffen des Pythagoras auf, und ftclit ihn dod aud “mit bem. Plato zufammen, was in Verbindung mit dem falfd verz ftandencn Beiwort zrveudvregos die Annahme eine’ Altern und eineg jüngern Ardptas veranlaßt bat. Als Beitgenoffe des Plato lebte Archytas ohngefähr 100 Sabre fpäter als Pythagoras, etwa um die 96. Olymp. (400 d. Chr.) Dief fttmmt auch damit, dap er febr viel gefdrieben Haben fol, ba doc) fonft Ppilolaug als efter fbreibender Pythagoreer genannt wird. Ueber die angeblichen les bercefte feiner Schriften ift oben ©. 77 f. u., 80 ff. 'gefprocen. worden. Am volftändigften finden‘ fid) bie ibm beigelegten Frage mente in der im Anbange angeführten Sammlung von Ueberzeften älteres griech. Philofophie von Drei. Eine entfcheidende Eritifche Anterfuhung über diefelben mangelt nod. Gin ibm von Claudian. Mamert, de statu. animae Hb. I. C. 7. beigelegtes Philofophem,

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DPhllofopbeme der Pythagoreen wiht dt fcheinen. Miele Lebrfdbe, bie darin vorfemmen, find Platonifd und Zriftotelifch, und es- ift daher ungewif, ob biefe nicht vielmehr vom Plato herrithren.: Noch mehrere bee tübmte Männer werden als Schlilet ded famifchen Philofophen aufgeführt, deren langes Verzeichniß man bei Sambid) am Ende feiner Schrift von dem Pythagoreifden Leben lefen kann. Unter fo vielen unbefanntèn Namen kommen auch mehrere vor, welche nur partheiifche Borlicbe für diefe Schule und das Bes ficeben, fie 3u erheben, dahin rechnen Fonnte (3. GB. Zamolrië, Gharonda8). Aber fo viel ift gewiß, daß fid diefe Philofos phie bis Zu Plato’8 Zeiten fehr ausgebreitet, daß fie auch auf andere Philofophen, welde nicht gerade zu diefer Schule zu zählen find, Einfluß gehabt hat. Dief gilt namentlich von den Eleaten und don Empebofles *), der viele die Natur bes treffende Philofopheme aus det Pthagereifhen Philofophie nahm. Die Soppiften fanden in ihr cine erglebige Quelle ihrer atiögebreiteten Kenntniffe. Plato und feine nächften Nache, folgit benugten Pythagoreifhe Philofopheme. Aus Mangel an bewdbrten Urkunden Iäßt fid nicht in allen einzelnen Fale len beftimmt angeben, wie weit diefe Benubung ging; aber im Allgemeinen ift e8 doch ausgemacht, daß die Pythagoreifche Philofophie auf die Entwidelung de8 philofophifden und vore ‚züglich des mathématifhen Gelfted fehr vortheilhaft gewirkt hat **), Nach Plato's Zeiten mußte freilich diefer wiffenfchafte| welded mit ber: auf die Welt angewandten Bablentehre des Pythas goras übereinftimmt, babe id oben gut Anmerk. 46. angeführt, Dap er fid) um die Mathematik febr vervient gemadt, 3. B. dur Erfindung der’ analptifden Methode, wird allgemein gerühmt, d *) Porphyr. vita Pyth. $. 29. Empedokles "wird babet von mehreren als Pythagoreer aufgeführt Diog. L. VIJL Ad. PD. ®) Zu den berühmten fpätern Pythagoreern rechnen wit den bet ribmten Mathematiker, Aftronomen und Arzt Eudorus aus Knidus, welcher des Urdhytas fo wie des Plato Schüler genannt witd (Diog. L. VII, 86.). Diether mag aud gehöten Euritbeos welder, nad Athen. IV. p. 157, C. lehrte, daß bie Seele zur Strafe in ben Sbrpes gebannt fey. Als die legten Altern: Pythas aoreer führt Diog. VII, 46. bal, Iamiblich, de vita Pyth. 6. 3515 an die Schüler des Philolaus und Euryrus: Kenophilus aus Ghalcis, Freund oder Lehrer ded Ariftorenus, f. aud Gell. noc.’ att. II, 13, Val. Max, VEL, 13. in der Mufiflepre berühmt, und

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Erftes Haupetid. Bierter Abfdnter, lide Einfluß aufhôten, well ble Philofophle und alle Wiffens fdaften in ihrer Bildung zu weit vorgertidt waren. Ed gab zwar noch Pythagoreer, aber fie find für die Fortbildung der Wiffenfchaft unbedeutend geblieben; der Anfpruch auf .biefen Namen grimbdete fih nur nod) auf ihren Lebenswandel und ihre Sitten. Nach Chrifli Geburt lebte die pythagoreifche Schule wieder auf, aber im einer ganz eigenen Geftalt, in welcher. fie eine für die Wifferfchaft nachtheilige Richtung erhielt,. Vierter Abfdnite - Darftellung der Cleatifden Philofopheme. Das Merfwirdigfte, wad bie Gefchichte ber Philofophie vor. Gofrates aufzuweifen hat, iff bas Gedanfenfyftem der, Eleatiz Fer, welches fid) durch feine Neuheit, Kühnheit und Bünbige Feit vor allen andern audzeichnet: Sie find die erften Denker, welche nicht nur nad Principien geforfiht, fondern auch wirfsbie Phliafier Phanto, Diotles, Polymneftus. utd Chrtrates, der in Plato's Pbhadon die lente Mede Des Gofrates mittheilt, und der zu Platos Beit lebte, aber Feineéweas fein Lehrer feyn Eonnre, nad Cie. de fin. V, 29. — Unter ben Frauen, welde fic der Pythagoreifchen. Schule anfdloffen, find berühmt: Teano des Pnihagoras Gattin, nach andern des Brontinus (Diogs L. VII, 42, Porphyr. vita Pyth. &#.u.19. Vide not. Luc. Holstenii et Rittershus, ad h. 4) Ein von Holftein mits getbeilter Brief gehört ihr. offenbar nicht an, da Plates Ipeenlehre in bemfelben erwähnt wird. Ferner Timyda, Gattin bes My le “Tias, und Myta, Tochter des Pythagoras Weber die Pythagoveifhen Frauen überhaupt f. Mewagii historia mulierum philosopharam §. 76, p. 499 sq. u. Fabric. Libl. gr. Lib. IL ce. Xu. Wieland über die pyth. Frauen XXIV. Bd. feiner Merle, €. 245 fe Ueber bie ihnen beigelegsen Briefe vergl. an 5 7% . 8 . *) Nad Grincipien batten fchon frühere Philofopben geforfcht, aber fie batten, ausgehend von dex empiriihen Mawhigfaltigfeit ber lich ein’ aufgeftellt, und confequent entwidelt haben *); fie _

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Dbitefophie der Jonter. mehr Wahrfcheinlichkeit zu geben fudte, Wenn er behaups tete, die Seele fey cine: Art Luft, fo war diefed wahrfcheins lid) in bem Geifte der gemeinen BorftelungBart gefproden. _ Der Zufammenhang des Athembolens mit dem Leben, des Les bens mit ben Acuferungen ber Seele, und die Bemerfung, daf mit dem legten Athemzuge alles Leben, Empfindung und Bewuftfeyn verfchwunden fey, veranlapte blé Meinung, die Seele für ein luftartiges Wefen gu halten, welde von mebs veren Philofopben behauptet wurde 29), aud in unfern Zeis ten nod fortdauert, Um fo eher Eonnte Anarimenes die - ‚unendliche Luft für bas göttliche Wefen halten 30). Oritter Abfhniee Darftellung der Philofophie der Pythagoreer. Die Gefdidte der Pythagoreifden Philofophie darzuftellen, aft ein duBerft fcwieriges Unternehmen. Kein Theil ber Gefbidte ift mit folden, faft untberwindliden, Schwierige teiten verknüpft; feiner bat fo fehr mit Armuth und Reichs bum zu fémpfens in feinem ift der wahre Mittelmeg, der zur Wahrheit führt, fo fewer zu finden. Diefe Gefchichte begreift die Philofopheme des Pythagoras und feiner Schüs ler und erfien Nachfolger; alfo eine anfebnlihe Reihe von Männern, die, an Grundfägen wie an Talenten: wahrfchein« Fic fehr ungleich, dennoch durch bie allgemeine Benennung 29) Aristoteles de anima I, c. 2. Plutarch. Stob. 1. c. Plat. Phaedo ©. 14, 29. . ‘ 30) Cic, Nat. Deor. I, c. 10. Augustin de civ, dei VIII, 2. Sto~ baeus p. 56: Avakiuavdgos anepyvato Tous ansigovs ovgarous Seovg. Avaksusrns toy arpa. Jes ba tnaxovew emt tow oùroc Asyoperwy tac evosxovons Tois otOLZELOIS 7 zois Cœur Svrupets. [ Aud) Hier gilt gum Theil das in der Rote * ©. 71. Gefagte. Bufag b. O.]

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Erftes Hauptftüd, Deitter -Abidyniee. Pythagoreer zufammengefaßt werden, Wenn man auch ” zugeben muß, daß fid) diefe Benennung auf etwas Gemeinfchaft: liches gründet, welches fie in einen geiftigen Bund vereis nigte, fo ift doch biefes felbft nicht fo im Klaren, daß man "das Eigenthümliche, woburd fid Feber höchft wabrideine, lich auözeichnete, mit biftorifder Schärfe davon abfondern fonnte. Es iff daher natürlih, daß. manche eigenthim: lide Behauptungen in den allgemeinen Lebrbegriff der Pye thagoreer aufgenommen worden find, und daf man die Ent: flehung und nach und nad erfolgenbe Ausbildung und Ent= widlung des gemeinfchaftlihen Syftems biftorifh nicht ge nau verfolgen und. begründen Fann; daß daher der Willführ in Darftellung, Deutung und Ausfhmüdung deffelben viel Raum gegeben ift. Die Haupturfache diefer Schwierigkeiten ift ber Mangel an ádten und unbezweifelten Denktmälern Pythagoreifder Philofophie, und die Befhaffenbeit der Altern und neuern Nachrichten von berfelben. G6 ift zuerft ungewiß, ob Pythagoras etwas gez frieben bat*). Das golbne Gedidt**), wenn es aud Gittenfprüche diefes Philofophen enthält, bat doch wabrfchein: lid) erft in fpdtern Seiten biefe Form erhalten; und fo Tchäsbar e8 wegen feines moralifhen Inhalts it, fo wenig giebt e8 uns doch über die eigentlide Philofophie biefes Weifen Auffhlug. Die Briefe des Pythagoras, der Theano, der Myia und Meliffa***) enthalten zwar * ©, Fabricius in bibl, Gr. lib, Il. c. XII. $. 14 und lib. I, c. 19. $. 2. Menagius ad Diog. L. VIN, 7. Cuperus in observ. p. 280. — Diog. L. und Jamblich de vita Pythagor. c. 28. 29» behaupten es. A. d. 9. “) Xpvosa exy in den Sammlungen ber Gnomifer von Glandorf (a. T.) fo wiein der von Brund. (Ueberfesung von Gleim. Halberft. 1736. 8.) Aud mit andern Pothagoreifhen Schriften . zufammen in Pythagorae aurea carmina, Timaeus Locrus, Ocellua Lucanus, Malchus (Porphyrius) de vita Pythagorae ed. Conr. Ritterbusius. Ald. 1610, 8, , Le A. d. $. **) Qn Gale opnsc. myth. physic, et eth. (p. 755 sq.) wo aud) bie sphaera divinatoria de decubitu aegrotorum ab Apuleio lat. versa. Couf, Casp. Barth advers. XXX, 7., fo wie in Socratis et Socraticorum, Pythagorae et Pythagoricorum, quae feruntur, epistolae ed, Orellius 1816. 8. 4

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pirloyophie der Pyshagoreer. "nichts, was fie verbachtig machte, aber ihre Aedhtheit ift gleichwohl wenig wahrfcheinlih, ba es nicht wohl dentbar ift, ba fic) diefe Kleinigkeiten allein aus den Zrümmern der Beit folten erhalten haben. Wir lernen aus ihnen auch weiter nichts, al8 ihre Verfaffer wegen ihres. reinen und gebildeten moralifhen Sinned bewundern. Weit verz Dachtiger iff bas Fragment der Theano beim Stobdus (p. 302). Denn iff ed wohl wahrfcheinlich, daß fon zu Pythagoras Zeiten feine Philofophie außer dem Bunde fo weit auögebreitet worden fey, baÿ. Theano fagen Fonnte, fig babe gehört, daß viele Griechen bie Pythagoreifche Lehre von den Bablen. nicht seht verftanden, hätten? . Wenn. die Aechtheit ber. Schriften, welde man bem Hcellus Lucenus*). ‚und Timéus Locrws**) beis legt, .aus fichern Gründen Eönnte eswiefen werden, oder viels mehr wenn nicht fo viele wichtige Zweifel Dagegen vorbans den wären, bie fehwerlich befriedigend aufgelöft werden Fôns nen, fo hätten wir zwei merfmürbige Ueberrefte von Pya thagoreifcher Dhilofophie. Allein die Gründe gegen ihre Aechheit Aber wisgenbie fitr diefelbein einem fo hohen Grave, “daß felbft bicienigen,. welde fie ebebem für Acht hielten, diefe Meinung zurkfgenommen haben t. So lange nicht *) Heet tyg.t9unavrov qvoews in ber Ausgabe ber Potbagoreifden Sdriften.von Rittershusius,in Gale opusc. myth. p. 499 ff.5 mit dem Timaeus von Batteux herausgegeben, Par. 1768. 3 Voll, 8. ; einzeln. von d'Argens, Berl. 1792. S. und gulegt von Aug. Fr, Wilh. Rudalphi. Lips, 1801. 8 .Ueberfegt von Barkifi mit beffen Abbandlung über ben Geift deë Dcellus in Fulleborne Beitr. St. X. Nr. 1% , Xd. $. **) Jlsou tyg tov xoouov wrns, bei Rittershusius und Gale (p. 539 f .) f. vorbergebenbe Anmerkung; einzeln vdh d’Argens, Berl. 1763. 8. Ueberfest-von Bardili mit ‚Anmerkungen ebenfalld in Filleborns ' Beitr. St. IX. X., A. d.: 2) Meiners war ber ecfte, der mit {charffinnigen Gründen ihre Aedıtheit beftritt Historia de vero Deo P. Il, p. 512 seq. Gefdidte der Wiff. in Griehent: und RN. 1.8. ©, 594 ff., Über die Addıt= heit einiger pothagoreifchen Schriften in dec Pilotog. Bibl. 1. B. St. S. 204. Die Aechtheit der Schrift des Zimäus behauptete iedemann im deutfden Mufeum 1778 Xuguft und in den älteffen geleiden Philofopben. Im Geift d. fpeculativen Ppilof. 1. B. 89. trat er aber auf Meiners Seite. Dcellus und Zimäus er:

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Erftes Dauptitif. Dritter Aofdniee, . etwas Bedeutendered "für: fie gefagt wird, weldies nicht leicht zu erwarten iff, fo lange Fann man zum wentgften beide nicht als fihere Duellen in der Gefchichte der Philo: fophie gebrauchen. ö 57. . Uufer biefen findet man beim Stobäus, Iamblichus, Nicomahud-und andern nod einige Fragmente von ditern Pythagoreern, unter benen die von Philolaus und Archytas . vorzüglich Aufmerkfamkeit verdienen. Sie haben einen eiges nen Charakter, ein gewiffes Gepräge des Alterthums an fic), welches fid) fowohl’ in’ der Sprache, als in dem Fn: halte zeigt. Die Ueberrefte bed Philolaus fcheinen dt zu feyn, zum wenigften wird man feihen bedeutenden Grund gegen thre Aechtheit aufbringen Eönnen. Die Sprache vers zäth das Alterthumis die Behauptungen: find pythagoreifch, und enthalten nichts, was nicht ein dentender Kopf diefer Seit fonnte gefagt haben *). Die Fragmente bes Archytas find größern Gedentlidfeiten unterworfen **). GS fommen hielten einen neuen fdarfiinnigen Verfechter in Barbili (Epochen ‚be D ve EEE, Begriffe 1. Ab.) . Drs) vollftanbdige Bergleidung ber Schrift des Lokriers mit dem Platonifden Zimäus babe id) in bem Syftem dee Platon. Philof. 1. B. 6.93 f. Meiners und Tiedemanns Gründe nod mehr zu befeftigen gefudt. _: “ ' [Aud Böch, de-platonica mundi fabrica po XXIX. und Aft, Lcben und Schriften des Plato S..370., .halten Diefelbenur für einen fpdtern Auszug des platonifhen Simâus. Do find aud nicht alle Zweifel gegen bie Aechtheit bes plato ni: fdhen Zimäus gehoben. In jedem Falle find in beiden Sarif- "ten Philofopheme pythagoreifdher UbEunft enthalten. Die Aedhtheit bee Schrift des Qeellus haben fon Friihere, wegen peri= patetifder Lehrfäge bie man darin findet, und weil fie nicht im borifhen Dialekte gefchrieben éft (was aber, wie fhon Bruder 1, ©. 1123. bemerkte, der Umänderung einer fpätern Hand gugefdrie: ben werden fann) bezweifelt. Kür die HechtHeit derfelben ftreitet iby neuer Herausgeber Rudolphis f. vord.. Anm. Im Grunde dreht fih hier Alles um bie fhwierige Beftimmung, was bie Aeltern gedacht haben und was die Neuern entlebnt, oder an ihren Gedans Een verändert haben. . “Bufag bd. D.] " #) Eine genauere Forfdung über biefen Pythagoreer haben wir. feits en duch. A. Böcdh’s rift erhalten: Philotaus des Pythago: veers Lehren nebft den Bruchftüden feines Werks. Berlin ne 8. #+) Die meiften findet man gufammengeftellt in der von Orelli hers _ ausgegebenen Sammlung (opera graecer: veter. en An: bang.

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Philofopbie ber Pythagoreer. in ihnen nicht nur Platonifche, fonbern auch Ariftotelifde. Säge faft mit ben Worten diefer’ Philofophen vor?). Nun fönnte man zwar zugeben, daß Ardytas wohl eben fo gut um die Matonifche Philofophie habe wiffen Éônnen, ald Plato um die Philofophie ded Archytas, weil beide nicht nur eins ander perfönlich, Eannten, fondern auch Briefe wechfelten‘ und einander ihre Schriften zufendeten. Allein von ben Philofophemen des Ariftotele8 fonnte bod Ardytas gar nichts wiffen, zumal von folden, bie auf ganz eignen Ans fihten beruhen; wenn man nicht die febr unmwahrfcheinliche Hypothefe annehmen will, daß beide unabhängig von einans der auf einerlei Unterfudungen und Refultate, Famen, und fogar diefelbeh Worte zu ihrer Darftellung wählten. Ober follte Ariftoteles biefe Gedanken aus den Schriften des Pys thagoreers entlebnt Haben? Diefes ftreitet mit dem Charaks ter und dem philofophifhen Geifte diefes Mannes, der ‘wohl Gedanken feines Lehrers lin fein Syftem aufnahm, aber mit andern Beflimmungen, in einer andern Ginfleibung. ' Und warum follte er ded Ardypta8 Lehren wider feine Ges wohnpeit mit Teinem Worte erwähnt haben? Etwa um midt auf die Quelle, woraus diefe Säge entlehnt waren, aufmerffam zu machen? Aber wie Fonnte er hoffen, das . durch feine Plünderung zu verbergen, da die Schriften des Ardhytas nicht konnten vernichtet werden? Hierzu Fommt nun noch, Daß mehrere philofophifde Kunftworte vorkommen, welche man ‘in biefer Bedeutung nod nicht einmal beim Plato findet). Endlich ift auch dief Fein unbebeutender 2) Dabin gehört die Lehre von ben Sbeen (edu) welche felbft vom Ariftoteles dem Plato als eigenthimlith guerfannt wird. Stob. ede Heeren p. 12, 712. Daf die Idee das Wefen dec Dinge beftimme, daß Gott die Idee mit der Materie vereinige, Stob. p. 714. find , Platonijde Sige. Daß die Materie das Subftanzielle ( overe) fe {ft Aciftotelijd. Stob. p. 714. Eben fo dap bas wirklid) Cris tende burd Sinne und Berftand erkannt werde, p. 724., bie Eintheilung der Dinge in acctyra, Öokaora, eniotyta, vontıza, und des Crfenntniforrmôgens in œmoÿmors, Joba, emornun, vous Stobzeus p. 788. 790. 5) 3. B. doc, tly, zo te eva (ähnlich bem Aciftotellfdjen zo zs ny wur). œrioloyiæ, pvowodoysas OVOIU, To Üronwperov, napadeıyun, 81209, aysıruma. Stob. Il, ec,

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Erfes Hauptftid. Dritter Abfhnitt. Grund gegen die Aechtheit jener Schrift, daß Pfatonifche und Ariftotelifche Säge mit einander verbunden find, woraus - einfonkretiftifhes Syftem entftanden ift 4). Wahrfiheinlich ift alfo die Schrift wege aoywv woraus diefe Fragmente gez nommen find, von einem fpätern Schriftffeller untergefchoben worden, Der, um feinen Betrug defto beffer zu verbergen, étroa8 aus Plato's und Ariftoteled Philofophie nahm, und e8 zufanmenfchmolz, auch vielleicht damit einige Gebanfen des Archytas verband, alles diefes aber in borifher Sprache auffegte, um feiner Schrift bas Gepräge beb Alterthums zu geben. — Kein an™ res Nefultat ergiebt fi) aus der Beurtheilung der moralifhen Fragmente, welde Stobaus aufbewahrt, und Gale (S. 657 ff.) zum Theil zufammengeftellt hat. In denen des Archytas und andern findet man viele Säge der Ariftotes lfchen Ethit mit andern, vorzüglich Platonifchen, verwebt 5). Nun führt zwar Ariftoteles felbft einen Gedanken der Pys thagoreer an, der mit feinen Grundfagen übereinflimmte; allein ift e8 wohl glaublich, daß fie daffelbe Syflem oft in benfelben Ansdrien vorgetragen haben follten, fie, die fich zumal ~ mehr mit theoretifhen Wiffenfchaften, wie ed fceint, befchäf: - 4) Go findet man p. 712 sq. bie Platonifden und Ariftotelifden Lebten von der Materie und Form mit einander vermifdt, 3. B.-ovre TE Wort 6409 TE EYTL HMOQPUS METEUEY UTE EE AUIS, OUT pay Tay uogge peveodar nege Tuv woLaY, add avayxacoy Etegay tie nusv GLtLAY, Tav xvacoioar Tuv EUTO Tov ngayyaTeY ens TOY . 5) Wohin gehört bas Brudftic bei Gale p- 674. Die Cintheilung bee Güter à psy avra evte Dia Tavıa aipsta, ov gay de’ atepor& de Se Gregor, ov puy dia tavra. ny ouw zat toituy Ti edog Gtsoov ayaduy, à zu Din tavtoy auperov Evi, war Oe Gregor, Bergl. Plato de republ. IL. p. 206 — 679. agetay de tay noinav x Bedtcoray tir Tor ahoy gegeos Tag yuyag zu” av zac 180606 tives quey deyopeda xuta to yas, oiov chevPegor, Stxaros, was aopgoves. Die Lehre von ber Sugend, als ftreite fie mit der Ausvottung der Sinnlichkeit, ba fie nur eine Modification derfelben fey (Gale p. 691.) fdeint aud fpâtern Urfprungs zu feyn. Die Lehre von ber Zugend, als einem beftimmten Mittelmege zwifchen zwet Grtremen, welde vorzüglid in ben Fragmenten des Bheages Gale p. 690. vorkommt, ift gewiß ariftotelifeh , fo wie in ebenben: feiben und einem Brudftice des Metopus aud Platonifde Lehr: füge davon vorkommen. Bergl. aud) Gale p. 695-

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Philofophle ber Pythagoreer. tigten? Das Gemifch zweier verfchiedener Moralfufterhe, die Einmifhung mancher Ausprüde, die nur beim Ariftoteles vorkommen 5), die Gleichförmigfeit der Sprache in biefen Auffägen verfhiebener Verfaffer ift immer al8 ein bebeutenz der Grund gegen ‘die Aechtheit biefer Fragmente anzufehen und erlaubt uns faum einen andern Gedanken, als daß fie von einem Schriftfteler herrühren, der nah Plato und Ariffoteles febte, und um ben Betrug zu verbergen, viels reicht einige Gedanken von Pythagoreern mit den übrigen vetwebte, Entfdeidender würde man gewiß davon urtheilen innen, werm die Werke, woraus die Fragmente genome men find, noch vollftandig erifticten. Man fônnte und hier fedod den Vorwurf der Partheiz lichkeit machen. Warum, könnte man fagen, follen denn Plato und Ariftoteles allein Erfinder in ber Philofophie feyn? Bar ihnen der philofopbifde Geift ausfchließlich zu Theil worden? Sollte bie Natur die Pythagoreer etwa ftiefmüts terlicher bedacht haben; fie, die doch nach Allem, was wir von. ihnen wiffer, fo vortrefflihe Matbematifer waren, und burd große Erfindungen ihren Ruhm auf ewige Zeiten grins. beten? "Allein die hiftorifche Wahrheit ndthigt und zu diefem Verfahren, fie macht uns Behutfamkeit uud Mißtrauen zur’ Pflicht, um nicht die Altern Philofophen auf Unfoften der nenern zu erheben. Bon biefen haben wir die Denk mäler ihrer Philofophie und ihrer Verdienfte in Schriften, von jenen aber keines, welches über alle bifforifhe Kritik. und Bebenklichfeit erbaben wäre. Die duperfte Bebutfam: keit und Strenge ift baber hier um fo nôtbiger und uners läßlicher, weil. wir fidere Beweife in den Händen haber, 6) 3. B. ra zadolov ovußeßmxora Gale p. 734. moomigesis (drs “evru Dvator kar vapxtvos p. 669.) agern zov deovrog Erg av Tots movxroig p. 678. Önsgßuin p. 678. 680. Te te nadsa tas agetas Vla: mept Tuvıa yap xaı 8v tourous ui agetac p. 685. Tov de nadewy To gev Exovoroy to 8 axoveror. xar Exovoroy psy adorn, axovoror Je Avnu p. 680. 692. tnegBodn, ehdeupis p. 690. à de apera es tu evts tw Öeovrog, Öroneg zur axgotag zut pe Gotas ev9ems evre p. Ggo. 693. opPos Aoyos ps 690.

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Erftes Hauptftie. Deiter Abfhnitt. daß ben Pythagoreern Schriften find angebichtet und unters gefdoben worden. : " Was den erften Punct anlangt, fo berufe ich mich auf bie Schriften des Timdus und Ocellus*). Hierzu kommt nod ein Beweis von Arhytas Schrift, über die Natur des Univerfums, der fo entfiheidend iff, daß nichts bas gegen eingewendet werden Fann. Diefe Schrift wäre ein wichtiges Aftenflüd für die Gefchichte der Philofophie, wenn fie dct wäre; denn in diefem Falle müßten die gewöhnlichen Vorftelungen von dem Gange und Fortfdreiten der Philos fopbie und von den Berbienften bes Ariftoteled ganz umge: ändert werden. Im diefer Schrift fol nehmlich Archytas die zehn Kategorien aufgeftelt haben, die dem philoz fopbifhen Geijte des Ariftoteles fo viel Ehre machen. Die Auszüge, welde daraus Simplicius in feinem Commens. tar fiber Ariftoteles Kategorien gibt, find aber: offenbare Beweife, daß diefe Schrift nicht vom Archytas, fonbern von einem fpdtern Schriftfteler, der fie jenem unterfchob, hers rührt. Denn das Ausgezogene iff mit bem, was Ariftote: Les in den Kategorien und in andern logifchen Schriften, in feiner Phyfit und Metaphufik fagt, gleichlautend, und die BVerfdiedenheit betrifft bloß Auslaffungen, Zufäge ‚und gum Theil eine andere Ordnung, 3. B. daß die Qualität gleih auf die Subftanz folgt, daß die gemeinfchaftlichen Merkmale und die Unterfchiede ber Kategorien zufammen:: geftellt find. Sogar die Terminologie ift faft durdaus Ari: ftotelifch 7). Diefe Schrift war and fhon dem Themiftius *) Dod ift nad bem, was zu ©. 77, bemerkt worden ift, bie Bee zufung auf diefe nicht entfheidend; aud würde mit dem Beweife, daß diefe Schriften von den genannten Männern nit herz rährten, ber Beweis daf fie ihnen mit Abfiht untergefhoben worben wären, nod nicht geführt fepn. A. d. $. 7) Davon nur einige Belege, tas te yap wara evte Ötapopar spro. d per yap tv the, döep , ads Gvvauporegov éx Toray. Bergl. Metapb. VI, 5. ta gev adÂu sy Tone naer, tov de toxoy ev undsvi. alla obtws syov nots Tu tovTU HOTEQ TH TIQUE HOT TH -Nemeyooueva, — Physicor. EW, c. 4 — Ösoneg Ô zoovos tar zo maganay ove sot 7 apvÒgwe war Modus 20T. où yag To per ragpehndvdog ouw ste eote, to Oa usAlov ovdenw zor, to Os vur au2pog zur adiaipstoy, Aug ay Unupxos zovro Hat GanFeor, —

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Dftlofphte der: Pythagoreer. verdächtig, welcher glaubte, nicht ber Dythagoreer, fons dern ein jüngerer Peripatetifer Archytas habe fie ges fhrieben*). Webrigens findet man jene Auszlige des Sims plicius in der von Gamerarius unter Archytas Namen hers auögegebenen, und im Dorifchen Dialect abgefapten Schrift: Apyvrov pegousvor dexa xaPolixor Aoyoı (Leipzig ohne _ Sabrzabl) nicht. Ich habe weder biefe, noch die Benezias nijde Ausgabe sepr zov mavrog pvorog 1571. 8. zur Hand befommen fonnen, und Bann alfo nicht fagen, ob biefe bets den eine und :biefelbe Schrift und ob fie weniger Spuren der Unddtheit "enthalten **)5 aber fo viel ift dod fon Har, bag man ben Pythagoreeen Schriften angedichtet, und. untergefdoben ‘hat, und zwar wahrfcheinlich in ben Zeiten, da man alle verfchiebenartigen Philofophien zu vereinigen, and die Ppthagoreifchen auf Koften anderer zu erheben’ fuchte, bielleicht auch Thon früher, als die Bibliotheken in Werans © bien und Pergamus angelegt, und die Schriften älterer Veifen gefucht, und. theuer bezahlt wurden. … Mehrere diefer Fragmente fo wie der Schriften, worans fie geitontmen. find, rühren von’ einem Schriftfieler her, der Kenntniß ber Physicor. IV, 14, Gt: usv ovy le que sor, A MOYES Keb Quu- Opus, exrads Tis ay Wranrevons TO, per yuo AUTOU YEXOXR was 0v% eOT4, To De piles Hic ouw eater cie. — Nidt allein die in ben Kategorien vorfommenden Runftausdride, fondern aud andere, "die HGF roabrfdetntid) Plato nicht einmal Fannte, findet man hier "#8. Üruxstuérov, VAN, OVGLa, TTEONTLG OVTLA PH olen; atoSnrisn, oude AMEQNS AXLYHTOS, YEVOS, eedog (in der logifhen Bedeutung). xatapacss, anopadıy. Sonderbar,ift es, dag Simplicius felbft die Berierfung madt, das Wort zooi, bag fo oft in diefen Fragmenten vorkommt, fdeine Beef} vom Plato erfunden zu feyn. Theactet. p, 134. [Uebrigens glaubte Simplicius wirkiih, Ari floteles fey in diefer Lehre dem Urdytas gefolgt. m «ar Aguototelys axolovdyos xat meygr tow - OPOMATOY, kata TOUOUTOY povor, ws Öoxer tial, mapulkufag, xudodo to Ey avros ov ngoloyiferae zo tov dena megrsxtixoy. Simplic. Comment. ia Arist. cat. f. 5, & Und Buble glaubt, Ars Hytas habe die Kategorien erfunden. Gefd. à. Ppilof. 1, 127. - Bufag bd. ©.] *) &. Boethi praef. ad Arist. Categ.” Yd. HD. #) Bon biefer Benezianijden Ausgabe babe id trog aller Nachfors. fdungen eine Spur erhalten. Aud) mein verehrter Freund Ebert, beffen Gompeteng hierin anerkannt ift, hat miv verfidert, daß biefe Ausgabe, wenn fie eriftive, felbft in Italien eine allerhöchfte Seltenvelt feyn müffe. Zenngmannd G. b. Phil. 1. Th. > e

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Efes Haupefkic, Dlteer Abaie. Literatur befaß, auch felbft nicht ‚ohne: philofophifcen Geit war. Diep beweifen viele Stellen der Fragmente, von’ benen ich nur eine aud bem angebliden Werke des Ardytas ans führe, worin bie Anwendung ber Kategorien auf Gegenftánde der Erfahrung, nicht au, Noumenen gelehrt wird 2). | Die Nachrichten von Pythagoras, feiner Ppilofophie,*) feiner Schule, u. |. vo. nehmen in eben dem Verhdltuiffe 3u, al8 fie fid) von der Zeit entfernen, in welcher biefer merk: wirdige Mann und feine Nachfolger lebten, und je zahlreicher fie werden, defto mehr Abenteuerlihes, Fabelhafted, Webers trigbened findet fic) in ihnen. Plato und Ariftotele8 wiffen und Weniged von ben Ppthagoteern, nod weniger von dem Pythagoras zu fagen. Der Lebte Tpricht. faft immer wut . 8) Ener de telog yovo Ta 'Dnubevorte vos ra ‘Onpuawouera, vic georeyouevos avPounos euninpor TO teleoy tov Aoywv auvtaypa, « erogse der mots-ye TOUS sepnmsvoig, its Tay Epaguoyay TOUEWY mayıqv ove ovros G avOgumog alle 6 tis avdgumos wrrdepsrhe: xal Yao rotor avayxa Kat TAS 70009 ae mote ‘te mes 8789 TOY “avé avd porroy, was mov, ers da noir war naoter war ode was vzeiv'KaL 89 Tony NEY KoL TDXG. ŒUTOS Ös © ùvIgorros , ‘6g Tay nowray Endeystar Onpaciay, hej Be vo Tu tts wara TOP + „dear, Bute vrOLOTNG svtL, ‘ovte modinos, dure Hote yegortixnwe ezv, Dude fav more To % Fiogoiv TI, ov Oe ‘xetpevoc, ‚yo TL, “aude tv tony Hae noxa hragyorv. marta yap tavrs puoikag ovatus ras couartexac ‘ovuBopata evt, ‘add’ ov voutag ‚ ‘RAV eKIVATOU KUL ng0s ETE aYEOQUS. oO ae +) Gé ift hier gu bemerken, bab für die Renninis und Telärundg Pythagoreifder Lehren vornâmlid Plato, ber fih von _ mehreren Seiten an biefelben anfehloß, wie fdon Ariftoteles Aus= brücktid bemerkt (Metaph. I, 6.) als Quelle gu benugen ft. Uebriz ‘gens hat uns bie allbeEannte giofe AnhânglidFeit der "Schule bes * "Pythagoras an ihren Stifter von beffen Lehre wenigtend dad “_ Meifte zuverläßige überliefert; deni det von Krug (Geld. det . Pil, alter Beit GS. 04.) hier eingewendete Ünterfhiedb ber eros tetifden und efoterifden Lehre betrifft, nad ben Angaben ber Alten, mehr Die Verfchiedenheit des CeHrvortrags und ben Kreis ber Lehrgegenftände, als eine verfchiebene Unfidt Über biefelben, tnd wenn Porphyrins (de vita Pythagorae §. 53.) ‚außert, biejenfgen welde Sie geheimen Lehren bes. Pythagoras bez Yannt gemadt batten, feyen nidt wahre Sdhiler des Pythagos vas gewefen; fo berichtet berfelbe bagegeh (§. 57.) und mit ibm Samblidus, daß hie Pythagoreer, -beim Untergange ihrer Säule, damit ihre Lehte nidt ganz unterginge Tics gendthigt ‘gefeben hätten, ble Haüptfäge te à nieberzufdjtelben (Cap. 35. §. 253.)5 fo daf aud tata ur “% Befig folder Some mentatien Lommen Tonnte {Jambl, §. 199: Diog. L. VII, 15.)

