Mythische Modelle in der Erkenntnislehre

Author
Topitsch, E.
Published in
Studium Generale
Year
1965
Subject
MODELS
Language
Deutsch
Category
C9 Medicine
Archive number
2632

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1965 400-418. | Dès la première réflexion épistémologique, deux courants se a manifestent, qui détermineront la tradition jusqu'à nos jours, Le premier 26432 considère la connaissance comme une fonction physique et se sert, notamment Toe)?<Son LL au début, de modèles technomorphes (Alemeon, Empédocle), tandis que| 2 \ AL le second situe la connaissance au-delà de l'organisme percho-pigsigne. | C'est ce groupe de conceptions extatiques et cathartiques impliquant une échelle de valeurs qui l’emporte chez Platon ; le contraire est vrai pour Aristote. Es läßt sich zeigen, daß die vorwissenschaftliche Weltauffassung und Selbstdeutung des Menschen in hohem Maße durch eine sehr beschränkte Anzahl von Motiven und Modellvorstellungen bestimmt ist, deren phylogenetische Wurzeln zum Teil bis tief in jenes archaische Erbgut zurückreichen, das wir mit den höheren Tieren gemeinsam haben. Diese Vorstellungen entstammen gewissen vertrauten, gefühlsgesäctigten und praktisch bedeutsamen Situationen der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion des Lebens sowie der Auseinanderserzung mit einer Grundgegebenheit unseres Daseins — dem Druc der Realität’. Besonders auffällig ist dieser Sachverhalt in der Deutung der Außenwelt. Die primitive Kosmologie fait das Universum niche selten biomorph — als Lebewesen — auf, und noch bedeutsamer sind die soziomorphen und technomorphen Modelle: die Welt Lebewesen vorgestellt. Häufig ist sie Träger einer sozialen Rolle, etwa derjenigen des Rächers oder des bestraften Büßers; mitunter begegnen wir auch dem hierarchisch abgestuften „Seelenstaat“. Handwerkliche Analogien tauchen auf, wenn von der anima als der forma corporis die Rede ist. Die ekstatisch-kathactischen Lehren von der Weltüberlegenheit der unkörperlichen Seele finden ihre Fortsetzung in der idealistischen Metaphysik von der Freiheit des „intelligiblen“ oder „absoluteIch“ n. ?. Derartige Formen der Weltauffassung und Selbstinterpretation haben lange Abschnitte der Geistesgeschichte nahezu unangefochten beherrscht. Nur langsam und spät hat sich die moderne Wissenschaft von ihnen gelöst. Dieser Ablösungsprozeß, der vielleicht an der Trennung von Astronomie und Astrologie am besten zu studieren ist, hat schließlich zu einer praktisch vollkommenen Verist ein Sozialgebilde (Familie, Sippe, Oikos, Staat) selbstindigung oder ein Erzeugnis übermenschlicher Kunstfertigkeit, Die Zählebigkeit und Kontinuität, mit welcher und der empirischen Psychologie geführt. In diesen Disziplinen ist heute für jene älteren Denkformen kein Platz mehr. sich diese Vorstellungen durch die Jahrtausende hindurch in Mythos, Religion und Metaphysik behauptet haben, ist verblüffend ?. Ähnliches gilt für das ekstatisch-kathartische Traditionsgut: von der Magierekstatik und den Reinigungsmysterien archaischer Frühzeit führen unverkennbare Überlieferungen zu den Mythen von Fall und Wiederaufstieg der Seele und von dort weiter zu den metaphysischen Spekulationen über den göttlichen Urgrund, aus dem die Welt durch einen Fall hervorgegangen ist und zu dem sie in erlösendem Aufschwung wieder zurückkehrt. Genau so verhält es sich mit der Deutung des Individuums und seiner Innenwelt im Seelenglauben. Auch hier beherrschen biomorphe, soziomorphe, technomorphe und ekstatisch-kathartische Modelle — welch letztere ja aus dem Bereich der Seelenmythen hervorgegangen sind — weithin das Feld. Die „Seele“ ist das Lebensprinzip oder wird als * Erweiterte: Text cines im Rahmen der „Mainzer Uriversitätsgespräche“ im Sommersemester 1963 gehaltenen Vortrages, 1 Torirscu, E: Phylogerietische und emotionale Grundlagen menschlicher Weltauffasseng. Saggi Filosnfici 9, Turin 1962, neu abgedr. in W. E, Münmann-E. W, MULLER: Kultur» anthropologie. Kéln: 1965. 2 Torırsch, E.; Vom Ursprung und Ende der Meraphesik. Wien: 1958. der exakten Naturwissenschaften Anders liegen die Dinge in der Philosophie und philosophischen Gescllschaftslehre. Aus Gründen, welche an dieser Stelle nicht nochmals erörtert werden sollen, stößt hier die Loslösung von den erwähnten Denkformen auf beträctliche Widerstände. Nicht selten wird der Einwand erhoben, die Kritik an dieser Vorstellungswelt sei das Ergebnis eines ,empiristisch" oder „szientistisch“ verengerten Wissenschaftsbegriffes, welcher in unentschuldbarer Weise die „wahren“, die , metaphysischen“ Voraussetzungen der Erkenntnis vernachlässige, Damit wird eine Frage aufgeworfen, die bisher im Rahmen weltanschauungskritischer Forschung noch kaum behandelt worden ist, obwohl sie durchaus auf der Linie bisher entwickelter und bewährter Gedankengänge liegt. Es ist dies das Problem, ob und inwiefern die für die mythischen 18 | Juhigung Het 6 (1965 : Mythische Modelle ir. a der Erkenetnislehe A ea boss rn kennenis eine recht späte Errungenschaft unserer geistigen Entwicklung. Das Interesse des Menschen richtet sich schon aus Gründen der Selbsterhaltung in erster Linie auf die Außenwelt. Ob das eigene „Ich“ ein ebenso ursprüngliches Thema menschlichen Denkens bildet, ist zumindest sehr fraglich, ja „wer darauf geachtet hat, wie fest die Aufmerksamkeit der einzelnen wie der Völker am Äußeren haftet, wie spät sie sich dem Inneren, dem Seelischen zukehrt, wird vielleicht eher der Annahme zuneigen, der Mensch gleiche ursprünglich jenem Schildbürger, der, da er die Zahl der Anwesenden feststellen soll, sich selbst nicht mitzählt“ *, Doch kann kaum ein Zweifel daran bestehen, daß auch die Seelenvorstellungen sehr alt sind. Die mythischen Bilder von der Welt und vom menschlichen Selbst waren gewiß schon längst vorhanden, als das Erkennen zum Gegenstand denkerischer Bemühungen wurde. So ist es von vornherein wahrscheinlich, daß sich die Versuche einer Erklärung des Erkennens im Rahmen und in den Formen des schon bereitliegenden Vorstellungsgutes vollzogen haben, und zwar vor allem in Zusammenhang mit den Seelenlehren. Tatsächlich war dies in Hellas und in Indien der Fall, Schon Erwin RoHDE hat wichtige Beziehungen zwischen den Scelenvorstellungen und der Erkenntnislehre der Griechen gesehen und später haben englische Forscher — besonders F. M. CORNFORD und E.R. Donos — seine Einsichten erweitert und vertieft. Im Anschluß an diese Untersuchungen soll zunächst gefragt werden, wie sich das Problem des Denkens und Erkennens der frühen westlichen Philosophie dargestellt har. Vor allem F. M. Cornroro hat klar herausgearbeitet, daß das Erkenntnisproblem bei den Griechen von zwei völlig verschiedenen Richtungen her aufgeworfen worden ist. Einerseits sind Naturforscher und Ärzte drauf gestoßen und haben eine physiologisch-empiristische Tradition begründer. Für diese ist das Erkennen wie die übrigen seelischen Phänomene eine Leistung des menschlichen Organismus, die vom Leibe abhängt und in keiner grundsätzlich anderen Weise untersucht, dargestellt und erklärt wird als andere körpergebundene Funktionen. Diese Richtung bedient sich — was hier schon vorweggenommen sei — genau wie die übrige frühe des Individuums — des Kosmos und der Seele — maßgebenden Motive und Modellvorstellungen auch den entsprechenden Auffassungen des Erkenschamanistischen und verwandten Ursprüngen stam- * Toritscu, E.: Sozialphilasophic zwischen Ideologie und Wissenschaft. Nenwied: 1961. Besonders die durin enthaltenen Aufsätze ,Seclengliube und Selbstincerprecation® und „Morive und Modelle der Kantischen Morahnetaphystk". | : Nun ist das Nachdenken über das Wesen der Er- mende Traditionslinie gibt es außer und über der und metaphysischen Deutungen des Universums und nens und der Erkenntnis zugrundeliegen. 401 a" u . Physiologie vor allem technomorpher Modelle und ist im wesentlichen wertneutral, Für die andere, aus 4 Gomeraz, H.: Über Sinn und Sinnzcbilde. Versschen und E-klären. Tübingen: 103. 1929, 3 Connronn, E. Mos Principiam Sapientiac. The Origins uf Greek Philos iphical Thought. Cambridge: 3) i. u. 45 th, 1952, „bloßen sinnlichen Erfahrung* noch eine höhere Form der Erkenntnis, die nur der vom Körper loslösbaren und von ihm wesensverschiedenen „höheren Seele“ zugänglich ist. Hier überwiegen ekstatisch-kachartische Leirvorstellungen, die eine Uberwindung des Realitätsdruckes versprechen und dadurch einen intensiven Wertcharakter tragen. Beide Überlieferungen sind für die Erkenntnislehren der griechischen Philosophen grundlegend. Bald stehen sie unvermittelt nebeneinander, bald werden die tiefen Widersprüche zwischen ihnen zur crux der Denker, welche die Voraussetzungen der so entstandenen Probleme oder Scheinprobleme nie durchschaut haben. Mit dem Erbe der griechischen und der hellenistisch-orientalischen Philosophie und Theologie ist dieses Gedankengut schließlich in die Grundbestände der mittelalterlichen und neuzeitlichen Metaphysik eingegangen. Die ältesten Zeugnisse für eine physiologischempiristische Behandlung des Erkenntnisproblems gehen auf Alkmaion von Kroton zurück, der bei seinen anatomischen Untersuchungen entdeckt hatte, daß von den Augen die Sehnerven kreuzförmig zum Gehirn verlaufen, und der beobachtet hatte, daß bei Hirnschädigungen auch die Sinnesleistungen und das Denkvermögen beeinträchtigt werden (A 5, A 10, All Drevs-Kranz). Zur Erklärung der Vorgänge in den Sinnesorganen bedient sich der pythagoreische Arzt in der Regel noch ganz einfacher cechnomorpher Modelle. So führt er die bei einer Gehirnerschütterung auftretenden Störungen darauf zurück, daß dadurch die „Poren“, welche die Sinnesempfindungen vermitteln, geschädigt werden. Diese Poren sind offenbar kleine Kanäle, die das Empfindungsmaterial von den Sinneswerkzeugen zum Gehirn weiterleiten (A 5). Bemerkenswert ist auch die Erklärung des Sehens. Alkmaion faßt den Glaskörper des Auges als eine Art Spiegel auf, der die Außendinge widerstrahlt und dessen „Bilder“ durch die „lichtbringenden Wege“ dem Gehirn vermittelt werden (A 10). Eine ähnliche, aber breiter ausgeführte Sinnesphysiologie mit reichliher Verwendung technomorpher Deutungsschemata findet sich bei Empedokles: die Sinnesempfindungen beruhen auf mechanischen Vorgängen, die mittels der Poren zustandekommen. Alle Dinge produzieren Ausflüsse, die durch ihre Poren erfolgen und in die Poren der entsprechenden Sinnesorgane hineinpassen — etwa die farbigen Ausflüsse in die Poren des Auges (A 87, A 92; B 29). Nach demselben Modell (der „Symmetrie der Poren“) erklärt der Philosoph übrigens auch die Mischung der Stoffe, den Magnetismus und

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Studium Generale Jahrgang 18 Heft 6 (1965) E. TorrrscH: Mythische Modelle in der Erkenntrislehre 403 die Existenz immergriiner Pflanzen (A 86, A 89; B 77). Noch deutlicher werden die technomorphen Analogien bei der Behandlung der einzelnen Sinne: und zwar wohl von der richtigen stofflichen Mischung des Leibes ab (A 135). Körpers, die Allmacht der Intelligenz und die Unsterblichkeit der menschlichen Seele“ ®. Aus solchen das Ohr funktioniert wie eine Glocke (A 86, A 93), Die atomistische Deutung des Erkennens entfernt sich allerdings schon weit von der empirisch-physiologischen Betrachtungsweise der Arzte. Sie ist eine und ähnlichen Quellen stammt die Vorstellung, daß die vom Leibe loslösbare und wesensverschiedene wegs der Träger des gewöhnlichen Wahrnehmens und Denkens; ihm kommt allenfalls die „höhere“ Erkenntnisweise der ekstatischen Erregung zu und ihm allein „ist wohl auch der philosophische Tief- Seele dem Druck der Lebensrealität überlegen sei und übermenschliche Fähigkeiten besitze. Im primitiven und mythischen Denken wird diese Überlegenblick eigen, der, über die sinnliche Auffassung eines beschränkten Erfahrungsgebietes hinausdringend, die Gesamtheit des Weltwesens nach seiner wahren heit noch durchaus als aktiv und pragmatisch ge- Beschaffenheit erkennt“ '*, Vor allem aber muß die gefallene Seele in der Lage sein, das mit den Mitteln empirischer Erkenntnis unerreichbare Wissen um ihre göttliche Herkunft, die Ursachen ihres Sturzes das Auge wie eine Laterne. Im Inneren des Sehorganes befindet sich Feuer, das infolge seiner feinen Substanz durch die Poren der aus den iibrigen Elementen bestehenden Hiillen hinausdringt wie das Licht aus einer Lampe (A 86: B 4). Daneben verwendet Empedokles allerdings auch die oben erwähnte Erklirung, nach welcher die Ausflüsse der Gegenstände in das Auge eindringen, ohne daß ersichelich wird, wie er diese beiden optischen Theorien miteinander in Übereinstimmung bringt. Weniger weiß der Philosoph über das Denken zu sagen, das er vom Wahrnehmen noch nicht grundsätzlich unterscheidet (B 106). Seine diesbezüglichen Annahmen beruhen vor allem auf seiner Lehre von den vier Elementen, sind also von Gedankengängen abhängig, welche primär nichts mit dem Erkenntnisproblem zu tun haben. Die Denktätigkeit hat ihren Sitz im Blut, weil in diesem angeblich die vier Elemente am meisten gemischt sind (A 30, A 86, A 97; B 106). Dabei erkennen wir jeweils mit dem Anteil eines Elementes im Blut das entsprechende Element in der Gegenstandswelt, also nach einem uralten Mythenmotiv jeweils Gleiches mit Gleichem (A 86; B 109). Das Denken ist also vom Blute und überhaupt von der Körperbeschaffenheit