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Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Geometrie
In: Zeitschrift fur Mathematik und Physik
. XXVIII - 1883 - p. 209 - 226
|
‚su CA
TRE LT LE mm AGE
i
ee
Treutlein, Peter: Ein Beitrag zur Geschichte
der griechinchen Geometrie.
siehe A.: Scriptores mathematici.
Treutlein, Peter: Ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Geometrie.
Zeitschrift für Mathematik und Physik 23 (1883) histor.-liter, Abth. pi zu
1883
In:
220.
I. Der besondere Pythagoreische Lohrsatz. Il. Des Pythagoras vu. Platon
Vorschrift zur zahlenmässigen Bestimmung von rationalen Seiten des
rechtwinkligen Dreiecks. III. Das zweite Buch der Elemente Enklid s,
Pagina 2
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)P. TREUTLEN,
Professor am Gymnasium zu Karlsruhe.
Im vorliegenden Aufsatze werde ich versuchen, das folgende scheinbar dreigliedrige, aber, wie sich herausstellen wird, in sich doch einheitliche Thema:
„Der
besondere Pythagoreische
Lehrsatz — die
zahlenmässige Bestimmung von rationalen Seiten des
rechtwinkligen Dreiecks — das zweite Buch der Elemente Euklid’s“
rücksichtlich
seiner geschichtlichen Entstehung und Entwickelung einer
erneuten Behandlung zu unterziehen.
Zwar haben in den letzten zwei
Jahrzehnten Forscher wie Cantor, Röth, Bretschneider, Hankel,
Günther, zum Theil wiederholt, sich mit diesem Gegenstande beschäftigt,
und es ist das Ergebniss ihrer Untersuchungen in dem so verdienstlichen Werke
von
Mathematik, I. Theil‘,
Cantor,
„Vorlesungen
über
Geschichte
der
niedergelegt, und ich will auch sofort beifügen,
dass ich mit der hierin gegebenen Darstellung im Grossen und Ganzen
einverstanden bin.
Aber mir scheint es, als ob die jetzt geltende Auffassung über die geschichtliche Entwickelung des beregten Gegenstandes
eine Stufe, nämlich die anfängliche Induction bei der Genesis, ausser
Acht
lasse
oder
wenigstens
nicht
genügend
hervorhebe;
aus
diesem
Grunde, und weil überhaupt die Art, wie ich mir die Entstehung der
Sache
denke,
der unmittelbar sinnlichen Anschauung mehr Spielraum
gewährt, also auch, wie ich wenigstens meine, der geschichtlichen Wahrheit näher kommt, ferner weil ich zugleich,
wenn auch nur in untergeordneten Punkten, thatsächliche Richtigstellungen zu bringen vermag,
so wage ich, den Gegenstand hier zur Besprechung zu bringen. Und
wenn ich zuweilen speciell gegen Cantor’s Darstellung mich wenden
werde, so möge der geehrte Mitherausgeber und jeder andere Leser
Hist.-lit. Abthlg. d. Zeitschr. f. Math, u. Phys. XXVIII, 6,
Pagina 3
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)dieser Zeitschrift dies dadurch fiir begründet erachten, dass die betreffenden Capitel bei Cantor die .ausfiihrlichste zusammenhängende Darlegung enthalten und jedenfalls die, welche am meisten aufgesucht und
gelesen wird und werden wird.
I. Der besondere Pythagoreische Lehrsatz. — 1. Mancher mag beim
Lesen dieser Ueberschrift der Zeiten gedenken,
wo er in gespannter,
vielleicht auch nicht gespannter Erwartung der Dinge, die da kommen
sollten,
vor der Schultafel sitzend auf dieser die typische Gestalt der
Euklid’schen Beweisfigur vor seinen Augen auftauchen sah, und mag
der Stunden
und-Tage
nachher gedenken, wo
der zugehörige Beweis
gelernt und eingeübt wurde, nicht schwer gerade, interessant sogar, auch
Ueberzeugung gewährend von der Wahrheit der bezüglichen Behauptung
— und doch ein gewisses Gefühl des Unbehaglichen hinterlassend, gleich
als
ob
eine Ueberrumpelung,
eine
Gefangennahme stattgefunden
habe.
Wohl mag auch der Eine und Andere sich der begleitenden Nebenumstände
erinnern, wie der Lehrer die Wichtigkeit des „Magister matheseos‘‘ angepriesen, vielleicht auch des bösen Beinamens der „Eselsbrücke‘‘ Erwähnung gethan, weil nämlich Esel im Geiste nicht über die so schwer
passirbare Brücke des Beweises hinüber zu gelangen vermöchten.
Gar
hat auch einer von Denen, welchen diese Zeilen vor Augen kommen, in
seiner Schulzeit gehört, dass mit Hilfe eben jener Euklid’schen Beweisfigur eine telegraphische Verbindung mit etwaigen in geistiger Beziehung
den Menschen ähnlichen Mondbewohnern möglich sei: denn hätten diese
wirklich ein der Menschenseele verwandtes geistiges Princip in sich,
müssten
gewiss
auch
sie.
den
im
so
irdischen Bereich so berühmten Satz
des Pythagoras, nicht minder dessen vorhin erwähnten Beweis erfunden haben, so dass man nur eine in genügend grossem Maassstabe und
in
passenden Farbencontrasten
gewählte Anpflanzung
auf der Erde auszuführen habe, um bald in
schehenden Reproduction
der Beweisfigur
der auf dem Monde gederselben Figur die Antwort unserer Trabantenbrüder und den Anfang einer Correspondenz mit denselben verwirklicht zu sehen.
Nun,
der letztere Vorschlag,
falls er jemals ernstlich gemeint war,
geht doch von der Annahme aus, dass der Pythagoreische Satz und gar
auch dessen Beweis durch den alten alexandrinischen Mathematiker ein
nothwendiges Product, ja die Kenntniss davon ein Attribut des menschlichen Geistes sei.
Geometrie
Wohl möchte man beim Durchlesen von Werken über
oder beim Anhören von mathematischen Unterrichtsstunden
der Gegenwart
auch zuweilen meinen,
dass
die betreffenden Verfasser
oder Lehrer einer fast ähnlichen Ansicht huldigen,
da sie
den Inhalt
und den Beweis unseres mehrfach erwähnten Satzes so unvermittelt den
Lernenden überliefern.
Es giebt ja mehrfache Versuche,
den soeben
Pagina 4
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)angedeuteten
misslichen Zustand
zum
ati
Guten zu ändern — doch von
Didaktischem habe ich hier nicht unmittelbar zu reden.
2. Jahrhunderte lang hat man sich jedenfalls auch um die Entdeckungsgeschichte
dieses Satzes
gar nicht gekümmert, die Frage gar nicht
aufgeworfen, wie denn Pythagoras überhaupt dazu kommen konnte,
einen solchen Lehrsatz aufstellen zu wollen.
ihn hin als
Man bewies ihn und nahm
eine interessante und zu praktischen Folgerungen führende
geometrische Thatsache, und es sind nicht viele Jahrzehnte verflossen seit
der Zeit, wo einzig seine Kenntniss noch als Beweis einer ziemlich soliden
.
mathematischen Allgemeinbildung galt.
