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View in PDF(opens in a new window)im wesentlichen bei Plutareh vorliegt, oder ob dieser selbst
die ersten Aenderungen vornabm.
QO
nn
DUMMLEN,T RP.
HN AMADEI Fr
Anhang: Il.
Die Anfänge des Menschengeschlechts.
Oben 8. 102 ff. wurde ausgeführt, wie die orphische
Mystik auch auf die ostionische Physiologic Kiullufs gewinnt, indem sie dieselbe theils zu einem offuen Dualismus
drängt, wie Anaxagoras ihn vertrat,
theils zu einem verhüllten, wie er im System des Diogenes vorliegt,
quoitestu der feinen Luft von der schweren
Akt ist,
theils,
was mit dein Dualismus
wo das
der zweite
eng zusammenstehende mythologische Persönlichkeit des voüg nicht erklärt, sie weist auf den orphischen Demiurgen als ihr
Vorbild.
Indels glaube ich nicht, dals Anaxagoras hier direct
aus der ,Mystorienidce“ geschöpft hat, er wird vielmehr
von Empedokles abhängig sem. ls ist in der That wohl
bezeugt durch Aristoteles Metaph. A 3 p. 984a 11, dafs
das Werk des Empedokles früher als jenos des Anaxagoras erschienen ist, und dann hat auch Zeller Phil. d.
Gr. 14 8. 919 überzeugend nachgewiesen, dafs die Inconsequenz des Anaxagoras, die Entstehung der Mischung
statt der Scheidung gleichzusetzen, sich nur durch eine
äulserliche Abhängigkeit von lómpedokles erklärt.
Die Nachrichten nun, welche wir über die Kosmogonie
und namentlich die, welche wir über die Zoogonie des
Empedokles besitzen, scheinen mir noch nicht so abeiner ausführlichen
Beschreibung der Kosmoschliefsend
gonie und Zoogonie veranlalst.
Diesen Satz eingehender
Nüssig wäre.
hängt, zu
zu begründen war dort nicht der Ort, doch dürfte os sich
empfehlen, auf die Geschichte der Kosmogonie zumal der
Zoogonie etwas näher einzugehn, weil dadurch der Stannnbaum
der Kapitel VI behandelten xenophontischen Ausführungen
vervollständigt wird und
weil
die Philosophie
erklärt,
dals
cine
neue Behandlung
über-
Dafs Empedokles einen Zustand völliger Gemischtheit
und einen absoluter Trennung, in welchen keine Kiuzelwesen möglich waren, und cine doppelte Kosmogonie je
nach dem Uebergange der Trennung zur Mischung und
der Mischung zur Trennung consequenter Weise hätte anbier in einem Grade dem Volksbedürfuifs entgegenkommt,
nehmen müssen, ist allgemein
wie sonst nur noch in dem ontgegengesetzten ‘Thema, dem
nun Phil. d. Gr. 14 S. 711 Empedokles habe diese Consequenz nieht durchgeführt, sondern nur von der Weltbildung gchandelt, welehe nach der Trennung der Elemente
Kapitel vom Leben nach dem Tode.
Von den Ustioniern war Anaxagoras
welchem
liefs,
als
der erste,
sich ein ausgesprochener Dualismus
bei
nachweisen
Während Heraklit sich noch gegen jeden Dualismus
ungebildetes Verkennen
der Einheit aller
Dinge auf
das Heltigste zur Wehr setzte, ist er bei Anaxagoras unter
dem Druck der eleatischen Ontologie vollständig durehgeführt.
Man
könnte
meinen,
damit
die
Genesis der
anaxagorcischen Philosophie hinreichend erklärt zu haben,
doch wird damit die der
milesischen Physiologie so fernanerkannt.
Zeller meint
durch den Hafs die Liebe vollzogen habe und auf diese
bezögen sich alle uns erhaltenen Nachrichten und Fragmente, Ich glaube in diesem Fallo Empedokles, dessen
System sich allerdings im Allgemeinen nicht durch Folgerichtigkeit auszeichnet, gegen den Vorwurf der Inconsequenz in Schutz nehmen zu müssen, weil ich glaube, dals
sowohl Nachrichten als Pragmente da sind, welche sich
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nur auf die andre Weltbilluug,
die Auflösung des Sphairos durch den Streit beziehen lassen.
Auniichst nämlich scheint mir die von
Zeller $. 712
einschlägt, löst die Schwierigkeit nicht. Er bezieht die
Zoogonie durch Zusammenfiigen auf die Thiere, die durch
Auswerfen feuriger Klumpen auf die Menschen. Dann
praep.
hätte allein am Zustandekommen des höchsten Organismus
ev. 1 8, 10 und Actius placita 11 6,3 (Doxographi S. 384)
die Liebe keinen Antheil? Aber andrerseits wenn die pıAorng
nicht haltbar. An beiden Stellen ist von «xdxgerg und
dutxguses die Rede; ich kann daher unter der ager 10»
(v. 258) Sovyeví; ardporporge, und ardoopvij Bovrzewpa hervorbringt, su ist doch auch die Möglichkeit vorhanden,
dals der Stierkopf seinen Stierleib findet und sich der
Menschonkopf an den Menscheukörper fügt; wir hätten
also doch eine doppelte Anthropogonie anzuerkennen.
vortretene Auflassung von
Plutarch
bei
Kusebius
otogsicor xpücıg Plutarchs nicht mit Zeller „den Wirbel,
in dem die getrennten Elemente durch die Liche zusammengerüttelt wurden,* verstehn, sondern nur die ersto vollendete
xoñotg, den Sphairos, und in dem uéroxgireucta nur die
Thütigkeit des »eixog.
Die Richtigkeit dieser Auffassung wird dadurch bestätigt, dals sich die verschiedenen Nachrichten über die
Anthropogonic des Empedokles nur verstehn lassen, wenn
man sie auf die beiden Weltperioden vertheilt, dann aber
auch völlig klar sind.
Die Anthropogonie der Auflósungs-
Nun enthält aber die Vers 262 geschilderte Menscheneutstehung deutliche Merkmale dafür, dafs sie in die
vetzog-Periode gehört. Ich meine das xpwoyevor nüp
30220» ayog dpuotor ixéudue. Das Feuer scheidet aus dem
Erdinnern, und sehnt sich nach Vereinigung mit scines
gleichen, das meiste ist also schon entwichen, und vorher,
wie wir aus Plutarch bei Buseb. praep. ev. I 8, 10 Actius
placita LL 6, 3 wissen, bereits die Luft.
periode finde ich in den Versen 262 il. (Stein) :
viv d ey’ dame ardoper te rolvzlaitam te
YOPULKEOD
emporgerissenen Klwapen, Erde und Wasser
énruziovs Gprqxaas amiyaye perdera» rie
code 240 ob ya ubdog uxouxoxug out
depor *
ovloguele pèr aporte toro yWovog eSaréredany
upotéqur údaros te zul otdeog wien Éyovreg
getrennt enthalten),
rove pè» mio avénena’ ¿0 é2or modg dcotor
der Trennung
ixdoae
obre th aw error ¿parón déuag îppuivortus
OUT ¿voz vor au Excyuigeoy drdedor yutor.
Diese Entstehungsart lälst sich
mit der Schöpfung,
schlechterdings nicht
merkt Zeller a, a, O. 8. 719,
Censorin de
die
noch un-
Wir sehen also hier die Klemente
in voller Scheidung begriffen und die ist Sache des veizog.
Da nun aus diesen ungegliederten Klumpen aus Wassor
und Erdo
später Menschen
werden,
so
muls für
dic
Menschen dieser Periode cine noch weitere Fortsetzung
Lebensbedingung
sein,
wie für die der
andern ein bestimmter Grad der Mischung, der weiter
fortgesetzt die Absorbierung der Individuen durch den
Sphairos zur Folge hat. Ganz vollkommen kann übrigens,
so lange Organismen existieron, auch in der Treunuugswelche die Liebe durch Zusammenfügung einzelner Glieder vollzieht, vereinigen und se bezusammenwerfe.
Ks ist also ganz
conscquent wenn die von dem aufdrängenden Feuer mit
natali 4, 8
1 auch sehr richtig, dals
beide Nachrichten
fülschlich
Aber auch der Ausweg, welchen Zoller
1) Grundlage dieser ‘l'hoorio sind oinentheils div griochirchon Autochthonensagen, theils die vulkanischon Erschoinungen Sicilions. Sollto
sich violloicht erst aus diesor Thcorio dio Sage von Empodokles Sprung
in den Actna entwickelt habon
Page 3
View in PDF(opens in a new window)periode die Ausscheidung von Luft und Feuer nicht gefür die Periode der gyukte ist geschildert bei Actins placita
wesen sein, es muls etwas Luft und Feuer auch in jenen
Klumpen aus Erde und Wasser übrig geblieben sein, da
V 19,5.
Empedokles die Knochen aus 25%, Lrde, 25%, Wasser
und 50°, Feuer, das Blut aus den vier Elementen zu je
Dogma, dafs die Männer in deu wärmeren, die rauen in
25%,
endlich
Zur Anthropogonie der veixog-Periode gehört
noch das von Actius placita V 7, 1
den kälteren Erdtheilen entstanden seien.
