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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Schreibkunst als Mysterium
Diese — der Traditionen über die Herkuaft der Buchstaben
hat wohl gezeigt, daß im griechischen Altertum den Schriftzeichen an
sich noch há ine w eihe innewohnen konnte wegen ihres göttlichen Ursprungs. Den besaßen sie nieht in dem Sinn, wie man es im Orient oder
im altgermanischen Norden glaubte.
Es hat keinen antıken Gott yeeben, Jessen Funktionen mit der Schreibkunst wesentlich zusammenhängen, und was ein Heros erfunden hatte, war deshalb noch nicht
heilig. Dieser Glaube scheidet also als Quelle für griechische Alphahetk und
mys
-magie aus.
Für den Analphabeten bildet die Kunst des Schreibens leicht ein
unheimliches Mysterium, und derer wird es in der „unschuldigen Zeit“
des Altertums (Lachmann) stets viele gegeben haben. Was der Mensch
an Bildung damals besitzen mußte, war unendlich viel weniger als bei
uns, und infolyedessen wurden auch die Anfangsgriinde nicht als etwas
Selbstverständliches gering geachtet. Das Alphabet als Gegenstand des
Wissens war im Athen des5. Jahrhunderts etwas, worüber man ernst
haft reden durfte, selbst vou der tragischen Bühne herab, wie 7elqosartige Fragmente des Sophokles, Euripides, Aguthon, Theodektes!) und
die später zu besprechende pouunetoroeyodie des Nallias zeigen.
Das
Schreiben war für viele eine gewichtige feierliche Handlung. Trotzdem
war dies keine entscheidende Ursache für die Entstehung der Buchstabenmystik.
Diese liegt anderswo.
$2 PYTHAGOREISCHE GRAMMATIK
Der Unterschied zwischen Vokalen und Nonsonanten ist unseres
Wissens im 6. Jahrhundert von den Pythagoreern zuerst beubachtet
worden?)
Wie die Pythagoreer dazu kamen, sich ;
ammatisch zu betätigen, darüber gibt eine Notiz bei Quintilian AufsehluB (instit. erat.
que Evenus etiam subiectam grummatieen musiene
1 10, 17) Arehyt
putaverunt. Sie rechneten die Graumatik zur uovo.
Die ungeheure Entdeckung des Pythagoras, dab die musikalische
memprialie
VII 5,
wornus wohl
zu schließen ist,
daB sich in dem Tempel des
Apollon Lrosguos zu Sikyen ein Buchstabenorukel (vgl. darüber unten den besonderen
Abecbmitt: Wefand, Plster, Wochenschrift £ kl. Philologie 31 11914) 477 f. Uber die
relative Berechtigung dieser atpruura 8
Lenormant bei Daremberg Saglio I, Paris
1978 pi 205
1F
1)
Enripides
hat
im Ogorty die
artıg Iwechrieben, ebenso
qoxhis
di
rovre
Agathon
ndcetizigion
Buchetulen
trot
eee yar segotueroy Athen, X BO y. 460 f
2)
Aristot
Kühn; Varro bei
metaph
des Namens
und Theodektes
Pr
(Athen
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Once yelqoy-
454 Le) xed Yaaurverxö
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117 Nanck®
MV 6; Hippokr. veel ¿Bo sti Erm., m dmg | yp Gah
tell, 11] 30, 2 und 18; alles bei Roscher, Hebdomadenlehren 27
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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Grammatik und Musik
Tonhöhe von der Länge der tönenden Saite abhänge, hat die Mitlebenden geradezu berauscht und wie kaum jemals ein anderer naturwissenschaftlicher Fund das Denken Späterer bestimmt. Die Töne hatten sich
als verkörperte Zahlen
herausgestellt, die qualitativen Unterschiede
waren auf quantitative zurückgeführt. Der tiefe Sinn der Musik war der,
daß sie Klang gewordene Zahl ist. In der Zahl hatte man jetzt einen *
Schlüssel, der alle Tore zu öffnen verhieß. Sie war das Wesentlichste am
Kosmos, vielleicht das Wirklichste überhaupt, das Symbol der Vernunft
Die schönsten Sätze darüber stehen bei Philolaos (fr. 11 Diels): Kenntnisspendend ist die Natur der Zahl und führend und lehrend für jeglichen in jeglichem, das ihm problematisch und unverständlich ist. Denu
gar nichts von den Gebilden wäre irgend einem klar, weder ihr Zusich noch
des
einen
zum
andrem,
wenn nicht die Zahl
und deren
Wesen wäre. Nun aber wirkt diese durch die Seele hin in die Empfindung gestaltend alles erkennbar aus und gesellig, nach des Gnomons
Natur, gibt ihnen Leib und scheidet voneinander alle die Glieder der
Gebilde als unendlicher wie als begrenzender. ... Sehen kann man
nicht nur in den dämonischen und göttlichen Gebilden die Natur der
Zahl und ihre haltende Macht, sondern auch in allen menschlichen Wer- .
ken und Worten allenthalben und hin durch alle Schöpfungen des Bildens und hin durch die Musik.!) —
Fällt also die Grammatik unter die Rubrik Musik, so mußten in
der Tat die Schriftzeichen die Aufmerksamkeit der Pythagoreer besonders auf sich ziehen. Denn sie waren zugleich die Zeichen für die Zahlen
und die Musiknoten. In ihnen, in ihrer Form, ihrer Anzahl und ihren
Verschiedenheiten mußte wohl manches von kosmischer Bedeutung zu
finden sein. Aristoteles erwähnt darüber Folgendes (Metaphys.
