Handbucher als Quellen des Diogenes Laertius

Author
Howald, E.
Published in
Philologus
Year
1917
Subject
SOURCES
Language
Deutsch
Category
B2 Diogenes Laertius
Archive number
7196

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HandbÄtscher als Quellen des Diogenes LaÄ«rtius Howald, E Philologus; Jan 1, 1917; 74, ProQuest pg. 119 MON LD,= Ar V. Handbücher als Quellen des Diogenes Laörtius. Das Fiasko, das die Quellenforschung des Diogenes gemacht hat, war seinerzeit begreiflich und ebenso verständlich die Abkehr von solchen Untersuchungen, indem die Aufmerksamkeit sich mehr den primären Quellen zuwandte. Heute ist das aber nicht mehr ganz so, denn neben einigen wichtigen Kleinigkeiten, die, bevor sie genau erkannt waren, einen leicht auf Abwege führten, wie z. B. daß Favorinus eine von Diogenes selbst benutzte Unterlage sei, ebenso wahrscheinlich auch Myronianus (Pampbile und Diokles, wie wir sehen werden, nicht), ist vor allem auch in methodischer Hinsicht, besonders durch die Behandlung von Ed. Schwartz, das Problem anders gestellt worden. Wir gehen jetzt an eine solche Untersuchung heran mit dem Bewußtsein, als Quellen kaum irgend welche bekannten Autoren zu finden, sondern Handbücher, sicher nicht schlechter, aber zum guten Teil auch kaum besser als Diogenes, Handbücher, die wiederum, wie Diogenes, nur Etappen sind in Eutwicklungsreihen, die durch das ganze hellenistische und nachhellenistische Altertum gehen, die bei Sotion und seinen Zeitgenosson beginnen und deren Spuren, mit andern kompiliert, dann in den Viten, bei Clemens, bei Hesych und Suidas sich wiederfinden. Es sollte nun gerade mit diesen Parallelen möglich sein, gewisse Komplexe von Zitaten zusammenzulegen und so das verschiedene Gut zu sortieren. In Hinsicht auf die frühere Tendenz ist damit nicht viel gewonnen, denn in den neu gefundenen Handbüchern müßte ja, wenn das irgend möglich wäre, die gleiche Prozedur wieder beginnen; aber für die Kenntnis der Arbeitsweise des Diogenes könnten wir doch Resultate erhalten; es

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Das Fiasko, das die Quellenforschung des Diogenes gemacht hat, war seinerzeit begreiflich und ebenso verständlich die Abkehr von solchen Untersuchungen, indem die Aufmerksamkeit sich mehr den primiren Quellen zuwandte. Heute ist das aber nicht mehr ganz so, denn neben einigen wichtigen Kleinigkeiten, die, bevor sie genau erkannt waren, einen leicht auf Abwege führten, wie z. B. daß Favorinus eine von Diogenes selbst benutzte Unterlage sei, ebenso wahrscheinlich auch Myronianus (Pamphile und Diokles, wie wir sehen werden, nicht), ist vor allem auch in methodischer Hinsicht, besonders durch die Behandlung von Ed. Schwartz, das Problem anders gestellt worden. Wir gehen jetzt an eine solche Untersuchung heran mit dem Bewußtsein, als Quellen kaum irgend welche bekannten Autoren zu finden, sondern Handbücher, kaum sicher nicht schlechter, aber zum guten Teil auch besser als Diogenes, Handbücher, die wiederum, wie Diogenes, nur Etappen sind in Entwicklungsreihen, die durch das ganze hellenistische und nachhellenistische Altertum gehen, die bei Sotion und seinen Zeitgenosson beginnen und deren Spuren, mit andern kompiliert, dann in den Viten, bei Clemens, bei Hesych und Suidas sich wiederfinden. Es sollte nun gerade mit diesen Parallelen möglich sein, gewisse Komplexe von Zitaten zusammenzulegen zu sortieren. nicht viel und so das verschiedene Gut In Hinsicht auf die frühere Tendenz ist damit gewonnen, denn in den neu gefundenen Handbüchern müßte ja, wenn das irgend möglich wäre, die gleiche Prozedur wieder beginnen; aber für die Kenntnis der Arbeitsweise des Diogenes könnten wir doch Resultate erhalten;

