Uberlegungen zur pythagoreischen Frage

Author
Zhmud, L.
Published in
Fruhgriechisches Denken
Year
2005
Subject
PYTHAGORAS
Language
Deutsch
Category
C7 Philosophy
Archive number
3165

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ZAMAUS u Leonid Zhmud Überlegungen zur pythagoreischen Frage Dass die moderne Forschungsgeschichte der pythagoreischen Frage mit dem Buch von August Böckh (1819) über die Fragmente des Philolaos anfängt, scheint kaum zufällig. Böckh hat klassische Philologie als eine Altertumswissenschaft verstanden, welche die antike Welt in ihrer Gesamtheit erforschen sollte, und gerade der Pythagoreismus stellt ein Problem dar, in dem sich Politik und Religion, Philosophie und Wissenschaft eng verbinden. Böckh hat auch den Kern des Problems richtig erkannt: die Fragmente des Philolaos (um 470-400 v. Chr.) sind »ein lichter Punkt« in dem »labyrinthischen Gewirre der Überlieferungen über die Pythagoreische Weisheit und Pythagoreische Gesellschaft, welche großenteils durch späte und urteilslose Schriftsteller [...] zu uns herübergekommen sind« (3). Wenn diese Fragmente unecht sind, wäre es äußerst problematisch, vom alten Pythagoreismus im Sinne der philosophisch-wissenschafllichen Schule zu sprechen, und nicht nur von einer religiös-politischen Gemeinschaft. Nach cinem mehr als 150-jährigen Streit um die Fragmente des Philolaos hat Walter Burkert (1972: 218ff.) endgültig diesen Teil des Problems gelöst: Die Fragmente DK 44 B 1-7, 13 und 17 sind authentisch, der Rest gehört zu den Pseudopythagorica. Carl Huffman (1993) hat Burkerts Ergebnisse bestätigt und ergänzt, doch ist seine Auffassung des philolaischen Denkens ganz anders: Er findet bei ihm diejenige pythagoreische Philosophie und Wissenschaft, die Burkert verneint, stellt Philolaos aber als den ersten Pythagoreer dar, der sich mit solchen Problemen befasst hat. Der Charakter der Schule von Pythagoras (um 570-495 v. Chr.) bis Philolaos bleibt um so umstrittener. Die vielfältigen Standpunkte der Forschung lassen sich im Wesentlichen zwei Richtungen zuordnen, obwohl es innerhalb dieser Richtungen auch starke Divergenzen gibt. Die eine akzeptiert weitgehend die antike Überlieferung über das philosophische und wissenschaftliche Wirken des Pythagoras und seiner unmittelbaren Schüler. Die andere, kritische Strömung, die sich vorwiegend im 20. Jahrhundert bemerkbar macht (Frank 1923), wird von Burkert besonders pointiert vertreten und ist nach seinem epochemachenden Buch weit verbreitet. Die frühe (vorplatonische) Überlieferung enthält dieser Auflassung nach keinerlei Zeugnis für eine philosophische oder wissenschafiliche Tätigkeit des Pythagoras und seiner Schüler, während die späte Überlieferung lediglich eine Projektion des Wirkens der jün-

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137 gcren Pythagoreer (Philolaos, Archytas und deren Schiiler) in die Verganmehr zugängliche Quellen benutzt — und interpretiert --, die auf die archaigenheit darstelle. sche Epoche zurückgehen." So entwirft Christoph Riedweg (2002) ein Bild von Pythagoras als einem Dass die zahlreichen Versuche, Pythagoras’ Wirken in Politik, Religion, vorwiegend religiösem Denker, der dem Orphismus sehr nahe stand. Er Philosophie und Wissenschaft in das richtige Verhältnis zu setzen, bisher gründete eine geheime Sckte, wo seine Anhänger ein Leben führten, das keine allgemeingültigen Ergebnisse hervorgebracht haben, erklärt sich aus von Hunderten strenger und absurder Tabus geregelt war. Zwar wird Pythaunserer höchst problematischen Quellenlage (Burkert goras nicht mehr als ein ekstatischer »Schamane« (so Burkert),' sondern als verdankt seinen Einfluss auf das Denken späterer Epochen seiner außerorein ehrenhafterer »Charismatiker« präsentiert, der einen Platz unter den dentlichen Popularität, die sich in der frühen Überlieferung niedergeschla- Vorsokratikern verdient, doch taucht zwischen der geometrischen Kosmogen hat,’ in erster Linie aber — seiner Schule. Es sind die Theorien und wislogie Anaximanders und der deduktiven Metaphysik des Parmenides etwas senschaftlichen Leistungen verschiedener, meistens jüngerer Pythagoreer, Unerwartetes auf: cine halbmythische Lehre von Pythagoras, die aus der die Platon und die Platoniker beeinflusst haben, nicht die ipsissima verba Exegese der orphischen Theogonie entstanden ist. Es ist unbestreitbar, dass Pythagoras’ religiöse Lehre unter einem gewissen Einfluss des Orphismus des Meisters; auch Aristoteles hat sich mit diesen Theorien auseinandergestand, wie es auch bei Empedokles der Fall war.’ Das Problem besteht je- 4. Jahrhunderts v. Chr. beginnt, Werke unter dem Namen des Pythagoras doch darin, dass sich die physischen und biologischen Theorien des Empeund der historischen und erdachten Pythagoreer zu publizieren, zeigt diese 1998). Pythagoras setzt. Als man nach dem Aussterben der pythagoreischen Schule Mitte des dokles nicht durch den Orphismus erklären lassen. Der Ursprung dieser Literatur eine starke Abhängigkeit von den akademischen und aristoteli- Theorien lag in der vorsokratischen Naturphilosophie und der krotonischen schen Ansichten darüber, was als »pythagoreisch« gelten soil Der Neu- Medizin. In Pythagoras’ Fall reicht es aber nicht, das schwarz-weiße »entweder Religion oder Wissenschaft« durch das bunte »sowohl / als auch« zu Quellen angewiesen; er verbindet diese mit Pseudopythagorica und Mittelpythagoreismus, der im I. Jahrhundert v. Chr. auftritt, ist auf dieselben ersetzen. Jede Sphäre der pythagoreischen Aktivitäten — Politik, Religion, Naturphilosophie und Wissenschaf — hat ihre innere Logik und unabhängiplatonismus, später auch mit dem Neuplatonismus. Es ist immer noch mögge Geschichte, jede muss ihre spezifische Erklärung finden. hunderts zu finden, jedoch führt dies nicht direkt zur Lösung unserer Haupt- Wenn der Vergleich mit Empedokles demonstriert, dass die Personalunilich, in der späteren Literatur neue Zeugnisse aus Quellen des 5. bis 