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Philofophie ber Pythagoreer. 83 von Pythagoreern, und führt von then verféiebene Spfteme und Erflärungen ber Philofophie an, c ohne ihre Urheber bes fiimmt anzugeben, obgleich er doch im Befig mehrerer Quellen ald bie fpdtern Schriftfteller fen; mochte, ANes biefes” (ft bei fpätern Schriftfteern anders. Sie wiffen weit Mebres ved, al8 biefe ditern Schriftfteller; die pythagoreifden Pots lofopheme’ erfcheinen weit beftimmter, entwidelter, und mes thobifhers fie nähern fit immer mehr ber Platonifchen und Ariftotelifchen Philofophie, und fallen äuleßt faft ganz mit berfelben zufammen. Diefer Umftand rührt pum Theil wohl daher, daß fo viele Schriften von Ariftoteles an, im welden Nachrichten von ben Pythagoreetn vorfamen, von fpätern Schriftfteleen benugt und ausgezogen Worben find, jum Theil aber auch. daher, daß fid bie, untergefchobenen Gipriften vermehrt batten, und mehr in Umlauf gefommen waren. €3 faut In bie Augen,in welder Verlegenheit fih der Befhläptfchreiber dabei befindet. Cs tft möglich, daß unter ben fpätern Nachrichten manches pythagoreifhe Philofophem vorfomme, vielleicht nut verfchönert, und. mehr ausgeführt, Da fid: aber Fein’ genau beffimmter Mäaaßflab zur Beurtheis '. lung der Wechtheit findet, fo ift er in Gefahr, entweder die Gefgichte ber ganzen pothagoreifden Schule unvollftändig nbzuhandeln, oder baë Wahre burc- viele falfhe Angaben zu verunftalten. Das Erfte verdient in Ermangelung bes Befferen den Vorzug. Denn es „giebt, feinen andern Aués weg. Bwar hat Meiners a. a D. den verdienfilichen VBerfuch gemacht und ausgeführt, burdy fritifhe Würdigung ber Schriftfteler *), welde Nachrichten von ber pythagos veifchen Schule mittheilen, mehr Licht und Zuverläffigkeit in bie Gefdhicte berfelben gu bringen; allein - für die Darftele Nur miiffen wir bei der Darftetlung bee tebre bes Pythagore’, immer fo viel wie möglich bas, was bie Berichte der Alten, vorziigs Vid) bes Plato und Ariftoteles, enthalten, von ber Korm unterfcheiden , ‘ithter, welder bie Pythagoreifthe Ppilofophie in dem chriftlidendelle 2s "Archien 8 *) Doch find audie tren ad 8 Gegetigriinde (in dee bibl, crit. Vol. II. p. VI) nicht su überfehen. US

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34 Etos Haupt, Drier Wfd, Erfles Rap, “tung ber pythagoreifdhen Philofophie tft badurch hoch nicht viel gewonnen *). Denn ed Fönnte wohl feyn, dap ein übrigens fchlechter Gefchichtfchreiber doch Achte Thatfaden und Lehrfäge aus andern guten Quellen aufgenommen, eis guter hingegen viel Ungegriindeted und Erbichtetes,. ohne ed zu glauben, erzählet babe, welches wir aber, ohne bie ganze Reihe von Quellen und Schriften vor und zu haben, Aus einzelnen Fragmenten nicht beurtpeilen Finnen, Confequeng and Ucbereinftimmung fann aber beöwegen hiet nicht allein gue Entfcheidung der Wahrfcheinlichkeit angewendet werben, weil nicht von dem Gebantenfyftem Eines, fonveen Mehrerer zu handeln iff. Wir werden, in ben folgenden Abfchnitten bas Wenige, was. al zuverläfiig angefeben werden fanny ‚ étadblen, und uns vorzüglich davor hüten, fpätere Räfonnes ments und Ausbildungen nicht mit ber urfprüngliden Lehre ber Pythagoreer zu vermifchen, Die ganze Gefthidjte läße fih am Beften unter zroei Hauptabtheilungen bringen, wos von die Eine bas Leben und Schidfale des Pythagoras and _ bie Einrichtung und Schidfale bes berühmten pythägoreifchen Bundes erzählt, die ‚andere bie Philofopbie ber Pythagoreer Refonbers, bare, Gees Rapiteh Leben des Pothogors und etna Bund, Dieben Pythagoras betreffende Zeitrechnung fo wie mebs tere Umftände feines Lebens laffen fid bei der Menge von wiberfprechenben Rayrigten und Evbidturigen, womit feine *) Bor sue hat Biah burd ine Unterfuhung über Philloaus, beffen Brudftüde er für die ficherften erg aus ber Dythagoreis hen Schule Hält, diefen Gegenftand mit großemFleiß berührt, obs wohl ev bier und ba bag lts und Raupplhagoneijdt miet forgfattig werug unterfcheihgt,

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Pythagoras. Gefdbichte engefil if, nur wad wabrideintidien Gründen beftimmen. Schwerlich wird fih hierüber etwas Gründliches sed fagen laffen, ald was Meiners mit fo viel Gelehrs famfeit und Scharffinn ausgefübrt hat, und wir werden vie ben chronologifchen Beftimmungen diefes Gelehrten folgen. Pythagoras wurde gegen bie softe Olympiade wahr: fheinlih *) auf der Snfel Samos unter febr günffigen Um: fländen und mit trefflichen Talenten geboren. Diefe Infel s batte fid) damals zu einem hohen Grade von Wohlftand und Gultur emporgefhwungen, und fland durch- ihten aus: gebreiteten Handel faft mit allen cultivirten Ländernin Vers bindung. Die Natur hatte Pythagoras mit vorzüglichen Zalenten ausgerhftet, welches aud aus feiner ungemeinen Bifbegierde, feinen bedeutenden Erfindungen in der Mas fhematif und feinen großen Planen zur Vereblung ber Menfchheit erhellt. Sein Vater Mnefardhus ein begüterter Kaufmantiin Samos (der die Steinfchneidefunft vieleicht nebens ber aus Neigung, nicht als Gewerbe trieb), wer im Stande; ihm Mittel zur Befriedigung feiner Wißbegierde zu verfchafs fear), Wielleicht waren felbft die Hanbelsreifen feines Bas ters, an welden er Antheil nahm, Veranlaffung, feine Geiftestrdfte zu weden, Belanntfchaft mit ben gelchrteften Männern feiner Zeit zu machen; und es iff nicht unmabrs - fheinticy, daß er Unteritalien auf einer biefer Reifen als das Land fennen lernte, worin er feinen, großen Plan eines philofophifchen und politifchen Bundes am beften ausfühs ten fonnte 2). Wenn gleich Porphyr und Jamblid in ihren: biographifchen Rhapfodieen alles übertreiben, was zum Rubs me und Lobe ihres Helden gereicht, fo ift bod) ihe Bericht +) Rad Sembtié de vita pythagorica cs. in Sibon in och. 2) Porphyrius vita Pythagorse. $. 1. 5. 10. Diogenes Laert. VII, 2) Porphyrius §. 2. aus bem Sleanthes rlsoos ds vou Mynougzov ess var Fradsar, avumisvoayın vor IIv3uyoguy veor ‘ore Senden ovear avdamope, wai vos. Saragor CT

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Erfies Haupfl Dritter An. Erftes Kap, nicht unwahrfcheinlich, daB Pythagoras nicht allein von Phes vecydes (f. oben) und einem gewiffen Hermodamas' in Samos, fondern aud von Shales und Anarimaus der iff gebilbet worden. Denn warum follte nicht ber 7 Nubm diefer Männer bis nach Samos gebrungen feyn und Pythagoras nicht eine fo Heine Neife gemacht haben, um feine Wifbegierde durch ihre Kenntniffe zu befriedigen? Zwar findet man in der Philofophie- des Pythagoras Feine Spur von den Philofophemen diefer Männer; alein biefes ift Fein Grund gegen bie Wahrheit der Thatfachez denn ed läßt fich gar wohl denken, daß Pythagoras, ohne ihre Lehren angus nehmen, durch fie angeregt wurde, fid einen neuen Weg zu bahnen. Beide befchäftigten fid) mit dem Weltbau und mas ‘ thematifden Gegenftdnden, und vielleicht fchreibt fid daa ber aud) Pythagoras vorzügliche Neigung zur Mathematik, Hierzu kommt nod, bañ wir die Philofophie ded Pythas _goraê viel zu wenig Fennen, alé dag man aus ihr einen bedeutenden Einwurf dagegen bernebmen: follte 3). - Pythas goraë unternahm, wie e8 damals bei den Gebildeten Sitte war, Reifen in fremde Länder, wozu ihn wahrfcheinlich die Begierde, die Kenntniffe fremder Lander zu fammeln, auch vielleicht bie Aufmunterung ded Thales, beftimmte. Aber auch bier ift die Uebertreibung einiger Schriftfteller fichtbar, ins dem fie ibn nicht allein nad Aegypten und Phönicien, fons „dern and) nach Perfien*), Indien, Judda und fogar zu den Druiden in Gallien reifen laffen. Die Nachrichten daz von find fo widerfprechend fowohl unter einander, ald mit ber Bcitrehnung, und beruhen auf dem Zengniffe. fo leidtglaua biger Schriftfteller, daß man nur die Seife nad Aegypten, und vielleicht die nach Phönicien für zuverläßig halten fann. Aegypten wurde nod .fpäterhin als das Land geheimer Weisheit bereifet, und e8 (ft fich wohl denten, daß Yytha‚ gatas Phönicien, welded vielleicht bas Vaterland feines 5) Porphyrius §. 2. 21, Iamblichus $. 11. *) genen führt aud Cicero lib. V. “de fin. und Plin. h. nm XXV.

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Pythagoras. Vaters war, auf diefer Reife nicht vorbeiging, ta e8 burch feinen Handel, feine Manufacturen und Künfte fehr berühmt war, Auf biefe Reifen muß er eine beträchtliche Beit verwenbet' haben, ba er in Aegypten allein fid 22 Jahre aufgehalten haben foll4). Dah folde Reifen für einen Mann von philofvphifdem Geifte nicht ohne Nugen waren, läßt fic) wohl denken; ob die Bortheile aber fo groß waren, als fig von: einigen Schriftftellern gefdildert werden, muß man mit Recht bezweifeln, Pythagoras foll nad) biefen alle feine mathematifchen Kenntniffe auf diefen Reifen, und zwar die Geometrie von ben Aegyptiern, die Arithmetik von den Pöniciern und die Affronomie von den Chalddern gelernt haben, Diefen Berichten widerfpricht wo nicht das Factum, daß Pythagoras felbft wichtige Cntdedungen in allen biefen Xheilen machte, bod) die Behauptung anderer Schriftfteller, daß Thales und Anarimander feine Lchrer in ber Geometrie und, Aftronomie waren, und baß die dayptifchen Priefter entweder mit ihrer Wiffenfchaft zu fehr fargten, oder auch nicht viel mitzurheilen hatten 5), C8 fann wohl feyn, daß einige Gelehrte unter diefen Nationen in Rüdfiht auf diefe Kenntniffe vor ben Griechen voraus waren, vorzüglich, die Chalbder und Aegyptier in der Beos bachtung des Himmeld, und in ber Rechenfunft; aber wahrs fcheinlich fehlte biefen nod die wiffenfdaftlide Form, bie fie erft durch Pythagoras und fpätere Denker unter. den Grieden erhielten 5). Von. mehr Bedeutung waren wohl } —— 4) Cicera de Finib, W, ¢ 29, Porphyr. §. 11. [Nad Diogenes £. unter ber Regierung des Amafis, weichem er burd Polykrates, fets nen Gafifreunb, empfohlen ward. Aufat d. H.) - 5) Porphyrius $. 6. §. 11, Iamblich. §, 18, 19, 158, 159. FH Diefes LaGt fih fdon daraus Fliegen, daf nad ben Zeiten bes to, als ‘bie Wiffenfhaften in Griechenland felbft bebaut wurben, te gelebrten Reifen nad Xegypten aufbòrten. Plato beftäciget diefe Bermuthung burd eine Stelle, wo er fagt: daß die Grieden die erften Clemente einiger Wiffenfchaften von Aegyptiern und Gbatdéern erhalten, aber fle fehr vervolllommt Hatten. Epinomis AX. B, 6.265, 266. Ed. Bip. Gr lobt bie Neanptier,baß fie bie Jugend in dep Mechenkunft und Mebkunft unterridten laffen, aber was er bavon anfüyrt, feint zu beweifen, daß fie bloß medanifd getries . den wurdt. de legib, , 8. VUN. 384 und V. €. 2.6.

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Ceftes Hauptft. Dritter Abfchn. Erftes Kap.\ tle meticinifchen Kenntniffe, welde ex in Aegypten fand; daher fo vieles Eigene in der. Kleidung, in dem Effen und Trinken und überhaupt,in ber ganzen Lebensart der Pythaz goreer, was von ben ágyptifden Prieftern entlehnt zu feyn fcheint. Ueberhaupt wurde die Argneifunde, und vorzüglich ber biätetifche Theil von den Pythagoreern mit Fleifs betrieben. Aud nahm Pythagoras von den dgyptifchen Prieftern Vieles an, wads zum religiöfen Cultus und zur Einrichtung ihres Priefterordens gebôrte 7), in welden er aufgenommen wor: den feyn fol. War aud Alles, was Pythagoras von ben Agyptifden Prieftern lernte, in wiffenfchaftlicher Rüdficht von Feiner. großen Bedeutung, und der großen Borbereitun: gen und Prüfungen nicht werth, welde ber Einweihung in ihren Orden vorher zu gehen pflegten, fo war es hod von großem Einfluß auf die Ausführung feiner übrigen Swede, und verfchaffte ibm unter feinen Seitgenoffen Ansfeben, Einfluß und Ruhm*). Seine Biographen (wenn man die Compilatoren Porphytius und Iamblichus fo nens : nen barf) erwähnen noch einer andern Reife ducch Griechen: land, wo et die berühmteften Tempel befucht, und ihre Inftitute und Geheimniffe fid) bekannt gemacht habe ®). Diefe erfolgte, wenn fie wirklich flatt fand, und unmahrfcheinlich iff fie wenigftend nicht, vermuthlich etwas. fpäter **). . engen 7) Iamblich de vn pa 6, $. 151. Tiebemanns Geift ber fee culativ. Philof. 1 . 7I+) Gift hier aber weniger auf ein zetne Lehren unb beren Werth gu fében, obwohl aud einzelne Lehren des Pythagoras fremden Urfprungs find, wie bie Lehre von ber Geelenwanderung nad ber Gage der Alten aus Aegnpten flammf (Herodot IL), ‘fons bern e8 iff mehr nod) auf ben orientalifchen Geift zu fehen, bec in Pythagoras Lehre zu finden ift, und der fid in dem Symbolis fden feiner 3ablentehre (lamblich de vita Pythagorica cap. 23. 4. §. 247. Stob. Serm, 5.), fo wie in ber ganzen Eincätung bed gefellfchaftlichen Inftituts, welches er errichtete, ausfpricht. . aud) loseph contra Apion. lib, I. x. 8) Porphyria À-1. §.16.17. Tamblich. 1.1. $.25. Diogen. Laert, VIII. ++) Dod ift nicht unwahrfcheintih,, daß Pythagoras, dex bie Gefes: ebung und Bildung bes Staats: zu feinem Augenmerte gemadt Batte , fhon damals Greta und Lacebdmon befudst habe, um bes Minos undperse Ginrigtungen Eennen u1 emmen ; wie aud fuatin. hist. XX, 4, bevidtet.

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Pythagoras. Nahdem Pythagoras feine große Reife beendiget hatte, fam er, nach Ariftorenus im vierzigften Sabre, nad Samos zurüd, und dachte nun auf Mittel, die Senntniffe, , die er auf-berfelben erworben und durch eigened Nachdenken erweis tert und vervollfommt hatte, unter ben Griechen zu verbreis ten. Ungeachtet er eine Schule angelegt hatte, fo verließ er bod) bald bie Infel nnb begab fid nad Stalien, nady ber ‚gewöhnlichen Meinung, wegen Polykrates Herifchaft. Wenn aber auch. biefer fein eigentlicher Æyrann nod ein Feind der Wiffenfchaften und Künfte war, fo fonnte Doc Pythagoras nebft andern Samiern mit Recht über die Ums flofung ber alten. Verfaffung unzufrieden feynz; vieleicht floh er auch bie bürgerlichen Unruhen und Kriege, welche jene: zur Folge hatte, Und, wenn wir nicht irren, fo mußte© | Pythagoras diefe Infel aud obnebief feinem Plane nicht ganz angemeffen finden. Denn die Errichtung der großen Gefellfchaft in Stalien, welche andere 3wede, al8 bloß ben wiffenfdaftliden Unterricht hatte, fheint ein Plan gewefen . zu feyn, ben ex feit feiner Ankunft in Italien nicht aus den Augen verlor, und ben er wahrfcheinlich weit früher gefaßt hatte. Diefes Unternehmen fonnte aber auf einer Infel, die einen Alleinherrfcher hatte, nicht fo leicht, als in einem großen zufammenhängenben, aus mehren ariftocratifchen Staaten — | beftebenben Lande auögeführt werden. Er verließ alfo in einem Alter von ungefähr vierzig Jahren mit einigen Ber: trauten fein Vaterland, und bereifte, ehe er nach Italien gelangte, noch einen Theil von Griechenland, wahrfcheinlich. aud in ber Abficht, um fic dasjenige Land auszufuchen, wo er mit dem beften Erfolge feinen Plan ausführen fonnte°). Pythagoras wählte dazu Kroton, einen Fleinen, aber mächtigen und wohlhabenden Staat in Unteritalien; und ber Erfolg. rechtfertigte feine Wahl *). Er erhielt in Eurzer Zeit Aufmerkfamkeit und Bewunderung; man drängte 9) Porphyrius 1.1. §. 15, 16. Yamblichus §. $4, 26, 35. *) Nad Cicero I. Tusc. fam er bapin untes ber Regierung deë SZorquinius Superbus.%. d.

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Crftes Hauptft. Dritter Abfhn. Erftes Kap. fic) haufenweife hinzu, feine Vorträge anzuhören; er befam eine Menge ber angefehenften Bürger zu Schülern, Eonnte fid aus benfelben die geprüfteften zu einem Bunde auswähs len, durch welden er fid) ben widtigiten Einfluß auf biefen, und andere Staaten in Stalien-verfchaffte, Wir müffen hier nod etwas ftehen bleiben, und fo: wohl die Mittel betrachten, wodurch; Pythagoras biep. alles bewirdte, al8 aud ben Swed und bie Einrichtung der be: . tübmten Gefellfhaft kürzlich erwägen. Pythagores war für die damalige Beit unftreitig ein auferorbentliher Mann. Schon fein Aeufferes, die Schöns beit feiner Bildung, verbunden. mit Anfland und Würde, Fündigte einen großen Geift an: Sein ducchbringenber Vers fland, feine Beredtfamfeitz unterftüßt durch eine Menge außer: ordentlicher Renntniffe, alles biefes fonnte zumal in einem Lande Auffehen erregen, welches in höherer Bildung nod ganz zurüd war, Wenn er von biefer Seite Bewuns derung erhielt, fo gewann ihm feine Neligiofitát und fein würdiger Charakter auf ber andern Hodadtung und Zus‘ trauen*), Manches Eigenthümliche und Fremde in ber Kleidung, Lebensart und Sitte, mande Sage und Exzähs lungen von göttlichen Gaben ber Borherfagung und aufers ordentlichen Kräften, vielleicht von feinen ihn verehrenden Freunden geglaubt und ausgebreitet, wirkten mit, die Aufs merffamfeit an ihn zu feffeln, Der Gegenftand feiner dffents lib zu Kroton gehaltenen Vorträge war die Ermahnung zur einfachen Sitte und bie lebendige Schilderung ber fhes gielen Pflichten befonderer Menfchenklaffen (der Pflichten dee Männer und Weiber, Aeltern und Kinder x); the Zwe. - war, bie Sitten zu verbeffern, bem Hange zum Lurus und. finnliden Genuß entgegen zu wirken**), und Dagegen bas Streben zur Bildung des Geiftes und Herzens zu entflams ») Gt efiien feinen Zeitgenoffen ala ein ann, der mit Söttern Umgang bielt, u pflangte ben Gláuben an Umgang mit Geiftern Jap Disinetion aud: ouf feine Schüler fort, Vergt. lamb ich $ 1 ++) Go aud bie onbe Stelle bes Juftin, 4 D

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Pothagoreifdjer Bund. - men, Seine einnehmende Berebtfamkeit, ble alle Mittel rich tig berechnet hatte, hatte in feiner erften Anrede an die Zünglinge erftaunliden Cindrud gemadts die Neuheit der Sache erregte Aufmerkfamkeit, und er befam von den Obern nit allein Auftrag, mehrere dergleichen Vorträge zu bal: ten, fondern ihnen aud gute Rathfchläge zus Verwaltung bes gemeinen Wefens zu geben 10), 7 " Pythagoras hatte baburd ungemein viel gewonnen; ex war auf dem Wege, fih alle Gewalt in bem Staate durch die Weberlegenheit feines Geifted zu verfchaffen. Auch war biefes ohne Zweifel fein Plan, ben ihm aber nicht Eigenz nug, fondern fein Entbufiasmus für bas Gute eingegeben hatte. Er fuchte nicht Durch dupere Macht, fondern burd feinen Geift und burd die Ueberzeugung zu berifchen, er drängte fih zu feinem Amte, er ging auf Feine gewaltfame Veränderung in der GStaatöverfaffung aus, und wollte nur in ben ganzen Staatölörper einen andern Geift, ein ans DereB Lebensprincip bringen, Das einzige zwedmäßige. Mit tel dazu war, eine Erziehungsanftalt fir gute Birger und eine enge Verbindung geprüfter und aufgeklärter Männer *), 10) Porphyrius L 1. $. 18, aa. . *) Heeren {Sbeen über bie Politik ze. ME TH. ı Abthlg. Götz tingen 1812. ©. 430.) nimmt an, bes Pythagoras Anftitut abe eine politifde Kendenz gehabt. „Aus dev Bergleidung er Gefdidte der einzelnen Städte Grofgriedentands um bie Zeit feiner bortigen Erfdeinung, heißt e& an dem angeführten Orte, geht hervor, baB die Herrfdjaft in ben blühendften derfelben in ben Händen von Optimaten wars gegen welde aber um eben biefe Beit eine Volköparthei anfing fid zu bilden, beren Swifte bald ben Untergang von Sybaris berbeifübrten. Die Parthei der Ops . timaten bafelbft, wird bingugefegt, zoo an ber Babl, flüchtete, von dort vertrieben, nad Kroton, und bat um Schuß, ben fie baupts fadlid) auf ben Kath bes Pythagoras erhielt (Diod. XIL p. 77 Wechel.), Pythagoras, nichts weniger als ein Pdbelfreund, fchloß fih an bie Optimatenparthei an, bie wieberum an ihm, dem Mann . _ von fo glänzenden Talenten, igre Stage fand. Es war dies aber bie Beit, wo die Ueppigteit in jenen Städten, vor allen unter ben veihen Familien, einen nod nie gefehenen Grad erftiegen hatte, &s fonnte einem Manne, wie ibm, nicht entgehen, baß biefes Site tenverberbuig ben Sturz ber hercfdenden Parthei herbeiführen miffe; und fo entftand natilid ber Gebante, feine politijde Rez form auf eine moralifche zu gründen.” Go-confequent biefe Anz At if, fo wenig finde id diefelbe Dura; gefchidtlide Beugeiffe

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efkes Haupeft. Dritter Abfdn, Erftes Kap. ' Benn man bie ganze Einrichtung biefes Inftituts dez trachtet, welches. unter dem Namen bes Pythagoreifchen Bundes oder der Gefellfchaft der Pythagoreer fo berühmt worden ift, fo muß man über ben großen Geift erffaunen, ber den Plan dazu entworfen hat... Es umfaßte nicht nur | ben Unterricht in gemeinnüsigen Kenntniffen, fondern auch die Bildung des Charakters; ¢8 vereinigte bie mannidfals tigften Anftalten zur Entwidlung aller. geiftigen Anlagen, in ben gehörigen- Abftufungen. Daher bildeten fich in biefem Snftitute Denker, Dichter, Felbheren, Staatsmänner, und ‚überhaupt vortrefflihe Menfchen in jeder Art. Alle Mits “ glieder lebten in der innigften Eintracht und Freundfdaft, und dle ganze Gefelfchaft war als eine große Familie zu betrachten, bie fi durch Frugalität und Mäßigkeit, Gereda tigfeitéliebe, edle Wohlthätigkeit und harmonifche Bildung bes Geiftes auszeichnete. . _. Pythagoras nahm nicht alle und jebe in biefen Bund auf, fonbern beobachtete bie Aufzunehmenden von. Seiten ihres Charafters, wobei ihm fein fcharfes phyfiognomifches Gefühl fehr zu flatten fam, und unterwarf fie mancherlei Prüfungen **), Gymnaftifhe Uebungen, Befdäftigungen x vollfommen begrändet ; ja die ganze Ridtung ded Pythagoras und feiner Lehren, welde atd myftifd) und afcetifd) mebe nad innen dis ‘ nad außen ging, fheint mir zu bezeugen, baß fein Plan zunâchft "| auf die Bildung bes innern Menfden gerichtet, und baß ber politifde Einfluß, welden ex und fein Bund gewann, nur nafürs lide Folge feiner moralifhen Wirkfamkeit, nicht von ibm als Hauptzwee beabfidtigt war. Zudem fdliest fic die Cinrids tung und Berfaffung biefes Bundes mebr an die Einrichtung dex ägyptifhen Prieftermy fterien und an ben borifchen Stam= mesdaratter, als an bas gemôbnlide Verhältnigder Ariftofraten in ben griedifhen Staaten an, fo daß id jenen Bund als einen Bund der Optimaten im politifhen Sinne, feiner Abfidt nad nicht anfeben Tann, wenn er aud am meiften auf Bildung der Optis maten wirkte. Weit näher liegt die Anficht, welche aud mit der - Weltanfhauung des Pythagoras zufammenhängt, baf fo wie bie "Welt ein barmonifhes Ganzes der Dinge, eine Mufif ber Sphären "fes, diefer Bund, als ein Bund ber Freundfdaft, Eintracht und Orbz nung, biefe Harmonie der Welt, gleihfem im Kreife bes Menfde lichen b. f. in Wiffenfchaft, Sitte und Staat barflellen und auf die Menfchheit übertragen folite. S. auch das Folgende. A. db. H. **) Jamblich. de vita pythagorica 5. 71. C‚KVIL $: ya. C. XVIII. sqq. _ Gell. noct, At, 1,9.

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Ppehagoreifdhee Bund, beb Geiftes, Berathfchlagungen, Spaziergänge, Reinigungen wechfelten mit einander jeden Tag in einer beftimmten Orbs nung ab. Alles biefes, fo wie die fombolifchen Vorfchriften und afcetifhen Gebräuche (wotunter die Enthaltung von Sleifchfpeifen *) und von Bohnen die befannteften find,) zwedte auf eine fehr heilfame Diät des Körpers und dev Seele, auf zwedtmäßige und harmonifche Bildung des Menfchen, Anleitung zum Nachdenken über fid) felbft, zur Selbfiprüfung, Selbfbeherrfhung und Gleihmüthigkeit ab. Die ganze Gefelfdaft beftand aus mebrern Klaffen oder Graben **), Die unterften Grade waren eine Vorbereitung zu bem höchten, | welcher die audgefuchteften und geprüfteften Mitglieder ums faite, denen alle Geheimniffe des Bundes und beffen ganze Drganifation anvertraut waren. Ungeachtet der Dunkelheit, | in welde ber legte Grab eingehilt ft, fcheinen doch die Beheimniffe deffelben nicht fowohl gewiffe nicht mittheilbare Dogmen, ald vielmehr den legten verborgenen Swel der Gefellfdaft und ihren Einfluß auf die Regierung des Staaz ted betroffen zu haben 11). “Denn hierauf zwedte bie ganze *) lamblich 1. L 108, 109. et Rittershas, ad Porph. 55. b. Ô. *) Jamblich LI $.:80 sq. Hier wirb guerft der Unterfdhieb von Dos | thagoreern, die in völliger Gitergemeinfdaft mit einander lebz ten, und Pythagoriften gemadt, welthe nur burd gemeinfame wiffenfdaftlide Studien vereinigt waren. rene waren Cfoterifeé {Dice- L. VIII, 37f.) und wurben wieder in die drei Klaffen ber anov" or, Sasporros, unb Deoe oder Îesonaders (lamblich, de my:steriis C. XV.) getbeilts biefe waren Groteriter und biefen aud @xovopatsxos ober axaqvotixes; indem fie bem dogmatifden Behrs vortrage fdweigend zuhören muften. Auf diefe Kaffe fcheint fih aud bas auros epa vornehmlid zu beziehen, wähtend jene aud ot genannt, einen ausführlihen und mit Grünben ents delten Unterriht empfingen (Porphyr. §. 37. et Rittershus, ad h. 1.). Hiecauf bezog fic) aud) bie doppelte Lehrweife, bie dönoxalın cupBodixn und bie dueEodexy.. Sn Hinfidt auf die Lehrgegenftände hießen fie dann srodursxor, ouxorouxos und voro Getixnor, ceBactixos etc. Die Efoteriler aber waren die Mitglieder bes Ordeng, in ben man nur nad einem mehrjährigen Stillfdwels en (own ober ayeuudın f. über bas pythbagorifde Stille felgen Rittershus, ad Porphyr. $. 19.) eintreten Fa . 11) M bt lide Befhreibung in Meiners Gefhidte be ner se 5 sud 3 Gap. €. 391 zeg. >

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Cefes Haupt. Dritter Hofdn. Cres Rap, Gintibtung dev. Gefelfbaft ab*), unb felbft der Erfolg feint diefe Bermuthung zu beftátigen. x Diefe Gefelifdaft Hatte einen ungemeln glüdlichen Forts gang... ‚Nicht allein in Kroton erhielt fie eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern aus den angefehenften Ständen, fondern.‘e8 bildeten fic) auch. in Metapontum, arent und andern Städten Großgriehenlanbs ähnliche Gefelfdaften, welche mit der in Kroton in Verbindung ffanben. Der Pys thagoreifche Bund erhielt nach und nach ben widhtigften Eins flug auf bie Staateverwaltung biefer Städte, Denn Ppthar gerad wurde nicht nur felbft in. wichtigen.„Angelegenheiten um Rath gefragt, fondern viele Mitglieder bes Bunded was ten angefehene Bürger und beFleibeten wichtige, Stastsänter, . ©8 lápt fic) daher leicht denten, daß ber Bund gulegt gletche | fam bie Seele der ganzen Staatsmafchine wurde, indem duch. ihn,. vermittelt ded Kinfluffes der Einzelnen, alles beftimmt und entfchieden wurde, Die geroöhnlichen Obrige. teiten blieben unverändert, aber ihre Gewalt war untetges . ordnet, ihre Thatigheit erhielt eeft durch ben Bund den erften Antrieb und die wahre Richtung. Der Bund wirkte aber als eine unfichtbare Kraft und fein Einfluß, blieb daher vers * borgen, und nie würde man fid vielleicht bie Mühe gegeben haben, thn aufzuheben, wenn fi nicht eigenfüchtige Mtns ner gefunden hätten, die, durch ben Bund gehindert, thre Abfichten nicht erreichen tonnten. Denn der Einfluß bes Bundes war im Ganzen für die Staaten febr bellfam, und’ gwedte auf nichtd anders, ald auf bas gemeine Befte ab, Die gefegmäßige Berfaffung zu erhalten, Unregelmäßigfeit und Willhht aus ber Megierung zu entfernen, bieß wat bas Biel derfelben *2). Diefe Gefelfchaft erregte bald Neid und Eiferfucht gegen fi, durch welde fie endlich aufgeldft wurde. Angefehene. Männer von zweibeutigem Charakter wurden abgewiefen, anz bere aus eben der Urfache aud ber Gefelfhañt ausgefchloffen, =) &, jebod) die obige Anmerkung. ©. ot. _ 42) Iamblichus 1, 1. $. 249, 263, 264. Tustin. XX, 4.