Durch die
die Schnen aus 50%, Wasser und je 25%, Feuer
und lörde bestehn lies'). Lin ganz bestimmter Grad der
Zeller
(S.
Mischung
Physik
des
oder Entmischung ist somit Lebensbedingung
für die Organismen;
wenn er noch
nicht erreicht?)
oder
berichtete
750)
vorgetragene Ansicht wird auch der von
vermilste Zusammenhang
Empedokles
und
zwischen der
seinen religiösen Lehren,
namentlich seinor Lehre vom goldnen Zeitalter hergestellt.
wenn er überschritten ist, ist kein organisches Leben mög-
Die Männer und Weiber der veëxoc-Periode sind 026
lich.
wdavtot, jene der peAie-Periode waren ein glückseliges
Bogreiflich ist nun
auch,
weshalb Empedokles den
Sita der Seele in das Blut verlegte; denn dies erinnert
Geschlecht, lebten im goldnen Zeitalter).
noch am meisten an das Product der grlotye, den ugaipos,
dafür das competente Zeuguils "l'heophrasts, welches wol
5 ist die vollkommenste Mischung.
Periode kann sich
beziehn, was
Nur auf die veizog-
Jmpedokles
vom
‘lode
hehauptet hatte, er bestehe aus Jintweichen des Feurigen
aus
dem
Blute
(Actius
Plac. Y 23, 2. 25, 4),
wobei er
Wir besitzen
lingst anerkannt wäre, wenn Nauck nicht ohne Grund die
entscheidenden Worte verdächtigt hätte.
Porphyrius de
abst. 11 21 (Bernays 'Uheophrast über die Frömmigkeit
S. 80, v. 405 if St.) :
wohl unter dom avgddeg Luft und Neuer verstand; denn
or sprach doch wahrscheinlich davon, wovon wir sterben,
ovdé tig 7» xelvowów “ons Prog 000% Kudornos
vvdi Zeig BuorZets odd Koovog ovdt Hoceldwr
und wie Aristoteles de gen. ct corr. IL 6 p. 334a 5 berichtet, nahm er an, dals wir in der reëxog-Periode lebten.
“Ade Magie BastAetu
i} ¿ote À pelle.
Die Worte % éocw i pela verdächtigt Nauck p. XXV
Für die Weltbildung der geAöryg mulste er consequenterweise als Todesursache eine zu weit fortgesotato Mischung,
seiner Ausgabe. Bernays übersetzt 8. 80 schr richtig : Unter
ein Ucberhandnehmen von Luft und Feuer im Körper an-
Kypris versteht or sein kosmisches Princip der „Liebe,
nohmen.
Auch das wichtige Mxcorpt bei Actins V 26, 4
bezieht sich auf die Kosmogonie des rezzog, auf unsre
Weltperiode. Man mufs nur im Auge behalten, dafs dx y%e
und weist auf S, 95 Naucks Verdiichtigung mit Erfolg
ungenau
demnach Theophrast die Kypris in der uns
ist,
und
es
eigentlich
vob oguipov heilsen miifste.
dx tie xgdosag oder &x
Der entsprechende Vorgang
zurück; der erklärende Zusatz ist so ursprünglich, dafs er
die zweite Hälfte des Llexamelers verdrängt hat.
Wenn
erhaltenen
Hauptstelle über das goldne Zeitalter mit der pedia identificierte, so wird er hierfür sicherlich bei Empedokles selbst
genügenden Anhalt gefunden haben.
*) Dio Bologo bei Zoller 14 $. 721 Amu. 2.
*) Hier schoint, nebenboï bomorkt, die Quello dor vbon $. 189 11, buhandelton diogeniseh-stoischou Lehre von der Boseolung des Neugoboronen durch Abkühlung zu suchen zu sein,
System jouor Philosophen so schlecht verträgt.
woleho sich mit dem
Vorstellen kilst sich von
lieraus jedenfalls sehr gut,
1) Vel. Aristoteles de gou. et corr. 16 p.333b 19 © dh eno pelEer
puivov Enuivel,
Page 4
View in PDF(opens in a new window)Seelen-
Während nun zwar Empedokles stärker als einer der
der ersten Existenz des
Philosophen, welche vor ihm schrieben, orphisch beeinfiufst
Kleischgenusses nicht schuldig gemacht hatte, der brauchte
ist '), so lehnt er sich doch in der streugen Durchführung
die yéveves der veixoc-Periode nicht wieder durchzumachen,
des doppelten Weltlaufs entschieden an Heraklit an.
welchen
Platz
im System des Empedokles
wanderung hatte.
Wer sich in
die
sondern durfte wol aufgehn in die geAla und mit ihr entist es
weichen, wenn am Sphairos der Streit sein Auflösungswerk
Physiologen von ihm weit mehr den orphischen Schöpfungswieder begann.
Daher ist nicht nur Empedokles guyag
act itberuchmen, als den Kreislauf des Geschehns, dessen
Veóder xod airıng, sondern alle mit ihm in der Welt des
Erkenntnifs doch so tief in der milesischen Naturanschau-
Streites lebenden.
ung wurzelt.
dem wol
weit
dale die jüngeren ostionischen
Sowolil des Anaxagoras als des Diogenes und Archerolz der mystisch-poetischen Färbung war abgesehn
von
nun merkwürdig,
Da
laos System erweckt den Anschein, als hätte sein Urhebor
weniger ausgeführten Versuche des
erste
einen einmaligen Schöpfungsakt angenommen, wonach die
Schöpfungsgeschichte in philosophischem Gewande und hat
die Forscher lange Zeit beschäftigt, indem sie theils zur
Welt wie cine für die Ewigkeit aufgezogene Uhr ruhig
Nachahmung,
gehn von einem dem empedokleischen Sphairos analogen
Parmenides
die Kosmogonie
des
Empedokles
theils zu Widerspruch reizte.
die
ihren Gang gienge.
Ehe ich auf
Zwar müssen alle diese Korscher ausdie nächsten Nachfolger eingehe, will ich einen Boweis für
Zustand
ihre
welcher erst eine Trennung herbeigeführt wird bei Anaxaverhältnilsmälsig
nehmen.
langdauernde
Popularität
Ich meino die Berücksichtigung
nicht nur in dem
vorweg
einer Mischung oder Jinheit des Weltstofls, in
goras durch den roëg bei Diogenes von selbst.
dureh Platon,
Scheidung,
scherzhaften Mythos des Aristophanes
Aber diese
bei welcher sich das Diinne, Leichte, Warne,
im Symposion p. 1902, welche Krohn angemerkt hat !),
Trockne nach oben hebt und das Dicke, Schwere, Kalte,
sondern
Nasse unten bleibt, wird sehr schnell abgethan und hat
auch
Weltlauf.
im Mythos
des
Politikos
vom
«doppelten
Platon wendet sich hier p. 2704 in nicht mifszuvorstchender Weise gegen Empedokles, wenn er bestreitet,
dus die Verschiedenheit der Leiden Weltperioden zurück-
—_a—
nur den Zweck, den für die Kosmogonie nöthigen Dualismus zu schaffen,
selben
Lage
denn auch Anaxagoras ist hier in derwie Diogenes
und
braucht
einen
zweiten
zulühren sei auf duo tant ded poorobrte kauroig érartiu,
Dualismus innerhalb des Weltstofls selbst, da sein vots,
im ganzen alımt er aber offenbar Empedokles nach, womit
uachdem er die erste xegeywenoty hervorgebracht hat, sich
er allerdings eine schöne Rehabilitation des in der Jugend
zunächst
verschmähten protagorcischen Mythos verbindet. Verglichen
auch die ursprüngliche Mischung aller Stoffe, wie Zeller
um
das Weitere
13 8. 88
glauben, als er das goldne Zeitalter und das der Autoch-
Sphairos analog ist, und die Thiitigkeit des »00g jener des
thonen
identificiert,
welch
veixog, su ist diese T'rennungsperiode doch nur ein Ucbergerade
die Epoche
des
letzteres
war.
bei
in
Kinpedokles ja
echt
') Dies ist jetzt ondlich im einzoluon gut
Aufsaty Empedokles
S. 498 IL
2) Sokrates und Xouophou 8. 16 Aum. I.
dem
empedokleischen
empedokleischer Zug ist jedoch das freundliche Verhiiltnils der
Menschen zu den Thicren im goldenen Zeitalter.
bemerkt,
Wenn daher
mit Empedokles hält er sieh in sofern näher an den Volksveixog
mit Recht
nicht kümmert.
und die Orphiker,
begründet in O. Kerns
Archiv £ Gosch. d. Phil, 1
Page 5
View in PDF(opens in a new window)gang, welcher bei weitom nicht mit derselben Liebe heschöpfung zur Sonneubahn betrifit, würde Anaxagoras erhandelt wird, als die positive Zoogonic durch die Emwirkung
heblich von Empedokles abgewichen sein, wenn zu Aetius
des Warmen auf das Kalte.