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E. Howald, wäre ja schon wertvoll genug, wenn wir aufhören, innerhalb einer Biographie Dinge vereinigen zu wollen, die sicher aus ganz verschiedenen Quell-Komplexen geflossen sind. Wir verzichten demnach völlig darauf, innerhalb der als zusammengehörig betrachteten Zitatenmasse einen Autor als den letzten Redaktor zu bezeichnen; das Gefühl wollen wir freilich nicht ausschalten, daß der eine oder der andere dem jeweiligen Ende der Entwicklungsreihe besonders nahe stehe (wie Hippobotos für A, Pamphile für B, Diokles für C). Unsere Absicht ist nur die, gewisse Autoren durchgängig als zusammengehörig zu erweisen und auf Grund dieser Namen weitere Stücke für sie in Anspruch zu nehmen. Auf diese Weise läßt sich am ehesten der Fehler vermeiden, gestützt auf eine Stelle Quellenzusammengehörigkeit anzunehmen (wie z. B. zwischen Hippobotos und Sotion auf Grund von IX, 115; zwischen Herakleides Lembos und Antigonos von Karystos durch das Leben des Menedem [vgl. v. Wilamowitz Ph. U. IV pag. 86 ff.]). Im Verlaufe der Untersuchung werden sich Fehler, die z. B. dadurch entstehen, daß ein Autor (wie z. B. Aristoxenos und Apollodor) in mehreren Quellen vorkommt, von selbst aufheben. Wichtig ist für uns noch die Voraussetzung, daß sicher schon die direkten Quellen sich nicht mehr in biographische und doxologische teilten, sondern daß diese, wie sich am Beispiel des Pythagoras ergeben wird, auch darin schon gleich aussahen wie Diogenes. Die Homonymenverzeichnisse fallen außerhalb des Rahmens dieser Abhandlung. Natürlich läßt sich nicht an der einzelnen Stelle immer die DiogenesLiteratur, die, von verschiedenen Standpunkten ausgehend, auch wohl immer zu abweichenden Ktesultaten kommen wird, anführen ?). !) Wichtig vor allem Nietzsche (Philolog. Schriften Bd. 1: „De Laörlii Diogenis fontibus* und Bd. 3: „Die dixöoyai der Philosophen‘), E. Maaß (Philolog. Unters. IlL.), v. Wilamowitz (Philolog. Unters. III. und 1V.). Hiller (Beiträge z. griech. Literaturgesch., Rh. M. 33 [1878]), Freudenthal (Hellenistische Studien Ill), Usener (Epicurea und Sitzungsb. d. Berl. Akad. 1892 pag. 1023), Gercke (De quibusdam L. D. auctoribus, Vorlesungsverz. Greifswalde 1899), Ed. Schwartz (Artikel Diogenes bei Pauly- Wissowa V.pag. 738). Hier ist auch die sonstige ältere Literatur verzeichnet.

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Wenn wir den Versuch machen, auf Grund der Pythagorasbiographien ?) des Porphyrius und ev. des Jamblichus das eine Handbuch herauszuschälen, das diesen und dem Diogenes gemeinsam wäre, so müssen wir uns für die Autoren- Komplexe von vornherein darüber klar sein, daß Aristoxenos, die wichtigste Quelle des Pythagoraslebens, wohl in allen Ueberlieferungen den Grund bilden wird. (Ein Beweis ist z. B. die doppelte Erzählung über Themistokleia [VII, 8 und 21].) Die ersten gemeinsamen Stellen finden sich in der Quelle I (Rohde) des Porphyrius ?); wir wollen dieses Handbuch bei Diogenes als A. bezeichnen. Diog. VIII, 1: Hermippos läßt den Pythagoras in Samos geboren sein, Clemens Alexandrinus Strom. 1, 62 pag. 352 P. zitiert Hippobotos (vgl. Schwartz bei P.