Alexander und Peregrinus

Auteur
Zeller, E.
Verschenen in
Deutsche Rundschau
Jaar
1877
Onderwerp
ALEXANDER
Taal
Deutsch
Categorie
B1 Biografieën
Archiefnummer
2780

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ENER €. PSH —\&R8 IV. Ein Betrüger und ein Schwärmer., (Deutsche Rundschau Januar 1877.) | 155 gläubiger heissen, der einem thatsächlich bestehenden und anerkannten Glauben widerspricht, so müsste man alle Reformatoren, alle, die sich um Aufklärung der religiösen Begrifte, um Läuterung des frommen Gefühls, um Veredl ung der Gottesverehrung ein Verdienst erworben haben, den Ungläubiren zuzählen. Der grossen Mehrzahl ihrer Zeitge nossen haben sie ja auch alle dafür gegolten. Leibniz war als der „Glaubenichts“ vorschrieen, Sokrates ist als Gotter feind verurtheilt worden; und in den Jahrhunderten vor Constan tin waren es die Alexander und Peregrinus. - e Alexander und Peregrinus. Christen, an die man zuerst dachte, wenn von Atheist en die Rede war. Dass aber diese Art von „Unglauben* den Aberglauben nicht alleju zum Gegner, sondern auch zum Begleiter habe, kann man nicht sagen. Nicht cinmal von den wirklich Unglitubigon, von denon, die Qhorhuupt koluo Itoligion haben u — Der Unglaube, sagt man, und der Aberglaube seien zwei und haben wollen, wird man ohne woiteres unnelun en können, seien desshalb für den Aberglauben empfinglicher, uls Brüder, die fortwährend im Streit liegen und doch nie von sie einander lassefi können; wo der eine von beiden sich eines andere; und andererseits findet man grosse Theile der menschlichen Gesellschaft, deren Religion zu einem äusserl ichen Cärimonienwesen, einem geistlusen Aberglauben, entartet ist, ohne Theils der menschlichen Gesellschaft bemächtigt habe, da habe man sicher auch nach dem andern nicht weit zu suchen. Und wenn wir nach Belegen für diesen Satz fragen, nennt man vor allem zwei Perioden, welchen in der Geschichte der menschlichen Geistesentwicklung eine hervorragende Bedeutung zukommt: die Zeiten der römischen Kaiserherrschaft und das achtzehnte Jahrhundert. Diess ist nun auch in gewissem Sinn richtig. Aber es kommt alles darauf an, was man unter Aberglauben und Unglauben versteht. Will man alles das Aberglauben nennen, was reineren Begriffen widerstreitet, so wird dass von irgend jemand die Kraft jener Cärimonien oder die Wirklichkeit der Wesen bestritten würde, auf die sie sich beziehen. Nur dann ist der obige Satz richtig, wenn man unter dem Aberglauben nicht jeden religiösen Irrthum versteht, sondern blos denjenigen, welcher für den Glaub enden selbst seine Wahrheit verloren, der ihm für sein roligiöses Leben etwas zu leisten und zu bedeuten aufgehört hat, der aber trotzdem festgehalten wird; und unter dem Unglau ben man dessen in jeder positiven Religion mehr als genug finden; nicht jede Bestreitung des überlieferten Glaubens, sondern und nach dem Massstab unseres Wissens und Denkens würde eine solche, mar in dem religiösen Leben und Glauben ganzer Völker und eigenen Ueberzeugung getragen ist, die das, wus anderen heilig ist, desshalb husst, weil ihr selbst nichts heilig bt, mit Zeiten — wie diess ja früher nur allzu gewöhnlich war — die von keinem Ernst nur der Gesinnung, ‚keiner Dann liesse sich aber Einem Worte, die frivol ist. Bei dieser Art von Abergluuben nicht behaupten, der Aberglaube sei immer mit dem Unglauben und dieser Art von Unglauben ist es allerdings sehr erklürlich, verschwistert; da gerade bei solehen Völkern und in solchen dass beide einander theils voraussetzen , theils hervorrufen, Der Aberglaube in diesem Sinn ist ein wurmst ichiger Glaube; ein Glaube, der den Unglauben in sich trägt, dem dieser nichts als Aberglauben sehen können. Zeiten ein Zweifel an der Wahrheit des überlieferten Glaubens nur selten gewagt wird. Soll andererseits jeder ein Un-

