Show full text10 pages
Page 1
View in PDF(opens in a new window)(BASILICA.) IN PAESTUM
Nach seinem umfangreichen Buch über den Tempel von Segesta, in dem auch die klassische Tempelbaukunst des griechischen Westens untersucht wird, hat Dieter Mertens' nun
auch eine lang unausgeglichene Rechnung des deutschen Bauforschers Friedrich Krauss eingelöst, indem er auf die gleiche vorbildliche Weise ein Werk über den archaischen Heratempel («Basilica») in Paestum und die archaische Baukunst in Unteritalien veröffentlicht hat.
Durch seine Tatigkeit in Unteritalien, vor allem Metapont, war dieser Bauforscher, wie
kaum ein anderer, fiir diese Aufgabe gertistet. Der alte Tempel der Hera war schon von
Koldewey und Puchstein? 1899 aufgenommen worden, aber jetzt liegt eine komplette
Dokumentation samt den seitdem ans Licht geförderten Dachterrakotten vor, die in ihrer
Genauigkeit wohl kaum zu übertreffen ist. Wir verfügen jetzt über Plane und Aufrisse, die
so genau wie nur möglich den heutigen Befund, in Metermafen gemessen, darstellen. Als
solches ist die Arbeit dieses Bauforschers beispielhaft).
In der Interpretation der Maße läßt sich jedoch noch einiges bemerken, was hier zu
Ehren von Bernard Andreae dargeboten wird, als Zeichen der Dankbarkeit für eine langjährige Freundschaft seit meiner Bonner Studienzeit (1962), die sich über seine Stationen
Bochum und Marburg bis zuletzt in Rom fortgesetzt hat. In allen diesen Jahren hat er
meine Forschungen zur griechischen Architektur immer mit großem Interesse, jedoch auch
kritisch verfolgt.
Das FussMass IN DER GRIECHISCHEN ÄRCHITEKTUR
Um die Überlegungen des antiken Architekten beim Entwurf nachvollziehen zu können, sind die von ihm zugrundegelegten Abmessungen zu ermitteln. Darum sind die Metermaße in antike Fußmaße umzurechnen, wofür man unbedingt die antike Maßeinheit des
Abkürzungen:
Krauss
Mertens
Fr. Krauss, Die Tempel von Paestum, ı. Der Athenatempel (1959).
D. Mertens, Der alte Heratempel in Paestum und die archaische Baukunst in Unteritalien
(1993).
' Mertens.
* R. Koldewey - O. Puchstein, Die griechischen Tempel in Untericalien und Sicilien (1899), 13 ff. Tat. 2.
3 Als Punkt der Kritik läßt sich sagen, daß in den angeführten Maßen (Mertens, Beilage 2) schon von der
Richtigkeit der Maßeinheit 32,7 cm ausgegangen wird, daß die gemessenen Strecken u. E. aber nicht immer ent-
Page 2
View in PDF(opens in a new window)Architekten kennen muß. Die Bauforschung zur antiken Architektur ist hierbei Dörpfeld
gefolgt, der nur eine beschränkte Anzahl von Fußmaßen annahm. Dieser Ausgangspunkt
wurde weiter von Armin von Gerkan zum Axiom gemacht, so daß dieser in der antiken
Bauforschung als sicher gilt und kaum noch zur Diskussion gestellt wird+. Ohne die Existenz dieser Maßeinheiten zu leugnen, muß man aber feststellen, daß ein solcher Ausgangspunkt neu zu überdenken ist, zumal auf einem seit kurzem bekannten Eichrelief aus
Salamis! zwei Maßeinheiten erscheinen, die in der deutschen Bauforschung nicht anerkannt werden. Damit ist nach der Popperschen Wissenschaftstheorie diese Grundhypochese als falsifizierbar erwiesen, und es ist zu erwägen, ob nicht alle Umrechnungen in Fuß
neu zu überprüfen sind. Wenn es nämlich mehr Maßeinheiten als die drei angenommenen
gegeben hat, dann sind mehrere Tempel in eine falsche, nicht die vom Architekten zugrunde gelegte Maßeinheit konvertiert. Man kann jedes Metermaß in jedem beliebigen
Fußmaß, in Daktylen, unciae oder inches ausdrücken, ohne daß damit gesagt ist, daß dann
auch die vom Architekten gewollten Dimensionen wiedergefunden wären und daß der Entwurfsvorgang so nachzuvollziehen wäre. Vielleicht ist gerade in dieser Hinsicht ein großer
Teil der griechischen Architekturgeschichte neu darzulegen.
In dieser Untersuchung werde ich zuerst auf die Maßeinheit eingehen und versuchen,
diese aus dem Gebäude selbst zu ermitteln. Dann werde ich zeigen, wie im klassischen Tempel eine Faustregel zur Bestimmung der Stereobatmaße angewandt wurde, die sich an klassischen Tempeln wie dem Hephaisteion in Athen und dem Poseidontempel in Sunion beobachten läßt, die aber auch schon dem Architekten des alten Heraion bekannt war. Wenn
an zwei poseidoniatischen Bauten, am alten Heraion und am Athenaion, die Abmessungen
sich absolut, d. h. in Metermaßen gemessen, unterscheiden, die Bauteile jedoch relativ, d. h. in
verschiedene Maßeinheiten konvertiert, gleich groß sind, ist aus diesem Zusammenhang ein
weiteres Argument zu entnehmen, daß der Vorgang der Analyse richtig ist. Dann erst sind
Beziehungen zwischen zwei Bauten zu bestimmen. Ist dies bei mehreren Tempeln der Fall,
dann sind die Beziehungen und Einflüsse untereinander erst deutlich und kann man versuchen, die Geschichte der griechischen Architektur zu schreiben. Schließlich kann auch
dargelegt werden - ein weiteres Argument! -, wie sehr die Abmessungen der Quader, wie
sie auch in den griechischen Bauinschriften erscheinen, zugleich auch die Gesamtabmessungen bestimmen. Es ist dies eine weitere Bestätigung für die Richtigkeit der angenommenen
Maßeinheit.
scheidend für den Bau ins Gewicht fallen. Es handelt sich also cher um eine Maßinterpretation als cine Maßdok-
MASSEINHEIT UND ENTWURF DES ALTEN HERATEMPELS IN PAESTUM
505
Die Maßeinheit
Riemann® war der erste, der mit dem dorisch-pheidonischen Fuß von 32,8cm versucht
hat, das alte Heraion von Paestum in seinem Entwurf zu verstehen. Mertens? sieht keinen
Grund, eine andere Maßeinheit zu erwägen: «Nachdem es als sicher gelten muß, daß der
Athenatempel als Hekatompedos auf der Grundlage des dorischen Fußes geplant worden
ist, und dasselbe Fußmaß mit sehr geringen lokalen Schwankungen sich auch an den Tempeln Siziliens hat verifizieren lassen, kommt dem immerhin große Wahrscheinlichkeit zu.»