4. Jahrprobleme, weil diese Quellen selbst auch nicht weniger problematisch und on des 9giog avıyp und des puorkég für Vorsokratiker nicht einmalig ist widersprüchlich sind. Teilweise ist das ihrem fragmentarischen Zustand (Dieter 1983), so zeigt die Gegenüberstellung von Pythagoras und Thales geschuldet; das Wesentliche liegt aber darin, dass sie die Realien der pythadie Gemeinsamkeit in der Überlieferung zu diesen zwei Weisen, die nichts goreischen Schule im Laufe von fast 200 Jahren auf verschiedene Weise Schriftliches hinterlassen haben. Die ersten konkreten Zeugnisse von Thainterpretieren. les’ philosophischen Ansichten und geometrischen Sätzen findet man erst Aristoteles sammelt in seinem Buch Über die Pythagorcer (Ir. 191-197 bei Aristoteles, Theophrast und Eudemos. Thales ist aber als Naturphilosoph und Mathematiker genauso wenig ein nachplatonisches Produkt wie vorwiegend auf die Schrift von Anaximander d. J. (um 400 v. Chr.) Ausle- Pythagoras. In beiden Fällen haben Aristoteles und seine Schüler uns nicht gung pythagoreischer Symbola (DK 58 C 6) zurückgehen; beides vermittelt Rose) Wundergeschichten über Pythagoras und pythagoreische Gebote, die den Eindruck einer religiösen Gemeinschaft.’ Aristoxenos, cin Schüler der »letzten Pythagoreer« (fr. 19 Wehrli), entwirft dagegen das Bild einer rationalistischen Schule und einer Hetairie, die an der Macht in vielen Städten ' Eine Kritik des »griechischen Schamanismus:, die meinen Überlegungen sehr nahe steht, s. Großgriechenlands beteiligt war (fr. 16-21, 23-32 Wehrli). Schon in der bei Bremmer 2002, S. 27-40. > Riedweg 2002, S. 99; 101-103. Vgl. meine Besprechung: Ancient Philosophy 23 (2003), S. 416-420. Die Bezeichnung »Charismatiker«, die aus Max Webers Soziologie stammt, mag auf die Persönlichkeit des Pythagoras auch treffen, sagt aber nichts über den Inhalt seiner Lehre und über seine politische Tätigkeit. Weber betonte, dass er diese Bezeichnung ganz »wertfrei« gebrauche: so charakterisiert er als »Charismatiker« solche durchaus rationalistischen Figuren wie Solon und Perikles (M. Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, Köln 1964, S. 348; 832; 846). *Riedweg 1995. Burkerts (1972, S. 12511.) These, nach der die orphische Metempsychose aus dem Pythagoreismus entlehnt ist, findet jetzt weniger Anhänger. Vgl. aber Bremmer 2002, S. LET. 4 Eine von diesen Quellen war Hippias (Patzer 1986). - Über Eudemos’ Geschichte der Geometrie s. Zhmud 2002, * Die vorplatonische Periode liefert uns circa 15 Zeugnisse über Pythagoras mehr als über jeden anderen Vorsokratiker. © Burkert 1961; Thesleff 1961 und 1965; Centrone 2000. ? Eine andere Schrift des Aristoteles, Gegen die Pythagorcer, setzt sich mit der Philosophie und Wissenschaft auseinander (fr. 198-205 Rose; vel. fr. 75, 207; Protr. fr. 18,20 Düring).

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Spätantike hat man versucht, dicse Bilder miteinander in Einklang zu brinund sozialen Katastrophe, ist keine besonders gute historische Erklärung. gen, indem man von verschiedenen Richtungen bzw. Stufen der Einwei- Sie widerspricht allem, was wir über das Niveau der griechischen Geome- 138 139 hung bei den Pythagoreern ausgegangen ist: »Esoteriker« und »Exoteriker«, trie und Astronomie in der Generation des Oinopides von Chios (geb. um »Mathematiker< und »Akusmatiker« (von Fritz 1960). Die moderne For- 490/85 v. Chr.), Theodoros von Kyrene, Hippokrates von Chios und Philoschung ergänzt dies durch die Annahme einer allmählichen Rationalisielaos (alle geb. um 475/70) wissen. Die Entwicklung der Arithmetik und rung des Pythagoreismus oder eines radikalen Bruchs in seiner Entwick- Harmonik bleibt in diesem Fall besonders rätselhaft: die ionischen Mathelung. Nun gehört die pythagoreische Vorherrschaft zunächst in Kroton und matiker Oinopides und Hippokrates haben sich damit nicht beschäfligt. Wer danach in benachbarten Städten zu den unbestrittenen Tatsachen der politisind dann die Vorläufer von Archytas (geb. um 435), jene ol mept nadı)- schen Geschichte Großgriechenlands um 510-450.* Daher ist die pythagopata. deren Verdienste in Geometrie, Arithmetik, Harmonik und Astroreische Gemeinschaft vor allem im Kontext dieser Geschichte zu interprenomie dieser selbst preist (DK 47 B 1), wenn nicht die Pythagoreer? tieren. Bei aller Einzigartigkeit der Figur des Pythagoras selbst sollte der Man kann fast endlos spekulieren, ob die These Anaximanders, »alles Charakter der pythagoreischen Hetairie weder dem langdauernden politistammt aus TO Aneıpov«, eine entsprechende allgemeine These von Thaschen Erfolg ihrer Mitglieder widersprechen noch den Realien der damaliles, »alles stammt aus Wasser«, voraussetzt — wie es Aristoteles dachte. Die Lehren, Stufen der Einweihung, Beziehungen zwischen Heraklit und Parmenides werden auch endlos disku- Schweigegebot und die absolute Autorität des Meisters werden als Züge der tiert, sind aber noch nicht endgültig geklärt. Die innere Logik der wissenpythagoreischen Gemeinschaft durch die verlässlichen Quellen gerade nicht schaftlichen Entwicklung erleichtert die historische Rekonstruktion: In den verbiirgt.” Die Einteilung der Schule in »Akusmatiker« und »Mathematiker« mathematischen Wissenschaften sind einzelne Glieder der Entdeckungsketgen griechischen Religion. Geheime ist eine späte Erfindung, sie wird erstmals bei Clemens Alexandrinus erte eng miteinander verbunden. Wenn z.B. Oinopides die Schiefe der Eklipwähnt (Strom. V 59, 1), der Terminus axovopata findet sich erst bei Jamtik als die Seite des einem Kreis einbeschriebenen Fünfzchneckes bestimmt," setzt diese am Ende des 4. Buches der Elemente stehende Konblich. Die Vorstellung von einer allmählichen Rationalisierung des Pythagoreismus, die ein Element des linearen evolutionistischen Schemas »vom struktion (IV 16) alle übrigen Sätze dieses Buches voraus, das in den Scholien ausdrücklich den Pythagoreern zugeschrieben wird (Schol. in (Buxton 2001). passt sehr schlecht zur