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Ueber ELLER. [Gelesen in der Akademie der Wissenschaften am 25. Juli 1878.) dex folgenreiche Erfindung oder Entdeckung, jede eingreifende wissenschaftliche Theorie, die in unserer Zeit auftritt, lenkt unseren Blick unwillkürlich in die Vergangenheit zurück. Wir fragen, ob ähnliches nicht auch früher schon da war, ob das neue, was in der Gegenwart an’s Licht getreten ist, nicht vielleicht schon seit längerer Zeit vorbereitet und wenigstens theilweise schon bekannt war; und wir begegnen nicht selten zu unserem Erstaunen dem einen nnd andern von dem, was wir jüngsten Ursprungs glaubten, schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden, wir sehen die Alten dem, was in der Folge zur durchschlagendsten Wirkung gelangte, oft so nahe kommen, dafs wir uns fragen müssen, wie die letzten, scheinbar so Fruchtbarkeit uns kleinen Schritte unterbleiben, in die Augen springt, von die Gedanken, ihren eigenen deren Urhebern nicht weiter verfolgt, von der Mitwelt übersehen, von der Nachwelt vergessen werden konnten? Wenn wir genauer zusehen, zeigt sich freilich in der Regel, dafs die Verwandtschaft des Früheren mit dem Späteren doch nicht so weit geht, als es beim ersten Anblick scheinen mochte: dafs zur Entwickelung des einen aus dem andern Zwischenglieder nöthig waren, an denen es noch lange Zeit fehlte: dafs manche bereits gehobenen Schätze nur defshalb wieder verloren giengen und später neu entdeckt werden mnísten, weil ihr Werth von den ersten Entdeckern selbst nicht erkannt wurde, manche an sich selbst lebensfähige Keime nur defshalb

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keine Frucht brachten, weil der ganze Bildungsstand und die Verhältnisse ibrer Zeit ihnen die Bedingungen versagten, deren sie zur Erhaltung und zum Ausreifen bedurften. Unter den wissenschaftlichen Erscheinungen der Gegenwart, deren leitende Gedanken man in neuerer Zeit bis in’s Alterthum zurück zu verfolgen versucht hat, nimmt die Darwin'sche Theorie über die Entstehung und Entwickelung der Organismen eine der ersten Stellen ein; und es erscheint insofern als keine undankbare Aufgabe, zu untersuchen, ob die griechische Wissenschaft dieser Theorie Anknüpfungspunkte darbietet, wo diese sich finden und wie weit sie reichen. Die Frage hat nun nach der ersten Entstehung der Thiere und Menschen allerdings das Nachdenken Völker, schon frühe beschäftigt. der Griechen, wie vieler anderen Aber die Antworten, die darauf gegeben wurden, waren anfangs, wie gleichfalls überall, höchst einfacher und kindlicher Art: jene Mythen von den Erdgeborenen, denen den Autochthonen, von fast jede griechische Landschaft zum Beweis für das Alter ihrer Bevölkerung einen ihr eigenthümlichen zu erzählen hatte, und was sonst noch yerwandtes überliefert ist. Der erste, von dem uns bekannt ist, dafs er sich die Entstehung der lebenden Wesen auf natürlichem Wege zu erk ren versuchte, ist der Milesier Anaximandros, nächst Thales der frübeste, und nach allem, was wir über ihn wi sen, einer von den hervorragendsten unter jenen Männern, die seit dem Anfang des sechsten Jahrhunderts die Philosophie deten. und Naturforschung bei Seine Vorstellungen stehen den Griechen aber freilich denen begründer mythischen Kosmogonie noch nahe genug; und kommen auch schon in ihnen einzelne Gedanken zum Vorschein, die an neuere Theorieen erinnern, so wird doch diese Aehnlichkeit durch eine genauere Betrachtung derselben wesentlich eingeschränkt. sigem, Wie die Erde nach seiner Annahme ursprünglich in flússchlammartigem Zustand war, und erst allmählich durch Austrocknung ihre jetzige Beschaffenheit annahm, so sollten auch die lebenden Wesen ohne Ausnahme anfangs im Wasser gelebt haben, in dem sie ohne Zweifel durch Urzengung entstanden sein sollten. Menschen betrifft, so sagte Anaximander, Was im besondern die sie haben zuerst die Gestalt von Fischen gehabt, indem sie in einer Art dorniger Rinde steckten, und haben sich wie Fische im Wasser genährt; erst mit der Zeit, als sie im