Diese Ansicht basiert auf die Annahme, daß in ein und derselben Stadt immer die gleiche
Maßeinheit verwendet wurde. Dies ist jedoch eine Voraussetzung, der eine andere Frage
vorangeht: «Ist in ein und derselben Stadt immer die gleiche Maßeinheit verwendet worden?» Ist dies nämlich nicht der Fall, dann hat dies eine konsequent falsche Umrechnung
aller Maße eines Bauwerkes zu Folge. Darum ist es angebracht, mit einer anderen, aus dem
alten Heraion selbst erschlossenen Maßeinheit eine Analyse zu versuchen. Obwohl dieses
Fußmaß schon vor 15 Jahren vorgeschlagen worden istf, hielt Mertens es nicht für nötig,
sich damit auseinanderzusetzen und damit zu rechnen. Inzwischen sind jedoch neuere
Erkenntnisse und sogar Beweise dazugekommen, vor allem das metrologische Relief von
Salamis, das uns mahnt, weniger apodiktisch zu sein und unsere festen Standpunkte neu zur
Diskussion zu stellen.
In früheren Studien habe ich das Bestehen mehrerer Maßeinheiten unterstellt, was sich
aufgrund von externen Kriterien begründen läßt:
31,5 cm für die Oststoa am Südmarkt von Milet?, die inschriftlich als stadiaia, d.h. 1 Stadion = 600 Fuß, lang bezeugt ist. Teilt man die Länge (189.20 m) durch 600, bekommt man
einen Fuß von 31,5cm, mit dem die Breite in glatten Fußmaßen aufgeht. Außerdem ist
die Einheit in der Triglyphenbreite (31,5 cm = 1F) und in der Mauerstärke (63cm = 2F)
ausgedrückt worden.
30,69cm für die Werkstatt des Pheidias in Olympia‘*, die in einer anderen Fußeinheit
(30,69 cm) als jener des Zeustempels (32,55cm) die gleichen Dimensionen aufweist.
30,2 cm für die Propyläen auf der Akropolis von Athen, mit der alle Proportionen und
Hauptdimensionen des Gebäudes als Vielfaches von 7 Einheiten zu verstehen sind. Das
Bestehen dieses Fußmaßes ist durch das Eichrelief von Salamis unstreitig bezeugt.
32,2cm für das Hephaisteion in Athen. Mit dieser Maßeinheit, die gleichfalls auf dem
Eichrelief von Salamis erscheint, ist das Hephaisteion im Stylobat wie ein Schachbrett
gebaut, das ohne die Eckkontraktion in der Länge aus 25 Plinchen (t3 für die Säulen, 12 für
die Interkolumnien) zu 4F - also 100F - bestand, während für die unkontrahierte Breite
ut Plinthen (6 für die Säulen, 5 für die Interkolumnien) zu 4 F - also 44F - verlegt waren.
In der Praxis konnten durch die Eckkontraktion von 1%: E die Euthynterie und die Auftritte erweitert werden. Obwohl durch einen solchen Vorgang der Stylobat nicht mehr
exakt 100 F, sondern (bei einer Eckkontraktion an beiden Ecken von je Y, F) nur 98% F
lang war, wurde ein solcher Tempel zweifellos ein Hekatompedos genannt.
mentation,
1 Zuletze ina. W, Müller-Wiener, Griechisches Bauwesen in der Antike (1988) 31: W. Kocnigs, in: Polyklet ~
Der Bildhauer der griechischen Klassik (1990) 126.
i [. Dekoulakou-Sideris, A Metrological Relief from Salamis, AJA 94 (1990) 445-451; E. Berger. Der Entwurf des Künstlers - Bildhauerkanon in der Antike und der Neuzeit (1992) 28ff.; Verf, in: L. Braccesi - E, De
Miro, Agrigento e la Sicilia greca (1992) 175 fig. to.
* H, Riemann, RM 72, 1965, 198
ff,
? Mertens 84.
* Verf., AA 1980, 369 ff; vgl. dazu Mertens AA 1981, 426-430.
* Verl. a.O. (Anm. 5) 167 Abb. 5: vgl. zuletze: H. Schaaf, Untersuchungen zu Gebäudestiltungen in hellenistischer Zeit (1992) 26-33.
1 Verf. in: Bathron - Festschrift H. Drerup (1988) :88ff.; ders., Cultura Antiqua 1994, 573-586.
Page 3
View in PDF(opens in a new window)Faustregel
Wenn man in der Krepis für die 4 Auftritte je 1 F festlegte, dann wurde der Tempel (ohne
Eckkontraktion) in der Stereobatfliche theoretisch 4 F größer:
Breite: 44 +4
F = 48F;
Länge: too + 4F = 104
F.
So hatte der Architekt die folgende Faustregel, um die Stereobatfliche festzulegen:
Breite: Säulenzahl (6) x Jochgröße (8F) = 48F;
Länge: Säulenzahl (13) x Jochgröße (8F) = 104F.
Das ATHENAION ZU PAEsTUM
Für das Athenaion (Abb. 1-2) herrscht wohl Einstimmigkeit über das verwendete Fußmaß: 32,88cm"”. In dieser Maßeinheit sind die Stylobatmaße schon wie ein klassischer
Hekatompedos ohne Eckkontraktion ausgeführt: 44 x 100F. Die Säulenmitten sind über
die Fugen der Stylobatsteine von 8F Länge gesetzt, so daß die Stylobatquader und Epistylblöcke die gleiche Länge von 8F haben. Die Nähte der Blöcke im Stylobat hatten somit
die Funktion von Aufschnürungszeichen.
Im Stereobat maß der Tempel jedoch 49/4 x 105F, da die Auftritte je 1/,F breit waren.
1. Die Breite (von Nord nach Süd; Abb. 1-2; Tabelle 1)
Tabelle !