Ge- Eucl., p. 273, 3f.). Wenn Hippokrates von Chios schon das verallgemeinerte schichte der pythagoreischen Schule. Sie erklärt weder solche frühen Figu- Theorem des Pythagoras für spitzwinklige und stumpfwinklige Dreiecke ren wie den Mathematiker Hippasos, den Arzt und Naturphilosoph Alkmaikennt (Eudem. fr. 140 Wehrli), muss das Theorem für das rechtwinklige on, den Botaniker Menestor noch Pythagoras selbst. Aristoteles. dem die Dreieck viel früher bewiesen worden sein. Für Theodoros’ Behandlung der Doppelseitigkeit des Pythagoras gut bekannt war, hat sich seine Entwickirrationalen Zahlen von J3 bis Ji7 ist Ilippasos’ Beweis der Irrationalität lung anders vorgestellt: »Pythagoras beschäftigte sich zuerst mit den mader /2 unentbehrlich, dieser arithmetische Beweis (Elem. X 107), wie ihn thematischen Wissenschaften und zwar mit den Zahlen, aber später distan- Aristoteles kennt (An. Pr. 41 a 21-27), stützt sich wieder auf Theoreme des Mythos zum Logos« darstellt zierte er sich auch nicht von Wundertaten in der Art des Pherekydes« (fr. Pythagoras. Wenn wir auch nur in Einzelfällen wissen, wer was entdeckt 191 Rose). In dieser psychologischen Erklärung geht Wissenschaft dem und bewiesen hat, steht am Anfang dieser Kette nicht »eine spekulative Mythos voran, weil Aristoteles wusste, dass cin junger Mann ein guter Ma- Zahlentheorie mit gewissen mythischen Zügen«, sondern ernsthafte Versuthematiker sein könne (EN 1142 a 11-20), und weil er umgekehrt kaum che, einfache geometrische und arithmetische Sätze deduktiv zu beweisen. glaubte, dass ein junger Wundermann später ein begabter Mathematiker Die Überlieferungsgeschichte des 5. bis 4. Jahrhunderts geht auch in eine werden könne. Historisch geschen, zeigt die archaische Epoche keine Vorunerwünschte Richtung: Sie zeigt eine ständige Kumulation der mythischen herrschaft des Logos, dennoch sind Naturphilosophie, Wissenschaft und Elemente. Legenden über Pythagoras’ Wundertaten gab es schon zu seiner rational-empirische Medizin gerade im 6. Jahrhundert entstanden. Dass die Zeit. Im Laufe der Zeit wird er aber immer mehr mit anderen Wundertätern Pythagoreer sich an diesem Prozess nicht von Anfang an beteiligten, sonin Zusammenhang gebracht: Pherekydes, Zalmoxis, Empedokles, Ilermodern sich erst um 450 den Wissenschaften widmeten, nach einer politischen $ Von Fritz 1940; Minar 1942; Giangiulio 1989. ° Zhmud 1997, S. RS. sowie IT. Van der Wacrden 1979, S. 348f.: Zhmud 2002, S. 269.

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timos, Aristeas, Abaris," so dass die Wunder des Aristeas (Bilokation) und ne copia besteht, wird erst aus nachplatonischen Zeugnissen deutlich; und die Voraussagen des Pherekydes! auf ihn übertragen worden sind. In seinen phantasievollen Dialogen lässt Herakleides Pontikos fast alle diese Männer zusammen auftreten (Bolton 1962, S. 142ff.), doch sind Abaris und Aris- Zugang. Um hier eine - wenn auch relative — Gewissheit zu gewinnen, 140 141 so haben wir zu seiner philosophischen Lehre keinen direkten und sicheren muss man die Ideen der frühen Pythagorcer, von denen zumindest einzelne teas, die YHyperborcer-Experten< und Apollonpriester, schon früher »Pytha- Fragmente und Zeugnisse überliefert sind, mit den Angaben der klassischen goreere geworden," was auch Pythagoras dem hyperboreischen Apollon nahebrachte (vgl. Giangiulio 1994). Pythagoras-Legenden werden von Aris- Quellen über Pythagoras vergleichen, die der vorausgehenden philologitoteles und Herakleides zu einer Zeit schriftlich fixiert, als sich eine »Volksversion« des Pythagoreismus verbreitete, welche die Pythagoristen der Mittleren Komödie repräsentieren (DK 58 D). Aristoxenos dagegen schen und historisch-philosophischen Überprüfung standgehalten haben. Die Zeugnisse, die grundsätzlich den uns unabhängig bekannten frühpythagoreischen Ansichten nicht widersprechen, schränken den Bereich des Möglichen ein. wollte von diesen Leuten, von ihrem Glauben und ihren Legenden nichts Die eigenen Ansichten der frühen Pythagoreer bieten ebenfalls keinen wissen, seine Pythagoreer glauben weder an Wunder noch an Metempsyleichten Zugang, und zwar schon deshalb nicht, weil sich bis heute nicht chose, ihre Lebensweise enthält keine abergläubische Vorschriften. Es wäre klar bestimmen lässt, wer ihnen zuzurechnen ist und wer nicht. Viele gehen aber falsch, die aristotelische Version für eine Frühphase des Pythagoreisdavon aus, dass eine schriftliche pythagoreische Tradition erst mit Philolaos mus zu halten und die aristoxenische für ihre spätere Rationalisierung: Plabeginnt, der einhundert Jahre nach Pythagoras geboren ist. Dementspreton teilt Aristoxenos’ Hochachtung für die pythagoreische Lebensweise chend haben die Pythagoreer vor Philolaos keine Bücher geschrieben, und (Resp. 600 a-b)." diejenigen, die etwas Schriftliches hinterlassen haben, z.B. Alkmaion, Me- In methodischer Hinsicht geniigt es also nicht, aus der antiken Uberlictenestor oder Hippon, waren keine richtigen Pythagoreer. Die in der Spätantirung nur das zu verwenden, was sich direkt oder indirekt auf dic Quellen des 5. bis 4. Jahrhunderts bezieht. Man muss sichere Kriterien zur Einschätzung dieser Quellen finden und versuchen zu entscheiden, in welchem Maß sie erlauben, die spezifischen Leistungen des Pythagoras zumindest in ihren Grundzügen zu rekonstruieren. Im besten Fall sollte die Rekonstruktion seiner Lehre in der Schultradition begründet sein. Im Unterschied zu den ke verbreitete Meinung, dass die pythagoreische Lehre erst von Philolaos Sokratesschülern haben jedoch weder die unmittelbaren Schüler des Pythagoras noch seine Nachfolger über seine Lehre etwas hinterlassen. Soweit uns die Schriften der historischen Pythagoreer bekannt sind, wird Pythagoras von ihnen überhaupt nicht erwähnt; es gibt auch keine Spuren von eiveröffentlicht wurde, paart sich mit der Vorstellung, dass sie bis dahin geheim war (Diog. Laert. VIII 15; lambl. Vit, Pyth. 199). In den klassischen Quellen