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4
II MATHEMATISCHER ATOMISMUS
IN DER PYTHAGOREISCHEN UND PLATONISCHEN SCHULE
II MATHEMATISCHER ATOMISMUS
IN DER PYTHAGOREISCHEN UND PLATONISCHEN SCHULE
1. Philolaos aus Kroton
(ca. 470—400 v. Chr.)
1. Philolaos aus Kroton (ca. 470—400 v. Chr.)
Nr. 22: Theo Smyrnaeus p. 18,5 W.
Nr. 22: Fragment aus der Schrift des Philolaos
(= Fr.B12D.)
„Über die Natur“ (?) (Theo Smyrnaeus p. 18, 5 W.)
Kai tà uèv tis oqateas owpara névre évti, tà
év td oaigg ave (xai) böwg xai ya xal ane, xal 6
<Elementen-)Kérper der Weltkugel gibt es fünf: die
in der Kugel: Feuer, Wasser, Erde und Luft; und als
fünftes das die Weltkugel (umfassende) Lastschiff (?)
tas opaigas bAxdc,') neuntov.
[naml. der Ather].!)
Nr. 23: Stobaeus, ecl. 1, 22
(= Aétius plac. philos. p. 334 D. = Fr. A 15 D.)
Ilvdayöpas xévte oxnudtov dvrov otegedv, Ange
xakeïro xaì padmnarızd, éx pév tod xÜBou pnoi
yeyovévos tiv yijv, éx de ts nvoapidos tó mie, Ex
Se tov dxtaédoov tov átoa, Ex de tod eixooaédgou
tò Údwo, x de tod Öwdexatögov tiv tod navrög
opaipav.
1) locus dubius, óhx6s coniecit Wilamowitz
Nr. 23: Die fünf regelmäßigen Körper
(Stobaios, Eklogen 1, 22)
Pythagoras sagt, von den fünf (regelmäßigen) stereometrischen Körpern ausgehend, die man auch ‘mathematische’ nennt, daß aus dem Würfel die Erde entstanden
seit), aus der Pyramide das Feuer, aus dem Oktaeder die
Luft, aus dem Ikosaeder das Wasser, aus dem Dodekaeder
die Kugel des Alls.
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)24—25
Ekphantos
2. Ekphantos aus Syrakus
Ende 5. Jh./Anf. 4 Jh. v. Chr.)
2. Ekphantos aus Syrakus
(Ende 5./Anf. 4. Jh. v. Chr.)
Nr. 24: Hippolytos, Refut. 1, 15 (= Fr. 1D.)
Nr. 24: Abrif der Lehre
133
(Hippolytos, Refutationes 1, 15)1)
"Expavrds tig Zupaxovaros Ey ... ta LÈV MOOT
dôtaigera elvor cdpata nai ragaMayàs avróv
toeig dnéoxeuv, péyedos oxñuo dbvanıy, ¿E dv tà
alodmra yiveodaı. elvar de tó nidos adtav botouévov xai oùx!) Gxeigov. xwveiotar de ta compara
unte inò Bagous unte nAnvis, GAN’ Und Velas duvaLeg, Av voiv xal puxhv rQocayogever. TOUTOU uèv
oùv tov xbopov elvas idéav,?) 5 è xai opaLgosıdf|
tnd delas dvvanewg yeyovévar. tiv de yîjv peoov
xbopov xiveiodar regi TO abriic xévtgov DS odg
ávatolny.
Ein gewisser Ekphantos aus Syrakus lehrte, ... die
Grundbestandteile (der Welt) seien unteilbare Körperchen, die drei Unterscheidungsmerkmale hätten: die
Größe, die Form und die Kraft; aus diesen Körperchen
entstünden die wahrnehmbaren Dinge. Ihre Menge sei
bé, renzt und nicht unendlich. Die Körperchen bewegten
sich nicht durch ihre Schwere oder durch Stoß, sondern
durch eine göttliche Kraft, die er auch ‘Geist’ oder ‘Seele’
nennt. Davon sei nun die Welt ein Abbild, weswegen sie
unter dem Einfluß dieser göttlichen Kraft kugelförmig
geworden sei. Die Erde liege in der Mitte des Weltalls
und drehe sich um ihr Zentrum in Richtung Osten.
