Show full text14 pages
Page 1
View in PDF(opens in a new window)SK.
67
\ ASE
ZWEITER TEIL
ZUR METRIK UND HARMONIK DES
PARTHENON-TEMPELS IN ATHEN
Die Gesamtlänge der Marburger Elisabethkirche erinnert an die Länge
des Parthenon-Tempels auf der Akropolis in Athen, genauer: an die
Länge des Stylobats dieses Tempels. Die Länge der Elisabethkirche und
die Stylobatlänge des Parthenon differieren — so weit auch beide Bauten
geographisch und historisch voneinander entfernt sind — maflich nur um
70,16 m — 69,556 m (Durchschnittswert) = 0,604 m.
Da natürlich beide Bauten voneinander nicht abhängig oder beeinflufit
sind, stellt sich die Frage, ob es sich hier um eine rein zufällige Auferlichkeit handelt oder ob die Planer und Meister beider Bauten vielleicht
aus einer gemeinsamen ,,Urquelle“ geschôpft haben. Aus einer Quelle,
die auch von Platon und sehr viel später von den abendländischen Neuplatonikern benutzt wurde. In-Betracht kommt bezüglich der rechnerischen und berechenbaren Grundlagen ihrer Arbeiten für die Athener
Baumeister und Philosophen und die von ihnen abhängigen späteren Philosophen, Theologen und Architekten die schon eingangs erwähnte Lehre
des Pythagoras und der sogenannten Pythagoreer mit ihrer Zurückführung der Weltwirklichkeit auf das sie tragende Prinzip mit Hilfe der
Mathematik.
Kurz nach Pythagoras’ Tod wurde Perikles und kurz vor dessen Tod Platon geboren. Als Platon zu denken begann, thronte also der Parthenon
bereits über den Dächern von Athen. Dieses Wunderwerk der Berechaungs- und Proportionskunst hatte Platon aber nicht nur physisch vor
Augen, sondern er hatte vor allem die ,Seele“ dieses Baues, des damals
grôten und ,aktuellsten“ Kosmos- und Seelenmodells vor seinem inneren Auge, als er zu dessen Füfen seine Vorstellungen von der Proportioniertheit der Welt und ihrer Seele für die Nachwelt formulierte. Zu einem
umfassenden Verständnis des Phänomens Parthenon gehürt — wie zum
Verständnis eines jeden Kunstwerks überhaupt -— eine môglichst weitgehende Deutung seines ,Textes“. Der Text der Parthenon aber umfafit
neben der materialen Erscheinung des Tempels, die ja weitestgehend —
IN Se
GSAUTEN
ABGULD
DER
El
SELLE
zumindest theoretisch — rekonstruiert werden konnte, auch die ,Seele“
dieses Bauwerks, d. h. seine besondere innere Gesetzmäkigkeit, seine
Page 2
View in PDF(opens in a new window)Strukturen, Symmetrien und seine ausgeklügelte Harmonik sowie natürlich auch bewufite und unbewufite Varianten der mathematischen Norm
Baubestandsaufnahmen sowie sachkundiger Auslegung der entsprechenden philosophischen und kunsttheoretischen Texte. Noch stehen wir am
Beginn der systematischen Erforschung des Pythagoreismus in der
innerhalb dieses so wichtigen Teils des Gesamttextes.
Obwohl die Proportionen des Parthenon auferordentlich harmonisch
sind, schreibt Rhyso Carpenter in seinem Buch , Die Erbauer des Parthenon“, sind sie ,es nicht in der Weise, wie sie im sechzehnten Jahrhundert
69
Kunst, und beim Lesen der vorstehenden Untersuchung wird dem Kundigen bewult geworden sein und im folgenden Teil noch deutlicher werden, daf diese Aufgabe letztlich nur in engster Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen gelôst werden kann. Als ein neuer Anstof zur Dechiffrierung des ,Seelencodes“ des Parthenon môchten nachfolgende Ausfüh-
Palladio verfochten hat, der dem System fester arithmetischer Regeln
folgte, welches im augusteischen Rom Vitruv vorgetragen und seinerseits
von spätgriechischen Architekturtheoretikern wie Hermogenes entlehnt
hat. Im Gegenzug zu solch gedankenlosem [sic!] Haften an exakt meftbaren Verhältnissen arbeiteten die Erbauer des Parthenon empirisch..
Wie uns gesunde Überlegung gelehrt haben sollte, ist Athenas strahlend
farbiges Marmorhaus erbaut für das menschliche Auge und nicht für
Betrachtungen des berechnenden Verstandes oder der gôttlichen Gabe
des Denkens.….“1
noch ein weiter Weg ist bis zur vôlligen Wiederherstellung auch der ,Seelenpartitur“ dieses Tempels, woran bereits seit anderthalb Jahrhunderten
gearbeitet wird. Die hier zur Diskussion gestellten Untersuchungsergebnisse bieten lediglich eine Einstiegsmôglichkeit in den Versuch, die Interdependenz sämtlicher Einzelmafe zueinander und zum Ganzen des Bauwerks schlüssig aufzuzeigen.
Der ,gesunden Überlegung“ Carpenters steht die Arbeitserfahrung des
Autors auf dem Gebiet der Proportionsforschung gegenüber, derzufolge
empirisches® Vorgehen so gut wie nie in der Geschichte der älteren und
alten Kunst und Architektur zu beobachten ist, hingegen das (mehr oder
weniger strikte) Beachten mathematisch-geometrisch-harmonischer
Gesetzmäkligkeiten —wenn solches Vorgehen auch noch so sehr den Vorstellungen des 20. Jahrhunderts widerstreben mag — in der Antike sowohl
Das genaue Aufknüpfen dieses heute noch weitgehend unentwirrbar
erscheinenden Knäuels von Einzeldaten kônnte dann auch mit elektronischen Hilfsmitteln geschehen. Denn aufgrund der hier vorgelegten
Schlüsselergebnisse läft sich nun ein sinnvolles Programm entwerfen, mit
dessen Hilfe dann die Gesamtheit der einzuspeichernden Einzeldaten des
Parthenon ein umfassendes Bild der inneren Verfafitheit dieses Bauwerks
zeichnen und präzise Einsichten in die den Baumeistern zur Verfügung
wie im Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert hinein die unbestrittene
rungen verstanden werden, wobei es dem Verfasser bewuft ist, daff es
gestandene ,Harmonielehre“ vermitteln kann.
Regel war, ja ein anderes Vorgehen überhaupt nicht in das Weltbild dieser
Zunächst und vor allem ist es wichtig, daf die Berechnungen in antikem
Epochen gepafit hätte.
Baumañ und mit antiken Berechnungsmethoden durchgeführt werden.
Am Parthenon ist, so charakterisieren Helmut Berve und Gottfried Gruben den Tempelbau zutreffend, ,nichts Zerrissenes, kein Zwiespalt in seiner edlen Gestalt. Ein scheinbar Unmôgliches — schwebende Wucht,
monumentale Leichtigkeit, dynamische Stille — ist seine Natur: Gegensätze sind verschmolzen, derart, daff gerade ihre Spannung das bedeutende Leben des Ganzen trägt. Es sei hier an ein verwandtes Gesetz der
klassischen Plastik erinnert, das man Kontrapost genannt hat. Bewegung
und Gegenbewegung verspannt den statuarischen Kôrper, Hüftachse
schwingt der Schulterachse entgegen. In ähnlich harmonisch-gegensätzlichen Bindungen werden statuarische Gruppen angeordnet, und gleiche
Bei dem Rekonstruktionsversuch des Gesamttextes bereiten die unge-
Bezüge bestimmen den geistigen und mythischen Hintergrund der klassischen Kunst.*2
Diese Studie môchte zu exakten arithmetisch-geometrischen und inhaltlichen Analysen anregen. Jedoch nicht in der weitgehend unpräzisen,
unkritischen und verschwommenen Art beispielsweise der Arbeiten eines
G. L. Hersey* oder George Lessert, sondern auf der Grundlage genauer
nauen Mafe und die Differenzen zwischen den Mafen vergleichbarer
Strecken oder Streckenpaare die grôfiten Probleme. Aus diesem Grunde
wird hier auch auf eine geometrische Analyse zugunsten einer vorläufigen
arithmetischen verzichtet, wobei die Berechnungen zunächst die Rekonstruktion eines theoretischen Idealplanes anstreben.