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Potpagoreifcher Bund, | "ehe fie in ben oberften Brad lamen. . Selbft die ganze Eine. richtung bed Bundes war gewiffetmafen eine Trennung von bem übrigen Staatslörper. Die Mitglieder zeichneten fid nicht allein burd bie Grundfage, fondern auch durch ihre Site ten, Lebendweife und Kleidung aus; bie innigfte Herzensvers eintgung und die feltenfte Freundfcaft. bildete gleichfam eine Sdeirewand zwifhen ihnen und ben nicht Verbûndeten, went gleich jene gegen diefe nur alé-edle Männer handels. ten. Swat bob ihr Einfluß auf die Regierung des gemeinen Wefens biefe Sdheidewand gewiflermaßen wieder auf, wat fteilte eine Art von Verbindung her,- welde in der Abs béngigfeit det Uebrigen beftand; diefe bauerte aber nur fa lange, alé bie größere. Menge diefe Abhängigkeit fich gefallen ließ, und nicht von jenen- Unzufriedenen aufgewiegelt wurde. E8 entftanben hieraus. Uneuben und Empdtungenz ein groper Theil der Werblindeten wurde hingerichtet, die übrigen gers freut. und verbannt. Mit ber Berftirung des Bundes -in allen griechifch>italienijchen Staaten fing eine lange Meihe von: verbetblichen Kriegen und Uniuben an,. welche Zulegs — kaum buch Bermittelung: der Adder geftilt werden tonne ten*). Diele Verfchwörung gegen ben. Orden und bie weit auêfehenden Folgen derfelben: laffen fic) faum denken, wenn ex Feine politijde Venbens- gehabt hätte 12). - - \ Bo grof aber ach bie Uebereinftimmung ber Sdrifte fellere in der Hatiptfache biefer Begebenheit ift, fo fehr wets chen fie in Nebenumfländen ab. Daher laffen fid auch bie . lebten Schidfale bes Stifters biefes Bundes nicht mit Ge wißheit angeben. Denn nad einigen fand er feinen Zod, (der and febr abmeidend, mit aberiteuerliden Umftdnden, turd diefe wurden die u 1.1. ig. etc. Phpthagoreer wieder guriictgerufen. Yam= Pooth 8 . "x 28. . 13) Iamblich, 35 Rap. [Nah den meiften Radeidten, war 8 bet errfchfüchtige Cylon aus Sybaris, ber weil er vom Pythagoras ben Bund nicht aufgenommen worden war, eine Partei gegen . denfelben etrepte, und endlich bie in bem Haufe bes Athleten Milo - verfammelten Schüler bed Pythagoras in beffen Abwèfenbeit, fammt bem Haufe: verbrannte, wobei nuc wenige enttanten. Dief gefdaÿ um 500 vor Shr … - Bufag d,

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Œrftes Hauptft. Dritter-Abfchn. Crftes Rap. wie fein ganzes Leben, erzählt with) in eben biefeni Auf: ftande, der den Bund gerftdrtes nad andern entfloh er aus — Kroton, ging nad) Metapontum und wurde dort in ei nem ähnlichen Auffland gemordet ober entleibte fich felbft ; * nach andern war er bei biefen Begebendeitén: nicht anwefend, und entweber auf einer Reife oder fchon lange geftorben 14)© Mit der größten Waıfheinfichteit fegt man feinen Tod um die 69 Olympiade 79), G8 iff gewagt, über ben Charakter bes Maines ‘ein beffimmtes :Uetheil. auszufprechen, fiber welchen fo vers febieden fdon in bem Uiterthume geurtheilt wird. Es if vielleicht eben fo leicht, ihn als einen Mann von erhabenem . Charakter, der aus bloem Pflichtgefühl, ohne alle eigens _ nüsigen Rüdfichten, au ‘bem großen Plan, die 'Menfchheit bur Sitflichfeit und Geiftesbtbung zu verebeln, feine Kräfte aufwandte, oder als einen feinem Politifer zu filbern, bet feinen Handlungen einen fehönen Anftrich zu leihen vers. motte, ungeachtet die wahre Triebfeber berfelben Ehrgeiz und Hervfchfudyt war: Go fehr für das Erfte der"änffere Anfchein, die Wohlthätigkeit feiner Einrichtungen und Hands lungen, und überhaupt die Wahl ber Mittel‘ zu -fprechen‘ fébeint, fo Fônnte doc) von ber- andern Seite ber Gimoutf gemacht werben, baß man Aber die eigentliche. Tendenz feiner: Plane nicht urtheiten. könne, weil e8 nicht: ausgemadt. fev, ob fie in ihrem ganzen Umfange auögeführt,;ob. nicht wiebe: mehr ber‘ Hauptzwed, den er durch feinen Bund beabfichs tigte, ehe e8 zu bem entfbeibenden Augenblid fam, vereitelt worden. Ungeachtet alles beffen aber, was fid) dagegen fagenläßt, haben dod bie Gründe für den ;fttlichen GharÁtter— bes Pythagoras ein größeres Gewicht, fo lange man bet ber Wirklichkeit ffeben bleibt, und. nur barauf fiebt, was. er. gethan, und wie er e8 gethan hat. Denn nach biefem ‘fdeint feine Abficht Feine andere gewefen zu feyn, als Gen fegmäßigkeit in der Verwaltung des Staats, und Moralis „24) Porphyrius 6. 54. und lusting l, L . 15) Meiners ©. 368. [Rad Gufebius 70 OL-4.]

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"Pptdagoreifcher Bund, tät in dem ganzen Betragen feiner Seitgenoffen gu befärbern. Dafür fpridt auch, dah bie Pythagoreer, auch nachdem der. Bund zerftört war, immer denfelben Grundfägen treu bliez ben, und daß fie die fchönften Beifpiele edler Freunde fchaft aufftellten. Gin Pythagoreifches Leben galt baber nog in fpdtern Zeiten eben fo viel, als ein mufterhaftes Leben 15), _ Die Berftörung tes Bundes war für die Staaten, tibet welche er fich verbreitet hatte, ein großes Unglüd und Hinz Derniß ber fortfchreitenden Gultur, abet für die Wiffenfchafs ten entftand daraus zufdlliger Weife dod mancher Gewinn. - So lange ald er beftand, feheinen die Mitglieder zu fehe mit politifden Angelegenheiten befchäftiget gemefen zu feyn,’ als. daß fie vieljfür die Wiffenfchaften leiften konnten. Selbft Pythagoras fcheint feine größten Erfindungen vor biefem Beitpuncte. gemacht zu haben. Vielleicht war eben biefe pos litifche Gefchäftigkeit mehr, al8 bie Sucht, Webeimniffe für fich zu. behalten, die Urfache, daß die Pythagoreer zu ber Beit, ald der Bund nod beftand, gur nicht gefchrieben haz ben*). Inder Folge legten fie fib mit meht Dube auf. bie Wiffenfchaften, fonberli bie mathematifchen, hinterliepen bie Refultate ibres Nachdenkend fchriftlih, und trugen nicht wenig dazu bei, daß bie Mathematit mit mehr Gli und Sntereffe bearbeitet wurde #7), 16) Plato de Republica X. @. 203, Cebes zu Anfange bed Bemätbed, *) Bon einem andern Standpuntte Täßt fi Tagen, baß fo lange bie ‚That mehr galt und bas lebendige Wort, und de Schüler . nod in einen Bund vereinigt tebten (Lömblich Ll 6. 253.) ¢8 bes Auffdyretbens no hidt bedurfte, und biefes alé ein nothwen: biges Hülfsmittel bee Erinnerung erft dann erfdien, alé man bie , theoretifd)= praftifhe Weisheit des Pythagoras bem Untergange Æntgiepen wollte Yd. H. 27) lamblichus §. 25. Porphyrius $ 36, lamblitb. $. 250, 25% “ Zennemanne Gels. b. PULS

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Erftes Haupffl. Zwelter Abfıhn. Bmeltes Ran „Zweites Kapttek Philofopheme ber Pythagoreer. Pythagoras faßte bie Welt von Seiten der Zahl und legte den Grund zu einer wiffenfdaftliden Mathemas tif *). Wenn vor ibm aud Thales und deffen Nachfolger nicht unwiffend in der Geometrie waren, fo erhob fid body ihre Kenntniß, wie eB fceint, nicht weit’ über mechanifche Runfigriffe zur Auflöfung einiger geometrien und aftros nomifchen Probleme. . Pythagoras erfand in der Geometrie einige wichtige Lehrfäge **) und erweiterte die Affronomies ‚ aber. nod) mehr wirkte er für bie Arithmetit, auf welde et “auch die Mufif’ aurhdfübrte *#*). Diefe Wiffenfchaft wurde von ihm und feinen Schülern mit auferordentlidem Scharfe finn und großer Sorgfalt bearbeitet, vorzüglich der Theil welder die Berhaltniffe der Zahlen unterfucht. Man Bann fih leicht vorftellen, wie werth ihm die Arith metif wers den mußte, weil fie ibm fo vieleB verdantte; noch wers" ther war fie ihm wegen ihrer Anwendung auf andere Theile . ber Mathematik „ind ‚weil fie ibm ben Schlüffel zur Ere fenntnif ber Natur in die Hand gab. Daher fonnte Pys thagoras mit Necht fagen: der weifefte Mann dinke ihm der zu feyn, der den Dingen ihre Namen gegeben, und die Zahlen erfunden haber). Denn durch die Arithmetië fam erft Einheit und Bufammenbang a bie verfdjiedenen Theile' bet Mathematif; fie fchten dem Pythagoras mit Redt gleidfam bie aligemeine Größenlehre zu feyn. j *) Telde TREzugleich Philofophie fen folte ©. zoen EE 43 und . ”) Dtbet fogenannte pothagoreifhe Lebrfa t atheseos von ihm guecft erfunden Toren, I joo! ase a ) +) Nad Platoderep. VII, 530 D. nannten bie Fythagorser Mus fil und Aftronomie Sdwweftern. 2) Aclianıs V. HIV. © 27. lamblch.1.1, $.82. CicerTuscal. Qu

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L } …— , Phflofopbeme dee Pythagoreer, 89 GS léft fich daher leicht begreifen, dap Pythagoras, welder mit ben Philofophemen der Sonier befannt war, und feinen Gdft vorzüglich burd Mathematif gebildet hatte, alle Gegenftände ber Speculation aus einem neuen Gefidtés puncte betrachtete. Denn er bradte zu ihnen gleidfam einen mathematifdgen Verftand mit, der nicht bloß anfchauen,. _fondern aud) meffen und rechnen, und alles Denkbare nad feinen Verhältniffen auffaffen wollte. Und hieraus entfprang benn eine Art mathematifder Metaphyfilf, welde fo vielfältig mifverftanden, und bald als dad Spiel einer träumerifchen Phantafie, und leerer Unfinn, bald als dad _ Product des tieffinnigften Denkens betrachtet worden ifl, Beide Borftelungsarten beruhen auf Mifverftändniffen und irrigen Vorausfegungen. Cine auf biftorifhe Urkunden ges gründete Unterfuchung wird dad Wahre und Irrige an beiden berauöheben, und eine ridrigere Schägung diefer Philofos. phie lehren. ‘ Pythagoras und feine Schüler— denn, wie wir oben ©. 82. f. erinnert haben, aus Mangel an beftimmten biftorifhen . Urkunden laffen fic die Philofopheme des Pythagoras und ber Pythagoreer nicht genau unterfcheiden, fondern beide müfs fen als ein Ganges betrachtet werden, — behaupteten, die Bablen feyen bie Principe der Dinge”). Um diefen Grandfag der Pothagoreifden Philofophie ridtig zu verfichen, 2) Die Hauptftelle ift: Aristoteles Metaphys. I, c. 5, Ey Ta tovroug “at 7790 ToLTWY où malovusros Ilvdayogsıo Tov UEFHwatar ayœusyoi TTOWTOL TOUTE NQONYAYOY, HUE EVIGUPENTES sv UUTOIS "Tag touvtwy aoxas TOV OYTOY BOYaS HT TOY eLvas RAVTWY* ETE VE TOUFOY Ob Gord os Pros mewtor, ey ds Toutous sÖoxouv Pswoery opotwpata nodka Tors ovor Has ypuyrouevosc, maddov 7 ev TIGL sar yn NOL DATE, - 08 To wey ToLovdı Tuv agıdumy zados Uxaıpovon » to ds tosovde wuzn xas VOUS, ezegov Ös xargos wat twv alluv og emery EXUUTOŸ opormg, ets Os Toy appovixov ev aprFuotg opawres nas TE TEM «as tous loyorc, erudn ta gevolde tors ageTpals epouréto Tnv Grow aqouoatyvas nader, os Js agGpos zauns ths puseag APWTOL, TH TOY GOLF MOY OTOLYELA TOVONTOY CTOCL ELS navyımy sivaruneha Bow, sar 109 olov ovgavoy aguovay sıra, xs agiduor. Gergl, aud Cicero Academ, Q. IV, c, 37. Sextus Hypotyp, Ill, .§. 152. adversus Mathemat IV, §. 2 X, 248 sg Stob. ecl, ed, Heeren. 1, 289 sgqe | =

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100 Erftes Bauptft. Zelter Abfchn, Zweites Rap, miiffen wir theils ben Begriff unterfuchen, den fie mit bem Worte Zahlen CaguFuor) Verbanden, theils bie Sphäre der Anwendung des Begriffs beftimmen. Das griechifche Wort, durch ‚welches diefer Begriff auês _ gebrüdt wird, ift vielbeutig, und eben darin, baf e8 meh. vere Bedeutungen, als das deutfche Wort 3abt hat, liegt eine Schwierigkeit für bas Berftehen der Pythagoreifden Philofophie, ES bedeutet nehmlich nicht allein Zahl, fons bern aud die Größe, ein Quantum und endlid aud Berháltniffe jeder Art. Die Bahl ift bas Schema, un: ter welchem jede Größe gedenfbar iff. Daher ift es fehr . begreiflih, warum in den frühern Zeiten der Pythagoreer, wo die Begriffe nicht forgfältig genug erörtert und unter: fdieden waren, apıduos für Bahl und-Größe gebraucht wurde, und warum man in fpátern Zeiten die zweite Bes - beutung durch einen Süfab (avudpos peyedog eyav) be: flimmter bezeichntte 3), Es ift eben fo natürlich, daß biefes Wort von den Größen : Berbältniffen auf andere Verhälts niffe übergetragen wurde, und baher eine fymbolifdhe Bes beutung zur Bezeichnung anderer Begriffe, als mathematifcher, erhielt *). Alle biefe Bedeutungen Fommenin der Pythagos zeifchen Philofophie vor. Die Beftimmungen ber Zahlen in ‚ihrem Verhältniffe zu einander betrachtet, gehören zur erften Bedeutung; in der zweiten find die Zahlen felbft Ob» ‘jecte, Beftandtheile ber Natur; in ber britten-heißt das Univerfum eine Zahl, das ift, ein Syftem von Ver= hältniffen, und in der legten endlid) wird bie Gerechtigkeit, bie Vernunft, die Seele u. f. w. dur) Zahlen bezeichnet. €8 ergiebt fifid fdon bieraus, daß die Pythagoreer dem Bee griffe der Zahl eine weit größere Sphäre der Anwendung gaben, als unfer Spradgebraud) veraf Er war wegen 5) Aristoteles Metaphysicor. xm c.6. exsLvos de (sc, Iudayogsioı} - egovra (eyovras sc, apıduoug) peyedos.- *) Aber ber Grund davon liegt-wieder in ber Natur ber Zahl, weßhalb bie befagte Vieldeutigkeit Feinen Vorwurf gegen bes Dytha= got Lehre enthält, vermöge deren’ alle Dinge in der Welt na abl und Maas geovbret fi find. Nur muß man ben fombolifden Ghavatter des Pythagoreismus fefthalten. Kb De,

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| Pbhilofopheme ber Pothagoreer. feiner Bieldentigheit fo weit, daß fie alle Gegenftdnde ihrer Nachforfhung, fomobl theoretifhe als practifche, unter dens felben befaffen Fonnten. Hieran hatte aber auch bas tre: ben ber Vernunft, alles unter Einheit der Principien zu bringen, großen Antheil. . Die Cltern Philofophen betrachteten die Gegenftände der Erfahrungswelt unter dem doppelten Gefidtspuncte was fie find, und wie fie entflanden find. Der erfte Gee fibtépunct ff ben Pythagoreern eigenthimlid. Denn ’bie Sonier unterfudten, wie die Dinge entflanden find, und fudten ihr Wefen durch eine urfprüngliche Materie, aus. woelder alles bervorgegangen, zu beftimmen. Die Pythasgoreer aber betrachteten die Dinge, abgefehen von ihrer Ent: . flehungsart, nad) ihrer Natur, und ‘auf diefe gründeten fie erft das Syftem ihrer Erzeugung. a Die Pothagoreer richteten ihre Aufmerkfamfeit, wie natürlich, guerft auf die dußern Gegenftände, und betradtes ten fie ald Größen unter der Form der Zahlen. Sie glaubten in den Zahlen nad) dem angegebenen Sinne, mebz vere Beziehungen und Aehnlichkeiten mit ben Dingen, mehr Auffchlüffe über die Natur, als in allen Speculationen und ‚Hypothefen über die materielen Grundftoffe zu finden, und fuchten die Principien dee Dinge vielmehr. in den einfachen’ untörperlihen Beftandtheilen berfelben. Weil fie aber nod nidt das Product des reinen Verftandes und ben Stoff feiner. Begriffe unterfcheiben Fonnten, fo festen fie die 3ahs len in die Objecte, machten jene zu Beftandtheilen biefer, oder, mit andern Worten, was nur Bedingung unferer Borftellungen von dußeren, in Raum und Zeit wabrnebme baren Objecten iff, fahen fie als Bedingung ber Obiecte felbft an fih an). Daher nannten fie die Dinge felbft Bablen CageFuoe) worunter alfo ausgedehnte Subftange — verftanden werden, und fie lebiten, der Teere Raum fey 4) Aristoteles Metaphys. XII, c. 6. zov yag Shov avpavoy xetacxsue- Covorw el aged pov, niyv ou povadixar, adda tas porudas ino~ . depBeprovoir exes Heysdos: c. 8. Metaphys. 1, c. 6. oide (bie . Pothagoreer) ageFpare ewas paas avıa va sgaypata.

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Grfles Hauptft. Zweiter Abfchn. Qweites Kap. Urfade, daß biefe fein Continuum, kein zufammenhäns gended Quantum ausmachen 5). Nur dann erft Eonnten fie ihre Sablentheorie auf die Dinge anwenden, nachdem fie biefe mit den Zahlen ibentificirt *) hatten, und es läßt fich nun begreifen, wie fie fagen fonnten, die Principien ber _Sablen find aud die Principien der Dinge **), | Auf biefes Fundament bauten fie ihre Philofophie und Liepen fih wenig in eigentliche phyfifalifde Specúlationen ein 5). ‚Wir werden nun zuerft ihre Zahlentheorie, und dann bie Anwendung. diefer Principien auf die Natur und Entfichung ber Dinge darftellen. EE “Die Elemente der. Zahlen find das Ungerade, (ne girrov) und bas Gerade (aprıov), weil nehmlid alle Zah: ‘len unter bie zwei Rlaffen, gerade und ungerade, gebracht werden Ednnen. Die Eins enthält beide Cleniente, und Vu x 5) Aristoteles Physic, IV, 6. [&. Juf. zu Not. 13.] . ©) Zennemann , ber-wie aus dem Obigen erhellet, die Pythagorifde Lehre nad Kantifden Vorausfegungen beurtheilt, bürbet | biefer exftens das Hineintragen ber Bahl in die Dinge aufs dann bie Meinung, daß die Zahlen ausgedehnte Subftanzen feyen; ba bod, wenn die Zahlen in den Dingen find, wie Pythagoras bez hauptete, oder in dfefelben, wie Tennemann meint, von ihm bine eingetragen werben, fie gwar bie Dinge felbft mit Pythagoras, — aber nur in Hinfiht ihres Wefend, oder ihrer wefentliden Form, nidt fbledthin genannt, und fo mit ben Dingen zu einem und bemfelben gemadt, oder mie Sennemann fi ausdrüdt, idens « tificict werden Tonnen. Ariftoreles fagt in der Hier angeführten Stelle Met. I, 6. Plato ftimme mit den Pythagoreern darin über: ein, daf bie Zahlen die Urfaden der Subftanz aller übrigen Dinge feven; jener aber fege bie Zahlen außerhalb der Cinnenwelt, babins gegen bie Pothagoreev behaupteten: die Zahlen feyen bie Dinge feloft d.i in ihnen. Anderwarts heißt es aud) I, 5. bie Dinge feyen Nachahmung ber Zahlen. Wie hätten nun die Py: thagoreer lehren Eönnen, daf die Babin die Urfaden ber Sub: ftanz aller Dinge feyen, wenn fie diefelben (fdledthin) mit ben Dingen identificict Hätten2 - QU. dB DP. 96) In der oben Not. 2. citieten hierher gehörigen Stelle heißt es vielmehr: 1) die Principien der Matgemätit (und barunter werben bie Zahlen vorzugsweife verftanden) find bie Principien aller Dinge, baber Ærhnemann oben richtiger fagt: bie Zahlen find die Princis pien der Dinge; 2) bie Elemente (oroysa) ber Bablen find bie Elemente aller Dinge, welder Ausbrud {pater erklärt - wird. 6) Aristoteles Metepbysic. I, ©. 7.

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Philofopheme der Ppihagoreer, _ 403 daher it fie gleichfam ber Stamm, aus welchem alle Zahlen (wahricheinlich durch Addition) entfpringen. Die Ciné ift felbft feine Zahl, denn jebe Zahl ift eine Mehrheit von Eins beiten 7). Die geraden Zahlen find. unvolltommen, unvollftändig; die ungeraden vollfommen und voll farbig; benn.eine ungerade Zahl bringt durch Zufammens fegung mit einer geraden immer cine ungerade, in Bers bindung mit einer ungeraden aber eine gerade Zahl, die _ gerade hingegen burch die Zufammenfegung nie eine uns gerade hervor. Viele gerade Zahlen laffen fich in unge:. “rade Hälften zerlegen, wie 10, 18, aber nie ungerade in gleiche Hälften. Das-Ungerade ift alfo in gewiffer Rids fiht*) etwas Unthcilbares, und beweift dadurch feinen Rang als erftes Clement **). Eine gerade Zahl, weil fie in zwei gleiche Hälften getheilt werden kann, hat daher Fein Element, welches nicht zu der einen oder andern Hälfte: ‚gehörte; bei ber ungeraden hingegen bleibt immer ein Ele ment übrig, welded beide gieiche Hälften von einander ' trennt. Die ungerade Zahl hat baber einen Anfang Mittel, Ende; die gerade hingegen Fein Mittel. Aus biefen Gründen hielten fie die ungeraden Zahlen für vols Æommener, als die geraden. - Eben diefed bemeifen fie auch 7) Aristot. Metaphys. 1, c. 5. zou de oped ov OToryties to aprıoy uae TO TEQUETOY , TOVIOV ds TO sv nentqucperor, to Ös amétgor. to de fy dy sE augorepov giver TOUTUP, var yap AOTLOY va: xas mıgıTToV, Tov Os agıduoy éx tov ëvos. Diefes beitätiget Theon Smyrnaeus Mathemat, c. 5, p. 30. edit. Bullialdi Agsotorelnc ds ev to IIvdayooızay“ to &v puow auporeguy petexery TIG Pusews. agin Hey 720 ngoore der HEDLETOV TEQLEL. TEEQITTO) oe agtioy, 6 ovx ay nÔvvaro, eb un appow Taw paso wettige, Do var ap * zronegtrrov xalsıadaı to év. ovupeperar ds tovtorg Kar Apyutas. Aristoxenus bei Stobaeus Ecl, Phys. p. 16. ©) Nehmlid infofern man die Einheit als Untheitbares Fett . **) Sh roûrde Bedenken tragen, mid) ded lebten Uusdrucs, fo wie ber eigen Ausdrücke, ,vollftandig’ und ,,unvollftandig’ zu bedienen, um nidt eine Borftelung, für welde wie Feine fidere Beglaubigung finden, dem Pythagoras zugufdreiben. Kir das Beftimm tere und Borzüglichere unter beiden wurde die ungerate Bahl angefeben ; fie wird vielleicht eben darum bei Plutarch, Problem. 102. bie männ: lide, babingegen bie gerade die weiblidge genannt.

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404 Gcfles Haupeft, Deitter Aofchn. Zweiter Rap. , durh die Gnomonen b. t. folde Zahlen, welde, mit: andern zufammengefest, quabratifhe Zahlen geben. . Alle ungeraden Zahlen find Gnomonen, weil fie, abdirt zu “ben Quadrat » Zahlen, immer wieder Quadrate erzeugen, a D. 143 — 275 4 + 5 = 873 9 + 7 = 4; 16 + 9 = 5? 8), Bieleicht berubet auf diefen Gründen aud bie Behauptung, daf die geraden Sablen,unbe: grenzt, die ungeraten begrengt find 2). Denn bie Theil: tung fteht gleidfam bei den legten ftill, und wird durch das “eine übrig bleibende Element gehemmt. Weil nach der Pythagoreer Anficht die ungerade Zahl Anfang, Mittel und Ende hat, fo evfdeint fie eben deswegen als begrenzt *). 8) Stobaeus Ecl, Physic. p. 14,16. 22. 24. Arist. Ethicor, Nicom. Le. 6. Physicor. LIL c. 4 ©. Biko. Philolaus ©. 146. 9) Aristatef, Metaphysio, 1. cl 5, (Note 7.) Physicor. IHM. ce 4. ZZUStuyogeros ta umevoy ever To agreov (pact) Tauıo yap To evaTokauSuvousvoy, xar UXO TOV sepusrov TEQUIVOUEYOY TUQEYEE Tous ovos Tnv ansıgıav. Stobaeus Eclog. Phys. p,'aa. Die Bez viffe bes ameıgav und wexeoacuevoy zu beftimnten, fehlt ed an Fintingtiden Daten. 8 ift aber wabrideinlid, daß fie darunter bas Unbegränate, Unbeftimmte, und bas Begränzte und Beftimmte verftanden. 1 , WW Kann der Meinung des Herrn Prof. Krug (Gef. ber Phi: lof. alt. Zeit. ©. 95.) niht beiftimmen, wether den Bericht bes Sertus Empiricus über biefe Lehre des Dythagoras ‚tad weldem die Monas und die Dyas (Einheit und Vielheit) bie Clemens te der Zahl, und fomit aud dee Dinge find, für richtiger hält, und jenem bes Xriftofeles vorzieht. Denn id fehe feinen Grund, ben Bericht des viel fpätern, bem bes früheren, der reinen Pothagoreis den Lehre näher ftehenden, und anerkannt forgfältigen Berichters atters vorzuziehen. Daß Sertud in den angeführten von Tens nemann fpäter berüdfichtigten Stellen, (hyp. pyrh. III, 153 — 155 und adv, math. 11, 261 — 262.), mit welden ber aus’ ders felben Quelle fhöpfende DiogenesL, VILE, 25, übereinftimmt, gang beftimmt von Pythagoras felbft, Ariftoteles aber nur unbes ftimmt von Pythagoreern rebet, bürfte eher für die größere Borfidst deg Altern Philofophben fprehen, der überhaupt felten ben Pythagoras anführt, weil er fdon zu feiner Zeit diefe Bez flimmtheit für unmöglich hielt. Aber beftimmter zeigt fih Arifto: teles in 'bem übrigen Berichte, aus weldem man faft fehen Faan, wie jene Lehre Durch Plato und beffen Schüler mobificiek wore den if. Aviftoteles führt (mer. 1, 5.) zwei Meinungen der Py= thagoreer an, nebmlid 1) die obige: die Elemente der Zahl feyen bas Gerade und Ungerade, unter biefen fey das eine begrenzt das andere unbegrenzt; bie Eins fen aud beiden, mithin zugleich grade und ungerade; ble Bahl aber entfpringe cud dem Eins

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Philofopheme der Pythagorees. + 405 Die Zahlen bis zehen machen in bet becabifhen Záhlungs: art die einfachen Elemente aud, und bie Behn iff baber bie ‘vollfommenfte Zahl, weil fie alle Einheiten begreift, und gleichfam bas Syftem derfelben befdhlieft. Eben biefes Syftem im Kleinen enthält die Bier (Zetractys) weil‘ 14.248 + 4 = 10 ijt *°)*). oo x (bas to pay — to de ift hier etwas zroeideutigs in ber Stelle Physic, II, 4. aber wird das motor ganz ungweideutig dad anager ge: nann®); 2) die Meinung anderer, mit dem Alfmäon übereinftim: mender Pythagoreer, nach welder zehn Gegenfábe, unter wel den fih aud Grenze und Unenblides, Ungerades und Gerades, Eins und Vieles befinden, die Principien der Dinne feyn follèn. Die lebteve Meinung, von welcher unfer Verfaffer fpäter handelt, feint Ariftoteles, theits weil er fle nadftellt, theils weil er. aud in andern Stellen nur bie erftere im Auge Hat, (fo 3. B. aud am Säluffe des Kapitels wo bas Begrenzte und unendlide vottommt u. Kap.7.) und vielleicht aud als die entwideltere, auf niehrern Unterfdeidungen becubende, nicht für die herrfchende der Pythagoreer, "u. die urfpriinglide des Pythagoras angefeben zu haben, Indem er nun auf Plato zu zeden fommt, und wie fid) biefer ben Pothas goreern angefdloffen babe. (Rap. 6.) berictet, fagt ex, dap diefer anftatt bes Unendliden ber Pythagoreer, als eines Einigen, die Dyas gefest, indem er bas Unendlihe aus bem Großen und Kleinen habe beftehen laffen, was ihm eigen fey. Neben dieses materielle Drincip aber ftelie er bas Eins, alé Princip der Wefenbeit. Dief ift nun bie pythagorifd = platonifde Lehre von dee povag und aogıqrog Övag, welde bie fpätern Pythagoreer weiter ausbildeten, und welde fchon Sertus Empicicug vor Mugen zu haben fdeint. (Vergl. befonders Sect. 277- adv. math.) Ganz unbes, flimmt tritt fie nod im Philebus p.16. C, D. auf. Wahrfheintich ift aud) der Unterfied des Einen und der Dtonas, belden die Pyz thagoreer angaben, daß nebmlich die Monas zu dem Intelligibeln gehöre (ev tous vonrou), die Ging aber zu den Bablen (vergl. ben Biographen des Pythagoras beim Pgotivs p. 722. und Austin. Mart, Cohortat. ad Graec. Sect. XVIIL) ein fpäterer Unterfchieb, and aus Plato gefloffen (vergl. Arist. inet. 7. adm tavrovs us» yontous aıtiorg, Tovrous Os aioFytov;), da nad Uriftoteles obis gem Beridt die Pythagoreer bie Eins gerade für Leine Zahl ans fahen, was wenigftens von bem Ciné als Grundpringp gilt, von weldem Ariftoteles eben bafelbft hypothetifch redet. Gang beftimmt aber wird jene Lehre, welde @ertus am genaueften ertwidelt, für jünger erklärt bei Stobaeus ecl, 1, g. p.20. Bergl. aud ' Arist. phys. 1, 6, À. bd. to) Aristoteles Metaph, 1,c.5. Plutarch. $. placit. Philos. I, e, 5, $- 15. seq. Stob. Eclog. Phys. p.8. 22. [E, Bies. a. a ©. ©. 140. 146.] +) Meber-baë Œntfishen ber Zahlen nad Potbagoreifher Anfiht raus ten die fpätern Berichte nun fo.. Die Monas ift bas Princip ber ‚Dinge, einfach, unentftanben, ewig fid) feloft. gleid und felbfiftäns | Dig, deffen. Begriff Eeinen andern vorausfege. (Stob, J, 5. p. 15.) : .

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106 Erfles-Gauptf. Dritter Abfchn. Zweites Rap. ‚Man fiebt biefer Theorie thr Jugendalter an. @8 Fann. feyn, daß. wir nur Brudftiide berfelben haben; allein aud diefes zugegeben, fo fällt doch das Sdwankende berfelben fogleid) in die Augen. Nicht die Entwidlung der Verhältatiffe der Zahlen aus dem mathematifchen Gefichtöpuncte, fondern bas Grlünfteln gewiffer Begriffe aus benfelben, um diefer Theorie Anwendung auf äußere Objecte zu. verfchaffen, aft der Grundfehler berfelben. Diefer verbarg fid) aber ihren . Augen, weil fie annabmen, daß die Zahlen die Elemente der Dinge find, und daher fchloffen fie, daß Ales, was fpecus _lativifd) von ben Zahlen ausgemadt wird, aud) von ben Dingen gelten müffe. Sie bemerkten nehmlic nicht, daß fie die Sablen in zwei gang verfchiedenen Bedeutungen “nahmen, einmal als ausgebebnte Größen, und dann als ‚Schemata derfelben. Die Begriffe der Bolfommenheit und Unvollfommenbeit, ber: Begrenzung und Grenzenlofigkeit find weder mathematifch nod) philofdpbifd genau beftimmt, und man fann daher erwarten, baß bie Anwendung ders felben auf die Natur der Dinge nur eine Spielerei mit Bes griffen feyn werde, indem bie Zahlen leere Stellen von Bes daher Eymbol Gottes — aus biefem Begriff entfpringt bas Eins ‚in dem Gezählten; aud diefem die zwei, die exfte gerade Bahl, die Dahl des Mannidfaltigen’ und des Gegenfages überhaupt;. burd " Dingufüqung der eins zu ihr entftebt die drei, ald die erfte ungerade und vollfommne Babls burd weitere Hingufiigung entfteht die Vier: zahl (Tetractys) ein Dauptfhmbol der Pythagoreifden Lehre, wese balb aud die Pythagoreer bei dem fhmwuren, ber ihnen die Viergahl wibergeben (©. Stob, ecl. p. 501. und Porphyr. de vita Pythag. ed. Kiesling p. 49—5o. Cf. p. 165—66.)5 auf Natur bezogen Symbol ber Naturelemente, der Jahreszeiten, Lebensalter zc., zugleich aber aud) Symbol ber Seele. Durch bie Vier aber wird die Zehn . erzeugt (f. oben), — daher aud fie Tetractyd genannt wird — (Sext. Emp. adv, math. lib. LV, 3.) . die volllommenfte Zahl, weil fie alle Arten Bablen und Zahlenverhältniffe umfaßt — daber aud Osxag genannt (f. Porphyr. 1. L und Sect. 52. und not. pe 250.) und man von ihr zur Einheit zurüclehrt. Diefer Bablencon= firuction entfprechend bilden fie die Welt (Bergl. Sext. Emp. pyrrh, hyp. Sect. UL p. 154. adv. phys. s. X, 278.) benm der Punct vertritt ihnen die Stelle ber Einheit, die Linie bie ber Imweihrit, die Fläche der Drribeit, der räumliche Körper entipricht der Bier. An ben einzelnen Rorpern und ber ganzen Welt finden jie die Bablenvers Hältniffe wieder, wie in ben muiifalifhen Merbältniffen, welde bie . Potbagorter quer beflimmt paken follen.

