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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Das Philosophiegeschichtliche Compendium
In: Barnes, 55 - 1920 - p.68- 98
AAA LOIS .
‘ALS
Do Howald E
|
Text
Hermes, Zeitschrift för classische Philologie, vol. 55, 1920.
AF
E. Howald. Das philasophiegeschichiliche. Compendium des Areios Didvk 2/
ie p. 68-98. | Essai de reconstitulion
. Y
ébut de l'ère chrétienne, dont on retrouve l'influence dans Hippalyte,
Refut, harres., 1; Clément d'Alexandrie, Stromateis; Eusèbe, Praepar.
euangel.; Pseudogalien, Historia philos.; Simplicius, In Arist, phys.
comment.; Hesychius; Les Vies de Pythagore, Platon et Aristote,
d'un Compendium composé vu
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)DAS PHILOSOPHIEGESCHICHTLICHE:
Vor einigen Jahren versuchte ich mein Heil an einer Quellenanalyse
des
Diogenes
Laërtius
(Philologus
N. F. XXVII
1917
S. 119 ff.), in der ich nach dem Princip der Autorengemeinschaft
verschiedene dem Diogenes ähnliche, aber doch natürlich tiberlegene
Handbücher als seine direkten Quellen herauszuschälen versuchte.
Ich stand seither meinen Ergebnissen selber sehr skeptisch gegenüber, bis ein zufälliges
Richtigkeit fast
aller
Zurückkehren zu diesem Stoffe mir die
meiner damaligen
Aufstellungen
bestätigte.
Was damals Nebensache war, wurde jetzt zur Hauptsache, die
Parallelüberlieferung des einen dieser Handbücher (A), des wichtigsten, das auch bei Diogenes in den ältern, vorsokratischen Partien die Führung hat (nur in der Diadoche nicht, diese stammt
anderswoher),
von Sokrates an freilich in der Hauptsache durch
ein
zugleich breiteres
besseres,
Autoren
und
mit viel ausgezeichneteren
arbeitendes (C) verdrängt wird.
corrigirte nur eine wichtige Sache;
Die neue Betrachtung
ich stellte mir früher diese
überall und immer wieder auftauchende Quelle als eine stets sich
erweiternde und ändernde,
in vielen nur lose zusammenhängenden
rivuli sich fortpflanzende Masse vor, wie ich sie etwa in den
Homerscholien
kennengelernt hatte.
Jetzt
weiß ich und werde
ich beweisen, daß ein bestimmter Mann (der Name ist ja nicht so
wichtig) dieses Buch um Christi Geburt herum verfaßt hat; sicher
gab es in späterer Zeit Auszüge daraus (von einem
am Schlusse die Rede sein),
so daß
solchen wird
sich vielleicht,
mehr Material, eine Art Stammbaum der Abhängigkeit
ließe.
hätten. wir
aufstellen
Aber diese Fluktuirung ist nicht bedeutend, nicht qualitativ
einschneidend.
|
Ich setze mir also zur Aufgabe, den Wirkungen dieses Compendiums,
dessen Grundzüge
durch
meinen
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frühern Aufsatz
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)schlossen sind, durch die spätere antike Literatur hindurch nachzugehen, um dann ein genaueres Bild desselben zu zeichnen und
Entstehungszeit und Verfasser, soweit als es möglich ist, zu bebestimmen. Eine völlige Reconstruction ist nicht nur unmöglich,
sondern auch ohne alles Interesse, da sachliche Kenntnisse, Doxai,
biographisches Detail usw. auf diesem Wege nicht zu erzielen sind.
Deshalb hat sich eine vernünftige Forschung von diesen Quellenuntersuchungen im großen und ganzen abgewendet. Aber abgesehen davon, daß jenes kühne Spiel mit den Primärquellen, das
überall gespielt wird, bei einem scharfen Erfassen der letzten und
obersten Schicht oft in einem sehr merkwürdigen Lichte dasteht,
daß z. B. eine Analyse der. Platobiographie, wie sie ganz vor kurzem
wieder vollzogen wurde, bei einer genaueren Prüfung als völlig
haltlos sich erweisen würde, ist es eine reizvolle Aufgabe, einem
verlorenen, anonymen, nur in seiner ständigen Wirkung zu fassenden Buche nachzuspüren und aus dieser Art und Weise des
geheimnisvollen Unbekannten zu erschließen.
2. Hippolytos, Refut. haeres. Buch I.
Was Hippolytos betrifft, so hat Diels (Doxogr. S. 144 ff.) in
der Hauptsache das Richtige gesehen. Wirklich benützte er zwei
völlig verschiedene Quellen, einerseits eine doxographische, die aus
Aëtios herzuleiten ist, zweitens eine biographische. Daf die letztere
unser Philosophiecompendium A ist, soll jetzt eine genaue Analyse
ergeben, die freilich dadurch sehr erschwert ist, daB die zum Vergleich heranzuziehenden Partien bei Hippolytos sehr kurz und
nichtssagend sind und daf wir andrerseits über die doxographischen
Abschnitte des Diogenes noch keine rechte Klarheit haben. Die
Einteilung in Physiker, Ethiker und Dialektiker (S. 1, 7 ff. Wendl.)
kennen wir bei Diogenes nur aus der Einleitung; das darf uns
aber nicht beirren, denn bekanntlich ist die Einteilung und der
Aufbau des Diogenes nicht von A bestimmt (Philolog. a. a. O.
S. 125).
Auch ein anderer Zweifel, der, falls er sich behaupten
sollte, A ausschlösse, ist leicht zu beseitigen. Es kann nämlich
die Frage aufgeworfen werden, ob Hippolytos nicht bloß zwei
Diadochenreihen gekannt habe (wie das Handbuch B und Diogenes
selber);
aber,
obgleich die eleatische ganz verwirrt ist,
zeigt
10, 4ff. und 16, 2ff. (Wendl.), daß die Eleaten nicht an Pythagoras angeschlossen waren, daß wir also drei Reihen vor uns
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Die erste beginnt mit Thales (4, 12); oöros &pn .....
ist Excerpt aus Aëtios, obgleich die Parallelen dürftig sind, ja zu
dedr O& zoör’ elvar ..... wirklich die Frage, die Diels, Dox.
S. 554 aufwirft, ob wir das Apophthegma aus Diogenes darin zu
sehen haben, berechtigt ist. Wahrscheinlich beginnt aber die biographische Quelle erst wieder mit dem oöros von Zeile 19, wie
denn überhaupt dieses oöros fast überall im folgenden den Quellenwechsel anzuzeigen scheint, freilich nicht überall). Die Bemerkungen über des Thales astronomische Tätigkeit, die Anekdote
mit der thrakischen Sklavin stammen nun aber aus A, für die
ersteren vergleiche man besonders Hesych (Schol. Plat. in rem
publ. 600 A), fürs letztere DiogenesI 34; ebenso stammt die Notiz
über die Lebenszeit am Schlusse aus dem Biographen (= Diog. 138).
Aus Gründen, die wir später verstehen werden, wird die erste Reihe
mit ihrem Archegeten sofort wieder aufgegeben und die zweite
angeschlossen mit Pythagoras an der Spitze. Der Anfang stimmt
zwar mit Diogenes überein, ist aber so belanglos, daß diese Parallele zufällig sein kann. Was folgt (Zeile 4—18) ist schwerer
zu klassificiren: es stimmt weder im geringsten zu Aëtios, noch
auch zu Diogenes, der hier für die Doxai ja hauptsächlich Alexander
Polyhistor und Aristoteles zu Worte kommen läßt, wohl aber zu
einem andern Parallelbericht?), nämlich zu dem Roman des Antonius Diogenes®), der, wie Hans Jaeger nachgewiesen hat), ausschließlicher Benutzer des Handbuches A ist und den Hippolytos
keineswegs, wie Wendland meint, seinerseits benutzt hat. Obgleich
wir nicht für alles den Beweis führen können, so dürfen wir, von
der nachfolgenden Untersuchung sicher gemacht, auch diese Partie
A zuschreiben, mit der Feststellung, daß Hippolytos in diesem
Falle auch Doxai aus A bezogen hat.
5,19 —6, 21 stammt aus
1) Gehört es doch zum Stil der grammatischen Biographie, vgl.
Leo, Die gr.-rôm. Biogr. 8. 140.
2) Epiphanius (Dox. S. 598 Nr.8) erwähne ich nur nebenbei, da er
zwar manchmal Anklänge an A, aber keine eindeutige Abhängigkeit:
aufweist.
3) Es betrifft die Physiognomik und die Zweiteilung der Schüler;
aus der scheinbaren Doublette S. 8, 18 sieht man, wie die peripatetischen
Ausdrücke 2£wreoıxol und Eowrsgixoi die eigentlichen IIvdayogsıoı und
Ilvdayogiorai verdrängt haben.
4) Die Quellen der Pythagorasbiographie des Porphyrius, Diss.
Zürich 1919.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)ganz fremdem Zusammenhang; es findet sich wörtlich wieder in
einem spätern Buche (S. 75, 5 ff.), wo es organisch eingeordnet ist.
Wir dürfen diesen Abschnitt demnach ruhig beiseite lassen. 6, 22ff.,
die Erzählung von der Seelenwanderung des Pythagoras, stimmt
zu Diogenes Laërtius und zu Antonius Diogenes; ebenso im folgenden mancherlei zu Antonius Diogenes, zu Porphyriuskapiteln, die
aus A stammen, zu Clemens; Wendland gibt in den Anmerkungen
die Parallelstellen. Die zwei Quellenschriftsteller, die namentlich angeführt werden, Diodor von Eretria und Aristoxenos, helfen uns
nicht weiter, weil der erstere gänzlich unbekannt, der letztere
vogelfreies Gut war; der Bericht über Zoroaster wird durch Clemens Strom. 170,1 (44,5 St.) oder besser, da jene Partie bei
Clemens, wie wir sehen werden, sehr unklar ist, durch die Quellenangabe Alexandros (Polyhistor) é t@ seo Ilvdayogızdv ovu-
BóÂov, da Alexander wenigstens mit seinen dsadoyai zu A gehört,
dem Compendium zugewiesen. Was weiter über Zoroaster gesagt
wird, kann aus dem Barbarenbuch von A stammen, von dessen
Existenz wir noch zu reden haben werden, noch wahrscheinlicher
wird es aber auch dort in der Pythagorasbiographie gestanden
haben, da auch Antonius Diogenes es hier verwendet. 8,11 wird der
Tod des Pythagoras geschildert, es folgt die Schule, eingeleitet mit
einigen allgemeinen Bemerkungen über deren Organisation, dann
die wichtigsten Pythagoreer; zu allem sind ungefähre Parallelen
vorhanden.
In freierer Weise gliedern sich dann der pythagoreischen Schule Empedokles und Heraklit an, beide ohne eine
biographische Notiz, beide ohne Vatersnamen, Empedokles auch
ohne Heimatsangabe. Diels hat auf die grenzenlose, für Hippolytos bezeichnende Verwirrung innerhalb dieser Abschnitte hingewiesen, die freilich auch so noch Aëtios durchschimmern lassen.