abhängig; die Trennung der Elemente im Tode bedeutet auch das Ende der denkenden Seele (A 85; B 105, B 106). Konstruktion, mit deren Hilfe die dem ganzen System zugrundeliegenden technomorphen Leitvorstellungen auch auf die Erkenntnisvorgange angewendet werden sollen. Dabei will der Philosoph nicht nur die Wahrnehmung mit den Mitteln des Atomismus erklären, sondern auch den naheliegenden Einwand entkräften, daß uns die Wahrnehmung keinen Anhaltspunkt für die Existenz von Atomen biete, Allerdings steht hier die Erklärung und Kritik der Sinneserkenntnis nicht wie bei Platon im Dienste eines Versuches, jenseits der wertirrationalen Erfahrungswelt ein Reich wertbestimmter, ewiger und unkörperlicher Wesenheiten aufzubauen. Demokrit will lediglich einen wertneutralen konstruktiven Grundriß der Körperwelt entwickeln ®. Neben dieser nüchternen, wenn auch besonders in ihren Frühstadien recht primitiv und hausbacken anmutenden Behandlung des Erkenntnisproblems steht aber von Anfang an eine völlig andersartige, welche ekstatisch-kathartischen schamanistischer und Überlieferungen verwandter Herkunft entstammt. Diese Vorstellungswelt hängt eng mit der Tatsache zusammen, daß der Druck der Realität, dem alle Lebewesen ausgesetzt sind, vom Menschen bewußt erlebt wird. Das Tier ist ein leidunterworfenes, bediirftiges und todgeweihtes Wesen — der Wie die Erkenntnistheorie des Empedokles dessen Mensch ist es und weiß darum, und er weiß, daß Elementenlehre, so setzt diejenige des Demokrit den sein Körper einen der Hauptangriffspunkte fürjenen Druck darstellt”. Doch gibt es seelische Ausnahme- Atomismus — eine besonders ausgeprägte Form Dementsprezustinde — Traum, Trance oder Rausch —, in denen chend wird auch das Erkennen durchaus technomorph gedeutet. Schon Leukippos hatte das Sehen sich das menschliche Bewußtsein scheinbar vom Körper lösen und den Beschränkungen entziehen kann, die uns durch unsere Leiblichkeit auferlegt sind. technomorphen Denkens — voraus. und das Denken auf „Bildchen“ (sta) zurückgeführt, die von den Gegenständen ausströmen, in das Auge eindringen und uns so die Gestalt des jeweiligen Dinges vermitteln (A 29, A 30). Demokrit hat diese Bildchentheorie übernommen und weiter ausgestaltet. Überhaupt werden nach seiner Lehre die verschiedenen Sinneswahrnehmungen durch verschieden geformte Atome verursacht, beispielsweise die Farbwahrnehmungen „weiß“ durch glatte und „schwarz“ durch rauhe Partikelchen (A 125, A 126). Dabei stellt sich der Philosoph die kleinsten Teilchen durchaus nach Analogie von Körpern mittlerer Größenordnung vor: sie sind rund, eckig, scharfkantig, gekrümmt, glatt, rauh usw. (A 129). Über das Denken hat Demokrit nur wenig geäußert; jedenfalls hängt es von der körperlichen Verfassung, Solche Erlebnisse waren die Grundlage einer Magierekstatik, in welcher der vom Leib gelösten „Seele“ magische und hellseherische Fähigkeiten zugeschrieben wurden. Der Schamane vermag in der Ekstase seine Seele nach fernen Ländern, ins Reich der Götter oder in die Unterwelt zu entsenden, Verborgenes zu erkunden und Zaubermacht auszuüben. Dieser Seelenmythos enthält, wie man mit Recht betont hat, „keimhaft eine ganze Metaphysik der Autonomie und geistigen Freiheit des Menschen, und hier liegt der Ausgangspunkt für die frühesten Spekulationen über das freiwillige Verlassen des © Winpetbanp, W.: Plato. 6, Aufl. Scutrgart: 77, Arm. 1, 1920. 7 Vgl. Frewo, S.: Das Unbehagen 23, 1930. dacht: der Ekstatiker besitzt Zauberkraft und die Gabe des Hellsehens, hat Macht über Krankheiten und Narurgewalten, kann verlaufenes Vieh oder verlorenen Besitz auffinden usw. Beim Übergang dieser Motive in die Philosophie erfolgt aber eine wichtige Veränderung. Der Glaube an die aktive, auf die konkreten Aufgaben und Nöte des praktishen Lebens bezogene Weltüberlegenheit der Seele wandelt sich zu der kontemplativen Überzeugung, daß das „wahre Ich“ des Menschen dem Leid, der Bedürftigkeit, der Schuld und dem Tod entzogen sei oder doch auf einem Heilsweg entzogen werden können. Das diesem Ich zugängliche „höhere Wissen“ zielt nicht mehr auf Erkenntnis oder Beeinflussung von Fakten der Lebenspraxis, sondern auf seelische Entlastung durch eine vorgeblich absolute Sicherung ethisch-politischer Verhaltensnormen oder durch eine mystish-berrachtende Erhebung über die bedrängenden Realitäten des Daseins. Derartige Motive, die der griechischen Philosophie vor allem durch die orphisch-pythagoreische Mysterienreligion vermittelt wurden, finden sich oft beziehungslos neben technomorphen Modellvorstellungen. So spricht Alkmaion — nicht als empirisch eingestellter Arzt, sondern als Adept des pythagoreischen Mysterienglaubens — von der unsterblichen Seele, die in ewiger Bewegung begriffen ist und den gottlichen Gestirnen gleicht (A 12). Sehr deutlich wird die Spannung zwischen der technomorphen Psychophysiologie und den ekstatisch-kathartischen Seelenmythen bei Empedokles, der das Motiv vom Fall der Seelen in die Leiblichkeit und ihrer Erlösung aus derselben von den Reinigungsmysterien übernommen hat. Freilich ist der in die Gefangenschaft des Leibes gefallene „Daimon“ (B 115, B 126, B 148) — Empedokles verwendet in diesem Zusammenhang nicht den Ausdruck „Psyche“ — keines8 Euiaoe, M.: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik. Zürich: 443, 1957. % Toprrscu, E.: op. cit. Anm. 3, bes, 5.171 ff., 181 ff, Die Spaltung des Bewuftseins in cin dem Realitätsdruck unterworfenes, beobachtercs und ein diesem Druck entzogenes, beobachtendes Ich ist übrigens hiufte in Exrremsituationea (wie auch bei manchen Geisteskrankheiten) festzustellen, vgl. BerTeLHens, B.: Individual and Mass Behavior in Extreme Situations, in: Maccosr, E.E. — Newcom, Th. M. — Hartin der Kultur. Wien: rer, E.L.: Readings in Social Psychology. 3.cd., New York: 302 4., 1958. und den erlösenden Rückweg in ihre übersinnliche Heimat zu erwerben. Theodor Gomperz hat im Hinblick auf die beiden grundverschiedenen Konzeptionen des Empedokles von einer „Seelenphysik“ und einer „Seelentheologie“ gesprochen '!; im Anschluß an diese Ausdrücke könnte auch von einer „Erkenntnisphysik“ und einer .Erkenntnistheologie“ die Rede sein. Motive aus dem Bereich der Verzückungskulte klingen sogar bei Demokrit an, wenn er behauptet, niemand könne ohne Begeisterung (îvtovarzopée) und ohne einen Anhauch von Ekstase ein guter Dichter werden (B 17, B 18). In abgewandelter und stärker rationalisierter Form begegnen uns die bekannten Modellvorstellungen der ,Erkenntnistheologie“ bei Parmenides. Die Auffahrt zur Wahrheit im Prooemium seines Gedichtes, die man wohl zu Recht mit schamanistischen Himmelfahrtsritualen verglichen hat, ist keine bloße poetische Einkleidung trockener logischer Erkenntnisse. Sie ist vielmehr als echte Entrückung in den Bereich des Ewigen und Vollkommenen zu verstehen, als Erlösung aus der Gefangenschaft in der leidvollen Sinnenwelt. Das „wahrhaft Seiende“, zu dem sich der Philosoph aufschwingt, wird im wesentlichen durch Vollkommenheitsattribute definiert, die seine Überlegenheit über den Realitätsdruck aussagen: es ist ewig, einzig, unzerstörbar und mangellos (B 8). Natürlich ist eine solche Wesenheit empirisch nicht aufweisbar, vielmehr sind ihre Attribute nur Negationen wertwidriger Gegebenheiten in der vorausgesetzten empirischen Realitär'*. Dieser 10 Rope, E.: Psyche. 9. u. 10. Aufl., Bd. 11. Tübingen: 185, 1925. 11 Gomperz, Th.: Griechische Denker. 3. Aufl., Bd. I. Leipzig: 198 £., 1911. 32 Hierzu und zum folgenden vgl. Tortrsch, E,: Die platonisch-aristotelishen Seelenlehren in weltanschauungskritischer Beleuchtung, Sitzungsber. d. Osterr. Akad. d. Wiss. Phil.-hist. Kl. 233/74, Wien 1959. — Über die „negative Ontologie* bei Parmenides und Plztor. vgl. Razrs, G.: Platon und Aristoteles im abendländischen Bewußtsein, in: „Gymnasium" Bd. 62, 100 (1954): „Wie Anaximandros und Parmenides konntr auch Platon sein Prinzip zunächst nur negativ bestimmen. Die Grundform, als Prinzip der Dinge, durtt« kein Ding sein. Su sind die wesentlichen Kennzeichen der Studium Generale (Nerl.} Jah:g. 18

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Studium Jahrgang 18 Heft6 (1965) Generale Schwierigkeit entzieht sich der Philosoph durch die n ds kenntnismetaphysik a sngot mn stammenden Motive hat Anaxagoras gelehrt H3padev 405 E. Torrrscu: Mythische Modelle in der Erkerntrislehre . aloe te Lang «eg Gegenstinde auf jeweils ap 10 i ton eine Stufenleicer von Behauptung, die Erkenntnis des wahrhaft Seienden eloxpivesdar bleibe der „Vernunft“ (voüc B 4,1; Aéy2¢ B 7,5) vorwesenverschiedene und in ihn von außen her eintretende Nous wird nun mit dem Denken identifiauf Aufstieg acne Ni= Sathorn, Sile liegen; fir den ee Aelt imdgrSinneageeineri modernen u , ca a anzusehen ist. Sie bilder eine eigenartige dieser Leiter gebraucht er Ausdrücke wie ra ziert, das in diesem Zusammenhang die bekannten Vollkommenheitsattribute der Weltüberlegenheit empfängt — der denkende Geist ist allein von allen Kombination ekstarisch-kathartischer und technomorpher Motive, wobei von den letzteren nicht die dem Materialverhalten, sondern nur die der absichts- „der èravayuwri (Rep. 517 b, 532c). Hieran vi u neuplatonisch-gnostische Wendungen orm e könnte man diesen Typus der reogie die Überzeugung schenken soll, daß sie im Letzten „, überwindende Vorstufe. Das Beharren = behalten; die Sinne reichten an sie nicht heran. So wird ein altes Motiv denkerisch umstilisiert: wie die Seele des Schamanen den Körper zur Reise ins Götterreich verläßt und seherisch in Vergangenes, Verborgenes und Zukünftiges Einblick gewinnt, so erhebt sich nun ein „höheres Erkenntnisvermögen“ über die Schranken der Erfahrungswelt zur „rationalen“ Schau des Zeitlosen und Unwandelbaren. Diese „Intellektualisierung“ der ekstatisch-kathartischen Seele, ihre Umwandlung zur „denkenden Vernunft“, wurde auch dadurch gefördert, daß den Pythagoreern die Mathematik als Paradigma zeitloser, von den Zufälligkeiten der Erfahrungswelt unabhängiger Wahrheiten erschien, deren Betrachtung die Seele über die Befangenheit im DieseitigZeitlichen erheben mochte. còv vodv (A93). Der vom Körper einfach (&r)00), unvermischt (duro, rein (xa%2p6c) und jedem Leiden entrüct (rate), wobei mit dem letzten Ausdruck offenbar gemeint ist, der Geist sei keinen Einwirkungen von anderer einen Grundpfeiler dieses Baues bildet die Annahme sogar einen Ausdruck der Verblendung, op er i einer überempirischen „wahren Wirklichkeit“, des Reiches der Ideen als der vollkommenen Urbilder in Materie gefallene Seele befangen hält (Tim. menheitscharaktere des letzteren an das erstere zumindest umstritten ist, werden hier dem Nous die betreffenden Charaktere ganz eindeutig zugeschrieben. Freilich hat Anaxagoras seine Geistlehre nicht folgerichtig durchgeführt, was schon von Platon und oder paradigmatischen Normgestalcen der Sinnen- Erklärung unserer Sinnesleistungen geht, scheinen die Prädikate definiert, die ihre Erhabenheit über die sich durchaus an die geläufigen physiologischen Vordie Welt des Reinen, Ewigen und Unsterblichen, die intelligiblen Urbilder sind leidlos, göttlich, unver“ mungsakte ganz materialistisch als die Mischung er stofflichen Emanation aus dem pps dem „Sein“ und damit die Verleihung der Vollkomlosoph von der Höhe der „Seinserkenntnis“ als auf dem Verhältnis dieser Einheit zu der Vielzahl deneine bloße „Welt des Scheines“ hinabblickt. Nach der hier vorliegenden Version dieser Auffassung ist kender menschlicher Individuen, und ist das Erkendas menschliche Seelenleben, zumal Wahrnehmung und Denken, von der Mischung der beiden Grundkenntnisobjekte, ein „Affiziert“werden (résyer) durch dieselben, so ist es unerklärlich, wie der vcóz stoffe (des Warmen und des Kalten) abhängig, wobei jedes dieser Elemente jeweils das ihm Verwandte empfindet (A 46). Wie sich Parmenides das áradís zu Erkenntnissen kommt. stigen Seinserkenntnis gedacht har, bleibt freilich Zur Ineinssetzung der leidlosen, dem Realitatsdruck entzogenen Seele mit dem Denken hat Anaxagoras wesentlich beigetragen. Dieser besonders zwei Schwierigkeiten dieser Lehre bedeutihres positiven Wortlautes, logisch betrachtet, nur die Negationen einer vorausgesetzten Erscheinungswelt... Kurz: die Idee ist, was sie ist, niche zuletzt durch die Negation dessen, was sie nicht sein soll“, 13 Met. 984b 19f., vgl. E. S, 100 f., S. 413f, ROHDE, op. cit. Anm. 10, 1 Dopps, E. R.: The Greeks and the Irrational. Berkeley: 143, 1951. Sinneserfahrung entrückte Ideenwelt der reinen, un stanz darzustellen (Tim. 45 b ff., 61 d ff., 65b f..), zeigt Platons Abhängigkeit von der ra + nich ohysiologischen Tradition,17, wohl > Ahnliche und Demokrit beson dea körperlichen Vernunftseele zugänglich sei. Die „un Lon Empedokles sterbliche Geistseele* kann nicht nur die Ideen un formen walten vor, wenn die Entstehung der fo mittelbar und unabhángig von aller SinsAt innerungsbilder mit der Prägung eines Wachssrüdces erfassen, sondern ist ihnen verwandt und äußerst verglichen wird (Theait. 191 cd). ähnlich (Phaidon 79d, 80b). Solange sie auf der So stehen auch bei Platon die beiden Grund- Seinsebene des Ubersinnlichen vecharrt, — formen archaischer Erkenntnistheorie nebeneinander, unversehrt und unberührt von den irdischen Ubeln, ohne daß ersichtlich würde, ob ihr gegenseitiges Verrein und unbefleckt vom Körper die He rape hältnis dem Philosophen zum Problem geworden ist. goreisch beeinflußten Seelen- und Erkenntnislehre Platons. Besonders F.M. Cornrorn und E.R. Dopps reinen und ewigen Ideen schauen (Phaidr. 