Bardesanes und die griechische Philosophie

Autor
Guenther, R.
Publicado en
Acta Antiqua Academiae Scientiarum
Año
1978
Tema
NUMENIUS
Idioma
Deutsch
Categoría
C7 Filosofía, D10 Moderato, Nigidio, Numenio
Número de archivo
2194

Abrir PDF(se abre en una ventana nueva)

Mostrar texto completo4 páginas

Página 1

Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)
EM. CONDURACHE BUREBISTA Gu ER, Q. Ay 2 méme direction que les intéróts remains, le péril devenait imminent pour Burébista. De Já cotto campagne du roi géto-dace durant les années 50-—48 av. 11 à, qui se prolongen peut-être encore dans certains points, plus difficiles à gagnor. Les résultatsobtenus justifient l'entreprise du roi, puisqu'ils lui ont assuré des moyons économiques, substantiels et la consolidation du front R. GUNTILER BARDESANES UND DIE GRIECHISCHE PHILOSOPHIE clans Ja zone qu'il pouvait, à juste titre, considérer comme dangereuse pour la Nitto qu'il avait commoncéo “Contre Rome. Bucarest. Bardesanes, mit seinem syrischen Namen bar duisan, lebte von 154 bis 222." lr war ein weit goreister Mensch, der in Edessa eine gründlicho Ausbildung in Philosophie, Astronomie und Astrologio erfahren hatte. Ktwa seit 179 beschäftigte or sich mit dom Christentum, blieb allerdings ein selbstiindiger Geist, was ihm später in der Kirche zum Nachteile goreichte, Er versuchte, die christliche Lehre mit Anschuuungen der griechischen Philosophie und der ehuldäischen Astrologie zu verbinden. Bardesanes philosophisch und weltanschaulich einzuordnen, stößt, weil er trotz der Abhängigkeit von philosophischen Strömungen seiner Zeit, otwa von den Neupythagoriern,? originell blieb, immer wieder auf Schwierigkeiton.? Teils Christ, teils Naturphilosoph, teils Gnostiker, teils Astrologe, so schwankt die Meinung über ihn. Unter seinem Namen ist eine Schrift überliefert mit dem Titel «Buch der Gesetze der Linders (faba d-namosé dutrauwatà), die den Historiker immer wieder zu Untersuchungen und zu Vergleichen anregt. In ihrer Anlage stellt die Schrift einen Dialog dur, der in den Anfang des 3. Jahrhunderts gehört, wahrscheinlich in die Zeit des Kuisers Caracalla! In diesem Dialog spielt Bardesunes otwa dio Rolle des Sokrates in den platonischen Dialogen. Schüler, Christen und Zweifler stellen Bardesanes Fragen, die or der Reibe nach beantwortet. Mit den Mitteln des Zwiegespriichs sucht er seine Freunde zum gründlichen Nachdenken gegenüber althergebrachten Vorstellungen zu bowegen und zur Erkenntnis neuer Zusammenhänge zu führen. LA. BAUNSTARK: Geschiehte der syrischen Literatur. Bonn 1922, 8. 12 f. 211.5. W. Durvens: Bardaigun of Edessa und the Hermetica. Annuaire do la Société Orientale «Ex oriente lux», 21 (1969— 1970), 8. 208. 3 IL, H. Somasoen: Bardesunes von dessu in der Überlieferung der grieebischen und syrischen Kirche. Zeitschrift für Kirchengeschichto 51 (1932) 8. 32 È F, Nau: Le livre eae yes pays. Paris 1899. 8. 9; IL J. W. Drivers: Bardaigan of Edessa. Assen 1966, 1 Über div Dutiorung dor Schrift: P. Avururin—R, Stunt: Dio Araberin der alten GueNtHER R., Bardesanes und die griechische Philosophie: AAntHüng | XXVI 1978 15-20. | Ce penseur et astrologue syrien du début du tie s. ap. J.C. connaissait bien la philosophie grecque, notamment Aristote, probablement par Yi l'intermédiaire de _Numénius d'Apamée, Ñ [523 | Welt, L 1964. $. 43 £.; 609, Anm. 3; 612. seta Antique Aculdenmias Scientiarum Hanguricae 26, 1978

