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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)NEINSKeEelconh,Dd
\ NEN Z_
ist eindeutig.
j
Antiphanes und Münchhausen.
al
Aber ist es richtig, Antiphanes nur vom Standpunkt der geographischen Wissenschaft her zu sehen
? Seine
Benutzung im Thule-Roman des Antonius Diogenes
eröffnet einen
Ausblick auf andere Seiten des Problems.
6. Der Thule-Roman des Antonius
Diogenes.
Antiphanes bei Diogenes.
Das Urteil eines ganz anderen Leserkreises
hat seinen
Niederschlag gefunden in einer Äußerung
des Patriarchen
Photios im 9. Jahrhundert. In dem Bericht
über seine Lektüre von Antonius Diogenes’ Thule-Roman —
auf den wir zur
Gewinnung eines Gesamturteils über die Tend
enz des Antiphanes später noch mehrfach zurückkommen
müssen — sagt
Photios, Antonius Diogenes habe in seinen
Te do Goding
&rziove auch eines älteren Autors gedacht, eines
gewissen Antiphanes, der ‚seine Muße auf den Bericht ‚von derlei
wunderbaren
Dingen verwendet habe‘.! Man zweifelt heute nicht
mehr daran,
daß damit unser Antiphanes von Berge gemei
nt sei.” Photios
spricht also nicht auf Grund eigner Kenntnis
des Bergäers,
sondern gibt nur wieder, was Diogenes geurte
ilt hatte. Und
für diesen kann Antiphanes nicht der skrupellose
Lügner gewesen sein, wie sich aus folgenden Erwägung
en erschließen
läßt. Antonius Diogenes, der Ende des 1. oder
zu Beginn des
2. Jahrh. seinen ‚Roman‘ verfaßt hat, wie jetzt
gesichert ist,?
hat gemäß der Gepflogenheit mancher Wissenscha
ftler auch des
daß die neugefundenen AeSeıs zwuızel
aus dem 1. Jahrh. (s. oben S. 15)
[3
bei der Erläuterung von Beoyaios
das Verbum Begyaifeıv nicht herun
ziehen,
Bibl. cod. 166 (p. 112 a 3 Beliker): wrnuo
veier ... dprauotsgov Tıvog
Avtıypadvous, dv PnOL NEOl TORÜTE Tıve
Tegaroloyfjucre (nämlich wie
sie bei Antonius Diogenes selbst stehen)
xzazteoyolaxeveı.
So mit Recht Wilamowitz, Hermes 40,
150 und W, Schmid, RE I 2591
f,;
Griech. Lit. IC 540; II 2 8, sı9 A. 1,
gegen Rohde, Roman? 239 A.,
295 A. 1 und Susemihl, Griech. Lit.
d. Alex. Zeit I 323, die noch nichts
”
von unserem Märlein bei Antiphanes gewuß
t haben.
F. Boll, Philol. 66 (1907) 10 £; Chris
t-Schmid, Griech. Lit, IIs S. 810 £.
”“ Der neue Diogenes-Papyrus (geschrieb
en im 2.13, Jahrh.), zuletzt von
Zimmermann, Hermes 71 (1986) 312 F. behan
delt, gibt für die Datierung
nichts aus,
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)Ahnlichkeit des Titels beider Werke anzunehmen sei.’
ww. Ami PAARE vmD Ainlanausen)
7. Über den Titel von Antiphanes’ Werk.
greift Photios aus diesen Quellenverzeichnissen keine Namen
heraus; denn nicht im Anschluß an diese Notiz, sondern erst
am Ende seines Gesamtreferates kommt der Patriarch auf
Die Frage, wie das Werk des Bergäers benannt war,
haben wir bisher noch nicht aufgeworfen. Das des Diogenes
hieß T& inte Bovknv more; der Titel gibt also einen geo-
Antiphanes zu sprechen, nämlich da, wo er sein abschließendes
Urteil über den Roman des Diogenes zum Ausdruck bringt
graphischen und sachlichen Anhalt. Natürlich kann änıore
nicht ‚Lügen‘ bedeuten, sondern wie ur$@adn? Dinge, die unschon, wie wir gesehen haben, typisch gewesen sind, in Schutz
genommen haben, wenn er ein für ihn taugliches Vorbild?
