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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)PHILOLOGISCHE STUDIEN
GRIECHISCHEN MATHEMATIKERN
VON
J. L. HEIBERG,
III.
p
>? S —
Ir. Yen (edet Pt Cope
Seite 2
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GRIECHISCHEN MATHEMATIKERN
DR. PHIL.
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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)‘Die Handschriften Georg Vallas von griechischen
Mathematikern.
Weit weniger bekannt und von weit geringerer Bedeutung als
Laurentius Valla ist Georgius Valla aus Placentia, von einigen als
Vetter des Laurentius bezeichnet, während andere die Verwandtschaft
liugnen. Er studierte Griechisch und Medicin, worin er ums Jahr
1471 in Pavia, spätgr in Mailand Lehrer war. Spätestens 1486
ward er professor eloquentiae in Venedig. Wegen unvorsichtig laut
gewordener Sympathie für Teodoro Trivulzi ward er auf Veranlassung
Ludwig Moros verhaftet, aber bald wieder losgelassen. Kurz nachher
starb er ganz plötzlich, wahrscheinlich im Jahr 1499.!)
Ausser mehreren medieinischen Schriften und Erläuterungen
zu Cicero (besonders den rhetorischen Schriften) hat er einige griechische Schriftchen meistens naturwissenschaftlichen und mathematischen Inhalts ins Lateinische übersetzt; sie erschienen gesammelt
zu Venedig 1498 fol.?) Hierher gehört von dieser Sammlung nur
Nr. 3 und 4, auf dem Titel als: Euclidis quartus decimus elementorum und Hypsiclis interpretatio eiusdem libri Euclidis aufgeführt,
im Buche selbst in umgekehrter Ordnung als: Hypsiclis indeputatum Euclidi uolumen interprete Georgio Valla Placentino und Euclidis elementorum quartus decimus liber, d. h. Euclids Elementa
Buch XIV und XV. Bemerkenswerth ist hier, dass nur Eucl. lib.
XIV dem Hypsicles zugeschrieben wird, was gewiss richtig ist, während Valla Elem. lib. XV, ein Machwerk des 6. Jahrhunderts n. Chr.,
irrthümlich dem Euclid selbst als lib. XIV zuschreibt. Die Uebersetzung des Hypsikles ist an Albertus Pius Carpensis dediciert.*)
Erst nach Vallas Tod besorgte der Sohn Johannes Petrus
Valla*) die Herausgabe seines colossalen Hauptwerks: de expetendis
1) Tiraboschi: Storia della letterat. Ital. VI? S. 356
ff. Heeren, Geschichte des Studiums d. class. Litterat. I S. 221. — *) Hoffmann, Lexicon
bibliogr. Graec. III S. 122. Hain, Repertorium Nr. 11748. — °) Noch
findet sich darin: Nicephorus und Proclus de astrolabo, Aristarch, Cleonidis musica (d. h. die fälschlich dem Euklid zugeschriebene elcaywyh
äpuovirn), Cleomedes de mundo etc. — *) Dessen Uebersetzung eines
Schriftchens Galens mit des Vaters oben genannten Uebersetzungen 1498
erschien.
Jahrb. f. class. Phil. Suppl. Bd. XII.
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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)et fugiendis rebus.
J. L. Heiberg:
Venetiis 1501 fol.)
Dieses bei Aldus sehr
schön gedruckte Buch, an 1300 sehr grosse Folioseiten umfassend,
enthält eine Encyclopädie, worin Musik, Arithmetik, Geometrie,
Astronomie, Physik, Medicin, Grammatik und Philosophie wesentlich
nach griechischen Quellen abgehandelt werden.
Die griechischen
Vorlagen sind sehr flüchtig und ganz willkürlich excerpirt und in wörtlicher, unglaublich schlechter Uebersetzung wiedergegeben, wie es
von jeher erkannt ward. So findet sich bei Fabricius biblioth. Graec.
XIII p. 169, wo er einige, wenig genaue Angaben tiber die Quellen
des Buchs mittheilt, ein Epigramm, worin Jemand erklärt, er habe
aus Valla’s Werk über die res expetendae und fugiendae nur so viel
erfahren, dass das Buch selbst unbedingt zu den letzteren gehöre.
Aber eben diese Schlechtheit der Uebersetzungen, die sich an die
Worte halten, ohne viel nach dem Sinn zu fragen, ermöglicht es, die
griechischen Vorlagen zu reconstruiren, und so wird das Werk für
die Kritik der betreffenden Schriftsteller von einiger Bedeutung.
Hier wollte ich nur für diejenigen der 42 Bücher, welche Arithmetik
und Geometrie betreffen (d. h. I—IV und Xe-XV), auf diese Bedeutung aufmerksam machen; die Ausbeutung im Einzelnen für die
Behandlung einzelner Stellen möge anderen überlassen bleiben. Bisher sind diese Uebersetzungen in dieser Beziehung soviel mir bekannt, nur zweimal benutzt worden: von Fr. Hultsch in seiner Ausgabe des Heron, aber nur an einer Stelle (p. 21, 5 zu defin. 59),
und ohne weitere Erläuterungen, und von R. Hoche: Autolyci de
sphaera quae movetur. Hamburgi 1877 (s. die Vorrede). Eine zusammenhängende Erörterung existiert meines Wissens noch nicht.
Leider büssen die Uebersetzungen Vallas einen nicht geringen
Theil ihrer Brauchbarkeit dadurch ein, dass Valla offenbar an
schwierigen Stellen sich dadurch behalf, die ihm unverständlichen
Worte einfach wegzulassen. Als Beispiele mögen folgende gentigen.
I 14, wo er den Commentar des Proklos zum Euclid excerpirt, lässt
er die durchaus unentbehrlichen Worte Kai mapa tiv árr\fiv dinpnnevwv p. 3, 2— 3 (ed. Friedlein) weg; ebend. werden die Worte
p. 4, 11—13: dieZodever pèv yap (sc. h diévora) Kal dvarkoî Toû
vod Thv duerpiav Kai dvediccer TÔ cuvecrreipauévov thc voepâc
EmıßoAfic so wiedergeben: propagatur namque explicaturque a mentis
immensitate intellectilique aspersa coniectatione satagit. I 17 endlich lässt er die Worte p. 15, 7—9 weg, ungeachtet dass die letzten
Worte: Kai fl pèv Tv kat’ oùciav den nothwendigen Gegensatz zu den
mitgenommenen Worten lin. 9: ñ dè Kat’ émivoiav Yevouévwy bilden.
Zunächst gebe ich hier für die Bücher I—IV (Arithmetik) und
X—XV (über Geometrie) ein Quellenverzeichniss:
Buch I Cap. 14—23 Proklos zu Euklid p. 3—47.
Nikomachos eicaywyn I.
5) An einen Trivulzi dedicirt. Brunet, Manuel IV p. 560'.
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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Buch III Cap. 1—9
379
Nikomachos II.
Anatolios.
»
IV
»
n
»
&
X
y
n
1
2—9
Maximus Planudes wnpopopia.
»
X
„
10—108 Die heron. Definitiones.
»
X
n
109
Proklos p. 48—81, 22.
Proklos p. 85
— 128; die heronischen
Definitiones.
Eigene Zusammenstellung über Nampn
und Zeichen für Gewicht und Maass bei
Griechen und Römern (nicht = Campanus’ Uebers. des Eukl. XIV, 8); als
„
„
X
&
XI
„
„
„
110
111
1—2
Quellen werden erwähnt Plinius, Varro,
Columella.
Proklos p. 178—197.
Proklos p. 200— 201, 9.
Proklos p. 208— 213.
»
XI
„
3—7
Euklids Elem. I mit Proklos.
»
XI
„
8
Aus mehreren Quellen, wie Proklos p.
422—23, Eutokios zu Archimedes p. 204
ed. Torelli, p. 216, Simplikios ad Aristot.
phys. (Spengel: Eudem p. 119 ff.), Ptolemäus cuvt. VI®), dann noch eigenes über
»
XI
„9
»
»
XI
XI
,
,
»
»
XI
XI
„
„
Kreisquadratur. °)
Eigenes (aliae de dimetiente demonstrationes).
Eigenes (de area circuli).
Der Anfang, wie es scheint, eigenes enthaltend (quo pacto circuli area inueniatur), dann Euklid Elem. I 47—48 mit
Proklos’ Commentar und Elem. II 1—2.
12—18 Euklid IL
19
Euklid II 10—12; dann noch II 13 mit
10
11
Zahlenbeispielen und mehreren Beweisen,
sodann 4 Sätze aus einer unbekannten
Quelle. ®)
6) Simplikios und Ptolemaios werden mit Namen‚genannt, — 7) Nos
quorundam latinorum indagationes de quadrato circuli huic loco subderemus, si quid modo nobis demonstrasse viderentur ... annitemur itaque ipsi succurrente deo hanc excutere ambiguitatem. — 5) Isoscelum
et rectangulorum triangulorum rectum angulum subtendens latus duplum
est perpendicularis (folgt der Beweis). — Si trianguli perpendicularis
subdupla fuerit ea, quae maiori angulo subtenditur, rectangulum triangulum est et isosceles, eted est ab maiori angulo subtensa quadratum
quadruplum est eius, quod est a perpendiculari (folgt der Beweis). —
In data recta linea in infinitam dato rhombo aequale parallelogrammum
rectangulum constituere (folgt die Construction). — In rec
lis triangulis si constituatur alterum triangulum aequilaterum includens eandem
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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Buch XI
» XIE
Cap. 20
, 1
» XI
„2
» AI, 3
Euklids Data.
Euklids Elem. V.
Elem. VI.
Einiges aus Element. VII—VIII, wesentlich aber aus Element. X.
„ XII
„
4—6 Euklids Elem. X.
„Xu
„
1
Element, XI 33 und 36; XII; XIII 1 und
11; zum Theil XIII 18.
„ XII
„
2
Archimedes de sph. et cylind. II 2°), Eutokios zu Archimed. p. 133—49, p. 169—
72; p. 2—3, 3. Philoponos zu Aristot. IV
p. 209
— 10. Der Schluss aus einer mir
unbekannten Quelle (dati quadrilateri -parallelepipedi aedificii dutae mensurae aream
quantacunque sit inuenire; mit Berticksichtigung der Incommensurabilität und
Commensurabilität der Seiten).
»
XII
„
3
Eutokios zu Apollonios p. 9—12. Apollon.
»
XII
,
4
Serenos de sectione cylindri und de sectione
» XI
„
.
5
coni.
Theodosios cpaıpırd.
»
»
„
„
1
2
Herons Geometrie cap. 3—6.
Heron 7—11.
con. I 1; 3; 5; 17; II 38—39.
XIV
XIV
»
XIV
„
3
Heron 12—13.
»
»
»
XIV
XIV
XIV
„ 4
,. 5
, 6
Heron 14—17.
Heron 18—28.
Heron 24—30,
» XIV
» XIV
„
„
7
8
Heron 31—33.
Heron 37 —41.
„
XIV
„
9
Heron 43—60.
XIV
„
10
Heron 62—82.
XIV
„
11
Heron 87—104.
