Uber Pythagoras und Plato

Author
Ennemoser, J.
Published in
Magische Blatter
Year
1925
Subject
MAGIC
Language
Deutsch
Category
C12 Religion
Archive number
846

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Schönheit in sich entbjätternden Rosen liegt, im stillen ¿uqe MOSER À: in der Einsamkeit. Aber Frau M. hatte nie daran gedacht, VA o alte Rosen in ihren Vasen stehen zu lassen. Und nun k nicht mehr, daB ich frische Rosen zu den alten gesteckt hatte. System des Weltalls beruht auf gewissen Grundbestimmungen, wovon das Wesen, die Form und Aktion aller Dinge, sowohl fiir sich als in Verbindung mit dem Ganzen eine natiirliche Folge sind. Diese Grundbestimmungen nennt man die Zahlen der Natur. Man muB alles als festlich verstehen und genieBen lernen; Wer sie kennt, der kennt zugleich die Gesetze, wodurch die Nanicht nur das frische Leben, sondern auch das vergehende Leben hat seine Schönheit; nicht nur junge Menschen, auch alte Menschen haben wunderbare Schünheiten. tur besteht, die Verhältnisse ihres Zusammenhangs, die Art und MAGISCAS BLASTED ya (142) e. 2281 (Aus Max Dauthendey, Letzte Reise. Verlag Joseph Ennemoser: Ajbert Langen, München) Uber Pythagoras und Plato. Aus Agypten und dem Morgenlande hatte sich Pythagoras seine Weisheitslehren geholt, in deren Tiefen er am meisten eingedrungen war. Der Hauptzweck der pythagoräischen Philosophie war nach Porphyrius Zeugnis, die Seele von den Fesseln der Sinne zu befreien, und zur Betrachtung der ewigen, unveränderlichen und unkörperlichen Dinge geschickt zu machen. Hierzu hielt nun Pythagoras die mathematischen Wissenschaften und Zahlenverhältnisse für das beste Hilis- und Vorbereitungsmittel, und deswegen wandte er die Zahlen auch auf Alles an, was er lehrte. Seine philosophische Aritimetik ist aber ein Rätsel, welches nur von Wenigen verstanden, erklärt und autgelöst worden: daher seine Lehre meist dasselbe Schicksal hatte, als Narrheit verschrien zu werden, wie es allen andern geht, deren tiefe und hohe Ansichten gewöhnlich nicht erreicht werden. Da von Pythagoras’ Lehren nichts Eigenhändiges vorhanden ist (denn er hat nichts Schriftliches hinterlassen, sondern seine Meinungen nur mündlich vorgetragen): so haben unparteiische Männer dieselben aus Plato, Aristoteles, Plutarch, Laertius, Porphyrius, Jamblich und Stobäus usw. zusammengetragen, welche die verloren gegangenen Schriften der alten Pytliagoräer gesammelt hatten. Auf solche Weise wurde das Ganze seiner Lehren der Vergessenheit entzogen. Der Sinn der pythagoräischen Zahlenlehre ist nun, daß die Zahlen die Elemente aller Dinge und selbst aller Wissenschaft enthalten. Man hat es wohl eingesehen, daß Alles in der Natur sich auf Zahlenverhältnisse bringen lasse; er wandte die Zahlen auch auf die Geisterwelt an, und löste somit die Rätsel, die der jetzigen Arithmetik völlig unbekannt sind. Von jener Zahlenlehre enthält das Magikon Folgendes: „Das ganze 22 das Maß ihrer ganzen Wirksamkeit, das Band aller Ursachen und Wirkungen, die ganze CX Physik und Mechanik des Weltalls. Die Zahlen sind die unsichtbaren Gefäße oder Schlauben der Wesen, wie die Körper ihre sichtbaren; d h. es gibt einen zweifachen Charakterismus der Dinge, einen sichtbaren und einen unsichtbaren; jener ist die sichtbare Form, die Körpergestalt; dieser die Zahl: oder Alles, was sich äußert und offenbart, ist das Resultat einer innern Energie, diese Energie aber der Ausfluß einer Kraft. Das Mehr und Weniger der Kraft