Das Bohnenverbot bei Pythagoras und im Veda

Author
Schroeder, L. von
Published in
Wiener Zeitschrift fur die Kunde des Morgenlandes
Year
1901
Subject
BEANS
Language
Deutsch
Category
C9 Medicine
Archive number
151

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WIENER ZEITSCHRIFT Qu" FÜR DIE KUNDE DES MORGENLANDES. Das Bohnenverbot bei Pythagoras und im Veda. Von L. v. Schroeder. Als ich vor Jahren meine Arbeit über ,Pythagoras und die Inder‘! schrieb und den Nachweis zu liefern suchte, dass der sagenHERAUSGEGEBEN UND REDIGIRT © umwobene griechische Philosoph und Ordensstifter seine Weishcit zum grössten Theile aus Indien übernommen habe, da legte ich neben vos vielem Anderen auch ein Gewicht auf das seltsame, mir damals noch J-KARABACEK, D.H. MÜLLER, L. REINISCH, L.v. SCHROEDER, LEITERN DES ORIENTALISCHEN INSTITUTES DER UNIVERSITÄT. unerklärlich scheinende Bohnenverbot des Pythagoras, welches mit dem entsprechenden Verbot in den Yajurveden (na máshánám agniyät) so überaus merkwürdig zusammenstimmt. Ueber die Herkunft der pythagoräischen Lehren denke ich in der Hauptsache heute noch ebenso, wie vor siebzehn Jahren; bezüglich des merkwürdigen Bohnenverbotes bin ich aber inzwischen zu wesentlich anderen An- XV. BAND, ‘ schauungen gelangt, welche darzulegen schon die Pflicht der Wahre 12} _ 22 als jenes bisher unerklärlich erscheinende Verbot unter dem neuhaftigkeit von mir fordert. Und ich erfülle diese Pflicht um so lieber, gewonnenen Gesichtspunkte sich sehr schön erklärt und in den Bestand uralt-indogermanischer Sitten und Bräuche einrückt. Es empfiehlt sich zunächst, den bisherigen Stand der Frage kurz zu skizziren. WIEN, 1901. PARIS ERNEST LEROUX. ALFRED HOLDER Das Bohnenverbot des Pythagoras, resp. das Verbot des BohnenOXFORD JAMES PARKER £ Co. . K U. E. BOF. UXD UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER. LONDON LUZAC £ Co. È TURIN : HERMANN LOESCHER. BOMBAY EDUCATION SOCIETY'S PRESS. 4 NEW-YORK LOI VER ENER essens seitens dieses Philosophen, wird im Alterthum oft erwähnt. Bekannt ist die faba Pythagorae cognata des Horaz (Sat. 2, 6, 63) 3 Leipzig 1884, Verlag von Orro Scuutze.

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L. v. Schroeper. Wenn Aristoxenus bei Gell. dagegen behaup tet, dass Pythagoras, weit entfernt, die Bohnen zu verbieten, dieses Gemüse vielmehr vorzugsweise empfohlen habe, so ist darauf um so weniger Gewicht zu legen, als, wie schon ZeLLe r scharfsinnig bemerkt hat gerade der Widerspruch des Aristoxenus voraussetzt, dass das eng verbot schon damals dem Pythagoras beigel egt wurde, wenn es auch von denjenigen Pythagoreern, deren Ueber lieferung er folgte, nicht anerkannt wurde. Der Grund des Bohnenverbotes soll von den Pythagoreern standhaft verschwiegen worden sein. N eugier ige Frager wurden von den Schülern des Philosophen mit der Antwo rt ‚ipse dixit‘ abgefertigt. Schon das Alterthum erging sich infolg edessen in mancherlei Vermuthungen über die Gründe des Verbotes, ohne dabei zur Klarheit zu gelangen. Wie sehr gerade dieser seltsame, dunkle Punkt die Phantasie der Zeit beschäftigte, sieht man unter Andrem auch aus der sonderbaren Geschichte, Pythagoras sei auf der Flucht erschlagen worden, weil er es verschmähte, sich tiber ein Bohnenfeld zu flüchten.? Sehr merkwürdig ist es nun in der That, dass wir in den ältesten indischen Ritualtexten, im sogenannten Yajurveda, eben dasselbe Verbot finden; zwar nicht als allgemeine Lebensregel aber doch als Verbot fiir die Zeit, wo der Opfernde sich in shun Observanz zum Opfer würdig vorzubereiten strebt; und zur Begriindung wird bemerkt, die Bohnen seien nicht opferrein, nicht opferwürdig, opferfähig. Sowohl die Maitràyapî Samhi ta (1 4 10) als auch das Kathaka (32, 7), also die ältesten Yajur veden, fear : Vgl. meine Arbeit ‚Pythagoras und die Ein Vel. zu alledem Zeuren, e Inder‘ p. 35. Die Philosophie der wicklung, Th. 1 (4. Aufl.), S. 291, Anm. Griechen und ihre geschicht- 1; p.292, Anm. 1. — Nach Jambli chus De vita Pythagor. 214 hiitten die Anhän ger des Pythagoras lieber sterben ais seine Satzungen über die Bohnen unbeachtet lassen wollen: Tlepi dì avàpria; wok pev Fr = tibv slonytvwy olxdng xal mpdg adriv Exa, olov tà nepi Tyusyay (Oaupanrá Epya) aa cà hei Bopénur drolavelv mpd tod m rapaññve tüv dprsbévr ro A Sia tà Tüv saris erımörupätev enniare 189 Das Bosnenversor BRI PYTHAGORAS UND ım Vena. eay nb Mudaycpov aut Éyépeva, Soa te Mu0aydpa; autos imertàsce ts oie dass Naucx mit Recht sept xuduwv als ‚additamentum Entstehung etwa in das neunte bis zehnte Jahrhundert vor Chr. zurückreichen dürfte, geben dem Opfernden die Vorschrift: na máshánám agniyät ‚er esse keine Bohnen‘. Die Mäitr. Samhitä fügt als Grund hinzu: ayajniy4 vái máshál ‚die Bohnen sind ja nicht opferrein‘, während das Käthaka an der entsprechenden Stelle (32, 7) die Bohnen als amedhya bezeichnet, ein Synonym zu ayajñiya, welches das Petersburger Wörterbuch durch ‚nicht opferfähig oder -würdig, unrein, unheilig, nefastus‘ wiedergicbt. Ganz möglich ist es übrigens, dass auch Pythagoras ursprünglich — wie die Inder — die Enthaltung vom Bohnengenuss nur für gewisse Zeiten vorschrieb, in welchen man sich besonders rein und würdig zu halten habe. Bei einer solchen Annahme würde sich wenigstens der vorhin angeführte Widerspruch des Aristoxenus und die aus demselben hervorgehende Differenz in der pythagoreischen Ueberlieferung auf das Beste erklären. Bezog sich das Verbot des Pythagoras nur auf gewisse Zeiten und liess er im Ucbrigen die Bohnen als empfehlenswerthes Gemüse gelten, dann stand er ganz auf dem Standpunkte der Inder. Es wird mir wohl Niemand einen Vorwurf daraus machen, dass ich seinerzeit diese von mir bemerkte Congruenz eines vedischen Bohnenverbotes mit dem pythagoreischen in der Kette meiner Beweisführung von der indischen Herkunft der pythagoreischen Lehren mit verwerthet habe. Dennoch befand ich mich dabei in einem Irrthum, denn der Punkt ist in dieser Beziehung nicht beweiskräftig. Das lehrt eine wichtige Thatsache, welche mir damals, als ich jene Arbeit schrieb, unbekannt war: Das Erscheinen desselben Bohnenverbotes auch bei den alten Römern, unter Umständen, welche eine eventuelle pythagoreische Beeinflussung von vornherein ausschliessen, und in einem Zusammenhange, welcher sehr lehrreich, ja ganz dazu angethan ist, das erwünschteste Licht in die bislang dunkle Frage nach dem Ursprung des seltsamen Verbotes fallen zu lassen. Es ist die so überaus conservative, an Alterthümlichem reiche sacrale Tradition der Rümer, welcher wir dieses Licht verdanken. Nach dem Handbuch der römischen Alterthümer ven Marquarpr Wiener Zoitsebr. f. à, Kunde d. Morgent. XV. Bd.