V 26, 4 eine von Diels gebilligte Conjectur Reiskes richtig
Ist nun schon in der Gesammtanlage des empedokleischen Systems und in dem inconsequenten Gebrauch von
mig für Entstelm die Anlehnung an Umpedokles deutlich,
so findet sich auch cin speciell anaxagorcischer Terminus
vorgebildet bei Iimpedokles (Actius placita V 26, 4) nämlich éporouepeia [und xozvgegela] *). Nun scheint allerdings Anaxagoras sclbst das Substantivum nicht gebraucht
zu haben (Zeller 14 8. 878 Anm. 1), das hindert aber
nicht, dall es alt ist. Wenn es nun zum ersten Male bei
Lucrez L 880 nachweisbar ist, so spricht manches dafür,
dats es Luerez von Empedokles, welcher sein formales
Vorbild ist, und welchen er hoch verehrte, entweder direct
oder durch Vermittlung der Empedoclea des Sallustius entIchute. Beide Worte eigneten sieh ihres vollen hexametrischon Klanges wegen vortrefilich für Empedokles.
Wie sich die Theorie des Anaxagoras über die &yxls zu der des Empedokles über die talxdwiz verhielt,
können wir leider nicht mehr ermitteln; vorangegangen
war auch hier wenigstens in der Aufwerfung des Problems
sicherlich Empedokles ebenso wie in der allerdings wenig
glücklichen Polemik, gegen Leukipps Lehre vom leeren
Raum und der begrenzten ‘Theilbarkcit der Materie.
In einem Punkte, welcher das Verhältuifs der Menschenwäre. Ueberliefert ist : ZuxedoxAñg more ta dindou
tow low és zig dvaptval gna, ag voy fior regia
rhode xed ag haégar xal vúxta diazoubijrar. Reisko
vermuthet für das verderbte xepuxlodipar negrzvxlw-
Viva.
Ich glaube,
dals in dem verderbten Wort éxext-
Yipes steckt und To» Ho» ungenau für dessen Sphaire
tor ovguvoy steht, wobei dann immer noch fraglich
bleibt, ob sich Empedokles vor der Scheidung von Tag
und Nacht
beständigen Tag
wie Anaxagoras oder beständige Nacht wie Archelaos dachte (vgl. oben $. 106).
Mögliel wäre letzteres, da Archelaos den empedokleischen
terminus &riziwig wieder aufnalon,
drückt sich leider zu kurz aus,
Actius placita IL 8, 4
um eine sichre Deutung
zuzulassen.
Von der Anthropogonie des Diogenes ist leider wenig
überliefert.
‚Jedenfalls liels auch er die ersten lebenden
Wesen nach Differencierung des Aethers in die vier verschiedenen
Dichtigkeitsund
Wiirmegrade,
welche
den
empedokleischen Hementen entsprechen, durch Einwirkung
der wärmsten Form, des Acthers, auf die beiden schwersten
und kiiltesten, Erde und Wasser, entstehn.
Wir besitzen eine autochthone Anthrupogonic, welche
zeitlich in ihren Ilauptgedanken dem Diogenes nahestehen
muls und sich auch inhaltlich mehrfach an ihn anlehnt,
ty Die Theorie von der Emtlirung dor Pílamzen, in deren Zuyammenhange Empedokles diese Ausdrücke brauchte, fiudot sich ausführlich dargestellt in dem Tractat zegl gúsroz mucdlou 27 und 36
(Littró VIL S. 528. 541). Ebonda 17 (L, S, 496) und 27 findet sich
dio vollkommne Analogio zwischen Pilanze und fotus nach Empedokles
durcbgoführt. Ja wie Empodoklos don Arm ale udozırar ócov bezwichnof. hatte, so wird auch hier 17 (lu $. 498), 19 (a, 506) und 21
(L. 8. 510) die Glioderbildung als ciu dbofostr gefafst und ausdrlicklich auf dio Analogio dor Bilumo verwiesen,
obne duch unmittelbar zur Reconstruction seines Systems
verwendet werden zu köunen,
Ws ist dies die Schrift de
carnibus (Littré VUE p. 584 Il).
Das wenige, was ich
zur näheren Bestimmung dieser Schrift ermittelt habe, will
ich mittheilen, da sie sicher nicht auf medicinischem Boden
gewachsen ist, sondern besser als irgend eine andre die
anthropologische Speculation des fünften Jahrhunderts vergegenwärtigt.
Diimmiler, Akudemika.
Page 6
View in PDF(opens in a new window)Franz Poschenrieder !) hat mit Beifall Zellers *) diese
einzelnen Dogmas zu forschen. Der Verfasser beginnt mit
der lirklärung, er gebrauche zur Einleitung sowohl dic
bekannten Meinungen Früherer, als auch cigno. Letstere
Versicherung wird man gut thun, mit Vorsicht aufzunelimen.
Schrift in die Zeit nach Aristoteles wesctzt, da der Ver{asser eine Ansicht über den Ausgangspunkt der Adern
vertritt, deren Erfindung Aristoteles hist. an. LIL 3 p. blda
10 für sich in Anspruch nimmt.
dieser Grund nicht.
Zwingend ist indessen
Gleich der Anfang nimmt sodann auf Anaxagoras Kiicksicht, lehnt sich aber, sogar in der Form eng an Dio-
Denn schon das ist nicht ganz richtig,
was Aristoteles a, a. O. bemerkt, dafs die Früheren alle
genes au.
das Gehirn zum Centrum des Adernetzes gemacht hätten.
De carn. $ 2:
Diogenes von Apollonia, Jessen 'Cheorie Aristoteles selbst
hist. an, ILL 2 p. 511, 30 allerdings nur
__
Diogenes frg. 6.
Simpl. in
phys. 33a :
Soxéet dé woe o xadsoper Oep- | zai poe doxéet TO THY vOHGLY
im Auszug entbeiden srölsten Zweige nach dem Flerzeu gehn lälst, so
“or, adevacor te sivac xa | lyon sirae O ang zadednevog
poke sntvta xal opi» xed | èrò Tor arder zul bx0
uxote zul eidévue xuvte | tovtov Aura xab xufeprébedeutet das soviel, als ob er das Herz zum Centrum des
&orta te xl èodpera.
wickelt, geht vielmehr aus vou zwei grolsen, dem Rückgrat parallelen Adern,
und wenn er von diesen aus die
Adernetzes machte, die Verzweigungen nach dem Kopfe
sind nur denen nach ILinden und Fülsen gleichartig.
Der
Verfasser de carnibus könnte also sehr wohl gemeinsam
mit Aristoteles von Diogenes abhängig sein, und bei Aristoteles entspräche es ganz antikem Brauch,
dur zei IAPTOV XPOTÉEL,
a
(rg. 3 ibid. :
«224 tosto wor Joxése di)20v
sivas ate xal péya zul loyvgor zul aldidy te zul aduvuror xu not siddg bore.
von einem
Vorgänger, den er au einzeluen Punkten verbessern kann,
Mit Unrecht führt hier Ermerins UI p. LXXV den
Dats
rots des Epicharn und Anaxagoras als nächste Analogie
Diogenes bereits in der Hauptsache der Ansicht des Aristoan, der wesentliche Unterschied zwischen Anaxagoras und
in allgemeinen ziemlich geringschätzig zu spreelen.
ivles war, wird zur Gewilsheit, wenn man sein Dogma
andrerseits Diogenes und dem Verfasser de carnibus ist
vom Sitz des hyejovizón è» Ti) uproux] zordla Te xayja gerade,
diag (Aetius Plac. IV 5, 7 doxogr. 8. 391) und von der
während
Circulation der Luft durch die Adern hinzunimmt, übrigens
zukonunt.
beides Ansichten, welche er von Empedokles übernommen
toute où» To xdsiotoy, tire traodgy navra, èéeyaipnuey sig tip «rw xeoupogny. Diese nicht ganz durchhatte,
er
dafs
bei Anaxagoras der voög zegroros ist,
bei jenen
der
feinsten
Form
der Materie
Aber mag die Schrift auch immerhin verhältuilsinäfsig
geführte Scheidung ist anaxagoreisch aber auch diogenisch,
jung sein, bei der compilatorischen Art des Verfassers
fiberhebt uns das nicht, nach Alter und Ursprung jedes
du ja nach Diogenes das ganze Leben der Welt auf einem
bestiindigen Durchdringen der gröberen Luftformen durch
den Aether beruhte.
£) Dio naturwissenschaftlichen Schrifton des Aristotolos in ihrem
Vurhädtnifs zur hippokratischen Sammlung (Bamberg) 1887 $, 25,
*) Archiv für Gesch. d. Phil, IL S, 271,
zul orogrui por avtò doxéovew vi aulatoì aidépa.
Duís hier unter den auZecoi Anaxagoras zu verstehen sei,
Page 7
View in PDF(opens in a new window)schon
Littré
Aristoteles
richtig
bemerkt
mit
de caclo I 3 p. 270b 24;
Citiormethode
schliefst
den
Verweisung
aber gorade
unmittelbaren
Elementen !), als ilmen ihrer Natur nach zukommend, im
auf
Weltcnraum zuweisen (vyl. Aristoteles de gener. cte. corr.
diese
Anschlufs
A
11 6 p. 334, 1 ff).
an
Die beiden mittleren Klemente bieten keine Schwicrig-
Anaxagoras aus.
keit : ‘I dè toity osa 7 Tod Hé90¢ pésov yoolor slAnpe
Deguoy te ov (1. te dv) zul byoor. TI dè terdotm 1} vob
(Údazos ?) éyyutatw xp90s tH y] vyodtatoy te zul ray
U dsotéga poiga xdrader, avrÿ xadéerar piv 7%
puxoor zal Enooy xal xovdd xevoor' xal dv tovr» Eve di
xovav tov deguod.