Nr. 25: Stobaeus, ecl. 1, 10
Nr. 25: Monadenlehre (Stobaios, Eklogen 1, 10)
"Expavros Zvgaxovotog, els tov Ilvdayogeiwv,
néviwv tà dbraipeta owuara xal td xevóv [sc.
úoyas elvai prow]: tas yao Ilvdayogıxas povadas
Ekphantos von Syrakus, einer aus dem Kreis der Pythagoreer, lehrte, daß die Grundkomponenten von allem die
unteilbaren Körperchen und das Leere seien. Denn er
faßte als erster die pythagoreischen Monaden!) als körperhafte Gebilde auf.
(= Aétius, plac. philos. p. 286 D. = Fr. 2 D.)
oùtos APÓTOS anepHveato ompatixds.
1) oùx Roeper, toto codd.
2) sidévai ldeiv codd., correxit Roeper
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)3. Platon (427—347 v. Chr.)
Aci 52 Aéyew soia xólduota owuara yévout’ dv
téttapa, Avönora pév éavtoic, duvarà de és GA-
Anhwv avrov ditta Sadvoueva yiyveodar' TOÚTOV
yao tuyóvtes Exonev thy dAnferav yevesews negL
yîic te xai nupôs tHv te dvà Abyov Ev LÉO. TOÛE
yao ovdevi avyxwenoöneto, xaddim tovtw 000eva ompata elvai nov xad” Ev yévos Éxaotov Ov.
toùt odv apoduuntiov, tà drapépovra xdAAEL ooua-
Platon, Timaios
135
3. Platon (427—347 v. Chr.)
Nr. 26: Plato, Timaeus (53 c—56 c)
Iloörtov pév ón nüg xai yi xai VÖwg xal ane ou
oœuaté tori, SHiAdv mov xai navti- TO dè tod où
paros eldog nav nai Badog Exel. tò de Baños aw
rúca dvayın tv eximebov negieinpevarn prom: N
dè dott) tis Émrédou Pdoews Ex TOLYOVEV GUVÉOTNnev. tà de Toiywva nüvra Ex Svoiv ÜEXETOL.TELYWvow, piav LÈv dedi ÉXOVTOS Exatégov ywviav, TOS
de dEsiac: Mv tO pèv Eregov éxatéowdev Exer MEQOG
yoviac dodfig rAevoaig vas Siponuévns, TO è Erepov avicots ávido péon VEVEUNUÉVNS. TAvTHY ón
nvoeds GOXHV xai TOV dMwv cmpatwv vrorideueda
HOTA TOV per dvoyang einöta Adyov TOQEVOUEVOL
rac è En toúrov Goxas avattev deos oldev xai
avdowv de dv éxeivo pikog fl.
26
Nr. 26: Lehre von den vier regelmäßigen Urkörpern
(Timaios Kap. 20ff.)!)
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Zunächst einmal ist es wohl jedem klar, daß Feuer,
Erde, Wasser und Luft körperliche Dinge sind; jede Art
von Körper aber hat (neben Länge und Breite) auch eine
räumliche Tiefe; und weiter ist jeder räumliche Körper
notwendigerweise von einer Oberfläche umgeben; gerade
Grundflächen aber bestehen aus Dreiecken?). Alle Dreiecke gehen ihrerseits auf zwei (Grund-)Dreiecke zurück,
die je einen rechten und zwei spitze Winkel haben: das
eine hat auf beiden Seiten einen halben rechten Winkel,
der von gleichen Schenkeln gebildet ist, das andere hat
ungleiche Teile (eines rechten Winkels), der von ungleichen Seiten gebildet ist. Diesen Ursprung legen wir dem
Feuer und den anderen Körpern zugrunde, indem wir in
unseren Überlegungen dem zwingenden Gesetze der Wahrscheinlichkeit folgen. Die Ursprünge aber, die noch weiter
zurückgehen, kennt nur Gott und wer von den Menschen
Gott besonders lieb ist.
Man muß nun also darlegen, dank welcher Eigenschaften vier Körper zu den schönsten geworden sınd, die
— untereinander zwar ungleich — dennoch die Möglichheit
haben, durch Auflösung (in ihre Bestandteile und erneute
Zusammensetzung) auseinander zu entstehen. Denn wenn
uns dies gelingt, dann haben wir die Wahrheit über die
Entstehung von Erde und Feuer und der entsprechenden
(Elemente) in der Mitte [Luft und Wasser] gefunden.
