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View in PDF(opens in a new window)der Vater der Spielleute, und von dieser Bezeich-
STAEHELIN
Pythagoras und Jubal
als «Erfinder» und «Bewahrer» der Musik
tay
nung her gilt er erstmals für Isidor von Sevilla als
Von Martin Staehelin
Musikwissenschaftliche Vorträge, die sich zu
klingenden Kunstwerken äußern wollen, haben
immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen,
Tarent stammendes Fragment in einem PlatonScholium erwähnt ein auffallend ähnliches, von
wenn sie nicht ein ausschließliches Fachpublikum
durchgeführtes
Experiment,
und
demselben
Aristoxenos verdankt man auch den Hinweis auf
einen andern, von dem Pythagoreer Diokles von
Phlius
vollzogenen
analogen
Versuch,
und
schließlich }äßt sich die Pythagoras-Geschichte
beim erwähnten Gaudentios aus innern Gründen
ebenfalls auf Aristoxenos zurückführen, so daß,
alles in allem, mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden darf, daß die PythagorasAnekdote schon
bei ebendiesem, im vierten
Jahrhundert vor Christus wirkenden
«klassischen» griechischen Musiktheoretiker Aristoxenos
von Tarent gestanden hat, einem Manne, von
dem man, sehr allgemein, etwa sagen kann, daß
er eine bis zu den älteren Pythagoreern zuriickreichende musiktheoretische Tradition im Geiste des
Peripatos ausgestaltet hat. Daß der historische
Pythagoras des sechsten vorchristlichen Jahrhunderts selber nicht in diese besondere Schmiedetradition einbezogen werden darf, ist offensichtlich; sein wirklicher Beitrag zur Musiktheorie ist
ansprechen sollen. Kennen die Zuhörer das
Musikstück. um welches es geht, oder kennen sie
wenigstens dessen entscheidende Partien? Soll der
Referent, um diese Kenntnis beim Publikum zu
sichern, für eine akustische Wiedergabe der betreffenden Komposition von vorneherein einen
ansehnlichen Teil seiner Vortragszeit einsetzen —
jenen Teil nämlich, den das klingende Stück
darum beansprucht, weil die Musik eine Zeitkunst
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Abb. 1. Der Musikerfinder Pythagoras in der Schmiede.
Aus der Handschrift München, Bayerische Staatsbibliothek, Clin. 2599, fol. 96v; 13, Jahrhundert. — Phot. Bayerische Staatsbibliothek, München.
ist und sich nicht in der Kiirze eines bloBen
Augenblicks voll vergegenwärtigen läßı?
Um einen Weg aus der umschriebenen Problematik zu finden, fassen wir heute einen Gegenstand ins Auge, der grundsätzlich eines klingenden Eindrucks gar nicht bedarf. Dieses Vorhaben
zwingt uns freilich, bald auch in Disziplinen, die
auBerhalb der Musikwissenschaft liegen, cinzudringen, natiirlich immer mit jener Vorsicht und
Andacht, die dem hierin nicht oder nur zum Teil
Ausgebildeten angemessen sind. Man mag hierbei
bedauern, daB darüber im folgenden der Anteil
der Musikologie etwas zuriicktritt; aber anderseits
wird man neu bestätigt sehen, daB, so gut wie
andere akademische Disziplinen, auch die Musikwissenschaft immer’ wieder’ gezwungen ‘werden’
einem gewissen Hippasos mit vier Metall-Diskoi
—
um doch auch an den Genius loci zu appellieren — etwa von Bartel Leendert van der Waerden umrissen worden, bleibt aber, alles in allem,
doch eher dunkel, nicht zuletzt, weil es von
Pythagoras keine Schriften gibt und sie möglicherweise nie gegeben hat; daß die Schmiedeanekdote einen letzten Endes magischen Kern
bewahre, ist von Walter Burkert vermutet worden, kann uns hier aber leider nicht beschäftigen.