Hier ist der Text verderbt, denn
zovAè xwoòv gäbe nicht einmal einen Sinn wenn Littrés
TOTO.
Die Elemente bestimmen sich also nach den einfachen
Uebersetzung plein de mouvements müglich wäre, da die
Yrde ja das stabilste Element ist.
Gegensatzpaaren warm, kalt und trocken, feucht in fol-
Ich möchte daher vergender Weise :
muthen xal (ro) xovid xeveov oder xotlor, denn dieso
Höhlen sind der Grund, wefshalb Aether (@eoudv) nach
warm
|!
kalt
der Trennung in der Erde zurückbleiben kann und werden
trocken
Aether
Erde
dadurch der lferd der Zoogonie.
feucht
Luft
Wasser
Danach hiitte man sich
die Erde ebenso zu denken, wie nach Aetius Plae, U 25,
10 (Doxogr.
S. 349)
Diogenes
dic Sonne
aulfaíste,
Aus diesen
als
einen anorganischen !) porösen Körper, der erst durch den
dachte,
Verschiedenheit der einzelnen Körperbestandtheile zu erklären, man auch die Mitwirkung von Luft und Wasser
bewahrte Hypothese über die Entstehung der Xrdbeben,
seine Erklärung
des Gewitters,
welche
annehmen mufs.
in Aristowurde,
Ucbrigens ist auch Diogenes ‚Erklärung des Erd-
') Dios ist bei dor Einheit des Urstoils vigentlich uulogisch,
in der That
Wasser,
orschoint neben
ihro
dünnste
don Verdichtungen der Luft,
Form,
der Aethor,
als
das
aber
erwärmt
Dals auf diese "Theorie
=in
ninunt, hat bereits Stallbaum z. d. St. gesehn.
Ermerins
begeht (III p. LXXVI) wieder
erwähnten
deu
vorhin
Vehler, wenn er meint, Platon beziche sich an jener Stelle
auf Anaxagoras,
denn
erstens
liegt
hier ja
eine
rein
materialistische Naturerklärung vor und dann unterscheidet
Erde und
einzige
Lubenspondende.
*) Auch der menschlicho Körpor würde im Grunde cine Analogic
bilden,
Acther)
bereits Sokrates im platonischen Phaidon p. 96b Rücksicht
vom Losbruch des Feuers in der »eizog-Periode, wie denn
dokles abhängig sind, betreffend die Stelle, welche sie den
himmlischen
bildeten diese Enclaven der andern Elemente um
sich unrsdowag olorzep xerdvas.
Lebens ersichtlich becinflulst von Empedokles Schilderung
die Jüngeren ionischen Physiologen durchweg von Empe-
Als nun mit der Zeit die Erde von dem
ÿeouov (das hoilst dem
phanes Wolken V. 404 ff. verspottet wird, eng zusammenhängt.
ganze
eingeschlossenen &#sgg0v die Rede ist, während, um die
beweist scine von Seneca Nat. quacst. LV 2, 23 und VI 15
womit
Gogensätzen wird die
Allerdings kann hier der Bericht
nicht vollständig sein, da immer nur von dem in die Erde
in die Hohlungen sich setzenden Aether Leben erhält).
Dals sich Diogenes in der ‘That die Erde so
einfachen
Zoogonie construiert.
!) Boi Anaxagoras sind dics dio vior Haupiconglomeratsformon dor
duoruese bei Diogones nur Dillerencierungon des efuen Urstoffs, vorbildlich sind abor doch für boido dio ompedokloischon Elemonte, ich
bedione mich dabor dor Kürze halber dioses Ausdrucks auch für Anaxagoras und Diogenes.
Page 8
View in PDF(opens in a new window)auch der Phaidon Anaxagoras auf das unzweideutigste von
Adern und das Herz als Llaupisitz des Warmen und haben
jenen mechanistischen Physiologen,
defshalb am meisten xreëua.
Zurück in das fünfte
Dals letzterer Satz wieder
Jahrhundert reicht jene Theorie aber sicher, denn auch
diogenisch (und empedokleisch) ist, springt in die Augen.
der Sophist Antiphon kennt die 077800» als Ausgaugs-
Alles Einzelne erklären und alle Widersprüche ausgleichen
punkt für neues Leben (Aristot. phys. IL p. 1932
9 frg. 83
zu wollen, würde ein vergebliches Bemühen sein,
8. 131 Blals),
Verfasser oflenbar unvollständig und ohne rechtes Ver-
Bei dem Verfasser de carnibus hat der
Ausdruck ontschieden eine tibertragne Bedeutung, das Ansetzen der onmedow ist der Beginn der Hautbildung.
denke
mir,
dafs
der
Ausdruck
Wunden hergenommen ist.
vom
Zuheilen
Bei der Berührung des warmen
Ieisches mit der kälteren Luft bildet sich zunächst ein
Schorf,
stiindnifs excerpiert hat.
Wenn wir aueh nur Fragmente einer Zoogonie be-
Ich
frischer
sitzen, so illustrieren sie doch
phoriazusen 14 f. :
alijo yao dre ta xodita dtexogiteto
xul E dv abcd Svretéxvov xevotuera (l. xevov-
Dies Verharschen der Wunden mochte im Alterthum selten
uevoc).
daher der Ausdruck 0728007, der
Aber auch an Empedokles Zoogonie durch die porns
eigentlich hier nichts Kraukhattes bedeutet.
Je nachdem nun der Inhalt dieser umgebildeten ILiiute
verschieden ist,
treffend die oben (S. 116)
auf Diogenes bezogenen Verse aus Aristophanes ‘Thesmound wenn dieser abfällt ist die neue laut fertig.
ohno Literung abgehn,
da der
bilden sich in ihnen durch weitere Einerinnert unser Mediciner, indem er die Bestandtheile des
menschlichen
Körpers
gesondert
entstehn
lúfst,
wie sie
wirkung der Wärme die verschiedenen Körperbestandtheilo
zusammengefügt werden, darüber bleibt er uns die Rechenaus,
schaft schuldig !).
Hier wird beständig mit den Gegensätzen Zerapo»
(leicht anfzutrocknen) und z0A2ödeg (schwer aufzutrocknen)
operiert.
Auf Empedokles endlich kann ebenso gut wie auf
Das Arxapó» ist im Grunde verwandt mit dem
eouor und Engó», das xodddvdeg mit dem «puzodr und
Anaxagoras (wie Ermerins LI p. LXXVI meint) die Ausvyoov.
aus der Nahrung das ihnen gleichartige aufnehmen (vgl.
Natürlich gibt es je nach der vierfachen Verbindung von trocken, feucht, kalt und warm
mehrere verschiedne Grade des 2exagór und des x022@dec.
einen Ende der Reihe stehu die Knochen,
führung zurückgehn, dafs die Bestandtheile des Körpers
oben 8. 224 Anm. 1).
An dem
Wie weit im Einzelnen der Verfasser de carnibus von
dieso sind das
den Physiologen des fünften Jahrhunderts abhängig ist,
Uragotator und werden von der Wärme ganz ausgekaun hier nicht untersucht werden,
wo es nur darauf antrocknet ($ 8), am audern Ende steht das Gehirn, welches
die unrgomoltz Tod puzeod xat 202200206 ist, und welches
1) Möglich ist allordings auch die Aunahmo, dafs or dio Erdhòhniemals trocken wird; die Wärme vermag nur aulsen wn
dasselbe eine Haut und Knochen zu bilden. Schr merkdie Hantbildungen in dieson Höhlen num
würdig ist die Bildung der Adern $ 3 beschrieben.
Uterus auflafsto wie Epikur (Censorin de die natali IV 9, Lucroz Y
Sie
hatten viel Kaltes, da wurde das Aculserste, was am schwerflüssigsten war, zu Haut und
Wärme bezwungen flüssig.
das innere wurde von der
Gleichwohl erscheinen § 6 die
lungeu allo zur Bildung des Leibes nöthigen Stoffo onthalten liofs und
805).
analog dem animalischen
Da dor Vorfassor immer nur vom Jepuór in der Erdo spricht
und es überhaupt kaum zu entscheiden ist, ob die Schrift uuvollstitudig
orhalton oder unverstindig excerpiort ist, so wage ich hier keine Entscheidung zu troffon.
Page 9
View in PDF(opens in a new window)kam, ein vollständiger erhaltenes Beispiel für cine Zoogonic
Geschlechts in gleicher Weise bei Hellenen und Barbaren,
jener Zeit zu analysieren und
ihren Zusammenhang mit
nothwendig und jedem vernünftigen Wesen von Natur ein-
Bei der kiinunerlichen Ueberliefegepflanzt, ohne sterblichen Lehrer und Mystagogen, ohne
rung der Doxographen und der eklektischen Beschaffenheit
Trug wegen der Verwandischaft mit den Göttern und der
der Schrift de carnibus mülste man bei der Binzeluntervielen untrüglichen Wahrzeichen, welche den Acltesten und
Empedokles zu zeigen.
suchung der Zusammenhänge mit gröfster Vorsicht vor-
Ersten nicht gestatteten einzunicken und sich nicht darum
gehn.
zu kiimmern.
