Sprachliche und textkritische Bemerkungen zur spatlateinischen Ubersetzung der Hippokratischen Schrift von der Siebenzahl

Author
Mras, K.
Published in
Wiener Studien
Year
1919
Subject
SEVEN
Language
Deutsch
Category
C9 Medicine
Archive number
4620

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Sprachliche und textkritische Bemerkungen An diese inhaltlich wichtige Schrift schließt sich eine ziemlich umfangreiche wissenschaftliche Literatur, zum guten Teil aus W.H. Roschers Feder. Textlich ist sie vollständig leider bloß in einer spätlateinischen Übersetzung erhalten. Vom griechischen Original entdeckte E. Littré im Cod. Parisin. Gr. 2142 ein (abgesehen von Splittern des ersten Paragraphen des ersten Kapitels) vom 2. Paragraphen an zusammenhängendes Bruchstück, das bis zum Anfang des 5. Kapitels reicht'). Die lateinische Version, in zwei Handschriften des X. Jbs.. dem Cod. Paris. Lat. 7027°) und dem Cod. Ambros. Lat. G 103”). überliefert, ist an vielen Stellen, besonders in jenem Kodex, arg- zerrüttet. Zur Unterstützung dienen noch die arabische Ubersetzung eines Pseudogalenischen Kommentars dieser Schrift, von dem die bisherigen Veröffentlichungen‘) eine ganz falsche Vorstellung erweekten®). sowie gelegentlich Stellen aus anderen Hippokratischen 1) Nach den modernen Herausgebern zerfällt die ganze Schrift in 53 Kapitel. — Zuerst von dem erwäbnten Gelehrten, Oeuvres d’Hippocrate, 1X 433f (Paris 18611, veröffentlicht, wurde der schwer lesbare Text des Bruchstiickes mit Verbesserungen und Konjekturen von F. Z. Ermerins, ‘Izzazzatonz ..... bsten, INI (Utrecht 1864) S. 535 ff. neu herausgegeben, endlich von Ilberg neu kollationiert und diese Kollation von Kalbfleisch revidiert veröffentlicht bei W.H, Roscher, Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokr. Schrift von der Siebenzahl, Abbandl. d. k. sichs. Gesellschaft d. W. philol.-hist. Kl. XXVIII [1911], S. 136,7). 2) Zuerst von Littré a. O. VIII 6341ff., dann von Ermerins a. O. [IT 538 veröftentlicht (bei diesem parallel neben dem Texte des Ambrosianus). 3) Entdeckt von Ch. Daremberg und von ihm bei Littré [X 480ff. herausgegeben. # Aus dem Cod. Monac. Arab. 802, publiziert (in deutscher Sprache) zuerst von Ch. Harder, Rhein. Mus. IIL (1893), S. 433 5) Ein Auszug aus einer deutschen Übersetzung dieses Kommentars von G. Bergstraesser bei Roscher im Anbang der gleich zu erwähnenden Schrift

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und Galenischen Werken. Alle diese Texte und Behelfe stellt Roscher in Parallelkolumnen nebeneinander in seinem Werke: Die Hippokratische Schrift von der Siebenzahl in ihrer vierfachen Uberlieferung, Paderborn 1913 (Studien zur Geschichte und Kultur des Altertums, VL), und läßt ihnen Stellen verwandten Inhaltes sowie Erläuterungen folgen, die dem Verständnis der Schrift zustatten kommen. Uns kommt es hier in erster Linie auf den lateinischen Text an, der, von Littré VIII 616 als horriblement barbare et souvent dann zu textkritischen Fragen überzugehen, bei denen auch syntaktische Eigentümlichkeiten zur Erörterung gelangen werden. K.2, 8.5, 2R. finden wir in beiden Handschriften für atdouoy (P Gr.) et stubilem. Da im Spätlatein infolge gleicher Aussprache else mit es- zusammenfiel (s. Schuchardt, Der Vokalismus des Vulgärlateins, II 352), hat der Herausgeber estubilem zu schreiben mit dem bekannten prothetischen Vokal vor simpurum, der allerdings 62 in das Gebiet der Laut- und in das der Formenlehre fallen, um inintelligible charakterisiert, bisher von keinem der früher erwähnten häufiger als î, aber doch nicht selten auch als e erscheint, wie die Gelehrten, von wenigen Verbesserungen abgesehen, in eine das Verständnis fördernde Form gebracht worden ist. Im Parisinus lautet die Überschrift Incipit Ypocratis de septemmadis (vorangeht Ypocratis de aeribus locis et de aquis), während uns der Ambrosianus den griechischen Titel erhalten hat APXH IIEP] EBAOMAAQN AOTOËA'?), Zur Bewertung der Arbeit des Übersetzers sei die Bemerkung vorangeschickt, daß man dabei mit der Verderbnis der griechischen Vorlage an manchen Stellen zu rechnen hat, mit der Unbehilflichkeit zahlreichen Beispiele bei demselben a. O. S. 338 ff. beweisen (darunter einige aus dem 6. J., z. B. sszpxto und zorovravso st. sponlaneo in einem Ravennatischen Diplom von 591). des Übersetzers, der Verwilderung des Lateins zu seiner Zeit und endlich mit der Nachlässigkeit der Kopisten, Indessen wird man bei allen Vulgarismen, die man bereits für das Spätlatein nachweisen kann, den Kopisten aus dem Spiele lassen und sie vielmehr dem Übersetzer (der dem 6. Jahrh. angehörte, s. Roscher a. O. 1913, S. 112?) zuschreiben. Von den beiden Handschriften ist die Pariser mehr verderbt als die Mailänder, verbirgt aber öfters bessere Lesarten unter dem Wuste größter Verwilderung. Bei meiner Besprechung der Übersetzung will ich von orthographischen Dingen ausgehen, hierauf Erscheinungen behandeln, die K. 18, 8. 