Der Thule-Roman des Antonios Diogenes. Antiphanes bei Diogenes

Author
Weinreich, O.
Published in
Sitzungsberichte Philosphisch-Historische Klasse
Year
1942
Subject
ANTONIUS
Language
Deutsch
Category
C6 Language & literature
Archive number
4499

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NEINSKeEelconh,Dd \ NEN Z_ ist eindeutig. j Antiphanes und Münchhausen. al Aber ist es richtig, Antiphanes nur vom Standpunkt der geographischen Wissenschaft her zu sehen ? Seine Benutzung im Thule-Roman des Antonius Diogenes eröffnet einen Ausblick auf andere Seiten des Problems. 6. Der Thule-Roman des Antonius Diogenes. Antiphanes bei Diogenes. Das Urteil eines ganz anderen Leserkreises hat seinen Niederschlag gefunden in einer Äußerung des Patriarchen Photios im 9. Jahrhundert. In dem Bericht über seine Lektüre von Antonius Diogenes’ Thule-Roman — auf den wir zur Gewinnung eines Gesamturteils über die Tend enz des Antiphanes später noch mehrfach zurückkommen müssen — sagt Photios, Antonius Diogenes habe in seinen Te do Goding &rziove auch eines älteren Autors gedacht, eines gewissen Antiphanes, der ‚seine Muße auf den Bericht ‚von derlei wunderbaren Dingen verwendet habe‘.! Man zweifelt heute nicht mehr daran, daß damit unser Antiphanes von Berge gemei nt sei.” Photios spricht also nicht auf Grund eigner Kenntnis des Bergäers, sondern gibt nur wieder, was Diogenes geurte ilt hatte. Und für diesen kann Antiphanes nicht der skrupellose Lügner gewesen sein, wie sich aus folgenden Erwägung en erschließen läßt. Antonius Diogenes, der Ende des 1. oder zu Beginn des 2. Jahrh. seinen ‚Roman‘ verfaßt hat, wie jetzt gesichert ist,? hat gemäß der Gepflogenheit mancher Wissenscha ftler auch des daß die neugefundenen AeSeıs zwuızel aus dem 1. Jahrh. (s. oben S. 15) [3 bei der Erläuterung von Beoyaios das Verbum Begyaifeıv nicht herun ziehen, Bibl. cod. 166 (p. 112 a 3 Beliker): wrnuo veier ... dprauotsgov Tıvog Avtıypadvous, dv PnOL NEOl TORÜTE Tıve Tegaroloyfjucre (nämlich wie sie bei Antonius Diogenes selbst stehen) xzazteoyolaxeveı. So mit Recht Wilamowitz, Hermes 40, 150 und W, Schmid, RE I 2591 f,; Griech. Lit. IC 540; II 2 8, sı9 A. 1, gegen Rohde, Roman? 239 A., 295 A. 1 und Susemihl, Griech. Lit. d. Alex. Zeit I 323, die noch nichts ” von unserem Märlein bei Antiphanes gewuß t haben. F. Boll, Philol. 66 (1907) 10 £; Chris t-Schmid, Griech. Lit, IIs S. 810 £. ”“ Der neue Diogenes-Papyrus (geschrieb en im 2.13, Jahrh.), zuletzt von Zimmermann, Hermes 71 (1986) 312 F. behan delt, gibt für die Datierung nichts aus,

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Ahnlichkeit des Titels beider Werke anzunehmen sei.’ ww. Ami PAARE vmD Ainlanausen) 7. Über den Titel von Antiphanes’ Werk. greift Photios aus diesen Quellenverzeichnissen keine Namen heraus; denn nicht im Anschluß an diese Notiz, sondern erst am Ende seines Gesamtreferates kommt der Patriarch auf Die Frage, wie das Werk des Bergäers benannt war, haben wir bisher noch nicht aufgeworfen. Das des Diogenes hieß T& inte Bovknv more; der Titel gibt also einen geo- Antiphanes zu sprechen, nämlich da, wo er sein abschließendes Urteil über den Roman des Diogenes zum Ausdruck bringt graphischen und sachlichen Anhalt. Natürlich kann änıore nicht ‚Lügen‘ bedeuten, sondern wie ur$@adn? Dinge, die unschon, wie wir gesehen haben, typisch gewesen sind, in Schutz genommen haben, wenn er ein für ihn taugliches Vorbild? ! Pliotios p. 111 a 35 f.; Rohde aaO. 294. 