! Pliotios p. 111 a 35 f.; Rohde aaO. 294.
2 Auffallend ist die Tatsache, daß, wie Antipbaues bei Steph. Byz. zwuuzds
heißt (s. o. 8. 30 A.6 und 7), so auch Diogenes sich nach Photios (p. 111
a 35) als montags Ts nelaras xwuwdias bezeichnet hat.
n
Photios aus allen in den Autorenverzeichnissen der 24 Bücher
glaubhaft scheinen und doch Wahrheit sind, wie denn Diogenes
auch einen umfänglichen Beglaubigungsapparat für alle Teile
der Handlung aufgeboten hatte.! IIegi ariorwv erscheint als
Werktitel bei Palaiphatos (um 500 v. Chr.), wo es sich um
Mythendeutung handelt? was also nicht unmittelbar verglichen
werden kann, und bei Isigonos vön Nikaia (1. Jahrh. v. oder
n. Chr.), wo es sich, schon vergleichbarer, um Paradoxographie
handelt.‘ So nimmt man auch für Antiphanes als Titel Arıora
an.” Tatsächlich aber haben wir keinen sichern Anhalt dafür.
In den oben $. 29 £. vorgeführten antiken Zeugnissen erscheint
»
und ihn mit anderen, uns noch vorliegenden antiken Romanschriftstellern vergleicht. Es wäre nun äußerst merkwürdig, wenn
genannten Namen einzig den des Antiphanes herausgegriffen
hätte, wenn also der Bergäer für Diogenes nur einer von vielen
gewesen wäre. Ich nehme an, Diogenes hatte den Antiphanes
an hervorragender Stelle und mit Hervorhebung, etwa im Proömium oder Epilog des ganzen Werkes genannt. Er muß ihn
wohl auch gegen die Angriffe der Wissenschaft,
die damals
Schmid II® 2
13
S. 819 A. 4 denkt an ‚satirische Buchkomödien‘. Mit Rohde, Roman?
270 A. und K. Bürger, Stud. z. Gesch. d. griech. Romans II (Progr.
Blankenburg i. H. 1903) 6 A. 2 nehme ich an, daß hier schon jener
erweiterte Begriff von xwu@dia« vorliegt, den Meineke, Hist. crit. com.
528 und Rolıde aaO. 266 A., 267 A. 1, 270 A. 2, 378 A. behandelt haben
und mit dem auch romanlhafte Prosa bezeichnet werden konnte, vgl.
auch Christ-Schmid II® 1 S. 336. Nicht erst das Mittelalter hat dem Begriff, dem literarischen Terminus comoedia, eine Ausdehnung gegeben,
die weit vom ursprünglichen Begriff absteht und Werke nichtdramatischer Art einschloß, zumal wenn sie einer niederen Stilart angehörten,
vel. E. Winkler, Zur Geschichte des Begriffs ‘Comedie’ in Frankreich
(Heidelb. Sitz.-Ber. ph.-hist. Kl. 1937/38 14 ff.) und meine Bemerkungen
Gnomon 19 (1940) 396 A. 1. Zwischen historia und iragoedia hat man
schon in hellenistischer Poetik viele Übereinstimmungen gefunden. In
Fortführung dieser Beziehungen mochte sich für die weudys iorooie,
den fabulösen Roman, die Bezeichnung als xwuwdi« eingebürgert haben.
Dann braucht man bei Steph. Byz. keine Verwechslung des Antiphanes
mit dem attischen Komiker anzunehmen (s. oben 8. 30 A. 6). Über den
2}
28
abgeben sollte! Es hat sogar den Anschein, als ob auch eine
Altertums jedem seiner 24 Bücher ein Verzeichnis von Schriftstellern vorangestellt, die vor ihm Vergleichbares berichtet hatten,
‚damit die Apista nicht der Bezeugung ermangeln‘." Leider
[22
32
in gewisser Hinsicht vergleichbaren Fall von Stranitzkys Rejss-Beschreibuug s. unten Teil II Kap. &b.
Christ-Schmid I1° 2 8.819 A. 1 meint, die Berufung des Diogenes auf
Antiphanes ‚wird seinen Kredit nicht erhöht haben‘. Eben um dies zu
verhüten, mußte m. F. Diogenes dem in weiten Kreisen herrschenden
Vorurteil eutgegentreten und das Werk des Bergäers unter andern Gesichtspunkten würdigen.
