Die Beziehungen zwischen Philosophie und Wissenschaft in der Antike

Autore
Zhmud, L.
Pubblicato in
Sudhoffs Archiv
Anno
1994
Argomento
PHILOSOPHIE
Lingua
Deutsch
Categoria
C1 General
Numero d'archivio
3162

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WISSENSCHAFT IN DER ANTIKE Von Leonip ZHMUD Einleitend möchte ich eine knappe Skizze des allgemeinen Rahmens meiner Überlegungen geben. Dabei werde ich insbesondere einige Prämissen nennen, auf denen meine Ausführungen über das Verhältnis von Wissenschaft und Philosophie in der Antike aufbauen. Im einzelnen werden diese Prämissen hier nicht begründet. Die erste dieser Prämissen betrifft die Existenz der Wissenschaft in der Antike selbst, denn nicht wenige Wissenschaftshistoriker ziehen es vor, ihr Entstehen mit der Renaissance oder sogar mit der wissenschaftlichen Revolution im 17. Jh. zu verbinden. Ausgehend von einer Wissenschaftskonzeption, die als das für sie konstitutive Element die hyporhetisch-deduktive Methode bzw. die axiomatisch-deduktive in der Mathematik ansicht,! behaupte ich, daß es bezogen auf dieses Kriterium keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen der Wissenschaft der Antike und der der Neuzeit gibt. Zweitens anerkenne ich nicht nur den Unterschied der historischen Wege von Philosophie und Wissenschaft, sondern auch ihre grundsätzliche epistemologische Andersartigkeit.2 Generell könnte man sie folgendermaßen formulieren: wissenschaftliche Probleme können erfolgreich gelöst werden, philosophische Probleme sind prinzipiell unlésbar, Wissenschaftliche Probleme werden, wenn sie richtig formuliert sind, früher oder später ihrer Lösung zugeführt, bzw., wenn sie unkorrekt gestellt sind, abgesetzt (dabei gehen sie nicht selten in die Kategorie der philosophischen über). Das heißt nicht, daß Urteile, die zu einer bestimmten Zeit über die Wissenschaftlichkeit von Problemstellungen gefällt werden, immer endgültige Urteile sein müssen. Es gibt andererseits auch Beispiele für Fragestellungen, die zunächst in Form einer philosophischen Theorie aufgeworfen wurden, später aber zu Problemen wurden, die man mit wissenschaftlichen Methoden lösen konnte (z.B. atomistische Theorie). Philosophische Fragen haben bisher keine eindeutigen und allgemeingültigen Lösungen erfahren. Das, was einer Schule als Lösung erscheint, kann von einer anderen als Problem zurückgewiesen oder ignoriert werden. Die Grundtypen der philosophischen Weltanschauung, die sich in der antiken Philosophie herausgebildet haben, existieren in modifizierter Form bis auf den heutigen Tag, so daß sich die Entwicklung der Philosophie sowohl in der Entfaltung immer neuer Varianten dieser Grundtypen als auch in der Präzisierung und Bereicherung von deren Interpretationsmöglichkeiten zeigt. Die beiden Fragen, mit denen ich mich in diesem Aufsatz beschäftige, lauten folgendermaßen: I) In welchem Masse hat die antike Philosophie die antike Wissenschaft beeinflußt? 2) Wie wirkte dieser Einfluß — verzögernd oder stimulierend? Die Geschichte bietet keine Beispiele für Gesellschaften, in denen Wissenschaft entstanden wäre und sich entwickell hätte, ohne daß philosophische Lehren formuliert worden wären.? Die Entstehung der Wissenschaft in Griechenland und ihre Wiedergeburt in Westeuropa ist mit der ! K.-R. Popper: Logik der Forschung. Tübingen 1969. ? Die folgenden Überlegungen bezichen sich auf A. Zajcev's Darstellung: Philosophie und Wissenschaft in der antiken Kultur (Konferenzbericht). Voprosy istorii estestvoznanija i techniki 4 (1988). S. auch: K, von Fritz: Grundprobleme der Geschichte der antiken Wissenschaft. Berlin/New York 1971, S. 31T. Sudhoffs Archiv, Band 78, Heft I (1994) © Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH, Sitz Stuttgart

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Entwicklung der Phil sc phii e einhergegangen chen u . Die i Wachstumskonfi gur hi att i onen des wissen- Ss und Philosophie gegenü gentiber (wenn man Ihre Wechselbezieh : vom frühen Mittelalter einmal absi unless atto Elo n oft so beschrieben, daß sich die Prinwind ; ari vd Wissenschaft entwickelt habe, während Fi ito er Neuzeit Antike umgekehrt gewesen en sel.”Einfluß Tatsächlic h wi verfügen wir: über eine Menge BeiSpiele ek va i für einen der direkten und offensichtliichen y he wissenschaftlic derwährend ius A i Genese von Philosophischen Ansichten der a et auf die ahre, eispielen für sie geférdert.!2 Was die Pythagoreische Schule betrifft, so gilt der große Einfluß der Zahlenphiloso| phie bei der Entstehung von Mathematik und Astronomie fast als selbstverständlich. Bevor ich eine Wertung dieser Ansichten vornehme, müchte ich feststellen, daB wir keinen Grund haben, a priori einen grundsätzlichen Unterschied in der Art der Wechselbeziehungen von Wissenschaft und Philosophie in verschiedenen Zeiten anzunehmen.!? Wenn heute die Mischung von Elementen aus Wissenschaft und Philosophie von kaum einem Spezialisten als wissenschaftliche Theorie anerkannt wird, warum sollten wir dann annehmen, daß eine entsprechende Mischung in der Antike fruchtbar gewesen sein soll? Wenn das Wesentliche fiir die Wissenschaft ihre Methode ist, und es zwischen ihr und der Philosophie untiberwindliche an epistemologische Unterschiede gibt, so hätten sich doch diese Unterschiede von Anfang auswirken müssen, d.h. bereits im sechsten Jh. v.Chr. grie chischen Wissenschaft an : Wissenschaft erst ab dem 17. Jh. an.8 n genommen.? Eine, n Synkretismus dieser Art schafiliche aft i ; der exakten i de zu behaupte: r Theorien