Mostra testo completo8 pagine
Pagina 1
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)auae,
aa
WN:
CA
VA
Erfahrungen und Theorien über chemische Vorgänge
in der Zeit von Thales bis Platon
WILHELM STRUBE
Lehren über chemische Vorgänge in der Zeit von Thales bis Platon
1823
brachten, entstammen zu einem wesentlichen Teil der geistigen Verarbeitung von
solehen Vorgängen in der Natur und in der Produktion, die chemischer Natur sind.
Die Prozesse im vegelabilen oder animalischen Reich bieten dem philosophischen Verstand zahlreiche Ansatzpunkte, sich über die stofflichen Veränderungen
zu wundern und nach ihren Ursachen zu fragen, wobei zwei Komplexe am
erstaunlichsten sind: die Konstanz der Reproduktion ebenso wie die Konstan:
der Metamorphosen. Diese aus einfacher Beobachtung zu gewinnenden Eindrücke
erfuhren durch die Produktionspraxis eine erhebliche Vertiefung, indem de:
Mensch kraft der Kunst, der die „List der Vernunft" zugrunde liegt, Stoffverinde.
rungen erzwang, die er im unbeeinflußten Naturgeschehen nicht beobachter
konnte. Er wurde auf diese Weise, durch seine Arbeit, unendlich vertrauter, erfah.
Vorgänge chemischer Natur wurden schon zu Zeiten ausgenutzt, aus denen
nichts Schriftliches überliefert ist. Wenig bekannt ist z. B., was die ägyptischen
und babylonischen Kulturen an Vorstellungen über die chemischen Prozesse
kreiert haben, die sie auf den verschiedensten Gebieten meisterlich zu lenken
wuBten. Môglicherweise werden eines Tages in den Mythen rationelle Kerne
entdeckt, môglicherweise gibt es in einer solchen Ideenwelt keine Frage nach der
Ursache — wie dem auch sei, noch immer beginnt die Geschichte des theoretischon
Denkens mit der griechischen Naturphilosophie!.
Die wenigen Uberlieferungen der vorsokratischen Zeit sind dem hier formulierten ‘Thema besonders ungiinstig. Sie stammen vorwiegend von Wissenschaftlern, die die Geschichte des Denkens als Ideengeschichte betrachteten und ihre
Aufmerksamkeit demgemäB nicht auf solche Zusammenhänge lenkten, die einer
materialistischen Betrachtung wichtig sind. Man kann aber aus der Anlage des
Denkens bei Thales und anderen griechischen Naturphilosophen schlieBen, daB
sich diese weit mehr, als aus den Quellen hervorgeht, an Erfahrungswerten der
Praxis orientierten. Denn das Denken, so weit es nicht als Kingebung Gottes
jeder Kritik enthoben ist, muB sich, zumindest in Richtung auf die Natur, an
Gegenstindlichem aufrichten; die Reflexion bezieht sich auf etwas objektiv
Vorhandenes?. Sobald aber diese Tätigkeit in Gang gekommen ist, interessiert
insbesondere die Frage, wie sie sich entwickelt, das heißt in erster Linie: welche
Denkmittel sie hervorbringt, um das Naturgeschehen — vorzüglich das vom Menschen gehandhabte — geistig in Besitz zu nehmen.
Damit finden sich die Menschen „vor den Widerspruch gestellt: einerseits das
Weltsystem erschöpfend in seinem Gesamtzusammenhang zu erkennen, und
andererseits, sowohl ihrer eigenen wie der Natur des Weltsystems nach, diese
Aufgabe nie vollständig lösen zu können. Aber dieser Widerspruch liegt nicht nur
in der Natur der beiden Faktoren: Welt und Menschen, sondern er ist auch der
Haupthebel des gesamten intellektuellen Fortschritts und löst sich tagtäglich
rener mit der Natur der Stoffe und den Möglichkeiten ihrer Verwandlung, so ir
der Metallurgie, der Töpferei, Glasmacherei, Färberei, Wein-, lssig- und Bier
bereitung, der Herstellung von Brot und anderen Speisen, der Gewinnung vor
Kosmetika und Pharmazcutika sowie erster spezifisch chemischer Produkte wie
Soda, Pottasche, Alaun, Grünspan, Bleiglätte, Schwefel, „künstlicher“ Farber
und Edelsteine. Aber nicht allein die Zahl der durch chemische Kunst gewonnener
Produkte weckte das lörstaunen über die Verwandlungsfähigkeit, vielmehr noel
die chemischen Verfahren, die Kunst selbst, durch die Vorgänge angeregt werden
in deren Verlauf aus dem süßen Traubensaft berauschender Wein, aus den
weichen Kupfer und Zinn die harte Bronze oder aus Sand, Kalk und Soda Gla:
entstehen. Diese Praxis war in der historischen Periode der griechischen Poli
und viel früher schon bei den Ägyptern, Indern und andern Völkern längst übe
den Stand der durch Zufall gewonnenen Kenntnisse hinausgewachsen; aus deı
Zeugnissen dieser Zeiträume, dem „Papyrus Ebers", dem „Papyrus Brugsch”
dem „Alten Testament“, der „Ilias“, und „Odyssee“, dem „Timaios", auch au
der „Historia naturalis“ des Plinius sowie der des Dioskorides: [lepl Öns larpıx?)
— obgleich sie zu einer späteren Zeit erschienen — ist der Schlu zu ziehen, dal
die Produktion auf der Grundlage zielgerichteten und systematischen Probieren
betrieben wurde, nicht eines Probierens allerdings, das theoretische Fragen stellte
wie es sich in der Renaissance mit der Experimentalphilosophie herausbildete
sondern eines Probierens, das der Entwicklung von Rezepten gleichkommt, wi
es sich in den überlieferten Schriften widerspiegelt, deren Charakter in des
arabischen und mittelalterliehen Schriften weitgehend beibehalten wurde, bi
die experimentulphilosophische Methode dann im 17. und 18. Jahrhundert au
die Produktion angewandt wurde. Die geschilderte Praxis bewirkte gegenübe
der auf dem bloßen Zufali aufbauenden Praxis frühgeschichtlicher Zeiten ein
wesentlich schnellere Entwicklung der Produktion, und wie die Entdeckung de
Mineralsäuren, des Schießpulvers und der Alkoholdestillation zeigen, war jene
Tatsächlich ist und bleibt jedes Gedankenabbild des Weltsystems objektiv durch
Probieren als Hauptmethode der Empirie noch bis ins Mittelalter hinein fähig
revolutionäre Veränderungen hervorzubringen. Nur im Vergleich zum ‘Temp
die geschichtliche Lage, und subjektiv durch die Körper- und Geistesverfassung
seines Urhebers beschränkt.‘“®
Die Denkmittel, die die griechischen Philosophen von Thales bis Platon hervordie Verbindung von Empirie und Theorie und durch die Anforderungen de
kapitalistischen Produktionsweise möglich wurde, scheinen die über Jahrhundert
und fortwährend in der unendlichen progressiven Entwicklung der Menschheit ...
der im 19. Jahrhundert einsetzenden Entwicklung der Produktion, das erst dure]
Pagina 2
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)Lehren über chemische Vorgänge in der Zeit von Thales bis Platon
sich erstreekenden Fortschritte der bloßen lampirie unvorstellbar langsam vor
sich gegangen zu sein.
