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MEINERS EC.
\al
Swentes Bud.
Bon der Gonifden Philofophic, oder Ge
fhidyte der eriten wiffenfhaftliden Kennte
niffe der Griechen,
A
me
|
%
ive ben Griechifchen Weifen mar Thales von Miles,.
den Seugniffen aller Alten zufolge, der einzige,
und auch der erfie, ber über den Urfprung der Dinge,
über die Größe und Bewegungen himmlifeher Körper,
über die wichtigften Erfcheinungen der Natur, endlich
über fic felbft und die menfchliche Seele, Beobachtun.
gen und Unrerfucjungen anzuftellen,
und vielleicht auch
die erfien Gründe der Meßfunft zu legen anfing”), Er
wurde daher in der Folge der Water der Griechifchen
Ppilofophie, und bas Haupt derjenigen Männer genannt,
bie das Forfchen der Matur zur einzigen, oder doch ¿ue
Hauptbefhäftigung ihres febens machten.
Man gab
ihm und feinen Nadhfolgern den Namen ber Sonifcyen
Weltweifen, weil Thales felbft, und die berühmteften
Mans
®) Man fehe Arift. I. 3. Strabo, XIII, 942, Cie, E, 11, do
Nat, Deor, aud Plutarch im Leben des Solon.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Zweytes Buch.
Männer, bie feinen Fufiftapfen folgten, in Sonifden
Städten waren gebobren worden *).
Diefer erfte Schrer und Erfinder wiffenfchaftlicher
Kenntniffe machte feine Gedanken weder in projaifdyen
Merken, die man gu feiner Zeit nod) nicht Fannie, nod)
aud)
_
*) Eigentlich follte man nur den Thales, Anarimanter und
Anarimenes alte Sonifche Philofophen nennen,
Der
erfte wurde, tie id) in der Folge berocifen werde, wahr:
féeintid in der acht und drevigften, und der andere
in der ¿wey und vierzigften Olorapiade gebohren. Weber
das Zeitalter des Anarimenes finden fih in verfhiedes
nen, ja fogar in den felbigen Schriftftellern, ganz mi:
derfprechende Nehrichten.
Nady den Divacnes fol
ev erft um die 63ffe Olymp, gebobren, und doch fon
vor feinem Lchrer zur Reit der Einnahme von Gardes
scforben feyn 11. 1.
Suidas fest feine Gebnrt in die
fünf und funfigfte Dlympiade, weldes Datum aber
mit der Zeitrechnung des Anasimander, den er nad)
dem Ariftoteles Hivte, unvereinbar it.
Am wahrjchein.
fichften alfo find die Angaben des Eufebius und des
Verfaffers der DrAorodepeve, wovon der erftere den
Anfang des Nubms des Anarimenes in Olymp. «6. 2,
und der andere feine Blüte in die 58 OF fezt. Wenn man
dicfe Zengniffe gelten Lape, oder aud) felbft dem Suidas
folgen wills
fo muß man cs fue unglaublich halten,
dag Anaragoras der OL 70. 1. gebobren wurde, ein
Schüler des Anarimenes gewefen fen,
Aviftoteles
nenne den leztern auch nie, fondern vielmehr den Here
morimus von Klagomene, einen Lehrer des Anaragoras,
der anch einen ganz andern Weg einfchlug, als die drey
erften Weltweifen aus Milet betreten Haren,
Auf
den Anaragoras folgten Diogenes ven Apellonia, und
Archelans von Athen, unter welden der legeere ganz
unbedentend if, Jn Anfehung des erffern verweife ich
auf meine Hiftoria doétrinae de vero Deo p, 372.
Pagina 3
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)auch in Gedichten allgemein befant *); fondern er legte
fie vielmehr in.vertraulidyen Unterredungen in den Bufen
einie
pa
D Dies fann
fen, dap
an mit der größten Gewißh.it daraus fchliee
foreles von feinen Meynungen allenıyale
ben als ven
feldjen veder, die wicht durd) Schriften ih.
tes Erfinecrs, fendern durd Ucbetlieferung fortges
pflanze worden, und bag Plutard) dev cifte it, der
eines Nerfs des Thales ervabur, aber aucy zugleich
an der Wedtheir deffelben zweifelt, (De Pythiae Ora.
culis VII, 685. Ed. Reiskit.)
Diogenes hingegen,
Simplicius und Srebaus fhrieben die Werke, die man
dem Thales untergefaoben hare,
als alte Denemaler
des exften Gricchifhen Weltiweilen aus.
Die Schrift
des Amarimems, deren Diogenes von Laerte erwähnt,
li. 2. war gleichfalls unadr, wenn anders drcfer Come _
pilaror ein richtiges Urrbcil uber fie gefallt hat.
Sie
foll nämlicd) in einer einfälrigen bilderlofen Sprache abe
gefaßt geivefen feyn,- dergleicjen man von cmem Seite
genoffen des Pherckydes nicht erwarten kann.
Sn Anfehung der Schrift des Anarimander über
die Natur der Dinge, von welcher Themiftins Orat,
XX. fant, daß fie die erjre gerejen fey, die man in
Griedenland zu fbreiben gewagt hate, bin id unges
wif.
Wider ihr Wleerrhum tónnte man anfubren,
dab alle Griedifhe Schriftfteller ohne Ansnayme den
Pherekydes,
der .fpdter als Anarimander gebohren
wurde, für den erfien Profaifien erclaven, releer
über die Natur der Gótrer und Dinge gelbricben habe.
Gegen diefen Grund lage fid) aber einwenden, dag
ungeaditer Anaximander einige Dlympiacen alter als
Dbcrefudcs war, er doch depwegen fpater als der Legs
tere fein Duchy befanne gemacht haben tonne,
Kiez
kommt nod) ferner, dag mehrere Schriftiteller, und une
ter dielen ein alter, ein 2eré des Anarimander aus:
drücdlid) anführen, oder doc) feine Meynungen fo ere
zählen,
als wenn fie fie aus einer Schrift diefes Mans
nes genommen hätten.
Apollod,
ap. Diog. li, 2,
Simpl,
Pagina 4
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Bwentes Buc.’
einiger Freunde nieder, in denen er Siebe zur Wahrheit
und Fähigkeit,
die ihnen anvertraueten Kenntniffe zu
bewahren und gu erweitern, zu finden glaubte.
Er
theilte fi aber vorzüglich dem Anarimander mit, der
‚wiederum dem Unarimenes eben den Dienft leiftere, ben
Die Aiten nennen daher
Thales ibm ermiefen Gatte.
den leztern einen Schiler des Unozimander, fo wie den
Anaximander einen Zuhörer des Thales, Man muß
fid) aber dur diefe in Griechifehen und Römifchen
Schrifrftellern fepr gemödnlid;e Arten zu reden nicht vers
führen laffen, au glauben, alg wenn Thales foldje Sehr
flunden gegeben, oder eine folche Schule errichtet hätte,
als Plato, Ariftoteles und andere fpätere Weltrveifen in
Athen eröfneten. Der eigentliche höhere Sehrftand, dee
fic der Bildung des Geifles und Herzens von Jünglingen
und Männern ganz widmete, entftand faf ein volles
Saprhundert nad) dem Thales im Europäifchen Griechene
lande,
u
Simpl, én Phyf, Aufe, Ariftot, fol, 6, a. fol 32. bs
Plus. ap. Buf 1.8.
Dag diefe Gelehrte alle daffelbige
Buch vor fid) gehabt haben, erhellt aus der volltomm:-
nen Mebercinitimmung der Lehren, die fie dem Anapia
mander zueigen, und die auch denen genan entípres
den, welche Ariftoreles dem Freunde des Thales gue
féreibt.
Wenn es aber aud jemanden um diefer
Herrachtungen willen wahrfceinlicher vorfommen follte,
dag Anarimander einen furien Abriß feiner Geranten
Hinterlaffen Babes fo muß man doc) weniaftens die
übrigen Schriften, die Suidas unter dem Morte Anarie
mander diefem alten Sonifhen Weltweifen zueigner, für
untergefboben halten. Denn Apollodor, Th miftins
und Diogenes muften alle drey unr von einem eine
aigen Buche,
das den Namen des Anarimander
trug.
Pagina 5
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Von der Fonifden Philofophie.
fande, Diealten Griedifhen Sophiften waren die erften,
die einen jeden ohne Unterfchied fürs Geld untervidytetens
und die Zuhörer des Cofrares waren wiederum die eviten,
die das Bandelnde Seben verließen, und fich von ¿Fonte
lichen Gefchaften gurüdsogen, um felbft defto ruhiger
forfehen, und der Sugend an beftiminten, meifiens öfe
fentlichen Diásen , alle Arten von Biffenfhaften vortrae
gen zu fónnen.
Wenn man das Zeitalter der diteften Syonifer mit
denjenigen Zeita'tern vergleicht, in melden der größte
unter den Griechifchen Dicrern, und die erften Erfinder
und Fortbilder aller Künfte lebten; fo wird man mié
Erftaunen gewahr, daß die rohen Anfänge von Wiffene
faften fid) in Griechenland fo fpât, und viele Menfchens
alter nachher zeigten, da die Künfte jchen einen nicht gee
ringen Grad der Bollfommenbeit erreicht hatten.
Diefe
Verwunderung wird aber um viele Grade vermindert, fo
bald man fit) befinnt,
daf dies nicht blof unter ben
Griechen,
fondern auch unter andern Völkern ges
fcheben, und daß es dem Menfdyen immer viel. jchmerer
geworden fer, fich felbit und die Natur zu erjorfchen,
als fie in herrlichen Werfen nadızubilden und zu veríd;ón
nern, Unterden Römern und Arabern gingen die Rünfte
gleichfalls lange vor den Wiffenfcyaften vorher; und bey
der Wiedergeburt von benden im funfiebnten und fechs«
zehnten Sabrbunbert folgte die wahre Reinigung und Era
hebung der legtern den vollendeten Rünften erft- in einer
langen Entfernung nah.