Erklären läßt sich der Zustand dieser Stücke wohl dadurch, daß
Hippolytos aus einer sachlich geordneten Doxai-Sammlung (so wie
es die erhaltenen sind) auszog, was zu den von der biographischen
Diadoche geforderten Namen gehörte, in diesem Falle nicht ohne
die Angaben hie und da zu vertauschen. Darum kam er vielleicht
bei der &xrröowoıs von Empedokles auf die Stoiker, falls das nicht
eigene Gelehrsamkeit ist, vielleicht auch bei dessen Seelenwanderungslehre wieder auf Pythagoras zurück; doch will ich dafür lieber
ein
einwandfreies Beispiel
vorausnehmen,
nämlich
17, 23,
wo
mitten in Xenophanes hinein Metrodor verschlagen ist, der über
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)die Salzhaltigkeit des Meeres, ein eigenes Kapitel der Doxai, seine
Meinung neben jenem abgibt (= Dox. S. 882a 4, wo freilich Xenophanes fehlt).
Mit 10,4 spricht wieder der Biograph, der erklärt, einige unbedeutende Leute aus der pythagoreischen Diadoche (etwa Alkmaion u.ä.?) beiseite lassen zu wollen. Er wendet sich nunmehr
wieder zu den Nachfolgern des Thales.
|
Er beginnt mit Anaximander, “Avaéiuardeos Iloa&ıdöov MAjovog — dann erhält der Doxograph das Wort. Dieser wiederholt sich nun aber gleich in der merkwürdigsten Weise. § 1 oöros
doyny Ep Tv Övrwv pbow uv tod âneigov, & ús yiveodat
tovs odoavobs xal tobs Ev adtoig xdopmovs ...... © 82oöros
uêv Goyny nai otougeiov elonxe Tv Övıwv TÔ Änetoov, ngros
tovvoua xaÂéoas tijs àoyijs; zur ersten Fassung haben wir die Parallele bei Aëtios (Dox. 277a 9) ’Avafiuavöoos .... prol Tv Övrov
mv dozijv elvau TO Äneioor .êx yao tovtov ndvra ylveodaı ...
dio xal yerväodaı Anelpovs xÓopovs … (vgl. auch Plutarch
Strom. Dox. S. 579); zur zweiten Fassung Diogenes II 1 oötos
ëpaoxer aoyny Hai oroıyeiov tO äneipor, und er fährt fort: où
dtogifwr déoa N tdwe i Aldo uw. Beides ist Auszug aus einer
Quelle, die Theophrast näher steht, wenigstens in diesem Falle, als
Aëtios!). Diese Quelle wird, so verrät uns die Parallele zu Diogenes, niemand anderes sein als A. Hippolytos reiht Auszüge aus
zwei doxographischen Quellen aneinander oder, besser gesagt, in
sein dem systematischen Doxographen entnommenes Hauptstück
fließt ein Satz aus dem doxographischen Teil seines biographischen
Handbuches ein. Zu diesen gehört auch noch die didos xivmois
wegen uér und dé (10,18 u. 19) und wegen Theophrast (Dox.
S. 476,15). Einen ganz gleichen Fall treffen wir dann, um dies
vorauszunehmen, nochmals bei Parmenides in Kap. 11 xai ydo
ITaguevidns Ev uèv 10 nüv Ónortiderau, Gidiov xai ayévyntoy xai
opapoerdés, odd’ adròs éxpetywr tr tov nolidy Òólar, nde
Âéyoov nai yÿr tas Tod navrös Goyds, tiv uër yijv bs Bdyy,
Tô Où 200 ms airioy xai nowoöv. Bei A dazu die dürftigen Parallelen (Diog. Laërt. IX 21): zijv yÿv anépawe opaugoerdij ......
1) Dox. 476,4 dozijv xai oroızeiov elonxe t@v Övrwv TO Aneıgor, ME@tos
toöro voövopa xouioas ths dozijs (= Hipp. aus A): déyer dé adrmr unte
Too une dlho vu Tv xalovuéror eivar oroızeiov (= Diog.), adi’ étéoar
twa púow änsıpov (= Hipp. aus A).
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)dvo te evar crouyeia, nd xal yijv, zal TÔ mèr Onuovoyod taki
yew, tv Òë Ölns. Hippolytos fährt nun aber fort: 6 aöròs (!)
68 einer Gidtov sivas 16 nay zal où yerdusvov xal opaıgosıöEs
zai Ömotov, oùx Eyov Tönov Ev Éaut®, zal dxivnrov xual neneoacpévoy; dazu Aëtios Dox. 332, 1 ff. und Dox. 303, 17.
Wir sehen also deutlich, wie die Aétios-Doxai zwar den Grundstock bilden, wie aber doch das und jenes aus den doxographischen
Mitteilungen des biographischen Handbuches eingestreut ist. Im
einzelnen jedesmal die Provenienz nachzuweisen, ist schon deshalb
unmöglich, weil bei aller Verschiedenheit im Detail doch die gemeinsame Herkunft aus Theophrast zu ähnlicher Formulirung
führt.
Am Schlusse des Anaximander, um zu ihm zurückzukehren,
lesen wir wieder die apollodorische Zeitangabe: hier ist es die Geburt, bei Anaximenes die Akme (mit einem geringen Fehler), bei
Anaxagoras das Todesjahr (fälschlich sagt Hippolytos 7jxuaoer).
An dieses Datum schließt bei letzterem die Notiz an: zoörov Âéyouve xai nooyvworxöv yeyovéra (15, 1), wohl die Wiedergabe
der ersten Anekdote bei Diog. Laërt. II 10. Mit Kap. 10 schließt
dann die zweite Diadochenreihe ab, die von Thales bis Archelaos
reicht, dessen Schüler wieder der Gründer der ethischen Richtung,
Sokrates, ist.
Die dritte Reihe, die Eleaten, schließt sich nun in
buntem Durcheinander an, das zu erhellen als unmöglich betrachtet
werden muß: vor allem ist die Auslassung und verspätete Nachtragung des Xenophanes nicht zu erklären; er scheint dem nachlässigen Verfasser anfänglich bei der Auswahl der ds eineiv xoovpalwv entgangen zu sein.
Was das einzelne betrifft, so sprachen wir schon von Parmenides; bei Leukipp, des Zeno éraïoos (wobei Zeno selber ausgelassen ist!), stammt die Doxa wohl ganz aus A, wie wir aus
Diogenes, der ausnahmsweise sehr ausführlich ist, leicht constatiren
können !). Bei Demokrit ist der Anfang aus A (= Diog. Laërt. IX 34),
die Doxai hingegen sind völlig verschieden von denen des Handbuches (bei Diogenes), dafür denen des Aétios nahestehend.
Und
zuletzt Xenophanes: zuerst die Zeitangabe nach Apollodor; dann
der Satz: ottoc tn no&tos xaraÂnpiav sivat ndvrov, einov
1) Vgl. vor allem den Schluß Hipp. zis 8° ay ein ú dváyan, où duwgıoev & Diog. IX 33 zard twa drdyanv iy Ózoia Eoriv, (où) Òracapet.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)oörws' el yao xai xtd. (Frgm. 34, 8 und 4 Diels). Nun wissen
wir durch Diogenes (IX 20) von Sotion, daß er qyoi no@rorv
aùròv (d.h. Xenophanes) eineiv dxatddnata sivat ta adyta; und
Diels (Dox. S. 148) führt unsere Stelle auch richtig auf ihn zurück.
Gegen Sotion wendet sich bei Diogenes aber ein Autor von B selbst;
der ganze Abschnitt ist B, auch die Chronologie, und ganz und
gar nicht Apollodor'); Apollodors Datirung besitzen wir bei Clemens. Nun gibt es aber noch andere der unsrigen nahestehende
Auferungen; eine, die sehr gut zu der des Hippolytos paft, will
ich hersetzen; sie wird später noch für uns bedeutsam werdén.
Areios Didymos ist aus einer Schrift wegi aigéoeæv bei Stobaeus
(Ekl. Il S. 6, 14 W. = Diels, Poet. philos. frg. S. 32 Nr. 24) mit folgendem Fragment vertreten: Zevopávovs agörov Adyos ijkder eis
tovs “Eldnvas ä£ios yoapijs dua nœud tas te tv äÀhoov Tölpas Erunihtrovros ual thy abtod nagıordvros ebidPsvay, ds Goa
Beds pév olde thy dÂúderav, ,ddnog 8 Ent näcı tétvxtal*
(= Frgm. 34, 4). Einstweilen sagt das uns bloß, daß diese Ansicht
verbreitet war, schon deshalb, weil bereits Timon sie vertreten
hatte (Frgm. 59 D.). Das Weitere im Xenophaneskapitel ist Aëtios.
Was nun folgt, Kap. 15 und 16, Ekphantos und Hippon, stammt
aus Zeiten, wo Aötios noch vollständig war.
Dann beginnt als neuer Abschnitt Sokrates und Platon, of 10
Hdındv udkora nooeriunoav, Sokrates nur ganz kurz als Übergang zu Platon vorgestellt, dann Platon uiéas éuod pony Mdızıyv
ÖvaAervxijv (vgl. Alkinoos Kap. 3; ähnlich und doch ganz anders
Diogenes II 56 {Handbuch C]). Formal (soweit in dieser fürchterlichen Verballhornung überhaupt noch eine Form durchschimmern
kann) und inhaltlich sind die folgenden Kapitel: Aristoteles, Stoa,
Epikur und Skepsis sicher der Behandlung Platons verwandt.
Woher stammen diese Doxai? — Biographisches findet sich kaum.
Suchen wir nach den Parallelen. Diogenes scheidet aus: was
hier Übereinstimmendes vorliegt, resultirt aus der Identität der Sache.
Abgesehen von dem völlig verschiedenen Aufbau brauche ich nur
darauf aufmerksam zu machen, daß Diogenes zwei platonische
doyal, die ganze sonstige Überlieferung aber ihrer drei annimmt;
diese mangelnde Übereinstimmung wird uns nicht verblüffen, da
wir ja in diesen Partien des Diogenes jenes ausgezeichnete Hand1) Anders Jacoby, Apollodors Chronik 8. 204 ff.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)buch C als Quelle vorauszusetzen haben (von $ 47 an).
Ebenso
wenig ist aber an des Hippolytos gewöhnliche doxographische, wie wir
gesehen haben, ja nach Sachkategorien zerrissene Quelle zu denken,
also an Aétios. Da helfen uns vielleicht die gerade für Plato sehr
ausgedehnten Einzelbehandlungen weiter.
