Antonius Diogenes

Author
Merkelbach, R.
Published in
Roman und Mysterium in der Antike
Year
1962
Subject
ANTONIUS
Language
Deutsch
Category
C6 Language & literature
Archive number
1160

Open PDF(opens in a new window)

Show full text5 pages

Page 1

View in PDF(opens in a new window)
MEXKELMACH, Roman und Rollins tion. 1963. M 3 à . ysterium in der Antike. Eine Untersuchung zur antiken KELB ACH, R. Fe y Dy E23 ANTONIUS DIOGENES „Die wunderbaren Abenteuer jenseits von Thule“ (cà rie Oury ANTONIUS DIOGENES blz 225 133 &muota) sind cin pythagoreischer Roman, Dies ist besonders von Karl Bürger mit aller Deutlichkeit ausgesprochen worden.! Leider besitzen „Die wunderbaren Abenteuer jenseits von Thule“ (+z 3=:3 Oo» irta) sind ein pythagoreicher Roman. Dies ist besonders von Karl wir nur einen sehr knappen und verworrenen Auszug des Photios.* So Moment alle. Midst: aussage pre HOSE ORDNEN WORGEN. können wir uns nur ein ehr unvollständigen Bild von diesem Roman machen. Wir erkennen die allgemeinen Umrisse der Handlung, die Min- U Studien zur Geschichte des pmechischen Roman: 11. Teil: Die fitersturgearhichtliche Stellung des Antumu» Divgene- und der Historia Apollonu, Programm Blankenzelheiten entgehen une Cast überall. Dio Beziehungen der MHandluug zu | der pythagoreischen Mysterienlehre sind nicht in allen Punkten mit burg 1903. Wichtige Hinweise steben schon bei Rohde. voller Sicherheit zu ermitteln. Ich werde jeweils kurz angeben, in welcher Richtung die mystische Bedeutung der einzelnen Romanepisoden | zu suchen ist. Einleitend ist es nötig, einige mystische Lehren der Pythagoreer kurz durzustellen. In der pythagoreisch beeintlubten Schrift des Plutarch „Über das Gesicht im Mond“ (cap. 28 ff. p. 943 A) lehrt der Karthager Sulla,? der Mensch bestehe aus drei Teilen, dem Körper, der Seele (74) und dem Geist (vodc).* Der Geist stammt von der Sonne, die Seele vom Monde, der Körper von der Erde. Der Geist steigt von der Sonne zum Mond hernieder und umgibt sich dort mit der Mondsubstanz, der Seele; die Seele steigt zur Erde und schafft sich aus der Erdsubstanz den Kérper.® Das Streben der Seele geht danach, zum Mond, dus des Geistes, zur Sonne zurückzukehren. Aber der Aufstieg ist schwer. Nur mit Mühe — —— — 1— ! Studien zur Geschichte des griechischen Romans 11. Teil: Die literaturgeschichtliche Stellung des Antonius Diogenes und der Historia Apolloni, Programm Blankenburg 1903. Wichtige Hinweise stehen schon bei Rohde. 3 Ein Papyrusfragment (Pap. Soc. It. 1177) ergibt für unsere Zwecke nichts. Die allgemeine Art der Erzählung hat Lukian in den „Wahren Erzühlungen” parodiert (s. Boll, Philol. 66, 1907, 1 IT.). Der pythagoreische Kern ist sehr kenntlich in den Auszügen aus Antonius Diogenes, welche in der Pyihagvrasbingraphie des Porphyno» stehen (10-14,32-36,44); vgl. Rohde 253, 2. In der früheren Abhandlung (Kl. Schr. 1 126) hatte Rohde $ 10-17 und 32-45 dem Antonius Diogenes zugewiesen, worauf Hans Jäger wieder zuruckkam: Die Quellen des Porphyrios in seiner Pythagoras- | biographie, Diss, Zürich 1919, 36 (E. und 43 1, 2 Der Mythos des Sulla bietet die dornigsten Probleme, vgl. Heinze, Nenokrates (Leipzig 1892) 123 IT. Norden, Komm. zu Vergils Aoneis VI, 5. 24 IT. Reinhardt, Kosmos und Sympathie 313 I. und R. E. XXI 782 IT. Ich kann mich auf die Grundzüge beschrünken, über die schon Bachofen (Werke VII 30 IT.) gehandelt hat. * Die Dreiteilung nach Platon, Tim. 30 B. 3 Vgl. anch De genio Socratis 21 p. 591 H. Merkelhach

