Von der ionischen Philosophie, oder Geschichte der ersten wissenschaftlichen Kentnisse der Griechen

Autor
Meiners, C.
Publicado en
Geschichte des Ursprungs , Fortgangs und Verfalls der Wissenschaften in Griechenland und Rom
Año
1781
Tema
PHILOSOPHY
Idioma
Deutsch
Categoría
C1 General
Número de archivo
1476

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Mostrar texto completo39 páginas

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je Zn Sat MEINERS EC. \al Swentes Bud. Bon der Gonifden Philofophic, oder Ge fhidyte der eriten wiffenfhaftliden Kennte niffe der Griechen, A me | % ive ben Griechifchen Weifen mar Thales von Miles,. den Seugniffen aller Alten zufolge, der einzige, und auch der erfie, ber über den Urfprung der Dinge, über die Größe und Bewegungen himmlifeher Körper, über die wichtigften Erfcheinungen der Natur, endlich über fic felbft und die menfchliche Seele, Beobachtun. gen und Unrerfucjungen anzuftellen, und vielleicht auch die erfien Gründe der Meßfunft zu legen anfing”), Er wurde daher in der Folge der Water der Griechifchen Ppilofophie, und bas Haupt derjenigen Männer genannt, bie das Forfchen der Matur zur einzigen, oder doch ¿ue Hauptbefhäftigung ihres febens machten. Man gab ihm und feinen Nadhfolgern den Namen ber Sonifcyen Weltweifen, weil Thales felbft, und die berühmteften Mans ®) Man fehe Arift. I. 3. Strabo, XIII, 942, Cie, E, 11, do Nat, Deor, aud Plutarch im Leben des Solon.

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Zweytes Buch. Männer, bie feinen Fufiftapfen folgten, in Sonifden Städten waren gebobren worden *). Diefer erfte Schrer und Erfinder wiffenfchaftlicher Kenntniffe machte feine Gedanken weder in projaifdyen Merken, die man gu feiner Zeit nod) nicht Fannie, nod) aud) _ *) Eigentlich follte man nur den Thales, Anarimanter und Anarimenes alte Sonifche Philofophen nennen, Der erfte wurde, tie id) in der Folge berocifen werde, wahr: féeintid in der acht und drevigften, und der andere in der ¿wey und vierzigften Olorapiade gebohren. Weber das Zeitalter des Anarimenes finden fih in verfhiedes nen, ja fogar in den felbigen Schriftftellern, ganz mi: derfprechende Nehrichten. Nady den Divacnes fol ev erft um die 63ffe Olymp, gebobren, und doch fon vor feinem Lchrer zur Reit der Einnahme von Gardes scforben feyn 11. 1. Suidas fest feine Gebnrt in die fünf und funfigfte Dlympiade, weldes Datum aber mit der Zeitrechnung des Anasimander, den er nad) dem Ariftoteles Hivte, unvereinbar it. Am wahrjchein. fichften alfo find die Angaben des Eufebius und des Verfaffers der DrAorodepeve, wovon der erftere den Anfang des Nubms des Anarimenes in Olymp. «6. 2, und der andere feine Blüte in die 58 OF fezt. Wenn man dicfe Zengniffe gelten Lape, oder aud) felbft dem Suidas folgen wills fo muß man cs fue unglaublich halten, dag Anaragoras der OL 70. 1. gebobren wurde, ein Schüler des Anarimenes gewefen fen, Aviftoteles nenne den leztern auch nie, fondern vielmehr den Here morimus von Klagomene, einen Lehrer des Anaragoras, der anch einen ganz andern Weg einfchlug, als die drey erften Weltweifen aus Milet betreten Haren, Auf den Anaragoras folgten Diogenes ven Apellonia, und Archelans von Athen, unter welden der legeere ganz unbedentend if, Jn Anfehung des erffern verweife ich auf meine Hiftoria doétrinae de vero Deo p, 372.

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auch in Gedichten allgemein befant *); fondern er legte fie vielmehr in.vertraulidyen Unterredungen in den Bufen einie pa D Dies fann fen, dap an mit der größten Gewißh.it daraus fchliee foreles von feinen Meynungen allenıyale ben als ven feldjen veder, die wicht durd) Schriften ih. tes Erfinecrs, fendern durd Ucbetlieferung fortges pflanze worden, und bag Plutard) dev cifte it, der eines Nerfs des Thales ervabur, aber aucy zugleich an der Wedtheir deffelben zweifelt, (De Pythiae Ora. culis VII, 685. Ed. Reiskit.) Diogenes hingegen, Simplicius und Srebaus fhrieben die Werke, die man dem Thales untergefaoben hare, als alte Denemaler des exften Gricchifhen Weltiweilen aus. Die Schrift des Amarimems, deren Diogenes von Laerte erwähnt, li. 2. war gleichfalls unadr, wenn anders drcfer Come _ pilaror ein richtiges Urrbcil uber fie gefallt hat. Sie foll nämlicd) in einer einfälrigen bilderlofen Sprache abe gefaßt geivefen feyn,- dergleicjen man von cmem Seite genoffen des Pherckydes nicht erwarten kann. Sn Anfehung der Schrift des Anarimander über die Natur der Dinge, von welcher Themiftins Orat, XX. fant, daß fie die erjre gerejen fey, die man in Griedenland zu fbreiben gewagt hate, bin id unges wif. Wider ihr Wleerrhum tónnte man anfubren, dab alle Griedifhe Schriftfteller ohne Ansnayme den Pherekydes, der .fpdter als Anarimander gebohren wurde, für den erfien Profaifien erclaven, releer über die Natur der Gótrer und Dinge gelbricben habe. Gegen diefen Grund lage fid) aber einwenden, dag ungeaditer Anaximander einige Dlympiacen alter als Dbcrefudcs war, er doch depwegen fpater als der Legs tere fein Duchy befanne gemacht haben tonne, Kiez kommt nod) ferner, dag mehrere Schriftiteller, und une ter dielen ein alter, ein 2eré des Anarimander aus: drücdlid) anführen, oder doc) feine Meynungen fo ere zählen, als wenn fie fie aus einer Schrift diefes Mans nes genommen hätten. Apollod, ap. Diog. li, 2, Simpl,

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Bwentes Buc.’ einiger Freunde nieder, in denen er Siebe zur Wahrheit und Fähigkeit, die ihnen anvertraueten Kenntniffe zu bewahren und gu erweitern, zu finden glaubte. Er theilte fi aber vorzüglich dem Anarimander mit, der ‚wiederum dem Unarimenes eben den Dienft leiftere, ben Die Aiten nennen daher Thales ibm ermiefen Gatte. den leztern einen Schiler des Unozimander, fo wie den Anaximander einen Zuhörer des Thales, Man muß fid) aber dur diefe in Griechifehen und Römifchen Schrifrftellern fepr gemödnlid;e Arten zu reden nicht vers führen laffen, au glauben, alg wenn Thales foldje Sehr flunden gegeben, oder eine folche Schule errichtet hätte, als Plato, Ariftoteles und andere fpätere Weltrveifen in Athen eröfneten. Der eigentliche höhere Sehrftand, dee fic der Bildung des Geifles und Herzens von Jünglingen und Männern ganz widmete, entftand faf ein volles Saprhundert nad) dem Thales im Europäifchen Griechene lande, u Simpl, én Phyf, Aufe, Ariftot, fol, 6, a. fol 32. bs Plus. ap. Buf 1.8. Dag diefe Gelehrte alle daffelbige Buch vor fid) gehabt haben, erhellt aus der volltomm:- nen Mebercinitimmung der Lehren, die fie dem Anapia mander zueigen, und die auch denen genan entípres den, welche Ariftoreles dem Freunde des Thales gue féreibt. Wenn es aber aud jemanden um diefer Herrachtungen willen wahrfceinlicher vorfommen follte, dag Anarimander einen furien Abriß feiner Geranten Hinterlaffen Babes fo muß man doc) weniaftens die übrigen Schriften, die Suidas unter dem Morte Anarie mander diefem alten Sonifhen Weltweifen zueigner, für untergefboben halten. Denn Apollodor, Th miftins und Diogenes muften alle drey unr von einem eine aigen Buche, das den Namen des Anarimander trug.