1. DER STYLOBAT
Die Ermittlung des am Parthenon ,verwendeten Fufmales ist zweifellos
eines der wichtigsten Ziele einer Bauuntersuchung, denn nur mit seiner
Kenntnis lassen sich die Dimensionierungen auch in den antiken Termini
und Grôen benennen und durchrechnen.“5
Die Berechnungen, schreibt E. Berger, ,müssen in antikem Baumañ
durchgeführt werden und sich der antiken Rechnungsmethoden bedie-
Page 3
View in PDF(opens in a new window)nen. Die erste Forderung setzt die Kenntnis der jeweiligen Mafeinheit
c. Indem man den Mittelwert der Stylobatbreite, die ja wie bereits Fr.
voraus, die allerdings oft — so auch beim Parthenon — umstritten ist. Die
zweite Forderung hat Mertens wie folgt umschrieben: ,Als beliebige Brüche errechnete Male müssen stets in die FuRmafe und ihre Teilungen
übertragen werden. Das Fufteilungssystem beruht dabei stets auf der
Halbierung, also in 42, 44, %, Vie Fuf*.6
Während Mertens noch nach einem durchgängigen Baumaf sucht, um
Aussagen über Proportionierung und Dimensionierung des Parthenon
machen zu kônnen, deren Klarheit erst in der Formulierung der originalen Mafeinheit voll zutage tritt, verneint beispielsweise Carpenter überhaupt das Vorkommen kommensurabler Mafe am Parthenon. Zwar habe
das Beispiel der rekonstruierten Ordnung des Athena-Tempels in Priene
sehr überzeugend veranschaulicht, ,wie ein Architekt des vierten vorchristlichen Jahrhunderts einen Kanon von integralen Zahlenverhältnissen mit vollständiger Genauigkeit anwenden konnte. Aber der Parthenon
zeigt in keinem seiner Bestandteile eine derartige Befolgung kanonischer
Formeln. Das einzige, was festgestellt werden konnte, ist eine Wiederkehr
des Verhältnisses 9 : 4 … Aufer dieser ziemlich mysteriôsen Wiederkehr
eines festen Verhältnisses liefern alle anderen Mafe, ob nun horizontal
am Grundrif genommen oder vertikal am Aufrif, ganz inkommensurable
Werte.“7
Läft man diese und ähnliche unbewiesene Behauptungen einmal auf sich
beruhen und geht von der Annahme aus, daf der Stylobat des Parthenon
ebenso wie der GrundriR der Marburger Elisabethkirche das ,pythagoreisch-platonische* Längenmak von 216 Fuf haben kônnte, so kann man
das grundlegende FufRimaf des in seiner Länge nur um (70,16 m —
69,556 m =) 0,604 m von der Länge der Elisabethkirche differierenden
Parthenon-Stylobats auf drei verschiedene Arten errechnen:
a. Indem man die Differenz zwischen der Länge der Elisabethkirche und
der Länge des Parthenon-Stylobats von 0,604 m durch 216 Teile teilr, das
. Divisionsergebnis von der Länge des franzôsischen Kônigsfufes substra-
71
C. Penrosef herausgefunden hat, zur Stylobatlänge im Verhältnis 4 : 9 =
96 :216 steht, durch 96 teilt, dann den Wert (30,9205 m :96 =)
0,3220885 m erhält und auch diesen nur bis zur vierten Stelle hinter dem
Komma berücksichtigt; man erhält so ebenfalls den Wert von 0,3220 m
als Fufimaf.
Aufgrund dieser drei bis in den Zehntelmillimeterbereich übereinstimmenden Ergebnisse wird im Folgenden mit einem dem Parthenon hôchstwahrscheinlich zugrundeliegenden Fufmaf von 0,3220 m gerechnet.
Meines Wissens ist dieses Ma8 für die Antike sonst nicht nachgewiesen.
Das bisher einzige Vorkommen dieses Mafes findet sich (scheinbar) bei
P. v. Naredi-Reiner (a. a. O., S. 110). Bei Ausgrabungen in Elten am Niederrhein hat Günther Binding in den sechziger Jahren zwei Schreibgriffel
aus Knochen gefunden, ,die eine Mafeinteilung nach dem rômischen Fuf
(29,6 cm) und eine nach einem dem franzôsischen pied du roi nahekommenden Fuf (32,2 cm) enthält“. Schlägt man jedoch bei Binding nach,
so mifit der ,Hochelten-FuR* 32,3 cm. (Günther Binding, Walter Janssen, Friedrich K. Jungklaaf, Burg und Stift Elten am Niederrhein,
Archäologische Untersuchungen der Jahre 1964/65, Düsseldorf 1970
[= Rheinische Ausgrabungen 81, S. 37)
Die Fufiwerte werden bei den nachfolgenden Berechnungen auf die
jeweils nächstliegenden Achtelfu8werte, und die Fingerbreiten (0,3220 m
: 16 = 0,020125 m = 1 Finger) auf die jeweils nächstgelegenen ganzen
Fingerwerte auf- bzw. abgerundet. Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Mafangaben von Anastasios K. Orlandos.® Wenn bei Orlandos
mehr als ein Wert für eine Strecke genannt wird (Ost- und West- bzw.
Nord- und Südmafe), werden diese mit a. bzw. b. gekennzeichnet; unter
c. erscheint deren Mittelwert (a + b :2 = c).
Die Länge des Stylobats
a. 69,503 m
hiert (0,604 m:216 = 0,002762 m: 0,3248 m — 0,002762 m =
0,3220238 m) und dann das Ergebnis von 0,3220238 m wie bei der Berechb. 69,609 m
nung mit dem franzôsischen KônigsfufRimañ nur bis zur vierten Stelle hinter dem Komma berücksichtigt; man erhält so den Wert von 0,3220 m
als FuRmal.
Wegen der relativ groRen Differenz zwischen den beiden gemessenen
Werten soll im Folgenden stets mit ihrem Mittelwert gerechnet werden.
b. Indem man den Mittelwert der Stylobatlänge durch 216 teilt
a. Die Länge des Stylobats in Fufi
(69,556 m : 216 = 0,3220185 m) und dann diesen Wert gleichfalls nur bis
c. 69,556 m
zur vierten Stelle hinter dem Komma berücksichtigt; man erhält so den
69,556 m : 0,3220 m — 216,01242 F. Dieser Wert liegt nahe bei 216 F.
Wert von 0,3220 m als Fufimaf.
Rechnet man 216 X 0,3220 m, so ergibt sich 69,552 m. Die Differenz zwi-
Page 4
View in PDF(opens in a new window)73
schen dem Mittelwert der gemessenen Werte und dem errechneten Wert
GE
beträgt 69,556 m — 69,552 m = 0,004 m = 4 Millimeter.
Man darf also davon ausgehen, daf eine Stylobatlänge von 216 Fuf =
144 Ellen gemeint ist. (Abb. 18)
b. Die Länge des Stylobats in Fingerbreiten
69,556 m : 0,020125 m = 3456,1987 Finger. Dieser Wert wird auf 3456
Finger abgerundet. Die Differenz zwischen dem Mittelwert der gemessenen Werte und dem errechneten abgerundeten Wert beträgt 69,556 m —
69,552 m = 0,004 m = 4 Millimeter.