Was aus der Anschauung chemischer Vorgänge in der Natur und der empirisch
betriebenen Produktion an theoretischer Einsicht gewonnen werden konnte, dus
Denken nicht mehr zur Ruhe kommen; die Naturprozesse zwangen den reflekspiegelt sich in den naturphilosophischen Fragmenten der griechischen Denker
auf verschiedene Weise wider. Dal diese Philosophen, ob Thales oder Platon,
Vorgänge in der Natur ebenso wie Vorgänge in der Produktion beachteten, ist
evident; ihre Vorstellungen unterscheiden sich weniger durch Merkmale guter
oder mangelhafter Kenntnis der Praxis als vielmehr durch den Grad der geistigen
Verarbeitung des Erfahrbaren und durch den theoretischen Ausgangspunkt in
der Grundfrage der Philosophie. Dabei füllt auf, daß die griechischen Natur-
1825
tierenden Verstand, neue Begriffe zu bilden und Anschauungsweisen zu ent.
wickeln, in denen die Stoffe in ihren möglichen Dassiasformen gedacht. wurden,
So finden sich bei Anaximandros der Begriff „Bewegung“, die als Ureigenschaft
der unendlichen Substanz ewig vonstatten geht und das Entstehen und Vergehen
bedingt, und der Begriff des Gogensatzes, demonstriert an den Grundeigenschaften
warm, kalt, trocken, feucht®.
In seiner Vorstellung von der ewigen Wiederholbarkeit des Weltgeschehens -„Woraus aber die Dinge ihre lntstehung haben, darein finde auch ihr Untergang
statt, gemäß der Schuldigkeit" — tastet er sich an den Begriff Notwendigkeit
und Gesetzmäßigkeit heran.
Philosophen stets versuchen, das Ganze zu erfassen, sich für das Detail weniger
Die auf Thales und Anaximandros folgenden Philosophen vertieften die Fragen
und nur dann interessieren, wenn es um den Nachweis der Richtigkeit der aus
umfassenderer Sicht gewonnenen allgemeinen Auffassung geht. Wer diese Haltung
aus dem mangelnden Interesse oder einer geringen Kenntnis der Natur und der
weiter, Anaximenes und Hippasos von Metapont, indem sie die Begriffe7 oF „Verdich-
Produktion abzuleiten versucht, dürfte indessen übersehen, daß zu jener Zeit, da
den Mythen "Theorien entgegengesetzt wurden, notwendigerweise zuerst Kirklärungen für die allgemeinen Weltzusammenhénge zu entwickeln waren. Um
Götter zu entthronen, genügt es nicht, einzelne Naturvorgänge natürlich zu erklären, dazu bedarf es der Anschauungen, die deren universelle Funktion ersetzen.
So beginnt der revolutionäre Umschwung der intellektuellen Entwicklung mit
der Annahme, daß es „nur stoffliche Urgründe der Dinge gebo“!. Aristoteles hat
diese Denkrichtung gut charakterisiert. Kr hat erkannt, daß sich diese Philosophen
in der Frage nach dem Urgrund, dem Urstoff, der Ursubstanz oder dem Element
nicht unterscheiden, sondern nur durch die Benennung der Substanz und durch
die Annahme einer Substanz oder mehrerer Substanzen. Einig erscheinen diese
Philosophen auch in der Ansicht, daß die Substanz oder die Substanzen von
ewiger Existenz sind — „daß weder etwas (aus dem Nichts) entstehe noch (in
das Nichts) vergehe“ —, daß sie bestehenbleiben und nur in ihren Zuständen
wechseln®. Diese Fragestellung war für die Entwicklung naturwissenschaftlichen
tung“ (Dichtigkeit) und „Verdünnung“ (Dünne) einführten, durch die sie den
Umwandlungsprozeß der Stoffe — natürlich nur nach äußeren Merkmalen —
erklärten. So erscheint die Annahme anderer Stoffe als Urelement (Luft oder
Feuer) nur formell als einfache Variation, sie zwang jedoch zur Deutung anderer
Kirscheinungsformen der Stoffe, die wierlerum zu einer vertieften lerklärung der
Umwandlung selbst führten wie bei Xenophanes, bei dem sich der Begriff des
Teilchens als „Keuerteilchen“ findet. Hier war ein Ansatzpunkt für Empedokles
und die Atomisten, die Struktur der Materie tiefer zu erfassen.
Dafür boten auch die älteren Pythugoreer, Herakleitos und die Eleaten neue
Ideen an, besonders in der Hinsicht, daB sie den Sinn für die Größenverhältnisse
und die Form entwickelten, daß sie die Lehre vorm Gegonsutz wurbauten und in
den geometrischen Formen und in den Kigenschaften der Stoffe eben die Gegensätzlichkeiten als Prinzipien der Dinge (Alkmaion) auffaßten?. Sie schulten damit
das abstrakte Denken, das Denken in Zahlen, Symbolen, das sich zugleich sinnlich
wahrnehmbar machen ließ durch geometrische Figuren, und das in den Eigenschaften wie Weiß und Schwarz, Süß und Bitter, Groß und Klein erfahrbar war.
Auch in anderer Hinsicht zeigte sich das Pythagoreische Denken fruchtbar; es
Denkens von außerordentlicher Bedeutung, lenkte sie doch die Aufmerksamkeit
lenkte die Aufmerksamkeit auf den Gegensatz als nicht allein etwas sich Aussowohl auf den elementaren Charakter der Stoffe als auch auf deren Wandlungsschließendes, sondern zugleich auf die Einheit des Gegensätzlichen, das „Gleichfähigkeit.
Dafür war es nicht so wichtig, ob nun als Element ein konkreter Stoff wie
Wasser (Thales) oder Luft (Anaximenes), leuer (Hippasos) oder Erde oder einige
davon oder alle oder ein völlig unbestimmtes Abstraktum wie die unendliche Substanz oder Materie (Anaximandros) gedacht wurden, sondern daß damit die
gewicht der Kräfte“, wie in Alkmaions Theorie über die Gesundheit und Krankheit§, Eine Theorie, die in der Medizin der Renaissance, besonders von Paracelsus,
Materialität der Welt, ihre Binheit und Vielheit, ihre Gleichartigkeit und Verführten zur Vertiefung der Lehre vom Gegensatz (Herakleitos), öffneten den
Blick für das Problem der stofflichen Bindung (lmpedokles, Demokrit), regten
erkenntnistheoretische Überlegungen (Herakleitos) an.
Herakleitos baute die Theorie des Gegensatzen wus, indem er das „Gleichgewicht
der Kräfte“ als Kinheit des Gegensätzlichen schärfer definierte, eine Kinheit, cic
sowohl die Harmonic als auch den Widerspruch (Streit) einschloß®, Gleichzeitig
vertiefte er damit das Verständnis für die Umwandlungsprozesse der Stoffe und
schiedenheit Gegenstand des Denkens wurde. Der Anfang war gemacht, die Natur
zu begreifen, sie sich durch den Begriff anzueignen, den Verstand selbst für diese
Aneignung zu entwickeln. Schon aus dem, was von und über Anaximandros
überliefert ist, geht hervor, daß mit der Frage nach dem Urgrund aller Dinge
neue Fragen provoziert waren, deren Beantwortung wiederum zu neuen Fragen
führte. Die Vielfältigkeit stofflicher Veränderungen ließ das einmal angeregte
auf der Grundlage neuer chemischer Kenntnisse vertieft und erweitert wurde.