ist die Mündlichkeit des frühen Pythagoreismus jedoch nirgends belegt, genauso wenig wie die Geheimhaltung (Zhmud 1997, S. 85ff.). Es gibt keine Gründe zu bestreiten, dass Menestor und Hippon zur pythagoreischen Schule gehörten" und naturphilosophische bzw. naturwissenschaftliche Bücher verlassten. Die Überlieferung hält Alkmaion für einen Pythagoreer,'? er selber wendet sich am Beginn seiner Schrift an drei Pythagoreer, von denen einer, Brontinos, ein Zeitgenosse und Verwandter des nem Buch über ihn, das in seiner Schule verfasst wurde. Zwar stellt die frü- Pythagoras ist (DK 24 B 1, vgl. DK 17 A 1). Trotzdem ist Alkmaions Zuhe (nichtpythagoreische) Überlieferung ihn als copós dar,'‘ worin aber seigehörigkeit zu dieser Schule mehrfach bestritten worden, vor allem, weil er sich bei einem ausgeprägten Interesse für die Naturwissenschaften nicht mit Mathematik beschäftigt. Eine solche Kombination war aber keineswegs Y Pherekydes (lon von Chios, DK 36 B 2), Zalmoxis (Hdt. IV 95), Empedokles (Alkidamas bei Diog. Laert. VIII 56), Hermotimos (Her, Pont. fr. 89 Wehrli), Aristeas (vgl. Hdi. IV 13-15, Her, Pont, fr. 90 Wehrli), Abaris (vgl. Hdt. IV 36, Her. Pont. fr. 90 Wehrti, lambl., Vit, Preh. 9092). ungewöhnlich, wir kennen unter den Altpythagorcern mehr Ärzte und Naturwissenschaftler als Mathematiker. Dass Aristoteles bei der Behandlung der berühmten Tabelle der Gegensätze Alkmaion nicht als Pythagoreer be- Y Aristeas: vel. dt. IV 13-15, Arist, fr. 191 Rose; Pherekydes: vgl. Theopomp, FGrllist 115 F 70, Andron. FGritist 1005 | 4. TS, Pythagorcerkatalog bei lambl., Vit. Pvth. 267 = DK 1,446, 16; 447.10. M1... so wurde ja auch Pythagoras zu seinen Lebzeiten aus diesem Grunde hoch verehrt (scl. als ıyeneov matdelasg - L. Zh.), und seine Nachlolger, die ihre Lebensweise »pythagoreisch« nennen, zeichnen sich heute noch ganz offensichtlich vor den anderen Menschen aus«. (Übers. R. Rufener). S Heraklit (DK 22 B 129), Empedokles (DK 31 B 129), Jon von Chios (DK 36 13 2), Herodot (IV 95), Alkidamas (Arist, Rher. 1398 b 9-14). Demokrit hat cin Buch über Pythagoras verfasst (Diog. Laert. IX 46 — DK 68 A 33), in dem er den Weisen aus Samos feiert (Diog. Laert. IX 38 = DK 68 A 1, 38); das ist übrigens das erste Buch über einen Philosophen. 16 Beide sind in Aristoxenos’ Katalog der Pythagoreer erwähnt (DK 1 446, 31: 447, 14), Zum Katalog s. Zhmud 1997. S, 6701. Zum Geburtsort des Hippon vel, DK 38 A 1,3, 11. Aristoxenos’ Katalog der Pythagorcer (DK 1446, 14); Diog. Laert. VIN 83, vel. Arist. Mor.

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zeichnet und seine Ansichten von einer Gruppe der späteren Pythagoreer unterscheidet (Mer. 986 a 28), hat nichts zu bedeuten. Erstens kennt die pythagoreische Schule die unterschiedlichsten Standpunkte, zweitens hat Aris- Uberlegungen zur pythagorcischen Frage y29trait 143 Kahn (2001, S. 65), der dem akademischen Pythagoreismus ein Kapitel seines Buches widmet, meint, dass »Aristotle was the last author to draw a clear distinction between the two schools«. Man kann aber kaum annchtoteles genau genommen niemanden als Pythagoreer bezeichnet, drittens men, dass Aristoteles zwischen Pythagoreismus und Platonismus immer gehört die Tabelle der zehn Gegensätze nicht den Pythagoreern, sondern streng trennt und im Gegensatz zu den Platonikern den Pythagorcern keine den Platonikern, in erster Linie Speusippos, wie aus anderen Andeutungen fremden Ideen zuschreibt. So bemerkt er in der Metaphysik: des Aristoteles hervorgeht.'* Es bleibt nach wie vor unklar, wer mit den Pythagoreern des Aristoteles gemeint ist. Obwohl dieser sich bewusst war, dass es um eine Schule mit fast zweihundertjähriger Geschichte geht (Mer. 985 b 23; 1078 b 21), be- »Da man glaubt, die Zahl 10 sei vollkommen und umfasse die gesamte Natur der Zahlen, so behaupten sie, dass die bewegten Himmelskörper zehn seien; aber weil lediglich neun sichtbar sind, erdachten sie als zehnten die Gegenerde« (986 a 10). schreibt er die Pythagoreer »im Ganzen« und legt ihre Ansichten als geschlossenes System dar. Zugleich weist er gelegentlich auf Unterschiede Die Theorie der vollkommenen Zahl 10 ist aber eine akademische, spezizwischen einzelnen Gruppen der Pythagoreer hin," die sich in anderen Fälfisch speusippische Doktrin.?* im vorplatonischen Pythagoreismus finden len aus der Darlegung selbst ergeben. Die von Aristoteles aufgeführten sich davon keine Spuren. Aus den früheren Arbeiten des Aristoteles geht Standpunkte der einzelnen Vertreter der Schule weichen von diesem Syshervor, dass die Gegenerde eingeführt worden war, um zu erklären, warum tem pythagoreischer Ansichten noch stärker ab. Einerseits ist dabei auffäles mehr Mond- als Sonnenfinsternisse gibt; was auch Philippos von Opus lig, dass er alle diese Philosophen, die er namentlich erwähnt — Alkmaion, erwähnt hatte.” Aristoteles hat also die Gegenerde des Philolaos zuerst as- Hippasos, Hippon, Philolaos, Eurytos, Archytas -, nie als Pythagoreer betronomisch, später arithmologisch interpretiert. Wenn aber Philolaos so sehr zeichnet (cf. fr. 7 Rose), und andererseits, dass er, wenn er von pythagoreiauf die Zchnzahl fixiert war, dass er einen zehnten Himmelskörper erfinden scher Zahlenphilosophie spricht, nie auch nur einen Namen nennt. wollte, brauchte er die Gegenerde überhaupt nicht einzuführen, da zusam- Wem ist diese Zahlenphilosophie dann zuzuschreiben? Für Zeller und men mit der Hestia ohnehin 10 Himmelskörper vorhanden sind: 5 Planeten, Philip gehen ihre Grundzüge auf Pythagoras zurück, Burkert denkt an Phi- Erde, Mond, Sonne, Sternensphäre und Hestia. Die Gegenerde wäre also lolaos als die Hauptquelle, Frank an Speusippos, während viele andere, z.B. der elfte Himmelskörper! Nun spricht Aristoteles von 10 bewegten Him- Guthrie, es vorziehen, vom antiken Pythagoreismus insgesamt zu spremelskörpern und schließt dementsprechend /Testia aus dieser Zahl aus, weil chen.” Wie die Forschung der letzten Jahre zeigt, widerspricht