Am meisten sichere Ausbeute lielse sich noch aus
der Wahrnehmungslehre jenes Medieiners erwarten ($ 15 11),
Denn da sie selbst nicht lange und nicht
aulserhalb von dem Göttlichen angesiedelt waren, sondern
woer, ohne es zu merken, die Wahrnehmung der einzelnen
mitten
Sinnesorgane bald de opotwy bald dr ävanıior staltfinden
standen, und auf alle Weise mit ihm zusammenhängend,
láfst,
konnten sie nicht länger unverständig bleiben,
Letztere Fälle wären unbedenklich für Anaxagoras
in Anspruch zu nehmen,
bei ersteren kumint sowohl Jimda sie von
und Winsicht
mit ihm entnamentlich
erhalten
hatten,
Erscheinungen des Hinunels und der Gestirne, der Sonne
Dals
Einwand gegen
Pür
der Umstand,
die Benutzung
dafs
sein unwarme Luft ist, keinen
des Diogenes
wurde oben S. 140 Anm. 1 bereits ausgeführt.
begründet,
Zum Schlufs
und des Mondes,
beschreibliche
in der Schrift do locis
während
polemisiert.
Nach
Poschenrieder
a. a. O.
Von der Zoogunie des jüngsten Physiologen Archelaos
zusammengestellt.
Man
das
sollte
thatsächlich
nicht
überlieferte
erwarten,
dafs
und die
mannigfaltigen
der See
und
dazu
sie selbst den
der
zahmen
süfsesten
und
und
der Flüsse
wilden Thiere,
deutlichsten Klang
von sich gaben und Gefallen fanden amı stolzen und klugen
Klang der Menschenstimme, mit welcher sie Merkmale den
8. 10 ff. hat Aristoteles jene Schrift bereits benutzt.
oben 8. 106
Schauspiele sahen
Stimmen hörten der Winde und des Waldes,
und
in homine § 2 (Littré VI S. 278)
und indem sie trafen auf das bunte und
so verschiedne Antlitz des ‘Tages und der Nacht, und unsei noch bemerkt, dafs er § 15 gegen die Akustik, welche
wurde bereits
thm Verstaud
oder vielmehr
umflammt von allen Seiten von den göttlichen und grofsen
sterbliches, allwissendes Wesen die
wird,
entstanden,
die V’opularität
deutiges Zeugnifs ab.
gelehrt
ihm
legt auch dieser Medicinor wieder unzweipedokles wie Diogenes in Betracht.
des Diogenes
in
der
Wahrnehmungen anhefteten, so dafs sie alles Gedachte benennen und mitteilen konnten
und so leicht Erinnerung
und Begriff unendlich vieler Dinge
erhielten.
zug 0%
schwiichliche Compromifsversuch dieses Philosophen einen
ayröres eva Euellor xt pydeutar Ver dxdvocav toùdauernden Eindruck hinterlassen hätte, und dennoch finden
orclourtos zul puteveartog xa duborrog xal Toéporrog,
sich Anklänge an Archelaos wo
schwerlich
erauprugoden
wartet, nämlich noch in Dion Chrysostomos 12. Rede.
Es
dik te Opews xal txoÿc svpadong te ureyvac
handelt sich um die Frage nach der Entstchung des ersten
aloft68@0g; veuouevo pip nt yo, sodvteg Y ¿5 ov-
Gottesbewufstseins.
gapor
Hier wird
man
nun von p. 384 1. au goschildert : Ueber die Götter und
namentlich
die Natur des Alls und
über den Leiter des ganzen,
unter den ersten Menschen
ein
sie
gemeinsames
war zuerst wid
eine gemeinsame Ansicht und
Bewulstsein
des
gauzen
menschlichen
eurependapevoe
vig
betas
poems
pc, toopas di agdorove Éyortes evxogisertos
xul MIORUYAIKEVAGUPTOG TOD APOMATOPOS HEOÓ, TEOTHY
uEv of xoûdtuc xal avrdydoveg ey» yeady, La
daxijs
tte xaì nlovog tie Ado Tore
duree “HO UNTOOS THs yg Acyvwpevor, rude
Page 10
View in PDF(opens in a new window)reg te puià nin Firouve thy 2g würhg ixpada,
Jevrégur dè vois 7,0) aQoiote. xapady ve avroparo» zul
smoag 00 oxiypig Que Sodom yhuxsia xl mue vopar
für den engen Anschlufs an die tonische Quelle ebenda
achten ist, wie auch bei Dion wieder die Wichtigkeit der
motiuos, Ex dij TOD Repuizorrog notyyttpor zul TOEPÓNENOL
Sprache betont wird, welcho genau wie im Kratylos als
ti} Sryprexek vob arsiuaros tsugooî, digu bygov Frorreg,
ebenso unmittelbare göttliche Offenbarung erscheint, wie
NEO Prior maides, ovaore tathelraovrog yudaxtog, del
das Gottesbewulstsein.
der iouische Terminus «rvozrd» *) für durarôr.
opin Indig é&ynaytvys.
Wie in den jüngeren
Die Ernährung der ersten Menschen vom Erdschlamm
dieser Zoogonieen
Zu beder Zweckgedanke immer mehr in den Vordergrund tritt, während
Dion
noch Empedokles, gerade unter der Llerrschaft seines guten
wird das schwerlich
gewulst haben, aber auch von dem
Princips der Liebe, lebensunfithige Bildungen zu Stande
angeblichen Stoiker,
welchen Dion ausgeschrieben
ist bekanntlich speciell die Lehre des Archelaos 1).
haben
kommen
liels,
soll 2), ist mir eine Benutzung des Archelaos nicht wahrscheintich; auch deutet der unverbüllte Materialismus,
Ebenso
wie diese Gedanken
weleber
gehn.
giósen
gleichwohl mit
Innigkeit
einer fast
verbunden
ist,
schwärmerischen veliauf
cine
Quelle
einer
ist
im
sechsten Kapitel
von
gezeigt
worden.
den Sophisten aufgenommen werden und von ihnen aus in die Sokratik übervon
Die Behauptung des Tlippias, dafs alle Menschen
Natur verwandt
seien,
der Prometheusmythos des
jugendfrischorer Zeit und in der ganzen Rede findet sich
Protagoras, und wenn ich richtig geschlossen habe, des
nichts, was nieht schon kynisch sein
könnte®), ja die
Prodikos Schrift xegl gécsag stelm hier ganz auf gleichem
meisten Gedanken werden sich
bei
Boden.
Avchelaos
gefunden
haben,
schon
Diogenes und
wie sie sich ja bereits
Xenophon in verstiimmelter Form finden.
bei
Ich glaube da-
Wenn man
nicht die Macht der Tradition in
Rechnung setzt, so ist es unmöglich die scheinbar anorganische Zusammensetzung der sophistischen Bewegung zu
her, dafs Dion einen der ältesten Kyuiker benutzt, welcher
verstehn.
Aufklärung
sich seinerseits eng an die ionischen Physiologen anschliefst.
Sophisien,
sie vertritt Protagoras auf erkenntnilstheore-
Für die kynische Quelle spricht p. 268 R die Rrsetzung
tischem, Hippias auf socialtheoretischem Gebiete, Antiphon
der
und
Alysterien
durch
Menschengeschlechts
cine
in
allgemeine
die Herrlichkcit
Jinweilung
des
der Schöpfung,
Kritias
Gleichwohl
ziehn
treffen
ist
die
ursprüngliche
atheistisch
- egoistische
wir
auch
bei
den
Devise
der
Folgerungen.
klarsten
Denkern
unter ihnen Spuren von physiologischer Speculation und
1) Dom Einwande,
der
(wie
von orphischer Mystik, welche sich mit ihrem Programm
dafs Dion auch vou Epikur abhängen künue,
vielleicht schon
Domokrit,
dieselbe Ansicht vortrat (8. 281 Anum.
begognon.
Gegen
diese
an sich
vgl.
Divls
Doxogr. $,
1), brauche ich wohl
kaum
16. 189)
nicht zu
discutiorbare Aunaline wiirde
allein die Güttlichkoit der Luft auf das Entechivdenate sprechen.
scheinbar gar nicht vereinigen lassen.
Dies läfst sich nur
aus der Lehrthätigkeit der Sophisten oder wie Platon sich
ausdrückt,
ihrem
Krämerberuf erklären, sie
nöthigt alles zu führen,
wonach
waren gedamals stark Nachfrage
*) Dio Redo wird gowöhnlich als Hauptbeweis für Lions stoischo
Quellen
angeführt,
zuletzt von
Paul Woudland,
Archiv
€. Gesch. d,
Phil. 1 8. 209.
3) Auszunchmen ist natiirlich die mit dem Vebrigen loso zusamınonhängende Polemik gegen die Epikurour p. 300, 391 R.
1) Aristotelos gebraucht das Wort einmal in gohobnem Stil in dor
Redo dos gefangonon Silen Put. conselat. ed Apollon. 27 (Rose Aristotelis quao
ferobantur fragmenta frg. 44 8. 48),
Page 11
View in PDF(opens in a new window)Dizu gehörte aber vor allem die neue Auflage des
milesischen
Pantheismus, welche von
Diogenes ausgieng
und die von Empedokles vollzogene Verquiekung physikalischer Speculation mit orphischer Mystik, welche sich mit
protagorcischen Prometheusmythos an und erinnert absichtlich an Empedokles,
von
welchem die eingehenden Theoriecn der Zoogonie ihren Ausgang genommen hatten !),
Der Mythos des Politikos führt uns wieder zu unserm
Vorliebe an Hesiod anlehnte.