Die Vorstellung vom Gleichgewicht der Kräfte und Alkınaions Gedanken über
die Wahrnehmung und das Denken, die Funktion der Sinne and des Gehirns,
Pagina 3
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)ihrer Kigenschaften, die durch den Gegensatz bewirkt und ins Gegensätzliche
getrieben werden!®. „Alles Geschehen erfolge infolge eines Gegensatzes.“ „Dus
Kalte wird warm, Warmes kalt, Feuchtes trocken, Trockenes feucht.“ „Ks lebt
das Feuer der Erde Tod und die Luft lebt des Feuers Tod, das Wasser lebt der
Luft Tod, die Erde den des Wassers.“ Diese Auffassung entwickelte das Ver-
Lehren über chemische Vorgänge in der Zeit von Thales bis Platon
1827
nischen Natur, sondern zugleich aly ein Kenner der gewerblichen und pharmazeu
und durch eigene Ideen zu bereichern, dafür mußten neue Erfahrungswerte ein
gebracht. und geistig verarbeitet. werden. Die Quellen offenbaren en; Kinpedokle
erscheint nicht nur als ein scharfsinniger Boobachter der organischen und anorga
tischen Praxis, der mit großer Wahrscheinlichkeit Pharmazeutika selbst herzu
stellen verstand!ë. Indirekt bestätigen dieses seine Theorien, insbesondere die übe
verwandtschaft), über den Feuerstoff der Luft!®. Sie verraten zugleich, daß kmpe
den Luftdruck, über die Blemente und deren Mischung, über die Urteilchen (Split
ter, Teilchen) der Elemente, über die Verbindung der Stoffe (Porentheorie, Wahl
kannte und diese selbst auszuüben verstand. Daraus resultiert, daß lümpedokle:
dokles nicht nur zahlreiche Stoffe, sondern auch ihre Lerstellungsverfahre:
Theorien über Jahrtausende hinweg bis ins 18. Jahrhundert für die Entwicklun
ständnis für die Dialektik der Natur und für die Gesetzmäßigkeit der Veränderung
der Naturerscheinungen; und für die Chemie speziell bereitete sie den Begriff der
Stoffverbindung vork? Ilerakleitos’ Unterscheidung der „Sinneswahrnehmung
und der Vernunft“ vermochte den Sinn des Naturforschers für das Verhältnis
von Beobachtung und geistiger Verarbeitung zu wecken, woraus sich die Notwendigkeit ergab, die Erfahrung theoretisch zu durchdringen, das heißt auch, der
Erfahrung nicht blindlings zu vertrauen, sondern sie dem Gedanken als einem
des naturwissenschaftlichen Denkens außerordentlich bedeutungsvoll waren.
Hinsichtlich der Element-Theorie unterscheidet sich Empedokles von seine
schiedenartige quantitative Ansammlungen von Klement-Teilchen bilden*.
Damit waren neue Existenzformen der Materie begreifbar gemacht: Vi
und „Trennung“ einführte, wonach sich die unterschiedlichen Stoffe durch ve
rie der Mischung entwickelt werden, für die Empedokles die Begriffe „Vereinigun;
und „Verdünnung“. Bei der Annahme von mehreren Elementen mußte eine The:
weise die Vielfalt der Stoffe auf neue Weise zu erklären. Setzte man nur ei
Urelement voraus, dann waren alle Stoffe Modifikationen dieses einen und i:
Wesen einander gleich; es genügten zur Erklärung z. B. die Begriffe „Verdichtung
Existenz verschiedener Elemente dazu, die „Mischung“ der Elemente beziehung
licher Stoffe erklärbar wurde!®. Allerdings zwang auch die Voraussetzung ch
Wichtiger aber als diese Zuordnung war die Annahme des Empedokles, „da
es von den vier Elementen kleinste Splitter“ gäbe, und zwar nicht nur deshall
weil sie — im Anschluß an Xenophanes’ Feuerteilchen — den Weg zur Atomisti
absteckte, sondern weil durch sie erstmals die Verbindung qualitativ unterschie:
die Eigenschaften trocken und kalt.
schaften feucht und kalt, der Luft die Eigenschaften feucht und warm, der [rd
ordnen: dem Feuer die Eigenschaften warm und trocken, dem Wasser die Kiger
hier ein Ansatzpunkt gegeben, den Elementen bestimmte Eigenschaften zuzı
Die Annahme von vier Blementen als Grundstoffe bot dem Naturforscher ei
umfassendes Prinzip für die Binteilung der Stoffe nach — modern gesagt Aggregatzuständen, ein Prinzip, dem noch um 1750 Johann Juncker!? grund
legende Bedeutung für die Chemie zur Klassifikation der Stoffe beimaß. Dabe
spielte die Verknüpfung dieser Elemente mit den Kigenschaften trocken, feucht
warm, kalt eine wichtige Rolle, wobei einsehränkend gesagt werden muß, da
aus den Fragmenten nicht eindeutig hervorgeht, inwieweit Empedokles dies
Verknüpfung schon, wie später Aristoteles, vorgenommen hat!®. Jedenfalls wa
durch die nähere Bestimmung dieser Elemente hinsichtlich ihrer Struktur un
Kigenschaften und weiterhin durch eine Theorie der Bewegung und Mischung,
unveränderlichen Grundsubstanzen — leuer, Wasser, Luft, Erde —, sonder
Vorgängern nicht nur durch die Annahme von vier ewig existierenden un
schärferen Kriterium zu unterziehen. Hier lag wiederum ein Ansatzpunkt für
die Weiterentwicklung der Dialektik des Denkens, wie sie die Experimentalphilosophie dann seit der Renaissance ausbildete, der Vernunft beziehungsweise
der Theorie die Praxis als Kriterium und Prüffeld beizuordnen.
Die Eleaten Parmenides und Zenon haben der Entwicklung des naturwissenschaftlichen Denkens weniger gegeben. Die metaphysische Methode des Parmenides war dafür ebensowenig geeignet wie die dialektisch umfunktionierte
Metaphysik Zenons. Ihre Vorstellungen vermochten trotzdem zur Klärung einiger
Probleme — wenn auch von negativen Ansätzen her — beizutragen. Zwar setzte
Parmenides der Dialektik des Herakleitos die Metaphysik (als Methode) entgegen,
erklärte das Werden, die Veränderung, die Erscheinung für „Nichtseiend“ im
Gegensatz zum „Sein“, dennoch erfuhr damit die Erkenntnislehre eine Ausdeutung, die alles auf die Vernunft oder das Denken, nichts jedoch auf die mit den
Sinnen wahrnehmbaren und daher trügerischen Erscheinungen setzte. Der Widerspruch war mit diesem Extrem provoziert, und um diesem zu begegnen, sah
sich Zenon gezwungen, die Metaphysik mit dialektischen Spitzfindigkeiten zu
verteidigen, offensichtlich trotz aller Scharfsinnigkeiten wenig erfolgreich. Aus
dieser Spiegelfechterei sind uns neue Begriffe überliefert: Größe, Dicke, Masse
und eine Diskussion über den Begriff Raum™. Weiterhin schärfte er den Verstand
für das Problem der Vielheit und Teilung der Dinge, auch wenn er die Annahme
einer Vielheit von Dingen bestritt. Und ebenso konzentrierte er wie Parmenides
das Denken auf die abstrakte Wahrheit oder die Wesenheit der Dinge, die sowar ein Fortschritt möglich, der die Naturerkenntnis zu bereichern vermochte.
genannten ewigen Wahrheiten, die bei Platon als Ideen erscheinen werden.
Die Entwicklung der Naturphilosophie war mit den Eleaten in eine Tiefe und
Enge geraten, und nur aus einer umfassenderen Schau und auf einer höheren Stufe
Dab dieses einem Gelehrten gelang, der zugleich Arzt, Naturforscher und Philosoph war, scheint symptomatisch: bei Empedokles erreichte die Entwicklung der
ersten Versuche zur geistigen Erfassung der Natur ihre erste Kulminationsphase,
in der die wichtigsten Begriffe dialektisch aufgehoben und in einem tieferen
Zusammenhang verarbeitet wurden.