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ndere Art fortzubringen, seien sie anís Land geen, ihre panzerartige Umhüllung sei zerborsten, und sie haben ihre Gestalt angenommen; und er machte für diese Vermuthung den sinnreichen Grund geltend: die Menschen bedürfen nach ihrer Geburt zu lange fremder Pflege, als dafs die ersten Stammväter unseres Geschlechts sich selbst hätten erhalten können, wenn sie gleich anfangs al Menschen zur Welt gekommen wären (Plat. qu. conv. VII, 8. 4. Ps. Plut. b. Euseb. pr. ev. 1, 8, 5. plac. V, 19, 4). An dieser Hypothese überrascht uns zunächst allerdings die Annahme, dafs der menschliche Organismus aus einem thierischen entstanden sein soll, und man könnte glauben, wir haben es hier schon mit dem leitenden Gedanken der Descendeuztheorie zu thun. Allein wenn auch Anaximander die Menschen anfangs in Gestalt von Fischen im Wasser leben liefs, scheint er doch dabei nicht an den vollständigen Organismus der Fische gedacht zu haben, welcher sich erst in der Folge in einen menschlichen umgebildet hätte; denn es ist nur von einer Rinde die Rede, von der die ersten, im Wasser entstandenen Menschen umgeben gewesen seien, und um sie zu Landthieren zu machen, ist nicht mehr nöthig, als das Zerspringen dieser Rinde. Der Philosoph scheint also. — wie diefs in einer so frühen und mit Untersuchungen über den thierischen Organismus noch so unbekannten Zeit ohnedem das natürlichste war, — bei seiner Annahme weniger an den inneren Ban als an die äulsere Gestalt der Menschen und Fische gedacht zu haben: jene sollten in dieser stecken, wie der Schmetterlingsleib in der Puppe oder die Schildkröte in ihrem Gehäuse: als sie soweit herangewachsen waren, dafs ihnen dieser Schutz entbehrlich wurde !), krochen sie auf das Land, an das sie angespült warden, und warfen ihn Ted acid Em’ Inler ~ygever peraliñvar den Sinn suchen, dafs die Fischmenschen nach dem Abspringen ihrer Hülle sich den veränderten Lebensbedingungen angepalst haben ?). denn uwere@idv heifst nicht: seine Le1) rjaplrras Srreg ci marcel (was jedenfalls, vielleicht aus Largos, verschrieben ist) zu yeroutrave ixaveve turas once. Plut. qu. conv. mgoßamevsne 70 hanes plac. a. a. O. 2) Teichmüller Studien zur Geschichte der Begriffe 64, dem meine Phil. d. Gr. I, 210, 4. Aufl. hierin etwas zu viel einräumt. Philos.-histor. Kl. 1878.

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bensweise verändern, sondern wie auch der Zusatz é7° (nicht: per” oder zur’) ödlyev ygevey beweist: überleben. Anaximander mufs demnach, wenn die Angabe richtig ist, angenommen haben, die ersten Menschen haben nach dem Uebergang aus dem Wasser auf’s Land nieht mehr lange gelebt, da sie ja schon erwachsen waren und mithin einen bedeutenden Theil ihres Lebens bereits hinter sich hatten. Doch mufs er ihnen immerhin die Zeit gelassen haben, um sich fortzupflanzen und ihre Nachkommenschaft so lange zu erhalten, bi ie sich selbst fortbringen konnte. Dafs der Philosoph seine Hypothese auch auf die übrigen Landthiere angewendet habe, wird nicht gesagt: da er sie vielmehr beim Menschen ausdrücklich mit der Bemerkung (Eus. a. a. O.) begründete: Ta wey dida de Euurow Tax) véuerSar, paver de rèv dvSgumov meruygeriev dei Sa nSqvirews, so ist diefs nicht wahrscheinlich. Um so weniger läfst sich aber dann voraussetzen, dafs ihm schon bei seiner Annahme der allgemeine Gedanke einer Entwickelung der vollkommeneren Organismen aus den einfacheren vorschwebte; sondern was ihn zu ihr veranlafste, war nur die Erwägung, dafs der Mensch, wenn er nieht schon erwachsen aus der Erde hervorgegangen sein sollte, im Wasser eher die Möglichkeit gefunden haben werde, sich so lange zu erhalten, bis er im Stande war, auf dem Lande zu leben. Mag es uns aber anch vielleicht um nichts denkbarer erscheinen, dafs ein unentwickelter menschlicher Organismus im Wasser, als dals ein ansgewachsener im Schoofse der Erde sich durch Selbstzengung gebildet haben sollte, so verhielt es sich doch damit in jener Zeit noch anders: an eine Entstehung durch Selbstzeugung wurde damals allgemein geglaubt, — nimmt sie doch selbst Aristoteles noch aufser manchen niedrigeren Thieren sogar bei den Aalen an: aber so viele Beispiele derselben man auch zu kennen glanbte, so fa nd sich doch für den Hervorgang erwachsener Menschen ans der Erde keine Analogie, woge en Anaximanders Hypothese sich immerhin an das anschlofs, was thatsächlich Gegebenes galt. Vergleich mit den in seiner Zeit für ein Diese Hypothese ist daher zwar immer im Antochthonensagen der Mythologie ein erheblicher Fortschritt, denn sie sucht die Entstehung des Menschengeschlechts nach natürlichen Analogieen zu erklären: aber eine weitere Verwandtschaft mit den neneren Versuchen zur Lösnng dieser Frage dürfen wir in ihr nicht suchen.