Die Frage, ob das Motiv von den gefrornen Worten von Antonius Diogenes übernommen wurde, kommt unten (Kap. 10 geren Ende) zur
Sprache.
.
Christ-Schmid II 2 8.519 A.1.
+0. Schissel von Fleschenberg, Novellenkränze Lukians 101 #f.;
Schinid
819 A. 1 und 13. Vgl. über all diese Begriffe (ämioror, nidoue, weüdos
usw.) das Einleitungskapitel von K. Kere&uyi, Die griech.-oriental. Romanliteratur in relig.-gesch. Beleuchtung (1927).
Christ-Schmid II 1 8. 253.
Ebenda 420; Gosseu-Krull, RE IX 2082.
C. Müller, Gevgr. Gr. Min. I 565 A. zu v. 4; Christ-Sehmid 19% 540.
”
Knaack, Rhein. Mus. 61 (1906) 136 nimmt nicht nur "Ireore an, soudem T& Öntg Ooilnv &rıote, meint also, Diogenes habe einfach den
Titel des Antiplianes übernommen. Das ist gänzlich unwalırscheinlich!
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)ärciote bei Steph. Byz., wie das dg paoiv zeigt,' als Werturteil,
nicht als Buchtitel, und ebenso ist bei Ps. Skymnos ärıororv
iorooiag re wudiräg yEhım Charakteristik, entsprechend dem
veviuzudver co Weideı des Marcianus. Ein Titel ist nirgendwo
überliefert. Wilamowitz umschreibt den Charakter des Werkes:
‚wie sollte nicht auch der Schwindler sein Buelı für &Andn dıypiuera ausgegeben haben‘? was nach Analogie von Lukians
Aln$ug iorooie gesagt ist, aber sicherlich keine Titelform enthalten soll, und später? charakterisiert er es als ‚Reiseroman
mit bloß belustigendem Inhalt‘, im Gegensatz zu den Romanen
des Euhemeros und Hekataios mit ihrem ‚tendenziösen Inhalt‘
— eine Würdigung, zu der wir im übernächsten Abschnitt noch
Stellung nehmen müssen.
Polybios unmöglich als Lügenwerk schelten könnten, wenn ihn
nicht viele ernst genommen hätten‘ (folgt Erwähnung unseres
Lügeumärleins}. ‚Bei Herodot stand von einem Nordland zu
lesen,in dem die Luft voll von wirbelnden Federn war; Pytheas
hatte .von einem Regentage im Wattenmeer der Nordsee den
Eindruck empfangen,daß Erde, Luft und Wasser sich zu einem
Brei vermischten. Man kann den Lesern kaum verübeln, daß
sie nicht zu unterscheiden vermochten, wo die Flunkerei anfing.‘
Man erinnere sich des Schicksals, das Pytheas hatte. Bal d
nach Antiphanes, um 325,! beschrieb er in seinem Werk gregi
axeevoü die Reise zum Zinn- und Bernsteinland und nach Thule.
Eratosthenes hat seinen Wert erkannt? und die moderne Wissenschaft sieht in ihm ‚einen der größten Gelehrten des Altertums‘,?
Titelgemeinschaft "4rrıore. Ich glaube, Antiphanes hat einen
konkreteren Titel gewählt, der den geographischen Raum, der
bereist oder angeblich bereist war, bezeichnet und sich in die
Gepflogenheiten der damaligen historischen, geographischen,
ethnographischen Literatur einfügte.* Das erklärt dann um so
leichter die scharfe Reaktion der Geographen von Fach.
ein Mann wie Polybios lehnt ihn aufs schärfste ab,* ein Strabon
nennt ihn ‚Erzlügner‘® und stellt die ‚Lügen‘ des Pytheas, Euhemeros, Antiphanes auf eine Linie.° Wenn in augusteischer Zeit
trotz der Autorität desEratosthenes eine solche Verkennung des
Pytheas noch möglich war, wieviel schwieriger
mag es im
+. Jahrh. gewesen sein, bei Antiphanes zu einem sichern Urteil
zu gelangen!