Und wirklich erweisen
sich auf den ersten Blick als engverwandt, nur viel ausführlicher
die Schriften des Apuleius (De Platone et eius dogmate) und Alkinoos 1), Im einzelnen den Vergleich durchzuführen, ist nicht leicht,
weil: die verschiedenen Werke von verschiedenen Gesichtspunkten
aust gesehen werden wollen. An einem Beispiel wird später die
Sache noch erwiesen werden. Für den Augenblick sei nur bemerkt,
daß man den Eindruck bekommt, Alkinoos sei am ausführlichsten,
dem Original wohl am nächsten kommend; Apuleius ein wohlstilisirter Auszug; ein elender Extrakt aber Hippolytos. Wer war
nun aber diese Quelle?
Doch wohl niemand anders als A; denn
bei Apuleius schließen diese doxographischen Partien organisch an
die biographischen an, die ganz aus A geflossen sind, und den
‚gleichen Gedanken legt ja auch Hippolytos nahe. Jetzt, wo das
Handbuch dem nach Doxai suchenden ausführliches Material bot,
‘zog er es wieder ausschließlich zu Rate und verzichtete auf das
mühsame Durchsuchen seiner doxographischen Quelle. Was für
Plato gilt, wird auch bei Aristoteles und den andern stimmen; ein
Beweis läßt sich beim Fehlen paralleler Doxai aus A nicht führen.
Zwischen Aristoteles und Plato drin ist eine verhältnismäßig breite
Behandlung der Frage, woher die verschiedenen Philosophenschulen
ihren Namen tragen; Parallelen finden sich bei Diogenes Prooem, 17
Galen hist. phil. cap. 4 und sonst noch häufig (vgl. Diels, Dox.
S. 246). Nach Epikur folgt die Skepsis, eingeleitet mit den Worten:
Glin Òë aipeois quocépor &ulhdn *Axadnuainy, dia tO & rij
"Axaônuia tas Òvaroupds adrods notsioba, Hv deéas 6 Ilvoowr,
ag’ où Ilvogdveror Exhúdnoav piddoogoa usw. Was folgt sind
1) Ich nenne ihn absichtlich nicht Albinos; denn das an und fiir
sich schon fragliche Verfahren, diese beiden Schriften einem Autor zu
vindiciren (Freudenthal, Hellenistische Studien III) wird durch unsere
Untersuchung noch mehr diskreditirt, da der wirkliche Albin starke
Verwandtschaft zu den Diogenespartien aus C aufweist (er citirt Thrasyllos; 8. 119, 13 Hermann), Alkinoos aber zu A. — Sehr nahe Parallelen
bieten auch Tustin (coh. ad gent.) und aus ihm Cyrill (contra Iulianum);
die Verwandtschaft ist aber nicht zu bestimmen.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)entstellte Lehren der pyrrhoneischen Schule in ihrer Erneuerung
durch Ainesidem. Wie kommt nun aber der Name Akademie da
hinein? Sollen wir so gutmütig sein, dem Hippolytos hier eine Anspielung auf die skeptische Periode der Akademie zuzutrauen? Ich
glaube nicht, sondern ich fürchte, daß er nach einer Sekte suchte,'
die den im Verzeichnis der Schulnamen noch fälligen Namen Akademie tragen könnte, und zu diesem Zwecke die Pyrrhoneer nachtrug, die eigentlich vor Epikur hätten behandelt werden sollen.
Die drei letzten Kapitel über die indischen und keltischen Philosophen und über Hesiod werden später noch, in größerem Zusammenhang, Verständnis finden.
3. Clemens von Alexandria, Stromateis.
Auch für Clemens bedarf es keines Wortes zum Beweise, daß
er das Compendium benutzt hat. Es genügt das Kapitel über
Pythagoras I 15, 62 (S.39, 14 St.), um die mit Diogenes, Porphyrius
usw. gemeinsame Abhängigkeit zu zeigen. Wahrscheinlich liegen
Entlehnungen an noch anderen Stellen der Stromateis und vielleicht
auch des Protreptikos vor. Für uns kann bloß jene zusammenhängende Partie im ersten Buche des Hauptwerkes von Wichtigkeit
sein, sie und direkt Angrenzendes. Für den Beginn freilich ist die
Grenze ganz klar und durchaus nicht verschwommen. Kap. 14, 59
(S. 37, 16) fängt der vorher versprochene Gang durch die heidnische,
speciell die griechische Philosophie an, der zugleich auch beweisen
soll, daß die griechischen Denker xdtw zijs Mwvoéws flxias gewirkt haben. Nach Orpheus und Linos und den ältesten Dichtern,
êni copia norovs Davuaodijra tobs Enta todvs Emxindévrac
oopoús = Diog. Prooem. 5 of Òë MP ebpeow diddrtes Éxeivois
(den Barbaren; also gingen diese wohl voraus) zapdyovar xat
’Oop£a tov Oodxa. Das scheint das Handbuch speciell aus Hippobotos zu haben, der nach Diog. | 42 Orpheus und Linos sogar an
erste Stelle unter die „Weisen“ aufgenommen haben soll!). Die
sieben Weisen, die sich bei Clemens anschließen, sind gleich denen
im Prooem. 13 des Diogenes; die Ersatzmänner, die bei Clemens
durch ein Pauluscitat unterbrochen werden, nicht minder; nur ist
Clemens ausführlicher und bietet einen Weisen mehr, den Diogenes.
1) Vgl. W. Christ, Philol. Studien zu Clemens Alexandrinus, Abh.
d. k. bayr. Akad. XXI S. 37.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)vergessen hat, nämlich den Argiver Akusilaos. Mit S. 38, 17 beginnt
sodann eine ausführliche Auslassung über die Sprüche der sieben
Weisen. Td uèv ody „yradı oavròr*
of usv Xilwvos Onehújpaow,
Xaualéwy Òë Er 1H neoi Dev Oahoö, “Agtororédns dé rijs
Ilvdias ..... nav ad Xithon TH Aaxedauovio dvapégovor
tO „under Gyav*. Zroátrov dé év tH neot ebonudárov Swddum
zh Teyedtn noooanteı To andpbeyua, Aidvuos 68 Zélwm adrò
dvatiOnow, @oneg Gpélea KieoBotl@ TO ,uéroov Äguorov* . To
6’ ,éyyva, naga 0 Gta‘ Kleouérns uèr ..... , of Òë megi ‘AotototéAn Xilwvos adro vopilovor, Aiôvuos 6& Oalod pyow eÎvar
thy nagatveow. Der Anfang liegt mit einer für uns wichtigen
Erweiterung vor in einem rhetorischen Lexicon bei Bekker, Anecd.
Graeca I S. 233: Iy@dı cavrór: Anöpdeyua. où 62 Xethwvds
paow. “Eouinnos dE Aehpòv edvoöyór nor etonxévar tO „yradı
oavròv* xai Ev rd va@ émyeadpa. XauaÂéor dt Oahod now
elvaı Tv yroumv tadınv usw.; wichtig ist diese Ergänzung, weil
sie uns zeigt, daß auch Clemens nicht vollständig ist und weil
mit Hermipp ein Autor der A-Klasse auftritt. Lassen sich nun
Parallelstellen finden? Bei Diogenes steht nach dem Tode des
Thales, vor jenem unbeholfen angehängten Abschnitt über die sieben
Weisen: todtov éott TO „yr@dı cavróv*, Öneg "Avyuoderns Ev
zais Òvadogaïs Druovöns elvai gnow, EEidionomoaoda dé adrd
Xeikova. Eine weitere Parallele ist Suidas s. v. Oadfc, eine Stelle,
die keineswegs, wie Diels meint (Poet. philos. S. 12), auf Diogenes
zurückgeht: daropdéymara ÔË aèrod ndeïora xai To ÖovÂotueror
770 oavrór*, to yao „Eyyva, adoa Ô ära* Xilwvös Eon
mâhhov Òvonomoapévrov auto xal to ,undév Ayav“. Hinzugefügt
mag noch werden, daß als einzige Apophthegmata des Solon und
Kleobul bei Diogenes in deren Viten die von Didymos bei Clemens
ihnen zugewiesenen figuriren. An und für sich scheint eine Nebeneinandersetzung dieser Stellen, die trostlos verwahrlost sind,
hoffnungslos;
sie rücken aber doch näher aneinander, wenn wir
noch etwa Schol. Eurip. Hippol. 264 beiziehen, und schließlich
darf die Vermutung gewagt werden, daß Diogenes und HesychSuidas das wiedergeben wollen, was sich bei Clemens an den Namen
eines Didymos knüpft, der als Schöpfer der verschiedenen Aussprüche
auch verschiedene Weise nannte: Thales für yr@dı oavróv, für
undev &yay Solon, für uéroov Ägtorov Kleobul, und wieder Thales
für éyyúa, naga 6’ dra; alle oder die meisten dieser Apophthegmen
Pagina 12
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)idtonoujoato Chilon!). Wenn wir es also wagen, auch diese Partie,
eine selten ausführliche, dem Handbuch zuzuweisen, so gibt uns dazu
die Einbettung des ganzen Abschnittes noch besonders Anlaß. Solon
und Pittakos als Gesetzgeber stimmen zu A, ganz ausgezeichnet auch
die Anknüpfung des Pythagoras an Pherekydes (vgl. Andron [= A]
Diog. 1119).
Es folgen die drei Philosophendiadochai, die italische, ionische
und eleatische; Pythagoras und Thales identisch mit Diogenes,
Die pythagoreische Richtung wird sodann in einem einzigen Sätzchen zu Ende geführt. Es folgt die Diadoche des Thales (S. 40 St.).
Anaximander, Anaximenes, Anaxagoras (obros uerhyayer ânò tijs
Toviac “Adjvale tv quiocopiay), Archelaos, Sokrates und über
diesen ein Wort des Timon (= Diog. II 19), das seinen Grund
haben soll dud to ânoxexlxévar ind Tv proimdy eis ta HOWE.
A setzt zu jedem Philosophen den ihm zugedachten Timonvers.
_ Sokrates.
Antisthenes
| Plato.
Aristoteles
Speusipp
Theophrast
|
Straton
Kenokrates
|
Polemo _
len
Krates ?)
Krantor
Kritolaos
Zeno
Arkesilaos
Diodoros
Kleanthes
|
\ alte Akad.
mittlere Akad.
Chrysippos Hegesinus
wal OÙ MET)
|
aùróv
Karneades
ual où èpelijs — DENY Akad.
In gleicher Weise folgen die Eleaten und ihre Nachfolger
S. 40, 20 ff.:
1) Bei Diogenes ist, glaube ich, das &&ıdıomomoaodaı irrtiimlicherweise
von „Antisthenes sagt“ abhängig geworden — ein übrigens nicht seltenes Versehen in seiner Excerptenaneinanderreihung.
2) Verwechslung des Akademikers Krates mit dem Kyniker.