» XIV
„
12
Herons Stereometrie (I) cap. 1—61. Didy-
„
mos mensurae marm. 1—11.
Stereometrie (II) cap. 11—40.
,
1
Herons spiritalia.
» XV,
» XV,
»
XV
2
8
Euklids xatomrpixd.
Euklids émtixé.
Herons
cum rectangulo habens perpendicularem, quad est ab rectum asgalum
subtendente latere quadratum maius est eis, quae sunt ab interioris trianguli duorum laterum quadratis ipso quater comprehenso rectangulo
sub dimidio interioris trianguli latere et altera sectionum, qaibus excedit
quae rectum subtendit angulum utrumque earum, quae sunt in ipsa et
duobns a dicta sectione quadratis (folgt der Beweis). — °) At quoniam
pluribus ille (Archimed.) complexus est, quam hic referre liceat, mittimus, qui scire cupiat ad libros de sph, et cyl. et de dimens. circuli,
Seite 8
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Diese Quellen, die Valla nur selten ausdrücklich angiebt, sind
simmtlich sehr ungleichmissig excerpirt; an einigen Stellen ist fast
alles mitgenommen, an anderen nur weniges, ohne dass hierbei irgend
ein anderer Grund anerkannt werden kann, als die eigene Willktir
des Compilators. Von allen hier aufgeführten mathematischen
Schriften war zu Valla’s Zeit keine griechische herausgegeben, ja
sie lagen tiberhaupt nicht gedruckt vor ausser den Elementen Euklids, von denen die lateinische Uebersetzung des Campanus bereits
1482 zu Venedig erschienen war.!°) Valla hat also lediglich nach
Handschriften gearbeitet, von denen er eine beträchtliche Sammlung
besass,. die nach seinem Tode an Albertus Pius, den gelehrten
Fürsten von Carpi, kamen. Wir wollen jetzt für die einzelnen von
ihm benutzten Schriften die Stellung seiner Vorlagen unseren Handschriften gegenüber im Allgemeinen charakterisiren.
Was zunächst seine ‘sehr alte’ Archimedeshandschrift betrifft,
die für mich die Veranlassung zu dieser Untersuchung gab, habe
ich in meinen Quaestiones Archimedeae (Hauniae 1879) wahrscheinlich zu machen versucht, dass sie mit dem cod. Florentinus identisch
sei. Ich hatte dabei vorausgesetzt, dass die Angabe des Bandini
über das Alter dieser Handschrift richtig sei. Jetzt, nachdem ich sie
gelbst untersucht habe, bin ich sowohl wegen des Charakters der
Buchstaben als wegen äusserer Gründe überzeugt, dass cod. Florent. nicht die alte Handschrift Valla’s selbst ist, sondern eine im
XV. Jahrhundert gefertigte Copie, die jedoch nicht nur den Inhalt
des Originals viel getreuer als die anderen Copien wiedergiebt, sondern auch die äussere Gestalt der Buchstaben u. s. w. mühsam nachahmt. Wie genau cod. Florent. im Allgemeinen mit den Uebersetzungen Valla’s stimmt, wird sich aus der folgenden Collation '')
derselben ergeben; wo die betreffenden Uebersetzungen Valla’s zu
finden sind, ist aus dem Quellenverzeichniss ersichtlich; Archimedes
ist nach Torelli's Ausgabe citirt.
P. 132, 20: è B kúhtvòpoc F al.!), — ‘cylindrus b’ Valla.
P. 133, 5: oürw om. F al, — ‘gh ad mn’ Valla.
P. 133, 20: ñ B] à HB F — ‘gh’ Valla.
P. 133, 27: eineîv] mote F, al. — ‘facere’ Valla.
P. 133, 43: AF kwvou F al. — ‘ac coni’ Valla.
.
P. 134, 1: où déov Èctw] oùde dv ectw F — ‘sit quod non
est” Valla.
P. 134, 12: tfic ZH] tm ZH FV — ‘ipsi fg.’ Valla.
19) Von Valla mehrfach erwähnt; so XII 3: quem errorem putauimus corrigendum et in primis Campani, quem constat multos Euclidis
locos tum praeteriisse tum non commode interpretatum et sua non satis
examinate aliquando subdidisse etc. Vgl. XII 1: ne
quidem a Campano
recte exposita. — !!) Nicht berücksichtigt sind die Stellen, wo Torelli
eigene Conjecturen in den Text gesetzt hat; auch an diesen stimmt
Valla immer mit F. — !*) Hierunter sind, wenn nicht alle unsere Handschriften (VABCD), doch wenigstens immer BC einbegriffen.
Seite 9
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)ro Es BE by PD SOMO
oY
P. 134, 16: nepiyeypépôw] yeypapôw F, al. — "describatur’ Valla.
. 134, 3 v. u. PE] PO FV — ‘ro’ Valla.
135, 11: ypépev] ypapnv F VD — ‘scripta’ Valla.
135, 22: AB, Bf] ABF F — ‘abc’ Valla.
135, 29: tò OM] tw OM F — ‘ipsi hm’ Valla.
135, 35: tod KA] twv KA F — ‘ipsorum kl’ Valla.
135, 36: tovtwv] Twv F A — ‘huic’ Valla.!*)
135, 44: BA] BE F — ‘be’ Valla.
135, 49: AA] EA F — ‘ea’ Valla.
. 135, 50: A, €] AE FV — ‘le’ Valla.
.
. 135, 51: BE — €B — BA — AB] BA
— AB — BE — EB
bd — db — be — eb’ Valla.
136, 15: tac EH] ta EH F — ‘ipsa eg’ Valla.
137, 25: ZIJ FZ F — ‘ef’ Valla.
F—
137, 39: noAù yap] moAU ye FD — ‘utique’ Valla.
. 137, 40: tà A,Z] to KZ F, al. — ‘ipsum kf’ Valla,
. 138, 28: AE] AB F, al. — ‘ab’ Valla.
. 138, 48: éuoiwc] ouoiwv F, al. — ‘similibus’ Valla.
138, 4 v. u.: Wc] om. F, al. — ‘puncta in’ Valla.
. 138, 3 v. u: Tapadécer] mapoßeceıc F, al. — ‘regulae appositiones’ Valla.
P 139, 13: AOZ] AEZ F — ‘def’ Valla.
P. 139, 32: mpötacıv] mpößecıv F V — ‘propositionem’ Valla,
P. 139, 33: dmö] om. F ACD — ‘quae sunt ipsi demonstrationis’ Valla,
P. 139, 45: cnueîov] c. écrw FACDV — ‘punctum, sit autem
as)
pars reliqua’ Valla.
.
. 140, 8: tH AH] om. F, ACDV — ‘parallelus igitur est bd’
mmm
Valla.
.
141, 17: EM] OM FV — ‘hm’ Valla.
141, 29: EB] OF FV — ‘he’ Valla.
as)
141, 31 u. 32: AB] AO FV — ‘ah’ Valla.
141, 41: eipnuévn] yeypauuevn F al. — ‘descripta’ Valla.
141, 43: A, E] A, E FV — ‘ae’ Valla.
141, 45: AH] AH F — ‘dg’ Valla. **)
141, 49: TÔ árró] to ano F — ‘quod ex b’ Valla.
. 141, 51: &mi napaßoAfic] ere: m. F — ‘quoniam comparatione igitur’ Valla,
P. 142, 3: &mi ümepßoAfic] eme umepBoknc F — ‘quoniam
hyperbole’ Valla.
15) Valla hat hier das in F an dieser Stelle angewandte Compendium
T = tüv als tH gedeutet. Lin. 88 lässt er ywviac, das in F mit einem
Compendium geschrieben ist, und tuxöv weg. Auch die beiden Figuren
p. 136 hat Valla in derselben Gestalt wie F. — !*) So sind auch
folgenden a und d wie in F vertauscht.
Seite 10
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)P. 142, 4: tò ©] tw © F — ‘ipsi h’ Valla.
P. 142, 26: ñ B] fi HB FV — ‘gb’ Valla.
hed
P. 142, 20: icov.... A,T] ıcov ect — AAZ FD — ‘aequale
est ei, quod est sub daf’ Valla.
P. 142, 42: dZova Thv] & thc FA — ‘axem ipsius’ Valla.
. 142, 47: thc AZ] mc EZ FV — ‘ef’ Valla.
142, 50: kai] om. F, al: — ‘data igitur’ Valla.
. 142, 53: BA, BE] om. FV — om. Valla.
5)
143, 3: téuvouci] teuouct F, al: — ‘secabunt’ Valla.
HO MS SO Bee: He PU PU rg
CT"
rr
n
143, 7: TÔ dnd] To amo F — ‘quod ex bd’ Valla.
143, 11: AB] BA F — ‘bd’ Valla.
.
143, 19 u. 20: AA, [] ABF FVD — ‘abe’ Valla.
143, 22: ti amò] tnv amo F — ‘ipsam ex d’ Valla.
. 143, 34: tH... eùBeiq] tnc — evderac FVACD — ‘ipsius
ap rectae lineae’ Valla.
P. 143, 41: dé] dn F — ‘utique’ Valla.
. 143, 43: 16] to uev F al. — ‘quidem’ Valla.
. 144, 2: BMZ] EMH F — ‘emg’ Valla.
P. 144, 5: OA, Ol] OAI F, al., — ‘hai’ Valla.
. 144, 6: &crı dpa] apa ecru F — ‘igitur est’ Valla.
. 144, 27: mpwtov] npwroc FACD — ‘primus’ Valla.
. 144, 31: aùtó] avtov F — ‘ipsius’ Valla.
P. 144, 34: diarreuwouévouc] diaueuyauevouc F al. — ‘increpante obiurganteque’ Valla.
P. 144, 42: òpyavikh] opyavırn Anwic F, al. — ‘acceptio’ Valla.
P. 144, 46: cxnuariZeiv] peracynuatiZerv F, al. — ‘transfor“ mare’ Valla,
:
P. 145, 3: uéMer] peder F, al. — ‘curae sit” Valla.
»
n Boh] n BouAn F — ‘si voluerit quis’ Valla.
. 145, 25: KH] ZH F — ‘fg’ Valla.
. 145, 27: HK] ZK F — ‘fk’ Valla.
. 145, 29: HK] KH F — ‘kg’ Valla.
145, 33: FH] KH F — ‘kg’ Valla.
147, 7: &MNov] aAhov de F — ‘autem’ Valla.
. 147, 18: A] Z F — ‘f’ Valla,
. 147, 28: xuAivdpiw] xuAivdpiov FAD — ‘cylindrum’ Valla.
. 147, 33: AMN] AMN F — ‘amn’ Valla.
. 147, 2 v. u. ON] OH F — ‘hg’ Valla. 6)
. 148, 3: M, N] MH F — ‘mg’ Valla.
. 148, 6: =Z] ZN F — ‘xn’ Valla.
P. 148, 2 v. u. möAw] moAAw F — ‘multo magis’ Valla.
P. 149, 10: AA] AA F — ‘al’ Valla.
i
P. 149, 13: OK tH AA] OKAAH FVAD — ‘hkadg’ Valla.
15) Auch die Figur p. 142 ist die von F gebotene. — 1%) Auch die
Figur p. 147 ist ganz wie in F; ausserdem fügen sowohl F als Valla
noch eine Figur hinzu p. 148.