Page 2

View in PDF(opens in a new window)
gelangt die nach dem Tod vom Kérper gelüste Seele zum Mond zurück. Sulla beruft sich für seine Erzählung einerseits auf den Bericht eines Mannes, der von der Kronosinsel des Wissens halber zur Erde gereist ist (cap. 26 p. 942 BC, cap. 31 p. 945 D), andererseits auf ein altes heiliges Buch, das in Karthago ausgegraben worden war, wo man den Kronos von altersher chrte. Der karthagische Buul-Moloch, der wie Kronos Kinder fraß, hatte als Himmelsgott auch nahe Beziehungen zu Sie muß in der Luftregion, welche von den späteren Pythagoreern dem Hades gleichgesetzt wird,! für ihre Verfehlungen während des Erdenlebens büßen. Munche Seelen stürzen wieder zur Erde nieder, Auf dem Mond findet dann das Totengericht statt. Wer es besteht, dessen Geist kann sich von der Seele trennen und durch die elysische Region, den Luftraum oberhulb des Mondes, zur Sonnenheimat zurückkehren? Die hier skizzierte mythisch-astronomische Theorie wiederholt sich auf geographischer Ebene, Wenn man von unserer Erde nordwärts führt, kommt man nach Sulla zu einem großen Kontinent. Wir dürfen ihn Thule nennen. Dort leben Griechen, welche mit Kronos und »päter mit Herakles® dorthin gekommen sind. Von Thule fährt alle 30 Jahre eine Expedition nach Norden, durchquert das Gebiet der ewigen Nacht und kommt nach mancherlei Mühen auf der Kronosinsel an, im Elysium. Dort lebt man ohne jede Mühe, in lindem Klima, in vollem Glück.4 Helios. Der Roman des Antonius Diogenes zeigt manche Ähnlichkeit zum Mythos des Karthagers Sulla. Antonius Diogenes beruft sich wie Sulla auf ein altes Buch, das zufällig gefunden wurde («,5,232); er fabelt über Thule, den Mond und die Sonne; seine Helden stammen aus Tyros, der Mutterstadt Karthagos, einer Stadt mit altem Kult des Baal-Kronos. Die auf einer Insel gelegene Stadt mit dem Kult des Kronos und MelkartHerakles! ist bei Antonius Diogenes überhaupt ein Symbol der Kronosinsel, des Elysiums.? Nur wenige geliistet es, von dort wieder zurückzukehren. Thule entspricht dem Mond, die Kronosinsel der Sonne in der astronomischen Theorie. Diese mythischen Lehren sind im Mysterienkult zur Darstellung gebracht worden. Die Erzählung des Sulla spielt verschiedentlich auf die Mysterien an, Ich führe nur eine Stelle un. Wenn es den Seelen gelingt, den Hades (den Luftraum zwischen Erde und Mond) zu durchqueren und den Mond zu erreichen, „sind sie gleichsam aus der Verbunnung in die Heimat zurückgekehrt und empfinden eine Freude, wie sie die Initianden haben, eine Freude, die mit Schrecken und Furcht vermischt ist und süße Hoffnung birgt*,® Schrecken und Freude, Verbannung und Heimkehr und Hoffnung sind Vokabeln der Mysteriensprache. 2 Wir botruchten nun don Inhalt des Romans, Dabei benchränke ieh mich auf ein knappes Referat, dus die wichtigsten Punkte hervorhebt; ausführlichere Darstellungen haben Rohde und Bürger gegeben. Derkyllis und ihr Bruder Muntinias stammen aus vornehmen tyrischen Geschlecht. Ein ügyptischer Zauberer Paupis mußte aus der Heimat fliehen und wohnt im Hause der Geschwister. Er versenkt ihre Eltern in einen todähnlichen Schlaf unter Mithilfe der Kinder, denen er vorgespiegelt hatte, dies sei zum Besten der Eltern. So werden Derkyllis und Mantinias schuldlos in Sünde verstrickt. Sie müssen aus der Heimat fliehen. — Diese Episode symbolisiert den Sturz der Seele aus der himmlischen Heimat in unsere Welt, Ob ınan die Heimat Insel des Kronos (Elysium) oder Sonne (rayaddy) nennt, ist gleichgültig. Beides entspricht pythagoreischer Lehre, Daß die auf der Erde ’ Vgl. Cumont, Lux Perpetua 208 ff, * Vel. lamblich, vit. Pyth. 82 + torw al paxdpwv viet; Hog xal ackhvn. * Auf dem Weg zu den Göttern, s, Varro (Serv. zu Verg. Georg. 1 34) nach Herakleides Pontikos (fr. 94 Wehrli), * Die Vorstellung ist lebenden Menschen fern von ihrer Heimat sind, ist eine alte Vorstellung. So träumte Sokrates drei Tage vor seinem Tod, daß eine Frau in weißem Gewand zu ihm trat und die Homerverse sprach: „Am dritten Tag altpythagoreisch-orphisch, s. Pindar, Ol. 11 61M. (70 Erevhav Arts 686v mapa Kpévou túpow) und fr. 129, Diodor 11 47 berichtet von der Insel der Hyperboreer, von der aus man den Mond in geringer Entfernung sehen könne. - Vel. auch die Insel Acoxy im Schwurzen Meer, auf der Achill haust (Pind. Nem. IV 49). Leonymos von Kroton soll dorthin gereist sein (Pausun, INI 19, LUE; Hinweise von W. Burkert). * Plut., de fucie 28 p.943 € olov & dro8yplag avaxopitéipevat quyaBixTg els rarplda yebuvrar yapäg, olay ol reAobpevor padtora Doptfion xal trofei auyxexpatvn per darling hBclac Éyovar - Aufschlußreich sind Parallelen im Pinax des Kebes (pythugorrische Mysterien) zum Mythos des Sulla (Rolle des Kronos; Bekrünzung der Mysten; Region der Seligen und ihr Philosophieren; Strafen der Sünder). -Schrecken und dann wieder Lachen bei der Katabuwin in die Trophonioshöhle zu Lebudeia : Pausanias IX 39, 13. — S. ferner Aclius Aristides or. 40, 28 pp. 401, 4 Keil, ’ Vgl. S.116 und 162. Es gibt tyrische Münzen mit der Legende AMBPOXIE HAITPE (dufpóorar réxpar), s. British Museum Catalogue of the Greek Coins of Phoenicia, Tyrus Nr. 429 und 430, Tafel 33, 14/5. 2 Pythagoras selbst war nach Neanthes (F. Gr. Hist. 64.129 — Porphyr. Vit. Pyth. 1 und Clemens, Strom. 1 62) ein Syrer aus Tyros; vielleicht wegen des Vogeturiunismiun der Syrer (Neunthes 84 F 32 Porph. de abst. IV 15). Hinweise von W, Burkert.