Dass freilich jene Fragestellung
nicht erst unserm Jahrhundert, wie gewöhnlich geglaubt wird!), im Besondern dem Jahre 1833 angehört, wird sich weiterhin zeigen.
Die wissenschaftliche Pythagorasfrage überhaupt in Fluss gebracht
zu haben, ist das Verdienst von Röth (1862), aber den richtigen Standpunkt gewählt zu
thagoras
und
haben zur geschichtlichen Beurtheilung von des Pyder
Pythagoreer
mathematischen
ebenso wenig bestreitbare Verdienst von
Leistungen,
Cantor (1858).
ist
das
Gegen des
Letzteren sogleich zu präcisirenden Standpunkt war es ein Rückgang von
Seiten Bretschneider’s (1870),
wenn dieser sich dahin ausspricht?),
dass „die Beantwortung der Frage, auf welchem Wege der Erfinder zu
seinem Satze gelangt ist, kann nur von einem bestimmten Punkte aus
unternommen werden, indem man nämlich die Stelle berücksichtigt,
welche der Satz in des Euklides Elementen einnimmt“.
Für viel richtiger, wie gesagt,
der von sich
selbst
sagt?),
dass
halte ich
den
Standpunkt Cantor’s,
er „wohl zuerst die Entdeckung dieses Satzes in
Zusammenhang mit den übrigen Pythagorischen Lehren gebracht‘ und
der, wie Günther mit Recht. bemerkt*), zuerst nachdrücklich auf das
Experimentiren, auf das stete, vermuthlich durch bestimmte hodegetische
Grundsätze
geregelte Probiren,
als
auf den Grundcharakter Pythagoreischer Mathematik hingewiesen hat5).
In der Tbat, hier liegt der Kernpunkt, von wo aus die Lösung
unserer geschichtlichen Frage gelingt, und in seiner Fixirung stimme ich
ganz mit Cantor überein,
nur dass ich das dem Pythagoras und
seinen Schülern zuzuschreibende Vorgehen als ein ganz unmittelbar durch
Anschauung vermitteltes auffasse, als ein fiir das geometrische, wie fiir
das arithmetische Gebiet sinnlich fassbares, ja das arithmetische Experimentiren sogar noch als das dem geometrischen vorausgehende und das
letztere erst bedingende.
"3. Die Zahl ist das Wesen aller Dinge, Alles ist seinem Wesen nach
Zahl — diese Grundbehauptung und allgemeinste Unterscheidungslehre
Pythagoreischer Philosophie in Verbindung mit der Neigung des griechischen Geistes zur Versinnlichung und anschaulichen Gestaltung, dazu
die auf die altpythagoreische Schule? schon zurückgehenden Namen det
Pagina 5
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Dreieckszahlen, der Flächen- und Körperzahlen®) müssten allein schon
zu der Annahme führen, dass die Pythagoreer die ohnedem wohl für das
praktische Rechnen gebrauchten Rechensteine auch zu zahlentheoretischen
Untersuchungen halb wissenschaftlicher, halb mystischer Natur verwendet
haben.
Allein es wird auch für die altpythagoreische Schule direct überliefert”), dass „Eurytus die Bedeutung der einzelnen Zahlen dadurch
beweisen wollte, dass er die Figuren der Dinge, die sie bezeichnen sollten, aus der ihnen entsprechenden Anzahl von Steinchen zusammensetzte‘‘,
und bei Aristoteles findet sich auch mit Bezug auf die Pythagoreer
die
andere Stelle’),
wo
es heisst:
die Einen führen die Zahlen auf
Figuren wie das Dreieck und Viereck zurück.
Es wird also der Wahrheit entsprechen, wenn ich annehme, dass
Pythagoras schon in solcher Weise vorging und sich würfelförmige oder,
da
„unter
den
ebenen
Gebilden
der Kreis
am
schönsten‘,
unseren
Damenbrettsteinen ähnliche Stein- oder Holzplättchen bildete und diese
aneinander reihte.
und die
Die Unterscheidung in „gerade“ und „ungerade“
vielleicht unmittelbar sich anschliessende Eintheilung in verschiedene Unterarten?) ergab sich leicht.
Die Aneinanderreihung ferner
nach Art von Fig. 1 und 2 ergab höchst einfach nicht nur die bildliche
Fig. 1.
....
Fig. 2.
Darstellung der natürlichen Zahlen, sondern auch die einfachen Grundformen des gleichseitigen und des gleichschenklig rechtwinkligen Dreiecks,
nicht minder aber auch die Begründung dafür, die so zur Darstellung gekommenen Zahlen
1.3, 6. 10510, 5 ue
mit dem Namen der Dreieckszahlen zu belegen.*
Andersartige Anordnung:
Fig. 3.
* So findet auch der Bericht des Lucian
seine einfachste Erklärung.
zählen lassen.
fuhr:
(vergl. Cantor Gesch., S. 143)
Derselbe berichtet nämlich,
Pythagoras habe Einen
Dieser sagte also: ,,1, 2, 3, 4“, worauf Pythagoras dazwischen
Siehst du? Was du für 4 hältst, das ist 10 und ein vollständiges Dreieck
und unser Eidschwur!
(Vergl. die vierte Gestaltung in Fig. 1.)
Pagina 6
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)nämlich allmälige Ränderung der Viertelsumrahmung, d. h. Zufügung von
ungeraden
Anzahlen von Rechensteinen in Gestalten je eines Winkelhakens (Gnomons),
führte, wenn man von der Einheit ausging,
Form des Quadrates
und
hl
SR
als Summe
zu den
in ihr sich
zu der
darstellenden Quadrat-
1, 4, 9, 16, 25, ..., n°
von
ungeraden Zahlen,
wenn man
aber von
der Zweiheit
ausging (Fig. 4), zu der Form des Rechtecks und zu den in ihr sich
darstellenden sogenannten heteromeken Zahlen
2,65, 12,205.30 375001011)
als Summen der je von 2 ab genommenen geraden Zahlen.
Dass sich hier auch die Ableitung gewisser mystischer Eigenschaften
der Zahlen anschloss, bedarf nur der Erwähnung.
4. Diese einfachsten Aneinanderfügungen von Rechensteinen führten
nun zugleich auch zum gleichseitigen Dreieck, gleichschenklig rechtwinkligen Dreieck und Quadrat, als
den Grundfiguren von gewisser Regelmässigkeit, d. i. innerer Harmonie, und es ist naheliegend, anzunehmen,
dass diese Grundfiguren
AA
sowie ihre Hälften
Eo
ono.
von Pythagoras ebenfalls in Holz oder sonstigem Stoffe geformt wurden, um auch durch deren Aneinanderlegen die friiheren und neuere,
zusammengesetztere Figuren
abzuleiten,
stehung unmittelbar ersichtlich ist,
wie
etwa Fig. 7,
deren Ent-
-
5. Waren je nach den verschiedenen Mengen von zusammengefügten
Einheiten, entsprechend den obigen Figuren 3 und 4, auch verschieden
grosse Platten ‚gebildet, so gaben sich bei deren Aufeinanderlegen, sowie
dann beim Nachzeichnen im Sande deutlich auch die Gnomonen kund.