19, 42R. darf extimare P (eastimare A Z. 47) nicht mit Roscher zu ewistimare ergänzt werden; denn im Spätlatein wird » aestimare oft im Sinne von existimare gebraucht, vgl. Kaulen. Handbuch zur bibl. Vulgata 1904, S. 176, daher häufig bei Aetheria in ihrer Peregrinatio ud locu saneta (Ende des 4. Jahrh.), zweimal auch bei Adamnanus (um 670') nach Geyers Index?) Insofern nun im Spätlatein ex vor Konsonanten wie es (des) gesprochen und diese beiden Silben deshalb oft miteinander verwechselt wurden), so ist es begreiflich, daß auch die Texte der vulgärlat. Autoren solche Sehreibungen nicht selten aufweisen, z. B. Aether. K. 25 $ 8 und 37,7 extimari, 46, 1 eatimaretis, $ 6 extimetist), Auch in der Mulomedicinu-Chironis hat die Handschrift (Cod. Monac. Lat, 243) an fünf Stellen extimare, wofür E. Oder S. 308 seiner Ausgabe überall væistimare einzusetzen verlangt, wie er tatsächlich im Texte schreibt, mit noch geringerer Berechtigung?) als Geyer in der Peregrinatio aestimare, (S.131 ff.). Seitdem vollständig erschienen: Corpus med. Graec. XI, 2, 1 (Pseudogaleni in Hippocratis De septimanis commentarium ab Hunaino Arabice versum ed. G. Bergstraesser, Lips. 1914). Aus dieser Publikation ergibt sich nun, daß Harders ganz freie.Übertragung auf willkürlicher Kombination mit den latein. und sonstigen K. 8, 8. 13, 15 R. ändert Roscher das überlieferte sthomncus (A, sthomacum P) in stomachus. Allein es handelt sich hier um die gerade im Vulgärlatein so häufige Umstellung der Aspiration, besonders in grie- _ chischen Wörtern, wofür schöne Belege in Diehls Sammlung vulgärlat. Textesquellen beruht, somit vollkommen unbrauchbar ist. 1) Daremberg macht. dazu ausdrücklich die Bemerkung S. 431 des IX. Bd.: Tel est le titre dans le ms. de Milan. Ermerins hingegen druckt (III 488) den Titel der Pariser Hs. folgendermaßen:.APXIT HEPI EBAOMAAGN AOPOY 2’, Da andere Angaben fehlen, kann man gegenwärtig keine Entscheidung treffen. 2) Dafür, daß die Vorlage beider Handschriften spätantik war, kann ich zwei Belege anführen, aus denen man wohl ersiebt, daß sie scripfio continua (also in Majuskeln) hatte:: K..1 $ 2 S. 4, 2..97f. R'oscher 1918) A (Ambros.) habenti diem statt habent ordinem P.{Parisinus) = à;17090: nv mass „P gr. (= Parisin. in P (A. hier nicht, erhalten) statt ut i 4. morbd. Secuntur. . af 1) De locis sanctis libri tres. 2) Itinera Hierosolymitana rec. P. Geyer, Corp. script. ecel. Lat. XXXIX (Vind, 1888). 3) Vgl. u.a auch Vulgärlat. Inschr. herausgeg. v. E. Diehl, Kleine Texte y. H. Lietzmann Nr. 62 (Bonn 1910), z. B. Nr. 1559, Z. 7 aus CIL X 5349 extivas f. aestivas, 1566 a (CIL XIV 29341, Z. 23 dextracnti (= destrahendi = distr.). 4) Mit Unrecht hat Geyer überall gegen die Handschrift aestim- in den Text gesetzt (nicht so W. Heracus in seiner Ausgabe, Heidelberg 1908). 5) Dagegen nimmt mit Recht Niedermann in seiner Ausgabe (Sammlung vulgärlat. Texte 1910) S. VII Stellung.

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Inschr. vorliegen, so Nr. 322 (CIL VIII 12943, Karthago), 2 Thiyce (== Tyche), 1208 (CIL VI 19668, Rom), 2 Luolenae Thyceni (= Tycheni, Dativ von Tyche'). 980 (CIL X 2065, Puteoli), 2f. Euthyciae (= Eutychiue), 465 (CIL VI 8761, Rom), 5 Carithe (= Charite, Narie). Daher schreibt Aetheria Anthiocia (K. 17, 3 u. zweimal 22, 1), Anthiociam (17, 3), Authiocire 18, 1, stets cuthecumini (u. -nus), ein Wort, das sie ungemein off gebraucht, ebenso cathecisis (vacúy note) 46, 2 u. 4 (hier auch cnéhreisen). An unserer Stelle ist demnach an der Lesart sthomacus festzuhalten. Ein ähnlicher Fall liegt K. 11,5. 