Selbft diefe fpâte Eneftehung
der miffenfchaftlien Kenntniffe aber in einem Zeitalter,
in welchem die Oriechen fhon Gafrbunderte durd) mit
den am meiften gebildeten Nationen befannt waren, und
diefe
Pagina 6
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Qwenteds Bud.
diefe auch fon lange in allen Künften erreicht und über:
troffen hatten, ferner dielangdaurende Kindheit der Gries
diferen Phitofopbie, ihr langfames Wadschum, und
endlid) die unverwerflichften Nachrichten zuverläffiger
Schriüifteller, nad) welchen die größten Erfindungen von
folchen Männern gemacht worden find, die niemals Gries
‚hentand verlaffen Haben, beweifen alle, daß die Griechen,
einzelne Sandariffe und Beobachtungen ausgenommen,
Feine Wiffenfchaft unter irgend einem Volke,
mit vele
dem fie Gomeinfobaft hatten, in einem blühenden Zus
ftande gefunden, und nur in ihre Baterffädte übergerrar
Den wären die Phönicier oder Aeghrtier
gen haben,
die Befizer von fo vielen Wiffenfchaften gewefen,
als
man nach den Zeiten des Alerander zu glauben anfing;
fo würden diefe früher nad) Griechenland gefommen, und
nicht die erften einfachften Grundfase derfelben vom Thas
les erfinden, fondern ver ganze Vorrath von Entdecfungen
vieler Jahrhunderte würde auf einmal von den Vorfahren
des Thales, dieaus Phonicien abftammten, oder von den
Griechen, die feit den Seiten des Pfammetichus Aegnpten
hefuche Hatten, ins Griechifche Afıen verpflangt worden
feyn *), Wenn man aber auch zugeben wollte,
mas
wider die ausdrücklichen Zeugniffe der größten -Schrifts
fteller läuft,
daß Thales alle feine Gedanken aus dem
Vers
©) Fd habe den gemeinen Wahn: daß die Griechen ihre
SBifenfhaften von Afiarifhen und Africanifhen Wate
Fern empfengen haben, in meiner Gefchichte der Lehre von
Gott weitlaufrig unter den.Abfchnitten der Religionse
begriffe der Acguptier, Phönieier und Sudier widerlegt,
Weiter unten werde ich die Zeit und Uvjadyen der Ent:
ftebung des gemeinen Srrthums anzeigen,
Pagina 7
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Merken ober bem Umgange der Weifen des einen oder
des anbernbiefer Wölfer gefchöpft habe; fo würde man
dod) alsbenn wenigftens geftehen müffen, daß bie Rehnts
hiffe der fegtern höchft eingefchränft gervefen feyen, reif
faft alles Wiffen des Thales, und feiner erften Nachfole
ger nicht in wichtigen Beobachtungen, und in fharffinniz
gen aus Beobachtungen gezogenen Schlüffen, fondern in
unglücklichen,- oder vielmehr wilden Wermuthungen bes
fland, von dehen man fauni begreift, wie Männer, bie
alle ihre Selegenoffen an Talenten und Durft nach Wabts
beit übettraffen, fie glauben Fonnten, und nicht vielmeht
durch) den lüchtigften Blick auf fich felbft und die Marve
davon guritgebradjt wurden,
Viel narúrtider, un
ber Gefchlchte fomohl, als dem Gange des merfolicheri
Geiftes gemäßer ift es, anzunehmen, daß weder die Doss
ticier noch die Aegyptier auf eine foldye Art zu kather,
öber zu irren Im Stande gevefen, als man ins von den
exfien Sonifern etjabir, ind daß ihnenim Zeitalter des
Thales, wo fie in Aufehung der KRünfte weit Binter den
Griechen guidé waver, folche Fragen gar nicht einmal
in ben Sinn gefornmen fenen, beruleicien der Mitefifche
Meltweife aufgumerfen, und zii Beantworten ivagte;
ent mian einem (haiffiniiger, aber mie ber Ges
f&ichte des menfhlichen Geiftes nicht genau befännreni
Maniie die Frage votlegtei auf werde Gegenftände et
"glaiibe,
daß die erften Denker borzúglid) Ihre Aufimerks
fämfeit gewandt Bitte, oder von ivelchen Stagen tind
Unterfuchtingen fie ausgegangen twären; fo würde Bin fols
her allen Wermuthen tad) den erfferi Sucjern der Wabla
heit mandheétet) La
zueigen, bon denen die
Pagina 8
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Biwentes Bud.
Gefchichee zeigt, dafi fie fich ihnen niemals genähert ha:
ben, uno Dingcaen an Diejenigen, auf die fie wirÉlid) gee
fallen find,
fen.
vielleicht gar niche,
oder am fpâteften dene
Einen gfickicyen Nather mèfte fic) feine Vermus
_thung eher barbieten, als diefe, daß man diejenigen
Wiffenfcnaften zuecit erfunden babe, die allem Anfcheine
nad) am leicteflen zu erfinden, und den Wediirfuiffer
reicher Srenftaaten am metiien anpaffend waren,
des,
Beye
fcbeint es, - Fann man vorzúglid) von der Œtaatss
und Arznentunde, der Arithmetit,
cigentlidher Sitten.
Ichre, Defonomie, und von der Kunft zu überreden bes
Baupten, und diefe Wiffenfchaften, follte man alfo dene
fen,
waren unter den Griechen vor allen übrigen berges
gangen, Allein die Befhichte lehrt, daf die erften Fore
fier alte diefe Kennrniffe vernadlaffigt, und hingegen
mit den fehweriten Unterfuiungen über den Urfprung der
Dinge, über die Natur und Klaffen der Götter,
über
das Wefen der menfehlichen Seele, über die Größe und
Bewegungen himmlifher Körper, über die Urfachen gros
fier Erfcheinungen der Natur, endlich über die Verhältniffe
und Giaenfhaften gewiffer Sinien und Flächen angefangen
haben. ‚So fonderbar und unerflartid) aber auch diefer Gang
des menfchlidjen Geiftes unter den Griedyen fcheinen mag; fo
if es Dod) nichts defto weniger gewiß,
fiche fenn muffe.
daß er der natüra
Denn alle Vólfer, die ohne fremden
Unterricht, über Nationalgedichte und fabelhafte Chroniken
hinaus, biz zu den erfien Elementen wiffen{dyaftlidyer
Keantniffe forrrücten , nicht weniger diejenigen, die von
aufqeflarren Uebermiudern oder Uebermundenen belehre
wurden,
endlich auch foldje,
die aus einem blühenden
Zuftande in Unreiffenheit und Barbarey hinab fanfen,
haben
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Haben eben die fbmeren, und meiftens unergründlichen
Unterfudungen, mit welchen die Griedyen anfingen, oder
Dod) ihnen ähnliche,
am erften hefvorgezogen oder angee
nommen, oder am längften beybehaften.
Die Aegyptier
und Chaldaer hatten nid)t nur Ueberlieferungen, und mane
geldafte Chronifen von den Sehicéfaten ihrer Reiche,
den Thaten ihrer Könige, und den Folgen und Verdiena
flen einzelner merfmilrdiger Prieffer; fondern fie beobadh=
teten auch die Bewegungen und Stellungen der Geftirne,
beftimmten die Lange des Yohrs, und die Wiederkehr
jäprficher Fefte, und wagten Vermuthungen über die
Swhicfale der abgefchiedenen Seelen, und die Seltenihei=
ten und Cigenthimlicfeiten ihres fandes.
Die Priefter
eben diefer und anderer morgentándifden Vsifer, Ferner
die Galfifhen Druiden, und in der Folge die Araber
griffen, nad) ihrer Befanntichaft mit den Griechen, une
ter allen den Kenntniffen und Wiffenfchaften, welde die
leztern ihnen darboten, nad) denen am gierigften, welche
am früheften waren erfunden worden,
und Fragen alfo,
über den Urfprung der Dinge, über die Größe der Walt,
über die Nevolutionen der glänzenden Epharen, die fie
als die Regiererinnen ihrer Schidfale verehrten, waren
die eriten, mit melchen fie fid) befchäftigten *),
Auch
nach der Zerftöhrung des Abendländifchen, und dem Vera
fall des Griedifhen Reichs blieben von allen Künften
und Wiffenfchaften,, die allmälic) ausftarben, nur die
unnigeften und fpizfindigften Unterfuchungen, und zwar
meifiens Diejenigen übrig, weldje die Neugierde
der Gries
Ra
den
—
att
8) Ueber dicfe Saye foe man die veften AoeHwiete mehrer
Gefchichte der Lehre von Goth È
Pagina 10
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Siveptes Bud).
chen zuerft auf fich gezogen Hatten,
ine jede biefer Er.
fheinungen muß den aufmeréfamen nadydenfenden Beob»
achter daran erinnern, mie natürlich oft dasjenige fey,
was ung am unnatürlichften fheint, und wie leicht man
fic) verwirven Fonne, wenn man, obne ber Gefchichte zu
folgen, bloß unter der éeitung eigener . Bermurbungen
über die Wege und Rid)tungen des menfhlihen Geiftes
zu vernünfteln fic) unterfängt,
Sowie Hefiodus fich) vom Homer vorzüglich darinn
unterfchted, daß er außer den Geburten und Zeugungen
der Götter, auch die Entftehungen eingelner Theile der
Natit Befang; fo unterfchieden fid) die älteften Syonifchen
Weltweilert, deren Pbilojonbie gleichfam aus vaterländi:
fer Dichefunft ausfloß, und damit verfchwiftert blieb,
Hom Hefiod wieber dadurch, daß fie nicht bloß den Ur:
fprung der Erde, Luft, Berge und Meere, fondern auch
die Entftebung aller Dinge aufjuchten *), daß fie ferner
|
gang
#) Man Fann initer zioeifelt, ob Sefiodus von allen Gimme
lifcyen Körpern geglaubé habe, daß fie entftanderi fever,
Wenigjtend erwähnt ev in feiner furjen Kosmologi
der
e
Entftegung der Sonne; des Mondes, und einjelner
Geftirne nirgends, ungeâdtet er Y, 108 und no fagte:
tirare ws Te Tiewro Sec Hoi Yaia Yevovto,
mec
TE
|
AMUTETOMITA
O
Hoi
Sedves
eveos
vreedér.