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aximander stimmte der Begründer der eleatischen Schule, cher diesen Philosophen nach Theophrast (b. Diog. IX, 21) auch wirklich zum Lehrer gehabt hatte, der Kolophonier Nenophanes, darin überein, dafs er die Menschen beim Uebergang der Erde aus dem schlammartigen in den festen Zustand entstehen liefs er sich aber diesen Vorgang näher Auch unter den übrigen dachte, vorsokratischen (Phil. d. Gr. 1, 498). wird uns Wie nicht mitgetheilt. Philosophen ist es nur Einer, der Agrigentiner Empedokles, dessen Vorstellungen über die Entstehung der Organismen an neuere Theoricen erinnern: wenn wir auch wissen, dals schon Xenophanes’ Schüler Parmenides die Menschen, später Diogenes von Apollonia Thicre zuerst aus dem Erdschlamm hervorgehen liefsen (Phil. d. Gr. 1, 528. 245. 806), und dals Anaxagoras und Demokrit Pflanzen diese Vermuthung mit und dem weiteren Zusatz vorgetragen hatte: die Keime der Pflanzen seien ans der Luft, die der Thiere aus dem Aether in die Erde gekommen (ebendas. 906 f.). liefs sie nun auch Empedokles entspringen; Hergaug nicht so einfach, wie die meisten andern. die Pflanzen noch ehe schon sie von in Aus der Erde aber er dachte sich Er liefs nlich nur der ersten Zeit nach der Bildung der der Sonne umkreist wurde, aus (plac. V, 26, 4 vgl. Arist. phys. I, 8. 199, b. 10), ihr diesen Erde, und hervorkeimen die Thiere dagegen erst später entstehen; und der gegenwärtigen Thierwelt sollte eine Reihe wie er sagt. noch keine vollständigen Organismen, sondern nur die einzelnen, von einander getrennten Theile derselben: Köpfe ohne Hals. Arme ohne Schultern, Augen ohne ihre Höhlen. Als der Natur, welche Empedokles die Liebe nennt, Hafs, mehr und mehr Herr wurde, vereinigen; aber sie folgten hiebei die einigende Kraft in über die trennende, den begannen sie sich zu suchen und zu zunächst nur dem Zufall: jedes von den vereinzelten Organen verband sich mit dem nächsten besten, wit dem es gerade zusammentraf, und so entstanden anfangs allerlei abenteuerliche Geschöpfe: 1) der Angabe Stiere mit Menschenköpfen Ob Empedokles das letztere auch plac. V, 19, 5 zweifelhaft, bei Lucrez V, 780 À. 834 E und Menschen in Betref der Pflanzen annahm, da diese Vorstellung vorkommt. mit Stierköpfen, ist trotz weder plac. V, 26, 4 noch

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Wesen mit doppelter Brast und zwei Hänptern, wie die Urmenschen des Aristophanes im platonischen Gastmahl, die vielleicht daher stammen, männliches und weibliches Geschlecht in Einem-Leibe vereinigt u. s. w. ungeheuerlichen Bildungen giengen bald wieder zu Grande’). Aber di Erst eine weitere Reihe organischer Produkte fiel so aus, dals sie sich erhalten und fortpflanzen konnten. auf einmal. Anfangs wurden Aber auch diese bildete sich nicht nur unförmliche Klumpen, aus Erde und er gebildet, noch ohne Gliedmafsen, Geschlechtsorgane und Sprache, a von dem unterirdischen Feuer emporgeworfen: s] dung der Geschlechter und die jetzige Art ter erst trat die Scheider Fortpflanzung ein?). Ueber die Frage, wie Empedokles diese letzte Veränderung der thierischen Organismen zu Stande kommen liefs, ist nichts überliefert; dafs aber die verschiedenen Akte, die zur Entstehung der Thiere und Menschen führten, in der oben angegebenen Ordnung auf einander folgen sollten, wird auch durch eine Stelle der pseudoplutarchischen Placita bestätigt ?). Die e Darstellung bietet nun allerdings, in so seltsam sie sich auch ihrer näheren Ausführung ausnimmt, mit der nenesten Theorie über die Entstehung der organischen Wesen einige merkwürdige Vergleichungspunkte dar. Wie diese voraussetzt, die jetzt auf der Erde vorhandenen Arten derselben seien nieht mit Einem Male durch eine von Anfang an auf ihre Hervorbringung gerichtete Zweckthätigkeit entstanden, sie seien vielmehr das Ergebnifs einer langen Entwickelungsreihe, von deren Erzeugnissen 1) I. 718 £., Emp. V. 242—261 St, 305—317 M. deren Darstellung durch die gegenw 2) Emp. V. 263—271 (318— 327). 3) V, 19, 5: EuredoxAjs, rae Weitere Belege gibt meine Phil. d. Gr. tige einige Berichtigungen erhält. wow us yavizaıs gous yevioSea, drumputrı (nicht zusammengev uchsen) mov Swwy zee pursiv undaums O.cdi reis mogiors diedevymivas: res E Sevyı È Beurtgus sumpuoutrer riv wegdv elöwAopueis' rds dE reiras rio dMmopunv rae De se acigras cl Ti dr TO dot, cicv È efi uct Údaros, Gard Si dan non us. w. Wenn man hier die yerézs eidwopavets von solchen versteht, die aussehen, wie Bilder, welchen keine Wirklichkeit entspricht, von phantastischen Gebilden, und statt des sinnlosen dArrropucis (die yireris OY d22/Awv gehört ja erst der vierten Reihe an) aus Emp. V. 265 (cdredpusis uty me gabe genau dem, lichste ergibt. y Sores ÉÉuvéredov) cddopuets setzt, so entspricht die Anwas sich ans den empedokleischen Bruchstücken als das wahrschein-