Beide Systeme machten es
Ausgangspunkt
wicder
sein
philosophischen Literatur seit Empedokles.
möglich,
fromm
zu
olme
für
altlränkisch
Indem die Sophisten
fühlten
Kluft wobl,
dem
goldenen
Zeitalter
in
der
Die Literatur
über das goldne Zeitalter ist in letzter Zeit so sorgfältig
zu gelten.
passen,
zurück,
sich diesem Zeitgeschnack andie schärfer denkenden
unter ihnen die
welche diese Speculationen von ihrer eigentliehen Lehre trennte.
Um diese Kluft zu
überbrücken,
gesammelt und gesichtet worden ?),
philosophische
Verwendung
der
dafs ich
Sage
nur fir dic
einiges
hinzuzufügen habe.
Unter den späteren Philosophen
herrscht bekanntlich
scheint Protagoras die Form des propiideutischen Mythos
Meinungsverschiedenheit,
erfunden zu haben, welche
glückseligen Urzustande immer tiefer herabgesunken seien,
gleichzeitig Antisthenes*),
andre,
dann Platon, jedenfalls aber
mit solchem Erfolg handhabte,
Kräften verwischten
die
dadurch
dureh göttliche Gnade
oder dic
geber gerettet worden
seien.
Sokratikern
und das ethisch-theologische in den
Menschen
von
einem
einem Zustand größster materieller Noth
dafs sie das Physiologische nach
wie Prodikos, scheinen den
vorgearbeitet zu haben,
oder ob sie aus
ob
Hinsicht weiser Gesetz-
Auf der
einen Seite steht
Platon, Dikaeareh, Kyniker und Stoiker, auf der andern
sich dann bei
Theophrast und die Epikurcer (vgl. Weber a. a. O. 8. 118).
Xenophon weiter fort, wo man die Anzeichen des physio-
Schr zu bedauern ist, dafs die Nachrichten über Kmpedologischen Ursprungs der Telcologie nur der Ungeschicklichkles zu dürftig sind,
keit Xenophons verdankt.
zustand in beiden Weltperioden deutlich erkennen zu lassen.
Vordergrund stellten.
tikern
wirken
Dieser Procels setzt
dagegen
Bei den
die
bedeutenderen Sokra-
Richtungen,
welche
in
der
um uns
seine Lehre
über den Ur-
Wahrscheinlich waren die Zustinde für beide Perioden in
Sophistik ziemlich unvermittelt neben einander gestanden
scharfem Gegensatz durchgeführt.
halten,
der ddrys begann sein Dasein in ungetrübter Glückals
miichtigo
Unterströmungen
fort, die
physiologische Speculation und die orphische Mystik bei Platon
seligkeit,
Möglichkeit der
Verschuldung
wie
durch Pleischgenuls gegeben gewesen sein;
das Zeitalter
bei
Antisthenes,
bei
sophistische Aufklärung,
leizterem auch
welche sich
ein gut ‘Theil
indessen auch
bei
doch
muls
die
Das Menschengeschlecht
des reixug begaun wahrscheinlich mit «22720payía, doch
war die Möglichkeit der Erlösung
durch Askese gegeben,
Platon ist gelehrt genug, um die Geschichte dieser ganzen
welche
zu
Probleme zu überschauen,
selbst sich rilmi.
Platon
nicht
wenigstens
in
leidenschaftslos
der
Sociologie
aber
genug,
nicht
er ist in
verleugnet.
seiner Jugend
die Verdienste
Krlüsung
nahezu
erreicht
haben
seiner Vorgänger gerecht zu würdigen.
Bast im Mythos des Politikos erkennt er nachträglich
den
speculativen Gehalt des
') Die Nachrichten über Parmouides habe ich, als zu dürftig, unberücksichtigt gelassen,
*) Eichhof! in Flockeisens Jahrbüchern
120 (1879) S. 581, Ernst
Gral, Leipziger Studion VII S. 1 i, Ernst Weber,
1} Vgl. oben 5. 95.
Empedokles
Leipziger Studion
Page 12
View in PDF(opens in a new window)Die im allgemeinen weniger ausgebildote Anschauung
Göttern zu fingieren und, um die Erfindung recht glaublich zu machen, verlegt er ihren Sitz dahin, woher den
von der thierisch rohen Urzeit nimmt zwar ebenso wie
jene vom goldonen Zeitalter ihren Ausgangspunkt von
Ilesiod, nämlich von der Promothenssago, aber sie hat
streng genommen mit jener vom golduen Zeitalter nichts
zu thin, wie ja auch bei Uesiod beide Bogen nicht organisch verknüpft sind.
Gn Anschlufs an die Volkssage wird das lülend der ersten
Menschen geschildert in Aischylos Prometheus v. 447—508.
Auch der Mythos des Protagoras hält sich noch ziemlich genau an Hesiod, obwohl er ganz auf dem Boden der
damals neuen teloologischen Betrachtung steht. Sehr fein
ist, wie Epimetheus alle Malsregeln zw lörhaltung der
Gattung auf das Sorgfiltigsto berechnet, und nur den
Menschen vergifst, vor der Uebermacht der ‘l'hiere zu
schützen, und wie dann Prometheus durch seinen Diebstahl dies zwar erreicht, die Menschen aber fortfahren sich
gegenseitig zu vernichten, bis Zeus selbst eingreift und
durch die Verleihung der Dike wid Aidos deu Rechtsstaat
ermöglicht. Da Protagoras den Mythos unmittelbar für
seine Zeit vorwerthet, so liegt in der Verleihung von Dike
und Aidos, welche fort und fort die Seele des socialen
Zusaumenlebens bleiben, cine optimistische Correctur von
Hesiod Erga 192 und 200, wo Dike und Aidos dem fünften
Weltalter abgesprochen werden.
Offenbar au Protagoras schlielst sich Kritias an in
dem interessanten Pragmente des Sisyphos (Sextus Empiricus adv. math. LX 54, Nauck frg. 1). Als conscquenter
Atheist kennt cr natürlich keine Gaben der Titanen und
dor Götter; um offne Gewalttbat zu verhüten, erfinden die
Menschen die Gesetze, das heilst, wie man aus der Rede
des Kallikles in Platons Gorgias folgern darf, die Majorität
der im Iinzelnen Schwächeren; da geheime Unthat fortdauert, kommt cin besonders klugor Gesetzgeber auf den
Gedanken, die Wxistenz von allwissenden und gerechten
Menschen aller Segen und aller Schaden kommt, in den
zno
Himmel.
Kritias dehnt hier das von Hippias zuerst in
seiner Bedeutung für die Culturgeschichte hervorgehobne
Conventionelle bis an die äulsorsten Grenzen aus sicherlich gegen die Meinung des Hippias selbst, welcher die
ungeschricbenen
Anhaug IL).
Gesetze als göttliche anerkannte (vgl.
Ebenso zieht er aus der Lehre des Prodikos
von der Entstehung des Polytheismus durch Apotheose des
Niitzlichen atheistische Wolgerungen, gewifs sehr gegen
den Willen des Urhebers jener Lehre (vgl. Kapitel VI).
Awischen Protagoras und Kritias steht die von Graf
a. à. O. 8, 57 nicht angemerkte Ansicht, welche in Euripides supplices v. 201 ff. ‘Theseus vertritt. Hier hat irgend
ein Gott die Menschen aus einem thierischen Zustande zur
Cultur ewporgehoben.
Die Stelle ist ausführlich behandelt
im Nachtrag zu 8.128.
Der wörtliche Anklang an Kritias
(Eur. suppl. v. 202 xal 9yordovs Kritias Sisyphos frg. 1
v. 2 zat Yyoewdyg) logt nahe, absichtliche Beziehung des
einen Dichters auf den andern anzunehmen, doch ist leider
das Zeitverhiiltnifs nicht sicher, wenn auch überwiegende
Wahrscheinlichkeit für die Priorität des euripideischen
Stückes spricht.
Mine besonders farbenreiche Schilderung vom Elend
der ersten Menschen findet sich noch bei Plutarch in der
ersten Rede de esu caruium 2. Nur durch die bitterste
Noth weint Plutarch hätten die Menschen zum Fleischgenuls bewogen werden können und, wenn die Menschen
der Urzeit sehn könnten, inmitten welchen Ueberflusses
wir den Pleischgenufs fortsotzien, würden sie uns anredon :
O ihr Glückseligen und Gotigeliebten, die ihr jetzt lebt,
im Genuls welch’ eines
Zeitalters ärndtet und baut ihr
einen reichlichen Besitz an Gutem. — — Ihr könnt üppig
leben auch wenn ihr euch nicht mit Blut besudelt.
Page 13
View in PDF(opens in a new window)fürchterlichsto Lebens- und
poorobou, apyiv tod dóyuaros, dxrò pèv bad To doy
Zeitalter empfangen und von Geburt au sind wir in viele
schmutzigem und zithem Schlamm und Peuer und Winden.
xuvel — — — —. où xelyor dè lug mpoavargoViacta:
zal agouregponiia. to Tod Hpxeduxiéous" «Adeyogst yee
¿vraida rag pugs, Ore póremw xaì Boduems dupxdy zul
cAdyhoguyias day» tivovoae smpace Punroig bvdédertat.