Von
den
beiden
eben
genannten
frühsten
Belegen bei Nikomachos und Gaudentios aus lassen sich nun die Traditionslinien für die Pythagoras-Erzählung innerhalb der Literatur, jedenfalls der frühern, Zeit. mit hinreichender Genauigkeit aufdecken: Nikomachos zunächst ist Vorlage
für den Neuplatoniker Jamblich im dritten und
vierten nachchristlichen Jahrhundert gewesen; er
hat die Anekdote auch an den Cicero-Kommentator Macrobius im fünften Jahrhundert weitergegeben, und hier hat sich, wie er selber schreibt,
im
14. Jahrhundert
der
Musiktheoretiker
Marchettus de Padua bedient, Ebenfalls aus
Nikomachos hat zu Beginn des sechsten Jahrhunderts Boethius die Anekdote übernommen, und
da er eine Stelle seiner Vorlage mißversteht, werden bei ihm plötzlich fünf statt, wie bisher, vier
Hämmer genannt, ein Umstand. der es ermöglicht, alle späteren Belege, die von fünf Hämmern
sprechen, letzten Endes auf Boethius zurückzuführen. Von Boethius, dem Vielgelesenen, findet
die Geschichte entschieden den Weg ins Mittelalter und indie Renaissance: Guido von Arezzo
im
11:
Jahrhondert
stuac cmätar Tahannsnas Matta!
Erfinder der Musik: «Moyses dicit repertorem
musicae artis fuisse Jubal, qui fuit de stirpe Cain
ante diluvium. Graeci vero Pythagoram dicunt
huius artis invenisse primordia ex malleorum
sonitu et cordarum extensione percussa.» («Moses
sagt, der Erfinder der Musik sei Jubal gewesen,
der vom Geschlechte Kains vor der Sintflut
stammte, Die Griechen aber behaupten, Pythagoras habe die Anfänge dieser Kunst gefunden aus
dem Klang von Hämmern und aus dem Anschlagen gespannter Saiten.») Isidor führt also beide
Traditionen an, freilich ohne sich für die eine
oder die andere zu entscheiden. Juba) gilt nun,
seit ihn Isidor als «inventor> genannt hat, ebenfalls in einer Fülle von Belegen als Erfinder der
Musik, sei es allein, sei es, wie bei Isidor, in der
Gemeinschaft mit Pythagoras. sei es schließlich in
einer dritten Form, die in unerwarteter Weise die
Anekdote von Pythagoras in der Schmiede auf
Jubal überträgt: Nach dem Kainiten-Stammbaum,
den man bei Genesis 4, 1 — 26 liest, ist Jubal nämlich ein Sohn des Lamech, zusammen mit zwei
Brüdern, einerseits Jabal, dem «Vater der Zeltbewohner und Viehziichter», und anderseits
Tubal oder Tubalkain, dem «Vater des Schmiedehandwerks». Die Bruderschaft dieses Schmieds
Tubalkain steht nun der Anekdote von Pythagoras in der Schmiede sachlich so nahe, daß eine
eigentliche Vermischung zustande kommt, die
n
erNeble2y
zum einen die Namen Jubal, Tubal und Tubal-
N
kain vielfach verwirrt und die zum andern Jubal
die Musik in der Werkstatt seines Bruders Tubalkain erfinden läßt und so das sonst Pythagoras
nachgesagte Hammer-Experiment nun von Jubal
erzählt.
Ohne für diese neue Version weitere Belege
aus der umfangreichen Literatur zu bemühen,
dürfen wir hier zusammenfassend festhalten, daß
also Pythagoras in der Schmiede, daß Jubal,
allein als der Vater der Spielleute (entsprechend
der Genesis-Stelle), daß aber auch Jubal in der
Schmiede seines Bruders Tubalkain, gleichsam im
Gewand des Pythagoras, ja daß schließlich sogar
der Schmied Tubalkain allein als Erfinder der
Musik gepriesen wird. Die wem auch immer
zugewiesene Leistung dieser Erfindung bleibt im
übrigen nicht auf die musiktheoretische Literatur
beschränkt; sie begegnet auch in mittelalterlicher
Vagantenpoesie. etwa in der sogenannten Cambridger Handschrift, mehrfach in der Historiographie, in französischer Dichtung, so im «Champion des dames» des Martin le Franc oder in der
«Déploration» auf den Tod des Musikers Ocke-
Abb.3. Tubatkain mit Hammer und Amboß, als Repräsentant
der
Musik
{unten
links),
zu
Füßen
der
«ars
musica», im Kreise der «artes liberales». Fresko des
Andrea da Firenze in der «Cappella degli Spagnnolis zu
Florenz; gemalt 1365, — Phot. Alinari, Florenz.