Page 3

View in PDF(opens in a new window)
wiest du in Phthia (der Heimat Achills) ankommen‘ (Platon, Kriton 44 B). Aristoteles erzühlte im Eudemos, dem Kyprier Eudemos sei ein Jüngling im Traum erschienen und habe ihm prophezeit, er werde in 5 Jahren in seine Heimat zurückkehren. Eudemos habe das auf die Rückkehr nach Zypern gedeutet; er sei aber nach Ablauf der 5 Juhre bei den Kämpfen auf Sizilien gefallen. Im Protreptikos hieß es geradezu: „Einst, wenn wir uns wieder dorthin retten können, von wo wir ge- 22% Derkyllis flieht nach Italien und Sizilien. Beim Berg Eryx wird sie gefangengenommen und vor Ainesidemos geführt, den Tyrannen von Leontinoi. Bei diesem befindet sich unglücklicherweise der böse Puapis.! Inzwischen hat auch Mantinias lange Irrfahrten überstanden, viele wunderbare Menschen und Tiere gesehen und ist bis zum Mond und der Sonne gekommen, — Die Reise zum Mond kam ebenfalls einer Hadeskommen sind.‘*2 reise gleich, wie wir oben erörtert haben. Diese Partie spielt auf ein Auf ihrer Irrfahrt kommen Derkyllis und Mantinias über Rhodos, Kreta und Etrurien zu den Kimmeriern und steigen dort zum Hades hinab. Dort belehrt ihre verstorbene Dienerin Myrto sie über die Dinge Mysterienritual an, welches die Reise der Seele nach dem Tode vorwegin der Unterwelt. — Diese Episode entspricht einer Weihe. Pythagoras nimmt. Die Reise zum Mond und zur Sonne hat Lukian parodiert (Ver. Hist., besonders I 10 12). Zurückgekehrt trifft Mantinias die Schwester Derkyllis.* Sie nehmen soll selbst zum Hades hinabgestiegen sein. dem Paapis seinen Ranzen mit den Zauberbüchern und den Kasten mit Die Geschwister werden nun voneinander getrennt.4 Derkylli s reist weiter in Gesellschaft des Astraios und Keryllos. Astraios war ein Adoptivbruder des Pythagoras und erzählt viel von dem verstorb enen seinen Zauberpflanzen weg und fliehen über Rbegion nach Metapont, dem Hauptsitz des pythagoreischen Bundes. Dort treffen sie auch Meister. — Derkyllis ist nun offenbar in den Bund der Pythugoreer aufgenommen. Sie kommen durch Iberien® ins Land der Kelten, Aquitunen, Artubrer und nach Asturien und erleben viele merkwürdige Abenteue r. Keryllos wird schließlich zur Sühne für ein altes Vergehen® getötet, Derkyllis und Astraios geraten in die größte Gefahr und müssen sich trennen, werden aber wider Erwarten gerettet. — Vermutlich ist Astraios wieder und erfahren, daß Paapis sie verfolgt. Sie fliehen mit Astraios zu den Thrakern und Geten. Dort treflen sie Zumolxis, den Freund des Pythagoras, der schon wie ein Gott verehrt wird. Er prophezeit den Geschwistern: Es ist ihnen bestimmt, nach Thule zu kommen und später die Heimat wiederzusehen, Vorher aber müssen sie viel ertragen, zur Sühne