Seite 11
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)149, 24: TE, EF] FEZ F — ‘cef” Valla.
149, 25: KE, EZ] KEZ F — ‘kef” Valla.
149, 33: AA] AB FV — ‘ab’ Valla.
149, 34: FK] KT F — ‘ko’ Valla,
VERE veg
149, 35: Hr] MF FV
— ‘mc’ Valla.
149, 40: TÔ uév] to pev F — “illud quod’ Valla.
149, 40: BMA] BM F, al. — ‘bm’ Valla.
149, 43: tò dnö AA] Grd om. F. al. — ‘quorum ad’ Valla.
149, 44: TÔ àmd FZ] to ano FZ F — “quod ex cf” Valla.
, 149, 47: dpa ñ FA] apa n AF F — ‘le’ Valla.
ibid: oërwc] om. FVA — om. Valla.
170, 22: Ten écriv] ectiv icn F — ‘est aequalis’ Valla.
170, 32: ZM, AH] AM, AH FV — ‘In, ag’ Valla.
170, 32: ZM] ZH FV — ‘fg’ Valla.
VERNO
170, 33: fi MA] ovtwc n MA F, al. — ‘ita ml’ Valla.
170, 40: oùtwc] où F — “cuius circulus’ Valla.
170, 44: AH] AB F — ‘ab’ Valla.
170, 48: BM] AM FV — ‘am’ Valla.
171, 11: ZM] BM FV — ‘bm’ Valla.
171, 12: tò B] to A FV — ‘@ Valla,
. 171, 44: Thy aùrhv] kwvw Tnv FA — ‘cono quam? Valla.
. 171, 45: xopu@fic] xopupnv F — ‘uerticem’ Valla.
171, 51: EA, AZ] EZ, ZA FV — ‘ef, fa’ Valla.
. 172, 1: ZA] ZA FV — ‘fd’ Valla.
. 172, 4: ZO] OZ F — ‘hf’ Valla.
. 172, 15: Bácic] Bacıc ectt F, al. — ‘basis est’ Valla.
. 172, 21: ZB] ZE F — ‘fe’ Valla.
. 172, 29: doBeîcav] 808. evderav F, al. — ‘data recta linea” Valla.
Aus obiger Collation geht hervor, dass Valla sehr oft mit F
auch da tibereinstimmt, wo die beiden Pariser Hdss. B und C, die
nach ‘der sehr alten Handschrift Valla’s’ abgeschrieben sind (Quaest.
Arch. p. 124 ff), andere (bessere) Lesarten haben. Hieraus mtisste
geschlossen werden, dass B und C an solchen Stellen unabhängig
dieselben Emendationen gefunden haben, was gar nicht unmöglich
ist, wenn man die Art der verbesserten Fehler des cod. Florent. bedenkt; sie sind fast alle so in die Augen springend, dass selbst eine
sehr bescheidene Kenntniss des Griechischen gentigt, um sie zu erkennen. Aber wahrscheinlich würden genaue Collationen von BC
zeigen, dass C an den meisten Stellen mit F tibereinstimmt, und B
ebenso ursprtinglich dieselbe Lesart gehabt hat, aber nachträglich
corrigirt ist (doch mit der ersten Hand) 17); so haben z. B. p. 132, 20,
wo die Collationen Torelli's schweigen, sowohl B als C 6 B xülıvdpoc wie F und Valla, aber in B ist B in € corrigirt worden.
17) Quaest, Archim. p. 128.
Seite 12
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Jedenfalls ist es aus den angeführten Stellen ersichtlich, dass F mit
der grössten Treue der Vorlage nachgemalt ist, ohne dass der Schreiber sich wissentlich von derselben entfernte; denn viele der in F
wiederholten Irrthümer der Handschrift Valla's sind so albern, dass
es kaum anzunehmen ist, der Schreiber habe sie nicht corrigiren
können. Wir dürfen also selbst wo BC gegen F übereinstimmen,
nur mit der grössten Vorsicht auf die Lesart des Archetypus aus
BC schliessen. Jedoch muss zugestanden werden, nicht nur dass
der Schreiber von F natürlich aus Nachlässigkeit irren konnte, sondern dass er nachweisbar geirrt hat. Ich will hier die verhältnissmässig wenigen Stellen aufführen, wo Valla augenscheinlich nicht
die unrichtige Lesart des cod. Florent. vor sich hatte, sondern die
richtige der Hdschr. BC:
P. 2, 15: &ptwpevov] BC, aptwyev F'?) — ‘elevatus” Valla.
P. 136, 7: aùtùv] BC, autov F — ‘ipsarum” Valla.
P. 137, 3 v. u. repipépera] BC, mepipeperav FV — “ambitus’
Valla.
i
P. 144, 27: ‘Innoxpérnc] ‘Imtoxparic F — ‘Hippocrates’ Valla,
P. 148, 7: ON] BC, OH F — ‘hn’ Valla.
P. 149, 41: tò ünö BMA] tò ünd BM BC, ta uno BM F;
‘quod est sub bm” Valla.
P. 170, 21: fi uèv HN] BC, n uev n HN F — ‘gn’ Valla.
Nicht beweisend sind:
P. 136, 20: téuverai] B, tétuntar C, teuntar F — ‘secat’ Valla. .
P. 144, 4 v. u.: erpnriv uédiuvov] BC, uetpnmnv nediuvwv
F — ‘metretas et modios’ Valla.
P. 141, 47: f ZO] BC, OZO E — ‘hf’ Valla, zeigt wenigstens eine gewisse Uebereinstimmung mit F (wo nur das zweite ©
unrichtig ist) gegen die übrigen Hdss., wenn den Collationen hier
zu trauen ist; ebenso p. 134, 19: =O] BC, 200 F — ‘fh’ Valla,
d.h. ZO.
Die ganz einzelnen Stellen, wo Valla gegen FBC allein das
Richtige bietet, sind einem günstigen Zufall zuzuschreiben:
P. 140, 8 v. u.: à MN] V aus Coniectur, HM FBC — ‘nm’
Valla.
P. 147, 5: Kai pécnv] mpoc (Compendium) FBC — ‘et’ Valla.
Sonderbar genug finden wir drei Stellen, wo Valla mit der einen
Pariserhds. der anderen und F gegenüber zusammentrifft:
P. 143, 28: téuver] B, teuer FC (besser) — “secat” Valla.
P. 144, 32: émpPadouévync] B, empPaddAouevnc F, émpPaddouévouc C (richtig) — ‘cum ab oraculo iuberentur’ Valla.
P. 141, 1: Cnôpoc] FC (richtig) TIöpoc B — ‘Porus’ Valla.
In den beiden ersten Stellen scheint eine ungenaue Uebersetzung
Valla's vorzuliegen, wie es sicher der Fall ist, wenn p. 137, 29: tò
18) Der Schreiber hat das Compendium für -ov tibersehen.
Seite 13
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)aùté Ecrı TD Anpeevrı Emmi (diese beiden letzen Worte lassen ed.
Basil. und Torelli gegen alle Quellen weg) tijc “Hpwvoc karackeufic
mit ‘idem est, quod in constitutione fuit Heronis’ wiedergegeben wird.
Den Namen Porus (nach Wc) statt Sporus zu substituiren veranlasste
vielleicht sowohl Valla als den Schreiber von B die Stelle bei Eutocius p. 216 (von Valla XIII, 2 übersetzt), wo TIópoc 6 Nikareúc
genannt wird,
Sonderbar ist auch:
P. 138, 7 v. u.: Terayuéva] B, tayevaueva F (ohne Zweifel
richtig), C — ‘constutata’ (sic) Valla. Wahrscheinlich hat Valla
Tayevaueva flüchtig als tetayuéva oder sonst eine Form von TATTW
gelesen, ebenso wie der Schreiber von cod. Norimbergensis des Archimedes, der sicher eine Abschrift von F ist, aber doch hier tetayuéva
hat. Der Schreiber von B ist dann zuftillig auf dieselbe, für einen
flüchtigen Leser naheliegenden Quasi-emendation gekommen.
Aus dieser Untersuchung geht hervor, dass F nicht die Handschrift Valla’s selbst ist, aber die zuverlässigste von allen auf uns
gekommenen Copieen dieser jetzt verschollenen Urquelle unseres
Archimedestextes, und dass somit dem cod. Florent. der erste Platz
in der kritischen Behandlung desselben gebührt, jedoch unter Zuziehung von Valla und codd. Paris. B und C.
Die Nikomachoshandschrift Valla’s scheint der Classe SHI bei
Hoche p. VI am nächsten gestanden zu haben, aber an einigen Stellen zeigt sie eine gewisse Verwandtschaft mit der Haupthandschrift
G. Ich will einige Beispiele von beidem geben.
Nikom. I 2, 4 p. 4,-16 ed. Hoche: Z@ov, xöcuoc, dévòpov]
L@ov, dévdpov, x6cuoc SHI; ‘animal arbor mundusque’ Valla II 1.
Nikom. I 6, 1 p. 12, 5: napadeiyuatoc olov Aéyov rpoxapéYuatoc] napadeiynaroc Apxhv Kai Aóyov olov mpoxapdypatoc H;
‘gunt stabili et inconcusso exemplo prineipium proportionemque et
tamquam impressionem’ Valla II 1.
Nikom. I 10, 4 p. 22, 19: mAelova uèv yap tod évòc TuuaTa
Ev TÔ pueiZovi péper &xwv Öpätaı (Órrápxer S), mieiova dè TOO
évoc ätunta Ev tH ékattovi] Ev TW ueiZovi — dtunta om. G;
‘nam et plures una habet sectiones in maiori parte et in minori
plures habet quam unam quae secari in duo aequalia neutiquam
possunt’ Valla II 5.
111, 2 p. 26, 16: è u&v yap Y uóvov Tpitov Tod Éavtoù TapwWvupov Kai TOUTO mavtwc povdda, è dè e udvov Treuntov Kai 6 Z
uóvov éBdouov Kai 6 1a ubvov Évdékatov, Kai Ev mac TAÙTA TÀ
uépn uóvac Úrrápxer] kai 6 Z uóvov éBdouov steht nur in C; nach
évdéxatov fügen SH hinzu: xaì 6 Aa Tprakocropóvov; “nam in tribus
sola pars tertia, quae a tribus nominatur. Itidem quinarii sola quinta
pars et ea unitas et 31 trigesima una in omnibusque hoe modo reliquis idem invenias’ Valla II 6.
I 13,8 p. 33, 23: oötor oùv Ecovtar deutepor Kai cUVBETOL
Seite 14
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)finden sich nicht in GH; aber Valla II, 8 hat: ‘iique secundi ac
compositi”.
I 14, 3 p. 37, 14: xakeitaı] xAntéoc SH; ‘uocandus est’
Valla II 10.
I 16, 1 p. 38, 15: idibminta] duoidtnta CSH; ‘similitudinem’
Valla II 11.
I 16, 4 p. 41, 20 hat auch Valla II 13 wie GS die Reihe von
Zahlen, die schon p. 41, 5 stand, wiederholt, aber nur acht Glieder.