entspricht der wesentlichen, und das Mehr und Weniger der Energie der virtuellen Zahl. Es gibt allerdings unsichtbare Fassungen oder Hüllen, denn jedes Wesen hat ein Prinzipium und eine Form: nun aber sind Prinzipium und Form zwei Extreme, die ohne ein gewisses Band der Vereinigung nie zusammentreten können: hierzu dient die Zahl. Jedes Prinzip ist eine Einheit, diese wird zu einem förmlichen Wesen durch Energie, diese aber durch die Zahl bestimmt. Sowie die Gesetze und Eigenschaften der Dinge auf ihrem Äußern geschrieben sind; so die unsichtbaren Gesetze und Eigenschaften auf den unsichtbaren Zahlen; oder wie man von den Wirkungen der Sinnlichkeit vermittelst der Sinne bestimmte Eindrücke erhält, so erhält unser Verstand deutliche Ideen von den unsichtbaren Positionen und Bestimmungen der Dinge, sobald er sie fassen kann. Denn das Geistige hat so gut als das Physische Zahl, Maß und Gewicht; seine Positionen sind aber nur dem Verstande begreiflich. Die wirklichen Zahlen des Weltalls sind zwar unendlich, aber ihr Gang ist einfach und gerade, weil Alles auf den Grundzahlen 1—10 beruht. Ihre Unendlichkeit gründet sich auf die unendliche oder unbestimmte Anzahl der Wesen an sich, und noch mehr darauf, daß dieselben Wesen mehrere Arten von Eigenschaften haben. Es gibt also Zahlen für den Grund oder Bestand der Wesen, ihre Wirksamkeit, Dauer und die Stufen ihrer Fortschreitung (Progression). Dieses Alles sind so viel Grenzen, wo die Strahlen des göttlichen Lichts Halt machen und zurlickspiegeln, teils sein eigenes Bild darzustellen, teils um aus demselben jeden

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Augenblick neues Leben, Maß und Gewicht zu schöpfen. Auch gibt es vereinigte Zahlen, um die verschiedenen Verhältnisse und ist es auch mit dem Weltall. Jede höhere Welt enthält alle ihr untergeordneten Einheiten oder niedern Welten, und die niedern nehmen insofern an den höhern Welten, Sphären, Bildungen oder Zusammensetzungen der Wesen, ihre Aktionen und Wirksamkeit auszudrücken: also Central-, Mittel- und Circumferenzzahlen; auch falsche und unreine Zahlen. Ungeachtet ihrer unendlichen Zusammensetzung ist die Idee davon doch sehr einfach, denn Alles steigt von der ersten Grundzahl bis zu 10 der einfachen Zahlen; und diese liegen wieder in den vier ersten Grundzahlen, deren Zusammensetzung 10 gibt, woraus zugleich die unschätzbare Kraft des Quaternas erhellt, welches den Neuern Torheit Geschöpfen Anteil, als sie eben als untergeordnete in ihnen begriffen Zahlen von Übereinstimmung aller verbundenen Weltzahlen oder Grundbehat blos das Körperliche zum Gegenstande, und stellt lauter Ausdrücke des Unsichtbaren im Sichtbaren dar. Alle geistigen Zahlen sind nach Pythagoras Ausstrahlungen, Abspiegelungen (emanationes) der Einheit; sowie der Einer oder Eins der Anfang alles Zählbaren ist. Eins ist daher auch der Name und Charakter des Allerhöchsten, Urersten, Einzigen, Unendlichen. Eins ist das Zentrum des Alls, der Grund jedes Wesens und aller besondern Einheiten, die nicht absolut und notwendig, sondern mittelbare oder unmittelbare Ausstrahlungen der absoluten Einheit sind. Zehn Einer bilden wieder eine Einheit des Zehner bis hundert, zehn Zehner die Einheit der Hunderte usw. Alle höhern umfassen die niedern Einheiten, und insofern das Niedere auch in dem Höhern enthalten ist, so geht die wechselweise Gemeinschaft hervor. So der Ordnung z. B. der Hunderte sind alle 1 bis 100 enthalten, unter