für den Frevel gegen ihre Eltern, den sie freilich nicht beabsichtigt hutten, Sie werden nur nacht» leben, tags aber wie tot daliegen und so dus Leid, das sie ihren Eltern zufügten, Keryllos als stellvertretendes Opfer für Derkyllis gestorbe n. Die Retdurch ein ühnlichen Leid sühnen. - tung wider Erwarten kennen wir als ein Mysterienmotiv.? Astraios und Zamolxis weisen den Geschwistern den Weg, auf dem sie ' Cicero, de divinatione 1 25, 52; Walzer, Aristotelis dialogorum frugmentu * lamblich, Protrept. 12 p. 60, 13 Pist. = Walzer p. 60 dv SÉ more Gudiva ride Sev Dear. Vel. Jaeger, Aristotel es 101, 3. Heiligen ihre Verfehlung büßen können, Die Prophezeiung des Zumolxis erinnert p. 8. Buy Vier schr an das Orakel, welches den Roman des Heliodor beherrscht (unten S. 240). Beidemale gebietet das Orukel, aus unserer Welt in ein besseres 2 Hieronymus von Rhodes bei Diog. Luert, VIII 21, vgl. 4; 14; 4) (Hermipp); Tortullian, de anima 28; Schol. Soph. EI, 62. Unter dem Namen des Pythagoreers Kerkops gab es eine Kutubusis. * Vgl. die Trennung der Churiklea und des Theagenes nach ihrem Aufenthalt Mysterienhöhle bei Heliodor (S. 263). Die pythagorcischen in der | . Hier fügt Astraios den Feinden der Iberer durch sein Flötenspiel Schaden zu. Jenseits (Thule, das Sonnenland Äthiopien) zu fliehen. Astraios bleibt bei Zamolxis; die Geschwister kommen nach weiteren Abenteuern nach Thule. Dort holt ihr Verfolger Paapis sie ein, spuckt ihnen ins Gesicht und versenkt sie so in den totenähnlichen Tages- Seine Zauberllöte gemahnt an Orpheus. Die Verwandts chaft der Orphiker mit den schlummer, der ihnen vorausgesagt worden war, Nur nachts leben sie * $5 tiv dixyv..., Av dbuchuatos madaroÚ parade Erbyyavev, obx äréguyev. ! Vermutlich ist Derkyllis vor dem Tyrunuen so furchtlos aufgetreten wie sich das für Pythagorcer geziemto. Vgl. lamblich, Vit. Pyth. 215-221 (Pythagoras und Aburis des Photios aus der vor Phalaris, aus Apollonios); 189-194 (Myllias und ‘Timycha, aus Neanthes-Niko- Pythagoreern ist bekannt. Mun erinnert sich an dus rahabv mévbos bei Pindar (fr, 133). : ’ Bezeichnend ist uuch die Lehre, welche man nach Meinung Lektüre dieses Romuns ziehen kann ($ 14): Lori 8b dv abruic xal padtora ,,, dun tia Wotan Yprayımrara, Ev tv Gti tov &Btxhanvré re, eddy puprdxte tupuyeiv Sin, elaáye: rávros dixnv bedwxtvat, xal debrepov bre muddubs dvatrtove, Éyyds pueyddon Yeyoveras ab, map’ danlbag Bela rod Buaxawbévrac. Vel. oben S. 98. machos); 234-236 (Damon und Phintias, aus Aristoxenos [fr. 31 Wehrli]-Nikomuchos); Philostrat, vit. Apoll, 1 20 ff, und VII/VILI (Hinweise von W. Burkert), 2 Sie haben vermutlich beim Scheiden verabredet, sich im Land der Pythagoreer wieder zu treffen,