Página 2

Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)
BARDESANES UND DIE GRIECHISCHE PUILOSOLMIE R, GON CMR Wichtige Leitsätze der Weltanschaunng des Bardesanes sollen im JolY gonden zusammenfassend und referierend dargestellt werden Der weltanschauliche Optimismus, schon eine Seltenheit im frühen 3. Jahrhundert, ist doutlich erkennbar. Auf die Frage, weshalb div Gottheit die Menschen so unvollkommeu geschuffon habe, dB sie siindigon und schuldig werden, antwortet Bardesanes: Die Gottheit habe die Menschen nicht wie die Werkzouge geschaffen. Workzene oder Sachen muf ein anderer in Bewegung setzen. Die Lyra spielt nicht von selbst, und ein Wagen fährt nicht allein. Das Werkzeng kann auch nicht t von sich nus beurteilen, ob es gut oder schlecht geführt wird. Die Gotthei gab slo sondoru en. habo jedoch die Menschen nicht als Werkzeug geschaff ihnen die Freiheit (herzfa) und ließ ihnen damit auch die Freiheit der eigenen Entscheidung. Jedes Handwerk braucht seinen K ünstler, aber dor Mensch int sein eigener Künstler, der entsprechend seinen Kenntnissen entscheidet. Die Sonne, der Mond, die Sterne haben dagegen keinen freien Willen erhulten. sondern sie sind in ihrer Existenz an bestimmte Ordnungen gebunden. Die Sonne kann niemals sagen: ich erhebe mich nicht zu meiner Zeit; der Mol kann nicht von sich aus verhindern, seine Gestalt zu wechseln; das Meer kann sich nieht weigern, Schiffe zu tragen; dio Berge kónnen ihren Standort nicht verändern, und die Erde kann nicht behaupten. sie würde nichts mehr tragen. Sie können alle nichts aus freien Stücken tun, denn sie sind Werkzeuge und haben keine Freiheit des eigenen Handelns erhalten. Der Mensch dagegen — nach dem Vorbilde der Gottheit geschaffen (mati delähä) — hat die Gewalt, sich selbst nach freien Entschlüssen zu lühren und besitzt die Freiheit. sich für dus Böse oder für das Gute entscheiden zu können. Gerade dics sei dus Große und Bedeutende am Menschen. Erst am Tage des letzten Gerichts werde die Gottheit darüber urteilen, wie die Menschen dic Freiheit. genutzt haben." Durch seinen Willen und durch seine Kenntnisse ist der Mensch in der Lage, das Gute zu suchen mul das Böse zu meiden. Danaeh wird Bardesanes die Frage gestolit, ob nicht die Sünde der menschlichen Natur ontspreche. Er antwortet darauf: Ls entspreche anar der Natur des Menschen, geboren zu werden, zu wachsen, zu essen und zu trinken, zu schlafen, zu altorn und zuletzt zu sterben. Dies sind ganz natürliche Dinge.s Die Natur kann auch gar nicht anders handeln, dona sie ist dem Detorminismu verhaftet, aber nicht der Mensch? Dio Tiere folgen ebenfalls der Natur (kidnd). Menschen nur insofern, wie ihr Körper zur Natur in Beziehung steht. Aher in allen Dingen des Geistes handeln sic selbständig, denn sie sind freie Wesen, Herren ihrer selbst und Abbilder der Gottheit (b-sbanwata den d-re' ianaihön medem d-sábin “dbdin «ik bnai here b-mesulté waik daté dalahäa)s Wieder wird Bardesanes cine neue rage gestellt: Hängen das Gute und das Böse nicht vom Schicksal ab? Nun setzt or sich mit der chaldäischen Schicksalsauflassung auseinander und zeige in seiner Argumentation Selbständigkeit sowie große Gowandheit. Er unterscheidet sogar die babylonischen chalditischen Lehren von den ägyptischen, dio seinon Gesprächspartnorn unbokannt sind? Das ist ebwus erstaunlich, denn bishor weiß man noch nichts von Reisen des Bardesanes nach Alexaudria, aber woher sollten dieso Kenntnisso sonst stammon? Wäre darüber etwas in den Bibliotheken Edessas, dann wüßten gewiß seine belesonon edessenischen Gesprächspastner davon. Nutürlich, so meint Bardesanes, hängt nicht alles von unserem Willen ab, und die Existenz des Schicksals sollte man nicht bestreiten. Im Lebon der Menschen gehe nicht alles nach seinen Wünschen und nach seinem Willen. Armut, Roichtum, Krankheit, Gesundheit --- dies und Ähnliches stehe nicht in uusorer persönlichen Macht und hiinge vom Schicksal ab. Aber dieses regiere die Menschen nicht allmichtig; denn durch das Bewußtsein und durch den Willen hat der Mensch etwas Göttliches in sich, und das Göttliche stehe über dem Schicksal. Das Schicksal (felga) kann das, was sich auf den menschlichen Körper bezieht, beeinflussen (2. B. durch Leidenschaften und plötzliche Krankheiten). Der Natur entspricht z. B. die normalo Geburt, aber das Schicksal kann eine Mitigeburt bewerkstelligen. Dio Natur gibt don Menschen ausroichendo Krnihrung, aber das Schicksal kann Mißornten, Seuchon und Hungersnito bewirken.” Die Natur fordert, daß die Alten über die Jungen rechten, daß die Starken die Schwachen lühren; aber es is nach der Meinung Bardesanes' das Schicksal, wenn es manchmal umgekehrt ist. Das Schicksal wird von dor Stellung der Planeten bestimmt, aber auch diese sind der Gottheit am ‘age des Weltgorichts reebeuschaftspflichtig. Deshalb ergänzen sich die Freiheit des Menschen (Aeräfch d-burnasa). dio Natur (kind) und dus Schicksal (helga). Dieso drei Dinge bestimmen im Zusammenhang die menschliche Existenz." Nür die Sünden sind die Monsehen jedoch dureh ihren freien Willen vollkommen selbst verantwortlich; dafür können sie das Schicksal oder die Natur oder die Gottheit nicht verantwortlich machen. Auch dio Gesetze, dio sich die Mensohen geben, sine unterschiedlich, weil der freie Wille dor Menseben nicht überall gleich ist. Für die Gesotzo und dio Kegiorungslornen der Völker ist das Schicksal völlig unschuklig. Bardesanes zieht nun zum Vergleich Gesetze dor Serer, der Inder, Persor, Baktrier, Araber, zugrunde gulogi. Die news 'Text3 fs wurde der Text von FL Nau, ed. Paris 1899 mir nicht zur Verfügung. fed. Nav, S. Il. ed. Nau, 8. 18 ausmabe von 11 3, W, Drivers, Asson 1965, stad Mod. Nau, S. 16. Sted. Nau, S. 18. sed. Nan, S, 6. Tod. Nau, S. 10. Arta Antigen Academie Serntiarios Mogi iene 26, 1973 Leto Antiqua Academine Scientinrum Uunyaricte 26, 1978