Istnoß
Fu8
Solima8 | Difffem)
Auftritt
(0.41 rm}
2
2%
2%
Auttritt
N- SAP,
(0.4m) | 1%
L405m | 4%
A
10%
«10
2.055 m
~0,4
23%
—24 | 7.6446 m
-0,06
N = Pleron
2051m | 6%
Noostreite
| 7.644m | 23%
0.411m
0.411 m
13974 m
S-SMP. | 1399m at 10% +10! ,3974m|
S -Pteron
2058m
6}
Auftritt
Auftritt
003m |
0.415m |
I)
1%
Stereobat
8 ; 16195m |
2.055 m
2,
a
49%
74
i
-0.
-0,1
+0,76
|
=
+016
+0,3
0.411 rm
0.411 m
-0,8
+0,4
+49 | 161934m
+0,16
-—
:72'— 10”
.
[LE
10° 2
Es ist deutlich, daß der Tempel in der Breite'* um Y, Fuß breiter genommen wurde:
—4 °— _49-—.
4944 F anstatt 49 Fuß. Eine Alternative wäre, die Maßeinheit aus der Gesamtbreite abzuleiten (16.195 m:49 = 0.33cm), aber dann wird das Fußmaß zu groß für die anderen Umrechnungen.
x x)
O:
2. Die Länge (von Ost nach West; Tabelle 21)
14
,
‘|
ie
o.
12
Gere
LE
ha
pd
4
,
c...
LL
" 32,8 cm Mertens.
Le Be
= Ich bekomme für dic Stylobatbreite aus den aufgezihlten Maßen insgesamt 14.557 m, während Krauss
14.540 m (Ostseite) und 14.522 m (Westseite) angibt.
Y Im Längenmaß des Nuos 13.054
m (idealiter: 40 x 32,88 = 13.152 m) ist die Cella um 9,7 cm zu kurz ausgeführt; dies ist im Westpteron ausgeslichen.
Athenaion. Grundriß mit den Maßen in Fuß
Page 4
View in PDF(opens in a new window)Tabeile 2
Auttitt
Avfiritt
Istmo8
0.409 m
[PA
0.407 mt Salem IR 2%
24
O- Sty
Fi.
O-Ph
1409 m
ont
S31im
4%
114
lé
16
Pron. Styl.
Pi.
Pron, Vvorhale
Platten 8.
1416m
2.265 m
4%
7
2)
Platten 8.
0.50 m
1%
Pron. Lichte
2.949 m
9
Teppenhaus
3.278 m
Noos tichie
Noos Rickwd.
Rand
12286m
0.656 m}
0113m
W - Pleron
W-SMP
2.032 m
eh, 3.435 m
6%
4%
10%
Aufinitt
Auftritt
0.415 m} sal | 4) 24
0.405 m
ly
Stereobot L
34.515m
0.67 m
Fuß
7.80 m
23%
13,055 m
| Off form}
-0,2
um 0822m |
L3974m
nt
5.2608 m
1,3974 m
2.3016 m
—>24 | 0.6576 m
7.809 m
-0,4
+5,02
PELLI
| 2203
-09
0,4932 m
2.9592 m
10
37%
2)
%
SolimoaB
0.411m
10
39%
3.288 m
-1,0
12.2476 m
+40 | 0.6576 m) 13.0498 m
0.1644 m
-1,48
+10
2.055 m
1.3974
m 3.4524 m
-174
0.411m
nn Bam
-0,6
34.524 m
-0,9
2%
105
123143
+0,4
Man gewinnt den Eindruck, daß der Tempel im Entwurf ganz regelmäßig geplant war:
z/ıF für die Auftritte und 100F für den Stylobat, welcher in 40+10+40+10 oder
so+soF gegliedert war. Da das Westpteron 10'/: F tief war, ist wohl das Restmaß in dem
Pronaos (24-23/, =,
F) und im Naos (40-394 = Y, F) zu suchen, und so liegt es nahe, ein
Abstecken von der Westseite aus anzunehmen.
Es ist deutlich, wie der Tempel in der Länge eingeteilt wurde. Für Ostpteron (16 F)
und Pronaos (24 F) wurde eine Proportion von 2:3 gewählt. Insgesamt waren diese Bauteile
40F, was die gleiche Länge des Naos (einschließlich Rückwand und Rand) bedeutete. Die
Tiefe des Treppenhauses war 10F, so daß Naos (40F) und Treppenhaus (10 F) zusammen
die Hälfte der Stylobatlänge (100 F) ausmachten. Im allgemeinen stellen die Maße der Länge
auch Proportionen dar, die ein Vielfaches der Jocheinheit (8F) sind:
Ostpteron
16 F
Pronaos
509
24 F
Naos i.L.
40 F,
was eine Proportion von 2:3:5 bedeutet. Die Breitenmaße haben damit einige Zusammenhänge. Die Naosbreite war 24F (= Pronaostiefe) und verhielt sich also zur Naoslänge (40 F)
wie 3:5. Diese Maße sind als Vielfaches der Jocheinheit auszudrücken. Es ist nicht unbedingt nôtig, die Proportionen, die auf der Zahl 4 basieren, mit pythagoreischer Zahlenmystik in Verbindung zu bringen“.
Abb. 3
Athenaion. Aufriß
Krepis, Säule und Gebälk sind zusammen 29 F hoch, wodurch die Héhe, soweit ich sehe,
sich nicht mit dem Proportionsschema des Grundrisses (Vielfache von 8F: 16, 24 und 32 F)
verbinden läßt. Die Gesamthöhe (37'/:
F) ist fast die Hälfte der Naoslänge (mit Proanos
74F).
Das ALTE HERAION («BasiLICA»)
Es ist ersichtlich, daß die Auftritte des Athenaion (r/,
F) nicht die Breite haben, um im
Stereobat das Verháltnis der Siulenzahl 6 : 13 widerzuspiegeln. Diese Faustregel wiirde Stylobatmaße von 48 x 104F und nicht von 49 x 105F erfordern. Es liegt nahe, daß diese Auftritte ursprünglich der Jochgröße des alten Heraion entstammen.
1. Die Linge
Wenn das alte Heraion wirklich nach der Faustregel errichtet wurde, dann ware die
Linge:
3. Der Aufriß (Abb.
3; Tabelle 3)
Säulenzahl (18) x Joch = Stereobatlänge.
1.1 Die Achslänge
Tabelle 3
|
tstmos
Fuß
| Somo8
| Dil fc)
Krepis
1202 m
Sdute
&122m | 18.66) 29 | 612m
sal
‘120m
Gebök | 2203m,
671
Giebel
| 28lém |
8%
|
220m
Ges.tt.
|12343m|
37%
=| 1233m!