-W. pag. 751). Das Folgende wird es als nicht zu kühn erscheinen lassen, wenn wir auch Hippobotos gleich zu A. nehmen (vgl. z. B. VIIL 51). Die Angabe des Neanthes?) fehlt, aber in Q. lag sie vor, denn daß sie Porphyrius nicht anderswoher hatte, zeigen die Erwähnung des Neanthes im gleichen Komplex bei Empedokles (VII, 52) und speziell der abrupte Schluß des Porpbyrius, wo I. wieder anfüngt. Dafür bringt Diogenes, als Exzerpt aus einer andern Quelle, den Vatersnamen Marmakos und die Herkunft aus Phlius bis eis Alyurtsv. Mit Phlius verbindet sich nachher die Angabe des Sosikrates über den Tyrannen Leon (diese liegt offenbar |trotz Schwartz a. a. O. pag. 752] in unabhängiger Version noch als Zitat des Herakleides Ponticus I, 12 vor). Die Uebereinstimmung beginnt wieder mit den Brüdern (Porph. 2), sogar über ihr Altersverhältnis zu Pythagoras herrscht Einstimmigkeit. Das gleiche gilt von den Angaben über Pherekydes, die deutlich nichts mit den zu B. gehörenden zu tun haben. Nach dessen Tode °) geht er zu Hermodamas, der schon älter war (übereinstimmend ?) Vgl. Rohde, Kl. Schriften IT, 102 ff, und P. Corssen, Philologus 1912, pag. 322 #. 3) Auch Anton. Diog. schließt sich näher an A. an, vgl. d. Chronologie d. Todes d. Pberekydes (15), über d. Söhne d. Mnesarchos (10), die Angabe über d. tyrıb. Abkunft stimmt sogar genauer m. Diogenes überein als Porphyrius. *) Vgl. z. Namen: Zeller, Ph. d. Gr. 5I, pag. 281. 5) Dagegen dann B. in $ 40.

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E. Howald, Diog. VIII. 2, Porph. 1); Aegypten und Amasis aus Antiphon, der an beiden Orten genannt ist, gemeinsam (Diog. 3, Porph. 7); dann Rückkehr nach Samos, geht in die Fremde wegen Polykrates (Diog. 3, Porph. 9). Die Angabe über Herakleides Ponticus können wir direkt nicht in Parallele seizen, da bei Porphyrius andere Quellen beginnen. Nikomachus, der wie wir unten sehen werden, eine gewisse Verwandtschaft mit B. hat, weiß nur von Euphorbus etwas (26), und auf Anton. Diog., wenn er es wirklich ist (45), sich zu stützen ist zu gewagt. Aber VIII, 51 bestätigt die Angabe des Anton. Diog. und teilt den Ponticus A. zu, was freilich bei einem solchen Reichtum an Schriften mit Vorsicht aufgenommen werden muß. — Die nun folgenden Angaben über die Werke verdanken wir A. (zu Porph. 57: oBöE Ev odyypagpa); A. lehnt deutlich schon selber diese Angabe ab und nimmt die drei Syngrammata an (das Einschiebsel von Herakleitos ist schuld an dem abrupten yiyparıa: Diog. 6), denn die Rolle des Lysis als Lehrer des Epameinondas gehört zu A. (Porph. 55 [siehe Rohde a. a. O. pag. 126] und Jamblichus 250). Das Schriftenverzeichnis, das jetzt kommt (7), stammt aus B. offenbar bis Ende von $ 8, wo wieder auf die drei Syngrammata zurückgegriffen wird. Direkte Parallelen fehlen, doch findet sich die feindselige Haltung des Hippasos wieder bei Jamblichus 88, wo Nikomachus Quelle ist. Durch die Einheit des Eingeschobenen werden als neue Autoren für B. beansprucht Herakleides Lembos, Sotion und Sosikrates — Jon von Chios, der durch diese Stelle an und für sich auch dazu gehörte, erscheint deshalb als verdächtig, weil er mit demselben Werke auch bei Clemens vorkommt. Für die nun folgende doxologische Partie will ich mich ganz kurz fassen. Wie sie mit der biographischen verknüpft ist, zeigt sich in dem Zurückgreifen auf die drei Syngrammata (9 und 15). A. geht wohl bis mit 12; deutlich schließt an eine anderswoher geholte Polemik an B. mit 13 (parallel zu Jamblichus 25, was uns bei der Unklarheit über diese Kapitel und ihre Quellen nichts nützt); mit 15 beginnen wieder die drei Syngrammata. Zusammenhanglos ist $ 21. Die neuen Ausführungen über die Vorschriften des Pythagoras,