16, 114 R vor. Der Verfasser vergleicht dort die sieben Teile der Erde mit sieben Körperteilen. An fünfter Stelle zählt er auf: Quinta (pars), pedes, Bosporus (A, nosp. P) transitus trachins (P, Trachias A) et Hochimerus (A, onchyme mertus P). Von trachius gilt dasselbe wie von sthomacus: Umstellung der Aspiration statt 7%racius. Was ist aber Hochimerus oder gar die noch greulichere Lesart von P? Roscher klammert einfach Ho und Ah ein. Das hiebe aber den Übersetzer verbessern wollen, für dessen geringe Bildung seine Unfähigkeit zeugt, aus der scriptio continue seiner griechischen Vorlage OKIMMEPIOX=) den kimmerischen Bosporus herauszufinden und den Artikel abzutrenuen. Auch ch ist beizubehalten, weil im Spätlatein nicht selten der Guttural vor hellen Vokalen (im Gegensatz zu der damals bereits beginnenden Palatalisierung) durch ch bezeichnet wird: vgl. die Beispiele bei Schuchardt a. 0. £73 aus dem Cod. Rom. des Vergil Georg. 150 schindimus, 97 proschisso uud 144 schindebant, ferner Diehl a. O. Nr. 1555 (CIL XIV 2165, Aricia. 425 — 438 n. Chr), 1 Anicio Achilio (= Acilio) Glabrioni, 1565 (CIL XI 5265, HispellamUmbr., 333— 337), Z. 20, scherieos; ferner Hilarius (CSEL LXV 177, 14 Feder): apud Nicheam (= Nizarav) Thractas (rrachire A). Im übrigen ist transitus (= 26665) die Erläuterung zu Bosporus und spricht mertus P für -mertus (nicht -merus) und me mertus P (wollte man me me nicht als Dittographie ansehen) für die Schreibung mit Doppel-m. Zu lesen ist demnach Quinta, pedes: Bosporus, transitus Trachins et Hochimmerins. Erwähnen will ich noch, daß dieselben Hss. P u. A in der Übersetzung von Hippoer. De uëre, aquis, locis K.22, 8.41. 15 (Gundermann) in schithin haben (= in Seytkin, èv État). Eine bemerkenswerte lautliche Erscheinung liegt E. 18, S. 28, 15 vor, feumata (P). Daß man dafür nicht wegen A mit Roscher | Heymata in den Text setzen darf, lehren mehrere Stellen aus De aÿre, wo auch A -eu- bietet, K. 3, 8.5, 20 (G.) sowie K. 7, 3. 11, 23 Heumatica, K. 4, S. 7, 20 fleumaticas, Z. 32 flewmatici'), K. 10, 8. 23, 13 fleumaticix?); fleumata steht auch in der Mulomedicina $ 141, S. 44, 11 (Od): ne feumata glutiat. Meyer-Libke weist nach (Einf. in d. Stud. d. rom. Sprachw., $ 127), daB diese vulgärlateinische Form im neapolitanischen freoma (,Phlegma”) weiterlebt. Daf dieser Ersatz des g „durch den homorganen Vokal #, der ja .... zugleich mit dem m verwandt ist”®), in ziemlich frühe Zeit zurückreicht, ergibt sich aus der Vorschrift der App. Probi (Arch. XI 313) pegma, non peuma. Unter den anderen Belegen für diese Spracherscheinung hebe ich die von J. Denk, ebendort XV 164 angeführte Form fraumenta hervor, das von Heraeus a, O. aus Corp. Gl. V 349, 44 beigebrachte carauma scripta linea (also enruume == yäpaua) und émerande (franzés.) = smaragdus*); hingegen zeigt das ital. smeraldo den ebenfalls vulgiirlat. Ersatz dieses sekundären » durch I. Noch zur Behandlung einer andern sprachlichen Erscheinung gibt flewma Anlaß. K. 37, S. 59, GR. Arumam deducere (so ist mit P zu lesen, A flegma educere) erscheint es nämlich als Femininum, wie alle wirklich volkstümlichen aus dem Griechischen entlehnten Wörter auf -ma, so selma (Sigma quae corrupte vulyo salma dicitur Isidor, Or. XX 16, 5), ferner cima (xöpa), crisma (daher ital. cresima, franz. crèmes) = ygiopa, fantasima ital. =sgdraspa®), Hine reiche Fülle von Femininen auf -ma gibt uns die Mudomed. Chivonis an die Hand, in der den meisten derartigen Hauptwörtern dieses Geschlecht zukommt, z.B. anacollema, cataplasma, einucoma (fhañroga), dinstima (Crises), fragma (zöäyua), magma, malagma, reumae ($ 54, S. 20, 13 Od), sincrisma, stufyloma. Von der Lautlehre führt uns zur Formenlehre K. 14, 8. 23, 89 —93 (A, S. 22, 79f.P) quando in eyritudinis (A, egritndinem P) 1) Dagegen hat A IC 10, S. 27, 4 flegmatiei. K. 21, S. 47, 6 fleumatici P ist die Kontrolle durch A nicht möglich, da die Hs. früher abbricht. 3) flcgmaticis A a. 0, S. 25, 2 und S. 27, 10. Flegmata A (fleumata P) 8.25, 3; flegma in beiden Hss. K. 7, S. 13, 7. 3) Meyer-Lübke a. 0. 1) Über diese im Rumänischen weiterlebenden Dative auf -ani von Substantiven auf -a (daher auf -eni von solchen auf -e) vgl. Meyer-Lübke in Gröbers Grundriß I? 453. 2) Ein Beweis, daß das griechische Original der Worttrennung entbehrte. 4) Vgl. Schuchardt a. O. Il 499. 5) Aber in religiöser Bedeutung ist dasselbe Wort, chröme geschrieben, masc. 6) Vgl. Meyer-Lübke, Gramm. d. rom. Spr. Il, 419. „Wiener Studien':, XLI, Jahrg.