2788 m
+13
4 N. Nabers - $.F. Viltshire, GRBS 21, 1980, 207-215; R. Ross Holloway, PP 21, 1966, 60-64.
In der Länge bestand der Tempel aus 18 Säulen, 17 Längsjochen. Die Längsjoche sind alle
nahezu gleich (3.10 m), so daß keine Eckkontraktion durchgeführt worden ist (Tabelle 4;
Maße nach Mertens, Beil. 2). Der Mittelwert des Joches der Langseite ist als 3.10 m (52.711 m:
17 = 3.10m; 52.688 m : 17 = 3.099) zu berechnen. Nehmen wir an, daß hier to F zu jıcm
genommen sind, dann ist der alte Heratempel nicht nur in seinen Abmessungen und Quadergrößen mit dieser Maßeinheit zu verstehen, sondern wird auch der Zusammenhang mit
dem Athenaion in den Auftritten deutlich.
Page 5
View in PDF(opens in a new window)Tabelle 4
istmoë
| S- Seite
| 3.107 m
3.103m
3.095m
3.085 m
3.128 m
3.097 m
3.120m
3.084 m
.
vaio
Jene
3.093m
3.097 m
3108m
3.090 m
3102m
3.088 m
3.097
m | je 10 | je 10m
3111m
Tabelle 5
bstmod
u
3.092 m
3.098 m
Jochweite | 3099m
_
timo
AG
O: Seite
W-Sete
2861m
2.875m
|
2.867 m
2.879 m
12.856 m]
12.856 my
283m
2852m
arm
2845m
2863m
2845m
2.872m
5,
2869m
i
Lariam |
|
109, 2026661
|
|
2.870m
|
[2961m __
T
22946m
Achsbreite | 22.935m
Sol aß
|
-|——
a
241
22944m
3.090 m
3.071m
3108m
3.097 m
3.109 m
3.098 m
3.092 m
3.107 m
3.109m
3.107 m
3.098 m
3.085 m
3113m
52711m
52688m|
{3.101 mm)
Achsänge
stmoë | Fuß | Solos
N - Seite
SII
Der Mittelwert der Breitenjoche ist:
Ostseite 22.945
m : 8 Joche = 2.868
m oder 9/,F.
Westseite 22.946 m : 8 Joche = 2.868 m oder 9/,F.
3.120
m
170 |
5270m
1.2. Das «18. Joch:
Wenn die Faustregel wirklich angewendet worden ist, dann war die Stereobatlänge:
180 x 0.31m = 55.80 m: ausgeführt: 55.768 m, 55.707 m
Falls das letzte Joch, das «18. Joch», über die beiden Außenseiten (von der Mitte der Ecksäule bis zur Kante der Unterstufe) verteilt war, dann betrug dieses:
Nordseite Stereobatlänge - Achslänge = «letztes Joch Nordseite:
2.2. Das «. Joch.
Der Architekt ist auch in der Breite von der Faustregel ausgegangen:
9 Säulen x Jochweite = 90 F. Dann wäre der Tempel im Stereobat 90 : 180 oder 1 : 2 proportioniert gewesen. Indem er - wahrscheinlich aus statischen Gründen - beschlossen har,
die Joche der Schmalseiten zu verkürzen, hat er eine Reduktion von (8 Joche x ¥,F =) 6F
durchgeführt, was eine Stereobatbreite von 90 - 6 = 84 F bedeutete.
So blieb für das «9. Joch::
Ostseite
Westseite
Stereobatbreite
25.980 m
25.960 m
Achsbreite
22.945m
22.948 m
55.768m - $2.711m = 3.057 m,
Südseite Stereobatlinge - Achslänge = detztes Joch» Südseite
Rest für das «9, Joch-
3.035 m
3.012 m, was 10 F bedeuter.
55.707
m - 52.688m = 3.019 m,
Dieses «18. Joch betrug in Wirklichkeit:
Krepis, Unterstufe
0.389 m
Oberstufe
Von Stylobatkante zur Säulenmitte
Von Stylobatkante zur Säulenmitte
Krepis,
0.365 m.
0.764
m
Oberstufe
0.764
m
0.369 m
Unterstufe
0.376 m
letztes Joch»
3.027 m5.
Es ist deutlich zu sehen, wie tatsächlich das «18. Joch» hier in den Auftritten und den beiden Strecken von Ecksäulenmitte bis zur Stylobatkante aufgeteilt wurde.
3. Gesamtdimensionen und Gliederung
Mit dieser Maßeinheit von 31cm ist der Tempel unmittelbar in seinem Grundriß zu verstehen (Abb. 4-5):
3.1, Breite (von Nord nach Süd; Tabelle 6)
Die Naosbreite'* betrug im Stereobat 44 F, so daß von der äußeren Naoswand bis zur
Unterstufe an beiden Seiten 20F übrigblieben: 2'/:F für die Auftritte, 5F für die Stylobatplattenbreite und 12:F für die lichte Pteronbreite. Die Difterenz von 6cm ist vor allem
den zu kurzen Stuten zu verdanken.
Tabelle 6
oo
mad
fu. Sodmaë __ | Dion)
N-aultntt | 0.371m
N- Auffnlt | 0.355
m
2. Die Breite
2.1. Die Achsbreite
In der Breite finden wir jedoch nicht ein «Normaljoch> von 10F, sondern hier sind die
Joche auf 9'/;F verringert (Tabelle 5).
# Die kleinen Variationen entstehen, weil die Stufen nicht immer die gleichen Abmessungen haben.
NSP | sm
N-Pleron | 3887 m
NOS
13.42 m
5: Pleran
3.887 m
$ SMPI
sami,
S-Auttrit
0.379m
2598m
0,3875m
ln
: 03875m|l
50
EM
44
12%
Sauna | 0365mf ©!" |
Gesamt 3
i;
5
.
To
165
|
-325
1,59 [ $20
3.875 m
|
13,44 m
-20
3875m
155m|
+12
.
-2,0
12 ar
LT As) 03875m}
84
2604m
136
“12
205
| _ 085
|
" Die Collubresce im Stereobar beträgt 13.62 m (= 44 F), während sic im sufgehenden Muuerwerk 13.354 n
(= 43 F) becrug, Die Prera waren bis zum auigchenden Maucrwerk der Cella 4.047 m (= 1 F).