2 Auffallend ist die Tatsache, daß, wie Antipbaues bei Steph. Byz. zwuuzds heißt (s. o. 8. 30 A.6 und 7), so auch Diogenes sich nach Photios (p. 111 a 35) als montags Ts nelaras xwuwdias bezeichnet hat. n Photios aus allen in den Autorenverzeichnissen der 24 Bücher glaubhaft scheinen und doch Wahrheit sind, wie denn Diogenes auch einen umfänglichen Beglaubigungsapparat für alle Teile der Handlung aufgeboten hatte.! IIegi ariorwv erscheint als Werktitel bei Palaiphatos (um 500 v. Chr.), wo es sich um Mythendeutung handelt? was also nicht unmittelbar verglichen werden kann, und bei Isigonos vön Nikaia (1. Jahrh. v. oder n. Chr.), wo es sich, schon vergleichbarer, um Paradoxographie handelt.‘ So nimmt man auch für Antiphanes als Titel Arıora an.” Tatsächlich aber haben wir keinen sichern Anhalt dafür. In den oben $. 29 £. vorgeführten antiken Zeugnissen erscheint » und ihn mit anderen, uns noch vorliegenden antiken Romanschriftstellern vergleicht. Es wäre nun äußerst merkwürdig, wenn genannten Namen einzig den des Antiphanes herausgegriffen hätte, wenn also der Bergäer für Diogenes nur einer von vielen gewesen wäre. Ich nehme an, Diogenes hatte den Antiphanes an hervorragender Stelle und mit Hervorhebung, etwa im Proömium oder Epilog des ganzen Werkes genannt. Er muß ihn wohl auch gegen die Angriffe der Wissenschaft, die damals Schmid II® 2 13 S. 819 A. 4 denkt an ‚satirische Buchkomödien‘. Mit Rohde, Roman? 270 A. und K. Bürger, Stud. z. Gesch. d. griech. Romans II (Progr. Blankenburg i. H. 1903) 6 A. 2 nehme ich an, daß hier schon jener erweiterte Begriff von xwu@dia« vorliegt, den Meineke, Hist. crit. com. 528 und Rolıde aaO. 266 A., 267 A. 1, 270 A. 2, 378 A. behandelt haben und mit dem auch romanlhafte Prosa bezeichnet werden konnte, vgl. auch Christ-Schmid II® 1 S. 336. Nicht erst das Mittelalter hat dem Begriff, dem literarischen Terminus comoedia, eine Ausdehnung gegeben, die weit vom ursprünglichen Begriff absteht und Werke nichtdramatischer Art einschloß, zumal wenn sie einer niederen Stilart angehörten, vel. E. Winkler, Zur Geschichte des Begriffs ‘Comedie’ in Frankreich (Heidelb. Sitz.-Ber. ph.-hist. Kl. 1937/38 14 ff.) und meine Bemerkungen Gnomon 19 (1940) 396 A. 1. Zwischen historia und iragoedia hat man schon in hellenistischer Poetik viele Übereinstimmungen gefunden. In Fortführung dieser Beziehungen mochte sich für die weudys iorooie, den fabulösen Roman, die Bezeichnung als xwuwdi« eingebürgert haben. Dann braucht man bei Steph. Byz. keine Verwechslung des Antiphanes mit dem attischen Komiker anzunehmen (s. oben 8. 