«artes liberales» im Kreise ihrer Schwesterkünste
auftritt. Einige aus der Fülle eines umfangreichen
Materials ausgewählte bildliche Zeugnisse mögen
diese letzte Erscheinung, ebensogut wie das bisher
Ausgeführte, samt einigen späten Ausprägungen
ghem von Guillaume Crétin; sie findet sich in
englischer Poesie, zum Beispiel in einem Gedicht
des Musikers William Cornyshe, um 1530, noch
unserer Geschichte, veranschaulichen helfen; die
geringe Zahl der hier reproduzierbaren Vorlagen
zwingt dazu, für größere Gruppen je ähnlicher
Thematik jeweils nur eine einzige Probe zu bieten,
Zunächst ist auf die Darstellungen hinzuwei.
sen. die. durch Mittelalter und frühere Neuzeit in
viel später in John Drydens Text zu Hiindels
Cäcilien-Ode, und natürlich auch in deutscher
Dichtung, etwa, um mit einem Beispiel aus
schweizerischem Gebiet zu beginnen, in Hans von
Rütis Schauspiel «Noe> von, 1546, oder. dann.
Handschrift
überaus großer Zahl nachweisbar, Pythagoras
oder auch Jubal bei der Erfindung der Musik in
der Schmiede zeigen; hier sei ein fast wahllos herausgegriffenes Beispiel aus einer Münchner
wiederoroeben
(Vereleiche
Abbil.
Page 2
View in PDF(opens in a new window)kann, uber die Grenzen ınres engeren racngepicts
hinauszugreifen, will sie nicht yon Anfang an
darauf verzichten, bis zum Hauptziel wissenschaftlichen
Bemühens,
zur
Wahrheit,
vorzustoßen.
PYTHAGORAS UND JUBAL
ALS ERFINDER DER MUSIK
- Ausgangspunkt für die folgenden Erörterungen bildet die Beobachtung. daß die meisten
Musiktraktate des Mittelalters. der Renaissance
und noch des Barocks in einem ihrer propädeutischen Einleitungskapitel «de inventione» oder «de
inventoribus musicae» — also «von der Erfindung» oder «von den Erfindern der Musik» —
handeln und darin den griechischen Philosophen
Pythagoras oder den alttestamentlichen Spielmann Jubal als Erfinder der Musik bezeichnen;
seltener werden Orpheus, Linos, Amphion, König
David oder auch, vor allem seit der beginnenden
Neuzeit, Boethius, Guido von Arezzo oder andere
mit der Musikgeschichte verbundene Namen zu
den Erfindern der Musik gerechnet. Woher stammen nun die beiden wichtigsten Traditionen, die
Pythagoras und Jubal zu den «inventores» der
Musik machen, und wie verlaufen sie?
Affligemensis fußen, neben vielen andern, auf
ihm, viel später, am Ende des Mittelalters, noch
die musiktheoretischen Werke des Franchino
Gaffuri, des Adam von Fulda, auch Gregor
Reischs «Margarita philosophica» in ihrer musiktheoretischen Partie oder der von Nicolaus Wollick betreute Teil des Lehrbuchs des «Opus
aureum musicac» — um nur diese paar Beispiele
der Zeit um 1500 anzufügen, fast zufällig herausgegriffen aus einer geradezu unüberschbaren Zahl
von Belegen. — Gaudentios anderseits, also der
zweite frühe Gewährsmann neben Nikomachos,
wird, über eine lateinische Uebersetzung eines gewissen Mutianus, Quelle für Cassiodor im sechsten Jahrhundert; von diesem hat die entsprechende Information Isidor von Sevilla, gestorben
636, bezogen. Wie wichtig dessen «Etymologiac»
für die Nachwelt geworden sind, ist längst bekannt, so daß sich die Fülle der PythagorasAnekdoten-Belege, die aus Isidor später exzerpiert
worden sind, leicht erklärt.