Page 6
View in PDF(opens in a new window)WAELE
MASSEINHEIT
UND
ENTWURF
DES
ALTEN
HERATEMPELS
IN
PAESTUM
513
sto
|
|
|
ante
TO 1914 M0
Mp 10" u 104 0 —
1
1014 MO 104 PES
ALa
ES HIP
"0 0 0 0 © © © © © © © © 0 © o © ©
|
«2
laRgurATt
Peougirt.a
m
|.
m
ect
e
es mL
ol
3.2.
r
Lange
(von
Ost
nach
West;
Tabelle
7)
Es ist deutlich, daß hier der Naos mit den beiden Quermauern (95: F) auf Kosten des
Adyton (19%, F) und Westpteron (19, F) vergrößert wurde. Der Naos ohne Rückwand
|
(90 F) war als die Hälfte der Stereobatlänge (180 F) geplant. Ostpteron und Pronaos waren
| |
von gleicher Tiefe wie Adyton und Westpteron beabsichtigt: 4oF.
O
Tabelte 7
|
- 120 oo
14 dighe
1
Tee Ne Te 11
De
9
|
:
i
ob.
0.369
m
Stufe
fu
nf
Pron.Stufe
|
Soumed
21
|
| e
|
Li
0.372m |
1,
tat ¡4000 ©
1
L60 m
$
5)
Lichte
Nooslichle
Rückwand
|
| Diff(emf
0.3875 m
QUE)
0.3875
-
la
4.60
m
L55m
1.85
+16
4,2625 m
-1,25
0.3875m
-1,55
2
155m
+5
1705 m
-0,5
1705m |
-05
4.448m ,
-325
15
4.65m
170m | 5%
|
-5
+21
Rückwand
169 m uae 9% +2, usm | “15
W - Pleron
455m | 143,
W. Sha PI
Pr
m
| 26216m | 8441954 +95 | 24195m |
00, Stufe
155m :
0.373m |
e
|
2,5725 m
-2,25
24
0.3875 m
-1,45
180
m
-40
3} ai
1%
Ges. Lange | 5574m
Abb. 4
|
Ady! lichte | 445m | 14%) ,
bo
s
©?
4.25m | 13:,} 20
|
Zmschenwa. | 10m,
Fron.
|
14)
5
Pron. Shy.
|
|
1.566 m
O- Pteron
|
10
é
4simoë
|
0.376m
O- S.P,
|
e
|
!_
unt, Stute
y
\S5m!
+00
Paestum, Heraion I. Rekonstruierter Plan
|
|
33. Der Aufriß (Tabelle 8)
Es ist wohl kaum ein Zufall, daß die Ordnungshöhe (27%, F) dreimal der Jochweite der
Front (9, F) entspricht
7. Die Gebälkhöhe (7 F) steht annähernd im Verhältnis zur Säulen.T
D
;
lie
T
Tabelle 8
!
| _stmo8 | FuB |Sollma8 | Dill fom}
unt. Stule | 0.369m |
1%, 0.3875m
-1,85
ob. Stufe
1% | 03875m|
-375
| 035m!
Sáule
|
i
44
Re
446m | 20%, |
Gebök
|
Z2lém}
Ordnung
|
862m | 27% |
7;
6.4325m
+275
217m
-10
a6025m|
+175
|
4. Die Quader
|
|
,
127
si
+
#3
|
ne:
ba
170°
al —
-— 175’
y
da
—.-
180°
gibt, indem
worden sind, dann muß es möglich sein zu erforschen, wie
die alten Baumeister mit Gruppen
5
fp
Wenn es eine Beziehung zwischen Quadergrößen und Gesamtdimensionen
sowohl die Quader als die Gesamtdimensionen in derselben Maßeinheit ausgedrückt
—i
von mehreren Quadern zugleich gerechnet und so die Hauptdimensionen berechnet haben.
Mit vier Quaderlingen von :¥,F wurde eine Strecke von (4 x 2Y;F =) 1 E verlegt. Vier
solche Strecken (4 x 11F) waren also nôtig, um eine Cellabreite von 44 F zu erhalten.
|
—
50 F.
E
|
'" Mertens 85, wo das Frontjoch allerdings JN (= Normalioch) genannte wird, wihrend wir alauben, daß das
Heraion I. Mabe in den Findamenten
Längsjoch primär ist.
Page 7
View in PDF(opens in a new window)105 DE WAELE
ir xiassischen Tempel wird die Scereobatlänge mit einheitlich großen Quadern geplant
Tabelle 11
nonaordanz der Fugen), so daß sich dort der Vorgang deutlicher nachvollziehen läßt. Hier,
im alten Heraiou, ist jeuoch von Fugenkonkordanz noch nicht die Rede, was dann auch
ésimag |
Fuß
I_.$
3
083m| 2°, 113.12| 9.8525m
2.742m
91
*
.
279 m
1708m
54
5%
'
1705m
1.365 m
diz Arbeitsweise des anuken Architekten wiederzufinden erschwert.
5) sel
3.205m | 10",
1640
m | 5»,
21 Die Peristasis (Merteas, Beil. 2)
ata. Die Quaderlängen der Nordseite der Peristasis im Stereobat (Tabelle 9) wurden so
¡¿encramen, daß die Gesamrlänge wohl zerlegt wurde in:
88 {= 24/+
41%; + 20/2) +92 (= 48 +44) = 180F, was fast eine Zweiteilung bedeutet
9f
‘|
A,
' 2.5475m
16275m
|
1.4725m
2.234m , 74,
2.961m | 9°;
16)
3,412 m | I} yoy
,
175m
3.41m
2973m
y,
2.634 m
1.86 m
Ilm 10% ,4
092m | 3(
2.635 m
E
134m
4%,
2.605m | dt,
18Bm |
6
®
2.642m | 8%)
17%
37
3
279m
20m Bh) jp. AE
2525m
|
4%)
2598m |
442 Bei den Quaderlingen der Südseite der Peristasis im Stereobat (Tabelle 10) ist viel
déudicher, wie die Teilstrecken zusammengesetzt worden sind. Der Architekt ist wohl von
sor Mitre ausgegangen, wo zweimal yo F versetzt wurden, während an beiden Außenseiten
je soF kamen, so daß die Gesamtlänge 180F erreicht wurde:
277m|
15m
31775m
14%
Nam
0.920 m !
is. Tabelle 13).
|
‘las
_stmad ___f08_| Solimas
Ofém 2% 2%,
DSS25%
2s7im 81],
2387854
9%]
2,337 m | i
2.945m
* | 224751
2745
m
| 2.325m
|
310m
0.73 m
Dar
0.93m
84
i
Fabelle 13
2604m
88F
+
926
16F (153, Fl
| 12F
4x17F
po?