250 o Jedenfalls gibt er der Lehre von der Ideenschau den Erst durch ihren Fall in die Fete re = klaren Vorrang, denn er verfolgt vor allem solche haben das Fortwirken schamanistischen Erbes bei ihr seliges Dasein und ihre höhere Einsicht, aber D die nicht nur mit den Mitteln der damaligen diesem Philosophen hervorgehoben: Die Trance des durch die wahre Philosophie kann und soll sie von der Sinnlichkeit gereinigt und erlöst und wieder zur Phyüiolosie, sondern überhaupt dem mit einer Klinauf demngBoden e le Tsetzu ! rein geistigen üErkenntnis“ der „wahren Wirklih- “MP Erkenntnisproblem unerreichbar sind. | u derLara keit“ ne dicne die Mathémacik Die Philosophie "i =Menschen - gung der Vernunftseele durch geistige Sammlung und „wahre Philosophie“; das „höhere Wissen“, das lität ringenden Lebensrea “ si er ee Siang , ee aver dursde Cube. a e “ns geviben Beispiel fiir oe alsA der Ekstatiker in seiner Entrückung zu erwerben > a ewige 1 ? ei ö en mal stützt Glauben Dic u op orale ades Verd bobo as se Bilder dedo » zur {ôxéysea) nur ine erste Stufe auf : dem Wege eines Annahme rphen technomo der ng Verbindu eine dem mit r“ „Urbilde ner IIkomme sch 5 chen Vernunftmeint, erscheint hier als Schau der metaphysischen Wahrheit; die Erinnerung an vergangene Erdenleben, die der Schamane besitzen soll, wandelt sich gehen, so machen sie doch deutlich, daß Platons Ercher die Stufen der dialektis i n Reiches des Ideenreiches und zeitloseisch-k =. (ess émiothu athartvoischen Motiv em Le pl der Ideer) des Guten folgen; ekstat wesensverschiweder dieses Ich Organismus Organ ischen‚wahren Gipfel führend,: physi zu dieseRam höchstenseSo aeteping Da aber er Ich“. ö en ck auf das ‚farblo und gestaltlose lösbaren „wahr 1% Dopps, E. R, 2.20, S. 210. op. cir. Anın. 5, $.45 ff. wird zum Heilswege, auf dem die Seele ihre eigene Görtlichkeit und ihre göttliche Heimat wiederzur Erinnerung platonischen Idee, ewa das 2, das dic, das XwPb:9TÉY, croez Der zweite tragende Pfeiler der platonischen Erkenntnismetaphysik ist der Glaube, daß die aller Eindrucksvoller noch und geistesgeschichtlich folgenreicher war die philosophische Hochstilisierung ekstatisch-kathartischer Vorstellungen in der pytha- „Selbst“ von seinem Körper, wird nun zur Reinianagogischen Motive vergessen und der Denker hält gänglich, einfach und unzerstörbar (Phaidon 78-81). mit einer von außen eindringenden materiellen S nen ein Erleiden von Einwirkungen seitens der Er- Philosoph war, wie schon Aristoteles bezeugt ®, offenkundig durch seinen Landsmann Hermotimos ca Wo es aber nicht um Erlôsung, sondern um die wichtigsten und schmerzvollsten Formen des Druckes stellungen und die entsprechenden technomorphen der Realität aussagen sollen. Das Ideenreich SE Modelle. Namentlich der Versuch, die Wahrnehsam, die aber dem Philosophen offenbar nicht bewußt geworden sind. Ist der denkende Geist tar- Schamanen, die bewußte Loslösung des verborgenen auf viele Jahre den Leib verlassen können und nach Rückkehr von ihren ekstatischen Fahrten mantisch e Kunde des Zukünftigen mitgebracht. In Fortführung dieser dem Umkreis des Schamanismus'* entdinge. Diese höhere Wirklichkeit ist vor allem durch Aristoteles bemängelt wurde. Für unser Thema sind auch angeregt, von dem berichtet wird, seine Seele habe ieser stufe bedeutet ein Hindernis für die Er ae E sächlich eine Einheit, so erhebt sich die Frage nach * unklar. ¿ls den anagogischen bezeichnen. Empicisthe ir haft und die zu dieser gehörige Wissensch saa ni ;jden für eine solche Heilslehre allenfalls i E dem Realitätsdruck nicht unterworfen sind. Den Seite unterworfen (A 55, A 56, A100). Während bei Parmenides die Gleichsetzung des Denkens mit Doch ist selbst bei einem so radikalen Denker wie Parmenides die physiologisch-technomorphe Auffassung des Erkennens nicht völlig verschwunden. Sie findet sich allerdings nur in dem Abschnitt über die empirische Realität, auf welche der Phi- Verhältnis dieser Lehre zu seiner Theorie der geigeleiteten Werkplanung entlehnten Elemente zur Geltung kommen. Beide Motivgruppen werden zu einem Gedankenbau verwendet, der den Menschen Dingen (2v2pyno:x) an die unkörperliche Ideenwelt, welche die Grundlage der platonischen Erkenntnislehre bilder ‘9. Mögen diese Thesen auch in manchem zu weit — F, der den Ausbli und der Berührung unzugángliche Sein‘ eröffnet, M, Cornrorp, -m u 16 Ronpe, E., op. cit. Anm. 10, $. 284. 17 Val Karka, G.: Sokrazes, Platon rad der sokratische Kreis. München: 132, 1924,

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E. Torrrscu: Mythische ii è der E-kenntnislehre Modelle in Studium Jahrgang 18 Generale Urbilder noch jeneSALE alen Erken> E dem empirisch-ration à : ren der er SéaSéance eines M n , . ten {machemaund i eintrete ihn zeirweiliper nommen, das nur in der durch philosophische als lichen (potentiellen) in die wirkliche (aktuelle) Exi- nach dem ung durch etwas, stenz überführt, so sind bestimmte Lebenserschei- tenz und Akt einer Aktualisier mungen — vor allem die Morphogenese und die das bereits aktuell existiert (De an. 417a 17-18). sind eugung s elan 1 Konstanz der Arten — als Verwirklichung normativer Formen in einer bestimmten Materie aufzufassen. Der lebende Organismus bilder daher die Vercinigung einer stofflichen Komponente mit einer formhaften — eben der Seele. Diese ist das gestalrü des Guten, zum Cegsastand ie Idee, die chen die Seele in Zuständen gelocke ny = te diese alle anderen und sollqfähig sein, Todesnähe) mit dem Körper in TranCThellsehe ser .e Erkenntnis höhere(etwa höchsten il ont Idee ao, Üble Cost und n . wisdom ia Heder, dee oe zi erfassen, So -e Fähigkeiten erlangt (Frg. 37 R.); in demselb Unterschied von der platonischen Idee nur in ihrer wie auch Verbindung mit der Materie tatsächlich existieren besitzen, kann keine der beiden Seiten die andere Ps € n sele, die vom Körper göttlich steigert er das „Gute“ ablösbar ist und göttlichen t in seitenm Raves Range so sehr, daf die Frage nach seinem Charakter trägt; in den Inhalt unbeantwortb: ir ART späteren Schriften ist es n und wirken; die Zerstörung dieser Verbindung, etwa i kontrollierbarer Beweisführung zu erfassen ist, sondern sich nur im Aufflammen eines mystisc h-religiösen Erlebnisses offenbart *. Doch die „Ideenschau“ soll nicht nur kontemplative Weltüb erlegenheit gewähren, sondern ist auch mit massiv en pädagogisch-politischen Führungsansprüc hen verbunden: here omen | geworden ist, kann von den rleuchteren die vollkommene Unterwerfu ng unter seine Autorità a i iedi esa Sar Rarionalisierung archaischer Vorstellungen weltüberlegenen Geistseele in Konflikt: einerseits soll der „denkende Geist“ im Sinne der ekstatischkathartischen Überlieferung unbediirftig und leidlos (von Objekten unabhängig und durch sie nicht affirzierbar) sein, andererseits sol] er nach technomo wird in Bewußtse Das Denkens. Wahrnehmens und der d existieren potentiell bloß als ng Auffassu pher sondern eben, nicht der Seele als solcher zugeschri ierung von außen bedürfen und sich gegendem ganzen Menschen, der mittels seiner Seele (oder Aktualis Objekten aufnehmend, rezeptiv, passiv seinen über mt, wahrnim fühlt, lebt, it) Beseelthe kraft seiner deutlich hervortretende SchwierigDiese n. verhalte 12-13). a 414 11-15; lernt und denkt (De an. 408 b sucht der Philosoph 429a an. (De keit Die hauprsächlichen Lebenserscheinungen gehören- abzuschwächen, indem15-16) das Aktualisiertwerden der Seele wie dem Leibe an, darunter Wahrneh a des Erkenntnisvermögenser von Leiden im mung und Gedächtnis (De sens. et sensat, 436 Sinne eines Schmerzduldens odereinem erdens Zerstértw den von Denken 7-10). Demgemäß ist auch das idet (De an. 417 b 12-16); die These von Sinnen abhängig: der Geist vermag die Gegenstände untersche bloßen Potentialitit und Rezeptivitat des erkender Außenwelt nicht ohne Wahrnehmung zu den- der Geistes und damit seiner Abhängigkeit vom nenden an. De vgl. 17-18; b ken (De sens. et sensat. 445 twerden“ durch äußere Einflüsse bleibt je„Affizier Vor432 a 7 ff.), er bedarf zu seiner Tätigkeit der , ja es erhebt sich sogar die Frage, wie aufrecht doch 16-17; 431a an. De parz (pavréa sbilder stellung che und nicht affizierbare Vereinheitli ganz eine seinerwird rmögen 431 b 2). Das Wahrnehmungsve denken könne (De an. 429a t überhaup nunft der seits durch die wahrnehmbaren Eigenschaften ff.), 22-25). 3 417a an. (De ert aktualisi Dinge äußeren wobei jeder Sinn die Formen seiner Gegenstände Damit ist ein Punkt erreicht, an welchen die auch eine für die Erkenntnislehre wichtige Vorentscheidung, denn nach ihr ist nur der „ganze“, aus Form und Stoff bestehende Organismus der Träger aller psychischen Fähigkeiten, auch des Empfindens, der aube an die aktive Weltüberlegenheit, an mantische oder magische Fähigkeiten der unkörperlichen Seele = es bleibt nur die Überzeugung, daß stens wenigdas „innerste Selbst“ des Mensc der Realität entzogen ist. h re Die Lehre vom weltüberlegenen „reine n Denken“ en de ae ha ar der gereinigten Seele weit weniger das Erkenntnis“ des Nous, wie pg rig Klärung eme hal a das Streben nach Meraphysik »De anima“ bie “De h hier, a Fi sent lining vin con o cores der dogo gle úl za eter, och hier steht Sie gerade zu ie vie des Anspruches auf die Spitze der sozialen da ia seveo e len Bs auf eq oi gem Grund e gewach gewußt hatte, senen Theori en zu als ge iiberbri icke, i ristoteles bildet insofern privi £ ei di entscheidendes Übergewicht über die empiisch-phy- bisherige empirisch physiologische Trade Mawes über et Bene e Slogich verhält es sich bei dem einer i als der Denker diese Fragen mit Hilfe da la vom weltüberlegenen und ohne deren Stoff aufnimmt, wie das Wachs das Zei- ,Erkenntnistheologie” nur mit der technomorphen nicht Nous göttlichen an. (De Material dessen ohne es chen des Siegelring es in Konflikt gerät, Aristotel des islehre Erkenntn 424 a 17 ff.). Die Wahrnehmung wird so als Verdoch noch ganz unter =.pea q stehen je- den er zunächst in der re ee nel Lehrers und derÉPhilosoph; inesWeg großen die verschiedensten und die St trug. DasaufWerden zur sodann isg ie den Sele inun deesehen Heine Diszipli la È cr +überoder Leiden (rásx<w De an. 416b 33) sondern mit jeder Auffassung, nach welcher das änderung tota, welches von den fete Gegenständen Denken und Erkennen eine empirisch faßbare Leiwobei sie ausdrücklich er: Esa e ee apparates habe ich an anderer Stelle naga ay ade Oe nehmen und mitunter der noch des intern behandelt, so daß hier einige Andeutungen ei ergrund mögen. Wie der Werkmann ei : der Mantik und Magi PREjungen Jah-: ie erung berichtet, Aristoteles habe in ; . Zürich: 43, 1923. Keısen, H.: Die platonische Gerecht igkeit, In: „KanrStudien" 38 (1933), neu abgedr. in K be Ideologiek-itik. oa i ca ha Aufsätze zur i irgendeiner Form von äußeren Objekten affiziert und rung der Sinneswahrnchmung benützt Aristoteles wahrnehmung gig und an den Leib gebunden ist sowie durch E Prda a ai forma) verleihr auch zu derjenigen des Denkens, wobei er einen Alter, Krankheit, Trunkenengen Parallelismus zwischen’ dem sinnlichen und körperliche Einflüsse —werden kann. Das alles ist dem geistigen Erkennen herstellen will: beide ver- heit — beeintrichtigt halten sich passiv und aufnehmend zu ihren Gegen- mir den bekannten Vollkommenheitsattributen der ständen (De an. 429 a 15-18). Auch die Vernun& „tIeidlosen Geistseele* unvereinbar (val De an. 3 Diese Notiz aus Klearchos finderet sich sj bei P:roklos, on publ. IL, p. 122 Kroll. Vgl. Crorssanr, stung psychophysischer Organismen darstellt und in i Philosophen war Dieselben technomorphen Begriffspaare „Form wird. Dem medizinisch geschulten von der SinnesDenken unser daß entgangen, nicht Erklázur wie und Stoff“ bzw. „Akt und Potenz” den Vorstellungsbildern abhänammengesetzte Werk- 13 Dazu D: is Howato, E.: Div le Bri Briefe Platons 39 Ketsen, H.: u2.0., 5.2291 , = aktualisieren. e Deutung der Verdas Zerbrechen des Werkstückes oder den Tod des Doch leider die technomorphsolchen inneren Wideran nur nicht enis nunfterkenn überdauern. zu nicht sie vermag Lebewesens, dem Motiv der mit auch gerät sie sondern sprüchen, Diese technomorphe Seelenauffassung impliziert rear wird und es schließlich als Teil, der äh dusessle ate Rari panies È Doch die Gegenstände des Denkens (576) zum Unterschied von den platonischen Ideen nach Aristoteles nicht aktuell gegeben, sondern existieren selbst nur potentiell in den sinnlich wahrnehmbaren konkreten Dingen als deren begriffliche Formen a 6-7). Da nun sowohl die Vernunft tende und bewegende Prinzip, doch kann sie zum (De an. 430 ihre Gegenstände bloß potentielles Dasein prizise Antwort auf die Frage i dieion oe Zustand befindet sie sich ach oo sei 407 (De an. 429 a 22) und bedarf daher stück (asvedov, compositum) aus der bloß mög- rein potentiell bekannten Grundsatz der Lehre von Po- Î sca — È tan a jar di a ied peel nen zu tiseurs — beigewohnt ni àiET pd Ù E. Torrrscu: Mychische Modelle in der Erkenntnislehre Heft 6 (1965) J.: pes = et les mystères. Litge- Paris: 22 K,, 1932. e ore op.=2op. al cit. Anm. = Ss 2 ff. — Zum folgenden besanders . ist — wie das sinnliche Wahrnehmungsvermiigen — fixre 408 b 18 ff).