Noch nicht war die Sonne befestigt und gieng ihren unzuiroc doxel xadudtegos ovtue 6 Aöyog elvar. cee yao di
aber hat das finsterste und
unüberwindliche Noth gefallen.
Denn noch verbarg Nebel
den Himmel und die Gestirne, welche gemischt waren aus
verritekbar sichern Lauf und schied um dich Morgen und
Abend. -— — Die Erde wurde verhcert durch Ueberschwemmungen
ungeregelter Flüsse und
das meiste war wild,
formlos durch Silmpfe und tiefen Schlamm und unfruchtbares Gestrüpp und Wald.
Kein Ertrag zahmer Friüchte,
kein Handwerkszeug, keine Erfindung des Verstandes.
Der
Hunger liels keine Zeit uud keine Saat zeitigte jährliche
Aerndte.
Ist cs da wunderbar, wenn wir gegen die Natur
zegl toy dibrusor peuvitevgére xdin Tod dwpeliopod,
x ta Tiravov ¿a autor tolfujuata, yevdagéror Tod
porov, xolddeg te TOUTOP za xepuuvddrig, avnyptvos
(L prsyuévoc) cri idos ele tim xadtyyevectav’ To yao
dr fuir aloyor zul araxror xa Blator, ov Velon aid
deruorixo», of medutoì Trias ordnen, zul rodre ¿ore
zolazonevov zul Sram didórros.
Von den Systemen,
welche das goldne Zeitalter an
Thierfleisch genossen, als Schlamm gegessen wurde und
den Beginn der Culturgeschichte stollten, habe ich nur zu
Baumrinde genagt, und es ein glücklicher Zufall war, wenn
jenem der Kyniker einiges nachzutragen.
man grüne Quecken fand oder eine Wiel.
Und als sie
ist bei ihnen die praktische Anwendung, welche sie von
die Kichel gekostet und gegessen hatten, tanzten sie vor
jener Sage machten : der ‘l'ugendhafte erreicht für seine
Am wichtigsten
Wreude um eine Eiche oder Buche, indent sie sic als Lebens-
Person jederzeit wieder jenen gliickscligen Zustand.
spenderin und Mutter und Ernährerin priesen, und das
classische Beispiel hierfür war der Herakles des Antisthenes.
waren im Leben jener die Weste cte.
Auch der Herakles knüpfte unmittelbar an die Prometheusdie
Das
Da bei Plutarch überhaupt und hier insbesondre durch
sage an, aber in schroflem Gegensatz gegen Protagoras.
vegetarianische "Tendenz Benutzung lpikurs ausge-
Den bei Ilesiod
unvermittelt neben
schlossen ist, bleibt als Quelle eigentlich nur Xenokrates
oder ‘Cheophrast übrig.
sthenes allerdings nach Vorgaug der Sage in das vierte
Beide sind Lieblingsschriltsteller
stehenden
der Schilderung der
fünf Zeitalter
Prometheusmythos
von Plutarch; ich glaube, dafs an unsrer Stelle ersterer
benutzt ist, denn obwohl die Ausführung Plutarchs
Zeitalter,
gut zu Theophrasts Acufscrungen bei Porphyrios de abst.
IL 8 (Bernays S. 56 (È) palst, fehlt die nach Theophrasts
Meinung der Thiernahrang vorangegangene Anthropophagie
Menschheit ist, und das Unglück gegen seinen Rath durch
bei Plutarch gäuzlieb, dann führt Plutarch a, a, O. cap. 7
Luxus
wahrscheinlich die mystisch motivierte Lehre des Xenokrates ither die Entstehung des Fleischgenusses an, welchen
llerakles, welcher sich durch harte Arbeit und Bediirfnilsev kurz vorher nonnt: th» dè gerade za yevutyoroidy
zu cacscor dpdpace dseholg à gior 0 Lacon, zul Yvyre
das der Heroen gesetzt.
hatte Anti-
Während bei Hesiod
und noch bei Aischylos Prometheus der Wohlthäter der
die Unbesonnenheit des Kpimotheus in die Welt kommt,
ist nach Antisthenes der leuerraub selbst die Quelle alles
und
damit
alles
Uebels.
Ihm
losigkoit zu den Göttern emporringt ').
1) Dio Lehre von der Möglichkeit,
Dümmior, Akudemika,
gegenüber
steht
Dats der Lerakles
sich durch grofse ''haton die
Page 14
View in PDF(opens in a new window)rein protreptisch gemeint war, geht schon aus der Modernisierung der ganzen Sage hervor. [erakles wird zum
kynischen Weisen, seine Geguer zu Sophisten, seine Thaten
Koorov Blog doxet avtoîs, zul «tezpdg TO pede auto és
rà otoputa égosty ix cod ovpurod !).
Als Beleg für diese Modernimit denselben Varben geschildert werden, wie die Erde
augeführien Stellen uoch
sierung ist zu den S. 189
hinzuzufügen aus Platons Kratylos p. 308d die Etymologie
vou joog : Gti copol Yuan zul dijtoges Öswol zul diadextiaol, ¿porá» „xal eigen ixavul évrec co Yug eigen Akysın
zur Zeit des goldeuon Zeitalters, so entspricht dies zwar
vielfach zur Disputation.
Wenn im Axiochos
dem
Mysterienglauben,
die Gefilde
der Seligen
genau
wie ja der ganze Dialog stark
populär gehalten ist, geht aber zurück auf die prodikeischantisthenische
Lehre,
dafs
man
sich durch
Arbeit und
toto. Gap od» kote Aéyouer, bv ci Arti pow) 2eyo-
Entbehrung schon die
Seligkeit wieder crkiimpfen kann,
nevor ol Howes Óntopés tires zul ggerytinol veBalrovow,
soweit cs
des
dere Gyréqor xi sopurd» yévos ziyretae tO ipwixòr
der
Kerker
Leibes
zulälst.
Mit andern
Worten : 6 copôg uörog eudalgo».
Khe ich diese Nachträge schlielso, möchte ich noch
pudor.
Es ist begreifich, wenn in der kynischeu Literatur
von der Zurückführung des goldenen Zeitalters uicht viel
die Rede ist, da die Nacheiferung des Merakles mit derselben gleichbedeutend ist. Mine Stelle führt Ernst Weber
ws a. O. 8 118 aus dem 32. Briefe des Diogenes (an
Avistipp) an (Kercher 8. 247) : alt yay te ang Atorodim péyoi Aéyov, t2evitegia dè ij ¿2d Kooron zul Y pedi
vos sutaBlogos. Is mag etwa zu lesen sein evt-cote
Ob 4 dat Kodvov (dvtme zur) nad À yuddtyrug tenete
Ang. Wine zweite Stelle findet sich in Lucians doué
vet 17. Die Philosophie klagt hier Zeus gegenüber über
gewisse Scheinkyniker, welche nicht die guten Higenschaften des Hundes, Wachsamkeit, Lläuslichkeit, ‘lreue,
Wörkenntlichkeit nachahmen, sondern nur die schlechten,
Gebilfer, Gefräfsigkeit, Raublust, Creilheit und Schwanzwedeln. Und indem sie so leben, nichts arbeiten, unverschämt betteln und sich nieht bedanken : tabra 0 ¿xi
auf einen
literarischen
Ableger des Problems
über den
Urzustand aufmerksam machen, es ist die Litteratur über
die edoruera. Manche einzelne Nachrichten machten sich
hier
bereits
bei
den
rationalistischen Logographen des
sechsten bis fünften Jahrhunderts finden.
So scheinen die
Nachrichten in Pausanias arkadischer Archacologie (VII
1—4)
aus sehr guter alter Quelle zu stammen.
Zu lebhalter Discussion kam die rage aber erst, nachdem der
Gogensatz von gus und vozos durch Hippias scharf
formuliert war, deun »opodézas und söp£rng ist im Grunde
identisch.
Da ist es denn bezeichnend, dafs der erste,
!) Lucian bonutst
Richtung
gegen dio
hior
vino
kyuischa
Quello dor
krateteischon
Apostaten, aus welchen spiter der hedonischo
Kynismus cinos Bion und Menippos horvorgegangon ist.
Der Anbalmer
jener Richtung scheint Mikkylos geweson zu sein, gogen wolchen noch
Krates selbst seino Sillon riehteto (Wachsinuth Sillogr. ed. LU p. 194).
Weun Wachsmuth p. 195 bezweifolt, dafs dios derselbo Mikkylos ist,
welcher in Luciens Kataplus und Alcktryon vorkommt, so haben mich
Gottliehkoit zu vrworben, orhält sich lange in der Stoa.
Vgl. Cicero
do legg. 1. 8, 19 colunto ollos, quos unde coolo movita collocavorint,
Hereulem Liboram, Aesculapium, Castorom Pollucem, Quivinum. Uoraz
opist. U1, 5 Romulus vt Libor pater ot cum Castore Pollux, | Vost
ingontin (net doorum in tompla recopli ote.
seino Gründe uicht überzeugt.
Masko
sein, nach dem
Der ,Schuster* kamu ja dinlogische
berülnton
Muster des Simon.