der Ordnung Tier auch Zahlen immer mehr nähern, so steigen in der Ordnung der Tiere auch die niedrigsten von ihrer Stufe immer höher und wachsender hinauf, bis endlich die höchsten Glieder am Menschen sich anschließen, ohne ihn doch je erreichen zu können. Das unendbesonders die Zahl 4 so heilig war; die 4 war ihnen die heiligste Zahl, ein wahres ap/yrév; daher schworen sie auch bei der Zahl 4, und ein Eid bei der geheiligten rerpaxrvs war der heiligste, der sich denken läßt. In ihr liegen alle Symphonien und Kräfte der Natur; 10 ist die Zahl des Weltalls oder des ar schlechthin. stimmungen der Wesen und ihrer Wirkungen macht die Harmonie des großen Ganzen aus. Daher Pythagoras die Astronomie und Harmonie als genau verbundene Zweige einer und derselben Grundwissenschaft betrachtet. Er macht einen genauen Unterschied zwischen den Zahlen und dem Zählbaren: jene sind Bestimmungen und beziehen sich allein auf geistige Größen; dieses hingegen Unter alle Geschöpfe des Tierreichs, und sowie sich von I bis 100 die scheint, weil sie die Sache nicht verstehen.“ Wir sehen daher einigermaßen, warum den Pythagoräern Nach dem Pythagoras sind die Zahlen der Dinge das, was in dem göttlichen Verstande zu Grunde liegt, und wonach die Dinge selbst so und nicht anders zum Vorschein kommen. Die sind. liche Abweichen der Tiergattungen sowohl von als selbst unter einander entspricht gleichfalls den Verhältnissen eine einzige sich in unendliche der Zahl, wo Brüche zersplittern kann. Auch jene morgenländische Ausstrahlungslehre ist eben dasselbe, nach welcher immer die niedern Ordnungen aus den höhern entstehen, und diese jene in sich enthalten und sie durchdringen. Oeniwn wieo.n. Von der Mathematik oder der Anwendung der Grundzahlen auf Geist und Körperwelt heißt es im Magikon also; „Die wahre Mathematik ist etwas, daran alle höhern Wissenschaften haften, die gewöhnliche aber nur ein täuschendes Schattenbild der wahren Wissenschaft, deren gepriesene Untrüglichkeit daher kommt, daß man nur materielle Verhältnisse und Beziehungen zu ihrem Gegenman sich bloß an diese hält, kann sie stande macht. Solange freilich nicht irren: da es sich aber mit der wahren Natur der Dinge, auf welcher sie gar nicht beruht, ganz anders verhält, so wird sie auch nie den Zweck einer wahren Wissenschaft erreichen, Vor allen Dingen kommt es auf den Begriff der geraden und krummen Linie an. Wenn man letztere als eine Vereinigung mehrerer unendlich kleiner gerader Linien erklärt, so ist dies ebenso grundfalsch und von den wahren Gesetzen der Natur entfernt, als es ein deutlicher Beweis ist, wie sehr die Menschen geneigt sind, Alles zu verwirren. — Da in der Natur alles seine Unterscheidungszahl hat, so auch diese beiden Linien. Emanation ins Unendliche ist der Gegenstand der geraden, und Beschränkung oder Abziehung von dieser unendlichen Progression der Gegenstand der krummen Linie. Beide sind also einander entgegen und Feinde von einander, deren Zahlen, wie die Aktionen, verschieden sein müssen. Diese Zahlen sind 4 als gerade und 9 als krumme Linie.“ „Diese beiden so wenig willkürlichen Zahlen, an denen die