I 17, 4 p. 44, 21: à tic icötntoc CSHF; “hoc est aequalitas’
Valla II 14.
Dagegen fehlt die in CI p. 45, 15 beigefügte Glosse
bei Valla II 14.
I 19, 11 p. 52, 4 und 5: yauuoeiddc] Ypaupoedùc mit getilgtem p G; ‘lineatim” Valla II 17. P. 52, 11: Kai Toto péxpic
Ökou dkóhouBov eüprceic] ÖAou om. G, téXovc CSH; ‘hoc totum ita
consequi invenies” Valla II, 17.
I 18, 1 p. 47, 1: kai 6 e mevtamAdcioc PC; ‘et 5 quincuplus ”
Valla II 16.
I 19,1 p. 49, 2: deutepov TH pÜce eldoc Kai TH THEE] CSH
“vertauschen TáZet und @ücei; ebenso Valla II 17: ‘species numeri
secunda in ordine et natura’.
I 19, 2 p. 49, 7 finden sich in CSH nach ùrenitpitoc die Worte:
éav dE TÉTAPTOV, émitétaptéc te Kai Unemitétaptoc; ‘si quartam,
sesquiquartus maior dicitur, minor subsesquiquartus” Valla II 17.
Il 1, 1 p. 73, 6: &E où édaxictou cuvicrataı] é& où mpwrtictou
äpxeraı C; “ex quo quidpiam constat primordio” Valla III 1. Ebend.
Lin. 9 fehlen die Worte: Kai eic atta Ecxata àvarverar in G; “et
eadem postremo in suum resolvitur principium’ Valla III 1.
II 2, 1 p. 74, 16: &v hrivoöv cxécei] È. fi. Oécer G; “in quacunque affectione” Valla IH 1, was auf cx&ceı deutet. Ebend. Lin.
18 fehlt das Wort no\\ar\acemiuopiw in GH; Valla III 1 hat es:
“multiplici superparticulari, inquam, sive superpartiente’.
II 3, 4 p. 77 hat die Figur bei Valla III 1 dieselben Aufschriften, die CS bieten: ‘duplares omnes in latitudine’ (dimAdcıoı
Kata mAdtoc), ‘triplares omnes diagonii’ (TpımAdcıor of diaywvior
návrec), ‘sescupli inferni supernorum’ (fiuòMor TÔv émévw ot
Katw); aber die in denselben Handschriften hinzugefügte achte Reihe
fehlt bei Valla.
II 4, 1 p. 78 hat Valla III 1 wieder dieselben Aufschriften auf
der Figur, wie CS: ‘triplares in latitudine omnes’ (tpurhácior katà
TAdtoc), ‘sesquitertii superiorum inferni’ (€nitpitor tv êrrávw oi
xétw), ‘quadrati omnes diagonii” (retparAëcior of diario); auch
hat er nur sechs Reihen, wie dieselben Handschriften.
Freilich kann hieraus tiber die Stellung und ‘den Werth dieser
Handschrift wenig geschlossen werden; es dürfte aber der Mühe
werth sein bei einer ktinftigen Ausgabe des Nikomachos auch die
Uebersetzungen Valla's zu Rathe zu ziehen.
Seite 15
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Die Planudeshandschrift Vallas bot nicht die yngogopfa in
der uns vorliegenden Gestalt, aber in einer andern Redaction mit
Zustitzen aus andern gemischt; so hat das Capitel über Subtraction
(Valla IV 3) bedeutende Erweiterung gelitten, während das über
Division (IV 5) sehr verkürzt ist, wie auch namentlich der Schluss
über Quadratausziehung; das muss aber vielleicht Valla selbst angerechnet werden; aber die Darstellung der Multiplication (IV 4)
ist durchgängig so abweichend, dass man daraus auf eine andere
Recension durchaus schliessen muss, vielleicht die von Gerhardt p. XII
besprochene, worin Ausztige aus Nicolaus Rhabda aufgenommen
sind.!?) Aber dennoch finden sich viele Stellen der une vorliegenden
Recension wörtlich wieder, und Vallas Handschrift scheint vielfach
besser als die unsrigen gewesen zu sein. So hat er offenbar die
Lacune p. 5, 5 ff. ed. Gerhardt nicht gehabt; denn er übersetzt
(IV 2): ‘relinquuntur 2. haec ascribe superioris uersiculi numeris.
inde te ad secundum conuerte versiculum et dic 5 et 6 faciunt 2
(sic! 11 hat er als Römerzahlen gelesen). aufer 9. relinquitur 2. et
die 2 et 8 faciunt 10. aufer 9. relinquitur 1”. Also ist die Lticke
so zu ergänzen: |P Kai ypáwov tadta épeziic tH dvw crixw kat
narıv eine W Kai Y, Il’ Ópehe ta 9 Kal Èvatereipon P Kai eimt
P Kai A, lo’ Üpeke 9 èvaredeipon. Die Worte xai méAtv hat
Valla auch p. 5, 7 durch: ‘et te ad ultimum converte versiculum”
wiedergegeben. Auch die Lacune p. 26, 4 hat er nicht gehabt; er
übersetzt (IV 8): “et rursus 54 ab 59. reliqua sunt 5. scribe ipsa.
et rursus 9 ab 3”. Dagegen fehlte p. 30, 19 das von Gerhardt ergänzte tetpéxic auch in Valla's Handschrift (‘et rursus duo octava
unum’ IV 11). Was er in der Lücke p. 24, 5 gelesen hat, ist aus
seiner Uebersetzung nicht klar: ‘scribe signa, partes, scrupulos et
secundos, quae omnia in notis comperies astronomicis. quae igitur
ibi comperies, nota et infra haec cett.” IV 6. Als Probe, wie er
seine Quellen behandelte, mag die Stelle p. 45, 3 ff. == Valla IV 13
__hierher gesetzt werden:
‘Etépa uéBodoc uiyua oùca
praeceptio altera miscelanea de
tic Te ’Ivdixfic Kai tod Oéwvoc | indica Theone plerisque aliis
Kai Tic fuetépac.
sumpta authoribus.
Auch seine Handschrift von den cpaipiká des Theodosios scheint
zu den bessern gehört zu haben. Wie im codex Savilianus fehlt I 1
das mépicua a’ (p. 2 ed. Nizze); ebenso fehlt I 6, b p. 7 wie bei
Dasypodius, weil aber auch I 7 weggelassen ist, hat vielleicht Valla
selbst beide tibergangen. I 8, p. 8 steht richtig: ‘et producatur in
utramque partem’, wie Pena, Hunt und Nizze haben (xaì xBAn6fj
én’ Gupdtepa, nicht dy0f) I 9 p. 10 ebenfalls richtig: ‘in abe
Diesen wird besonders deshalb wahrscheinlich, weil in Cap. IV
über Multiplication) die Fingerrechnung berücksichtigt wird, worüber
habda bekanntlich geschrieben hat (Gerhardt a. O. Note).
Seite 16
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)lineam’, während Pensa und Hunt AB haben. I 13 p. 12 hat Valla
die von denselben weggelassenen Worte: TÙV Ev ti cpaipg vor sich
gehabt: ‘orbem aliquem in sphaera’. I 18 p. 16 findet sich wenigstens eine Spur des von Nizze
in der Note a p. 16 vermissten Beweises, wenn es heisst, ‘verum qui sub def ei, qui sub dgf aequalis
est. in eadem namque sectione per 21 Euclidis’ (s. Eukl. Elem. III
21; cfr. Nizze p. 98, a); es scheint aber eher von einem Scholiast
(oder Valla selbst?) herzurtihren als von Theodosios selbst, der nie
Euklid mit Namen citirt. Der jedenfalls unechte Satz I 22 p. 19
fehlt bei Valla, der doch I 21 und 23 mitgenommen hat. I 23
p. 20 fübrt die Uebersetzung: ‘in orbem’ eher auf &mi Tòv KUKAov
wie Dasypodius hat, als auf émi tod xuxAou (Pena, Hunt, Nizze).
Il 3 p. 22 stimmt Valla: ‘ipsa cf” mit Pena: f TZ, während Hunt
und Nizze f HZ haben. Dagegen hat er II 4 p. 23 richtig: ‘sit
ut fbg’, während Hunt und Pena úc weglassen. II 20 p. 45 scheint
er eine Lücke gehabt zu haben; denn: duvaraı dè deryofivar, Kai
Mi) vpapóvrwv fiuùv, pdvov dè npocavarAnpoüvrwv Toùc HOT,
HKA, EZ, dc év tH Gewphpari übersetzt er nur: ‘possibile sit
demonstrare et non scribentibus nobis solum uero complentibus ef’.
Die beinahe vollständige Uebersetzung der heronischen Definitionen scheint nach einer den unsrigen sehr &hnlichen Handschrift
gemacht; denn wir finden die meisten Fehler der unsrigen Ueberlieferung auch bei Valla. Namentlich hat auch sie alle die von
Hultsch als unecht bezeichneten Stellen mitenthalten, wie def 1 und
2 == Valla X 2; def. 10 (mit der vorhergehenden verbunden) ==
VallaX 5 (‘generales quaedam sunt superficierum differentiae”); def.
17 = X 10; 24
— X 16; 25
= X 18; 28 == X 21; 29 == X 22;
34 == X 27; 100 = X 86 (‘totidemque angulis”); weggelassen ist
nur def. 23 und der Schluss von def. 30 (Valla X 23). Dass def.
122, 124 und 125 und das meiste von 127—128 nicht mitgenommen sind, darf wohl Valla’s eigener Willkür angerechnet werden.
Inwiefern er die unechten Schlusscapitel 130—33 in seinem Codex
gehabt hat, steht dahin; Spuren davon scheinen doch in X 109 vorvorhanden zu sein, wo Valla selbst aus Plinius u. a. vieles zusammengetragen hat. Für die Uebereinstimmung mit den offenbaren Schreibfehlern unserer Handschriften mögen folgende Belege gentigen: def.
14 p. 11, 21: où cuuninter] où fehlt in den Hds., ‘quae producta
per sese sibi coincidit” Valla X 7; def. 25 p. 14, 20: edcynuaticuévov
codd., ‘et bene figuratum dici solet’ Valla X 18; 32 p. 16, 19: peiZovoc codd., ‘et circumferentia maiore hemicyclio” Valla X 25; 47
p. 19, 11: ywviac om. codd., ‘oxygonium est tres acutos habens’
Valla X 40; 59 p. 21, 5: GpiOudv codd., ‘omnis assumens sibiqualemcunque numerum figura’ Valla X 44; 64 p. 21, 18: ueiïouc
codd., ‘quaecunque maiores habet” Valla X 53; 71 hat auch Valla
X 59 die Ueberschrift: ‘de parallelis’; 90 p. 26, 10 À où tundévtoc] À où tu. F, ‘uel non secta’ Valla X 76; ebenso F 92 p. 26,
Seite 17
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)19, wo aber Valla ‘uel quo secto’ hat, während er 91 p. 26, 15
wiederum ‘uel non secti’ giebt, F aber où tu. hat; 75 p. 23, 21:
ñ TE kwvikh] hj TexToviKi codd., ‘mixtae vero fabrilis’ Valla X 62;
105 p. 29, 26: tà dd Bácewc eùBuYpóuuWV codd., ‘quae a basi
rectilineorum’ Valla X 91; 108 p. 30, 9 hat auch Valla X 93: ‘quae
parallelepipeda’, und zum Anfang wie F: ‘parallelepipeda sunt’;
Lin. 11 steht in den Hds. statt oic Ycwv das unverständliche Wort
oiZwv; auch Valla scheint nicht ofc fcwv gelesen zu haben; denn
er übersetzt: ‘aut coeuntibus triangulis aliquibus descriptis’; 118
p. 32, 28: eiciv. Óuora tufpara KÚKÀot codd., ‘sunt similia segmenta.