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Das Bonxexversot REI PrruacorAs UND 14 Vena. L. v. SCHROEDER. ane Momusex! durfte der römische Flamen Dialis reines berühren, nicht einen Todten oder ‚nichts U ein Grab ni ht Bahnen, die den Unterirdischen heilig sind, nicht die Zio | weil sie mit der fallenden Sucht behaftet ist, nicht ein Pferd né dessen Galle giftig sein soll, nicht einen Hund, nicht kn mer Brodteig, noch rohes Fleisch‘. Oe In der That berichtet uns z. B. Gellius 10. 15 BE 12 (mit B rafung auf Fabius Pictor, lib. 1): Capram et san g incoc ta 6 hederam et fabam neque tangere Diali mos est nequ e no n nare. Also der Flamen Dialis durfte nach ihm die Bohn ve berühren, ja nicht einmal beim Namen nennen!? = . Dasselbe sagt auch Festus epit ome p. 87, er fügt aber ] die für uns hier besonders wichtige Motivirung deu Verbotes dlza: Fabam nec tangere, nec nominare Diali flam ini licet pad ea patátur ad mortuos pertinere, Nam et Le al. le it : larvis, et Parentalibus adhibetur sacrificiis et in flore ej “inet litterae apparere videntur. i ina Wesentlich das Gleiche lesen wir auch bei Plinius n. h. 18 118, 119, und zwar beziiglich der Motiviru ng des Verbotes mit Befs auf Varro. Ich setze die ganze Stelle (n. h. 18 ei die fir uns wichtig und interessant ist und auf die wir un ] > mebrfach zu beziehen haben werden, hierher (Plin. n. h sm, = (117). Sequitur leguminum natura, inter quae sero honos fabae, quippe ex qua temptatus sit etiam panis. — fabae multiplex len omnium quadrupedum generi, praecipue homini. frume nto ù miscetur apud plerasque gentes, et maxime panico solida ac deliontiu fracta. (118) Quin et prisco ritu pulsa faba suae religionis diis în sacro est, praevalens pulmentari cibo et hebetare sensus Sith, 3 insomnia quoque facere, ob haec Pythagoricae sententiae damnata, ut alii tradidere, quoniam mortuorum animae sint in ea, qua de causa parentando utique adsumitur. (119) Varro et ob haec flaminem ea non vesci tradit et quoniam in flore ejus litterae lugubres reperiantur. in eadem peculiaris religio, namque fabam utique ex frugibus referre mos est auspici causa, quae ideo referiva appellatur. et auctionibus adhibere cam jucrosum putant. sola certe frugum etiam exesa repletur crescente luna. aqua marina aliave salea non percoquitur. Es hat also in Rom seine eigene Bewandtniss mit der Bohne. Sie hat ihre peculiaris religio. Vor Allem aber finden wir auch hier das Bohnenverbot, und zwar bei einem Priester, der auf Reinhaltung seiner selbst besonders bedacht sein soll; und, was noch wichtiger ist, zugleich auch eine durchaus einleuchtende Begründung dieses Verbotes. Unrein ist nach einer über die ganze Erde verbreiteten Anschauung der Todte und Alles, was mit ihm zusammenhängt. Unreinheit bewirkt daher auch die Berührung mit dem Todtenopfer, — und dass die Bohnen gerade als solches eine Rolle spielten, ist uns für Rom sicher bezeugt. Am 9., 11. und 13. Mai — also an drei nicht unmittelbar auf einander folgenden Tagen — wurden die sogenannten Lemurien gefeiert, Feste oder Opfertage der bisen Geister oder Gespenster, an welchen die Tempel geschlossen und Hochzeiten vermieden wurden. Und das Opfer, welches den Lemuren, den gespenstisch und gefahrbringend gedachten Seelen der Abgeschiedenen bei nächtlicher Weile dargebracht wurde, bestand —- in Bohnen! ! Besonders eindrucksvoll schildert uns Ovid dies Lemurenopfer im Mai, Fasti 5, 429—444: na 1Roieg fc È. ea aoe ; Handbuch der römischen Alterthilmer , Rim. Staatsverwaltung, Bd. 111, 2. Aufl, besorgt von mein verehrter Autoren hat michunterstützt, =Da ee pa india ri sen Suns wofür mue freundlichster Weise ich ihm hier meinen ation 191 Nox ubi jam media est somnoque silentia praebet, 430. Et canis et variae conticuistis aves, Ille memor veteris ritus timidusque deorum 1 cf. Mauguarpr-Mouusrs a. a. O., p. 575.

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L. v. Sonroepenr. Das Bounenversor ser Prruagoras UND 1m Vena. Surgit. habent gemini vincula nulla pedes. Signaque dat digitis medio cum pollice junctis, Occurrat tacito ne levis umbra sibi. Lemuralien vgl. auch Loseck, Aglaophamus p. 254, wo noch andere Stellen angeführt sind; ferner O. Crusivs, Rhein, Mus. xxxsx p. 164 fir. Aber auch noch in einer anderen Weise fungirt die Bohne bei den Rümern als Todtenopfer. Sowohl Plinius als auch Festus in den oben angefithrten Stellen berichten uns, dass dieselbe bei den sogenannten Parentalia verwendet wurde, d. h. bei den feierlichen 485. Cumque manus puras fontana perlu it unda, Vertitur, et nigras accipit ore fabas , Aversuaque jacit. sed dum jacit, haec ego mitto, His, inquit, redimo meque meo sque fabis. Hoc novies dicit, nec respicit. umbra putatur | 440. Colligere et nullo terg a vidente sequi. Rursus aquam tangit, Temesaeaque concrepat aera, Et rogat, ut tectis exeat umb ra suis. | Cum dixit novies, manes exite pate rni, 444. Respicit et pure sacra peracta putat. Al mitten in der Nacht, alten Brauches eingedenk, er die Bohnen und wirft sie abge wandt hinter sich. nimmt Dazu sprich er neun Mal ohne sich umzuschauen: ‚Das gebe ich! mit diesen Holmen kaufe ich mich und die Meinigen los!‘ Man meint, dass d , Schatten das Hingeworfene aufsammle. Dann reinigt Bi si à à Wasser, fordert die Geister auf, sich zu entferne — und die Ceremonie ist zu Ende. n de n schaut sich um Deutlich ersieht man aus dem Gebahren des Opfernden die Scheu vor der Berührung mit jenen gespenstischen Wesen, welche man dennoch durch Opferung zu begütigen für nöthig noe fn Interessant und wichtig ist auch eine Stelle des Nonius, | insbesandare darum, weil sie auf Varr o als Quelle zurückgeht Nonius p. 186: Lemures larvae noet urnae et twrvifioationan imaginum et bestiarum. Varro de vita populi Romani lib. 1; Quibus te Partio in sacris fabam jactant noct u ac dicunt, se lemurios d no extra januam eicere.! — Ueber die Bedeutung der Bohnen bei den _— 1 Lucian Mürter hat hier in (= ejicere) die seiner Ausgabe für das gut überlieferte eicere unhaltbare Conjectur elicere in den Text gesetzt. Scho n Ovid Fast. 5 442. 443 hätte ihn davo n zurück halten sollen. Nun gleichung, dasa gerade das zeigt uns aber noch die Ver. Hinaıiswerfen oder Hina ustreibon der Seel en am der Todten piers eine selir charakteristisch e altindogermanische Sitte war Dahin 193 Todtenopfern an den Gräbern von Eltern, Verwandten und sonstigen theuren Dahingeschiedenen; parentando utique adsumitur, sagt Plin. n. h. 18, 118 von der Bohne; während Festus ep. p. 87 von ihr bemerkt: nam et Lemuralibus jacitur larvis, et Parentalibus adhibetur sacrificiis. Auf dieselbe römische Sitte dürfte sich wohl auch die Notiz des Lydus de Mens. 4, 42 beziehen: outs yagi ei; sob: sigous vapor flmtovzar Snip cumplas dvbziruv. Aus der letzteren Stelle geht auch noch hervor, dass man damit den Menschen, d. i. den Lebenden, Heil zu schaffen hoffte, — hier wohl schon durch so zu erlangende Segnungen seitens der geliebten Todten, denen man mit diesen Opfern wohlthat. Diese römischen Zeugnisse sind sehr vielbedeutend, doch glücklicherweise stehen dieselben nicht ganz vereinzelt da. Noch von einer ganz andern Seite her, von einem andern Gliede der indogermanischen Vülkerfamilie, kommt uns eine merkwürdige Notiz über die Bohnen, welche ihre uralte Function als Todten- oder Seelenspende noch um Vieles wahrscheinlicher macht. gehörte in Griechenland der Ruf: BipaXe, Kijges, oùx Er "Avlzomipia! Bei den alten Preussen fegte der sacrificulus die Seelen wie Flöhe hinaus, mit den Worten: ‚Edistis, bibistis, animae, ite foras, ite foras! Bei den Indern sagt der Priester am Ende des pindapitryajña, die Pitaras entlassend: ‚Gehet hin. ihr lieblichen Pitaras, auf den alten geheimnissvollen Wegen! gebet uns hier Reichthum und Glück und verleihet uns reichen Besitz an Männern! oder dgl. (vg). CaLano, Sodtencerehrung, bei einigen der indogerm. Völker, p. 6; ders, Altind, Ahnencult, p. 11 u. öfter; O, ScurAber, Reallexikon der indogerm. Alterthumskunde, p. 31). Der Missgriff eines so ausgezeichneten Latinisten wie Lucian MüLres ist in doppelter Beziehung lehrreich; nicht nur als Warnung, einen gut überlieferten Text nicht leichtbin zu ändern, sondern namentlich als Zeugniss dafür, wie werthvoll selbst für die Textkritik der klassischen Autoren unter Umständen die vergleichende Berücksichtigung der verwandten indogermanischen Völker, ihrer Vorstellungen, Sitten und Bräuche sein kann. Gerade diese Vergleichung stellt hier das überlieferte eicare:absolut sicher. mt-e..rn