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E. ToPrrscH: Mythi le: ythische Modelle in de: Erkenntnisichre Studi einrale = Es soll ö werde den, ne hier nicht näh er erörtert ; e 2 den a Wide wie sih wie si | rden, ie |; À ihm beilegen sollen, ist chwer ; Ss 2 r zu sagen“ e 5, Ebenso Lehre vom Aweltiiberleg : dem technomor- überlegenen schwer ist zuNous sagen,für was pi erlegenen Geist, di dile Annahme des welr- EE E.Tortrsch: Mythische Modelle in der Erkenntnisichre 409 und über uns mächtig, als sie aus Unwissenheit schen Motive nicht im gleichen Maße durchsetzen. Den Grund hierfür bildete aber weniger die Stärke der physiologisch-technomorphen und empiristischen Position; vielmehr wurde die Erkenntnislehre durch Vorentscheidungen im Bereiche der allgemeinen Weltauffassung nach einer anderen Richtung gesteuert. Zu diesen Vorentscheidungen mag der vielberufene, aber wenig erklärte und erklärende „hellenische Objektivismus" zählen; schwerer wiegt jedenfalls die Tatsache, daß die auf dem Boden absoluter clans as Mo einem höheren, aktuellen, (avidyà) dafür gehalten wird. „Wenn die Welt existiert und dauert, verdankt sie das der ‚Unwissenheit* des Geistes; die zahllosen Formen des Kosmos und die Prozesse ihrer Manifestation und Entwicklung existieren nur soweit, als der Geist, das Selbst (purusa) nichts von sich weiß und in dieser metaphysischen Unwissenheit leidet und versklave wird“ ®, Dieser peinigende Zustand soll durch das wahre Wissen (vidyä) überwunden werden, das : na : eidn :ni cdr sae freilih nur mit mythiach der Fes = e wahrscheinlich a wahrhafte Wirklichkeit sei sein über alle leidvolle hellenistisch-orientalischen Kultur und das Weltbild der Bibel durch und durch von soziomorphen MoSinnlichkeit erhabenes „innerstes Selbst“. Damit erhebt sich aber die Frage nach dem Ver- dellen bestimmt sind ®, Damit wird die Welt yon griffsapparat und der empirisch-physiologi- Auffa: sag chen e Li soll : ser nes Lae newicklung Schwierigkeiten sind indisch te O: ee eden des Erkennens entwickel- + Die radikalen Inder begniigten sich nicht wie gten sich nicht wi 8 Platon mit d à zwischen einem niedrigere indische Denker I x ahnlıche ¿Mi die aus ekstatisch-kathartischen Überliefe- À ira des Nous überA 1 ur ie Unterscheidun n che Erkenntnislehre leisten Schw; . der Erkenntnisntnas ie SchwierigSR MR. daß er diese lehre istdk rs a fine ai ur In ähnliche Annahme, daf die hôhere Erkenntnis der=reimao+ cin siven, rezeptiven pesi ae RES Potentiellen, pas- a ro Zugang zu einer wertratiospater sog. voice radnrixgt dealer Gegenständ = : ae ihm te pried ii gewährt, Menschen ps es renn Das pew: vois sromuxóc). nsi ; x ita r Jeeg Nerd und überdies die Entwirklichung ie co i fängenden Realität zur „Erscheinung“ sofía ua EM LE ai seiner Lésungsversuche B= a ne E me „bloßen Schein“ ermöglicht, Vielsigle indieven zu eekönnen. ena die Be hun: on, indem gleneinfach de sie dasae Verhältnisiga i on nici De Mensch und Realität . Diese wurzeln nämlich in der yon P eingeleiteten und beiA n Parmenides sind von der Gegenstandsw le abhängis is m aly Ms ad sondern tifizierung der leidi naxagoras vollzogenen Iden- die Gegenstandswelt in he sie von ihm wing ent- geschaffen und aus Me us€ don zogenen "höheren SASA mit dem Denken. Fat man aber, wie Aristoteles, das D j Es handelt rorgegangen ist. si ; , u | > enken al 3 andelt sich also um eii rischen + physiologi sch fundierten a ook Versuch der Leidabwehr: ie We = moi al Einerseits u a I g auf, sane re auseinanderbrechen. ME in Deriial de Da hren Ich“, so sind wir ihrer Macht — 0 = “tage wirklich ausgeliefert. Denktatigkeit camila à ve miami Die ar erfahrbarer psychomental o E ER We als es auch “= an und Mystiken erklären andererseits fine con als ihr Ziel, den Menschen zur BeRon act, sich dieApo isoliert ment SeeleVorgang, ‚ der aktuelle Nous, a, Leid und von der Bedingtheit und empirischen Daseins zu verhelwi Menschen „von fen = Ea Phi außen her dintrete u d Lehre :entwickelt, daß nur die pa: leidlose, das gen. (De sei” ie daß und 28) b 736 anim. e È er alle aß . seinen Funktionen abgetrennt -werden ace ne wad Selbst“ 35 m. ber; | aandse Àestimmungslöse „wahre kônne wie sauté dl ie sei; dieses Selbsc ds Da ence ed ist ichen, = Was Aristoteles über den hôheren Nous sagen weiß, beschränkt sich im weh; auszu- Ger Weltgrund, die Welt besitztihm gegenüber keine objektive, eigenständige 4 in eine Vielfalt von Gegenständen geglied “an u Zusammenballung dee ine ie delbare Erfahrungswirklichkeit, in “a wir als psy. ” cho-physische Organi rganismen ceti den Schranken; yon MER göttl; eitsattribute: dieser Nous ist örtlich, > ewiWIE, un- . . und sei sterblich Raum, Zeit 8 " , er È = et bleibt er abtrennbar (De an 439 a n En a in Wahrheit ist sieA bloßE att a Da r so .)e a $ A a der leidlose Geist, die tätige Vernunft, immerfort d nk n : 1Ssenden Bewußtseins. Sie ist nur insofern wirklich : keine Erinne 2 ; ds Assi Tätigkeit diese de BibiTung an sath e le pn sele Blechaipe ZELL; E EN, E ro. e Phil 10:sophie lai (4 de 5 Gr Li cheth 41 hr rg ha ‘arc , da — schichtlichen Entwicklung 11/2, Neudr, Hildeshe; ha unser Selbstbewuft- — Vgl. Cassmer, H.: Aristoteles §aoe A 1963. a n » aoe ihre , $ i ine Funktion des niedrigeren, und ihre Stellung innerhalb der arisorelischen Philose hie i m darstelle (De an ; hr: der Dami leitenden Vernunft negati alle Pida bo ol ro ==] er a 23 ff.). t sind die Ausver Arc sind; A bloß potentielle = € sagen über den weltüberlegenen Nous : und sein Ver. i ; positiv he su à 8 de Me es 5, dif ihrem, Wesen nach Wirklichkeie is“, Doch auch die die citige Vernunft DadaWortlauten po ne Nepatlon istder—oran trotz ihres enpositiven i jeder Kon- Esleaeptung praktisch nurjedes sondern Denken mekeit,on Bodingheie des empirischen Inhaltes Denkens. auch Praktischniche : È hältnis lerzrere trollierbar d. ß = beraubr see iles Zürich; Teili unserer Scele" Sf IA, 21 no aai Darerblichkeiti und Freihets, > uw, » Wie he uns dann aber diesen i a fi : > Pagin ab man resigniert fest stellen mußte: i Stgentlich vorstel len und welche Art des Daseins wir E “4 Entabe, M: Yoga, U | q Messcuine, G.: Zur Meraphysik des Ich, Gieon: tp dem Menschen die Überzeugung schenkt, die einzig Monarchien erwachsene „politische Theologie“ der hältnis zwischen diesem „höheren Selbst“ und «dem Me! menschlichen Grundsituation her interpretiert, rtischen Mystik genau Erkennen. Man war sich in Indien durchaus darüber die jener der ekstatisch-katha so! allem geht Miysiiker Dem ist. entgegengesetzt erlebbaren den mit nicht Ich“ „leidlose das daß klar, Realität; der Beleidvollen psychomentalen Vorgängen des Empfindens, Wahr- um Entlastung von der at ihm gleichgültig oder — als nehmens und Denkens identifiziert werden kann, reich des Sozialen sd Schmerz und Schuld Verstrickung der Gefahr während sind, gebunden die ja an Zeit und Leib — sogar verdächtig. Er will die jenes Ich per definitionem ewig, rein, empfindungs- des Erdendaseins nur als „niedrigere Wirklichkeit los und unzurückführbar auf anderes ist. Der empi- Erfahrungswelt oder sie überhaupt zum „bloßen lassen i u gelten Wahrnehmung, welcher (buddhi), rische Verstand ah freilich zu bemerken, Gedächtnis, Fähigkeic zu Schlüssen usw. umfaßt, Schein‘ abwerten. Dabei bei der eli wird von vielen indischen Philosophen ausdrüdklich daß eine derartige „Entwirklichung psychologisch leichter vollziehbar dem Bereich der gegenstindlichen Erscheinungswelt belebten _ Natur Bereich des Gesellschaftlichen, da der zugerechnet. Er kann (daher Erkenntnisbeziehungen 1St, als im und zumal der soziale Handlungspartnur zu anderen Erscheinungen unterhalten, nicht Mitmensch Lei eine Be sedici qu Widkifkehten, din forces alles Gegen: Mer Hr des aupeBerrealissimum * + Demständlichen liegen: das Heilswissen um das „wahre wußtsein das Weltbetrachtung,darstellen 8e von— mit — die a muß gemäß Erhöhere Nur ”. unzugänglich ihm ist Selbst“ ausgehend nen leuchtung vermag solches Wissen einem Menschen sellschaftlichen Lebenssituatio das Universum deuten zuteil werden lassen, der sich durch Askese und Hilfe soziomorpher ModelleTendenzen RABEN Dies „realistische” starke will, Gnosis solche Eine Meditation darauf vorbereitet. für den „Monarchotheismus ales hat mit dem Erkennen empirischer Sachverhalte, gilt besonders des und der Bibel. Gott das unter dem Blickwinkel dieser Erlösungslehre Alten Orients, HellenismusHandlungspar tner u als Menschen dem hier "7" bedeu“ „Unwissenheit die in nur eine Verstrickung und gegenüber > Richter Gesetzgeber, rscher, Fier als haben Dennoch tun. zu nichts ise folgerichtigerwe ter, sich indische Philosophen immer wieder bemiiht, ‘Ut ihm von Person zu Person seinen Willen kund, Diese Auffassung das Verhältnis zwischen dem empirischen Verstand © straft, belohnt, dida ihn usw. und zwischen Gort Mensch und der Erkenntnis des „höheren Selbst“ begriff- des Verhältnisses Realismus“ der lich faßbar zu machen. Derartige Versuche mußten absolutiert geradezu den „sozialen Er„realistische“ cine beginstigt und Lebenspraxis gerade Selbst jenes sofern allerdings vergeblich sein, e. Dasselbe gilt von dem Glauben an durch seine Erhabenheit über alles Empirische und kenntnistheoriSchöpfer, wirkliche Welt und alle Beziehungen zu diesem definiert ist. So konnte Gott als denein Gespinstdervoneine„Erscheinungen“ oder bloß nicht den hinauskommen, Alternative die man nicht über 28 Uber diese soziomorphe Herrschaftscheologie und ihren zuzuvorausgesetzten Widerspruch entweder offen mythiEinfluß auf das kirchlich institutionalisierte Christentun vgl. geben oder ihn durch Scheinargumente und In den erkenntnistheoretischen Gedankengängen 29 Zur Oberzeugueg von der Realität der Gesellschaft vgl. M.: Die Wissensformen und die Gesellschaft. 2. Auf, des Westens konnten sich die ekstatisch-katharti- Scweten, (Ges. Werks Bd. 9), Bern: 57, 1969. we 2° Euanr, M. op. cit. Anm.24, 9.17. 25 Euave, M. 0.2.0, S 23H, 5. 34 ff. =» Zu diesem Begriff vel. MhnLuins, W. LE: fou Creator. Abhandlungen zur Soziotopir. Anthropologie u. Ethnolosie. Wiesbaden: 1931, 203f., 1062.