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Ueber die griechischen Vorgänger Darwin's. nur diejenigen sich erhiclten, welchen theils in ihrem eigenen Bau. the in der sie umgebenden Welt die Bedingungen einer läugeren Dauer gegeben waren: so nimmt auch Empedokles an, wenigstens im Gebiete der Thierwelt sei es der Natur erst nach wiederholten mifslungenen Versuchen rige Wesen hervorzubringen. geglückt, lebens- und fortpflanzung Uebereinstimmnng mit der Wissenschaft unserer Tage ist Diese dem agri ntinischen Naturphilosophen so hoch angereehnet worden, dafs der Vertasser der Geschiehte des Materiali mus!) geradezu sagt, er habe zwar in roher Form aber in voller begrifflicher Schärfe den Denkern des Alterthums dasselbe geboten, was Darwin für die Gegenwart geleistet habe. Dies Urtheil bedarf jedoch einer erheblichen Beschränkung. Aristoteles wirft in seiner Physik I], $ die Frage auf, ob die Natur nach Zwecken, blinden um des Besten Nothwendigkeit: hielte, wie mit dem Regen, Folge habe, aber nicht halb eintrete, so dals willen, wirke, es sich oder schliefslich nur vermöge einer mit allem verder zwar das Wachsen so des Getreides zur um des Getreides willen, sondern lediglich defsweil die aufsteigenden Dünste in der Höhe sich abkühlen und dann als Wasser niederschlagen. Warum könnte nun, fragt er, nicht dasselbe von gelten? allen Naturerzengnissen Warum könnte z. B. die Schärfe der Schneidezähne und die Stumpfheit der Backzähne nicht etwas Zufälliges, der Dienst, den uns beide beim Essen und Kanen leisten, eine nieht beabsichtigte Folge dieses zufälligen Zusammentreflens sein? Ebenso, könnte man annehmen, verhalte es sich überall, wo eine Zweckmäfsigkeit vorzuliegen scheint. „Diejenigen Wesen nım, bei denen sich fügte, wenn um willen gemacht worden wie es eines Zweckes alles so wäre, haben sich erhalten, da sie der Zufall zweckmiifsig gebildet hatte: diejenigen dagegen, bei denen diefs nieht der Fall v ', seien zu Grande gegangen nach und gehen fortwährend Stiere mit Menschengesichtern.~ zu Grunde, wie Empedokles die Hier wird allerdings der Gedanke ansgesprochen, die zweckmäfsige Beschaffenheit der Naturerzeugnisse könnte, ohne Mitwirkung einer Zweckthätigkeit, unter den mannigfaltigen Wesen, 1) Lange I, 23. lediglich davon welche durch herrühren, dats Zusammentreffen der

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natınnothwendigen Wirknngen entstanden, nur die lebensfähigen sich erhielten. Aber diesen Gedanken Empedokles zuzuschreiben, gibt die aristotelische Stelle uns kein Recht. Von Empedokles wird hier nur angeführt, er habe seine Stiermenschen wieder untergehen lassen; und selbst wenn er schon dafür den Grund geltend gemacht haben sollte, dem wir später bei Lucrez (V, 834 ff.) begegnen, dafs derartige Geschöpfe nicht im Stande gewesen seien, sich zu ernähren, sich fortzupflanzen, und sich vor Gefahren zu schützen, so wäre diefs immer noch etwas anderes, als der Versuch, den zweckmäfsigen Bau der organischen Wesen durch die Annahme zu erklären, es haben von den zahllosen Erzeugnissen des Zufalls nur die zweckmäfsig eingerichteten sich erhalten und fortpflanzen können. Aber auch jener Lucrezische Satz wird Empedokles von keinem unserer Zeugen beigelegt; noch weniger wird ihm der weitergreifende Gedanke, den Aristoteles in der oben besprochenen Stelle entwickelt, von diesem selbst oder irgend einem andern zugeschrieben. Alle allgemeineren Gründe sprechen ohnedem gegen diese Annahme. Denn die Frage, ob die Zweckmiifsigkeit der Natureinriebtung sich nicht ohne eine nach Zweckbegriffen wirkende Naturkraft erklären lasse — diese Frage konnte doch nicht früher aufgeworfen werden, als nachdem man auf die Zweckmäfsigkeit der Natureinrichtung aufmerksam geworden war und sie von einer zweckthätigen Intelligenz herzuleiten begonnen hatte. Diesen Schritt hat aber, wie durch das Zeugnifs des Aristoteles (Metaph. 1, 4. 984, b, $ fl.) und Plutarch (Perikl. 4) feststeht, vor Anaxagoras niemand gethan, und auch er hat sein neuentdecktes Princip, wie ihm Plato und Aristoteles überfür die Naturerklärung nur in Ausnahmsfällen einstimmend vorwerfen verwendet; und dafs die Erklärung der thierischen Organismen zu diesen nicht gehörte, erbellt schon aus dem oben angeführten: die Pflanzen und Thiere sollten ja nach ihm aus der durch die Luft und den Aether befruchteten Erde hervorgegangen sein; einer Betbeiligung des weltbildenden Nus bei ihrer Entstehung geschieht keine Erwähnung. Anaxagoras hätte daher dem Empedokles zu der Erklärung der Zweckmiifsigkeit in der Natur, welche man bei diesem sucht, kaum einen ausreichenden Anstols geben kómen. Wahrscheinlich hat aber von den beiden gleichzeitigen Philosophen Empedokles sein Lehrgedicht früher verfafst, als Anaxagoras