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Von der Fonifden Philofophie. fande, Diealten Griedifhen Sophiften waren die erften, die einen jeden ohne Unterfchied fürs Geld untervidytetens und die Zuhörer des Cofrares waren wiederum die eviten, die das Bandelnde Seben verließen, und fich von ¿Fonte lichen Gefchaften gurüdsogen, um felbft defto ruhiger forfehen, und der Sugend an beftiminten, meifiens öfe fentlichen Diásen , alle Arten von Biffenfhaften vortrae gen zu fónnen. Wenn man das Zeitalter der diteften Syonifer mit denjenigen Zeita'tern vergleicht, in melden der größte unter den Griechifchen Dicrern, und die erften Erfinder und Fortbilder aller Künfte lebten; fo wird man mié Erftaunen gewahr, daß die rohen Anfänge von Wiffene faften fid) in Griechenland fo fpât, und viele Menfchens alter nachher zeigten, da die Künfte jchen einen nicht gee ringen Grad der Bollfommenbeit erreicht hatten. Diefe Verwunderung wird aber um viele Grade vermindert, fo bald man fit) befinnt, daf dies nicht blof unter ben Griechen, fondern auch unter andern Völkern ges fcheben, und daß es dem Menfdyen immer viel. jchmerer geworden fer, fich felbit und die Natur zu erjorfchen, als fie in herrlichen Werfen nadızubilden und zu veríd;ón nern, Unterden Römern und Arabern gingen die Rünfte gleichfalls lange vor den Wiffenfcyaften vorher; und bey der Wiedergeburt von benden im funfiebnten und fechs« zehnten Sabrbunbert folgte die wahre Reinigung und Era hebung der legtern den vollendeten Rünften erft- in einer langen Entfernung nah. Selbft diefe fpâte Eneftehung der miffenfchaftlien Kenntniffe aber in einem Zeitalter, in welchem die Oriechen fhon Gafrbunderte durd) mit den am meiften gebildeten Nationen befannt waren, und diefe

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Qwenteds Bud. diefe auch fon lange in allen Künften erreicht und über: troffen hatten, ferner dielangdaurende Kindheit der Gries diferen Phitofopbie, ihr langfames Wadschum, und endlid) die unverwerflichften Nachrichten zuverläffiger Schriüifteller, nad) welchen die größten Erfindungen von folchen Männern gemacht worden find, die niemals Gries ‚hentand verlaffen Haben, beweifen alle, daß die Griechen, einzelne Sandariffe und Beobachtungen ausgenommen, Feine Wiffenfchaft unter irgend einem Volke, mit vele dem fie Gomeinfobaft hatten, in einem blühenden Zus ftande gefunden, und nur in ihre Baterffädte übergerrar Den wären die Phönicier oder Aeghrtier gen haben, die Befizer von fo vielen Wiffenfchaften gewefen, als man nach den Zeiten des Alerander zu glauben anfing; fo würden diefe früher nad) Griechenland gefommen, und nicht die erften einfachften Grundfase derfelben vom Thas les erfinden, fondern ver ganze Vorrath von Entdecfungen vieler Jahrhunderte würde auf einmal von den Vorfahren des Thales, dieaus Phonicien abftammten, oder von den Griechen, die feit den Seiten des Pfammetichus Aegnpten hefuche Hatten, ins Griechifche Afıen verpflangt worden feyn *), Wenn man aber auch zugeben wollte, mas wider die ausdrücklichen Zeugniffe der größten -Schrifts fteller läuft, daß Thales alle feine Gedanken aus dem Vers ©) Fd habe den gemeinen Wahn: daß die Griechen ihre SBifenfhaften von Afiarifhen und Africanifhen Wate Fern empfengen haben, in meiner Gefchichte der Lehre von Gott weitlaufrig unter den.Abfchnitten der Religionse begriffe der Acguptier, Phönieier und Sudier widerlegt, Weiter unten werde ich die Zeit und Uvjadyen der Ent: ftebung des gemeinen Srrthums anzeigen,

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Merken ober bem Umgange der Weifen des einen oder des anbernbiefer Wölfer gefchöpft habe; fo würde man dod) alsbenn wenigftens geftehen müffen, daß bie Rehnts hiffe der fegtern höchft eingefchränft gervefen feyen, reif faft alles Wiffen des Thales, und feiner erften Nachfole ger nicht in wichtigen Beobachtungen, und in fharffinniz gen aus Beobachtungen gezogenen Schlüffen, fondern in unglücklichen,- oder vielmehr wilden Wermuthungen bes fland, von dehen man fauni begreift, wie Männer, bie alle ihre Selegenoffen an Talenten und Durft nach Wabts beit übettraffen, fie glauben Fonnten, und nicht vielmeht durch) den lüchtigften Blick auf fich felbft und die Marve davon guritgebradjt wurden, Viel narúrtider, un ber Gefchlchte fomohl, als dem Gange des merfolicheri Geiftes gemäßer ift es, anzunehmen, daß weder die Doss ticier noch die Aegyptier auf eine foldye Art zu kather, öber zu irren Im Stande gevefen, als man ins von den exfien Sonifern etjabir, ind daß ihnenim Zeitalter des Thales, wo fie in Aufehung der KRünfte weit Binter den Griechen guidé waver, folche Fragen gar nicht einmal in ben Sinn gefornmen fenen, beruleicien der Mitefifche Meltweife aufgumerfen, und zii Beantworten ivagte; ent mian einem (haiffiniiger, aber mie ber Ges f&ichte des menfhlichen Geiftes nicht genau befännreni Maniie die Frage votlegtei auf werde Gegenftände et "glaiibe, daß die erften Denker borzúglid) Ihre Aufimerks fämfeit gewandt Bitte, oder von ivelchen Stagen tind Unterfuchtingen fie ausgegangen twären; fo würde Bin fols her allen Wermuthen tad) den erfferi Sucjern der Wabla heit mandheétet) La zueigen, bon denen die

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Biwentes Bud. Gefchichee zeigt, dafi fie fich ihnen niemals genähert ha: ben, uno Dingcaen an Diejenigen, auf die fie wirÉlid) gee fallen find, fen. vielleicht gar niche, oder am fpâteften dene Einen gfickicyen Nather mèfte fic) feine Vermus _thung eher barbieten, als diefe, daß man diejenigen Wiffenfcnaften zuecit erfunden babe, die allem Anfcheine nad) am leicteflen zu erfinden, und den Wediirfuiffer reicher Srenftaaten am metiien anpaffend waren, des, Beye fcbeint es, - Fann man vorzúglid) von der Œtaatss und Arznentunde, der Arithmetit, cigentlidher Sitten. Ichre, Defonomie, und von der Kunft zu überreden bes Baupten, und diefe Wiffenfchaften, follte man alfo dene fen, waren unter den Griechen vor allen übrigen berges gangen, Allein die Befhichte lehrt, daf die erften Fore fier alte diefe Kennrniffe vernadlaffigt, und hingegen mit den fehweriten Unterfuiungen über den Urfprung der Dinge, über die Natur und Klaffen der Götter, über das Wefen der menfehlichen Seele, über die Größe und Bewegungen himmlifher Körper, über die Urfachen gros fier Erfcheinungen der Natur, endlich über die Verhältniffe und Giaenfhaften gewiffer Sinien und Flächen angefangen haben. ‚So fonderbar und unerflartid) aber auch diefer Gang des menfchlidjen Geiftes unter den Griedyen fcheinen mag; fo if es Dod) nichts defto weniger gewiß, fiche fenn muffe. daß er der natüra Denn alle Vólfer, die ohne fremden Unterricht, über Nationalgedichte und fabelhafte Chroniken hinaus, biz zu den erfien Elementen wiffen{dyaftlidyer Keantniffe forrrücten , nicht weniger diejenigen, die von aufqeflarren Uebermiudern oder Uebermundenen belehre wurden, endlich auch foldje, die aus einem blühenden Zuftande in Unreiffenheit und Barbarey hinab fanfen, haben

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Haben eben die fbmeren, und meiftens unergründlichen Unterfudungen, mit welchen die Griedyen anfingen, oder Dod) ihnen ähnliche, am erften hefvorgezogen oder angee nommen, oder am längften beybehaften. Die Aegyptier und Chaldaer hatten nid)t nur Ueberlieferungen, und mane geldafte Chronifen von den Sehicéfaten ihrer Reiche, den Thaten ihrer Könige, und den Folgen und Verdiena flen einzelner merfmilrdiger Prieffer; fondern fie beobadh= teten auch die Bewegungen und Stellungen der Geftirne, beftimmten die Lange des Yohrs, und die Wiederkehr jäprficher Fefte, und wagten Vermuthungen über die Swhicfale der abgefchiedenen Seelen, und die Seltenihei= ten und Cigenthimlicfeiten ihres fandes. Die Priefter eben diefer und anderer morgentándifden Vsifer, Ferner die Galfifhen Druiden, und in der Folge die Araber griffen, nad) ihrer Befanntichaft mit den Griechen, une ter allen den Kenntniffen und Wiffenfchaften, welde die leztern ihnen darboten, nad) denen am gierigften, welche am früheften waren erfunden worden, und Fragen alfo, über den Urfprung der Dinge, über die Größe der Walt, über die Nevolutionen der glänzenden Epharen, die fie als die Regiererinnen ihrer Schidfale verehrten, waren die eriten, mit melchen fie fid) befchäftigten *), Auch nach der Zerftöhrung des Abendländifchen, und dem Vera fall des Griedifhen Reichs blieben von allen Künften und Wiffenfchaften,, die allmälic) ausftarben, nur die unnigeften und fpizfindigften Unterfuchungen, und zwar meifiens Diejenigen übrig, weldje die Neugierde der Gries Ra den — att 8) Ueber dicfe Saye foe man die veften AoeHwiete mehrer Gefchichte der Lehre von Goth È