Pagina 13
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Xenophanes (mit Citaten aus Timaios und Apollodor)
Parmenides
|
Zeno
|
Leukipp
{
i
| Demokrit
Protagoras
Metrodor
von Chios
Diogenes v. Smyrna
Anaxarch
|
Pyrrhon
|
Nausiphanes
|
Epikur
Die chronographischen Angaben aus Apollodor, die sich anschlieBen, können natürlich aus A sein; sie stimmen mit denen
des Hippolytos überein.
Für Thales gibt Clemens die dxun, die
mit der Sonnenfinsternis unter Alyattes zusammenfällt, Hippolytos
‘gab das andere Datum, die Uberschreitung des Halys unter Kroisos.
Die folgenden Kapitel (bis S. 45, 18) bieten zwar manche Anklänge an Bekanntes, so z. B. ein Citat aus Alexander Polyhistor
&v Td neol Llviayooudy ovußoicv, aber eine exakte Prüfung
muß bekennen, daß nirgends so ausgeprägte Parallelen vorhanden
sind, daß sich der Gedanke an eine gemeinsame Herkunft aufdrängen
müßte. Anders liegen die Dinge von S.45,19 an. Die Berührungen
mit dem Prooemium des Diogenes liegen auf der Hand. Clemens
hat in der Aufzählung der nichtgriechischen Sekten ein Mehr mit
den Samanaioi in Baktrien; die Keit@v of quiocogoavtes sind
durch seinen Irrtum von den Druiden bei den Galliern weggerückt.
Auch zu Hippolytos ist die Differenz in der Ähnlichkeit leicht zu
deuten. Bei ihm finden nur die Brachmanen und die Druiden
Interesse und ausführliche Behandlung, bei Clemens alle möglichen
Völker; Indien wird nur gestreift, die Druiden fallen überhaupt
weg. Dies Stück geht bis S. 46, 10. Es folgen Excerpte aus Plutarch,
aus Philo, dann Unerkennbares, das vielleicht schon mit dem an-
Pagina 14
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)schließenden Erfinderkatalog zusammengehört. Auch diesen folgen
Zeitangaben aus Tatian (42, 18 — 48, 1 Schwartz); die letzte davon
ist Drakon (bis 52,7). Nun kommen drei Einzelangaben; zuerst
die Zeit von Pythagoras bis Epikur, dann zwei Heuremata. Das
zweite davon wird citirt aus Didymos é zò neoi Ilvôayoouwijs
piÂooopfas; wir haben oben Didymos für'A in Anspruch genommen;
wir sind natürlich geneigt, in diesem hier den gleichen zu sehen
und ihn aus der gleichen Überlieferungsmasse stammen zu lassen.
Wir hätten also die Annahme zu machen, daß Clemens hier aus
A Nachträge zur Chronologie und zu den Erfindungen gemacht
hätte; dafür spricht das anschließende Schlußwort, mit dem er
sich von der griechischen Philosophie verabschiedet: 5 uèv oör
Eiinvırt quiocopia ... Erehßolos thc dAndelas ..... yivera.
Doch haben wir uns die beiden ersten von den drei genannten
Notizen doch noch anzusehen, ob sie zu einer solchen Einreihung
ihre Zustimmung geben. Die zweite (die erste von den zwei die
Heuremata betreffenden) sagt, daß Phanothea oder Themis den
Hexameter erfunden habe: bei näherem Zusehen ist sie aber nur
der Vordersatz, gegen den Didymos polemisirt, indem er behauptet,
Oscar® nEWTNP yvvaxdy quocopijou xai nompara yodwat;
nach der vagen Formulirung möchte ich fast annehmen, daf
Clemens diese Didymosangabe aus dem Handbuch jener andern,
irgendwoher geholten gegenübergestellt habe, nicht, daß Didymos*
selber polemisire. Ein besseres Verständnis könnte vielleicht die
erste Notiz bringen, wenn sie nicht in trostlosem Zustande wäre.
Sie sagt: Antilochos 6 voùs iorogas noayuatevodueros rechne
von der „4ızia des Pythagoras bis zum Tode des Epikur 312
Jahre. Diese Angabe würde nun insofern gut zu A passen, als
wir später, bei Suidas, eine Angabe finden werden, die vom Tode
des Epikur an rechnet bis zur Gegenwart, d. h. bis zum Verfasser
des Handbuches; aber wer ist dieser Antilochos und was heißt 6
toùs totogas moaypatevoduevos?
Wie soll die dxun (denn das
ist Aria, vgl.- Rohde, Kl. Schr. I 68 Anm. 1) des Pythagoras
auf 582 fallen? Das verstößt absolut gegen Apollodor. Nun
ist Apollodor freilich in A nur zugefügt, eine ältere Chronologie
wird wohl fühlbar gewesen sein, die Hippobotos, die Antisthenes
und Alexander, die Diadochai-Verfasser verwendeten. Aber es
geht nicht, wenn wir auch Antisthenes oder Alexander für Antilochos einsetzen, dem Schriftstellerprädikat ein non liquet gegen-
Pagina 15
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)überstellen +), für die dxun die Geburt annehmen, die dann ins
Archontat des Damasias 482, der urspriinglich Archon der 7
Weisen, also auch des Pherekydes, des Lehrers des Pythagoras,
war, fallen würde. Wir müssen auf diese Notiz verzichten; sie ist
uns auch entbehrlich.
4. Eusebios, Praeparatio evangelica.
Im 14. Buche dieses Werkes, in dem er die griechische Philosophie mit Ausnahme der vorher behandelten platonischen auf ihre
Abhängigkeit von der jüdischen und überhaupt auf ihre Lehren hin
prüft, kommt Eusebios verhältnismäfig häufiger selbst zum Wort
als anderswo; zwar wird auch hier der Haupttext durchaus von
wörtlich citirten Autoren wie Plato, Xenophon, Plutarch, Aristokles,
Porphyrius usw. bestritten, aber umrahmt sind diese Auszüge von
einem sehr verflüchtigten, sehr dürftigen eigenen Texte, als dessen
Quelle man das ,philosophiegeschichtliche Handbuch“ des Eusebios
zu bezeichnen pflegt. Da der Auszug so überaus dünn ist, kann
man bis weit ins 14. Buch hinein lesen, ohne zu bemerken, daß
man nichts anderes als unser Compendium vor sich hat. Die
Diadochenreihen machen es dann evident, vor allem im 17. Kap.:
Xenophanes
|
Parmenides
|
Zeno
|
Leukipp
|
. Demokrit
NN
Protagoras
Nessos
Metrodor
|
Diogenes v. Smyrna
Anaxarch
|
Pyrrhon
1) Man kann sich natürlich den Spaß gestatten, in dem forogas
eine Reminiscenz an Polyhistor zu sehen, etwa so ’4A&£avögos 6 Ilolviorwo
6 tovs ÖLaddyovs aoaymarevoóueros.
Hermes LV.
Pagina 16
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Die Parallelen zu Clemens sind ohne weiteres sichtbar; wir bemerken nur, daß offenbar den Nessos nicht etwa Clemens ausgelassen hatte, sondern daß ihn Eusebios irrtümlicherweise in die
Diadoche einschob nach einer Notiz etwa folgender Art (wie bei
Diogenes IX 88): ’Avd£apyos ’Aßönoitns. oötos douce Atoyévous
tod Spvovaiov’ of 6 Myteoddeov tod Xiov,.... Myteddwoeor
6 Néooov tot Xiov, of 68 Amuoxoitov paoir dxoùoar, denn im
19. Kap. heißt es tov uèr oùr Mytoddmoov Anuoxoitov Epacar
dxnxoévau. Suchen wir im 14. Buche weiter vorn, so stoßen wir
gleich im 3. Kapitel auf die erste philosophiegeschichtliche Mitteilung,
über Protagoras: 6 piv yao Anmoxotrov yeyovos Éraîoos 6
Llowtayéeas Gdeov éxtijoato Òóëav. Aéyerau yodv toads xeyoÿodat elopohij é TH neoi Dev ovyyoduuat; er folgt frgm. 4 B;
diese Stelle ist zu ergänzen aus Kap. 19, wo er nach fast wörtlich gleicher Einleitung und etwas verlängertem Citat fortfährt:
rodrov ‘Aönvaior pvyij Cnpud@oartes tac Pißlovs aitod Ònpooig.
éy uéon tij äyog® xatéxavoar. Bei Diogenes IX 50ff. fehlt zwar
die Gottlosigkeit, aber die törichte Anknüpfung und damit eine
Bruchstelle zeigt sich schon aus dem Anhang (51): xai Gliayot
Òë zoözov fjoéaro toy toönov. frgm. 4 B dia tadtyny 6é tir
doyijv tod ovyyodunaros êEefhúdn neos “Adnvaiwy xai td
BiBlia adrod xaréxavoay Ev th àyooû ind xjove dvadekdpevor
zag’ éxdotov TOY HERTNUEWV.
Bei Eusebios folgt Demokrit; hier fehlen direkte, beweisende
Parallelen; für das meiste liefert sie, worauf ich hier schon hinweisen will, Simplicius in den Partien, die wir seit Diels als
Theophrast betrachten
(Dox. S. 484,2; z. T. auch unter Leukipp
483,19). Es kommt Heraklit: Parallele im Wort duopn ta navra
bei Diogenes IX 8 und ebenso
Theophrast-Simplicius 475, 18:
zvpös yao Auoßyv etvai pnow “Hoáxherros závra.
Die bei
Euseb sich anschließende Doxa über die Ekpyrosis kann ein Auszug
sein aus einer der bei Diogenes zu lesenden naheverwandten Darstellung. Und ganz ebenso Parmenides: & mèr eva To nv,
ayévyntoy Òë zal axivntoy nai xata opamposıöes Ondoyew E&doyuôue; vgl. dazu im Hippolytos das erste als A erwiesene Stück
der Parmenides-Doxa. So weit das 3. Kapitel. Im 4. folgt der den
Hauptteil bildenden Passage aus dem platonischen Theätet wieder
eine aus A stammende Übersicht über die platonische Akademie
ohne viel charakteristische Züge. Krantor als Zwischenglied zwischen
Pagina 17
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Polemo und Arkesilaos fehlt, offenbar durch einen Irrtum; beim
Gründer der mittlern Akademie wird Euseb etwas ausführlicher,
aber Parallelen zu Diogenes treten doch nicht auf (vielleicht zu
IV 28°), weil der Diogenesartikel größtenteils von CG (Antigonos
von Karystos) gespeist ist; ihm schließt sich die dritte Akademie des
Karneades, die vierte des Philon und Charmidas, die fünfte des
Antiochos an; die beiden letztern fehlen bei Diogenes überhaupt.
Nähere Ausführungen dazu finden sich am Schluß von Kapitel 7;
auch hier fehlen die Parallelen, weil Diogenes bei Karneades und
wohl auch bei Lakydes aus C schöpft. Mit Kap. 9, das mit einem
Stück Numenios eingeleitet ist, kehrt Eusebios an den Anfang der-
Philosophiegeschichte zurück, und zwar nennt er die Philosophen
jetzt todo täxgıßes tijs naga näcı Doimgi te xai Alyvatiots
adroïs te “EÀlmou noÂd noöregov Deohoyias EEnxoupwuóras; damit
deutet er auf das Barbaren- und Theologen
(= Dichter)-Buch. Dann
verliert er den Faden eine Zeitlang, nimmt ihn im 13. Kap. wieder
auf, aber nur, um wieder einen fremden Text sprechen zu lassen.
