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Lehrsatz des Pythagoras entsprechend...
Buschmann, Fritz
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Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung
Volume 43 / 1934 / Article
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Buschmann, Fritz
Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung
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View in PDF(opens in a new window)[cos’ « sinò] ist die Tangente in (tg «)
[cos & sin 2] ist die Tangente in (te 2)
[sin = sin | ist die Tangente in (cot 2)
(Eingegangen am 7. 2. 33.)
Die Tetraeder, deren Seitenflächen eine dem Lehrsatz des
Pythagoras entsprechende Beziehung erfüllen.
Von Fritz BuscHMANN, Hannover.
1. Aufgabe.
In den über dem gegebenen echten Dreieck P,P,P, aufgebauten
Tetraedern P,P,P,P sollen die Flächeninhalte der Seitenflächen
P,P,P, P,P,P, P,P,P und P,P,P, bezeichnet werden mit
F,, F,, F3 und F. Wir wollen untersuchen, wo der Punkt P liegen
muß, um die Beziehung
(x)
PF +F?+FS
zu erfüllen. DaB in Tetraedern, deren Kanten und Flächen bei P
unter rechten Winkeln zusammentreffen, die Beziehung (x) erfüllt
ist, ist bekannt. Diese rechtwinkligen Tetraeder müssen deshalb in
der Gesamtheit der zu untersuchenden Tetraeder enthalten sein.
2. Die Steinersche Ellipse.
Die einem Dreieck umbeschriebene flächenkleinste Ellipse wird
nach Steiner benannt. Sie hat ihren Mittelpunkt im Schwerpunkt
des Dreiecks. In diese Ellipse lassen sich aber unendlich viel Dreiecke
einbeschreiben, die mit dem Ausgangsdreieck den Schwerpunkt und
den Flächeninhalt gemeinsam haben. Alle diese Dreiecke gehen durch
orthogonale Affinität aus den einem Kreise einbeschriebenen gleichseitigen Dreiecken hervor, dessen Durchmesser mit einer Ellipsenachse identisch ist. Wählen wir die Achsen der Ellipse als Koordinatenachsen, so genügen die Koordinaten der Eckpunkte aller dieser Dreiecke den Beziehungen
Ki + X + X3 =O
(z)
Yit
Yad ¥3=0
Page 4
View in PDF(opens in a new window)Fritz BUSCHMANN:
Wir können setzen
(3)
und
d find
finden
Xi = À cos y;,
Xa = A COS pa,
X3 = A COS pz,
y,=
B sin y,
ya = B sin pa
ys = B sin 3
Pi =P %2=P+120°,
pz =P + 240°
A? = 3 (x? + Xe? + 43)
B? = 3 (y+ ye + 93).
(4)
Sind die Koordinaten der Ecken des Dreiecks P, P,P, beliebig gegeben, so läßt sich durch Parallelverschiebung und Drehung stets
erreichen, daß die Gleichungen (2) erfüllt sind. Die gefundenen Koordinatenachsen und die Gleichungen (4) bestimmen die Achsen der
Steinerschen Ellipse, und aus (3) finden wir den Winkel y, der das
der Ellipse einbeschriebene Dreieck charakterisiert. Wenn wir wollen,
können wir immer erreichen, daß A?> B? wird. Die Steinersche
Ellipse hat die Gleichung
x= Acosp,
y= Bsinp
x?
y?
3. Hilfsformeln.
Wir bestimmen zunächst einige Summen von Koordinatenprodukten. Dabei soll unter
x,y, die Summe aller Produkte von
der Form x y,“ verstanden werden, wo ik bei 1+
irgendeine
Variation der Zahlen 1, 2 und 3 bedeutet und À und u bestimmte
Zahlen sind. Der Fall i= wird mit 2x; y bezeichnet. Unter
Berticksichtigung der Formeln
sing, = FV3cosp—Fsinp
sin 9 =-— 43 cos g — 4sin y
(s)
COS pa =— cosy — F3 sing
cos
pz = — Feosp
+ $V3 sing
sin 3y= 3 sing
— 4 sin? y
COS 39
= 4 COS?
p — 3 COSP
erhalten wir
2u
Dy
2 y1= Drin =0
D= — 2 Du,
(6)
= 34°,
Dy?= 7 2
Vi Ve = 3B?
Sr y= 3: Yi = — APB sin 39
Dr ya? = Dry; Ve = RA B? cos 39
yk = BARB Dur
yıya= — yA?
Page 5
View in PDF(opens in a new window)Werden die Seiten eines Dreiecks mit a, 6 und c und der Flacheninhalt mit I bezeichnet, so ist
(7)
161?
= 2a7b? + 2b2c? + 2c?a? — at — bt — ci.