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Siveptes Bud). chen zuerft auf fich gezogen Hatten, ine jede biefer Er. fheinungen muß den aufmeréfamen nadydenfenden Beob» achter daran erinnern, mie natürlich oft dasjenige fey, was ung am unnatürlichften fheint, und wie leicht man fic) verwirven Fonne, wenn man, obne ber Gefchichte zu folgen, bloß unter der éeitung eigener . Bermurbungen über die Wege und Rid)tungen des menfhlihen Geiftes zu vernünfteln fic) unterfängt, Sowie Hefiodus fich) vom Homer vorzüglich darinn unterfchted, daß er außer den Geburten und Zeugungen der Götter, auch die Entftehungen eingelner Theile der Natit Befang; fo unterfchieden fid) die älteften Syonifchen Weltweilert, deren Pbilojonbie gleichfam aus vaterländi: fer Dichefunft ausfloß, und damit verfchwiftert blieb, Hom Hefiod wieber dadurch, daß fie nicht bloß den Ur: fprung der Erde, Luft, Berge und Meere, fondern auch die Entftebung aller Dinge aufjuchten *), daß fie ferner | gang #) Man Fann initer zioeifelt, ob Sefiodus von allen Gimme lifcyen Körpern geglaubé habe, daß fie entftanderi fever, Wenigjtend erwähnt ev in feiner furjen Kosmologi der e Entftegung der Sonne; des Mondes, und einjelner Geftirne nirgends, ungeâdtet er Y, 108 und no fagte: tirare ws Te Tiewro Sec Hoi Yaia Yevovto, mec TE | AMUTETOMITA O Hoi Sedves eveos vreedér. Sabufeintidh Hielt er die Sterne fie Eleine giâiigen de Lichter oder Flammen, die am Himmel befejtige wären; den Simniel aber gewiß für citieti Sohn der Erde, der ihr gleid) fey. Join TE Toi Fowtoy prev eYewato 100y avr g BEAVOY AGELOEY

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ganz beftimme den Urftoff angaben, aus welchem, ihrer Meynung nad), alles berporgegangen war, und daß fie ¿ugleid) die Kraft oder Kräfte nannten, durd) welche alle Wefen aus der erften Grundmarerie hervorgebracht worden, - Wenn Hefiodus gefungen hatte, daß das Chaos guerft entftanden fey, ohne die Natur diefes Chaos zu beftimmen, oder den Etoff und die Kraft anzugeben, woraus und wodurch es wirflich geworden; fo nannten Thales bas Waffer, Anarimander eine gewilfe Subftang, die feiner als Waffer, aber dichter als Suft fey, und Anarimenes die Suft als basjenige Grundwefen, aus mel. chem die Welt und alle Dinge in der Welt erzeugt mor: den, und in weiches alle Dinge auch wieder aufgeldft würden, Anarimander befchrieb feinen namenfofen Ur: ftoff als eine unendliche göttliche Natur, die weder ent: fanden, nod) dem Untergange unterworfen fey; weldye Vorzüge Thales wabricheintid) dem Waffer, und Ana rimenes gewiß ter £uft beylegre. Die wirkende Urfache, die aus dem ewigen Grundftoffe alles gefchaffen babe, be: fhrieb Thales als eine felbftándige bewegende Kraft, die er mwahrfcheinfic Geele nannte; Anarimander hingegen fand fie in grooen entgegengefesten Kräften, der Wärme und der Kälte, wovon er die eine als Urfache der Entftes hung, die andere als die Urfache der Auflófung aller Wefen anfad. Alem Vermuthen nad) ftimme Anarle menes über diefen Punct mit feinem Segrer übersin *), 83 Go u. . Uz ” €) Die Deweieftgllen finder man in meiner FIA. Dor, Dea P. HIS. n

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Ziveyked Bud. So wie Hefiodus Himmel und Erde, und felbft die Götter, aus oder nad) dem Eboas entftehen ließ; eben fo glaubten aud) die Sonifhen Philofophen, daß alle göttliche Mattren aus der ewigen Materie, jeder vertheidigte, entfprungen fenen, Die ein Thales fagte, ‚ Daf alles mit Göttern oder Dämonen angefiillt fen, ohne, fo viel wir wiffen, die Geftaiten, Vollfommenbeiten und Gefchäfte diefer übermenfhlichen Wefen zu beftim= men. Entweder glaubte er alfo mit dem Heficd, daß viele Taufende von Dämonen vom Jupiter über alle Theile der Erde serftreut, und zu Hatern der Menfdien gefest worden *): oder er war auch in der Meynung, die man faft unter allen unaufgeflärten Völkern wieders findet, daß námiid) in cirem jeden Gegenftande geheime unfichtbare göttliche Kräfte, oder wohlthätige und feind= felige Gottheiten wohnten. Anapimander hielt die Hütter nicht nur für entftanden,mieSefiod und Thales fonder: fogar auch für frerblid). Er behauptete, dafi aus der unendlichen undeftimmbaren Natur, unzähliche Welten und Geftirne, die er für Getter erfannte, gen Zeiträumen abgefondert, wieder in und nach lane ihren Urftoff aufgelòfet würben **), Eo wenig die Gedanken der erften Weltweifen Griechenfandes tiber den Urfprung der Dinge und Götter fid) von denen des Hefiodus unterfchieden, und über fie erhoben; fo roh, und mit den Vorftellungen vieler wilden Völker übereinflimmend waren ihre Grundfage über *) Oper. & Dies, v. 121. 250. we) Man fehe die angeführte Schrift am angeführten Orte.

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über die Natur der Seele, und über die Entftchungsare der Menfchen und Thicre, Thales hielt die ganze Welt fiir befeelt, und die Seele felbit für eine bloß bemegende Kraft, die fid nicht nur in Menfchen und Theeren, und in den Gewadhfen der Erde, fondern aud) im Magnete und im Bernfiein finde. Was Anarimanber und fein Zus hörer über die Seele qedadye haben, ift eben fo ungewiß; als es wahrfcyeintich iff, daß cer erflere und fein febrer alle Thiere aus dem Wafer, oder aus einer fetten fcbleis Plus migten Feuchtigkeit encitanden, geglaubt haben. tard) eignet wenigftens dem Hnarimanber die Behauptung zu *), daft die Menfen eine Zeitlang im Wajfer und in Fifchen, die er defirvegen die Varer der Menfdyen nannte, ernährf, und aledenn aufs trocfene Sand geworfen worden, wo fie fic felbjt fortgehoffen Hätten **), Solche Männer nun, die entweder Waffer oder fuft, oder eine gmiféen denden liegende Mittelnatur für den Grundftoff, und eine oder mehrere unverftändige, nicht nach Abfichten mirfente bewegende Kräfte, für die erfie Urfache aller Dinge erflärten, die die Seele für ein blog Semegendes, und den Menfchen mit allen Thieren, Pflanzen und felb mit Steinen gemeinfchaftliches Wes fen dielten, denen ferner vie biere Zeugungen einer frucht« Ra 19) ISLES #*) Pherefndes wird alfremein Für den eriten erklärt, der die Unfterdfichfeie der Ovelen in Griccheatanty werfän« digt hade. (Cie. Tofe, Quiet. 1 16) — Wehsleheine tic) oder muß man fate Itnitechlichkeit See derung fegen. Denndie Fertdauee ber Seete mah dem Tode wurde durd alle Heiline Fabia ind Mofterien der Belkseetis gion fange vor dem Dheretyoes gelchrr.

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3iwentes Bud, fruchtbaren, aber empfindungstofen Seuchtigfeie, Mena fchen Geburten von Fiften, und felbft göttliche Matus ten Wirkungen einer vermmft-und emprindungslofen Subftanz zu feyn febienen, Die endlich nicht nur an ute ¿úblige entffantene, fondern fogar an flerbliche Gotta heiten glaubten, und die Geftirne felbft, mie ich gleich äeigen werde, für vergängliche Nuinen eines von ohrges fabr entifandenen, und durchs Ohngefähr gerbrochenen fidjesfreifes anfafen, folche Männer nun konnten fid) unmöglich zu dem Gebanfen eines über alles mächtigen, weifen und qurigen Schöpfers, oder Oroners und Erbala fers ber Welt erheben, weil fie weder die erftauntid)e Grófe und Schinbeit, noch die bewundersmirdige und unbegreiflide Oronung, Swedmabigfeit und Abfiche in den Werfen der Natur erfannten, durd) deren Wabrne)e mung allein die forfchende Vernunft zur Bermutbung eis nes unfichtbaren Urbebers aller Dinge binaufgeleitet wer: den Fann *), | u - Man *) So muß man über die älteften Jonifhen Weltweifen ure tbeilen, wenn man dem Ariftoreles und andern zuvere laffigen Gefchichtkhreibern folat. Man fann alfo ohne Bedenken alle die fehtnen Eprüche, die dem Tha: leg vom Diogenes, dem Verfaifer des Gaftmals der fieben Weifen vom Clemens von Alerandrien, und vom Johannes Stobáus ¿ugecigner tverden, als erdiche tet verwerfen, weil fie den achten Meynungen des Thas les und feiner Nachfolger fehnureads widerfpreden, und unläuadase Spuren Platonifber, Ariftotelifcher und Stoifcher Dhilofophic an fic) tragen, Dergleichen find folgende: da Gott das áltefte unter allen Wefen, ohne Anfang und Ende, und die Wele das fchunfte Werk der Gottheit fey; dap die Gottheit niche nur die Sand:

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Bon der Sonififen Phifofovbie. Man wundert (fid um befto weniger, daß die Alteften Sonifer fic) von den Schilderungen der Dichter, und den Begriffen des Volfs fo wenig entfernten, wenn man ihre Ausfprid)e mit den Sragmenten des Pherefndeg über die Natur der Götter und der Welt vergleidht, Diefer alte Bortesgelehrte, wie die Griechen ihn nanne ten, vebete oder fang vielmehr von den Geburten und Schlachten der Götter, wie Homer und Hefiod; von der Siebe des Zeus und der Erde, von den Wohnungen des Ogeng, oder des Oceans, die Jupiter gebauet, und von dem fchönen Gewande, das diefer in eine beflügelte Eiche‘ Gingingearbeitet hatte*), Er unterfchied fic) vom Homer È 5 und Handlungen der Menfden, fondern aud ihre Gedan: fen erfenne; daß Gott der erfte Geweger des Ganjen, und fein Wille ewiges Gefez, und unüberfteigliche Mothivendigkeit fey. Man fehe Stanley S. 2,; do Thal, ®) Arad no TE Zugiou FI woimow cvomes, woes Toy Zinvoo nou ray Ion, ko TOY ev TETOSS EQWT CL, Koes Toy OPuovews yeveow , voti Thy Sew pays za To derdeov xo To wexAcv. Max. Tyr, Diff; XIX, p. 304. Ed. Dav, Cantab, 1703. Zur Gre läuterung diefer Worte dienen folgende Stellen, die in der eben angezeigten Ausgabe angeführt Celfus ap. Orig, Lib. VI. p. 303, yay werden. Deeerv: yy — puSorcuav SCOT EIOY S ck T eink ALATO TOMEVHY , nou THS sev Yepovoe Kecvou Jidovecs, Tis ¿vegas de OProvea: FCOKANTEIS Te mas Gps A Ass auroy isoge. Clem, Strom, Lib, VI, p. 448. Degexudns 6 Sugios eyes. Zus mere Pages meyer TE Koel 4OAOV, Has EV LUTO MARIAH Y NV Kets Qynvoy, res ra (yyvs door. Ifid. ap, eund p.

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Ziveyfed Buch. und Hefiob bloß barinn, daß er den Jupiter, den Kos nos und die Erde, die diefe für entitanden hielten, für eivig erflárte *), und diefen Ausfprud) hatte Ariftoteles tabrfeintic im Sinne, wenn er **) fogt, daB-Pbhee refydes nicht, rie die ältere Dichter gefabelt, und daff er die erfte zeugende Urfache für bas Befteund Vollfome menfte gehalten habe ***), Mach den Fragen über den Urfprung der Welt, der Menfihen und Thiere, und über die Natur der Seele feinen die älteften Griechifehen Weltweifen ihre Auf merffamfeit vorzüglich auf die Entftebung, Größe und Bewegungen der bimmlifhen Körper, befonders der Sonne und des Mondes, auf die merfwürdigften, und die Sinne am meiften rührenden Erfcheinungen am Hime mel und auf der Erde, endlidy auf die Mittel, Größen zu Deffimmen, und die Verhaleniffe und Eigenfchoften von finien, Flächen und Figuren zu entdecfen, gerichtet zu haben, Allein von allen Unterfuchungen der Gonifer über diefe Gegenftände finden fic) in den Werken alter und - 462. Ka: yee pos done: Tas eos TOUBMEYSS QircooQew iva padoci Ti es 4 ÚRUITELOS deus, ue: To ET urn TETONIÀ LEY OP Pagos, nos mavræ 000 Degexudas xAAnyoonsces 2deohoyacew. *) Diog. LL 119. cogeros de re Eve to re BiBruov ocuveyener, & i ext, Zeus Mey Kees eaves Eis wer, ou DOY yy. 3%) Pag. 246. Ed. Sylb, Gr, Metaph, 313) Ueber diefe Stelle fee man Hitt,’ dose. del Deo

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und zuverläffiger Schriftfteller, in denen man dergleidhen om erffen permutben follte *), fo wenig Ucherbleibfet und in fpäfern und unzuverläffigen Gefhichtfehreibern **) fo miderfprechende Nachrichten, daß man aud bey der gröften Behutfamfeit im Prüfen und Vermerfen dad) im» mer in Gefahr ift, fich zu verirren, und dem Thales und feinen beyden Nadfolgern etwas absufpreden, was ihnen guaebôrt, oder etmas zujufchreiben, Bauptet haben. Man was fie nicht bes mag aber zum Grunde legen, welche Zeugniffe man will; fo muß man immer geftehen, daß ihre Renntnif des Himmels, und ihre Naturkunde eben fo mangelhaft und unvolfftindig, als ihre übrige Dbitefophie war, und dag Männer, die fo dadıren, wee der von den Aegpptiern, nod) Phöniciern vieles gelernet haben fünnen, Man *) Dergleichen find die Bücher des Ariffoteles de Coelo, und feine Meteor, in melden er, wie in feinen fibri: gen Schriften, gleidfails ein genauer Gefhichtfchreis ber iff. #*) Dergleichen find der Verfaffer des efenden Buchs de placitis philofophorum, der falfdye Origenes, Sto: haus, Diogenes, Proffus, und felbft and Eudemus, den Proking und Simplicius häufig anführen, und der die Gefhichte mehrerer marhematifcher Wiffenfchafs ten geichrichen hatte. Er lebte, wie ich aus dem Sim: plicius febe (in Phyf, Aufe, Arift, 98, f. b.) vor dem Aferander Aphrodifans, und if alfo wahrfheinlich ei: nerley mit dem Eudemus, der ein Zeitgenoß des Galen war. Siehe L 15. 4. Jonf, de feript, hift, phil. Sm Zeitalter diefes Geihichtfhreibers waren den álteiten Meltweifen, befonders dem Thales, fon viele Bucher untergefhoben, ‚und aus folchen feheint er den genauen Detail der Erfindungen genommen zu haben, und aus ihm Proflus dem Thales zueigneten, die er

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Sientes Bud. Man barf nur allein die Vermutbungen des Ana, pimanber über bie Entitebung der Geftirne, wie Diutard) fie befchrieben hat *), nachlefen, um ihre ganze Art zu benfen fennen zu lernen, und fic) zu überzeugen, daß man in den Gedanfen biefer erften Marurforfcher nicht einmal Annäherung zur Wahrheit erwarten fónne. Der Sanger des Thales behauptete námlid), daß fic) um den Dunfifreis der Erde, ein aus dem unendlichen Urftoff entflandener Feuerzirfelhergezogen, und ihn eben fo, mie die Dinde einen Baum umgeben babe. Diefer feurige Ring fey auf einmal dure einen Zufall gefprengt worden, und aus den Bruchftücten deffelben Hatten fid) Sonne, Mond und die übrigen Geftirne gebildet, Nash bem angeblichen Dlutard) **), bem Gohan nes Stobäus faft durchgehende folge ***), foll Thales die Geftirne, und unter diefen aud) Sonne und Mond für Körper gehalten haben, dieunferer Erde zwar ähnlich, Eben diefen Schrift aber doch feuriger Natur waren, ftellern zufolge wichen Anarimander und Unarimenes +), fowohl in der Beftimmung der Œubffan der Geftirne, als ber Größe der Sonne und des Mondes vom Thales ab it). Anarimander foll bas Sonnenrad für ¿rey und dreyßig, und ben Cirfel des Mondes für neunzehnmal größer #) Apud Eufeb: Praep. Ev. 1, 8, ++) II, 13. de Plac. Phil, #43) p, 53. 86. Ecl. phyf, +) p. 55. Stob. de Plac, Phil, IL 30, 21, 35. +4) Anarimander foll behauptet Haden, (59.59. Ps Stob.) dai die Sonne wohl als der Mond in vadförraigen Sehäufen eingefhfeffen wären, die aber Oefnungen hätten, burch welche ihr Licht ansfiriimee. term

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größer als die Erde, Anarimenes den Mond und die Erde für gleid) *), und Thales Hingegen die lestere für viele hundert mal Fleiner als den Mond gebalten Haben **), Entweder bat Thales nicht auf eine foldye Are geirrt, ober er hat aud} die Gonnenund Mondfinfterniffen nicht auf eine folche Art erkläre, als der Verfaffer des Buchs von den Meynungen der Weltiocifen feine Sefer glauben mas: chen will ***), Wales mag übrigens über die Urfachen ber Eflipfen gedacht Haben, wie er will; fo war er gewiß der erfte in Griechenland, der eine Sonnenfinfterniß vorher verfüns digte +); doch muß man immer bemetfen, daß er nicht ganz genau die Zeit angegeben habe, mann fie cinfallen toiirde, Er hielt ferner die Erde für einen platten Körs per, der wie Holz auf dem Waffer fd)wimme, und deffen Geftale die Urfache ihrer Feftigfeit und Unbes iveglichfeit fey, Diefe legtere Meynung-nahinen Anapie menes, Anaragoras und Demofrit vom Thales an, und aud) Anaximander fcheint fic) nicht weit davon entfernt gu haben +f). Die _ dieferí Sammler pa 53. hielt Ariarinianser den Sinimel für citi Shryftallenes Gewölbe, in weldhem die Sterne wie Nagel Befeftigt worden, Die Tráumie des erjiern fwetden bot Heeigniet; andern Schriftftelleen dem Herafhe gui *) pi 59. Stob, _ Si) 1. 24, Diefé Stelle if verdorben: gi. Man fehe Staal, 3. 164 $e) de Plac: Il, 24; $) Her, I. a7. | Fi > e. Ft) Arifti de Coclo, Sick toiberfprechen dem Ariftotetéd der 7 angebliche Plutàrd, und Diogenes von Laerté IL 10;