Sabufeintidh Hielt er die Sterne fie Eleine giâiigen
de
Lichter oder Flammen, die am Himmel befejtige wären;
den Simniel aber gewiß für citieti Sohn der Erde, der
ihr gleid) fey.
Join
TE Toi Fowtoy prev
eYewato 100y avr
g
BEAVOY AGELOEY
Pagina 11
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)ganz beftimme den Urftoff angaben, aus welchem, ihrer
Meynung nad),
alles berporgegangen war, und daß fie
¿ugleid) die Kraft oder Kräfte nannten, durd) welche alle
Wefen aus der erften Grundmarerie hervorgebracht
worden,
- Wenn Hefiodus gefungen hatte, daß das Chaos
guerft entftanden fey, ohne die Natur diefes Chaos zu
beftimmen, oder den Etoff und die Kraft anzugeben,
woraus und wodurch es wirflich geworden; fo nannten
Thales bas Waffer, Anarimander eine gewilfe Subftang,
die feiner als Waffer, aber dichter als Suft fey, und
Anarimenes die Suft als basjenige Grundwefen, aus mel.
chem die Welt und alle Dinge in der Welt erzeugt mor:
den, und in weiches alle Dinge auch wieder aufgeldft
würden,
Anarimander befchrieb feinen namenfofen Ur:
ftoff als eine unendliche göttliche Natur, die weder ent:
fanden, nod) dem Untergange unterworfen fey; weldye
Vorzüge Thales wabricheintid) dem Waffer, und Ana
rimenes gewiß ter £uft beylegre.
Die wirkende Urfache,
die aus dem ewigen Grundftoffe alles gefchaffen babe, be:
fhrieb Thales als eine felbftándige bewegende Kraft, die
er mwahrfcheinfic Geele nannte; Anarimander hingegen
fand fie in grooen entgegengefesten Kräften, der Wärme
und der Kälte, wovon er die eine als Urfache der Entftes
hung,
die andere als die Urfache der Auflófung aller
Wefen anfad.
Alem Vermuthen nad) ftimme Anarle
menes über diefen Punct mit feinem Segrer übersin *),
83
Go
u.
.
Uz
”
€) Die Deweieftgllen finder man in meiner FIA. Dor,
Dea P. HIS. n
Pagina 12
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ziveyked Bud.
So wie Hefiodus Himmel und Erde, und felbft
die Götter, aus oder nad) dem Eboas entftehen ließ;
eben fo glaubten aud) die Sonifhen Philofophen, daß
alle göttliche Mattren aus der ewigen Materie,
jeder vertheidigte,
entfprungen fenen,
Die ein
Thales fagte,
‚ Daf alles mit Göttern oder Dämonen angefiillt fen, ohne,
fo viel wir wiffen,
die Geftaiten,
Vollfommenbeiten
und Gefchäfte diefer übermenfhlichen Wefen zu beftim=
men.
Entweder glaubte er alfo mit dem Heficd, daß
viele Taufende von Dämonen vom Jupiter über alle
Theile der Erde serftreut, und zu Hatern der Menfdien
gefest worden *):
oder er war auch in der Meynung,
die man faft unter allen unaufgeflärten Völkern wieders
findet, daß námiid) in cirem jeden Gegenftande geheime
unfichtbare göttliche Kräfte, oder wohlthätige und feind=
felige Gottheiten wohnten.
Anapimander hielt die Hütter
nicht nur für entftanden,mieSefiod und Thales fonder: fogar
auch für frerblid). Er behauptete, dafi aus der unendlichen
undeftimmbaren Natur, unzähliche Welten und Geftirne,
die er für Getter erfannte,
gen Zeiträumen
abgefondert,
wieder in
und nach lane
ihren Urftoff aufgelòfet
würben **),
Eo wenig die Gedanken der erften Weltweifen
Griechenfandes tiber den Urfprung der Dinge und Götter
fid) von denen des Hefiodus unterfchieden, und über fie
erhoben; fo roh, und mit den Vorftellungen vieler
wilden Völker übereinflimmend waren ihre Grundfage
über
*) Oper. & Dies, v. 121. 250.
we) Man fehe die angeführte Schrift am angeführten Orte.
Pagina 13
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)über die Natur der Seele,
und über die Entftchungsare
der Menfchen und Thicre,
Thales hielt die ganze Welt
fiir befeelt, und die Seele felbit für eine bloß bemegende
Kraft, die fid nicht nur in Menfchen und Theeren, und
in den Gewadhfen der Erde, fondern aud) im Magnete
und im Bernfiein finde. Was Anarimanber und fein Zus
hörer über die Seele qedadye haben, ift eben fo ungewiß;
als es wahrfcyeintich iff, daß cer erflere und fein febrer
alle Thiere aus dem Wafer, oder aus einer fetten fcbleis
Plus
migten Feuchtigkeit encitanden, geglaubt haben.
tard) eignet wenigftens dem Hnarimanber die Behauptung
zu *), daft die Menfen eine Zeitlang im Wajfer und in
Fifchen, die er defirvegen die Varer der Menfdyen nannte,
ernährf, und aledenn aufs trocfene Sand geworfen worden,
wo fie fic felbjt fortgehoffen Hätten **),
Solche Männer nun, die entweder Waffer oder
fuft, oder eine gmiféen denden liegende Mittelnatur für
den Grundftoff, und eine oder mehrere unverftändige,
nicht nach Abfichten mirfente bewegende Kräfte, für die
erfie Urfache aller Dinge erflärten, die die Seele für ein
blog Semegendes, und den Menfchen mit allen Thieren,
Pflanzen und felb mit Steinen gemeinfchaftliches Wes
fen dielten,
denen ferner vie biere Zeugungen einer
frucht«
Ra
19) ISLES
#*) Pherefndes wird alfremein Für den eriten erklärt,
der
die Unfterdfichfeie der Ovelen in Griccheatanty werfän«
digt hade.
(Cie. Tofe, Quiet. 1 16) —
Wehsleheine
tic) oder muß man fate Itnitechlichkeit See
derung
fegen. Denndie Fertdauee ber Seete mah dem Tode wurde
durd alle Heiline Fabia ind Mofterien der Belkseetis
gion fange vor dem Dheretyoes gelchrr.
Pagina 14
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)3iwentes Bud,
fruchtbaren, aber empfindungstofen Seuchtigfeie, Mena
fchen Geburten von Fiften, und felbft göttliche Matus
ten Wirkungen einer vermmft-und emprindungslofen
Subftanz zu feyn febienen, Die endlich nicht nur an ute
¿úblige entffantene, fondern fogar an flerbliche Gotta
heiten glaubten,
und die Geftirne felbft, mie ich gleich
äeigen werde,
für vergängliche Nuinen eines von ohrges
fabr entifandenen,
und durchs Ohngefähr gerbrochenen
fidjesfreifes anfafen,
folche Männer nun konnten fid)
unmöglich zu dem Gebanfen eines über alles mächtigen,
weifen und qurigen Schöpfers, oder Oroners und Erbala
fers ber Welt erheben,
weil fie weder die erftauntid)e
Grófe und Schinbeit,
noch die bewundersmirdige und
unbegreiflide Oronung,
Swedmabigfeit und Abfiche in
den Werfen der Natur erfannten, durd) deren Wabrne)e
mung allein die forfchende Vernunft zur Bermutbung eis
nes unfichtbaren Urbebers aller Dinge binaufgeleitet wer:
den Fann *),
|
u
-
Man
*) So muß man über die älteften Jonifhen Weltweifen ure
tbeilen, wenn man dem Ariftoreles und andern zuvere
laffigen Gefchichtkhreibern folat.
Man fann alfo
ohne Bedenken alle die fehtnen Eprüche, die dem Tha:
leg vom Diogenes, dem Verfaifer des Gaftmals der
fieben Weifen vom Clemens von Alerandrien, und
vom Johannes Stobáus ¿ugecigner tverden, als erdiche
tet verwerfen, weil fie den achten Meynungen des Thas
les und feiner Nachfolger fehnureads widerfpreden,
und unläuadase Spuren Platonifber, Ariftotelifcher
und Stoifcher Dhilofophic an fic) tragen, Dergleichen
find folgende: da Gott das áltefte unter allen Wefen,
ohne Anfang und Ende, und die Wele das fchunfte
Werk der Gottheit fey; dap die Gottheit niche nur die
Sand:
Pagina 15
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Bon der Sonififen Phifofovbie.
Man wundert (fid um befto weniger, daß die
Alteften Sonifer fic) von den Schilderungen der Dichter,
und den Begriffen des Volfs fo wenig entfernten, wenn
man ihre Ausfprid)e mit den Sragmenten des Pherefndeg
über die Natur der Götter und der Welt vergleidht,
Diefer alte Bortesgelehrte, wie die Griechen ihn nanne
ten,
vebete oder fang vielmehr von den Geburten und
Schlachten der Götter, wie Homer und Hefiod; von der
Siebe des Zeus und der Erde, von den Wohnungen des
Ogeng, oder des Oceans, die Jupiter gebauet, und von
dem fchönen Gewande, das diefer in eine beflügelte Eiche‘
Gingingearbeitet hatte*), Er unterfchied fic) vom Homer
È 5
und
Handlungen der Menfden, fondern aud ihre Gedan:
fen erfenne; daß Gott der erfte Geweger des Ganjen,
und fein Wille ewiges Gefez, und unüberfteigliche
Mothivendigkeit fey.