von Philosophischen von ihren y erfechtern An a i pten, erleichtert es br s sich völlig unterschiedlich entwickelt haben. die A ängigkeit Vorstellungen zu ini Tie ps, ti . sn ängi gkeit unterschiedlich beurteil Issenschaften angeregt, Dem widerspricht nicht, daß man sich dieser Unterschiede lange Zeit nicht bewußt war, und das unterscheidet uns tatsächlich von der frühgriechischen Wissenschaft. Bei den Vorsokratikem findet man nicht selten in einem Werk sowohl eindeutig metaphysische als auch wissent uns schaftliche Ideen. Wenn sie selbst keinen Unterschied zwischen ihnen machten, berechtigIdeen diese daß sehen, zu nicht und machen zu ied Untersch keinen ebenfalls das auf keinen Fall, t, So nimmt man an, / wird laton habe die Entwic ohingegen die y orherrschaft Entwicklung der emp piri iri schen Untersuchun gen verzóger ö t,!! wisse; klung des Aristotelismus die die Peripate pateti tische Schule aber habe 3 Beispiele für das Um 8ek€'hrte sind jedoch bekannt:. In Indien oder aller dings haben sich dort China gab es schr wohl Philosophie keine W Issenschaften ausg 4 ebilder F, . H ee ae = De ; Nal. : essential I. Frei burg 1971, S. 17£ scie i ntifn iques. In: a Etudes dd’his histoi oire de la pens c ée phil a osophiqu t A, Koyré: l’influ i D i Seven Eranos-Jabrb ne 48 (197 uch 9), 5, 1-33, "Y e e Hae Recent Trends in the Lati Interpretation of Anci ent Scie cie:nce, In: Anci n° Tek, ilosoph e. ia eres der nus Theorien bildung. emkin. Baltimore 1967 , p. 407f. „Since the ; in arm, undifferentiated , essentia the penal Issues. Apeiron 21 (l] 1988 ent Medicine, ed. O. &L , Philosophy and scienceproc eededarm beginnings of Greek thought same e 46 ), p. 2) FRE kinson: Introduction: Scie . Giannantoni: Scie nza e filosofia nell” etá ellenistica. In: La ' M.V.egetti, Napolii 1984 Da , bestreit i et jedo pr nce and Certainty: m e ch ® J. Mitrelstraÿ: Phi I * i .M. sci scienza Scien, = sie philosophisch in , versucht . Shorey: Platonism a and he nd Philosophie und Wissensc haft i Hi À, en insofern selbstän dig der Es wird oft behauptet, daß für die Griechen die Figur eines Denkers typisch sei, Anaxidies wie betreibt, hie Philosop auch als gleichermaßen fruchtbar sowohl Wissenschaft ch von mander, Pythagoras oder Aristoteles taten. Aber worin unterscheiden sie sich wesentli eher sie n bestehe so sollte, geben hiede Untersc wirklich es Wenn 5 Leibniz, Kant oder Russel?! desselund ein darin, daß man zwischen den philosophischen und wissenschaftlichen Theorienkann als bei den finden te ngspunk Berühru mehr s, Descarte z.B. Neuzeit, der ben Denkers aber ich sehe Vorsokratikern. Thales hat zwar in der Tat Philosophie und Mathematik betrieben, nce. Proc . of Ame ri i i lichen Mi ta S nia p ci recherche ca ñel mondo antic ici cia der Geometri e, Philologus 126 ( 1982), S. BEA en zar Gba i e, me and Mea sur Teer P. Brunet, À, Mieli: Hist oire des Sciences. e nae C E ement: Es: nce Differenz zwischen den beiden Bereichen keineswegs ein. ory of Scie gica mi Sci ence; A Ancient Scie sich lebhaft für wissenschaftliche Probleme interessieren kann, ebnet die epistemologische the Hist Frajese: nysics . lernen Wissenschaft Strasbourg 1948; = vin ese. 1 (1931), 93-107; Ch.mati Mugler: PI PlatS. one e la mate 5 Giannant e: Grundlegeng ‘e ; an A G. oni, ung der wissenschaft y Hrsg. igreI von Wiss das 19. e PaA enschaft. Frankfurt aM. 1974, ts Cat auch dic teow gr auf die Bild | isti ellenistic a, hen Philosophie und Wiss enschaft im Hellenis- Philosophie und Wiss areten über ; Te tri bis So wird z.B. Anaximanders These von einer Grundsubstanz aller Dinge (td äreıpov)Erde der Sterne die daß ng, Behauptu seine während , heute von vielen Philosophen anerkannt n wurde. näher seien als Mond und Sonne, bereits in der nächsten Generation verworfe und die Seins des Ewigkeit und it erlichke Unveränd der von Ideen seine hat des Parmeni Beide geäußert. Buch selben im Hypothese, daß der Mond aufgrund von Lichtreflexion leuchtet, als letztere , Prämisse ische metaphys als jedoch Ideen werden auch heute vertreten, erstere kaKommuni der Form eine nur Buch das ist ch Schließli Aussage. erwiesene wissenschaftliche tion: eine wissenschaftliche Hypothese kann in einem Brief an einen Freund, in einem Tageja sogar während einer Unterhaltung bei einer Tasse Kaffee aufgestellt werden — vor oder buch, sich nach Gesprächen über das Wetter, Preise und Politik. Die Tatsache, daß ein Wissenscderhaftler h Philosop und kann, gen beschäfti Dingen anderen hundert außer mit Wissenschaft noch mit in Scientific R e de l’Université Brux elles 2 ( 1949/50), p. ‘oughgh the Golden Age of Greece, Cambridge En n E So 249-268: G Sarto! 1952, P.a 395ff es . E.J Le Dijk de ster huis: Die 2nd ed., p. SOFf. 12 Sarton, p. 473£f., 49288, B. Farrington: Science in Antiquity. Oxford 1 969. almoust completely so, while the were autonomous, 13 S.2.B.:,] am convinced that the mathematical studies ion from mathematical work... My view conforms philosophical! debates... frequently drew support and clarificat ut history and between mathematics and philosophy througho to what one may observe as the usual relation Philosophy in and ics Mathemat of on Interacti The y: Continuit and Infinity Knorr: R. (W. recently“ y especiall 1982, p. 112). Ithaca n. Kretzman N. ed. Thought, Medieval and Ancient in ty Continui and Infinity Antiquity. In: 14 Zajcev (Anm. 2), S. 165. in der 15 Dabei gab es in der Antike außer Thales und Pythagoras keinen bedeutenden Philosophen, der Mathematik etwas Großes geleistet hätte.