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adtractionem quae ad se est (A, qui adest P) calor dinriserit !) == Pseudo- ‚galen [legi aitiag radüv?) (7)9) # [ee] 5) ci vohsem vip dazio vip 7° orb to deppòv ach, Egritudinis ist nämlich Akkusativ des Plurals, wie oft im Spätlatein bei Substantiven, die keine I-Stimme sind‘); denn daß die Pripositionen mit dem Akk. verbunden werden, ist im Vulgärlatein durchaus üblich, wie zahlreiche Belege in den Itinera Hieros. und in spätlat. Inschriften bekunden. Daher hätte Diehl Nr. 532a (CIL X 1211, Abella, 170 n. Chr), Z. 8 ab... max. principis nicht unter „wechsel der deklinationen” $. 165 einreihen sollen: denn principis ist ace. pl. so gut wie virtufis bei Anton. Plae. K. 34 (S. 182, 2 Geyer): dixerunt de virtutis Mariae. Also darf mau an unserer Stelle nicht mit Roscher egriturdini(hu}s schreiben. Fir die bekannte spätlateinische und romanische Verwendung des Maskulinums statt des Neutrums finden wir einen hübschen Beleg K. 17, 8.26, 14 ff: Et quae modicue sunt ut tnbecilles5) (P, mb. A) aves et (A, sed P) pisces fugiunt ad cubiles (P, cubilia A) sowie S. 27, 41f. sicut aves et modici (A, -e P) pisces ad cubiles (P, ovilia A) fugiunt (P, conf. A), man darf folglich nicht mit Roscher cubilia lesen; wohl aber weist 8. 27, 42 ovilia A vielleicht auf cuviles, wie tatsächlich K. 23, S. 38, 107 in cuvilem (also wieder Mask. statt . Neutrum) in P steht (in A feblend). Instruktive Belege, darunter solche aus ziemlich friiher Zeit, in Diehls Sammlung: 1027 (CIL XII 4399, Narbonne) 6 omnes vectigules decrevit, 1029 (CIL VI 764 b, Rom. 183 n. Chr.) Gf. bela (=vela) domini insienia hubentes, 1567a (CIL VII 14683, Simitthus, 185 n. Chr.) 5 quot bonum faus(tyum felicem und 999— 1008 (lauter Beispiele für Neutra auf -em); in unserer Schrift K. 51, S. 74, 23 ist corpus quem zu lesen (davon wird weiter unten die Rede sein) und in der Mulomed. $ 67, S. 24, 9 steht quest sulphores (Nom. PL). 1) So ist wohl gegen beide Hss, die hier demiserit bieten, zu lesen, mit Rücksicht auf das dreimalige dimissio im vorhergehenden, das beide Kodd. überliefern. 2) Diese zum großen Teil aus Hippokrateszitaten bestehende Schrift wurde von G. Helmreich, Herm. XLVI (1911) S. 435ff, veröffentlicht (erhalten im Cod. Grace. V 12, X/XI. J., der Markusbibliothek in Venedig); unsere Stelle, der im 4. Zitat ausdrücklich der Vermerk iv ti Mspi ‘K@iopdèog vorangeht (dem 1. u. 2. Zitat richtiger év tp [zat “Eféoudius und Ex ce II. ‘Ellopdòwr) S. 442 (als 5. Zitat). 3) Diels bei Helmreich. 4) Vgl. Schuchardt a. O. 1248f. und das gleich zu erwähnende Beispiel aus Antoninus Placentinus. ‘ . 5) Diese ziemlich früh auftauchende Nebenform zu #ubecillus steht auch K. 22, S. 34,16 und 20 in A: dmbecillia (P hat an der ersten Stelle eidefalia. an der zweiten änvecitla); ital. imbecille. Ein für das Vulgärlatein charakteristisches Kompositum ist uns K. 2, 8.5, 49 überliefert. Die ganze Stelle lautet lateinisch: Luna vero in medio constituta copulat ista cetera omnia in invicem (A, invicem P) viventia et pertranseuntia!) (A, per se tr. P), eine wortgetreue Übersetzung‘) des hier erhaltenen griechischen Textes 7 4: om win hon auvapudssı abri ta(A)ha mavea zu adrduaı Lüwra zat Gr {ah ho Suöyra®). Hier hat uns anscheinend die Mailander Handschr., wie öfters, die ursprünglichen Lesarten erhalten. Ist nämlich in inricem das Ursprüngliche, da es genau dem griechischen &v ahAvhoux entspricht — eine volkstiimliche Abkürzung für in se invicem, wie ab invicem=a se invicem, ad invicem==ad se invicem u. dgl., s. Thielmann, Arch. VII (1892) 367f.4) — so haben wir auch pertranseuntia als echt anzusehen, wozu sich aus dem Vorhergehenden von selber invicem oder in invicem®) ergänzt. Das Spätlatein hat ja eine besondere Vorliebe für Zusammensetzungen mit zwei Priipositionen (Wölfflin, Arch. IV 267f.%) und gerade pertransire war damals sehr gebräuchlich; es kommt z. B. in der Peregrinatio in einem Kapitel dreimal nacheinander vor: K. 37, 2f.: pertranseant — pertranseunt — pertrensierint, findet sich auch bei Anton. Plac. K. 7 (S. 198, 1 G.) pertransit (Iordanis) totum maris pelagum sowie bei Adamnanus I 23f. (S. 249, 8G.) donec illa terribilis procella pertranseat und in der Mulomed. $ 26 (8. 12, 9 Od.) pertranseunt (venae) per latera gambre?), Indem ich mich nun zur Besprechung textkritischer Fragen wende, bei denen auch Erscheinungen der Laut- und Formenlehre sowie der Syntax zu behandeln sein werden, beginne ich mit solchen Stellen, nus denen wir Varianten zu dem uns zu Gebote stehenden Texte erschließen können. Was wir m P K. 14, €. 21, 98-39 lesen, Est autem humor (P Aumorem) colericus inustus (P -u) et habeus (P habentes) sucorum diversorum humoris, entspricht dem griechischen uns durch Pseudo!) Roscher trennt ab: per transeuntia. 3) Bis auf ista: «cy: las der Übersetzer etwa in seiner Vorlage zii? 3) Die Entzifferung von <@kka. iv und von àhin rührt von Kalbfleisch her. +) Belege für in invicem aus der Itala, der Vulgata und Kirchenschriftstellern (vgl. auch Kaulen, Spr. Handb. z. b. Vulg. S. 167). 5) In invicem kann nämlich mit einer gewissen Entwertung für einfaches invicem verwendet werden, s. Thielmann a. O. S. 368f. ° 6) Vgl. auch Löfstedt, Kommentar zur Peregr. S. 92ff. 7) Uberhaupt sind Decomposita mit per im Spätlatein sehr beliebt: perexire bei Aetheria 11, 3; 16, 2; 23, 2; 37, 3 und Mulomed. § 92 (S. 31, 9); persubèssemus Aeth. 3, 4; perdiscoperuissent 16, 6: perintravimus 19,7.