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Das Bonxenversor BEI Pyrsacoras UND 11 VEDA. L. v. Sonrozper. In Skandinavien wird während des Julfestes der folgende merkwürdige Brauch beobachtet: Ganz gesondert von dem leckeren Festmahle, das natürlich an dem Esstisch eingenommen wird, steht auf dem Gesindetisch eine Schüssel mit gekochten Bohnen, mit Kochfett übergossen. Angeblich soll dieselbe daran erinnern, dass Keiner sich so satt essen solle, dass er keine Bohnen mehr zu verzehren vermöchte. Und nach altem Branche isst Jeder nach der Mahlzeit aus dieser Schüssel eine Bohne. — Axexawber Te, welchem ich diese interessante Notiz entnehme, bemerkt dazu: ,Ursprünglich diente das Gericht offenbar einem Aberglauben, dessen Spuren hat die Zeit jedoch ausgetilgt, und es ist ja eine nicht seltene Erscheinung der Geschichte, dass die Form den Gedanken überdauert, der ihr das Leben gab.‘ ! Das ist gewiss richtig. Mir scheint aber auch die Erklärung des seltsamen Brauches jetzt nahe genug zu liegen. Ist doch die Julzeit, die Zeit der Zwölften, die alte Seelenzeit, in welcher das Geisterheer, die wilde Jagd, vorzugsweise umherziehend gedacht wird. Das Abseitsstehen des Bohnentopfes, das Essen je einer Bohne durch jeden der Festtheilnehmer lässt eine ceremonielle, rituelle Bedeutung dieses Actes vermuthen. nahe anzunehmen, Liegt es nun nicht unmittelbar dass jene abseits stehenden Bohnen eben ein Opfer darstellten, welches dem umherziehenden Seelen-, Geister- oder Gespensterheere dargebracht wurde? Ich glaube — zumal wenn man an die entsprechende Verwendung der Bohne bei den Römern denkt — es wird sich daran kaum zweifeln lassen. Wesentlich dieselbe Sitte findet oder fand sich aber auch bei den Esten, und das ist in mehr als einer Beziehung interessant und bemerkenswerth. Die Esten haben bekanntlich vor mehr als anderthalb Jahrtausenden schon starke Cultureinflüsse von altgermanischer Seite her — von Gothen, resp. Skandinaviern — und ebenso auch in der Folge * ALEXANDER Tinie in seinem Aufsatz: ‚Nordische Weihnachten‘, nach der ‚Wes. Ztg.‘ abgedruckt im Feuilleton nachten 1889, der Neuen Dörptschen Zeitung, zu Weil- 195 e mit den vielen Be erfahren. Das beweist ihre Sprdasachläss sich bei ihnen u re alteermanischen Lehnwürtern; ; Aberglt aub s ch r e Brau en,JeSiitte und F i e von Mythus, Sage, deom Gebict Laufe de | ich einigexs Material imle deutlich erweisi en, worüber ic Bräuche, resp. Reste esammelt habe. AltskandinavischeEstSitentenspecund iell auch beim usr er den derselben haben sich unt er altnordische erhalten N welches sie noch heute mit wohlerhalten rn ue nordische, auf skandinavischem Boden nicht = e en 3 virt hat,? also in i des Nom. acc. plur. der Neutra eonsersow dem nai so eat jenem altskandinavischen Einfluss,rakteriedervonen pra zeigenden, zähconservativen Cha d auch die folgenden Mi Unter diesem Gesichtspunkte sin envolkes, nicanhai ner des Estors n o mrtos einundtrefBibflicliohertheKen kar der Naturf chorgete“ Masme, Cus rung nee * cn bel Dorpat, aus eigener Kindheitserinne mals pil, dass wi nn den Esten im Dürptschen Kreise ehe ii A Weihnachtstage in der age on gel : ae zu stand, aus welchem immer ab und er ‘ne Bohne entnahm und ass. Der Roden e ae Skandinavien *) mit Su dabei (wie übrenigebesnstänaucdigh Licin hte r und wurde gew so . mu(n Bei Nacht brannt Beleuchtung erhält das Di oder Gesangbuch gelesen. In dieser ruine nter: essen noch einen eigenthümlich solennen Cha burg, Bar ausgezcichn me Herr Pastor Jaxos Hort in St. Peters auf mein alleoe hat mir Kenner estnischen Volksthums, ros Gegend aus oe cen wesentlich dasselbe für die Wer che auf estnischem rung bestitigt. Das Fortleben dieses Brauches joul u - orikori as oder ‚Weihnachtseber‘ len jöul 1 Man vergleiche z. B. den originel und, äusseren Leben der Esten, p. 344. Aus dem inneren 1 Anm. 7. der Esten, : WimpemanxNOR,SEN » 1, § 266, > , Altnordische Grammatik i E ef, AvoLF 3 ef. ALEXANDER TILLE A. A. O.