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keine Verbindung zwischen der ihm zugeschriebenen Behauptu Die Beziehungen zwischen Philosophie und Wissenschaft in der Antike ng, der Ursprung aller Din i das Wasser, und der Beweisführung seiner Sátzen.1ó Und mir ist, abgesehen von dem o= Hinweis einer die beiden Bereiche betreffenden Idee einer GesetzmiBigkeit, einer kosmi de Ordnung, keine befriedigende Darstellung dieser Verbindung bekannt. | Diese Idee hatte jedoch in der griechischen Kultur schon lange vor Les Thales existiert und fand ihren Niederschlag in den unterschiedlichsten philosophischen Systemen, so bei Heraklit. der hartnäckig die Existenz einer kosmischen Ordnung behauptete, jedoch nichts mit Wissensch aft zu tun hatte. Bei Thales aber ist diese Vorstellung einer kosmischen Ordnung (zumindest prominenter Stelle) nicht zu finden.!? Gleichzeitig ist unklar, wie die Idee der Gesetzmäßi keit an sich zum deduktiven Beweis einfacher geometrischer Sätze führen konnte, z.B. zu re Beweis, ‚daß die Hypotenusenwinkel im gleichschenkligen Dreieck gleich sind | koch den Babyloniern war die Idee einer kosmischen Ordnung nicht fremd, aber sie wurde ne ihnen în der Form arithmetischer Schemata der scheinbaren Planetenbewegungen Form von wissenschaftlicher Astronomie. | realisiert und nicht i 7 SchlieBlich gibt es eine Vielzahl religiöser Richtungen, die eine vollkomm ene in der Natur wie im menschlichen Leben behaupten, was bei den Trägem durchaus nicht zu einer Empfänglichkeit für wissenschaftliche Prädestination solcher Ansichten Aktivitäten beiträgt. Jedenfall sind die mathematische Theologie eines Proklus oder die Ethik eines Spinoza dersle in : metrischer Form nachweist, viel augenfälligere Beispiele für das Einwirken der Wiss ir auf die Philosophie, als das Beispiel des Thales fiir die Beeinflussung in umgekehrter Riche Nicht leichter ist auch die Verbindung zwischen dem astronomischen System des Felsen und dem von ihm postulierten metaphysischen Prinzip (ró dime 1pov) aufzudecken 7 | Die Spezialisierung von Wissenschaft und Philosophie geschieht in Griechenland erstaunlich früh. Bereits Ende des sechsten, Anfang des fünften Jh. finden wir die Gestalten iner“ Gelehrter, wie Kleostratos von Tenedos oder Hekataios von Milet, und ‚reiner Plica ba 3 war mit Archytas, Theaetetos und Theodoros zwar befreundet, aber sie waren nie seine Schiiler, im Gegenteil, er lernte von ihnen und nutzte aktiv ihr Wissen. Von den direkten Schülern Platons hat lediglich Aristoteles in der Wissenschaft Großes geleistet, allerdings erst nach seinem Fortgang aus der Akademie und auch nur in den Wissenschaften, die er an der Akademie nie betrieben hatte, d.h. in erster Linie in der Biologie. Für viele war die Akademie als Zentrum intellektuellen Lebens attraktiv, andere wiederum hatten den Wunsch, Platon persönlich kennenzulernen, aber die professionelle Betätigung der Gelehrten fand außerhalb der Akademie statt, wenn man einmal von der Herstellung einiger Mathematiklehrbücher für ihre Zwecke absieht. Das Aristotelische Lyzeum zeigt eine viel innigere Gemeinschaft von Philosophie und Wissenschaft innerhalb einer Schule. Gleichzeitig ist gerade bei Aristoteles, trotz seines Bemühens, die aus der Mathematik entlehnte axiomatisch-deduktive Methode” als allgemeine Methode von Wissenschaft und Philosophie darzustellen, erstmals die Erkenntnis der Verschiedenartigkeit von Mathematik und Philosophie festzustellen. So bemerkt er z.B., daß die Mathematik das einzige Gebiet ist, auf dem es gelungen ist, wirklich etwas zu beweisen.” Die gleiche Erkenntnis zeigt sich in dem von Schülern des Aristoteles realisierten wissenschaftshistorischen Projekt. Eudemos schreibt die Geschichte der Astronomie, Arithmetik und Geometrie, Theophrast die Geschichte der Physik, Menon die Geschichte der Medizin. Dabei untersucht Eudemos in der Geschichte der Mathematik und Astronomie rein wissenschaftliche Fragen, ohne auf die Philosophie zurückzugreifen.?* Die duoıxüv 86ka des Theophrast reflektieren im Gegenteil die damalige Auffassung, Physik sei ein Gebiet, das sowohl die Naturphilosophie, als auch die Kosmologie und die Naturwissenschaft umfasse.* Die Menonische Geschichte der Medizin zeigt auch, wie eng medizinische Theorien mit naturphilosophischen Prämissen verbunden waren. wie Heraklit oder Zenon von Elea. Im Laufe des fiinften Jahrhunderts vertieft sich dew Spezialisierung noch, insbesondere in der Wissenschaft.!® Die hervorragenden Mathematik er Hippokrates von Chios, Theodoros von Kyrena und Theaetetos haben keinerlei Spuren philosophischer Studien hinterlassen; dasselbe gilt auch für die Astronomen Oinopides von Chios,'? Meton und Euktemon von Athen; auch viele Traktate des hippokratischen Korpus behandeln edi professionell medizinische Fragen. Zur gleichen Zeit bleibt unter den Philosophe n das Interesse an wissenschaftlichen Kenntnissen weitgehend erhalten, obwohl bei Sokrates tikern eine Philosophie völlig neuer Prägung entwickelt wird.2 und vielen Sokra- Mit Platon persönlich und seiner Akademie sind in der Tat die Namen der führenden Mathematiker und Astronomen jener Zeit verbunden, aber was bedeutete diese Verbindung ? Und wer in dieser Gemeinschaft von Philosophen und Gelehrten war Gebender und a Nehmender? War die Akademie als solche ein wissenschaftliches Forschungs zentrum??! Platon !6 VonA Fritz:o Grundproble bei| Tiles a me (Anm . 