Man darf also davon ausgehen, daf ein Wert von 3456 Finger gemeint
RE
216F
| |
ist. 3456 Finger : 16 = 216 F.
Die Länge des Stylobats ist darüberhinaus ,pythagoreisch-platonisch*
bemessen, denn 216 ist das Produkt aus den beiden grôfiten Zahlen der
auf den mit Platon befreundeten Pythagoreer Archytas von Tarent
zurückgehenden universellen Tetraktys, des sogenannten platonischen
»Lambda“ : 8 X 27 = 216.
Für Archytas, schreibt R. Garnich im Zusammenhang mit der pythagoreischen Schule um diesen Gelehrten, ,sind Zahlentheorie, Geometrie
und Musiklehre verwandte Wissenschaften. Er suchte nach den stetigen
Proportionen zwischen zwei Zahlen und Iôste das Problem geometrisch,
indem er zwischen zwei gegebenen Strecken eine oder mehrere mittlere
Proportionale konstruierte; eine Problemlôsung, die er in der Zahlenund Musiktheorie nicht fand. Aber seine geometrischen Konstruktionen
der Würfelverdoppelung als Lôsung von zwei mittleren Proportionalen
war eine der herausragenden Ideen des Altertums. Denn die Berechnung
von arithmetischen und harmonischen Mitteln in der Theorie der symphonen Intervalle war ja den Pythagoreern schon seit altersher bekannt.
Diese jedem Schüler geläufige Operation machte ein Doppeltes môglich:
erstens den experimentellen Nachweis anhand des Monochords oder
auch des altgriechischen Tetrachords und zweitens die Rückführung dieser rein arithmetischen Zahlenproportionen auf den alten Begriff der geometrischen Proportion, ….woraus Platon dann geradezu eine neue Epoche
nicht nur des mathematischen, sondern des menschlichen Denkens ablei-
Abb. 18.
Gesamtgrundrif des Parthenon nach Orlandos einschlieflich
der Euthynterie (die in der vorliegenden Untersuchung weder
horizontal noch vertikal weiter berücksichtigt ist). Stylobatlänge von 216 F zu Stylobatbreite von 96 F = 9 :4.
tete. So wurde über die Proportionslehre, wie sie heute noch die landläufige mathematische Asthetik beherrscht, erstmals eine einheitliche arithmetisch-geometrisch-physikalische und anthropomorphe Gesetzmäkigkeit gefunden und bewiesen — und von Platon direkt als Grundgesetz der
Welt betrachtet. Die klassische Definition ,Alles ist Zahl‘ übernimmt
Page 5
View in PDF(opens in a new window)75
zwar Archytas einschliefilich der Lehre von der Subjektivität der Sinnes-
9%6F
eindrücke, geht aber dann den entscheidenden Schritt weiter, der Demokrits materialistische Auffassung widerlegt und die reinen mathematischen Gestalten als Konstruktionsmaterial der realen Objektwelt einführt: Punkte, Linien, Flächen, Kôrper in ihren elementaren geometrischen Grundformen. Damit wird Physik und Âsthetik wieder zur Geometrie und deren Elementarformen zu Bauteilen der Weltobjekte.“10
Die Breite des Stylobats
LL
A=_ 9216 F 2
a. 30,88 m
b. 30,961 m
c. 30,9205 m
&
Wegen der grofen Differenz zwischen den beiden gemessenen Werten
soll im Folgenden stets mit deren Mittelwert gerechnet werden.
a. Die Breite des Stylobats in Fufi
=
à
B-2304 F2
&
N
30,9205 m : 0,3220 m = 96,026397 F. Dieser Wert liegt nahe bei 9%6 F.
Rechnet man 96 X 0,3220 m, so ergibt sich 30,912 m. Die Differenz zwischen dem Mittelwert der gemessenen Werte und dem errechneten Wert
beträgt 30,9205 m — 30,912 m = 0,0085 m = 8,5 Millimeter.
Man darf also davon ausgehen, da eine Stylobatbreite von 96 Fuf =
64 Ellen gemeint ist.
S
A=9216F?
b. Die Breite des Stylobats in Fingerbreiten
30,9205 m : 0,020125 m = 1536,4223 Finger. Dieser Wert wird auf 1536
Finger abgerundet. Die Differenz zwischen dem Mittelwert der gemessenen Werte und dem errechneten und abgerundeten Wert beträgt
Ô
30,9205 m — 30,912 m = 0,0085 m = 8,5 Millimeter.
Man darf also davon ausgehen, da8 eine Stylobatbreite von 1536 Fingerbreiten gemeint ist. 1536 Finger : 16 = 96 Fuf.
Die sich bei der vorliegenden Berechnung ergebende Differenz ist bei
weitem geringer als bei der folgenden Berechnung mit dem von Ernst BerAbb. 19. Das Stylobatrechteck des Parthenon läfit sich in zwei Quadrate seiner Breite (A) und ein Rechteck aus der Breite und
der Differenz (B) zwischen Stylobatrechteck und den Quadraten gliedern. A (9216 = 962) verhält sich zu B (= 24 X 96
= 2304 = 482) wie 4 : 1.
ger versuchsweise vermuteten Parthenon-FuR von 0,2977 m bzw.
0,299m (E. Berger, Das Basler Parthenon-Modell, S$S. 92):
30,9205 m : 0,2977 m = 103,86462F. Dieser Wert liegt nahe bei 104 EF.
Rechnet man mit 104, so ergibt sich 104 X 0,2977 m = 30,9608 m. Die
Differenz zwischen dem gemessenen (Mittelwert) und dem von Berger
Page 6
View in PDF(opens in a new window)errechneten Wert beträgt 30,9608 m — 39,9205 m = 0,0403 m = 40,3 mm
Die Proportionierung des Stylobatrechtecks
und ist somit mehr als viermal so gro8 wie die Differenz beï der Berechnung mit dem Parthenon-Fuf von 0,3220 m.
Es hat sich also vorstehend ein Verhältnis der Stylobatlänge zur Stylobatbreite von 216 F : 9% F oder 144 F : 64 F nachweiïsen lassen. (Siehe
auch Abb. 18) Dieses entspricht genau und in ganzen sowie vor allem in
mathematisch besonderen sowie darüberhinaus pythagoreischen Zahlen
dem bereits seit dem vergangenen Jahrhundert bekannten Stylobatverhältnis von 9 : 4 = 2,25. Im Gegensatz zu dieser metrologisch plausiblen
Formulierung der Stylobatrechteck-Proportion ft sich beispielsweise in
dem von H. Bankel ermittelten Parthenon-Fuf die Proportionierung des
Parthenon-Stylobats nach dessen eigener Feststellung nicht ausdrücken.
Es ist zu vermuten..., daf diese Proportion nicht geplant war“, gibt Bankel als Erklärung für diese unwahrscheinliche Annahme. An anderer
Stelle des gleichen Aufsatzes bekräftigt er diese Ansicht: ,Daf das Stylobatverhältnis, nur aus der Vogelschau wahrzunehmen, in die Proportionierung miteinbezogen ist, läft sich auf metrologischem Weg nicht
nachweisen; es entstand wohl durch Addition der zueinander proportionierten unteren Durchmesser und Interkolummnien.“t1
Rundet man den aus der Division durch 0,2977 m resultierenden Fufwert
auf das nächstgelegene Achtel auf, so erhält man 103,875 F = 103% F.