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Philofopheme dee Pothagoreer griffen bezeichnen, welche auf verfchiedene Art wilführkich - aufgefüllt werden Finnen, und ausgefüllt worden find. Da wir bier bie Philofophie ber Pythagoreer nach ben vorhans benen-Urfunben barftellen, fo-müffen wir bie einzelnen Bes bauptung eohne firengen Sufammenhang anführen, ungeadys tet e8 nicht fchwer fenn dürfte, ein Syftem zu erfünfteln *). Dar die Zahlen die Elemente der Dinge find, fo find ‘gud die Principien der Zahlen Principien der ‘Dinge**). Alfo das Grengenlofe und Begrenzte find die Principien ber Dinge 11). Hierdurch wurde aber fein befonderes Wefen gedacht, fondern diefe Principien find *) Dan fehe die obigen Bemerkungen. Eine tiefere Kritik ber Pythae gotifen Zahleniehre, als bier von Tennemann angebeutet wird, . _ haben fhon im Aiterthume Uriftoteles (befonders im XI. B, der Metaph.) und Sertus Emptr. (pyrrh. hyp. HI, 158 sqg. und adv. phys. II, sive X, 285 sqq.) geliefert, wobei jenec die Anfidt zum Grunde legt, daf die Potbagoreer (was wohl von ben 'Altern gilt) die Zahlen nicht von den Dingen gefcieben hätten, diefer von ber entgegengefebten Morausfesung ausgeht und fid auf die fpdtern bezieht. Man vergl. unfere Note ©. 104. f. Um Pnthas goraë ridtig und billig zu würdigen, muß man vor Allem nicht aus ben Augen laffen, daß ec bei Betrachtung der Principe der Dinge 3 uz erft über bas Sinnlihe und Körperlihe binausging. Er fafte . fe aber in ber Form der Zahlen, die gleidfam zwifhen dem Sinns _ Yidhen und Ueberfinnlicken liegen und eben darum aud) die fymbolifde . Deutung geftatten, und fand in bem durd) fie gedachten Verhaltniffe der Dinge die vernunftmäßige Einheit und Harmonie der Welt. Aud) entwidelten fid in feiner Schule fhon an ben Unterfchieben ber Babl die Gegenfäse und Grundbeftimmungen ber Dinge. Allein da bie Babl eine Form des Aeußern und gegen den Inhalt gleich gültig ift: fo Eonnte auth eine in das Spezielle und Concrete herab: fleigende Bezeihnung der Dinge-burd Zahlen nicht anders als wills Eúbelid und fdwantend feynz befonders ba fid) die Bahlenverhältz niffe wiederholen. 25.08 . ) Der Verfaffer hätte nad) dem beftimmten Ausbrude bes Ariftoteles fagen müffen: ba die Zahlen Principien ber Dinge find, fo find aud bie Clemente bee Zahlen Principien der Dinge. Much nennt Ariftotele8 in ber bier ausgeführten Stelle Grengenlofes und Bes grenztes nicht Principien ber Sahl. . ‘A b. 11) Aristoteles Metaphys. I. c. 5. of de Iudayogeror Svo user tas … “Cgxas xata Toy avroy EignKeOr TONTOY, TodoLTOY Se moQCdEREDE- Guy, 5 noe idiov avtwy EOTW, OTL TO menspucutvov HAL TO ansta0 zo dv ovy frees tivas omdnoar esvas pros, olor svp 1 YRY G Te Tosovtoy Étepar add avro to amstgoy xis avro :0 är ovv Eimas zovrop WY wurnyogouvras OH wat oppor au ' tp pearar Anarrer, Physicor UL c. à.

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108 Erfles.Haupeft, Deitter Ab fn. Zweites Rop; Beftandthelle, Prädicate ber Dinge, denen fie beigelegt wers ben. Man barf alfo an Feine urfptüngliche Materie denten, bie der Beit nad ben Dingen verausgegangen fey, und | ‚woraus die Dinge vermittelft einer Form entftanden wärenz -fondern e8 follte damit, wie eS fiheint, nur das behauptet “werden, baf die. Dinge gaviffe Beftandtheilen haben, die als Materie, Bielheit gedacht werden, und durch Figur, Geftalt beftimmt und begrenzt feyen. Nur durch bas Begrengtfeyn wird Alles, was if, ein Gegenftand der Gr: enntniß; wenn nicht bas Mannichfaltige fo beftimmt wäre, daß e8 in gewiffen Berhältniffen zu einander flünde, fo Fönnte e8 nicht als Eins b. i. nit als cin Ding gedacht wers ben 2). Diefe Principien gelten nicht allein von jedem einzelnen Dinge, fondern auch von dem Inbegriff gerfelben, der Welt. Fedes Ding im Rayme (Feine andern Lommen in dem Pythagoreifden Spiteme vor) iff von dem andern getrennt, und von dem Leeren (xsvor) umgeben, woburd es feine beftimmte Geftalt befommt. Das Weltall ift ebenfalls von dem leeren Naume umgeben, der unendlich ift, d. i , feine beftimmte Geftalt bat, aber vielleicht fir nothwendig erachtet wurde, um bie Welt zu begrenzen, und dadyrd zu geftalten. Wir ftofen hier zwerft auf ben Begriff des leeren Raumes, ben die folgenden Phyfifer zur Erkldrung der Bes wegung unentbehrlih fanden. -Die Pythagoreer brauchten ihn, um fih bas Dafeyn getrennter Subftanzen in dem Raume zu denten, welches freilich aud) fo lange nothwendig ift, al8 man die ausgedehnten Gubftangen aus bem Gefichts= punct bloßer Begriffe betractet. Sie nahmen alfo einen boppelten, leeren Raum an, einen in der Welt, einen außer der Welt, welcher unendlid if, Gie bes baupteten von bem lebteren, daß ihn die Welt aus bem Uns begrenzten einziehe, wie ein Thier die Luft durch bad Aths “men, welches wohl nur bildlich zu verftehen ift, und nichts anders fagt, ald daß die Welf in dem außerweltlichen leeren Raume fhwimme, und biefer allenthalben da eindringe, wo : Hein Körper it, Hierauf berubef aud) die Dauer ber Lora a2) Stob. ech. phys.- p. 456. Ga, Fragment ded Philelous

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7 Philofopheme der Pthagoteer.. per, Senn wenn fie nicht durch bas Leere von einander getrennt würden, fo würden fie nicht mehr al8 befondere Wefen zu unterfdeiden, oder gar ‚nicht mebr.feyn 12), Go wie die Zahlen, fo ftehen auch die Körper mit eins ander in Verhdltniffen, welde nur durch Zahlen fags lich gemacht werben Binnen. Die Pythagoreer verfidhen dies fes für ‚das: Erfte nur von ben Weltldrpern, deren Sys 15) Aristote}, Physicor. IV. €. 6. (du Vall. c. 8.) farms D epaoay - eae ob IfvSayognor xeroy, was entiouvor arto To ovgary Eu ' zov aneıgoV HYEUUUTOS we AY avanvsortt, Km To KEVOŸ, 6 Ötoilt tors pvoets, wg ovToc TOUGKEVOU, XUQISMOY TIYOS TWV epetng “os TNS dpoguarsi. KAL TOUT Bus MELDEN EN Tou agıduoıs, Ta yap xevov dtogifeer Tnv prow avtwy. Stobaeus Eclog. Phys: p- Seo. aus einem verloren gegangenen Buche des Ariftoteles von der potbagoreifden Phitofophie, roy ovparor svar iva, ensuoayegia: Ò Ex TOU aneipov yoovoy Te x t nvonv (ty nvon), xus TO xsvov, ò Dtogifes ixautow tas yous aen Bol. Stob.1.1. p.388, U, Platarch. phys. deer. II,g. Sn der erften Stelle midte id ans ftatt der gewöhnlihen Lesart lefen: tmp ovgary ex tov ansıgov, NVE'LO WS avanvEOrTL, KOL TO xEvay etc. Denn wir lefen nidt, daß die Pythagoreer bas Unenbliche weiter beftimmt hätten, welches fie aud) nicht thun fonnten, weil es ein privativer Begriff ift, der aus bem Maume alles Pofitive wegnimmt. Aud führt AUriftoretes Phys. fc. 4-ansspo» ohne alle weitere Beftimmung an. Man fiepet aber aus der legtern Stelle, daß fie dad aseipor in einemdoppelten Sinne nahmen: einmal, als ben unbegrenzten leeren Raum außerhalb der Welt; und als Materie in den Dingen felb Das legte ift bas Gerade, oder das immer Theilbare, weldes dur: bie Einheit oder burd) dad Ungetade beftimmt wird, und bas Wefen der Dinge (agePuwv) ausmadt. Es if übrigens gar niht wabrs féeintid, daf die Pythagoreer unter dem Unendliden den Aether als göttliche, Alles butdorihgende und belebende Kraft: gedacht bas ben, - weil es mit andern Behauptungen nicht übereinftimmt, und “mit Feinem Blaren Beugniffe belegt werden Eann. [Der Bf. fcheint bier auf Ziebemanns Geift der fpec. Phil.Y, 123. hinzubeuten, wets der bas anesgov mrevpetos (nad ber gewöhnlichen | Lesart bei Aris . ftotele8,) und von ben umfaffenden Aether, als dem erften Urftoff der Welt erklärt hatte. Allein aud) unfers Werfs. Correctur ift (wie Beh über Philolaos ©. rog. bemerkt) unnbtbig, wie aud die ans „geführte Paralleiftelle bet Stobaeus zeigt, und man mys, um ien:s Dbilofophem im Sinne jener alten Zeit und einet, nat Ariftoteles Auês brude, nod tallenden Philofophie zu faffen, bas Wilb von hem - Æbiere fefthalten, Wie bas Bhier die Luft einathmet und . . ‚barin-tebt, fo fdöpft nad diefem Philofopheme das Körperliche Welts u all (ovparos vgl. Ar. Met. I, 7.) dieFormen’ des individuellen und an ber. Dinge, Raum (das ift hier to xavor) und it, ober das was die Dinge, und zunächft die Bablen, von einander . feibet, aus bem Unemblihen, hier der unbegrenzte Daud genannt.

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fem zu erforfcher, fie mit fo gffdlidem Erfolg anfingen. Gegründet ift biefe Behauptung nus in bem. Doppelfinne bes Worts Zahlen *). Ihre aftronomifehen Bemerfingen vers banften fie wahrfcheinlich nicht diefem Sage, fondern bas Befireben, die aftronomifden Beobachtungen und Rechnungen _ mit bem. Zablenfyftem in Webereinftimmung zu bringen, war vielmehr bie, Beranlaffung zu bemfelben **). Natürlich) mugs ten fie die Welt als ein großes Ganges betrachten. Diefes hatten zwar fon bie Sonier gethan, aber nur wegen ber Einheif der Materie, ans welder fie alle Dinge ableiteten; die Pythas goreer hingegen fuchten zuerft den Zufammenhang und die Berhältnifje der Theile mathematifch zu beftimmen 13), Aus ber becadifchen Zählungsarf folgerten fie, daß es zehn Weltförper oder Kreife geben müffe, und ba die Be, obadtung nur neun (die Sonne, die, Erde, den Mond 6 Planeten, und den Sirfternentreis ) auftoie8, fo bichteten fie, ihrer mathematifchen Theorie zu Liebe, nod einen, bie “ + Gegenerde (avrıydwv) hinzu. Hatten fie auch darunz ter nichts anders, al8 die eine Hälfte der. Erdfugel ‘verftans ben, wie einige Ausleger behaupten, ungeachtet fich einige nicht unerhebliche Gründe dagegen anführen laffen, fo: fiebt man ded) daran, daß fie ihre willführliche Theorie nur ges zwungen mit der Natur in Uebereinftimmung, zu bringen fuchten. ‚Diefes gilt aud zum Theil von ihrem aftroromis. chen Syftem. . So fehr man auf der einen Seite erftaunt, ein dem Kopernifanifdhen fid) fo fehr näherndes Syftem fo früh, zu finden, während viel fpätere Aftronomen fid nicht zu diefer sichtigern Kenntniß erheben fonnten; fo auffallend aft es auf ber andern, daß, wie e8 fcheint, wo nicht alle, bod einige Grünbe für jenes Syftem nur fcheinbare,. uners ‘wiefene, fpeculative Säge und Bolgerungen aaus eer)Babe te . *) f. oben @. 100 . + 7 tap. #4) Aberin biefem Streben liegt fchon bie Borauéfesung einer vernánfe tigen Einheit. Vol. was Aciftot. Met. I, 7. über ipee |Gonftruction bes Himmels fag : 24) Stobaens Kel: Phys. . p. 8, und 456. aut. 9 ane Fsiformus Sextus advers. Mathemat. X, Dylans

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lentheorte waren. Nad) deihfelben bewegte fi) um die Sonne, „welde den Mittelpunct bed Meltals ansmachte, bie Gegen» erde, bie Erbe, ber Mond und dann bie fünf Planeten und der Keeis der Birfterne. Den Haupffag, baß die Sonne unbemeglid) in bem Mittelpuncte fteht, und-fich alle übris gen Weltkörperum fie bewegen, folgerten fie daraus,- daß ber Sonne, qld dem Feuer, cine ebrenvollere Stelle gebühre, ald ber Erde; daß die Mitte und das Ende eine ehrenvollere Stelle fey, als die zwifchen beiden. liegenden Stellen, Die Sonne, die fie auch bas Gentrafeuer, den Heerd ded Als und die Supiteröwache nennen, wird alfo als bas dele der Natur durch die Kreisbewegung ber übrigen Himmelde forper gleidfam wie von Trabanten bewacht 15). Diefe 25) Aristoteles Metaphysicor. vgl, oben Not. 2 u.4. ferner (I, 5. Mew taph.) 20, oow 81709 Öuoloyoyuera Ôrxvuvas ev tors dguPuots zoe Tats apgoviars 71005 Tu TOU orgavovu sradn” zt HEQEL zas 78906 “_elnv Biaxoounorr, tuvra ovvuyorrss apNOUOTTOY. Kur Et TI HOV Öusherre, mrgooeydizorro tov ovvesgoudvny TAGE MUTgIS Sv TN : nonyuutear, Asya Ö olov, eneidr teluoy m Sexag sivas Öoxss es zagar negtiÂngevar THY TOY an Iuuv pur, xaL TH F800- geva Kara zov ovgavor ‘Ösua psy evar paas, ovtwy Js evvsot 10909 Tuy paveguy ra tovto Öexarny thy artiyPove noiovou — de Coelo I, c 13. Ent per yap tov ueoov mvg evar paot, Tnv Os yur Ev 109 aorgeov -ovour xvxlm PELOUEVNV. Tege TO pECOY, YUXTO-KUEnusgay score. stu 3° evarvtiay allnv tavty xatacxevefovar Zn, 179 ,avııydova ovouse xalovor, ov 005 Ta pawonsva Tos lo yous «ar Tag Arets Lntourtts, adda moos twas dokag- zor loyore avrov za payvousva meoselxovtec, as nSQMOL GUyKOOpEY. modo Ö’ av nas ezegoug avvdobeuw, pn dev T7 yn Tnv. tov . pecov zwgar anodidovat, TO MIOTOY. OUM 5% | TOY. pawogeven @îgovorr, aile pallov xas ex Tuv loywys zp yap Tuuututre osovrar TEOSHXELY THY vusorarny vragzer yoouy> ema de TU gev pms Tuutwtepore to de mepus tay petaty. to ds eoyarop xas „to HEGOY, sapase Ogre en toUTOY avaloytbousvor OUx oLoytas ens Tov uecou uote 175 oppas ovens, alia alloy to vg. em 3° ov ye. Hudayopsiı xaos dea To gadsora mpocnnay pvlarzeodas 10 xupiorcetoy Tov maytos: ‘to 0a psoow sivas TOLOUTOY8 Aios pvlaxnry ovopagovor, To taviny 8709 Tnv yogay TRUG. soorsp To usoov Markus Às/ouaroy, 866 TO. TOU HEYEDOUS peCoY, KEL TOU TOUYUËTOS OY HEUOY KA TNS PUGEWG. enri bie Pythas © goveer unter ber Gegenerde nichts als bie Hälfte ber Erotus gel verftanden hätten, fo liefe es fid faum benfen, wie fie jener _ bie erfte, dev Erbe felbft die zweite Bahn um die Sonne hätten Bets Legen finnen, zumal wenn fie, wie aud ber zweiten Stelle des Aris ee t, wo.aud von dem Tags und Nadtwedfel die Rede bie Umibrebung ber Erbe um ihre Ure Eannteu. Mad bem. D his

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413 Erftes Hanpıfl, Dritter Abfn. Rweiltes Rap, Mettkörper bewegen fid) um bas Gentralfetter.-nach gerofffen: barmonifhen Verhältniffen, woraus die Sphdrenmufit entfteht. Diefer Gedanke ift bas gemeinfame Product einer figendliden Fübnen Einbildungsfraft und der fuftematifirens ‘ ben Vernunft. Nachdem nehmlid Pythagoras die Entbedung © gemacht hatte, bas. der call dur die Erfchütterung ber Luft entfiehe, wenn . zwei Körper an einander ftofen, und - RAB die Verfchiedenheit des Schals von der Schnelligkeit der Erfchlitterung und der Quantität, der Maffe abhänge, nachdem ex fetner: die Vethdltniffe der Œône zu einander mathematifch beftimmt hatte *), trug er biefe Theorie auch &uf die Weltkörper über. Seder berfelben, behauptete er, bringt " durch feine Bewegung einen eignen Ton hervor. Diefe Tine der verjchiedenen Weltkörper fliehen in Verhältniffen zu ein ander; woraus ein großer Weltaccord entfleht. Dem Eins Würfe, daß die Menfchen diefe MWeltmufit nicht hören, bes -gegnete er durch die fcharffinnige Gemerfung, dap fie. vor Geburt an daran gewöhnt werden, und, weil fie’ ununterz broden fortbauert, fie nicht vernehmen Eönnen £5),. wie man ben Ton nur im Gegenfa ber Stille vernimmit. + — Bir finden in der Pothagoreifden Philofopbhie nod eine andere, ebenfalls willführliche Anwendung ber Zahl Zehn, bie aber infofern merkwürdig ift, als fie etwas Aehnlides + Lotaué Platarch. phys. decret. III, c. 11. war bie Gegenerde nicht allein der Erde entgegengefebt, fonbern bewegte fih aud um das ‘ “= Gentralfeuer fo, daß fie der Erde entgegengefest blieb, und daber “nie gefehen werben fonnte. (SG. Bip a. a. O..G. 114 ff.] Diefes un feint aud Wriftotetes zu beffätigen de Coelo I, 13. ad °°: odot gev pds ere tov pedov sachar paow autny, xiveodus da xuxha rept TO uecoy* ov povoy de Tavımv, alla xas zip arıı- ZFova, xaGaneg europen mgoteppv. aviois Oe Öoxei xaos shew 7" owpara toravra svdezeodar qagscFas mept to ueoov, Huy Ca “”__aÖnda Sus tyy smreos Tor Ins yns- : [hud von Plutacd im ' Suma vgl. de plac. 1,15. wird die Sebre von ber Kreiëbemegung * — beep Erde um das Gentralfener ben Pythagoreern zugefchrieben. “'*) Bgl. Stob. ech p. 460, u. BSG a. a. D. &, 66 ol %. 61ÿ. =" 16) Aristoteles de Qoclo IE, c°g. qurepoy — ore za, TO pavar pi PEOPAL pepoperavuopoviar, ws ovpporov pevoperav tory. oper KopPws HEY eLpHTaL Kas HEP TTS UNO TOY BTOYTWY OÙ “+ pay cure yap exer to alndss, etc. Cic.Somnium Scip. c, 5, et Macrob, Comment : lik, 1, Plin Histor. Nat LE c. 22. :

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Philofopheme der Pythagoreer. 113 . bon einer Tafel ber Kategorien enthält, AlEmdon, ein jüngerer Zeitgenoffe des. Pythagoras, hatte behauptet, daß alle mannichfaltige Dinge, welche die Menfchen Pennen, zweis fad), bas ift von ber Art feyen, daß fie unter eine von goei entgegengefegten Glaffen gebracht werben Fônnen, 3. B. gut ober böfe, groß oder Mein." EB lag hierin bie richtige Bemerkung eines Gefehed des Denkens, nur Fonnte e8 Alls méon nod nicht in feiner Reinheit auffaffen, und, die Abs firaction vollenden. Gin Gefeh des Denkens ward daber al8 Gefeg der Dinge, die gedacht werden, ausgebrüdt. Dod wat ed jener Eigenfchaft gang angemeffen, wenn er bie ents gegengefebten Klaffen ber. Zahl nad unbeftimmt lief 17), Einige Pythagoreer hingegen fuchten bdiefe Gegenfäge als Principe ber Dinge zu beftimmen, und nabmen deren Zehn an, weil nach ihrer Anficht die Zahl Zehn bas Babs Lenfoftem vollendet enthielt. Sie ftellten alfo zehn Begriffe mit ihren Gegenfagen ohne Princip auf, indem fie die bes Fannteften und gemeinften Cinthellungen der Dinge, wenn glei von ganz heterogener Art, zufammenfaßten. Es wären folgende: . 27) Aristoteles Metaphysie, I.'c. 5. ezegoe de roy œurwy vovrwv Tag agzas dexa Aeyovoı eas tas zara ovoroigiar Asyousvag — Gy~ EQ ToOTOY soixe war Adxpowy 6 Koarwrinzng vnolaßey zus ror oÙrog rap” ser, 7) eneuvos TOR TOUTOU nagehdpor Toy doyov tovtoy. — anspyvato de magandjowe Tovrass' puut yap esvardvo ta nohde Tuy ur ounevay, Ayur tag evar— -TIormtag, Oy greg oùzor Ömpisuevag, all tag Tuyovoas, oloy devxor, pelay, yhuev, mixgov, ayaÿor, xaxov, mixgoy, Ley de otros pay our adtogrotag Emeggupe megs toy downey, où de Liv + Jayoquor xat woe: Kat tives at EVUYTIUOES anepyvarto. [Krug Gefd. der Phil. alt. Zeit ift im Srrthum, wenn er bem AlEmdon die zehn Doppelbegriffe beilegt, da gerade in diefer Stelle gefagt wird, XlEmäon habe Feine beftimmten Gegenfäße angegeben, … Wie die übrigen Pythagoreer. Uebrigens ift aus diefer Stelle aud Diog. L. VIII, 83. zu erklären, wo eö heißt: dvo ta zodda sore tov avFouniwor. Alles Viele in ben menfdliden Dingen ift groei, b. i. beruht auf bem Gegenfage.. Buf. d. H.] Ee tft wabrideintia, baf die Pythagoreer erft nad) Alemdon ben Berfudy machten, diefe Gegenfäge beftimmt anzugeben. Bielleidt ift die Bermuthung nicht zu gewagt, daß Archytas einer von biefen Pythagoreern ift, und daß daher die Sage entftand, ec fei erfter Erfinder der Kategorien; biefes Eonnte Beranlaffung geben, ihm Schriften, worin biefe abge: handelt find, untergufdieden. (Bgl. oben ©. 80 f.) Zennemannd G. d. Phil. I. TH.

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114 Erftes Haupefl, Deitter Abin, Zweites Rap. Das Endlide Grenze Das Unenblide (ana-. (repas) _ gov’) Leu Das Ungerade (ne Das Gerade (apruov) 1770») Das Cine (Ev) 3 Das Viele (xmdoc)' Das Rechte (dekior)' Das Linke (agecrepor) Das Männliche (coger) Das Weiblihe:(Imiv)- Daë Dupende “nee DasBewegte (uwovpeouy) Das Gerade (evdv) Das Lidt (pus): „Das Gute Cayadoy) voy) Das Krumme (xapvdory Die Sinfternif (oxoros) Das. Bôfe ( xuxor) “. Das Biered (reroa- Das ungleidfeitige Biered (Erspounxes) 18) ywvov) Diejenige Idee, welche die Erfinder diefer Tafel leitete, war, | alle Begriffe, burch welche ben Dingen eine Bolllommen 6 eit ‚ beigelegt wird, auf der einen Seite; auf ber andern aber Diejenigen sufammen zu ftellen, welche einen Mangel der Bollfommenheit nad ihrer Vorftellung einfchließen. -.. Daher ftebt auch der Begriff des Endliden oder Bez . grenzten, und auf der andern Seite ber des Unend= lichen oben an. Denn mit dem Endlidhen, der Cine heit, verglichen fie alles Beftimmte und Regelmäßige, | mit bem Unendliden, Gleichen aber bas Unbeftimm= te, Ungeordnete, Unerfennbare in der Welt 9). Diefe Idee enthält das Band jener fo heterogenen Begriffe. Die Pythagoreer fanden bier wahrfcheinlich reichlichen Stoff, bas Zalent des Wied zu Üben, um die Aehnlichkeit fowohl, als die Unterordnung berfelben unter die Hauptbegriffe ihres Syftemd, bas Begrenzte und Unbegrenzte, auszumitteln. ' Obgleich biefe Bemühung für die Wiffenfchaft fruchtlos war, fo ift Doch gu- bedauern, daß von biefen Raifonnements fic wenig mehr als Nichts erhalten hat, Denn diefes Spiel mit 18) Aristotel. Metaphys. 4. 0.9, Cine Beftätigung ber Acdhtheit bigs fer Œafel ift e8, wenn Ariftoteles, Ethic. ad Nicomach. II. c. 6 2 font" To yup xaxov TOU aneigou, tig de IIvdayogsıoı esxator- to aFov Tou none asuerov;,> und I, c 6. fe feb ten év ty tow . or Wy OUCOIYIE TO de Iside et Osiride. Bel. Metaphysic. XIH, c.6, Plutarchus Vol. IX, p. 170. 19) Theon. Smyrnecus Mathemat, CN5pe 30

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Philefopheme bee Pothagoreer, Begriffen war doch eine. Uebung und Schärfung des Bers . flandes, welde auf bie Gultur der folgenden Zeiten nicht ohne Einfluß fer fonnte, und über bie Philofopheme ber Pythagoreer wide gewiß mehr Licht verbreitet werben, wenn amd nur ‚über einen folden Gegenftand ihr vollftindiges Rais fonnèment befaunt wire = ' . Die Achwlidkeit übrigens zwifchen jener Tafel und den Ariftotelifchen Kategorien ift nur fehr entfernt, und Liegt außer ber Bahl Behn, bie. beiden gemeint, nur darin, DaB die Pothagoreer biefe Begriffe,‘ wie Aeiftotele8 feine Kates gorien, für Priuciplen und Eintheilungsgründe der Dinge anfahen. Allein Ariftoteles verfuhr dabei ald gelibterer Dens fer, inbem.: feine Kategorien wirklich allgemeine Präbicate enthalten, und infoférn einartig find. Dier find aber vers fhiebennttige allgemeine und befondere, reine und empirifche unter einander gemifcht, und e8 fehlt daher die Nothwendigs teit, jebes Object. unter einen biefer entgegengefegten. Bes. griffe unterzuorbnen. .. er “Merkwirrdig bleibt diefe Tafel aber aud in ber Ris. fidt, weil daraus die YArmuth philofophifcher Begriffe in: ben ‘bameligen Zeiten erhellt; wenn man auch nicht annebs - men Eann, baf diefe. Tafel fie alle in fid faffe. Auch zeigt fid) darin noch die niedrige Stufe der Gulfur, daß biefe Begriffe noch alle concret find. Welder -Unterfchieb findet fib in diefer Rüdficht fchon bei Ariftotele8 Kates govieen. — . . Aus bem, wads wie bisher angeführt haben, erhält and bie obige Bemerkung (vergl. S. 100) volllommen ihre Bes ftétigung, daß nebmlid das Wort Zahl (aevduog) in der Pythagoreifden Dbilofophie vieldeutig if. Schon Ariftos tele8 bemerkte, daß die Zahlen theils Beftandtheile und Prins eipien ber Dinge, itheils Analogien derfelben ausbrüdten *). Es ift daher um fo weniger zu verwundern, daß fpätere *) Aristoteles Metaphyr: 1, & 556. Das Sdwanken zwifden den Abftracten und Goncreten in ben Berichten über diefe Lehre deë Dis thagoras féeint fid aus bee Natur der, für bie philofophifde Gore fdung nidt addquaten, fymbolifhen Leprart zu erklären. AL, De pe

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116 Exfles Hauptfk, Dritter Abfchn, Beits Kap. Grllärer diefem Worte ändere. Bedeuturigen unterfchober, und. überhaupt biefes metaphyfifde Sablenfyftenr auf verfchiebene ; Yet teuteten und erfldrten,. je weniger bie Pythagoreer felbftigre Begriffe genau zu beftimmen vermodten. Dief. war. vorzüglich. ber Fall mit der Erflärung des Usfprungs der Welt, über welche überhaupt die Vorftellungsarten ber fpdtern Pythagoreet weniger, ‘als ber Altern, bekannt find. ' Daß bie Pythagoreer, gleich den meiften griechifchen Phis: Lofopben, bie Weltsiitr:entftanden hielten, udb ihr eigenes:- | Syftem der Rosmogente hatten, ff: eine unldugbare. Bhatfache 20), und lage fid. nad..ber bamaligen Denfart nicht anders erwarten. Daf fie atieh dabei. ihr Zablenfyftenr - zum Grunde legten, ift ebenfalls gewiß; nur wiffeni mir. zu wenig von bem Gigenthümliden: -beffelben. : Rad einem Fragmetite der Theano beim Stobdus, werden die Gries. . chen. getabelt, daß fie bem Pythagoras die Behauptung ans gedidytet: haben, alles entfiehe aus Sablen,.ba er dad nur behauptet habe, alles entftehe nad) Zahlen 27). Allein dies. Fragment ift unbegweifelt: untergefchoben, und rührt wahrs féxintith von einem. fpdteren Pythagoveer her, ber nach Ariftos ‘ tele8 lebte. Denn Ariftoteles exblart bie Borfkllungen der. Pythagoreer ebenfalls auf: die erfte Art 22). Die diteren Denker fegen, nad Ariftoteles Bericht, bas Princip. aler | Entftehung in die urfprünglihe Materie:fetbft, die jüngern aber außer berfelben 23). : Da biefes "legte Spftem fid go) Aristoteles Metaphysic. XII, 6-5. ans XOSUOTOLO UGS, xo u pvorxws Bovkovzaı Asyeiv. . 21) Stobaeus Eclog. Physic. p. 502. «at duyvotc uev Ellnvar me~ mes vooor, purge Tvdgyogar, & agıdyov nurra pysodan „oùros de doyos enopav saotzerar, sos a unde eoruv enuvoetrar . | yevver; 6 dss oux sE apıduov, | ö agduoy eheye nave xata dz yiyveodar, OT év agvdup tats spuwen, 15 ustovowge Has ev Toi …_@grduneois moutons war Bevrepon, was T° ahha Emousıws Te | ’ Taxtat. Py edes us OT Fe or . #2) Aristot. Metaph. XIII, e,-5. 1, c. 7. Dodftimmt damit eine ans ‘bere Stelle I, 6. nicht überein, wo e8 heißt: où wer yuo IvIa~ . ee Te ovto, Paci eves Toy apsduov. Allein wahre Vid) rührt baë-von ber -Vieldentihleit und tnbeftimmtheit des .._MWorts Zapl her. (Bal, die Anm. *)'zu ©. too u. 115.) 33) Aristot, Physic. I, e: 6. «ar eous nalmıo evar soc abr à Doku, Ste to dv, nar Unepoyn was ehlsıyıs apzaı wur ovray mor