Man fehe Stanley S. 2,; do
Thal,
®) Arad no TE Zugiou FI woimow cvomes, woes Toy
Zinvoo nou ray Ion, ko TOY ev TETOSS EQWT
CL,
Koes Toy OPuovews yeveow , voti Thy Sew pays
za To
derdeov xo To wexAcv.
Max. Tyr,
Diff; XIX, p. 304. Ed. Dav, Cantab, 1703. Zur Gre
läuterung diefer Worte dienen folgende Stellen, die
in der eben angezeigten Ausgabe angeführt
Celfus ap. Orig, Lib. VI. p. 303, yay
werden.
Deeerv:
yy — puSorcuav SCOT EIOY S ck T eink ALATO
TOMEVHY , nou THS sev Yepovoe Kecvou Jidovecs, Tis
¿vegas de OProvea: FCOKANTEIS Te mas Gps A Ass
auroy isoge.
Clem, Strom, Lib, VI, p. 448.
Degexudns 6 Sugios eyes. Zus mere Pages meyer
TE Koel 4OAOV,
Has EV LUTO MARIAH Y NV Kets
Qynvoy, res ra (yyvs door. Ifid.
ap, eund p.
Pagina 16
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ziveyfed Buch.
und Hefiob bloß barinn, daß er den Jupiter, den Kos
nos und die Erde, die diefe für entitanden hielten, für
eivig erflárte *), und diefen Ausfprud) hatte Ariftoteles
tabrfeintic im Sinne, wenn er **) fogt, daB-Pbhee
refydes nicht, rie die ältere Dichter gefabelt, und daff
er die erfte zeugende Urfache für bas Befteund Vollfome
menfte gehalten habe ***),
Mach den Fragen über den Urfprung der Welt,
der Menfihen und Thiere, und über die Natur der Seele
feinen die älteften Griechifehen Weltweifen ihre Auf
merffamfeit vorzüglich auf die Entftebung, Größe und
Bewegungen der bimmlifhen Körper, befonders der
Sonne und des Mondes, auf die merfwürdigften, und
die Sinne am meiften rührenden Erfcheinungen am Hime
mel und auf der Erde, endlidy auf die Mittel, Größen
zu Deffimmen,
und die Verhaleniffe und Eigenfchoften
von finien, Flächen und Figuren zu entdecfen, gerichtet
zu haben,
Allein von allen Unterfuchungen der Gonifer
über diefe Gegenftände finden fic) in den Werken alter
und -
462.
Ka: yee pos done: Tas eos TOUBMEYSS
QircooQew iva padoci Ti es 4 ÚRUITELOS
deus, ue: To ET urn TETONIÀ LEY OP Pagos, nos
mavræ 000 Degexudas xAAnyoonsces 2deohoyacew.
*) Diog. LL 119.
cogeros de re Eve to re
BiBruov ocuveyener, & i ext, Zeus Mey Kees
eaves Eis wer, ou DOY yy.
3%) Pag. 246. Ed. Sylb, Gr, Metaph,
313) Ueber diefe Stelle fee man Hitt,’ dose. del Deo
Pagina 17
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)und zuverläffiger Schriftfteller, in denen man dergleidhen
om erffen permutben follte *),
fo wenig Ucherbleibfet
und in fpäfern und unzuverläffigen Gefhichtfehreibern **)
fo miderfprechende Nachrichten, daß man aud bey der
gröften Behutfamfeit im Prüfen und Vermerfen dad) im»
mer in Gefahr ift, fich zu verirren, und dem Thales und
feinen beyden Nadfolgern etwas absufpreden, was ihnen
guaebôrt,
oder etmas zujufchreiben,
Bauptet haben.
Man
was fie nicht bes
mag aber zum Grunde legen,
welche Zeugniffe man will; fo muß man immer geftehen,
daß ihre Renntnif des Himmels, und ihre Naturkunde
eben fo mangelhaft und unvolfftindig, als ihre übrige
Dbitefophie war, und dag Männer, die fo dadıren, wee
der von den Aegpptiern,
nod) Phöniciern vieles gelernet
haben fünnen,
Man
*) Dergleichen find die Bücher des Ariffoteles de Coelo,
und feine Meteor, in melden er, wie in feinen fibri:
gen Schriften, gleidfails ein genauer Gefhichtfchreis
ber iff.
#*) Dergleichen find der Verfaffer des efenden Buchs de
placitis philofophorum, der falfdye Origenes, Sto:
haus, Diogenes, Proffus, und felbft and Eudemus,
den Proking und Simplicius häufig anführen, und
der die Gefhichte mehrerer marhematifcher Wiffenfchafs
ten geichrichen hatte.
Er lebte, wie ich aus dem Sim:
plicius febe (in Phyf, Aufe, Arift, 98, f. b.) vor dem
Aferander Aphrodifans, und if alfo wahrfheinlich ei:
nerley mit dem Eudemus, der ein Zeitgenoß des Galen
war.
Siehe L 15. 4. Jonf, de feript, hift, phil.
Sm
Zeitalter diefes Geihichtfhreibers waren den álteiten
Meltweifen, befonders dem Thales, fon viele Bucher
untergefhoben, ‚und aus folchen feheint er den genauen
Detail der Erfindungen genommen zu haben,
und aus ihm Proflus dem Thales zueigneten,
die er
Pagina 18
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Sientes Bud.
Man barf nur allein die Vermutbungen des Ana,
pimanber über
bie Entitebung der Geftirne, wie Diutard)
fie befchrieben hat *), nachlefen, um ihre ganze Art zu
benfen fennen zu lernen, und fic) zu überzeugen, daß
man in den Gedanfen biefer erften Marurforfcher nicht
einmal Annäherung zur Wahrheit erwarten fónne. Der
Sanger des Thales behauptete námlid), daß fic) um den
Dunfifreis der Erde, ein aus dem unendlichen Urftoff
entflandener Feuerzirfelhergezogen, und ihn eben fo, mie
die Dinde einen Baum umgeben babe.
Diefer feurige
Ring fey auf einmal dure einen Zufall gefprengt worden,
und aus den Bruchftücten deffelben Hatten fid) Sonne,
Mond und die übrigen Geftirne gebildet,
Nash bem angeblichen Dlutard) **), bem Gohan
nes Stobäus faft durchgehende folge ***), foll Thales
die Geftirne, und unter diefen aud) Sonne und Mond
für Körper gehalten haben, dieunferer Erde zwar ähnlich,
Eben diefen Schrift
aber doch feuriger Natur waren,
ftellern zufolge wichen Anarimander und Unarimenes +),
fowohl in der Beftimmung der Œubffan der Geftirne,
als ber Größe der Sonne und des Mondes vom Thales
ab it). Anarimander foll bas Sonnenrad für ¿rey und
dreyßig, und ben Cirfel des Mondes für neunzehnmal
größer
#) Apud Eufeb: Praep. Ev. 1, 8,
++) II, 13. de Plac. Phil,
#43) p, 53. 86. Ecl. phyf,
+) p. 55. Stob. de Plac, Phil, IL 30, 21, 35.
+4) Anarimander foll behauptet Haden, (59.59. Ps Stob.)
dai die Sonne wohl als der Mond in vadförraigen
Sehäufen eingefhfeffen wären,
die aber Oefnungen
hätten, burch welche ihr Licht ansfiriimee.
term
Pagina 19
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)größer als die Erde, Anarimenes den Mond und die
Erde für gleid) *), und Thales Hingegen die lestere für
viele hundert
mal Fleiner als den Mond gebalten Haben **),
Entweder bat Thales nicht auf eine foldye Are geirrt, ober
er hat aud} die Gonnenund Mondfinfterniffen nicht auf
eine folche Art erkläre, als der Verfaffer des Buchs von
den Meynungen der Weltiocifen feine Sefer glauben mas:
chen will ***),
Wales mag übrigens über die Urfachen ber Eflipfen
gedacht Haben, wie er will; fo war er gewiß der erfte in
Griechenland, der eine Sonnenfinfterniß vorher verfüns
digte +); doch muß man immer bemetfen, daß er nicht
ganz genau die Zeit angegeben habe, mann fie cinfallen
toiirde,
Er hielt ferner die Erde für einen platten Körs
per, der wie Holz auf dem Waffer fd)wimme, und
deffen Geftale die Urfache ihrer Feftigfeit und Unbes
iveglichfeit fey, Diefe legtere Meynung-nahinen Anapie
menes, Anaragoras und Demofrit vom Thales an, und
aud) Anaximander fcheint fic) nicht weit davon entfernt
gu haben +f).
Die
_ dieferí Sammler pa 53. hielt Ariarinianser den Sinimel
für citi Shryftallenes Gewölbe, in weldhem die Sterne
wie Nagel Befeftigt worden, Die Tráumie des erjiern
fwetden bot
Heeigniet;
andern Schriftftelleen dem Herafhe gui
*) pi 59. Stob, _
Si) 1. 24,
Diefé Stelle if verdorben:
gi.
Man fehe Staal,
3. 164
$e) de Plac: Il, 24;
$) Her,
I. a7. |
Fi
>
e.
Ft) Arifti de Coclo, Sick toiberfprechen dem Ariftotetéd der 7
angebliche Plutàrd, und Diogenes von Laerté IL 10;
Pagina 20
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Dientes Buch.