Denn dies werden wir niemandem zugeben, daß es irgendwo schönere Körper als diese zu sehen gebe, jeder in
seiner Art. Wir müssen uns nun darum bemühen, diese
vier an Schönheit überragenden Arten von Körpern (aus
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)tov térrapa YÉVN ouvaguéoaodar xal Pavor iv
TOUTWOV Mud puo ixavós ElAnpévaL.
Toiv ôn ôvoiv teryovorv tò EV icooxedèg ulav
EtAnxev quow, TO dì AQÔUMXES ATEQÉVTOUS" nEOatgeréov odv ad TWv áneigwv TO xGAALOTOV, el HEAhouev dgEsotar xatà todxov. div odv tig Exp) XGAALOV
éxAcEGuevos cinetv cig thy toUVTOV OvOTAOLY, ÉXELVOS
oúx éxbodc dv GAAG pitos xoatet tıdeneda È odv
TOV NOAAMV toryovov xdAAotov Ev, Unzpßüvres
ala, EE ov 10 ivónlevgov teiywvov Ex TELTOV
ovvéotyxev. Bott dé, hoyos mhsiwv GAAG TH TOVTO
eAeyEavrı xal dvevpovi um!) ovrws Exov xeitar
pila tà dba.
TIoononodw di dv tgiyova ¿E wv tó te TOU
avodc xal tà TOV GALwv cHpata pewnxavyntat, TO
uèv isooxedés, tò De teınAfjv xatà dúvaurv EXov Tis
éAatrovos tiv peito nAevoav dei. to dy nooodev
doapas Ondév viv uGAdov ôlopiotéov. ta yao TETtapa yÉvn du’ GAAnAwv eis GAAnAa Épaiveto xavta
veveoıv ÉXELV, 00% d00G>5 pavtatopeva: yiyverar EV
yao Ex TOV TOLYOVOV Ov aeoyonueda YÉVN TÉTTOQO,
toia ev ¿E Evdc tod tac mAEVEdS ávicovs Exovtoc,
TO De TETAOTOV Ev LdVOV ¿x TOU ioo0kEAOÙS TELYWVOU
1) 8h codd., wh Hermann; di) un scr. Ven. 184
54
26
Platon, Timaios
137
ihren Bestandteilen) zusammenzufügen, um dann sagen
zu können, wir hätten die Beschaffenheit dieser Körper
zur Genüge erfaßt.
Von den zwei (genannten Arten von) Dreiecken hat
das (rechtwinklig-)gleichschenklige nur eine Form, das
(rechtwinklig-Jungleichschenklige dagegen unbeschränkt
viele; von diesen unbeschränkt vielen müssen wır nun
dem schönsten den Vorzug geben, wenn wir in gehöriger
Weise anfangen wollen. Wenn nun jemand für die Zusammensetzung dieser Körper ein schöneres Dreieck auswählen und nennen kann, ist dieser für uns, wenn er uns
überlegen ist, kein Feind, sondern ein Freund. Wir dagegen legen als schönstes von den vielen (rechtwinkligungleichschenkligen) Dreiecken dies eine zugrunde, indem
wir die anderen übergehen, von welchem zwei (zusammengefiigt) das gleichseitige Dreieck als drittes bilden).
Warum dies so ist, würde einer zu ausführlichen Erklärung bedürfen; wem es aber gelingen sollte, dies zu widerlegen und aufzuzeigen, daß dem nicht so ist, dem ist in
aller Freundschaft der Kampfpreis bestimmt.
Es sollen nun also zwei (Grund-)Dreiecke den Vorzug
haben, aus welchen der Körper des Feuers und der anderen Elemente konstruiert
.ist, nämlich das (rechtwinklig-)gleichschenklige und dasjenige, dessen größere Kathete
im Quadrat stets das Dreifache der kleineren Kathete im
Quadrat ausmacht4). Was wir vorher aber nur recht
ungenau gesagt haben, soll nun präzisiert werden: Es
schien uns nämlich, die vier Arten von Urkörpern könnten alle auseinander entstehen und sich ineinander verwandeln 5), eine Vorstellung, die unzutreffend ist; denn
es entstehen zwar aus den Grunddreiecken, die wir vorgezogen haben, die vier Arten (von Urkörpern), drei aus
dem einen (rechtwinklig-Jungleichschenkligen; nur die
eine vierte Art ist aus dem (rechtwinklig-)gleichschenk-
Page 5
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Ev.