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Kenntnis alles Intellektuellen und Sinnlichen haftet, bleiben durch alle Grade der Quantität dieselben. Denn die größere oder geringere Dehnung der geraden und krummen Linie sind nur Stufen und Potenzen der Aktion und Dauer, da alle Resultate dieser verschiedenen Stufen sich immer wie 4 zu 9 verhalten müssen. Hieraus allein erxiárt sich aller individuelle sowohl, als gegnerische Unterschied der intellektuellen und sinnlichen Naturen. Daher kommt es, daß die Individuen derselben Klasse verschieden sind, und doch Ein Gesetz, Eine Quelle, Eine Zahl haben. Daraus erhellt endlich cie Nichtigkeit aller in der Geometrie willkürlich angenommenen Conventionalzahlen. Die Bedeutung der krummen und geraden Linie möchte ein Schlüssel zu manchen Geheimnissen der Physiologie und Physiognomik sein. Denn auch hier offenbart die gerade Linie Stärke, Zentralenergie, Verstand, hingegen jemehr Zirkelform, desto weniger Durchdringung und Festigkeit, desto mehr sinnlicher Kreislauf, Bestandlosigkeit. Und überhaupt erstreckt sich die Bedeutung der Zahlen 4 und 9 der geraden und krummen Linie, nicht bloß auf Form und Aktion der menschlichen Seele, sondern auch auf die ganze Sinnlichkeit und Energie ihrer Prinzipien. Menschen der ersten Art zeigen sich in Gedanken wie feurige Strahlen, sowie ihr Stil gerade und pfeilartig ist; die letzteren hingegen umkreisen, reden und schreiben periodisch und auf zweitausend. Zu seinen nächtlichen Unterweisungen ließ er aber wenige zu. Er teilte nämlich seine Zuhörer in öffentliche und geheime ab. Zu den erstern wurde fast jedermann zugelassen, weil seine Vorträge in Ermahnungen zur Tugend und Warnungen vor dem Laster bestanden. Die zweiten aber waren seine eigentlichen Zuhörer, die mit vieler Prüfung gewählt wurden und in Gemeinschaft der Güter stehen mußten. Vorzüglich mußte ein pythagoräischer Jünger die Begierden überwinden lernen, von vielen Dingen sich enthalten und überhaupt streng nach seinen Vorschriften leben. Wer die Prüfungen nicht aushielt, wurde für tot angesehen. Eine vorzügliche Berücksichtigung für die Lehre der Magie verdient besonders Plato, nicht bloß deswegen, weil er die vielen abergläubischen Meinungen des Volkes von Magie, Dämonen und Geistern, die sich in der Luft, im Wasser usw. auf verschiedene Weise und Gestalt dem Menschen offenbaren sollen, reinigte und zu philosophischen Grundlehren erhob, sondern ganz besonders deswegen, weil seine geistige Lehre und zur Vereinigung einer Schule, nach seinem Namen genannt, Anlaß gab, deren Mitglieder zu den vorzüglichsten Verteidigern der Magie gezählt werden dürfen: ich meine die Neuplatoniker zu Alexandrien. — Ich will von seinen Hauptansichten hier Einiges anführen und damit den Anfang machen, Aus den bisherigen Proben erhellt, daß die Zahlencharakteristik was Plato von den Zahlen sagte. Plato preist denjenigen glücklich, der die ‚geistigen Zahlen der Unsrigen mit einer viel ältern in Verbindung steht, über die versteht und den mächtigen Einfluß erkennt, welchen das Gerade sich und Ungerade auf die Erzeugung und die Kräfte der Wesen hat. Die Kenntnis der Naturzahlen dient nach Plato zur Untersuchung gefallen daher dem sinn!ichen Ohre so wohl.“ mehr sagen ließe, wenn die echte und vollständige Theorie des Pythagoras sich davon erhalten hätte. Zwar ist Pythagoras nicht der Erfinder seiner kosmologischen Zahlenlehre gewesen, sondern, wie Thales, durch die Ägypter darauf geleitet worden, des Guten und Schönen. Ohne dieses Geschenk der Gottheit kennt man weder die menschliche Natur nach ihrem göttlichen deren heilige Zahlen des Weltalls unter dem Namen der hermeund sterblichen Teil, noch den Grund der wahren Religion. Die tischen liegt Zahlen sind die Ursache der Weltharmonie, und der Erzeugung