In Kap. 14 folgt Anaxagoras; auch hier ist die Ausführung
zu dürftig, um von uns zur Parallelisirung verwendet werden
zu können; auf alle Fälle steht alles, was sich hier findet, in
A, inklusive das Citat
1B.
Hinzuweisen ist noch auf folgende
Übereinstimmung: zöv te neoi doy@r Aóyov noöros ‘Elhúvov
ömeodowoev. où yao uÓvov neQì tijs ndvrwv oùolas repijvaro,
ds of 200 attodv, dÂÂd xai nepi tot xwoùvros adtyr aitiov
‘ mit Theophrast-Simplicius 478, 18: *Avaéaydoas .... mo@tos
petéotnoe tas neoi THY doydv Òóëas xai thy êlleinovoar aitiay
avETAHOWGE.
Kap. 15. Diadoche Anaxagoras — Archelaos —Sokrates. Daran
schließen sich nun die beiden andern Reihen summarisch an:
Xenophanes und Pythagoras (irrtümlich ovvaxudoartes "Avagaydoa
statt "dvaéiudvde@; so auch im Kap. 17): êx tovtwy dé xai
beta todrovs ai tijs ‘EAlmrwov giocopias bnéornoar aigéoets, |
ty mèr totode, ty O& Étépois EEquxolovbyxdtwr, vvv Òë nal
lölas Òólas énuvevonxdtmy.
Kap. 16 nimmt er die Untersuchung wieder auf ohne ersichtlichen Grund und wendet sich zu Xenophanes und Parmenides.
Die Diadoche haben wir schon oben besprochen.. Am Schlusse
kommt die pyrrhoneische Skepsis: oÙs wat adrovs undéy evaı tO
napänav pate y’ èv aioÿmoe un Ev déoy@ xatalmardr é6erlo6*
Pagina 18
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)uévovs = Hippolytos S. 27, 17 W. otdéy ydag elvar obte Tv
vont@y oite tov aiodytay dlndés.
Kap. 18. Aristipp vop Kyrene, sein Nachfolger Synallos, seine
Tochter Arete und sein Enkel Aristippos Metrodidaktos mit ziemlich
ausführlieher Doxographie des letzteren; leider fehlen die Parallelen
jetzt auf der andern Seite, da bei Diogenes C vorherrscht.
Von Kap. 19 wurde schon gesprochen.
Kap. 20. Epikur. Seine Lehrer wie Diogenes X 13, das A ist;
das Übrige ist nicht nachweisbar. Damit schließt für geraume
Zeit der für uns ergiebige Abschnitt. Das XV. Buch, welches
Aristoteles und die Stoa behandelt, enthält sich bei dem ersteren
sozusagen aller Zusätze zu den großen Citaten. Erst im 13. Kap.,
beim Übergange zu den Stoikern, tritt das Compendium wieder
auf und zwar mit folgender Diadoche:
Sokrates
Antisthenes
Diogenes der Hund
Krates der Kyniker
Zenon von Kittion
Kleanthes
|
Chrysippos
Zenon étegos
|
oi nadele.
Von dieser Reihenfolge entspricht der zweite Teil derjenigen
bei Clemens (S. 40, 17 St), wenn man dort die Verwechslung des
Kynikers und des Akademikers Krates corrigirt.
In den Doxai
fehlen die Parallelen, da bei Diogenes C vorliegt. Bei der Behandlung der Stoa verschwindet leider das Handbuch gänzlich; gerade
hier wäre eine Controlle des Hippolytos sehr angenehm gewesen.
5. Pseudogalen, Historia philosopha.
In diesem erbärmlichen Traktat hängt wenigstens das 3. Kapitel irgendwie mit unserm Handbuch zusammen; Neues ist in
dieser kurzen Ubersicht der Philosophiegeschichte kaum zu finden.
Pagina 19
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Aber für eine ev. Erweiterung der Diadochenreihen müssen wir
dankbar sein, da diese ja bei Diogenes am stärksten gelitten haben.
Sie sind so zu reconstruiren:
ders — Anaxagoras — Archelaos
— Anaximene
Thales — Anaximan
Unter seinen Schülern nur of Òradogijv xarvadehor-
—Sokrates.
zórves (599, 11 Dox); obgleich für uns neue Reihen auftreten, ist
die sokratische Schule infolge dieser Beschränkung nicht vollständig, wie später aus Hesych-Suidas deutlich werden wird.
‚Sokrates.
|
Kyni-
Speusipp
|
Alte j Xenokrates
Akad.
uiid Phaidon
Antisthenes Aristipp
Plato
|
Polemon
|
Krantor *)
|
(
Arkesilaos
|
und die
ker | Diogenes
| 2)
Zenon
[sa 4)
kyrenäische
—) enden
Schule Ere-
|
trische
Kleanthes
Schulel
u
|
Mittiere
2
Chrysippos
3
Stoa
Diogenes v. Babylon
|
.
Antipater
Akad.
Hegesinus
Poseidonios
|
Karneades
Neue
|
Akad. |Kleitomachos
[4.Akad.] Philon
[5.Akad.] Antiochos
Nach der Erwähnung Phaidons verwirrt sich leider der Text
dergestalt, daß nach Phaidon Anaxarch und seine Diadochen folgen.
Diels hat die richtige Reihenfolge hergestellt; aber trotzdem sind,
1) Krates fehlt, weil er keine Diadochen hat.
2) Es fehlt Krates, der Kyniker.
3) Es fehlt der jüngere Zeno.
4) Vgl. bei Diogenes offenbar A in einer C-Umgebung (II 113): of
68 xai adroo Eöxrisidov dxoöoat paow aùrór (sc. Stilpon).
Pagina 20
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)was noch kommt, nur noch Bruchstücke ohne rechten Zusammenhang.
Es läßt sich noch folgendes erkennen:
Xenophanes
Anaxarch
Aristoteles
Epikur
Parmenides
Pyrrhon
Theophrast
Metrodor
Zeho
ste ton
| Leckipp
Debit
a
Während so in den Stammbäumen noch allerlei Neues zutage tritt, so sind die wenigen erhaltenen Detailangaben parallelenlos,
weil in Diogenes jeweils C vorhanden ist. Protagoras, der ovordrns:
Tv xard gihocopiay teyy@y genannt wird (601, 11), mag etwa
mit Diogenes 16 viv ëmnoldtor yévos Tv éguotix@y yervijoas
übereinstimmen.
6. Simplicius, In Aristotelis physica commentaria.
Die wichtigen Partien am Anfang des Physikcommentars, wichtig
schon wegen der zahlreichen Theophrastcitate, enthalten viele sehr
bestimmte Anklänge an das Handbuch; das ganze Problem ist aber
sehr complicirt, da Theophrast ja natürlich seinerseits in den Doxai
Quelle des Handbuches ist, also Primäres und Sekundires sich
hier nebeneinander findet.
Aber gerade eine Aufklirung tiber das
Verhältnis des Compendiums zu seinen Quellen kann für uns von
Interesse sein.
So ist eine Entwirrung der Schichten zu wagen.
Die wichtigste und oberste Schicht, die wir zuerst abtragen miissen,
ist natürlich Alexander Aphrodisiensis, den Simplicius parum diligenter transscripsit (vgl. das Analysenbeispiel bei Diels, Poet. philos.
S.31); die hilflosen Erweiterungen durch Simplicius fallen nicht in
Betracht. Nun Alexander — ihn können wir ruhig an Simplicius’
Stelle setzen — weist sehr viele Anklänge an das Handbuch auf, vor
allem in der diadochischen Anordnung und im biographischen Material.
Eine Zusammenstellung der Vergleichspunkte auf diesem Gebiete
wird uns dann auch für die Doxai die Untersuchung der Zusammer.hänge erleichtern.
22,27. Zevoparns 6 KoÂopdvios 6 Haguevidov drddoxakos;
Pagina 21
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)es folgt Theophrast; das Lemma ‚könnte schließlich anderswoher
stammen. Grund zu einer solchen Annahme liegt aber einstweilen
nicht vor.
23, 25. Oahijs Òë no@tos napadtdoraı tv negi pioews
ioroptav tots “Edinow Expijvaı, nolidy uèv nal ällæy ngoyeyovorwv, de xalt@ Oeopodorw doxet. Zu vergleichen ist
Hippolytos (S. 4, 12 W.): Aéyerar Oalÿr tov Midjovoy noörov
énineyeronnévar quhocopiay puomhy. Die Erwähnung Theophrasts
kann von Alexander stammen, der, was er im Handbuch las, durch
Theophrast bestätigt fand, viel wahrscheinlicher ist sie mir aber
ein direktes Citat aus A (wie Diog. Laért. IX 21). Dann heißt
es bei Simplicius weiter: A&yeraı Ö&- &v yoapals undéy zarahıneiv
mv tis xaÂovuévys Navuxijs âcrooloyias. Daß das A ist, geht
weniger aus Diogenes hervor, wo es nur noch aus dem Kallimachoscitat zu erraten ist, als aus Suidas s. v. Oadijc.
24,13. "Ava&iuavdoos IIoa&iadov Mihjotos, Oalod yevôuevos
diddoyos zat wadythe.
24, 26. *Avaéimuévys Evovotodtov Midijotos, Éraïoos yeyoras
"Avaéiuavdoov.
25, 19. "Hunedoxdfic 6’Axgayartivos, où noÂd zaronıy Tod
"Avakgaydoov yeyoros, ITaguevidov Òë InAwrns xat adnovaotys
xaì Eu mâlhov -tHyv Ilvdayogeiwr vgl. Diog. VIII 56 aus Alkidamas (= A). Als Lehrer werden genannt Parmenides, Anaxagoras,
Pythagoras oder ein Pythagoreer nach Neanthes und Hermipp (55
und 56); die Angabe über sein Schülerverhältnis zu Parmenides
stammt über A aus Theophrast; denn auch Diog. 55 sagt: 6 dé
Oeépoaoros Tlapusvidov prol Enhworijv aùròv yevéoda nai munthy &v Tols rowmuaot.
27, 2. Avalayóoas “HynotBotiov Kialouéros, xowwryoas
rijs “AvaEtuévovs quiocopias.
27, 28. ’Aoyédaos 6 ’Admvaios, d zat Swuodty ovyyeyovévar
paoiv ’Avalayóoov yevouéræ wadyti.
28,4, Aeúxurros 6 "Ehedrns 7) Midjouoc.