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__„Philofopberne Dèr’ Pofhagereer. 447 bon Andragoras an batirt, fo find bie Pothagoreer wabr: fcheinlich ‚der erften Meinung zugethan gewefen, welches auch boburch beflétigt wird, daß fie nicht bas Princip, woraus etwad . enffiebt, fonbern was Daraus entffebt, wie bei den Pflanzen, Thiesen,. für. bas Vollommenfte. gebol: ten. haben F4). EE wo + MBabridrinfid nahmen fle daher vbenfals einen dan: tifhen Zuftand oor Entflehung ver Welt an, in dem wits Beffimmtes und Begrenzte8 war, Das Hervortreten | Gaus dicfens Zuftande ber Unbeftimimtheit war der Anfang ber Welthilbung, wodurd in dem Iceven Raume Körper bé: ‚grenzt. wurden. Ginigen Nachrichten zu Folge fcheint in ihrem Softeme das. Gentralfeuer ober bie Sonne, welde fie bie Einheit (uovag, ro Ev) bie Wade des Jupiter “nennen, geterft: gebildet worden zu feyn 25). Hier entfleht ~ 5 “_Âns ov toy srvrov rgonoy - all of pay agrouos ta Sve per noi‚8, zo de Ev nadyur’ tov ds Vateguy tives TOUVUYELOY, TO HEY " Ev nos 1608 “Odo racy, pact padloy. [Offenbar ift biefe Stelle zu unbefttmmt, um einen Schluß über Pythagoras Kosmos ‚ genie darauf gründen zu #ônnen 3-e8 fragt fi, ob unter den Fras Dern die Pythagoreer gemeint find, um fo mehr, da, nad der - vorher mitgetheilten Kategorientafel berfelben, baë &v vielmehr auf ber Seite bes Männlihen, Thatigen liegt; von einer ur: fprünglide n Materie aber ift in biefer Stelle gar nicht die Rede. . . Bufag b. $-] 24) Aristot, Metaphys, XII, 7. (du Vall XIV, 8.) XIV, 5. (da V. XII,5.) [Aber vielleidht beziehen fid) diefe- Stellen auf die Lehre deë Pythagoras von der volllommenen Bahl. 5 3uf. d. $.] 25) Stobaens Kel, Phys. p. 468. aus DOitolaué: to npäror dg. Moodey, to iv, ev ty peop tas opuigas, sarım xadectac. Bergl : p- 488, (Bôdha. a. D. ©. or ff.) und p.450 sy. agkasPar de Tnv | YevEOLY TOU XOUUOU ATO 71UQOS Katt TOU abentov orosgerov. [Das fünfte Element ober bie seuren ovosa, qninta essentia, von welder „ die Mede ift, und welches ber Wether genannt wird, Theologum. arithmet. p- 28; Fommt aud anderwärts fon als ppthagoreifhe Borftellung Por, (vgl. Ocellus bei Sext. adv.-math. X, 5165. die Stelle des Pfeudoplutard, Deer. phys, I, 6. wamit nicht übereinftimmt I, 14., u. Euseb. praepar. XIV, 14.) und foll nad biefer Anficht dem Dode: Taebron corvefpondicen, wie die vier getoöhnliden Clemente, Erde, Beuer, Luft und Waffer bem Cubuê, dem Zetraedron, Oftacbron und 3fofaedron unter ben regelmäßigen Figuren. Bgl, Bich. a. a. ©. ©. 160. Wytienbach ad Phaed, -p. 304 Dod iff der altpytha= : gorifhe Urfprung biefer Lehre nicht außer Bweifel gefegt. Das ächt fdeinende Philolaifde Brudfticd beim Stobaeus ecl. phys, p. 10.5 welded burd das nad) ber gewdhnliden £esart vorfommehdé Loft:

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118 Efes Haupt. Dritter fn. Zweites ap, aber bie Schwierigkeit, ob in ihrem Syftem bie Einheit bas thätige Princip, und die Sweihett-das Leidende feyn fol. Wenn Ariftoteles oben angeführte Bemerfung auch für die Pythagoreifde Philofophie gilt; fo. müßte bie. Eins beit leidend, und bie.-Zweiheit thätig feyn. Man müßte alfo unter der Einheit bas Chaos und unter der. Sweibheit bie in bemfelben enthaltenen Kräfte verfichen. Allein bie . Einheit nehmen fie durchgängig für bas thâtige Princip *). ‘Und was fol die Zweiheit bebeuten? Die Materie über: baupt? Dann hätte ihnen Ariftoteles nicht ben Einwurf maden Türmen, wie aus bloßen Zahlen, Ausdehnung, Schwere, Bewegung Bönne erklärt werben? 25), Diefe Schwierigkeit fheint unauflöslih. Denn wenn man bloße Zahlen anneb: men wollte, wie Ariftotele8 angubeuten féeint, fo fteht bem “ wieder entgegen, baß fie felbft nach Ariftoteles Bericht unter den Zahlen keine Schemate der Quantität (arithmes tifche Zahlen) fondern Quanta, auögedehnte Größen vers flanden 27). Aus ihren Philofophemten über das göttliche Wefen, die wir unten anführen werben, erhellt, daß fie bie Gottheit, die Einheit, als die allgemeine wirkende Kraft bes Univerfums anfahen, und e8 bleibt uns baber nichts anders übrig, ald anzunehmen, baß Ariftoteles ober: angeführte Bes merfung Feine Beziehung Auf die Pythagoreifhe Philofophie bat, wiewohl er fi mit Unrecht zu allgemein ausgebrüdt hat. … Hier müffen wir aber nod zweier Erflärungsverfuche | gebenfen, welde fid bei bem Gertus finden, und zwar wahrfcheinlich einige Acht Pythagoreifhe Gedanken enthalten, aber bod, wegen ber größern Kunft nd deutlidern Ents widelung, gewiß: bie Probucte fpäterer Zeiten find. Wie a . fbiff (olzas)) aud Böcdh augenfcheintih beläftigt bat, glaube id burd die leichte Sorvectur odas (zac 0 tag apmıpng olas neun zov) was, fo offenbar mit ber Stelle bei Plutarch. Il, 6. znvrov av tos apaioay übereinftimmt, verbeffern zu Tönnen. Buf. d. D-] *) ‚Hterher Cann aud) bie Stelle Arist. Met. XIV, 4, bezogen werden, nad) welder die Pythagorece nur bas Gerade entflehen laffen. 0 Ve 26) Aristoteles Metapliyste. I, c. 7. XIII, c. 3. , 27) Aristoteles Metaphys. XII, c. 8. sxeuwor Js toy agePuor za ovıd depovdu

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DEilofopheme ber Pythagoreer,- geben ihnen hier‘ eine Stelle, um zu zeigen, ad fpätere Denker aus. der Pptßagoreifchen Bablenlebre gebildet haben, und weil wir feinen fihidlichern Ort wiffen, ba ber Urheberumd die Zeit biefer Ausbildung nicht befannt find. | Die Principe der Körperwelt Finnen nicht in ben Objecten ber finnlihen Anfdauung, den Erfheinungen liegen. Denn alles, was angefdaut wird, ift zufammens gefegt, hat gewiffe Beftandtheiles was aber aus Thelen. befteht, Fann fein Princip (nichts Erftes) feyn, fons ' bern das, woraus e8 befteht, was alfo Fein Gegenftand ber © Anfdauung mehr ift. Körper, wenn fie aud fo blein ge | dacht: werben, wie Atomen, find daher zu Principien nicht tauglich, weil wir biefe in Gedanken immer nod ald zus fammengefést benfen, und daher nie auf ein Erfled Fommen. Die Principien der Dinge miffen alfo etwas Unkörperliches (nichts Empirifches) feyn. Bon der Art find nun zwar bie Ideen und die ffereometrifhen Figuren, aber fle find noch nicht das. Erte... Denn jede Idee wird für fich al8 Eins, in der 3ufammenfegung aber ald zwei, drei u. f. w.; vor jenen Figuren aber werden die ebenen Figuren, und biefe als aus Linien. beftehend ‚gedacht, welde Hurd die Zahl beftimmt werden. Ade Zahlen aber fallen uns ter die Einheit, weil jede Bahl als Einheit gedacht. wird. Diefe Gründe bewogen den Pythagoras, die Einheit (uovas) al8 bas Princip ber Dinge anzunehmen, bard. — deren Theilnahme jebes Ding Eind genannt werde. Diefe Einheit an fih und als ibentifch betrachtet, wird als eine Monade gebacht, die Einheit aber mit fid felbft (als etwas Berfhiebenes gedacht) verbunden, gebe bie unbe . fimmte 3weiheit (aogıorog Òvag) bas heißt, die Form. der Zweiheit, ohne eine beflimmte Größe unterzulegen, durdy welde Form aber bod jede beftimmte Zahl Zwei, Zwet wird. Einheit und die unbeftimmte Sweibeit find alfo die Principe aller Dinge, das Erfie, über welches hinaus man nicht weiter gehen Fann 28), 28) Sextus adversus Mathemat, X.' > zig pothyp. II, 152 qq. Bal. Pyrıb, by-

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420° Erftes Bauptft. Deitter Abidin. Ziveites Rap. Die lebte Behauptung unterfibbten fie mit ‚verfchigbes nen Gründen. Mit vorzüglicher Kunft ift folgender entwidelt. Einige Gegenftände laffen fih für fid,-obne Beziehung auf andere denten, ald: Menfch, Pferd, Pflanze; ane bere al8 entgegengefegt, 3 B. Gut und Bsfe, Gez __ teht und Ungeredt, Bewegt und Mubigs andere endlid nur in Beziehung auf andere, à. B. Redts, Links, Oben Unten, Halb, Doppelt. Der Unters fchied awifden diefen beiden legten Arten von Objecten bes fleht darin, daß bei den Entgegengefegten das eine gefebt wird, wenn has andere aufgehoben wird, wenn 3 B. Bes wegung entftehet, fo hört die Ruhe auf und umgekehrt; relative Objecte hingegen werden zugleich mit einander gez fest, und aufgehoben; die Hälfte Fann nicht ftatt fins ben, wenn nicht bas doppelte gefegt ift. Ferner findet bei diefen ein Mittleres flatt, aber nicht bei ben Entgegenges _ festen. Zwifchen Größer und Kleiner läßt fid) ein Mittle= res, bas Gleiche denten, aber nicht zwifchen Zod und eben, Ruhe und Bewegung 29). Da bicfes brei Arten von Objecten find, fo muß e8 über diefe noch eine Höhere Gattung geben, welche bie Ars ten unter fid begreift. 1) Als Gattung der erften Art nabmen fie dad Eins an, denn fo wie biefes für fich ohne Beziehung auf etwas anders, fo wird auch jeded von jenen Objecten für fib ald eine Einheit gedacht; 2) ‘als Gatz tung ber zweiten Art bas Gleiche und Ungleiche; denn bie Rube wird als Gleichheit gedacht, weil fie feine Grade zuläßt, die Bewegung aber als Ungleichheit, wegen des grôfern oder getingern Grads, beffen fie empfanglid ift; 3) als Gattung der dritten Art, bas Uebermaaf und der Mans gel (Unsgoyn, eddsryrc)), denn groß, größer, viel, mehr, hod, höher wird ald etwas ein Anderes übertreffenbess Bein, Deiner, wenig, weniger, niedrig, niebriger als etwas Manz gelntes gedacht. Diefe Gattungen . können aber aud noch 29) Gbendaf. §. 263 — 269.

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Dhilafaene ber Dothagucéers = at auf höhere Begriffe ‚zurückgeführt‘. werden. :; Dad ‚Bleiche nebmlid Tann unter bie Einheit begriffen werden, weil Eins fih felbft gleich ift, ble Ungleichheit aber läßt fidrawh als Uebermanß und Mangel denten; baun.von ungleichen - Dingen überwiegt bas eine, und:.bes andere wird berger; diefes führt auf ben Begriff -bet..un-hefiimnrtent Iw ete heit. Einheit und die unbeftimmte Zweihört, find alfo bie böchften Gattungen und Principe der Dinge Denn aus biefen. entfpsingen alle Zahlen; .und andere Dinge. Aus der Einheit nehmlih Eins als Zahlgröße,: aud der Cine beit und unbeftimmten Zweiheit (zweimal eins) bie Bahl Zwei und fofort alle Zahlen. Die Einheit vertritt: dabei Die ‚Stelle ded wirkenden Principe, die unbeftimmte Zweiheit bie Stelle der leidenden Materia. So wie fie nun hierans das ganze Sablenfoftem, fo leiten fie auch die Welt, und . alle darin enthaltenen Dinge ab. So wie bie Einheit. bas Œrfte in bem Sablenfpfiem iff, fo-nebsnen fie nun ben Punct als das evfle für bie Rörperwelt an. Beides ift etwas: Uns theilbares, jene bas Princip der Zahlen, biefer bas Princip “ per Linien. Die Linie wird al’ der Zweiheit analog ges dacht, denn fie ift die Länge zwifchen zwei Puncten. Und fo führen fie die Figur auf den Begriff der Dreiheit,. einen mathematifchen Körper auf ben Begriff der Bier zurùc, Hier theilten fid die Pythagoreer’ aber in zwei Partheien. Einige legten nur einen Punct ber Erklärung von Entfichs ung einer Linie, Figure u. f. w.; andere aber, wie wir fehon gezeigt haben, die Einheit und Zweiheit zu Grunde, und leiteten bann den Urfprung ber dichten Köıper, bed Fevers, der Luft, ded Wafers, der Erde ab 30). Die legtere Anwendung der Zahlen auf bie Erklärung Her Entftehung der Körperweit fcheint wirklich Acht Pythas goreifh zu feyn. Bum wenigften wird. ed begreiflih, wie Aviftoteles bie oben berübrten Einwürfe dagegen machen Fonnte. Denn im Grunde enthält biefe Bheorie nichts weis ter, al8 bie mathematifche Erflärung der Linten, Blächen 30) Gbenbof. 5. 269 — 284. ı

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LN Crftes Gang" Deer Abhi Rweltes Rap. ‚mid: Rörperfigusen, welde: flh zwar auf ble Form Mer Kor: iper bezieht, aber nichts zur Erklärung ihrer materiellen Bez ‚Iehafferibeiten beiträgt. : Die Schwierigkeiten, welde fid bar: saus ergeben, hören: auf, wenn. man annimmt, daß bad. Wort Sablen, wie wir fhon oben bemerkt haben, in: einem bop: spelterf Sinne: genammen: iff, ein Umftand, der flv jene Bei ten paßt, und aud::fonft :leicht erflärlich if, — Venez Rats founement hingegen, woburdh biefe Erklärung. begründet wer ben: fol, ift. fpdtern ‘Urfprungs , wie fon bie Gintheilung ‘ber Dinge in abfolute, relative und entgegengefegte, die erft. nad Atiftotele8 logifhem Syfteme erwartet werden Fann, und - Die Evrodbnung ber Sheen: beweifet *). Das Pythagoreifhe. Syftem, fo weit wir e8 auch nur nad bloßen Brucbftiden kennen, ift dennoch eine merkwira _ bige Ericheinung wegen der originellen Anficht, die e8 ents Hält. Pythagoras überlief gleichfam den "andern Sorfhern bas Materielle der Körperwelt, was nur auf finnlicher Wahr: nebmung beruht, zu erforfchen, und behielt fix fic) bas Gormelle, was man a priori wiffen Tann. Ihn inters efficten nur die Körper, infofern fie Größen find, und in Berhältniffen zu einander fteben. Indem er nad den Bez bingungen berfelben .forfchte, entbedte er, daß fih Größen _ im’ Allgemeinen nur durch Zahlen dem Berftande beutlid _barftellen laffen. Aber diefe Anficht erftredt fih nur über - die Körperwelt, und nur über biefe, infofern fie ruht, nicht inwiefern fie in Bewegung ifl. Es ift nothwendiges Gefeß; diefe uns im Maume zu denten, alé ausgebebnte Größen, und in Verhdltniffen zu einander, die nicht anders al8 in Zahlen beftimmt vorgeftelt werden fônnen. . Wenn Pythagoras burd feine Behauptung: alle Dinge find Bablen, und das ganze Univerfum ffebet in har monifhen Verhdltniffen, nichts anders ald bas vers ftand, fo ift fie wabrs; nur nicht gang richtig und beftimmt ‘ auögebrüdt. Allein er ging offenbar weiter. Er fucht Gründe: ber Dinge, die außer und find,’ald von Worftellungen uns 9) Bgl. bie Anmerkung zu ©. 104 uf.

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Phifofepheine bee Pythagoreer, -abhingiger Dinge, und erfindet diefein Vorftelungen (Zahlen), Die er. aber felbf als Beftandtheile ber Dinge vorher in die Dinge gelegt hat. Er will nicht allein die nothwendigen Bes ‚dingungen auffuden, unter welden alle Gegenflände, bie mus in ber éufern Erfahrung vorfommen, vorgeftellt wers dew miffen, er: wil. bie Gegenftdnde 'felbft aus ber Bes ‚Bingung ihres Borfiellena als reale Dinge genetifh: erflären. Hierdurch mußte fein Syftem nothwendig ein Spielwerk mit bloßen Begriffen werben. Uebrigens lag biefe Theorie zu ‚weit entfernt von ben übrigen Aufgaben der Philofophie, als bof fie auf die Guftur der Philofophie unmittelbar einen großen Einfluß. gehabt ‚hätte, - Dagegen wirkte fie mittelbar defte wohlthätiger für fie, indem fie bas Studium aller mathes ” matifchen Wilfenfchaften- beförberte. Im Grunde haben bie Pythagoreer gu ben. großen Entbedungen ber Griechen in Denfelben einzig und allein ben Grund gelegt, und vol ihnen rührt die Achtung her, welche die Mathematikim eigentlichen Griedhenland vorzüglich feit Platos Zeiten erhielt.Die Pythagore hatten zwar ihre Zahlentheorie mit allen Gegenftánden ihres Nachbenkens in Verbindung gefest; allein biefes Band ift fo loder, daf man ed ohne Nachtheil wegnehmen: und ihre Philofopheme unabhängig von dem: fetben vortragen Tann. Die Bedeutung des Morts Zahl ift: in diefen Fallen fombolifh, nur ein Zeichen, unter bem fie fi den Begriff denten, oder et enthält nur eine Anatos gie mit arithmetifchen Gegenftánden. Benn fie 3. B. fagen: ble. Seele ift eine Zahl, die fih felbft bewegt, oder die Gez zechtigfeit ift eine Zahl, die gleich dielmal genommen,. gleich ift 57), fo ift bas Wort Zahl gewiß in verfchiebener Bedeutung gebraucht, aber wad fie darunter verftanden, iff noch nidt- fogleid) Mar. CS wärbe daher nicht allein überflüßig feyn, diefe Terminologie beizubehalten, fonbern aud) unzwed: mäßig, ba und nur fehr wenig von berfelben aufbehalten” 31) Plutarch. de plac. Philos. IV. c. 2, Hv9uyogas (yıyıy anepnvaro) agrÜ por eavror wivourra, zov O° ap:duov ayıı tov vov nagakopBaret, Aristot. Magn. Moral; I, c. 1, A deamccoury opd Mog taux voos, CE Aristot, Metaphe Ic

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424 Erftee-Hanpstt, Peitter- Abi. Zweites Kap. if. G8 war germug, bier nue bizfe. Anwentri ber Sablen anzuführen, die wir nicht einmal genau genug Fenuem, wm fie alg erften Verfüh, Mathematië. nst Dgilofophte: gu: vers binden, anfeben. zu Founen.... Es it: babet nothwandig,..baB wir bie übrigen. Philofopbeme der.Pythagoteer, aufen ner ‚Bahlenlehrer. nach einer beftimmten Ordnung der Gegenftdnte vertragen, damit: mat von- bem Umfange ber. "Damadigen Speculationen und ihrer Behandlung eine Reberfidt.-erbrlte, and dann die Fortfehritte in. der Guitur ter Vernunft ir Bergleichung biefer Periode mit. der folgenden. gehörig fchäen fônne. Die Forderung eines fIrengen Zufammenhanged; fants Hier, fo gerecht fie auch fonft ift, nicht erfillt werben... Denn bei ben fragmentarifcen. Weberlieferungen bleibt 8 fogar nod amentfchieden, ob. und mie bie einzelnen Mebauptunge ein foftemartigesGanze ausgemacht, haben ,: zumal bo ed nicht möglich iff, bad bem Dythagorad und feinen Schliern Giger thlmliche zu trennen. VE Doit ot | Die Welt, Gott, bie Seele waren die vorgliglidften Gegenftdnde der Speculation der Pythagoreifhen Schule; Dazu famen nod) einige moralifche Betrachtungen. Die _ Belt fielte fid Pythagoras, zu Folge bes Obigen, natürlich unter einer neuen Anficht, als ein großes barmonifhes Ganze vor. Die Betrachtung be prachtvollen Himmel: bie fo Reiz wiel fire den Berftand felbft der noch nugebilbeterr Menfchen bat, und feine aflronomifchen Kenntniffe leiteten ihn darauf, und er brüdte feine hohe Bewunderung durdy bad bedeutungdvolle Wort, xoowos, aus, womit er zuerft, mehreren Nachrichten gu Folge, bie Welt. bezeichnete 32), . $2) Plutarch. decret, phys. II. c. 1. ZZufayogas ngwrtoe @vouaoe m» tow Show mEgioyny, KocuOv, EK Tyo EY advım zateog. Sto~ baeus Ecl. Phys. p. 450. [Un andern Orten wird bagegen fon bem Thales und Anarimander diefer Yusdrud beigelegt. Siehe oben p- 62. Rad) Diog. L. VIII, 48. u, Anonym. de vita Pyth. apud Photium §. 14. fol er ben ovpavos fo genannt haben. Bet Philolaus aber, nad) dem in ber folgenden Note angeführten Fragmente, find olvuros, xoouos und ovouros untetfdieben, und ovgavos nimmt felbft in bec pothagoreifhen Schule verfdiebene Bedeutungen an. (Cf, Anonym. de vita: Pythag. apud Photium §. 19.) Gewiffer ift, daf bie Leier ald Symbol ber georbneten Belt — bes xoouos — ein Hauptfymbol der ppthagoreifchen Schute war, was mit der oben

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ber Pothagereer; “> Philofophe 125 Die DNebduag amb Regefinäßigkeit in dee Mnorbinnge und) Bewegung bet Himnelstbeper war aber anffallendet und: fidtbärer;. ofS: bie.Natúrgefeinpigteit bec -Grfcheinungen auf: unferem. Planeten, deren: Gefehe noch fo wenig erforfiht: waren; bäher die Eintheiiung der Welt in die-himmlifde: ‚und die fublunarifde Region (die Region vom. Monde bis:zur Erde), in welcher. nicht reine Regelmäßigkeit, fons: bent and: Sufall “wid: Abiwedfelung vegieven ?2), . Unters ‚ beffen hatte bods Pythagaras.:ober feine Schüler. (vieleicht: erft inıfpätern Seiten } bieSegelmapige Umwmdiging des: Erte’ um.ihre: Ure. während ihres :Laufs: um. bie. Sonne entdedt, : woburcd: nie Mowedfelang.von Dag und Nacht -entfteht *).: c'e BB. HR Ber Stufe Dar Gultar.diefer Zeiten vollkommen angemeffes, heriGottheit, um fie als. wirklich gu denten, : eine Stelle in bee Wet Ampardumen, fie gu einem Theile” be. Ganzen. zu ‘machen. Und diefes thaten noch bie Pythas.: geweer. Die. Jee war auch'fò wenig entwidelt, Daß man fids, bavunter oi Welfen tacite, welches zwar:die Bedingung vieler Dinge, aber felbft: wieder “bebingt Offs ‘bie Vide flop : nod mit: bent Begriff eine Matur kraft. zufdmmelt, bie“ alfo fo gut;: a alles ändere; In Sen Raum: in den Inbés. © &. 112. eriwäßnten Bebre ben ben. farmonifien Verhältniffen, in woelden bie Welt’fich, bewege, oder ber Sphärenmufit zufams | menbéngf , ‘und von den Bearbeitern her Mythologie. mit. der Leier des Apollo, beffen Schüler, Priefter, Sohn Pythagoras nad ber "Sage genannt wird, und mit den orpbifden Lphren in, Verbindung ebradt wird, .&...bef. Greuger. und die.bei bièfem angeführten . Stellen Hérodot, 1,81. u. lamblich de vita Pythag. V,146., ” EED Rte 6] 33) Die Eintheilung in die fublunarifée und bimmlifbe Region findet _ . fi) bei bem Ungenannten in Photius Bibliothef §. x1. Ich mag _ nit .entidieven behaupten, baf bieß ein Acht pythagerifder Gebante ….ft,, obgleid) Gtobäus Ecl. Phys. p. 488 ff. etwas Nehnlihes aus . einem Fragmente des Philolaus anführt. [von weldem {pater gefpro= ‚den werden wich vgl. Bid a. à. D. S 95 ff]. #) Bgl. Anmerkung 15. Bunächft aber ift nur von ber Bewegung der - Groe um bas Gentralfeuer die Rebe. Diefe Lehre wird. im Allges meinen den Dythagoreern Arist. de.coelo H, 13. Galen. XXI, 1. insbefondere aber dem Hiletad ober. Scetes von Syratus, ben Cis -cero Nicetas nennt; (Acad, Qu. IV, 39. Diog: L. VEL, 85.) mod) mehr. aber bem Philolaus 13. Galen. XXI, 5, zu; eben. Plutarch. de placit. III, gefel va

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| 126 Crftes Haupeft, Dritter %fón. Ziveites Rap. - geiffe bps: Gemzen: gefebt tourbe. "Nicht. Tange nod. bet Ent fisher der Dythagoreifcen Schule: fand. man diefen. Mepriff.. für. die Des gu: Bein: und machte had. Univerfuats zet Die Begriffe. waren nod zu fitmbedy;: bre Verfiand: founte:: fich noch zu einem Begriff des «reinen Seyns echeben, : fonts : dern bacbtefich-riehes Ween, Feibft Die Gottheit din Grebe):: alg Eörperlids Die Dythagomer:ibadten fichbie Gotta”: heit baper gwar. ald ein Natuewefer, jebech fo) hap fie bast es zalf: nit. den Begriff: des Voll Fommanfken:verfgupften:. die: Quelle ded. Lebens dachten..;; Diefens Wefen gebiihret: tit ber. Welt bie vollfommeafte:vorgiglidfter telle, Und: hiefe if. ber. Mittelpu net. Denn.bad Morstalidiié maf: _ bor allen andern géfichert-unb gebeds fenn. Dieftä beklom - menfle Mefen iff das Zeug; und ba:fie biefes ‚unter. die .. zehn Himmeldkörper vechneten, fo: it eB Peinen Swieifel. uns: : terworfen, daß fie fih die Sonne «ls bas gättiiche « Wefen dachten. Daher auch, die Benennung. ded Feuerd:. Wa dhe. des Jupiter 4), Unflucitig lag hicfer. Bebaups : tung die. Wahrnehmung von ben wöhltpätigen. Wirkungen . _ ber -Sonnenwärme: und ihrem Einfluß auf: Wadsthum uud: Srudtharkeit in bex.ganzen Rate gumGruabe, fa wie fierauf' ; 34) Aristoteles de Coelo II, €, 13, oïye Hu9uyogeor PR die zo | poliüte moodnzeir pvdarteodar to Kugimtatoy tov navtog, to ds + poor tivas Tosouror, 6 log qulaxyr ovopatovor to Taveny spor " mv zogar nUg. wonep to pecov anlaz leyopusvoy, kus To tov psyetousg 18009, zou Ing proews, Mehrere Mehennungen des + Gentralfeuers, die fid) auf die göttlihe Natur deffelben beziehen, +: führt Stobaeus Ecl, Phys. p.488. aus dem Ppilolaus an. Ordo „Amos mug Ey E00 rept To xévrpor, Geo Eorıavy Tov zravtos wales, was: Atos 01809, Kar men Seov, Boov te xas ovvoyny Kar 1 petgoy UC. xos sradiv mug iregoy avaorarw, To TLEQLEXON: - Phitolaus flellt hier ein anderes Syftem auf, in-weldem, außer ". dem Gentralfeuer, nod ein Feuer bas ganze Weltal gleihfam eins fließt. Deffen ungeachtet fest er gleichfalls die göttliche Kraft in das -. Gentralfeuer, jedod) fo, daß ex diefe nur als Weltfeele betrachtet, und von Gott, ber aud fie gebildet, unterfdeidet, Stobaeus Ecl. Physic. p. 452. zo ds Ayeuovaxoy ev ty pscarraty mug, Öneg Tod * . st405 dix mgounsßahlsro ths tou mavtos (oparpas) ò Önwrovoros . 9eoc.. Diefe Shee einer von Gott verfchiebenen Weltfeele ift in ber Pythagoreifden Schule neu, und madt biefes Fragment etwas vers bädtig,. fo wie aud das, was Stobäus ©, 530: von feinen zwei Sonnen mitthellt. [Ueber bas Legtere pat fi BELG a. a. D. B. zag erflart. Bufag do $.] :

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" Poyfofopheme' der Pothagoreer, 5 429: ber anbeen Seite mit. dem affronomifden Syfleme ber Pothagos veer in enger Beebindung flanb., Wir Eénnen dafür unmittelbare. hiftorifche Bevoeife. aufftellen. "Der. Sonnenftrahl, fagten fie, geht von.-her. Sonne “aug, burdbdringt den kalten und hidden Aether (Luft. inb. Waffen), buschkeitigt bie vgrborz genften Wefen de Natur, und belebt ales. Die Warme. (sermuthlicd) der warme Aether, Ausflug. der. Sonne): ift- bia Urfache des Lebens und in Verbindung mit hem Falten Aes. ther. bad Princip ber Seele. Man darf bierays ‚wahl, folgern, def Pythagorad mit. feinen Schülern: die Sonne für die Quelle .afles Lebens, Empfindens-und. Denkens in der Natur gehalten habe, und man hegreift, wie Cicero fn: gen Fonnte: die.Gottheit fey dem Pythagoras. eine durch bas — ganze Univerfum verbreitete Seelp,‘aus welcher. die menfhs. lien Seelen genommen find 25). Die Gottheit ift alfo. ‘die Lebewstraft ber Natur, welde in der Sonne ihren Sig hat, von wo aus fie fid uber alle Theile der Welt verbreitet. Wahrheit, Almadt und Güte hielt jebor) Pythagoras. für‘Eigenfchaften der Gottheit, und lehrte, die Menfchen hätten von ihr Fein größeres GefchenE befommen, al8 bie- Liebe zur Wahrheit-und zum Woblthun 46), Bon diefer Seite veredelten. die Pythagoreer den Begriff der Gotts - heit und verbanden mit der Bolféreligion Moralitdt, indem fie jene al8 moralifde Intelligenz dachten, als moratifden Richter der Menfchen, dem man nicht allein durch veligidfe Gebräuche, fondern aud burd Rechtthun wohlgefällig wers 35) Sext. Emp. adv. Math. IX. §. 127. Cicero Natura Deor. I, c. 11. animum esse per naturam rerum omnem intentum et commeantem, . ex quo nostri animi carperentur. Cf, de Senectute c, 21. 36) Iamblich vita Pythag. $. 122. os os usy Okt, yamıoı Tais Tov Huor Toy dımdsaeoıy, OÙ To tow Hvousvor ninder 7 ov. Cf. Porphyr, de abstin. II, 15. Berner lambl. 1. 1. 159.ov zag vas Ta psy. done zog Seas, ta de advrata, wong outa « TOUS ovgilopsvovs, alle narvta Suvata, §. 174. to SievoscFus segt Tou Fs1ov, ag sory TE zate NGOS TO avdgomivoy yevos, OVTIUG EXEL, os sriSlensiy xas py olıyapsıy avtov, Zendipor ava, veslaufavor os Ovdayopaoı, mag axsıyou padortes §. 218. ots ov F208 wexov 81019 avostios etc. Aelian, var. hist, XII, c. 59. [Ded fdeint in biefen Stellen andes Ausdrud der fpâtern Pptha= Bufeg d. H.] govern zu feyn.