Die Differenz zwischen dem Mittelwert der gemessenen Werte und diesem errechneten Wert beträgt 30,923587 m — 30,9205 m = 0,003087 m
= 3,087 Millimeter. Diese Differenz ist zwar geringer als bei den beiden
übrigen Berechnungen, die Fufizahl jedoch ist sowohl rechnerisch
unpraktikabel als auch vllig ,unplatonisch® definiert. Den gleichen Charakter (bei gleichzeitig nun wieder grôferer Differenz) hat das Ergebnis
bei einer Berechnung mit einem FuRimaR von 0,299 m:
30,9205 m : 0,299 m = 103,41304 F = ca. 103,375 F = 103% F.
Differenz: 30,9205 m — 30,909125 m = 0,011375 m = 1,1375 cm.
Rechnet man nun auch noch mit dem vielfach als Maffeinheit für die
Bemessung des Parthenon ‘angenommenen sogenannten attischen Fuf
von 0,308 m bzw. 0,3083 m, so ergibt sich für den Mittelwert der Stylobatlänge:
Das Stylobatverhältnis von 9 : 4 definiert sich zunächst durch die Zusammensetzung des Stylobats aus zwei im Verhältnis eines grof$en Ganztons
Auch diese Werte sind als Grundmafe nicht überzeugend, was auch in
Bezug auf die Stylobatbreite gilt: Mittelwert der Stylobatbreite =
30,9205 m : 0,308 m = 100,39123 F = ca. 100,375 F = 100% F; Differenz:
——
69,556 m : 0,308 m = 225,83116 F = ca. 225,875 F = 225 RE.
Differenz: 69,5695 m — 69,556 m = 0,0135 m = 1,35 Zentimeter.
77
(9 : 8) proportionierten Rechtecken von 108 F : 96 F. In Bezug auf das
Matrixquadrat (s. u.) des Stylobats von 216 F X 216 F = 46656 F? verhält
sich die von dem Stylobatrechteck (216 F x 96 F = 20736 F2) bedeckte
Fläche dieses Quadrates zu der unbedeckten Fläche (120 F X 216 F =
25920 F2) wie 25920 : 20736 = 5 : 4, was dem reinen Intervall einer
grofen Terz entspricht. (Abb. 20)
30,9205 m — 30,9155 m = 0,005 m = 5 Millimeter. Rechnet man mit
0,3083 m, so ergibt sich: 30,9205 m : 0,3083 m — 100,29354 F = ca.
100,25 F = 100% F; Differenz: 30,9205 m — 30,907075 m = 0,013425 m
= 1,3425 Zentimeter.
Nach Burkhardt Wesenberg (Zum metrologischen Relief in Oxford,
Marburger Winckelmann-Programm 1975/76, 1976, S. 16) liegt ,ein Fuf
von ca. 0,327 m... den klassischen Bauten auf der Akropolis von Athen...
zugrunde“, Rechnet man mit diesem Wert, so ergibt sich für den Mitrelwert der Stylobatlänge: 69,556 m : 0,327 m = 212,70948 F = ca. 212,75 F;
Differenz: 69,56925 m — 69,556 m — 0,01325 m = 1,325 Zentimeter. Für
den Mittelwert der Stylobatbreite ergibt sich: 30,9205 m : 0,327 m =
94,558103 F = ca. 94,5 F; Differenz: 30,9015 m — 30,9205 m = 0,019 m
= 1,9 Zentimeter.
Auch diese Werte sind nicht überzeugend.
Das Stylobatrechteck und andere griechische Fufimalie
Zur Verdeutlichung dessen, was mit ,pythagoreisch-platonisch® bzw.
was mit pythagoreisch-platonischer Plausibilität gemeint ist, sollen im
Folgenden die vorstehenden Berechnungen bezüglich der Länge und der
Breite des Stylobats auch mit anderen mutmaflichen griechischen Fufen
vorgenommen werden. Diese anderen Fufmalle mit ihren jeweiligen
Varianten bzw. Extremwerten hat Burkhardt Wesenberg aufgrund der
bisher umfänglichsten Bestimmung der metrischen Âquivalente griechischer Fufmañe von W. B. Dinsmoor!? zusammengestellt, wobei er
zusätzlich auch jüngere Untersuchungen zu diesem Thema mitberücksichtigt hat.
Die Ergebnisse der Berechnungen wurden jeweils auf die nächstliegende
Achrelfufmarke auf- bzw. abgerundet. Die erste Rechenoperation
Page 7
View in PDF(opens in a new window)79
bezieht sich jeweils auf die Länge und die zweite auf die Breite des Stylobatrechtecks:
a. 0,293 m (kykladischer Fufj)
60F
%F
69,556 m : 0,293 m = 237,39249 F = ca. 237,375 F;
Differenz: 237,375 F X 0,293 m = 69,550875 m — 69,556 m =
—0,005125 m.
60F
30,9205 m : 0,293 m = 105,53071 F = ca. 105,5 F;
Differenz: 105,5 F X 0,293 m = 30,9115
m — 30,9205 m = —0,009 m.
Seitenverhältnis: 237,375 F : 105,5 F = 2,25.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt zwar genau 2,25, die Fufzahlen der Seiten sind jedoch nicht ,pythagoreisch-platonisch“.
L
8
b. 0,293148 m (attischer Fufj)
ù
a
&
ù
—— o— ————
ù©
&
R
fe
&
69,556 m : 0,293148 m = 237,27264 F = ca. 237,25 F:;
Differenz: 237,25 F x 0,293148 m — 69,549363 m — 69,556 m =
u
|s
—0,006637 m.
30,9205 m : 0,293148 m — 105,47743 F = ca. 105,5 F;
Differenz: 105,5 F X 0,293148 m = 30,927114 m — 30,9205 m =
0,006614 m.
[ER
Seitenverhältnis: 237,25: 105,5 F = 2,2488151.
8
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
c. 0,293832 m (attischer Fufi)
216F
69,556 m : 0,293832 m = 236,7203 F = ca. 236,75 F;
Differenz: 236,75 F X 0,293832 m — 69,564726 m — 69,556 m =
0,008726 m.
30,9205 m : 0,293832 m = 105,2319 F = ca. 105,25 F;
Differenz: 105,25 x 0,293832 m = 30,925818 m — 30,9205 m =
0,005318 m.
Seitenverhältnis: 236,75 F : 105,25 F = 2,2494061
Abb. 20. Verhältnis des Stylobatrechtecks des Parthenon zum Matrixquadrat des Stylobats.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*.
Page 8
View in PDF(opens in a new window)d. 0,29392 m (attischer Fuf)
69,556 m : 0,29392 m = 236,64942 F = ca. 236,625 F;
Differenz: 236,625 F X 0,29392 m = 69,54882 m — 69,556 m =
—0,00718 m.
30,9205 m : 0,29392 m = 105,20039 F = ca. 105,25 F:
Differenz: 105,25 X 0,29392 m = 30,93508 m — 30,9205 m = 0,01458 m.
Seitenverhältnis: 236,625 F : 105,25 F = 2,2482185.
Zur Metrik und Harmonik
81
30,9205 m : 0,298 m = 103,76006 F = ca. 103,75 F;
Differenz: 103,75 X 0,298 m = 30,9175 m — 30,9205 m = 0,003 m.
Seitenverhältnis: 233,375 F : 103,75 F = 2,2493975.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
b. 0,299 m (Fuff des Mausoleums von Halikarnass)
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
69,556 m : 0,299 m = 232,62876 F = ca. 232,625 F;
FuRzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*.
Differenz: 232,625 X 0,299 m = 69,554875 m — 69,556 m
—0,001125 m.
e. 0,295 m (Fufj des metrologischen Reliefs in Oxford)
69,556 m : 0,295 m = 235,78305 F = ca, 235,75 F;
Differenz: 235,75 X 0,295 m = 69,54625 m — 69,556
m = —0,00975 m.
30,9205 m : 0,295 m = 104,81525 F = ca. 104,875 F;
Differenz: 104,875 X 0,295 m — 30,38125 m — 30,9205 m =
—0,017625 m.