Die übrigen aftrenomifchen Beobadhtungen oder
Vermuthungen des Thales, Die Stanley *) gefammiet hat,
find eben fo verdädtig, als feine große WerterEunde
unglaublich ift**). Don eben fo ¿wendeutigen Anfeben
find die Zeugniffe des Proflus, in melcher er meittens
nad) dem Œudemus die geomerrifhen Erfindungen des
Denn ungead)ter der Echúler des Plus
Thales angibt.
tard) dein Erfinder der Meffunfî unter den Griechen Feine
Entdeckung zufcreibt, die diefer nicht gemad)t haben
Eönnte; fo Fann man dod) bey dem Œtillfdweigen älterer
Shriftfieffer, md der befannten Nadliffigfeit des Pros
Élus und feines Gewahremannes niche vorfihtig genng
feyn. Alle Saye, die Thales zuerft unter den Griechen
gelebrt haben foil, gehören zu den einfachften Theoremen
der Meffunft, und es läßt (ich alfo faum denfen, was
der Miitefifene Weitweife von den Aegyptiern, deren
Sailer er gemefen feyn foll, gelernt haben Faun, wenn
er felbft nod) (mie Drorius gleichfalls verfichert **) Cre
fintungen gemacht, und Pythagoras der Geometrie guerft
eine wiffenydaftliche Geftalt gegeben hat,
Wahrfcheins
licher
de PI. Phil, Ding. in Vit, Thal, & Anaxim, Lezterer veri»
chert, daß Thales und Anarimander die Erde für
rund gehalten, amd evfterer, daß Thales ihr gwar
eine runde, Anarimenes aber eine tifesformige, und
Kuarimander aar die Geftalt einer fteinernen Säule ges
geben habe, Man fiche hieraus, wie miftrauifit man
gegen diefe
Sriftfteller feyn müffe,
2) ©. 18.
#*) Yuijtoteles führe davon eine Probe an, de Civ, io 2
-
bie mir Hecht lächerlich fcheint, Unacachter Ariftoteles
ihe nicht ausdrudlich feinen Befall gibt, fo wundert
es mid) doch, daß er ihrer nur erwähnt Hat,
&#%) In Eucl, p. 19. Ed. Herr,
Pagina 21
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)licher ift es, daß Thales nach Aegnpten mehr praftifche
Kunftgeiffe binbrachte, als womit die Priaiter diefes sane
des bis dahin befannt waren,
und daß er,
wie alte
Striftftellee verfichern, ihnen zeigte, wie man die Höhe
der Pyramiden aus der Lánge ihres Schattens beftimmen
fónne *),
Thales felbit aber ging gemiß nicht über die
leichteften Elemente diefer Wiffenfdyaft binaus, roeif fonff
Pythagoras niche erft feinen £ebrfas hätte entdecfen, und
eben daburd) als durdy eine große Erfindung berühmt met»
4
den Eönnen.
Unter allen Erflárungen merfmürdiger Meteore oder
Erfeheinungen auf der Erde, die den Fonifthen Welte
meifen zugefchrieben werden, ift die des Crdbebens vom
Anarimenes die einzige, für deren Mechtheit man einftee
ben fann **). Er glaubte, Daf Erderfdritrerungen ent
flünden, wenn der Boden entweder durch anhaltende
Dürre oder Erweichung gefpalten würde, und grofe
Theile der Oberfläche oder der dufierften Ninde in innere
Höhlen hinein fielen ***),
Won den Vermurhungen
eben biefes Mannes, und feines $ehrers über die Urfas
chen des Donners und Vliges, die vom Seneca +) dem
angeblichen Plutard) ++) und deffen Ausfcyreiber dem
Stobäus tit)
angeführte werden,
ift es zweifelhaft,
ob
*) Hieronym, sp. Diog, 1. 27.
Plin. Lib, 36,06.
**) Arift, Meteor. 11, 7. & Senec, Nat, Quaeft, VI. 10.
BHA) Die Erklärung des Crdbebens, die Thales gegeben haben
foll, fteht benim Seneca VI, 6, Nat, Quaeft,
+) Tl. Hift. N, 17. & feq,
th ML 4. 5.
ttt ps 64, Ecl, Phyf,
Pagina 22
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ziveptes Buchs
ob fie deft find; fo febr diefe Schriftfteller aud) mit eine
finder überein ftimmen *),
Wenn aber aud) biefé
Meynungen von den Nadfolgern des Thales berrübrèn
folíten; fo find fie nur neue Beweife deffen, was 1d) über
die Cingefehranktheitibrer Naturfunde gefagt habe, indent
fie liz und Donner aus Windftößen oder Feuern ablele
teten, deren Entfiebung fie nicht anzugeben wufteh.
So unvotfommen aber auch die erften Werfüche
der Afiatifchen Griechen in ber Weitweisheit waren} fo
merfwürdig ift es Doch (und eben diefes vermindert das
Beftembende diefer Erfcheihung) daß fie vor der Profe
und Gefchichte diefes Volfs hergiengen, woven die ets
fiere vom Pherefydes,
einem Œingeboÿtnen von Sijros
erfunden, und die andere bon zween Milefiern, dem Mads
inus und Hefatdus,
zuerft bearbeitet wurde,
Wende,
fomobi die Profe, als die Gefdichte, waren in ihrem ers
ten Urfprunge eben fo mangelhaft, als die Philofophié
der Gonifer: bebe bildeten fic) eben fo langfam aus, und
entfernten fidi aud) mit eben fo fcbleichendén Schritten
von ihren Schroeflerh oder vielmehr Miittern, der Dichte
funft, Fabel und Uebetlieferung, als die Weltweisheit
ton Mytdologieund vaterländifcher Religion. Die Schteibs
att des Pherefydes fowohl als bes Kadmus und Hefa:
täus **) unfer(@ied fid) bon der Spradye der dlteften
Dida
8) Medi Graubmiirdigfeit fheint folgende Stelle des Seneca
iu haben,
Ait enini (Thales) terrarum orbem aqua
fuftineri; & vehi mote mavigil, mobilitateque ejus
;
fiuQuare tune; cum dicitur trernere,
34) Sende roûveit Zeltgehioffen; iid Gluten utiter dee Nes
4
reas des Darius Hyftafpes; fury dor dent Œiitfalle
iefeg Königs In das Europälfhe Gricehenfand, Her, Y,
Pagina 23
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Dichter durch weiter nichts , als durd) die Abwefenheie
eines beftimmten abgemeffenen Rytgmus *), und nad
dem Urtheil
des Strabo waren die älteften Gefhibefhrei.
ber auch eben fo voll von Sabeln und Erdichtungen, und
eben fo wenig glaubwürdig, als Homer und Hefiodus
waren **),
Schon Thales und feine erften Nachfolger, nod)
mehr aber die Väter der Griehifchen Profe und Gee
fchichte erlebten den Verluft der Frenbeit des Afiatifchen
Griechentandes, und folche Verwüftungen ihrer Waters
flddte, dafi
fie den Verfall des öffentlichen Wohlftans
des, wie ber Künfte und Wiffenfhaften voraus faben,
und eine Auswanderung der gröften Künftler und weifes
ften Männer befürchten muften.
Kaum hatte Milet
ihre Freyheit von dem wahrhaftig edelmürhigen, und fein
Vaterland mehr, als feine und feiner Familien Größe
lebenden Thrafpbulus ***), wiedergenommen; als fie,
wie
#) Strab, I. 37. Ed. Almel,
**) XL 774:
,
RFR) Er vertheidigte feine Vaterftadt mit unerfchlittertem
Murhe wider den Alyattes Her, I, 21. 32, und bes
frente fie von einer Belagerung, gegen die fie fi) wegen
des duferften Mangels an Lebensmitteln nicht lange
mehr hätte Halten fonnen, durch eine Kriegslift, die
einen eben fo glücklichen Erfolg hatte, als fie in jenen
Zeiten fein fepn mochte.
Wenn Ihrafpbulus, bloß in
der Abficht, feine Mitbürger, und deren Güter zu
Werkzeugen feiner (handlichen Lüfte zu machen, und
nicht ans edlerer Nuhmfücht und Herrfchbegierde fih
der biden Gewalt in Milet bemächtigt hätte; fo
würde er weit entfernt, Diefe Stadt von einem fremden
ode zu setten,
fie vielmehr,
wie nachher unzählige
andere
Pagina 24
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Zweyted Buch.
wie alle übrigen Griechifchen Städte auf bem feften Sande
(nur die fncifven und Cificifthen ausgenommen) vom
Wenn
Kröfus untarjodt und ibm ginsbar wurde *),
man aber einen, wiees fcheinr, fehr mäßigen Tribur, den
biefer König ihnen auflegte, und vielleicht die Verbinde
lihfeit, mit ibm gegen feine Feinde zu sleben, aus:
nimmt,
fo feint er übrigens weder die Freyheit nod)
die Grundverfafung der Griechifchen Staaten gefdimd
fert zu haben. Herobot fagt nicht allein nichts von Aufs
fegern oder Tpronnen, die er den Griechen aufoedrungen;
fondern er redet fogar von gemeinfiyaftlichen Zufammen«
fünften,
die fie nad) wie vor gehalten,
und von frenen
gemeinfehaftlichen Enfehliehungen, Die fie gefafit hate.
tens),
MWahrfiheinlich alfo war es mehr Gemogenbeit
und Dankbarkeit gegen die Milde des Lydijchen Königs,
als Sivang oder Furcht, wenn außer Milet alle Griehi«
{ehe Städte ihm Hutfsrölfer wider den Kyrus fchicften ++),
Diefe Trene und Anhänglichfeit der Aftarifehen Griechen
an dem Kıöfus fam ihnen aber nad) der Niederlage dies
tes
andere thaten, demfelben aus allen Kräften zu unter
werfen gefacht haben, um fid) RUE eine Stiîse zu
verfhaffen, und die Herrfdaft über feine Mitbürger
als einen Lohn feiner Vervatherey zu empfangen.