Tata pév odv Achéxtw neol ts eig GAANAG yevévewg' olov dì Exaotov adrt@v yéyovev eldog xai ¿E
dowv ovurecóviov doidudv, Agyerv dv éxmóuevov
ein. GoËer dm 16 te noWrov elôos xal cuixnedtatov
OVVIOTÄNEVOV, OTOLXEIOV È’ adtod TO THY ÜNOTELVOVGav tis éAdtrovos nAevpüg durdagiav Exov unxer
obvivo dE TOLWUTWYV xatà didpetoov ovvrideuévov
xal TEILS TOUTOU Yevopévov, tac SiauétoOUS xal TS
Boaxeias nhevods eis tadróv ds xévtoov ÉpeLoGv-
EPEENG yeyovuiav’ TOLOUTWYV dè ANOTEAEODELO@V TET-
Taowv noWwrov elôos otegedv, SAov repupepoia ÓLaveuntixòv Eig Lou uéon xai duora, cvviotatat. Ôebtegov ÖE Ex MEV TOV AQÜTOV teryovov, xatà dè
Platon, Timaios
139
ligen zusammengesetzt. Es können also nicht alle durch
Auflösung ineinander übergehen und aus vielen kleinen
Bestandteilen wenige große werden und umgekehrt; bei
drei (Arten von Urkörpern) aber ist es möglich; denn
alle drei sind aus einem Grunddreieck entstanden; wenn
nun die größeren Körper aufgelöst werden, entstehen
viele kleine aus den gleichen, welche die ihnen entsprechenden Formen annehmen; und wenn nun diese vielen
kleinen Körper in die Grunddreiecke zerteilt werden,
würde daraus eine einzige Zahl einer einheitlichen (nicht
mehr weiter zerlegbaren) Masse entstehen, die ihrerseits
wieder eine andere größere Art (von Körpern) bilden
kônnte.f)
Soviel mag genügen über die Entstehung (der Urkôrper
auseinder und) ineinander. Wie aber jede Art von ihnen
ovvaguootév. otxovv Suvatà névra eis GAAnia
daAvopeva x nov opuxo@v ddiya ueyóla xal
toùvavtiov yiyveodoı, ta dè toia olóv te: dx yao
évos dravta mepuxòta Avbéevtwv te tv uertovov
roda ouxoa Ex tv AdTOV GVOTNOETAL, Dexóneva
TÁ APOOÑNXOVTA EAUTOIS OXNMATA, xal ouLxod Stav
ad rola xatà ta toiywva ÖLaonapfi, yevouevos els
Gorduos Evög Syxov péya ásoteltoeiev Gv &AAO eldog
tov, Ev inbrAevoov tolywvov ¿E EE tov Gord uov bvrwwv
yéyovev. toiywva dè ivómlevpa OVVIOTAUEVO TETTapa xatà OUVTEELS ÉMLTÉOOUS ywviag Liav OTEQEUV
yoviav norei, tis aupAvtatnys tov Erınedwv ywvidv
26
55
entstanden ist und aus was für Zahlen sie sich zusammensetzt, wäre jetzt anschließend zu erklären: Den Anfang
wird die erste und, was ihre Zusammensetzung betrifft,
kleinste Art bilden; ihr Bauelement ist das Grunddreieck, dessen Hypotenuse das Doppelte der kleineren
Kathete ausmacht”). Fügt man nun zwei derartige Dreiecke an ihren Hypotenusen zusammen und tut man dies
dreimal, in der Weise, daß die Hypotenusen und die
kleineren Katheten im selben Punkt als Zentrum zusammentreffen, entsteht aus total sechs solchen Dreiecken ein
einziges gleichseitiges Dreieck ®). Vier solche gleichseitigen
Dreiecke, mit je drei Flächenwinkel zusammengesetzt,
bilden (an den betreffenden Ecken) einen räumlichen
Winkel, der dem stumpfesten der Flächenwinkel am nächsten steht.®) Aus vier solchen räumlichen Winkeln entsteht
die erste Art eines stereometrischen Gebildes [das Tetraeder], das die ganze es umschreibende Kugel in flächengleiche und formgleiche Teile zerlegt. — Der zweite
(Ur-)Körper entsteht aus denselben Dreiecken, wobei je
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.