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die von hier bis zum großen Exzerpt aus Alexander vorliegen, berühren sich mit den viel ausführlicheren Partien bei Jamblichus um $ 100 herum, die auf Nikomachus zurückgehen. Alexander selbst ist einstweilen noch nicht unterzubringen. Wertvoller wird die Parallele wieder bei dem biographischen Teil über den Tod des Pythagoras; nur bietet uns Jamblichus da mehr als Porphyrius, weil er plötzlich in reicherem Maße zitiert. Er sagt, seine Hauptquelle (I = A) ausschreibend, es seien keine Angaben vorhanden, daß die Verfolgungen während der Abwesenheit des Pythagoras ausgebrochen seien; dann zitiert er aber ausdrücklich Nikomachus (251) für das Gegenteil und berichtet nach ihm, wie wir gleich sehen werden, die Version B., z. T. wörtlich übereinstimmend mit Porphyrius ö4, das also nicht, wie Rohde meint, der Quelle I. zuzuweisen ist, außer dem Schlusse, der aus A. (Neanthes!) die Flucht des Lysis und Archippos mit der andern Erzählung verbindet, wie aus Jamblichus und Diogenes klar hervorgeht. Nach den Angaben des Jamblichus wäre die gemeinsame Quelle, die nur in der Frage der An- oder Abwesenheit des Pythagoras von Nikomachus variiert ist, Aristoxenos. Varianten der A.-Klasse wären durch Neanthes und Dikaiarch geboten (zu letzterem siehe Rohde a. a. O. pag. 126), B. durch Herakleides Lembos. Zu A. müßte auch Hermippos gehören (Diog. 40), der ähnlich wie Neanthes die Geschichte vom Bohnenfelde bietet. Das Folgende ist nicht mehr besonders interessant: die schon bekannten Autoren tauchen wieder auf, ohne neue Beweismomente zu bringen. Wenn wir zusammenfassen, so haben sich uns also für die A.-Gruppe folgende Autoren ergeben: Hippobotos, Neanthes, Hermippos, Dikaiarch; die B.-Gruppe ist vertreten durch Sotion, Herakleides Lembos, Sosikrates. Wir dürfen antizipierend zu letzterer auch noch gleich Satyros hinzunehmen (wahrscheinlich fließt auch er wie Sotion nur durch Herakleides Lembos in den Diogenes [vgl. Susemihl I. pag. 503, freilich völlig ohne die Konsequenzen von Anmerkg. 60]) und durch diesen die berüchtigte Schrift des Pseudoaristipp Dep! nararäs tpupfjs (vgl. Diog. VII, 60). Mit diesem geringen Material wollen wir uns jetzt an eine Partie des Werkes heranwagen, zu der Parallelberichte

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E. Howald, nicht vorliegen: nehmen wir als Aufschlußreichstes das Prooimion, freilich mit dem Bewußtsein, ev. sehr in die Irre gehen zu können, da ja hier vielleicht ganz andere Quellen vorliegen. Gleich am Beginne finden wir Sotion als Glied von B.; ihm tritt zur Seite der pseudoaristotelische Magikos (Prooim. 1); es liegt nahe, damit auch die chronographischen Angaben zusammenzubringen, die uns den Platoniker Hermodor als Gewährsmann nennen. Das wird dann bestätigt durch $ 6 folg., die einheitlich neben Sotion und dem Magikos (8) Kleitarchos (nur hier vorkommend $ 6), Deinon (8) und eben wieder Hermodor zitieren. Das Stück zwischen drin (3—5) mit den griechischen Urphilosophen durchbricht den Zusammenhang: wenn wir mit Gesinnungsschnüffelei an die (Quellen heranzutreten beabsichtigten, könnten wir schon der Grundlage die Tendenz unterschieben, aus chauvinistischen Gründen auch den Ursprung der Philosophie aus der Fremde zu leugnen. Daß das aber diogenische Individualität ist, wird, außer durch außerhalb des Buches liegende Argumente, durch $ 8 bestätigt, wo Aristoteles’ Ilepi PiAoooylas eine andere Chronologie einleitet, die durch Hermippos zu A. gewiesen wird. Als neue A.