doch der eigentlichen Quelle dieser Art von Symbolik viel näher, aller Dinge. Wer daher seine Zahl verläßt, der verliert alle Gemeinschaft mit dem Guten, und wird allen Unregelmäßigkeiten als was bekannt sind: aber die echt pythagoräische Theorie die spätern Halbpythagoräer und Neuplatoniker davon sagen, auf deren Mutmaßungen und Erklärungen man sich selten verlassen kann. Pythagoras selbst war ein so schöner Mann und von so majestätischem Ansehen, daß seine Schüler ihn für den Apollo hielten. Er kleidete sich in weiße Leinwand und war immer sehr rein. Weiß sei das Licht und alles Gute; schwarz die Nacht und das 26 Böse. Die Anzahl seiner Zuhörer rechnete man zuweilen zu Teil. Selbst die Verehrung Gottes, woraus alle übrigen Tugenden fließen, beruht auf der wahren Kenntnis der Zahlen: der Weise hat sie daher vor allen Dingen zu studieren. Die Seele ist unsterblich und hat arithmetischen Anfang, sowie der Leib einen geometrischen hat; sie ist das Bild eines überall verteilten Geistes, hat selbst Bewegung und durchdringt von der Mitte aus den ganzen Körper ringsherum. Sie ist aber nach übereinstimmenden

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Zwischenräumen geteilt, und macht gleichsam zwei miteinander verbundene Kreise. Den einen nannte er die Bewegung der Seele, lebt nach der göttlichen Natur und wahrhaft. (Plato de Republ. VI). .. Wir kónnen also durch unsere Seele wirklich Gott erreichen, nähern und betrachten, und jene Betrachtung überfüllt den andern die Bewegung des Alls und der Irrsterne. Auf diese uns ihm Art sei die Seele in der Mitte geteilt, und mit dem AuBersten in uns mit der höchsten und wahren Freude, und macht uns selig.“ Verbindung gesetzt, erkenne, was ist, und Gott hat in die menschliche Seele ebenso wie in die Weltscele, bestehe harmonisch, weil sie in sich selbst die Elemente nach einer bestimmten Harmonie hat. Wenn ich jener mystischen Zahlenlehre Erwähnung tue, so von der sie ein Teil ist, die Begriffe oder Bilder von allen Dingen gelegt, die aber in ihr verdunkelt werden, wenn sie in die finstere Höhle des Leibes kommt. geschieht es nicht ohne besondere Absicht. Einmal hören wir die Es ist nicht ganz zu übergehen, was sich bei Plato von einer Heroen des wissenschaftlichen Altertums selbst, welche jener Zeit himmlischen Vorgeschichte des Menschen findet, indem er sogar noch näher waren. wo die Mystik nicht bloß religiöse und poeeinen seiner Hauptbeweise für unser künftiges Leben aus dertische Gegenstände, sondern auch gewisse, unenthüllte Naturwahrheiten in Rede stellte; andernteils soll damit nicht verschwiejenigen höhern Lebensart hernimmt, die der Mensch führte, ehe gen richtiger tiefer seiner Flügel ist, so soll sein ganzes Bestreben dahin gehen, diese Sinn enthalten sein möchte, und nicht bloß ein müßiges Spiel eines phantasierenden Scharfsinns. Denn durch die großen Fort- Flügel wieder zu gewinnen. Hierzu dienen vor Allem die Reinigungsmittel der wahren Philosophie, wozu die Weihungen in den schritte der neuern Geheimnissen (Mysterien), die Vollendung gehören. bleiben, daß doch in jener Zahlenlehre ein Chemie erhält der altertümliche Satz: daß er die jetzige kannte. Da diese letztere nämlich bloß ein Verlust Denn verbestimmtes Zahlenverhältnis der Körperwelt durchwegs entmittelst der wahren Philosophie erhebt sich die Seele von den spreche, eine unerwartete tiefe Bedeutsamkeit. Die Stöchiometrie sinnlichen und materiellen Dingen zu den ihnen eingedrückten