Dafür genügte es nicht, die vorhandenen Anschauungen zusammenzufassen
Pagina 4
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)Lehren über chemische Vorgänge
K in der Zeit von Thales bis Platon
1829
Elemente bilden die Grundlage sämtlicher Stoffe (auch der organischen), die
Liebe und Streit erscheinen als Prinzipien, die außerhalb der Dinge stehen und
Klemente bestehen aus winzigen, mit den Sinnen nicht wahrnehmbaren Teilchen,
sich ausschließen. Sie können aber auch als Widerspruchspaar wie Wines und
Vieles als das Seiende aufgefaßt werden, das den Dingen immanent ist®. Jedenfalls stehen die Begriffe „Liebe und „Streit“ in einem engen Zusammenhang mit
dem Begriff der „Symmetrie" und dem der „Wahlverwandtschaft“, ohne die
Konkretheit dieser und damit auch deren Wirksamkeit. für die Naturwissenschaft
zu erreichen.
Wertvoll für die Naturforschung war auch, dal Empedokles die Bedeutung der
die Element-Teilchen bilden durch Mischungen in Form der Vereinigung und
Trennung die ungeheure Vielfalt der Stoffe und Körper. Schon diese Konstruktion
bedeutete gegenüber den vorhergegangenen einen qualitativen Fortschritt, den
Empedokles noch dadurch ausbaute, daß er auch die Frage stellte, wie die Vereinigung und Trennung der Element-Teilchen vor sich geht. Damit verbessert er
die Vorstellung über die Verbindung der Stoffe, die auch erkennen läßt, daß Empedokles in der Praxis selbst vielfältige Veränderungen der Stoffe erfahren hatte?!.
Mit seiner Porentheorie und mit seinen Gedanken über die „Symmetrie“ und
Sinnesorgane und ihre Funktion sowie die der Wahrnehmung, der Beobachtung
„Wahlverwandtschaft“ schuf Empedokles Modellvorstellungen über die gedachten
unsichtbaren Bausteine sämtlicher Stoffe sowie über die Möglichkeiten ihrer Verund der konkreten Erfassung des einzelnen Dings unterstrich®®. Schließlich machte
er auf die Grenzen der Erkenntnis aufmerksam und kritisierte jene, die vorgaben, die „ganze Wahrheit, gefunden zu haben!”, während doch jeder nur geringe
bindung™. Seine Auffassung, daß die Element-Teilchen sich strukturell unterscheiden, Poren haben, in die andere Teilchen eindringen können, begünstigte
eine mechanistische Richtung, während die Vorstellungen über die „Symmetrie“
Durch Anaxagoras erfuhr die Teilchen-Theorie des Empedokles eine Ausdeutung, die das Schwergewicht auf die Teilchen selbst legte. Für die Naturkunde
und „Wahlverwandtschaft“, über „Abfluß" oder „AusfluB*, über wirkende und
leidende Substanzen einer dynamischen Richtung der Naturphilosophie dienten®,
Die Fruchtbarkeit seiner Teilchen-Theorie zeigt sich auch darin, daß er, um die
Durchsichtigkeit verschiedener Stoffe zu erklären, bestimmte Symmetrieverhältnisse bei der Lagerung oder Anordnung der Element-Splitter annahm?4,
Unter den Elementen des Empedokles spielte das Feuer eine besondere Rolle,
was in dem Begriff „Feuerstoff“, der in der Luft enthalten sei, zum Ausdruck
kommt®, Dieser Begriff diente später zu einer immer tieferen Erfassung des für
die Chemie so wichtigen Verbrennungsprozesses; er lebte in der arabischen und
Hilfuquellen besäße und einen engen Kreis überblicke®t.
wurde damit ein wichtiges Einteilungsprinzip aufgegeben, denn nun sollten alle
qualitativ unterschiedlichen Substanzen durch entsprechend qualitativ unter.
sehiedliche Ur-Teilchen gebildet werden. Allerdings kam damit cin neucs Problem
zur Sprache, das der Reinheit der Stoffe, denn nach Anaxagoras sind in jeder
Substanz alle Teilchen (dpotoéperet) enthalten, die Qualität dieser Substanz
aber durch die überwiegende Anzahl einer bestimmten Teilchenqunlität bestimmt?
Ursache der Bewegung, Veränderung und Ordnung der ógotouéperar war für
mittelalterlichen Chemie unter dem Synonym des „Schwefels“, danach als „bren-
Anaxagoras der Geist als objektive Realität, den er, worauf Aristoteles hinwies,
als deus ex ınachina für alles das benutzte, wofür er keinen Grund anzugeben
bare Erde“ (J. J. Becher) und als Phlogistón (G. E. Stahl) fort, um schließlich als
„Feuerluft“ von C. W. Scheele und J. Priestley Ende des 18. Jahrhunderts „entdeckt“ und von A. L. Lavoisier als Sauerstoff erkannt zu werden. Ein Rest dieses
wußte, Der Naturforschung war damit kein Denkmittel gegeben, wohl aber
mit dem Begriff der „Wirbelbewegung“, die — vom Geist erzeugt — den Stoffen
eine Eigenbewegung zugesteht, die infolge ihrer „Wucht und Schnelligkeit“
herumkreisen und sich ausscheiden, wodurch die Körper entstehen®. So erhielt
Begriffs blieb als „Wärmestoff“ noch einige Jahrzehnte in Gebrauch, bis die Ursache der Wärme in der Bewegung erkannt wurde.
Einen weiteren wichtigen Begriff, das Gegenstück der Notwendigkeit, benutzte
Empedokles, um die Bewegung der Teilchen und die Mischungen als durch den
feststellte, daB jener von dem Geist keinerlei Gebrauch gemacht habe’. Anaxa-
Zufall verursacht zu charakterisieren. „Zufällig notgedrungen“ erfolge die Vergoras blieb auch in der Erkenntnislehre Materialist, denn „die sichtbaren Dinge
mischung, charakterisiert es Platon, „daß es so seiner Natur nach geschieht“
bilden die Grundlage der Erkenntnis des Unsichtbaren'38,
Die Auffassung des Anaxagoras von den Urteilchen oder homoiomereiai enthielt
einen Widerspruch, indem er dicse als bis ins Unendliche teilbar annahın — eine
Auffassung letztlich, die die Substanz aus dem Bereich des Vorstellbaren rückte.
Für die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Denkens war es daher besonders wichtig, daß die Vorstellungen über die Teilchen konkretisiert wurden. Hier
haben Leukippos und Demokrit mit der Kategorie des Atoms eine qualitativ
Aristoteles, Daher kann angenommen werden, daß Empedokles eine Vorstellung
von der Dialektik der Naturprozesse besaß. Dieses wird auch durch seine Ansicht
unterstrichen, daß das Seiende Vieles und Eins zugleich sei — womit er außerdem
die von Parmenides und Zenon aufgebrachte Haarspalterei galant erledigte —
und daß Vereinigung Zerstörung, Zerstörung Vereinigung bedeute, Vieles aus
Einem und Eines aus Vielem entstehe, so daß die Einzeldinge vergänglich, der
Wechsel aber ewig wie die Ursubstanzen selbst sei?”.
der Geist bei Anaxagoras nur eine dominierende Rolle als Prinzip, denn die Mehrheit der Dinge ließ Anaxagoras sich „von selbst" gestalten, so daß Platon bestürzt
Im Widerspruch zu der Ansicht, daß die Vermischung „zufällig notgedrungen“
höhere Stufe der Anschauung erreicht. Die Atomistik wurde auf neuer Grundlage
im 16. und 17. Jahrhundert von Sennert, Jungius und Boyle weiterentwickelt
erfolge, erscheint Empedokles’ Theorie über „die Liebe und den Streit", durch die
„die Elemente dauernd umschichtig in Bewegung gesetzt werden“ müssen®,
und von Dalton und Berzelius Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem erstrangigen
theoretischen Instrument für die Chemie gemacht.