$c+40+40+50 = 180F.
| 35
SOF
+
40F
+
40F
+
SOF
Tabelle 10
Tabcoti Y
innit
ne?
381m' 12%
ag,
7
27050 |
BETT IE
12
En
248m;
277m
h 57,
MI
9
stam!
sl
an
dui
AGA
ra,
2m!
i
gt
3748m !|
12
m | 16%,
5.028
3,522m:
338m
ne
322m
1q
101
3720 m
22475 m
8
2497m
3045m | 9»
279m
279 m
?
2745mi
9
2915m|
217m
eB
.
92
!
2arlın
10,
Kuna!
=
55.599 m 4793,
298m | ant
1875m
6
7
50375
375m
372m
341m
3.3325m
3066m | 9%>
| 7%
285m
315m | 10%
219m
i
LG
alasm | 134]
m | 10%
3.202
-»180 | 15480
m)
55717
m |
Ÿ
4.2.1. Den Quaderlängen der Nordseite im Stereobat des Naos (Tabelle 14) kann man
ablesen, welchem System beim Verlegen gefolgt wurde, An beiden Aufenseiten sind 3 beziehungsweise 2 Quader verlegt, während alle (43) mittleren ungefähr die gleiche Größe haben.
3.875m
31am | 10%
279m]
55.64
2.79m
m
2945
1.84
m
y
_
180
50
44 Quader zu gleicher Größe versetzt worden. Es ist hier wohl die folgend: Recher:-
3.0225m
methode angewendet worden:
44 x Standardquader =
1x 4 x 2/,F) =
28675m
31775m
te
217m
mx uF (= 4 Quader
x 24,
F) =
4185m
3255m
erste drei Quader (Restmaß)
vorletzte Quader (Restmaß)
m, F
zusammen
nv E
279m
'
Rechnen wir dazu noch den letzten Block (0.83m) am Westende, dann sind inegesore:
3.3325m
31775m
SU
Auch in den Quadern des Naos ist deutlich, wie der Architekt die Quader in Gruppen
2946m
4.65m
3.385m | 10%,
4.2. Der Naos
versetzt har,
217m
Lan
2895m | 124
| 3.3325m
Aa
m
|
2 +0!
2175 m
1085m
m
2.48
30225m
i
4615m | pe”:
3.565 m
44
Solimog
|
29454
Preis
#8
. Fu8
4.4175m
| 22475m
ar
114
isimas_|
m | 3%
1069
|
A
= | phi
|_Smas
32975
§5.80
m
a E
sF
Da jedoch im ganzen die mittleren Quader (Idealma 121 F} alle drehse Enirrlieh gut faire
waren (um 0.6625m oder 2/4F), war die Naoslänge im Sterenbar;
1384,F - 2/4F = 136: F, was genügend war für die Serlabarstufe (CD) asf fin ler:
Abstand von der Hinterseite der Adytonmauer zur Außerikarre des Str sehars (1/01. Din
fari Porisurts wurm an der Ostseite im Stereobat (Tabelle 11) wohl aus Quaderlän'sebaut, aß sie vertiel in 72F - es ist dies ist ungefähr zweimal die Hälfte
añd das fornai 12 E blob.
ivi
“Sab
le
ez un Hal Se
i
ell az) stand dean Baumeister eine ungefibr gleiche Eintertun vor Angen, aber dag x 17F = 85F zu viel waren, har er in der Mitte
24°
+ 4 177 versetzt und an den beiden Außenseiten 13F beziehungsweise 3 F (2/4 F) genomMen,
Naos war also 135F im aufgehenden Mauerwerk geplant.
4.2.2. Die Quaderlängen der Südseite im Stereobar des Naos ‘Labelle te)
Die Abfolge, in der die Quaderstrecken der Südseire verserzr worden, ser ini de tunen:
längen zu schließen. Es wurde an der Ostseite angefangen, und in ga:
pen zu 4 Quadern (= uF) versetzt: 12x nF = 132F.
Mit beiden letzten Quadern (Restmaß) 6/, F
wurde
Page 8
View in PDF(opens in a new window)Tabelle 14
Bimaë Groopen |
ES ond,
124m}m 3.968 ı!
1659
|
0.83m°
eee ua
ozem
„aim 3.277m
0825 m
am
0.80m
3.32m
Solmag | Dik (emt
Fuß |
'
33
m
34,
11625m |
-38
132
175m
Sul
"
34m
u
341m
341m
n
an
Li
517
MASSEINHEIT UND ENTWURF DES ALTEN HERATEMPELS IN PAESTUM
JOS DE WAELE
516
Tabelte 15
isimo8 Gruppen | FB |
TEE von 4
0.84)m 3395m]
11
0.845
m
084m) |
oben
341m
-1,5.
aam
30
‘
4.2.3. Die Quaderlängen der Schmalseiten
(und somit auch der Pronaos)4 war. in der Breice einfach zu bauen.
des Naos
Der Stereobat
.
u
4xF = 44 F. Dies wurde folgendermaßen ausgeführt:
>
|
des; Pronaos (Tabelle 16)
+25. Der Stereobat
Die Quaderbreiten sind jeweils etwas zu kurz gehalten. Die ersten drei Gruppen waren
wohl als 3 x 11 F beabsichtigt. Die vierte Gruppe (8F) und der letzte Block (5F) sind Ausgleichsmaße. Obwohl die Summe der Fußmaße, mit denen gerechnet wurde, insgesamt
44F statt 44% F.
Solmoë : Bilt fer)
Le
44/:F beträgt, sind davon 15,$cm abzuziehen. So bekommt man ausgeführt 13.64m oder
133
081m
23m)
11
341m|
-80
-90
amt
085m
0.86 m
082m|
347
n
alarm
4
am
|
,
‘
85
m
4.2.3.2. Der Stylobat des Pronaos (Tabelle 17)
.
dj
hier
d
SN
:ist 2 x HE.
/F schmaler als der Naos im Fundament, so daß hier die Breite
Der Stylobat
43F beträgt. Wahrscheinlich wurde vom Süden aus gebaut:
=
2F
xr
8F + nF
en 3345m
n
3am|
-65
0.85 m
1
34m
-7,5
mn
"
34m
70
enemy asm|
0.83 m
m
20F + 19F +4F = 43F.
4.2.3.3. Die Pronaosjoche (Tabelle 18)
.
.
.
.
.
.
.