4. Berechnung von F?.
Das Dreieck P,P,P, mit dem Flächeninhalt F geht aus einem
dem Kreise mit dem Radius A einbeschriebenen gleichseitigen Dreieck durch orthogonale Affinität hervor. Die Charakteristik derAffinitat
ist 2. Der Flächeninhalt des einem Kreise mit dem Radius A einbeschriebenen gleichseitigen Dreiecks ist aber 2y.3 A®. Das Dreieck
P, P,P, hat demnach die Fläche 3/3
(8)
AB, d.h. es ist
F2 = 2A2B?,
5. Die Summe der F‚?.
Durch Hinzunahme der im Anfangspunkt des in Abschnitt 2 gewahlten ebenen Koordinatensystems auf seiner Ebene errichteten
Senkrechte erhalten wir ein senkrechtes räumliches Koordinatensystem. Die Tetraedereckpunkte haben dann die Koordinaten
Pı = (%1, 91,0), Ps = (42, Yo, 0), Ps = (%3, 3,0), P = (%, 9,2).
Zur Vereinfachung des Druckes soll nicht (P,P,)°, (PP,)? und F?,
sondern (P,P3)?, (P P,)? und F,? berechnet werden. Durch zyklische
Vertauschung der Indizes 1, 2 und 3 findet man die übrigen Quadrate.
Nach (7) ist
16 F,? = 2(P,P,)?- (PP)?
+ 2(P2Ps5)?+ (PPs)?
+ 2(PP,)?-(PP,):
— (PP)? — (PP) — (P Pit.
Setzen wir ein
(Pa Ps)? = (%2— %s)?+ (Ya— Ya)
= (x + yo?) + (83?
+ V3?) — 2 (%2%3
+ Ya V3)
(PP = (x — 2)
+ (y — va) +2
= (+ $28) + (PH) — 2 (x42+ 94) usw.,
so erhalten wir
—
NNN
TOF
2 = 4 (42+ PH 2) (x
+ Kat
— 2%%
+ Yot
+ Ya
— 2 Vos)
48%+ Y Va)? — 4(%%3+ ya)?+ B(x
42 + Ye) (Ha+ Vs)
8 X% Kat Y Ya) (Xa?
+ Ys") — BL Aa + Y V3) (Aat + Yo)
+8 % Xa + VV) (%2%3+ Yays) + 8x
%3 + y ya) (%2%3
4 X2 X3 + Yaya)
+ 4 (X + Yo") (X? + Vs?)
Page 6
View in PDF(opens in a new window)Fritz BUSCHMANN:
4 Fy? = x? (ys?
— 2 y2y3+ Ya") + YP (Xe? — 23% + As)
+ 2? (X22— 2 Xa
%q + Agt + Yo?
— 2 Y2Ys + Vs")
+249 (XaYs + X Ya
— Kaa X3 Va)
+ 2% (%2
Va Ya + %3
Va Ya — Ka V3?
— X3Y
2?)
+ 29 (Va %a %3 + Va %2 %3— Yakg
— V3 Ka) + Aat
ya + XV
À —2 Xp Xs Va Va.
Durch Addition folgt
ADF? = 22 Iy2— Sys ya) + 29 (Dr — Sim)
+ 22 I? + SyP— Dun
+ 2% (Xx, Yıya
+ Dr? VF
Dyiyı) +229 (2172-2291)
>% 2) +27 (Dx, Xn Vi— Dx? Yn)
2 DE A Yi Ve
und unter Beriicksichtigung der Formeln (6)
4 SF?
= 2x7 (§ B*+
} BY) +2 (BAP 34?) + 22° (2A?
+ BB)
+ A? B2+ 3 A? B?
Es ergibt sich schlieBlich
(9)
SF2=
Sla Bix? + 2A%y?+
2(A2+ B)+ AB}.
6. Das Ellipsoid.
Soll nun die Beziehung (I) erfüllt sein, so müssen die Koordinaten
des Punktes P nach (8) und (9) der Bedingung
1 A® Bi = £{2Bx+ 2A* y+ 2(42+ B?) 22+ A? B2)
oder
Bex? + A2y2 + (42+ B) 2— A2B?= 0
genügen.
Diese Gleichung eines Ellipsoids können wir noch in der Form
schreiben
2
(zo)
2
2
tat
det —I=0
A?
Bi
und erkennen, daB zwei Hauptachsen des Ellipsoids mit den beiden
Achsen der Steinerschen Ellipse in GröBe und Lage übereinstimmen
und daB die dritte Hauptachse des Ellipsoids eine einfache Funktion
der Ellipsenachsen ist. Schreiben wir die Gleichung des Ellipsoids
in der Form
22
ya
ga
a tpt a@—t=0,
so besteht die Beziehung
I
aat pr
Page 7
View in PDF(opens in a new window)Das Ellipsoid kann deshalb als gewöhnliches Trägheitsellipsoid des
Ausgangsdreiecks P,P,P, angesehen werden. Der Schnitt mit der
xy-Ebene ergibt die Steinersche Ellipse, das Ellipsoid enthält also.
die Punkte P,, P, und P,. Gleichung (10) enthält den das Ausgangsdreieck charakterisierenden Winkel y nicht, d.h. das Ellipsoid gehört zu jedem in die Steinersche Ellipse einbeschriebenen flächengrößten Dreieck P,
P, P;.
