Afficher le texte intégral4 pages
Page 1
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Die Beziehungen von Mensch und Pflanze
Pflanze nicht äußerlich als Kante, sondern nur ideell als Achse. Wo wir an
Samen, Knospen, usw. Kanten finden,
im Evolutionsgeschehen
bilden diese Kurven, und es ist das
Kurvige an Blatt- und Blütenformen,
was uns auffällt. Die Gerade entsteht aus
Geometria est Historia
Wo
Pythagoras
den
gewölbten
Bildungen
von
Knospe
cder
Vegetationskegel
als
Achse
Wachstumsprozeß des Sprosses.
cca BACI
sab
im
Das Kurvige ist nun aber auch im
strengeren, eigentlich geometrischen Sinne in der Pflanze grundlegend. Es bestimmt Aufbau und Organisation, nicht
nur äußere Formen. Es ist in dem bekannten
Spiralsystem, das
wir genauer
Für die Betrachtung der transzenden-ganische Geometric gilt insofern für den
- betrachten werden, geometrisches Strukganzen anorganischen Bereich, als alle
{en Beziehung von Mensch
- Pflanze ist
turprinzip, und es unterscheidet sich nun
cine kleine Studie von besonderer Beflüssigen und gasförmigen Stoffe auch
hier in einer Weise vom Geometrischen
deutung, die Goethe am Ende seines
T.ebens im Anschluß an Vorträge und
Aufsätze eines Freundes und goetheanistischen Botanikers, von Martius, verfaßt
hat. Es ist dies die Studie über „die
Spiraltendenz der Vegetation“. Man kann
wohl kaum sagen, daß van Martius oder
irgend
ein
anderer
diese
Spiraltendenz
entdeckt hat, denn pflanzliche Motive
sind in der bildenden Kunst seit den
ältesten Zeiten mit Spiralformen in ganz
auffallender Weise verbunden dargestellt
worden, und zwar in einer solchen Weise, wie das im sinnlichen Bilde der
Fflanze nirgends in Erscheinung tritt.
Intuiliv haben offenbar Künstler zu allen
Zeiten die Beziehung der Pflanze zum
spiraligen Formelement wahrgenommen.
Van Martius war vielleicht der erste, der
systemalische Studien nach dieser Richtung hin unternahm. Der Genius Goelhes
aber war es, der die tiefere Bedeutung
der Phänomene der Spiraltendenz in der
Vegetation
erkannte,
indem
er
sie
als
Polarität zur Vertikaltendenz oder Stengeltendenz verstand. Diese Polarität war
es. die Goethe als aphoristische Vorarbeit, wie es am Anfang heißt, am Ende
seines Lebens noch beschrieb und deutete. Goethe war sich der Tatsache bewußt,
daB diese Arbeit nur ein Anfang war. Er
äuBerte aber seine besondere Befriedigung darüber, daß ihm dieser Anfang
noch vergönnt war, diese Erkenntnis des
Gleichnisses
im
Vergänglichen
für
die
höhere Natur des Menschen im Unvergänglichen, entsprechend
dem Sinn des
groBen Wortes, das er ungefähr zur selhen Zeit seines Lebens an den Schluß
der Faustdichtung setzte,
Es können nun diese Phänomene des
Spiraligen in der Pflanze, so wie man sie
heute
kennt, auf dem
ideellen
Hintergrunde Goethes auch in ihrer geometrischen Natur betrachtet werden, und
sie fordern zu solcher Betrachtung auch
recht eigentlich heraus. Bevor wir aber
an diese Aufgabe herantreten können, ist
es nun aber wesentlich, dieses spezielle
geometrische Formelement in der Pflanze innerhalb des Geometrischen, wie es
in der ganzen Natur ein Grundlegendes
ist, genauer zu unterscheiden. Wir haben
also das Geometrische in der Natur überhaupt zu überblicken und zu betrachten.
Auffallend
und
darum
bekannt
ist das Geometrische in der anorganischen Natur. das in deren festem, minernlischem
Zustande
als
geometrische
Raumgestaltung in den Kristallformen
@uftritt.
Von
diesen
makroskopischen
Farmen
wissen
wir,
daß
sie
sich
im
mikroskopischen
Bereiche
wiederholen,
indem sie auch die Formen der kleinsten
Teile der festen Substanz, die Formen
der Moleküle sind. Es gibt also keine
feste, mineralische Substanz, die nicht
Kristallstruktur hat. Die geometrische
Struktur setzt sich dann weiter in das
Innere der Moleküle hinein fort, in den
Lagebezichungen der Atome. Diese anorfest werden können und dann Kristallstruktur annehmen. Das Charakteristische an den Kristallformen liegt nun
darin, daß sie aus Ehenen zusammengesetzt sind, die gerade Kanten und Ecken
bilden und dadurch geschlossene Räume
abgrenzen.
Im Pflanzenreich nun, das in der Ordnung
der
Naturreiche
auf das
Mineralreich folgt. finden wir grundsätzlich andere geometrische
Prinzipien.
Freilich
finden wir hier im äußeren. makroskopischen Aspekt auch Geraden, Winkel und
Ebenen
in
Siengeln, Blattachsen
und
Blattflächen, aber diese Elemente sind
hier nicht geometrischer Natur und sie
bilden keine geschlossenen Raumformen.