Seitenverhältnis: 235,75 F : 104,875 F = 2,2479141.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“*
f. 0,2955 m (kykladischer Fufi)
69,556 m : 0,2955 m = 235,38409 F = ca. 235,375 F;
Differenz: 235,375 X 0,2955 m — 69,553312 m — 69,556 m
—0,002688 m.
30,9205 m : 0,2955 m = 104,6379 F = ca. 104,625 F;
30,9205 m : 0,299 m = 103,41304 F = ca. 103,375 F;
Differenz: 103,375 X 0,299 m — 30,909125 m — 30,9205 m
—0,011375 m.
Seitenverhältnis: 232,625 F : 103,375 F = 2,2503022.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die FuRzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
z. 0,30 m (Fuf des Mausoleums von Halikarnass)
69,556 m : 0,3 m = 231,85333 F = ca. 231,875 F;
Differenz: 231,875 X 0,3 m = 69,5625 m — 69,556 m = —0,0065 m.
30,9205 m : 0,3 m = 103,06833 F = ca. 103 F;
Differenz: 103 X 0,3 m = 30,9 m — 30,9205 m = —0,0205 m.
Seitenverhältnis: 231,875 F : 103 F = 2,2512135.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
Differenz: 104,625 X 0,2955 m = 30,916687 m — 30,9205 m
—0,003813 m.
j. 0,302 m (hellenistischer Fufi)
Seitenverhältnis: 235,375 F : 104,625 F = 2,2497013.
69,556 m : 0,302 m = 230,31788 F = ca. 230,375 F;
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch"“,
Differenz: 230,375 X 0,302 m = 69,57325 m — 69,556
m = 0,01725 m.
30,9205 m : 0,302 m = 102,38576 F = ca. 102,375 F;
Differenz: 102,375 x 0,302 m = 30,91725 m — 30,9205 m = 0,01475 m.
g. 0,298 m (kleinerer olympischer Fufi)
69,556 m : 0,298 m = 233,40939 F = ca. 233,375 F;
Differenz: 233,375 X 0,298 m = 69,54575 m — 69,556
m = —0,01025 m.
Seitenverhältnis: 230,375 F : 102,375 F = 2,2503052.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch".
Page 9
View in PDF(opens in a new window)k. 0,315 m (samischer bzw. Sunion/Rhamnus-Fuf})
0. 0,325556 m (dorischer Fufi)
83
Differenz: 220,875 X 0,315 m = 69,575625 m — 69,556 m = 0,019625 m.
69,556 m : 0,325556 m = 213,65295 F = ca. 213,625 F;
Differenz: 213,625 X 0,325556
m = 69,5469 m — 69,556 m = —0,0091 m.
30,9205 m : 0,315 m = 98,160317 F = ca. 98,125 F;
30,9205 m : 0,32556 m = 94,977515 F = ca. 95 F;
Differenz: 98,25 X 0,315 m = 30,94875 m — 30,9205 m = 0,02825 m.
Differenz: 95 X 0,325556 m = 30,92782 m — 30,9205 m = 0,00732.
Seitenverhältnis: 220,875 F : 98,125 F = 2,2509554.
Seitenverhältnis: 213,625 F : 95 F = 2,2486842.
69,556 m : 0,315 m = 220,81269 F = ca. 220,875 F;
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*,
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
L 0,316 m (Sunion/Rhamnus-Fufi)
p. 0,32572 m (pheidonischer Fuf)
69,556 m : 0,316 m = 220,11392 F = ca. 220,125 F;
Differenz: 220,125 X 0,316 m = 69,5595 m — 69,556 m = 0,0035 m.
69,556 m : 0,32572 m = 213,54537 F = ca. 213,5 F;
Differenz: 213,5 X 0,32572 m = 69,54122 m — 69,556
m = —0,01478 m.
30,9205 m : 0,316 m = 97,849683 F = ca. 97,875 F;
30,9205 m : 0,32572 m = 94,929694 F = ca. 95 F;
Differenz: 97,875 X 0,316 m = 30,9285 m — 30,9205 m = 0,008 m.
Differenz: 95 X 0,32572 m = 30,9434 m — 30,9205 m = 0,0229 m.
Seitenverhältnis: 220,125 F : 97,875 F = 2,2490421.
Seitenverhältnis: 213,5 F : 95 F = 2,2473684.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*.
m. 0,3204 m (peloponnesischer Fuf})
69,556 m : 0,3204 m = 217,09113 F = ca. 217 F;
Differenz: 217 X 0,3204 m = 69,5268 m — 69,556 m = —0,0292 m.
30,9205 m : 0,3204 m = 96,50593 F = ca. 96,5 F;
Differenz: 96,5 X 0,3204 m = 30,9186 m — 30,9205 m — —0,0019 m.
Seitenverhältnis: 217 F : 96,5 F = 2,2487046.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*.
n. 0,3220 m (,Parthenon-Fuf"/.,panhellenischer Fuff")
69,556 m : 0,3220 m = 216,01242 F = ca. 216 F;
Differenz: 216 X 0,3220 m = 69,552 m — 69,556 m = —0,004 m.
30,9205 m : 0,3220 m = 96,026397 F = ca. 96 F;
Differenz: 96 X 0,322 m = 30,912 m — 30,9205 m = —0,0085 m
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt genau 2,25, zugleich sind
die Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“ und als einzige ganzzahlig.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*.
g. 0,32648 m (dorischer Fuff des griechischen Mutterlandes)
69,556 m : 0,32648 m = 213,04827 F = ca. 213 F;
Differenz: 213 x 0,32648 m = 69,54024 m — 69,556 m = —0,01576 m.
30,9205 m : 0,32648 m = 94,708711 F = ca. 94,75 F;
Differenz: 94,75 X 0,32648 m = 30,93398 m — 30,9205 m = 0,01348 m:.
Seitenverhältnis: 213 F : 94,75 F = 2,2480211.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
r. 0,326578 m (dorischer Fuff des griechischen Mutterlandes)
69,556 m : 0,326578 m = 212,98434 F = ca. 213 F;
Differenz: 213 X 0,326578 m = 69,561114 m — 69,556 m = 0,005114 m.
30,9205 m : 0,326578 m = 94,68029 F = ca. 94,625 F;
Differenz: 94,625 X 0,326578 m — 30,902443 m — 30,9205 m =
Seitenverhältnis: 213 F : 94,625 F = 2,2509907.
Page 10
View in PDF(opens in a new window)Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
v. 0,347259 m (ionischer Fufi)
s. 0,327 m (,Akropolis-Fufi")
69,556 m : 0,327 m = 212,70948 F = ca. 212,75 F;
Differenz: 212,75 X 0,327
m = 69,56925 m — 69,556 m = 0,01325 m.
30,9205 m : 0,327 m = 94,558103 F = ca. 94,5 F;
Differenz: 94,5 X 0,327 m = 30,9015 m — 30,9205 m = —0,019 m.
85
69,556 m : 0,347259 m = 200,300006 F = ca. 200,25 F;
Differenz: 200,25 x 0,347259
m = 69,5651 m — 69,556 m = 0,011551 m.
30,9205 m : 0,347259 m = 89,041608 F = ca. 89 F;
Differenz: 89 X 0,347259 m = 30,906051 m — 30,9205 m =
—0,014449 m.
Seitenverhältnis: 200,25 F : 89 F = 2,25.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt zwar 2,25, jedoch sind die
Fufzahlen der Seiten nicht ,pythagoreisch-platonisch®.
Seitenverhältnis: 212,75 F : 94,5 F — 2,2513227.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
t. 0,327778 m (dorischer oder pheidonischer Fuf)
69,556 m : 0,327778 m = 212,2046 F = ca. 212,25 F;
Differenz: 212,25 X 0,327778 m = 69,57088 m — 69,556 m = 0,01488 m.
w. 0,347435 m (ionischer Fuf)
69,556 m : 0,347435 m = 20R0,19859 F = ca. 200,25 F:
Differenz: 200,25 X 0,347435 m — 69,573858 m — 69,556 m =
0,017858 m.