-Autoren stellen sich ein $ 8 Eudoxos und Theopomp (mit den Piltzrx&), $ 9 der Rhodier Eudemos; eine parallele Doxologie der Magier usw. findet sich, daran anschließend, mit Klearchos von Soloi, Hekataios, Aristagoras von Milet. Deutlich ein weiteres Exzerpt aus A. ist $ 12, zu A. gewiesen durch Herakleides Ponticus lep! abrvcv, das VIII, 67 ff. in einer nur zu A. gehörenden Reihe auftritt (vom Gegensatz zur Erzählung des Sosikrates im Leben des Pythagoras haben wir schon gesprochen). Nun die 7 Weisen: die Reihenfolge stimmt nicht mit der bei der Einzelbehandlung zugrunde gelegten, aber die Namen stimmen, was viel heißen will bei der großen Zalhıl der Aspiranten (vgl. Diog. I, 41). Die Namen stimmen aber auch genau mit der bei Clemens Alexandrinus (Strom. I. e. 59 pag. 350 P.) gegebenen Aufzählung. Aus Clemens erinnern wir uns beim $!os des Pythagoras an den Namen des Hippobotos (Strom. I. 62 pag. 352 P.), der uns, die wir nach einer Quellengemeinschaft suchen wollen, also nur auf A. führen könnte. Auch eine Anzahl sonstiger

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Quellen sind von uns für A. in Anspruch genommen, z. B. Theopomp und Neanthes (a. a. O. pag. 352 P.), Leander (nach Diog. I, 41, wo die Aufzählung aller Weisen natürlich einer Quelle angehört; vgl. I. 28), Andron (a. a. O. 129 pag. 396 P. zu Diog. I. 30 [dieses Stück gehört ganz zu A.]), Timaios (a. a. O. 64 pag. 353 P.) usw. Von Schriftstellern der B.-Reihe hingegen findet sich keine Spur. Was nun speziell unsere Stelle betrifft, so spricht auch der Anschluß an Orpheus und Linos für A. (von Hippobotos sogar zu den Sieben gerechnet Diog. I. 42). Darnach gehörte auch der Schluß der Behandlung der Weisen im Prooimion, der mit einer kleinen Ausnahme mit Clemens harmoniert, zu A. Dagegen tritt sofort ein großer Kontrast auf in der Diadochenfolge. Clemens hat hier die gewöhnliche dreiteilige: Pythagoras, Thales, Xenophanes; Diogenes eine zweiteilige, in die Xenophanes künstlich als Schüler des Telauges eingeschaltet ist, der seinerseits wieder Diadoche des Pythagoras sein soll (Prooim. 15); in der Einzelausführung in Buch VIII und IX gibt er das aber auf: dort ist Telauges höchstens noch Uebergang zu Empedokles (VIII. 43), Xenophanes leitet erst im IX. Buch nach allen Italikern und nach Herakleitos die Eleaten ein. Auch wird bei Xenophanes das Schülerverhältnis zu Pythagoras- Telauges ganz ignoriert. Eine noch bessere Parallele als Clemens bietet uns hier Hippolytus (Ref. haer. Buch 1): seine Reihenfolge ist absolut diejenige der Strom., nur bricht er jedesmal, wenn die klassische Zeit der Philosophie kommt, ab und verfolgt zuerst die 3 Zweige von Anfang an bis auf diesen Zeitpunkt (die Sonderstellung des Xenophanes hat Diels [Doxogr. Graeci pag. 146] zu begründen versucht, aber seine zwei Quellen sind nicht wahrscheinlich in Anbetracht der Uebereinstimmung zu Clemens. Auf alle Fälle fällt sie nicht Sotion zur Last; der sagt nichts von Schülerschaft zu Anaximander; ötxöoyal der Philosophen). vgl. auch Nietzsche: die Die Reihenfolge der Quelle A. wäre also folgende: zuerst vielleicht eine parallele Behandlung von Thales und Pythagoras (Clemens pag. 352 P., Hippol. 1 u. 2); dann die Pythagoreer (Clemens 63 Anfang, Hippol. 2—5 [ Folge: Pyth., Empedokles, Herakleitos vgl. Diog. VIIL—IX.]);