2),2), S. S. 12Ff,„spricht en, p spricht in n inddiesem di Zusammenhang über zwei Tendenzen, i Wenn Krafft: nn Geschichte Ky schichte (Anm. ( 4),, S. S. 85ff.85ff. über „unsystematisch „uns i e Betrachtung einzel i die i ur spricht, ist das vielleicht cin wenig übertrieben, geht aber in die richtige Richtung, ner iiinomene bei bei 1 Vergleichbare Differenzierungsprozesse in der Geschichte der Neuzeit sind gut bekannt. m i = 5, 6 DK sind späteren und zweifelhaften Berichte. : r die „antiscientific attitude“ des Sokrates s.::R. i R. Olson: Science, 3 Scienti sm n "e Athens: A New Whig Interpretation. History of Science 16 (1976), p- 179-199. and i-Scientific i ss So z.B.: F. Solmsen: Plato and the Unity of Science. In: Kleine Schriften. Bd 1. Hildesheim 1968, S. 326- Wien/New York 331; H. Stachowiak: Rationalismus im Ursprung. Die Genese des axiomatischen Denkens. de Thasos 4 Léodamas De Lassere: F. 1987; Oxford Academy. Piato’s in s 1971; D.H. Fowler: The Mathematic Im Philodems Buch über Philippe d’Oponte. Napoli 1987; K. Gaiser. Philodems Academica. Stuttgart 1988. Passage darüber, wie Platons Schule, das teilweise auf einen herkulanischen Papyrus erhalten ist, findet sichY).eineGasers Hypothese, die (Kol. erforschten Eifer mit diese die stellte, Aufgaben ern Mathematik den Platon sind wenig Gründe ischen paleograph Die inlich. unwahrsche für ich halte diesen Text Dikaiarch zuschreibt, Text stammt eindeutig von einem überzeugend, und was den Inhalt betrifft, muß folgendes erwähnt werden: Derkritisch, wie alle seine Fragmente Platoniker, der Peripatetiker Dikaiarch dagegen war Platon gegenüber sehr wir überhaupt nichts; und es ist zeigen (fr. 42, 43, 71 Wehrli); von Dikaiarchs Interesse an der Mathematik wissenauf dem Gebiet der Mathematik Leitung“ rliche „baumeiste Platons activa vita sehr selten, daß der Verfechter der so hoch schätzt. Classical Quarterly 29 (1935), p. 2 H Lee: Geometrical Method and Aristotle’s Account of First Principles.American Journal of Philology 57 Logic. Aristotle’s in Terms al Mathematic Certain On 113-124; B. Einarson: Aristoteles’ Analytica in Beispiele schen mathemati der Funktion Die (1936), p. 33-54, 151-172; W. Kullmann: Berti, Padova 1981, p. 245-270. Vel. jedoch: Posteriora. In: Aristoteles on Science. The Posterior Analytics, ed. E.Logic and Its Modern Interpretations, ed. J. L Mueller: Greek Mathematics and Greek Logic. In: Ancient ion. In: Articles on Aristotle 1. Demonstrat of Theory Aristotle's Barnes: J. 35-67; p 1974, Corcoran. Dordrecht 65-87. p. 1975, Science, ed. J. Barnes et al. London 2 Ap. lambl. Comm. math. sc., p. 78.9-11 Festa; W. Burkert: Lore and Science in Ancient Pythagoreanism. Cambridge, Mass. 1972, p. 50, 447. 24 Budem. fr. 133-149 Wehrli. 25 O. Gigon: Die Arxai der Vorsokratiker bei Theophrast und Aristoteles. In: Naturphilosophie bei Aristoteles und Theophrast, Hrsg. /. Düring. Hildesheim 1969, S. 114-123,

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Leon Zumup 7 sum (im Sinne Koyrés) denken miisse. Der Kosmos des Aristoteles ist zwar tatsächlich geschlossen, und die Bewegungsgesetze der sublunaren und supralunaren Welt sind grundsätzlich verschieden. Man iibersieht dabei allerdings die offenkundige Tatsache, daB zwischen dem Der Einfluß der philosophischen Systeme von Platon und Aristoteles auf die weitere Entwicklung der Wissenschaft wird oft überschätzt.26 Manchmal entsteht sogar der Eindruck, daß die antiken Gelehrten die platonischen Dialoge und die aristotelischen Vorlesungen genau so sechsten und vierten Jh. v.Chr., d.h. zu der Zeit, als in der griechischen Astronomie die fruchtbarsten Ideen entwickelt wurden, die Vorstellungen von einer Vielzahl von Welten und/ oder von der Unendlichkeit des Weltraums vorherrschten,* und eine Einteilung in sub- und supralunar noch gar nicht existierte. Nach Aristoteles sind diese Vorstellungen keinesfalls verschwunden — wir finden sie bei Epikur und Lukrez,?* bei den Stoikern,? bei Aristarch von Samos.36 Man kann sagen, daß die Idee eines geschossenen Kosmos sich in dem Moment durchgesetzt hatte, als die Entwicklung der griechischen Astronomie zum Stillstand gekommen war37 Was die Kinematik von Kreisbewegungen betrifft, die einzig Himmelskórpern eigen sein studieren mußten, wie die heutigen Studenten ihre Lehrbücher durcharbeiten. Dabei wird die einfache Tatsache übersehen, daß die philosophischen Hauptwerke des Aristoteles nach seinem Tod 300 Jahre lang außerhalb seiner Schule praktisch unbekannt waren?’ und allein schon deshalb kaum Einfluß ausüben konnten. Dabei fällt gerade in diese Zeit die Blüte der griechischen Wissenschaft. Übrigens kann man bei den Peripatetikern selbst kein übermäßige Bestreben registrieren, den Postulaten ihres Lehrers zu folgen. Aristoteles z.B. unterteilte die Bewegung in natürliche und unnatürliche; somit wurde die Mechanik aus der Physik herausgenommen, die ja nur natürliche Bewegungen behandelte. Dieses Postulat hat andererseits gerade nicht die Entstehung des ersten sollten, so wurden sie mit Erfolg auch in der Mechanik und in der Optik angewandt, sogar von Mechaniktraktates in der Peripatetischen Schule verhindert, in dem wir erstmals dem klar den Peripatetikern selbst. formulierten Hebelgesetz begegnen, das später von Archimedes in deduktiver Form nachgewiesen wurde.2 Der anonyme Autor dieses Traktates zählt die Mechanik teilweise zur Mathematik, teilweise zur Physik und konzediert, daß die Mechanismen zwar Bewegungen „gegen die Natur“ ausführen, dafür aber zum Nutzen der Menschen. Nach Aristoteles ist das Ideal eines jeden Gelehrten eine vita contemplativa.?? Kann man daraus folgern, daß er die Aufgabe der Wissenschaft nur in der Naturbeobachtung, nicht aber in Experimenten sah? Wenn man seine Traktate über Tiere liest, kann man sich leicht davon überzeugen, daß er während seiner anatomischen Studien mit eigenen Händen Dutzende von Tieren sezierte, ohne darin einen Widerspruch zum deklarierten Ideal zu sehen. Straton von Lampsakos, der nach Theophrast Scholarch der Peripatetischen Schule wurde, bemühte sich, anhand zahlreicher Experimente eine neue physikalische Theorie zu entwickeln (fr. 35 Wehrli), die offen der aristotelischen Dynamik widersprach.?! Seine Experimente, insbesondere zur Pneumatik, haben die Grundlagen dieser Disziplin geschaffen, die später von den alexandrinischen Ingenieuren Ktesibios, Philon und Heron weiterentwickelt wurde.32 Überhaupt bilden das dritte bis erste Jh. v.Chr. die Blütezeit der technischen Mechanik, was die Vorstellungen von einer Dominanz des Aristotelismus klar widerlegt. Sicherlich sollte man auf diese Zeit nicht die veränderte Situation der Spätantike, geschweige denn die des Mittelalters projizieren, als Aristoteles die alles bestimmende wissenschaftliche Autorität wurde. So kommt man z.B. zu der Vorstellung, daß man sich den Übergang zwischen Antike und Neuzeit als einen Wechsel von einer geschlossenen Welt in ein unendliches Univer- 26 According to the popularly received view, Aristotelian philosophy and science were the dominant intellectual forces from the time of Aristotle himself down to Copernicus and Galileo* (Ch. B. Schmidt: Towards a Reassessment of Renaissance Aristotelism. History of Science 11 (1973), p. 162). 