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Das BONNENVERBOT BEI PyTRAGORAS UND IM L. v. Sc#roxper. zeugt von der Festigkeit und Energie der Tradition auch in diesem Falle. ! Noch nach einer andern Seite hin muss ich mir hier eine kleine Abschweifung gestatten. erst im Gewande solchen Treibens vor der Verfolgung einer über- So ist wohl auch das Folgende zu beurtheilen. In vielen Ländern Europas findet oder fand sich früher der Brauch, am heiligen, Dreikönigstage ein Bohnen fest oder Bohnenkönigsfest zu feiern. In den Festkuchen wird eine Bohne gebacken und derjenige, welcher dieselbe in seinem Kuchen stück vorfindet, ist Bohnenkönig und darf sich seine Bohnenkünigin, resp. auch noch einen Hofstaat wählen, empfängt harmlos-heitere Ehrung en und hat ebenso harmlos-heiteren Pflichten zu genügen. Es findet sich dieser Brauch namentlich in den Niederlanden und Frankreich, auch in England, in verschiedenen Theilen Deutschlands und Russlands, so auch in meiner Heimath Livland. Das Fest oder Spiel weist vielfache Abstufungen auf, von der üppigen Feier mit prichti gem Gastmahl, wie sie die holländischen Maler uns in lebendiger 197 ch besetzten ‘Tafel sitzen der sn künigs‘ benannt. ‚An einer rei künig und seine Königin, mit Kronen posi ae ees bed i pe ausgelassen lustigen Gesellschaft, in EPP" ich ae; denen olbo Less n her Bec und ssel Schü von n ude Fre die q wobei re Enteprechenti n niLa n ieinigen scheinen. Paris, in der Finako a zu vereon: der pd “ i finden sich im Louvre zu ans, . in der e il ara iel Gabr von Bild Ein l. Casse reas Museum zu on Pinakothek, eines von h JanDeutin ndy Rdn ist von a un and schl Nac — . Fest elbe dass la n uns resp. das Bolmenfes wabrscirtheiwornlidench. erst aus den Nieder.landen, o i rg, chten, dasnocs hderzu heidenligeZwöe na sensFesedt zugefbea ene lften gehört eiert wird, n B dies ltheiliren Seelenzeiitt bilbi det. Das Bohnen " Alter Brauch flüchtet bisweilen in das kindische Spiel und ist klugen Gegenwart oder zelotischer Frömmigkeit sicher. Vena. Anschauung vor die Augen führen, bis zu der abgeschwächten Form eines blossen harmlosen Kinderspiels, wie es mir aus den Tagen meiner Kindheit in Livland erinnerlich ist. Namentlich in Frankreich und den Niederlanden scheint das Bohnenkönigsfest seit Jahrhunderten grössere Bedeutung gehabt zu haben. Es wurde in Frankreich auch bei Hofe gefeiert. Jakob Jordaens (1593—1678), ein Schiller des Rubens, hat es wiederholt dargestellt. So auf einem grossen, eindrucksvollen: Gemälde im k. k. Hofmuseum zu Wien (Saal xm, Nr. 1087), ‚das Fest des Bohnen1 Das Feierliche und Aengstliche der alten Seelenzeit, um die es sich hier handelt, prägte sich bei den Esten ehemals auch darin aus, dass man, im Dunkeln ins Freie tretend, beileibe nicht pfeifen durfte; vielmehr machte man Kreuze in die Luft mit den Worten: ‚Vater, Sohn und heiliger Geist!" — Auch diese Mittheilung verdanke ich Herrn Cant Masina. as | st D i enamm Zus im int che ers t Zei er i a l , as te A n n & . : | g b nicht hier ein letzter Rest des ps e pia alt im kindischen Spiele sich er8 en halten Dat vöhnlich wird das Bohnenfest mit den römischen ai Ps ai gebracht, und ans a men. ‘ventlich meiner Ansicht. Es fragt sich bloss.e Verwandtsehaft zu e Abstammung oder als nur, mage “rect en re laube das Letztere. Die römischen Saturnalien, vom paesi b mit lirmender Lust gefeiert, fallen fast ll Ma Vegetationsfest und, ge nsammen und sind, wie diese, nisch en Anschauung germa -indo nn nie i emäss einer uralt re > nelle und Seclen in engem, unirent west Saturnsgott neben dem Vegetatio DERRATE en So wurde Dis der Herr der rt, vereh r Pate ien der gene Satarnal pieni der um dieses Zusammenhangs willen eine mus ie dem Alter des Saturnus hatte; desgleichen am 28. Di ia,Seeeine Larent Acca ndte Göttin ae Yu im Saturmenusschverwa len, en den hie esc abg on sie mit den Ackergúttin, deren Na cembe ckergittin,

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Das Bounenvensor set PyYTHAGORAS UND 1M Vea. L. v. Scnroever. ven Laren, resp. Larven, in Zusammenhang bringt. Und es ist ‚interessant, dass diese Göttin, welche im December mit Grabesspenden geehrt wird, den Beinamen Fabola, Fabula, Paßerz tragt,! welchen O. Crusius gewiss richtig mit dem alten Todtenopfer ur Fabae in Zusammenhang bringt, während ihn Mouusex ganz verfehlt durch ‚Schwatzmaul‘ übersetzt. Die Ackergöttin, die zugleich Todtengun ist, heisst sehr passend die Bohnenfrau. Ich kann auf das Detail sii Zusammenhänge hier nicht eingehen, aber ich denke, es wird shaeushian, dass wir berechtigt sind, die Bohne des Bohnenfestes die scheinbar ohne jeden vernünftigen Grund seit Jahrhunderten sich doch so fest erhalten hat, mit der uralten Sitte des Todtenfestes in der Mittwinterzeit und dazu gehörigem Bohnenopfer in Zusammenchie-* Male verständlich. Die Bohne diente als Opfer für die abges en denen Seelen, die Geister oder Gespenster der Verstorbenen. Dies warf sie der Rónier bei nächtlicher Weile hin, diesen weihte sic der en Skandinavier in der Seelenzeit, wenn das Heer der Abgeschieden ge, durch die Lüfte zog, und genoss von ihnen in solenner Weise . wissermassen in Vertretung der unsichtbaren geisterhaften Gäste e der Aber eben gerade wegen dieser nahen Beziehung zum Reich ng Abgeschiedenen konnte und musste die Bohne und ihre Verwenduerin anderer, höherer Richtung als bedenklich und zweifelhaft lig scheinen, konnte und musste sie dazu gelangen, für unrein, unhei zu gelten. Ebendarum wurde ihr Genuss dort verboten, wo das festen neben einander, wie auch die Vorstellung von der abgeschie- Streben nach besonderer, aussergewöhnlicher Reinheit vorlag, wo der Mensch sich darauf vorbereitete und dazu anschickte, mit seinem Opfer vor die Götter zu treten. Ebendarum war sie nicht opferrein, a. h. nicht rein für das Opfer, welches den Güttern dargebracht wurde. Gütteropfer und Seelenopfer sind streng von einander geschieden und es erscheint unstatthaft, die Grenzen beider zu verdenen Seele bei den Indogermanen diese doppelte Seite hat. wischen. hang zu bringen. So erklärt sie sich auf das Schönste. Die üppige Lust dieses Festes darf uns aber nicht irre machen ebensowenig wie die der Saturnalien. Tiefster melancholischer Ernst und ausgelassenste, üppigste, wildeste Lust gehen bei den Todten- Sie ¡wird bald ruhend, trauernd, wehmúthig oder düster ernst gedacht bald orgiastisch, in wilderregtem Zug dahinfahrend, in Ausgehen iy umherschwärmend. Dieser Gegensatz prägt sich auch in der bildenden Kunst aus, wie das z. B. für die Mänade Rarr und DuTHEY gezeigt haben.? Mit den üppigen, ausgelassenen Bohnenfesten, die ursprünglich ‚Todienfeste waren, hängt wohl auch das alte, verschollene Bohnen- | 199 lied zusammen, an dessen saftigen Inhalt sich eine Erinnerung erhalten hat in der Redensart: ‚Das geht noch über das Bohnenlied!“3 Im Lichte der römischen und der nordischen Sitte wird nun aber das Bohnenverbot bei Pythagoras und im Yajurveda mit einem a * cf. O. Causıus,È Rhein.A Mus. À xxx1x» p. 167; Plutarch ty dì Aapevtix DaBodav énixAnaw siva: Aéyouorv. , quaestt. Rom. 3 ma Be 10 2 Vgl. diese Zeitschrift, Bd. 1x, p. 246. : eis® In Livland auchauch abgeschwächt in der Form: ‚Das geht doch über die Plinius sagt (n.h. 18,118), Pythagoras habe verboten, die Bohnen zu essen, weil die Seelen der Verstorbenen darin wären (cf. oben p. 191). In dieser Form klingt die Begründung unsinnig und sie ist darum auch oft genug belächelt und verspottet worden. Dennoch erscheint sie jetzt sehr bedeutsam, denn — mag nun Pythagoras wirklich sein Verbot so begründet haben oder mag seine Begründung erst später so verdreht worden sein — es steckt in ihr.auf jeden Fall das Eine: Die Bohnen wurden von Pythagoras verboten, weil sie in irgend einer näheren Beziehung zu den Seelen der Verstorbenen standen.! Diese Beziehung aber, so dürfen wir wohl hinzu— 1 ‚Gründe, welche sich auf die Seele beziehen,‘ nimmt für das pythagoreische roÂkas tepds te zei Verbot auch Jamblichus y. Pyth. 109 an: xal xvdpov ¿ntysodar Araoras geboten, ‚der Pythag pumas mal cig thy puyiy dvqnovozi aîstas. Damach habe auch plysischer und Bohnen sich zu enthalten wegen vieler sowohl religiöser als etwas allgemein und ist ck Ausdru auf die Seele sich beziehender Gründe‘. — Der zu sagen wussie. unbestimmt, vermuthlich weil der Autor selbst nicht viel mehr