Wir sahen, Alexis und die Fachgeographen haben ihn ab-
BE:
Die Berufung des Diogenes auf Antiphanes beweist keine
8. Antiphanes, Pytheas’ Nordlandfahrt und der
philosophische Tendenzroman des Hellenismus.
Fine Äußerung von Wilamowitz® ist noch anzuführen; er
erinnert an die von den Apologen der Odyssee ausgehende
Entwicklung und fährt nach Erwähnung der fabulösen Nordlandfahrt des Aristeas® fort: ‚Noch im 4. Jahrh. hat Antiphanes
von Berge einen Reisebericht gegeben, über den Leute wie
[3
f
Hermes 40, 150.
“
1 Mit dem sich Knaack 130 A. + unnötig abmüht.
Hellenist. Dichtung 195 (wo “Antiphrates’ Druckfehler ist). Im Glauben
ou
=»
d. Hell. aaQ. gibt er so wenig wie in der nachher zu nennenden Stelle
seiner Literaturgeschichte eine Vermutung über den Titel.
Also etwa geographisch bestimmter IZegimlovus oder Hegejynas, oder
etwas Ähnliches wie IZovrıza) forogfe, (Diophantos), ZZeoi Iavurolwr
_
&y Zxusig (Philon von Herakleia).
Die griech. Lit. d. Altertums®? (Kultur d. Gegenwart I 5) 1912 5. 187.
Über diese 5. unten 8.38 und 59.
35
der ganz zu Unrecht von den Späteren verleumdet wurde. Aber
gelehnt. Aber wie stand man sonst zu ihm? Bot er außer unterhaltsamenr Geschichten sonst noch hörenswert Erscheinendes?
Was hielt ihn trotz der Abwehrfront der Zunft fast ein halbes
Jahrtausend am Leben? Die Frage, anders gestellt, lautet: Ist
! Gisinger, RE Suppl. IV 504 #. Dadurch, daß es dank der epidaurischen
Inschrift gelungen ist, das Alter des Antiphanes höher hinaufzurücken, erledigt sich Knaacks Ansicht (Rhein. Mus. 61, 137), Autiphanes habe den
Pytbeas parodiert. Bedenklich war schon, daß Kuaack den Polybios schelten
mußte ($. 138), weil der ‚das Verhältnis zwischen Orivinal und Parodie
so gröblich verkannt habe‘. Mit Recht hatte Schmid (Christ-Schmid 13
540) diese unhaltbare Ansicht schon zurückgewiesen.
Wie aus Strabon p. 104 hervorgeht.
® So R. Hennig, Terrae incognitae 1 (1936) 120 #.
* 34, 5 und 10.
“d Ayo weudfctatos p. 63 und sonst.
° Vgl. oben 8. 29. Schmids Ansicht, Antiphanes habe zur Diskreditierung
des Pytheas beigetragen, ist selr einleuchtend (1° 540).
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Voir dans le PDF(s’ouvre dans une nouvelle fenêtre)wirklich ein so scharfer Schnitt zu machen zwischen Antiphanes
einerseits und Euhemeros, Theopomp, Hekataios andererseits,
wie es Wilamowitz! will, obwohl manche der Zeugnisse, wie
wir sahen,” den Bergäer doch gerade mit diesen Männern seiner
Zeit zusammenstellen?
Antiphanes, eines älteren Schriftstellers, von dem er sagt, er
habe seine Muße auf den Bericht von derlei wnnderbaren
Dingen verwendet. Man kann aber aus ihnen ganz besonders,
eben als aus derartigen erdichteten und märchenhatten Erzählungen, zwei sehr nützliche Erfahrungen gewinnen: erstens
daß den Unrecht Tuenden, auch wenn er tausendmal zu entrinnen scheint, doch — nach seiner Darstellung — die Strafe
erreicht, und zweitens, daß viele Unschuldige, auch wenn sie
in die größte Gefahr geraten sind — wie er zeigt —, wider
Wo uns an Fragmenten des Antiphanes nichts vorliegt
als das Märlein von den gefrornen Worten und allenfalls ein
Walfischabenteuer erschließbar ist, scheint es fast hoffnungslos,
zur Klarheit über seinen literarischen Charakter zu gelangen.