Wir verzichten hier auf eine ermüdende Aufzählung weiterer Autoren, welche die im Lauf
der Jahrhunderte geradezu Allgemeingut gewordene Pythagoras-Geschichte ebenfalls bringen, ja
spaici,
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Sancla
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ja
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August Kopisch, der Schöpfer der «Heinzelmännchen zu Köln», wählt den Musik-Erfinder Jubal
zum Gegenstand eines Gedichts, in welchem er
überdies die schon früher etwa vollzogene Verbindung von «Jubal» und «Jubel» auswertet:
eWer hat zuerst Musik gemacht?
Wer hat sie in die Welt gebracht?
Der Jubal, der Jubal! —
Wer aber war der Jubal? —
Der Jubal war, das weiß man schon.
des alten Lamech junger Sohn:
doch glauben wir, daß er gewiß
nicht Jubal, sondern Jubel hieß.
Denn wo man jubilieret,
wird bald auch musizieret
mit Pfeifen und mit Geigen
zu Liedern und zu Reigen;
und Jubel ist in jedem Land
noch heut der beste Musikant!»
Uebersieht man alle bekannten Zeugnisse, so
ergibt sich, daß Pythagoras und Jubal, wo sie das
engere Gebiet der Musiktheorie verlassen und in
anderen Feldern menschlichen Schaffens auftreten, vielfach auch über ihre Funktion als bloße
Wenden wir uns zunächst dem uns am chewir verlassen den Musik-Erfinder Pythagoras an
Erfinder der Musik hinauswachsen und sich als
sten als Mathematiker vertrauten Pythagoras zu.
dieser Stelle vorläufig und wenden uns nun seinem Kollegen Jubal zu. Nach Genesis 4, 21 ist er
der «pater canentium in cithara et organo», also
eigentliche Repräsentanten der Musik schlechthin
darbieten oder darbieten können; das gilt besonders etwa dort, wo die Musik als eine der sieben
Der Vorgang seiner Erfindung wird in den Traktaten häufig näher beschrieben: Pythagoras sei
einst an einer Schmiedewerkstatt vorbeigegangen
und habe gehört, daß die dort verwendeten Hämten; er habe daraufhin festgestellt, daß die Klangunterschiede den jeweiligen Größen oder Gewichten der metallenen Hammer-Corpora entsprochen
hätten, und er habe, wie etwa noch beigefügt
nun
auch
in
Zahlenrelationen
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gu
wie
Fylnagoras
zuwelen
auc
Jubal natürlich auch als bloBer Spicimann eı
scheinen; es sei nur an das bekannte AuBenrelic
am Campanile des Florentiner Doms erinnert. Besondere Beliebtheit findet die Szene von Jub:
in der Schmiede in der Illustration des «Speculur
humanae salvationis». des «Heilspiegels», und de
«Biblia pauperum», der «Armenbibel»; beide wo
len dem Betrachter Heils- bezichungsweise bibl
sche Geschichte in leichtfaßlicher und eindruck:
voller Art vor Augen führen, indem sie je einer
Geschehnis aus dem Neuen Testament ein, zwe
ja drei vergleichbare Ereignisse aus dem Alte
Testament entgegenhalten. Die auf Jubal bx
zogene Schmiedeszene tritt deshalb hier mit de
Kreuzannagelung Christi gepaart auf: Es wird di
schönste Leistung aus der Schmiedewerkstatt, di
durch Hammerschläge gelungene Erfindung de
Musik, dem furchtbarsten, mit Hämmern vol
zogenen Werk, der Kreuzannagelung, entgeger
gesetzt. Als Beispiel diene das Bildpaar aus einer
Speyerer Heilspiegel-Druck der frühen siebzige
Jahre des 15.Jahrhunderts (vergleiche Abbi
dung 2). Aus demselben mittelalterlichen Strebe
nach symbolischen Parallelen wird übrigens ir
beigegebenen Text vielfach auch die von Jubal i
der Schmiede erfundene «melodia» der Musik m
der von Christus am Kreuz hervorgebrachte
«dulcissima melodia» verglichen, nämlich seine
Bitte: «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nich
tun!»