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Dientes Buch. Die übrigen aftrenomifchen Beobadhtungen oder Vermuthungen des Thales, Die Stanley *) gefammiet hat, find eben fo verdädtig, als feine große WerterEunde unglaublich ift**). Don eben fo ¿wendeutigen Anfeben find die Zeugniffe des Proflus, in melcher er meittens nad) dem Œudemus die geomerrifhen Erfindungen des Denn ungead)ter der Echúler des Plus Thales angibt. tard) dein Erfinder der Meffunfî unter den Griechen Feine Entdeckung zufcreibt, die diefer nicht gemad)t haben Eönnte; fo Fann man dod) bey dem Œtillfdweigen älterer Shriftfieffer, md der befannten Nadliffigfeit des Pros Élus und feines Gewahremannes niche vorfihtig genng feyn. Alle Saye, die Thales zuerft unter den Griechen gelebrt haben foil, gehören zu den einfachften Theoremen der Meffunft, und es läßt (ich alfo faum denfen, was der Miitefifene Weitweife von den Aegyptiern, deren Sailer er gemefen feyn foll, gelernt haben Faun, wenn er felbft nod) (mie Drorius gleichfalls verfichert **) Cre fintungen gemacht, und Pythagoras der Geometrie guerft eine wiffenydaftliche Geftalt gegeben hat, Wahrfcheins licher de PI. Phil, Ding. in Vit, Thal, & Anaxim, Lezterer veri» chert, daß Thales und Anarimander die Erde für rund gehalten, amd evfterer, daß Thales ihr gwar eine runde, Anarimenes aber eine tifesformige, und Kuarimander aar die Geftalt einer fteinernen Säule ges geben habe, Man fiche hieraus, wie miftrauifit man gegen diefe Sriftfteller feyn müffe, 2) ©. 18. #*) Yuijtoteles führe davon eine Probe an, de Civ, io 2 - bie mir Hecht lächerlich fcheint, Unacachter Ariftoteles ihe nicht ausdrudlich feinen Befall gibt, fo wundert es mid) doch, daß er ihrer nur erwähnt Hat, &#%) In Eucl, p. 19. Ed. Herr,

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licher ift es, daß Thales nach Aegnpten mehr praftifche Kunftgeiffe binbrachte, als womit die Priaiter diefes sane des bis dahin befannt waren, und daß er, wie alte Striftftellee verfichern, ihnen zeigte, wie man die Höhe der Pyramiden aus der Lánge ihres Schattens beftimmen fónne *), Thales felbit aber ging gemiß nicht über die leichteften Elemente diefer Wiffenfdyaft binaus, roeif fonff Pythagoras niche erft feinen £ebrfas hätte entdecfen, und eben daburd) als durdy eine große Erfindung berühmt met» 4 den Eönnen. Unter allen Erflárungen merfmürdiger Meteore oder Erfeheinungen auf der Erde, die den Fonifthen Welte meifen zugefchrieben werden, ift die des Crdbebens vom Anarimenes die einzige, für deren Mechtheit man einftee ben fann **). Er glaubte, Daf Erderfdritrerungen ent flünden, wenn der Boden entweder durch anhaltende Dürre oder Erweichung gefpalten würde, und grofe Theile der Oberfläche oder der dufierften Ninde in innere Höhlen hinein fielen ***), Won den Vermurhungen eben biefes Mannes, und feines $ehrers über die Urfas chen des Donners und Vliges, die vom Seneca +) dem angeblichen Plutard) ++) und deffen Ausfcyreiber dem Stobäus tit) angeführte werden, ift es zweifelhaft, ob *) Hieronym, sp. Diog, 1. 27. Plin. Lib, 36,06. **) Arift, Meteor. 11, 7. & Senec, Nat, Quaeft, VI. 10. BHA) Die Erklärung des Crdbebens, die Thales gegeben haben foll, fteht benim Seneca VI, 6, Nat, Quaeft, +) Tl. Hift. N, 17. & feq, th ML 4. 5. ttt ps 64, Ecl, Phyf,

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Ziveptes Buchs ob fie deft find; fo febr diefe Schriftfteller aud) mit eine finder überein ftimmen *), Wenn aber aud) biefé Meynungen von den Nadfolgern des Thales berrübrèn folíten; fo find fie nur neue Beweife deffen, was 1d) über die Cingefehranktheitibrer Naturfunde gefagt habe, indent fie liz und Donner aus Windftößen oder Feuern ablele teten, deren Entfiebung fie nicht anzugeben wufteh. So unvotfommen aber auch die erften Werfüche der Afiatifchen Griechen in ber Weitweisheit waren} fo merfwürdig ift es Doch (und eben diefes vermindert das Beftembende diefer Erfcheihung) daß fie vor der Profe und Gefchichte diefes Volfs hergiengen, woven die ets fiere vom Pherefydes, einem Œingeboÿtnen von Sijros erfunden, und die andere bon zween Milefiern, dem Mads inus und Hefatdus, zuerft bearbeitet wurde, Wende, fomobi die Profe, als die Gefdichte, waren in ihrem ers ten Urfprunge eben fo mangelhaft, als die Philofophié der Gonifer: bebe bildeten fic) eben fo langfam aus, und entfernten fidi aud) mit eben fo fcbleichendén Schritten von ihren Schroeflerh oder vielmehr Miittern, der Dichte funft, Fabel und Uebetlieferung, als die Weltweisheit ton Mytdologieund vaterländifcher Religion. Die Schteibs att des Pherefydes fowohl als bes Kadmus und Hefa: täus **) unfer(@ied fid) bon der Spradye der dlteften Dida 8) Medi Graubmiirdigfeit fheint folgende Stelle des Seneca iu haben, Ait enini (Thales) terrarum orbem aqua fuftineri; & vehi mote mavigil, mobilitateque ejus ; fiuQuare tune; cum dicitur trernere, 34) Sende roûveit Zeltgehioffen; iid Gluten utiter dee Nes 4 reas des Darius Hyftafpes; fury dor dent Œiitfalle iefeg Königs In das Europälfhe Gricehenfand, Her, Y,

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Dichter durch weiter nichts , als durd) die Abwefenheie eines beftimmten abgemeffenen Rytgmus *), und nad dem Urtheil des Strabo waren die älteften Gefhibefhrei. ber auch eben fo voll von Sabeln und Erdichtungen, und eben fo wenig glaubwürdig, als Homer und Hefiodus waren **), Schon Thales und feine erften Nachfolger, nod) mehr aber die Väter der Griehifchen Profe und Gee fchichte erlebten den Verluft der Frenbeit des Afiatifchen Griechentandes, und folche Verwüftungen ihrer Waters flddte, dafi fie den Verfall des öffentlichen Wohlftans des, wie ber Künfte und Wiffenfhaften voraus faben, und eine Auswanderung der gröften Künftler und weifes ften Männer befürchten muften. Kaum hatte Milet ihre Freyheit von dem wahrhaftig edelmürhigen, und fein Vaterland mehr, als feine und feiner Familien Größe lebenden Thrafpbulus ***), wiedergenommen; als fie, wie #) Strab, I. 37. Ed. Almel, **) XL 774: , RFR) Er vertheidigte feine Vaterftadt mit unerfchlittertem Murhe wider den Alyattes Her, I, 21. 32, und bes frente fie von einer Belagerung, gegen die fie fi) wegen des duferften Mangels an Lebensmitteln nicht lange mehr hätte Halten fonnen, durch eine Kriegslift, die einen eben fo glücklichen Erfolg hatte, als fie in jenen Zeiten fein fepn mochte. Wenn Ihrafpbulus, bloß in der Abficht, feine Mitbürger, und deren Güter zu Werkzeugen feiner (handlichen Lüfte zu machen, und nicht ans edlerer Nuhmfücht und Herrfchbegierde fih der biden Gewalt in Milet bemächtigt hätte; fo würde er weit entfernt, Diefe Stadt von einem fremden ode zu setten, fie vielmehr, wie nachher unzählige andere

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Zweyted Buch. wie alle übrigen Griechifchen Städte auf bem feften Sande (nur die fncifven und Cificifthen ausgenommen) vom Wenn Kröfus untarjodt und ibm ginsbar wurde *), man aber einen, wiees fcheinr, fehr mäßigen Tribur, den biefer König ihnen auflegte, und vielleicht die Verbinde lihfeit, mit ibm gegen feine Feinde zu sleben, aus: nimmt, fo feint er übrigens weder die Freyheit nod) die Grundverfafung der Griechifchen Staaten gefdimd fert zu haben. Herobot fagt nicht allein nichts von Aufs fegern oder Tpronnen, die er den Griechen aufoedrungen; fondern er redet fogar von gemeinfiyaftlichen Zufammen« fünften, die fie nad) wie vor gehalten, und von frenen gemeinfehaftlichen Enfehliehungen, Die fie gefafit hate. tens), MWahrfiheinlich alfo war es mehr Gemogenbeit und Dankbarkeit gegen die Milde des Lydijchen Königs, als Sivang oder Furcht, wenn außer Milet alle Griehi« {ehe Städte ihm Hutfsrölfer wider den Kyrus fchicften ++), Diefe Trene und Anhänglichfeit der Aftarifehen Griechen an dem Kıöfus fam ihnen aber nad) der Niederlage dies tes andere thaten, demfelben aus allen Kräften zu unter werfen gefacht haben, um fid) RUE eine Stiîse zu verfhaffen, und die Herrfdaft über feine Mitbürger als einen Lohn feiner Vervatherey zu empfangen. $) Her. IL 26. 28. vifs vegierte vou DI. 54, 4, bis $3. & HR) Sclhft die frenndfbaftiite Verbindung, it welcher mehrere ber Griechifehen Weifen mit dem Kröfus fans den, beweilt, dag man den leztern nicht als einen Tps rannen verabfhente, und Dienfte, die ihm erzeiat mute: den, niche fur Verráthereyen gegen das Vaterland biete. ll, 76, 1414 ext) Her,