Platon, Timaios
141
icóndevga tTeiywva ÓXTO OVOTÁVTOV, piav ANEQNOOQUÉVOV otegeav yoviav EX tettdowv énintbwvacht gleichseitige Dreiecke zusammengefiigt werden, von
denen je vier Flachen einen ráumlichen Winkel entstehen
xai yevouévov EE totoútOV TO Sedtegov ad compa
lassen; sind nun sechs solche Ecken gebildet, hat auch der
zweite Körper [das Oktaeder] seine Vollendung erhalten. Der dritte (Ur-)Körper entstand aus der Zusammensetzung von hundertzwanzig Grunddreiecken!°) und
zwölf räumlichen Winkeln, von denen jeder aus fünf
Flächen von gleichseitigen Dreiecken gebildet ist, und
weist zwanzig Grundflächen von gleichseitigen Dreiecken
auf [das Ikosaeder].
Das eine der zwei Bauelemente hat nun mit der Bildung dieser (drei Urkörper) ausgedient. Das (rechtwinklig-)gleichschenklige Dreieck jedoch erzeugte die Be-
OUTWG toxev téhos. TO dè TOLTOV Ex dic EENxOVTA TV
OTOLXELWV OVUTAYÉVTOV, OTEVEWYV dè yovidv 5O5exa,
ONO nevre ¿miedo TOLYOVOV lOONÄEVEWV HEQLEXOwévys Exaotng, elxoor Paces Exov ioonAevoous TerYOVOUS YÉYOVEV.
Kai to uèv Erepov dnfAkaxto tHv otoryeiwv
TOUTE Yevvijoav, 10 dè ioooxedèg tolywvov EyEvva
THY TOV TETAQTOY HPVOLV, HATO TÉTTAQU OUVLOTÉuevov, Eig TO XEVTEOV TAG dodàc yoviag cuváyov, Ev
schaffenheit des vierten Körpers: je vier zusammengesetzt,
l0ONAEVEOV TETEAYWVOV arepyaodpevov EE de torwobei die rechten Winkel in einem Zentrum zusammentreffen, ergeben ein gleichseitiges Viereck [Quadrat];
sechs solche Flächen zusammengefügt, bildeten acht räumliche Winkel, wobei immer drei Flächen senkrecht aufeinander stehen. Die Form aber des so zustande gekommenen
Körpers ist der Würfel [Kubus], der sechs Quadrate als
Grundflächen hat. — Da aber noch eine einzige fünfte
Zusammensetzung übrig war, benützte sie Gott für das
All, um es mit den Figuren (der Sternbilder) auszumalen 11),
È
Wenn einer dies alles sorgfaltig iiberlegt und noch im
Zweifel ist, ob man eine unbegrenzte Zahl von Welten
annehmen solle oder eine begrenzte, dann wird man wohl
die Annahme, es gebe unbeschränkt viele, für die Lehre
eines wirklich Beschrankten halten in Dingen, in denen
man nicht beschränkt sein diirfte1?). Ob es dagegen richtiger ist, zu sagen, es gebe in Wirklichkeit eine oder fünf
(Welten), darüber könnte man von diesem Standpunkt
aus schon eher zweifeln. Von uns aus gesehen weist freilich
alles darauf hin, daß es aller Wahrscheinlichkeit nach nur
alta OVUNAYÉVTO YOVÍAS ORTW OTEDEAG ANETEÄEOEY,
xatà toeis Erunedoug 00das ovvapuoodeions Exdons‘ TO SE OXTINA TOD OVOTÁVTOS OMUATOS YEYOVEV
xußırov, EE émnédous teteaywvoucs iconkevoous
Baoeig Exov. Ett De ovoms OVOTKGEWS WLS néuntns,
éxi 10 mov 6 Beds aúri] xateyonoato éxeivo ÓLaCwyeagav.