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y Natur"): um so unwahrscheinlichist er es, dafs ihm hon jene Ableitung der zweckmäfsig eingerichteten Naturerzeugnisse aus dem auremarer angehört, die Aristoteles in der Physik versnchsweise vorträgt, die aber weder er noch sonst jemand Empedokles beilegt. Dann kann aber anch das, was der letztere über die Aufeinanderfolge der verschiedenen organischen Erzengnisse sagt, nicht den Zweck gehabt haben, die vollkommeneren von diesen anfänglichen Masse als die lebensfähigen Ueberreste aus der der zufälligen Hervorbringungen Empedokles stellte sie ja auch nicht als solche dar, zu begreifen: und sondern erst nachdem die seltsamen Produkte der früheren Periode untergegangen waren, liefs er dureh eine nene Schöpfung jene unförmlichen Massen entstehen, welche sich in der Folge zu den jetzigen Menschenleibern (denn nur von diesen wird hier gesprochen) gliederten. Das Motiv seiner Darstellung scheint vielmehr anderswo, in dem Ganzen seines kosmologischen Systems zu liegen. Die Geschichte des Weltganzen bewegt sich ja seiner Annahme zufolge in einem endlosen Wechsel zwischen zwei Punkten: der vollkommenen vollkommenen Einigung aller Elemente im Sphairos und ihrer Trennung durch den Hafs: und bei der Schilderung der Weltbildung gieng er von der letztern Voraussetzung aus, als eine fortgesetzte Einigung und beschrieb dieselbe des Getrennten durch die demnach Liebe. Nach dem gleichen Gesichtspunkt scheint er auch bei seinen Annahmen über die Entstehung der lebenden Wesen verfahren zu sein: er liefs die Theile derselben erst vereinzelt entstehen, dann sich zwar vereinigen, aber zu so unvollkommenen Verbindungen, dafs diese sich nicht erhalten konnten, und erst zuletzt, bei zunehmender Herrschaft der Liebe, neren und lebensfähigen Bildungen. ersteren selbst sich entwickeln, Da aber die letzteren nicht ans den sondern erst nach dem Untergang derselben aus der Erde hervorkommen sollten, seiner Schilderung eine stufenweise nicht so kann der Philosoph hei die Absicht gehabt haben, die Entstehung der Umbildung erklären. 1) zu vollkomme- Vgl. Phil. d. Gr. 1,919 1. primitiverer Formen höherstehende

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Auch unter den übrigen vorsokratischen Philosophen ist keiner, dem wir einen derartigen Versuch zuschreiben dürften, und ebensowenig einer, bei dem sich von dem allgemeineren Gedanken, die Zweckmäfsigkeit der Naturprodukte auf diese Art ohue Beihülfe einer zweckthätigen Intelligenz begreiflich zu machen, eine Spur fände. Selbst demjenigen unter den alten Naturforschern, bei dem wir ihn am ehesten suchen möchten, Demokrit von Abdera, scheint er durchans fremd gewesen zu sein. Bei der Vorliebe, mit der Demokrit auf die zweckmäßs ge Einrichtung und perlichen Organe hinwies !), hätte er zwar alle Verden Gebrauch der anlassung gehabt, > sich darüber auszusprechen, ; wie diese Erscheinung vom sg g Standpunkt seiner mechanischen Physik aus zu erklären sei; aber dafs keiner Seite behauptet, von er diefs wirklich gethan habe, wird nicht allein sondern Aristoteles (De respir. 4. 472, a, 2) sagt auch ausdriicklich, er habe ebenso, wie die übrigen Physiker, die Endursache überhaupt nicht berührt; was er doch kaum hätte sagen können, wenn sich Demok it mit der teleolc 5 ischen Naturansicht in der eben besprochenen Weise auseinandergesetzt hätte. Andererseits stand einem Sokrates und Plato ihre Teleologie viel zu fest, und das Interesse für die physikalische Betrachihnen zu schwach, als dals ihnen das Bedenken bei war Dinge der tung überhaupt aufgestiegen wäre, ob zur Er klärung der zweckmäfsigen Welteinrichtung die Annahme einer in der Natur waltenden Zweckthätigkeit wirklich unerlifslich sei. den für die Vermuthuug, Die Wahrscheinlichkeit spricht daher entschieerst Aristoteles selbst sei es gewesen, welcher die Frage aufwarf, (zu der ihm aber allerdings, anch nach Phys. II, 8. 199, b, 5 A, die empedokleische Theorie die nächste Veranlassung gegeben zu haben scheint) ob nicht auch ohne eine Zweckthätigkeit der Natur zweckmä sig eingerichtete Naturprodukte entstehen können, indem von den Wesen, welche die blindwirkenden Kräfte in ihrem zufälligen Zusammentreffen hervorbrachten, nur die lebensfähigen sich erhielten. selbst verneint diese Frage. ft), erzeug) nur dann w isse 1) blos Jene Er zulä sig, wenn die als Ausnahmelall vor Aristoteles irung, bemer t er a.a. O. (198, b, ime: Zweckmälsigkeit der Naturwo man Man vergleiche hierüber Phil. d. Gr. I, 806 £ dagegen eine aus-