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ÜBERSETZUNG DER HIPPOKRATISCHEN SCHRIFT V. D. SIEBENZAHL. 69 galen erhaltenen ') Originale Ésuy 32 todro yol@dec drazizonaivoy zat Folgende gehért nicht mehr hieher). Sicher ist zunächst, dal für das durch Aoc attrahierte condensatum in den Text zu setzen ist condensata, ebenso mortale (-is durch Zingua beeinflußt). Für quam oder qua hat es quem zu heißen, über Mascul. statt Neutrum habe ich oben (zu cuviles) gehandelt, hier erübrigt wir bloß, darauf hinzuweisen, daß von corpus als Mase. im Thes. 2. L. IV 999, 18#. die Rede ist!), daß De aëre K. 20, S. 39, 20 P (A fehlt) nai rà rider mit et pectores wiedergibt und daß es auch für quem statt quod an Belegen nicht fehlt, z. B. Diehl 1021 (CIL VII 5667, zwischen dyov popdv (7av)toitwv®) tzuadac?). Was wir jedoch in A vorfinden, weicht am Sehlusse davon erbeblich ab: Est autem umor colericus inustus et alens succum diversi coloris. Eine derartige Verschiedenheit darf man natürlich nicht aus einer Verderbnis des Textes erklären. Vielmehr bezeugt sie m. E. eine alte Variante ggotöv statt 4opòv*) und 12460. für tapdôac, vielleicht auch tpégov statt Èyov, wenn alens nicht einfach aus abens entstellt sein sollte. Daß sich gerade in viel gebrauchten ärztlichen Schriften Varianten anhäuften, fällt weiter nicht aufd). Ob diese Variante gleich von dem Übersetzer berücksichtigt wurde oder deren Wiedergabe erst nachträglich erfolgte, bleibe dahingestellt. K. 51, S. 74, 21f.R lautet: Hoc autem, lingua circa initia condensatum corpus habens quam (A, gua P) prins, adcidenti (P, acce- Calama und Cirta), 1 votum quem promisit). Ferner werden wir ndeidenti (P) dem schulmäßigen accedenti (A) vorziehen, zumal da P (A fehlt) De aëre K. 14, S. 31, 30f.G tempore accidendi (lies accidenti) = tod dE ypdvon npoïdveug und beide Hss. ebendort K. 10, S. 23, 5 excidens*) lenti A) tempore asperata et libidata (P, lividata A), postmodum vel (P, post vero A) nigrescens et divisa ac exusta (P, haec sustinens A) valde nämlich im Spätlatein oft 7=? ist, steht nicht selten -cidere für est mortale (A, valde et mortalis P). Obwohl uns hier der Wortlaut des griechischen Originals fehlt, hilft uns doch nicht bloß zur Feststellung des Sinnes, sondern auch der meisten Wörter eine Stelle -cédere, s. unter Schuchardts Belegen (I 315ff.) praecidentes cod. Vind. Liv. XLV 39, 12 und procidit cod. Pal. Verg. Aen. XII 121, bei Diehl 19 (CIL VI 10246, Rom), 7 ezcülat aus einer andern Hippokratischen Schrift, den Kwazoì apoymasts 6} Roscher hat irrtümlich st\avepivy. ist. Die ganze Stelle schreibe ich demvach folgendermaßen: Hoe autem, lingua circa initia condensatn, corpus habens quem prius, adcidenti tempore asperata et libidata, postmodum vero nigrescens et divisa ac exusta, valde est mortale, Was soll nun aber corpus bei Pp der Zunge bedeuten? Ohne Zweifel wird uns dadurch für den griechi- ~ (Roscher, rhèts cod.) «at óxótar (iin (Roscher, =hig cod.) tè iv <a sonar Sypav à xadoog uth, wo wiss und ais allerdings Verderbnis, nicht Variante sein mag (rigs und vhêy nicht nur durch den Sinn, sondern auch durch das Z. 49 in der Hs. erhaltene ca«évtwy vollkommen gesichert). Allein aus der arabischen Übersetzung, 76. Lemma S. 147, 46° cd Bergstr.: „Die Feuchtigkeit verändert sich von der Wärme .... geht... in die Galle und in verdorbene Flüssigkeiten über” (von Pseudogalen ausdrücklich als Zitat aus der von ihm kommentierten Schrift eingeführt) scheint sich die Variante che und cy zu ergeben (ob diese Lesart oder this und vhéy dem latein. Übersetzer vorgelegen hat, lift sich aus tabes und tabifecerant nicht entscheiden; jedenfalls nicht ni, Rig). Auch libidata (P) r mit D vertauscht (Schuchardt II 502f.), s. oben S. 66 bela für vela. Weiter ist haec sustinens A offenbar aus ac exusta (P) verderbt*) und postmodum vel (P) führt in Hinblick auf post vero (A) zu postmodum vero, zumal dieses Z. 31f. in beiden Hss. unversehrt erhalten th dè ypdpatt Grapgvovsa, xpoldvrog dé tod Yypdvov tpnpovopsm zat meheauvepden®) nai privoném Saviano: ogddpa dì mehawenten (das Stelle, Z. 87H. ann St zat picov (1. xavcuty rnugstiiv) th Ga TB Rassen (1) Riz (= excedut). werden wir nicht antasten, wird doch im Spätlatein ungemein häufig (Coacae praenotiones) 224, V 634 L: Mosca uaz’ apyas uèv merpıxuiz, 1) Helmreich a. 0. S. 441 Nr. 5. 2) Ergänzung von Helmreich. 3) So Helmreich für das handschriftliche ivpatos. Natürlich ist Awmoris als Acc. Pl. zu fassen (s. oben zu egritudinis), darf demnach nicht mit Helmreich in humores oder -em geändert werden. 4) Für die Entstehung dieser Variante ist es vielleicht nicht bedentungslos, daß im späteren Altertum ot wie v gesprochen wurde. 5) Interessant ist in dieser Hinsicht die unmittelbar sich anschließende = brzafahkur bieten (K. 23 unserer Schrift, wo ebenfalls -cidere für -c&lere steht, wird weiter unten besprochen werden); da schen Text, sei es als ursprüngliche Lesart (was am wahrscheinlichsten ist), sei es als Variante, tp ypowti?) statt to par an die Hand 1} Vgl. auch Diehl a. O. 1026 (CIL VI 9663, Rom) 2 iacet corpus exanimis (EX: ANIMIS), 1566 (s. oben S. 64, in einer Kopie eines Reskriptes des Kaisers Konstantin und seiner Söhne), 10 opus maximus est, 1000 (XV 2177 Ostia, Ziegel aus der Mitte des 2. J.), 2 opus doliarem. 3) Zu quem statt quam und quod s. Löfstedt a, O, S. 131 — 133. 3) excedens Am2. ° +) Geschrieben ac esusta (es—ex), woraus ac susta, daraus falsch (hjnec sustinens rückgebildet. 5) Dieser Dativ von ygbs z.B. Hippocr. De fract. 9 Karaywurae piv ab weken te veren ck Astin, “hy più, Eis vp ypot iepusunpkp Inh biog tube à Paping.