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128 Erfles Haupt, Dritter Abfehn. Buttes Kap. ben müffe, obgleich damit der Begriff Gottes als Naturkraft nicht wohl.zu vereinigen war, und die praftifhe Freiheit durch den phyfifcen Einfluß der Götter:und Dämonen aufs gehoben ward: Pythagoras machte von jenem moralifchen Begriffe fhon Anwendung auf die Vorftelungen der Dichter, welde in bie Bolksreligion übergegangen waren, und tabelte fie 37) wegen des Widerfprudhs, in welchem die von ihnen gefhilberten Götter, mit den reineren moralifchen Begriffen flanben +) . Le ; : EE Aus der Einheit der: belebenden Kraft ‘in bem ganzen. Univerfum folgerten fie die Berwandtichaft der lebenden und befeelten Wefen mit bee Gottheit, und. aus dee:allgemeinen Durchbringung berfelberi den Bufammenbang aller Theile der Welt, die fie. auch felbft für befeelt hielten. Die Sterne 57) Diogenes Laert. VIII, §. 21. wo von Homer u. Hefiod die Rede if. lamblich de vita Pythagor. §. 174. 149. 151. *) Was der Berfafret in bem Vorhergehenden über Pythagoras Bors „ ftellung von der Gottheit vorgetragen bat, fdeint mir eben fo wenig in einem Begriffe vereinbar, als durd bie vorhandenen Bez richte über bie Pythagoreifche Lehre vollfommen begründet zu fen. Hat bie Gottheit ihren SiG in ber Sonne, wie nad gewöhnlicher Borftellung bie Seele im Körper, fo ift fie nidt die Sonne. | felbft , wie oben gefagt wird.. Aber es wird nit einmal beftimmt “ gefagt, daß fie ihren Sig fn der Sonne babes denn bas Feuer, + welded alé ber vorgiglidfte, Leben und Wärme ausftrömende, Körper in die Mitte geftellt wird, und baber fymbolifé Wade bes Zeus genannt wurde, ift nad mehreren Pythagoreifden Brudfticen, bez fonders Stob. ecl. 1, 23. p. 488, ein Feuer, um weldes felbft die Sonne freifts da aber diefe corsa tov svavros, wie fie aud heißt, (Altar des ATS) in einem anderh Fragmente ‘Lib. 1, p. 468. das erfte Sufammengefügte (Gebildete) genannt wird, fo fonnte aud biefes Feuer nicht bieGottheit felbft feyn. Es et baber wahre fceinlider und ber unbeftimmten Zahlentheorie ber Pythagoreer an: emeffeuer, daß fie bie Gottheit vielmehr nur unter bem Begriffe de unbedingten Eins badten, welches von jener Stelle aus, die "daher auch fymbolifd ro & genannt wurde (&. oben Note 25 und 117. " Bôdb a. a. D. ©. 98.), durd ben ganzen xoouos wirkt und ihn . befeelt. Auf eine ähnlihe MWeife wird in bem Gchahnameh, wo von bem Feuerbienfte ber alten Perfer bie Rebe ift, das Feuer nicht bie Gottheit genannt, welde angebetet wurde, fondern nur die +! Kibla oder ber Altar ber Natur, zu weldem man fid beim Gebet richtet (vergl. Hammer. in ben Wien. Jahrb. der Litt. B, VIII. ©. 326. und X, 210.). Der Verfaffer ftellte aber mit andern "(5 Bs Tiebemann) den Pythagoras darum zu tief und faßte feine ehre zu materiell, weil er bas Sypmbolifche berfelben nicht feftzuz halten wußte. Sonad fheint nur das Beste von dem Berfaffer oben

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Philofopheme ber Pythagoveer. find daher ebenfalls ‚Gottheiten, doch wahrfcheinlich der Sonne untergeordnet 38), Die Seele alfo ift ein Ausfluß oer Sonne ober der Gottheit. Es fehlt nicht an verfiebenen Ausdrüden diefes Sages, welche aber bem Sinne nad alle darauf bine auslaufen. Eine Zahl, bie fid felbft bewegt, Heißt wohl nidts anders, als ein Wefen mit eigner Bewegtraft, ber: gleichen alle Theile des Aethers find. Eben das find auch. Wabrfdeinlid) bie Evopara ev Tw aege in ber unten anges führten Stelle des Ariftoteles *). Ariftoteles fcheint diefe mit \ Gefagte ber Berftellungsart des alten Weifen nab gufommen; wos … mit das Erfte faum zu vereinigen iff. Die Gottheit exfcheint Pp: thagoras alé Weltfeele, mithin blof als in der Natur wirtende, und mit ihr in Eind verfließende Kraft (vergl. Sext. Emp. IX, +27.) und ber Begriff des Bollfommenen ecféeint bm vorberrfdend unter Gigenfdaften der Natur. Hiermit ftimmt auch überein, dap die Seele, die dod) als Ausflug der Gottheit angefehen wird, und alfo ihre Natur theilt , die fich felbft bewegende Zahl genannt wird. Môge man nun Ébrigens die Gottheit des Pythagoras als ein fit gu dem Sollfommnen entwidelnodes (evolvircndes) Pkincip . nad) ben oben angeführten Stellen ded Aristot. (Anm. 24.), ober ihre Wirkfamkeit als geiftige Emanation betrachten, in bem Ginne wie Phetecydes, den man für des Pythagoras Lehrer Hart, {rad Arist. Met. XIV, 4.) lehrte, das erfte Erzetigende fe das Befte, und wie Cubor bei Simplicius (in phys. Ar. 1.) von Gott Ypridt, was mir mit der ganzen pythagoreifhen Theorie der Zahlen, bie als die höheren Gefdtedter der Dinge erfdeinen, durch welde das Befondere bebingt ift und mit der Lehre von ber Geelenwanderung mehr übereinzuftimmen fcheint; fodarf man doch auf feinen Fall dem Pythagoreifhen Gort bie ausgebilbefen Borftellungen der platos nifden Schule unterfdieben, 2.0. $. 38) Diogenes Laert, VIII, §. 27. low za «ar oeknviv zu Tous addovs aotspne evo Geovs* errıngarsı yap to Faguov ev abross, oneg sate {ung wıtwy — Kur avIyddray Ein mos Peous ouyyertiay, Kata to uetezeiv avdgumor Sequov. [Der Ausdrud, dag die Sterne Götter find, welcher fi an die Volkéreligion anfdlog, darf bier.fo wenig, als jener Ausfpruc des Thales verwunderns . daß bie Welt von Göttern erfüllt if, Ha, wenn bie Welt von Pythagoras beftimmt alé ein befeettes Wefen, die Gottheit als Weltfeele vorgeftellt wird, dann aud) die Gefticne, alé Welt: törper (cf. Plot. de plac. I, 13.) oder Theile des xouuos, welde an biefer Befeelung- Theil nehmen, als Götter, aber untergeordnet, erfeinen, Bufag d. DH] *) Wie die Geftirne von den Pythagoreern für Götter gehalten. wutz ben, fo wurden, zufolge biefer Lehre von der ausftrdmenden Welt: feele oder von der Befeclung der Welt, aud die Seelen als Aude flu ber Gottheit für görtli gehalten, ja Allmäon, dem wir [don eanemanhs ©. b. Phil, 1. Tp.

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Grftes Haupt. Dritter Abfbn, Zweltes Kap. “den Sonnenftäubchen bes Democrits in Parallele zu fegen, und bemerkt dabei, daß einige Pythagoreer nicht biefe, fons dern bas fie in Bewegung fegende (den Wärmeftoff) für die &eele gehalten haben 2%). Die Pythagoreer Fonnten hier , ny oben einmal in genauer Verbindung mit ben Pothagorerrn fteben -fahen, lehrte nad) Ariftotele8 (de animal, 2. $. 25. du V.) daß e Seele unfterblid fey wegen ihrer Arhnlichteit mit den Unfterbs lichen, d. i. den Göttern; daß biefes ihe aber gufomme alé einer ftet bewegten Natur (Tovro 8’ vnagyeıv avın ws ae xvorperT, faft eben fo wie Plato im Phabdruê p. 245. fagt), denn, feat ex "Hinzu, alles Böttlihe bewege fid unaufbörlih, Mond, Sonfe, die Sterne und der ganze Himmel. Jn diefer Stelle, mit welcher ‚aud zum Œbeil bas fpätere Fragment bei Stob. ecl. I, XXI, p: 420. : . gufammenftimmt, wo von einem meıxıvarov gegenüber bem oeura— Des bie Rede ift, und dag Yeıov burch asc Feov erklärt wird, Tcheint aud) bie Erflärung ber „fid felbft bewegenden Bahl’ wenigftené zum Speile zu liegen. Die in der Luft bewegten Stäubchen aber fcheinen mir nur bas robe Symbol zu feyn, welches dfe nad Ariftoteles ber yoyn überhaupt beigelegte Gigenidaft der Bewegung, gugleid aber aud in Beziehung auf das Gentralfeuer ( was viellcidt Diog. L. nad bet in der Note 38. angeführten, viele Widerfprüde ents haltenden Stelle. To Gepuov nennt), bas Berhältniß det Seele zur Weltfeele oder Gottheit (meshalb aud Diog. fagt, anocoracua œudegos) bezeichnen follte, Dap die bei Divgeñes angeführte Feinere Unterfheidung zwifhen Seele tnd Leben féon ber alt pythas goreifen Lehre gufomme, fdeint gang verneint werden zu müffen, wenn man erwägt, daß felbft Ariftotetes in feineh Unterfuhuns ' gen über die Seele diefe Unterfcheidung nicht fefthält, und den Bee tif wuzn in einem febr weiten Umfange nimmt; was wohl zu bee enten iff, wenn man die Lehren Anderes Über diefe worn (3. B. die des Pythagoras) welche man von ibm angeführt findet, richtig verz fteben will. — Mit ber Bablentheorie hängt wieder die, nur in einem gewiffen Sinne ppthagoreifde, Beftimmung der Seele als Harm oz nie (Macrob. Soma, Scip. 1, 14 Vergl. Bödh a. a. À. 177.) und damit aud die Beftimmung ber Seele als Bierzapl zufams men, woburd bie Seele als Ebenbild des Bolllommnen gefeht wird, was aber auch eine praftifhe Beziehung haben mochte. Vergl. die Ausleger deë berühmten Schwurs der Ppthagoreer bei der Vıerzahl ‘(Porphyr. de vita Pythagorae ed, Kiesling p. 165. et lamblich de vita Pyth. G.28, §. 151. ed. Kiesl.). Uebrigens wird det legten Bez ftimmung eine auffallend neue Deutung gegeben bei Plutarch. de plac, phitos. I, 3. Aas 7 nuezega wuyn ex Tergmdog or yaeitaı? sivas jag voüv, emıomyunv, Öokay, aoFqow, WE wy nava ty, zus "_entorngn, «as autos loyixos eoper. . Abd. $. 59) Die erfte Erklärung (fs Anm. 31.) ijk vielleicht nicht einmal ächt potpagorsild. Plutarchus fagt zwar de animae procreatione C. 1, . Æenofrates habe fie von den Pythagorecrn entlebnts allein dies ift wahrfcheinfih nur fo zu verfteben , daß er einen Sheil von den Pythagorcern, den ahdern vom Plätd entichnte. Damit fheint Aristoteles de anima I. c, 2, Übereinguftimmen und St baeus etlog. phym page 662. \beflimmt, biejes genauer aut dem Sams. N

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. PhHofopheme ber Pythagoreer. nad behaupten, baß bie ganze Luft mit Seelen ans gefüllt fey, bie fil aud) Dämonen und Heroen nennten, Dur ihren Einfluß erklärten fie die Träume, die Anzeichen von Gefundheit und Krankheit bei Menfchen und Thierens worauf fid die Reinigungen und Gühnopfer beziehen, ferner alle Divination (Mantif) und die Wahrfagereien. 40) Die Seelen Eommen in ben Körper von Außen, und werben aus demfelben wieder in die reinere oder unreinere Luft ges fammelt *), bis fie wieder in andere Körper übergehen. Denn fie find ungerftirbar, wie ihre Urkraft, und ihnen ift ein fteter Kreilauf vorgefchrieben 41). Die Behauptung von blid, einige Ppthagorerr hätten fledthin gefagt: bie Seele fey apstuos, Æenofrates aber apıduos avroxivytos. [rate aud) Macrob. Somn. Scip. I, 14. Buf. be $.] Diezmweite Crs ” Uärung bat Aristoteles am angeführten Orte: epacay yap tuveg avrav wuyny vas Ta ev TW Geos Evopata, os Je, To.Tavta «voer, Diogen. Laert. VIJL $.28. avai de Tnv yızıy anoconacpe audsgos, «ar Tou Seguov Kar TOU przgor. . . - 4o). Diogenes Laert. VIII, -$. 32. Plutarch. de plac. I, 8. Cicero da Divinat. I, 45. [Wiemobl die Annahme gôttliher Mittelwefen, Die bier als Luftgeifter genannt werden, in bem Syfteme bes Pytbas oraë liegt, und mit feinem befannten Hange zum Götter: und Geis ' Recumgange und zur Miantië (Cic. de div. J, 3.) der „wie fhon Æiebemann bemerkte, auf die Erzeugung bes Mofticiémus unter den Griechen einen wefentliden Einfluß batte, wohl übereinftimmtz fo muf man fid bod) hüten, aus der oben angeführten, ohnehin vers . bädtigen Stelle des Diogenes auf eine ausgebildete Démonentebre zu fliegen, welde gewiß erft ben Neuppthagoreern angehört. Sestere finden wir bei Hierocles ad Pyth, aur. carm. ed Schier. p- 226. u. 56. : Bufag b. 6.] . +) Kür biefe Beftimmung finde ich Fein binlänglihes Beugnif in ben. angeführten Stellen. AND. 41) Diogenes Laert, VIII, 14, xowroy Te. (de) paar tovroy anopn= . vat Thy wuyny xuxiov voren ausıßorcay, alors alloıg ev~ Badar Lmots. Sect. 32. evdargovern avPgunox oray ayody Weyn sgocyerytas. Aristotel. de anima 1, c. 5. { Die erftere Stelle, in welder von bem Kreiglaufe ber Nothwendigheit die Rede iff, fagt nichts darüber aus, wenn berfelbe beginne; die zweite giebt nur gu verftehen , dap die Seele mit einer beftimmten Befchaffenpeit von außen in ben Menfden Comme, was aud bad anconacpa ar Ötpos (vergl. Anm. 37. und Stob. ecl. phys. I, 51. p. 790.) ans deutet. Auf biefes von außen Kommen fheint aud Aristoteles de an. I, 5. Sect. 25. du V. bingubeuten in den Morten: zxsuvo de azonov ovußamsı Tout ty Aoyw, «ar tous nÄtoToIs Tor NEQL wgns ouvantovor yup Kar Tıdeagıy eis COME THY wvzns ovder ngoodiogsoarte dia T° œtiav, war mug ezOvTOS zov coparos.. Hier wird alfo zugleich ber Grund vermift, warum

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132 Erftes Haupeft. Dritter Abfchn. Zweites Kap. ber Unfterblid Feit der Seelen ift eind confequente Folge ihres ganzen Syftems. Denn die Seelen find Zheile besjeni: gen, von dem alles Leben in der Welt herrührt, bas felbft Peis ner Vernichtung unterworfen ift*). Eine folche Unfterblichkeit bat wenig zu bedeuten, und entfpricht nicht dem moralifihen Sntereffe, welches der gebildete Menfch daran nimmt. Dief erhellt auch daraus, baf fie fo wenig auf Gründe für die Bortbauer der Seelen gedacht haben, welde der menfdlide Berftand erft dann auffuchte, al8 die Unfterblichkeit in nähere Berbinbung mit dem Intereffe der praktifden Vernunft ges febt wurde. Der angegebene Grund aber ift fo gut als Reiner; denn er it nut bingeworfen, und bie Bedingung, unter welder er erft gültig wird, iff nicht entwidelt. Mit Redt fonnte daher Cicero (Tusèal. Q. I, 17.) Jagen: die Pys thagoreer hätten die Unfterblichfeit blof angenommen und gelehrt, öhne (deutlich entwidelte) Gründe Die Sees Tenwanderung, welde Pythagoras wahrfcheinlid von ben Aegyptiern angenommen hat 42), war fein Beweis für bie Geete in den Körper verfest werbe. Von den fpätern Bericht: erftattern wirb ein folder dem Pythagoras zugefdyrieben. Dod Theint die Stelle bes Diog. Sect. 31. exgıpdsser Ösavıny (yyy) ent die yng nhobeudor ev 1) aegı, ouotoy Tw Goxyete fid mebr auf Seelenwanderung nad diefem Leben, nicht auf die Berftofung aus bem Himmel zu beziehen. ©8 war nebmlid eine alte, frithers bin geheime und aus bem Oriente ftammende Lebre (Plato Cratyl. ‘pe 400.) wo fie ben Orphitern beigelegt wird. Cf. Plat. Phaedom p- 62. B. Berpl. Wyttenbach ad Phaedon, p. 134 aqq. und Plut. de esu carnium II.,) daß die Geelen wegen früherer Bergehungen in den Körper gefeffelt worden feien. Die Pythagoreer nahmen alfo wabrfdeintid den Grund jener Lehre von der Wanderung der Seelen + eben baber, woher: biefe Lehre gefloffen war, und fdrieben. dem Pothagoras die Annahme einer Prderifteng und bes Abfalls der Geele beftimmt zu. Auch Aft (Leben des Plato S. 106.) vechnet bief gum Pythagoreismus. : __. Buf. bd. 9) *) Tennemann Halt fid bier an bie Stelle bes Diog. L. VIII, 28. Stopepsiy te Wzn» Donc adavatoy te vas avrny, enecdnmep “aL .To ap ov ansuneoras,: adavarov son. Eben fo wird fie ihres Urfprungs wegen: ungerftirbar, apSagroy, genannt, in der . Stelle Plutarch. de plac. IV, 7. Der genauere Grund aber lag in _ der Natur, welde die pythagoreifche Lehre bem Gôttlihen beilegte, nebmlid der fteten Bewegungstraft f. oben meine Bemerkung zu ‘42) Herodot, I, c. 123

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Philofopheme der Pothagoreer. die Fortbauer der Seelen, fondern nur Verfinnlidung ber: felben*). Diefe Seelenwanderung erfcheint hier nod nicht verfeinert, und. burd moralifche Begriffe geläutert. Daher fagten fie auch: jede Seele könne in jeden Körper ohne Uns terfchied einwandern, auch die thierifchen Körper nicht aus: genommen 4%), Ob diefer Kreislauf der Wanderungen ewig dauere, oder nad Befchaffenbeit der Seelen feine Grenzen: habe, ift eine Frage, die nicht mit Gewißheit entfchieben werden Fann. Nur eine Stelle des Diogenes fcheint für. beftimmte Grenzen zu fprechen 44), Dbgleid man fernes L © *) Die Lehre von ber Seelenwanberung Enüpft fih, wie fdon anges deutet worden, an die Lehre von ber fteten Bewegung ber. Seele, als, eigenthimlider Œigenfhaft berfelben, an. DBielleicht Kann man biere her dud) die Worte bet Aristot, de anis 1, 3, §. 24. beziehen s. mou Tou 7 ezonv tov Oeov Sia Tovro xvuho HOLLY pegeodus Tv wernv, ote Bektiow even To xıvaodaı tov pere xiveccdar Oe ovres7 addus. Ferner wird diefe Lehre, was Bier nicht zu úbers eben ift, burd bie Gage an bie Perfon beë Pythagoras anges, nüpft. Denn er foll in mehreren Geftalten auf bee Erde erfhienen fepn (vergl Diog. L. VIII, 4 sqq. Porphyr. de vita Pyih. Sect. 45, et Kittersh. ad h. 1, ed. Kiesling. p. 258-5q.) und vornehmlich fic) ale Held Euphorbus erdannt haben; womit die Sage aud vieleicht das Gedddtnif bes Pythagoras preißt. Lesteres bezieht D. Maller in ber Gefchichte der Dorier 1824. Vh. I. ©. 220. darauf, baß er jenen, wie fie fic) felbft, al8 Priefter des Apollon betrachtete, mit weldem er überhaupt in genauere Verbindung von feinen Verehrern - gebracht wird — aud alg Sohn; ja bei lamblich de vita Pyth, c. 6. (vergl. aud) Diog. L. VIII, 21.) wird er felbft alé Apollon vergôttert. Baur aber bemerkt in feiner Gymbolif und Mythologie II. TH. I Abth. ©. 199., dap die Boer der Seelenwanderung mit ber Sdee Apollons innig verbunden fey.— Endlich if nod die praktif He Bes ziehung der Seelenwanderung nidt zu überfehen, welde man bei ben Pythagoreern findet, 6. i, die. Aufforderung, fih reiner Sitten zu befleifigen, um nicht in thierifche Körper gebannt zu werden. A. bd. D. | 63) Aristoteles de anim. I, c. 3. dig evdegouevoy xara Tous IIvdayogıxovs wvdovg tnx TÉYOUCRY wuyny’ eis zo tryoy evòvsu as cœua. (Es fdeint dief nad dem Zufammenhange zunächft zu heißen: bie Seele Homme durd Bufall, von ohngefähr, d. i. ohne Grund, in ben ibr vorkommenden Körper, und es fragt fid fogar nod, ob biefe Stelle fid) auf bie Seelenwanderung bezieht. Merkrürdig ift B, bag wir Eeine einzige beftinimte Nadridt ber Weltern über Pytha:, goras Lehre von der Seelenmanderung haben. Die Spatern ber, weiche diefe Lehre ausgebildet haben, wie Porphyr (de vita yth.’ Sect. 19. und Stob. ecl, phys. I. p. 1044 sq.) bebnen fie allerdings fdgar auf ben Uebergang in lebende Körper jeder Act aus. | Bufag d. £.] ù \ 44) Diogenes Laert. VIIL 6. 31. vor aysodar per tag. xnduçus — (y zas) ent to vpsorov. tas be axadagrove pnts exerce. ra geer, pare aldndaus, dou 3 tvagenxtoss Gaupois uno egervvar.

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134 : Erfles Haupeft, Deitter Afin. Zweites Kap, nicht beftimmt angeben Tann, wie fid) die Pythagoreer ben Buftand nach dem Tobe gedacht haben, fo it doch fo viel ges wif, daß fie mit bemfelben Belohnung des Guten und Bes fivafang des Böfen verbanden, und glaubten, die Seelen der Menfhen Fönnten nad und nad fo geläutert werden, dap fie einer vollfommenen Gemeinfdaft mit den Göttern gewür: bigt würden. Nach ihrer Vorftellungsart hatte fogar der Donner Beziehung auf den Zuftand ber Böfen in dem Das: des, um. fie zu fehreden *). In ben Nachrichten von ihren Übrigen Lehrfägen von den Seelen der Menfchen, ihren Vermögen und.ihrem Verhältniß zu ben Thierfeelen **) herrfcht nicht wenig Verwirrung. - Vielz leicht find die Meinnungen ber áltern und jüngern unter einander gemifdt. Suerft wird ihnen die Unterfdeibung des : \ -*) Man findet bier zwei Stellen bes Verfaffers über’ denfelben Ge: genftand, welde fonft getrennt waren (S. 133 und 142. ber erften Ausgabe) verbunden. Sn der lebte hatte der Merfaffer in offen: Harem Widerfpruche mit der erften behauptet, daß die Lehre von der Unfterblichkeit und Seelenwanderung von den Pythagoreern mit moralifhen Begriffen in Verbindung gebradt worden fen. Diefes fcheint aud aus ven beigefügten Grünben und Stellen (Diog. L. VIL, 31. Carmen. aureum. v. 70. 71. Aristot. analyt, posterior, Il, c. 11.) erweislih. Berg]. aud ben Sufag su mete 43. #+) Die Berwandtfdaft der Dienfchen und Bhiere war eine Lehre, © welde ebenfalls, aus der Befeelung der Dinge folgte. Hieraus ent: fptang in der pythagoreifhen Schule bas Gebot, bie Thiere gu fdonen, baë Gebot der Enthaltung von gewiffen Zihieropfern und thierifhen Speifen. Auf Erfteres fcheint aud bie Lehre von der Serlenwanderung Einfluß gehabt zu baben; die Enthaltung von Fleifdfpeifen aber wurde aud) in, biätetifcher Hinfidt geboten, Vergl. Seneca ep. 108, Sext, Emp. adv. physicos, sive IX, Sect. 227. Dief Verhalten gegen bie Thiere wurde auch. zur Gerechtigkeit Herechnet (ebendaf. Sect.130.). Bgl. ferner Jamblich de vita Pythagor. Cap, 24. Sect. 107 sq. dgl. 150. nad) welden Stellen jedod ein _ Unterfhieb in Hinfidt der verfdiedenen Klaffen dec Schüler des Pythagoras; ferner Cap. 18. 85. Sect. nad welder Stelle ein Unters fied unter den Tpieren gemacht wird, welche neopfert werben durfz ten; vgl. 6. Gap. 16. Sect. 68 u. 30, Sect. 168 sq.; eben fo Porphyr. de vita Pyth, Sect. 43. und de abstinentia ab esu animal. lib. 3. Plutarch. de esu animal. If. und de solertia animalium. Son einer Ginfdrantung bes Berbots in Hinfidt der Vhiece redet audy Diog. L. VIII, ao. baß aber der bei Plutarch, de plac. V, 20. ane gegebene Bedankte dem Pythagoras angehöre, ift febr zu bezweifeln. Bon bem Verbote bes. Bohnen f. Rittersh. ad Porphyr. od. |ne

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Philofopheme bee Pothagoteer. vernünftigen und nidt vernünftigen (finnliden) Vermögens der Seele beigelegt. Da fie, wie ed deint, das Wefen der Seele aus zwei Beftandtheilen, dem warmen. und dem Falten Aether, beftehen Tießen*), fo leiteten fie vieleicht alle Aeußerungen der Vernunft von jenent, dem Wärmeftoff, oder ber in der ganzen Natur verbreiteten gôtts lihen Kraft, die Aeußerungen der Sinnlichkeit aber aus jenem weniger ebeln Theile ab. Dann wäre 8 confes quente Folgerung, daß nur die vernünftige Seele unfterbs lich fey 45), | Die Unterfheibung der Acte bed Vorftellens und bes Begebrens ift bei einigem Nachdenken über fid fo natürlich, daß faft bei allen Völkern der gemeine Sprachgebrauch vers fehiedene Stellen des Körpers ausgezeichnet hat, wo jene vors gehen folen, und daß in einigen Sprachen biefe Theile ded Körpers felbft die Vermögen bezeichnen. Aud) Pythagoras hats te biefe Unterfheibung gemacht, und er beflimmte bas Ges bien für den Sig der vernünftigen Seele, das Herz für ben Gig der Begehrungs = und überhaupt der Lebend» fraft 4°). Ob er nun aud bie unvernünftige Seele in bad *) Nad Aristot. Befchreihung zu fhließen, (de anima I, y.) fheint mie das Philofophem über die Seele, welded der Berfaffer hier dem Pythagoras, nad ber oben in der Anmerkung 39. angeführten Stelle deë Diog. L. beilegt, mehr bem Empebofles anzüges bören. ° A. da 6. 45) Plutarchus Decret, Physic, IV, c. 7. Diogen. VIII, 30. xag to per poonuor, adavyator* ta ds hoya Hrnra, 46) Plutarchus Decret. Phys. IV, c. 5. JIvöayogas to uev Lotixoy neg tyY xagdiay, To Oe oyinov xar vargov TrspL id xepadny. Cicero Tusé, Quaest, IV, ¢. 5. veterem illam equidem Pythagorae primum, deinde Platonis degcriptionem sequar, qui animym in duas partes dividunt; alteram rationis partioipem faciunt, alteram expertem. Stob, ecl, phys. p.874. [In einer von Æennemann nicht angefigrten Stelle beg Sextus Emp, adv. math. VII, 92, wird die durch Siffenfchaften, befonderg Mathematik, gebildete Vernunft bad Bes urtheilungévermigen bed Wabren genannt: os ds ZIuSayogeros zov Aoyo» mex pauw (xorrgoroverivur) ou xorvwg De: zon de ano Tov padquoruy nagıypousvov, xaduneg Elsye zur a Diloe daos, Diwpnrixoy te ovru Ts zov ohwY Prose, sper Ton Guy“ EVELAY TROOS TOLTHY, BITELEQ VITO TOU OUOIOU TO OUO(OY xaTa- . ußavsodaı nepvue. Ob aud der zulest angeführte Grund, vois OpOLOLG Ta omora Yırmaxscdas, ber ein febr verbreitetes Erz tenntnifprindp fpäterer Philofophen wurde, (fieje aud lamblich

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136 Grftes Haupeft, Dritter Aofehn, Zweites. Rap. Begehrungs= und Gefühlöyermögen (smödyuntıxov, duusxov ) eingetheilt habe, wie e8 in der Folge Plato that, wird zwar von mehreren Schriftftellern: behauptet, aber e& läßt. fih daran zweifeln. Denn obgleid die Ausbrüde in der Sprache vorhanden waren, fo fdeint dod) bie Begriffe, welche - dadurch ausgebrüdt werden follten, erft Plato etwas ges nauer beftimmt zu haben, und and bei biefem find fie nod {che {hwankend 47). Nicht fowobl Verworrenheit als Shwans ‚Ben der Begriffe von den verfihiedenen Vermögen bes Gee mlithé findet man in einer hieher gehörigen Stelle de3 Dios genes von Laerte. Die Pythagoreer nahmen nach berfelben drei verfhiebene Vermögen an, duuos, Begehrung ss fraft oder überhaupt Lebensprincip *), vovg und poeveg in dem Gehirn; von diefen legten fie bas legte bem Menfden ausfchließtich, das erfte und zweite aber als mit den Thieren gemeinfchaftlich bei. goeves bedeutet alfo wabrz f&heinlich die Dentfraft, vous in einer von dem Sprachges brauch‘ fpäterer Zeiten etwas abweichenden Bedeutung das Vermögen zu denten, welches die Menfchen und Thiere ges meinfchaftlich befigen, nur baß die legten wegen ùnvolfom= mener Drganifation und Mangel der articulirten Sprade mage zog nadeuauung enrotnuns. Cap. 8. Sext. adv. germe lib. J, Sect. 303.) in biefer Formel von Pythagoras felbft be rühre, wie Sextus in ber legten Stelle meint, läßt fid Rare,» vie benn aud) die beigefügten Verje, weldfe Beftätigunasweife angefühet werden, auf Empedocles hinweifen. Aber näher fommt diefer Lehre der bei Claudiauus Mamertus de statu aniınae Cap. 7. bent” Archytas beigelegte Getante: ad exemplym unius composila est, quae sic illocaliter dominaturin corpore, sicut uuns in numeris, Bufag d, H.] 47) Plutarchus Decret. Phys. IV, c. 4. Stobaeus Eclog. Phys. p. 878. où de negı Ilharova zor Apyvras xat où hornor Nudayogews tv . VUL TOEHFON ATOPALTOPEUS, Öraugouvreg etc Aozıguov zor Gvpou dul ens vurov, TOUTE pag EVOL ZONE HQOS THY TRY agETOY ovoraaur. Cs fcheint als wenn Samblid, aus dem biefeë Fragmentgenommen it, felbft aud) dadurch, daß er Platon und Ardytee,und dann erft ‘bie übrigen Pythaqoreer nennt, die obige Bermutbung . beftätige. Der Verfaffer der mYıxav ueyaluy c. à nennt Plato alé ben erften Philofophen, der ben Unterfhied zwifden Vernunft und Sinnlichkeit in Begriffe gefaßt habe. Diefes mag wohl wahr feon, wenn man darunter deutliche Begriffe veeftebt. - À *) Wohl richtiger. Vermögen det, Affecten. - Hd 8. A

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Philofopheme der Pythagoreer. nicht wirklich denken können 45). E8 iff gewiß eines ber fhwierigften Gefchäfte, bas Mannichfaltige der innern Ets fheinungen aufzufaffen, zu claffificiren, und unter beftimmte, Bermôgen zu ovdnen, und ed war bamald befto fdwerer, je weniger man, bei der allgemeinen Richtung der Speculas tion auf äußere Gegenftände, die Aufmerkfamfeit des Geiftes auf. feine eigenen Thätigkeiten und Veränderungen zu richs ten vermochte. €8 war dazu noch zu wenig Stoff gefams melt, und bad Unterfheibungsvermögen noth gu ungelibt. Daher ift 8 fein Wunder, wenn bie erften Verfuche, die : Vermögen bes Gemiiths zu unterfdeiden, fid faft gar nicht über die Unbeftimmtheit der gemeinen, in ber Sprache ausz gedriidten Begriffe erheben. Ob und wie Pythagoras und feine Schüler fid) diefe Vermögen gedacht haben, Idßt ficy aus Mangel an Nachrichten nicht beftimmen, nur aus einiz gen Fragmenten muthmaßen. Weniger darauf bedacht, ben Inhalt der Begriffe von diefen Vermögen zu beftimmen, als die Vermögen felbft, fo wie das Subject derfelben, aus Naz turkräften abzuleiten‘, konnten fie biefe Begriffe nicht wohl anders al8 materialiftifh faffen. Die Seele ift eine aus Fala tem und warmen Aether gufammengefeste Subftanz *) 5 bie Vernunft Wirkung des warmen Aethers, ober bes allgemeinen Lebenéprincips, die Sinne find Ausflüffe (Tropfen) desjenigen Theils ber Seele, welcher im Gehirn ift **), 48) Diogenes Laert. VIII, §. So. zn» de avdoonov wuyny droge ota: Toin, ts T6 vour xu PoBvas zat D UUOV. vouw ur ovv sivas xan Gundy xu ev Tous ahhowg oi poevag de povoy ey wrdgwng. -Plufarchus Decret. phys. V, 20. [Gollen wir dem onft untritifden Compilator Diogenes nicht Verworrenheit Schuld gez en, fo müffen wir annehmen, baf die Pythagoreer hierin einen ganz andern Spradgebraud), ald bie fpätern Ppilofophen beobachtet haben. Go nimmt add Salmas. ad Epictet: p. 373. an, daf v bei ben Pythagoreern die höhere Geiftestraft bezeichne, welde fpäter . Aristoteles zv avagyın vour nannte. Man kann mit Brandis . Comentatt, eleat, p, 37. aud) baë Fragment bed Xenophanes add a anavevds zovoso 790% Pers navtu xpadaiver hierher ziehen. - i 0 Bud]. *) Bergl. zu ben folgenden ebenfallg die Anmerkungen *) zu ap f-. und 135. : . Xd. $. **) Die Erklärung ber Sinne durd) Beziehung auf die 4 Clemente bei Stob. ecl.phys, p. 1104. fdjeint bem Œmpebofies und ben Platonifern anzugehören.