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Das Bonnenversor pet PrrHAGORAS UND IM Vena. L. v. Scurozpzr. setzen, hatte ursprüngli glich i der Seelenwanderun mit i sth zu schaffen. Sie. bestand vielmehr nach dem baitaen eorie nichts i eben darin, ee die Bohnen das Todtenopfer bildeten, oder richtiger einst gesil Si= pae de) sie ungebenden Vorstellungskreis entscheidend das Bohnenopfer fur dieLate de ch se niche lune wer des es i pipi Zusammenhang sty Piper auch als nicht mehr war. auch noch an den als pythagoreisch bezeichneten, ckenden Vers (Lozecr, Aglaopha Hi lebendig aan vor a Te qayely xegakds recht mus, p. 251): ce coxfwv! © zu essen ist gleich, die Häupter der Eltern zu esse n! Desgleichen an den orphischen Vers: (s. Loseor a. a. O., p. 251). Es erscheint sehr b emerkenswert h, d i i ein kon Han Griechen die Bohne für unrein hielten ee » dass nicht ausa cenithes 15 sagt, es gebe eine i n ist; n a là giöse Tradition oder Erzählung die Aöyss, Pyth eee | eine ‚heilige darüber, ohne unrein sel: xbapov piv civ de’ ftw ph ved Gonptov, domi lepbz én’ absiy Advos Nach demselben S warum di : apor nm siva: un n Schri ftste ieee gs enkt. Die Bohne nie sens n. us phen eee ane . PS ni bal se aus. bi sa Yao; s€ PUTOS 37: èv a péyas, xuduovs nicht o ller hat ihren besonderen Bohnen- Ka, dass die in die eleusinische n und msn i, 1 ha vouite: Schriftbolle rola Bonne oii zu schaffen, sie hat sie O ots von val & dieser Sonderstellung "lexyes renoinzar - wahoduevos Kuayizcy * Eoneipey cUros. (BijAoy 22) Eu cay rudo ävevayxatv obx ¿om etre capis der thacdsp7- Sè chdèy Ava drepíprcas fipwa * 2¿6 Ariprizpa chy eboecv Sons 2 2 AY Se bn redechv "Edcucive eBdey A 7% uahoi | usva "Opera èrelébaro, olSey È héyu. Aus Diogenes Laért . vit, sondern alle diejenigen eer, agor Pyth giösen Cere 83 geht h : : t nur die1 ervor, dass nich monien bei den Opfern vollzogen, sich etica pa ce , welche die Weihen od er: Try auch der Bohnen enthielten. Ich setze die ganze Stelle hierh vob BÈ Ayvelav elvas Bià nabappiiv mal Aourpüv nor nepidpavenpioy. Kat dir 47abro» naapebeiv Gnd te wyBoug mal Aéysuz KA prdspatos mavtos, RAL diy éyecdar Bpurüv Oynserdlov e xpeîiv val spray nal peravedpuy xal bovra: yal civ dovéxuy Tow val xudpwv nal tov Su, Gy mapanene nai of tae tedetag dv tots lepots emtzenodvrec. Sehr klar und unzweideutig ist das Zeugniss des Artemidor, ehalten nach welchem die Bohne allen Mysterien und Opfern ferng ı, 65 wurde: xiauos dogs teAetis mai mavrès tepsb Amerfharat, Artemid. en Wort den p. 58, eine Notiz, die Losecx im Aglaophamus p. 254 mit sed einleitet: Neque Ceres solum Pythagorae sententiam approbavit, idem in aliorum quoque deorum mysteriis pro lege valuit. | Asthel, révüetnot, zudamy dx Yalza z Eyashe! al 201 im nicht Also die Anschauung von der Unreinheit der Bohne wareben sich so auf Pythagoras und seine Anhänger beschränkt. Sie fand 25165, bei den Orphikern und im eleusinischen Cult; es gab einen tps rn blieb eine religiöse Tradition darüber; allen Mysterien und Opfeland tiefe die Bohne fern. Die Anschauung hatte also in Griechen Wurzeln und einen geheimnisvollen Hintergrund. Wenn es für Griechenland eine Vermutbung — obwohl eine schr d wahrscheinliche — bleiben muss, dass den verdunkelten Hintengrgrun für die Sonderstellung der Bohne ihre ursprüngliche Verwendu s beim Todtenopfer bildete, so glaube ich für Indien dies Verhältnis noch en direct erweisen zu können. Zum gewöhnlichen Todtenopfer gehörel Knöd die Bohnen schon in der vedischen Zeit nicht mehr — dieängt —, oder Klusse (pinda) hatten schon damals die Bohnen verdr aber doch können wir mit Bestimmtheit schliessen, dass dies in einer noch weiter zurück liegenden Zeit jedenfalls der Fall war. Wir haben aber gesehen, dass das Bohnenverbot im Veda (Mäitr. wird, die S. 1, 4, 10 und Kath. 32, 7) mit der Bemerkung begründet lig Bohnen seien nicht opferrein, nicht opferfthig, unrein, unheieine (ayaj e Stell ñiya, amedhya). Auch im Catapatha Bráhmapa findet sich man sie (1, 1, 1, 10), in welcher von den Bohnen gesagt wird, dass h wird danicht zum Opfer (sc. Gütteropfer) nehme. “Der Ausspruc selbst dem Barku Värshya als Autorität in den Mund gelegt und

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L. v. SSCHROED Das Bonnenvereor BEI PYTuHAGORAS UND IM VEDA. bedient sich da bei des Wortes kavis Opfergabe für welches aussch liesslich die Götter beze ichnet ; | Zugleich da rf man wohl der Stelle schlie eine fasser des Bráhmapa nicht bei, sondern empfieblt nochmals wildaus wachsende Dinge. ssen, dass im Ue b genossenes Bohnen! Gemüse von rigen die Bo hnen dama ls ein gern waren, denn Bark u nimmt denen man ja Värshna sagt: ‚Kochet mir nicht zur Op fergabe für die Da die Stelle un d de r Z usa mmenhang wichtig und in teressant si » Setze ich sie Paragraphen hie rher. Cat. Br. 1, 1,1, 8. in dem sammt den yo manushyesh y ie si erscheint, vorausgehe nd en anagnatsu pü rvo eniyät; > 9. tad u hová ca ydjnav u alkyah : yadi nägnäta, agnäti, devá n alyagndtit i 1tasmddd u Pitrdevatyo bh asa yad evág Qa v “ itam anagit ag ni i ydd pa an iti. am, i Yasya vaiy haviy r na gr a hnanti, tad agitam it se grat i, tend pity avir na gr hnanti, teno deva tyo deván bhav ati ad u ha smähäpi yá barkur vd etad up ajam bhöydesau karoti , a | yachamid î hé tasmád yady u tad acná ti dranya m me dass man Bohnen nicht zur Diese Behauptung — für uus hier die Hauptsache — bleibt also zu Recht bestehen. und Bráhmapas über die Unbrauchbarkeit der Bohnen zum Gútteropfer, erscheint es zunächst besonders auffallend, dass gerade die , Vany a ere tiriya-Samhitá — inmitten eines der grössten und heiligsten Götteropfer von einer Bohnenspende berichten, resp. eine solche anordnen. Es handelt sich um die sogenannte Agniciti, die Schichtung eines Feueraltars, eine sehr complicirte, durch längere Zeit sich hinziebende, hochheilige Ceremonie, welche gerade viel Alterthümliches enthält. Ein Bohnenopfer im Verlaufe dieser Ceremonie scheint mit dem, was uns Yajurveda und Brâhmana über die Untauglichkeit der Bohnen zum Opfer lehren, in directem Widerspruch zu stehen. verdienen und erfordern die bezüglichen Stellen eine So sorgfältige vérany g värshno: eteshás ha vir grhnan titi, yavayor ; ndtyacndti 10. sa vd dr an y yam ev ag áeni ntydt; mey M des Barku Várshpa nicht, Opfergabe für die Götter verwende. Yajurveden — das Käthaka, die Kapishthala Samhitä und die Täitatha ki 7 m u yo deve shv anagna tsu pürvo i yady hauptung Er bestreitet aber in seiner Entgegnung die Be- Angesichts dieser übereinstimmenden Zeugnisse aus Yajurveden , 8—10: tan nv evánav aklptam, 'g suni iyyá aad, 203 Prüfung. mäshän me scala tad u tathä na Beda "yad, , vri il hie cas tad vrihiyava Al evágni yát, ist hier von dem vorberei tenden Die Bohnenspende findet gerade bei einem der wichtigsten Acte dieses grossen und sehr complicirten Opfers statt, nämlich bei der Niederlegung des menschlichen Hauptes, welches in den Feueraltar eingemauert wird, — offenbar um demselben besondere Festigkeit und Bedeutung zu verleihen, gemäss einem bekanntlich fast über die ganze Erde verbreiteten Aberglauben, resp. Elementargedanken.! essen; um wie yiel mehr (ist es unpassend), zu erst zu essen, die Götter noch nicht esse , n. Fasten vor dem Opfer. gessen wird (ei i am) ont aie dn sonst nicht ge - so liegt sd darin keine Verlet zung. t er wildwach sende Kräuter und Baumfrücht e zu geuf hat nun Bark niesson, Mit Be zug dara u Värshna gesa gt: ,Kochet von denen ni mmt man n ja nich für die Götter w wenn i Isst me aber 8 A e, die n agitam anagit Darum empfiehl mir Bohnen! i Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass es sich hier um ein altes Dieser Specia wirkliches Menschenopfer handelt. Die Texte bezeugen dasselbe in einer nicht misszuverstehenden Weise. Mag in späterer Zeit, bei milderen Sitten, ein rituelles Substitut für den Opfermenschen, den yajüapurusha, und sein Haupt in Gobrauch gekommen sein, — ursprünglich wurde ohne allen Zweifel der Opfermensch wirklich get zur Opferg abe (havis) lansicht pflich tet allerdings der Ver. 1 Vgl. das Capitel ,Einmauern bei R. Anprer, Ethnologische Parallelen und Vergleiche (Stuttgart 1878), p. 18 fig.