Dass gerade solches „Anlegen von Flächen, ihr Ueberschiessen,
Pagina 7
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)—_———__________—_r——————_rr—__ry—__—_—_——————_n_______—_———
Zurückbleiben (7 te megaBody rv yoolwv sal q vmeeBods nat y ÉAeupic)
alterthümlich und Erfindungen Pythagorischer Muse sind“, ist uns
wörtlich überliefert und, wie ich glauben möchte, für die früheste Stufe
gerade auch von der Modellbenützung zu verstehen.“
Fig. 10.
Einer der einfachsten Fälle zeigte die Eigenthümlichkeit,
SS
dass auch das Ueberschiessende ebensoviele Einheiten enthält,
als eine der ersten gebildeten Quadrattafeln,
d. h. dass der
Gnomon (Fig. 10) selbst eine Quadratzahl** ist, nämlich
* Durch solches Aneinanderlegen und wiederum Zerlegen von mit Zahlen
identischen Flächen wurden gewiss auch arithmetische Sätze gefunden; wie dies
geschah, möge an den folgenden zwei Beispielen erläutert werden.
Fig. 8.
Angenommen, es wurden zwei aufeinander folgende Gestalten der oben erwähnten Fig. 2 aneinander gelegt (Fig. 8), Gestalten also, welche Dreieckszahlen bedeuten, etwa die siebente und
achte (a i. 18,29 28+36=64= 8°), so war sofort zu sehen,
dass die eine rechts überschiessende
Reïhe unten angefügt ein Quadrat
vervollstiindige, d. h. man erkannte, in unseren Zeichen ausgedriickt,
das:
=
9 Made
n(n+1
nm—1)n
, n(n—1+2)_ N n(m—1)
, n(n—1
nef
ee
= on
+n=n(n—1)+n
=n(n—1+1)=2? sei, d.h. dass jede Dreieckszahl mit der nächstFig. 9.
OS
folgenden vereinigt eine (Juadratzahl giebt19).
Ebenso war (Fig. 9), diesem Gedankengange des Zusammenhanges zwischen Dreieckszahl und Quadratzahl folgend, ziemlich
leicht zu erkennen, dass jede Quadratzahl gleich dem um 1 vergrösserten Achtfachen einer Dreieckszahl ist!!); wie wir nämlich
schreiben, ist in der That 8-
n(n—1)
2
+1=4n(n-1)=4n?—4n
+1=(2n +1)2.
** Cantor und ihm folgend Günther denken sich!) die Auffindung dieser
Thatsache etwas andere
Pythagoras habe nämlich eifrigst Summationen von
aufgeschriebenen Zahlenreihen vorgenommen; nämlich so, wie er aus
1=1,
1+3=4,
1+3+5=9,
... die Quadratzahlen und aus
2=2,
2+4=6,
2+4+6=12,
... die heteromeken Zahlen
fand, so habe er auch die Reihe der Quadratzahlen und mit Weglassung von 1
die Reihe der ungeraden Zahlen unter einander geschrieben und addirt:
124797116725 2...
3
5
7
9
4
9
16
25
n?
16...
2n+1
36
(n+1)
...
und habe so wieder die Quadratzahlen gefunden; er habe dann auch die Reihe
der Dreieckszahlen angeschrieben und darunter dieselbe nochmals mit Weglassung
von 1, um so durch Summation derselben
13
66 10 15... rn
36/10 15 1... Li
4
9
16
25
Pagina 8
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ein Vergleichen
der
entsprechenden drei Quadrattafeln führte zum Aneinanderfügen derselben; an dieser Figur, welche also schon die Grundfigur zu der des Euklid’schen Beweises war, ergab sich die Rechtwinkligkeit durch den Augenschein.
Nun will ich freilich nicht leugnen, dass Pythagoras aus Aegypten
her
oder
aus Babylon
die
Thatsache wissen konnte,
Zusammenfügen von drei Stäben,
dass sich
durch
deren Maasszahlen 3, 4, 5 sind,
ein
rechter Winkel construiren lasse; aus meiner vorhin gegebenen Darlegung
geht aber hervor,
dass 'ganz
wohl auch Pythagoras selbst zu dieser
Entdeckung gelangen konnte.
Dass sich jedenfalls in seinem Bewusst:
sein,
wie Cantor sagt,
die geometrische und
die arithmetische Wahrheit zu einem gemeinschaftlichen Satze vereinigten, ist wohl gewiss.
6. Der Gedanke lag nun nahe, einerseits zu versuchen, ob sich bei
weitergehender
Ränderung
eines Quadrates
wieder
der Fall
ereignen
könne, dass der zu verwendende Gnomon selbst ein Quadrat ist — und
dass dies durch Pythagoras durchgeführt wurde, wird der Abschnitt II
meines Aufsatzes zeigen —,
andererseits zu probiren,
ob solche neuen
drei Quadrate zusammengefügt auch wieder einen rechten Winkel ergaben.
Die Probe zeigte
die Richtigkeit der Vermuthung,
und nun erst dürfte
wohl der Gedanke in das Bewusstsein des Pythagoras eingetreten sein,
dass auch umgekehrt die Summe der Quadrate der Katheten jedes rechtabermals die Quadratzahlen zu erhalten; ferner habe er auch die Reihe der Quadratzahlen zweimal unter einander geschrieben (das zweite Mal wieder mit Weglassung von 1 und nach deren Addition
1
4
9
16
25
36
4
9
16
25
36
49...
...
5
13
25
41
61
85
...
das „höchst auffallende Ergebniss“ gefunden, dass die Summe der Quadratzahlen
9 und 16 die nächstfolgende Quadratzahl 25 ergab, und dass nur bei ihnen sich
diese Erscheinung zeigte, für uns heute leicht begreiflich, weil die Gleichung
(«-1%+2°= (+1)? nur die Wurzeln 4 und 0 besitzt, von welchen die letztere
natürlich für die Alten unzulässig war.
Dass die hier reproducirte Art der Gewinnung von arithmetisch interessanten
Ergebnissen bei den neupythagoreischen Arithmetikern (etwa 120 n, Chr.) gebräuchlich war,
steht fest,
eitirten Stellen nicht,
aber mehr als das beweisen alle die bei Cantor a. a. O.
er selbst „wagt ja auch nur eine unmittelbar nicht auf
Ueberlieferung sich stützende Vermuthung“; ich will auch noch zugeben, dass die
späteren Altpythagoreer, ja’ selbst die Schüler des Pythagoras derartige auf hingeschriebene Zahlenreihen sich gründende Zahlenbetrachtungen angestellt haben;
was ich aber als unwahrscheinlich bestreite, ist, dass die Genesis des Pythagoreischen Satzes — und darauf allein kommt es hier an — derartig gewesen sei.