.
30,9205 m : 0,347435 m = 88,996502 F = ca. 89 F;
Differenz: 89 X 0,347435 m = 30,921715 m — 30,9205 m = 0,001215 m.
Seitenverhältnis: 200,25 F : 89 F = 2,25.
30,9205 m : 0,327778 m = 94,33664 F = ca. 94,375 F;
Differenz: 94,375 X 0,327778 m = 30,934048 m — 30,9205 m =
0,013548 m.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt zwar genau 2,25, jedoch sind
die FuRzahlen der Seiten nicht ,pythagoreisch-platonisch“.
Seitenverhältnis: 212,25 F : 94,37 F = 2,2490066.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“,
x. 0,348245 m (ionischer Fufi in Kleinasien)
69,556 m : 0,348245 m = 199,73294 F = ca. 199,75 F;
Differenz: 199,75 X 0,348245 m — 69,561938 m — 69,556 m
u. 0,328333 m (dorischer Fuf)
69,556 m : 0,328333 m = 211,8459 F = ca. 211,875 F;
Differenz: 211,875 X 0,328333 m = 69,565554 m — 69,556 m
0,009554 m.
30,9205 m : 0,328333 m = 94,174207 F = ca. 94,125 F;
Differenz: 94,125 X 0,328333 m = 30,904343 m — 30,9205 m
—0,016157 m.
Seitenverhältnis: 211,875 F : 94,125 F = 2,250996.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die FufRizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
30,9205 m : 0,348245 m = 88,789501 F = ca. 88,75 F;
Differenz: 88,75 X 0,348245 m = 30,906743 m — 30,9205 m
—0,013757 m.
(
0,005938 m.
Seitenverhältnis: 199,75 F : 88,75 F = 2,2507042.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die Fufizahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch“.
y. 0,34835 m (ionischer Fuff in Kleinasien)
69,556 m : 0,34835 m = 199,67274 F = ca. 199,625 F;
Differenz: 199,625 X 0,34835 m — 69,539368 m — 69,556 m —
Page 11
View in PDF(opens in a new window)Differenz: 88,25
30,9205 m : 0,350222 m = 88,288285 F — ca. 88,25 F;
X 0,350222 m = 30,907091
— 30,9205 m
Seitenverhältnis: 198,625 F : 88,25 F = 2,2507082.
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder genau 2,25, noch sind
die Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*.
alololmlokelodal-|
slt e
(1
pheidonisch
dorisch
Z. 0,350222 m (ionischer Fufi)
69,556 m : 0,350222 m = 198,60545 F = ca. 198,625 F;
69,562844 m — 69,556 m
Differenz: 198,625 X 0,350222 m
0,006844 m.
cola adululelal>|Zlx
JR IN
0,32572
0,349630
0,350222
0,54835
0,348245
0,347435
0,32648
0,32578
0,327
0,327778
0,328333
0,347259
:105,2319
: 105,20039
: 104,81525
: 104,6379
: 103,76006
: 103,41304
: 103,06833
:102,38576
: 98,160317
: 97,849683
: 96,50593
: 96,026397
213,65295 + 94,977515
213,54537 : 94,92964
213,04827 : 94,708711
212,98434 : 94,68029
212,70948 :_94,558013
212,2046 : _94,33664
211,8459 :_94,174207
200,300006 : 89,041608
200,19859 : 88,996502
199,73294 :_88,789501
199,67274 : 88,762738
198,94173 : 88,437777
198,60545 : 88,288285
236,7203
236,64942
235,78305
235,38409
233,40939
232,62876
231,85333
230,31788
220,11392
220,11392
217,01113
216,01242
Übersicht über die wichtigsten griechischen Fufmale. In der Mitte der Aufstellung der ,panhellenische“ Parthenon-Fuf,
Mittelwert aus actischem und ionischen Fuf: 0,293832 m + 0,35022 m = 0,644054 m : 2 = 0,322037 m (Differenz: 0,000027 m)
Mittelwert der Extremmale: .0,293 m + 0,35022 m = 0,643222 m : 2 = 0,321611 m (Differenz: 0,000389 m)
ionisch
ionisch
ionischer Fuf aus Kleinasien
ionischer Fuf aus Kleinasien
ionisch
ionisch
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch*.
AIUINInInQuIn
dorischer Fuf des griechischen Mutterlandes
dorischer Fuf des griechischen Mutterlandes
“Akropolis“-Fuf
dorisch oder pheidonisch
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
0316
0,316
0,3204
0,3220
0,325556
Seitenverhältnis: 199 F : 88,5 F = 2,248575.
û,302
30,943355 m — 30,9205 m
237,27264 :105,47743
Zur Metrik und Harmonik
0,30
0,30
0,021755 m.
0,298
30,9205 m : 0,349630 m = 88,437777 F = ca. 88,5 F;
0,295
m — 69,556 m = 0,02037 m.
m = 69,57637
Differenz: 199 X 0,349630
0,2955
69,556 m : 0,349630 m = 198,94173 F = ca. 199 F;
0,293148
0,293832
0,29392
z. 0,349630 m (ionischer Fufi)
0,293
Differenz: 88,5 X 0,349630 m
RIUIUINIn
Verhältnis der auf- bzw.
abgerundeten Fuflwerte
zueinander
237,375 : 105,5
2,25
237,25 :105,5 2,2488151
236,75 : 105,25
2,2494061
236,75 : 105,25
2,2482185
235,75 : 104,875
2,2479141
235,375 : 104,625
2,2497013
233,375 : 103,75
2,2493975
232,625 : 103,375
2,2503022
231,875 : 103
2,2512135
230,375 :102,375 2,2503052
220,875 : 98,125
2,2509554
220,125 : 97875
2,2490421
217
: 96,5
= 2,2487046
216
: 96
= 2,25
213,625 : 95
2,2486842
213,5 : 95
2,2473684
213
: 94,75
2,2480211
213
: 94,625
2,2509907
212,75 : 94,5
2,2513227
212,25 : 94,375
2,2490066 *
211,875 : 94,125
2,250996
200,25 : 89
2,25
200,25 : 89
2,25
199,75
2,2507042
199,625 : 88,75
2,2492957
199
: 88,5
2,2485875
198,625 : 88,25
2,2507082
Fufzahlen der Seiten ,pythagoreisch-platonisch".
kykladisch
attisch
attisch
attisch
Fuf des metrologischen Reliefs in Oxford
kykladisch
kleinerer olympischer Fuf
Fuf des Mausoleums von Harlikarnass
Fuf des Mausoleums von Harlikarnass
hellenistisch
samischer bzw. Sunion/Rhamnus-Fuf
Sunion/Rhamnus-Euf
peloponnesisch
»Parthenon“-Fuf/ spanhellenischer" FEuê
dorisch
Das Verhältnis der Seiten zueinander beträgt weder 2,25, noch sind die
jeweilige FuRmañ)
237,39249 : 105,53071
—0,004438 m.
(umgerechnet in das
Seitenverhältnis: 199,625 F : 88,75 F = 2,2492957.
Stylobatlänge zu Stylobatbreite
30,9205 m : 0,34835 m = 88,762738 F = ca. 88,75 F;
Fufmal
Differenz: 88,75 X 0,34835 m = 30,916062 m — 30,9205 m
Fufbezeichnung
86
u\u[ulopafafufa[u{upalulu
Page 12
View in PDF(opens in a new window)Ein ,panhellenischer* Fufi?