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E.Howald, Thales-Schüler (Cl. 63, Hippol. 6—10); Hippol. 11—14). Eleaten (Cl. 64, Nun ist schon lange erkannt worden, daß die diogenische Diadochenliste große Aehnlichkeit hat mit der des Sotion (vgl. Roeper Philol. II]. pag. 22 ff., Diels Doxogr. Graeci pag. 147, Gercke pag. 56). Unstimmig sind nur die Barbari am Schlusse, die aber in den Sotion-Nachahmern gut haben an den Anfang treten können. Wir freuen uns also, wieder ein Stück der Quelle B. in dem Diadochenverzeichnis angetrofien zu haben, das dann in der Einzelausführung nicht mehr beachtet wird. Bei unserer Auffassung wird dann freilich eine Annahme Diels (Doxogr. Graeci pag. 149) hinfällig, die neuerdings Daebritz wiederholt hat (Pauly-Wissowa VII. pag. 487), nämlich daß die unter dem Namen Herakleides Pythagoricus überlieferte Diadochenfolge dem Herakleides Lembos gehöre. Das ist wenigstens unter der Voraussetzung unmöglich, daß uns Sotion, vielmehr unserer Quelle B. nur durch Herakleides Lembos vermittelt worden sei, was natürlich nicht absolut bewiesen werden kann. Weun wir uns nun, um unser Material zu prüfen und ev. zu erweitern, noch einem speziellen Abschnitte, nämlich der Plato-Biographie zuwenden ©), so ist für den Anfang das erste unzweifelhaft auf A. hinweisende Zitat Hermippos in $ 2 und Neanthes in $5. Wir bemerken auch zugleich, daß die Erzählung parallel läuft mit der Biographie des Olympiodor ”) und mit der anonymen Vita, ähnlich in der Parallele, wie wir es oben zwischen Porphyrius und A. beobachten konnten. Interessant ist im Vergleich mit der anonymen Vita speziell die Stelle, wo in Diog. Favorinus zitiert ist ($ 3), offenbar nur für das kleine Zitat vom Namen des Eigentümers des Hauses auf Aegina, in dem Plato geboren wurde. Die beiden Viten ergänzen sich angenehm: in Olympiodor ist die Geschichte von der Namensänderung (gleich Diog. $ 4) erzählt (Alexander Ev Ö:adoxais ist damit übrigens für A. in Anspruch genommen); in der anonymen Biographie dafür der isthmische Sieg. $ 5 ®) Für das Folgende besonders Gercke a. a. O. ?) Wachsmuth, Sill. Gr. pag. 33 A. irrt, wenn er eine Abhängigkeit des Olympiod. v. Diog. annimmt. Vgl. Freudenthal, H. St. Ill. pag. 304 und E. Maaß in Philolog. Unters. III.

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ist sehr konfus; die Besserungsversuche Gerckes führen zu nichts. Auf alle Fälle beginnt erst in 6 deutlich eine andere Quelle, die wieder an zeitlich Früheres d. h. an das Elternhaus anknüpft. Die beiden Lehrer stimmen zwar noch überein, aber die Reisen und ihre Zwecke sind so ganz anders als in der Vita des Anonymus, daß wir hier den Eindruck von etwas Neuem bekommen, auch haben wir Hermodor im Prooimion als Gewährsmann von B. kennen gelernt. Ferner sind die Namen der Pythagoreer verschieden (in B. Philolaos und Eurytos; zum ersteren vgl. auch III. 9, wo Satyros zitiert ist. Es handelt sich da um tpla B:BXix Uudayop:x&; an der andern Stelle VIII. 15, wo Diog. mitten in A. an diese Bemerkung erinnert wird, sind es dann T& Staßonta zpia B:BXia). Alkimos (9—17) möchte man anschließend an das Vorhergehende B. zuweisen: 18 ist nicht bestinmbar. Ganz deutlich verschieden von den Parallelberichten ist dann trotz mancher Aehnlichkeit der Namen, die ja bei der Geschichtlichkeit der Ereignisse selbstverständlich ist, die Schilderung der sizilischen Reisen. Für B. spricht auch Pamphile (8 23), bei der durchaus kein Grund vorliegt, sie auf ähnliche Stufe zu stellen wie etwa Favorin (sie tritt immer im Zusammenhang mit B. auf, vgl. I. 68; I. 76; I. 98; daß die Zitierung der Pamphile in ihren Buchzahlen der Reihenfolge bei Diog. parallel läuft, verstärkt das Gefühl, daß sie in der Entwicklungsreihe dem Redaktor von B. nahe steht, vgl. aber Schwartz