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Ueber die griechischen Vorgänger Darwin's. nahmslose oder doch ganz überwiegende Regelmäfsigkeit der Erscheinungen wahrnehme, könne man dieselbe nicht auf den Zufall zurückführen. Wenn in der Natur immer, falls kein Hindernifs eint t, von einem bestimmten Punkt aus in stetigen Verlaufe ein gewisses Ziel erreicht werde, so lasse sich dieses nur als der Zweck der Thätigkeiten betrachten, durch die es erreicht wird (a. a. O. 199, b, 14 ff, vgl. 199, a, 8 fl). daher auch die Natur über ihre Mittel und Zwecke mit gehe!), So wenig à zu Rathe so lasse sich doch ihre Zweckthätigkeit nicht in Abrede ziehen. Aber wenn Aristoteles auch für seine Person der Naturerzengnisse sei naturnothwendiger Wirkungen, Zweckwidri nur eine n ht glaubt, nicht beab die Zweckichtigte das Uebergewicht des Zweckn nur eine Folge von dem Unt ng des Folge gen über letzteren, so scheint er doch der erste gewesen zu sein, welcher diesen Gedanken aussprach, indem er die empedokleische Darstellung auf cin allgemeines Princip zurückführte. nicht selten: Ebenso verlährt was sie er ja seinen Vorgängern in Beziehung auf bestimmte Fälle behanpten, dem hebt er die Grundsätze heraus, nach voranssetzt: gegenüber aus die ihre Behanptung seiner Ansicht und er sielit so z. B. in Heraklits Aeulserungen über das Zusammensein des Entgegengesetzten und Anaxagoras’ Erzählung von der anfänglichen Mischung aller Stoffe so gut, wie in dem protagorischen Ausspruch, der Mensch sei das Mais aller Dinge, einen den Satz des Widerspruchs (vgl. Phil. d. Gr. I, 600, 2. in dem pythagoreischen Einfall, die Auffassung der Seele als dats des die Sonnens bewegenden vechnete, die Gleichstellung von ibchen Seelen Princips so wenig 28. De an. 1,2. 404, a, 27: diesen Philosophen vgl. (De nesempfindung und die (Metaph. IV, Phil. d. Gr. I, 822). selbst defshalb das seien, an. 1, 2. veds nnd Luz Behauptung, die Erscheinung sei das wahrhaft Wirkliche 1009, b, gegen 911, £. 982 int.) 404, a, 16), in einer Aenlserung Demokrits, welche die mit zum pgeretv Zweifel Aber zuschreiben dürfen, was Aristoteles aus ihren Sätzen heransliest, ebensowenig dürfen wir bei Empedokles den allgemeinen Gedanken suchen, den Aristoteles, ohne ihm 1) Hierüber a. a. O. 199, L, 26 ff. Philos. -histor. Kl. 1878. vgl. Phil. d. Gr. II, b, 427, 1. 3. Auil.

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ZELLER: denselben doch heizulegen, an seinen Annahmen über die Bildung der lebenden Wesen erläutert. Aristoteles selbst würde diesen Gedanken für die Erklärung organischen Natur auch dann nicht benützt haben, der wenn er grundsätzlieh mit ihm einverstanden gewesen wäre, da seine Lehre von der Ewigkeit der Welt eine zeitliche Entstehung geschlechts ausschloß. der Thiere und Aber auch diejenigen unter des Menschenden nacharistotelischen Philosophen, denen er — eben durch Aristoteles — bekannt war, haben merkwürdiger Weise für die Beantwortung der Frage über die Entstehung der lebenden Wesen keinen wieder deutlich beweist, dafs die Gebrauch von ihm gemacht; was auch von den griechischen Vorgängern, die sie benützten, keiner gethan hatte. Der poetische Dollmetscher der volle Lueretins Carus, nimmt epikureischen Physik, schon im ersten Buch der geistseines Lehrgediehts Gelegenheit, die mechanische Natur nsicht seiner Schule der teleologischen mit allem Nachdruck entgegenzusetzen: und hiefür ist ihm jener Gedanke sehr willkommen, den wir Aristoteles zwar nur versuchsweise und nur zum aber Epikur, Zweck seiner Widerlegung entwiekeln hörten, und durch ihn Luerez, verdanken hat. mit Vernunft Die Atome, geordnet redet: sondern dureh alle weil sich von haben her Anstöfse möglichen Bewegungen und Vereinigungen jetzige Welt besteht. in die ja vorher zu nicht veraballer Art erhalten, hindurehgehen, diejenigen Verbindungen, Aber für als ihm, sich über ihre Bewegungen Ewigkeit kommen sie schliefslich auch sere keinem andern, sagt er (1, 10. 21 ff), oder sie gewifs den Untersuehung aus denen über so undie Entstehung der lebenden Wesen wird dieser Gedanke nicht weiter benützt. Es kommt Lucrez, und kam somit auch Epikur nicht in den Begreiflichkeit dadurch näher zu bringen, dafs Sinn, diesen Vorgang der er in eine längere Reihe aufeinanderfolgender Vorgänge von denen jeder Thiere und frühere sehliefslich die folgenden den Menschen aufgelöst wurde, erst indglich machen sollte; die als das Produkt einer natürlichen Entwickelung von unbestimmbarer Dauer zu betrachten, die nur defshalb schliefslich zu diesem Ergebnifs hinführte, weil es ihren anderen Erzengnissen an den hätten erhalten Bedingungen und gefehlt fortpflanzen hatte, können. unter denen Sondern sie gerade so sich allein