Page 4

View in PDF(opens in a new window)
auf, Ein Thulite Thruscanus, der Derkyllis wie tot niedersi nken sicht tötet Paapis und stürzt sich selbst in ein Schwert — ein stellvertestender Tod. Die Geschwister werden als tot bestattet. Als sie nachts entweichen sie aus dem Grab. — erwachen, Wir erinnern uns der entsprechenden ¿pisoden bei Xenophon, Achilleus Tatios, lamblich und in der Historia Apollonii. Offenbar liegt auch hier ein Ritual zugrunde, bei dem der Initiand begraben wurde und wieder auferstand. Gewiß hatte auch der Totenschlummer der Geschwister bei Tag, ihr Erwachen bei Nucht einen mystischen Sinn. Ohne den Context können wir ihn nicht mit Sicherheit angeben; ich erinnere aber an Euripides fr. 833: cic 8’ olôev el Emp To è xéxrAnrar Davetv, th Civ Sè Ovitoxew tori; Immo vero hi vivunt qui e corporum vinculis tamquam e carcere evolaveru nt, vestra vero quae dicitur vita mors est, heißt es im Somniu m Scipionis (Cicero, de rep. VI 14). Wahrscheinlich gehören schon Empedok les fr. 118 und 121 hierher (Rohde, Psyche II 178, 1). Nach Pindar fr, 129 scheint den Seligen das Licht der Sonne, wenn bei uns Nacht ist. Nach fr. 131 schläft dus cldwAov, wenn der Körper wacht; es erwacht, wenn der Körper schläft. Plutarch, de facie 30 p. 944 EF bringt das elöwAov mit der Seele, der Mondsubstanz, in Verbindung, und dem Mond entspricht, wie wir suhen, die Insel Thule.! “x wird dann von einem Liebesabenteuer des Mantinias erzählt. Auch Derkyllis knüpft eine Liebesbezichung an,? und zwar zu dem Arkader Deinias, dem dritten Helden der Erzählung. Dieser war mit seinem Solin Demochares ausgezogen, um die Welt zu erfors chen Sie haben eine Rundreise um die ganze Welt gemacht, auf der Menisko s und Azulis sio begleiteten. SchlieBlich kommen sie nach Thule. Dort lernen sie Der— Val. auch § 4 Aber die Iberer, die nachts sehen, blich, de myat. 111 20 p. 148, 11 — — > tage blind sind. Ferner lamrapaxemévoy Auiv deaudv, xal rie Stelle bei Plutarch, De facie 26 p. 941 D. Auf dem Mond treffen sie die Sibylle, die dem Karmanes prophezeit. Jedem wird schließlich ein Wunsch freigestellt. Deinias läßt sich im Schlaf nach Tyros versetzen und erwacht dort. Er finder Derkyllis, Mantinias und ihre Eltern „wohlauf“, dvevpetv ed nenpaybras xal toc... yovets ... ebdarusovodvrag, und lebt nun mit der Geliebten vereint. — Es fällt also das bedeutungsvolle Wort ed nparrev = eddarunvety. Die Reise im Schlaf (vom Mond nach Tyros) ist ein pythugoreisches Motiv; vgl. Aristot. fr. 191 Rose und Iumblich, vit. Pyıh. 134 und 136 (Pythagoras am selben Tag in Tauromenion und Metapont). Ähnliches wurde von Aristeas berichtet (Herodot IV 14 £.). Diese Inhaltsübersicht bestätigt also vollauf die Ansicht Bürgers (S. 13), daß der Thule-Roman „die ollenkundige Tendenz hat, dio religiösen Gedanken von Sündenfall, Buße und Erlösung zu illustrieren und die in