Página 3

Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)
R. GÜNTHER BARDESANES UND DIE GRIECHISCHE PINILOSOPIILE 19 Grtechen, Parther und anderer Völker heran und weist, nach, daß die Planeten und ihre Konstellation für die Gesetze, Sitten und Gebräuche der Völker nicht verantwortlich gemacht werden können, Die menschliche Freiheit, sich Gesetze zu geben, ist nicht vom Schicksal abhiingiy. Am Ende, nach 6000 Jalon Geschichte, entsteht eine neue Welt, in der es nichts Böses mehr gibt, Frieden deckt sich nur zwn Teil mit der stoischen Moralphilosophie, die nur den Weisen der gesamten Naturon (w-h@toë sind waslämäa men marhabléh zu handeln oder nicht zu handeln.»?? «Als froiwillig durf das gelten, dessen en, der Herrin und Wohlstand werden durch die Güte der Gottheit herrschd-märi ä d-kulhôn kind). Damit schließt der Dialog ab. Jede moderne Beschäftigung mit den philosophischen Anschauungen des Bardesanes muß von dem grundlegenden Buch von 11. J. W. Drijvors eBurh duisan of Edessas, Assen 1966, und auch vom Aufsatz von Hans Heinric der in Edessa von anes «Bardes Schaedor ausgehen, den er unter dem "Titel Überlieferung der griechischen und syrischen Kirche» in der Zeitschrift für Kirchengeschiehte (1932), Band 51, 8. 21 ff. veroffentlicht hat. Dem «Buch der Gesetzo der Länder» soi ein kosmogonisches Gedicht des Bardesanes zur Seite gestellt, das in späteren syrischen Quellen, bei Theodor bar Konai (8 Jh.) und bei Mose bar Kepha (gest. 903) überliefert ist. Dieses Weltentstebungsgedieht schließt sich inhaltlich dem »Buch der Gesetze der Länder» an. Darin vertritt: Bardesanes die Auffassung, daß die Welt aus hamáa itié, d. h. aus fünf Elementen oder eigentlich wesentlichen Grundprinzipien entstanden ist: Licht, Wind, Wasser, Feuer und Finsternis. Schacder hat nachgewiesen, daß dieso Auffassung der stoischen Naturphilosophie entstammt. Anstelle des Äther erscheint bei Bardesanes das Licht und an der Stelle der Erde die Finsternis. Diese Änderungen gehen wiederum auf iranische Binflüsse zurück. Ich bin der Meinung, daß die Beziehungen des Bardesanes zum griechischen Denken und zur griechischen Philosophie noch deutlicher hervorgehoben werden können. Sein Kreiheitsbegriff ist 2, D. aus dem vrientalischen Denken kaum ableitbar. Syr. héra, júd. aram. und hebr. hor bezeichnen den Freien, den Freigeborenen, den Adligen oder im Plural die vornehmen Geschlechter, die Adligen. Wo im Syriseben das Substantiv hörätä außer bei Bardesanes noch den freien Willen bedeutet, handelt es sich um späte jakobitische Lite-17 ratur.16 Im Alten Testament ist jedenfalls diese Deutung "nicht. beleghiur. Die griechische Polisfreibeit hob der jüngere Cyrus im Kampf gegen neinen Bruder als glückliches Besitztum hervor: Game obv Éveude drdpes dor tips Der Begriff des freien Willens auf Grund selbständig