Circuli sunt’ Valla X 101; p. 33, 1: éuoiwc codd., ‘itidem” Valla;
117 p. 32, 13: kúBor codd., ‘cubi’ Valla X 100. Doch geht es aus
einigen Stellen hervor, dass die Handschrift Vallas auch bessere
Lesarten bot, als die unsrigen; von solchen Stellen habe ich folgende
gefunden: def. 19 p. 12, 23: èn” fehlt in den Hds., ‘quos recta facit
linea super. recta insistens’ Valla X 12; 49 p. 19, 16: à dè d&uyúvia om. FB, ‘alia oxygonia’ Valla X 41; 102 p. 29, 15: crepedv
om. codd., ‘figura est solida” Valla X 88; 118 p. 32, 22 hat Valla
X 101 das von Hultsch geforderte duofwv st. Ycwv gehabt; denn er
übersetzt: ‘de similibus et reciprocis figuris’, während er {coc durch
aequalis wiedergiebt; 120 p. 33, 28: mapadeintéov scheint auch
Valla X 103 gelesen zu haben (‘abiiciendum’), nicht rapoAnnteov
mit unseren Quellen.
Auch stimmt Valla zuweilen mit Dasypodius überein gegen
unsere Handschriften, woraus wenigstens so viel hervorgeht, dass
Dasypodius das seinige aus Handschriften, nicht aus Coniectur hat.
Von dieser Art sind folgende Stellen:
def. 24: Und Evöc cnueiou xerkacuevn Ermipaveig Dasypodius,
‘fore ab uno puncto fracta in lineam superficie’ Valla X 16; def.
30: mepatouuévn &p’ Exdtepa TA uépn Und tic TOD KUKAOU Trepı@epeiac Dasypodius, ‘terminata utrobique in cirouli ambitu’ Valla
X 23; À duo xukAwv uh Tepì Td aùrò Kévtpov Svtwv’ ÜTEPOXN
xolAnc Kai xuptfic Dasypodius, ‘vel duarum circumferentiarum cirea
idem centrum excessus caui et conuexi’ Valla X 25 (hier ist jedoch
die Uebereinstimmung nur theilweise); def. 117: Aéywuev Dasyp.,
‘dicamus’ Valla X 100; ibid. uövw éufadb® Dasyp., ‘et soli areae”
Valla; def. 120: ti biauétpw Dasyp., ‘ad rectos angulos diametri”
Valla X 103.
Dass aber Dasypodius und Valla nicht nach einer und derselben
Handschrift arbeiteten, ist hingegen aus andern Stellen ersichtlich;
namentlich hat Valla die von Dasypodius vortibergegangenen Capitel
32 (Valla X 25), 74 (X 61) und 111 (X 95); auch bat Dasyp.
def. 120: &xtöc, aber Valla X 103: ‘intra’.
Schliesslieh mögen noch die Uebersetzungen von zwei kritisch
bedenklichen Stellen hier stehen, aus denen es hervorgeht, dass
Valla etwas anderes gelesen hat, als was in unseren Quellen steht,
Seite 18
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)ohne dass ich die Lesart seiner Handschrift zu reeonstruiren mir
getraue:
def. 110: pBoywvia piv ody eicıv «rA.; ‘rectangula igitur
sunt, quaecunque lineam habent rectangulorum sub tribus continetur
angulis’ Valla X 95; def. 115: 6tav mpòc macac Tac Órmropévac
aùrfic Ev TO aúT@ émimédw xth.; ‘cum in omnibus, quas in plano
attingit ibi rectos angulos facit” und weiter unten p. 31, 22: ‘superficie communi sectione superficiem tangens ad rectos angulos lineas
rectas ostendit et ubi ad rectos coiere angulos plana parallela sunt
minime coincidentia’ Valla X 99.
Für die Geometrie Herons benutzte Valla eine Handschrift, die
mit D bei Hultsch (Parisin. 2013) gänzlich übereinstimmte. Nicht
nur fehlte darin, wie in D, Geom. VI 3 (Valla XIV 1), XII 2—5
(Valla XIV 3), XLII (Valla XIV 9), IL (Valla XIV 9), LXIV
(Valla XIV 9) die Worte p. 99, 12: à ÖöpBroc Tieupà frouv à KdBetoc cyowiwv 18°, und CII 11 ‘(Valle XIV 11), während Valla mit
D Geom. V 8—9 (XIV 1), VI 4 (XIV 1), den Zusatz zu XVII 3
(Valla XIV 4) und zu XXXIII 3 (Valla XIV 7: ‘sciendum, inquit
Heron, est ulnam habere spithamas 9'/ aut palaestras’ u. s. w.),
was alles in A fehlt, aufgenommen hat, wie er auch Geom. CI in der
von D gebotenen Form (Hultsch p. 134) giebt (XIV 11); sondern
auch in den übrigen Abweichungen stimmt er stets aufs genaueste
mit D überein. Ich will davon einige Beispiele geben, indem ich der
Kürze wegen die Lesart von Codex D nicht mit aufführe:
Geom. III 11 p. 44, 22: ‘perpendicularis, quae ad rectos angulos vocata, quae desuper in basim acta binos utrobique angulos
facit aequales’ Valla XIV 1. Geom. VI 1 p. 52, 8: ‘multiplica
latitudinem in longitudinem, id est 3 in 8. fient 24. tantundem erit
area ipsius parallelogrammi rectanguli’ Valla ibid. Geom. VI 2
p. 52, 16: “ducito 20 in 15 fient 30° (!) Valla ibid. Geom. VI 5
p. 53, 3: ‘quadrangulum parallelogrammum, quod etiam’ Valla ibid.
Geom. VII 2 p. 53, 17: ‘sume dimidium basis, hoc est duo cubita’
Valla XIV 2 (sollte D nicht dúo cyoivia haben?). Geom. IX 2 p. 54,
28: ‘inde connecte utriusque lateris multiplicationes, hoc est 64 et
36’ Valla ibid. (ebendaselbst fehlen die Schlussworte wie in D). Geom.
X 1 p. 55, 1: ‘triangulum sit rectangulum’ Valla ibid, X 2 p. 55,
: ‘quod si uelis inuenire subtensam’ Valle ibid. Geom. XIII 1
p. 57, 10: ‘facito” Valla XIV 3. Geom. XIII 2 p. 57, 18: ‘et ab
hoc collectum noris esse aream rectanguli trianguli, ut sit trianguli
regtanguli basis cubitorum 20° Valla XIV 3. Geom. XIII 2 p. 57,
24: ‘ita facito. dimidium basis, hoc est 10, multiplica” Valla ibid.
XII 4 p. 58, 6: ‘quorum dimidium erit 30’ Valla ibid. Geom.
XV 1 p. 58, 28: ‘et reliquum noris esse numerum perpendicularis.
inde multiplica dimidium basis in perpendicularem et a multiplicatione
collectum est area’ Vall. XIV 4. Geom. XVII 1 p. 60, 6: ‘ipsa 30
unius lateris’ Valla ibid. Geom. XIX 2 p. 61, 21: ‘multiplica
Seite 19
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)perpendicularem in dimidium basis, hoc est in 4, et fient 12. estque
area totidem cubitorum, quorum dimidium est 6” Valla XIV 5. Geom.
XX p. 62, 5: “multiplica dimidium basis, hoc est 6, in sese. fient 36.
haec subtrahe a lateris multiplicatione etc.” Valla XIV 5. Geom.
XXXVII p. 82, 19: ‘de quadrangulis aequilateris quidem, sed non
rectangulis seu rhombis’ Valla XIV 8. Geom. XLIII p. 86, 5:
‘parallelogrammum sit rectangulum’ Valla XIV 9. Geom. LXXXVII
p. 114, 18: ‘de circularibus figuris’ Valla XIV 11.
Dass Valla zuweilen mehrere Capitel vorbeigeht, die sich in
D finden, scheint auf ihn selbst zu kommen und stimmt ganz mit
seiner Weise die Quellen zu benutzen.
Ausser den Capiteln, deren
Fehlen aus dem oben gegebenen Quellenverzeichniss ersichtlich ist,
lässt er z. B. Cap. 65—73 weg (XIV 10). Schliesslich sei es nur
angemerkt, dass wenn er XIV 1 gleich zum Anfang schreibt: ‘Euticium, Didymum, Heronemque imprimis secuti’, so ist unter Euticius
jedenfalls nicht Eutocius, wie man glauben konnte, zu verstehen;
denn von ihm findet sich in Buch XIV auch nicht die geringste Spur.
Eher michte ich glauben, dass sich in diesem verschriebenen Namen
der Name TTarpikioc verbirgt, und dass diese Angabe sich auf Heron:
Geom. 104: mpocOyjxn Tlatpixiou Aaurporätou Bewpñuartoc bezieht,
welchen Schlussabschnitt Valla XIV 11 ohne Ueberschrift hat. —
In der heronischen Stereometrie I zeigt Valla eine durchgängige
Aehnlichkeit mit der Pariserhandschrift 2475, bei Hultsch B genannt.
Als Beispiele seien hier folgende Stellen angeführt: Stereom. I 14,
1 p. 156, 26: noıncac B; ‘aream faciendo in sese 6” Valla XIV 12;
Stereom. 26 p. 160, 24: näxouc B; ‘similiter etiam duo crassitudinis’ Valla; 27 p. 160, 31: B’ nAdtouc B; ‘compone 2 latitudinis?
Valla; 28 p. 161, 5: eüpeiv — yivovraı hat B zweimal; ‘si uelis
huius solidum inuenire fac ita. multiplica latitudinem et crassitudinem.
fient 10. ut inuenias ipsius solidum fac hoc modo. multiplica latitudinem et crassitudinem. erunt 30’ Valla; 33 p. 162, 27: c@° y’ B;
‘erunt 209'/;’ Valla; 38 p. 165, 1: tpiywvou, où h ép8oybvioc B;
“triangulum, cuius rectangulus perpendicularis’ Valla; 38, 2 p. 165,
5; mepitptywvou B; ‘ipsius peritrigoni’ Valla; 44, 1 p. 168, 1:
o
dMiw O€atpov B; ‘theatrum aliud sit’ Valla.