Pagina 5
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)Lehren über chemische Vorgünge in der Zeit von Thales bis Platon
Nicht nur der von Leukippos und Demokrit geprägte Begriff dtomvs, sondern
die darauf aufbauende Theorie der Verbindung der Stoffe erméglichte ein wesentlich tieferes Verständnis der Naturerscheinungen. Die Definition der Atome als
kleinste, unteilbare Substanzen von gleicher Qualität führte zu der Frage, wie
Bei Demokrit ging es zunächst darum, den Klementbegriff auf neue Weise zu
verstehen, was durch die Vorstellung von einfachen und zusammongesoetzten
Körpern erreicht wurde. Dieses Problem wurde ausführlich von Aristoteles
1830
aus qualitativ gleichen Ursubstanzen qualitativ unterschiedliche Stoffe ent-
1831
erörtert, aber erst durch die anwachsenden chemischen Befunde dann im 17. Jahrstehen können?”.
hundert von R. Boyle konkretisiert und schließlich von Lavoisier und der modernen Atomistik gelöst,
Leukippos und Demokrit sahen zwei Möglichkeiten: erstens sollten die Atome
von unterschiedlicher Größe und Gestalt sein. woraus sich schon eine Unmenge
und Seiende ergab, bestand in der Annahme des leeren Raumes und des Nichts
von Kombinationsmöglichkeiten ableiten ließ, und zweitens sollte sich diese
Unmenge noch dadurch vermehren, daß die Anordnung und Lage der Atoine
unterschiedlich gedacht wurde®®. Die erste Möglichkeit spielte später in der Chemie
des 17. Jahrhunderts bei Boyle und Lémery cine große Rolle; sie entsprach dem
mechanistischen Weltbild und diente der Veranschaulichung chemischer Umsetzungen, Die zweite Möglichkeit der Kombination gewann erst mit der Atomhypothese Daltons an Bedeutung, weiterhin für die Erkenntnis der Isomerie und
die Stereochemie (Wislicenus, Pasteur, van't Hoff) Ende des 19. Jahrhunderts.
Aus der atomistischen Auffassung ergab sich ein tieferes Verständnis für die
Kin weiterer Fortschritt, der sich aus der Definition des Atoms als das Volle
als objektive Realität. Die Existenz des Leeren war für Leukippos und Demokrit
Grundbedingung für die stofflichen Veränderungen überhaupt, denn die Atome
könnten nur dadurch zusammen- oder auseinandertreten, indem sic das Leere
vorfinden und sich in ihn bewegen und Anbei die Anordnung und Lage wechseln,
Damit war auch die Vorstellung vom Nichtseienden als eines leeren Raurnes
objektiviert und konkretisiert, der metaphysisch gesetzte Gugensutz der Auf.
fassung vom Sein und Nichtsein, vom Vollen und Leeren diulektisch aufgehoben.
Dialektik, besonders für den Umschlag von Quantität in Qualität. Jedoch mußte
Gedanklich natürlich, denn die Beweise — Fortbewegung, Verdichtung, Wachsbum und das „Experiment“ mit der Asche — lieben sich widerlegen, wesentlich
jedoch für die Nuturwissenschaft war, daß mit der Vorstellung vom leeren Raum
nun die Frage beantwortet werden, wodurch die Atome ihre Plätze wechseln. Im
Gegensatz zu Anaxagoras nahmen Leukippos und Demokrit nicht eine außerhalb
auch die Suche nach ihm angeregt war, dic aber erst mit den lixperimenten
über das Gewicht der Luft, den Luftdruck und das Vakuum im 16. und 17. Jahrder Materie wirkende Kraft an, sondern schrieben den Atomen die Bewegung
hundert zu praktischen Ergebnissen führte.
Leukippos und Demokrit konnten als Hauptvertreter der Atomistik jener Zeit
gemeinsam vorgestellt werden; ihre Ansichten unterscheiden sich nur in einigen
als immanente Eigenschaft zu, die als ewig oder als ihre Mxistenzweise aufzufassen
war, Die Atome würden demzufolge gegeneinander stoßen, „die einen prallten
voneinander ab, wie es sich gerade träfe, andere dagegen verflöchten sich miteinander infolge der Symmetrie ihrer Formen, Größe, Lage und Anordnung und
blieben zusammen; auf diese Weise erfolgte die Entstehung der zusammengesetzten Körper"
®.
Damit war die Vorstellung von der Bewegung und Veränderung der Stoffe
„konkretisiert“, wenn auch in sehr abstrakter Weise, und die Chemiker haben
erst Anfang des 19. Jahrhunderts (Dalton, Berzelius) nach der Entdeckung der
Gesetze der konstanten und multiplen Proportionen damit operieren können, und
zwar nachdem die mechanistischen Vorstellungen durch dynamische überwunden
wurden,
Auch die Theorie der Mischung der Stoffe erhielt mit der Atomistik durch den
Begriff des zusammengesetzten Körpers eine schärfere Bestimmung".
Dabei wurde ein neues Problem sichtbar: ob die „Mischung“ eine Veränderung
der sie bedingenden Atome bewirkte, sie eine neue Qualität darstelle, oder ob die
Fragen. In einem Kommentar zu Demokrit heißt es, daß die Atome „in Zwist
initeinander“ wären oder sich anzögen, Gedanken, die die Vorstellung vom Widerspruch oder Gegensätzlichen der Atome von äußeren Merkmalen der Gestalt und
Form zu einer inneren Sicht erweiterten*®, Es bedurfte aber noch zahlreicher
Beobachtungen und Befunde sowie der Entwicklung der Klektrizitätslehre, bevor
die Gedanken soweit ausreifen konnten, um in der Praxis nützlich zu werden.
Sie erreichten ihren ersten Höhepunkt Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem einige
Jahrzehnte in der Chemie herrschenden dualistischen System der Chemie des
schwedischen Chemikers Bezelius.
Ein anderer Gedanke, der auch erst im 19. Jahrhundert mit der Bestimmung
der relativen Atomgewichte Gestalt erhielt und zu einem geistigen Instrument der
Chemie ausgebaut werden konnte, war der von der Schwere der Atome!® — nicht
in dem Sinn, in dem ihn Demokrit und später Epikur gebrauchten, sondern in der
Vorstellung, daß die Atome in ihrer Winzigkeit dennoch ein Gewicht (Masse)
neue Qualität nur scheinbar sei, indem die Atome ihre eigene Natur in der Mihaben müßten. Wieder ein Beweis dafür, daß es nicht auf die zeitgemäße Interschung bewahren, wie es Demokrit verstanden haben soll#?. Diese mechanistische
pretation einer Idee, eines Gedankens ankommt, sondern auf seinen Inhalt und
Auffassung vermochte den qualitativen Sprung der Veränderungen nicht zu
erfassen, und gerade hier setzt auch Aristoteles’ Kritik der Atomistik an. Trotzdem, es kommt nicht so sehr darauf an, ob ein Gedanke sich als richtig oder
die Möglichkeit seiner Konkretisierung.