Ebenen und Geraden bilden an der Pflanze eine komplizierte Komposition, die
überall offen ist. Alles dagegen, was an
der Pflanze als geschlossene Raumform
erscheini. wird durch gerundete Flächen,
durch Wélbungen aller Art gebildet, wie
sie
an
Friichten,
Samen,
Knospen,
usw.
erscheinen. Die Gerade erscheint an der
der anorganischen Welt, die bedeutsam
ist für unsere Betrachtungsweise. Das
Charakteristische jeder spiraligen Kurve
ist ja, daß sie offen ist, daß sie nach
außen ins Unendliche ausläuft. Bei den
Spiralen des pflanzlichen Systems nun
handelt es sich, wie wir genauer betrachten werden, um Spiralen besonderer Art,
um logarithmische Spiralen nämlich, die
auch nach innen zu unendlich sind, indem
sie allerdings immer näher an den Mittelpunkt heranrücken, aber so, daß sie
ihn
nie
ganz
erreichen.
Die hühere
Fflanze ist im Spiraisystem zwischen
äußere und innere Unendlichkeit hineingestellt, zwischen Punkt und Umkreis,
und erscheint so in ganz besonderer Weise mit dem Unendlichen verbunden. Darin zeigt sich der grundlegende Unterschied zwischen mineralisch-toter und
pflanzlich-lebendiger Natur, daß auf der
einen Seite räumlich geschlossene, geometrische Systeme im Gradlinigen und
auf
der
andern
offene
geometrische
Systeme im Kurvigen sie organisieren.
Begegnung mit dem schöpferischen Geist
Bevor wir darauf weiter cintreten, haben wir nun wohl hier noch eine Feststellung in bezug auf das gegenwärtige
weltanschauliche
Denken
zu
treffen.
Nachdem in der neuen Physik die grundlegende Realität des Transzendenten evident geworden ist, und die Einsicht in
eine im Ursprung der ,Materie“ — die
keine Materie im alten Sinne ist — tätig
gewesene
Intelligenz
wellanschaulich
vorausgesetzt wird, was im modernen
Schrifttum maßgebender Physiker, wie
Heitler und Heisenberg, seinen Niederschlag gefunden hat, ist ja die Zeit zur
weltanschaulichen Neuorientierung auch
auf dem Gebiete der Biologie ohne Zweifel gekommen. Auf diesem Gebiete war
bis heute — und ist auch heute noch
weitgehend
innerhalb der wissenschaftlichen Welt der Gedanke maßgebend, daß die Lebenswelt, insbesondere
die höhere und damit also auch die Welt
der héheren Pflanzen, in den vergangenen Epochen der Evolution durch zufüllige
Mutationen
niederer
Formen
und
durch Selektion des Passenden in der
Bewährung enistanden sei. Diese darwinistische
Grundlage
des
biologischen
Denkens, die aus der Betrachtung des
Tierreichs hervorgegangen war, galt also
auch für das Pflanzenreich, obgleich man
hier seit langem von den geometrischen
Grundlagen
wnßte, vom
Spiralsysiem,
das schon im
19. Jahrhundert Lis zu
einem gewissen Grade wissenschaftlich
erforscht worden ist. Im Grunde allerdings konnte niemand. der den Sachverhalt genauer kannte, hier ein Zufallsspiel der Natur sehen, denn Geometrie
ist prinzipiell das Gegenteil von Zufall,
sie kann nie aus Zufall hervorgehen,
und wenn es sich um ganze Systeme von
geometrischen
Kurven
in vielen Abwandlungen handelt, wie sie die Struktur der höheren Pflanzen bestimmen, so
kann von Zufall vernünftigerweise keine
Rede sein. Wenn nun heute das Zufallsprinzip für die Betrachtung der Evolution der Lebenswelt auch aus vielen anderen Gründen außer Betracht fällt, so
bekommt nun in diesem ganzen Zusammenhang auch die Pflanzengeometrie die
ihr zukommende Bedeutung. Sie ordnet
sich ein in die eindrucksvolle Reihe jener
Tatsachen, die im neuen weltanschaulichen Denken den Zufall ausschließen,
und sie wird für dieses neue Denken,
das sich dem schöpferischen Geist in der
Evolution gegenübersieht,
kunft eine Grundlage sein.
für
alle
Zu-
Wenn wir heute in höherem Maße als
bisher unsere
Aufmerksamkeit dieser
organischen Geometrie zuwenden, so ist
dies also im Geiste der kommenden Zeit.
Es ist ein Beitrag zur Entwicklung dieses
Geistes, der über die Zeitenferne hinweg
nun dem schöpferischen Geiste der Evolution erkennend begegnet.
und der damit als persönlicher Geist der modernen
Individualität sich selbst im Ewigen wiederfindet. Das ist der Anfang des heilenden Heimfindens des Intellektuellen naturwissenschaftlicher Richtung der Gegenwart und bedeutet das nahende Ende
der Schizophrenic des global gesehenen
menschlichen Geistes der vergangenen
Zeit. Organische Geometrie fügt sich geistig-organisch in die moderne Richtung
des morphologisch-biologischen Denkens
cin, in welcher der Begriff der Ganzheit
grundlegend geworden ist. Es sind ja die
geometrischen Gebilde der Natur vom
KamuexDe
Page 2
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Kristall fiber den Schneestern als Zwischenstufe bis zur Pflanze immer Ganzheiten, aber im Organischen ist die
Ganzheit in so komplexer Art innerlich
differenziert, daß man sie, durch die Forschung
gewissermaßen
verblüfft
und
desorientiert, als eine durch Zufall zusammengewürfelte, als eine ,summenhafte“, wie sie Kälin im Gegensatz zur
„immanenten“ bezeichnet hat, betrachten
wollte.
um
Die
deren
immanente
Erkenninis
Ganzheit
heute
aber,
gerungen
wird, tritt in der Pflanze am eindrucksvollsten im geometrischen System hervor. Dieses zeigt, daß der schüpferische
Geist
nicht Stückwerk schuf, um den
Zufall damit sein Spiel treiben zu lassen,
sondern gestallete Ganzheit, die durch
alle Transformationen der Evolution als
solche hindurchging, ohne sich je zu verlieren, und die zuletzt in der Pflanze in
tausendfacher Mannigfalligkeit „Erscheinung“ und „Gleichnis“ wurde, vergängliche Erscheinung der Seelengeistigkeit
im Unvergänglichen, in der transzendenlen Realität des Planeten, im Gewande
seines
ätberischen
Kräftewebens
in
Raum und Zeit.