zeigt nämlich unwidersprechlich bei den letzten Verbindungen der Gestalten; von diesen zu den selbständigen Dingen, und durch Molecularstäubchen Hilfe dieser endlich ohne sinnliche Mittel zu dem Wahren und Guten selbst, zu der einfachen und unvermischten Urquelle. Sehr hervorstechend ist hierüber das, was Plato in seinem Politicus, ein eine von Gott ebenso streng im Kleinsten angeordnete Gesetzmäßigkeit der Zahl und der Form, wie sie sich in der großen Natur am Himmel zeigt. Wenn der heutige Natur- Naturkräften bescheiden wird und gleichsam unwillkürlich in eine Protagoras, Gorgias, Phädrus, Phädon und Timäus sagt. „Alle jetzigen Verhältnisse, heißt es, rühren von einer mit dem religiöse Stimmung verfällt, vor dem Allmächtigen verstummt und Menschen und der ganzen Natur vorgegangenen Revolution her. ihn aus tiefster Seele anzubeten sich gedrungen fühlt, bekommt Es gab eine Zeit, da die Menschen sich nicht fortpflanzten (ganz wie Jakob Böhme); darauf folgte eine andere des Erdengeschlechts, in der man jene Vorgeschichte nach und nach vergaß und darforscher mit einer gewissen Scheu vor den bewunderungswürdigen er nicht dann eine gewisse Verwandtschaft mit dem mysteriösen Pythagoras und Plato? Plato’s fernere Lehre von der Seele, welche die Alexandriner so begierig aufgegriffen haben, lautet also: „Unsere Seele ist ein Teilchen des göttlichen Hauchs, daher wir auch mit Gott verwandt sind: und unserer Seele sind die göttlichen Ideen angeboren, und werden selbst aus dem Anblick der göttlichen Dinge geschöpft. — Bevor sie mit dem Leib vereinigt war, lebte sie in Gott; auch jetzt noch mit dem Leib bekleidet, kann sie jener göttlichen Betrachtung durch Bekämpfung der Leidenschaften und durch beschauliches Leben teilhaftig werden (Plato in Phaedro). Wer immer sich zum Wahren erhoben (óros ó»), d. h. über das, was ohne Veränderung, ohne Zeugung und Verderbung ist, dieser 28 um immer tiefer sank. Ursprünglich brauchte der Mensch weder Künste noch Gesetze, weil er Alles selbst hatte, ein lebendiges Gesetz in sich trug und ein lebendiges Bild der Wahrheit selbst war. (Timäus). In dem Gorgias sagt er: „Unser jetziger Zustand ist eher dem Tode als dem Leben ähnlich, und ohne Reinigung kann der Mensch von den Übeln dieses Lebens nicht befreit werden.“ Im Gastmahl beschreibt er den ursprünglichen Menschen als von männlich-weiblicher Natur in einer Person (Anthropin, Hermaphrodit, Kamiort der Perser, Adam Kadmon der Kabbalisten usw.). Der Phädrus enthält unvergleichliche Stellen über das, was der Mensch

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Teil der Seele in der Leber die Rede ist. „Denn, heißt es, nicht als Verständiger wird der Mensch der gottbegeisterten und wahreinst war, und was er wieder werden kann. ,,Ehe sein Geist durch den Verlust der Flügel in die Sinnlichkeit sank und verkörpert wurde, wohnte er unter den Göttern in der lichten Welt, wo Alles haften Weissagung teilhaftig, sondern wenn er entweder im Schlafe des Gebrauches der Vernunft beraubt, oder durch Krankheit oder wahr und hell ist. Hier schaute er bloß als reiner Geist. Jetzt aber ist er schon glücklich, wenn er die Gestalten der Sinnesbilder als Abdruck nützt, um aus ihnen nach und nach wieder zu sammeln, was ihm zur verlornen Wissenschaft des allgemeinen großen Lichts den Weg bahnt und die Spur zeigt. Dazu dienen irgend durch eine Begeisterung seiner nicht mächtig ist.