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138 Crftes Hauprfl Deitter Abfchn. Bweites Rap. Der Warmeftof im Gehirn ift bad belebende Princip ‚bei ber Beugung. Die Seele ftellen fie fic als: einen orga= ' nifchen Körper vor, der wählt und Nahrung braucdt *).. Shren Nahrungsftoff erhält fie aus dem Blutes die Venen, Arterien und Bänder maden das Band zwifden Seele und Leib aus, bis fie erwachfen und ftaré ift, wo dann Bors ffelungen und XThätigfeiten das Verbinbungsmittel aub: maden 49). Diefe Borftelungen find aber nichts als ein | Wehen der Seele, das ift, des Aethers, unfichtbar wie _ biefer, oder ein fehr warmer Dunft, welcher von ber falten - Luft zurüdgedrängt werde; daher fehe man burd Luft und Waffer **)., Wabrfdeinlid unterfchieden die diteften DPythaz. gorcer zwifchen Denken und finnliden Borftelungen noch nicht; zum wenigften: bat man, nad den obigen Bebaup: tungen und bei dem Mangel fiderer Nachrichten, Eeinen Grund anzunehmen, daß fie auf diefen Unterfchied geachtet haben, welcher erft von ben Gleatifern genauer erwogen wurde, Ungeachtet ihrer metaphyfifden Zahlentheorie, ers fceint dennod die Vernunft nicht als bas Vermögen nach Principien zu denken; fie hatte nur dad Gefchäft, die Vers hältniffe, nach welden bas Univerfum. befteht, aufzufuchen; bie Zahlen und Verhältniffe berfelben müffen ihr gegeben : .… *) Plat. de plac. IV, 3, ftellt dagegen den Pythagoras ganz beftimmt untet die, welde bie Seele für unförperlich halten. Vergt. V, 4. x. bd. $. :&9) Diogenes Laert, VIII, §. 28. to ds omega eva otayova syxepadov segpiszovour sy Ewurn DEquay arpov* — ano Òe tov uruov wuyny zat ada Crgoisodou). — 29, TV ds. momo Kor , vos, KL xar eidog Tnv OQAOIY, ETUOV Teva svet apar Hebuov, «as Oatouto Asyerat dv atpos ogav, zut ds’ vdaros: avreperdeo das yao to Gegquoy ano tov yuygov. — 30. atayovas de rm ano | TOUTUY tag misdndtig. — Toepeatac tyy wuyny ano Tov aipatog. Tous Os hoyous wugns eveuous ecvay. aogatoy TE sLvaL aUTYV KUL zovg doyous, exes zat 6 andy aagatog, —~ 31. bau te sivartye ' yuyns tag plsBag zat Tag apTmgLdz Kav to vevpu* otay Òe sayves “+ xat nad avımy yevonern nomuer, Òeoua persadar durys tous ho~ yous zac sa egya, Plutarch. Decret. Phys. V, c. é 4 j #+) Die Stelle bei Diog. L. VIIL, 29. (f. vorige Anm.) fagt aber nur von bee Sinnempfinbung und von der bes Sehens insbefonz , Bere, daß fie auf einem warmen Dunft beruhe (wie die wezn übers haupt nach biefer Hppothefe); indem beim Sehen bas Kalte dem ven entgegenwirte. De e- M

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Phitofopheme der Pothagoreer. woerden, denn ed giebt Feine andern, als die in der Welt wirklich vorhanden find 5°), | Die Pythagoreer mußten, vermôge ihres Syftems, ans nehmen, daß alle Dinge in der Belt imBufammens bange ftehen, weil bad Feuer oder Aether, welcher Pas allgemeine belebende und thâtige Princip ift, Ades durchs bringt. Gie fonnten alfo fagen, dab Gott das Fatum fey oder die unveränberlide Urfache, durch welde Alles ges fhieht. Wahrfcheinlich vereinigten fie damit ben Glauben an bie Vorfehung der Götter, den fie, was die Schidfale des. Menfchen betrift, noch durch die Berwandtfchaft der Menfchens feelen mit der Gottheit unterftügten 51). Gie fcbloffen zwar, wie e8 fcheint, ben Zufall nicht aus der Welt aus, wie auch fchon daraus erhellt, daß fie ben Dämonen fo vielen. Einfluß auf Menfchen zufdrieben; doch fuchten fie den Zus fall wieder mit dem Fatum zu vereinigen, aber auf eine Art, welche die Freiheit untergräbt. Stobdus hat, uud aus Ariftorenus hierüber ein merfroùrdige8 Frags ‘ ment aufbebalten. Cin Theil des Zufal8, fagten fie, rühre ' bom göttlichen Einfluffe her (aga tov daıuoviov). Die Menfchen nehmlid erhalten Eingebungen von der Gottheit, einige zum Guten, einige zum Böfen. ene find offenbar eben beëmegen glüdlih, fo wie biefe unglidlid. Diefer Bufall offenbare fih in denjenigen Fallen am veutlichften, wo Menfchen ohne Ueberlegung und Klugheit oft ihre Büns fe erfünt, andere aber biefelben vereitelt fehen, die. fie nad richtig entworfenem Plan und mit Vorfidht zu erreichen fuchten. Eine andere Art des Zufalld fey ed, daß einigen ‘Menfcen tur natürliche Fähigkeiten und Anlagen Alles 50) Aristoteles Metaphysicor. I, c. 7. agetpow ds adlor undeva var maga Tov apıduov tovtoy, sE où ovveatyxsyà waopoe. [ Allein bie Zahlen find nad) diefer Vorftellungsart aud in der Seele wefents _ lid; fie felbft ift die fid) bewegende Babi f. oben &. 129. Buf. b. D.] 51) (Nad der vielerlei Borftellungen vermifdjenden Stelle bei] Diogenes Laert, VIII, $. 27. «as avtounoy sivar moog Deovs auyyevtian Kata zo pereysiv avdgomoy Heguov. dio xaı npovoriotas toy | Stor ho: sipaguerny Te tov Slow vas zou Kara egos astiay ang Stosmnosws. [Eine Andeutung andrer Art wird bem Philos 1008 beigelegt. Cf, Heindorf ad Phaedon. Plaw 6m Buf. bd. 9.)

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140 Geftes Haupefl, Dritter Abin, Ziveites Rap. gelinge, was fie unternehmen; daß andere hingegen zu Allem ungefhidt find, und nie mit ihrem Berftande bas rechte Biel treffen. Diefes. Mißgefhid liegt in der Natur,, und ~ ffebt nicht in unferer Gewalt. Die Urfache davon liegt in der Gecle, die jedem Menfchen zu Sheil wird. Es ift daher ein Glid, wenn man eine gute Seele empfangen hat 52), Ueber die Sittenlehre (als befondere Wiffenfchaft ). haben bie Pythagoreer nicht viel nachgedacht. Se mehr ihr ganzes Snftitut auf moralifde Bildung und Ausübung der Pflichten mit berechnet war, defto weniger fcheinen fie . das Bediirfnif einer befondern Wiffenfchaft derfelben gefühlt zu haben 53). Es läßt fid) daher, fo lange die Aechtheit ber von Stobäud gefammelten Fragmente nicht erwiefen ift, über ihre. praËtifhe Philofophie nod weit weniger fagen, als über ihrg theoretifhe*). Die Tugend erflärten fie für ga) Stobaeus Eclog. Physic. p. 206. Mit biefem ftimmt zum. Theile berein Diogenes Laert. VII, §. 32. ueyıorov Je pyor Tuv sy av- ‘ Seumnors tsvac, Tnv puyyy meus ett TO ayadoy- N ENL TO xUXO7. - , ° tvdatporey avFgwrov, 0Tay ayadın wign ngocyerntas 53) Aristoteles Ethicor. Magaor, 1, c. 2, ¥) Vielmehr können wir über die ethifde Seite ihrer Philofophie, weil ‘thre praßtifchen £ebren mit ihrer Zahlenfombolit genau verbunden waren, im Ganzen ein febr beftimmtes Urtheil fällen. Dem daz maligen Standpunkte des Denkens gemäß, tritt das Ethifche nehm= lid) bei Pythagoras nod in der Form mannidfaltiger Regeln für fpecielle Berbältniffe deg Lebens, und afcetifher Vorfdriften auf, welche fih einestheild auf gereinigte Religion und geordnetes Leben im Staate beziehen, anderntheils an borifche Stammeseigenthim: t lidleit und dgyptifde Symbole anfchließen, welde Pythagoras in feinen Bund verpflanste. Durch das Legtere, und indem fic) feine prattifden Regeln an ein Bild ankndpften, erhielten feine Lebriprüde bas Gewand bed Rathfelbaften und Empbhatifden , wodurd fie id aud) dem Gedddhtnif feiner Gatiler einprägten. Inwiefern nun zwar bas Ethifche mit dem Poyfifden in der Betradtungd des Pythas oras immer nod) ungetrennt blieb, feine Lehre und die von ibm ges iftete Verbindung aber doch gylest auf das Praktifhe mit Ernft binwirkte (vergl. Borphyr. vit. P. §. 47), infofern fonnte ¢ Aristot. inagn. moral, I, 2.) wohl gefagt werben, dap er der erfte (Philo: foph) gewefen, deë von ber Tugend zu reben verfucht babe, was fid jedoch nur auf bie von Pythagorad aufgeftellten Beftimmungen der Tugend und ber. Gerechtigkeit (vergl. Note 54 und 56.) zu bez gleden deint, und mit ber Stelle Metaph. XIII, 4. nidt im Wiz erfprude fteht. In den fogenannten golden Sprühen (S. oben .&. 74.) bei. Diog. L. VHL, 17 sq. und bei Jamblich protrepticon gub fio, if wenigftens Einiges altpothagoreifden Urfprungs.

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Philofopheme ver Pythagoreer. 144 eine Harmonie, Wir haben fhon oben gefehen, dap fie alles, was gut iff, unter den Begriff der Einheit, Bez ftimmtheit, fo wie bas Bsfe unter den Begriff der Un: beftimmtbheit, Bielbeit bradten, tenn man fann nur auf eine Arf Recht thun, aber auf vielfältige Art- fehlen, Die Tugend tft alfo ein Zuftand der Volfommenheit, ein beftimmtes Berhältnig, Uebereinftimmung und Einheit bed Gemüths 54). DObgleid bas Legte nicht hingugefest ift, fü ers giebt fid boch dtefer Sinn aus dem, was Samblid nat bem Ariftörenus yon den Ermahnungen zur Tugend fagt. Pythagoz tag drang auf nidté fo febr, als Gleihmuth und Selb ft beherrfdhung, oder die Kraft, allen Verfuchungen zu Aus: . fhweifungen zu widerftehen und unter Arbeiten und Widerz wärfigfeitennicht zuerliegen. Gin Bild diefes innetn Zuftande8 ' war die vorgefchtiebene äußere Lebensweife der Pythagoreer, in welcher alles bid auf Kleinigkeiten beftimmt wat, und bie wieder babin abzwedte, den innern Geelenftieden zu beförs . bern 55), G8 ift wahrfcheinlich, daß fie fid die Tugend, and) alé Achnlihkeit mit Gott *) gedadt haben. Dent Sergi. Lil. Gyraldus de symbol, Pythag. Opp. T. IL p. 465. und _ Fabric. bibl. gr. Vol. L A. d. DP. 54) Diogenes Laert. VIII. §. 33. tnv de agerny Gguomay svat, vas thy Üyınay, xu To oyador ünavy, kos zov Jeov, Aristoteles Ethicor. ad Nicom. IL. c. 5. 10 yap xdxov, Tov aneigov, us ob IvFayogeios eıxakov“ to &dyaGov, tov zenepaoperov. Cf. I, 4. 55) Tamblichus vits Pythag. $. 948eq. evxonts de aas za olla nave) #7 apa megs nados 7 Ex ua axgurnoews sstonvtas — §. 95, EITEOKOTLEL yap 7106 EXOUOL PYTEWS TOG TU 8 QUALY, sxades Os TOUTO xaraptvair: moleuıov de neo THY AYQLOTHTA ngos TOUT» diayoyyny» axohovdev dxodùaray, … axvginy, yap aygıorıtı avarderar, avaozurtiay, Övouadsıny, avagyıay, arıusay Kor To axohovda- moxornre Os za: Nusgomts Ta evavtia. — et Js rage Hoozov xotedor Teva, cianep ullopvlor rıya xaı oÔverov annlaure. *) Jamblichus de vita Pytbagor. §. 157. Cf. 66 — 87. anavta ood wigs zov TQUITEY OV My smarter Övopibovoi, sorozaoras THE mgog to Gatoy opohoyrac (outhiag), zes agyn avım tote tg grdovoguag: ote yehovoy nowovor où avGgumos aliodey moder Cytodrytss to ev 7 saga Fewv etc, Porphyr. vita Pyth. $. 41. nalıura adndtver: zovro yoo povor Övvacdn Tous ur9punovs moter Dew magurdlmouovs. Stob, ecl. lib. 11. c. VIL p. 64 66. ©. Anm. 36. — Der Sag: die Tugend ift Einheit, Harmonie (innere Uebereinftimmung ), welder einerfeits mit der Borftelung von Gott, als Einheit, welde bec Menfh nähahmen

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142 Grfles Haupt. Belter Abfén. Zweites Kap. ugend, bas Gute und Gott wurde unter einem und heme felben Begriff der Einheit und Harmonie gedacht. Uebris. gens barf man in biefem Zeitpuncte nod) Beine Unterfuhung über die Gründe ber Eittlichkeit, über die Verpflichtung zur Tugend erwarten. Denn außerdem, daß diefed fchon unents widelt in bem Begriffe ber Bollfommenbeit lag, die mit bem _ tugendhaften Charakter verbunden gedacht wurde, befam der menfdlide Geift erft dann Veranlaffung zu diefen Unters fudungen, al8 ber Wiberftreit der finnlihen Neigungen und - © ded moralifhen Gefühls deutlicher erkannt, und biefes durch Sophiftereien zu Gunften jener hinwegdisputirt werden follte. Am beften find, wir von ihrem Begriffe der Gere hs tigkeit unterrichtet. Sie brüdten ihn burd eine arithmes tifde Formel aus, die wir fon oben angeführt haben, (Anm. 31.) deren Sinn aber hier erft angegeben werden Tann. Gerechtigkeit befteht darin, daß alles, was Einer bem Andern anthut, ibm wieder gerade ‘in demfelben Verhältniß angetban werde. Wer _ einen prügelt, muß wieder geprügelt werden; wer einen um ein Auge bringt, muß wieder ein Auge verlieren*). Mit einem Worte Wiedervergeltung, dad ius talionis * folle ober als Zahl der Zahlen (agcFuow agduos Hierocles p- 166.) und bem Sage: das höchfte Gut beftebe in der vollloms menften Wiffenfhaft (Erlenntnig) der Bablen (vergl. Theodoret, Therapeut, ad Graec. Serm. XI.)5 anbrerfeits mit der Anficht von den verfchiebenen Kräften der Seele, welde mit einander in Uehers einftimmung gebracht werden follen, zufammenhängt, wird von ben fpätern Pythagoreern ausführlich entwidelt. Vergl. Gale opuse. mythol. p. 684 sq. 687 sq. 698 sq. 702. Giehe in Hinfidt des Unterfdieds der Altern und fpâtern Pythagoreer in dlefer Hinficht UE Leben bes PL ©. 163. . A. d. $. ®) Obgleich der pythagorrifhe Bei des Rechts (dinacoy) unbes ftimmt und darum ungenügend ift, fo fdeint es doch, als babe ibm bier ber Berfaffer, vielleidt verleitet burd Ariftoteles Kritik, eine zu materielle Unwendung gegeben. Hätte er fid, wieer bei ans bern Kehren des Pythagoras gethan bat, deë Famblidus zur Crs Hadrung bedient, fo würde ev in folgenden Worten eine andere Ers * Uärung gefunden haben: aezy Tosvur ects dıxalocvyng ter TO KOLVOV KOL TO toor, “at pias wuyns «at TO eyyviaro ouonadey Uaviag Hat SITE 10 #706 Copatosg ŒUTO TO euov pIsypeadar xo to odkorgeov. woneg Ôn var Ilary padur nage tay HvÔayogtrar ovagaotugu, lamblich. de vita Physh, a . §. 167»

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‘Pbilofopheme der Pythagoreer. ( avrınenovdog) machte, nad der Meinung der Pys thagoreer, bas Wefen der Gerechtigkeit aus; und dief if auch unfiveitig der Sinn ber Formel: eine Zahl, die gleichvielmal genommen gleich ift 5%). Diefer eins gige Begriff, über den wir fo gute Zeugniffe haben, daß er wirklich pythagoreifd ift, ift fon hinreichend, die Unddtheit ber von Stobdus gefammelten Fragmente zu beweifen *). Er verrdth nod die Kindheit des Verftandes; in biefen herrfcht fchon weit mehr Verfeinerung und philofopbifde Kunft, wie wir nur had Plato erwarten können. CS widerfpricht übrigens gar hicht der Achtung, bie den Pythagoreern ges Bühret, wenn wir annehmen, daß fie in der Entwidelung des Syftems der Pflichten noch fehr weit zurüd waren, Sie waren mehr praftifhe Philofophen, deren Rechtfchaffens heit, Gerechtigkeitsliebe, und hohes Gefühl für Achte Freunds fhaft**) ihr Andenfen immer in Ehren erhalten wird, - LS 56) Aristoteles Ethicor, Nicomach. V. c. 8. Eudem. IV. c. 3. wee Corso yag (ot IvGuyogeot) anlws To Öıxarov to ayrıne mov&og addon Magnor. Moral. 1. c. 34. ed, Du Vall. eors ds Öixasov xaı TOUYTUTEROVOOG OV uw 106 78 We OF Iv Suyopriot, eleyov. extıyor 189 yao worto Öixuiov svat, & Eromos tie, tavte avtnadeary. I. c. 2. Bergl. Arist. Mewph. 1, 5. XII, 4. \ *) Dex Berfaffer hat leider hicht angegeben, welde; und von allen fann Dief dod nidt gelten. Siehe oben Seite 26, Heeren erklärt die bei Stobäus erhaltenen Brudftiice, welde der Pythagoz teex politifche Lehre betreffen, für turdaus unverwerflid) (Ideen über bie Politië 2c. INN. ©. 433 ff). Da piefe Lehre hier, wie bei Tene nemanns Vorgänger Meiners, ganz Übergangen ift, fo füge id bier folgendes darüber bei. Der Ordnungésfian der Pythagoreer, der alles nad) Zahlen und barmonifchen Verhälmiffen auffaßte, fpricht fih unverkennbar in der Stelle bei Stob. Serm. XLI, p. 243. aué, wo die Anarchie für bas größte Uebel, bie bürgerliche Drbnung als eine nothwenbige Bedingung des Beftehens bec Menfchen erklärt wird. Sn Hinfiht ber Verfaffung fheinen fie daher dev Wolksherr: haft vorzüglid abgeneigt gewefen zu feyn, und eine bedingte Ariftotratie alé die befte Verfaffung angefeben zu haben. Bon den Befehlenden verlangten fie, daß fie fomohl Elug, als mild und dem Gefege unterworfen feyen, wie von den Gehordenden, daf fie @efes und Obrigkeit lieben. Schon bie Knaben müffe man daran gewöhnen, daß Ordnung und Uebereinftimmung fain und näslid, Unordnung und Berwircung aber höflich und fchädlid fey. Wergle Stob. Serm. XLII, XLIV. p. 314. und XLVI, p. 52g. %.5.9. **) In der ethifchen Unfit it bee Begriff der Freundf daft bes fonders hevoorzuheben, welde als voilfommene Gemeinfdaft bes

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Crftes Haupeft. Dritter ab fn. ‚Zweites Rap. Als Theovetiter, welde bie Pflichten, weiche fie praftif ausübten, fuffemotifh aufzuftelen, und zu ‚begründen gefuht hatten. Ihr Syftem lag in ihrem Handeln, die Webers zeugung deffelben in bem moralifchen Gefühl, welches die Stelle von Gründen vertrat: Cine Theorie der Pflichten war überflüßig, denn in ihrem Snftitut wurden die Mit glieder zur Ausübung derfelben ohne Theorie gebildet und | ‚gewöhnt, Allenfals fonnte ein Intereffe für biefe Theorie entftehen, nachdem der Bund aufgehört hatte: Allein die ‚mufterhafte Lebensweife überlebte den Bund, und mit ihm hörte wieder det Wirfungstreis zur moralifchen Bildung ans ' derer auf. Soweit die zuverläffigen -biftorifhen Facta reis ‘den, finden wir nicht, daß fie fic) um die praftifche Phi= lofophie ein Berbienft erworben hätten, dad bem Berdienft würdigere Borftelungen von Gott und Religion 57) verbreis | Menfdliden betrachtet wurde, und burd beh von Pythagoras gez ftifteten Bund dargeftellt werden follte. Wie nebmlid die Welt die Harmonie und Ordnung der Dinge ift, fo follen fih die Menfhen in Gintradt verbinden, um diefe Ordnung und Harmonie aud im “ienfdlidgen Leben berguftellen, welder Forderung, wie man ridtig bemerkt bat, fon die Borausfegung des Gegenfages zwijden dem Mdealen und Wirkliden zum Grunde liegt, welcher hier gelöft weez ben follte. Fene Beziehung dex Freundfchaft auf die Welteinrihtung ' Tprechen aud) die Pythagoreifchen Stellen bei Plato Gorg. p. 508. A. u. Lysis p, 214 B. aus. Ueber den pythagoreifden Begriff der Freunde Schaft im engern Sinne, fiebe Cic. de legg. 1, 12. dev aud) die befannten pythagoreifden Anfpride ra twv qidwy zoıra und que worornto anfibrt; und de off. I, 17. quod Pythagoras ultimum in amicilia putavit, út unus fiat ex pluribus, Cf. Diog: L. VII, 10. 25. 33, Iamblich. de vita Pythag. das ganze -Cap. XX XIII: Bol. Cap. XVI. F-69. Porphyr. de vita Pyth. §: 53. tov dt prior alloy savtov u. §. 58. et Rittersh. ail h. 1. edit. Kiesl. p. 199 et 266. Doth wird nad) ber legten Stelle biefe Sreundfchaft nur auf die Bundesgenofjen eingefhränft (exxdereuw tag aldorgras quuag). — Eine andere ethifche Lehre, die dem Pythagoras zuges a -fdrieben wird, ift bas Verbot des Selbfimorbe, well -diefer © Ungeborfam gegen die Götter fey, unter deren Derrfaft wir uns befinden. Bergl. Gic. Cato mai. Cap. XX. und dle von Bödh in Jeiner Schrift über Philolaos ©. 178 ff. angeführten Stellen. — Einige, wie Wyttenbach, ad Phaedou. p. 172, féreiben aud) den Pythagoreern bie bei Plato rep. 450. C. D. de legg. 650: C. vor: Fommende Unterfeheidung ber 4 Haupttugehden zu; aber freilid gez flúbt auf die Fragmente beim Gtobdus, andern gezweifelt wird. . an deren Aechtheit von 57) Cicero de legib. If, c 115 Bergl. Note 36-

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Philofopheme Dee Pythagoreer.: get und Überhaupt moralifhe und teligiôfe Kultur unter ihren Beitgenoffen gefördert zu haben, an die Seite gefegt wers ben fonnte. an Benn ed auch gewiß ware, was einige Schriftfteler behaupten, daß Pythagoras zuerft das Wort Philofoph erfunden habe, fo iff ed doch nicht wahrfcheinlich, daß er es in einem ganz beflimmten Sinne gebraucht babe. Diefer Ansdrud,- fo wie prdooopsar und giriocogia, ift wahr, Scheinlich erft durch Plato gebraucht worden, um eine bes fondere Wiffenfchaft zu bezeichnen 5), Zum wenig: - flen ift nicht entfdieden, ob Pythagoras eine Wiffenfyaft, und welde, damit bezeichnet, und vb et biefe von Mathes mati, wie Plato, oder nicht, unterfchieden hat *). Jest bleibt uns noch eine Furze Anfühtung der berühmt: teften Pythagoreer übrig, EB mütbe intereffant feyn, wenn wir von biefen fo viele Nachrichten hätten, dag wir ihren Gedankengang, die fortfchreitende Kultur des Verftandes, pie Veränderungen, Zufäge und Erweiterungen, welde die Pytbagoreifhen Dogmen erhalten haben, mit binlänglihen Beugniffen belegen Fônnten. Anftatt beffen Fönnen wir nicht viel mehr thun, als ihre Namen nennen, und’ einige ihrer Behauptungen änführen, und nicht fowohl eine Gefchichte 4 te 58) Cicero Tuscul, Qu. V, c, 5. 4. qui rerttm natüram studiose in tnerentur: hog se appellare sapientiae studiosos, id est enim pbilosohos. Cf. Diog. La VILL §. 8. prooem. $. 12. [Tamblich, vita yth. §. 58 59. 159. copay ds envarnuny Ins EV Tors ovor ode Seog. In dem Obigen fheint Tennemann Meiners Cinwürfe (Gefch. der if. in Griechentand und RM. 1. B. ©. 118 u. ff.) in der Hauptfache gehörig befeitigt zu Gaden. Ce iff wabrideinlid, daß fb Pythagoras den Namen qidvvoros gab; aber baraus folgt nicht, daB er die Wiffenfhaft, welde Bisher copia geheißen, aud prdovogra genannt babe, denn bie Spâteren, wie Iamblic a, a. ©. find Hierin Feine entfcheidenden Zeugen. Go Elingt dut das, was fie von bem B mede fagen, den Pythagoras diefer Wiffenfdyaft gefest (etcactae kas Öielevdepaver toy Torovroy Bipyuuy zor Cvvdi-~ vuur wataxeynpropevoy muy tov’ youy Porphyr. vita Pyth. 46. cf. Rittersh, adh. 1. febr ptatonifd, obgleich andere bie usdery Sayurow bes Plato vom Pythagoras entlehnen laffen. Buf. bd. H.] _ 9) Daf Pythagoras Philofophie und Mathematië Gbrigensnit teennte, ift oben bemerkt worden, Tennemanns G. d. Phil. L Th. nn . oh

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Grftes Hauptft. Dritter Abfchn. Zweites Rap. der Pythagoreifcnen Philofophie bi8 auf Sokrates Kiefern, als vielmehr die Lüden in berfelben bezeichnen *). =) Das Verzeichniß des Jamblid de vita Pyth. Cap-36. nennt bie Made folger des Pythagoras in folgender Ordnung: Ariftäus (Arift&os) aus Groton, Sohn bes Damopbon, Gatte der Bheano, und daher Pythagoras Schwiegerfohn. enn eeft die fpâtern Ppthagoreer gefdrieben haben, fo ift diefer Ariftäus von dem Ariftäon verfchiek ben, aus beffen Schrift rage aguovees Stobaeus ecl. pbys. I. p. 423 ffi ein Brudftüd aufbewahrt bat, welches aus der Grolgteit Gottes die Gwigkeit der Welt folgert, und welcher Verfaffer mehrerer mathematia - her Schriften genannt wird; ferner Mnemar dus (Mnemardjos, — nad andern Minefardos) des Pytb.Sohn. Diogenes £. nennt bageaen Peleauges, einen andern Sohn des Pythagoras, als unmittelbaren Rachfolger feines Waters (1, 15. VU, 43.)5 dann Buldgoras, unter weldem Groton zerftört worden; dann Tydas, oder Gore tydas, Gaïtybas aus Groton 5 dann Urefas, nad Plutard) Arkefos, zu deffen Beit nod Kliniaë und Philolaus (vieleicht haben inige aus Arefas Archytas gemadt, in ber Angabe, diefer fei ded rehytas Schüler) zu Heraklea, Theodofides und der Crotoniat oder Varentiner Eurytus zu Metapont, (ber in einigen Stellen bei Jame blid Schüler des Philolaus genannt wird), und Archytas zu Zarent „gelebt. Unter den ältern Pythagoreern werden auch genannt: Lysis und Ardippus (nad Jamblich §. 104.249.) welche beide bei der Berftörung des potbagoreifhen Bundes entronnen fein follen (f. aud unten zu Anm. 63.)5 ferner Theages (Samblid §. 257.) und Met oz pus, von denen aud) Stobäus Bruchftüde gibt, ferner Hippafus © von Metapont, had andern aus Groton oder &ybaris, ber als Lehrer der ALusmatifer angeführt wird, und wegen ReLanntmadung pys thagoreifcher Lehren im Meere umgelommen fegn foll (lamblich. de vit. Pyth, cap, XVIII, 80 u. 88.), wiewohl er nad glaubwürbigern Nachrichten bei Diog. L. VII; 84. nichts gefrieben, Sn-ben meit ften Stellen ber Alten (Arist. met. 1, 5. Sext. Emp. adv. Math. IX. c. 5. $. 360. vgl. X, 5, 31% Plutarch. de plac. I, 5 Simplic, in phys. Ar. p.6a Stob. ecl. phys. p. 304.) wird er neben Herallit wegen der Bebauptung genannt, daß bas Feuer der Urftöff der Dinge fei, beffen gedaen Lheil zur Erbe werde, die wieder vont Feuer aufgelöft, fi inWaffer, und als Dunft fid erhebend in luft verwandle, und daß ber xoouoç und alles Körperliche in periobifher Umwandlung (Diog. L 1.) wieder in Feuer aufgelöft werde. Rach Stobaeus Ecl. Phys. p. 862. betrachtete et bie Seele als das. xgırıa xoÿ koouovoyou Yeou opyavor, indem er die Bahl auf diefelbe ans: wendete. —" Ferner wird And aus Nhegium von Samblid u. X. alé Pothagoreet Aufgeführt. Er behauptete, ber Urftoff bec Dinge fei bas Waffer, (Simplic. in phys. Arist. p. Ga) Über wie Sext. Emp. Pyırh. ‘hype HL, 30. adv, Math, IX, 360. berichtet, Wafe fer und Feuer, (weldes Origenes philos. c. XVI. dahin erklärt, daß aus bem Maffer bas Feuer entftanben fei) und bie Seele, wurn, mworünter er wohl bas Belebende des Körpers verftand, fei ebenfalls Waffer, (Arist. de anima 1, 2, Stob, ecl. p. 798.) wabrfdeintit (wie Ariftot. Hingufagt) weit alle Ekzeugung feudt ift. Durd biefe Meinung gehört ex mehr ber fonifden Schule an, wie ihn behn aud Mrifioteles, dee Ibn im bee angeführten Stelle und aud

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“‘Philofopheme bee Phibegeeter. — “447 Alemdon aus Kroton, ein Beitgenoffe des Pythagoras, befddftigte fid ‚vorzüglich mit der Argneiwiffenfhaft. Bon feinen, Behauptungen haben wir fihen oben etwas anges führt *). Er hielt vem Pythagoreifhen Syftem gemäß bie . Sterne für Gettheiten, ober für.Wefen, denen. von Ewige „Heit her eine göttliche Kraft beimohne.- Diefe Behauptung ftüßte er darauf, daß fie fih unaujbôrtid burd fb feibft bewegen. 8 liegt alfo doch ein richtiger Begriff, nehmlid: der einer abfoluten Urfade zum Grunde. — Die Seele ift den unfterblichen Gôttern ähnlich, weil fie beftändig in Bes wegung iff, und daher ift fie auch unfterbli 59), Unges metaph, I, 3. fed péringfhäsend behandelt, groifden ben Soniern auffübrt, Alerander von Aphrobdifiaë berichtet aud) noch von ihm (in Arist. metaph, fol. gob) er babe gelâunnet, daß e8 etwas außer dem finnlic) ErEennbaren gebe; weshalb ihh Ritter (Gefch. det fon. Philof, G. 20.) in ein fpâtères Zeitalter fest. Hiermit Éôhnte aud der {bm beigelegte Athetamusin Verbindung flehen. Diogenes führt auch. ben Fomifhen Didter Cpidharmus aus Kos, der jung nad) Gicitten fam, als'unmittelbaren Schüler des Pythagoras an, (VIII, 78.) und bericht tet, daß Plato feine verfchiedenen Schriften fehr benust babe (Ill, g U. 17.) lamblich de vita Pyth, 166 u. 267. (vgl. Rittersh. ad Pora >" phyr. §. 29.) führt ibn nur als Eroterifer an, beffen Boctifäy abz gefaßte Gentengen unter den Philofophen.fehe verbreitet waren; weshalb aud die Sage ging, er babe die pythagoreifden Geheims niffe verrathen. Breuchitäde feiner Schriften findet man bei Ste ~phaons, Saxe Onomast. litterar, T, 1. p. 53. hält den pythagorele den Philoforben für eine von dem Dichter verfchiedene Pérfon, Hiketas aus Syralns ift oben Anmerkung *) ©. 125. erwähnt wars den. Bon Andern wird nod unten die Rede feyn. Ueber die Schüler ded Pythagoras fiehe aud) Bentlei Dissert, de Phalarid, Epist. u. respons, ad Boyl. p. 197 sqq. ‚ADP. 113 — 114. Ariltoteles nennt ibn M der Anm. 17 angeführten : Stelle nicht eigentlid einen Pythagoreer, fondern ét fagt, ei Habe eine ihnen ähnliche Lehre aufgeftellt, und die Anficht vor den urfprünglicheri Gegenfäßen den Pythagoréern entiweber gegeben, oder von ihnen empfangen. Aber lamblich de vita Pyth. .AXIN, Sect. 104, führt ibn unter ben älteften Schülern des D. auf; was aard) wahrfheinlic ift, da ev als jüngerer Beltgenoffe deë, P. in Groton nicht leit ohre ben Einfluß biefes ausgepeidheten Geiftes bleiben Fonte. Erfoll ad) nath dev- unten angeführten Stelle des Diog. L. einet der dlteften Schriftfteller über ble Natur feon, und +" ‘Yeitete ben Saamen nach Plut. de plac. V, 3 aus bem Gebirit ab3 nadpbed Chatcidins Gommentar über den Timaens des Platon fudte ec aud) ble Natur des Sehens durch pie Bergliederung bes Auges au” erkennen. . + b D. 69) Aristoteles de anima I, ©, 2. 970: yoo avızy adasaror vat, dia zo zoixeras 101$ wÔargtois, tovro VE taagyey avın ag um

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san Gefler Haupt: Deiter AS. Boeien Kap achtet biefer bogmatifden Behauptungen,fegte doch Alemdon einiges Mißtrauen in die Wahrheit berfelben, und fügte bee Heiden. hinzu: fo viel. als: Menfchen muthmaßen Eönnten, bätten nur die unfterblichen Götter gewifje Grfenntnif von ben unfichtbaren Dingen und von ihrer eignen Natur so), ‘Eephantus aus Syracus. : Mertwürbig it feine Deus tung des Pythagoreifchen Zahlenfyftems, indem er untheils bare Körpe,— Atomen, —undbad Leere für die Prins cipien aller Dinge hielt, und hieraus unzählige Welten ents “ fiehen ließ, die aber doch von der göttlichen Borfehung regiert würden. Stobdus febt hinzu, er-habe zuerft die Pythas goreifhen Monaden für Körper erlärt 61), Bei der auffallenden Achnlidfeit diefed Spftemd mit dem Leucippis fihen fragt es fid, ob Ecphantus felbft darauf gefoms men ift, oder ob er jene Atomenlehre gekannt, und burb fie die Pythagoreifchen Philofopheme mobificirt hat. Das Teste ift die gewöhnliche Meinung. Da"Unterdeffen bas Beitalter des Ccphantus nicht befannt it, und in den Dys thagoreifden Monaden aud) fhon ausgedehnte Größen ges dacht werden, fo ift e8 immer denkbar, daß bitfer Dothages ‚veer felbft auf jene Borftellungsart fain. — Bon Oeellus dus Lirdanien (bl. etwa OF T1, v. Chr. 406.) und Timdus von Lofri läßt fich hier nichts fagen, da „auger ben ihnen beigelegten Schriften, beren Unächtheit als wevougsen- weeds de mas ru Bern rura vivezes Bet vels vv, qatar, aategas “as Toy oVpavov odo» (al. meine Anm. ** qu ©. 130. Buf. d, H.J Cicero Natur. Deor. I, €, 13. 6e) Diogenes Laert. VIII, §. 83. [Die Stelle beziehtfih nit nee mentlid auf jehe Behauptungen, fondern fagt überbaupt: über die unfihtbaren und über die vergänglichen Dinge haben nur die Gâtter eine Beuttiche Erfenntniß; fo viel aber Menkchen„oruztpeiien : Tönnen 2c Buf.db. PJ 63) Stobaeus Eclog. Phys. p. 308. sravtwy (agyas) va sad Sopara mec TO EVOV. Tug yup Ilvduyopixug povadag oÖras tog enepnraro owpurixos. Conf. pf448. 496.) Peendo - Ori gms ce, 15.