30 A. 6). Über den 2} 28 abgeben sollte! Es hat sogar den Anschein, als ob auch eine Altertums jedem seiner 24 Bücher ein Verzeichnis von Schriftstellern vorangestellt, die vor ihm Vergleichbares berichtet hatten, ‚damit die Apista nicht der Bezeugung ermangeln‘." Leider [22 32 in gewisser Hinsicht vergleichbaren Fall von Stranitzkys Rejss-Beschreibuug s. unten Teil II Kap. &b. Christ-Schmid I1° 2 8.819 A. 1 meint, die Berufung des Diogenes auf Antiphanes ‚wird seinen Kredit nicht erhöht haben‘. Eben um dies zu verhüten, mußte m. F. Diogenes dem in weiten Kreisen herrschenden Vorurteil eutgegentreten und das Werk des Bergäers unter andern Gesichtspunkten würdigen. Die Frage, ob das Motiv von den gefrornen Worten von Antonius Diogenes übernommen wurde, kommt unten (Kap. 10 geren Ende) zur Sprache. . Christ-Schmid II 2 8.519 A.1. +0. Schissel von Fleschenberg, Novellenkränze Lukians 101 #f.; Schinid 819 A. 1 und 13. Vgl. über all diese Begriffe (ämioror, nidoue, weüdos usw.) das Einleitungskapitel von K. Kere&uyi, Die griech.-oriental. Romanliteratur in relig.-gesch. Beleuchtung (1927). Christ-Schmid II 1 8. 253. Ebenda 420; Gosseu-Krull, RE IX 2082. C. Müller, Gevgr. Gr. Min. I 565 A. zu v. 4; Christ-Sehmid 19% 540. ” Knaack, Rhein. Mus. 61 (1906) 136 nimmt nicht nur "Ireore an, soudem T& Öntg Ooilnv &rıote, meint also, Diogenes habe einfach den Titel des Antiplianes übernommen. Das ist gänzlich unwalırscheinlich!

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ärciote bei Steph. Byz., wie das dg paoiv zeigt,' als Werturteil, nicht als Buchtitel, und ebenso ist bei Ps. Skymnos ärıororv iorooiag re wudiräg yEhım Charakteristik, entsprechend dem veviuzudver co Weideı des Marcianus. Ein Titel ist nirgendwo überliefert. Wilamowitz umschreibt den Charakter des Werkes: ‚wie sollte nicht auch der Schwindler sein Buelı für &Andn dıypiuera ausgegeben haben‘? was nach Analogie von Lukians Aln$ug iorooie gesagt ist, aber sicherlich keine Titelform enthalten soll, und später? charakterisiert er es als ‚Reiseroman mit bloß belustigendem Inhalt‘, im Gegensatz zu den Romanen des Euhemeros und Hekataios mit ihrem ‚tendenziösen Inhalt‘ — eine Würdigung, zu der wir im übernächsten Abschnitt noch Stellung nehmen müssen. Polybios unmöglich als Lügenwerk schelten könnten, wenn ihn nicht viele ernst genommen hätten‘ (folgt Erwähnung unseres Lügeumärleins}. ‚Bei Herodot stand von einem Nordland zu lesen,in dem die Luft voll von wirbelnden Federn war; Pytheas hatte .von einem Regentage im Wattenmeer der Nordsee den Eindruck empfangen,daß Erde, Luft und Wasser sich zu einem Brei vermischten. Man kann den Lesern kaum verübeln, daß sie nicht zu unterscheiden vermochten, wo die Flunkerei anfing.‘ Man erinnere sich des Schicksals, das Pytheas hatte. Bal d nach Antiphanes, um 325,! beschrieb er in seinem Werk gregi axeevoü die Reise zum Zinn- und Bernsteinland und nach Thule. Eratosthenes hat seinen Wert erkannt? und die moderne Wissenschaft sieht in ihm ‚einen der größten Gelehrten des Altertums‘,? Titelgemeinschaft "4rrıore. Ich glaube, Antiphanes hat einen konkreteren Titel gewählt, der den geographischen Raum, der bereist oder angeblich bereist war, bezeichnet und sich in die Gepflogenheiten der damaligen historischen, geographischen, ethnographischen Literatur einfügte.* Das erklärt dann um so leichter die scharfe Reaktion der Geographen von Fach. ein Mann wie Polybios lehnt ihn aufs schärfste ab,* ein Strabon nennt ihn ‚Erzlügner‘® und stellt die ‚Lügen‘ des Pytheas, Euhemeros, Antiphanes auf eine Linie.