$) Her. IL 26. 28.
vifs vegierte vou DI. 54, 4, bis
$3. &
HR) Sclhft die frenndfbaftiite Verbindung,
it welcher
mehrere ber Griechifehen Weifen mit dem Kröfus fans
den, beweilt, dag man den leztern nicht als einen Tps
rannen verabfhente, und Dienfte, die ihm erzeiat mute:
den, niche fur Verráthereyen gegen das Vaterland
biete.
ll, 76, 1414
ext) Her,
Pagina 25
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)fes Rénigsund dem Umfiurze des Lydifchen Reichs *) fehr
theuer gu ftehen. Wergebens flehten fie um die Gnade **),
fid) dem fiegenden Kyrus unter eben ben Bedingungen
untermerfen zu Dürfen, unter welchen fie bisher dem Krda
fus zinsbar gewefen wären.
Er antwortete ihnen, daß
es nun zu fpât fey, um eben das zu bitten, mas fie vore
Ber, da es ihnen von freyen Stücen angeboten, muta
willig ausgefchlagen Hatten, Er übergab daher, weil er
nad) der Eroberung von Gardes in Oberafien zurüde
ging, um die Babplonier und andere Völker zu bezwina
gen,
die Züchtigung und Unterjochung der Yfiatifhers
Griechen einigen feiner Feldherrn,
unter welchen der
graufame Mazares Priene und Magnefia nicht nur vor
Grund aus zerförte,
fondern auch ihre Bewohner als
Sclaven verfaufte ***). Weil die Phofäenfer ein Ahnlia
Des Schidfal befürcbteten; fo'entfdloffen fie fih, eher
ifr Vaterland felbft zu zerflören, und es alsdann mie
Mejbern, Kindern und allen beweglichen Gütern zuver«
faffen, als fid) bem Harpagus, einem Nachfolger des
Mazares, zu unterwerfen +).
Fhrem Benfpiele folgten
die Tejer.
Denn als die Perfer ihre Mauer erftiegen,
festen fie fich in ihre Schiffe, und wandten fic) nad)
Abdera, deren Bervohner von den Thraciern vertrieben
worden waren,
Alle übrige Yonifhe Städte fochter
ta
gleiche
*) Olymp. LVII, I,
#*) Herod, I, 141,
Ret) Idem I 161,
7) Herod. L 163,
Nad vielen
Drangfalen und ausges
übten tapfern Thaten ließen fie fid) endlich in Stations
und Gallien nieder,
Elsa und Maffilien,
und wurden die Erbauer vor
Pagina 26
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ziwented Bud!
gleichfalls mit elnem Muthe, den die duflerfte Versweifelung und die Furcht vor unvermeidlider Rnechrfhaft
unter unerbitttid'en Barbaren nur einflößen Fonnte; aflein
fie wurden dennod) alle nad) einander erobert. Harpagus
begegnete ihnen aber mit größerer Gelindigfeit,
als mos
mit fein Vorgänger Priene und Magnefia behandelt hatte,
> Er lieth weder ihre Einwohner meafilbren, nod) ihre Welber und Kinder als Eclaven verfanfen *), Am menigs
fien Widerftand thaten die Karier, fo mie aufder andern
Seite die Sncier am würhenditen fochten. Die leztern
lieferten den Perfern eine blutige Schlacht, und als diefe
unglicétid) ausfiel,
fleppren fie Weiber,
Kinder,
Eclaven und Kleinodien in den befettigren Theil der
Stadt Lanthus **) , verbrannten alles, mas ihnen am.
thenerften war, verpflichteten fic durch die fürchterlichften
Gide, ¡br Leben von feinem Perfer anzunehmen, und
flürgten (ich hierauf mit rafender Tapferfeit in den Feind,
durd) deffen Schwerdt fie alle fielen ***),
Raft eben das
© tbaten die Sounier +), und man Fann daher aus diefen
angeführten Nachrichten abnehmen, mie fehr das Afia»
tifhe Griechenland durch diefe erfte gewaltfame Unters
werfung unter die Herefdyaft der Perfer leiden muftett).
Wenn
#) Idem 1, 169,
Rey 1. 170
E) I. 170.
HL 177.
tt) Miler war die einzige Stadt auf dem feften Lande, die
verfdont wuree, weil fic fid) vor der Niederlage des
Kröjus mic dem Perjifeyen Eroberer verbunden harte.
Der Untergang ibrer Schwenern wurde für fie, wie
Pagina 27
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Von der Yonifben! Philosophie,
Wenn man aber die Verheerungen ausnimme,
welche der Ueberfall eines roben Eriegerifchen Bolts, und
die
‘sue
fiir die Griechifhen Infeln, eine neue Quelle von Reid)»
thum, Handel und Made. Milet, Games und Chios
waren, wie aus der Folge erhellen wird, nie in einem
Bligendern Zuftande, als zwifchen dem Cinfalfe des
Kyras und der Empörung der Afiatifhen Griechen une
ter dem Ariftagoras.
Ueber das Schiefal der Griediféen Infeln finde
id) den Herodor mit fich felb und andern Schriftftels"
leen im Widerfprudy: Einmal fagt er, daß die Grier
Hifehen Snfulaner durch die Sraufamkeir der Perfer gegen
die Griechen auf dem feften Laude wären in Furcht gefezt
worden, und dap fie fic) dem Kyrus ergeben hätten (1. 169.)
An einer andern Stelle gefteht er felóft, daß die Jnfeldes
wohner von den Werfern nichts zu befürchten gehabt
hätten, weil die lezteru- im Seewefen nod) unerfahren,
und die Phonicier ihnen nod) nicht unterworfen gewefen
Er felbit nennt viele Infeln namente
wären I. 143.
lich, die nod) unter dem Darius Hyjtaspes ihre Freyheit
harten, und erft in der Folge von diefem Könige bes
NHiemit ftimme nidt te
zwungen wurden V. 31, u.f.
das Bengnif des Thuéndides, fondern aud) die Ger
fhichte des Dolyérates überein, wie wir fie in chen
diefem und andern Gelhichtichreibern finden, (Her, III
Thuc. 1. 13.54 HE 104. Pin,
39. 41. 139.149
Diefer Tvrann von Samos heerfchte
XXXVII 1.)
nicht mue Aber fein Vaterland, fondeen auch über ciefe
und felbif uber Städte auf dem poten
Lande, und ging gar mit dem Gedanken um, fid) Joe
nien zu unterwerfen. Er war anfangs ein Sunecss
genog und Gajtfreund des Aegyprijthen Kinigs Amafis,
der ihm aber, wie Sderodot meldet, die Feeundihaft
auffundigre, weil er befurdhtete, dag ein fe anhalten
andere Iniefn,
des und erjtaunlihes GhieE,
alg dasjenige war,
was
Polpirates genoffen Hatte, nothwendig den Reid der Gita
ter erregen, und einen [hredlihen Limjturz feider wide,
Poly:
Pagina 28
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Sientes Buch.
bie Barfnddige Gegenwebr der Griechen gleich unvermeibs
lich machten, fo wurde das Schieffal der fegtern unter
ben beyden erften Perfifchen Rônigen aliem Anfeben nach
gat nicht, oder nur fehr wenig verfblimmert,
Die
Afiatifehen Städte hingen freylich von dem Perfifchen Bee
feblebaber ab, der meiftens feinen Wohnfiz in Sardes
Batte: fie muften ferner, gleich allen übrigen fbermun: _
denen Völkern, gewiffe Gefchenfe darbringen *), die
wahrfeheinlich ben Tribuf, den fie vorher vem Kröfus
entrichtet Batten, nur um ein geringes tiberftiegen: ends
lid) waren fie verbunden, Rriegsvélfer, mo, und wann,
und fo viel ihrer verlangt wurden, zu flellen,
Allein
man nahm ihnen weber ihre Gefeze, nod) ihre innere
BVerfaffung, man drang ihnen Feine Tyrannen auf, und
erlaube ihnen fogar, fic) zu verfammien **), Kyrus
fowobl als Kambyfes waren zu fehr mit neuen Eroberuns
gen und mit den erften nothwendigen Einrichtungen Foum
bezwungener größerer Lander befchäftigt, als dafi fie die
Eleinen Griedifchen Staaten, die in unermeflider Ents
fera
Polyfrates bot daher dem Rambbfes feine Dienfie an,
und fohidte ihm eine Flotte wider WAcaypten zu Hilfe,
Die ev mit Männern befezte, von denen er gerue befrepr
feyn wollte.
Den fihredlihen Kreusestod diefes groz
fen Mannes fonnen diejenigen, die fid von dem Betra=
gen der Perfer einen Degriff machen wollen, beym Hes
rodot nachlefen, II, 125,
>) Herod, III. 89.
e) Auf einer folchen Verfammltng der Sonter war eg, wo
Bias den Vorfehlag thar, um des nnabwerflichen Goes
der Perfer willen, Afien zu verlaffen,
und enter der
Gügrung der Górtiun der Freyheit nad) Sardinien zu
ziehen. I 170.
Pagina 29
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Bon der Zorifchen Philofowsie.
fernung von ihren Königsfigen am dufieriten Mande ihres
ungebeuren Reichs lagen, genau hatten Éennen, oder den
Enrfbluf faffen fénnen, die ihnen eigenthümiide Sreb=
Beitsliebe, uno alle aus diefer bervurquillende Tugenden,
durch vorfichtige Maafregeln zu brechen und anszurote
Go gelinde aber aud) die Herrfdaft der benden
ten,
erjien Perfifchen Könige war, fo fhimpflid und uners
träglich fehien doch den Griechen ihre Knechtfehafe zu feyn,
PHerodot fagt daher, daß die Afiatifiben Griechen unter
dem Kyrus zum awepten mal in die Sclaverey gerathen
feyen, und daß Rambyfes die Gonier und Aeolier fon
als angeerbte Knechte. angefehen babe *),
Unter dem Darius Hyftaspes, ben man mié
Hecht den sweyten Gründer oder den Defeftiger des vom
Kyrus geftifteren Reichs nennen fann #*), ‚wurden bie
Griedifen Staaten in Afien viel eingefcjränfter und
abhängiger, als fie unter deffen Vorfahren gewefen wae
ren, und ihre alte Grumdverfaffung wurde gänzlich uma
gefehrt und vernichter, Diefer edle Zorftörer des fhintpfe
lichen Priefterregiments, deffen fic) nad) bem Tode des
Kambpfes die eben fo’ verfchmizten als führen Magie
bemächtigt haften, erweiterte feine Staaten, nicht nur
dur Eroberungen in Indien, und burd die Bezwiita
gung der Griechifchen Gufeim, fondern ev theilte avd alle
ihm untermorfene finderin jwonsíg große Provingen oder,
Satravien ein, deren jeder er einem ihrer Größe und
Moblbabenbeit angemeffenen Tribut anflegte.