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dise Studium Generale gar „Trugbildern“ geschaffen hat. Diese und ähnliche Überzeugungen nehmen zumal im kirchlich institutionalisierten Christentum bis heute eine beherrschende Stellung ein und wirken der Erkenntni stheologie vom „wahren Selbst“ mächtig entgegen. Noch jetzt vertreten Autoren beider Konfessionen die Ansicht, daß nur eine realistische Erkenntn istheorie die Religion begründe, die Theologie als Wissenschaft fundiere und so insgesamt der Kirche diene: „Nicht dem Ich und seiner Spontaneität gebührt die Ehre, sondern Gott, dem Schöpfer und Herrn* *, Dennoch ist die ekstatisch-kathartische Traditio n tet wurde — nicht zuletzt deshalb, weil die ihr eigene Tendenz zur Selbsterlösung oder Selbstvergortung das priesterliche Monopol der Heilsver mittlung grundsätzlich in Frage stellte, Schon seit den frühen Kirchenvitern sind diese Motive aus platonisch-neuplatonischen und gnostischen Spekulationen in das christliche Denken eingegangen und sind in ihm immer wieder wirksam geworden %, Neuplatonismus und Gnosis waren aber ebensowenig wie das Christentum primär an erkenntn istheoretischen oder gar wissenschafislogischen Fragen interessiert. Wo hier Probleme der Erkennt nislehre auftreten, stehen sie eindeutig unter dem Primat des Heilsverlangens. Dies ist besonders dort der Fall, wo der gesamte Weltprozeß als ein vom ge. lichen Urgund ausgehendes und zu ihm zurückführendes setzung Heilsgeschehen dieser gedeutet wird. Weltauffassung ist Die das Vorausbekannte Mythenmotiv vom Aufstiege der von allen ,sinnlichen Befleckungen” gereinigten Seele in den Bereich des Göttlichen und von ihrem vorange gangenen Fall in die Materie. Nun wird dieser mythische Kern zu einer vollständigen Kosmogonie und Kosmologie ausgestaltet: die differenzierte, mannigf altige Welt ist durch einen Abstieg aus dem göttlichen Seinsgrund hervorgegangen und strebt in den Erlösung suchenden Seelen wieder zu ihm zurück ®, Doch wird hier das schlec hthin einheitliche Urprinzip weder mic dem Denken noch mit dem Ich hen Grundzüge = besonders die Kategorien u bestimrückführenden Heilsprozeß eingegliedert *. Doch gerade insoweit die neuplatonische Abstiegskosmogonie vom zeitlosen Geist abwärts zum raumzeitlichen Bereich der Weltseele, zu den Einzelseelen und zum Sinnlich-Materiellen führt, entstehe in den vom Einen entfernten Wesen die Sehnsucht nach Gedankengebäudes — den Wiederaufstieg der Seele Christianus. Dber- Islam vgl. Scuarper, H. H.: Der Mersch in Orient und Okzident. München: bes. 257 ff., 288 ff. 1960. 13 Dieses „ılexandrinische Weltscdie ma“ behandelr ausführlich Heinemann, Fi: Plotin. Leipzig: 61. 243 HA. 1921. 3 Ivánxa, E, v.: 21.0, $.33 ff, 5.71. — Kara, G., u, Eist, H.: Der Ausklang der antiken Philosophie . München: 228, 1928. — Dber Philons Auffassung des Logos vel. Wotrson, H. A.: Philo. Vol, I, Cimbridge'Ma:s.: 200 f., 1948. 84 Karka, G., Espr, Ha: 24,0. 3.230 ff, di | Indem die Seele sich mit Hilfe der wahren sa sophie über die empirische Realität und Hes : n (v 3,17; VI 9,7, 7 oe ici er rn asschlieBlich an der Befriedung von greiflicherweise 6, 6; IV 4, e Demgemäß lung einer Theorie des Erkennens der ee i. einem Träumenden (IITndung zu den niedrigen FunkSinnesempfi die gehört Doch wo dieser — is È umgan tionen der Seele, ihre Betätigungen kommen von Realität, wurden kann, bereiter ic a neuplatoni en unten (V 3,3; vgl I 1,7; IV 8, 4). Auf einer weit gen theologie“ besondere Schwierigkeiten, höheren Stufe steht bereits das Denken, und zwar Erkenntnis empirische Erkennen von dem umwelabhän: besonders das dialektische Denken, denn dieses 4, führt uns dort hinauf, wohin es zu wandern gigen und leidunterworfenen =cho-pl ris sal — in einem niedrigeren Bereich i als die Pal Zeitliche Mannigfaltigkeit der Sinnendinge darbietet, und da ihm alle möglichen D enkinhalte zeitlos gegenwärtig sind, bedarf er auch keiner Überlegung Men. Damit wird zumindest im Prinzip auch die Logik als Lehre vom Nous oder Logos in den se göttlichen Urgrund ausgehenden und zu ihm zuläßt aber auch die Ebene der i Philosophie ES = Welten gibt, und wer in ihr befangen bleibe, gleicht Heilsbedürfnissennichtorientierte viel Interesse an der es unpersönliche Mannigfaltigkeit und Ordnung der 32 Dazu neuerdings Ivánka, E. v.: Plato nahme und Umgestakurg des Platonismus durch die Väter. Einsi-deln: 1964. Zum Fortwirken dieses Gedankeng utes im deutsam, als sie indirekte Hinweise auf höhere Ideen. Er umfaßt in zeitloser Gegenwart, was sich aber Pa isformen in ihrem i i Wahrnehmung der geistigen undunsinnlichen Wirklichkeuit hervormale Like Die shut Tae besitzt keinen Eigenwert und ist nur insofern be- gegangen ist. der Ideenkosmos, der „Nous“, welcher nicht als ichhaft-individuelles Denken auftritt, sondern als logischen ie Einen, aus dem doch die ganze fannigfaltig emanatorischen Vorgang entsteht aus dem Einen uns in seinen Einzelheiten unzugänglich sein, ‘ nehmen — ein itinerarium mentis in Deum. Dem- eigenen Innersten mit dem Kosmos als des Inbegriffs der im göttlichen Logos, die Philosophie kann doch wenigstens seine it Eckenntnislehre Plotins (übrigens auch die ~ um die Formulierung Bonaventuras vorwegzuim Schöpfungsplan präexistenten Urbilder der Sinnendinge *. Durch einen nicht näher präzisierbaren mag 411 herSin rs “à e ausgesetzten anagogischen Motiven abhängig, Ideenreich und die Sinnenwelt abzuleiten suchte, aber wohl auch an Philons Auffassung des ideellen „Weltplan“ i Erkenntnislehre Luishana (amelia ene aeet der anderen Neuplatoniker) ist also volle vonsievorAußeren absie La Ah oe a ist hervorgeht. Damit knüpft der Neuplatonismus an den späten Platon an, der aus der höchsten Idee durch zweimalige Differenzierung das entfaltete intelligible en er ee ne Sevofnan er ... "àe Denkens und der Gegenstinde in Raum und Zeit der Heimkehr zu diesem, und zwar besonders in den bewußten Menschenseelen. Hier rühren wir an das ekstatisch-kachartische Kernmotiv des ganzen loh: 179, 1950, Dieses Buch ist überhaupt für den hier bebandelten Fragenkreis aufschlußreich. rken denheit verharren, sondern den Welcgrund bilden, aus dem die gegliederte Wirklichkeit der Ideen, des Der der reinen Bestimmungs osigt x=; Un- führt schließlich zur d Wahrnehmungen ins(Plorm r ia n Bewußthei e aller jenseits wodurch besinnt Wesen tie am orate ar on i # sie sich den Heils- aller Verschiedenheit vondenkende und Objekt E de E por af sie zu immer höheren ekstatische Einigung mit demSubjekt ngslosen rae a . xeÈ emporführt — von der sinn- grund vollzogen werden kann.bestimmu == ri Der us Stufen der st “od nia zur intuitiven Ziele — ,erfiille von geistigem Licht, vie = r > ja Gott g selbst, rein, = try hen Vereini- Licht Einen und zur ekstatisc se sica | seien nein: — worden das der in inigung, i di die in sich differenzierte Ideenwelt im platonisc Erinnerung. Modelle ‘in na È sg y Iche sich die Seele befreit und Gestalten ‚hinter sich und die Läuterung rá ae A per definitionem vorausgesetzten Erhabenheit über die empirische Realität, das Denken und selbst über © SCHNEIDER, F.: Erkennenistheorie und Theologie . Giicerscr AReini " eit begrifflichen Faßbarkeit, allen Denkens und Wollens, ja sogar des Selbsrbewußtseins. Trotz dieser und Mythische in ihre göttliche Heimat *. Vorbedingung der = ne identifiziert. Noch radikaler als bei Parmenides und Platon wird seine „Vollkommenheit“ als absolute Erhabenheit über alle Beschränkung verstanden; es trägt nicht nur die bekannten Vollkommenheit sattribute der Überlegenheit über den Realitätsdruck, sondern steht auch jenseits aller sprachlichen und Sinne soll das „Eine“ nicht in isolierter Abgeschieauch im Westen lebendig geblieben, ja sie konnte das Christentum wesentlich becinflussen, wenngleich sie von der Orthodoxie meist mißtrauisch berrach- E. Torrrscu: Heft 6 (1965) Ue Organismus des Menschen nicht zu trennen ist. en gil ... nämlich zum Guten und zum zn und die einerseits sind wir als empirisch reale Wesen en —|vo. —n- -_= die Mathematik während (I 3,1),Logik vergleichbaren ana- _ 49m ausgesetzt, worunter niht nur Leid ond zu keinen bloßend“formale verstehen sind, sondern auch er gogischen Leistungen imstande sind und ater den Léidenschaft zu der Sinne durch ihre rn A rden Affiziertwe propideutiwer Rang bloßer Hilfswissenschaften unkörperlichen po ea der kommt s andererseit — | eur ee Hi Mit einnehmen. Disziplinen scher Wertposiolale pee ito a ‘idrat der tik vermag sich die Seele bis zum reinen Geist = Grant , also auch Una a keit6,1(ana$era) nem Leidlosig on barkeit werden (I e 5),teilnimmt Geist zuErkenntnisweise gen undhöherer f.). Einen Ausweg scheint die zu (III sie an dessen ‘ zuschwin bieten, daß bloß der Körper affiziert (VI 7, 35). So kommt es zu einer Wickryeang Annahmenichtzu aber A unbeteiligt die Seele, die nurvorgelt. werde, " des göttlichen, dem mit So af des menschlichen Denkens sen Teil es ja ist, wobei allerdings der Unterschied shirt, wis Im mad ¡am Körper beider und das individuelle Selbstbewußtsein noch diesen cile Cibeles Wahrnehmung Nedili die Seele dieser Vorgänge dieser ante die Sinnesorgane, währendihnen erhalten bleiben (IV 4, 2). Doch ist auf rationalisierc gegenüber nicht leien nur inne wird und sich philosophisch thischen, noch nicht % Di Motivs zur damaligen Zeit ne PikeW.:enDiedieses Himmelsreise der Seele. Neud:. rs dend, sondern ihrem Wesen gemäß titig verhält (IV 4,23). Man kann dieses Verhältnis auch so 1960. — Es wäre wichtig smi — A= formulieren, daß die Wahrnehmung ein GemeinnKunst zu verfolgen. Dantes „Div A i * durch das Purgatorio sames von Körper und Seele sei (IV 3, 26). Doc Aufstieg vom Inferno pet ni die darstellt, ist ebenso ei „anagogisches u die Annahme dieses „Gemeinsamen“ erklärt nicht, zum Paradiso werk“ wie ecwa der Borobudur auf Java, dessen, Relie de wie es im Wahrnehmungsvorgang zum Zusammenund Terrassen den Besucher aus der Sinnenwelt in des pa mel der Gestaltlosigkeit emporführen. Zur i aging e na wirken der Seele mit dem von ihr so völlig verBousser, lerzteren vgl. Mus, P.: Barabudur, In: „Bullen de 4 : 4 Fraugaise d'E:treme Orient". Bd. 32, 264439 (1932); Bd. 32, 577—980 (19331; Bd. 34, 175—400 (1934). schiedenen Körper kommt. Vielmehr spricht alles dafür. daß cs sich hier um eine ad hoc gemachte