.
n
Die Joche wurden so abgesteckt, daß die beiden mittleren die gleiche Weite wie das Brei-
0.85m
0835mf 5m)
11
am
65
tenjoch (9, F) hatten, während bis zur inneren Mauerfläche to F, also die Weite des Längsam
084m
0835 m
an
m
.!
beam)
083 m
084m
3.34 m
3.41m
1
m
0.83 m
oem
à
085m
81m
825M)
0.81Sm
0.86m
337m
Il
-40
341m
0.84 m
3,37 m
341m
n
|
331m
34m | -100
N
11
3.41m
=5,0
indem in der Mitte 22F kamen, so daß an den beiden Aufenseiten (6/:+8/:4+7 =) 22F
.
blieben.
1
341m
Las
Tabelle 16
*
0.845 m
owen 3.385 m
;
3.41m
u
m
0.82 m
0845 m
0.83m
081M) 3,405m
8.905 m
341m
il
0,91 m
astm, 244m)
2.35m
235m
0.82 m
0.62 m
084m
0835 mf 282m)
0.83 m
0.838 m
m
zé
4s
s
155 m
+50
-10
11
3.4im |
- 6,0
1112 mt
| 66.9
1397. (4B.0125m~
0.6625 = |
t= 13645) |
42386 m
n
aal
;
o84m|
195m
4
*
sam
0.5
1
34m)
I
Salm
.
6%
Warm
+38
0.80m | 2%
-125
0.8525 m !
-4,25
0775m
+25
* 0.8825 m
0275m |
og, | O275m
0.82m | 23,
| 0.8525m
En
.
.
+18
2875m
+0.5
280m | 9,
3103m| 10
om 3
_r40
am da
S|
155m
a 1875
SS
pabellein
0.88m
=| ER 0.3525m !
| 08525m!
-0,25
+075
-175
384m
73,
0835m 21,
0835m 2
0.8525m
0.8525m
,,!08515m
22475m|
-075
om
a
en
14726m |
124m
g
iam
3
+025
-4,5
„30
| 10075
3:
‘gam
10075m
‘| „
„04m
asm 3, 7 H625m
a:
124m
303m 9} jg, 20225m
286755mı
288$m | 9°.
-3,0
224m | 2. 12
Bm
397 1333ml
33
+125
-075
,,08525m
| 98525m
Oilfem)
1275
29m Sg, | 825m |
0.845m 3) : | 08525m|
oalsm 2:|
083m 23,
fud_' Sotmo8
1.475m | 44
4|
195m)
af
122m!
-10
+03.
sma: A : Salmas Difiom)
rs
mem “IT Tiss
0.85m 2,
{45cm oder 1/:F) auszugleichen war, Deshalb blieben:
.
.
i
"
387,F - WAF = (36/,F. Im aufgehenden Mauerwerk war auch hier der Naos in der
287m|
310m!
-3,25
„10
.
2.8? m
08525m | -3.25
082m 2,
4
9,
+15
| -475
1384 | (4286m0.475 m=) :
785
istmas |Fue | Sollmoß | Dill {cm}
altem | 10 | 210m
-425
* 08525m|
— -0,75
+0.5
-325
-225
40.5
+2,75
|
Tubelle 18
225
-275
IM. 21,| 19, | 04m)
*| 0775m
o7am: 24,";
08525m|)
082m 23,
08$25m|
2%
083m
8| 0775m
078m! 2.)
0852%5m
088m 2°,
Auch hier waren die Standardquader durchschnittlich zu klein, so da der Unterschied
Linge 135F beabsichrigr.
06525m |
079m | 25
27m
.
103:
083m| 22,
075m | 2%:
Tabelle IT maß
.
Fu | Solmoë , Differ)
42385 m
235m)
.
2%
ogim! 2s,(
0.895 m
0.86m
9.825 m
0.84m .
en
0835 m
0.05m Fugen)
1545m L545m
n
0.82 m
-0,5
(smal |
0.81m | 23,
0.85 m
0.835 m 3415
-2,5
4.2.4. Quermauer zwischen Pronaos und Naos (Tabelle 19)
Die Cellabreite (44 F) wurde bei der Quermauer zwischen Pronaos und Naos erreicht,
oem
m
A
OB 386m]
0.835 m
0.84 m
0845m| sac)
0.835 m
-40
0.84 m
083m*
joches, genommen wurden.
0.85 m
-70
aem
13.56m
m
29,
447
13.64m
-375
Page 9
View in PDF(opens in a new window)Tabelle 23
4.2.5. Quermauer zwischen Naos und Adyton (Tabelle zo)
ATHENAION _ ___
Aufintt | {0.41m}
PERL a, lo4lim
Auftntt | earn} (0820)
= 3X(4 x 2¥,F) = 3x uF = 33F bedeutete. An beiden Seiten blieben also 7+4F = nF.
Da die Quader meistens zu klein ausgeführt worden sind, wurde die Differenz im letzten
Block (4F = 1.24
m + 0.08 m!) aufgehoben.
Jonas
. F8
IstmaB
N- Seite
In der Mitte wurden 12 Quaderbreiten von 2/,F versetzt, was 12 Quader
x 2/,F
3:
pp 2%, ml 0.82
i
S- Sete
Autintt | 9.403
m
ill
5
m
Auto! oaisml am] 2e Garm) 82m
4.2.6. Die Rückwand des Naos (Tabelle 21)
Eine ähnliche Lösung findet man auch in der Rückwand des Adyton. Hier wurden die
ı2 mittleren Quader mit 2,F gerechnet, was in Strecken von 12 Quadern x 2/4; F = 3 X 4
“/,F =3xuF = 33F bedeutete. An beiden Seiten blieben also sYı x 2 = 11F. So wurde
O- Seite |
m
Auftatt ; 9,409
1,
Q,allm
Il
5, | 041m
Auftitt | 0.407 mt am vi 25 Sam 82m
|
w. Seite
.
Aufmt | 0.405m „as
au À 015m] 82: | 2 onm) 222m
die Gesamtbreite von 44 F erreicht.
4.2.7. Die Joche der Innensäulen in der Länge des Naos (Tabelle 22}
In der Länge war der Naos durch eine Reihe von Innensäulen in der Längsrichtung in
zwei Schiffe eingeteilt. Die Joche waren in 5 gleiche von u F (= 55 F) und zwei restliche von
14/:F und 12%F gegliedert.
Tabelle 24
HERAION 1
Is!Imaß
N- Seite
Autti? | 0,37\m
stmoß
Fuß | Solmad_| Olt (cm)
132m
4
41
124m!