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fes Rénigsund dem Umfiurze des Lydifchen Reichs *) fehr theuer gu ftehen. Wergebens flehten fie um die Gnade **), fid) dem fiegenden Kyrus unter eben ben Bedingungen untermerfen zu Dürfen, unter welchen fie bisher dem Krda fus zinsbar gewefen wären. Er antwortete ihnen, daß es nun zu fpât fey, um eben das zu bitten, mas fie vore Ber, da es ihnen von freyen Stücen angeboten, muta willig ausgefchlagen Hatten, Er übergab daher, weil er nad) der Eroberung von Gardes in Oberafien zurüde ging, um die Babplonier und andere Völker zu bezwina gen, die Züchtigung und Unterjochung der Yfiatifhers Griechen einigen feiner Feldherrn, unter welchen der graufame Mazares Priene und Magnefia nicht nur vor Grund aus zerförte, fondern auch ihre Bewohner als Sclaven verfaufte ***). Weil die Phofäenfer ein Ahnlia Des Schidfal befürcbteten; fo'entfdloffen fie fih, eher ifr Vaterland felbft zu zerflören, und es alsdann mie Mejbern, Kindern und allen beweglichen Gütern zuver« faffen, als fid) bem Harpagus, einem Nachfolger des Mazares, zu unterwerfen +). Fhrem Benfpiele folgten die Tejer. Denn als die Perfer ihre Mauer erftiegen, festen fie fich in ihre Schiffe, und wandten fic) nad) Abdera, deren Bervohner von den Thraciern vertrieben worden waren, Alle übrige Yonifhe Städte fochter ta gleiche *) Olymp. LVII, I, #*) Herod, I, 141, Ret) Idem I 161, 7) Herod. L 163, Nad vielen Drangfalen und ausges übten tapfern Thaten ließen fie fid) endlich in Stations und Gallien nieder, Elsa und Maffilien, und wurden die Erbauer vor

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Ziwented Bud! gleichfalls mit elnem Muthe, den die duflerfte Versweifelung und die Furcht vor unvermeidlider Rnechrfhaft unter unerbitttid'en Barbaren nur einflößen Fonnte; aflein fie wurden dennod) alle nad) einander erobert. Harpagus begegnete ihnen aber mit größerer Gelindigfeit, als mos mit fein Vorgänger Priene und Magnefia behandelt hatte, > Er lieth weder ihre Einwohner meafilbren, nod) ihre Welber und Kinder als Eclaven verfanfen *), Am menigs fien Widerftand thaten die Karier, fo mie aufder andern Seite die Sncier am würhenditen fochten. Die leztern lieferten den Perfern eine blutige Schlacht, und als diefe unglicétid) ausfiel, fleppren fie Weiber, Kinder, Eclaven und Kleinodien in den befettigren Theil der Stadt Lanthus **) , verbrannten alles, mas ihnen am. thenerften war, verpflichteten fic durch die fürchterlichften Gide, ¡br Leben von feinem Perfer anzunehmen, und flürgten (ich hierauf mit rafender Tapferfeit in den Feind, durd) deffen Schwerdt fie alle fielen ***), Raft eben das © tbaten die Sounier +), und man Fann daher aus diefen angeführten Nachrichten abnehmen, mie fehr das Afia» tifhe Griechenland durch diefe erfte gewaltfame Unters werfung unter die Herefdyaft der Perfer leiden muftett). Wenn #) Idem 1, 169, Rey 1. 170 E) I. 170. HL 177. tt) Miler war die einzige Stadt auf dem feften Lande, die verfdont wuree, weil fic fid) vor der Niederlage des Kröjus mic dem Perjifeyen Eroberer verbunden harte. Der Untergang ibrer Schwenern wurde für fie, wie

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Von der Yonifben! Philosophie, Wenn man aber die Verheerungen ausnimme, welche der Ueberfall eines roben Eriegerifchen Bolts, und die ‘sue fiir die Griechifhen Infeln, eine neue Quelle von Reid)» thum, Handel und Made. Milet, Games und Chios waren, wie aus der Folge erhellen wird, nie in einem Bligendern Zuftande, als zwifchen dem Cinfalfe des Kyras und der Empörung der Afiatifhen Griechen une ter dem Ariftagoras. Ueber das Schiefal der Griediféen Infeln finde id) den Herodor mit fich felb und andern Schriftftels" leen im Widerfprudy: Einmal fagt er, daß die Grier Hifehen Snfulaner durch die Sraufamkeir der Perfer gegen die Griechen auf dem feften Laude wären in Furcht gefezt worden, und dap fie fic) dem Kyrus ergeben hätten (1. 169.) An einer andern Stelle gefteht er felóft, daß die Jnfeldes wohner von den Werfern nichts zu befürchten gehabt hätten, weil die lezteru- im Seewefen nod) unerfahren, und die Phonicier ihnen nod) nicht unterworfen gewefen Er felbit nennt viele Infeln namente wären I. 143. lich, die nod) unter dem Darius Hyjtaspes ihre Freyheit harten, und erft in der Folge von diefem Könige bes NHiemit ftimme nidt te zwungen wurden V. 31, u.f. das Bengnif des Thuéndides, fondern aud) die Ger fhichte des Dolyérates überein, wie wir fie in chen diefem und andern Gelhichtichreibern finden, (Her, III Thuc. 1. 13.54 HE 104. Pin, 39. 41. 139.149 Diefer Tvrann von Samos heerfchte XXXVII 1.) nicht mue Aber fein Vaterland, fondeen auch über ciefe und felbif uber Städte auf dem poten Lande, und ging gar mit dem Gedanken um, fid) Joe nien zu unterwerfen. Er war anfangs ein Sunecss genog und Gajtfreund des Aegyprijthen Kinigs Amafis, der ihm aber, wie Sderodot meldet, die Feeundihaft auffundigre, weil er befurdhtete, dag ein fe anhalten andere Iniefn, des und erjtaunlihes GhieE, alg dasjenige war, was Polpirates genoffen Hatte, nothwendig den Reid der Gita ter erregen, und einen [hredlihen Limjturz feider wide, Poly:

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Sientes Buch. bie Barfnddige Gegenwebr der Griechen gleich unvermeibs lich machten, fo wurde das Schieffal der fegtern unter ben beyden erften Perfifchen Rônigen aliem Anfeben nach gat nicht, oder nur fehr wenig verfblimmert, Die Afiatifehen Städte hingen freylich von dem Perfifchen Bee feblebaber ab, der meiftens feinen Wohnfiz in Sardes Batte: fie muften ferner, gleich allen übrigen fbermun: _ denen Völkern, gewiffe Gefchenfe darbringen *), die wahrfeheinlich ben Tribuf, den fie vorher vem Kröfus entrichtet Batten, nur um ein geringes tiberftiegen: ends lid) waren fie verbunden, Rriegsvélfer, mo, und wann, und fo viel ihrer verlangt wurden, zu flellen, Allein man nahm ihnen weber ihre Gefeze, nod) ihre innere BVerfaffung, man drang ihnen Feine Tyrannen auf, und erlaube ihnen fogar, fic) zu verfammien **), Kyrus fowobl als Kambyfes waren zu fehr mit neuen Eroberuns gen und mit den erften nothwendigen Einrichtungen Foum bezwungener größerer Lander befchäftigt, als dafi fie die Eleinen Griedifchen Staaten, die in unermeflider Ents fera Polyfrates bot daher dem Rambbfes feine Dienfie an, und fohidte ihm eine Flotte wider WAcaypten zu Hilfe, Die ev mit Männern befezte, von denen er gerue befrepr feyn wollte. Den fihredlihen Kreusestod diefes groz fen Mannes fonnen diejenigen, die fid von dem Betra= gen der Perfer einen Degriff machen wollen, beym Hes rodot nachlefen, II, 125, >) Herod, III. 89. e) Auf einer folchen Verfammltng der Sonter war eg, wo Bias den Vorfehlag thar, um des nnabwerflichen Goes der Perfer willen, Afien zu verlaffen, und enter der Gügrung der Górtiun der Freyheit nad) Sardinien zu ziehen. I 170.