Aus den überall identischen Grundlagen des nach dem Unendlichen hin offenen
geometrischen
Kurvensystems
erscheint also in der Pflanze die im Stofflichen geschlossene‘ Ganzheit im Endlichen in unendlicher Vielfalt. Der Satz,
der von Pythagoras überliefert ist, und
der sich hier bewährt, der Satz „Geometria est Historia“, ist in Worten seines
großen Nachfahren Johannes Kepler genau so ausgedeutet, wie es unsern Zusammenhängen entspricht. Kepler, der
die Sphärenharmonie, von der Pythagoras noch wußte, in ihren Zahlenverhältnissen in der Geometrie des Planetensystems wiederfand, schrieb in seinem
Werke über die „Harmonice Mundi":
„Warum Worte verschwenden. Geometrie existierte vor der Schöpfung, sie ist
gleich ewig wie der Geist Gottes, ist Golt
selbst (ist dasjenige, was in Gott ist, nicht
Gott selbst?). Geometrie gab Gott ein
Modell für die Schöpfung und wurde dem
Menschen zugleich mit der Gottebenbildlichkeit eingepflanzt."
Das können wir im Pflanzenreich verfolgen, aber es kann auch in den höheren
organischen Bereichen, im Tierreich und
vor allem im Menschen, verfolgt werden
(Siehe die Studien des Verfassers „Über
das Geometrische im menschlichen Skelett“, Verlag Freies Geistesleben). Wir finden also geometrische Prinzipien in allen
Grundplánen der Lebenswelt, die man
als immanente Realitäten in der Biologie
heute einfach feststellt. Mit dem Studium
der Grundpläne der höheren Pflanzen
befinden wir uns also im Aufgang einer
neuen,
spirituell
orientierien
Wissenschaft des Lebendigen, die mun heute
vor jedem ernsthaften wissenschaftlichen
Forum vertreten kann, Auf den Vorposten
des
neuen
biologisch-wissenschaftlichen Denkens kann man heute
mit Goethe sprechen: „Die Luft ist gereinigt, es atme der Geist".
An Goethe anschlirBend aber können
wir heute das sachliche Studium weilerführen zum wirklichen Verständnis des
Gleichnischarakters in der Pflanzenwelt,
von dem die Rede gewesen ist, und es
wird sich anschließend der spirituell
selbstverständliche,
reale
Seinszusammenhang zwischen den beiden Erscheinungsbereichen von Pflanze und Mensch
ergeben und damit der Begriff der höheren Ganzheit der lebendigen Schöpfung
in der transzendenten Realität.
der Araukarien. Schöne Raumspiralen
zeichnen die Stachelbüschel bei kugeligen
und kolbigen Kakteen, während an deren Bliitenstengeln wieder Schraubenlinien auftreien. Die mächtigsten spiralig
gezeichneten Zapfengebilde der ganzen
Fflanzenweit gibt es dann wohl bei den
palmenartigen
Zamiaceae
Südafrikas
(Kaffernbrotbaum“)
und
Nordaustraliens, die man in subtropischen Gegenden auch in botanischen Gärten finden
kann. Da stehen zwischen den glänzend
harten, langen Fiederblättern mächtige
Zapfen
von
eng
gedrängten
Früchten,
wie Ananas anzusehen, aber viel größer.
Manchmal ist bei diesen Bäumen der
Stamm ganz kurz und kolbenartig verdickt, so daß hier die Schraubenlinien
wiederum in kenische Spiralen übergeführt sind. Die Ananas ist ebenfalls ein
kolbig verdickter Stengel, der von BJüienspuren von solcher Spiralordnung gezeichnet ist. Sie heißt englisch Pine
Apple, das bedeutet Pinienzapfen. Sie
hat aber mit diesem weiter nichts gemein
als eben die Spiralordnung. Diese tritt
endlich audı noch an großen Blütenständen bei Monokotyledonen hervor, wenn
die Einzelblüten noch als Knospen dicht
gedrängt am Stengel sitzen. Das kann
man bei den Aloen und beim Philodendron schön beobachten und vor allem
auch am Bliitenkolben der Calla. Gedrängte, zapfenförmige Blütensiände mit
schénster Spiralordnung, eigenartig und
auffallend, gibt es bei den Wildpfianzen
des australischen Buschs.