—
Als eigentliche
Vertreter de
Musik schlechthin lassen sich im Bild wiederur
sowohl Pythagoras als auch Jubal oder Tubalkai
fassen, ohne daß sie gleichzeitig auch als Musik
Erfinder bezeichnet sein müssen; besonders be
verschiedene musikalische Intervalle erzeugt hätdiese
4).
was sie
mer, beim paarweisen Auftreffen auf dem AmboB,
wird,
uung
allein als philosophische Autorität auftritt, kan
liebt ist dieses Auftreten. wie schon erwähnt, ir
Zusammenhang mit der Gruppe der «artes libera
les», zu der bekanntlich auch die Musik gchôn
ausdrückbare
Einsicht an einem entsprechenden
Experiment mit unterschiedlich gespannten Saiten
Auch für diese Auffassung von Pythagoras un
Jubal lassen sich zahlreiche bildliche Belege bei
bringen; Pythagoras, Jubal oder Tubalkain kön
nachgeprüft und bestätigt gefunden.
dieser
nen ganz allein für die Musik stehen oder auc
mit der meist
als
Dame vorgestellten
«ar
Versuche als unrichtig ablehnt und daß, streng
genommen, diese Erzählung eine eigentliche «Erfindung» der Musik weder berührt noch glaubhaft begründet; wesentlich ist hier allein, daß für
das Mittelalter und einige folgende Jahrhunderte
musica» zusammen auftreten. Als Illustration se
ein Ausschnitt aus den in der Florentiner «Cap
pella degli Spagnuoli» angebrachten Fresken de
Andrea da Firenze herangezogen (vergleiche Ab
bildung 3).
die Geschichte von Pythagoras in der Schmiede
In die Jahrhunderte der Neuzeit hinein nach
gewirkt hat, wie etwa schon das Gedicht Ko
pischs gezeigt hat. die Erfinder-Erzählung noc!
lange, übrigens nicht nur in literarischen ode
auch bildlichen Zeugnissen, sondern sogar in Ver
bindung mit musikalischen Kompositionen. Unte
den vielen Belegen sei hier allein die Suitensamm
lung herausgegriffen. die im Jahre 1692 de
Münchner Musiker Rupert Ignaz Mayr unte
Es tut an dieser Stelle nichts zur Sache, daß
die
Physik
die
geschilderten
Ergebnisse
als Erklärung für dessen Rang eines Musik-Erfinders genügt hat und in geradezu kanonischer Art
von Generation zu Generation weitergereicht
worden ist. Geht man weit genug zurück, so findet man diese Anekdote erstmals beim Neupythagoreer Nikomachos von Gerasa im zweiten nachchristlichen Jahrhundert in griechischer Sprache
aufgezeichnet; auch beim etwas jüngeren Gaudentios. einem sonst nicht näher bekannten griechischen Musikschriftsteller, läßt sie sich nachdem
weisen. Woher sie diese beiden Theoretiker seinerzeit bezogen haben, hat schon der vortreffliche
Otto Crusius wahrscheinlich machen können: ein
von dem Aristoteles-Schüler Aristoxenos von
Titel
<Pythagorische
Schmids-Füncklein:
herausgebracht hat: hier ist auch ein Titelbild bei
gefügt, das die Schmiedeszene mit einem impo
santen
Abb. 2. Kreuzannagelung und Erfindung der Musik. Aus einem «Heilspiegel>-Druck yon Peter Drach zu Speyer; nach
1470. — Nach Hans Naumann. Studien sur deutschen Kunztererhiechts Sirnfihure 1910.
bärtigen
Pythagoras
bringt.