a. a. O. 743). Das nächste für uns wertvolle Zitat folgt erst 29: Aristipp mit Ilep! nadlar&g tpupnis, das zu B. gehört. Wenn wir daraus auf die vorhergehende und nachfolgende reiche Zitatenauslese aus der Komödienliteratur Schlüsse ziehen dürften, so gewänne für uns B. ein gewisses Leben. Leider findet sich aber vorher Neanthes (25), also A. In ähnlichem literarischem Zusammenhang kommt B. freilich auch vor I. 91; I. 62. Diese Zitate und die darauffolgenden Prosaausführungen zeigen alle einheitlich einen platofeindlichen Zug. Idomeneus (II. 36) ist unbestimmbar; dagegen ist Panaitios (37) unzweifelhaft ein Angehöriger der B.-Klasse (deutlich aus II. 85). $ 38 kommt wieder Dikaiarch. Unsere Untersuchung wäre hier also ganz resultatlos, wenn wir nicht bald Positiveres finden. $ 46:

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E. Howald, die Schülerliste wird durch Dikaiarch für A. beansprucht; auch finden sich die Namen der beiden Schülerinnen hier und in der Vita des Anonymus (außer Diog. IV, 5 im Leben des Speusipp), nicht aber in den vermutungsweise auf B. zurückgeführten Stellen vorher, wo Platons Erotik besprochen war. Mit 8 47 beginnt etwas ganz Neues — das ist schon wiederholt beobachtet worden, nur schwanken die Annahmen, ob diese Erscheinung der Quelle oder Diog. selber zuzuschreiben sei. Abgesehen von dem sehr seltsamen Anfang, der eine Widmung an eine Frau enthält und uns leider nicht weiter hilft, kommt eine Angabe über Zenon von Elea als ersten Dialogschreiber. B. wird es nicht sein, denn Sotion hat nach Athenaios die gleiche Ansicht, die hier die Zwischenbemerkung Favorins wiedergibt. Auch stimmt die ganze Breite und die vortreffliche Stilisierung wenig zu der Art, wie wir bisher unsere beiden Quellen haben sprechen sehen. Die Sache wird sogar so behaglich breitspurig erzählt, daß längere Vergleiche ausgesponnen werden wie$ 56 über den Ursprung der Tragödie. Der Stil ist ein einheitlich gewählter, er entbehrt beinahe ganz der Zitate, vor allem fehlen Häufungen derselben, die bisher ja unsere Stütze waren. Kommen einmal Autoren genannt vor, so sind es so gute und bisher nicht erwähnte wie Antigonos von Karystos (66) und Aristophanes von Byzanz (61) usw. Das Material ist ebenso ausgezeichnet: bibliographische Details wie diejenigen über Tetralogien- und Trilogieneinteilungen, wie sie besser nicht gewünscht werden können, wechseln ab mit sehr guten doxographischen Angaben. Unterbrechungen mit Ausnahme der gewöhnlichen des Favorin finden sozusagen keine statt bis zum Homonymenverzeichnis am Ende des Buches. Ein Blick auf bisher nicht besprochene Bücher des Diog. zeigt uns sofort, daß diese Schreibweise nicht auf Plato beschränkt ist, sondern sich noch durch ganze Bücher hindurch findet, die freilich alle die spätere Philosophie behandeln. Nehmen wir z. B. einmal das 6. Buch: der Anfang weist nur stilistische Uebereinstimmung auf z. B. völligen Mangel an Zitaten, dann folgen Hermippos, der, wie wir gleich sehen werden, auch noch außerhalb A. vorkommt, Hekaton (in gleicher Umgebung wieder im 7. Buch), Phanias (4),