Dennoch glaube ich, von drei Seiten her gewisse Richtlinien
gewinnen zu können. Wir prüfen 1. das Verhältnis AntiphanesDiogenes auf Grund der Aussagen des Photios noch schärfer,
ziehen 2. aus Lukians allgemeinen Angaben über die antiken
Lügengeschichten eine besondere Nutzanwendung auf Antiphanes
und fahnden 3. in dem zwischen Antiphanes und Plutarch liesenden Bereich nach Zwischenstufen, die — mindestens als
literarische Sphäre — etwas über den sonstigen Charakter seiner
Schriftstellerei verraten könnten.
1. Photios faßt sein allgemeines Urteil über Antonius
Diogenes in die Worte zusammen:? ‚er streift an Mythisches
und Uuglaubhaftes, bei doch auch ganz überzeugend wirkender
Erfindung und Zubereitung des Stoffes‘. Nach allem, was wir
bisher über Antiphanes gefunden haben, mochte ein Teil der
Leserschaft über ihn nieht anders geurteilt haben, sonst hätte
es nicht des scharfen Einspruchs der Wissenschaft bedurft.
Wichtiger ist aber das, was Photios im unmittelbaren Anschluß
an den oben 8. 31 angeführten Satz über Antiphanes als Gewährsmann des Diogenes sagt, und damit endet der ganze
Codex 166:* ‚Antonius Diogenes gedenkt auch eines gewissen
U Oben 8. 34.
2 Oben 8. 2.
,
° Bibl p. 1 a 11: uddwv Eyyis zei dnigrwv dr nı$avwrden nlaceı za
dıunozeun.
* p. 112 a6 fl. (Fortsetzung des o. 8. 31. A. 1 ausgeschriebenen Satzes, hiuter
zuteoyokaxtras: Eorı JE &v aörors (das bezieht sich nicht auf die Schrift-
37
Erwarten und oftmals gerettet werden.‘
Der Patriarch zieht dies fabula docet aus seiner Lektüre
des plasmatischen Romans! des Antonius Diogenes; er hat, wie
der Wortlaut zeigt, nicht auch den Antiphanes selbst gelesen.
Aber das steht so dicht neben dessen Erwähnung und seiner
Toreörd viva Teoazoloyyuare, daß man zur Vermutung gedrängt
wird, Diogenes habe mit ähnlicher Begründung seinen Anschluß an Antiphanes motiviert. Das ‚Aretalogische‘, die Wundererzählung, religiös Erbauliches spielte neben der Reiscfabulistik
nachweislich eine große Rolle bei Antonius Diogenes, und ich
denke, bei dem Thearodokos von Epidauros Antiphanes war
es ähnlich. Ich kann mir für das 4. Jahrh. völlig tendenzlose
Reiseromane oder, wie Wilamowitz sagt,” Reiseromane ‚bloß
mit belustigendem Inhalt‘ schwer vorstellen; das scheint mir
zu sehr aus dem Gesichtswinkel eines Lukian, der sie parodiert, gesehen zu sein.
Bei Theopomp, Euhemeros, Hekataios
mischen sich philosophische, theologische, naturwissenschaftliche
Gedankengänge ein; die Tendenz, bei Betrachtung gerade der
Nordländer auch allerlei Erbauliches vorzubringen, kennzeichnet
bekanntlich die Ethnographie von Herodot bis Tacitus.® Das
steller Antiphanes und Diogenes, sondern auf roıwur« tive Tegaroloy'juora) zul udluore, üs Ev Tylızovros nidauael TE ze) wvrErduuo, do
Tıyd Imglocı yonsıuwrare, Ev ulv örı ıöv ddınjsevrd ti, xy uvouszıs
exgpvyeiv döEN, elodyeı ndvtas diem dedwxkvuu, zul devtegov örı nolkovg dvatlovs, Eyybs ueydlov yeyovdras zıwdüvon, nag’ EIntdog delzvume.
rolldxis dınswsfvras.
Zu diesem Begriff und der antiken Theorie des Romans vgl. Kerenyi aaO.
Oben S. 34,
"
® A. Riese, Die Idealisierung der Naturvölker des Nordens i. d. griech.
u. röm. Lit. (Progr. Frankfurt 1875); K. Trüdinger, Studien z. Gesch.
pr
9. Reisefabulistik und Aretalogie bei Antiphanes.