Wir wollen das Ergebnis folgendermaBen aussprechen:
Über jedem echten Dreieck P,P,P, lassen sich oo? Tetraeder mit dem
vierten Punkt P aufbauen, die die Bedingung FF=F?-+-F2+F3
erfüllen. Der Punkt P liegt dabei auf einem Ellipsoid, das folgende
Achsen besitzt: 1. und 2. die Achsen A und B der Steinerschen Ellipse
des Grunddreiecks und 3. die im Mütelbunkt der Ellipse auf ihrer
Ebene nach beiden Seiten errichtete Senkrechte, deren Länge (d.h. die
der Halbachse) geometrisch als die Höhe im vechtwinkligen Dreieck
mit den Katheten A und B gedeutet werden kann.
Zusatz: Für die Ebene läßt sich folgender Satz als Sonderfall aussprechen: Der geometrische Ort für den Punkt P einer Ebene P,P,P;,
der mit je zweien dieser drei Punkte Dreiecke bildet, deren Flächeninhaltsquadraisumme mit dem Quadrat der Dreiecksfläche P, P,P, übereinstimmt, ist die Steinersche Ellipse des Dreiecks P,P,P3.
7. Rechtwinklige Tetraeder.
In jedem Tetraeder P,P,P,P, dessen Kanten bei P unter rechten
Winkeln zusammenstoßen, liegt P senkrecht über dem Höhenschnittpunkt des Dreiecks P,P,P,, das spitzwinklig sein muß. Wir wissen
weiter aus Abschnitt ı, daß P auf dem Ellipsoid (10) liegen muß.
Im Dreieck P,P,P, hat die Höhe A, die Gleichung
hy = (%_ — %3) % + (Ya — Vs) ¥ — %1(%2 — A3) — Yıla
— Vs) = 0.
Nehmen wir die durch zyklische Vertauschung sich ergebende Gleichung für h, oder hg hinzu und rechnen wir die Höhenschnittpunktskoordinaten x7 und yq aus, so ergibt sich unter Berücksichtigung
von (3) und (5)
B2— 43
|
XH= — Gq COS 3
(rz)
B— 41.
Ya = TE sm 39.
Der Punkt P des rechtwinkligen Tetraeders habe die Koordinaten
E‚n, ¢. Es ist £ = xy und n= yx. & folgt aus der Gleichung des Ellipsoids. Wir erhalten
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View in PDF(opens in a new window)= —g
(12)
COS 39
B 2 A2 .
NN 3YP
6 = + 5 VB*(34®— BIJ) — (A®— B?) sin? 39.
Das doppelte Vorzeichen für ¢ weist darauf hin, daß es zwei bei P
rechtwinklige Tetraeder P,P,P;P über P, P, P; gibt, die symmetrisch
zur P,P,P,-Ebene liegen.
Der Ausdruck £ in (12) läßt folgende Überlegungen zu: Wir erhalten
nur dann ein reelles rechtwinkliges Tetraeder, wenn ¢?> 0, d. h. wenn
sin? 39 < ae
.
(13)
oder
B4(3
A? — B:)
sin? 39 < Bt(3 48 — B?) + A4(A2— 3 B?)
Bei A? => B? und A? < 3 B? gehören zu allen Winkeln p rechtwinklige
Tetraeder und im Falle A? > 3B? nur zu den Winkeln y, die (13)
erfüllen.
Aus dem bisher Gesagten können wir ferner nebenbei folgern, daB
bei A?= B? und A?< 3B? alle der Steinerschen Ellipse einbeschriebenen flächengrößten Dreiecke spitzwinklig und bei A? = 3 B?
nur die spitzwinklig sind, deren charakterisierender Winkel p die
Ungleichung (13) erfüllt. Die Dreiecke, die zu
4
(14)
2__
B2
sin? 39 = rer
gehören, sind rechtwinklig.
Für jeden Winkel y, also für jedes der Steinerschen Ellipse einbeschriebene flächengrößte Dreieck P,P,P, gibt es oo? Tetraeder
P,P,P,P, die F=F2+F + F,? erfüllen, aber nur zwei — symmetrisch zur Ebene P, P,P; liegende — sind bei P rechtwinklig. Die
Gesamtheit der Punkte P, die zu den rechtwinkligen Tetraedern
aller Dreiecke P,P,P, gehören, ist eine Raumkurve 4. Ordnung,
die durch den Schnitt des Ellipsoids (10) mit dem Zylinder
Pa)
ya
At— Baa +
(
2A
)
A?— B22
(
2B
—I=0
)
entsteht, dessen Gleichung aus (11) gefunden wird. Der Schnitt dieses
Zylinders mit der xy-Ebene ist eine Ellipse, die der Steinerschen
ähnlich ist, deren Achsen aber in ihrer Ebene um 90° gedreht sind.
(Eingegangen am 19. Io. 1932.)