Man könnte dies auch kurz so aussprechen: Andere glauben, dass die Erkenntniss
von 9+16=25, ich meine, dass die Erkenntniss-von 16+9=25 zur Auffindung
des Pythagoreischen Satzes geführt habe.
Pagina 9
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)TT RS nn
nenn
Qo
winkligen Dreiecks dem Quadrat über der Hypotenuse desselben gleichflächig sei,
Dass für diese Wahrheit auch der Beweis erbracht wurde, ist höchst
wahrscheinlich; wie dieser Beweis aber gestaltet war, ist durchaus unbekannt, obwohl gern zugegeben werden mag, dass der bei Bretschneider!) und Hankel!4) sich findende der Wahrheit nahe kommt.
7. Zum Schlusse dieses Abschnittes seien noch zwei Bemerkungen
kritischer Art beigefügt. Erstens findet sich bei Cantor die folgende
Stelle): ,,,Schwerlich leitete den Pythagoras das nach ihm benannte
geometrische Theorem auf seine arithmetischen Sätze, sondern umgekehrt
mögen ihn die Beispiele zweier Quadratzahlen, deren Summe wieder
eine Quadratzahl ist, auf die Relation zwischen den Quadraten der Seiten
eines rechtwinkligen Dreiecks aufmerksam gemacht haben.‘
So drückte
sich ein deutscher Gelehrter (J. F. Wurm) bereits 1833 aus, welcher
vermuthlich zuerst diese, wie wir glauben, richtige Anschauung von dem
Entwickelungsgange sich aneignete.“
Für richtig halte auch ich,
die obige Darlegung zeigt, Wurm’s Auffassung;
wie
aber sie ist nicht von
diesem zuerst, sondern ist ein Vierteljahrhundert früher schon von Klügel (1808) ausgesprochen worden); „Pythagoras oder einer seiner
Nachfolger mag darauf durch eine arithmetische Frage gekommen sein,
über die Zusammensetzung einer rationalen Quadratzahl aus zwei ratio-
Denn ...“.
nalen Quadraten.
Ja schon im 16. Jahrhundert haben Einige denselben, Gedanken
gehabt. In der von Clavius besorgten Ausgabe") des Euklid nämlich
(1589)
schreibt
Clavius:
„Inventio
porro
admirabilis atque pulcherrimi
huius theorematis ad Pythagoram refertur .... Forlasse autem Pythagoras, ut
nonnulli volunt,
vestigaret,
ex
numeris occasionem
sumpsit,
ut theorema hoc in-
Cum enim hos tres numeros 3, 4, 5 diligenter esset contempletus ...“.
Meine zweite Bemerkung soll sich auf die Frage beziehen,
wer
wohl zuerst den der Wahrheit am nächsten kommenden Versuch gemacht
hat, den Gedankengang des Pythagoras wieder herzustellen, soweit
dieser
den
geometrischen
Beweis unseres Satzes
betrifit.
Als solcher
Wiederhersteller gilt!) Bretschneider; aber auch hierin war Klügel
Vorgänger, da er sich) folgendermassen ausspricht (1808):
merkung,
dass
das Quadrat
der Hypotenuse
„Die Beeines gleichschenkeligen
rechiwinkeligen Dreyecks doppelt so gross ist als das Quadrat einer der
gleichen Katheten, war leicht gemacht, ohne Zweifel früher als der allgemeine Satz gefunden ward.
Man konnte also auch die Seite des vierfachen Quadrates u. s. f. in verdoppelter Fortschreitung finden ... Oder
man ist durch eine zufällige leichte Construction darauf gerathen,
etwa
indem man in ein Quadrat ein anderes einzeichnete und die Theile verglich, vielleicht gar folgendergestalt‘‘ — und nun giebt er genau Figur
und Beweis wie Bretschneider a. a. O., fügt aber alsbald auch hinzu,
Pagina 10
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)dass er diesen Beweis aus einem englischen Lehrbuch der Geometrie von
Henry Boad (London 1733) entnehme”’),
II.
Des
Pythagoras
und
Platon
Vorschrift
zur
zahlenmässigen
Bestimmung von rationalen Seiten des rechtwinkligen Dreiecks.
8. Euklid’s Commentator Proklus (gest. 485 n, Chr.) schreibt dem
Pythagoras die folgende Regel zu behufs bequemer Angabe von ganzen Zahlen,
welche Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks sein können:
„Man
die
nimmt
gegebene ungerade Zahl als die kleinere Kathete an;
von dem Quadrate derselben die Einheit subtrahirt und der Rest halbirt,
giebt die grössere Kathete; zu dieser die Einkeit addirt giebt die Hypotenuse,‘‘
Woher stammt solche Methode? — ist die naheliegende, auch wohl
schon oft aufgeworfene Frage.
Nesselmann nennt?!) sie zwar „eine Theorie, welche in der späteren Arithmetik von unberechenbarem Einfluss geworden ist und einen
hohen Grad von Berühmtheit erlangt hat‘, kleidet auch die Regel in
moderne Zeichen und zeigt, inwiefern sie nur besondere Fälle von Dreiecken giebt, er sagt aber kein Wort darüber, wie Pythagoras dazu
gelangt sein möge,
Arneth scheint??) diese Vorschrift „ganz das Aussehen zu haben,
als ob auch sie aus dem Orient gekommen wäre“,
Rótb mag wohl zuerstTM) den folgenden Weg als den des Entdeckers
skizzirt haben.
Pythagoras
Soll nämlich &?+ c?— «? werden, dann — so habe sich
gesagt — muss c?=a?—b?=(a+l)(a—b) sein, d. h
es müssen (a+b) und (a—b) beide gerade oder beide ungerade sein und
zugleich derart, dass ihr Product eine Quadratzahl ist, d. h. (a+) und
(a—b) müssen bez. die Form = und LA haben; dadurch muss a= 3,
2
2
ep?
Y
if
x
aß
Di
und b=
>}
sein, und es wird i
Die besondere Regel des
Pythagoras ergebe sich durch die besondere Annahme von B=y=1,
so dass
ce=a se
@+1
ge
@—1
b=
3
ist, worin denn auch liege, dass Pythagoras von a als einer ungeraden
Zahl ausgehen müsse.
Cantor hat diese Darstellung erst®*) selbst übernommen, später?)
Nämlich
der erst ausgesprochenen Bedingung werden (4+) und (a—b) einfachsten Falles dadurch genügen, dass sie Pythagoras bezw. gleich einer
Quadratzahl c? und gleich der Einheit setzte, so dass also, weil 1 unsie etwas abgeändert und dadurch etwas annehmbarer gemacht.
gerade, auch c?, somit auch c ungerade sein muss, etwa=26+1. „So
Pagina 11
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)kam die Formel des Pythagoras darauf hinaus, (26+4+1)?=(26+41)%1
zu setzen und darnach aus (20+1)?=(a+b) und
y = BS+1)}—1 nd ¿OIEA
2
1=(a—b) die Werthe
zu ermitteln, welche zusammen
2
mit c=20+1 die gestellte Aufgabe lösen.