“A dn tig ei navıa Aoyıbönevog éupelos Anopoi
rrótepov Aneigovg YON xbopovs elvan Aéyerv À néoos
Eyovtag, TO HEV éneipous Hynoatt’ dv Svrws dxeigou
tivos elvat dóyua Ov Éunetpov yoewv elvat, nOtEQOV
de Eva 7 névre adroÙs dAndeig nepuxóras Ayerv
rote MEOOHXEL, MOOV dv tavty orás eixdtws dianogñoor. tò HEV odv è nap” Hudv Eva adtov xatà
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Platon, Timaios
143
tov eixôta Adyov xepuxôta unvuer [deóv],?) dos
eine einzige Welt gibt; ein anderer mag aber aufgrund
de eis Ga xp Bhéwyas Erepa doEoe.
von anderen Gesichtspunkten zu anderen Vorstellungen
gelangen.
Kai todrov pév pederéov, ta e yeyovota viv tH
Doch lassen wir diesen und verteilen wir die in unserer
Ableitung entstandenen Arten (von Urkörpern) auf das
Feuer, die Erde, das Wasser und die Luft: Der Erde
Aoyp yévn Öaveinwpev eis nto xai yîjv xal tdwo
xai déoa. yf MEv di to xufixòv eldos Souev
AXLVNTOTÄTN YAO TOV TETTÜQUY yevdv yi xal TOV
copátov KhaotixHTaTH, páliora de &vayxn yeyowollen wir die Kubusform zuweisen 13%); denn die Erde
ist die unbeweglichste von den vier Arten (der Elemente)
vÉvar TOLOÜTOV TÔ tas Bho dopareotàtag Exov:
und von den Körpern die am leichtesten formbare. Diese
Baar de Y te TÓv xat’ doxds Touyovov trotedévtwv
dopareotica xatà pou À tHv iowv xhevedv tig
tOv aviowv, tO te EE éxatéoov ovvrediv éxinedov
loorAevgov ivondeúpov tetocywvov TELYOVOV KATA
te uéon xai xad” Sho otacmuwrtégws BE dvayane
Beßnxev. 516 yfi pév todro éxovépovrec tov eixdta
lóyov dtaowtouev, batt $ ad tv Aourdv tò
dvoxivytotatov eldoc, 10 è’ eduivyntotatov rupl, TO
de uécov déqu' xai td LÈv opuxgotatov oùua URL,
Eigenschaften kann aber notwendigerweise nur derjenige
Körper haben, der die standfestesten Grundflächen hat;
von den eingangs angenommenen Grunddreiecken hat
aber das aus gleichen Schenkeln zusammengesetzte naturgemäß eine sicherere Grundfläche als das aus ungleichen
56
Seiten zusammengesetzte, und das aus zwei solchen (rechtwinklig-gleichschenkligen Dreiecken) zusammengesetzte
Quadrat ist in seinen Teilen und im Ganzen standfester
als die Grundflache eines gleichseitigen Dreieckes. Wenn
wir also diesen Kôrper der Erde zuteilen, berücksichtigen
wir das Gesetz der Wahrscheinlichkeit. Dem Wasser datò 8 ad péyiotov Üdarı, tò dè uévov dtp xal 1d
uèv dEútatov ad nupi, tó dè Sevtepov dép, tò dè
teitov dati. Taür’ odv di névro, to uèv Éxov
dAryiotas Búcers evxvntotatov dvayxn NEPUXEVON,
TUNTIXWTATOV TE xai SEVtatOV Sv navTY navıov,
Eu te ¿hapoórarov, BE dAlyiotov ouveotós Tv
avr peedv TO 58 Sevtegov Sevtéows tà adtà
taùt Exe, toitws de TO toitov. Zotw ÓN xaTà TOV
2) deóv vel deós nonnulli codd., secluserunt Hermann
et Wilamowitz
gegen teilen wir von den (drei) übrigen Körpern die
unbeweglichste Form zu, dem Feuer die beweglichste, die
mittlere der Luft. Und ebenso geben wir den kleinsten
uwen
Körper dem Feuer, den größten dem Wasser, den mittleren der Luft, und ferner den spitzesten dem Feuer, den
zweiten der Luft, den dritten dem Wasser. In bezug auf
all diese Eigenschaften muß der Körper, der am wenigsten Grundflächen hat, naturgemäß auch am beweglichsten sein; er ist auch am schneidendsten und am spitzesten von allen, ferner auch am leichtesten, da er aus
den wenigsten gleichen Grundbestandteilen zusammengesetzt ist. Der (nach seiner Zusammensetzung) zweite
Körper wird auch in bezug auf diese Eigenschaften an
zweiter Stelle stehen, der dritte an dritter Stelle. So muß
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onéopua: TO de Sevtepov xatà YÉVEOLV EINWUEV GEQOS,
TO dè toitov bdatos. rávra odv di tavta dei diavoeioar opixed OUTWG, WG xa” Ev ExaotOV HEV TOU
yévouc Éxdotov Là cuixgdtyta ovdev óomuevov dp
hav, ovvadooodivrov de nolA@v tods 0yxous
adtov dpdota xai dh xai to TOV dvaloyuov regi
te Ta NANO xai tas xıvnosız xai tas Gas duvaeus mavtaxii tov tedv, Ómpreo À Ths avayxyc
éxovoa. metotetod te bois Uneixev, TOUT navım Öl
àxoieiac axoteAcodeto@v In’ adtod ouvnouoodar
TAVITA Ava ÀOYOV.