Und
went
schon von Musikalien die Rede ist, so darf woh
munch anosemart-+ werden.
da mit A. na
Page 3
View in PDF(opens in a new window)rung zur Niederschrift auf Stein- und Ziegeltafel
liest man, Eva in dem Mund gelegt und an ihre
Sohn Seth gerichtet, in einer Adam-und-Eva-Vit
jüdischer Herkunft, und im ebenfalls jüdische
Jubiläenbuch findet ein gewisser Kainan nach dı
Schmiedeszene vermutlich auch der Titel «Der
musikalische Grobschmied» zu erkliiren ist, den
ein berühmter Variationensatz in einer Klaviersuite Händels von 1720 erhalten hat; jedenfalls ist
eine solche Begriindung glaubhafter als die erst
viel später und überdies sehr schlecht bezeugte
Geschichte,
Handel
sei
auf einem
vom Regen iiberrascht worden, habe in einer
Schmiede Schutz gefunden und spiiter die Melodie, welche der Schmied dort gesungen habe, zum
Thema seiner Komposition gemacht; schon Chrysander hat an dieser Erklarung gezweifelt, allerdings nicht gesehen, daB hier das alte PythagorasMotiv weiterwirken kénnte. — Welch eigenartige
Spätformen der Pythagoras-Geschichte noch müglich geworden sind, zeige ein vorläufig letztes
Bild: ein «L'Origine della musica» betiteltes Gemälde im Palazzo Caetani zu Rom, 1786—87 gemalt von Antonio Cavalucci (vergleiche Abbildung 4). «Musica», eine feine junge Dame,
schreibt, auf einer größeren Kugel ruhend, Noten
auf ein Notenblatt; links sieht man Putten, die
auf einem AmboB die Pfeile des geflügelten, mit
Köcher ausgerüsteten Amor schmieden. Die entscheidende Figur des Pythagoras oder Jubal ist
völlig
verlorengegangen;
dafür
erscheint
Allegorien-Handbuch
des
Peruginers
Cesare Ripa weiter, seine «Iconolögia>, in erster
Auflage 1603 in Rom erschienen: ja es scheint
sogar, der Maler Cavalucci habe sich für dieses
sein Bild direkt an Ripa orientiert. Dieser schreibt
nämlich, die Musik ließe sich abbilden als eine
junge Dame, die auf einer Kugel ruhe und Noten
schreibe; daneben stehe ein Amboß. Frau und
Kugel drückten aus, daß die Harmonie der wahrnehmbaren Musik auf der Harmonie der Sphären,
wie sie die Pythagoreer erkannt hätten, beruhe.
Soweit Ripa, und soweit der musikalische Anteil
an diesem Bild; ob die Einbeziehung des Amor in
die alte, aber hier nur noch fragmentarisch erfaBte | Schmiedeszene
freie
Kombination
des
Malers ist oder ebenfalls eigene, besondere Voraussetzungen
hat,
müssen
wir
hier
zeitlichen Pseudo-Manetho genannt oder auch i
ziemlich späten Heilbuch des Harpokration, w«
bei in beiden Fällen ebenfalls beschriebene Stele
aus dem Lande «Seiris» eine Rolle spielen un
NT
dahingesteilt
sein lassen.
ad
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Ministero della Pubblica Istruzione, Rom.