Der Atomismus war dem naturwissenschaftlichen Denken «lurch seine materialistische Grundansieht besonders eng verbunden, und damit stimmt die Tatsache
falsch erweist, für den intellektuellen Fortschritt ist bedeutungsvoll, daß er
überein, daß er von der Renaissance an, in welcher Form auch immer und bis
gedacht und möglichst so gedacht wurde, daß er weitergedacht werden konnto®®,
auf wenige Zeitabschnitte, mehr und mehr an Bedeutung gewann, und zwar
Welskopf, Bd. 4
Pagina 6
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)und zum anderen als ideologische Waffe gegen Mystizismus®?, Der Atomismus
einmal als theoretisches Instrument für die Kirklärung von Naturerscheinungen
. übernahm die materialistischen Grundsätze der vorausgegangenen Naturphilo|
sophie, gab ihnen ein Fundament und baute sie aus, so daB er die Naturwissen-
Allerdings sind die Überlieferungen nicht frei von Widersprüchen, die auch
schaft auch von der philosophischen Seite her förderte.
Lehren über chemische Vorgänge in dor Zeit. von Thales bis Platon
18.33
und der Denkmittel, die indirekt auch der Naturwissenschaft zugute kamen,
lichen Problemen fasziniert. wurden, diese für viel wiehtiger und würdiger ann
dabei wertvolles Neuland entdeckten und erschlossen, auch im Sinne des Denkons
abyeschen also von dieser zur herrschenden Richtung golangenden philosophischen
Strömung erfuhr das naturwissenschaftliche Denken bis zu Aristoteles keine
wesentlichen Impulse mehr,
Die jüngeren Pythagorcer — Philolaos von Kroton, Archytas von ‘arent,
nur die allein durch das Denken erfaßbaren Dinge“, die Atome also, wirklich seien®,
Auslegungsfragen sein können. So soll Demokrit der Ansicht gewesen sein, „daß
Hiketas und Ekphantos von Syrakus und andere — bastelten an der Zahlentheorie
Aristoteles folgte und das in der Biologie bis Anfang des 19. Jahrhunderts den
Wissenschaftsbetrieb charakterisiorte,
experimenteller Naturwissenschaft, für das Sammeln und Klassifizieren, dem
einen großen Fortschritt. in Riehtung abstrahierenden Denkens, hin zu den unveränderlichen Abstrakta, und mit dieser Betrachtung orientierte er das Denken
auf die Erfassung des Wesentlichen, Allgemeinen, Gesetzmäßigen, das sich zwar
nicht direkt in Naturwissenschaft umsetzen konnte, wohl aber für den Gang der
Naturforschung selbst, — von der Untersuchung des Kinzelnen zur Erfassung
des Wiederholbaren und des Naturgesetzes bis zur Aufstellung der Theorie —
von anregender Bedeutung war. Das gilt im besonderen Maße für die Vorstufe
mußte, ein für allemel aufzuhalten. Aus diesem tiefsten Irrtum heraus machte er
nisse archaisierend zu ordnen, die Entwicklung, die immer Neuerungen bringen
Wunsch und Willen entsprang, die Krise der Polis zu überwinden, ihre Verhältkannte die Praxis der Gewerbe vielleicht ebensogut wie Aristoteles die Tierwelt, doch
die Kenntnis einer Sache muß nicht gleichbedeutend sein mit dem Urteil darüber.
Platon suchte das Unvergängliche mit einer Leidenschaft, die aus seinem
vorgängen und Produktionspraktiken als die Reflexionen darüber auf. Platon
Naturwissenschaftler mehr die Fülle an sorgfältigen Beobachtungen von Naturden Dingen existiere. Denn die Erscheinungen sind nur die Schatten der durch
den begnadeten Geist zu erfassenden 1deen.
Doch Platon war kein Ignorant der Erscheinungen, im ‚„Timaios“ fallen dem
Inkarnation der Wahrheit, die nur abstrakt in den Dingen, vor allein aber über
Wesenheit und gestaltende Kraft, den flüchtigen Erscheinungen übergeordnet,
ihren Niederschlag. Bei Platon war der Geist nicht nur, wie bei Anaxagoras, eine
ullgemeine Voraussetzung neben der Materie, sondern, als Idee, eine aktive
Kritik daran aufzurichten, zum andern als Anregung für sein eigenes System.
Der Ausgangspunkt und der Kern der Platonischen Philosophie, die Ideenlehre,
fand auch in den Naturbetrachtungen und in der Deutung der Naturerscheinungen
neue Gedanken ein, die für Aristoteles wichtig wurden, einmal, um sich durch
zubeziehen, vielleicht auch, um sein System abzurunden: jedenfalls brachte er
Lehrer Sokrates veranlaßt, das Naturgeschehen wieder in die Philosophie einnicht gedacht, und die Bedeutung der Zahlenverhältnisse hatten die alten Pythagoreer eindrucksvoller darzulegen gewußt. Platon dagegen wirkte stärker auf das
Nachdenken über chemische Vorgänge. Er sah sich zum Unterschied von seinem
herum, gelangten auch zu kühnen und gewagten Spekulationen, von denen die
astronomischen auf Kopernikus gewirkt haben, aber für die Chemie waren sie
Andererseits findet sich sehr deutlich die Unterscheidung zwischen der Sinnesund der Verstandeserkenntnis®. Besonders interessant aber ist, daß der Arzt
Galen eine Auffassung Demokrits darlegt, die gegenüber den anderen Überlieferungen dem naturwissenschaftlichen Denken eng verbunden ist und die bereits
vom Denken zur Erfahrung zurückkoppelt%. Denn obgleich Demokrit die Erkenntnis durch den Verstand höher zu bewerten schien, begriff er doch zugleich
die Sinneserkenntnis als Basis der Verstandeserkenntnis und vielleicht sogar auch
als Prüfstein derselben, nicht in dem Sinn, Jdaß die Praxis das Kriterium der
in dem Sinn, daß der Verstand nur über die Sinne etwas erfährt und somit auch
Wahrheit ist — bis zu dieser Erkenntnis war noch ein weiter Weg —, wohl aber
u
Die Entwicklung des naturphilosophischen Denkens erreichte mit den atomistidurch die Sinne denkt.
über das Denken hinaus zur Praxis zu kommen, wodurch erst Naturwissenschaft
schen Anschauungen einen Stand, der gedanklich nur noch durch eine Zusammenfassung und Verarbeitung der wertvollsten Überlegungen zu einem systematischen
Ganzen auf eine neue Qualität entwickelt werden konnte. Der Ansatzpunkt, um
im modernen Sinn möglich wurde, war unter den gesellschaftlichen Verhältnissen
jener Zeit nicht gegeben. Für diese Revolution fehlte eine aus der Produktionspraxis kommende und mit ihr verbundene Intelligenz, wie sie das Bürgertum
seit der Renaissance — die auf naturwissenschaftlichem Gebiet weniger eine
|
|
Wiedergeburt als eine Neugeburt war — hervorgebracht hat.
So geriet das naturphilosophische Denken wenigstens in bezug auf die chemischen Vorgänge in eine Situation, die als krisenhaft bezeichnet werden kann —
krisenhaft im doppelten Sinn: zwar erscheint noch eine auch qualitative Steigerung der Erkenntnis möglich — und bei Aristoteles wird sie wirklich —, zugleich
aber werden doch schon endgültige Grenzen jener Situation deutlich sichtbar.
Pin Ausbruch oder besser ein neuer Aufbruch zu neuen Ufern wurde notwendig,
blieb aber zunächst verbaut, nicht nur dadurch, daß die souveräne Polis, Basis
des höchsten Standes bisheriger Erkenntnisentwicklung in ihre xistenzkrise
geriet, sondern darüber hinaus durch die Tatsache, daß die Grundsituntion der
Gesellschaft. damit nicht geändert wurde, die gesamte Antike als solche nicht den
Ausweg aus den gesetzten Grundprämissen der gesellschaftlichen Entwicklung
fand.