Gehen wir die genctische Stufenleiter,
die wir von den schon sehr alten Gymnospermen aus aufsteigend betrachtet
haben, nun noch weiter zuriick. Dann
treten wir aus dem Reich der Rilitenpflanzen heraus und kommen zu den
blütenlosen,
den
Kryptogamen
oder
sporentragenden Pflanzen, die bekanntlich in urzeitlicher Gräße und fast unvorstellbarer Üppigkeit zur Steinkohlenzeit die Flora der. Erde bildeten, als
Das Phänomen der Spiraltendenz
Dies mußte unserer geometrischen Betrachtung
einleitend
vorausgeschickt
werden — obgleich es erst durch sie
verstanden
werden
kann
—,
damit
der
Leser in der richtigen Geisteshaltung an
die Betrachtung herantreten kann. Diese
Retrachtung beginnen wir nun auf empirischem Wege, im Sinne der Empirie, wie
sie Goethe verstanden bat, allerdings, mit
einer Uberschau über die Phänomene,
wie sie sich den unbewaffneten Sinnen
überall darbieten. Dabei sei, um allen
Mißverständnissen von vornherein zu
begegnen, ausdrücklich fesigehalten, daß
abzeichnen. Wenn wir zu der genetisch
jüngsten und höchsten Gruppe der Blütenpflanzen gehen, zu den Dikntyledonen, so finden wir da das geometrische
System
viel
mehr
verbergen,
nicht
äußerlich auffallend. Doch gibt es bei den
Disteln und anderen Kompositen Blütenknospen von beträchtlicher Größe, an
denen die Kelchzipfel mit der schönsten
tegelmäBigkeit die aufsteigenden Spiralscharen markieren. Zu diesen Knospen
gehören auch die Artischocken. Bei der
großen Urform der Dikotyledonenbliite,
bei der Seerosc, ist auf dem Bilitenboden
es sich bei allen großmaßstäblichen Phänach deutlich die spiralige Anordnung
der Organe zu sehen. Auch bei den
namenen der Spiraltendenz bis hinab zu
flachen Böden der größlen Kompositenden Vegetationskegeln nirgends um spiralige Strukturen im Aufbau der Pflanblüten. der Sonnenblume und der Silberzen handelt, sondern immer nur um spidistel, zeichnen sich sehr schüne geomeralige Anordnung von Organen. Die Spitrische Kurven ab. Doch handelt es sich
hier. wie wir schen werden, nicht mehr
raltendenz hat also grundsätzlich etwas
Metaphysisches an sich, indem ihre Kur| um Spiralen. Diese treten dann bei der
ven nicht von materieller Art sind und
Gruppe
sich nie in der Art im Stoff ausprágen.
wie das bei anderen Formeharakteren im
Pflanzenreich der Fall ist.
viel auffallender hervor, vor allem bei
den Palmen, und hier min
in einer
neuen Arl. Wir sehen hier die Raumspirale der Zapfenform am zylindrischen
In dieser Überschan ist das Nächstliesonde in unserer einheimischen Pflanzenwelt der Gesrnwart die Zapfenforn
der Giuminosperiner, der Kiefern, Fichten
und Tannen,
bei
der wir leicht die aufsteigenden, Sich fevenzeuden Spiralscharen
Stamm
der
in
Monokotyledonen
die
Schraubenlinie
wieder
übergeführt. Bei den meisten Palmensrien laufen
die
Blafínarben
am
Stamm
in
Scharen von sich kreuzenden Schraubenlinien herauf. Die Zopfenform gibt os
fet genetisch
sehr alt, es ist die Alteste
Gruppe der Ritttenpfianzen. Männliche
und weibliche Tiriifen sind fetrenni ind
hilden such schon kleine Zäpfchen, an
denen ganz gicich wie hei den groften
hier auch. Sie ist in der Plälterkrone
verborgen und würde sieblbar, wenn wir
die Butler alle kurz abschneiden würden.
Die
Schraubentlinien
gehen
also
durch den
Wachstunmsproveß aus den
Spiralen
der
Zaplenform
hervor.
Sic
sind auch bei den’ Gyniñoshermén an
jungen
Vertikaltrieben
sehr schön
zu
Zapfen die Spirnischaren sich sehr schön
verfolgen,
in
der
Seletpasnamoarinune
vorfolren
konnen. Dis Geope der Gymmnsperisem,
der Nadeth
al
und foyer Verwandter,
16
Rhylich
an
jungen
Zweigen
deren Rückstände eben die Sleinkohlenschichten
der
Erde
anzuschen
si.
Heute sind diese Pflanzen fast auf der
ganzen Erde nur noch in den kleinwüchsigen
Gattungen
der
Schachtelhalme,
Farne und Bärlappe vertreten. Wie die
Schachtelhalme mit ihren regelmiGlgen
Quirlen in das Spiralsystem einzuordnen
sind, werden wir noch schen. Die Spiralordnungen, wie wir sie hier betrachten,
sind an den unterirdischen Stämmen der
Feder- und Wurmfarne mit grundständigen Blätterbüschen festzustellen. Diese
Blätter treten in spiraliger Ordnung aus
dem unterirdischen Stamm hervor. Farn-.
pflanzen dieser Art mit recht hohen
oberirdischen Stämmen und mächtigen
Blätterkronen gibt es heute nach auf den
Neuseeland-Inseln,
kleinere
auch
in
Australien. Die Spiralstrukiur ist ganz
derjenigen der Palmen analog. Der Blätterbusch entspringt aus einem mächtigen
Vegetationskegel,
der die Spitze
des
Stammes bildet und die spiralige Anordnung der Blätter zeigt. Am Stamme zeigen die Blattspuren chenfalls die sich
kreuzenden
Schraubenlinien.
Diese
Farnbäume gibt es in Neuseeland in
verschiedenen Arten und Größen. Sie
sind schr wachstumskräftig und behaupten sich durchaus innerhalb der andern
Bäume und Sträucher des Urwaldee, Ungleich viel mächtiger aber waren ihre
urweltiichen Verwandten der Stemkohe
lenzeit, wie die erhaltenen Sfamm- oder
Rindenreste zeigen, an denen die Blatlspuren
in
ihrer
a hreibigen
Ordnung
immer vocb deutlich
zu erkennen sind.