die Zahlensie unbewegt ist. Wenn aber Philolaos in erster Linie arithmologisch motiphilosophie deutlich den Fragmenten des Philolaos und ist bei den frühen viert war, was hätte ihn dann gehindert, Hestia mitzuzählen, wie es Aristo- Pythagoreern nirgends belegt.? Sie auf Pythagoras selbst zurückzuführen, teles selbst anderswo macht (fr. 163 Gigon)? Es ist viel wahrscheinlicher, ist wohl unmöglich. Es geht demnach um eine aristotelische Interpretation dass die Idee der 10 Himmelskörper aus Speusippos’ Buch Über die pythader pythagoreischen Philosophie und Wissenschaft. wie sie sich zu Anfang goreischen Zahlen stammt: er verweist auf Philolaos als seine Quelle und des 4. Jahrhunderts gebildet haben und in der Akademie bekannt waren. widmet die Hälfte des Buches den wunderbaren Eigenschaften der Dekas Obwohl sich diese Interpretation von den anderen platonisierenden Inter- (DK 44 A 13 = fr. 28 Taran). pretationen unterscheidet,” sind ihre wesentlichen Züge nur im Kontext des akademischen Pythagoreismus verständlich. Zwar sagt Aristoteles oft, dass Platoniker an dieses, Pythagoreer an jenes glauben, manchmal sind ihre Ansichten jedoch untrennbar. Nehmen wir z.B. einige angeblich pythagoreische Zahlenidentifikationen, die er wieder- '* Arist. Phys. 201 b 25; Mer. 1066 a 14; 1072 b 300; NE 1096 b 6; Burkert 1972, S. SIE: Zhmud 1998, S, 265f. Vgl. unten Anm. 23. 19 Mer. 986 a 25; De caelo 300 a 115: De an. 404 a 16. TM Zeller 1892. S. 476f.; Philip 1966, S. 34f: Burkert 1972, S. 2304f.; Frank 1923, S. 2390; gibt: vobg und ovata sind eins (to Ev), SoÉa ist zwei, »weil sic in beide Richtungen umschlagen kann« (Sta 10 Er’ Gppo pEtaPANTAV elvas), Sota ist auch ktvnotg und Ext9eors (fr. 162 Gigon = fr. 13 Ross). Nun hat Platon vodg und odo ta mit Eins identifiziert (Arist. De an. 404 b 22, Met. 987 b 21), ebenso auch Xenokrates (fr. 213 Isnardi Parente). In den Guthrie 1962, S. 146f. 2! Huflinan 1993, S. S4ff.; Zhmud 1997, S. 26111: vel. Schibli 1996. 2 Über die Interpretationen des Speusippos und Xenokrates s. Burkert 1972, S. 15f. 531, 23 fr, 28 Taran mit Komm.; Frank 1923, S. 239 M. 24 Arist. De caelo 293 b 21; fr. 170 Gigon = DK 58 R 36,

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späten Dialogen stellt Platon odo ta der ktvnotg gegenüber (Soph. 232 c, Leg. 966 e), während Eudemos sagt (fr. 60 Wehrli), dass er Kivnotg mil »groß und klein« und to Goptotov identifiziert, also mit der aöpıatog Suac. Es gibt mehrere Passagen, wo Platon über petaRoXAetv tag Sdbac spricht, im Staat (508 d 8) stellt er die Sou dem vobg gegentiber. Es hanser Standpunkt wird weiter sowohl von Aristoteles als auch von seinen 144 145 Schülern vertreten.* Nun scheint diese These schon deshalb paradox, weil es im Pythagoreismus vor Philolaos tiberhaupt keine Zahlenphilosophie gibt, die Prinzipien des Philolaos, tà Gmetpa, TA mepatvovta und appovia, enthalten delt sich demnach um spezifisch platonische Ideen und Begriffe, die in den keine Zahlen und bei den Pythagoreern nach Philolaos fehlen nicht nur me- Quellen des Aristoteles fiir pythagoreische ausgegeben worden sind. Es taphysische, sondern auch physische Systeme, wie sie bei anderen späten fragt sich, ob Aristoteles immer über eindeutige Kriterien verfügte, um zwi- Vorsokratikern üblich waren. Die einzige Ausnahme ist Ekphantos, der die schen ihnen zu unterscheiden. Ein autoritatives Lehrbuch der pythagoreiatomistische Physik mit anaxagoreischem Nous und pythagoreischen Zahschen Arithmologie, das er mit den akademischen Schriften hätte vergleilen zu vereinbaren versuchte (DK 51 A 1-2, 4); seine eklektische Doktrin chen können, stand ihm auf keinen Fall zur Verfügung. hat Platon und Aristoteles kaum beeindruckt.” Die bedeutendste Figur die- Was für Quellen sind das? Sind das pythagorisierende Akademiker, also ser Generation ist Archytas. Was wissen wir nun über seine Philosophic? Speusippos, Xenokrates und Herakleides? Oder sind das platonisierende Von der Möglichkeit abgesehen, dass unser Wissensstand durch das baldige Pythagoreer, etwa Platons Bekannte Amyklas und Kleintas (Aristox. fr. 131 Erscheinen von Huffinans Buch über Archytas (Huffman 2005) eine Bessc- Wehrli), oder die Philolaosschüler Simmias, Kebes und Echekrates, die im rung erfährt, bleibt doch zu konstatieren, dass über die Philosopheme des Phaidon erwähnt sind? Vielleicht sind das Platons Mathematiklehrer Theo- Archytas nur sehr wenig bekannt ist. Mit der Knappheit unserer Quellen doros (Diog. Laert. 11 3) oder Platons Freund Archytas? Die Antwort lässt lässt sich das nicht erklären: Obwohl Aristoteles über seine Philosophie ein sich damit geben, dass jeder von den genannten Platonikern mindestens Werk in 3 Büchern geschrieben hat (DK 47 A 13), fehlt Archytas’ Name in eine Schrift über die Pythagorcer verfasst hat,” während wir über dic philo- Theophrasts Pvoikov 66&at. Demnach hat ihn Theophrast nicht für einen puo rkòg sondern für einen uadnatıKog gehalten, also für einen Wissensophischen Ansichten der genannten Pythagoreer entweder gar nichts wissen, oder, wenn wir etwas wissen, dann finden sich in ihnen keine Spuren schaftler, der zwar interessante philosophische Ideen, physikalische oder von den physischen und metaphysischen Lehren, die Aristoteles als die »pyethische, haben konnte," der aber kein »Berufsphilosoph« war und keine thagoreischen« wiedergibt. Die Hauptdoktrin der aristotelischen »Pythago- Lehre über die Prinzipien entwickelte. Das gilt auch für andere Mathematireer« ist erst nach Platon möglich, nämlich die Idec von der Einteilung der ker, sowohl Pythagoreer, wie Theodoros, als auch Nichtpythagorcer, wie Welt in zwei Arten von Wesenheiten (Dinge und Zahlen), die durch die Oinopides, Hippokrates von Chios und Eudoxos. Archytas hat sich vor al- Gleichsetzung ihrer Elemente vereinigt werden, so dass repittov und apTIOV mit repag und areıpov angeglichen werden. Wir müssen also davon lem für die vier paSnnata interessiert, Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Harmonik, er hat sehr wahrscheinlich Optik und Mechanik beausgehen, dass die aristotelische Auslegung der pythagoreischen Zahlenphigründet. Es sind diese mathematischen Wissenschaften, die Platon beeinlosophie in ihren wesentlichen Punkten von den Interpretationen der Akaflusst haben und scine Philosophie mathematisch geprägt haben," nicht dic demiker abhängt, die Pythagoras und seine Schüler als philosophische Vorläufer der mathematisch gefärbten Philosophie Platons gesehen haben. Die28 Arist. Mer. 987 a 31. b 10, b 22f., 990 a 30, 996 a 6, 1001 à 9. 