26
26
Platon, Timaios
145
denn also gemäß folgerichtiger Überlegung und unter
Beriicksichtigung der Wahrscheinlichkeit die stereometrische Form der Pyramide [Tetraeder] das Bauelement und
der Keim des Feuers sein !*); den seiner Entstehung nach
zweiten Kôrper [Oktaeder] wollen wir als Bauelement
der Luft, den dritten [Ikosaeder] als das des Wassers bezeichnen. — Man muß sich nun all diese Urkörper derart
klein denken, daß wir ihrer Kleinheit wegen einzeln kein
Teilchen dieser Arten sehen, wenn aber viele von ihnen
vereinigt sind, ihre Masse feststellen können. Und was
ferner die Verhältnisse in bezug auf ihre Menge und ihre
Bewegungen und ihre übrigen Möglichkeiten angeht, hat
Gott, soweit es die Gesetzmäßigkeit der Natur, freiwillig
oder ihm gehorchend, zuließ, überall dies alles mit größter
Sorgfalt vollendet und in harmonischen Proportionen zusammengefügt.
Aufgrund von alldem, was wir vorhin über die (vier)
"Ex dî) névrov Ovreo ta yévn meoeionxapev 00
dv xatà tó eixos padot Av ÉXOL. yh pèv ouvruyxóvovoa rupi dioAvbeiod te Uno Ts GEVtHTOS avTOU
péport” dv, eit’ Ev adı@ voi Avieion eit” év dégog
cir” Ev Údatoc Gyx@ TÜXOL MÉXOLUED dv adıng rH
OVVTVXOVTG Ta PEON, NEAL ovvapnoodtvra AdTA
aútoic, yñ yévovro — où yao eis ¿Ao ye eldoc EAdOL
not’ div — vdwo de tnd rvoòg PEOLODEY, eite nal UN’
átooc, éyxwoet yiyveodar ovotávia Ev ev mVEdC
odua, vo de úgooc: ta de ágpos tunpata EE Evög
uéoovg Sualubévios dy dv yevolodnv cmuata reds.
xal múdiv, Stav déoL nvo Údaciv TE Y tive Y] TEDL-
Arten (von Urkörpern) gesagt haben, dürfte es sich mit
ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach etwa folgendermaßen
verhalten: Wenn Erde mit Feuer zusammentrifft und von
dessen Spitzigkeit aufgelöst wird, dann wird sie wohl,
ob sie nun im Feuer selbst oder in einer Luft- oder Wassermasse aufgelöst ist, so lange umhergetrieben, bis ihre Teilchen irgendwie wieder zusammentreffen, sich miteinander
verbinden und wieder zu Erde werden; denn in eine
andere Stoffart könnte siewohl niemals übergehen. Wasser
dagegen, das vom Feuer (in Bauelemente) zerteilt wird
oder auch von der Luft, läßt es zu, daß — treten diese
(Einzelteilchen) wieder zusammen — ein Körper des
Feuers und zwei der Luft entstehen 15). Die Teilchen aber,
die aus der Spaltung der Luft entstehen, ergeben aus je
einem aufgelösten Luftkörper zwei Körper des Feuers.