+8.0
10.845 m) | 2%
0.8525m | 1-0,75)
0847m|22,|
|, | 0.8525m
-0,55
0.85m | 2%
0.8525 m
-0,25
0.345 m | 23,
0.8525m
-0,75
0.845 m | 23,
0.8525m
-0,75
0845m 2°.|
„,| 0.8525m
-0,75
0,849 m | 23,
0.8525m
-0,35
0.857 m | 23;
0.8525 m
+0,45
0.86m | 23,
| 9.8525 m
+0,75
0846m | 23,
|, | 0.8525m
-0,65
0.85m | 23,
0.8525 m
~0,25
0.81m | 23,
0.8525 m
„425
077m | 22)
„|
0775m
-0,5
„Jm Ant
13.609 m |
Tahetle 22
44
Tabelle ii
223
|_1395m
ant 31
stmod
Fuß__} Sollmas | Oiftlem)
1695m | 5 5% | 1705m
-10
0.855 m | 22,
0.8525m
-0.25
085m 2%|
|, | 08525m
-0,25
0.835 m | 23,
1 0.8525m
-175
0.85m | 23,
‚08525m!
-025
0.85m | 2%
0.8525m
-0,25
084m | 24,1
|, | 0.8525m |
-125
0.85m | 2%
0.8525m
-0,25
0.34 m | 24,
0.8525 m
-1,25
0.83m | 22,
| 08525m,
-2.25
083m, 2%|
|, | 0.8525m
-225
0.85m 2%,
0.8525m
-0.25
083 m | 23,
0.8525 m
-2.25
Wom] 54 $4, WOSM,
-0.5
13506m |
247 136m
135
ji Solmo8 | Diff form)
istmoB :_ Fuß |de
3241m|
11°
341m |
+0)
349m,
3.452m |
11,
nl
341m!
34m |
+49
4,2
3.425 m
1
3.41m
+45
339m,
444m
ul
Baim
-20
141, | 4495m
-5,5
3.862
m | 12: _3.875m
25.439m,
82.
In
Ditt fom}
Solas
|
I
0.3875 m
1,65
0.387S ery
-2,25
Auftitt oden 0726 m | 1. 2% arm) Sm | zog 49
Ss. Seite
Tabelle 20
Fuß
|
|
25.42m |
-13
+19
Auftritt | 9.365 mm
|
yy
Auftritt FE 0747 m | ni) 2 en) 0775m gesf
O- Seite
Aufinitt | 0,376 m
uw,
0.3875m
W - Seite
Auftatt | 0.373 m
lt,
0.3875m
|
“4
-115
Auftatt sn) 0747 m 1e) ah en! 0775m | resp 73°
-145
Auftättt BE 07m, 1e) 24 amsn) 077$ m Del “24
Jedenfalls ist das Heraion nach der Faustregel in der Länge des Stereobats zu verstehen
als die Säulenzahl (18) x das Joch (to F) = 180F. Aus dieser Regel geht die Jocheinheit als
Planungseinheit hervor.
In der Breite (9 Säulen, 8 Joche) hätte dieselbe Ausgangsplanung eine Breite von 9 Säulen x 10 F = go F zur Folge gehabt. Hier wurde das Joch, die Planungseinheit, jedoch systematisch um 4, F gekürzt, was sich in der Gesamtbreite des Stereobats widerspiegelt:
Ausgangsplanung - Verkürzung der Breitenjoche = Stereobatbreite
goF -(8x/,F =) 6F = S4F.
Dieser Nachvollzug des Entwurfs des Architekten steht im Gegensatz zu der von Riemann und Mertens vorgeschlagenen Rekonstruktion, die unterstellt, daß die Grundmaße
des Tempels 160 x 80 Dorische Fuß gewesen seien und daß das Joch durch Teilung entstanden sei®, Die Abmessungen der Bauteile, ausgedrückt in einem Dorischen Fuß von
32,8 cm, ergeben jedoch so komplizierte Berechnungen in Bruchteilen (Daktylen), daß daraus schon ersichtlich ist, daß es sich nicht um das antike System handeln kann. Alle MeterSCHLUSSFOLGERUNGEN
Aus dem Vergleich der beiden poseidoniatischen Tempel, Athenaion und Heraion I, sind
male sind zwar in Daktyloi auszudrücken, aber die Rechenweise ist unantik!
Wir haben uns den Entwurf des griechischen Tempels neu zu überlegen. Die Grundhypothese von nur drei in der heutigen Bauforschung kanonisierten antiken Fußmaßen
folgende Schlüsse zu ziehen. Jeder Tempel war in einer verschiedenen Maßeinheit geplant,
vas vor allem aus den Stufen hervorgeht (Tabellen 23-24). Wegen des Unterschieds zwischen Istmaß und Sollmaß der Stufen am Heraion (ca. 2-5cm) ist aus den Stufen selbst nicht
mehr die Maßeinheit herzuleiten. Ob die Unterschiede durch Abarbeicung in der lerzren
Bauphase und durch Abnutzung verursacht wurden, ist nicht auszumachen.
% Ich habe mich schon früher mit der Methode Riemanns auseinandergeserzt (AA 1980, 373). worauf hier
verwiesen sei.
Page 10
View in PDF(opens in a new window)kann in dem Moment nicht richtig sein, wenn auf einem antiken Eichrelief zwei in der
modernen Wissenschaft nicht anerkannte Maßeinheiten erscheinen. Dann verschiebt sich
die Beweislast: Nicht länger sollte man beweisen, daß es in der klassischen Architektur
Griechenlands mehr als (die) drei (allgemein angenommenen) Fußmaße gegeben hat, sondern man muß zeigen, daß deren nur drei existiert haben, was angesichts des Eichreliefs von
Salamis unhaltbar ist. Dann ist zu überlegen, ob nicht alle modernen Umrechnungen, die
beabsichtigten, das antike Entwurfssystem in die Maßeinheit des Architekten zu konvertieren, in der falschen Maßeinheit vorgenommen worden sind.
Prof. Dr. Jos De Waele, Katholieke Universiceir, Fac. der Letteren, Vakgroep Griekse en Latijnse Taal
en Cultuur, Erasmusplein 1, NL-6525 HT Nijmegen.
Quellennachweis der Abbildungen:
Abb. 1: Nach Krauss Taf. 2, mic Maßsystem Vf; nach AA 1980, 384, Abb. 10. - Abb. 3: Nach AA 1980, 387,
Abb. 11. - Abb. 2, 4 und 5: Verf,