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À E. Torırscn: Mythisch i e Modelle ir der Erkenntn _ Studium Jeh:gang schreiben kann, von der weltüberlegenen Seele zu unterscheiden ” — wie übrigens an anderer Stelle dieses „Gemeinsame“ die Schuld am Irrtum und am fehlerhaften Handeln auf sich nehmen muß, um per definitionem fehlerlose Seele davon zu die entlasten (I 1, 9). So ist hier — trotz einiger treffend er Einzelbeobachtungen — die Theorie der empiris chen Erkenntnis völlig von werthaften Motiven abhängig, die mit „Erkenntnis“ und „Theorie“ im Sinne moderner Wissenschaftlichkeit nichts zu tun haben. | Es ist im gegebenen Rahmen leider nicht möglich, in der Geschichte der Erkenntnislehre die Interferenz abhängig, daß das Subjekt über die Rezeptivitäc seiner Sinnlichkeit irgendwie durch unabhängig von ihm existierende Dinge an sich affiziert wird, anderer seits schafft das Ic als „Einheit der transzendentalen Apperzeption“ durch seine kategoriale Urteilssynthes e aus dem sinnlich gegebenen Material erst die geordnete Welt, es „ist in seiner unbewußt-transzend entalen Funktion «+. der Weltbaumeister, der aus fragmentarischen und chaotischen Empfindungselement en mit Hilfe der beiden Anschauungsform mungswelt gestalter, die uns dann en die Wahrnehals ein Gegebenes Vergegenübertritt“ ®, So suchte KANT das Ich — allerdie sich aus der gegenseitigen keit vom Kausalzusammenhang zu entzieh en, indem schlingungen von Problemen oder Scheinprobleme n weiterzuverfolgen, auf hinzuweisen ist, daß KANT keine einheiclidhe Lehre vom Ich entwickelt hat. Einerse its bleibt alle empirische Erkenntnis davon empirisch-physiologischer, technomorpher, sozialer und ekstatisch-kathartischer Motive und Gesichtspunkte ergeben haben. Doch kann man leicht feststellen, daß dieses Erbe noch in den einschlägigen Bemühungen der Neuzeit und sogar der Gegenwart eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Betont die eine Richtung die Umwelta gigkeit, Leibgebundenheit und Rezeptivität Gerade diese Seite der Kantischen Philosophie hatte eine außerordentliche Wirkung und wurde von den Idealisten bis zur letzten Konseq uenz ausgebaut. Indem man auf Unstimmigkeite n und wies, suchte man nicht nur die formale n, sondern be- Eine besonders eindrucksvolle Hochstilisieru ng har in der mus erfahren. Diese philosophische Richtung, deren Verwandtschaft mit dem Neuplatonismus Ich gestifter Schwierigkeiten der Lehre vom Ding an Erleidens äußerer Eindrücke weder fähig noch Erkenntnismetaphysik des deutschen Idealis erklärte *, bhänren Ich“, welches auch im Erkenntnisproz eß eines das Motiv des weltüberlegenen „wahren Ich“ er diesen Zusammenhang als durch das Abhängigdes Erkennens, das Affiziertwerden des psycho-physische n Organismus durch äußere Objekte, so glaubt die andere an die Weltüberlegenheit des leidlose n „wahdürftig ist. dings nicht das empirische Subjekt — der schon mehrfach beobachtet wurde, har sich fast ausschli eßlich auf dem Boden evangelischer Theologie entwickelt. Ihr Ziel war vor allem die Überwi ndung der zersetzenden Aufklärung und der erstarrten ig durch ein philosophisch veredel tes ChriDie Analyse der so zustandegekommenen Gedankengebilde unter den hier sti cheng Gesichtspunkten wire eine dringliche und lohnend e Aufgabe, doch wiirde sie eine eigene Monogr sich hinauch die inhaltlichen Elemente der Erkennt nis aus dem Ich abzuleiten. An die Stelle der Affektion des Geistes durch äußere, ihm fremde Objekte tritt seine nach immanenter Gesetzmäßigkei t erfolgende Selbstaffektion. Nicht das Ich ist von der Dingwelt hervorgebracht und in seinem Dasein und Erkennen abhängig, sondern umgekehrt: die dingliche Realität ist als Nicht-Ich aus dem Ich hervorgegangen , so daß alle Gegenstandserkenntnis nur mittelbare Selbsterkenntnis des Ich darstellt. Natürlich handelt es sich bei diesem Ich nicht um das empirische Einzelsubjekt, sondern — so FICHTES „absoluten Ich“, bei der » Tathandlung® bei — um eine Form des bekannten „höhere n Selbst“, Wie alle derartigen Konstruktionen beruht es auf den uns schon vertrauten Vollkommenheitspostul aten: es ist ursachlos, aber Ursache von allem, es ist über alle Objektgebundenheit erhaben und der Spaltun g in Subjekt und Objekt, Bewußtsein und Gegenst and aphie nicht unterworfen. Vom neuplatonische n „Einen“ und verwandten Auffassungen des „ens perfectissi- In der Kantischen Transzendentalphil osophie besteht noch ein gewisses Gleichgewich t zwischen der die Identität von Subjekt und Objekt hier doch erfordern. So müssen einige vorläufige Hinweis e genügen. mum” unterscheidet es sich höchstens dadurch, dinglichen Welt und dem „Ich“, wobei 7 Vgl. ZeLusr, E.: op. cit. Anm. freilich darop. cit, Anm. 33, Vi. 301 & D wieder im zu vollziehenden Selbstbewußtse in und damit im Ichsein liegen soll. 39 Remincrr, R.: Kane. Sein: Anha 4 Lrrr, Echik Sinden 23, 111/2, 637 f, # Etwa bei Karka, G., u. H. Ent: Op. cit, Anm, 34, 315 f.; Ivana, E. v.: op, cit Anm. 32, 257: re ie daß wa hig Th: whanger der Neuzeit. und Im: Gegner. „Handb ch Philosophie". Hrsg. v. A, BARUMLER u M Se noes, München-Berlin: 99, 1931. i seine mi A d si no 18 Hatt è 11985) Generale Annahme handelt. Sie soll es dem Philoso phen ermôglichen, das umweltabhängige psychische Geschehen, das man nicht einfach dem Körper zustentum. isichre 1—eti 413 E. Torcrscx: Mythische Modelle in der Erkenatnislehre Dieses „höhere Ich" gilt wie das „Eine“ Plotins als Weltgrund, als Ausgangspunkt der „Genesis“, der permanenten Schöpfung der Gegenstandswelt und der Einzelsubjekte. Hier wie dort ist der Weg dieser „Schöpfung“ ein Abstieg von dem un-bestimmten und rein in sich gar nicht bestimmbaren Urgrund zur bestimmten Endlichkeit der individuellen Subjekte und der einzelnen empirischen Gegenstände. Freilich vollzieht sich dieser Abstieg nun nicht als „Emanation“, sondern als Selbstdifferenzierung des „Ur-Ich“, als ein inneres Sich-Trennen und Entgegensetzen der Ur-Identitit. Die „Deduktion“ der entfalteten Welt aus dem einheitlichen Weltgrund erfolgt nach einer dialektischen Gesetzlichkeit, indem sich jeweils individuelle Wesenheiten im Gegensatz zu anderen herausbilden, die Gegensätze durch versöhnende Synthesen überwunden werden und diese ihrerseits als Ausgangspunkte für neue Besonderungen dienen. Durch die innere Dialektik des Bewußtseins entfaltet sich so das absolute Ich zur gegliederten Fülle der Erfahrungswelt und wird sich in dieser Entfaltung selbst zum Gegenstand — aber diese Gegenständlichkeit ist ihm kein Fremdes, sondern sie ist ihm als das bewußt sein, da sie die Bedingung des Bewußtseins ist. Doch vermag die Philosophie diese Schranke zu eigene Wesen erkennbar. heit nie völlig verloren hat) strebt danach, wieder absolut zu werden. Den Weg dahin, den Weg zur vergöttlichenden Überwindung des Realicätsdruckes, Diese Annahmen bilden die Voraussetzung einer ihnen durchaus untergeordneten Erkennenismetaphysik, die zu zeigen hat, daß die mit dem Gefühl der Notwendigkeit auftretenden Vorstellungen nicht auf einer Affektion durch ein bewußtseinstranszendentes Ding an sich, sondern auf einer im Wesen des Geistes selbst gelegenen Gesetzlichkeit beruhen. Was dem gewöhnlichen Denken als Beschränkung durch eine gegenständliche Realität erscheint, wird nun als Selbstbeschränkung des tätigen Geistes gedeutet — eine Selbstbeschränkung, die erst das Zustandekommen des Bewußtseins ermöglichen soll. So ist denn auch die „Sinnlichkeit“, das „System der Sensibilität", welches die Triebe und Sinneserlebnisse umfaßt, nicht als selbständige, geistfremde Macht zu verstehen, sondern als Produkt und Moment der Selbsthemmung des Ur-Ich. Die Sinnesempfindungen sind kein „Leiden“, kein „Affiziertwerden des Bewußtseins“ von außen her, sondern sie gehen aus der Selbstaffektion des Geistes hervor. Diese These von der Leidüberlegenheit des Geistes wird gegen alle Einwände seitens des realistischen Alltagsbewußtseins durch die Behauptung abgesichert, daß sich dieses unphilosophische Bewußtsein im vergegenständlichten Produkt des Geistes, der scheinbar absoluten Gegebenheit der Dingwelt, vergesse und verliere; dieses Sich-Verlieren sei sogar notwendig: die Setzung des gegenscändlichen Nicht-Ich durch das Ich kann gar nicht überwinden und mit ihrer Hilfe wird das bloß anschauende, im Leidenszustand des Gefühls befangene Ich zur Einsicht in die Weltüberlegenheit des „wahren Selbst“ emporgeführt: „Indem es stufenweise fortschreicet, verwandelt sich ihm das zunächst bloß Empfundene in das Objekt der Wahrnehmung und Erfahrung und dieses in den transzendental begriffenen Gegenstand der Erkenntnistheorie, bis im weiteren Aufsteigen das Ich seiner selbst als des diesen Gegenstand serzenden transzendentalen Bewußtsein oder als des im Leitsatze sich setzenden theoretischen Ich, als der theoretischen Vernunft oder Intelligenz inne wird" *. Die Erkenntnistheorie bilder also hier ein abhängiges Glied eines Heilsschemas von Fall und Erlösung, das dem neuplatonischen Kreislauf von mpéodoc und avaywyh nahe verwandt ist. Aus dem absoluten Ur-Ich geht die entfaltere Welt in einer dialektischen Abstiegskosmogonie hervor, die einen Prozeß der Verendlichung und des Abfalles bedeutet. Das so zustandegekommene, endliche und leidunterworfene Einzel-Ich (das freilich seine Absolutweist — zusammen mit der Sittlichkeit — eine anagogische Erkenntnischeologie, die zeigt, daß die dingliche Realität als bloßes Derivar des geistigen Ich über dieses keine wahre Macht besitzt. Mit diesen Gedankengängen überschneidet sich jedoch bei FICHTE ein starker ethischer, auf den Mitmenschen als gesellschaftlichen Handlungspartner gerichteter Impuls: mehr als den Mystikern wird ihm die Gegebenheit der fremden Iche zum Problem. So kommt es zu einer bedeutsamen Interferenz zwischen den Motiven der ekstatisch-kachartischen Tradition und jenen des sozialen Realismus: „So unbedingt FıcHTes Freiheitswille das Ansichbestehen einer materiellen Welt verneinen muß, so unbedingt muß doch zugleich sein sittliches Lebenspathos (ebensoschr von Kants Moralphilosophie wie von dem eigenen Lebenswillen zur Erziehung und Heranbildung anderer her) das Dasein anderer Freiheitswesen und — den Realkontakt des selbstbewußten Ich mit ihnen fordern!“ *. Der Denker sucht dieser Schwierigkeit durch die Annahme zu begegnen, es gehdre zu den Bedingungen der Möglichkeit des Selbstbewußtseins, daß es durch fremde Freiheit zur eigenen aufgefordert und hingeführt werde und so das einzelne Freiheitswesen Y Kronta, R.: Von Kant bis Flegel, Bd. 1. Tübingen: 42 Himsokru. Hu: Fide. Miinchen: 142, 192%