erworbenor Kenntnisse und nach Kenntnis der Dinge selbstvorantwortlich entscheiden zu können, wirklich frei sein läßt. Viel cher ergeben sich für die Binordnung dieses Begriffes Beziehungen zur Philosophie des Aristoteles. «Der Mensch handelt freiwillig», heißt es in der Nikomachisehen Ethik. «Es steht in der Macht des Menschen bewegendes Prinzip in dem Handeln selbst liegt, wobei er ein volles Wissen von den Einzehunständen der Handlung hat.»?! Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, kommt der Mensch infolge seiner Sachkenntnis zu einer richtigen xouatoeats, d.h. Entscheidung. Ähnlich wie Bardesanes bringt Aristoteles die Rechtsverhiltnisse und Stautsverfassung der Menschen mit verschiedenen unterschiedlichen Üboreinkünften der Menschen und verschiedenen Zweckmäßigkeiten in Zusammen- ?® hung. Wie Burdesanes die menschliche Willensfreiheit von Gott herleitet, so ist der voös im Menschen, also eine wesentliche Voraussetzung der richtigen Entscheidung, ein decor, etwas Gottliches. «Der vot¢ ist der Gott in uns», heilt es auch im Protreptikos.4 Epiphanius bezeugt im Panarion,? Bardesanes set kundig év taïc öval pAdooats, ‘Elinvaij te dtadéxtm zul Ti civ Lógov povij. Er konnte sich also selbst bei griechischen Autoren informieren und hat, wie mehrere moderne Autoren hervorhobon, das Christentum mit gricchischer Bildung verbunden, Bardesanes scheint auch allgemein ein griechisch gebildetor Mensch gewesen zu sein. Im «Buch der Gesetze der Ländern gemahnt der Satz: «Die Sonne kann niemals sagen: ieh crhebe mich nicht zu meiner Zeit» an das Heraklitfragment Nr. 94: "Los yde ody vaspfijostai pérpa . . 28 Dazu möchte ich noch eine Hypothese vortragen. Ich erinnere an die merkwürdige Gottesbezeichnung bei Bardesanes márid d-kulhön kiîné: Herr aller oder der gesamten Naturen. Diese Bezeichnung ist nicht auf christlichem Boden gewachsen; auch spätere syrische christliche Texte nennen Gott höchstens mürekol, d. I. 3,11, thevdeptas, is xdxtnode ral Mc Öpäs rye eddursiortcey, 8 11J0n. NO. 24,3, Mila. #34, 1)11b; vel. 5,10, 1136b; 6,13, 1144n. 235,10, 1135n. 47,34, 11535; vol. 10,7, 1177u— 10,9, 11790. Bed. = 10e W (8. 45). Nau, S. 29, 26 56,1 == Wad Nau, N. 58. u re pe st wine Übersetzung von griech, ofiodass EL TE SCHABDER, n a 0.5, 50. Ue cau, S 30 in der Chronik des Josua, Styliles 6,18. “ZB. Vi. Neben. 6,17: 7,5; Jerom. 27,20; 39,6. Y Xenophon, Anabasis 1 7,4 Arta Antigua Academica Seientiara Huuyarime 36, 1978 A IL 338-341 ed. Holl, 2H, II, Scnabpiat, 0.0.0.8, 22; vgl. auch LL Luerrzmann: Geschichte der alten Kirche. 11 Berlin 196. 8. 268: «Das ist, sittlicher Optimismus, der vom Gricebentum her bestimmt ist...» 271, Dieis: Die Fragmente der Vorsokratiker, 10, Auf), bg. von W. Kranz, L (Berlin 1961) 8. 172, Acta Antigua sloudemine Scientiarum MMrngaricue 26, 1978