Die Formen, in welchen b
und « auftreten, entsprechen, wie man sofort erkennt, genau dem Wortlaute der Angabe des Proklus, was immer ein günstiges Vorurtheil für
die Richtigkeit eines Wiederherstellungsversuches gewährt ...“ — Cantor selbst erhebt (B. S. 109) betreffs der ersteren Formulirung als möglichen Einwand, „ob wohl die Griechen (— will sagen Pythagoras —)
im Stande waren, aus Summe und Differenz zweier Zahlen die Zahlen
selbst zu finden“.
Aber wenn man auch mit ihm diesen Binwand als
hinfällig betrachtet (selbst ohne dass es nöthig wäre,
verweisen), so dürfte wohl,
auf Aegypten zu
scheint mir, jeder Leser das vorgebrachte
Raisonnement als zu modern, als zu kunstreich für Pythagoras’ Zeit
ansehen.
Bretschneider zieht?) auch hier die Erklärung durch ein mehr
experimentirendes Verfahren vor.
Ihm scheint ‚die Auffindung dieser
Regel ausnehmend einfach, wenn Pythagoras den arithmetischen Satz
kannte,
dass
die Summe der aufeinander folgenden ungeraden Zahlen
die Reihe der Quadratzahlen liefert ... Denn schrieb er sich die Reihe
der natürlichen Zahlen und die ihrer Quadrate untereinander und bemerkte unter jeder Quadratzalil ihre Differenz mit der nachfolgenden,
wie z.B.
110000
CAR
1
16
4
9
DOTÉ
so
TG
25
36
JAN
TG)
RITI
49
64
81
100
121
AT
19
020
29005
ergab sich seine Regel von selbst, wenn
diejenigen Zahlen
aussuchte,
welche
144
169
...
DT,
er in der untersten Reihe
selbst Quadratzahlen
sind.
Die
Grundzahlen der letzteren gaben ihm stets die kleinere Kathete, während
die beiden über ihr stehenden und sie einschliessenden Zahlen die Quadrate der beiden anderen Seiten und somit letztere selbst lieferten.
Auch
ist es bei dieser Annahme von selbst klar, weshalb Pythagoras seine
Regel gerade so fasste,
wie sie Proklos uns angiebt.
Denn er hätte
auch sagen können: ‚man addire und subtrahire die Einheit zu und von
dem Quadrate der gegebenen ungeraden Zahl und halbire die erhaltenen
Resultate,
so erhält man
die beiden anderen Zahlen‘.
Offenbar aber
wäre diese Fassung nicht so unmittelbar an das vorstebende Schema anschliessend, als die von Pythagoras gegebene“.
Auch Hankel scheint die erwähnte Methode „ihren Ursprung noch
deutlich an der Stirne zu tragen“, und er erklärt sich im Wesentlichen
für Bretschneider’s Auffassung”).
Pagina 12
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Ginther®8) lässt sich auf eine Erklärung nicht ein; aber auch er
scheint das an hingeschriebenen Zahlenreihen experimentirende Verfahren
für eine solche beiziehen zu wollen, nur dass er, den oben (Anmerkung
zu 8.214) angedeuteten Gedankengang weiterführend, die nachstehende
Anordnung:
149 16 25 36 49 64 81 100 121 144 169 196 225 256 ...
1
4
9
16 25 36 49
64
81
1.4
100 121 144 169 196 ...
9
16
25
36
49
gebildet und so die beiden neuen Gleichungen
25+144—169,
gefunden
denkt;
36 +64=
100
entsprechend könne
dann rein empirisch
die Anzahl
solcher Relationen vermehrt worden sein.
9. Mir scheinen alle solche Wiederherstellungsversuche von Pythagoras’ Gedankengang verfehlt,
verlassen,
zu
sofern sie den Boden des Experiments
abstract aber und erst einer zweiten,
späteren Stufe der
Entwiekelung angehörig, sofern sie die unmittelbare Anschaulichkeit der
Ableitung ausser Acht lassen.
führung
der
oben
(in I)
Ich möchte mich
entwickelten
deshalb in Weitergrundlegenden Auffassung für folgende Entstehungsart entscheiden.
Pythagoras
— oder wer sonst diesen
Weg
Forschens zum ersten Male ging — sah und zeigte,
des
experimentalen
dass
die Viertelsumrahmung oder Ränderung eines mit Rechensteinen besetzten quadratischen Feldes wiederum zur Gestaltung eines Quadrates führe, und als
er bei 16+9=25 den besondern Fall erkannt, dass die Summe zweier
Quadrate wieder ein Quadrat sei,
da lag die Frage nahe,
ob sich dies
auch weiterhin ereignen könne, und sie spitzte sich nun darauf zu,
die Ränderungszahl, d.i. der Gnomon, eine quadratische
Zahl sein könne,
ob
Wig. 11.
Dass dies nicht jedesmal der Fall (z. B.
Fig. 11), war leicht zu sehen; ebenso leicht aber auch, ¢
dass dies mit Absicht hergestellt werden konnte (z. B.
Fig. 10 oder 12), indem man nur eine ungerade Qua-
=.)
dratzahl als Ränderungszahl auswihlte; die im
Eck stehende Einheit weglassend,
zwei
gleichviele
Einheiten
hatte man
zählende Ansatzreihen, und in der Anzahl der Einheiten einer
derselben hatte man dann auch naturgemäss
die Zahl, welche der Länge der einen Quadratseite (der einen Kathete) entsprach; diese Zahl
um 1 vergrössert, gab die Länge der grössten
Quadratseite (der Hypotenuse),
und die Grundzahl, deren Quadrat anfänglich als Ränderungszahl ausgewählt war, war
naturgemiss anch die Länge der kleinsten Quadratseite (der kleinsten
Kathete).
Pagina 13
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)IEEE
a
A
EL
ET
TEN
So dürfte wohl am einfachsten das Ausdenken der berühmten Pythagoreischen Regel sich entwickelt haben, und mir scheint, dass auf meinen
Wiederherstellungsversuch die oben (S. 217 u. 218) betreffs eines günstigen Vorurtheils für einen solchen eitirten Worte von Bretschneider
und Cantor mit Fug und Recht ihre Anwendung finden können.
10.
Gleichwie dem Pythagoras, so schreibt Proklus auch dem
Platon eine Regel zu, um ganzzahlige Werthe für die Seitenlängen eines
rechtwinkligen Dreiecks zu finden.
Er sagt nämlich: „Man nimmt eine
gerade Zahl an und setzt sie gleich einer der beiden Katheten; wird
dieselbe halbirt, die Hälfte quadrirt und zu diesem Quadrate die Einheit
addirt, so ergiebt sich die Hypotenuse; wird aber die Einheit vom Quadrat subtrahirt, so erhält man die andere Kathete.‘‘
Wie ist diese Fassung der Regel entstanden?
Arneth verzichtet auf einen Erklärungsversuch®);
Cantor aber
findet in seiner ersten Darstellung’), wenn wieder die S. 217 verwendeten Zeichen
gebraucht werden,
dass man dort nur f—y—2
zu setzen
habe, so dass
a?