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L. v. Scuroznzr, schlachtetl und seinp o inmi o eine i s Kreiises von Thie a hewn eus ) bei (20, 8) und der Ceremonie Kapishth - Samh al itá a das Folgende: máshán pratinyupya purushagirsham áhar amedkyona purushagirsham, amedhyen ee pn zwanzig Bebnen herbei; nicht opferrein ekaviucati: divámedhyam krinéty: ekavi evásyátmá, on brisa hinwerfend bringt er das Mu sind (32, aty; amedhy@ vai sat wil Aros ekaviwgo vái purusho; Yáván pt rhäuptern, I sagen nun die beiden nahverthaka ese Punkte die Bohnen, ch nicht opferrein i das Menschenhaupt; mit Nichtopferreinem erka uft er so das Kit, rein. Ein und zwanzig sind es: der Mensch besteht aus ein und zwanzig (Componenten); . das erkauft er (damit).‘ wie gross des Selbst des Menschen i u ee Fe abwe ichend sagt die Taitt. Samhita (5 8 1): viwgatyd másháih purushacirsh am accháity; amedhyá vái máshá, amedhyam purushagtrsham, amed hyäir evdsydmedh a ra. vadáya medhyam krtváharaty; ekavivcatir bhav ni AE d. h. ‚Mit ein enschenhaupt heran; anty, sheets à ali und zwanzig Bohnen tritt nicht opferrein ist das Siae acta da perdo a= nie in na n nicht opferreine (Menschenhaupt) i end, thm sein Theil zukommen lassen si i «btigend db. es Op: reinem machend, bringt er es herbei; ein see: Ait e Mensch besteht aus ein und zwanzig (Compone nten); (das zur Erlangung des Menschen.‘ | jw Der Zusammenhang redet hier nig bei i ni hi 5 Bese) so deutlich, dass ich mir eine ns Brörterung ersparen kann. Mit einundzwanzig (8 X 7) er Opfernde zu dem Hau pt des geopferten Menschen streut sie, hin werthig erworben und nimmt zu haben, das 205 Das Bonnenvznsor sex PrrmacoRras UND IM VEDA. Haupt, welches dem er sein Theil haben (ntravaddya) glaubt; und nun erst setzt er es er nun gegeb an nié Plain Altar, wo es im weiiteren Verlauf:e der Ceremonieo.äeinin dem ert wird, gemau Liegt os nun nicht auf der Hand, dass diese Bohnen, die ja doch sonst vom Opfer ausgeschlossen sind, hier eine Rolle spielen als Spende fur die Seele des unglücklichen Menschen, den man als Opferthier seines Lebens beraubt hat? Dieser abgeschiedenen Seele ihr Theil zu geben, sie abzufertigen, sie zu beruhigen, waren die Bohnen bestimmt. Lässt sich nicht deutlich in dieser Ceremonie das Bohnenopfer als altursprüngliches Todtenopfer erkennen? Und nun können wir vollends nicht daran zweifeln, dass eben darin der Grund für die öfters hervorgehobene Unreinheit der Bohnen lag. Unrein war der Todte, hier in Indien wie auch anderwärts, darum auch das ihm speciell dargebrachte Opfer. Der Todte und dio Bohnen worden in all diesen Stellen in Bezug auf ihre Reinheit, resp. Unreinheit, ausdrücklich ganz auf die gleiche Stufe gestellt. Die Uebereinstimmung des Bohnenverbotes bei Pythagoras und bei den Indern hat nach alledem bezüglich der Herkunft der pythagoreischen Lehren jede Beweiskraft verloren. Dafür aber ergiebt sich uns jetzt ein Resultat, das nicht weniger interessant sein dürfte. Das Zeugniss der Inder, Griechen, Römer und Germanen führt uns tibereinstimmend zu dem Schluss, dass aller Wahrscheinlichkeit nach in uralt indogermanischer Zeit, resp. wohl schon in der sogenannten indogermanischen Urzeit, die Bohne als Opfer für die abgeschiedenen Seelen verwendet wurde. Die in allen sacralen Dingen so überaus conservativen Römer scheinen den Brauch in der alterthümlichsten Form bewahrt zu haben und besonders bedeutsam erscheint das römische Todtenopfer für die Lemuren, die furchtbar, schreckhaft, gespenstisch gedachten Seelen der Abgeschiedenen, denen dasselbe bei nächtlicher Weile, abgewandten Gesichtes, dargebracht wird. Bedeutsam, weil gerade das primitivste Seclenopfer aller Wahrscheinlichkeit nach diesen Charakter der scheuen Abwehr gefürchteter Geister oder Gespenster trug, während wohl erst später auch pietätvolle Liebe auf Speisung und Tränkung der abgeschiedenen Vitter bedacht war und vorschreitende Cultur des Gemüthes ein herzlicheres, zum Theil naiv-cordiales Verhiiltniss zwischen dem Menschen und wenigstens einem Theil der Seelenschaar sich entwickeln liess. Auch Wioner Zeitschr. f. d. Kunde d. Morgonl. XV. Bd.