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Bun jv ta ohvl) ul nut > r Geyn, avinwy Allav opto: ! et om. A) virtutes facientes. Principium autem ventorum, unde nascuntur venti: a (P, ex A) mondani ane 109 Szapoÿ dan hens" Èyôpavog Rogins' Ene | calido Subsolanus®). sequens africanus (P, est Gars?) ste 3 3) sé popos > pe > abt i Africus A), deinde septentrio, ex hoc favonius, TA) 6 hebt Imst vos srdneons ! post hunc qui appellatur Lips (A, lypy P), 20005" obra: où intà Ava zvejpa | postea auster, consequens vero eurus, spirationis | circuitns (A, resp. circuitu P) facientes (A, Eyonar woarn [...5) faciens P) et motum his (P, hi A) septem I gegeben, ein Wort, das bekanntlich Hautfarbe, Haut wit dem darunter befindlichen Fleisch (so sehr oft hei Hippokrates), aber auch Körper bedeuten kunn, in welchem Sinne es hier fälschlich der Übersetzer gefaßt hat, den wir natürlich nicht zu korrigieren berechtigt sind (er hätte colorem A. quem schreiben sollen). Anders steht jedoch die Sache im folgenden, 5. 76, S4ff.: Hoc autem, quod tenebras adpetunt et homines adversatos et non patientes (A, patientium P) sustinens sed silentium (P, -io A) adpetens et vigilans lavore multo (P, laborem multum A) et gravedinem (A, gravide P) possessus, sine spe solide (P, s. spe sunt A). Wenn hier Aphor. 8, 9 als Parallelstelle angefiihrt wird, so stimmt das nicht gauz, weil der Abweichungen zu viele sind, es sich also hier nicht um bloße Varianten oder bessere Lesarten handelt: hai ororoêuev Aal ovògdsons BROItpszopsvos th TE Tpzula HÎdpsvos zal Orve asl zabuan oA earsyousve, avikmatos: oxotod. ist nicht tenebras adpetunt, Yféuwsvos nicht adpetens, vor allem aber weisen lavore multo et gravidine (diese Form gewinne ich aus gravide) possessus auf móvp (nicht 57%) zohhj val vapdrw (nicht vabpor) aacsyopeves. Für adversatos ist natürtürlich aversatus zu lesen und danach et non sustinens (patiens. | | respirationes sunt (sunt om. A} temporalem (PAL, -es A‘). Klar ist mir, daß der Schluß, von spirationis an — entsprechend der uwständlichen Breite dieser alten Schrift — die Gedanken des Kapitelanfauges wiederholt; um so merkwürdiger also, daß noch niemand darauf gekommen ist, daraus die Konsequenzen zu zieben und den griechischen Text aus dem lateinischen zu ergänzen, muß es doch nach zhpos heißen: (nvehzos Tepiodove zorshpivm: Ka viva). Daraus ergibt sich weiter 1. die Möglichkeit, daß die Korruptel zu Anfang auf Beeinflussung durch den Schluß zurückzuführen ist, 2. aber auch die Möglichkeit, jenen aus diesem zu verbessern. Soviel jedoch scheint wir sicher, daß der Übersetzer bereits einen verdorbenen Text las, aussetzt, Zu grevidine (vgl. auch oben zu adcidenti) verweise ich von dem wir also zunächt diese gewissermaßen obere Schicht wiederherstellen müssen, um dann zur unteren, echten vordringen zu können. Der Übersetzung zufolge las er in seiner Vorlage: avipuw 25 yopia Emek avaria (daraus noch später mit leichter Korruptel auf Mulomed. § 504, S. 165, 17, wo die Handschrift grabidines bietet RATIO — KIKKE — Qua mécnaty) Spouw ath. Was stand hier worauf -tes und -têum führt, ist Glossem oder Variante), was also im Original ein zat avògdaoos amoorpsgópsvng oi GA aveysu.evog vor- (yravidines Od.). Bemerkenswert ist, daß der Übersetzer mit einem quod-Satz beginnt, dann aber mit lauter Partizipien fortführt; jener Satz gibt m. E. einen mit +d substantivierten Infinitiv wieder!). Am nun ursprünglich? Gewiß nicht autuwv ah sata yupia vat Samana (Ermerins II 543 Anm.), auch nicht “Avipuv an értà avémvotai sisi Schlusse hüte man sich, die glatte Lesart von A unzuerkennen; (Annas Ahhader) wie (Roscher 1911, S. 79, Aum. 155): Denn, wie gesagt, der Schlüssel zur Verbesserung steckt in den uus dem vielmehr folgt aus P als Originalfassung avédknistay návews (solide = nivtws). Wir kommen nun zu einer interessanten, auch inhaltlich wichtigen Stelle, an der wir eine für die etwaige Rückübersetzung der Schrift ins Griechische bedentungsvolle Beobachtuug machen, nämlich daß dort bereits der Übersetzer einen entstellten Text vor Augen hatte. Es ist das K. 3,8. 7f., das ich im Wortlaute anführe: (liegt àvigus:] “Avénwy ab tata Gua zvéovsty | Ventorum rursus regiones septem respirationes reptéñous eva | (P, resp. om. A) habent, tempus circuitum moisspevo: zat aopacoy rhnvtit (sic) änveopan®) | facientes et motum vegetantem (A, et mox ws wvsóparog Ìsyòv so:sipsva:* | vegetatem P) et roris respiramen flatus et (P, 1) Davon wird im SchluBteile der Arbeit zu K. 15 die Rede sein. >} So nach Ilberg bei Roscher 1911. (Harder Rb. Mus. IIL 439, Anm. 3), ebensowenig “Avepor ah rx lateinischen Text ergänzten Schlußworten, die mit aller Deutlichkeit auf mecs 719169003 morzbsvor weisen, d.h. avanvebars geht zurück auf zyshaog (-t05 und -:3 wurden bekanntlich vom späten Altertum 1} (45%) Ilberg: Kalbfleisch erkannte 07». 