0
«=q+L
b=7—1
È
e=a,
wird; in seiner zweiten Darstellung*!) aber sagt er, dass die Annahme
von
(a—b)=2
zur Folge hatte,
(a+) gleich
dem Doppelten
einer
Quadratzahl (=2:?) oder gleich der Hälfte einer geraden Quadratzahl
Ce) setzen zu miissen, so dass also von selbst
SN
e=2:,
wurde. — Bretschneider
„leicht zu sehen,
b=*-1,
endlich
dass Platon
a=#4+1
spricht sich dahin aus?),
nur die Zahlen,
es sei
welche bei der Regel
des Pythagoras angewendet werden, zu verdoppeln brauchte, um sofort
die von ihm selbst aufgestellte Regel zu erhalten
“.
Auch ich meine, dass in gewissem Sinne nur an ein Verdoppeln zu
denken war; aber dem vorhin Dargelegten entsprechend scheint mir die
einfachste Erklärung die, dass der Erfinder des Verfahrens versuchte, ob
nicht auch bei zweizeiligem Umrändern des Quadrates (Fig. 13), was ja
Fig. 13.
jedenfalls zu einem neuen Quadrat führen musste, der
Gnomon selbst auch einer neuen Quadratzahl identisch
5
È
ar
2}
«sein könne.
:|
diese Quadratzahl enthielt dann das aus vier Einheiten
Er nahm ihn demnach als solche an;
|
bestehende Eckquadrat sammt den vier je gleichviele
Einheiten zählenden Ansatzreihen [d.i. =4+2a+2a
eo ee ee *ele e) =4(a+1)], so dass die Seite des dem Gnomon identischen Quadrats als eine gerade Zahl sich darstellte und dass der vierte
Theil dieses Quadrats oder, was dasselbe, das Quadrat der Hälfte seiner
Seite
[d. i. (a+1)]
die um 1
vergrösserte Anzahl von Einheiten des
Pagina 14
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)ursprünglichen noch nicht umränderten Quadrats zur Seite hat; eine Verminderung oder Vermehrung dieser Seite je um 1 giebt also die Seite
des ursprünglichen
kleineren,
bezw.
die
des neu gebildeten
grösseren
Quadrates [d. i. « und (a+2)].
Man
wird
wohl
auch
dieser Wiederherstellung
das Zeugniss der
Natürlichkeit und Ungezwungenheit nicht versagen können.
Es erledigt sich mit ihrer Annahme auch die von Bretschneider
(a. a. O. S. 140) aufgeworfene, aber unentschieden gelassene Frage, „ob
Platon seine Regel streng bewiesen oder sich mit einer Induction begnügt hat‘: die Regel wurde eben durch Induction gefunden, aber diese
Induction war hier ihrer Natur nach gleichwerthig mit dem Beweise.
Und auch die andere von Röth (II, 527) zur Discussion gebrachte
Frage, ob nicht die beiden Verfahrungsweisen zur Auffindung rationaler
Seiten
des
rechtwinkligen Dreiecks
möchten, ist trotzdem,
dem Pythagoras,
nicht so
zu
gleicher Zeit
entstanden
sein
dass nach altüberlieferten Zeugnissen die eine
die andere
dem
unbedingt zu verneinen,
Platon zugeschrieben wird,
wie
gar
dies Cantor gegenüber Röth
thut 5’); denn nach meiner Auffassung wenigstens über die Entstehung wäre
man berechtigt, sich zu wundern, wenn nicht beide gleichzeitig aufgefunden worden wären.*
III.
Das zweite Buch der Elemente Euklid's. — 11. Bretschneider’s Untersuchungen über die Geometrie und die Geometer vor Euklid
* Es wäre sogar auch denkbar, dass man noch andere
analoge Regeln zu finden vermuthet habe, freilich aus dem
sofort zu erwähnenden Grunde nicht gefunden hat. Versuchte
man nämlich das im Text zweimal angewendete Verfahren
auch so weit auszudehnen, dass man durch dreimaliges Umrändern wieder zu einem Quadrat gelangen wollte (Fig. 14),
so müsste, in unseren Zeichen ausgedrückt, 9+3a+8a=3
x (2@+3) eine Quadratzahl sein, also eine durch 3 theilbare ungerade Zahl, d. h. die zu quadrirende Zahl müsste ein ungerades Vielfaches
2
von 3 sein, etwa 2. Dieses # quadrirt, 2°, dann durch 3 dividirt, > dann 8 subè
2
trahirt, 5-5 giebt eine gerade Zahl (=2a), deren Hälfte das gewünschte a ist;
2
(4+3) ist dann die dritte gesuchte Zahl. Z.B. 2=9, 2=81, £- 3=24, Hälfte
=12, somit: 9, 12, 15.
2
Allgemein: ¿=3(2n+1), 2=9(4+4n+1), G3
=12n?+12n, Hälfte =6n(n-+1),
so dass als die drei die Aufgabe erfüllenden
Zahlen sich herausstellen:
a
3(22+1),
6n(n+1),
3(2n?+2n+1),
Qn+1,
2n(N+1),
welche auf
d. h, auf die durch Pythagoras’ Regel zu bestimmende Zahlengruppe hinauskommen.
Pagina 15
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)haben die „Elemente“ des Letzteren, so sehr sie auch vom Gesichtspunkte der Logik aus wunderbar einheitlich aufgebaut sind, gleichwohl,
was geschichtliche Entwickelung betrifft, als eine An- und Ineinanderfügung von Satz- und Constructionsgruppen recht verschiedenen Alters
erkennen lassen.
So hat Bretschneider selbst die Ausdehnung des
Pythagoreischen Satzes auf spitz- und stumpfwinklige Dreiecke (Eukl. II,
12 u. 13) als voreuklidisch, ja vorhippokratisch (also vor der Zeit um
410 v. Chr.) nachgewiesen; er hat auch die richtige Empfindung gehabt,
dass der wesentliche Gehalt des zweiten Buches überhaupt voreuklidisch,
ja fast pythagoreisch zu nennen ist, indem er sich dahin aussprach*), dass
die genannte „Erweiterung der Planimetrie, mit welcher der Natur der
Sache nach die Entwickelung der meisten Sätze des zweiten Buches der
Euklidischen Blemente zusammenhängt, ist demnach ein Verdienst, welches, wenn nicht den unmittelbaren Schülern des Pythagoras, so doch
wenigstens der zweiten Generation derselben zufällt.‘
In
der That,
es wird dies nicht leicht bestritten werden können,
und wenn auch Bretschneider nur von den „meisten Sätzen“ des
zweiten Buches im angeführten Sinne redet, so glaube ich zeigen zu
können, dass man ruhig die „meisten“ durch ,,alle'* ersetzen kann.
Dies nachzuweisen,
ist die Absicht dieses dritten Theiles meines
Aufsatzes, und zwar möchte ich im Einzelnen, Satz um Satz, zeigen,
dass jeder derselben ein natürliches Ergebniss derjenigen Art von Betrachtungen war, wie ich sie oben als für Pythagoras und seine Schule
giltig dargelegt habe.