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Das Bouxenversor BEI PrrHaGoRAs UND IM VEDA. ithischen und pfahlbauenden vielleicht wahrscheinlich, dass jene neol Indogermanen gewesen Vülkerschaften wenigstens zum Theil auch lies it sen sich die Bohnen sind. Doch in die indogermanische Urze Die sprachlichen Thatbisher noch nicht mit Sicherheit verfolgedien. Boh ne in die europäische sachen machten es wahrscheinlich, dass der europäischen Indo. 208 L. y. Scrrozpze. bei den Indern sieht dic Bohnenspende für den | pan | = Rest uralter Sitte, an teda re hen T Fi in spätere Zeiten erhal ten hat: die Abng der — gewiss ma nt, pale s zürnend und gefährlich eines Geschlachteten. ge- I reund- Esten an, doch wird leg Selma va ehsavior and su, de 1 “oe pest Bei den Griechen endlich hetdes chkeit und eine i Ones ee e Po doch lässt sich die alte Bezichun an Ra elt der abgeschiedenen Seelen noch aus ei ; e von Vorstellungen erkennen, welche namentlich pa Kreise der Pythagor agoreer, Orphiker, eleusinischen Mysten u. s. w. fortleben, cornaae Mi sie ; eee den Todtenopfers der Bohnen fur die : ak la males Wiens die erste indo- Opferspende für Sl usar È rem materiellen Bestande festgestellt. Sie beta PnMA seNalin ossia Material und allgeen ue aig in gar Urzeit.! Sie Doug anderer dr eit : nenn pa Bühnen es vorau ei in jener Zeit und ihre Verwendu ng als Pp nur ein niches konnt e zum Todtenopfer werden. wills ne ten ne sehon in ai : ln Pic ihre sehr früher Zeit den Indogerman en Caltar in Europa weit zurüc kreicht ne Te ist so Au sie in neolithischen Funden Italiens, pao be nac gewiesen, desgleichen in den Pfahlbauten | er Schweiz (aus der Bronzezeit). ? 1 Noch oinenn origine origi llen Zug des urindogermanischen wir durch die Vergl var esi eichung ni erschlilessen, wie i die oben Es ist möglich 2 Todtenopfers können sean leeen der Römer, Griechen, p. 192 Aum. i arden a urindogermanische Todtenopfer mit einer Entlass i, : e poc:me Hinaustreibung der gesättigten Seelen endigte. ue PERA, ratm der indoger lisho priorita Peace nn manischen Alterthumskunde, p.107 tanik, p, 213. Bei Buscuan a. a, O. findet dá AE e tton der Bohne (Vicia Faba L. = Faba valgaris Mch rei eriode, der Bronze. und Eisenzeit tibersichtlich panni hichte Urgeschichte, respective in die Urgesc die Gleichung lat. faba, altgermanen zurückreicht. Dafür sprach ig der Indogermanen slav. bobi, albanes. ba9g. Der asiatischesansZwe neupers. más, bot aber abweichende Benennungen:ne‘, daskr.inmäsdieha,indogermanische Pamirdial. may.‘ Ein Wort für ‚Boh nicht. Aber wir wissen Urzeit sich verfolgen liesse, haben wirhsealso wec ln können, und die Sprache. es ja, dass Namen schwinden und zur schichte ist nicht das einzige Document Aufhellung der Urge n, das Argument ex silentio mit Namentlich müssen wir uns hüte werthen. Das lehrt auch unser vorallzugrosser Sicherheit zu ver Thatsachen führen uns zu liegendes Beispiel. Culturgeschichtliche der indogermanischen Urzeit on in der Annahme, dass die Bohne sch der de, obwohl wir sie an der Hand Urbekannt war und genossen wurbis speciell europäische sprachlichen Thatsachen nur insinddie . geschichte zu verfolgen im Stande n wichtigen Punkt Doch es ist Zeit, dass wir hier nocheieine nen‘ giebt, so erberühren und klarstellen. Da es mancherldenn‚Boh in diesem Falle hansich hebt sich die Frage, um welche eseine ganz präcise Antwort geben delt? Ich glaube, dass sich darauf nich t so einfach ist, wie es lässt, wenn die Sache auch vielleichtin seinem lexikon der indonach der Bemerkung von Scuraner den AnsReal in haben könnte. germanischen Alterthumskunde p. 107 a Fabache Faba vulgaris Es kann hierin der That nur von Vieiauch PferL.de-(=oder fbohne Moench), der sogenannten Saubohinne,ist es, die der RümerPuf mit faba, genannt, die Rede sein. Sie alle Um sie allein handelt es sich bei der Grieche mit xsapss bezeichnet. und ebenso gewiss auch in Skandem Weihnachtsbrauch der Esten 8. 411. 427. 2 Vgl. O. Scamanza, Sprachvergleichung und Urgeschichte, 2. Aufl.

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L. v. Sonreonpeæe. dinavien. Sie allein begegnet uns in den früher erwähnten prähistomásha weicht ab, denn dieser Nam e bezeichnet — wenigstens im späte ren Gebrauch — Phaseolus radiarischen Funden. Nur das sanskrt. tus. Diese Species müsste also in Indien als Stellvertreter für Faba L. eingetreten sein, — und aus dem Folgenden. Vicia dass dem wirklich so ist, erhellt Wie mich Herr. Hofrath Winswer belehrt, wird nach Warr . (Dictionary of the Econ. Prod . of India T. wi, Part 4, p. 284) Vicia Faba allerdings jetzt in Indien gebau t, doch ist sie dort nach ps Canporce (Origine des plantes culti vées p. 256) eine neue Einführu ng (tout récemment).2 Demnach konn ten die Inder im Alterthum gar nicht anders, als auch im Ritual für Vicia Faba einen Stellvertr eter eintreten zu lassen. Mit der That sache, dass Vicia Faba erst neue rdings in Indien eingefuhrt ist, häng t offenbar die andre Thatsache zusammen, dass die Inder die altindogermanisc he Bezeichnung fir dieses Gemüse (faba, bobi, bade ) verloren haben. DB CANDOLLE nimmt ein doppeltes Ursprungsland der Vicia Faba : 1. die Länder südlich vom Kaspischen Meere; Zu einem ganz ähnlichen Resultat 2. Nordafrika. geschichte Altenropas “ Wach O. Scunaver käme für die Culturne, in Betracht, weil chon darum bloss Vicia Faba L., die Sauboh e ent ie heutige Gartenbohne‘ (Phaseolus vulgaris L.) e fi suAngabe ist diese i Amerii ka beii uns eingeführt worden.? Doch aus gi es pr . Es | ganz genau und auch nicht unanfechtbar i nicht | multiflorus Willd., di nur fiir Phaseolusata | i doch wohl Sicherheit He Hof ina die aus Südamerika stammt, wie mich vriadenta a ai I rath Wesucne belehrt. Dagegen erscheint es mir dari e ,Fisole’, gewöhnlich dass auch Phaseolus vulgariis L., L., unsre gem sel. Men hal Me nn enden Alterthum fremd gewesenen e “lan ht, früher stets ganz natürlicher Weise in dem h e die niichst selus, phaseolus gesucht, un d ohne Zweifel ist dies T hme. Nun haben allerdings zuers t Wirrmacs,® dann Phaseolus vulgaris mia da ‘Eee gu liefern gesucht, dass auch 0477/25, phaseolus der Alten Amerika stamme und dass wir in dem vielmehr gewisse Dolichos-Arten zu erkennen hätten. Indessen muss haben seine prähistorischen Untersuchungen G. Buscnan geführt, der schon in der vorgeschichtlich en Zeit zwei Varietäten unterscheide t: 1. eine mehr rundliche, die in den südkaspischen, kleinasintis chen und vielleicht auch osteu ropttischen Gebieten zu Hause ist; 2. eine mehr lüngliche, deren Heimat in den westlich gelegenen Mitt elmeerlindern zu suchen wäre.? Y, Höck giebt als wahrscheinliche Heim at der Faba bloss die Mitt elmeerländer an.? Alle stimmen dari n überein, dass Vicia Faba seit Urzeiten * Cf. DE Cannone a. a. O. p. 256: D'après ces documents, la culture de In féve est préhistorique en Euro pe, en Egypte et en Arabi e. Elle a été introduite en Europe, probablement par les Aryens occide ntaux, lors de leurs premi tions (Pölasges, Celtes, Slave s). C'est plus tard qu'elle ères migraa été portée en Chine, un siècle avant l'ère chrétienue, plus tard encore au Japon; et tout récemment dans l'Ind e. (Der ganze Abschnitt bei pe CanpoLte a, a. O. p- 253— 267 ist beachtenswerth). * Vgl. G. Buscnas, Vorgeschic htl. Botanik p. 216. ? F. Höck in seinem Aufsatz ‚Ueber die ursprüngliche Verb reitung der Culturpianzen (Geogr, Zeitschr. 1899, Leipzig) 209 Das Bonvenvernor Bei Prruagoras UND nt Vena. in Europa einheimisch gewesen sein muss; ' und Alle schliessen Inp. 401. 2 + 2 Ueber das hohe Alter der Bohne und zwar Ser Vicia nu n is È auch Culturpflanzen und Hausthiere p. 407. — Dass die Halte (faba irpaar "ae ttes angebaute Hülsenfrucht war, haben schon die yo vata i « er fast. vr, 180: terra fabas tantum duraque farra dabat; dau vgl. i si on. ee pate Jai "ta 4,3. M. Pronp hat dies auch noch durch Hinweis sui ie ore m n "sowie mani religiöse, agrarische Gebräuche eingehend = qui ac eee al r werthvollen Schrift ‚De antiquissima apud Italos r N t und daà — Entdeckung vonLà reichlichen Bohnenmassen nel en Es WES wats In en des rt. Berol, 1845. — Für die griechische Culturwelt nn ka 54; Buscuan, alten Troja (cf. ve Canvorız, Origine des plantes math . F 2rà zu Heraclea posichtl. Botanik p. 210). Ein aus dor Bronzezeit stammonder pr: sagre Ñ ‘ SCHA . De . af Creta enthält ebenfalls Bohnen (Vicia Faba L.); cf. Bu ; p nin Il, 18, Ye ind die xi als cultivirte Frucht wohlbekannt, wie dernieVerg omer si ro Reallezikon der indogerm. Alterthumskunde p. 106. 107. Ebenso CURADBA, une gd kim Ver. der Prov. Brandenburg vom 19. Dec. pois ‘ Können Verhandlungen des naturhistor. Ver. der prenes. Rheinlande i 7 3 K, ? p. 136—183. ik Che