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ehre mit den anderen realen Freiheitswesen ein intelligibles Reich der Geister bilde. Diese Konstruktion läßt sich allerdings dem gesamten System nur schwer einfügen und kann vor allem die Tatsache nicht beseitigen, daß die vielleicht bittersten Versagungen des Realitätsdruckes nicht der materiellen Außenwelt oder dem Körper, sondern den zwischenmensch | lichen Beziehungen entstammen. Der anagogischen Überlieferung folgt auch Erkenntnislehre, und auch sie ist abhängi Hecets Denken und Begriff nicht mehr „abstrakt“ und Kennzeichen entledige wird ®. spekulativen Denkens, nämlich dem spekulativen Begriff ein sich versöhnten Geiste. Am Ziele des anagogischen bloßen „sinnlichen Gewißheit“ zur philosophischen Selbsterkenntnis emporsteigt — nicht von ungefäh r spricht R. Kroner in diesem Zusammenhang von einem itinerarium mentis in deum*. Die eingehe ndste Darstellung dieses Heilsweges findet sich bei I. Inn, der auch sonst den mystisch-theologischen Hintergrund des Hegelschen Denkens sichtbar zu machen versteht “. Zunächst hat die Erkenntnislehre zu zeigen, daß die empirisch-endliche Welt — dieses Feld des schlechthin Veränderlichen, Unbeständigen und Vorübergehenden — keine lerztgültige Realität ist. So lange das Bewußtsein noch im Glauben an die Alleinwirklichkeit des Empirischen befange n ist, steht es noch unter der Macht des Nicht-Ich, es hat sich im Gegenstande verloren und noch nicht gefunden. Doch dieser Bann wird durch den Aufweis der inneren Dialektik der sinnlich-empirischen Anschauung gebrochen und so beginnt die „Erkennt nistheologie“ ihr Werk der Vorbereitung und Liuterung des menschlichen Geistes zur wahren Philosophic. Sie lehrt ihn, sich über die empirische Endlichkeit zu erheben, das „unaufgeschlossene Reich der Finsternis“ zu verlassen, die Fesseln der Endlichke it und Verdammnis abzuwerfen und sich zunächst der Reinigung im Bereich des formal-logischen Denkens zu unterziehen. Hier, auf der Ebene des „abstrakten Verstandes“, löst sich das Bewußtsein vom sinnlichunmittelbaren Dasein und tritt zu ihm in Gegensat z. Doch das formal-abstrakte Denken der gewöhnlichen Logik und der Realwissenschaften, dessen Begriffe einander noch starr, spröde und fremd gegenüberstehen, bedeutet nur eine vorbereitende Annäherung an die spekulative Philosophie und ist ein Böses, wenn es selbst den Anspruch auf Endgültigkeic stellt. Die innere Dialektik des Bewußtseins drängt aber weiter zu jener Stufe, auf welcher 4 Kroner, R., op. cit. Anm. 41, Bd. 44 Tis, L: Die Philusophie Gotreslchre. Bern: 17—74, 1946, Hugels II, S. 394, als kontemplative spruches das Reich der Kategorien ausgliedern soll, und Nicht-Ich oder Subjekt und Objekt steht, vor und zwar nach dem bekannten Rhythmus des sich aller kategorialen Verdinglichung und besonders durch die Entäußerung und deren Rücknahme voll- jenseits von Raum, Zeit und Kausalität. Diese Uroder dem Absoluten. So überwindet das Bewußts sich der schwäbische Denker eng an die Erkennt nismetaphysik FicHTes an, indem er den Weg beschreibt, senen und sich als dem sich wissenden, ziehenden Selbstbewußtseinsprozesses des Geistes. Die erste Phase dieses Prozesses verbleibt noch auf der Stufe des unreflektierten Seins, das nur implizit die Möglichkeit der Bewuftwerdung in sich trägt. Deren Verwirklichung erfolgt in der Logik des absoluten, in Weges, des Aufstieges durch das Purgatorium der nistheorie“ wird so zum Vollzug der Wiedervergötten und verklärenden — Selbsterkenntnis, die zugleich auch Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung des göttlichen Absolucums ist: „Das Selbst, das erkannt wird, ist nicht mehr das im Weltprozeß verwirklichenden Heilsgeschehens lihkeitsgehale letztlich von Erlebnisinhalten und vorweg. Damit eröffnet sich die erlösende Einsicht, daß die empirische Realität keine „an sich seiende“ , geistund ichfremde Tarsächlichkeit ist, sondern der ge- | 4 er Rückschlag auf die idealistische „Erkenntnisdamit vom Urerlebnis abhängig *. Diese ,welterzeugende* Aufgliederung ergreift nie völlig. Sters bleibt ein undude in Pi die ekstatisch-kachartischen und aber das Urerlebnis ssener Restbestand ichhaften Erlebens zusamte Weltprozeß in Natur und Gesellsc haft und anagogischen Überlieferungen ihre wohl imponieaufgeschlo aus. Im späteren neunzehnten Jahrhundert trat wieder eine empiristische und oft stark physiologisch erfaßte Ich in seiner unmittelbaren „primäre Ich“, welches also selbst Urerlebnis ist und daher auch dessen Weltüberlegenheit besitzt. Es ist tungen als auch in den Anfängen des Neukantianisgegenständlichen, das noch nicht intentional rendste Ausgestaltung erfahren haben, blieb nicht rück — nach Renvncer Wirklichkeit, das sogar der zeitlose Grundriß dieses Prozesses, die Logik, in Wahrheit als Drama der Entfalt ung des zu sich selbst begriffen werden muß, Der Geist erkennt sich, indem er sich in drei Systeme auseinanderlegt — in die des sich selbst setzenden, des sich den NichtGeist, die Natur, entgeg zenden und des mit der Natur sich vereinigenden Geistes. Die anagogis che Erkenntnislehre steht also auch hier im Zusamm enhang mic einer Abstiegs- und Entfaltungskos mogonie, die im Idealismus ebenfalls als Theorie des orientierte „Erkenntnisphysik“ in den Vordergrund und keinesfalls ein Objekt in der — sowohl in den verschiedenen positivistischen Rich- zeitlose Aktualitätdinglichen Welt: auch das Nichtmus. Ich verbleibt in ihm eingebetter und vom Icherleben umfangen. Indem das „primäre Ich“ gewissermaßen Doch der Gedanke, den Realitätsdruck durch eine am Grunde des Weltgrundes liegt, ist es seiner Wirkerkenntnistheoretisch hochstilisierte Lehre von der lichkeit nach einzig und läßt keine Pluralisierung zu. Welrüberlegenheit des „wahren Ich“ prinzipiell zu Es ist kein „Ich unter Ichen“, aber auch noch kein überwinden, hat einen so großen emotionalen An- um sich wissendes Ich. Seine Aufgliederung und Inreiz, daß er bis heute immer wieder aufgegriffen dividualisierung erfolgt erst durch die Transformawird. Aus den zahlreichen diesbezüglichen Bemühun- tion, die stufenweise über Einzelerlebnisse und gen, zu denen in gewissem Sinne auch die Spät- Eigenempfindungen schließlich zum anschaulichen philosophie Husserts gehört“, soll nur noch die Ichleib führt, und nur das durch seine Bindung an nacur- und geschichtsphilosophische Seite dieser Spekulationen kann im Rahmen unseres Themas außer Betracht bleiben. Wichtig aber ist, daß auch die Logik in das allumfassende Heilsgeschehen einbezogen und ihm angepaßt wird, #7 Wichtige Hinweise auf die cheologischen Voraussetzungen der Hegelschen Logik finden sich u.a, bei I. Iusm, a. 2. O., Freilich hat diese Logik wenig mit dem zu tun, was im Sinne der aristotelischen Tradition oder bar ichgebundenen Erlebnisaussagen zu Ist-Aussagen Selbstbewußtsein gelangt. Damit nimmt die Logik seine Schranke schrittweise hinausschiebende und mit dem letzten Schritte gänzlich überwindende absolute Selbst“ #0, Denkens und Bewußtseins aufrritr, Die entzweiung zu sich zurück, indem es mit dem Wissen eins wird und so zum Wissen um sich selbst, zum wandeln und so besonders in den exakten Naturwissenschaften ein Höchstmaß von Objektivität und ne erreicht wird, bleibt doch selbst das Erlebnisfer logosals oder Gottes“ — als erste „Selbstauslegung Wirkhafter „Schöpfungsplan“ — den Rhythmus des sich Weltschema der modernen Physik in seinem dem absoluten entgegengesetzte... endliche, sondern es ist das sich selbst als beschränkt erkennende. absoluten Bewuftseins und seiner Rückkehr formation“ zum intentionalen Bewußtsein und zur führen nun eine Sein und Wesen, Sein und Wissen treten auseinander differenziert und objektiviert. Diese ichund einander gegenüber. In der dritten Phase, der Art Eigenleben, das als Eigengesetzlichkeit einer Logik des Begriffs, vollzieht sich die versöhnende fremden Realität mißdeuter werden kann. WennunmittelWiedervereinigung. Das Sein kehrt aus der Selbst- gleich sich in der Transformation die noch lichung des endlichen Ich in einer transfigurierend umgestaltenden wirklichkeit enthält in unaufgeschlossener Einheit, was sich kraft einer vergegenständlichenden „Transdinglichen Welt ausgliedert, wobei sich die unaufgeschlossene Erlebnisganzheit vor allem mittels der bnisse Wesens, indem das Sein sich in sich selbst entzweit: Sprache in benennbare und benannte Einzelerle wahren Philosophie, ist also das empirische Ich in seinen ewigen Urgund zurückgekehrt. Die „Erkennt - — Erkenntnismetaphysik RosERT REININGERS herausda sie die bekannten Motive noch über das erste Stadium der Selbst- gegriffenmitwerden, einer Klarheit entwickelt, die in der besitzt. Grundnunft, ihre Entfaltung zu den zeitlosen kategorialen deutschen Philosophie Seltenheitswert Grundziigen der raum-zeitlichen, endlichen Welt *. lage allen Seins und Erkennens bilder nach REININe Sie beginnen mit dem reinen, unbestimmten und cer das sogenannte Urerlebnis, eine unaussagbar seiner selbst noch nicht explizit bewußt gewordenen Urwirklichkeic ichhaften Erlebens, die im „zeitlosen Ich Sein, aus dem sich mittels des dialektischen Wider- Jetzt“ ewiger Gegenwart vor aller Spaltung in Nun wird es eins mit dem Gegenstand des die Entzweiung zwischen sich als dem bloß 415 differenzierung und Selbstbewußtwerdung der Ver- einmal das Ich von seiner zufälligen, bornierten empirischen Subjektivität erlöst — d.h. aller unerwünschten Eigenschaften E. Torrrscu: Mythische Modelle in der Erkenntnislehre atonischen Lehren vom Nous oder Logos — enne sind, sondern eine Einheit bilden. Hier vollzieh t sich eine Transformation des BewuStseins, durch welche erscheinenden, endlichen, in Subjekt und Objekt zerrisauf dem das Bewußtsein stufenweise von der Heft 6 (1965) entzweit ger Teil einer Deutung des Weltprozesses als Heilsge schehen. Besonders in der „Phänomenologie* schließt Jah:gang 18 Stadium Generale bes. 5.203 ff. und bei A. Sraunenmajer: Darstellung und Kri-tik des Hegelschen Systems, Mainz 1544, bes. 5. 331 8. Doch erscheint das Thema durch diese Arbeiter: nicht erschöpft. der modernen Logistik unter diesem Worte verstanden wird, Es handelt sich vielmehr — ähnlich wie bei den Sn gie à 48 Vol. Funke, G.: Transzendenrale Phänn;nenolo . si a ls erste Philosophie. Studium Generale Bd, 77. 564 ff, 632 ff. 48 Tun, L, 2.2.0. 64. (1958). Raonex, R. np cir. Anm. 41, Bd. IT, S. 364, a den Ichleib individualisierte Ich tritt handelnd und leidend zu seiner Umwelt in Bezichung. Durch diese Vergegenständlichung — die nach REININGER kein zeitlicher Vorgang ist, sondern eine Umformung in eine reflektierte Form der Bewuftheit — wird sich 49 Remera, R.: Meraplivsik der Wirklichkeit, 2. Aut, Bd. 7. Wien: 33 tf. 1947.