27 P. Moraux: Der Aristotelismus bei den Griechen. Bd 1. Berlin/New York 1973, S. 3ff, 3 Fr. Krafft: Dynamische und statische Betrachtungsweise in der antiken Mechanik. Wiesbaden 1970. 22 W. Jaeger: Uber Ursprung und Kreislauf des philosophischen Lebensideals. Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (1928), S. 390-421. ie G. Wöhrle: Zu den Experimenten in den biologischen Schriften des Aristoteles. Eos 74 (1986), S. 61-75. H. Diels: Über das physikalische System des Straton. In: Kleine Schriften. Hildesheim 1969, S. 233-265; H. B. Gottschalk: Strato of Lampsacus: Some Texts. Leeds 1966, p. 95-132; G. E. R. Lloyd: Greek Science after —— 1973, p. 15ff.; D. Furley: Strato’s Theory of the Void. In: Cosmic Problems. Cambridge 1989, 32 M. Boas: Hero’s Pneumatica: A Study of its Transmission and Influence. Isis 40 (1949), p. 38-48. eC-——iSQecs tA—OElr An Sehr schwer zu verifizieren ist auch die oft geäußerte These vom positiven Einfluß des Platonismus auf die Entwicklung der exakten Wissenschaften und vom negativen Einfluß auf die angewandten Wissenschaften. Ungeachtet seiner antiempiristischen Haltung gegenüber den Wissenschaften,38 lassen sich bei Platon schwerlich Spuren eines abschätzigen Umgangs z.B. mit der Mechanik finden, und nicht von ungefähr war ihr Gründer Archytas ein enger Freund Platons. Platon selbst schätzte theoretische Forschungen höher ein als empirische, jedoch ist eine solche Einstellung nicht nur für die meisten Philosophen bis in unsere Zeit typisch, sondern auch für die meisten bekannten Wissenschaftler. Bemerkenswert ist dabei, daß gerade die nachplatonische Zeit durch eine rapide Entwicklung der angewandten und technischen Forschungen gekennzeichnet ist. Ob die hellenistischen Gelehrten Platon gelesen hatten? Meist wissen wir das nicht, und in den Fällen, wo es überliefert ist, kann man kaum feststellen, daß sie sich nicht auf wissenschaftliche Argumente, sondern auf Platons Ideen stützten. Es heißt z.B., daß Euklid seine Elemente mit der Betrachtung der sogenannten platonischen oder regelmäßigen Körper abschließe, weil er Platoniker war und in diesen Körpern die höchste Vollendung der Mathematik sah.??” Einwände ergeben sich von selbst: Erstens mußte Euklid wissen, daß Platon nichts mit der mathematischen Konstruktion dieser Körper zu tun hatte; 202 b 38f.; DK 58 A 30), Atomisten 33 Anaximander (12 A 9) Anaxagoras (59 B 4), Pythagoreer (Arist. Phys. Herakleides Pontikos (fr. 113 24), A (47 Archytas 10), 6, A (64 Apollonia von Diogenes (67 A 1, 68 A 40), Philosophy. Classical Presocratic in Worlds le Innumerab Cornford: M. Wehrli). Die Diskussion darüber s.: Infinity in the Presocratic Schools and Plato. Assen 1968; Quarterly 28 (1931), p. 1 ff.; 7. G. Sinnige: Matter and1972. L. Sweeney: Infinity in the Presocratics. The Hague Mugier: Deux themes de la cosmologie 34 Epic. Ep. ad Her. 41; Lucr. I, 958-67, 968-83; XI, 1023-89. Ch. D. Furley: Greek Theories of the Infinite greque: Devenire cyclique et pluralité des mondes. Paris 1963, p. 145ff.; Universe. In: Cosmis Problems (Anm. 33), p. 571-585. Kosmos s.: S. Sambursky: Physics of Stoics. London 35 Uber das unbegrenzte Leere außerhalb des stoischen y. Columbus 1977, p. 103ff. Cosmolog Stoic of Origin 1959, p. 110ff.; D. E. Hahm: The 36 Aristarch behauptete, daß Erdbahn in Vergleich zur Fixsternwelt unendlich klein sei; s.: 7. L Heath: Aristarchus of Samos. Oxford 1913, p. 302, 308f. 37 Im 2. Ih. n.Chr. war es noch nicht ganz geschlossene Frage: R. B. Tod: Alexander of Afrodisias and the Case for Infinite Universe. Eranos 82 (1984), p. 185-193. A. P. D. 38 G. E.R. Lloyd: Plato as a Natural Scientist. Journal of Hellenic Studies 88 (1968), p. 78-92; Mourelatos: Astronomy and Cinematics in Plato's Projection of Rationalist Explanation. Studies in History and Philosophy of Science 12 (1981), p. 1-32. 39 Procl. In Euci. comm., p. 68 Friedlein.

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9 zweitens waren Euklid auf dem Gebiet der Mathematik wesentlich wichtigere Entdeckungen achten wir in der Medizin,* der Biologie* und auf einigen Gebieten der Physik den Einfluß von bekannt, und drittens scheint es der Darstellung angemessen, daB die Stereometrie auf die #0 Planimetrie folgt und das Lehrbuch des Euklid abschlieBt. spekulativen und aprioristischen Konstruktionen. Deshalb konnten sich Gebiete, in denen der Man könnte annehmen, daß das platonische Programm die Entwicklung der exakten, deduktiven Wissenschaften hätte anregen müssen, was es auch getan hat, wie einige Beispiele zeigen.*! Diese Beispiele stammen jedoch fast ohne Ausnahme nicht aus der Antike, sondern aus der Renaissance und dem 17. Jh. Platon sah klar die potentielle Stärke der deduktiven Methode; allerdings hat er sie aus der Mathematik entlehnt,42 und mit ihrer Anwendung in der Philosophie war er nicht erfolgreich* (das konnte er nach der Natur der Dinge auch gar nicht sein). Offensichtlich hat ein griechischer Mathematiker, selbst wenn er Platoniker war, die Methodik der mathematischen Beweisführung nicht aus den platonischen Dialogen gelernt, obwohl sie eine zusätzliche Motivierung für seine professionelle Tätigkeit darstellen konnten. Mangel an Kenntnissen bzw. die Unkenntnis adäquater Verfahren zu ihrer Gewinnung durch aus e = p>àDaemtp.r der Philosophie entlehnte Schemata kompensiert wurden, bis zum SchluB nicht wissenschaftlich entwickeln. | Hier sollte man eine Eigenschaft der griechischen Naturwissenschaft erwähnen, die von etlichen Spezialisten als Ursache für viele ihrer MiBerfolge angesehen wird, und zwar den Mangel an Selbstbeschrankung.