Nun zu den Doxai. Außer Frage steht es, daß Theophrast von
Alexander direkt benutzt worden ist; vgl. Diels, Dox. S. 482, ein
wortliches Theophrastcitat aus Alexanders erhaltenem Commentar
zur Metaphysikt). Dafür sprechen auch in unserm Texte die Doxai
1) An und für sich war zu überlegen, ob nicht die Theophrastcitate
auch aus A stammen könnten, das urspriinglich wahrscheinlich viele hatte.
Pagina 22
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)des Xenophanes wie auch 25, 6, wo er die Behandlung des Diogenes
von Apollonia abschließt mit den Worten: xai zaöra usv Oeóppaoros .
iorogei nıegi Tod Atoyévovs nai tO sis Eué EAPO” adrod céyyoauua
usw.; ebenso unzweifelhaft polemisirt Alexander an andern Stellen
|
gegen Theophrast.
Wenden wir uns zum ersten Beispiel, zu Xenophanes. Hier
ist die Sache sehr einfach; nach einer Mischung aus Theophrast
und Pseudoaristoteles folgt nach einer kurzen Notiz des Nikolaos
(aus Porphyrius, vgl. 149, 86 ff.; 151, 23) Alexander selber, der seine
doyn bezeichne als zezepaouévov und opagoerdés. Die Opposition
des Simplicius, das letzte Glied, mag aus Porphyrius stammen.
Leider besitzen wir keine Xenophanes-Doxa bei Diogenes, so versagen Parallelen. Aëtios (Dox. 284) hat auch oqaipoedéc xai
neneoaouévov. Das will aber nichts heißen; denn diese einfachen
Dinge sind aus der gemeinsamen Quelle Theophrast unverändert
in die einzelnen Überlieferungszweige übergegangen.
Viel deutlicher ist Plato. Hier bringt Simplicius zuerst als
eigene Ansicht die neuplatonische Einteilung der platonischen Goyai
in drei xvoiws alta (wovon eines 16 tédos ist) und drei ovvaitıa.
Dann folgt 6 wévrot Oeópoaoros mit einer Teilung in zwei doyai
(also wie C bei Diogenes III 69), dann 6 uevro. Alééavôgos mit
einer solchen in drei doyai, 4 &1yn, 16 noob, 10 nagddetyua;
dann Polemik dagegen, offenbar aus einer neuplatonischen Quelle,
d. h. wohl Porphyrius, geschöpft, welche zò tédos als eine doy)
aus Plato zu belegen sucht. Diese drei doyaf des Alexander sind
nun nichts anderes als die uns schon bekannten aus Hippolytos
und seinen vielen Parallelen. Also auch im doxologischen Teil hat
Alexander neben seinen erstklassigen Quellen das Handbuch benutzt.
Aber wie weit diirfen wir gehen? Die Sache ist ziemlich complicirt,
aber auch lehrreich. Nehmen wir als Paradigma die schon angeDer
führte Stelle über den Physiker Diogenes (25,1-— 25,6).
Schluß erklärt den Abschnitt aus Theophrast stammend. Davor
reihen sich die Doxaì des Anaximander und Anaximenes an (24,
18 ff.); eine ruhige Einschätzung muß zum Ergebnis kommen, daß
nur eine Erklärung möglich ist, nämlich die, daß auch diese
beiden Doxographien direkt aus Theophrast stammen. Zu einem
andern Resultate wären wir aber, irrtümlicherweise, wohl gelangt, natürlich nur am Anfang, wenn wir von vorn mit Anaximander die Untersuchung begonnen hätten: ’Avafiuavdgos dexir
Pagina 23
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)ze nal ovoryetov signe Tv Övrwv TO ànEQOY, TOTOS tovTO
tobvoua xouioas tijs Goyiÿs. déyer Ò’ aùtijv pte BOWE wäre
ällo u Tv
xzahovuévov
sivat orouystov,
adsl’
étéoar
wd
gtow dxegov, EE ús Ünavras yiveodaı tobs oùgavods xai
tous Ev adroïs xóomovs. Wenn wir aber die Parallelen bei Diogenes, vor allem aber die schon oben angeführten Stellen des
Hippolytos genauer betrachten, so sehen wir unsere Stelle in der
Mitte stehen zwischen Aëtios und A; sie ist also gemeinsame Quelle,
also Theophrast. Da wir aber keinen Grund zur Annahme haben,
daß der Einleitungssatz aus anderem Zusammenhang stamme, so
scheint Theophrast, wie das oben angeführte Citat aus Alexanders
Metaphysikcommentar bestätigt, auch schon diadochische Angaben
gemacht zu haben. Durch diese Erkenntnis wird die Herkunft der
kürzeren Notizen dieser Art bei Simplicius z. B. über Anaximander,
über Anaxagoras fraglich. Es kann aber doch bewiesen werden,
daß sie nicht etwa alle aus Theophrast stammen: Theophrast
nimmt nach Diogenes IX 21 Anaximander als Hauptlehrer des
Parmenides an; uws 0’ oùr âxoúoas xai Zevopávovs oùx
Fxodovd joey aèt®; daß das die Ansicht des Theophrast wiedergibt, zeigt das genannte Theophrastfragment bei Alexander: tovtq@
[offenbar Anaximander gemeint] 6’ &myevóuevos Haoueviòns,
IIvontos 6 ’Ehearns — Aéyer Òë nai Zevopava!) — En’ âupotéoas
nAde tas óôoús. Während hier die Diadoche von A gesiegt hat,
findet sich bei Leukipp die Ansicht des Theophrast, der diesen
direkt an Parmenides, ohne Zeno als Zwischenmann, ansetzt (S. 28,5).
Wenn wir, mit diesen Erfahrungen ausgeriistet, unsern Gang
durch die Doxai des Simplicius noch einmal aufnehmen, so stofsen
wir zuerst auf Thales (23,19).
Die Doxa bei Diogenes ist zu kurz,
hingegen stimmt Aétios ziemlich überein. So kamen wir wieder
auf Theophrast, wenn nicht der längst verdächtigte?) Ausdruck
ovvextixoy madvtmy doch es nahelegen würde, eher an die Theophrastbenutzung in A zu denken. Dafür könnte auch die Stellung
sprechen gerade vor dem biographischen Citat aus A (sicher A wegen
der sekundären Anführung ®s xai 1H Oeopodorp doxet).
Das
entspräche in dem sehr kürzenden Diogenes folgenden Worten (I 23):
Meta Òè TA sraÂuixd tijs pvouwijs éyévero Vewoiac; dann fehlen
1) So ist zu lesen für Zevopdvyr.
2) Diels Dox. S. 475, Anmerkung zu Zeile 6.
Pagina 24
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)die Doxai, die § 27 nachgetragen sind; xai xard twas ev oúyyoaupa xatélner oddér d.h. nach Simplicius hätte die Doxa
am gewöhnlichen Platze gestanden, nämlich zwischen Bios und
Werken.
Interessant sind Hippasos und Herakleitos (23, 38): Ev xa
otto: xai xvovpmuevoy zal nenegaouévov, GAld nöp Enoinoav thy
doyny xat êx nvoòs nolodoı ta Övra nuxvdoe xai uavWoeı xat
ÒraÂvovor nal eis ado, ds tadtyns puds ovons pÜoews tijs Ononemérvns’ nvoös yao Auoßmv sivai pnow Hodxherros névra.
zout Òë zat 14Ëw tvd xai yoóvov dorouévov tho tod xdopov
ueraßoins xatd twa eiuaouévnv ävdyxnr. Aëtios weicht ziemlich
ab, Diogenes IX 8 (von den zwei Doxai ist es die detaillirte): -rdo
elvaı otouyetor val avoòs AuoıßnP ta ndvra, doawboer ual avxv Hoe
ywópeva und noch besser Eusebios XIV 8: 6 6&8 “Hodxdettoc
doxnv tov nóvrov pn elvart tO ndo, EE où ta advra yiverar
nai eis Ô dvaÂterat. Auoßmv ydo elvaı ta ndvra, zoóvov TE
Heiodaı who Tv ndvrwv eis tO nde dvaltoews xal tijs Ex TOÚtov yevéoews; vgl. Diogenes bei der Behandlung des Hippasos (VIII
84): épn dé yodvoy orouéror sivat ths tov xdomov ueraßoins.
Hier scheint es mir unmöglich, nur an die gemeinsame Herkunft
aus Theophrast zu denken, das ist A. Freilich sind — auch das ist
fir uns wichtig zu lernen — die gut erhaltenen Reste von A
Theophrast sehr nahe stehend, man denke nur an das Theophrastcitat bei Alexander (Dox. 482, 5) verglichen mit Diog. Laërt. IX
21f. und der Andeutung bei Hippolytos oder an Metrodor von Chios
bei Simplicius, der nach seiner Umgebung zu schließen aus Theophrast stammt®), verglichen mit Eusebius XIV 19.
7. Hesychios Illustrios.
Durch Suidas auf dem Wege über den Epitomator des Hesych
und dann diesen selbst lernen wir noch eine gute Uberlieferung
von A kennen.
Wenn auch stark verkiirzt, sind seine Bioi doch
im Bau die getreuesten Abbilder des Handbuches. Die Schwierigkeit besteht eigentlich nur in der Ausscheidung des Hesychios, der
mit Diogenes Laértius direkt, hie und da auch mit etwas anderm,
wie z. B. Harpokralion im Anaxagoras”), beigemischt ist.
Daf
1) Vorher die Anknüpfung des Leukipp direkt an Farmenides und
die Mischung mit Aristoteles wie beim Thales.
2) Harpokration verwendet freilich seinerseits das Handbuch (vgl.
Diog. Laërt. II 6 und II 8).
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Hesychios seinerseits auch Porphyrius ‘verwendet hat (woraus wohl
die Phlegoncitate stammen), ist daneben das kleinere Ubel.
Am einfachsten liegt der Fall dort, wo wir in den Scholien
zu Platons Republik einen Parallelauszug aus der Epitome des
Hesychios besitzen, so bei Thales Pythagoras usw. Man vergleiche
beispielsweise bei Diels, Poet. philos. die beiden Bioi S. 12. Hier ist
dann freilich die schon besprochene Aporie mit den Sprüchen der
sieben Weisen. Ebenso liegt die Sache ausgezeichnet im Leben des
Aristoteles, wo wir in der sogenannten Vita des Ménage (Rose,
Arist. Fragm. S. 9) die der Epitome besitzen, erweitert gegenüber
Suidas um das Schriftenverzeichnis; es ist, wie seine enge Verwandtschaft mit dem des Diogenes, verglichen etwa mit dem des
Ptolemaios Chennos, verrät, in seinem ersten Teile A; woher die
Fortsetzung stammt, geht uns hier nichts an.
Interessant ist in
der Aristotelesvita noch die Diadochenliste, die die des Clemens sehr
erweitert: Theophrast — Straton — Praxiteles — Lykon — Ariston —
Lykiskos — Praxiphanes — Hieronymos — Prytanis — Phormion —
Kritolaos. Das sind natürlich weder alles Schulvorstände gewesen,
noch stehen sie im Verhältnis jeweils von Lehrer und Schüler
zueinander; es ist nur die Reihenfolge der Behandlung damit angegeben.