2) So las in der Hs. Kalbfeisch, der ausdrücklich bemerkt (bei Roscher 1911, $.137), daß docs, wie man früher las, nicht dastebt. Auch der latein. Übersetzer hatte in seiner Vorlage ä9x2°35 (daher septentrio). Daß der Wind, der sonst anuvating heißt, gemeint ist, ist klar, wie man aber verbessern soll, macht Sch wierigkeiten, 3) sise Ilberg, (2) Kalbfleisch. 1) +’ von Ilberg erkannt. 5) Kalbfieisch, were) Ilberg, doxinse Littré. ") Roscher, subsolanis P, Subsolano A. |

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der Überlieferung bezeugt; richtig ist natürlich bloß zvebros 1. (= PA respirationes) auf RIA ävänvens zosshjevar wat Ada, dvanvehs: tod mvehgaros loyiy xorsdpever’ apy — è Syémeves sbpos, musbatos mamódovs morshusvo: zal siva obo G ee t ET tras A Anw. 160) angeführten Belegstelle, in der sie als Pythagoreisch erscheint: Aristot. Phys. IV, 6 Ende: Kiva 2° Seacay zat or Tlodarópero: wavy, val Enaotivat abt th odpavp?) Ex tod Amsipon mvebparos ws maior nai wb siti, © Gopils: tas choses. Nun verstehen wir auch, warum der Autor nicht bloß évanvenars statt avarvo. sondern auch das seltene avsöa*) für mvo verwendete: durch klangliche Wirkung wollte er den Zusammenhang der Stelle nachdrucksvoll verstärken: musbarue — gvanveiot 105 avebpatos — mvebsros — dvirvevay. Der ganze griechische Text lautet demnach: “Avene: ab Int, avehoroc mapródone diese Lehre sehr alt ist, ersehen wir aus der bei Roscher (8. 81, kosmos verglichen wird: wie nämlich der Mensch durch das Atmen sein zvsöux aus der äußeren Luft verstärkt, so der Kosmos mittels eines analogen Vorganges sein Pneuma aus dem daxpov zvebga. Daß vom atmenden Makrokosmos, dessen Lebensprozeß dem des Mikrodrang dort ävx ein. Die Vorstellung, die hier zugrunde liegt, ist die wir, wieso mva5or0s zu Avanvebstos wurde: von dvanvabar und Avdmveunıy Wind ist von der Kraft des Einziehens der Luft.” Jetzt begreifen Übersetzung, deren 27, Lemma, 8.47, 14” e Bergstr., lautet: „Der an gleich ausgesprochen) mit darübergesetztem Ava, wie auch am Schluß respirationis (P) gegenüber spirationis (A) dasselbe Schwanken mem ty zu Anfang svazve's 1) zu lesen, aus dem durch die Verbindung mit derselben Variante ovarvsopar geworden ist?) (avanvevar ) und schließlich osvzopart. Den letzten Zweifel benimmt die arabische warum aber ava darübergeschrieben wurde, werden wir gleich schen. Damit fallen aber auch gyova (aus dem Schluß heriibergenommen) sowie ywpix und ayipwy erweist sich als Fehler statt %v2u01, beeinfußt durch die in den Text eingedrungene frühere Marginalnote 1l:s: ipo). Zu lesen ist also: “Avsuot 25 Et, mvabaros nemößsus zorshp.ava: wth, für welchen Kapitelanfang ich anf den des nächsten Kapitels verweise: ()pat (vorangeht wieder der Vermerk Ilzpt &nwv) 8° inadaro: inz& 5), Was im folgenden der Übersetzer las, nämlich welche andere Korrupiel für das ebenfalls verderbte 2662:0,, weiß ich nicht). Noch früher war wohl hier, wie schon Harder a. 0. $, 439° vermutete, zu lassen, dann zhóvye: zu lesen und es zum folgenden zu konstruaögrstos®) gestanden. Ich bin jedoch nicht geneigt, mit Harder repidinos morzbpsvar zal ziens aopiaty That avaro Ai +, wenns tay. x. zu schreiben, noch weniger mit Ermerins a. O. zivasıy Ans, ieren (Raven Gavoray wat +. xvedpatog isy. =.) vielmehr glaube ich, daß ziunsw geradeso wie Eyovsty aus dem Schlusse in den Anfaug eingedrungen ist, mit einem Worte, mir scheint xivqsy ädpıstov ein Glossem zu zhdvnaw. Die Herstellung des nächsten Wortes kann mau unschwer aus dem latein. Texte ermitteln, respiramine (so für -amen wo ava zu lesen) flatus (Genetiv!) virtutes fucientes, verglichen mit dem Schlusse, führt (d. h. aváaveos mit der Variante áváavena®); folglich ist auch 1) In der arabischen Übersetzung ist von „Zeitwinden" die Rede (26. L. S. 45. 13° f Bergstr.), was Pseudogalen ebendort 147 a und b so erklärt, „daß jeder Wind von den Winden in einer bestimmten Zeit welt ..... daß die Winde in ihrem Kreislauf (periodischen Wechsel) weben und kreisen”. Dazu vg). (s. Roscher, S. 80, Anm. 159) Hippokr, Nzzi yon 18 (= V 498 L.r: *Avinos of ply soloiuizo: Rvdonst ....,. 