diesen Gedanken wurzelnde, religiös sittliche Wirksamkeit des Pythagoreertums zu verherrlichenTM. Daß die pythagoreischen Mysterienlehren der eigentliche Inhalt des s Garıp Romans gewesen sind, ergibt sich schließlich auch aus seiner eigentüm- Keywpiopkvn per 2P kyllis kennen, Azulis findet durch Studium der Zauberbiicher des Puupis heraus, wie die Geschwister aus ihrem Tagesschlaf erweckt werden können und wie sie ihre Eltern von dem großen Unglück, dem totenähnlichen Schlummer, befreien könnten. Sie werden geheilt und kehren mit Azulis nach Tyros zurück, um die Eltern zum Leben und zum Heil zu erwecken.' — So sind Derkyllis und Mantinias in ihre wahre Heimat zurückgekehrt, sie sind von Thule nach der Kronosinsel Tyros (= ins Elysium) gelangt. Ihre Eltern erwachen von dem Lethetrank, den sie getrunken hatten. Das ist nur ein anderes Bild für dieselbe Suche. Deinias reist mit Karmanes und Meniskos weiter nach Norden. Er kommt ins Gebiet der ewigen Nacht und schließlich auf den Mond.? ~~ Für dio Reise durch dus Gebiet der ewigen Nacht vgl. die entsprechende rado Seopóy .. i PI +++ TG TIL 3 p. 106, Y dv Sè tot xadedde w drrodubpeda mavreha Tovey — P. à yap dvDpwriv puri ... xd rod adaro navragbbev émtaxureitat. Ones ... clre Andys Gôwp ... elte ba ano — wt 7% yevéocwsg LE ba, tore di vv else vorpòv elte Deîoy rabrèv drépyov elre xal Ev, lat Sxdrepy mal} tautò dv vò tic Lofg elBoc dveyelperas by hiv xal évepyet hi réqukev, - Mine sehr merkwürdige Parallele zu Pindar fr, 131 steht bei Hippo- MAT de insommiis 6 (VI p. 640 Littré; Hinweis von W. Burkert) È Man beachte die Parallelitàt Mantinias — Derk yllis, Und zwar ist auch Deinias aus seiner Heimat verschl agen, $ 2 áror davn elo + "arplösg, Vermutlich steht auch Arkadien in irgendeiner Beziehu ng zum El en (Rronusinsel) oder der Sonne. Als Deinias schließlich in Tyros zur Ruhe ame int (Kronosinnel), kommt zu ihm ein Bote, um ihn in die Heimat surückzu hulen (4 4) Deiniu wird durch sein hohes Alter gehindert. In Wahrheit muß Arkadien in alto mystischen Sinn mit Tyros identisch Howesen sein; vielleicht als Land der rponéAnvor. 188 ¿nl tht thy texóvrow dvafsımorı xal awryplat; 9 tole... yovels tod puexpob anıdddkavres brvou, prov Bt dA po, 2 Mantinias wur schon vorher auf dem Mond gewesen. Es ist vielleicht Almicht, duß die Frau Derkyllis nicht dorthin kommt; Frauen mögen von gewissen Weihen ausgeschlossen gewesen sein. — Der Mond ist nach pythuguremeher Lehre die Grenze zwischen dem Hades mit seinen Höllenstrufen und dem Elysium mit den Seligen. Es ist wahrscheinlich, del in den únip Dons Error eben hiervon die Rede war. Lukin, Ver. Mist. II 5-31 gibt eine purodische Schilderung der Inseln der Seligen und des Straforts der Sünder, welche mehrfuch Pythagoreisches verspottet (besonders 11 20) und Mysterienworte gebraucht, Vermutlich zielt er damit auf Antonius Diogenes.