12. Ich machte die einfache Annahme, dass die ersten Untersuchungen zur Zeit des Pythagoras an die Aneinanderreihung von Rechensteinen sich anknüpften und, wenn sie sonach auch einen geometrischen
Hintergrund hatten,
doch im Wesentlichen arithmetischer Natur waren.
Das Bestreben nach rascherer Darstellung der Rechensteinstreifen in Verbindung mit der Freude am Studium der Formen an sich führte gewiss
bald dazu,
blos Rechtecks- und Quadrat-Figuren als Substrate der
bezüglichen Zahlen ‘zu zeichnen und so die Betrachtung zu einer rein
geometrischen umzugestalten.
Nun war die quadratische Zahl ein Quadrat, die zi‘Zahl
ein Rechteck, die Ränderungszahl ein eigentlicher Gnomon, eine dem
Winkelhaken vergleichbare Fläche.geworden, und was man seither vielfach geübt, ohne besondere Redewendungen dafür zu gebrauchen, ward
nun in bestimmten schulmässigen Ausdrücken, in Lehrsätzen fixirt:
1.
dass ein Rechteck in mehrere gleichbreite zerlegbar sei; 2. dass ein Quadrat in Rechtecke, und 3. dass auch ein Rechteck in zwei Theile, in
ein Quadrat und ein überschieseendes Rechteck zerlegt werden könne;
4. dass der Gnomon, welcher einem Quadrat zugefügt werden müsse, um
dasselbe in ein grösseres Quadrat zu verändern, aus zwei gleichgrossen
Pagina 16
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)Rechtecken und einem Quadrat bestehe (Fig. 15);
Quadrat
223
5. dass, wenn einem
das ganze durchgehende Rechteck eines
Gnomons beiderseits
angefügt werde (Fig. 16), das Ergebniss der Summe zweier Quadrate
gleichwerthig sei, und endlich 6. war es auch nur
ein Feststellen dessen,
Fig. 15.
Fig. 16.
was man bei wiederholtem
TES
sehen, dass nämlich (Fig. 17) ein zweimaliges An- 471
Umrändern eines Quadrats so oft hatte auftreten
fügen desRechtecks 8 an das Quadrat « ein überschüssiges Quadrat giebt, dass aber, wenn man dieses als y anfügt und
darauf noch die Lücken durch die zwei mit ß gleichen Beck 6 ausfüllt, dass dann wieder ein Quadrat entstehe.
Dies ist der Gehalt der vier ersten Sätze und des siebenten
und
achten Satzes
des
zweiten Buches
—
dass
diese
aber in einem dem meinigen ähnlichen Wortlaut zuerst ausgesprochen wurden und nicht in der starren schulmässigen
Form, wie sie sich bei Euklid finden, ist wohl zuzugeben.
Der Gnomon war in der interessanten Untersuchung, welche zu dem
Pythagoreischen Satze führte, als genau einem Quadrate gleichwerthig
erkannt worden.
Es schloss sich naturgemäss der Wunsch, bezw. die
Frage an, ob nicht jedes Rechteck in ein Quadrat umgewandelt werden
könne — dass
dies
entsprechend
der bei Ränderung eines
Quadrates
auftretenden Figur, freilich vorerst auch nur unter gleichzeitiger Zufügung:
eines Quadrats, möglich sei, behaupten die Sätze 5 und 6 unseres zweiten Buches.
Erstens
nämlich
Fig. 18.
(Fig. 18):
0.
wenn das Rechteck AH vorlag, 4
so war der Gedanke naheliegend,
Fig. 19.
2=
È =
Y
DB
ga
27
einen Theil desselben als DF anzufügen, um zur quadratischen Ge-
Gy
E
er
stalt CF zu gelangen; dann musste
AB
DB=DA und FB= BC, also letztere Strecke =C4= Sr gemacht werden, und so entstand der Satz, dass
Rechteck 47
+ Quadrat ZH = Quadrat CF
sei.
Zweitens
(Fig. 19):
wenn
wieder das Rechteck‘
4H vorlag,
so
konnte (immer in der Absicht, die Gestalt der Fig. 16 herzustellen) ein
Theil
des Rechtecks
als HG
angefügt werden,
um zur quadratischen
Gestalt CF zu gelangen; dann musste DB=BH und HF=DC, also
D
letztere Strecke =CA= zu
gemacht werden, und so entstand der Satz,
2
dass
Rechteck 47 + Quadrat LG = Quadrat CF
Pagina 17
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)13. Den Gedankengang der zwei zuletzterwähnten Sätze aufnehmend
und weiterführend, erscheint im zweiten Buche die die Nummer 11 tragende
berühmte Aufgabe: „Eine Strecke so zu theilen, dass das aus der ganzen Strecke und einem der beiden Abschnitte gebildete Rechteck dem
Quadrat des übrigen Abschnittes gleich sei‘‘ — oder in dem andern Wortlaut, wie sie in VI, 30 wieder erscheint:
tiger Proportion getheilt werden.“
So
„Eine Strecke soll nach steparadox diese Aufgabe auch im
Gebiete der Proportionslehre klingen mag (wo sie ja verlangt, die mittlere Proportionale zu construiren zwischen einer gegebenen Strecke und
einer andern, deren Grösse erst nach Lösung der Aufgabe bekannt sein
Fig. 20,
wird), so einfach ergab sie sich für einen denken-
A
den
Li aN
Kopf
im
Gebiete
der
Flächenvergleichung.
Waren seither Rechtecke in Gnomone, oder beide
TT
sammt Quadraten in Quadrate umgewandelt wor-
IN
aus der Strecke 4B und einem ihrer. Theile 4X
BF
in das über dem Reste XB beschriebene Quadrat
/ Le den, so sollte nun auch (Fig. 20) das Rechteck «
6 umgewandelt werden.
Wurde e durch y zu einem Quadrat ergänzt, so musste das Rechteck
(B+ y) = dem Quadrate (w+-y) sein, während der Satz 6 (Fig. 19) gelehrt
hatte,
dass
Rechteck
ein Quadrat
sammt
einem
erhalten
Quadrat
werde
von
als
gleichwerthig mit einem
bestimmter Art
der
Zeichnung,
Wurde also letzteres als 6, nämlich als das Quadrat über MP, der Hälfte
von BC zugefügt, so fand sich eben dem Satze 6 zufolge, dass
Rechteck (8+
y) + Quadrat 6 = dem Quadrate über MP
sei; andererseits aber galt dem Pythagoreischen Satze zufolge die Gleichung
+
Quadrat («+y)-+ Quadrat è = dem Quadrate über MA;
das Quadrat über MF wurde also dem über M4 gleich und damit überhaupt die Aufgabe gelöst, wenn
MF = MA
gemacht wurde.
:
Die Construction, um 4B in X wie verlangt zu theilen, besteht also
darin, dass über 42 das Quadrat 4C gezeichnet,
einer Seitenmitte M die AM gezogen
und
dann nach dessen
diese nach MF abgetragen
wird; die Construction des Quadrats über £ 7 giebt dann den gewünschten Theilpunkt X.