1053 b 12: Phas. 203 a 6f.; Theophr. Mer. XI a 27f.; Eudem. fr. 31, 60 Webrli; Dikatarch. fr. 41 Wehrli, 2 Über den Phitolaosschiiler Eurytos erzählt Archytas eine Geschichte, die Aristoteles und +te 25 Resp. 508 d 8, Theaet. 166 € 1, Soph. 234 d 2, Leg. 888 a 7. 6 „Die Schriften des Aristoteles zeigen, dass in seinem Bewusstsein die Pythagorcer von den Platonikern überhaupt nicht scharf geschieden sind, sondern dic Grenzen beider sich verwischen« (Frank 1923, S. 260). Daher verwechselt auch die moderne Kritik die arithmologischen Ansichten beider Schulen: so wird Aristoteles’ heftige Polemik gegen die Akademiker für eine antipythagoreische Kritik gehalten (Afer. 1092 b 2Gff. — DK 58 B 27). 2? Speusippos, Hept Ho Geyopikav apıdyav (fr. 28 Taran): Xenokrates. Modayopere (Diog. Laert. IV 13), Herakleides Pont., Hepi trav Flvdayopeimv (fr. 22 Wehrli). u. tati Theophrast kurz erwähnen (DK 45 A 2-3), nämlich dass er die Zahl des Menschen oder des Tieres zu bestimmen versuchte, indem er ihre Figuren aus den Psephoi legte. Mehr von seiner »Philosophiec ist nicht bekannt. “ Dazu gehört die auch von Platon geteilte Idee, dass die Beschiftigung mit der Mathematik die menschliche Seele verbessert (DK 47 13 3). Vel. Isoc. Bus. 23, Antid. 201-268, Panarlı. 26-28. Da Isokrates darüber in seinem Busiris (um 390/385) schreibt, schließt das platonische Provenienz dieser Idee aus. Es ist aufschlussreich, dass Aristoteles dic pythagoreische Vorliebe für Zahlen mit ihren ma- —_a. thematischen Studien cıklärt (Afef. 985 db 234f.; lambl. De comm. math. sc., p. 78, 81. Vgl. Burkert mentar. 1972, S. 50). Über die Bedeutung der Mathematik s. Philolaos DK 44 A 29 mit Huffmans Kom-

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angebliche Zahlenmetaphysik, die seine Schüler den 147 Pythagoreern zu- Theophrast) überlieferten Ansichten der individuellen Pythagoreer sind offensichtlich. Es wird wiederholt behauptet, dass kein Pythagoreer je etwas schreiben. Die konkurrierenden Interpretationen der pythagoreischen Philosophie, über die materiellen apyat geäußert habe (Mer. 989 b 30ff: 990 a 16); andie Speusippos. Xenokrates, Herakleides und Aristoteles aufgestellt haben, dererseits wird aber berichtet, dass Ilippasos das Feuer, Hippon das Wasser gelten weiter — getrennt oder vermischt — als allgemeinpythagoreische Lehals apyn annimmt (Met. 984 a 4, 7). Die apyat von Alkmaion und Mere, so dass wir nach der ersten Generation der Platonschiiler den philosophinestor sind qualitative Gegensätze (heiß, kalt, bitter, süß usw.),} gerade schen Pythagoreismus mit platonischer bzw. platonisch-aristotelischer Präsolche, die in der »pythagoreischen« Tabelle fehlen. Der bei Aristoteles gung haben (mit sehr wenigen Ausnahmen). Das betrifft auch diejenigen, nicht genannte Philolaos bekommt in Theophrasts Doxographie nepag und aneıpov als apyat zugewiesen (DK 44 A 9); von der Zahl ist hier keine Rede, ebenso wenig von repittov und Aptıov als seinen »Elementen«. die unmittelbaren Zugang zu den pythagoreischen Quellen hatten. Obwohl Theophrast normalerweise den doxographischen Darstellungen seines Lehrers treu bleibt, schreibt er den Pythagoreern eine typisch akademische Da der eigentliche Urheber der pythagoreischen Zahlenphilosophie weder Doktrin von monas und aoristos dvas zu;*? der peripatetische Verfasser der bei Aristoteles noch bei Theophrast erscheint, hat die spätere Überlieferung Problemata Physica, der gewöhnlich Theophrast folgt, macht dasselbe mit cahmiesn: diese Lücke mit »Pythagoras« ergänzt. der speusippischen Theorie der Dekas." Die Zahlen von eins bis zehn oder Wir sollten demnach nicht zwischen den platonischen und aristotelischen die zehn Gegensätze, die als pythagoreische Prinzipien in Theophrasts ®u- Traditionen wählen, sondern eher zwischen den Ansichten konkreter Pythacikbv dota fungieren,” weisen wiederum auf Speusippos. Die pythagogoreer, darunter auch Pythagoras,“ und der anonymen gesamtreischen Schriften des Aristoxenos enthalten wertvolle Informationen über pythagoreischen Lehre, die in die post-platonische Periode gehört. Doch diese Schule, doch ist das Hauptmerkmal seiner [lv9ayopikal anopabraucht auch diese Wahl zusätzliche Kriterien. Nicht alle Stellen, wo Aristocetg (fr. 33-41 Wehrli) die Beanspruchung akademisch-peripatetischen teles über oi MuSayóperor spricht, sind eo ipso verdächtig, manchmal Gutes für die ethisch-politische Lehre der Pythagoreer. Aristoxenos hat Plasteht dahinter eine historische Figur, z.B. Philolaos (De caelo 293 a 18f.; b ton des Plagiats bei Protagoras bezichtigt (fr. 67 Wehrli), seine Beziehung 15f.), so wie hinter »den Pythagoreern« bei Platon (Resp. 530 d) Archytas zu den Pythagoreern hat er wohl in demselben Sinn interpretiert. steht. Die Pythagoreer, die in den wissenschaftshistorischen Schriften des »Die Forschung muss entscheiden zwischen der platonischen und der Eudemos vorkommen, gehören eindeutig ins 5. Jahrhundert, wenn er aber aristotelischen Tradition, denn nur cinc von beiden kann historisch richtig eine Stelle aus der Physik expliziert (201 b 16) und bei Aristoteles fehlende sein« (Burkert 1972, S. 81). Die Sache scheint mir viel komplizierter zu Namen hinzufügt, Platon und die Pythagoreer (fr. 60 Wehrli), meint er dasein. Auch wenn die aristotelische Interpretation, mindestens in der Tenmit die Urheber der akademischen Tabelle, und nicht Archytas (vgl. Burdenz, mehr historisch orientiert ist als die akademische, ist sie als ganze kert 1972, S. 47 Anm. 106). genauso unkorrekt. Unerklärlich bleibt auch, warum die Aristotelesschüler Auch die mündliche Überlieferung, auf die Aristoteles sich manchmal einen so scharfen Kontrast zwischen den beiden Traditionen nicht bemerkt stützt, ist nicht aussichtslos: so gehören die von ihm angeführten »Angleihaben und die Pythagoreer weiter platonisch interpretieren, Statt einer von chungen« von $1Kkauoodvn, yapog und Kaupog mit den Zahlen 4, $ und 7 diesen Traditionen einen privilegierten Platz beizumessen, würde ich auf zur alten Schicht der pythagoreischen Arithmologie.” Ursprünglich waren einen anderen Kontrast hinweisen: zwischen den Fakten, die Aristoteles sie in die Form der bekannten pythagoreischen Symbola gefasst: »Was ist wiedergibt, und seinen Interpretationen (s. Cherniss 1935). Die Widersprü- Gerechtigkeit? Die Vier, weil sie Gleiches mit Gleichem vergilt«. Einige che zwischen der Zahlenichre und den bei Aristoteles selbst (und später bei von diesen Analogien zwischen Zahlen und »Dingen« sind nicht ohne tieferen Sinn und haben sogar Aristoteles und Theophrast beeindruckt," die sie im Gegensatz zu den Akademikern generell ablehnen. Wenn es aber um die 3° Mer. XI a 271. = DK 58 B 14. Als erster hat wahrscheinlich Speusippos die monas und aoristos dyas den Pythagoreern zugeschrieben (Burkert 1972, S. 62f.). Y Probl, 910 b 23 911 a 4, In der späteren Doxographie sind beide Theorien Pythagoras selbst zugeschrieben (DK 58 B 15). “oi MoB9ayópeior tong ano povádos aypt Sexadas dpi9podg Gpyàg ¿deyov 1) tas Sexas ovotoryias, fig Ador ox aveypayey (Theophr. fr. 2274 FHSG). Wenn üc dALot Gor uveypenpav Theophrast selbst gehört, sind damit verschiedene akademische Versionen der Tabelle der Gegensätze gemeint. 35 Mer. 986 a 27; DK 24 B 4; Theophr. De cans, pl. 1, 21,5 = DK 32 A 5. 36 Die Informationen über Pythagoras, die wir bei den Akademikern finden, sind auch wichtig: Xenokr. fr. 87 Isnardi Parente; Ilerakl. Pont, fr. 40, 87f. Wehrli, vgl. auch DK SI A 5. 7 Mer. 985 b 29-30; 990 a 23; 1078 b 22-23: EN 1132623; MAP IIRZall. # Arist. De caclo 268 a 10-15; De sens, 442 a 12-29; Theophr, De caus. pl. VIA, 1-2.

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miindliche Lehre geht, miissen wir — im besten Fall — mit der massiven Amplifikation des anfänglichen Kerns rechnen, wenn nicht mit noch größeren Entstellungen in der Überlieferung. Diese Tendenz ist durch die Sprüche der Sieben Weisen wohl bekannt: jedem von ihnen wurde ursprünglich nur ein Spruch zugeschrieben, die zwei Sammlungen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. (Demetrios von Phaleron und Sosiades) enthalten jeweils 124 und 147 Sprüche (Stob. III 1, 172-173). Kann man Dutzende Symbola, die Anaximander d.J. aus verschiedenen Quellen gesammelt hat, als authenti- Überlegungen zur pythagoreischen Frage 149 Bisher ging es um die vernünftigen Ansichten, die Symbola aber sind vorwiegend für ihre sinnlosen Tabus bekannt: »Rühr das Feuer nicht mit dem Messer auf«, »Vermeide die Heeresstraßen und gehe über die Pfade«, »Geh nicht über ein Joch hinweg«, usw. Der ursprüngliche Sinn dieser Tabus macht offenbar keine Allegorese erforderlich, Anaximander hat sie trotzdem allegorisch gedeutet und kaum als erster: Aristoteles kennt vier Begründungen des Verbots, das Brot zu brechen, und sechs des Bohnenverbots (fr. 195 Rose). Bei Ilomer und Hesiod, in der Praxis verschiedener sche Lehre des Pythagoras betrachten? Mysterienkulte, in den Sprichwórtern und weltweit verbreitetem Volks- Auf die formelle Verwandtschaft zwischen den Sprüchen der Weisen und den Symbola hat schon Aristoteles hingewiesen.” inhaltliche Parallelen sind aberglauben ist eine Vielzahl von Parallelen zu finden (Boehm 1905), die auch bemerkbar. Die Sprüche der Weisen über den guten Rat und über die Wahl der Frau sind den pythagoreischen sehr nah; ein Symbolon bezieht sich direkt auf die Sentenz des Bias, dass die meisten Menschen schlecht sind.“ Unerwartet viel Aufmerksamkeit widmen die Weisen dem Thema der Geheimhaltung bzw. Zurückhaltung beim Reden, das man gewöhnlich mit den Pythagoreern assoziiert. Die Symbola übrigens enthalten darüber keine zeigen, dass die Tabus nicht aus dem Pythagoreismus entstanden sind. Während die Kultvorschriften nach Zahl und Zeit beschränkt waren, macht die Zeitlosigkeit der Sprüche, die beinahe hundert Tabus enthalten, den Eindruck. dass diese das ganze Alltagsleben des Menschen regeln. Indessen ist die Regel sogar bei solchen religiösen Gemeinden wie den jüdischen Essenern oder frühchristlichen Mönchen nicht nur milder, sondern auch viel rationaler gefasst: sie enthält keine Tabus in der Art, dass man in der Dun- Vorschriften, nach Aristoxenos aber sagten die Pythagoreer: pm eivaı rpòg rúvtas navter pura (fr. 43 Wehrli). Ähnliche und noch strengere Gebote geben fünf der Sieben Weisen." Überhaupt gibt es bei Aristoxenos, besonders in den MvSayopikai anopacctc, viel Gemeinsames mit der kelheit nicht sprechen oder sich nicht bei Lampenlicht im Spiegel betrachtraditionellen Weisheit: man soll die Eltern und Götter verehren, den Zorn beherrschen, die alten Gesetze den neuen vorzuzichen, die MaBlosigkcit Tradition der Deutung »pythagoreischer« Symbola entstanden. vermeiden, usw.” »Es gibt kein Übel schlechter als die Anarchie«, sagen die Pythagoreer des Aristoxenos (fr. 33, 35 Wehrli), was wörtlich mit sel. Man kann kaum annehmen, dass ein milesischer Sophist, dessen Konten darf. Aufgrund der Vorstellung vom pythagorcischen Ritualismus liegt keine historische Uberlieferung aus dem Leben uns bekannter oder auch unbekannter Altpythagorcer vor; sie ist vielmehr aus einer /iferarischen Der Ursprung von Anaximanders Sammlung bleibt nach wie vor ein Rättakte mit den Pythagoreern unbekannt sind, über authentische Quellen ver- Sophokles’ Antigone (vs. 672) übereinstimmt. In dieser Ansicht gibt es übrigens nichts