° Wenn in augusteischer Zeit trotz der Autorität desEratosthenes eine solche Verkennung des Pytheas noch möglich war, wieviel schwieriger mag es im +. Jahrh. gewesen sein, bei Antiphanes zu einem sichern Urteil zu gelangen! Wir sahen, Alexis und die Fachgeographen haben ihn ab- BE: Die Berufung des Diogenes auf Antiphanes beweist keine 8. Antiphanes, Pytheas’ Nordlandfahrt und der philosophische Tendenzroman des Hellenismus. Fine Äußerung von Wilamowitz® ist noch anzuführen; er erinnert an die von den Apologen der Odyssee ausgehende Entwicklung und fährt nach Erwähnung der fabulösen Nordlandfahrt des Aristeas® fort: ‚Noch im 4. Jahrh. hat Antiphanes von Berge einen Reisebericht gegeben, über den Leute wie [3 f Hermes 40, 150. “ 1 Mit dem sich Knaack 130 A. + unnötig abmüht. Hellenist. Dichtung 195 (wo “Antiphrates’ Druckfehler ist). Im Glauben ou =» d. Hell. aaQ. gibt er so wenig wie in der nachher zu nennenden Stelle seiner Literaturgeschichte eine Vermutung über den Titel. Also etwa geographisch bestimmter IZegimlovus oder Hegejynas, oder etwas Ähnliches wie IZovrıza) forogfe, (Diophantos), ZZeoi Iavurolwr _ &y Zxusig (Philon von Herakleia). Die griech. Lit. d. Altertums®? (Kultur d. Gegenwart I 5) 1912 5. 187. Über diese 5. unten 8.38 und 59. 35 der ganz zu Unrecht von den Späteren verleumdet wurde. Aber gelehnt. Aber wie stand man sonst zu ihm? Bot er außer unterhaltsamenr Geschichten sonst noch hörenswert Erscheinendes? Was hielt ihn trotz der Abwehrfront der Zunft fast ein halbes Jahrtausend am Leben? Die Frage, anders gestellt, lautet: Ist ! Gisinger, RE Suppl. IV 504 #. Dadurch, daß es dank der epidaurischen Inschrift gelungen ist, das Alter des Antiphanes höher hinaufzurücken, erledigt sich Knaacks Ansicht (Rhein. Mus. 61, 137), Autiphanes habe den Pytbeas parodiert. Bedenklich war schon, daß Kuaack den Polybios schelten mußte ($. 138), weil der ‚das Verhältnis zwischen Orivinal und Parodie so gröblich verkannt habe‘. Mit Recht hatte Schmid (Christ-Schmid 13 540) diese unhaltbare Ansicht schon zurückgewiesen. Wie aus Strabon p. 104 hervorgeht. ® So R. Hennig, Terrae incognitae 1 (1936) 120 #. * 34, 5 und 10. “d Ayo weudfctatos p. 63 und sonst. ° Vgl. oben 8. 29. Schmids Ansicht, Antiphanes habe zur Diskreditierung des Pytheas beigetragen, ist selr einleuchtend (1° 540).

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wirklich ein so scharfer Schnitt zu machen zwischen Antiphanes einerseits und Euhemeros, Theopomp, Hekataios andererseits, wie es Wilamowitz! will, obwohl manche der Zeugnisse, wie wir sahen,” den Bergäer doch gerade mit diesen Männern seiner Zeit zusammenstellen? Antiphanes, eines älteren Schriftstellers, von dem er sagt, er habe seine Muße auf den Bericht von derlei wnnderbaren Dingen verwendet. Man kann aber aus ihnen ganz besonders, eben als aus derartigen erdichteten und märchenhatten Erzählungen, zwei sehr nützliche Erfahrungen gewinnen: erstens daß den Unrecht Tuenden, auch wenn er tausendmal zu entrinnen scheint, doch — nach seiner Darstellung — die Strafe erreicht, und zweitens, daß viele Unschuldige, auch wenn sie in die größte Gefahr geraten sind — wie er zeigt —, wider Wo uns an Fragmenten des Antiphanes nichts vorliegt als das Märlein von den gefrornen Worten und allenfalls ein Walfischabenteuer erschließbar ist, scheint es fast hoffnungslos, zur Klarheit über seinen literarischen Charakter zu gelangen. Dennoch