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Phllofopheme dee Pothogoreer, . . 449 ‚ bewiefen angefehen werben fann, Beine eigenthümliche Meis ‘nung befannt iff (©. oben ©: 75 f.) *). +) Da bie Undchtheit der Schrift bed OveHus megs tno tov zanvros prees aud ihrer Uebeveinftiran.ung mit der arıftotelifchen Schrift de. generatioue et corruptione nicht unwiderleglid (ft, vielmebr einzelne Gtellen bet Stobäus bewicfen (f. ech phys. 1.’ + Pe 442 — 28 nebft Berend Unmerk. pe 423.) dee cud nod Fragmente aus einem Bude dee Ocellus neys rouou (ibid. pe 338 sy.) auffübrt, und eine Angabe bet Sext, Emp, X. adv, mathemat. Sect. 316., in wether Ocellus mit Uriftoreleë in Hins fiht auf bie Zahl der Eremente oder Srundfubftangen (ovate) ale. Úbereinftimmend ausvrédtiih angeführt wird, ebenfalls mit jener© drift ¢inftimmia find, (f. Gale p.527. ed. Amst) fo will id die Lcuptgedanten jener Smrıit bier beifigen. Die Welt, das Unie berfuni — der xomgos — entftiyt und vergeht nicht — ift ewig, wie bie Figuren, Bewegung, Beit, Clemente (ers de uns 10 are devruiov zu tu Oynpatog xus Tyg xivagioc, zat Tu Zyurar KOE tas «atas TOVIO riutevru Quote uytrvuros © xnquug uae xpÜaptog Stob, 1,1. p.424.) und ed ift ummöglich dap das, mas ift, aus nichts entftebe oder in nicdté vergebe. Im der Welt aber unterfdeis ben wie das Entftehen, und das, was des En:ftehens urfade ift, bas was der Entftehung fähig it, ift bas Leidende und Bemegteg bas, was bie Entftehung bewirkt, bas Ihätige und Bewegende, Herridende und Göttliche. Die Welt theilt fih in die Region, in welder Œntfteben und Vergehen vorberrfht, und bie Region des Unwandelbaren. (©, oben ©. 125) Jn jene Region gehören die allempfánglide Materie, die allen Körpern zum (Srunde liegt; dann bie Gegenfäge, wie Kälte Wärme, Zructigkeit Trotenbeit und endlich die Subftangen (wasaı oder die Elemente), welde -in einans der Überaehen (uerafallorı es allmia Stob Le. p. 426.) Feuer, Wofler, Erbe, Luft. Außer diefen vier, der fteten Veränderung unters _ Wortenen Elementen gibt es ein fanfted , adttlihes (ası Hesov) aus Wela em die himmlifchen Dinge befteben (f d, obige Stele des Sextus und bei Gale), — und welches ro xuxdoquyytixoy Cope genannt wird. Die höhere Welt wirkt auf die niedere du.d sonne und Mond. An jedem Theile der Welt befindet fit eine höhere Gatrung befeetter Mefen- Den Himmel bewohnen die Götter, Dämonen wohnen in der Luft; Menfchen auf der Erde, die ebenfalls als Ganzes nidt vergeht. Der Menfch ift das mildefte und befte unter den lebenden Nefen. Daraus fliegen feine Pflichten. Wie das Leben bie Körper zufammenhält un? die Geele beffen Urfad ift, fo wird die Melk durch Dar:rcnie gufammengebalten, und ihre Urfache iff Gott; eben fo werden Familien und Stoaten durd, Eintracht zufammengebalten, und diefer Eintracht Urfache ift das Gefes. — Ein fpäterer Pptbagos veer war Zimäus' aus Lolri Gpigephprit in Stalien, der nod mit Plato umgegangen feyn (Cic. de rep, I, 20.) und Über mas thematifhe und phufifée Gegenftände im Geifte des pythagoreif den Syftems gefchrieben haben fol, weshalb aud) Plato feinem Dialo:e - über die Meltfeele, nach bem Beugniffe des Scholiaften deffelken, den Zitel Zimäus gab. Er wird in demfelben al8 ein berühmter und Gesheter Staatsmann und Phitofoph (Tin. p. 20. A.) gefpildent

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450 Crftes Haupt. Dritter Ab, ‘Boites Rap. © Philolaus aud Tarent, ein eitgenoffe ves Sotraz tes 62). Man befdubdigt biefen berühmten Mann, daft er bie Pythagoreifchen Lehifäge der Ordensregel entgegen durch Schriften befannt gemadt habe 62). Aein biefes Factum wird mit. fo verfchiedenen Umftänden erzählt, daB ed nicht, viel Glauben verdienen würde, wenn 3 atch nicht bekanntwäre, daß Zenophanes und Heraflit Kenntniß von dem Dy: _ thagereismus ‘gehabt haben *), ehe noch ' Philolaus Schrifte fteller fepn konnte. Die Fragmente, welde Stobäus und - einige andere Schriftfteller und erlfalten haben, geben uns, © ber, in der Aftronomie wWoblerfahren, fi der Forfchung Über bie Natur ber Dinge gevoidmet habe. (ib. p. 27.) Da Plato übrigens in dice fem Dialoge pythagoreifde Anfichten über bicfen Genenftand über: baupt verarbeitet und mit feinen deen verwebt (vgl. Aft Leben des Plato S. 367 f.) folecnen wir nirgends eigenthimlide Philofopheme jenes Zimäus Eennen. , ’ "Us. 62) Nad) Cicero de Oratore IIT. c, 34. war er ein Schuler des ältern Ardhytas. Nad) Diogenes Laert. (der fhm Groton zur Baterftadt gibt VILI, 84.) ein Beitgenoffe und Freund des Demofrit. (Diog. L. JX, 38.) Nad Plato im Phaedon p. 61, D. (cap. 56.) hielt fi Philolaus in Theben auf, wo ibn Gimmias und Gebes, wahr: Sdjeinlid) ehe fie Schüler des Sofrates wurden, gehört Hatten. [Daz ber fest BiEG a. a. D. ©. 5 ff. feine Lebenszeit zwifchen die 70. u, _ 95. Olympiade. In dem Verzeichriffe der Schüler des Pythagoras. bei Samblich (de vita Pyth. c. 56.) wird er alg Schüler des Arcfas (nad) Plutard) Urkefos, f. oben Anm. * ©, 146.), von demfelben Schrifts feller cap. 23 u. 31. aud wieder ald unmittelbarer Schüler des Py= — thagoras aufgeführt, was er nicht wohl feyn ann; f. aud Wpttens bad zum Phäbon p, 130. Buf. d. pb] 63) Diogen. Laert. VIII. $. 15, Tamblichua vita Pythag. XXXL '$. 199. Plato folk. gewiffe Bücher des Philolaus (unmittelbar oder mittelbar) gekauft haben. Gellius Noct. Attic. II. c. 17. -Dio~ genes Laert, VII. 6. &4. 85. Ill, g. Nad einem unächten Briefe deë Lyfis an Hipparchus in Galei opuscul. inythelag. pe 756 sqqe hatte diefer pythagoreifche Lehren Òffentlid in Gyrakus bekannt gez madt. [Bei Porphyr vita Pyth, §.58. u, nege Tijs zo: uadnu, emsoz. (Cf. Villoison anec. Gr. Ty JE p. 216.) heißen die erften welche in diefer Schule gefbrieben, Lyfié und Ardippos. Bieh vermuthet übrigens, daß jene Erzählung von bem Verlaufe Philos laifher Schriften an Plato ein früperer Alsrandriner in Umlauf gez feet babe; das Wahre, meint er, fdeine darin zu befteben, daf Philolaus wirklid) zuerft ein pythagoreifches Werk herausgegeben. batte, welches Plato las und auf feine Weife benugtes f. a. a. Os ©. 18, 21. 22. CC Bubb] +) Die Stellen bes Diog. L., aus welden bief I. zu fchliepen fcheinf, (5 B. VIN, 14), find, wie fhon der Hall. Recenfent bemerkte, aw wave. imm te ..

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Obllofopbeme ber Dothagoreer, wenn fie dt find *), einen benfenden Mann zu erPennen, der, wenn er auch vielleicht nicht febr von Pythagoras. Sys fteme abwich, doch biefes mit größerer Deutlichfeit und Grúnd: lichkeit barzuftellen vertßte, Die Abweihung fcheint hauptfächs ‚lich barin zu liegen, ba Philolaus nicht wie die Wbrigen Pys thagoreer von ben geraden und ungeraden Zahlen, fondern von bem Unenblihen und Eublichen ausging, dad Unis verfum ald ein aus beiden 3ufammengefegtes, bad iff, als ein Spftem von Harmonien barftellte, und damit endlid die 3abs ‚ Ienlehre verband. . Ales was iff, muß entweder begränzt ober unbe grängt, oder begrangt und unbegrdngt zugleich. feyn. Das Unbegrdngte kann aber eben fo wenig feyn, als das blof Begrdngte, (die blope Grange.) Alfo ift bie Welt und alles, was fie enthält, aus dem Unbegránzten und bem Begrängten Zufammengeorbnet 44), 7 *) f.oben G.76. Und BLG Hält diefelben für Adt, und aus dem, von mebcern alten Schriftftelern angefüdirten Werke des Philolaus hervig=, + vend. (val. S.24 u. 182.) Er beftimmt den Inhalt und die Ordnung deffelben genauer (G.27 ff.) und erklärt den Ramen Juxyau für den allgemeinen Titel beffelben, ben man ibm fpäter gab. A. d. H. 64) Nad Stob. ecl. phys. 3,22. p. 454, Avaysu za sovta epen HOTA ij negasvorra HANEEQ, À MeQuivoria TÔ vur aats ve, antiga de povor ovx av gin. Kies towuy putvera, ovs 6x NEQALVOYIMY NaYTOY EOVTU, out’ el uneıguvy TUYTUY» dylor . @ga, ar ex nega vorruy zoas aneıguv o Te xoupus, Kat Ta EV evım oUraguordn. Andor Se war ta er Tous tpyous. Aug feiner Schrift eue puoaws, welde nad Dios. L. Vill, 35. fo anfing: pvoig de ev Tw x00u0 aQpozn € antipuy te zac HEQUYOVIRY, nds odos xouuoc zat Tu ay adr marta. [Stobdus fceint den Anfang volfftándiger und genauer anzuführen, als Diogenes. ©. - Bodh ©. 45 ff. der zugleid aud richtig bemerkt, daf zrepauvorras nicht wie Tennemann es dberfest, das Begränzte, fondern bas Be: gtdngende ift. Eben fo muß es aud oben heißen, da die Dinge nun weder aug lautes Begrdngenden nod aus lauter Unbegränzten find. dr bas este ift des Jhilolaus Grund, nad der ‚ von BiH angeführten Stelle dea Iamblih in Villaison anecdot. gr. IL. p. 196, u. Commt, ad Nicom, p.7., der, baÿ wenn alles unbegrängt wäre, Leine Erkenntniß möglich feyn würde. Db aber Philolaus jene Gegenfäge aus ber bôdften Einheit (povas), wie ed nad Syrignus (ad Aristot. Met. XIII. p. 102.) fheint, babe hervorgehen laffen, müffen wie bei der Mangelhaftigleit der Rache wichten bapingeftellt feyn laffer. Buf. d. 6.)

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15% Crftes Hauprfl, Dritter Abfen. Zroeites Rap, Ale Dinge (nehmlih), ble erkannt ‘werden, haben eine Zahl, oder ein beftimmtes Verhältniß (œprwoc), ohne diefes tégt fich nichts denken, nichts erkennen. Alle Zahlen laffen fid auf drei Klaffen zurheführens fie find entweder unge: vabe oder gerade, ober gerade und ungerade zus gleich; x DB. 6, 10, bie an fic) gerade, deren Theile aber ungerade find 65), ° Die innere Natur der Dinge iff ewig, und nur ein Gez genftand der göttlichen Erfenntnifs die Menfden können fie nur durch die Harmonie faffens denn nichts wirbe von uns ‚ erfaunt werden, wenn nicht zwijchen den Beftandtheilen der Welt, das ift, dem Endlichen und Unendlichen eine Harmonie beftin: de *); ähnliche und gleichartige Dinge bedürfen Feiner Harmonie, aber undhnliche und ungleichartige müfjen einer Harmonie uns terworfen werden, wenn fie geordnet werden follen, Die Bes _ Flandtheile der Welt find aber. ungleichartig, fie konnten daher ohne Harmonie, auf welche Art fie auc) -entitand, nicht zu einem zufammenftimmenden Ganzen. verbunden werden **). C5) Stob. !1. 456. Ka navın ya pas te yervooropeva agt, . Suov sovti. Ov yog omas te ouder our svoydy per aur” eyywodn per arev Tauim O ya puy agiduos Eye Övo gev bun 210), sEEQLGOUY Kas APTIOV, TQUTOY Jt an” AuGOTEOWY ui geviwy, anttonsorrtov. (ueber diefed Geradungerade firhe aud lamblich jatrod. in Nicom, Arithm. p.29. Won feiner Zahtenlehre überhaupt f. Bidy a. a. D, ©. 137 ff. ©. 157. Buf.-d. HJ *) Hierher gehört aud) die von Bich, ©, 142., [erklärte Stelle bei Stob, ecl. p. 8. nad) welder die, Zabl bag Gefrélice in der Natur, und ohne fie fein Ding, weder im BVerhaltnif zu fid, noch das eine im Berbältnif zum andern, erfenndar ifs indem fir die Dinge mit der Seelerund unter einander in Uebereinftimmung bringt, nach Art des Gnomon; und feine Unwahrbeit zuläßt. Hiermit kann in Verbinz bung gebracht werden die Stelle des Seri. Kınp. adv. Math. Vil, ga. wo bie durd) Wiffenfchaften (worunter befondere Viathematit zu verz fteben; ift) gebildete Vernunft, welde die Natur der Dinge be. tradtet, wegen ihrer Verwandtfdhaft mit derfelben., das xge— Thysoy genarmt wird. . U *) Stob. 1.1. 458. a ger sarotay rouyuatur.uidios z000 zus avro ger a puis, Hay te aus ovx ayFounivax svdsystas yroaw nor ya, 9 Oty ovg” osovr? no ouders Tom sovtwY vur zoo oxopsvar vp audiv yrocInusy, un vragzovaac avras evros tay TQUYUATOY, +5 wy Evvcora o x0apos toy Te nepavanıory mos TOY assem: eme, Js ts agyur vraggor ots oposs ovd apepvios sua, 404 aduvazor ys dy was, avrars woopndnjer, es

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Philofopheme ber Mothagoreer. Hler folgt nun bie Theorie von der Mufit ober ben Harmos: nien, die er wahrfcheinfih auf bas Universum, auf dad Sys fem ber Himmelsfdrper anwendete. Der Sinn biefer Säge _ {ft übrigens Har genug, Das Univerfum beficht aus Stoff und aus Form. Unter der legten verftanden fie die Beftimes mung bed Stoffes durch Grenzen und Zahlen, wodurch bes flimmte Größen entitehen, Ohne diefe Form fanny nichts erfannt werben, Die Form der Welt, Beftimmung oder Begränzung bed Unenblihen, ift die Wirkung des Verftandes, ber Weltfeele, welche dg& Univerfum umgibt, unaufhörlich in Bewegung und hatigteit, und eines Veränderung ımterworfen if. Das Unendliche ift das immer Veränderliche, der Ein aller Verdns berung und aller Erzeugung. Das Berdnberlihe herrfcht in der Region von dem Monde bis zur Erde, dad Thätige in: ber obern Region bis an den Mond. Das aus beiden Zus fammengefegte ift die Welt. ES gibt nur eine Welt, gebitz bet und regiert von bem Cingigen van Ewigkeit zu Ewigkeit *), benn das immer thatige Princip in ihr ift unaufhörlih wirks fam; 8 terende wird von demfelben daher auch unaufhörz lid) beftimmt, und in Bewegung gefegt. Die Welt geht das un ap; OMe ensywWEra, HTML av Toon eyevero etc. nad BödH aas. 2. 62. Cletauy ift ter Ein: daf eine menfdlide Ere Eenntnif von der Natur der Dinge nus in fo peru wege) ut, a.6 die Natur, ober das Wefen, in dem Begrángenden und Unbegrdvgcer, woraug die Welt (xoouos) befteht, vorhanden iff, und Gegenfäge burd Harmonie verbunden werden mußten. — Die Harmonie wird darauf von ibm gunddft in ble Octawe gefegt. Das weitere f. bei +) Für biefe Bezeihmingen ber Gottheit, bie bei Poftolaus nur als thatiges Prinzip oder NWeltfeele erfcheint, finde ich Teinen genügenben Beleg in den Bruthftüden bes. Phitelaus , aud nicht in den Worten Stob. Ecl. Phys. p. 420. add qv 0 de o x cuos sE asmvas, xa ts afwva duaueve tig VO EVOG TW UVYYENEN XO8 AUS TITO zus urumegdartw xufigyayevog. Des Demiurg in ber Stelle p. 453. deutet zu febr atf plaron. Lehre. Mehr fagt die angeführte Stelle des Syrianus ad Arist, Met. XIII. p. 102 Deum finem et infiuitatein coustituisse und bie fpâtern Scriftftels ler, wie Philo de mundi opificio ed. Mang. p.24, 10, U. Athenago~ res legat.} pro christ. VI. p.15. ed. Oxf, zeden'fehr beflimmt davon. Faun werden aber aud untergeorbnete Götter angeführt, welde turd geometrifhe Formen fombolifict werben f. Bödh a, a. Og ©, 152 und 195.- -

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154 Gefles Daupeft. Dritter Ab fen. Bweites Kap. ber and nie unter *), ' Reine Kraft, voeder -innerhalb nod außerhalb berfelben, fann fie überwältigen, weil fie dad Prins tip alles Wirkend und Leidens in fid felbft hat. Die Welt. bauert alfo immer unveränderlich fort, obgleich Dinge in ihr - entftehen und vergehen; denn biefe werden doch dem Stoff und ben Formen nach erhalten, indem fie durch ben Saamen : biefelbe Geftalt dem bildenden Princip wieder barftellen 55). Ueber bas Weltfoftem und die Oronung ber Himmelds . Pörper findet man beim Stobdus ein Fragment, in weldem biefe Behauptung ber Pythagoreer fo deutlid) ausgedrädt ift, alg man fonft nirgends findet. Philolaus nehm nicht allein, wie x *) Philolaus fpridt, zufolge einiger Brudfticte, von einem itnters gange der Welt duch Fever und Waffer, fo wie von der Erndgs zung derfelben, 3 B, Plutarch. de placit, I], 5. Gidoduog duttyy sivas THY pÎogur, TO per ek ovgavov nvpog o'sTog, to À el VÜULOS oednviuxou megrurpops TOU asgos anuyudertog’ xas TOVTuv evar tag avutuuiuuis Toopag TOU xoguor. val. Stoh. ecl, p- 4185 allein dieß bezieht fi wahrfcheinlich nur auf die Erde, und iff dann von dem Bevidhterftatter in ben gemeinen Sprads gebrauche von xouuo: und ovpnras ausgebrüdt; ferner verftattet das Brubftié einen fih wedfelfeitty bedingenden Ernährungs: u. Berflörungsprogeß eg Sroifiben anzunehmen, A. à. 66) Stobaens Eclog. Physic. p. 420f. Diefes [von Bödh verbejferte und ausführlich 6. 165 ff. erläuterte] Fragment ijt aus PhilolausSchrift mage yuyns genommen. Diefe Schrift ift mir aber, fo wie diefes Granment, verbáchtig, nicht allein, weil nad) Diogenes Laert. VII. §. 35. Hecmippug berichtet, Vhilolaus babe ein einziges Buch gefihrieben, námlid) das zegt prasus, fondern aud wegen mander Platonifcher Ausoride, die hier vorfommen, 3. B. evans matyg x Onusovgyos, Was Claudianus Mar mertus dé statu anim @ L. If. c.a u. 7. von diefem Werke, das ec vor fid) hatte, fagt, ut eben nicht von der Act, bie Griinde gegen die Aechtheit deffelben zu entkräften. IE es wabrfdeintid, daf diefer Pythagoreer zu jener Zeit multis voluminibus de intel~ ligendis rebys et quid quaeque significent, obgleid) fahr dunkel, ges handelt, oder buch uezuosissimas quacstianum minuuas wabrs fcheintid) gemacht babe, die Seele fey unkörperlih? {Gegen diefe Anmerkung erinnert Bôth a. a. D: ©. 30.3 €8 laffe fid dennod eine Anficht aufftellen, bei welder man fid berubigen Eonne, ohne die Aedhtheit jener Schrift in Zmeifel zu ziehen. Die intelligendae res ndmlid find ibm bie unter Zahlen vorgeftellten Formen ber Dinge, mit welden Philolaus feine Lehre von der Unkörperlichkeit bec Seele in Verbindung bringen mußte, baber fie aud) den Laien nothwendig duntel und fpigjindig_vorgefommen fet, Unter ber - Serift nage yuzns verftebt aber Bich nur das britte Bud, ver einen Abfpnitt ded philolaifden Wierks. Buf. db. @} -

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Ppilofepheme bee Pythagoreer. . die fibrigen Ppthagoreer, ein Gentralfeuer *), fondern aud nod in ber oberften Region ein andered Feuer an, welded bad Univerfum umgibt. Dem Gentralfeuer räumt er den erften, göttlichen Rang in der Natur ein, unterfcheibet e8 aber nod von der Sonne, doch fo, Daf er fic) wieder an das Pythas Qoreifche Syftem anfdlop. Er behauptete nehmlich, die Sonne, bie wir feben, fey eine gladartige heibe (vadosedng dugxog) welche dad Licht und die Wärme von bem Weltfeuer (ed if nicht beftimmt., ob von bem mittlern oder gbern) auffange, und weiter verbreites e8 gebe daher eigentlich zwei, ober, - wenn man wolle, drei Sonnen: dad Weltfeuers die eigents liche Sonne, die Sonne die wir feben, ein Micberfchein jeners und bas Bild bicfer lebten in unfern Augen *). Um das Gentralfeuer nun bewegen fid die Gegenerde, die Erde, der Mond, die Sonne, die Planeten, und cndlid der Himmel, oder der Kreis der Firflerne. Den oberften Theil bes umgebens ben Körperd, [Feuers] in welchem alle Elemente in ihrer Reinkeit angetroffen werden, nennt ec den Olymp; die untere Region, in welder bie Planeten mit der Sonne und dem Monde fich bewegen, bie Welt (xoguog); die unterfte Gegend um die Erde, worin die Veränderlichfeit berrft, den Himmel (ovgavog; alfo doch wohl in einer andern Bedeutung, als oben), Sn dem gefegmäßigen Gange der himmlifchen Körper zeige fih bie Weisheit, bei ben unregelmäßigen Begebenheiten auf ber. Erde, bie Tugend. Die Weisheit fey aber voll: fommener, ald die Jugend 57). *) f. oben Anm. 95 u. 34. und über ble Weltbilbungglehre des Pis ) aus Boddy a. a. D. S. go f . . wp je ad #9) Das bierauf bezüglihe Brudjtic tft bel Stob, ect. phys, p. 528. ogt. Euseb. XV, 23. und Plutarch.{ de plac. III, 20. Siehe aud oben Anm. 34. BWidh a. a. À. ©. 124. Ad. PD. 67) Stobaeus Eclog. Physic. p. 488. Vgl. oben Anmerkung 34. mngwurov Ö’ esrar pus To peony, nege Os zovro dexu dœuora Hea xogsusın, ovpavor, nluynrag, pes ous yliov, vm @ oednvnvs vp n rv ynr, vp n Tnv avriydova, uE a ovgnavra To 17 doting emu TE KEVIQU Taker enszov. To MEY ovv ovwrarw MEGS zou Megusyovtoc, 69 Q rr eLhixgsreaY Eivas TOY 030478407, Oklvumor xale, ta de,uro zov Olvunov pogay, av u tou seve nhavytas ned’ gliou xay athyvns tetaydos, xoupoy* to 0” UO TOULON UnOTeLAYOY TE «os megeysiow Yigos, ww y TE tus

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456 Crftes-Haupeft. Dritter Abfdn. Bweltes Rap. Ueber bie Seele, bie bem Körper nah Maasund Hars monie eingepflanzt wird, und getrennt vom £ribe ein unkörs perlides Leben in der Welt führt (Macroh, Somn, Scip. I, 14.) wird uns nod bie eigenthimtide Behauptung des Poilolaus aufs bewahrt, daß ses view Principe des organifden Lebens gebe (vgze Tav foo Aoyızov), das Haupt oder Gebirn für die Vernunft, das Herz für bie Secle oder Empfindung, der Nabil für das MWadısthum, die Gefchlechtstheile für die Beuaung. Mol. Theologumena p. 23. — Aud) leap ihm Plato im Phädon die Lehre von der Verwerfiihleit bes Selbffhorbs in den Wund, f. meine Anmers © Bung zu ©. 144 — Beth bezieht auf ibn aud die in Plas t0’8 Gorgias p. 493. A, befindlide Stelle, und ftellt damit das in einige Verbindung, was Ariftot. Eth, Eudeinz 11, 8. über die dew + Menfden beherefdenden Gründe (‚Auyos xgessturig nuww) gefagt wird. Bufag d. DH. Wir übergehen bier den Archytas *), weil wir von ihm wenig Eigentpümliched wifien, und die erhaltenen Fragmente puoustufolou yerscamg, orvgavovs wat mert HEY TO TETRyurva TWV HETEUOUY yiyveidub THY Copsey, segt Os Ta yrvouera THs atakurg 179 ager, 1aÂsrar ger exerrny, aten de tavrnr. [Ge d. Erklärung diefer Stelle bei" BIE GH, ©. og ff. ter ten odvpgrog alg bas reine Unbegrangte, xoouos als ben Snbegriff des Ges worberen, und unter oygawos in biefer Stelle unter die Erde mit ihrer Atmofphare verfteht. Val. Afl Leben des Plato S. 108. Ueber die Lehre des Philolaus von der Brweaung der Geftirne, und von bem Verhältnis der Erde und Gegenerde zur Sonne und zum Gentrals feuer inöbefondere f. Bôth a a. D. ©. u14 ff. u. feine lat. Abs ‘ bandlung, biefen Geaenftand betreffend. Das die Lehre von den Elementen, die unter geometrifden Figuren verfinnbilbet wers ben, betreffende Srudituc des Philolaus babe ich oben Not. 25. berübrt. Buf. Hb] * ® Achytas her Larentiner, einer der berübmteften Pythagoreer, als Weifer, Staatsmann und Feldherv ausgezeichnet, war unftreitig Plato's Beitgenoffe, mit dem er aud in genauer Berbindung ftand wie die fogenannten Platonifhen Briefe wenigftens als Ihatfache vorausfegen. Bgl. aud Diog.L VII, 79 aqy. Cie. defin. V, ay. de Seneot, 12. Val. Max. VIE, 7. Der unfritifhe Samolid führt ibn als Seitgenoffen des Pythagoras auf, und ftclit ihn dod aud “mit bem. Plato zufammen, was in Verbindung mit dem falfd verz ftandencn Beiwort zrveudvregos die Annahme eine’ Altern und eineg jüngern Ardptas veranlaßt bat. Als Beitgenoffe des Plato lebte Archytas ohngefähr 100 Sabre fpäter als Pythagoras, etwa um die 96. Olymp. (400 d. Chr.) Dief fttmmt auch damit, dap er febr viel gefdrieben Haben fol, ba doc) fonft Ppilolaug als efter fbreibender Pythagoreer genannt wird. Ueber die angeblichen les bercefte feiner Schriften ift oben ©. 77 f. u., 80 ff. 'gefprocen. worden. Am volftändigften finden‘ fid) bie ibm beigelegten Frage mente in der im Anbange angeführten Sammlung von Ueberzeften älteres griech. Philofophie von Drei. Eine entfcheidende Eritifche Anterfuhung über diefelben mangelt nod. Gin ibm von Claudian. Mamert, de statu. animae Hb. I. C. 7. beigelegtes Philofophem,

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DPhllofopbeme der Pythagoreen wiht dt fcheinen. Miele Lebrfdbe, bie darin vorfemmen, find Platonifd und Zriftotelifch, und es- ift daher ungewif, ob biefe nicht vielmehr vom Plato herrithren.: Noch mehrere bee tübmte Männer werden als Schlilet ded famifchen Philofophen aufgeführt, deren langes Verzeichniß man bei Sambid) am Ende feiner Schrift von dem Pythagoreifden Leben lefen kann. Unter fo vielen unbefanntèn Namen kommen auch mehrere vor, welche nur partheiifche Borlicbe für diefe Schule und das Bes ficeben, fie 3u erheben, dahin rechnen Fonnte (3. GB. Zamolrië, Gharonda8). Aber fo viel ift gewiß, daß fid diefe Philofos phie bis Zu Plato’8 Zeiten fehr ausgebreitet, daß fie auch auf andere Philofophen, welde nicht gerade zu diefer Schule zu zählen find, Einfluß gehabt hat. Dief gilt namentlich von den Eleaten und don Empebofles *), der viele die Natur bes treffende Philofopheme aus det Pthagereifhen Philofophie nahm. Die Soppiften fanden in ihr cine erglebige Quelle ihrer atiögebreiteten Kenntniffe. Plato und feine nächften Nache, folgit benugten Pythagoreifhe Philofopheme. Aus Mangel an bewdbrten Urkunden Iäßt fid nicht in allen einzelnen Fale len beftimmt angeben, wie weit diefe Benubung ging; aber im Allgemeinen ift e8 doch ausgemacht, daß die Pythagoreifche Philofophie auf die Entwidelung de8 philofophifden und vore ‚züglich des mathématifhen Gelfted fehr vortheilhaft gewirkt hat **), Nach Plato's Zeiten mußte freilich diefer wiffenfchafte| welded mit ber: auf die Welt angewandten Bablentehre des Pythas goras übereinftimmt, babe id oben gut Anmerk. 46. angeführt, Dap er fid) um die Mathematik febr vervient gemadt, 3. B. dur Erfindung der’ analptifden Methode, wird allgemein gerühmt, d *) Porphyr. vita Pyth. $. 29. Empedokles "wird babet von mehreren als Pythagoreer aufgeführt Diog. L. VIJL Ad. PD. ®) Zu den berühmten fpätern Pythagoreern rechnen wit den bet ribmten Mathematiker, Aftronomen und Arzt Eudorus aus Knidus, welcher des Urdhytas fo wie des Plato Schüler genannt witd (Diog. L. VII, 86.). Diether mag aud gehöten Euritbeos welder, nad Athen. IV. p. 157, C. lehrte, daß bie Seele zur Strafe in ben Sbrpes gebannt fey. Als die legten Altern: Pythas aoreer führt Diog. VII, 46. bal, Iamiblich, de vita Pyth. 6. 3515 an die Schüler des Philolaus und Euryrus: Kenophilus aus Ghalcis, Freund oder Lehrer ded Ariftorenus, f. aud Gell. noc.’ att. II, 13, Val. Max, VEL, 13. in der Mufiflepre berühmt, und

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Erftes Haupetid. Bierter Abfdnter, lide Einfluß aufhôten, well ble Philofophle und alle Wiffens fdaften in ihrer Bildung zu weit vorgertidt waren. Ed gab zwar noch Pythagoreer, aber fie find für die Fortbildung der Wiffenfchaft unbedeutend geblieben; der Anfpruch auf .biefen Namen grimbdete fih nur nod) auf ihren Lebenswandel und ihre Sitten. Nach Chrifli Geburt lebte die pythagoreifche Schule wieder auf, aber im einer ganz eigenen Geftalt, in welcher. fie eine für die Wifferfchaft nachtheilige Richtung erhielt,. Vierter Abfdnite - Darftellung der Cleatifden Philofopheme. Das Merfwirdigfte, wad bie Gefchichte ber Philofophie vor. Gofrates aufzuweifen hat, iff bas Gedanfenfyftem der, Eleatiz Fer, welches fid) durch feine Neuheit, Kühnheit und Bünbige Feit vor allen andern audzeichnet: Sie find die erften Denker, welche nicht nur nad Principien geforfiht, fondern auch wirfsbie Phliafier Phanto, Diotles, Polymneftus. utd Chrtrates, der in Plato's Pbhadon die lente Mede Des Gofrates mittheilt, und der zu Platos Beit lebte, aber Feineéweas fein Lehrer feyn Eonnre, nad Cie. de fin. V, 29. — Unter ben Frauen, welde fic der Pythagoreifchen. Schule anfdloffen, find berühmt: Teano des Pnihagoras Gattin, nach andern des Brontinus (Diogs L. VII, 42, Porphyr. vita Pyth. &#.u.19. Vide not. Luc. Holstenii et Rittershus, ad h. 4) Ein von Holftein mits getbeilter Brief gehört ihr. offenbar nicht an, da Plates Ipeenlehre in bemfelben erwähnt wird. Ferner Timyda, Gattin bes My le “Tias, und Myta, Tochter des Pythagoras Weber die Pythagoveifhen Frauen überhaupt f. Mewagii historia mulierum philosopharam §. 76, p. 499 sq. u. Fabric. Libl. gr. Lib. IL ce. Xu. Wieland über die pyth. Frauen XXIV. Bd. feiner Merle, €. 245 fe Ueber bie ihnen beigelegsen Briefe vergl. an 5 7% . 8 . *) Nad Grincipien batten fchon frühere Philofopben geforfcht, aber fie batten, ausgehend von dex empiriihen Mawhigfaltigfeit ber lich ein’ aufgeftellt, und confequent entwidelt haben *); fie _