Wir schen
wir
alsa,
daß
Ursprung
der spiraligen Organisation im Pflanzenreich sehr weit zurückverlegen mus-
Page 3
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)sen, in eine paläontologisch noch nicht
näher bekannte Vorzeit des Frdaltertums.. Darauf
werden
wir
in
anderem
nerhalb der ganzen pflanzlichen Organisation verfolgen, auch da, wo es nicht mit
dem Spiralsystem, das wir beschrieben
reichnen sich ab, jeder Teil wächst welter durch Zellleilung bis die vorgeschriebene Größe sowie die richtige Form erreicht sind... Es ist diese "Tatsache des
Zusammenhang zurückkommen. Alle die
haben,
erwähnten Beispiele zeigen, daß in allen
Auch da kommen wir in den Bereich des
endlichen
Abteilungen des Pflanzenreichs von den
nicht unmittelbar Sichtbaren. Die Grenze
dessen, was mit dem unbewaffneten Auge
mit einer vorherbestimmten Form, die
physikalisch so unverständlich erscheint,
Die Gesetze der Physik sind ausnahmslos
differentiell. Das bedeutet, sie wirken
von einem Punkt nur auf die unmittelbare Nachbarschaft und nur für den
unmittelbar folgenden Zeitpunkt. Gesetze, die räumlich oder zeitlich in die Ferne wirken, gibt es nicht. Wenn also...
dann ist wirklich nicht verständlich, warum und wieso sie {die Zellteilung, d. V.)
nach vieltausenfacher Wiederholung zum
Stillstand kommen sollte. und zwar so,
daß eine ganz bestimmte Form entsicht.
Die ‚Information‘ über Form und Größe
steckt aber schon in den ursprünglichen
Chromosomen der Keimzellen! Etwas irgendwie Vergleichbares gibt es in der
Physik der toten Materie nicht.“
Kryptogamen aufwärts das Spiralsystem
an konischen und zylindrischen Bildungen äußerlich sichtbar und sogar auffallend hervortritt. Wir werden das System
genauer betrachten, um es dann auch da
aufzufinden, wo es für den äußern Anblick nicht unmittelbar sichtbar ist.
Zuvor aber werden wir nun noch das
Spiralige als geometrisches Prinzip inunmittelbar
zusammenhängi.
noch sichtbar ist, liegt beim Spiralsystem
in den Vegetationskegeln, den kleinsten
Zapfenformen also, aus denen alle Zweige und Stengel sich herausentwickeln. In
diesen Kegeln sind bei entsprechender
Vergrößerung die spiraligen Raumkurven noch deutlich erkennbar, und hier
liegt gewissermaßen der Ursprung und
Anfang des Systems in der Pflanze vor.
Der Spiralprozeß in der Vererbungssubstanz
Das Spiralige als solches aber können
wir noch weiter verfolgen und auffinden,
nämlich
im mikroskopischen Bereich. Innerhalb der Zellen nämlich, in denen
Wachstum und Teilung stattfindet, wie
vor allem in den Vegetationskegeln und
jungen Trieben, da finden wir das Spiralige, in einer merkwürdig lebendigen Art
sich immer wieder gestaltend und auflö-
Zellteilung in seiner millionenfachen, nie
endenden Wiederholung im organischen
Wachstumsprozeß als lebendige Bewegung
richtig
vergegenwärtigen.
Dann
versteht man ihn sogleich als Prozeß
von grundlegender Bedeutung, und dann
kann man im Sinne der Auffassung von
der Spirale als der ,curve of life* (Kurve
send. Wenn eine Zelle zur Teilung reif
des Lebens), als die sie bezeichnet worden ist, einen realen Zusammenhang
isi, so bilden
Kern
zwischen diesem Prozeß und dem lebendie
Chromosomen,
Ketten von Genen
heraus, die sieh nun verdoppeln müssen,
damit jeder der beiden neuen Zellen
digen Bildeprozcf des Lebewesens sehen.
sich
zwei
Pole.
Im
dilferenzieren
sich
diese fadenartigen
wieder den vollständigen Satz bekommt.
Da teilen sich die Chromosomen
Linge nach wie ein Reißverschluß,
der
wic
die
Biologen. sagen, und dann geschicht
ienes Wunder der Selbsivermehrung der
Vererbungssubstanz
indem
nun
iede
Bälfte eines Chromosoms aus der Protoplasmasubstanz genau die Bestandteile
an sich zieht. die es wieder zu einem,
dem vorigen entsprechenden Chromoson
Der Spiralprozeß spielt sich ja gcrade in
der Vererbungssubslanz ab, die den Bildeprozefi
steuert.
Der Zusammenhang
wird noch einleuchtender, wenn man in
Betracht zieht, daß ein sehr ähnliches
Formelement den Aufbau der Chromasomen selbst bestimmt. Pas ist die Schranbenlinie, die im Pflanzenreich überall im
Stengelwachstim als die axiale Verlinganzer
Was $i chicht nun weiter? Jedes DopFig. 1: Schematische Darstellung des
Zellteilungsprozesses: Der Kranz. von Spiralknäueln der Chramosomen in der Teigerung der Spirale des Vegetationskegels
entsteht. Die Makromolekiile der Chromosomen und ihrer Komponenten, der
jedem Doppelchromosom, und dann folgt
Gene, sind, wie die Biologie heute lehrt,
jedem
schraubig gedrehte doppelte Ketten von
chemischen Bausteinen, von einfacheren
Seite. In der Fbene, in der vorher der
Kranz lag, bildet sich eine Wand. Zu
beiden Seiten schließen sich die Chromosamen, indem sich die Spiralen ausrollen
zu einem neuen Zellkern zusammen, und
die Zellteilung ist vollendet. Der ganze
Vorgang ist nach H. W. Bründsted, dessen Darstellung zum Studium zu emplehlen ist („Das Atomzeitalter und unsere
biologische
Zukunft“
Göttingen
1956),
„ein Drama, das einen völlig überwällisenden Charakter hat“ Das Überwälti„ende liegt in dem präzisen und eleganten Ablauf nach geometrischer Gesetzmäßigkeit. — Geometria est Historia.