glaube ich, von drei Seiten her gewisse Richtlinien gewinnen zu können. Wir prüfen 1. das Verhältnis AntiphanesDiogenes auf Grund der Aussagen des Photios noch schärfer, ziehen 2. aus Lukians allgemeinen Angaben über die antiken Lügengeschichten eine besondere Nutzanwendung auf Antiphanes und fahnden 3. in dem zwischen Antiphanes und Plutarch liesenden Bereich nach Zwischenstufen, die — mindestens als literarische Sphäre — etwas über den sonstigen Charakter seiner Schriftstellerei verraten könnten. 1. Photios faßt sein allgemeines Urteil über Antonius Diogenes in die Worte zusammen:? ‚er streift an Mythisches und Uuglaubhaftes, bei doch auch ganz überzeugend wirkender Erfindung und Zubereitung des Stoffes‘. Nach allem, was wir bisher über Antiphanes gefunden haben, mochte ein Teil der Leserschaft über ihn nieht anders geurteilt haben, sonst hätte es nicht des scharfen Einspruchs der Wissenschaft bedurft. Wichtiger ist aber das, was Photios im unmittelbaren Anschluß an den oben 8. 31 angeführten Satz über Antiphanes als Gewährsmann des Diogenes sagt, und damit endet der ganze Codex 166:* ‚Antonius Diogenes gedenkt auch eines gewissen U Oben 8. 34. 2 Oben 8. 2. , ° Bibl p. 1 a 11: uddwv Eyyis zei dnigrwv dr nı$avwrden nlaceı za dıunozeun. * p. 112 a6 fl. (Fortsetzung des o. 8. 31. A. 1 ausgeschriebenen Satzes, hiuter zuteoyokaxtras: Eorı JE &v aörors (das bezieht sich nicht auf die Schrift- 37 Erwarten und oftmals gerettet werden.‘ Der Patriarch zieht dies fabula docet aus seiner Lektüre des plasmatischen Romans! des Antonius Diogenes; er hat, wie der Wortlaut zeigt, nicht auch den Antiphanes selbst gelesen. Aber das steht so dicht neben dessen Erwähnung und seiner Toreörd viva Teoazoloyyuare, daß man zur Vermutung gedrängt wird, Diogenes habe mit ähnlicher Begründung seinen Anschluß an Antiphanes motiviert. Das ‚Aretalogische‘, die Wundererzählung, religiös Erbauliches spielte neben der Reiscfabulistik nachweislich eine große Rolle bei Antonius Diogenes, und ich denke, bei dem Thearodokos von Epidauros Antiphanes war es ähnlich. Ich kann mir für das 4. Jahrh. völlig tendenzlose Reiseromane oder, wie Wilamowitz sagt,” Reiseromane ‚bloß mit belustigendem Inhalt‘ schwer vorstellen; das scheint mir zu sehr aus dem Gesichtswinkel eines Lukian, der sie parodiert, gesehen zu sein. Bei Theopomp, Euhemeros, Hekataios mischen sich philosophische, theologische, naturwissenschaftliche Gedankengänge ein; die Tendenz, bei Betrachtung gerade der Nordländer auch allerlei Erbauliches vorzubringen, kennzeichnet bekanntlich die Ethnographie von Herodot bis Tacitus.® Das steller Antiphanes und Diogenes, sondern auf roıwur« tive Tegaroloy'juora) zul udluore, üs Ev Tylızovros nidauael TE ze) wvrErduuo, do Tıyd Imglocı yonsıuwrare, Ev ulv örı ıöv ddınjsevrd ti, xy uvouszıs exgpvyeiv döEN, elodyeı ndvtas diem dedwxkvuu, zul devtegov örı nolkovg dvatlovs, Eyybs ueydlov yeyovdras zıwdüvon, nag’ EIntdog delzvume. rolldxis dınswsfvras. Zu diesem Begriff und der antiken Theorie des Romans vgl. Kerenyi aaO. Oben S. 34, " ® A. Riese, Die Idealisierung der Naturvölker des Nordens i. d. griech. u. röm. Lit. (Progr. Frankfurt 1875); K. Trüdinger, Studien z. Gesch. pr 9. Reisefabulistik und Aretalogie bei Antiphanes.