Cv des
fiellte ferner über eine jede Proving einen geoßen Defebisa
"ta
Haber,
SE 169. Ur
**) Darius Syftaspes vegiertevon
OL LXIV, 4, Bis LXXIEE 20
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Haber, der ben Tribut heben, im Namen des Königs
Gerechtigkeit handhaben, Rube erhalten, Feinde juris
treiben, und sum Dienfte des Königs eine gemiffe Ans
zahl von Kriegsleuten breit halten, und an einem gewife
fen jedem beftimmten Ores liefern muffe.
Endlid) vers
ordnete er über einzelne Städte, und Fleinere Gegenden
Vorfteher, die von dem Satrapen abhängig waren, und
dahin fehen muften, O.f nirgends etwas wider das Gna
tereffe des Königs vorgenommen, daß fen Wille allenta
halben erfüllt, und eine jede Uebertretung deffelben bejtraft
würde,
Diefe Einrichtungen muflen fid) die Griechen,
wie alle übrige dem Scepter der Perfer gehorchende
Volfer gefallen laffen.
Darius fhlug Jonien, Aeolien,
Karien, Sycien und Pamphplien zu einer Proving, legte
ihnen einen Tribut von 400 Babnionifdjen Talenten Sile
bers auf (ein jedes Talent hielt 70 Œuboifhe Minen)
fezte über das ganze Afiatifche Griedyenland einen einzigen
Eatrapen, und über eine jede Stade einen eigenen Bots
ffeber.
Oicfe legtere waren immer gebobrne Griechen,
meiftens aus den Städten, denen fie vorftunden, und
wurden von ihren Mitbürgern Tyrannen genannt, und
als foldye verabfchent *), weil fie ihr Vaterland nach ihe
rem eigenen Gutdinfen und dem Willen des Hofes Les
herrfchten, dem fie ihre Hoheit und alle damit verbundene
Vorzüge zu danfen hatten.
Die eigeunigigen und une
© patriotifchen Gefinnungen dieferTyrannen äußerten fid)
ben Feiner Gelegenbeit deutlicher, als bey dem Fühnen
Borfchlage des Miltiades, der ihnen ricth “), die Brie
über
38. Serodot nennt fie
*) Herod. IV. 137. 138. V. 37.eore
sS.
bald Tuecvves, bald erıT
e. 3. în Vit, Milt,
Corn
4%) Herod, IV, 137. 138,
Pagina 31
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)über bie Donan, deren Befezung der Perfifche König den
Afiarifdyen Griechen beym Antritt feines Zuges wider _
die Sfyrhen anvertraut hatte,
abzubrechen,
und den
Darius famt feinen Heere durd) das ihm folgende
Schwerdt der Feinde verzehren zulaffen.
Alle Tyrannen, |
deren Namen Herodot anführt, vermarfen diefen Rath
einftimmig, und fceuten fic nicht, öffentlich) zu befennen,
daß ihre Wohlfart von der Erreftung des Darius abhänge,
daf mit feinem Untergange auch ihre‘ Größe aufhören,
und die Srenbeit fid) allenthalben anf den Trümmern ih
rer Herrfchaft erheben würde, Sie entriffen daher durch
betrüglihe Werfprechungen den fliehenden König der’
Race der Skochen, und wurden von biefen, die fie hina
tergangen hatten, die feigeften und niederfrädhtigiten
|
Œclaven gefcholten.
Nicht lange nad) diefem fhimpflihen Rüczuge
der Perfer zog die Unbefonnenheit
und Verzweiflelung eines
einzigen Mannes die Afiatifhen Griechen in eine folche
Reihe von Febltritten und Unglücsfällen hinein, die fich
für afle Städre, felbit diejenigen, die bis dahin ihre
Freyheit behauptet Hatten, und vom Feinde unberührt
geblieben waren, mit der härteften Ruechtfchaft und fol:
chen Verbeerungen endigten, daß ganze Jahrhunderte nicht
Dinreichten, fie wiederum aufzurichten. Diefer meré.
wilrdige Mann, der über fein Vaterland
fo viel Yammer
und über die Europäifchen Griechen fo viel Gefahren
brachte; aber aud felbft durch diefe Gefahren (und dies
fer Gedanfe fann allein ben, Griedyen lievenden Sefer trà.
ften) den Grund zum Nubme und zur Gtückfeligfeit der
legtern legte, war Ariftagoras, Tyrann oder Worfteher
von Milet, welche Stadt damals, nad) dem Seugniffe
Pagina 32
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Qwentes Bud.
des Hevodot,
nicht nur alle Städte Soniens,
fondern
aud) fid) felbft an Reichthum, und Made, und blübens
dem Wohlftande übertref *),
Ariftagoras wurde theils .
burd) Schulden, in die er durdy die Verratherey eines
vornehmen Perfers geftürzt worden war **), theils durd)
die Furcht vor der Nechenfchaft, zu der er glaubte, daß
man ihn gießen würde, am meiften aber durch die Ante
teisungen feines Sd)wiegervaters Hiftiäus, den man wis
der feinen Willen am Verfifchen Hofe in einer ehrenvoifen Gefangenfthaft hielt, in die gefährliche Unterneba
mung Dineingetrieben, das Afiatifhe Griechenland
zu einer aligemeinen Œmpérung, und die madtige
fin Griechifhen Staaten in Europa zu einem
Kriege wider die Perfer aufjuwiegeln.
Er fing das
mit an, feiner Vaferftadt Milet die Freyheit wieder
gu fehenfen, trieb bald nad)ber ans allen Übrigen Sonis
fhen Städten die von den Perfern eingefezten Tyrannen
aus, führte aflenthalben eine republicanifhe Verfaffung
ein, und reiste dadurd) die aus dem Schlummer der
Ruechtfchaft ermacdenden Griechen zum lebhafteften Ei»
Frey:
fer, ihre alten Rechte, und die füße wiedererhaltene
Beit mit allen Kräften gegen ihre Unferbrücker zu vertheis
digen. Weil aber Ariftagoras die vereinigte Mache der
Afiatifdien Griechen noch nicht für hinreichend hielt, den
Perfern zu widerftehen,~ fo ging er felbft nad) Sparta,
um deren tapfere Birger zum Mitftveite fir die Wohl
fart ihrer Brüder in Aften einzuladen,
Allein Bier wurde
fein
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Bert der Sonifchen Philofophie,
fein Vorhaben theils durch die Klugheit und unbeftechliche
Redhtfchaffenheit des Königs Kieomenes, theils durch die
ungeitige Aufzählung der freylicd) reichen, aber unermeß«
lichen Sander des Perfifhen Königs vereitelt, wodurch
die bedächtlichen Spartaner mehr abgefthredt ale angee
fot wurden, Defto glücklicher war Ariftagoras in Athen,
wo es ifm, wie Herodot fagt*), leichter wurde, einen
Haufen von 30000 freyen Männern zu berücken, als in
Sparta einen einsigen weifen König zu überliften,
Die
Athenlenfer befchloffen,
ihm 20 Schiffe zu Hilfe zu
foiden, zu denen nod) fünf andere aus Eretria friefien.
Dis hieher war fein Entwurf nod) immer von der Art,
daß die Ausführung deffelben nicht unmôglich fihien, und
ein glücklicher Ausgang feinem Urheber einen Plaz unter
ben fühnften und erhabenften Geiftern feines Wolks würde
gegeben haben.
Allein der Gebraucy, den er von der
aus Europa erhaltenen Verftärkung machte, zeigte, daß
Avijtagoras viel Fleiner, als die Unternehmung war,
die er angefangen hatte,
Er that námlid) einen abens
theuerlichen Zug gegen Sardes, das er zwar überrumpelte, aber nicht einmal fo lange behaupten forte, daß
Er mufie fich fchieuuig
er es hätte ausplündern fónnen.
guriicfyiehen, und fon auf diefer (chimpflichen Suche
wurde er durch den beträchtlichen Vertuft, den er litt,
dafiir gezüchtigt, daß er einen Theil der Stadt Gardes,
und unter andern aud) einen Tempel der Göttin Kybele**),
in die Afche legte, welche Mordbrennerey der Hauptgrund
wurde, weßwegen Darius das Europäifche Sriechenland
mit
*)
À
**) 102, c, Herod,
Pagina 34
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Biveyte8 Bud.
mit Krieg überzog, und alle Wohnyngen Griechifcher
Götter mit fhmwärmerifcher Rache gerfidren liek,
Diefe unbefonnene Unternehmung gegen Sardes
madhte auf die verbundenen Griechifchen Staaten ganz.
Die Athenienfer verlobren
entgegengefeste Œindrüde.
burd) den Tod vieler edlen Griechen, die auf dem Ruck:
zuge erfchlagen worden waren *), auf einmal den Muth
fo febr, daß fie aller Bitten und Gefandfchaften des
Aviftagoras ungeachtet, von ihrem Bindniffe mit den
Soniern abtraten.
Die Afiatifhen Griechen hingegen
gewannen durd) eben diefen Streid) an Kühnheit eben fo
febr,
als an neuen Bundesgenoffen und Eroberungen.