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Bon der Zorifchen Philofowsie. fernung von ihren Königsfigen am dufieriten Mande ihres ungebeuren Reichs lagen, genau hatten Éennen, oder den Enrfbluf faffen fénnen, die ihnen eigenthümiide Sreb= Beitsliebe, uno alle aus diefer bervurquillende Tugenden, durch vorfichtige Maafregeln zu brechen und anszurote Go gelinde aber aud) die Herrfdaft der benden ten, erjien Perfifchen Könige war, fo fhimpflid und uners träglich fehien doch den Griechen ihre Knechtfehafe zu feyn, PHerodot fagt daher, daß die Afiatifiben Griechen unter dem Kyrus zum awepten mal in die Sclaverey gerathen feyen, und daß Rambyfes die Gonier und Aeolier fon als angeerbte Knechte. angefehen babe *), Unter dem Darius Hyftaspes, ben man mié Hecht den sweyten Gründer oder den Defeftiger des vom Kyrus geftifteren Reichs nennen fann #*), ‚wurden bie Griedifen Staaten in Afien viel eingefcjränfter und abhängiger, als fie unter deffen Vorfahren gewefen wae ren, und ihre alte Grumdverfaffung wurde gänzlich uma gefehrt und vernichter, Diefer edle Zorftörer des fhintpfe lichen Priefterregiments, deffen fic) nad) bem Tode des Kambpfes die eben fo’ verfchmizten als führen Magie bemächtigt haften, erweiterte feine Staaten, nicht nur dur Eroberungen in Indien, und burd die Bezwiita gung der Griechifchen Gufeim, fondern ev theilte avd alle ihm untermorfene finderin jwonsíg große Provingen oder, Satravien ein, deren jeder er einem ihrer Größe und Moblbabenbeit angemeffenen Tribut anflegte. Cv des fiellte ferner über eine jede Proving einen geoßen Defebisa "ta Haber, SE 169. Ur **) Darius Syftaspes vegiertevon OL LXIV, 4, Bis LXXIEE 20

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Swented Buch, Haber, der ben Tribut heben, im Namen des Königs Gerechtigkeit handhaben, Rube erhalten, Feinde juris treiben, und sum Dienfte des Königs eine gemiffe Ans zahl von Kriegsleuten breit halten, und an einem gewife fen jedem beftimmten Ores liefern muffe. Endlid) vers ordnete er über einzelne Städte, und Fleinere Gegenden Vorfteher, die von dem Satrapen abhängig waren, und dahin fehen muften, O.f nirgends etwas wider das Gna tereffe des Königs vorgenommen, daß fen Wille allenta halben erfüllt, und eine jede Uebertretung deffelben bejtraft würde, Diefe Einrichtungen muflen fid) die Griechen, wie alle übrige dem Scepter der Perfer gehorchende Volfer gefallen laffen. Darius fhlug Jonien, Aeolien, Karien, Sycien und Pamphplien zu einer Proving, legte ihnen einen Tribut von 400 Babnionifdjen Talenten Sile bers auf (ein jedes Talent hielt 70 Œuboifhe Minen) fezte über das ganze Afiatifche Griedyenland einen einzigen Eatrapen, und über eine jede Stade einen eigenen Bots ffeber. Oicfe legtere waren immer gebobrne Griechen, meiftens aus den Städten, denen fie vorftunden, und wurden von ihren Mitbürgern Tyrannen genannt, und als foldye verabfchent *), weil fie ihr Vaterland nach ihe rem eigenen Gutdinfen und dem Willen des Hofes Les herrfchten, dem fie ihre Hoheit und alle damit verbundene Vorzüge zu danfen hatten. Die eigeunigigen und une © patriotifchen Gefinnungen dieferTyrannen äußerten fid) ben Feiner Gelegenbeit deutlicher, als bey dem Fühnen Borfchlage des Miltiades, der ihnen ricth “), die Brie über 38. Serodot nennt fie *) Herod. IV. 137. 138. V. 37.eore sS. bald Tuecvves, bald erıT e. 3. în Vit, Milt, Corn 4%) Herod, IV, 137. 138,

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über bie Donan, deren Befezung der Perfifche König den Afiarifdyen Griechen beym Antritt feines Zuges wider _ die Sfyrhen anvertraut hatte, abzubrechen, und den Darius famt feinen Heere durd) das ihm folgende Schwerdt der Feinde verzehren zulaffen. Alle Tyrannen, | deren Namen Herodot anführt, vermarfen diefen Rath einftimmig, und fceuten fic nicht, öffentlich) zu befennen, daß ihre Wohlfart von der Erreftung des Darius abhänge, daf mit feinem Untergange auch ihre‘ Größe aufhören, und die Srenbeit fid) allenthalben anf den Trümmern ih rer Herrfchaft erheben würde, Sie entriffen daher durch betrüglihe Werfprechungen den fliehenden König der’ Race der Skochen, und wurden von biefen, die fie hina tergangen hatten, die feigeften und niederfrädhtigiten | Œclaven gefcholten. Nicht lange nad) diefem fhimpflihen Rüczuge der Perfer zog die Unbefonnenheit und Verzweiflelung eines einzigen Mannes die Afiatifhen Griechen in eine folche Reihe von Febltritten und Unglücsfällen hinein, die fich für afle Städre, felbit diejenigen, die bis dahin ihre Freyheit behauptet Hatten, und vom Feinde unberührt geblieben waren, mit der härteften Ruechtfchaft und fol: chen Verbeerungen endigten, daß ganze Jahrhunderte nicht Dinreichten, fie wiederum aufzurichten. Diefer meré. wilrdige Mann, der über fein Vaterland fo viel Yammer und über die Europäifchen Griechen fo viel Gefahren brachte; aber aud felbft durch diefe Gefahren (und dies fer Gedanfe fann allein ben, Griedyen lievenden Sefer trà. ften) den Grund zum Nubme und zur Gtückfeligfeit der legtern legte, war Ariftagoras, Tyrann oder Worfteher von Milet, welche Stadt damals, nad) dem Seugniffe

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Qwentes Bud. des Hevodot, nicht nur alle Städte Soniens, fondern aud) fid) felbft an Reichthum, und Made, und blübens dem Wohlftande übertref *), Ariftagoras wurde theils . burd) Schulden, in die er durdy die Verratherey eines vornehmen Perfers geftürzt worden war **), theils durd) die Furcht vor der Nechenfchaft, zu der er glaubte, daß man ihn gießen würde, am meiften aber durch die Ante teisungen feines Sd)wiegervaters Hiftiäus, den man wis der feinen Willen am Verfifchen Hofe in einer ehrenvoifen Gefangenfthaft hielt, in die gefährliche Unterneba mung Dineingetrieben, das Afiatifhe Griechenland zu einer aligemeinen Œmpérung, und die madtige fin Griechifhen Staaten in Europa zu einem Kriege wider die Perfer aufjuwiegeln. Er fing das mit an, feiner Vaferftadt Milet die Freyheit wieder gu fehenfen, trieb bald nad)ber ans allen Übrigen Sonis fhen Städten die von den Perfern eingefezten Tyrannen aus, führte aflenthalben eine republicanifhe Verfaffung ein, und reiste dadurd) die aus dem Schlummer der Ruechtfchaft ermacdenden Griechen zum lebhafteften Ei» Frey: fer, ihre alten Rechte, und die füße wiedererhaltene Beit mit allen Kräften gegen ihre Unferbrücker zu vertheis digen. Weil aber Ariftagoras die vereinigte Mache der Afiatifdien Griechen noch nicht für hinreichend hielt, den Perfern zu widerftehen,~ fo ging er felbft nad) Sparta, um deren tapfere Birger zum Mitftveite fir die Wohl fart ihrer Brüder in Aften einzuladen, Allein Bier wurde fein

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Bert der Sonifchen Philofophie, fein Vorhaben theils durch die Klugheit und unbeftechliche Redhtfchaffenheit des Königs Kieomenes, theils durch die ungeitige Aufzählung der freylicd) reichen, aber unermeß« lichen Sander des Perfifhen Königs vereitelt, wodurch die bedächtlichen Spartaner mehr abgefthredt ale angee fot wurden, Defto glücklicher war Ariftagoras in Athen, wo es ifm, wie Herodot fagt*), leichter wurde, einen Haufen von 30000 freyen Männern zu berücken, als in Sparta einen einsigen weifen König zu überliften, Die Athenlenfer befchloffen, ihm 20 Schiffe zu Hilfe zu foiden, zu denen nod) fünf andere aus Eretria friefien. Dis hieher war fein Entwurf nod) immer von der Art, daß die Ausführung deffelben nicht unmôglich fihien, und ein glücklicher Ausgang feinem Urheber einen Plaz unter ben fühnften und erhabenften Geiftern feines Wolks würde gegeben haben. Allein der Gebraucy, den er von der aus Europa erhaltenen Verftärkung machte, zeigte, daß Avijtagoras viel Fleiner, als die Unternehmung war, die er angefangen hatte, Er that námlid) einen abens theuerlichen Zug gegen Sardes, das er zwar überrumpelte, aber nicht einmal fo lange behaupten forte, daß Er mufie fich fchieuuig er es hätte ausplündern fónnen. guriicfyiehen, und fon auf diefer (chimpflichen Suche wurde er durch den beträchtlichen Vertuft, den er litt, dafiir gezüchtigt, daß er einen Theil der Stadt Gardes, und unter andern aud) einen Tempel der Göttin Kybele**), in die Afche legte, welche Mordbrennerey der Hauptgrund wurde, weßwegen Darius das Europäifche Sriechenland mit *) À **) 102, c, Herod,