*? Sie hat in der Tat häufig Fragen aufgeworfen, die sie grundsätzlich nicht lôsen konnte. Wenn jedoch gegen die griechische Mathematik Vorwiirfe erhoben werden, so eher derart, daß es ihr an Kühnheit mangelte, z.B. weil sie es ablehnte, mit unendlichen Größen zu operieren. Dabei erzielen die Griechen gerade in den exakten Wissenschaften viel größere Erfolge als in den Naturwissenschaften. Ganz generell kann man feststellen, daß die Psychologie der Wissenschaft kein uniformes Worin liegt nun aber der Grund für eine so unterschiedliche Entwicklung der exakten und der Verhalten der Gelehrten gegenüber philosophischen Theorien zeigt. Erstens kann sich der Wissenschaftler den Luxus leisten, aus einer Vielzahl von Philosophien diejenige Position auszuwählen, die am ehesten seinen Anschauungen entspricht, und zweitens kann seine wissenschaftliche Praxis der von ihm gewählten Philosophie zuwiderlaufen. So z.B. schildert Eratosphenes, den Solmsen seltsamerweise als „echten Platoniker” bezeichnet,** in seinem Dialog Platonikos, wie heftig Platon die Mathematiker kritisierte, die das Problem der Würfelverdop- Naturwissenschaften in der Antike? Meiner Meinung nach liegt er in erster Linie im Wesen ihres pelung „zu mechanisch“ gelöst hatten. In Wirklichkeit waren jedoch die Lösungen des Archytas, Faches. Für eine Entwicklung der Mathematik bedarf es außer mathematischen Kenntnissen keiner weiteren Kenntnisse, sie kann sich weiterentwickeln, selbst wenn es keinerlei weitere Wissenschaften gibt. Gesetzmäßigkeiten sind in der Welt abstrakter Objekte, deren Eigenschaften vorgegeben sind, wesentlich leichter festzustellen als z.B. Bewegungsgesetze. Die Astronomie der Antike, die sich zur kinematischen Theorie der Himmelskörperbewegungen entwickelt hatte, bedurfte außer den astronomischen Beobachtungen selbst nur einer Wissenschaft — der Eudoxos und Menaechmus rein theoretisch, während die Lösung des Eratosphenes selbst tatsächlich mechanisch war, wobei er besonders stolz darauf war, daß sie praktisch angewandt schafften es die Griechen, diese Möglichkeit zu nutzen und die wissenschaftliche Astronomie zu werden könnte!* realisieren. Nicht umsonst hat Einstein hervorgehoben, man solle Wissenschaftler nicht danach beurteilen, was sie sagen, sondern danach, was sie leisten. Das gilt für Einstein selbst wie auch für viele andere Wissenschaftler, die sich für Philosophie interessierten, wobei sie in der Gemeinde der Funktion des Sonnensystems. Gerade deshalb ist es den Griechen, obwohl sie eine Menge „Wissenschaftler“ immer eine Minderheit darstellen. auf dieser Grundlage eine wissenschaftliche Theorie zu entwickeln. Deshalb hat sich in der Im vierten Jahrhundert v.Chr. wurde bereits offensichtlich, in wie unterschiedlichem Grade die Philosophie die verschiedenen Wissenschaften beeinflußte. Den geringsten Einfluß kann man gerade in den Richtungen feststellen, die sich zu wissenschaftlichen entwickelt haben: in der Mathematik und Astronomie. Das halte ich nicht für zufällig: Dort, wo sich die Wissenschaft selbständig entwickeln und neue Erkenntnisse mit eigenen Methoden gewinnen konnte, bestand keine Notwendigkeit, philosophische Konstruktionen zu Rate zuziehen. Dagegen beob- Mathematik. Und da ihr Niveau für die Konstruktion kinematischer Modelle hinreichend war, Bau und Funktion des menschlichen Organismus sind wesentlich komplizierter als Bau und Entdeckungen auf den Gebieten der Physiologie und Anatomie gemacht hatten, nicht gelungen, Antike der Bestand an Wissenschaften gerade so ergeben, wie wir ihn kennen und nicht aus Mangel an intellektuellen Anstrengungen auf einigen Gebieten und erhöhtem Interesse für andere: Entscheidend war der unterschiedliche Widerstand des Materials, mit dem die griechischen Gelehrten zu tun hatten. In einigen Gebieten der Physik gelang es den Griechen, einzelne Probleme zu isolieren und ihre Erforschung auf ein wissenschaftliches Niveau zu heben. In der Regel waren das die Gebiete, in denen das Experiment vergleichsweise einfach aufgebaut war, und wo die Ergebnisse sich mathematisch ausdrücken ließen: Akustik, Mechanik, Optik und Statik,5° 4 S, auch: W. R. Knorr: On the Early History of Axiomatics: A Reply on Some Criticism. In: Theory Change, Ancient Axiomatics, and Galileo Methodology, ed. J. Hintikka et al. V. 1. Dordrecht 1981, p. 194f. 4 S. jedoch: G. Böhme: Platons Theorie der exakten Wissenschaften. Antike und Abendland 22 (1976), S. 40-53. 42 S.z.B.:J. Mittelstraß: Die geometrischen Wurzeln der platonischen Ideenlehre. Gymnasium 92 (1985), S. a 399-418. 43 R Robinson: Plato's Earlier Dialectic. 2nd ed. Oxford 1966. “4 F. Solmsen: Eratosphenes as Platonist and Poet. In: Kleine Schriften (Anm. 21), S. 203-224. 45 W. R. Knorr: The Ancient Tradition of Geometric Problems. Boston, 1986, p. 17ff. 4 Uber die Unabhängigkeit der Entwicklung der Mathematik von philosophischen Diskussionen: W. R. Knorr: On the Early History of Axiomatics: The Interrelations of Mathematics and Philosophy in Greek Antiquity. In: Ancient Axiomatics (Anm. 40), p. 145-186; idem: Infinity and Continuity (Anm. 13); Mueller. Op. cit, (Anm. 22). 47 W. H.S. Jones: Philosophy and Medicine in Ancient Greece. Baltimore 1961; L. Edelstein: The Relations of Ancient Philosophy to Medicine. In: Ancient Medicine (Anm. 6), p. 349-366; J. Longrigg: Philosophy and Medicine: Some Early Interactions. Harvard Studies in Classical Philology 67 (1969), p. 147-175. 48 O.Gigon: Die naturphilosophischen Voraussetzungen der antiken Biologie. Gesnerus 3 (1948), S, 35-58; A. Preus: Science and Philosophy in Aristotle’s Biological Works. Hildesheim 1975; Philosophical Issues in Aristotie’s Biology, ed. A. Gorthelf, J. G. Lennox. Cambridge 1987. Die botanischen Schriften des Theophrast sind von dem teleologischen Ansatz des Aristoteles viel weniger beeinfluBt: G. Senn: Die Entwicklung der biologischen Forschungsmethode in der Antike und ihre grundsätzliche Férderung durch Theophrast von Eresos. Aarau 1933, S. 96 f.; J. G. Lennox: Theophrastus and the Limits of Teleology. In: Theophrastus of Eresos: On His Life and Work, ed. W. W. Fortenbaugh et al. New Brunswick 1985, p. 143-183. # W.A. Heidel: Hippocratic Medicine: Its Spirit and Method. New York 1941, p. 115; G. E. R. Lloyd: The Revolution of Wisdom. Berkeley 1987, p. 20ff. 50 G. E. R. Lloyd: Early Greek Science. Thales to Aristotle. London. 1970, p. 30f., 139f.