01 dì vat adroì vutà mepinänn, °) Erkannt von Rosclet a. O. S. 79155, Ein ähnlicher Fall liegt am Schlusse des 23. Kapitels vor. Davon wird im Schin£teile der Arbeit die Rede sein. 5) Las der Übersetzer etwa Anxvor (K aus IC)? 3) Daß àvijuov kein Genet. part. sein kann, geht daraus bervor, daß der Verfasser gemäß seinen hebdomadischen Theorien überhaupt bloß 7 Winde anerkennt, unter Ignorierung des Argestes (N W): s. Roscher S, 81. 4) Daß De aëre K.12 (S. 29, 23, Gund.) iumenta vegetari convenit — +4 +... Are zbOnvisw (codd. shdivew) sus, dieses vegetari also 1594: wiedergibt, hilft uns hier nicht weiter. . ©) Avamı. var schlug schon Ermerins vor. 4 (wo es allerdings 5) Für die Gleichsetzung von zóspng und odpavis verweise ich auf W. W. Jaeger, Nemesios von Emesa (Berlin 1914) S. 135. Anm. 1. +) Der Thesaurus führt außer einer nicht bezeichneten, also unkontrollierbaren Stelle aus Gregor. Naz. bloß Hephaest. Apotelesm. p. 27, 32J. Camerar. an. eine Stelle. die zu unserer gut paßt: ’Avinuv bestem wig, tua ovs und ëéxvsmuart denken könnte) ist wohl abzulehnen, da &u- im Ionischen doch nur auf bestimmte Verbindungen beschränkt ist: dprwe:s, alone. anbauen. Gpradesdus, p. 212, 14) Ruïitugès no, Luygiespos, is avamvense, "Apmoics (woran man wegen spiraculum vel emissarium bedeutet) sowie bei Aretaeus, der seine Jas an der des Hippokrates gebildet hat, (sci Aldo, vosges Il 3 (ed. Ermerins, Utrecht 1347, krates selber [epi voos IIL3 Ket top dudnveva note fan Ooh virare wa} Fumvzusıg pirate ele to ovs), sondern auch bei Hipposich nicht bloß bei Plato und Aristoteles (H. A.I 11 ed. Berol. vol.I p. £92, 8: Diodorstelle, blo& Schol. Pind. Nem. I 1 anführt, hat diese Variante von der Aufnahme in unseren Text ausgeschlossen zu bleiben. *Aváavens:s hingegen findet * Da der Thesaurus für &v4=:5;x4, abgesehen von einer kritisch unsicheren 1) Dieser ionische Dativ ist bei Hippokrates an etwa 30 Stellen erhalten: Kühner-Blaß, Gramm. d. gr. Spr. 1 15 S. 446.

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EDMUND GROAG. avanvensyy you wpatyy. Die zagúynas tritt jetzt klar hervor, das so oft wiederholte x fällt stark ins Gehör. Solche echt Gorgianische Spielereien weisen m. E. diese Schrift nicht etwa ins 6. Jabrh. v. Chr. (so Roscher, s. seine beiden Schriften von 1911 und 1913), sondern in die Zeit der ersten Sophistik. (Schluß folgt.) Wien. DR KARL MRAS. Studien zur Kaisergeschichte. II. Der Sturz der Inlia. Schluß. Nach der Anschauung der Alten, denen sich die Neueren zumeist angeschlossen haben, erklärt sich dieses überaus strenge, bei einem Vater doppelt harte Verfahren aus der maBlosen Erbitterung ıdes Herrschers, zu dessen Lebens- und Regierungszielen die Hebung ;der allgemeinen Sittlichkeit gehörte und der nun sehen mußte, wie ‘seine eigene Tochter diese mit Füßen trat '). Kein Autor des Altertums. wohl aber einige von den neueren, wollen in dem Strafgericht auch die Hand der Livia erkennen, die ihre Stieftochter habe verderben wollen *). Ferrero), der die Sittengesetzgebung des Jahres 18 v. Chr. in den Mittelpunkt seiner Darstellung rückt, vertritt auch hier eine eigenartige Auffassung, der ich indes nicht beizustimmen vermag. Er meiat, daf die altrémisch gesinnte „konservative” Partei, die ihre Hoffnung auf Tiberius setzte, in Verbindung mit Livia die Verleumdungskampagne gegen die Kaiserstochter in die Wege geleitet habe, als Racheakt und um Tiberius die Rückkehr nach Rom zu ermöglichen; diese Partei habe es schließlich dahin gebracht, daß Augustus vor die Wahl gestellt war, iulia „entweder unter Mißbrauch seiner hohen Stellung straflos ausgehen zu 1) Vgl. Tillemont Hist. d. emp. I (1792) p. 32. Stahr Rém. Kaiserfrauen 174 f. Tiberius 40. Duruy-Hertzberg Gesch. d. rém. Kaiserreiches I 273. Gardthausen Augustus I 3, 1102. Domaszewski Gesch. d. Kaiser I 224. Fitzler RE X 901 u.a. °) Wieland in der u. S. 78 angeführten Schrift Stahr a. a. O. 173f. Boissier L'opposition sous les Césars? 135. Schiller K. Z. I 1, 188. Herzog St. Verf. II 1, 162. Gardthausen Aug. I 2, 1028.3, 1101. Dagegen Willrich Livia 23 f. — Duruy (a. a. O. I 274) schreibt Livia die Hoffnung zu, „daß die Schande der Mutter auch auf lulias Kinder zurückfallen sollte"; doch daran, daß Gaius und Lucius Agrippas Kinder seien, ist nie ein Zweifel laut geworden (s. 0. XT, 152) und fiberdies kam für die „Legitimität® der Cäsaren nicht der niedriggeborene Vater, sondern die Mutter, die Tochter des Augustus, in Betracht. 3) Größe und Niedergang Roms VI 219 ff. Frauen der Cäsaren 69f.