In den Lehrbiichern werden die Vorsinge
schematisch
vereinfacht
dargestellt,
weil
der
Spiralprozeß,
von
dem
man hier sprechen muß, wie das Geometrische
überhaupt,
dort
wissenschaftlich
ohne Brdeutung ist. In
unseren Zusammenhängen
müssen
uns
aber
den
ist
das
anders.
SpiralprozeB
in
intuitiv erkannl.
finerhalb
nun
der
Pflanze
finden
wir
etwas wie eine Ausstrahlung der mikrophysikalischen Prozesse und Strukturen
in
den
Spiralgefäßen,
sehon
gefunden
die
und
zu Goethes
beschrieben
der Spiraltendenz in der Pflanze überhaupt und damit auch als die Träger des
Achse verbunden denken, so steht diese
alsa senkrecht auf der Ebene des Kranzes der Chromosamspiralen und läuft
durch dessen Mittelpunkt. Nun ziehen
sich von den beiden Polen aus in der
Form
eines
Doppelkegels
Fäden
zu
Chromosom auf seine
srundlegenre Wahrheit
selbst betrachtete die Spiralgefiäße als
den Anfang und zugleich den Ursprung
pelchromosom windet sich nun auf zu
einem Spiralknäuel mit vielen Windun-
Faden ein
lung über die Spiraltendenz diese als
.Grundgesetz
des
L.ebens*
bezeichnet
kat, ohne von den heute bekannten Tatsachen der Mikrobiologie noch elwas zu
wissen, so hat sein Genius bier cine
Entwicklung. Goethe hat in seiner Abhandlung Texte von Attoren zitiert. Er
Reißver-
. zwischen den beiden Polen der Zelle.
Wenn wir diese beiden Pole durch eine
der
Vererbungssubstanz
zu tun. Wenn Goethe in seiner Abhandder Bäume, in Fasern der Stengel und
Hlattrippen, in Slaubblättern. Kelchblät‘ern, Griffe! und Samen, jedoch in den
verschiedenen Abteilungen des Pflanzenreichs in verschiedener Hiiufigkeit und
schloß ist.
gen, und alle die Knäuel ordnen sich zu
einem Kranze in der Transversalebene
Spiralstruktur
worden sind. Sie finden sich als schraumenfaden ein doppelter geworden ist,
indem ‘jede der beiden Reißverschlußein
Wachstums
hig gedrehte, saftleifende Gefäße fast in
allen Teilen der Pflanze, im Splintholz
halb des Zellkerns, dessen Hülle aber
nun gesprengt wird, da jeder Chromosonun
des
Die Kräfte transzendenter Natur. die
im Wachstumsprozeß steuernd wirken,
haben mit dem diesen ständig begleitenden
lebendigen Spiralprozeß und der
Zeit
ergänzen, Das geschieht also noch innerhiilftengjetzt
Haltepunktes
lungsebene und die
kegel sind angedeutet.
beiden
Strahlen-
Molekülen, deren Zusammensetzung bekannt ist (s. vom Verf. „Biologie an der
Grenze“, Verlag Die Kommenden). Hier
also, in der Vererbungssubstanz selbst,
tritt die Schraubenlinie als bestimmendes geometrisches Prinzip hervor. Dieses
Zusammenspielen
von
Spiralen
und
Schraubenlinien im ganzen WerdeprozeB
der Lebenswelt gerade in der Substanz,
durch welche die Form und Struktur den
werdenden Wesen eingeprägt wird, muß
in unserem Zusammenhange als notwendig und bedeulungsvoll verstanden werden und kann niemals als belanglos und
zufällig abgetan werden.
Von W. Heitler
ist in seinem Buche
„Der Mensch und die naturwissenschaftliche Erkenntnis" anf das Grundproblen
des
organischen
Wachslumsprozesses
Wir
hingewiesen
worden:
„Die
Zellteilung
schreitet fort, tausendfach, millionenfach.
der
Die
einzelnen
Körperteile
und
Organe
„Grundgesetzes des Lebens", Wir finden
diese Träger nun ganz real in der mikrophysikalischen Entsprechung zu den Spiıalgefäßen, in den Chromosomenfäden,
die ebenfalls Schrauben sind und die mit
ihrem ständigen, die millionenfache Zellteilung begleitenden spiraligen Ein- und
Ausrollen ihre Beziehung zum Transzendenten bekunden.
In diesem Zusammenhang kommt nun
in Betracht, daß es einen urmenschlichen
kultischen Reigentanz in Spiralform gab,
in welchem sich die Kultfeiernden ebenfalls mit dem Transzendenten in Verbindung setzten. Eine Kette von Tanzenden
lief zuerst in der Spirale einwärts und
dann
wieder auswärts.
breitung
dieses
Die weite
,Labyrinthtanzes"
Verist
von K. Kerényi nachgewiesen worden
(..Labyrinthstudien“,
Rheinverlag,
Zürich), und heute noch ist die Spirale als
Zeichen
an
vielen
vor- und
frühgeschichtlichen Kultstälien zu sehen. Auch
von dieser Bedeutung der Spirale wußte
Goethe, denn sein Evolulions-Mysterienspiel
„Die
Klassische
Walpurgisnacht"
klingt in einem Spiraltanz all der mythischen Gestalten aus, im großen urzeitlichen Symbol also der Bildekräfte der
Schöpfung, der Bildekräfte insbesondere
auch der Menschwerdung.