Jedoch scheint die Handschrift Valla’s eher die Quelle von B
gewesen zu sein, als umgekehrt; denn 14, 1 p. 156, 27, wo B statt
d” xn” unrichtig 0” n” hat, giebt Valla: ‘fitque 28!/,, 28/,’, wo
wenigstens 284, richtig ist; 17 p. 157, 28 fehlen in B die Wogte:
Ag’: Kai ta B &p’ aùtà yYivovraı, während Valla hat: ‘6 in sese
fiunt 36, et 2 in sese euadunt 4”; such p 158, 1, wo B: mpocéenxa
toic u'* yivovto. vp’ weglässt, hat Valla: ‘et haec adde ipsis 40.
fient 52”. Von einer wesentlich besseren Ueberlieferung, als die
unsrige, findet sich keine Spur; so hat Valla die von Hultsch an- -
gefochtenen Stellen 5, 3; 22,3; 24; auch die verdorbene Stelle 5, 1
Seite 20
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)lag Valla in derselben Gestalt vor; von Schreibfehlern, die bei Valla
wiederkehren, bemerke ich noch folgende: 14, 2 p. 157, 1: Gua
Kúvou; ‘cum cono’ Valla; 16 p. 157, 21: küKkAoic; “ut in supra
descriptis circulis’ Valla; 27 p. 160, 30: daktúhouc Z'; ‘digitos 7°
Valla.
Dasselbe Verhältniss treffen wir bei den Auszügen aus Didymos
und der heronischen Stereometrie II, eine vollstindige Aehnlichkeit
mit unsern Handschriften, besonders B, worin gleichfalls diese Sammlungen enthalten sind, aber so, dass die Handschrift Valla’s als Quelle
von B betrachtet werden darf. Einige Beispiele werden die Sach-:
lage am besten erläutern.
Didymos 2 p. 239, 1: uúkouc codd., 19° statt 17’ B; ‘longitudinis pedum 16° Valla XIV 12; Didym. 3 p. 239, 10: &v ánaë \ B;
“hoc est unum semel 30° Valla; 4 p. 239, 12: mnxWv codd., wie auch
p. 239, 17; 8 p. 240, 14; 9 p. 240, 16 und 22 u.s. w.; Valla hat
überall: ‘cubitorum’; 7 p. 240, 9: nodWv À xv codd.; ‘totidem
pedum erit aut cubitorum’ Valla; 9 p. 240, 22 hat B statt y’: tov;
auch Valla, der sonst Zahlzeichen braucht, hat hier: ‘trium’. Abweichungen finden sich Didym. 3 p. 239, 8: “longitudinis pedum 5,
latitudinis pedum 2° Valla; 5 p. 239, 19: ‘crassitudo seu altitudo’
Valla richtig, während die Handschriften fehlerhaft: näxouc {ror
Úwouc bieten; 9 p. 240, 20 stimmt Valla (‘quorum 92”) mit M.
Stereometr. II 11 p. 174, 17: nov € B mit Weglassung
von na’—yivovraı (so auch M); ‘pedum 5. haec in sese sunt 26.
reliqua 56” Valla XIV 12; Stereom. 12 p. 174, 24: tpuòv B, ‘pedum
trium’ Valla; p.175, 1: xwpñcet B in marg.; ‘quot fidelias continent”
Valla; 24 p. 177 hat bei Valla denselben Schluss, den die Handschriften bieten; 26 p. 178, 9 fehlen dieselben Worte, welche die
Hds. weglassen; 32 p. 181, 8: &paipod uèv and tod ddovu TETpaywWvou, And Tüv ,ack’ B; “haec aufero a toto quadrato ab 1260’
Valla; p. 181, 18: meiZwv B; ‘sin autem maior semieirculo’ Valla;
36 p. 182, 22: xùkAov M, kükAwv B; ‘describito circulum’ Valla;
p. 182, 23: &cto: B, ‘huius erit perpendicularis’ Valla; p. 182,
30—31: Ac’—yivovraı fehlt in B; ‘6, hi in sese pedes sunt 100”
Valla; 36, 6 hat auch Valla in ganz derselben corrupten Gestalt;
36, 7 p. 183, 18: é£aywvou B; ‘pyramis hexagoni’ Valla; p. 183,
27: ‘aream oxygoni aequilateri trianguli” Valla; auch der Schluss
ist in derselben Weise verstümmelt.
Bessere Lesarten bietet die
Handschrift Valla’s an folgenden Stellen: 13 p. 175, 19 scheint sie
nicht die Worte tpiaxdcia Öydonkovra mévte gehabt zu haben (‘totidem fidelias comprehendit id uas’); 32 p. 181, 13: “multiplica in
3’ Valla (1° om. MB); 35 p. 182, 12, wo B eine Lticke hat, giebt
Valla vollständig: ‘fac 30 in se. fiunt 900. horum / est 300. et
20 in sese faciunt 400’; 39 p. 186, 6: mapadAnAou Emmedou codd.,
aber Valla hat richtig: “parallelepipedi”. Abweichende Lesarten,
ohne jedoch einen befriedigenden Sinn zu geben, hat sie z. B. 21
Jahrb. f. class. Philol. Suppl. Bd. XII.
Seite 21
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)p. 177, 10 gehabt: ‘fac ita, si crassitudinem uelis. maior crassitudo
in sese est 2”, und 31 v. 180, 8: ‘oppone soli uirgam rectam minimeque incuruam’ oder p. 180, 16: ‘tametsi differunt uerum tamen ut
uirga ad suam habet umbram’. Daraus, dass Valla auch hier mehrere
Capitel vorbeigeht, darf man, wie schon öfters bemerkt, auf die-Handschrift keinen Schluss ziehen wollen (es fehlen von Stereom. II die
Capitel 14—20, 22—23, 27, 29—30 und 33).
Was die Data des Eukleides betrifft, die XI 20 excerpiert sind,
will ich nur darauf aufmerksam machen, dass auch Valla’s Handschrifi
die von Xylander lateinisch herausgegebenen, kurzen und wenig bedeutenden Scholien (mit abgedruckt in Hardy's Ausgabe) enthielt;
sie sind unmittelbar an den Worten Euklid’s hinten angeknüpft. Es
findet sich: Scholium 2 zu den Definitionen (p. 20 ed. Hardy); Scholium 1 zu Satz 10; weiter die Scholien zu Satz 24, a; 39; 40; 50;
52; 61 (beide); 67; 69. Aber Valla hatte diese Scholien in einer
ausführlicheren Gestalt; denn er giebt zweimal Scholien, die sich bei
Xylander nicht finden, nämlich zu Satz 58 folgendes: ‘Nam quoniam
ac ipsi ipsi (!) cf est aequalis, commune ponatur cd. totum igitur
kd ipsi ak est aequale, quoniam etiam ae ipsi ed aequalis. bifariam
namque secta est; et dk igitur ipsi bf ut commune ponatur kb. totum
igitur ac ipsi gnomoni est aequale, hoc est ipsi be et bf. item commune ponatur kh. ipsa ac kh aequalia sunt ipsi ef”; zu Satz 78 hat
er folgendes Scholium: “nam sicut fg ipsi eg ratio est data, ita
igitur ipsius ed ad eg ratio data. proinde ob hoc ipsius ce ad eh
ratio est data per conuersionem primae 7 libri elementorum’.
Bemerkenswerth scheint nur noch, dass Valla Satz 74 zwischen
77 und 78 stellt. Der Schluss des 90. Satzes hat eine abweichende
Form; denn p. 170, 4 (ed. Hardy) übersetzt er: ‘quoniam datus est
qui sub bac angulus estque ipsius duplus qui sub bac’(!), und
p. 170, 12: “datum igitur est de. positione igitur etiam abc circulus.
datum igitur est c punctum’. Uebrigens sind die Data nur sttickweise benutzt; es fehlen, ausser den GAAwc zu Satz 34, 67 und 80,
die Sätze 15—16, 18—23, 27—28, 30, 32—33, 35—38, 41—42,
44—46, 49, 51, 53—54, 56— 57, 59, 62—66, 68, 70, 78, 82—
84, 86—88, 92—95.
Die Auszüge aus der Optik des Eukleides zeigen einige bemerkenswerthe Abweichungen von unserer Ueberlieferung; namentlich findet sich nach Satz 10 folgender Satz, der in unsern Ausgaben
der Optik gänzlich fehlt: ‘magnitudinis spectatae superficiei uisae
latitudinem, quantacunque fuerit, inuenire’ (es folgt der Beweis).
Auch hat Valla Satz 60—61 in einem vereint; danach folgt dann
erst Saiz 56 in doppelter Fassung, sodann Satz 57 und ein nicht
erkennbares Bruchstück. Von den in der Ausgabe des Gregorius
herausgegebenen Scholien hat Valla die beiden Scholien zu Satz 1
und 4 und das erste zu Satz 6; das Scholium zu Satz 2 fehlt bei
ihm, während er etwas ähnliches gelesen hat, wie ms. Savilianus
Seite 22
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)(Gregorius p. 606 not. 1), der auch jenes längere Scholium nicht
hat; denn am Schluss hat er: ‘nam quoniam qui radii in ed prociderunt extra kl erunt non ipsi triangulo incidentes kl et perinde a
pluribus spectatur cd’. Aber ausserdem scheint er noch andere
Scholien gehabt zu haben; denn die Sätze 19, 20, 21, 22, 23 und
36 erscheinen bei ihm mit bedeutenden Erweiterungen, die ganz den
Charakter von Scholien tragen; ich will hier nur ganz kurz die Anfänge dieser Zusätze angeben: zu Satz 19: ‘mechanica ratione hoc
modo” und weiter unten: “aliter quoque per astrolabum possis perspicere’; zu 20: ‘mechanici autem hoc modo’; zu 21: ‘mechanici hoc
modo’; zu 22: ‘Sane ad connexam circumferentiam incidentibus rectis
lineis’ (hier fehlt dagegen der Beweis des Pappos, den Gregorius
hat); zu 23: ‘Sane uterque ad h angulus rectus colligetur esse; nos
igitur hoc modo’; zu 36 (im Anfang): “non dubium sane est, quin
non omnes omnibus diametri aequales ... aequalis proposito plano
fa’. Abweichend ist auch die Gestalt des 20. Satzes: ‘quantitatem
datam est nosse quanta sit deiectu ac profunditate’; Gregorius hat
nur: TO doBëv Badoc Émyvdvar rnAikov écti; der Beweis ist aber
derselbe, der oben erwähnte Zusatz ausgenommen.
Es fehlen von der Optik die Sätze 5, 7—9, 11, 15—17, 25,
30—32, 34, 37—51, 56—59.
Die Katoptrik ist ebenfalls nur theilweise aufgenommen (XV 2;
die Optik steht XV 3); es fehlen die Sätze 7 (von dem zweiten Beweis an)—9, 11, 14—15, 18, 20—22, 26, 28—29. Von bedeutenden Abweichungen habe ich nur eine bemerkt, nämlich in Satz 5:
Gregorius.
°
"Ev toic koiXorc évérrtpoic Av
Valla.
Si rursus in cauis speculis ad
éni tic mepipepeiac À êvròc Thc | centrum uel in circumferentia
nepipepeiac Orc duua, TOÛT' | uel extra circumferentiam positus
écti uetazù tod xévtpou Kai Tñc | oculus hoc est inter centrum et
Tepipepeiac.
circumferentiam.