Im Hinblick auf einige 1982 auf dem Parthenon-Kongref in Basel vorgeschlagene Parthenon-Fufimañe schreibt E. Berger: ,Der Kykladenfuf
(29,417143), von dem Bankel und Mertens ausgingen, läft sich zwar mit
der Grundrifigliederung.. gut zur Deckung bringen, aber nicht mit dem
(0,293 m + 0,350222 m = 0,643222 m : 2 =) 0,321611 m. Dieser Wert
differiert von dem hier vorgeschlagenen ,Parthenon-Fuf* nur um
0,000389 m, also um weniger als vier Zehntelmillimeter. Dieses Ma8 stellt
demnach ein ziemlich genaues Müittel aller hier aufgeführten Fufimafe
dar, was schon rein äuRerlich daran deutlich wird, da der ,Parthenon-
Fuf“ genau in der Mitte der nebenstehenden Tabelle zwischen 13 kleineren und 13 grôfleren FuRmafen erscheint.
Es ist gut vorstellbar, daf dieses FufmaR von Perikles und seinem Baumeister Iktinos eigens — und vielleicht ausschliefilich — für den Parthenon
im Sinne eines ,panhellenischen“ Fufes geschaffen worden ist, zumal
Perikles mit dem Bau des Parthenon wohl ein wichtiges Stück seiner Vorstellung vom attischen Staat und insbesondere von der Rolle Athens realisieren wollte.13 Um die hellenische Führerschaft Athens zu dokumentieren, hatte der panhellenisch ambitionierte Staatsmann ja bekanntlich
auch einen panhellenischen Kongref in seine Vaterstadt einberufen, der
dann allerdings durch Sparta verhindert wurde.
Vor allem aber fälit auf, daË sich nur bei der Berechnung mit dem ,panhellenischen“ Parthenon-Fuf (bzw. der -Elle) ganze Verhältniszahlen
ergeben, nämlich 216 und 96. Es ist hierbei anzumerken, ,daf in der griechischen Mathematik die Irrationalzahlen unbekannt waren. Zahlenverhältnisse sind immer Verhältnisse ganzer Zahlen“14, ein Thema, auf das
bezüglich der übrigen Mae und Mafverhältnisse des Parthenon hier
nicht weiter eingegangen werden kann.
Der ,panhellenische“ Parthenon-Fuf von 0,3220 m verhält sich —um nur
drei Mae herauszugreifen — zu dem:
attischen FuR à 0,29392 m wie 23 : 21 (Differenz: 0,00008 m); zu dem
dorischen Fuf à 0,325556 m wie 23 : 23,25 (Differenz: 0,000056 m) und
zu dem
ionischen Fuf à 0,350222 m wie 23 : 25 (Differenz: 0,000222 m).15
Man kann also den ,panhellenischen“ Parthenon-FuR auch weniger
pathetisch als den Mittelwert aus dem attischen und dem ionischen Fuf
verstehen:
0,29392 m + 0,350222 m = 0,644142 : 2 = 0,322071 m. Berücksichtigt
man das Ergebnis nur bis zur vierten Stelle hinter dem Komma, so erhält
man genau den Wert des Parthenon-Fufes von 0,3220 m.
Peristasen- und Cellaaufrif. Dasselbe gilt für den Fufansatz, der von
unserem ,Jochmodul" abgeleitet werden kann [= 0,4766 m]. Der Modulfuf von Riemann (30,642857) und der von unserem ,Naosmodul' abgeleitete (29,79166) gehen für zahlreiche wichtige Abschnitte in ganzen
Zahlen auf, aber nicht im Aufri$ der Cella und im Grundrif des Vorparthenon. Ahnlich verhält sich der FuRansatz von 29,961904 m. — Die
einzige Mafeinheit, die sowohl die Hauptstrecken als auch in gleichmäfiger Verteilung über das gesamte Bauwerk … in ganzen Zahlen aufgeht, scheint der Erechtheionfuf zu sein, bezichungsweise die dazugehôrige Elle von 49,02857 cm... Wenn man die Zahlenstruktur der genannten
Füfe mit derjenigen der jeweils zugehôrigen Ellen vergleicht, stellt man
fest, da die ganzen Zahlen nur bei der ,Erechtheion-Elle‘ eindeutig überwiegen, “16
‘
Teilt man nun die Stylobatmafe auch noch durch diese letzteren Fufmake, so erhält man ebenfalls weder ganze und pythagoreisch-platonisch
plausible Fufizahlen, noch das genaue Seitenverhältnis von 9 : 4 = 2,25:
a. L = 69,556 m : 0,29417143 m = 236,44718 F = ca. 236,5
F;
B = 30,9205 m : 0,29417143 m = 105,11049 F = ca. 105,125 F:
236,5 : 105,125 = 2,2497027.
b.
L = 69,556 m :0,2979166 m — 233,47473 F = ca. 233,5 F:
B = 30,9205 m : 0,2979166
233,5 : 103,75 = 2,2506024,
m
c. L = 69,556 m : 0,29961904 m
B = 30,9205 m : 0,29961904 m
232,125 : 103,25 = 2,248184.
103,78911 F = ca. 103,75
F:;
232,14816 F
103,19939 F
F;
d. 0,49,02857 m : 1,5 = 0,3268571 m;
L = 69,556 m : 0,3268571 m = 212,80247 F
B = 30,9205 m : 0,3268571 m = 94,599444 F
212,75 : 94,625 = 2,2483487.
NH
aufgeführten Fufmafe und dividiert das Ergebnis durch 2, so erhält man
89
(M
Addiert man das kleinste und das grôfite der in der nachstehenden Tabelle
Il
88
ca. 232,125 F;
ca. 103,25
ca. 212,75 F:;
ca. 94,625 F;
Hekatompedos/Kultbildhôhe
Die Gegenüberstellung der Berechnung der Stylobatmafie mit dem hier
versuchsweise als Parthenon-Fuf bezeichneten FuRmaf und dem Vergleich der Stylobatmafe mit 26 anderen mutmafñlichen griechischen Fuf-
Page 13
View in PDF(opens in a new window)werten darf als eine weitere Bestätigung der Annahme gewertet werden,
hundertsten Teil der lichten Länge exakt überein. Gleichwohl zôgern wir,
daf der Fuf von 0,3220 m mit dem tatsächlichen Grundmaf des Partheeine dieser Einheiten mit dem ,Parthenon-Fuf° schlechthin gleichzusetzen“.
non identisch ist.
Noch überzeugender als diese Bestätigung von aufien wäre allerdings eine
Verifizierung dieses Grundmakes von innen heraus, d. h. durch ein signifikantes und vor allem als solches auch'tatsächlich überliefertes materiales
Baumaf am Parthenon selbst. Es findet sich aber an dem Bauwerk weder
eine diesbezügliche Marke (vergleichbar etwa den Gebrauchsmafimarkierungen an mittelalterlichen Rathäusern) noch eine aufschluRigebende
Inschrift.
Glücklicherweise aber gibt es einige - wenn auch leider nur wenige-literarische Hinweise, denen nachzugehen es sich lohnt: zum einen ist überliefert, daf der Kultbildraum ein ,Hekatompedos“ war, also ein , Hundertfüfer“, d. h. ein hundert Fu$ langer Raum; zum anderen wissen wir,
da8 das kolossale Standbild der Tempelgottheit Athena Parthenos in der
Cella des Parthenon 26 Ellen hoch war. Betrachten wir einmal beide Hinweise genauer und bringen sie in Beziehung zu unserem Fuflmaf von
0,3220 m.