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IL v. Scores. Das Bouxaenvensor set Prruagoras unp 1x Vena. nainning a a as Grü nde für diese Annahme nich t völlig Todtenfelde zu Loc vowel La on vate i von auch Fhansolus vulgaris, ‘gefunden » Samen von Phas i worden, Sich vanes noch nicht mit Sich erheit hervorzugehen, gee dass die Hei Tuer Fe feet und auss chliesslich Amerika murs iUsse. Eine nähere Erörte run g dieser compli cirten Fra hier zu weit. führen. Erweist sich die von Wrr rxa vertretene, von Busonan, Schrader u. A. acce ba md Been À er font als richtig, dann ist das nur um so bess 4 va sg tr das uri ndogermanische Todtenopfer uraaheng en in Betracht kommen könne. Indessen steh t diese Listers 4 n me wohl auch ohnedies auf hinreichend gesicherten Füssen dx ther na musi »aus; der Alten, sowi e über die prabistorischen Funde sin well] besteht und best ehen kann. Die Saubohne also die ae Nahrungsmittel der indogermanis zu jener Zeit als Todtenopfer diente. bo ci nach > es chen Urzeit bildete ridx men alledem das seltsame Räth sel des Bohnenverbei Pythagoras und im Ved a zufriedenstellend gelös t, sich auch hier — wie so oft bei wissensc haftlicher Forse] alsbald ein neues Räthsel auf der Bildfläche. | Es scheint, dass die Bohne so zei CF bei den Aegyptern eine annä hern d ähnliche Rolle gespielt hat, wie bei den Indogermanen Nach Han dot hätten die Aegypter die Bohne nich t gebaut und ich di th wachsende nicht genossen. Die Priester aber hitten sich le so durchaus enthalten, dass sie dieselbe nich t einmal Pe vi zwar weil sie meinten, dass sie eine unre ine Frucht sei; Hat 2 a »uápcuz dì cbre ci pera orelgeus: Atyo rter dy TH zOpn, sode = vere de ebre spwycun chis Égevres masécvim ci Be dh ipéz; ciñe . ile vonfieves; ch vabaztv clval pu Erzeicv. Dass indessen i wa ston r übern Zeiten die Bohne (und zwar die Saub ohne “Vicia Paba Lo hei den Aegyptern ein Nahrungsmittel bildete, darf wohl mit Sich ? heit aus den Griberfunden, die der Zeit der 19. Dynastie nt men, geschlossen werden. Vielleicht fand man später False Ge. 211 schmack an ihr und ersetzte die Bohne durch anderes Gemlise, doch wird es wohl auch gestattet sein, an der absoluten Correctheit der Nachricht des Herodot zu zweifeln, zumal im heutigen Acgypten gerade die Saubohne, wie mich Herr Hofrath Renuscw belelırt, das gewöhnlichste und häufigste Essen des gemeinen Mannes bildet. Jedenfalls sind es nach Herodot die Priester der Aegypter, welche sich vorzugsweise und besonders streng der Bohne zu enthalten haben, und das stimmt in merkwürdiger Weise zu den analogen Regeln für die Priester der Inder und Römer. Merkwürdig erscheint es auch, dass in dem altägyptischen Märchen von Anepu und Batau der ültere Bruder das Herz des jüngeren gerade in einer Bohne gefunden haben soll.! Das erinnert an den dem Pythagoras zugeschriebenen Gedanken, die Seelen der Verstorbenen wären in den Bohnen (cf. Plin. n. h. 18, 118)? Woher nun aber dieser Zusammenklang? Eine Beeinflussung der indogermanischen Welt durch Acgypten darf in diesem Falle wohl als ausgeschlossen gelten. Dafür haben die respectiven Vorstellungen und Bräuche zu tiefe und zu weitreichende Wurzeln auf dem indogermanischen Gebiete selbst. Nach Skandinavien und Indien konnte solcher Einfluss doch wohl schwer dringen, und der römische Brauch ist so alt, so festgewurzelt, so durchaus zu der zäh-conservativen genuin-rómischen Sacral-Tradition gehörig, dass man an derartiges nicht wohl denken kann. Und dazu kommt als sehr wichtiges Moment, dass die Vermeidung, respective das Verbot der Bohnen auf indogermanischem Gebiet seine deutliche Begründung findet in dem Umstande, dass die Bolne als Todtenopfer diente. Auf ügyptischem Boden aber ist solches nicht nachgewiesen. Die altägyptischen Denkmäler wissen nichts von einem Todtenopfer mit Bohnen. In den Menus der Todtenmable erscheint, wie mich Herr Prof. Kraut belehrt, die Bohne nicht. Hier fehlt also die Wurzel, die Begründung, — hier erscheint demnach das Bohnenverbot, re1 Vgl. meine Arbeit ‚Pythagoras und die Inder‘ p. 13. 3 Vgl. meine Arbeit ‚Pythagoras und die Inder‘ p. 38, Anm. 2; oben p. 191. 3 Vgl. Maspero ‚La Table d'offrande des tombenux égyptieus', p. 67.

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L. v. Sourospse. Das Boumanversor pro, spective die Enthaltung vom Bohnengenuss weit rithselhafter und schwieriger zu erklären. Man köunte, da die Sachen so liegen, schon eher Beeinflussung Aegyptens durch ein indogermanisches Volk annehmen, doch erscheint mir auch das bedenklich. Es bleibt die Möglichkeit genuiner Entstehung des Abscheus vor den Bohnen auf ägyptischem Boden; aber freilich auch noch eine andere, wie mir scheint, sehr erwägenswerthe Möglichkeit, nämlich die, dass vielleicht die ganze Nachricht des Herodot auf einem Irrthum beruht. Sie wird durch die ägyptischen Denkmäler, bildliche wie schriftliche, nicht bestätigt. Die Stelle des Plinius, welche Lirrzer in seiner Culturgeschichte der Menschheit (1 p. 582) zur Unterstützung und tieferen Begründung der Stelle des Herodot heranzieht, redet überhaupt nicht von den Aegyptern, sondern nur von Römern und römischer Sitte, respective von Völkern im Allgemeinen (Plin. n. h. 18, 12 = 18, 118 nach anderer Zählung; cf. den Text oben). Die Darstellung Lirrerrs beruht demnach auf Missverständniss und Confusion! Sie wirkt direct irreführend. Ich neige mich demnach jetzt dahin, die ganze Nachricht des Herodot zu bezweifeln, zumal sie in einem Theile schon durch die Gräberfunde u..a. sich als unrichtig erwiesen hat, Der angeführte Zug in dem Märchen van Anepu und Batau würde für sich allein schon jedenfalls nicht ausreichen, um tiefer greifende Zusammenhänge zu beweisen. Nun aber kommt noch hinzu, dass die ‚Bohne‘, in welcher das Herz des Batau gefunden wird, nicht einmal wirklich eine Bohne ist. Lupwie Stern hat das Wort zwar so übersetzt,? doch — wie mich wiederum Herr Hofrath Renuscu belehrt — handelt es sich, hier vielmehr um eine Akazienschote. So kommt denn dieser Punkt für die Vergleichung überhaupt nicht in Betracht und es bleibt nichts übrig als die Stelle des Herodot, auf welcher allein man schwerlich allzuviel wird aufbauen dürfen. 1 Dieselbe Confusion, respective irrthümliche Darstellung findet sich bei Buscnan, Vorgeschichtliche Botanik, p. 210. ® Vgl. ‚Pythagoras und die Inder‘ p. 18. 14.