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vor allem Diokles (12), den wir nun als ständigen Begleiter unserer, wie wir jetzt direkt es nennen wollen, neuen Quelle C. antreffen werden. Anschließend daran ist dann eine Bemerkung aus diesem Zusammenhange vervollständigt durch zwei teils gleichlautende, teils sich ergänzende aus A. und B. (13; für A. Neanthes, für B. Sosikrates), Athenaios der Epigrammatiker kommt auch nur in C. vor (vgl. VII. 30 und weniger klar X. 6); ein Schriftenverzeichnis folgt, vorzüglich wie das platonische. Der Schluß des Kapitels läßt uns, wie schon Gercke bemerkt hat, einen Einblick in diese Quelle tun. Sie hat offenbar nach den Kynikern direkt die Kyrenäer und Eleer behandelt, was offenbar auch durch II. 47 bestätigt wird, da diese Stelle von Gercke (pag. 47) richtig als interpoliert erkannt wird. Die von Diogenes eingehaltene Reihenfolge rührt offenbar davon her, daß manche die Stoa d. h. Zenon v. Kition an Krates (für A. vgl. Clemens Strom. 44 pag. 353 P.) oder an Stilpon (für B., Herakleides, Diog. Il. 120) anschließen. Im 2. Kap. des 6. Buches (Diogenes der Kyniker) hebt sich Sotion (26), Sotion, Satyros, Sosikrates (80) aus der Unterlage ab; im 5. Kap. am Anfang ebenso Hippobotos, in gleicher Weise im 9. Natürlich ist auch das 7. Buch nun ohne weiteres als in seiner Hauptsache auf C. zurückgehend erwiesen; die Wilamowitzsche Hypothese von einer Verteilung auf viele Quellen muß demnach dahinfallen, wenigstens, wollen wir sagen, im unmittelbaren Verhältnis des Diogenes zu seinen Quellen. Wie manches von der Quellenbenutzung, die diese wiederum geübt haben, mag auch noch so in Spuren für uns vorliegen. Die Vermutung, die sich einem aufdrängt, als ob C. nur die jüngere Philosophie behandelte, ist nicht stichhaltig, denn das Leben des Demokrit z. B. wird durch das Zitat des 'Thrasyllos ebenfalls C. zugewiesen. Einschiebsel wäre dann IX, 37 Demetrios Ein von Phaleron. Ohne deutliche Beweise müssen wir so auch das Leben des Sokrates und den Anfang des 9. Buches für C. in Anspruch nehmen. Unsichere Posten sind, um diese hier gleich zusammenzunehmen, der Diadochenschreiber Antisthenes und Demetrios von Magnesia, die fast überall zu C. gehören, aber an einigen wenigen leicht auffindbaren Stellen auch ganz außerhalb dieses Philologus LXXIV (N. F.XXVII), ıP.

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Zusammenhanges stehen. Rückblickend müssen wir auch die Wahrscheinlichkeit feststellen, daß im Anfange der PlatoBiographie Fetzen von C. vorhanden sein können (vgl. spez. Timotheos). Nach diesem Unerfreulichem noch einige Musterbeispiele aus unzweifelhaft für C. in Anspruch zu nehmenden Kapiteln, wie zu C. aus A. und B. Nachträge zugefügt werden: II. 120 eine Bemerkung aus Herakleides B. und Hermippos A.; II. 138 Herakleides B. eingeschoben; dann vor allem 143, wo Herakleides B. mit Antigonos C. gegen Hermippos A. polemisiert; IX. 5 (Sotion B. Hipp. A.); IX. 115 (die gleichen; die Namen, die beide bringen, werden offenbar einfach aneinandergereiht) usw. Zum Schlusse möchten wir noch versuchen, in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Quellen in ihrer Zugehörigkeit zu den von uns aufgestellten Grundlagen aufzuzählen. Mehreren gehören an: Apollodor, Aristoxenos, Antisthenes und Demetrios von Magnesia (doch siehe oben), Timon (sicher A. und C.). Soweit wir es erkennen könne, gehören nur einer Quelle an: Ainesidem C. Herakleides Lembos B. Alexander A. Hermippos A. (und 0?) Antigonos v. Karystos C. Hieronymos v. Rhodos B. Antipater v. Tyros C. Hippobotos A. Apollonides v. Nikaia C. Leander A. Apollonios v. Tyros C. Neanthes A. Aristipp B. Pamphile B. Athenaios d. Epigr. C. Panaitios B. Athenodor Demetrios v. Phaleron Deinon C. B. B. Persaios Polemon Poseidonios C C. C. Dikaiarch Diogenes v. Babylon A. C. Satyros Sosikrates B. B. Diogenes d. Epikureer Diokles C. C. Sotion Theopomp B. A. Duris A. Thrasylos C. Eratosthenes C. Timaios A. Hekaton C. Timotheos