Abgesehen davon, daß nunmehr die Mehrzahl der Philosophen der Polis, besonders die Sophisten, sich wenig oder überhaupt nicht mehr mit naturphilosophischen Fragen beschäftigten, sondern von den menschlichen und gesellschaft-
Pagina 7
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)In dieser Denkrichtung spielten die Erscheinungen eine untergeordnete Rolle,
dennoch blieb ihnen eine bestiminte Selbständigkeit erhalten. Das betraf weniger
die Ursubstanz als die Elemente und die ihnen zugrunde liegenden geometrischen Formen, durch die sie Platon unterschied. Die Annahme einer Ursubstanz
war nichts Neues, ebensowenig die Annahme von vier Elementen. Zum Unterschied von Empedokles jedoch sprach Platon nicht schlechthin von Klementarteilchen, sondern er suchte sie näher zu bestimmen,
.
Der Schöpfungsakt, den Platon im „Timaios“ vollziehen ließ, indem er sich in
den Geist „des Werkmeisters“ oder Weltschöpfers hineinphantasierte, interessiert
hier nicht. Auf die Denkstile der Naturwissenschaft haben diese Fragen wenig
Einfluß ausgeübt. Hier interessiert die Vorstellung von den Dingen selbst, und
zwar insbesondere in bezug auf die Entwicklung der Denkmittel der Chemie, für
die Platons Theorie der Verbindung der Elemente nützlich wurde. Gerade ihm
gelang es zum Unterschied von Empedokles, wahrscheinlich unter Auswertung
der Atomistik, die Mischung der Elemente sinnfällig zu machen, indem er ihnen
bestimmte geometrische Tormen zuschrieb, Dreiecke aus der Fällung des Quadrats
und aus der Fällung des gleichseitigen Dreiecks. Diese Dreiecksteilchen oder Elementardreiecke unterschied Platon durch ihre Größe, sie wirkten ständig aufeinander ein, verbänden sich zu den verschiedensten Körpern, indem sie sich auf
wechselnde Weise zusammenfügten, und sie würden sich wieder unter der gegenseitigen Winwirkung trennen.
Platon machte weiterhin klar, daß die Elemente nur reino Typen darstellen,
daß also das Wasser z. B. sehr verschiedene Erscheinungsformen haben kann als
Wein, Essig oder Öl. Damit erhöhte er den Typisierungswert der „Klemente",
öffnete diesen Begriff für die zahlreichen Modifikationen der festen, flüssigen,
flüchtigen oder feuerähnlichen Stoffe. Zugleich ging aus seinen Darlegungen hervor, daß die Elemente in reiner Form nur ausnahmsweise vorkommen, daß sie
vielmehr in Mischung vorliegen, die sinnlich wahrnehmbaren Stoffe somit in der
Regel aus den verschiedenen Elementen zusammengesetzte Körper sind. Wasser
z. B. verwandele sich unter Einwirkung der Feuer-Klemente in Luft, durch Hinwegnahme sämtlicher Feuer- Elemente in Hagel, Wis oder Schnee. Risen wäre eine
schwerflüssige Art des Wassers mit einer geringen Beimischung von Erd-Blementen, die sich allmählich als Rost herauslösen®?. Diese Mischungs- und Entmischungslehre wurde von Aristoteles — unter Auswertung der Atomistik —
qualitativ weiterentwickelt; sie spielte bis ins 18. Jahrhundert eine wichtige
Rolle, die Ausscheidung als Verkalkung während des ganzen Zeitalters der Phlogistonchemie. Ihre besondere Bedeutung läßt sich dadurch verstehen, daß sie als
Lehren über chemische Vorgänge in der Zeit von Thales
bin Pluton
(835
waren es jedoch nicht. „Wenn Wurde mit Poner zusammentrifft
unc dureh dessen
Spitzigkeit aufgelöst. wird, so wird sie, sei es nun, daß sie im Feuer
selbst oder in
einer Ansammlung von Luft oder von Wasser aufgelöst. ist, so lange
umgetrieben
bis ihre Teile, sich wieder zusammenfindend und sich wieder miteina
nder verbindend, wieder zu frde werden; denn sie kann niemals
in eine andere Gattung
übergehen. Wasser aber läßt, wenn es von Feuer oder auch
von Luft zerteilt wird,
einen Übergang in Feuer zu, dergestalt, daß es zu einem Feuerkö
rper und zu zwei
Luftkörpern wird; und die Bruchteile der Luft können für je einen aufgelö
sten
Teil zwei Feuerteile werden. Anderseits, wenn Feuer von Luft, Wusser
oder Erde
eingeschlossen ist, und zwar eine geringe Masse von einer großen, und, durch
den
Schwung derselben mit fortgeführt, im Kampfe mit ihnen unterliegt und
zertrümmert. wird, dann bildet sich aus je zwei Feuerkörpern ein
Luftkérper; und
wird die Luft überwältigt und zerrissen, dann wird sich aus je zweiein
halb Luftkörpern ein Wasserkörper zusammenf tigen “6
Die letzte Annahme könnte dazu verleiten, Platon die geniale Vorauss
zuzusprechen, Wasser als cinen aus zwei Gasen bestehenden Stoff
icht
angeschen zu
haben. Diese Entdeckung gelang Cavendish 1783 auf synthetischem und
auf analytischem Wege, doch es ist wenig wahrscheinlich, daB sie
Lavoisier
dabei von Platons Annahme geleitet wurden, die unter ganz anderen
Voraussetzungen entstand. Dennoch sollte man die Fernwirkung und indirekte Wirkun
g von Ideen
nicht verkennen, war doch bis 1770 die Auffassung vorherrschend,
daB sich
Wasser in Erde verwandle; sie wurde erst durch die experimentellen Unters
uchungen
von Scheele und Lavoisier widerlegt. Jedenfalls wurde dadurch
, daß Platon die
Klemente sich ineinander umwandeln ließ, ein tieferes Verstän
dnis der Mischung
angebahnt, wenn auch unter der paradoxen Konstellation,
daß drei Klemente
keinen elementaren Charakter besitzen.
Andererseits wurde damit der Blementbegriff in Frage gestellt
und die Vorstellung begünstigt, mittels chemischer Kunstgriffe die Elemente so
zu mischen
daß sie in jeden gewünschten Stoff überführbar werden.
|
Dennoch sollte man darin nicht einfach die Anfünge der Transmutations
lehren sehen, auch wenn sie darauf und natürlich besonders auf die
-
von Aristoteles
weiterentwickelten Vorstellungen zurückgeführt wurden. Denn für Platon
und
Aristoteles waren die Überlegungen rein theoretischer Natur. Erst als Praktik
er
der Chemie eine theoretische Begründung für die Herstellung gewünsc
hter Substanzen wie Gold oder Lebenselixiere suchten, fanden sie diese
in den Vorstellungen
von Platon und Aristoteles. Von der Anlage her waren die atomistischen
lungen dafür ebenfalls brauchbar, und sie wurden auch teilweise damit
Vorstelverbunden,
Denkmittel den Umsetzungsprozeß chemischer Substanzen schärfer zu fassen
und sinnfällig zu machen wußte. Die Ursachen dagegen, die Platon in die Dreiecksgebilde der Elementarteilchen verlegte, konnten dem späteren Chemiker
kaum etwas sagen.
doch waren Platons und Aristoteles’ Theorien der Mischung entwick
elter und
durch die Annahme der Umwandelbarkeit der Elemente geeigneter,
Insofern Platon die Stoffe aus der Mischung und Entmischung «der Elementarzu fassen sind, in zweierlei Hinsicht von besonderer Bedeut
ung waren. Erstens
dreiecke entstehen ließ, blieb er dem Element-Begriff verbunden, doch in seiner
Theorie war nur die Erde ein unveränderlicher Grundstoff; Feuer, Luft und Wasser
Aus der Darlegung geht hervor, daß die Theorien der hier behande
lten griechischen Philosophie, so weit sie unter dem Gesichtspunkt der modernen
Chemie
leisteten sie einen unmittelbaren Beitrag für die Entwicklung des
Denkens, das
zu einem ebenso wesentlichen Bestandteil der Naturwissenschaft
gehört wie das
Pagina 8
Vedi nel PDF(si apre in una nuova finestra)Lehren über chemische Vorgänge in der Zeit. von Thales bis Platon
Experiment, denn Begriffe müssen geprägt, „abgeschliffen“ und „zugerichtet“
_=-erdentt, Zweitens leisteten die Theorien einen mittelbaren Beitrag für die Naturwissenschaft, indem sie Begriffe schufen, die das Denkmögliche in Sachen Natur
tief ausloteten und damit zu Jahrtausende wirkender Heuristik wurden.