Wir können nun unsere Betrachtung
über die ,,Geometria" des Pythagnras
damit abschließen, daß wir sie noch ein-.
Page 4
Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)überblicken.
geometrischen
Wir
finden
Struktur
des
in
der
Pflanzenreichs gewissermaßen ähnliche Verhältnisse, wie sie im Mineralreich vorliegen.
Wir haben im Mineralreich großmaßstäbmosomen in den Zelltellungen entspricht.
So finden wir die beiden Naturreiche
von den beiden gegensätzlichen geometrischen Formcharakteren ganz durchdrungen, und wenn wir diese Geometrie,
wie wir das offenbar tun müssen, an den
Anfang des Werdens dieser beiden Nalich, dem Auge unmittelbar sichtbar, die
Kristalle, und wir haben in jeder minevalischen Substanz überhaupt, auch wenn
sie amorph erscheint, mikrophysikalisch
die Kristaliformen zugrunde liegend. Im
ler sagen: „Im Anfang war Geometrie",
Geometrie als transzendentes, bestim-
Pflanzenreich haben wir, den mineralischen Kristallen entsprechend, die spiraligen Zapfenformen und Stengelarchitekturen, während der mikrophysikalischen
Kristallform der mineralischen Substanz
die mikrophysikalische, spiràlig-schraubige Struktur und Bewegung der Chromendes Prinzip des schöpferischen Logos
und zugleich in einer ganz bestimmten
Weise auch als Element der Verbindung
der beiden Seinsbereiche der universalen
Existenz, der schöpferischen und der geschaffenen.
{Fortsetzung folgt)
Werner Schüpbach
turreiche setzen, so können wir mit Kepimpfpficht
durchringen
konnte,
auf
Grund dessen aber immerhin ab 1960
verfügt wurde, daß Erstimpflinge vom
vollendeten dritten Lebensjahr. an wegen
der (nach der damals vertretenen Ansicht) steigenden Encephalitisgefahr für
dauernd von der Pockenimpfung befreit
sind. Es liegen erfreulich viele warnende
Äußerungen von Klinikleitern und auch
von Impfärzten vor, die das erschrekkende Dilemma deutlich machen: wir er- :
kaufen
diesen
höchst
fragwürdigen
Schutz vor den Pocken mit einer bedauerlich hoben Zahl unvermeidlicher
Fälle schlimmster zerebraler Schädigungen bei den geimpften Kindern!
HI.
Die Fragwürdigkeit
der Pockenschutzimpfung
Professor Peite, ein bekannter Implexperte und Neurologe. schrieb vor
wenigen Jahren: „Jede Impfung ist ein schwerer Eingriff in den menschlichen
Organismus.“ Die Wahrheit dieses Ausspruches wird durch die Erfahrungen
auf diesem Gebiet, so wie sie heute vorliegen. zunehmend bestátigí. Es mehren
sich die ärztlichen Zeugnisse, die von einer wachsenden Gesundheitsgefiihrdung durch die Impfung sprechen, vor allem durch die Pocken-Impfung. Das
bisher rigoros gchandhabte Impfgesetz stellt deshalb Eltern und Ärzte heute
vor schwerwiegende Probleme. So ist es zu begrüßen, daß der Herausgeber
der Zeitschrift „Gesundes Leben“, Hermann Forschepiepe, dieses heiße Eisen
anpackt und in einem Aufsatz die Fragwürdigkeit, ja die Gefährlichkeit der
heutigen Impfpraxis darstellt. Wir möchten seine Ausführungen unseren
Lesern, die sich über diese wichtigen Fragen arienlicren sollten. nicht vorenthalten.
gungsanspriiche
in
Impfschadensfállen
abgewiesen. Die Impfanstaltsleiter traten
als Sachverständige in eigener Sache auf,
unter ihnen vor allem Prof. Dr. Gins mit
sung der bereits seit den Jahren 1805 in fünfzigjähriger Erfahrung in der Reichsden deutschen Bundesländern praktizier- impfanstalt, der bis in die neueste Zeit
hinein entgegen den Feststellungen zahlten Gesetze über die Erst- und Wiederimpfung gegen die Pocken darstellte, hat reicher in- und ausländischer Impffaches entschledenen und sachlich fundierten leute behauptet, es gebe keine durch die
‘Pockenimpfung ausgeléste Encephalitis
Widerstand gegen die Pockenimpfung
gegeben. Zahlreiche Ärzte und Wissen- oder Meningitis; wo diese nach der Pokkenimpfung auftraten, handele es sich um
schaftler wurden nicht müde, immer
wieder darauf hinzuweisen, daß die ‘zufällige Parallelerscheinungen. Daß man
Pockenimpfung ein untaugliches Miitel alle diejenigen, welche aus Gewissensim Kampf gegen die Pocken ist und daß gründen die Impfung ihrer Kinder absie gesundheitliche Gefahren schlimmster lehnten, rigoros mit Strafen und SchikaArt bis zu Todesfällen bringt. Würde die nen verfolgte und damit mürbe zu maPockenimpfung wirklich einen Schutz ge- chen versuchte, braucht dabei nicht zu
wundern.
I
Seit der Deutsche Reichstag das Impfgesetz vom 8. April 1874 in Kraft setzte,
das eine reichseinheitliche Zusammenfasgen die gefährlichen Pocken bringen,
dann hätten niemals, so folgerten sie, In
Deutschland die großen Pockenepidemien der Jahre 1870/72 und 1919/21 aufireten dürfen, da ja seit Beginn des
19. Jahrhunderts überall in Deutschland
auf Grund der bereits bestehenden Geseize über Generationen hinweg die
Pockenimpfung Außerst streng durchgeführt worden war...