91
Nach der in der vorliegenden Untersuchung wohl erstmals tatsächlich
gelungenen Identifizierung dieser so auferordentlich ,baulogischen“
Strecke vom /nneren der Innenwand bis zur Aufenseite der Axferwand
als die literarisch üiberlieferte Hekatompedosstrecke wird m. E. jetzt niemand mehr zu zôgern brauchen, den hundertsten Teil dieser Strecke mit
dem ,wiedergefundenen“ und vielleicht sogar als ,panhellenisch* zu
bezeichnenden Parthenon-Fu8 gleichzusetzen. Zur Gesamtlänge des Stereobats von 225 F steht der Hekatompedos übrigens in dem gleichen Verhältnis,in dem die Seiten des Stylobats zueinander stehen (225 : 100 =
9X25:4
X 25 = 9 :4).
Rein rechnerisch erscheint es allerdings so, als ob die Trennlinie zwischen
dem grôferen und dem kleineren Naosraum nicht in der Mitte der Trennwand verliefe, sondern daf — in einer Art Verschränkung — der grôfere
Teil der Trennwandstärke von zwei Dritteln dem kleineren Innenraum
von 1 X 50 F Länge und der kleinere Teil der Trennwandstärke von einem
Drittel dem Kultbildraum von 2 X 50 F Länge zugeordnet sei. (Abb. 21)
Rechnet man mit den Mittelwerten der lichten Kultbildraumlänge, der
zwei Türwände des Naos und der Trennwand, so ergibt sich für die Länge
Der bundertfufiige Kultbildraum
des Hekatompedos:
Greift man aus dem Aufmaf von Orlandos die Länge des Kultbildraumes
von der Mitie der mittleren Trennwand bis zur Aufenseite der vorderen
Aufenwand mit dem Zirkel ab und dividiert diese Strecke durch das Fufma von 0,3220 m, so erhält man mit einer sehr geringen Abweichung
von nur ca. einem Drittelprozent genau die Zahl 100!
Mittelwert der lichten
29,786 m
+ 29,772 m
= 59558m:2
Einen der letzten Vorstôfe zur Eruierung der hundertfüfligen Strecke am
Kultbildraum des Parthenon hat Ernst Berger unternommen. Der Kultbildraum, so schreibt er, ,wird in den Schriftquellen gelegentlich als
13 des Mittelwertes der
Trennwandstärke. . ..
2,055 m:2:3
0,3425m=ca
1
F
(Differenz: 0,0205 m)
Mittelwert der Stärke der
Ost- und Westtürwand
2,168 m
schon gefragt, ob aus der lichten Länge des Kultbildraumes das dem Bau
zugrundeliegende FuRmak zu ermitteln sei. Die Länge beträgt nach
Orlandos 2977 (von Mauersockel zu Mauersockel), 2990 (von Wand zu
+
2,045
m
=
6,273m:2
Auch die Baumañe … stimmen teils mit dem Naos-Modul, teils mit dem
92,5F
1,153 m
+ 2,06 m
Wand). Der hundertste Teil des ersten Maes (29,77) ist fast identisch mit
m=ca
+ 0,902 m
Hekatompedos, als ,Hundertfüfiler‘ bezeichnet. Man hat sich darum auch
dem (hier aus den Baumafen gewonnenen) halben Naos-Modul (29,7).
—=29,779
(Differenz: 0,006 m)
Il
Alle übrigen Versuche, die Hundertfufistrecke an der Cella des Tempels
auszumachen und gleichzeitig den hundersten Teil dieser Strecke glaubhaft und plausibel als durchgängiges Baumaf des Parthenon zu definieren, sind meines Wissens bisher erfolglos geblieben.
Länge des Kultbildraumes .,,.,...
= 2,091
m = ca
6,5F
(Differenz: 0,006 m)
Summe:
= 32,2125 m = ca. 100 F
(Differenz: 0,0125 m)
Page 14
View in PDF(opens in a new window)93
Es besteht also eine Differenz zwischen dem aus den Mittelwerten errech-
25
78
1e
xtl=1325F
22
47e
Te x 7:807,5F
neten und dem theoretischen Wert von nur (32,2125 m — 32,30 m =
0,0125, m =) 1,25 cm. (Rechnet man mit der Hälfte des Mittelwertes der
Trennwandstärke, so ergibt sich eine Differenz von 0,18375 m, also von
etwas mehr als einem halben Fuf.
25 sp
18x25
Die Hôbe des Kulthildes
14
2
e
.00000 0000
.
[] :
© ®
e
e
e
In kaiserzeitlichen Schriftquellen (Plinius) ist die Hôhe der Kultstatue der
Athena Parthenos im Kultbildraum des Parthenon mit 26 Ellen (= 39
Fu) und die Hôhe der Nike auf der rechten Hand der Parthenos mit
4 Ellen (= 6 FuR) angegeben. (Abb. 22) Die Hôhe des Kultbildraumes
hat G. Ph. Stevens!8 bis zu den Kassettenträgerbalken mit 13,09 m gemessen.
Setzt man die Hühe des Kultbildes mit der Hôhe des Kultbildraumes ins
Verhältnis, so ergibt sich zunächst
a. für die Hôhe des Kultbildes:
26E X 1,5 = 39F x 0,3220 m = 12,558 m;
fl Teile
7 Teile
b. für die Hôhe der Nike: |
4E xX1,5=6F X 0,3220 m = 1,932 m;
225F
c. für die Hôhe des Kultbildraumes (auf AchcelfuRmak genau berechnet):
13,09 m : 0,3220 m = 40,652173 F= ca. 40,625 F = 40% F.1?
Abb.21. Verlauf der gedachten Trennlinie zwischen dem Hekatompedos und dem kleineren {nnenraum des Parthenon. Der Verlauf
der Trennlinie zwischen dem hundertfufigen grôferen Raum
und dem fünfzigfufigen kleineren Raum des Parthenon dürfte
durch die Linie markiert sein, die die Länge des Stereobats von
225 F im Verhältnis von 11 : 7 teilt. Subtrahiert man von der
Gesamtlänge von 225 F die Gesamtlänge des Naos von 160 F,
so erhält man 65 F, d.h. zwischen Anten und unterer Stereobatstufe verbleibt an beiden Schmalseiten des Tempels je ein
Abstand von 65 F : 2 = 32,5 F. Elf Teile der durch 18 dividierten Gesamtlänge des Tempels betragen 225 F : 18 x 11
= 137,5 F. Subtrahiert man von diesem Wert den oben
genannten Abstand zwischen Anten und unterer Stereobatstufe von 32,5 F, so erhält man 37,5 F — 32,5 F = 105 F. Zieht
man hiervon die Länge der Ante von 5 F ab, so erhält man
genau 105 F-5 F = 100 F für die Länge des Hekatompedos
von der Aufenkante der vorderen Aufenwand bis zu einem
Drittel der inneren Trennwand.
Die Differenz zwischen der geméssenen und der errechneten Hôhe
beträgt 40,625 X 0,3220 m = 13,08125 m — 13,09 m = —0,00875 m —
8,75 Millimeter; und schliefilich :
d. für das Verhältnis von Kultbildraumhôhe zu Kultbildhôhe (in Ellen
ausgedrückt):
40,625 F : 1,5 = 27,083333 E : 26 E = 1,0416666 oder
27,083333 : 25 = 1,0833333 [26 : 24 = 1,0833333];
27,083333 E : 26E = 25 : 24 = 50 : 48 = 100 : 96.
Das mit Hilfe des Parthenon-Fufes von 0,3220 m errechnete Hôhenmaf
des Kultbildes verhält sich zu der von Stevens gemessenen Hôhe des Kultbildraumes wie 24 : 25 oder 96 : 100 (wenn man die Differenz von 8,75
Millimetern zwischen der gemessenen und der auf Achtelfufimak abgerundeten Hôhe des Kultbildraumes aufer Acht läft). In Fufimaf ausgedrückt lautet dieses Verhältnis:
Raumhôhe zu Kultbildhôhe wie 40,625 F zu (40,625 F : 25 = 1,625F