Dabei erscheint es mir nicht so wichtig, ob die eine oder andere Auffassung
dem, was heute sicher gewußt und gedacht wird, mehr oder weniger entspricht.
Danach suchen nur Narren, die entweder glauben, die Leistungen früherer Epochen
dadurch aufwerten zu müssen, daß sie moderne Erkenntnisse in die Vergangenheit
hineindeuten, oder die glauben, die Dummheit früherer Epochen durch das
Kupfererz und Zinkerz und Vitriolerz ganz foin zeeriebe und zu Pulver muohte und mit
einander mischte ...°, 31 A 34 Diels-Kranz.
17 Vgl. Johann Juncker, Conspectus Ghemine ..., deutsch: Vollständige Abhandlung de
Chemie .... Bd. 1-3, Halle 1749
— 1753.
18 31 A 33 Diels-Kranz.
19 31 A 43; 31 B 9 Diels-Kranz.
20 31 A 44 Diels-Kranz.
„Wie wenn Maler bunte Gemälde als Weihgeschenke verfertigen, Männer, die in ihre
Kunst dank ihrer Klugheit wohlbewandert sind — wenn diese die vielfarbigen Gift
mit ihren Händen genommen und harmonisch gemischt haben, indem sie von einen
mehr, vom anderen weniger nehmen, dann lassen sie daraus Gestalten entstehen, di
allem möglichen gleichen.“ 31 B 23 Diels-Kranz.
Gegenteil beweisen zu müssen, was auch nicht schwerfallen dürfte.
Die griechische Naturphilosophie und die Wissenschaftsgeschichte haben
beides nicht nötig. Denn Wissenschaftsgeschichte heißt nicht, irgendeinem Zeitalter einen Altar zu errichten. Der Maßstab für die Bewertung vergangener
Entwicklungen ergibt sich für mich daraus, welchen Anteil — im dialektischen
Sinne — diese Entwicklungen am Fortschritt der Gesellschaft hatten — an einem
Fortschritt, der die Gesamtheit der Lebensbereiche umfaßt, der aber durchaus
auch in nur einem Bereich angesiedelt sein kann. Denn die Gleichmäßigkeit
der Entwicklung mag ein schöner Traum, selten aber wohl Wirklichkeit sein.
Immerhin bedurfte es eines Zeitraums von fust zweitausend Jahren, bis die
griechische Naturphilosophie mit jener Basis in Verbindung kam, die sie brauchte,
um im Dienst der Praxis ein neues und anderes Leben zu beginnen®®.
ID
HELLEN. SCARE POLES
\
7%
Anmerkungen
1 Vgl. F. Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Berlin 1948,
413f.
2 Ebenda 41.
3 Ebenda 43.
4 Vgl. Aristot. T. meth. t. phys. (= Prot. philos.) 1, 3, 983b 6ff. = 11 A 12 Diels-Kranz.
5 Ebenda S. 76.
6 12 A 9—11; 14; 15 Diels-Kranz.
7 24 A 3 Diels-Kranz.
8 24 B 4 Diels-Kranz.
9 22 A 1. 22; 29 B 8. 10 Diels-Kranz,
10 22 A 1: 5: 8; 16; 22 B 63—66 Diela-Kranz.
11 22 A 1: 22 B 126, 62. 76 Diels-Kranz.
12 22 A 1 Diels-Kranz: „Die Dinge seien durch ihr gegensätzliches Verhalten miteinander
zusammengefügt“ (Diog. Laért. 9, 7).
13 22 A 16 Diels-Kranz: „... die Vernunft dagegen betrachtet er“ (Herakleitos) „als Prüfstein der Wahrheit.‘
14 29 A 24 Diels-Kranz,
16 31 B 115, 9-12: „... wie ein Schmied, der das Eisen umwandelt und aus dem Feuer
in das Wasser taucht”. 31 B 111: „Kennenlernen wirst du alle Heilmittel ...“; vgl. auch
31 B 100 Diels-Kranz.
16 31 B 100 und 22, 91; 31 A 86 und 49, 53 Diels-Kranz. „... wie wenn jemand Rost und
22 31 A 34f.; 31 B 22, 91; 31 A 87; 92, 86; 89 Diels-Kranz.
2 31 A 87 Diels-Kranz.
24 Ebenda.
25 31 À 53 Diels-Kranz.
24 31 A 48; 31 B 30 Dicls-Kranz.
27 31 À 29; 31 B 17 Diels-Kranz.
28 31 À 28 Diels-Kranz.
29 31 B 17; 22; 31 A 39 Diels-Kranz.
30 31 B3 Dicls-Kranz.
ot 31 B2; 4 Diels-Krunz.
32 59 À 53 Dicis-Kranz: „In allem ist ein Teil von allem“ und „Wovon am meisten in eine
Masse ist, das ist und war am sichtbarsten jedes einzelnen Dings.“ 59 À 41 = 59 B 1:
Diels-Kranz.
33 59 A 47 Diels-Kranz.
34 59 B 9; 13 Diels-Kranz.
35 59 A 47 Diels-Kranz.
36 59 B 21a Diels-Kranz.
37 68 A 41 Diels-Kranz.
38 67 A7;9;68 A 37 Diels-Kranz.
39 67 A 7; 8; 68 A 56 Diels-Kranz. (Demokrit wird widersprüchlich kommentiert. Einma
erscheinen bei ihm die Atome als unbewegt, die erst durch den Schlag bewegt würden
andererseits erscheinen die Atome als von Ewigkeit bewegt. Vgl. auch 68 A 47; Bt
Diels- Kranz).
40 67 A 14 Diels-Kranz (die Bewegung und Veränderung erscheinen bei Demokrit al
notwendig, die Entstehung der Körper als zufällig.); vgl. 68 À 56; 68 A 29; 43 Diels
Kranz; — Zufall und Notwendigkeit werden auch z. T. unterschiedlich interpretiert
vgl. 68 A 66; 70 Diels-Kranz.
4 68 A 64 Diels-Kranz.
42 Ebenda.
43 Die Frage, ob die Atome in der Verbindung ihre Natur bewahren oder in eine neu
Qualität übergehen, konnte erat mit der Ionentheorie, der Entdeckung des Elektron
und der Struktur des Atoms im 20. Jh. beantwortet werden.
44 84 A 19; 68 A 40; 66; 68 B 156 Diels-Kranz.
45 08 A 9a Diels-Krunz.
¥
%
46 68 A 61 Diels-K ranz.
47 W. Strube, Die Bedeutung des antiken Atomismus für die Entwicklung der Experi