spezifisch Pythagoreisches, doch ist auch der authentisch klinmanders gende Spruch xavtwv copotatov 6 Aapı 940g, der zum ursprünglichen pythagoreischer Symbola zu sammeln, scheint derselbe wie der Herodots Kern der Sammlung Anaximanders gehören sollte, aus der "Tragödie begewesen zu sein, für den alle »ähnlichen« religiösen Phänomene denselben kannt: navoopog apı pds.” fügte oder dass er mit ihnen vorsichtiger umging als Aristoxenos. Anaxi- Grund, das heterogene Material unter dem Titel Auslegung Ursprung, nämlich einen ägyptischen haben. Ein anderer Zeitgenosse Anaximanders, der Sophist Itippias, hat in seiner Synagoge angeblich ähnliche Ideen gesammelt und gedeutet, die er aus poetischen und prosaischen Werken zusammengestellt hat (DK 86 B 6). Folglich wäre cs fehlgeleitet, dic Y Jambl.. Vir. Pyth. 83; Burkert 1972, S. 169. * DK 10 A 3; Kleobulos (9, 18), Solon (12), Bias (1): lambl. Fir. Prt, 82-83, 85; Prom. 21. "DK 10 A 3: Kleobulos: Viel hören und nicht viel reden (4, vel. 6); Solon: Siegle deine Worte mit Schweigen, dein Schweigen mit dem rechten Augenblick (5); wisse und schweige (18); Chilon: Beim Trinken rede nicht viel; du wirst es bereuen (2); lass deine Zunge nicht deinem Verstand Realien des Blog MvSayoptKdc hinter jedem Spruch wahrzunehmen, der in Anaximanders Buch erscheint. Nilsson (1967, S. 669) hat die Gebote als eine direkte Fortsetzung der Regeln Hesiods (vgl. Op. 727; 742-743) gesehen und in ihnen denselben vorauslaufen (14: vel. Diog. Laert, I. 69: Was ist schwer? Geheimnisse zu verschweigen): Bias: legalistischen Geist erkannt, der auch die Vorschriften des delphischen Ora- Hôre viel, rede zur Zeit (10-11, vel. 17), Periander: Plaudere keine Geheimnisse aus (14). kels und die Sprüche der Sieben Weisen erfüllt. In der Tat steht Pythagoras * Verehrung von Eltern: Kleobulos (2), Thales (6), Periander (10) und Aristox. Ir. 34 Wehrli, vel. auch Xen. Afem. IV 4, 19: Zor: Chilon (15) und Aristox. fr. 30: Gesetze: Periander (16) und viel näher zur legalistischen Strömung in der griechischen Religion, »wel- Aristox. fr. 33f.; Maßlosigkeit: Kleobulos (10, 17). Thales (12) und Aristox. fr. 17. 3% Aisch. fr. 18la Radt; Aclian. FH 4, 17, lambl. Fir. Puh. 82.

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151 che die Gnade der Götter durch das genaue Erfüllen der religiösen Gebote täten des Körpers (Kalt, Warm, Feucht, Trocken) und daher sterblich ist und Regeln zu erlangen strebt«, als zur mystisch-ekstatischen.” Was aber (Plat. Phaed. 86 b-c; 88 d). Aristoteles weist die materialistische qppoviavon den Vorschriften Pythagoras selbst oder den Pythagoreern seiner Zeit Lehre als falsch zurück (De an. 407 b 27f.), jedoch wird sie von Aristoxegehört, bleibt offen. Zum anfänglichen Kern sollten mindestens diejenigen nos (fr. - ganz wenige — Vorschriften gehören, die mit der Metempsychose ververtreten. Aristoxenos hat sie wohl von seinem pythagoreischen Lehrer Xeknüpft und unabhängig von Anaximander bekannt sind, wie z.B. Fleischnophilos übernommen, der seinerzeit cin Schüler des Philolaos war (fr. 19 118-121 Wehrli) und Dikaiarchos (fr. 5-12 Wehrli) weiterhin und Bohnenverbot oder das Verbot, die Toten in wollener Kleidung zu be- Wehrli). So sehen wir bei den ersten sowie bei den letzten Pythagoreern graben. Die ersten zwei Verbote sind auch bei Empedokles (DK 31 B 137. verschiedene, dennoch in manchen Punkten verwandte philosophische The- 139, 141) und bei den Orphikern (test. 212-213, fr. 291 Kern) bezeugt, georien über die Seele. Mit der religiösen Seelenwanderungslehre, die in den rade sie werden von Aristoxenos heflig bestritten und abgelehnt (fr. 25, 28- »pythagoreischen Mythen« (Arist. De an. 407 b 20) enthalten ist, haben sie 29 Wehrli), das dritte erwähnt Herodot (II 81) in Bezug auf Orphiker und kaum etwas gemeinsam. Eine philosophische Begründung bekommt die Pythagoreer. Bei Empedokles sind nur drei Vorschriften bekannt (Fleisch-, Metempsychose erst bei Platon. Bohnen- und Lorbeerblattverbot: DK 31 B 136-141); und es fällt schwer, sich vorzustellen, dass Pythagoras von den krotonischen Aristokraten viel mehr verlangte als Empedokles von seinen Anhängern. Nicht von ungefähr wurde das pythagoreische Fleischverbot modifiziert und beschränkt (wahrscheinlich schon von Pythagoras selbst): Die Seelen der Toten verkörpern sich nicht in Opfertieren, und deshalb kann man deren Fleisch unbesorgt verzehren.” Diese Lösung gestattete den Pythagoreern, die an die Metempsychose glaubten, diesen Glauben mit ihren politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten zu vereinbaren. Die Seelenwanderungslehre ist eng mit Pythagoras und den anonymen Pythagoreern verkniipft; bei den Pythagoreern, die uns namentlich bekannt sind, finden wir ganz andere Seelenlehren. Nach Hippasos besteht die Seele aus Feuer, nach Hippon aus Feuchtem bzw. aus Wasser (DK 18 A 9; DK 38 A 3; 6; 10-11). Alkmaion glaubte, die Scele sci unsterblich und befinde sich wie alle unsterblichen Himmelskörper in ewiger Bewegung; die Menschen sterben, wenn die kreisförmige Bewegung der Secle aufhört (DK 22 A 12; B 2). Die Seele wird hier als Lebens- und Bewegungsprinzip verstanden: sie ist wahrscheinlich im Herzen lokalisiert (A 18), der Verstand dagegen im Gehirn (A 5). Philolaos sah die Scele als &ppovia (Verbindung) der körperlichen Elemente an; sie ist für die Bewegung zuständig und befindet sich im Herzen, der menschliche Verstand ist wie bei Alkmaion im Gehirn lokalisiert." Die Philolaosschüler Simmias, Kebes und Echekrates vertreten die Lehre, nach der die Seele eine Verbindung (Gpprovica.) der Primärquali- 4 Nilsson 1967, 8. 578, 6621. Vgl. Burkert 1972, S. PONT. 4 lambl. Vit Pyrh. 85, aus Aristoteles: Vit. Pyrh. 98, aus Aristoxenos: Herakl. Pont. fr. 40 Wehrli. yA Xenophanes (DK 21 B 7), Empedokles (DK 31 B 129), Ton (DK 36 B 4), Hdt, 11 109, Flerakl. Pont. fr. 89 Wehrli, Arist, De an. 407 b 20, 47 DK 44 B 13, A 23; Huffman 1993, S, 328f. N. FTRÜUGSRIEINISLAcH DEN «EN