ET
Im Euklid’schen Beweise zu Il, 11 ist die Urspriinglichkeit der
Analysis ganz wohl noch zu erkennen, nicht minder auch in Beweis und
Figur zu VI, 30.
14. Anders freilich muss das Urtheil lauten über die für meine Betrachtung noch übrig
bezw.
über
gebliebenen Sätze
deren Beweise.
9 und 10 des zweiten Buches,
Denn dass die Sätze selbst naturgemäss in
Pagina 18
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)diese ganze Reihe von Betrachtungen
gehôren, habe ich schon zu Anfang
dass aber ihre bei Euklid sich
der vorigen Nummer angedeutet;
findenden Beweise der Urspriinglichkeit enthehren, scheint mir gewiss,
Ich versuche diese herzustellen, indem ich die zu addirenden Quadrate über PO und OR einfach neben einander zeichne (Fig. 21 u. 22)
und die in beiden Fällen entstehende sechseckige Figur in Quadratgestalt
zu verwandeln
suche zunächst dadurch, dass ich entweder über jeder
_
Fig. 2,
2.
M
Hälfte von PR das Quadrat zeichne | @ | 6
(Fig. 21)
oder tiber
der
Fig. 22,
BRE
Ons,
e
R
y
ganzen
Strecke PR das Quadrat zeichne
(Fig. 22). Im ersteren Falle müssen
von den entstehenden Theilflichen
B=8,
y=y und
6=f'+y sein,
so dass die Summe der zwei Quadrate
=a+B+y+y+9+e=a+B+y7
A]
+y+y4+B+e=(0+f+y+6)+2y+e=e+2y+e=2.(e+7), di.
nach heutiger Bezeichnung =2. [em +M0 | ist. — Im zweiten Falle bleibt
ein zweites mit @ gleiches Quadrat « ganz innerhalb, ein zweites mit e
gleiches Quadrat (ß-+y+6) fällt theilweise ausserhalb des Quadrates über
PR und es ist ß=', wenn die Grenzlinie zwischen B und y durch S gezogen wird, wo SO= OP gemacht ist; dann ist ate=i[e+e+e+d+6+7]
=4[(e+o'+e+6+6)+y], d.i. nach heutiger Bezeichnung =4(PR+RS°),
woraus sofort die Euklidische Behauptung folgt:
Hiermit glaube ich gezeigt zu haben,
dass auch der Gegenstand
dieses dritten Theils meines Aufsatzes mit dem in den beiden ersten
Theilen Behandelten im inneren Zusammenhang steht, dass also mein
Thema in der That ein einheitliches: ist.
Anmerkungen.
1) So auch Cantor auf $. 153 seiner „Vorlesungen über Geschichte der
Mathematik, 1. Band. Leipzig 1880“ (weiterhin kurz durch ,, Cantor, G.“ bezeichnet).
2) C. A. Bretschneider, Die Geometrie und die Geometer vor Euklides,
Leipzig 1870, $. Sl.
3) M. Cantor, Mathematische Beiträge zum Culturleben der Völker. Halle
1863, S. 103 (weiterhin kurz durch „Cantor, B.“ bezeichnet).
4) S. Günther, Ziele und Resultate der neueren mathematisch -historischen
Forschung.
Erlangen 1876, $. 39.
5) Cantor, B., 8.92 und Cantor, G., S. 130.
6) Cantor, G., S. 135, 138, 142 und E. Zeller, Die Philosophie der Griechen
in ihrer geschichtlichen Entwickelung. 4. Aufl. I. Bd. Leipzig 1876, $. 373 ff,
7) Zeller a. a. 0,1, $. 365 nach Aristot., Metaph. XIV, 5. 1092, b, 10 und
Theophrast, Metaph., 8. 312 Br.
Hist-lit. Abthlg. d. Zeitschr. f. Math. u. Phys. XXVIII, 6.
Pagina 19
Bekijk in PDF(opent in een nieuw venster)--_————______———tttttktk6tktktktktktk£kt;k£-+«k-k;k+-K[k&#«[£+<+<-----
8) Cantor, G., S. 143 nach Aristot., Metaph. XIV, 4.
9) Zeller a. a. O. S. 366.
10) Cantor, G., S. 143 nach Nicomachus, Fisag. ar. U, 12 (ed. Hoche),
S. 96.
11) Cantor, G., S. 143 nach Plut, Platon. Quaest. V, 2. 4.
12) Günther a. a. O. S.41 und Cantor, B., S.106f und G., S. 143£
13) Bretschneider a. a. O. $. 82.
14) H. Hankel, Zur Geschichte der Mathematik in Alterthum und Mittelalter.
Leipzig 1874, S. 98.
15) Cantor, G., $. 158.
16) Klügel, Mathematisches Wörterbuch, I. Abth. III Theil.
8. 932,
Leipzig 1808,
4
17) Die erste Ausgabe des Euklid durch Clavius ist — vgl. Kästner’s Gesch,
d. Math, I, 324 — vom Jahre 1574 ohne Erläuterungen, die zweite mit solchen aus
dem Jahre 1589,
die dritte aus dem Jahre 1591.
Ich benütze den Frankfurter
Abdruck vom J. 1607, und in diesem findet sich die im Text citirte Stelle im Scholium zu Buch I, 47, S. 151.
:
18) Bretschneider a. a. O. 8.82. — Vergl. Hankel a. a. O. $. 98; Günther
a, a. 0. 8.42; Cantor, G., $. 157.
;
19) Klügel, Math. Wérterb. Bd, III S. 932.
20) Aus diesem Buche von Henry Boad (London 1733) hat denselben Beweis
auch Joh, Hoffmann in seiner Sammlung von Beweisen des Pyth. Satzes (1821)
entnommen und hat darnach noch sechs andere Beweisanordnungen abgeleitet.
Vergl. die neuere Schrift von Jury Wipper, 46 Beweise des Pythagoräischen
Lehrsatzes, übers v. F. Graap.
Leipzig 1880, S. 17.
21) G. H. F. Nesselmann, Die Algebra der Griechen.
22) Arneth, Geschichte der reinen Mathematik.
Berlin 1842, $. 150.
Stuttgart 1852, S 33.
23) Röth, Geschichte der abendländischen Philosophie II, 527 (nach Cantor,
G., 8. 157), — A. à. O. sagt auch Cantor, dass der im Text skizzirte Weg von
Roth „zuerst vermuthungsweise geschildert worden ist“.
24) Cantor, B., 8. 108f.
25) Cantor, G., S. 157f.
26) Bretschneider a. a. O, $. 83.
27) Hankel a, a. O. S.100 u. 132.
28) Günther a. a. O. $. 41.
29) Arneth a. a O. S. 95,
30) Cantor, B., S. 109.
31) Cantor, G., S. 192.
32) Bretschneider a. a. O. $. 140.
33) Cantor, B., S. 109.
34) Bretschneider a. a. 0. S 134