N 6, 1095
a 20): éxel zal rd E WZ ovupwriag paoir sive zei, dti éxetrver toslz,
za tadte tote (nämlich dıcreoocgor. dieterte und diereoov). te dè
uvora dv sin totabra, obdty uéla to) veo I zal P ein dv Er Gyuetor
(d.h. man könnte
ja ebenso gut auch den Laut yo durch ein einziges Zeichen
ausdrücken). el 0” Oru dixidotoy rov (¿how Exaoror &i10 0 où, wiruor 0
Ore TOY bvrov Torov Ev ey ¿xdorov Erigloere TO Giyua. OLE TOTO rola
udvov é6rly, GAZ 007 On cl Gvugavla tosis, Exel ahelovs ye al Gvugovia ¿vravda d
oùxéte diverte.
Ebenso wie sie die Dreiheit der
Doppelkonsonanten musikalisch, d. h. metaphysisch, begründet dachten,
1) Deutsch nach Herman Schmalenbach, Das Seiende als Objekt der Metaphysik I:
die erste Konzeption der Metaphysik im abendlündischen Denken
Dissertation Jena 1909 S. 36 ff. [Viel Material dazu zuletzt bei Weinreich, Triskaidekad. Studien RGVV XVI 1 (1916) S. 96 f.]
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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Kosmische Grammatik
anch die Tatsache, daB es gerade 24 Buchstaben
bt (ebenda
1093
D 1): xdd Gre door ro didormue èv te rois roduuası
dad rod A
meds 10 2, zei dad ron Böußvxos dal ti,» atvrdrny vecrir
dv et hoig,
He 6 Ggududz Tous ri ovlogelele tot ovparor, So stellten sie die
Ble
mentargrammatik
in
die
denkbar
kosmischeten Zusammenhänge
xed
dou elyor Öuodoyoruere deriva: iv re rot: Cotiluois zui
reis dpuowats Ads tà ron Of paved adi zul pior, zei 2003 via Gir diezdo.
uno, tutta Omrcyortes Egayouotror,
Dieser Satz aus Aristoteles Metaphysik (A 5, 9863) paßt nicht bloB auf die alten Pythagor
eer: er erschöpft den Inhalt eines beträchtlichen Teils der europäischen
Literatur
bis in die Renaissance hinein
An den Vokalen muBte den Pythagoreern ihre Siebenzahl?)
wıehtig erscheinen. „Sowohl die Altpythagoreer nls auch der
Verfasser der
altionischen (nach andern [vgl. Boll, Neue Jhb. 31 (1913)
8. 137 17.] erst
dem 5. Jahrhundert angehörigen) psendohippokrateischen
Schrift æepi
&Bdoucdeor erblickten in den sieben ionischen Vokalen (Fomjert
a, gora)
oder Urbuehstaben eine der ältesten und wichtigsten
Manifestationen
der heiligen Siebenzahl.”
W. E. Roscher, Hebdomadenlehren S. 145.
Dieser Hinweis anf die Bedentsamkeit der Vokale ist, wie wir
unten
sehen werden, nicht ungehört verhallt.
$ 5.
ELEMENTUM
Recht folgenreich für die antike Wertung der Buchstab
on war es,
daß man sic mit dem Wort ororgeior bezeichnet hat. Durch dieses
Wort
worden die Buchstaben der Schrift für den Griechen, der
vom Namen
einer Sache ans unwillkürlich weitergehendo
Folgerungen zog als wir,
die „Kritik der Sprache“ fing erst an —, in
die Sphäre philosophischer und religiöser Begritle gehoben.?)
Die Wortgeschichte von ororzetow stellt sich nach den Untersn
ehungen von Diels und Lagererantz folgendermaBen dar: Die Ableitung
des
Wortes aroryeio® von oroiyog bei Dior
Thrax, worauf Diels seine
Übersetzung „Reihenglied“ gründet, ist wertlos und verbindet zu niehts.”)
1)
Uber die Siebenzubl Boll in PW x. + Webdomas Bd
gezeigt wird, daß die
Heiligkeit
einer Zahl
sich dann
VI Sp 2552,
heraushildet,
wo
wenn
diese
von ororgeior („Elementum“",
Leip:
Zahl in der Natur wiederholt gegeben ist, su daß der
Mensch immer wieder auf
me hingen onen wird
2)
mg
199
The
Ihelssche Bedentungagesehichte
wird
in entscheidenden Punkten berichtigt durch
Lagererante, Elementhin, eine lexikolsgische Studie
Skrifter utgıfun af K. Humanistiska Vetenskape
Semfondeti Uppsala NI 1, Leipzig, Harrarsowitz
1911.
rn
cine
verwandte
Ableitung hatte
auch
schon
Bedenken
Ps -Saliaà,
‚nen der griechischen Buchstaben“, ed. Mebbelynek,
Muséon N.S,