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Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)‘PYTHAGORAS’ ONOMATOMANTIA'
In meinen ‘Wahrsagetexten des Spitmittelalters' (Texte des Spiitmittelalters
Heft 1, Berlin 1055) habe ich eins deutsche Bearbeitung der kabbalistischen
Namenmantik herausgegeben, die einem Phisitor zugeschrieben wird (S. 49—52,
dazu Einleitung S.19—16). Zum Nachweis ihrer Verbindung mit der einschlägigen internationalen Literatur habe ich eine lateinische Fassung (aus dem
Utrechter Arzneibuch) beigegeben und auf einige andere deutsche Schriftstücke
hingewiesen, darunter eines in der Harburger (früher Maihinger) Hs. 111.1.49.1,
BI. 46", dessen Bekanntmachung ich in Aussicht stellte.
Da in dieser Fassung
pitagoras als Urheber bezeichnet wird, scheint eine nähere Beziehung zu der
Onomatomantia des Phisitor zu bestehen, der wohl durch Verlesung aus
Pythagoras entstanden ist. Dieser „Pythagoras“-Text wird nun hier mitgeteilt;
daß er in Wahrheit nicht von dem alten Mathematiker von Croton stammt,
braucht nicht hervorgehoben zu werden, obwohl in der „Phisitor“-Fassung
einige verballhomte griechische Ausdrücke auf einen des Griechischen kundigen
Urheber hinweisen.
Der Harburger Codex stammt, wie ein alter Besitzvermerk angibt, aus dem
St. Mangkloster in Füssen (Allgäu). Die Sprache ist schwäbisch. Der „Pythagoras"-Text stammt von der Hand eines Schreibers, der auf dem Vorsatzblatt
eine Mitteilung über die Mondesfinsternisse des Jahres 1408 eintrug, und ist
ungefähr um die gleiche Zeit anzusetzen. Die Harburger Onomatomantie ist
also nur wenig jünger als Phisitors Onomatomantie, deren Niederschrift im
Cod. Berol. 244 noch dem 14. Jh. angehört.
Harburger Handschriften von Grupp!
In dem gedruckten Katalog der
ist der Text nicht als Namenmantik erkannt; er wird (unter Nr. 905) als „Sphüren Pythagoras deutsch” bezeichnet.
1 G. Grupp, Ottingen-Wallersteinische Sammlungen
schriften-Verzeichnis, 1. Hälfte, Nördlingen 1897.
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Philologie (Band 76, Haft 3)
305
in
Maihingen,
Hand-
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ras dem kong ganz
Grupp hat die Angabe des Schreibers Dise spere sant pitago
chaut, daß spere hier nichts
unkritisch hingenommen und offenbar nicht durchs
mit Astronomie zu tun hat, sondern lediglich „Tabelle“ bedeutet.
n er-
‘Pythagoras’ Onomatomantia' besteht aus zwei Tabellen und einem kurze
läuternden Text.
Buchstaben des Alphabets und
Dio erste Tabelle enthält die Zahlenwertet der
römischen Ziffern geschrieben,
die der sieben Planeten. Sie sind zumeis mitsämtli
ch mit arabischen Ziffern
nur zwei mit arabischen. Hier werden sie in ‘Phisit
ors Onomatomantia’ gewiedergegeben. Sie weichen vielfach von den
gebenen Werten ab, die hier in Klammern beigefügt sind:
(21),
A = 3(3), B = 9(5),C = 16 (12),D = 18 (24),E = 15 (15),F = 3 (3),€==287 (19),
N
(26),
M=23
H = 5(6), 1=15(15), K = 21 (16), L= 21(16), S=9(19), T= 9 (18),
O = 9(18), P=14(4) Q=21 (12), R=12(13),
sere
»
A mess
verbotenen Künste’ im 49. Kapitel; es werden da pücher pittagoras erwähnt
mit denen man feststellen zu kónnen meine, welcher Ehegatte zuerst sterben
werde. Es erscheint durchaus möglich, daß Hartlieb eine deutsche Bearbeitung
gleich der in der Harburger Handschrift erhaltenen kannte. Lateinische Fassungen, auf die der deutsche Text zurückzuführen ist, sind in größerer Zahl bekannt. E.Zinner hat solche „Schicksalsscheiben“ nachgewiesen, die sich auf
Pythagoras (andre auf Apulejus, Demokrit und Beda Venerabilis) berufen
®
Nach Zinner sind sie auf Petosiris zurückzuführen, doch hat Emilie Boer Bedenken gegen diese Herleitung ausgesprochen ?.
5 Eine kleine Onomatomantie in deutscher Sprache ist auch der
2 78¥—79" im Cod. Pal, germ. 691 der Heidelberger Universitarsbiblisthek,
es in Bartschs Katalog S. 169 als „Verschiedene mysteriöse Berechnungen” bepara ist; in dieser Onomatomantie wird kein Verfassername genannt.
V =7(5), X = 15(16), Y = 6 (9), Z = 3 (2),
. Zinner, Die griechischen Himmelsbeschreibungen, Schicksalsscheiben, TolederUri
o Ey
in: Naturforschende Gesellschaft Bamberg, Bericht
Veneris = 15 (15), Saturni = 18 (10).
7 Deutsche Literaturzeitung 77 (1958), Sp. 582.
Solis = 16(12), Lvne = 16(8), Martis = 15(15), Mercurii = 25 (25), Jovis = 9(11),
drei giinDer zweiten Tabelle ist zu entnehmen, welche Zahlenwerte zu dengehören
:
Feldern
stigen Lebensräumen und welche zu den drei ungünstigen
Pitagoras spere von dem kampf und anders lidens.
Der minder lebtag: 1, 2, 3. 4, 7, 9, 10 (Phisitor: 2, 3, 5, 7, 18)
Der lenger lebtag: 11, 19, 14, 16, 18, 19 (Phisitor: 11, 13, 14, 16, 17, 18)
Der merer lebtag: 20, 22, 23, 25, 26 (Phisitor: 20, 22, 23)
sie 5 GREG SERE ma
Fe ©
DIRE SE BRIE
ARE è Prete
RE EFT
Der lenger tod oder siechtag: 5, 6, 8 (Phisitor: 6, 8, 12)
Der tod liden: 12, 15, 21, 24 (Phisitor: 4, 9, 10, 15, 21, 30)
Der merer tod oder stechtag: 27, 28, 29, 30 (Phisitor: 1, 19, 21, 25, 29)
Darunter steht folgende Erklärung:
Dise spere sant pitagoras dem king und enbot dem, daz er’ im wölt senden
ain konst, dé von langer zeit von got komen ond gefossen wdr, da mit er ain
war regel® ond zeichen mödıt haben der die da kempfet oder striten sölte, oder
die da von hus schaiden oder fluchtig werdent, oder sil komen der von land gevaren ist. So niem die zal der bichstaben dez namen, umb den du fragest, und
die eltin dez mans, wie menges tags alt der si, und die zal des tags, an dem
der kampf sin sol, oder als sich der siech let oder wan er von hus schied. Vnd*
z an ander komen, so tail den die zal und zich den mit xxx4
wen dé zal alle
ab. Vnd waz den ¿ber belibet, daz behalt und lig: Vindest du die zal obnan in
der sper, so gesigt er; vindest aber die zal nidnan in der sper, so ist es nit güt®.
Eine Anspielung auf diese Onomatomantie enthält Hans Hartliebs ‘Buch aller
* Hs. Tegel.
a Hs. und zweimal, das erste durstrichen.
4 In ‘Phisitors Qnomatomantia’ wird die Summe durch 29 geteilt.
Gerhard Eis