Am Schluss der Vorbemerkungen (paıvöneva bei Gregorius)
zur Katoptrik hat Valla einige nicht unwichtige Notizen, deren Quelle
ich nicht habe entdecken können. Bis das geschieht, glaube ich, dass
Valla hier in seiner Handschrift ein aus alter Quelle stammendes
Scholium hatte. Nach dem letzten paıvönevov: ‘Si in uas iniectum
sit quidpiam et caeperit interuallum, ut neutiquam uideatur eodem
existente interuallo si aqua infundatur iniectum, tum demum spectabitur’ folgt unmittelbar: ‘Diximus sane centrum sphaerae ac non centrum speculi’ etc. Nach einem Citat aus Theodosius’ cpaipiká folgt
weiter unten vor Satz 1, aber auf die dazu gehörende Figur sich
beziehend:
‘Sane Archimedes inquit, quod f angulus ipsi e aut aequalis
est aut minor aut maior. sit sane prius maior f quam e. Ponatur
itaque oculus d et ab oculo rursus refringatur in rem uisam b. erit
igitur e angulus maior quam f. Atqui erat minor, quod plane ab26*
Seite 23
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)surdum est, uel quod ceratoides angulus omni angulo minor uel si
a centro iungamus ad contactum totus qui est sub kl aequalis erit
qui semicirculi ei qui est semicirculi aequalis superimpositus et ei accommodatus. Reliquus igitur A ipsi
ml aequalis, sumpto e non amplius spectatur spectatum, quod plane extrorsus spectatur d, censetur uero
spectari in coincidentia. ipso e sumpto non amplius
‘d.. à
spectatur spectatum quod est d, quod certe spectatur
in loco e regione posito ipsius b. apparens autem in coincidentia’.
Wenn auch dieses bis zur Unverständlichkeit verstümmelt und verworren ist, so viel lässt sich doch deutlich erkennen, dass wir hier
ein Fragment von der Katoptrik des Archimedes haben; nur lässt es
a
c
\
n aA
YN
sich nicht mit Sicherheit bestimmen, wie viel von dem angeführten
dem Archimedes zuzuschreiben ist. Ueber seine Katoptrik besitzen
wir auch sonst Nachrichten (Quaest. Arch. p. 33), aber dieses Fragment (dass ein Strahl sich unter gleichen Winkeln bricht) ist, soviel
mir bekannt, neu; das bei Theon aufbewahrte geht nur auf die Strahlbrechung im Allgemeinen hinaus.
Zu Proklos habe ich die umfangreichen und zerstreuten Excerpte
des Valla nicht vollständig verglichen; so viel ich bemerkt habe,
weicht er nicht bedeutend von unserem Text ab, und seine Uebersetzungen verlieren an Werth dadurch, dass er vieles, sowohl ganze
Sätze als einzelne Worte, willkürlich weglüsst, so auf p. 8 ed. Friedlein Lin. 11—12: xaì dpiOuotc ... dvogoiouc, Lin. 12: dvapaivetor, Lin. 13—14: TÔV uév ... duvacrevouevwv, Lin. 17—20: Kai
TpocTncapevoc ... Katapaiveran. Von Einzelheiten sei es angemerkt,
dass er p. 12, 16—17 übersetzt: ‘in iis siquidem multo maiore opus
est examine”; p. 14, 25 hat er ‘formis’, wie Zamberti, Barocius und
ed. princeps; p. 16, 16 giebt er ‘inspiciens’ (iduwv ed. pr.); Lin. 24
hat er mit Barocius ‘animales’; p. 17, 23 wie ed. pr. (ua@ngaTik@v
st. waOnudtwv) “mathematicarum’; auch p. 20, 21 stimmt er mit
ed. pr. wépuxe; denn er fügt ‘solet” hinzu; p. 33, 10 hat er, wie
unsere Quellen, sinnlos ‘per se accidens’; p. 65, 12 hat er ‘Ameristus’. Weil man in Handschriften der Elemente, die mit Scholien
versehen sind, oft zum I. Buch Excerpte aus Proklos findet, könnte
man glauben, Valla habe nach einer derartigen Vorlage gearbeitet;
das ist aber deshalb unwahrscheinlich, weil Proklos auch ausserhalb
der das I. Buch der Elem. enthaltenden Capitel benutzt ist (s. das
Quellenverz.).
Diejenige Handschrift von den Elementen Euklids, welche Valla’s
Uebersetzungen zu Grunde liegt, verdient mehrfach Beachtung. Erstens
ist zu bemerken, dass er durchgängig die Sätze Euklids, nachdem
er die euklidischen Beweise vorgetragen hat, in Zahlen tibersetat,
‘der Deutlichkeit wegen’, wie er meistens hinzusetzt; diese Zahlenbeweise rühren gewiss nicht von ihm selbst her; denn von dem dazu
erforderlichen Verständniss der euklidischen Sätze kann bei Valla
Seite 24
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)nicht die Rede sein. Aber auch sonst enthielt seine Handschrift
viele Scholien und Lemmata. Einige derselben finden wir auch
anderswo wieder, namentlich bei Commandinus; die meisten aber
sind noch nicht herausgegeben.
Ich begnüge mich hier damit, eine Uebersicht der bei Valla
sich vorfindenden Scholien u. dgl. zu geben; genauere Auskunft über
dieselben hoffe ich später einmal bei Gelegenheit einer projectirten
Ausgabe der nicht unwichtigen Euklidscholien, die in zahlreichen
Handschriften vorliegen, geben zu können.
Zu II 3 ein neues Scholium XI 12.
Zu II 4 ein anderer Beweis, — August I p. 285.
Zu II 5 das Scholium des Commandinus tiber Gnomone, und
einige Erweiterungen.
.
Zu II 6 das Scholium des Commandinus.
Zu II 11 Commandinus, aber weitläuftiger.
Zu II 13 ebenfalls.
Zu V, def. 10 und 6 mit Zusätzen aus Heron. defin. 125 (“quod
ita Euclides nempe est, quod inquit Eratosthenes’ etc.). Valla XII 1.
Darauf folgt dann def. 11 (mit Scholium), def. 9 (ebenfalls), def. 5
und def. 1, diese mit dem Scholium des Commandinus; ebenso hat
Valla zu def. 3 dasselbe Scholium als Commandinus.
Zu V 4 ein Lemma, das Corollarium des Command.
Zu V 8 ein Scholium (neu); ebenso V 17.
Zu V 19 das Corollarium des Commandinus.
Zu VI 5 einiges aus dem Scholium bei August II p. 333.
Zu VI 20 dAdwc August I p. 288.
Zu VII 4 ein neues Scholium.
Zu X zu den Definitionen scheint er mehrere, eigene Scholien
gehabt zu haben, auch giebt er gleich zum Anfang die Spor devtepor
und Tpitor mit den Spoic mpwrorc zusammen, während er sie dann
später weglässt.
Zu X 1 hat Valla den von August gestrichenen Zusatz (II p. 354)
und das &AAwc, und dazu noch das Scholium des Commandinus,
aber in abweichender Fassung.
Zu X 5 das Scholium des Command. in anderer Form.
Zu X 9 den Anfang des Scholium des Command. (über Theaetet)
und einiges aus dem von Knoche p. 25 angeführten (nur ein Paar
Zeilen); ausserdem findet sich der zweite Beweis und der Beweis
des Corollariums (August II p. 282—83); endlich ein Scholium.
Zu X 10 hat er das dritte Lemma des Commandinus, aber mit
dem Schreibfehler ‘similes’ statt dissimiles.
Hinter X 10 hat Valla ein umfangreiches Stück mit der Ueberschrift: “de rationalibus et irrationalibus’, woraus ich nur folgende
Stelle heraushebe: ‘Pythagorei igitur propter continui in infinitum
diuisionem recte incommensurabilem inuenerunt et commensurabilem’.
Zu X 17 hat Valla das Lemma August II p. 19.
Seite 25
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Zu X 19 zwei Lemmata (Commandinus).
Zu X 21 Lemma 2 des Command. mit drei Beweisen.
Zu X 22 Lemma Command. und ein neues Scholium.
Zu X 33 ein neues Scholium.
Zu X 37 das Scholium des cod. Vatic. bei August II p. 289.
Zu X 38 ein neues Scholium über den Namen èk duo uécwv
Tpwrmn.
Zu X 39 Scholium Commandini.
Zu X 42 ausser den beiden Scholien und dem Lemma des
Commandinus noch ein neues Scholium. .
Zu X 43 ein neues Scholium.
Zu X45 hat folgende abweichende Fassung: ‘ex duabus mediis
gecunda ad punctum non dirimitur in nomina’. Der von August ergänzte Schluss lautet bei Valla: ‘quoniam non est eadem sed altera
alibi ac alibi diuisa in nomina nec eadem in alio et alio puncto nec
erat propositum aliam et aliam diuidi in nomina sed eandem in alio
ac alio puncto’.
Zu X 49 ein neues Scholium.
Zu X 54 fehlt das Lemma, und das zu X 60 gehörige findet
sich erweitert zu X 61.
Zu X 63 ein kurzes neues Scholium.
Zu X 71 das Scholium bei August II p. 292.
Zu X 72 ein kurzes Scholium (neu).
Zu X 74 die Ueberschrift: ‘secundus ordo aliorum, qui per ablationem’.
Zu X 117 August II p. 296—97 hat auch Valla und zwar mit
den beiden Beweisen. Dagegen fehlen von Buch X folgende Sätze:
2—4, 6—8, 11—17, 20, 25, 27, 29, 40—41, 44, 47, 77, 83, 84,
95—111, 112 das Porisma, 113—116.
Zu XII 2 das Lemma August II p. 202.
.
Zu XII 10 ein Scholium (neu).
Zu XII 17 das Corollarium August II p. 239 und der andere
Beweis August II p. 301.
Zu XIII 18 Schluss vielleicht ein Scholium; am Ende eine Bemerkung über die symbolische Bedeutung der platonischen Körper:
‘pyramis ignis. octahedron aer. cubus terra’ etc.
Ueber die zum Theil sehr kurzen Excerpte aus Apollonios, Serenos und die spiritalia des Herons?°) habe ich nichts hinzuzufügen,
und wende mich daher zu der letzten der von Valla benutzten
Quellen, dem Anatolios.
Von Anatolios besitzen wir, ausser dem kleinen Fragment bei
Fabricius: bibl. gr. II p. 275—77, einige Excerpte über die symbolische Bedeutung der zehn ersten Zahlen, aufbewahrt in den Theologumena arithmeticae (ed. Ast, Lipsiae 1817). Nun finden wir auch
30) In diesem Werke hat er prop. 65 Commandin. vor 64.
Seite 26
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)bei Valla einen Abschnitt, III 10—20, der folgende Ueberschrift hat:
‘de numeri denarii deque intra denarium numerum qui continentur
numerorum proprietate’. Dieses Stück stimmt weder mit den Excerpten aus den Theologumena des Nikomachos gleichen Inhalts bei
Photius: bibl. p. 142 —45 ed. Bekker, noch mit den uns überlieferten
Theologumena, noch mit dem hierher gehörigen Capitel bei Theon
Smyrnaeus (Expositio rerum mathematicarum ad legendum Platonem
utilium p. 99, 24 bis 106, 11 ed. Hiller: de numerorum proprietatibus), während es mit den erwähnten Fragmenten des Anatolios
zum Theil wörtlich tibereinstimmt.