Schwieriger gestaltet sich die Sache für diejenigen Viten, wo
irgendeine Parallelüberlieferung Hesychs fehlt. Ich will als Beispiel
Anaximander nehmen: ‘Avaëiuavdoos Iloaëddov Mikúowos piióGopos ovyyevijs ual uadnıns xai diddoxos Oélnros. Eros
Òë ionuegiay edge nai toonds zal Weokoysia xai thy yyy Ev meoaudtp xeïodar. yvbpord te eloúyaye xai Glws yewpetoias ÜTotiawow ÉdaËer. Éyoaye neoì pvoews, yijs negtodov xai mEQt THY
asthav@y xai opaigay xai Alla turd.
Diog. Laért. 111: ’Ava&iuavöoos Hoakiddov Midjoos uéonv
te tv yhy xeloÿar .... ebper Òë zat vvuova me@tos teomds
te xal ionueoias onuaivorta xal Hoooxoneïa xateonsvace nal yijs
zal Baddttns nepiuergov mo@tos Éyoayer, ahha xai opaïoar
zateoxevace.
Ein Schriftenverzeichnis fehlt.
Eusebios X 14. Oaloÿ dé yiverar dxovorns "Avafiuavögos,
Ilga&ıddov mèv nai, yévos Òë xal adrds Moss. obtos noëtos yvuovas nateoxetiace 90s Sidyvwow Tooröv te Hdiov vat
zoóvov xat Wew@y xai lomueoias.
|
Diogenes,
aus
offenbar
Das konfuse Mittelstück des Suidas ist
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)schon wegen der zwischen die eteijuata eingeschobenen Doxa über
die Lage der Erde. Anfang und SchluB hingegen sind aus A.
Als letztes will ich noch die interessante Notiz aus dem Bios
des Epikur anführen, die oben schon einmal gestreift wurde: duéuewvev
% aûroö oyohiy Ews Katoagos Tod nodrov Erm ox£ (271/0—44),
Ev oi¢ Òuddoyor adrijs Eyévovro 10.
8. Die Viten des Pythagoras, Plato und Aristoteles.
Für die Pythagoras-Bioi hat Hans Jaeger die Untersuchung geführt; als Benutzer des Handbuches kommen Porphyrius in Betracht
(er verwendet außer A noch den Roman des Antonius Diogenes,
Nikomachos und Moderatus) und Antonius Diogenes, der also seinerseits, ebgleich für Porphyrius Quelle, auch wieder und zwar, wie es
scheint, ausschließlich A zugrunde gelegt hat.
Es liegt. nun
natürlich ohne weiteres nahe, daß Porphyrius auch in den übrigen
Teilen seiner Philosophiegeschichte diese gleiche Quelle verwendet
habe. Die wenigen namentlichen Zeugnisse scheinen dies zu bestätigen, vgl. namentlich Fragm. 10 (Nauck). Sehr vieles von
dem, was bei Theodoret, bei Iamblich (ganz besonders in den
Theol. arithm.) und dann bei Proklos usw. an die Notizen des Handbuches erinnert, mag auf diesem Wege dorthin gelangt sein.
Von den Platoviten wurde schon gesprochen. Obympiodor
stammt ganz aus A. Ebenso die Vita Marciana und die sogenannte
Vita xar’ ’Auucmov des Aristoteles.
Die erstere auf Ptolemaios
Chennos zurückzuführen, liegt kein Grund vor), eher Hindernisse
in der Tatsache, daB, wie wir oben festgestellt haben, das Schriftenverzeichnis des Ptolemaios mit dem aus A stammenden nichts
zu tun hat.
9. Zusammenfassung,
Wenn wir uns nun ein Bild von A machen wollen, so werden
wir bald sehen, daß wir trotz der vielen Erscheinungsformen, in
denen wir A erkannt haben, in Wirklichkeit doch keine genaue
Vorstellung von ihm haben. Zur allgemeinen Charakterisirung läßt
sich etwa folgendes sagen: das Compendium verzichtet auf jede
künstlerische Gestaltung im Gegensatz zu CG; schon die mit Autor1) Vielmehr scheint das Schriftenverzeichnis (sowie der Wortlaut
des Testamentes) des Aristonikos, das Ptolemaios übernahm, darin dasjenige des Hermippos (bei Diogenes und Hesychios erhalten) verdrängt
zu haben (Rose, Arist: Fragm. S. 435, 16).
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)namen vorgelegten, sich drängenden Citate verhindern das. Es
ist so der Erbe der Technik des Kallimacheers Hermipp, dessen
Philosophenbioi, aus dem Gesamtwerk herausgerissen, etwa die
Grundlage unseres Handbuches bilden mögen.
An die zahlreichen
Citate, die er schon mit sich brachte, reihte der Bearbeiter eine
Unzahl neue, so daß der alte Rahmen ganz gesprengt wurde.
Durch dieses Verfahren sollte der Eindruck wissenschaftlicher Methode
erweckt werden im Gegensatze zu einer reinen Unterhaltungsbiographie, die für uns jetzt durch Satyros repräsentirt ist, der auf
Citate mit Namennennung ganz und gar verzichtet. Das scheinwissenschaftliche Genos siegte; ja selbst Satyros diente in dem Auszug des Herakleides einer solchen Technik, und in dem Handbuch,
das ich B genannt habe und das gar wohl eine Nachahmung des unsrigen sein kann, ist er ein Name wie alle andern. Wie eng das Verhältnis unseres Handbuchs zu Hermipp ist, läßt sich nicht mehr
sagen; ich dachte einmal daran, daß in der bekannten Stelle des
Hieronymus (De ser. eccl. 1), die Hermipp, Antigonos von Karystos,
Satyros als Biographienverfasser nennt, solche weiterentwickelten
Handbücher genannt seien, und zwar gerade diejenigen drei, die
Diogenes in der Hauptsache seinem Werke zugrunde legte; aber
abgesehen davon, dafs wir ja nur Philosophen, also einen Abschnitt
aus den Werken der genannten Manner, vor uns haben, ist auch
nirgends ein Anzeichen dafür vorhanden, daf je unser A als Hermipp
und etwa B als Sotion oder Satyros bezeichnet worden wäre. Der
nicht überarbeitete Hermipp war zur Zeit, wo unser Handbuch entstanden sein muh, übrigens durchaus noch vorhanden und wurde
benutzt. Auch ist Hermipp doch stark in A zurückgedrängt; die
stärkste Verdrängung scheint durch Hippobotos stattgefunden zu
haben; überall stehen dessen Ansichten an letzter Stelle; vielerorts sind sie diejenigen, denen das Handbuch selber folgt; aber
auch sie sind nicht „redaktionell“, sondern nur die Zweitletzten.
Die eigentliche Diadoche ist jünger als Hermipp; vielleicht ist hierfür Antisthenes, vielleicht Alexander Polyhistor wichtig gewesen —
doch ist das alles Hypothese.
Hermippeisch mag schon die Eröffnung des Werkes mit der
orientalischen Philosophie sein; daß sie bei Clemens und Hippolytos
nachfolgt, läßt sich aus der speciellen antigriechischen Tendenz
dieser Christen verstehen. Übergang zu den Griechen bilden Orpheus
und Linos, es folgen die Dichter-Philosophen, von denen der Hesiod
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)bei Hippolytos noch ein Überbleibsel ist; dann schließen sich die
sieben Weisen an, und an sie die drei Reihen und zwar offenbar
so, daß Pythagoras vorausging, Anaximanders Diadoche (denn Thales
war bei den Weisen) folgte und die Eleaten am Schlusse kamen.
Vielleicht reihte sich die Behandlung des Pythagoras an den letzten
Weisen, Pherekydes, seinen Lehrer, an.
In der ersten
war die Schwierigkeit wohl am größten,
besonders,
bis Philolaos auszufüllen.
Diadoche
um die Zeit
Das tat man mit den mehr onoodönr
quiocowoavtes Empedokles (über Telauges) und Heraklit (über
Hippasos nach Hesych-Suidas). Genau sind wir über die wichtigste
Reihe orientirt, die mit Thales anfängt; innerhalb dieser wurden
dann wohl die Einschnitte gemacht: physikalische, ethische, dialektische Richtung. Bis Sokrates ist alles bekannt; dann folgen die
sokratischen Schulen, wie wir sie aus Suidas kennenlernen (ein
Teil auch bei Galen). Als letzte Reihe also die des Xenophanes
mit Epikur am Ende.
Was die einzelnen Bioi betrifft, so sind natürlich die Idealbilder,
die Leo von der peripatetischen Biographie gibt, hier nur noch in
einer völligen Zersetzung zu finden; freilich vermögen die erhaltenen
Abklatsche auch nur ein schlechies Bild von A zu geben, das sehr
ausführlich gewesen sein muß. Im Princip war die Reihenfolge
offenbar Lebensbeschreibung (ohne Tod), Charakteristik, eboúmara
und kurze Doxographie, Schriftenverzeichnis (offenbar aus Hermipp
und damit aus Kallimachos, in dessen Art mit den Anfangsworten),
Tod. Diese Form ist aber vielfach zersprengt; neben dem vielen
Detail ist vor allem bemerkenswert die angehängte Zeitangabe aus
Apollodor. Aber noch etwas. Bei Diogenes stehen die Doxai meist
hinter der Vita, Spuren lassen sie an der ursprünglichen Stelle
zurück, z. B. im Anaxagoras 116. Sind das einfach die vorhandenen
Doxai, die an eine andere Stelle versetzt wurden? Die Frage ist,
wie ich glaube, zu beantworten. In einigen Diogenesbioi haben
wir zwei Doxologien, z. B. im Heraklit und im Leukipp®). Sie sind
verbunden mit einer Redensart wie: zegalaıwöos péy tavta’ Eni
méoovs 68 Ode ëye Ein Blick darauf zeigt, daß sie eigentlich
1) Auch bei Anaximander mag dies so sein (II 2); Diogenes fand
nach dem Bios noch die Doxai, die aber so wenig ausführlich waren wie
die innerhalb des Bios, so daß er sie beiseite ließ. Man wußte so wenig
Doxai von Anaximander; offenbar gab auch ein Vers des Apollodor nur
wieder das gleiche Allbekannte, darum dieses seltsame Citat für Doxai.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)nicht nebeneinander stehen können. Nun könnte die Vermutung
Platz greifen, erst Diogenes habe sie zusammengebracht, es seien
z. B. die Doxai aus A und B.
Das erweist sich als unrichtig:
die kürzern gehören sicher zu A; wenn es bei Heraklit in der
kurzen Übersicht heißt: zavra puydy elvar ai Öaruóvov mon,
so correspondirt dies mit den Worten im Thalesbios (I 27): toy
x00u0v Euwvyov xai Öaıuövwv sehon.