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Studium Jahrgang das Ich seiner selbst als eines Ich bewußt, es erwacht aus dem stummen Erleben zum Selbstbewußtsein TER tine Entlastung des Gemüt es vom Drucke der aren n gibt seine Krifte frei fiir ein in seiner Individualisierung und aller seiner Verfloch - erleben und Wertstreben* 5, . So bleibe das leibgebundene „sekundäre Ich“ trotz aller tenheit mic der dinglichen Welt in einer Art er „Rücktransformation“ (hier klingt das Motiv von 726080; Absolutheit von der Zeit nich logischer Analyse **. Eine vergleichbare Abstoßung des mythischen Erbes ist in der „Erkenntnistheologie“ nicht erfolgt, wiewohl auch hier im Zuge der philosophischen Rationalisierung eine nicht unerhebliche Umgestaltung der archaischen Überlieferungen stattgefunden hat, deren erste und wohl wichtigste Phase das Schwinden des Glaubens an die aktive Weltüberlegenheit — an die magische Macht und die mantischen Fähigkeiten — der „Seele“ ekstatisch-kathartischer Prägung war. Doch eine Preisgabe der zentralen Motive und Modellvorstellungen (besonders der angeblichen „höheren“ Erkenntnisfähigkeit und der kontemplativen Weltüberlegenheit des leidlosen „wahren Ich“) hätte eine Preisgabe alles dessen bedeuter, was diese Gedankengebilde an politischer Brauchbarkeit und emotionaler Befriedigung zu bieten haben: ihrer Eignung zur Rechtfertigung von Herrschaftsansprüchen und zur Entlastung vom Realitätsdruck. So hat man an diesen zentralen Lehrstücken mit der größten Zähigkeit festgehalten, und vielleicht ist sogar die Behauptung nicht übertrieben, daß diese Art der Behandlung des Erkenntii mise) Da anderen des ada Vermögen wir im Denken habhaft ax ca is primäre in seiner Urwirkl ichkeit entsich physik, und sagt sehr richtig: „Was die ek allen Versuchen gedanklicher Erfassungs, estscheo wie Liù dadi bier vor einer Variation des race 1 cms ie weltüberlegenen „wahr sc ©, da im = i EE Wale und in ihnen zum Li e tseinsmäßige n und vorhanden at er sich nicht mit de P über ysik des Urerlebnisse s und des weltii «Primiren Ichs“ ebenso als Versuch ae steden könnte, sich illusionäre Kompensati ti — haischem Vorstellungs gut schon in ding frühesten Reflexionen über das Erken nen zwei Traditionsstränge hervorgegangen sind, die — freilich R ditionen und Motive wohl bewußt, diepia zum Teil in sehr veränderter Gedankenginge mafigebend sind. Als historische Vorformen der von ihm vertretenen Metaphysik des Gegenwart hineinwirken. Die rungen betrachter das Denke Form — bis in unsere eine dieser Überliefen und Erkennen als köranderem er- und umweltabhängige Leistung eines psychoaus den Erfahrungen des Traumes und der religiösen Ekstase hervorgegangen sind, später bei Juden, Griehin Segni und verwe ndet bei ihren Erchen und Christen in theosophischem Sinne geal ausund nic en mit der Vorstellung einer eninn a Im Laufe der weiteren Enrwic klung har liche n 1 skates Mot Prot ca lise l verbin den war d. Ale 7 ese „Erken ntnisp hysik“ mehr berzeugungen nennt er den und mehr von “ primitiven Modellvorstellunge se Efente un d Innersien gegen das n ihrer Frühzeit pes und bedient sich heute als Erkenn tnispsycho- Reale nur die sckundäre Verdinglichung mär ichhaften Erlebniswirklichkeit einer pridarstellt, befreit sie uns „von dem Drucke der Meinung, einer ichfremden übermächtigen Gewalt ausgeli efert zu sein“ und „durch die Entsubstantialisierung seiner eigenen Gebilde wird dem Geist seine Freihei t zurückgegeben“ “, Besonders die Lehre von der Unwirk lichkeit der Zeit und der Zeitlosigkeit der „wahren Wirklichkeit", nämlich des ichhaften Urerlebnisses, 50 REININGER, R., 2.2.0, S.44 E, 5: REININGER, R., 2.2.0., 61 ff. 52 ReinincEn, R.. 12.0., Bd. IL, 65. 5% Reininger, R. 440. Bd. U, 197. 5 Reinincea, R., 2.2.0, Bd, 11, 213, 55 REININGER, R., a.:.0., Bd. IL, 36. dhn Ha diesbezüglicher Vorwurf wird gegen die Erker:ntni aa ie Es arabe mitunter Fra oFal pi sauch seiters konkurriegr vgl Brunner, E.: sophie und christliche Existenz, rd on Hrsg. v. G. Huser. Basel-Stuttgart: 122, 1960: er gra alle idealiscische Philosophie „So versuche dem Problem des = u = Lehre von der Unsterbli chkeit — sei es des erweist sich be: dryers ri Fin ie mus, der die Sterblichkeit den sell > cre r ne wesentlichen Teil des Menschen amete et s: Ein Beispiel dafür bicter Keart, V.: Erkenntnisichre. Wien: 1960. Interessante Gesichtspunkte auch bei H. Stacuowtar: Denken und Erkennen im kybernecischen Modell. pai y höheren, wesenhafter Teil. Nur vermôge dieser ‚choromie gelingt es dem Menschen, das Todesverhángni zu bagatellisieren und vom ,¢?gentl:chen' Mensche Le si ja h ce lurch n oak überhaupt den zanzen Idealismus aus Demgegeniiber ist es das Ziel dieser Untersuchung, die tatsächlichen Voraussetzungen jener anspruchsvollen Gedankengebilde aufzudecken und damit eine Grundlage für die kritische Beurteilung ihrer Prätentionen zu bieten. Ihre emotionalen und lebenspraktischen Wurzeln sowie ihre geistesgeschichtliche Entwicklung wurden bereits behandelt. AbschlieBend seien noch einige Bemerkungen zu ihrer gedanklichen Struktur und zur Frage ihres Informationsgehaltes gestattet. Diesen Spekulationen liegt zumeist ein Kreisprozeß zugrunde, der dem Vorgang der Projektion und Reflexion soziomorpher und technomorpher Modelle in mancher Hinsicht entspricht. Auch er nimmt seinen Ausgang von primitiven, elementaren und gefühlsgeladenen Erlebnissen, vor allem von den Erlebnissen des Todes, des Leides und der Bedirftigkeit. Als deren Gegenbild gestaltet sich in der Phantasie die Vorstellung einer ,vollkommensten Wesenheit“, deren Vollkommenheitsattribute durch die Negation der Hauptformen des vorausgesetzten eher zu umgehen, und darüber hinaus konnten sich bilde handelt, die völlig von der vorausgesetzten die Vertreter der „Erkenntnistheologie“ einer zu- empirischen Lebenswirklichkeit des Menschen abmindest für den. arglosen Betrachter. höchst ein- hängig und überhaupt nur aus dem Streben nach drucksvollen Immunisierungsstrategie bedienen. Sie Kompensationen für die in unserem faktischen Daerkannten wohl die Wissenschaften als eine legitime sein unentrinnbaren Versagungen verständlich sind. — allerdings „niedrige“, naive" oder „unreflekIn der Regel begnügt man sich aber nicht damit, tierte" — Form des Erwerbes von Kenntnissen oder die nur negativ umschreibbare Entität bis zur völliformalistischen Fertigkeiten an, behielten sich selbst gen Unvergleichlichkeit mit der endlichen und unaber vor, mit philosophischen Mitteln die „Reflexion vollkommen „bloßen Erscheinungswelt“ emporauf die wahren Voraussetzungen alles Erkennens“ zu vollziehen, auf Voraussetzungen, die dem „ plat- modernen Wissens viel zu mächtig und weitverzweigt ist, um ten Verstandesdenken“ gewöhnlicher Wissenschafts- so ohne weiteres fortgeschafft werden zu können... so lige man die ganze Wissenschaft ruhig am Plarzc, um sie dafür banausen selbstverständlich unzugánglich sind ®, Methoden desto besser zu verdichtigen, fühlte und sich seedubte, in ibm weet an o e mans wer sich selbst zu verlieren“#, Indem die Erkenntnismetaphysik uns die Überzeugung erlaubt , daß dieses 417 Realitätsdruckes und in weiterer Folge der Beschränkungen definiert ist, die (wie Raum, Zeit und Kausalität) für alles empirische Dasein gelten; schließlich nisproblems heute das wohl interessanteste Rück- fällt auch noch die Begrenzung durch die Formen der zugsgebiet mythischer Denkformen darstellt, die aus Sprache und Logik. Obwohl man über ein solches den mathematisch-logischen und den empirischen „ens perfectissimum“ nur mehr in rein negativen Disziplinen schon längst ausgeschieden worden sind. und daher nichtssagenden Ausdrücken sprechen Dies ist keineswegs zufällig oder paradox, sondern kann, schreibt man ihm doch Wirklichkeit zu, ja eine ergibt sich aus der Tatsache, daß derartige Denk- „höhere“ Wirklichkeit als der empirischen Realität formen gerade auf diesem Gebier bisher der wissen- und in letzter Konsequenz die „einzig wahre“ oder schaftlichen Kritik verhältnismäßig leicht entzogen „absolute“ Wirklichkeit. Diese massiven Behaupwerden konnten. Ein direkter Konflikt zwischen tungen sind für die psychologische Funktion solcher mythischer Tradition und exakter Forschung, wie er Gedankengänge unentbehrlich, denn sie verdecken sich etwa mit paradigmatischer Klarheit zwischen die Tatsache, daß es sich bei jenen angeblichen überAstrologie und Astronomie ergeben hat, war hier empirischen Wesenheiten bloß um illusionäre Gehaben gesehen, wie aus nodi na mythisch-arc Ich nennt er jene Seelenlehren, die unter i aer auseinandergeserzt, daß en Aufgabe, sie gegen alle Einwände abzu- | Bemerkenswerterweise ist sich schmerzlich ma i sein re get verkeh rt erhofft werden“ 5. mmenheit zu verlieren, DieErkenntnistheorie aber ist dieser Heilswahrheiit untergeordnet realei Vers oe und hat die Fre ll Unseres Daseins, kann im Jenseit s als aufgehoben Selbst- Faßbarkeit als > wie die Leiden und Unvollkomm enheiten en na eecornade pis dadurdì seine er (sc. im Transzendenten) ver. br pr ist kann dort endet vorgestellt werden: was uns hier essender tà die raum ei 7 } et. . lichkeit uns versagt oder schuldig bleibt, E, TopirscH: Mythische Modelle in der Erkenntnisichre feinernden Instrumentars empirischer Forschung und Stellen übt Reıninger eine scharf und avayuyı an) mit dem primären Ich verbunden, Kritik an emotional bedingtea Weltanschauu i es ist zwar nicht mehr dieses selbst und ist es doch besonders an der sogenannten transzendenten Mew. wieder ia gewandeltex Gestalt. Ker mır _m à 18 Heft 8 (19651 Generale Wien: 1965. dem 8 Diese Strategie ist treffend gekennzeidinet bei Joni, F.: ven kaun, dic prekäre Existenz des Menschen die [dec, dic Idealitär aus ihrer Niedrigke it zu crheber" Kritik des Idealismus. Leipzig: 80, 1920: „Da der Bau des Mu-ga, mit philosophischen ihre Erkenntnisgrundlage zu unterwihlen, sic als eine bloße Scheinwissenschaft, d. h. als eine Wissenschaft von Erscheinungen ‚für jedes tiefer: geistige Bedürfnis herabzusetzen“. Zu diesem Vorgang val. Torrrsen, E., op- cit, Anm. 2, 29 u. später, bes. 291 if. Ober die daraus entsrthenden Scheite probleme 288 ff.

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zusteigern, sondern will in Rückanwendung des ganzen Raisonnements jene Entitär als den „Urgrund“ betrachten, aus dem die ,Erscheinungswelr“ (und eventuell auch das in sich differenzierte und daher nicht absolut vollkommene „Ideenreich“) hervorgegangen ist. Wie dieses „Hervorgehen“ — mag es nun als Diairesis, Emanation, Dialektik, Transformation etc. auftreten — eigentlich zu denken ist, wird freilich nie in klaren und prüfbaren Sätzen angegeben; bestenfalls finden wir mythische Bilder, oft aber nur sprachliche Wendungen, die nicht einmal so viel Bestimmtheit besitzen wie die Vorstellungen des Studium Generale Versuche, diese Gegebenheiten auf eine „höhere Ebene“ emporzusteigern, führen nur zur Produktion von Pseudo-Entitäten, erwa eines nicht individualisierten, leidlosen „wahren Ich“, eines nur negativ umschreibbaren „aktiven Intellekts“ oder eines unerlebbaren „Urerlebnisses“ #!, Von den so zustandegekommenen Schein-Wesenheiten wird aber im Sinne der bekannten Umkehrung behauptet, sie seien das »metaphysische Fundament“ der „bloß empirischen“ Subjekte und ihrer Denk- und oder Erlebnisvorgänge sowie der logischen Gedankengebilde und Normen, sie seien die „Grundlagen“, auf denen die Mythos. Strukturen und Prozesse des Denkens und Erken- Dieses Versagen ergibt sich folgerichtig aus den Voraussetzungen des ganzen Vorganges: aus Pseudonens beruhen und aus denen sie abgeleitet werden Wesenheiten, die bloß kompensatorische Reaktionen auf die empirische Welt darstellen und deren Bezeichnungen daher höchstens den wissenschaftslogischen Status „emotionaler Abstrakta“ ® besitzen, läßt sich die empirische Welt eben nicht herleiten oder erklären, und alle diesbezüglichen Versuche können nur auf Schein-Ableitungen und PseudoArgumente hinauslaufen. Dasselbe gilt sinngemäß auch dort, wo derartige können, Doch wie die Herleitung der Welt, so kann nach allem Gesagten auch die Ableitung des Erkennens aus solchen Pseudo-Grundlagen nur eine scheinbare sein. Alle derartigen Spekulationen haben aus ihren faktischen Voraussetzungen nur die Möglichkeit, mit leeren und nichtssagenden Ausdrücken zu operieren, die keinen Beitrag zur Fundierung der Erkenntnislehre liefern, sondern diese bloß mit einer Fülle bereichsfremder Scheinprobleme belasten, etwa den Fragen nach dem Verhältnis zwischen „absolutem“ und „empirischem“ Ich, zwischen vobc Schein-Wesenheiten im Zusammenhang mit demErkenntnisproblem auftreten, etwa wenn sie in Fortführung ekstatisch-kathartischer Motive mit dem „Ich“, dem „Denken“ oder dem „Erleben“ identifiziert werden. Was wir mit diesen Ausdriicken an prüfbaren Gehalten verbinden — konkrete menschliche Individuen, gedankliche Strukturen und muß späteren Forschungen überlassen bleiben. Aber auf sie bezogene Denkprozesse sowie bestimmte Eres scheint doch wichtig genug, die bisher kaum belebnisse und ihre Inhalte — bleibt durchaus in der achtere Tatsache bewußt zu machen, daß Motive und Modellvorstellungen aus dem archaischen Mythos bis in die Erkenntnislehre der Gegenwart nachwirken dem Realitätsdruck unterworfenen Sphäre oder doch im Bereich differenzierter logischer Sinngebilde. Alle % Der Terminus „abstraits émotionnels* stammt von Risor, Th.: La logique des sentiments. Paris: 129, 1905. Die Ausführungen Risots erschöpfen allerdings den hier vorliegenden Fragenkreis ebensowenig wie Pareros Bemerkungen über die logica dei sentimenti" in seinem „Trattato di sociologia generale“. Typisch für die Eigenart derartiger „emotionale: Abstrakta" scheint ein in der Philosophie (bzw. spekulativen Theologie) häufig auftretender Widerspruch zu sein. nomade und vole madntixós oder zwischen „Urerlebnis“ und Einzelerlebnissen. Es war im gegebenen Rahmen naturgemäß nicht möglich, den hier vorliegenden weitschichtigen Komplex bis in alle Einzelheiten zu analysieren. Dies und sich häufig der Kontrolle durch das wissenschaftliche Denken entziehen, indem sie als die „wahren Voraussetzungen und Fundamente alles Denkens und Erkennens“ auftreten °°, 61 Vgl. Srecmitrer, W.: Hauptstrómungen der Gegenwartsphilosophie. 2. Aufl, Stuttgart: Kröners TA. 308, 309 f., 1960, STEGMÜLLER betont mie Recht, daß als Nebenprodukte Wesenhcit* solcher Gedankenginge oder im Zusammenhang mit ihnen (das Eine, die Idee des Guten, das Absolute, der Urgrund etc.) sei nur auf „überrationalem“ Wege (Ekstase, Erleud:tung, Schau) zugänglich; andererseits soll diese Wesenheit aber doch mittels eines rationalen, kontrollicrbaren Erkenntnisvorganges erfaßbar sein, ja diese „höhere Erkenntnis“ soll sogar den höchsten Grad der Präzision und Gewißheit besitzen. Vgl. dazu wa.E.v. IvANKA, op. cit.anm.32, 5.38 f.: Dialektik und Erlebnis, mandımal wertvolle erk-nninischcorerische Anregungen und Einsichten geboten werden. Ei its wird behauptet, die ,vollkommenste “2 Die Auffassung, daß es überhaupt etwas wie „absolute Fundamente der Erkenntnis" gibt, wird von der modernen Wissenschaftslogik mehr und mehr in Frage gestelle, vgl. R. G, Conopny (Hrsg): Beyond the Edge of Certainty. Essays in Contemporary Science and Philosophy. Prentice Hall, Englewood Clifs/N. J., 1965,