Und andererseits, wenn eine geringe Menge von Feuer
von einer Masse von Luft, Wasser oder irgendwelcher
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Platon, Timaios
147
av ouixedtega Stav év toig usitoorv noAAoig xeqt-
Erde absorbiert wird und von deren Bewegung mitgerissen und im Kampfe überwältigt und zertriimmert wird,
so verbinden sich je zwei Feuerkörper zu einer (Körper-)
Form der Luft. Wenn ferner Luft iiberwaltigt und zerstiickelt wird, entsteht aus der Verdichtung von zweieinhalb (Luftkörpern) die Form eines einzigen ganzen Wasserkörpers. Denn umgekehrt müssen wir uns das so vorstellen, daß, wenn eine der anderen Stoffarten vom Feuer
erfaßt und durch die Spitzigkeit der Ecken und Kanten
zerteilt wird, diese Teilung schließlich damit aufhört, daß
die Teilchen die Beschaffenheit des Feuers annehmen.
Denn etwas Gleichartiges und mit sich Übereinstimmendes
ist nicht fähig, irgendeine Änderung (an der gleichen
Stoffart) zu bewirken noch von der sich gleich verhaltenden (Stoffart) eine Änderung zu erfahren. Solange aber
AaufBavôueva öAiya Öradpavöneva xataopevvintat,
eine unterlegene Masse mit einer überlegenen, in die sie
ouviotaodor pév édedovra cig THY tod xOATODVTOS
idéav nenavrar xataopevviueva ylyvetal te EX
mvoods ano, EE déeoc Vdwo: tav è’ eis tadta ty xai
tv GAAWY TL GUVLOV YEVOV uayntai, Avoueva od
naveraı, nQiv À navranacıv Odovueva xai dLakvBEvra Expúyy ZOOS TO ovyyevéc, À vixndevra, Ev Ex
NOAA@V Óuotov tH xoathHoavt yevouevov, AUTOU
OVVOLKOV HELM.
gerät, im Konflikt steht, hört dieser Teilungsvorgang nicht
auf. Wenn dagegen die kleineren (Stoffkörper) in geringerer Anzahl von vielen größeren absorbiert werden,
dann werden sie zermalmt und vernichtet; haben sie nun
das Bestreben, in die Gestalt des vorherrschenden Stoffes
überzugehen, dann hört dieser Vernichtungsvorgang auf
und es wird aus Feuer Luft, aus Luft Wasser. Wenn aber
solche Stoffe zusammentreten und eine andere Stoffart mit
diesen zusammentrifft und kämpft, hört dieser Auflösungsprozeß nicht auf, bis entweder der eine Stoff vollständig verdrängt und aufgelöst bei Artverwandtem Zuflucht findet, oder bis er, überwältigt und, aus einer
Vielzahl wieder Eines geworden, dem überwältigenden
(Stoff) gleichartig wird und mit ihm eine dauerhafte Verbindung eingeht.
Und ferner wechseln durch diese Vorgänge alle Elemente ihren Ort: Denn die Mengen (der Körper) jeder
Stoffart haben sich infolge der Bewegung des sie auf-
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26
Platon, Timaios
149
nehmenden (Raumes) 16) getrennt, eine jede an ihren Ort; '
diejenigen Körper aber, die ihre Beschaffenheit verloren
haben und sich anderen angeglichen haben, werden infolge
der Schiittelbewegung zum Ort jener (Teilchen) getragen,
denen sie angeglichen worden sind 17).
Aus diesen Ursachen also sind die (vier) artreinen Urkörper entstanden. Für den Umstand aber, daß innerhalb
der (vier) Arten andere aufgekommen sind, ist die Struktur der beiden Grund-Bauelemente verantwortlich zu
machen; denn diese erzeugten von Anfang an nicht nur
je eine Art von Grunddreiecken von einer bestimmten
Größe, sondern auch kleinere und größere, so zahlreiche,
wie es bei den (vier) Stoffarten verschiedene Gattungen
gibt. Wenn sich nun also diese Grunddreiecke der gleichen
oder der anderen Gattung untereinander vermischen, ergibt sich eine unbegrenzte Vielfalt (von Stoffen); diese
muß man denn also berücksichtigen, wenn man über die
Natur nach dem Prinzip der Wahrscheinlichkeit Betrachtungen anstellen will.
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