Dafs
Lucian
Quellon von ganz verschiodencr l'endonz ausschreibt, ist ihm bei soinor
Oboriläehliehkoit wohl zuzutreuon.
Immerhin wäre es cino lohnonde
Autgabo, in seinen Schriften dio vorschiodenen Phnsen des Kynismus
roiulich zu soudorn.
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View in PDF(opens in a new window)wegen deren bei Cicero Herakleides angezogen wird, bei
welcher die Herrschaft des vójmog auf die Spitze getrieben
hat, Kritias auch eingehend über Erfindungen geforscht
hat (Bergk fig. 1 lyrici 11* 8. 279). In der Folgezeit
Seneca 9), 6 wicder,
gehn die Meinungen über das Alter der Erfindungen weit
Auseinandersetzung über die
auseinander. Die, welche zu Beginn der Geschichte ein
goldnes Zeitalter annehmen, müssen die meisten Erfinsicben Weisen p. 342a fl. eine Verspottung des Antisthenes
dungen
herrlichung der
unverhältnilsmälsig hoch
hinaufrücken; zu verniinfliger historischer Forschung sind
diejenigen besser
Dals im platonischen Protagoras
die schr wortreiche
lakonische Brachylogie der
ist, hatten wir oben geschn (9. 51 Anm. 1).
sieben
In dor Verstimmt Poseidonios
wit
Antisthenes überein (Cicero V 3, 7, Seneca 90, 6).
Da
schon
Weisen
vorbereitet, welche, wie Theophrast, einen rohen Urzustand
annehmen. Man vergleiche die Ansichten über Erfindung
aber Antisthenes
deu
llerakles als Erlöser einer
der ''öpferscheibe, die des Kritias frg. 1, 12 (5.230 Bergk),
alter nicht bis auf die sieben Weisen ausgedehnt haben,
verderbten Welt auftreten liefs, kann er das goldne Zeitdes Theophrast schol. Pind. ol, 13, 27, Poseidonios bei
ebenso setzt sie Poseidonios erst in die nüchste Zeit,
Seneca cpist. 90, 31.
dem
Die Möglichkeit, Erfindungen auch uoch in historischer
Zeit gemacht sein zu lassen, wahrte sich Poseidonios infassungswechsels verknüpft.
Im goldnen Zeitalter herrscht
patriarchalisches
der
dessen durch die Annahme, dals zwar alle Erfindungen
Illo ergo saeculo quod aureum
von Weisen gemacht worden seien, dals diese aber mit
fuisse regnum Posidonius iudicat.
dem goldenen Zeitalter nicht ausstarben. So scheint er
denn die einfacheren Erfindungen, die Handmühle und das
Schiff, dem goldenen Zeitalter zugeschrieben zu haben,
don Gewölbebau aber erst dem Demokrit (Seneca cpist.
90, 32). Die Theorie des Poscidonios ist von grolsem
imperaro non regnum (I. pracmium !)).
er
damit
eine
interessante
Königtum
Construction
Weisen
indes Ver-
Soncea 90, 5 :
perhibent penes sapientes
IEbenda : officium crat
Die Gesetze wurden
erst nithig (90, 6), postquam subrepentibus vitiis in tyraunidem regna conversa sunt, und in jene Zeit gehören die
sicben Weison,
sowie Lukurg Charondas und Zaleukos.
Hier ist die Anlehnung an die Herrschaft des Philosophen
Interesse, da sie einerseits unmittelbar an Antisthenes
anknüpft, andrerseits uns Resto von Ausführungen
in Platons Staat unverkennbar, die Anlehnung an Hesiod
des Herakleides über dasselbe ‘Thema bewahrt hat. Wir
können uns diese ‘heorie reconstruieren aus der Polemik
Senecas im 90. Briefe und aus dem Beifall Ciceros
mit dem heroischen identifieiert, und das silberne, sowio
das eherne, ganz übergangen.
use. V, 3.
für
Dafs Cicero den Uerakleides nicht unmitteldagegen sehr frei.
Eigentlich wird das goldne Zeitalter
matismus des peripatetisch
ihn die
ls ist der historische Praggeschulten Stoikers,
Werrschaft des Kronos
unbrauchbar
welcher
macht.
bar benutzt, sondern ihn bei Poseidonios citiert vorfand,
Dals
geht daraus hervor, dafs die von Cicero V 2, 6 vertretne
Ansicht : eos, a quibus vita hominum instructa primis est,
fuisse philosophos, genau die von Seneca bekiimpfte des
rectur, welche er einer Ansicht desselben angedeihen lassen
muls.
Poseidonios ist.
Horakles bereits im hervischen Zeitalter und hatte meist
Auch sonst findet sich bei Cicero unverkonnbar Stoisches, was man Herakleides nicht zuschreiben
kann, endlich kehrt die Bewunderung des Pythagoras,
or hierin von Autisthenes abwich, zeigt eine Cor-
Antisthenes hatte, wie wir 8. 190 ff. sahen, dic
Gogner des Ileraklos in Sophisten verwandelt,
1) of Cicero de rep. I 17, 27.
Ihm lebte
Page 16
View in PDF(opens in a new window)mit schlechten Menschen zu thun.
Dies konnte Poscidonios
nur Verständigkeit zugesprochen wird, gegen Herakleides
aus zwei Gründeu nicht übernehmen, einmal, weil ihm das
gerichtet
goldne Zeitalter das des patriarchalischen Kónigthums, das
jenen früheren Weisen, soweit sie sich wie Thales und
heifst das heroische war, in welchen es keine schlechten
Anaxagoras mit Astronomie beschäftigten, wol das Priidicat
Menschen gab,
copos, nicht aber den Namen des geeryeog gönnen (Aridann,
weil er das, was Antisthenes zum
gewesen
zu
sein.
Die
alten
Kyniker wollten
Beispiel dem Prometheus vorwart, Beschäftigung mit Astrostoteles
nomie und Begründung des Luxus durch den L'euerraub,
D. 13), die Gesetzgeber unter den sieben Weisen würden
im
sic wohl auch als yeo»swor anerkannt haben, was sich mit
höchsten
Grade
billigte.
Demgemäls
dreht
er mit
oth. Nic.
VI 7,
p.
1141b 3,
vgl.
Antisthenica
Antisthenes eigener Methode dessen ganze Mythendeutung
den svreroi des Dikaiarch ungefähr deckt,
nur dals
bei
um.
Dikatarch
Kynikern
die
Cicero V 3, 8: Nec vero Allans sustinere caelum, nee
Prometheus
adfixus Caucaso,
uxore, genero,
filia traderetur,
nitio nomen corum ad
nec
stellatus Copheus
cum
wol
die
sowie
gedryots höher stand.
bei
den
alten
Seneca a. a. O. $ 7 gesteht danisi caclestiun divina coggogen den Cieseizgebern mit Poscidonios unbedenklich den
fabulae
Ruhm der Gogie zu.
cerrorem
traduxisset.
Hier
sind dic grofsen prachistorischen Astronomen, welche der
antisthenische Herakles zur Raison brachte,
plötzlich zu
Ehren gelangt.
Citiert wird bei Cicero Llerakleides nur für die Nach-
Anhang II.
richt, dals seit Pythagoras der Name gelocogoe für copas
aufgekommen.
Pythagoras war hier in einem Dialoge mit
Hippias der Elcer.
dem Flerrscher von Phleius, Leon verherrlicht ganz in der
Speciell an den
Der von 1%. Maals im Hermes 22 8. 581 ff. versuchte
antisthenischen Archelaos, aber auch an das Auftreten des
Weise wie Sokrates von seinen Schülern.
Nachweis, dafs von Herodot UL 80—-82 für die Verhand-
Diogenes bei den Spielen erinnert die Definition des Philo-
Jungen der persischen Grofseu
sophen, cr verhalte sich im Leben so wie der unbetheiligte
schiedenen Verfassungslormen cine schriftliche Quelle, die
Zuschaner bei den Festspielen ).
xutugullorres des Protagoras benutzt seien, hat mich in
Wahrschemlich stammte
über die Vorzüge der veraus demselben Dialog aber schon einiges dem Cital vorkeinem Punkte überzeugen können.
hergehende,
so wahrscheinlich die
Die Resultatlosigkeit
Uebersicht über den
dev Erörterung, welche für eine sophistische Quelle sprechen
Gag der Forschung, da Pythagoras doch motivieren mulste,
soll, ist nur scheinbar, denn in der That wird von Herodot
wolsbalb er sich nicht wie die früheren soyos nannte.
der
So
Demokratie der Vorzug gegeben und ihre Vortheile
scheint deun der von Laert. Diog. [ 40 erhaltne Satz des
mit den
Dikaiaveh,
Küxsten ihr nicht auch die Palme zuerkennen,
worin
den
sieben
Weisen stait der Weisheit
wärmsten
fach daher,
1) Aus demselben Dialog schöpft Lacrtius Divgenes 1 12; dals dio
Nachricht,
Pythagoras babo sich zuerst Philosoph genannt, grinzlieh
erfunden ist, braucht wol nicht gesagt zu werden.
Farben
gemalt;
dais nach dem Gang
König werden mufs.
für Protagoras
dals
die persischen
rührt einder Geschichte Darcios
Der andre Grund, welcher speciell
sprechen soll,
die angebliche Skepsis
des Verfassors jener von Herodot benutzten Schrift gegen