Diese Doxa des Thales
findet sich aber auch in der Thalesvita des Platonscholions, d.h.
bei Hesych; das ist also A. Aber auch die großen Doxologien
müssen in A gestanden haben, das zeigten uns Parallelen. Solche
Doxai, wie wir sie für Platon und Aristoteles und die Stoa voraussetzen müssen, ja schon die erhaltenen z. B. bei Hippolytos sprengen
den Rahmen des Bios derartig, daß sie nicht eingefügt sein können.
So können wir etwa vermuten, daß die kürzern Doxai schon von
Hermipp stammen oder wenigstens Hippobotos, sind sie doch
organisch mit der Anlage der Biographie verbunden; die großen
aber aus viel späterer Zeit, da sie eine Zeit widerspiegeln, die
nach Poseidonios und Antiochos von Askalon, ja auch nach
Ainesidem liegt.
Diese von den Doxai gelieferte Erkenntnis über den Terminus
post quem wird durch die Bioi bestätigt und zugleich auch das
zeitliche Heruntergehen beschränkt. Es geht nämlich kein Citat
über den Anfang unserer Zeitrechnung hinaus; die Epikurvita des
Suidas rechnet bis auf den Tod Caesars!); das zeitlich letzte Citat
ist wohl Didymos, besser ein Didymos; ein voraugusteischer Didymos
ist uns aber nicht bekannt. Über diese Didymosstellen bei Clemens
haben wir oben gesprochen; wir sahen freilich nicht ganz klar.
Um die Resultate ins Gedächtnis zurückzurufen, will ich das Wichtigste wiederholen: dreimal wird Didymos (wie wir sahen als letzter)
citirt; zweimal (38, 24 und 39, 5 St.) mit Angaben über die Apophthegmen der sieben Weisen; da denkt man leicht an des Chalkenteros Schrift seo? rapouudr: ein drittes Mal aber, freilich in
ganz fremder Umgebung, ohne daß der Zusammenhang mit dem
Handbuch zu erweisen wäre, aus einer Schrift zreoì Ilvdayogızjs
1) Der Suidastext hieß wohl ursprünglich nicht so, wie er jetzt dasteht. Denn jetzt scheint er sagen zu wollen, daß mit Caesars Tod die
epikureische Schule erlosch, was ihr nicht einfiel. Vielmehr muß der
Verfasser den Tod Caesars als letztes großes Ereignis kennen und sagen,
bis dahin existirte sie ununterbrochen und hatte folgende Leiter.
Pagina 30
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)yılooopias (52, 12 St).
Und da wir alle drei Angaben in der
Parallelüberlieferung zu finden glaubten, so nahmen wir ihn also
. für A in Anspruch; von den zu datirenden Autoren wäre der der
späteste.
So wird es doch wohl begreiflich erscheinen, wenn ich gerne
wüßte, wer dieser Didymos ist. Der berühmte Grammatiker könnte
unter seinen unzähligen Werken, von denen uns nur ganz wenige
bekannt sind, auch dieses bergen — aber wer wollte es ihm wirklich zutrauen!)? Die Zeit freilich würde stimmen, aber ernsthaft
kommt er nicht in Frage. Nun sind uns bei Euseb in den Hauptstücken des 11. und 15. Buches der Praep. evang. und bei Stobaeus
große Fragmente erhalten aus einer &mxouy ’Apeiov Aiddmov.
Sie behandeln Physikalisches und Ethisches; Meineke und Diels
haben das ihnen Zugehörige genau abgegrenzt. Unter diesen ist
ein Platon betreffendes Stück (Dox. 447) und zwar gemeinsam und
wörtlich gleich überliefert bei Eusebios im 11. Buch, bei Stobaeus
im ersten — und bei Alkinoos (Anfang Kap. 12). Unsere erste
Aufgabe wird es natürlich sein, die Alkinoosstelle näher zu prüfen.
Bei Hippolytos, dem so stark verkürzenden, verlangen wir kaum
eine Parallele, da bei ihm die Abhandlung über die dritte doy,
das napdösıyua = die Idee, auf einen Satz zusammengeschmolzen
ist; wir finder aber doch alle Ausdrücke und Gedankengänge wieder,
wenn Alkinoos im speciellen vom realen und idealen Kosmos sagt:
âvayxaïov xai Tò xáÂhworov xatacxevacua, tov xóomov, Ónò TOD
deod Öeönmovoyjodu nods twa idéar xóopov dnoBiénovtos
nagdderyua Ündgyovoar tovde tod xdouov ds ay ATEXOVIGUÉVOY
as’ Exelvns, noòs vy âpomowdévra nd Tod Symovoeyod aùròr
aneoydota: xata Üavuasrordıny noóvorar xai didvoray ElÖórtos éni Tò Ommuovoyeir toy xdouov und Hippolytos das Ganze so
zusammenfaßt: zò Òë zraodderypa Tv digvouar tod Peod sivat,
Ô nai idéay nañet ofov einövıoud tu,
noooeywv & tij wur 6
deds ta navra édynmovoye. Ebenso erinnert bei Apuleius (S. 87,
21 Thomas): esse autem ex his (sc. ideis), quae deus sumpserit,
exempla rerum, quac sunt eruntve, nec posse amplius quam
singularum specierum singulas imagines in exemplaribus inveniri
1) Die Ubereinstimmung zwischen der Aristotelesvita des Diogenes
und dem Demosthenescommentar beruht auf gemeinsamer Benutzung
des Hermipp.
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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)gignentiumgue omnium ad instar cerae formas ct figurationes
ex Ula exemplorum impressione signari an die Worte unseres
dreifach überlieferten Stückes: rv xata pio aioünt@r xal xara
péoos ouopéva vvd det nagadeiyuara elvar tas idéas und ör
zoónov opoayidos wäs Eruayeia yivetar nolld.
Es ist klar, da& ich als Verfasser des Handbuches Areios
Didymos erweisen will. Bis jetzt scheint alles gut zu gehen, aber
gewichtige Bedenken dürfen nicht unterdrückt werden.
Stimmen
denn die Aristoteles- und Stoa-Excerpte bei Hippolytos mit Areios
Didymos überein? Andrerseits darf Diogenes (— C) natürlich nicht
mit Areios Gemeinsames haben. Das ist nun (mit Ausnahme einer
gleich zu behandelnden Stelle) beim Peripatos ganz der Fall (vgl.
*
Ed. Schwartz, Pauly-Wissowa V
S. 760),
bei der
Stoa
ist die
Verwandtschaft manchmal stark, aber doch nur inhaltlich, nicht
formell. C scheint die gleiche Richtung darin zu vertreten wie A‘),
Den ganzen Fragenkomplex will ıch an ‚einer Stelle und zwar
aus
der
Aristoteles-Doxa,
eben
jener
einzigdastehenden,
illustriren. Hippolytos 24, 20 sagt: 6 dé “Aolototélys toıyevear
tor ayadayr eloaysı xai déyer mij elvar téhevoy tov Gogdy, êdr
wij sraoij atta xai ta Tod cœuatos dyadd xai ta Extös, À sor
»alhos tayvs edavoÖnota aotidtys’ Ta Òë Exròs ahovtos ebyévera
ddéa bras etojvy piila®). ta de Errös zeol yuyhr, xadas
zai Illarovı ÉdoËer, poovyow ompoootyyy dimaootwvyy avdosiar.
Eine genaue Parallele existirt nicht; aber die drei dyad werden
aufgezählt bei Areios Didymos (= Stobaeus II S. 125 W.):
1. dylea, loyús, ebatobnoia, xadsos
2. ompoootyvy, avdosia, podryots, dixatoobyyn
3. ahovtos, doyú, edtvyia, pihia
und S. 121 etyévera, ahottos, d6&a, eionvn, éhevdeoia, piÂta.
Aber auch Diogenes meldet sich zum Wort (V 30): épy de xai
Tr eùÒaruoviar ovuninowua & tomy ayadayr sivat, Tor zel
wvyúr, à Oy zodra th Òvváuer zakel. Er Òevréoor Òë THY
ziet coua, bytetas zal toyvos xai záÂhovs zat Tor naganınaolar
éx toltwy Òë Tv Exrös, ahodtov xai eùyevetas xai Òóëns xai
Tv Öuolwr.
1) Vgl. H. Strache, De Arii Didymi in morali philosophia auctoribus.
Diss. Berlin 1909.
2) So liest man für oowuérn piiov seit Roeper.
Hermes LY.
Pagina 32
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Die Ahnlichkeit darf uns bei der nahen Anlehnung an Aristoteles nicht verblüffen; die Situation des Diogenes ist freilich die
des Hippolytos, aber die Beispiele stimmen viel besser zu Areios
Didymos. Bei der Stoa würden wir ähnliche Falle noch,ein paar
finden. Das ist also ein Bedenken; ein zweites ist der Anfang des
großen ethischen Stückes bei Stobaeus II 37ff. In sachlicher Aufzählung werden hier in der Hauptsache Termini wie tédoc, ÓsroreÂis,
oxonós usw. besprochen; anzunehmen, daß auch dies ausgezogene
Schlagwörter des großen biographischen Werkes des Didymos seien,
geht nicht wohl an. Da hilft uns nur ein Weg weiter. Epitome
heißt das Werk des Didymos, das Stobaeus und Fuseb benutzen.
Wie das große Werk, dessen &rurourn dies ist, sich nannte, erfahren
wir auch aus Stobaeus; II 6 citirt er eine Angabe über Xenophanes,
die wir schon oben zu A in Beziehung brachten, aus dem Buche
des Didymos zeoi alo&oewv.
Aus diesem Werke, das vielleicht nach
demjenigen des Hippobotos den Namen erhielt, machte jemand,
doch wohl Didymos selber, einen Auszug. Ist dieser Auszug eine
Verkürzung sämtlicher Partien? Dagegen sprechen die detaillirten
Berichte, die wir diesem Auszug verdanken. Viel eher umfaßte es
nur die Doxai der noch lebenden Schulen, auf alle Fälle
Plato, Aristoteles, Stoa. Und zu diesem Auszug schrieb Didymos
selber oder jemand anderes eine die Begriffe erklärende Einleitung,
deren Bruchstücke, verbunden mit Teilen aus dem historischen
Kapitel, uns in den Anfangskapiteln II 37 ff. vorliegen.
Sollte auch der Verfassername nicht überzeugen, an der Schaffung
unseres Handbuches um Christi Geburt darf nicht gezweifelt werden;
die Zeit und Stellen guter Erhaltung erweisen seine einstige bessere
Qualität; ja selbst Theophrast scheint in ihm besser überliefert gewesen zu sein als im Aëtios. Jetzt ist es für uns nur noch in
entstellenden Brechungen zu sehen; vielleicht finden aber auch diese
doch hie und da noch mehr Beachtung als bisher, nachdem ihre
helle Lichtquelle erkannt worden ist.
Zürich.
ERNST HOWALD.