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Biveyte8 Bud. mit Krieg überzog, und alle Wohnyngen Griechifcher Götter mit fhmwärmerifcher Rache gerfidren liek, Diefe unbefonnene Unternehmung gegen Sardes madhte auf die verbundenen Griechifchen Staaten ganz. Die Athenienfer verlobren entgegengefeste Œindrüde. burd) den Tod vieler edlen Griechen, die auf dem Ruck: zuge erfchlagen worden waren *), auf einmal den Muth fo febr, daß fie aller Bitten und Gefandfchaften des Aviftagoras ungeachtet, von ihrem Bindniffe mit den Soniern abtraten. Die Afiatifhen Griechen hingegen gewannen durd) eben diefen Streid) an Kühnheit eben fo febr, als an neuen Bundesgenoffen und Eroberungen. Sie nahmen Byzanz und andere Städte am Hellespont weg; und erhielten die Einwohner von Kypern, und eis nem großen Theile von Karien zu Mitfámpfern**). Dies anfcheinende Glü war aber nur von febr Furzer Dauer. Kypern murde gleich in bem erften Sabre nad) feinem Abfall wieder erobert ***), Die Rarier erlitten eine Mieberlage von sebataufend Mann +); und die eroberten Städte am Hellespont wurden mie Rlagomene in Sjonien und Kyme in Aeolien unter die Perfifche Herrfchaft zus rücgebracht. Ariftagoras felbft entflob nad) Thracien, wo er fame feinen Vegleitern von den Friegerifchen Cine wohnern erfeblagen wurde. Alte diefe Unfälle madten die Griechen bald den Schritt bereuen, den fie gethan hatten. Cie warfen es dem *) 103. Ce **) Her, ib,

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dem Hiftidus vor, daß er fie durd) den Ariffagoras zum Kriege wider die Perfer bewogen babe *), und die Mis fefier weigerten fich fo gar, ihn als ihr Haupt aufzunehe men, Unterbeffen fafiten fie dod) **) den einmitbigen Entfhluß, in dem Abfall von ven Perfern zu bebarren, und diefes nicht fowohl in der Hofrung eines glücklichen Ausgangs, als mel fie fic) in ihrer gegenwärtigen Sage nicht anders zu rathen muften. Cie veriammleten daher eine Slotte von mehr als drenbunbert und fünfzig ***) Schiffen, ein Beweis, mie viel ihnen, aller ausgeflandenen Drangfale ungeachtet, noch Kräfte übrig geb'ieben waren +), und würden vielleicht die faft zweymal fo ftarfe feindliche Seemade gefchlagen haben, wenn nicht Swietract und Bervatherey fie getrennt, und Weichlichfelt fie zu den Gefahren, und felbft zu den Voriibungen des Krieges untüchtig gemacht hätte. Sie folgten anfangs dem heile famen Rathe des Dionyfius von Phofäa mit der ardiiten Bereitwilligfeit, der fie ermunterte, fid) taglidr flafig in den Waffen zu üben, und zu allen Arten des Sees fiveits zu rüften und vorzubereiten tt), ja fie gaben ibm fo gar ‘eine unumfchränfte Vollmadt, alle Veranftale tungen zn freffen, die er gut finden würde; allein diefe guten Borfäge dauerten nur fieben Tage. Das anhaltende Diudern, das Hinsund Herfciffen, und das mühfelige Wafe $) VL 3. Co) VIA ***) VI, go. D Die Mifefier allein gaben achtzig, und die Chier 100 Erie her, die Gamier fedizia, von welchen leztern ein jedes mit 40 ftreitbaren Durgern befege war. Dinant

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Biveptes Bud, Waffentragen erfchöpfte fie nicht nur, fordern jog ifnen auch würftich viele Kranfheiten ju. Cie meigerren fid) daher fthlechterdias, dem Dionyfius ferner zu gehorchen, * verließen ihre Schiffe und richteten am Ufer Zelte auf, unter denen fie fid von der ihnen unerfraglid) fdjeinenden Aus diefer Unbeftändigfeit und Wider Arbeit erbolren, foenftigfeit gegen ihren Führer muften notbmendig allere ley Unorbnungen und verderbliches Niifrrauen entfteben, melches die vertriebene, zu den Perfern übergangene Zyrannen auf eine liftige Are zu unterhalten und zu nugen rouften. Die Samier fingen guerft an, an dem Glide der Griechifchen Waffen zu verzmeifeln, und fchloffen mit den Feinden einen geheimen Vertrag, in welchem fie fic) verbindtid) machten, ihre bisherigen Bundsgenoffen zu verlaffen. Cie fegeiten daher auch in der bald daranfera folgenden unglücklichen Schlacht mit allen ihren Schiffen, effe ausgenommen, verrärherifher Weife nach Haufe, und wurden dadurch die Urfache, daf die Flotte der übrie gen Griechen, unter denen die Chier am fapferften fochs ten, faft ganz zu Grunde gerichtet wurde, Durch diefen Streid; gewannen die Samier *) zwar fo viel, daß wee der #) Nady dem Tode des Polykrates war Samos, wie Hero dot fagt, die crfîe unter allen Griehifgen und Sonie fen Städten, und würde diefen Vorzug CL. 139, Herod.) wahrfheinlich and) noch lange hehanptet haben, wenn nicht der Wahnfinn des Maandrins dem Polpérates feine Macht uberacben hatte, ber die fchönfte und reichfte der Gricchifhen Suicin das fchrecflichjte Verderben ger Er fied die vornehmen Perfer, die den bracbr hätte. Solvfon, einen Bruder des Dolnirates, als Negierer von Games einfezen follten, .rweurgen, und veijte das durch den Darius fo febr, daß ev die Samier, we rige

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der ihre Häufer noch die Tempel ihrer Götter angezindet murden, allein fie mujten bod) wider ihren Willen”) den -AUeafus zum Beberrfcher annehmen, weil diefer zur Uns treue der Samier, und zur Miederlage der Griechen am meiften beygerragen batte, Alle übrige Griechifche Sraote auf dem feften Sande fomobl, 018 auf den Infeín, mure ben mit einer uncibórten Graufamfeit vernichtet, fie mochten mit Gewalt erobert werden, oder fich ohne Bee lagerung freywillig ergeben **), ihre Mauern wurden eingeriffen, ihre Häufer und Tempel verbrannt, alle mebrbafte Männer geeddtet, oder aud) in das Snnerfte des Derfifhen Reichs weggeführt; Weiber und Kinder wurden als Sclaven verfauft, die edelften ünglinge vers febnitten, und die fchdnften Sungfrauen für den Harem des Königs anggefudt. Die mit Trúmmern von Pallas Ren. und Tempeln überbecten Pláze, wo einft die herrlich. fen. Städte geftanden hatten, wurden fame dem dazu gehörigen Gebiete entweder eingebohrnen Perfern, oder aud) Kariern, ober enblid) foldjen Griechen ausgetbeilt, welche die Perfer für unfchuldiq hielten ***), Wenn man nun die bisher erzählten, fehnell auf einander fole gene übrige Infulaner mißhandeln lief. Man ftellte eine allgemeine Menfhenjad an, flug aile wehrhaften Männer, die man antraf, todt, und verkaufte die bris gen Einwohner als Selaven (511,137. VI 31.) Samos wurde daher auf einmal ganz menfenfecr: doch ließ der Veroufter diefer Sufel, dur einen Traum ges frecft, fie bald nacyher wieder befezen. IT. 149. — Eden fo bejammernswuroig war der Fall von Milet. VI, 20. *) Vi 25. *#) 19, 20, 3t, 32, FER) Dicie gänzliche Umkehrung des Afintifchen Griechenlan: des gefhab im Gren Sabre Ihres Abfalls, Sabre. der 72 Olympiade, Herod, VI, 31, im legten

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Ziventes Buch. genden und immer fobrecflichern Vermiiftungen des Gries Hhifchen Afiens, den Tod oder die Flucht der großen Mans ner, die Ausrottung der edelffen Familien, die noch immer fortdaurende Unterroú: figfeit unter harten und argmöhnie fchen Herren, und endlid) die ungeheure Eittenverderbniß, die furz vor oder auch zu den Zeiten ihrer größten $eiden unter den Griechen Ueberhand nahm, zufammendenft; fo findet man es fehr hegreiflich, was die Gefchichte tebrt, daß Künfte und Wiffenfehaften in Afien niche nur fille zu fteben, fondern aud zu fallen anfingen, und aus ihrem urfprünglichen Vaterlande in andere Gegenden flüchteten, wo fie unter dem Schuse der Freyheit, und im Schooße des Ueberfluffes, Sicherheit und Belohnungen erwarten fonnten. Daß Mardoniue in die Griechifchen Städte eine bemofratifche Negierungsform einführte*), halfihnen eben fo wenig, als daß die Romer fpäter den Europäi: fchen Griechen die Freyheit wieder fchenfren. Wende blies ben dod) immer von mächrigern Berrfenden Vole fern abhängig: und bende Batten von dem reizenden Schattenbilde, womit man fie taufchte, den grofen Scha= den, daß fie in würhende Factionen’ **) gerriffen, von vies len *) VI, 43. Herod, e) Auf diefen Zeitpunet bezieht fid) der Fluch, den Herae flit über die Ephefier, wegen der Verbannung des Hermodors, ausfprad, und die Erflirung des Ephee fijen Volks, da unter ihnen niemand vor andern Bervorfieden, fondern wenn er über feine Mitbirger fich zu erheben wünfhe, alsdenn fid) unter ein anderes Volt begeben folle. (Diog. Vili. 2.) - Die fernere Gefhichte des Griechifhen Afiens will fd) alsdaun; fortfegen, wenn es aus feiner Bere niche

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en nichtsmürbigen Demagogen irre geführt, ‘und der wenigen rectfaffenen Muth Hatten, Patrioten, die Willen ihr Vaterland zu beglücen, und beraubt vurden, nidtung wiederum anfgeftanden feyn, © Europäifhe Griechenland? an Cultue wird. 3 und bas. übertreffen