“ Einer der strengsten und tüchtigsten Nacheiferer des Pythagoras, der durch seine Wundertaten und magischen Künste sich so berühmt machte, daß man ihn sogar in die Zahl der Götter vor Allem die Mysterien, die ihn teils an das Heilige wieder ersetzte, ist Apollonius von Tyana. Er ist wohl der Erste, von dem innern, teils die Sinne seines Geistes Öffnen, um die Bilder des Sichtbaren zu diesem Zwecke zu nutzen, die aber darum von so man sagen kann, daß seine Heilungen und Lehren offenbar magnetische waren. — Schon in seinem sechzehnten Jahre ging er auf Reisen, um die Tempel in verschiedenen Ländern zu besuchen Wenigen verstanden werden, weil man den ursprünglichen und jetzigen Zusammenhang nicht mehr begreift.“ „Was ein trefflicher Mann im göttlichen Wahnsinn (Ekstase), und in deren Geheimnisse eingeweiht zu werden. Philostratus, der sein Leben sehr ausführlich beschrieben hat, erzählt, Apolloder besser ist als nüchterne Besonnenheit (heißt es weiter), hervorbringt, nämlich das Göttliche, daran die Seele als an einem hell- Orakel des Amphiaraus, nach Delphi und Dodona, nach Ninive nius sei nach Aegea zu dem Tempel des Aesculap, dann zu dem glänzenden Nachbilde dasjenige wieder erkennt, was sie in der und Babylon zu den Magiern, nach Indien zu den Brahmanen, Stunde der Entzückung schaute, Gott nachwandelnd und welches schauend sie notwendig mit Lust und Liebe erfüllt.“ — „Nicht ein nach Ägypten und Aethiopien, nach Kreta, Sizilien und Rom gereist, habe sich zuletzt in Smyrna, Ephesus und Tyana aufgehalten, Übel schlechthin, sagt Sokrates im Phädrus, sei der Wahnsinn, sondern durch ihn kamen die größten Güter über Hellas. Die und sei ungefähr hundert Jahre alt im Jahre 96 nach Christus gestorben. — Allenthalben wo er hinkam, ermunterte er zur Fröm- Sea pavia hatte vier Hauptformen, der pavreny exérvowa; der reAcorıR), migkeit, zum TOYTLKT) und épuwrexÿ pavia. Darin liegt sowohl das negative Element des Menschen, als das positive, was sich als das göttliche kundgibt. Plato räumt der Magie die ganze Gewalt des Eros ein. Von den Philosophen heißt es, 4iAoropoù puvia re xa Baia, wie er ganz in der Macht des Eros steht, und was den Poeten betrifft, so heißt es bei Jon, — ein leichtes, geflügeltes, geweihtes Wesen, das das Nichts zu wirken vermag. Auch die Ansteckung der Ekstase wird dort an dem Gleichnis vom Magnet und den Ringen trefflich veranschaulicht. — „Die Mantik, sagt Sokrates ist vielmehr Weissagekunst, denn Vieles und Herrliches wirkt sie.“ die gefährlichsten Gebet und zu guten Sitten, heilte durch Wunder Krankheiten und weissagte; deswegen wurde er auch von den Heiden sogar Christo entgegengestellt, und weil man noch dazu von seinem Tode keine bestimmte Nachricht hatte, so erklärten ihn die Einwohner von Tyana für unsterblich und widmeten ihm einen Tempel in ihrer Stadt. — Hierher gehörten nun noch die übrigen Pythagoräer und Platoniker, bei welchen man, außer der Lehre ihrer Meister, oft recht viel Lehrreiches findet; über sie soll später berichtet werden. Im Phädon kann man sehen, daß die Mysterien Unterricht über den künftigen Zustand des Menschen erteilen. Im Timäus findet man sehr nachdrücklich behauptet und ausgeführt, daß alles Sichtbare nach dem Muster des Unsichtbaren und Ewigen gebildet worden, sowie unsere jetzige Natur aus dem Ewigen und Unveränderlichen der Lichtwelt und dem Teilbaren der Sinnlichkeit zusammengesetzt sei. Auf die Anschauungsweise des Weissagens hatte Timäus den meisten Einfluß, wo von dem unvernünftigen rATAe