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Leontp ZHmuo Die beiden letzteren Wissenschaftszweige treten im Kontext der Diskussionen Uber den Zusammenhang von Wissenschaft und Philosophie kaum auf. Was die Akustik und die Mechanik anbetrifft, die in der Pythagoreischen Schule entstande n sind, wird häufig der Versuch unternommen, für sie irgendwelche philosophische Begründungen zu finden. Diese Schule dient allgemein als Musterbeispiel dafür, wie sehr die Philosophie, philosophie, die ihren Ausdruck in der bekannten Formel im vorliegenden Fall die Zahlen- „alles ist Zahl“ gefunden hat, die Entwicklung der exakten Wissenschaften gefördert habe. Jedoch wird goreische Zahlenphilosophie erörtert, Schwierigkeiten haben, derjenige, der die pythain den Fragmenten der frühen Pythagoreer, d.h. der Pythagoreer in den ersten einhundert Jahren der Existenz dieser Schule, auch nur eine Erwähnung von Zahl im philosophischen Kontext zu finden. Solche Zeugnisse gibt es einfach nicht, und nicht ein einziger Pythagoreer hat behauptet, alles sei Zahl — diese Formel taucht erst in der aristotelischen Interpretation der pythagorei schen Philosophie auf.5! Die Zahlenphilosophie entsteht erst bei Philolaos, das heißt am Ende des fünften Jh. v.Chr., wobei es typisch ist, daß Philolaos in der Mathematik nichts geleistet hat. In seinem astronomischen System wird auf den Einfluß der Zahlendoktrin zum Teil daraus geschlossen, daß er einen nichtexistenten Himmelskórper — die Gegenerde — postuliert hat, nur um die Gesamtzahl der Himmelskörper auf zehn zu bringen, da doch die Pythagoree r diese Zahl für vollkommen hielten. Dabei bietet Aristoteles, der darüber schreibt (fr. 13 Ross), eine andere, wahrscheinlichere Interpretation an: Die Gegenerde war angenommen worden, um die im Vergleich zu Sonnenfinsternissen häufigeren Mondfinsternisse zu erklären (fr. 16 Ross).52 Schüler Speusippos und Xenokrates, die sich auBerordentlich für halten. i Erstens muß man anerkennen, daß auf der Ebene der unmittelbar kausalen Beziehungen der Einfluß der Philosophie auf die Wissenschaft, insbesondere auf die antike Wissenschaft, bei weitem nicht so offensichtlich ist wie die umgekehrte Beeinflussung. Wenn wir über die Philosophie des Aristoteles oder Platons oder über die Systeme der französischen Rationalisten, oder über Comte bzw. Spencer sprechen — ganz zu schweigen von der Wissenschaftsphilosophie, die im 20. Jh. eine der führenden Richtungen im philosophischen Denken geworden ist —, so brauchen wir nicht an irgendwelche unergründete Tiefen zu appellieren, da deren nik zurückkehren, können wir feststellen, daß ihnen die Überzeugung zugrunde liegt, die jedoch hat das, was wir über seine Philosophie wissen, fast keine Beziehung zur Mathematik. Ein ähnliches Bild bieten die frühen Pythagoreer. Hippasos ist als der Mathematik er bekannt dieser Entdeckung seine philosophische Doktrin, alles entstehe aus Feuer, in Verbindung bringen? Solche es meines Wissens nicht — aus dem einfachen Grunde, daß sie zum Scheitern Versuche gab verurteilt waren. Eine der wenigen philosophischen Ideen, die mit Sicherheit mit Pythagora s in Verbindung gebracht werden kann, ist seine Kosmogonie, nach der die Welt aus dem Zusammenwirken zweier Prinzipien entsteht, peras und apeiron. In dieser Kosmogoni e jedoch fehlen die Zahlen, re nel tenia die Kosmogonie mathematisch zu interpretieren, sind offensichtli ch unbefrieigend. Die Vorstellung einer kausalen Verbindung von Philosophie und wissenschaftlichen Theori- Theorien von ein und demselben Denker bzw. ein und derselben Schule geht. Wenn diese Vorstellung nicht von na Zhmud”: „All is Number“? „Basic Doctrine" of Pythagoreanism Reconsidered. Phronesis 34 (1989), p. 32 Das erwähnt auch der Platons Schüler Philippos von Opunt (DK 58 A 36). 5 Eurytas (DK 45), Ekphantos (DK 46). %# K. von Fritz: The Discovery of Incommensurability ty by by Hippasos Pr Hipp of Metapontum . Annals Annals musikalische Harmonie lasse sich in einfachen Zahlenverhältnissen ausdrücken. Diese Überzeugung ihrerseits hängt wieder mit der Vorstellung zusammen, daß die den Menschen umgebende Natur prinzipiell bestimmten numerischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist. Die so formulierte Idee klingt durchaus philosophisch: das Problem jedoch liegt darin, daß sie in der Philosophie, die den Pythagoreern vorausging, nicht fixiert ist. Im astronomischen System des Anaximander ist sie dagegen sehr deutlich zu sehen.36 Die Erde des Anaximander stellt eine flache Scheibe dar, deren Durchmesser dreimal so lang sei wie ihre Dicke, wobei die Entfernung zwischen den Himmelskörpern ebenfalls ein Vielfaches von neun sei. Ähnliche Ideen finden sich auch lange vor dem Auftreten von Philosophie und Wissenschaft, z.B. in der Theogonie des Hesiod, wo die Distanzen zwischen Himmel, Erde und Unterwelt ebenfalls Vielfache von neun sind (Theog. 720 ff.).57 In derartigen Vorstellungen spiegelt sich die der Weltauffassung der Griechen eigene Liebe zur Symmetrie, die sich besonders deutlich in ihrer Architektur und Plastik niedergeschlagen hat. Natürlich war die griechische Kultur in dieser Hinsicht alles andere als einzigartig; ihre Besonderheit besteht nur darin, daß die Vorstellungen von der numerischen Ordnung und 56 Krafft: Geschichte (Anm. 4), S, 208ff. of i of Mathematics 55 Zhmud': Op. cit. ( Anm. 51), p. 288. zugrunde liegen. Bevor man jedoch in diese Tiefen hinabsteigt, muß man zwei Punkte fest- Mathematiker, Mathematik bar jeglicher kreativer Potenz. Archytas dagegen war ein glänzender en scheint so manchem fast selbstverständlich, besonders wenn es um elle Prämissen suchen müsse, die diesen wissenschaftlichen und philosophischen Theorien in der eigentlichen die Philosophie der Mathemageworden, der die irrationalen Zahlen entdeckt hat.54 Kann man mit Fakten untermauert werden kann, folgt gewöhnlich der Einwand, daß man auf sehr oberflächli- “ chem Niveau suche, daß dieses Problem viel tiefer liege, daß man gewisse allgemeine intellektu- Abhängigkeit vom Wachstum der wissenschaftlichen Kenntnisse durchaus augenfällig ist. Zweitens muß auch geklärt werden, worauf sich die obengenannte Vorstellung gründet. Steht vielleicht dahinter das Ideal einer harmonischen und ganzheitlichen Persönlichkeit, die die Ergebnisse ihrer schöpferischen Tätigkeit in ein ganzheitliches System integriert, einer Totalität, die frei von den Widersprüchen und Brüchen im Bewußtsein ist, die uns normalen Sterblichen eigen sind, wo oft die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut? Man kann einräumen, daß der Philosoph bzw. Gelehrte mehr als andere empfindlich auf Widersprüche reagiert, aber dennoch ist es keinem von ihnen gelungen, sie auszuschließen, selbst wenn sie diese Widersprüche klar sahen. Dürfen wir annehmen, daß die Ganzheit und Integrität der Persönlichkeit in der Antike größer war und daß sich die antiken Gelehrten mehr um die Widersprüche zwischen ihren philosophischen Ansichten und ihrer wissenschaftlichen Praxis kümmerten? Wenn wir zu den intellektuellen Voraussetzungen der pythagoreischen Akustik und Harmo- Bei den Schülern des Philolaos finden wir auch so etwas ähnliches wie Zahlenphilo sophie, jedoch sind sie als Mathematiker véllig unbekannt. In ähnlicher Weise waren auch Platons tik interessierten und zahlreiche Arbeiten zu diesem Thema verfaßten, 11 57 Fr. Krafft: Die Mathematisierung des Kosmos. In: Vorträge des ersten Symposions des Bamberger Arbeitskreis „Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption“, Hrsg. K. Döring, G. Wöhrle. Wiesbaden 1990, S.