Page 5

View in PDF(opens in a new window)
niüAgubmderfoupewn-rNdaerdc-eohsnTcrsyhiUercnPuhtvysetorbhnseacisdghoiGerhedsaeibtrndweidueinbrßDe,ormKceoMirnhizvtäeMhinyestleinpsekurzAenibulkesntPcyhgdtreimhnafetgibonemridaes.DicsevthriogBnhkeuanstcnilheEieWcsDnhalegsekrne63i.nge. eBd3)ue.c2mh65,;g?(erRegolehigdbieöewsneasr‘Secgihenwbreoibcoghpeexnglsaekorlegi.ünbsEetdxsPaewhrDeAipignlousotvntginoideplscanr.hiteEvaegihrsbna,ew6AtwrLi.ndeUsti1neso1thrrMenuezOrnTa.nliäno.uthgecaslisPlhetnizitenienDrdeerasirNernu.k,damnRGyicoBeVldehngnrlrloimPuP.sihesdyaicnxtelhinr)haths.,hecmDaghntiFetoaohwfrvratuEaupessfsna v„aSlc4h7wÖepsxtove,rnoé“f.ioun2dau„r.Brcüardme,Dri“èo.)gu,emun,es9g4eAhVanIntIdoen2li;tu,IsVemraetih,niAgduvn.geEnmpg.ehSeixtm.e82,u3m32, e l i g W d i K M e H n e r t i s k l t r g e c s h n t r . e praP(eyupAtordeEIahcpyurñagteóià2xarvbpcurvdeüars: pbytehsFweabpdKgroiarcseihelsncehcrsh. hwvÄebHuahrenlrimeutdcolrdi;honctehsPDerispseMAodkintrgtscvaeotnhwrniteßku,bsntg ErdbzDw4GaTeiäriehudonlmi,ehßrslefanuegm TKyLsDlAaemrnidlkbsn-aeumtidneasdmenrgniewdiuedAErgrteabnhsdecishrtdirmeb,ersn AleksdxEueTaBcrnihdlnmoiercshezkmuh,tg.s nFaEdBlcrmwüMehnoarbtgedhizngtcreht-sn,iBvenWdäoreumsinlcirhectrmhnes.bHKearouümbaplcDtkioesrslcizähetleogurnte.g getAhisvtöbrauitdoe.sr B6üvD1erimu,!gte.tsr 1psWhceyhnrSeineoDimsaturznsnutdAesnilIfcahumnbgelidiencsBhaiIo.ulssdJuzldvuiecoArhnn.Mtednyoretbnanheiuontl.KsorwgoeDriidnoe.gn,enDmeassßcHheaseunpicthwbuilml,deFiünrbpeydrtihedagenoericAnipseHih2ose1-,s GunseineSchwesterIsidoraundihrenGatten!Faustinus.sZrbhSaNmegHKteawunoietaeitlzfbBvnrdrstiäcieödcougivhzmmhagbHsdeeenrueArkPfnlszn:mdhaugiuetualKowSenuittnrrddukdsaenlmvteeerBinpelinanvdlytcr.tsun,ie(hceMhsogrcithEdnsrawomlbknldceugüDöoheinhsmiceernmrnai,pkßm.hgntHrnlloettgadiidlrlIenecacm,.lgihnrihouisntreefdsnclWisniwgeMhedsväirmnaieumgoeartnnLRästscwtmzPenochdMieSedbuhydmrliCneasrisdgantnftAmuroueüeedpclnkrsGiruoolEe,andvtnipliAdha,wziekndutinnweDIowlsossderirnemudtteci.hicbrneraltE’etok;uidMwrsNennginylVdyaenicevuvtoussFosheneJtpnsc,rinnlgaledhgerschnanbzieo,Th,rdttueinny,hoionüunuRbdagucögen)mnietNegfathTindtne,d.aoushsemnhmrnitSgrdweusm,ckdiytranshtevssmredeinobcmefsNgPohilncsaeruyiiltehoustnmeAcnmßhpdweSpAhstaaByeprnegtinmhGoidskobeltdi.leaoPblr,iMigeooueyMnzirncsi,u-rae,e- »ntPieynn725tliA.halBssaWDeA,ogErnioaDtsnurceoisehrBgDntkduiyesclrbks,lhvyu„ilZodseDwnirteuso,dnagvweduomesni,DePdesySgeitwornhislnaiecZsgaihossteirActaiuskstntreadmuabsmBrieMmln5ociüts0hvtn,eüredBzsibkutneioocartmhnzmbäemmPunhBtmty,nlreitmd.,him?etafbagBeDdnloiülnruetbiahsenmtsMdrdeaWrkeBnuienapfzdrycäitmBdohcleenuhtmrdge,teognirBibmecsitBhsraiTvculdhoaeedt-sfn zhäahtl.t Giohtre.m