Die Medizinalbürokratie,
unterstützt
von Impfanstaltsleitern, die als unfchlbare Autoritäten betrachtet wurden, hat
es lange genug verstanden, jedwede Kritik an der Pockenimpfung rigoros
unterdriicken und deren Verfechter
zu
zu
diffamieren und mundtot zu machen. Im
»Handbuch
der
Pockenbekimpfung und
Impfung“ von Lenz und Gins ist nachzulesen, daß im deutschen Kalserreich und
in der Weimarer Republik über Impfschädigungen
ein
„Erwähnungsverbotl“
bestand, und Dr. Seelmann, der frühere
Leiter
der
Hamburger
Impfanstall,
schreibt in „Öffentl. Gesundheitsdienst“
Nr. 22/1960, daß diese Erkrankungen in
den offiziellen Berichten gar nicht aufgeführt werden durften, da ein Zusammenhang mit der Impfung immer wieder
abgelchnt
worden war.
Reichsgericht
18
wurden
Vom
damaligen
alle
Entschidití.
Wenn auch heute noch an manchen
Orten der Versuch gemacht wird, diese
unerfreulichen
Meihoden
fortzusetzen,
hat sich dennoch dic Situation ganz erheblich geändert. Man ist sich in weiten
Kreisen
erfreulicherweise
mehr
und
mehr darüber einig, daß mit der Pockenimpfung ein ständig steigendes Risiko
verbunden ist, das bisher mit keiner
Methode aus der Welt geschafft werden
konnte. Seitdem man clwa von 1924 ab,
vor allem in Europa, hilflos der Tatsache
gegenübersichi, daß eine der gefährlichsten Folgen der Pockenimpfung in der
Encephalitis (Gehirnentziindung) zu sehen ist, die nicht verschwindel, sondern
immer
heimtückischer
wird.
beginnt
man, die Pockenimpfung kritischer zu
betrachten, 1953 revidierte der Bundesgerichishof die bisherige Rechisprechung
und verpílichtete den Stant zu Entschädigungsleistungen bei Impfschäden aus
dem Gesichtspunkt des Aufopferungsrechtes. 1959 legte das Bundesgesundheilsamt sein berühmt gewordenes Gutachten über die Durchlührung des Impfgesctzes vor, das in seinen Schlußfolgerungen unbefriedigend blieb, weil es sich
noch nicht zur Aufhebung der Pocken-
Obwohl die Frage immer drängender
wird, um der wahllos betroffenen unglücklichen Opfer willen zum mindesten
den Pockenimpfzwang aufzuheben, zeigt
sich, daB die Situation immer verworrener wird.
Wahrend Wissenschaftler und Praktiker, von denen man annahm, daß sie
Sachverständige in Impffragen waren,
die Auffassung vertraten. daB die am
meisten gefiirchtete Folge der Pockenimpfung, die Encephalitis, nur selten im
ersien Lebensjahr, verstärkt aber vom
zweiten und vor allem vom dritten Lebensjahr der Geimpften
an
auftritt,
mehrten sich von 1959 an die warnenden
Stimmen aus England (Wynn-Griffith),
aus Holland (de Vries) und vor allem aus
Österreich (Berger) über massive Hirnstörungen bei Kleinkindern im ersten
und zweiten Lebensjahr. Plötzlich erinnerte man sich der Hinweise in früheren
Jahren auf das gehäufle Auftreten der
Encephalitis auch im ersten Lebensjahr
(O.-Med.-Ral Dr. Rufi 1956, Eingabe der
Ärztegesellschaft
des
Kantons
Neuenburg/Schweiz 1959). Berichte über genaue
wissenschaftliche Untersuchungen in den ‘
USA brachten die Bestätigung.
|
Aber erst die Arbeit von Prof. Dr. F.
Seitelberger, Neurol. Institut ‚der Un.
Wien, in „Der Nervenarzt" Nr. 2/1986brachte die entscheidende Klärung: an
Hand genauer Untersuchungen an zahlreichen Impfschadensfällen wies er nach,
daß es zwei Arten von Hirustörungen“
durch die Pockenimpfung gibt, einmal
die bisher bekannte Encephalitis, die innerhalb von Inkubationszeiten, die noch
nicht genau umgrenzt sind, plötzlich: in :
ihrer endgültigen gefährlichen Erschei».
nungsform auftritt und zum anderen die :
Encephalopathie, die innerhalb ebenfalls
noch nicht festliegender Inkubationszelten
durch
unauffällige
Symptome,
wie
erhöhtes Fieber, Erbrechen usw. die
bald abklingen, bemerkbar wird, dann
sich schleichend und unerkannt weilerentwickelt, um nach unbestimmten Zeiträumen, oft erst nach Jahren, in bleibenden gefährlichen zerebralen Schädigungen offenbar zu werden. Die Encephalopathie. wurde vorwiegend bei Kleinkin-.
dern bis zum zweiten Lebensjahr, insbesondere aber im ersten Lebensjahr, festgestellt.
In Österreich wurde daraufhin durch
Gesetz die Pockenimpfung im ersten Lebensjahr verboten. In der Bundesrepublik Deutschland machten sich Unsicherheit und Verwirrung unter den Impfsachverständigen
breit.
Med.-Rat Dr.
med. Gerhard Buchwald, Ruppertshain,
ist es zu danken, daß die Diskussjon entfacht wurde und bis heute nicht
zur Ruhe gekommen ist. In zwei Arbeiten in „Die Medizinische Welt“ (Nr. 4
und 29/1965) wies er ausführlich auf die
Feststellungen insbesondere von Seitelberger hin und
stellte die Fragwürdigkeit der Pockenimpfung zur Diskussion.
In „euromed“ wurde er von Dr. Deich,