Als Belege fiir die behauptete Uebereinstimmung will ich folgendes hierhersetzen:
Theologumena arithmeticae.
Valla.
P. 6: “Om ’AvaróMoc yoviv
adrnv (Tv povdda) pncì xadeîcôo kai ÜAnv we veu avtijc
un Svtoc undevöc &piOpod.
Cap. XI: monas — numeri
omnis prima et unde reliqui omnes
propagantur. Cum tamen ipsa
foetus expers esse recte dicatur,
quippe quae numerorum silua est,
ea siquidem perempta numerus
non est.
Cap. XI: Praeterea aiebant ad
elementorum quattuor medium
iacere quoddam profundum flagrans cubum cuius certe medie-
P. 7: mpôc TOUTOIC paci Tepì
TO uécov TWV Teccápwv CTOIxelwv keicdai tiva Évadikòv didTUPOV KÜBOV, OÙ TV MECOTNTO
tc Oéac Kai “Ounpov eidevaı- tatem situs?!) Homerum nosse
Aéyovra
Tóccov Evepd’ didoc, Scov oùpavöc &ct’ ard yainc.
*Eoixact dè KATI Ye Tadta KATnkoAovenké
vat Toîc TTuBayopeiotc
ot Te Tepì ’EutedoxAéa kai TTapueviònv Kai cxedöv oi Trheîcror
TÜV TAG COPWY, Pänevor TV
movadikhv púcuv ‘Ecriac tpdtrov
Ev pécw idpücôa Kai dia TO
icópporrov @uAäcceıv Tv avtiv
Edpav: Kai di Eùpuridnc, de
‘AvaEarópou yevógevoc pa@nTic,
OÙTW TAC Yfic uéuvnrar: éctiav
dé Ye où copoi BpoTwv vouilouciv.
putabant, cum inquit
Tumque inferna uidet longe
legata sub umbras
A terra quantum fugerunt sydera caeli.
In hac parte pythagoricos secuti
uidentur qui Empedoclis et Parmenidis fuere studiosi ac certe
priscorum philosophorum quam
plurimi, quippe quod unitatis
naturam in uestae modum in medio constitui eamque sedem propter aequale libramentum custodiri dixerunt. Quin et Euripaedes
qui Anaxagori discipulus fuit hoc
modo terrae comminiscitur* sapientiores te putauerunt uestam.
31) Statt des jedenfalls corrupten 0éac scheint Valla Bécewc gelesen
zu haben, was wohl aufzunehmen ist.
Seite 27
Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)P. 7: "Avatodiou Tepì duddoc. |
Cap. XII. Dias ... composita
"Or f duàc cuvredeica ica
aequalem uim habet cum illo,
quod ab ea nascitur, huius siquidem compositio multiplicatioque
idem quod ille colligit, cum in
aliis multiplicatio compositione
dúvarar TÔ An’ aùtfic YLVOUÉVW”
fl yap cúvBecic TaúTnc Kai 6
moAAarAacıacuöc TOÔTO AUTO
moreî, frouv Tov bd’, Kaltoı Emi
Tv GAdwv 6 ToMatiaciacuòc i maior euadat. ... similem uirtuTC cuvôécewc peiZwv.
EikaZov
tibus facientes eam fortitudini
dt aùtiv Ev dperaîc dvòpeia: ; compararunt et perinde docaetolnpoBéBnke vàp dn emi mpazw, i mon”), dicamus nos andaculam,
d10 Kai TO av KG OUV Kai Ópurv. | uocitarunt et commotionem.
P. 14: ’AvatoMiou*
:
Cap. XIII: — primusque est
“On ó Tpia mpwroc Tepiccòc impar numerus, qui a nonnullis
xadeîtar Um’ éviwv TÉheroc, Str
npWToc Ta mévta cnuatverau
äpxñv Kai uécov Kai TÉ\oc. Ta
ëEaicia and Taúrnc CEUVUVOVTEC
kakoüct TpicoÂBiouc, Tpicuákapac’ eùxaì Kai crovdai Tpic Yi-
VOVTOL. |
finis appellatur, quod primo omnia
significet, principium et media
et finem. praeterea hoc decorare,
hoc solemus uenerari cum dicimus
ter beatos [uicissimque detestari
abominarique ut triscuria patriciorum].*°) hoc numero preces,
hoc
numero
sacrificia
fiebant
[die?*) aduentante, meridie et sole
abeunte].
P. 65: *Avaroliou:
‘H dekàc yevväraı duväneı EE
ápriou Kai mepiccod* TTEVTÄKIC
yap duo déka. Kúkhoc écti mavtoc dpiduoò Kai Trepac. Trepi
aùròv yap eiloüpevor Kal dvaKGUTTOVTEC ÜCTEP KauTTHpa doMyevouci.
“Ott ópoc écti Tñc
Cap. XX: decas potentia gignitur ex pari et impari, siquidem
quinquies duo decem. omnis numeri circulus est ac finis. circum
namque ipsum conuersi ac refleri
per decussionem quandam producuntur. est praeterea numerorum infinitatis terminus ......
aneipiac Tv âpiBu@v. Kakeîror Vocatur autem decas fortitudo et
dè Kpdtoc Kai Travréheia.
| consummatio.
Nach diesen Stellen, die mit leichter Mühe sehr vermehrt werden können, ist es wohl ausser Zweifel gesetzt, dass Valla den Anatolios benutzt hat, so dass wir auch dasjenige bei Valla, was sich
in den Theologumenis nicht findet, derselben Quelle zuschreiben
dürfen. Bei aller Uebereinstimmung bleiben nämlich nicht wenige
Verschiedenheiten zurück, sowohl so, dass wir bei Valla etwas finden,
das in den Excerpten der Theologumena nicht steht, also auch umgekehrt. Hierbei ist aber zu bedenken, einmal dass die Theologumena eben nur Excerpte bieten, zweitens dass auch Valla entweder
%) Offenbar nur ein alberner Schreib- oder Lesefehler für diò xal
zóhuav. — **) Vallas eigene Zuthat aus Juvenal VIII 190. — **) Eigene
uthat.
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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)selbst aus Anatolios, wie aus seinen übrigen Quellen, sporadische
Auszüge machte, oder, was mir wahrscheinlicher ist, nach einer
Handschrift arbeitete, die nur Excerpte aus Anatolios enthielt. —
Schliesslich will ich nur noch eine Uebersicht des Verhältnisses
zwischen den beiden Quellen geben.
Valla III 10, tiber die zehn ersten Zahlen überhaupt, findet
sich nicht in den Theologumenis; ich hebe folgende Stelle aus: “illud
autem primo ducimus admonendum, pythagoreos ad numerum denarium prorsus cuncta conuocasse, quando quidem supra denarium
nullus iam numerus, sed numeri omnis aceruus est nobis ad unitatem semper redeuntibus decademque instaurando complentibus. caeterum quod ex quaternario decas constet, quaternarium in primis et
obseruarunt et coluerunt’.
Valla IIT 11 = Theolog.p. 6, 19 Sti — 21 GprOpod (etwas
abweichend), dann ein in den Theolog. nicht vorkommendes Stück,
darauf Theolog. p. 6, 27 611 — 28 Evi, dann p. 6, 28 év — 29 ev
ausführlicher, endlich p. 6, 29 ExdAouv — p. 7, 16 äp@uoûc (mit
vielen Fehlern).
Valla III 12 nach einem neuen (kurzen) Stück Theolog. p. 7, 30
611 — p. 8, 5 dvadoyig; endlich p. 8, 6—7 etwas abweichend.
Valla III 13 nach den Worten: ‘trias fit cum dyade coeunte
unitate’ folgt Theolog. p. 14, 23 ötı — 27 yivovraı; dann nach
der Wiederholung: ‘primus nobis indicat principium medium et finem’
Theolog. p. 14, 27 eikwv éctiv émimédou, p. 14, 28 Kal mpwrou —
31 tpia, p. 14, 31 elkaZov — 33 èMeiwewc, p. 14, 33 &ı — 35
GprOudc, mit eingeschobenen Ergänzungen.
Valla III 14 = Theolog. p. 23, 15 xadeitaı — 20 éAdttwv,
p. 23, 21 npütn — 23 cÒua, p. 23, 23 npWToc — 28 TÉccapec,
p. 23, 28 &AAoı — p. 24, 6 cuupwvia mit Einschiebseln und einer
Schlussbemerkung, die wenigstens zum Theil Valla selbst zuzuschreiben ist.
Valla III 15: de pentade hat nichts entsprechendes in den
Theolog.
Valla III 16 = Theol. p. 33, 2 ñ éEác — 22 & (sehr fehlerhaft); Schlussbemerkung.
Valla III 17 = Theol. p. 41, 30 Ótt — uovädoc (abweichend);
p. 41, 31 cuvredeic — TeXeıov, p. 41, 32 dnd — p. 42, 3 ye’;
p. 42, 3 &rı — 12 mAavntec ‘Ent; D. 42,12 énta Spey _
13 créav, p. 42, 13 kivñceic — 15 KÜKA OI, p. 42, 15 TTAátwv —
16 yuxnv, p. 42, 18 hAıkiaı — 28 yépwv (abweichend), mit Einschiebseln, wovon wenigstens eins, ein Citat aus Terpander (fr. 5
Bergk), von Valla herrührt, wie das aus Vergil III 14 und aus
Juvenal III 13 (s. oben).
Valla III 18: nach den Worten ‘ogdoas primus cubus’ folgt.
Theol. p. 55, 35 h — Édpacuo, p. 56, 1 crépua — 2 diptioc, p. 56,2
terpddı — 7 pnciv (im Anfang fehlerhaft), mit Einschiebseln.
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Im PDF ansehen(öffnet in einem neuen Fenster)Zu Valla III 19: de ennade haben die Theolog. nichts entsprechendes.
Valla III 20 = Theol. p. 63, 24 fi — 28 dpi@udv, p. 63, 28
xadeitor — 32 Kakoü, p. 63, 32 ti — 34 0; p. 63, 34 in —
p. 64, 12 Entankäcıov, p. 64, 14 éEác — 18 B’, p. 64, 19 Err —
27 éctiv (etwas abweichend), mit eingeschobenen Stellen und einer
Schlussbemerkung, die von Valla selbst, wenigstens zum Theil, herrührt; sie enthält ein Citat aus Aristoteles und eine Bemerkung
gegen ‘Petrus Ebanus’(?). — In der Münchener Hds. Nr. 384 (Hardt
I° p. 197) findet sich: "Avatodiou mepi dexddoc kai TÜV Evröc aùrfic
ápr0udv, was wohl bei der Uebereinstimmung der Titel (s. oben
p. 399) das von Valla übersetzte Schriftchen sein wird.%),
15) Hardt sagt a. O., dass die Abhandlung des Anatolios nach Fabricius bibl. Gr. IV p. 9 zu Paris 1543. 4. erschienen ist. Hiermit sind die
Theologumena gemeint, die jedoch, wie gesagt, nur Fragmente aus
Anatolius enthalten.