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Ueber die YN griechischen Vorgänger Darwin's. up 123 bei einem Parmenides, Demokrit und Anaxagoras, sollen die Organismen unmittelbar aus der Erde hervorkommen. Lucrez (V, 780 if), Die G er und Bäume, seien aus ihr hervorgewachsen, der Thiere die Federn, Haare und Borsten. wie aus sagt dem Leibe Die lebenden Wesen ihrerseits können freilich nicht vom Himmel gefallen, und die Landthiere auch nicht (wie Anaximander gewollt hatte) wenn noch jetzt manche Thiere im Meer entstanden sein. Aber unter dem Einflufs des Regens und der Sonnenhitze in der Erde entstehen, so habe diese in frischer Jugendkraft noch gròfsere und in größerer Anzahl hervorbringen können. Zuerst seien so die Vögel, von der Frühlingswärme ausgebrütet, wie jetzt noch die Grillen, aus Eiern ausgeschlüpft: dann seien die übrigen Thiere aus dem Schoofse der Erde hervorgegangen, indem zuerst uterus artige Erhöhungen aus ihr hervorwuchsen, dem sie in und ihnen gereift waren, aus diesen dann die Kinder. herauskamen. Und in nachanaloger Weise soll auch für die Ernährung dieser kleinen Erdgeborenen durch eine Art Milch gesorgt worden sein, die an einzelnen Stellen aus der Erde hervorgequollen sei. Nur als ein nachträglicher Zusatz, nicht als ein Mittel, um die Entstehung der Menschen und Thiere stellung, S erklären, wird dieser Dardie unverkennbar Epikur’s ursprüngliche Annahmen wiedergibt, die vielleicht gleichfalls schon von Epikur aus Empedokles entlehnte Bemerkung beigefügt: es seien damals auch mancherlei Ungeheuer und Milsgeburten sie aller Art entstanden, nicht nn Stande waren, die sich aber zu bald wieder untergiengen, erhalten und es aber der epikureische Freigeist nicht unte fortzupflanzen: weil wobei die naheliegende Vergleichung dieser urweltlichen Ungeheuer mit den Centauren und Chimären der Mythologie ausdrücklich abzuwehren, dafs es solche Geschöpfe, wie diese, überhaupt nie gegeben haben könne. Etwas den heutigen Theorieen durch analoges den Nachweis wird man in den Vermothungen, mit denen sich die Phantasie Epikur's und seiner Schüler den uralten Glauben an den Hervorgang der Menschen aus suchen dürfen: und es wäre auch wir erheblicher Beitrag zu wissenschaftlichen deren Stifter es an der Erde näher ausmalte, lich merkwürdig, wenn nicht cin irgend einer der schwierigsten und verwickeltsten natur- Untersuchungen natur von einer Schule enschaftlichen Kenntn à igen wäre, en und an dem Sinn für wirkliche Naturforschung in so hohem Grad fehlte, wie Epikur. Nahm

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ZeuLer: Ueber die griechischen Vorgänger Darwin's. doch dieser Philosoph, beispielsweise, an der Vorstellung, die Sonne sei nicht grüfser, als sie uns erscheint, keinen Anstofs, und bei der Natnrerklärung liefs er seinen Lesern zwischen allen möglichen, auch den bodenlosesten Hypothesen die Wahl frei, wenn sie nur tiberhaupt Aussicht gaben, das zu leisten, um was es dem Aufklärer allein Beseitigung aller übernatürlichen Einflüsse. zu thun war, die Aber auch den allgemeinen Gedanken, in dem sich die neneste Theorie an die epikureische Philosophie anschliefst, den Satz, dafs das Zweckmäfsige entstehen könne, indem aus einer grofsen Anzahl zufälliger Stoffverbindungen nur die lebensfähigen sich erhalten — auch diesen Gedanken hat nicht Epikur, sondern Aristoteles zuerst ausgesprochen: und wenn dieser eine Anregung zu demselben in der empedokleischen Physik fand, so mufste er hier gerade noch mehr, als in anderen Fällen, das, 985, „was Empedokles stammelt“ (Metaph. I, 4. a, 5), um es für sich verwenden zu können, erst auf klare Begriffe führen nnd in die Form allgemeiner Grundsätze erheben.