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geometrischen Symmetrie nicht nur in Mythen, Folklore und Arithmologie auftauchen, sondem auch in den im Entstehen begriffenen Wissenschaften.38 Dabei muß unterstrichen werden, daß der Ursprung dieser Ideen nicht in der Philosophie lag. Die Beziehungen zwischen Philosophie und Wissenschaft in der Antike 13 | Erklárung war ganz im Geiste des Pythagoras, wonach die Welt aus dem Zusammenwirken von ‘zwei entgegengesetzten Prinzipien entsteht. Die Ideen des Alkmaion bilden die Grundlage der pythagoreischen Diätetik, die das richtige Verhältnis von Essen, Trinken, Erholung und Körper- In ihr kristallisierten sich lediglich die Ideale, Präferenzen und Werte, die bereits dort vorhanden übungen anstrebt. waren, wo man bedingt von kulturellem Klima sprechen kónnte.59 Der Einfluß dieses kulturellen Klimas auf Entstehung, Entwicklung und Niedergang der griechischen Wissenschaft war weitaus größer als das unmittelbare Einwirken der Philosophie. Deshalb kann die Existenz Medizin — die humorale Pathologie, die alle Krankheiten mit dem Übermaß einer der Körpervergleichbarer Konzepte in der griechischen Wissenschaft und Philosophie nicht automatisch zu dem Schluß führen, die Philosophie habe Priorität bei der Entwicklung bestimmender Vorstel- Das gleiche Schema des Alkmaion schuf auch die berühmteste Theorie der griechischen flüssigkeiten, z.B. von Blut oder Galle, erklärte.6? Der schematische und spekulative Charakter dieser Theorie ist offensichtlich. Trotzdem waren einige Behandlungsmethoden, die aus ihr abgeleitet worden sind und manchmal sogar mechanisch mit ihr in Verbindung gebracht Ein Ausspruch der Pythagoreer besagt, daß von allen Figuren der Kreis die vollkommenste sei, wurden, unter Umständen wirksam, z.B. der Aderlaß. Jedenfalls war diese Theorie bis in die Neuzeit konkurrenzlos. Wie in vielen anderen Fällen galt hier die Existenz einer Theorie, auch wenn sie alles andere als ideal war, als vorteilhafter als das gänzliche Fehlen einer Theorie. Endgültig widerlegt hat diese Theorie erst Rudolf Virchow Mitte des 19. Jahrhunderts. Was hingegen die Vorstellung von der Gesundheit als einem dynamischen Gleichgewicht von Mensch und Umwelt sowie von allen Komponenten des menschlichen Organismus betrifft, so und unter den Körpern die Kugel. In diesem Komplex der Präferenzen für Kreisformen und - ist sie auch für die heutige Medizin kennzeichnend. lungen besessen, obwohl dies oft getan wird. Das betrifft insbesondere das Grundprinzip der Mechanik des Archytas, der die Bewegungen einfachster Maschinen, z.B. des Hebels, auf Kreisbewegungen zurückführte. Die griechische Astronomie hat die Bewegung von Himmelskörpern ebenfalls mit analogen kinematischen Modellen erklärt, während die Philosophie die Kreisbewegung als vollkommen definiert hat. schemata, die der babylonischen Astronomie übrigens völlig fremd waren, ist es sehr schwer, Urmotive festzustellen.6! Eine gewisse Rolle hat sicher ein unmittelbares ästhetisches Gefühl gespielt, eine andere die Beobachtung der Sterne und der Sonne, die tatsächlich eine Kreisbewegung vollführen. Der Versuch, das Weltall als ein kinematisches Modell vorzustellen, führt zwangsläufig entweder zu einer Kugel oder zu einem Kreis, umsomehr wenn es sich um eine immer wiederholende Bewegung handelt. Die Vollkommenheit von Kreis und Kugel lassen sich auch aus der mathematischen Vorstellung ableiten, alle übrigen „vollkommenen“ Figuren und Körper ließen sich in sie einzeichnen. Dagegen läßt sich die Kugelform des Seins bei Parmenides nur partiell mit der Kugelform der Erde im System des Pythagoras erklären, denn Parmenides ließ sich auch durch seine eigenen metaphysischen Vorstellungen von der Vollkommenheit leiten. (Dasselbe gilt auch für die Kugelform der Gottheit bei Xenophanes (21 A 33.2). Summary This paper examines the interconnection between science (mostly exact science) and philosophy in Ancient Greece, especially in the archaic and classical periods. Contrary to current belief, it demonstrates that differentiation between these domains begins very early, in the 6th-5th centuries B.C. Evidence is presented that ancient mathematics and astronomy were almost completely autonomous from philosophical debates, while the natural sciences frequently drew on metaphysical ideas. Furthermore, an attempt is made to demonstrate that ancient philosophy was more dependent on the development of exact sciences than vice versa. And, on the contrary, Jedenfalls zeigt dieses Beispiel, wie eine und dieselbe Präferenz unterschiedlich artikuliert und the influence of even such great philosophers as Plato and Aristotle on the scientific investibegründet werden kann, und wie damit in den verschiedenen Sphären anders gearbeitet wird, gation should not be overestimated. was selbstverständlich eine sekundäre wechselseitige Beeinflussung nicht ausschließt. Es ist jedoch keineswegs so, daß man jeglichen fruchtbaren Einfluß philosophischer Gedanken auf wissenschaftliche Überlegungen ausschließen sollte. Dazu ein Beispiel aus der Medizin: Der pythagoreische Arzt und Philosoph Alkmaion hat als erster die Idee geäußert, daß die Gesundheit des Menschen mit dem Gleichgewicht von entgegengesetzten Kräften und Elementen zusammenhängt, Krankheit dagegen mit dem Überwiegen eines von ihnen (24 B 4). Diese Anschrift des Verfassers: Dr. Leonid Zhmud Russia 197198 St Petersburg Institut for History of Science and Technology Universitetskaja nab. 5 Fax (812) 235-13-02 58 Krafft: Geschichte (Anm. 4), S. 168ff., 200ff. 9 Zajcev: Op.cit. (Anm. 2), S. 165-166. 60 G. Viastos: Equality and Justice in Early Greek Cosmologies. Classical Quarterly 42 (1947), p. 156-178; S. Sambursky: Harmony and Wholeness in Greek Scientific Thought. In: Mélanges A. Koyré. V. 2. Paris 1964, p. 442-457; D. Kurz: AKRIBEIA. Das Ideal der Exaktheit bei den Griechen bis Aristoteles. Göttingen 1970; F. Heinimann: Mass-Gewicht-Zahl. Museum Helveticum 32 (1975), S. 183-196. Das bekannte Bibelwort aus dem Buch der Weisheit, Gott habe die Welt nach Zahl, Maß und Gewicht geschaffen, ist aus der griechischen Tradition übernommen worden. 61 S. z.B.: A. Lampugnani: Il circo nel pensiero greco fino ad Aristotele. Firenze 1968; O. J. Brendel: Symbolism of the Sphere. Leiden 1977; L Ballew: Straight and Circular: A Study of Imagery in Greek Philosophy. Assen 1979. 62 E. Schöner: Das Viererschema in der antiken Humoralpathologie. Wieshaden 1964.