Página 4

Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)
RK, GÜNTHER: HARDESANES UND DIE ORIECIUSCUE PHILOSOPINE “Horr der Gesamtheit, aber nicht Herr aller Naturen. {ch vermute, daß Bardesanes hier griech. tÓv advter dh. tà adrre als Bezeichnung der Natur einfach ins Syrischo übersetzt hat, ru zarte als Naturbegriff, als Zusammenfessung des Alls, findet sich bei den Orphikern, bei Horaklit, Xenophunes, Anaxagoras, Demokrit, Parmenides, Empedokles und bei Zenon, wie schon ein Blick in das entsprechende Stollenregister im 3. Band der Vorsokratikerfragmente von Diels zeigt.?° Zum Beispiel heißt. es im Fragment Nr. 64 des Heraklit:3! za di aávta olaxileı Kegavrós (Das Weltall aber steuert der Blitz). Zeus wird von Pindar in den Isthinien 5,53 6 sdrtow xéptos genannt. In den Zeushymnen des Cleanthes heißt er auch Ururos fautdede ded ravtds.* Als Gottheit des Weltalls, Herr dor Natur, erscheint Zeus bei verschiedenen Autoren. Bei Demokrit ist Zeus im Fragment Nr. 30 der Herrscher über dio gesumto Natur: fuordeds odtes tar névrwr. Die Vermutung liegt nabe, dai Bardesanes bei seiner Formulierung maria d-kulhôn kidné sich von dieser oder einor ähnlichen griechischen Ausdrucksweise und Vorstellung leiten ties. Das bedeutet nicht, dal andere Binflüsse fehlen. Auch die Buddhisten kennen die Willonsfreiheit, und da Bardesanes auch ein Buch über Indien geschrieben hat,% und außerdem mit einer indischen Gesandtschaft in Edessa zusammontraf, die auf dem Wege zu Kaiser Holiogabalus war, sind solche Einflüsse nicht auszuschließen. Ebenso muß mau auf einen Grundsatz der zoroastrischen Lehre hinweisen, daß der Mensch selbst darüber die Entscheidungsfreiheit besaß, ob er erlöst oder vordamms wurde. Hermetischo Einflüsse sind besonders von Drijvere nachgewiesen worden. Es ist anzunehmen, dal} Bardesanes eine Kompilation der griechischen Philosophie, ähnlich der des Diogenes Luertios vorgelegen hat. Diogenes Laertios scheidet aber aus; einmal ist er wahrscheinlich jünger als Bardesanes, zum anderen fehlt die aristotelische Lehre iiber die Willensfroiheit gerade bei ihm. Vielleicht war es Numenios von Apameia, der um 160 lebte, und auch Lehren der Magior, Ägypter, Brahmanen, Juden und Guostiker in seine Arbeiten miteinbozogen hatte, Leipzig. 29 Syrischer Text von Eusebius' Kirebenzesehichte 10,4,9 (ed, Bepsan 368,9) und im Troetat des Thomas von Edessa de nativitato Jesu Christi 31,19, 2° Band 3, Berlin 1960, 8. 340b—34 La. “Band 1, S. 166. Vern 14, 33 Vgl. besonders Aischylos, Agam. 160 11.5 355 1%; 1563 f. 38 A, Dirus: a. a, O, Band 2, Berlin 1960, S. 151, 12 F. 35 Pragmente bui Porpbyrios, de abstinentia 4,17 und in der Anthologie des Stobaios 1,3,56; 66 IT. 35 Bardaigan of Edessa and the Jlermetica, a. a. O., S. 190 ET. 7H. J. W. Drivers: a. a, O., S, 207. Acta Antares Aoudemine Seientiarum Uungaricua 26, 1973