Sie nahmen Byzanz und andere Städte am Hellespont
weg; und erhielten die Einwohner von Kypern, und eis
nem großen Theile von Karien zu Mitfámpfern**). Dies
anfcheinende Glü war aber nur von febr Furzer Dauer.
Kypern murde gleich in bem erften Sabre nad) feinem
Abfall wieder erobert ***),
Die Rarier erlitten eine
Mieberlage von sebataufend Mann +); und die eroberten
Städte am Hellespont wurden mie Rlagomene in Sjonien
und Kyme in Aeolien unter die Perfifche Herrfchaft zus
rücgebracht.
Ariftagoras felbft entflob nad) Thracien,
wo er fame feinen Vegleitern von den Friegerifchen Cine
wohnern erfeblagen wurde.
Alte diefe Unfälle madten die Griechen bald den
Schritt bereuen, den fie gethan hatten.
Cie warfen es
dem
*) 103. Ce
**) Her, ib,
Pagina 35
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)dem Hiftidus vor, daß er fie durd) den Ariffagoras zum
Kriege wider die Perfer bewogen babe *), und die Mis
fefier weigerten fich fo gar, ihn als ihr Haupt aufzunehe
men,
Unterbeffen fafiten fie dod) **) den einmitbigen
Entfhluß,
in dem Abfall von ven Perfern zu bebarren,
und diefes nicht fowohl in der Hofrung eines glücklichen
Ausgangs, als mel fie fic) in ihrer gegenwärtigen Sage
nicht anders zu rathen muften. Cie veriammleten daher
eine Slotte von mehr als drenbunbert und fünfzig ***)
Schiffen, ein Beweis, mie viel ihnen, aller ausgeflandenen
Drangfale ungeachtet,
noch Kräfte übrig geb'ieben waren +),
und würden vielleicht die faft zweymal fo ftarfe feindliche
Seemade gefchlagen haben, wenn nicht Swietract und
Bervatherey fie getrennt, und Weichlichfelt fie zu den
Gefahren, und felbft zu den Voriibungen des Krieges
untüchtig gemacht hätte. Sie folgten anfangs dem heile
famen Rathe des Dionyfius von Phofäa mit der ardiiten
Bereitwilligfeit,
der fie ermunterte, fid) taglidr flafig
in den Waffen zu üben, und zu allen Arten des Sees
fiveits zu rüften und vorzubereiten tt), ja fie gaben ibm
fo gar ‘eine unumfchränfte Vollmadt, alle Veranftale
tungen zn freffen, die er gut finden würde; allein diefe
guten Borfäge dauerten nur fieben Tage. Das anhaltende
Diudern,
das Hinsund Herfciffen, und das mühfelige
Wafe
$) VL 3.
Co) VIA
***)
VI, go.
D Die Mifefier allein gaben achtzig,
und die Chier 100 Erie her,
die Gamier fedizia,
von welchen leztern ein
jedes mit 40 ftreitbaren Durgern befege war.
Dinant
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Biveptes Bud,
Waffentragen erfchöpfte fie nicht nur,
fordern jog ifnen
auch würftich viele Kranfheiten ju.
Cie meigerren fid)
daher fthlechterdias, dem Dionyfius ferner zu gehorchen, *
verließen ihre Schiffe und richteten am Ufer Zelte auf,
unter denen fie fid von der ihnen unerfraglid) fdjeinenden
Aus diefer Unbeftändigfeit und Wider
Arbeit erbolren,
foenftigfeit gegen ihren Führer muften notbmendig allere
ley Unorbnungen und verderbliches Niifrrauen entfteben,
melches die vertriebene, zu den Perfern übergangene
Zyrannen auf eine liftige Are zu unterhalten und zu nugen
rouften.
Die Samier fingen guerft an, an dem Glide
der Griechifchen Waffen zu verzmeifeln, und fchloffen mit
den Feinden einen geheimen Vertrag, in welchem fie fic)
verbindtid) machten, ihre bisherigen Bundsgenoffen zu
verlaffen. Cie fegeiten daher auch in der bald daranfera
folgenden unglücklichen Schlacht mit allen ihren Schiffen,
effe ausgenommen, verrärherifher Weife nach Haufe,
und wurden dadurch die Urfache, daf die Flotte der übrie
gen Griechen, unter denen die Chier am fapferften fochs
ten, faft ganz zu Grunde gerichtet wurde, Durch diefen
Streid; gewannen die Samier *) zwar fo viel, daß wee
der
#) Nady dem Tode des Polykrates war Samos, wie Hero
dot fagt, die crfîe unter allen Griehifgen und Sonie
fen Städten, und würde diefen Vorzug CL. 139,
Herod.) wahrfheinlich and) noch lange hehanptet haben,
wenn nicht der Wahnfinn des Maandrins dem Polpérates
feine Macht uberacben hatte, ber die fchönfte und reichfte
der Gricchifhen Suicin das fchrecflichjte Verderben ger
Er fied die vornehmen Perfer, die den
bracbr hätte.
Solvfon, einen Bruder des Dolnirates, als Negierer
von Games einfezen follten, .rweurgen, und veijte das
durch den Darius fo febr, daß ev die Samier, we
rige
Pagina 37
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)der ihre Häufer noch die Tempel ihrer Götter angezindet
murden, allein fie mujten bod) wider ihren Willen”) den
-AUeafus zum Beberrfcher annehmen, weil diefer zur Uns
treue der Samier, und zur Miederlage der Griechen am
meiften beygerragen batte,
Alle übrige Griechifche Sraote
auf dem feften Sande fomobl, 018 auf den Infeín, mure
ben mit einer uncibórten Graufamfeit vernichtet, fie
mochten mit Gewalt erobert werden, oder fich ohne Bee
lagerung freywillig ergeben **),
ihre Mauern wurden
eingeriffen, ihre Häufer und Tempel verbrannt,
alle
mebrbafte Männer geeddtet, oder aud) in das Snnerfte
des Derfifhen Reichs weggeführt; Weiber und Kinder
wurden als Sclaven verfauft, die edelften ünglinge vers
febnitten, und die fchdnften Sungfrauen für den Harem
des Königs anggefudt.
Die mit Trúmmern von Pallas
Ren. und Tempeln überbecten Pláze, wo einft die herrlich.
fen. Städte geftanden hatten, wurden fame dem dazu
gehörigen Gebiete entweder eingebohrnen Perfern, oder
aud) Kariern, ober enblid) foldjen Griechen ausgetbeilt,
welche die Perfer für unfchuldiq hielten ***),
Wenn
man nun die bisher erzählten,
fehnell auf einander fole
gene
übrige Infulaner mißhandeln lief.
Man ftellte eine
allgemeine Menfhenjad an, flug aile wehrhaften
Männer, die man antraf, todt, und verkaufte die bris
gen Einwohner als Selaven (511,137. VI 31.) Samos
wurde daher auf einmal ganz menfenfecr: doch ließ
der Veroufter diefer Sufel,
dur einen Traum ges
frecft, fie bald nacyher wieder befezen. IT. 149. — Eden
fo bejammernswuroig war der Fall von Milet. VI, 20.
*) Vi 25.
*#) 19, 20, 3t, 32,
FER) Dicie gänzliche Umkehrung des Afintifchen Griechenlan:
des gefhab im Gren Sabre Ihres Abfalls,
Sabre. der 72 Olympiade, Herod, VI, 31,
im legten
Pagina 38
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ziventes Buch.
genden und immer fobrecflichern Vermiiftungen des Gries
Hhifchen Afiens, den Tod oder die Flucht
der großen Mans
ner, die Ausrottung der edelffen Familien, die noch immer
fortdaurende Unterroú: figfeit unter harten und argmöhnie
fchen Herren, und endlid) die ungeheure Eittenverderbniß,
die furz vor oder auch zu den Zeiten ihrer größten $eiden
unter den Griechen Ueberhand nahm, zufammendenft;
fo findet man es fehr hegreiflich, was die Gefchichte tebrt,
daß Künfte und Wiffenfehaften in Afien niche nur fille
zu
fteben, fondern aud zu fallen anfingen, und aus ihrem
urfprünglichen Vaterlande in andere Gegenden flüchteten,
wo fie unter dem Schuse der Freyheit, und im Schooße
des Ueberfluffes, Sicherheit und Belohnungen erwarten
fonnten.
Daß Mardoniue in die Griechifchen Städte
eine bemofratifche Negierungsform einführte*), halfihnen
eben fo wenig, als daß die Romer fpäter den Europäi:
fchen Griechen die Freyheit wieder fchenfren. Wende blies
ben dod) immer von mächrigern Berrfenden Vole
fern abhängig: und bende Batten von dem reizenden
Schattenbilde, womit man fie taufchte, den grofen Scha=
den, daß fie in würhende Factionen’ **) gerriffen, von vies
len
*) VI, 43. Herod,
e) Auf diefen Zeitpunet bezieht fid) der Fluch, den Herae
flit über die Ephefier, wegen der Verbannung des
Hermodors, ausfprad, und die Erflirung des Ephee
fijen Volks, da unter ihnen niemand vor andern
Bervorfieden, fondern wenn er über feine Mitbirger
fich zu erheben wünfhe, alsdenn fid) unter ein anderes
Volt begeben folle. (Diog. Vili. 2.)
- Die fernere Gefhichte des Griechifhen Afiens will
fd) alsdaun; fortfegen, wenn es aus feiner Bere
niche
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)en nichtsmürbigen Demagogen irre geführt, ‘und der
wenigen
rectfaffenen
Muth Hatten,
Patrioten,
die Willen
ihr Vaterland zu beglücen,
und
beraubt
vurden,
nidtung wiederum anfgeftanden feyn,
© Europäifhe
Griechenland?
an Cultue
wird.
3
und bas.
übertreffen