JUBAL ALS BEWAHRER DER MUSIK
so daß sehr wohl möglich ist, daß es früher noch
1303 und 1308 illuminierten Handschrift; später
mehr Manuskripte gegeben hat, welche diese beläßt sich die Geschichte zum Beispiel in einem
Straßburger Druck des Hugo von Reutlingen aus
dem Jahre 1488 nachweisen, in hübscher Weise
kombiniert mit den bereits bekannten Erfinderszenen: oben im Hintergrund Jubal, der Bewahrer, samt den beiden Säulen; darunter in der
Werkstatt Pythagoras, gerade mit dem Wigen der
Htmmergewichte beschäftigt, und rechts im Vordergrund Tubalkain mit einem Gescllen am
Amboß (vergleiche Abbildung 5). Etwas später,
im zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, hat
auch der ältere Jörg Breu den Gegenstand auf
den kleinen Orgelflügeln in der Fugger-Kapelle
sondere Lesart mitgemacht haben. Aus einer solchen
Handschrift
des
lateinischen
Josephus
muß Hrabanus Maurus, Abt von Fulda, gestorben 847, der — soweit wir schen — frühste Gewährsmann für die nun auf den Musikanten
Jubal
übertragene
Bewahrungsgeschichte,
seine
Kenntnis bezogen haben. und möglicherweise gilt
Achnliches auch noch für andere Autoren des
Mittelalters. Jedenfalls ist nun erklärt, woher
diese seltsame Geschichte der Musikbewahrung
stammt. und man verstcht. warum auch sie in
einer ansehnlichen Zahl von Belegen nachweisbar
ist: Man liest sie etwa bei den französischen
Scholastikern Petrus Comestor und Petrus Riga
im zwölften Jahrhundert, und von ihnen haben
sie
der
Musiktheoretiker
Jacobus
von
Lüttich
und der anonyme Kommentator von Hugo von
Reutlingens Lehrgedicht «Flores musicae» im
14. Jahrhundert bezogen: sie findet sich ferner
beim Kleriker Johannes Gallicus im 15. Jahrhundert. etwas später beim Musiktheoretiker Adam
von Fulda. 1556 noch in der «Practica musicaes
‚Hat für den Musik-Erfinder Pythagoras, zum
Teil auch für Jubal, schon vor bald fünfzig Jahren Hans Oppermann einige Hauptlinien aufzeides Hermann Finck: die Reihe der Gewährsleute
ließe sich leicht verlängern. — Seltener als die
Erfindergeschichte ist die Bewahrer-Erzählung im
gen können, so ist für Jubal, den Bewahrer der
Musik, bisher noch so gut wie nichts geleistet
Bild zu belegen: Immerhin findet sie sich etwa im
sogenannten Tickhill-Psalter, einer wohl in Ostengland unter französischem EinfluB zwischen
worden: ihm gelte der folgende Abschnitt. Pythagoras tritt als Bewahrer der Musik nicht auf und
hraucht ans darum hier nicht zu beschäftigen.
TUCee
Abb. 4. «L'Origine della Musica». Gemälde des Antonio Cavalucci im Palazzo Caetani zu Rom, 1786/87. — Phot.
eine
eigenartige, uns in ebendieser Form sonst nicht
mehr bekannte Verknüpfung der Musik und — in
Amor und seinen Pfeilen ausgedrückt — der
Liebe. Für den Anteil der Musik an diesem Bild
hilft uns das im 17. und 18. Jahrhundert sehr
wichtige
Sintflut eine von den Vorvätern in Stein gehauer
Inschrift, die— wie bei Josephus — das gesam
astronomische Wissen bewahrt. Das Land «Seiris
in dem, nach Josephus, sich die fragliche Steir
säule erhalten haben soll, ist zwar — wohl is
Zuge spätantiker Motivvermengung — etwa auc
im «Sothis»-Buch des ägyptisierenden, erst kaise
Spaziergang
zu St. Anna in Augsburg verwertet.
mit dem Nimbus geheimnisvoller Wissensübe
lieferung umgeben sind. «Seiris» ist, in der For
«Seir>, aber durchaus auch alttestamentlich un
meint in historischer Zeit das Gebiet von Idumac
zwischen dem Südende des Toten Meeres un
dem heutigen Golf von Akaba; in nicht-histor
schem, eher mythischem Sinn kann das Lar
«Seir» aber auch den Sitz Jahves bezeichnen, +
etwa Deuteronomium 33, 2 oder Richter 5, 4; di
könnte die geheimnisvolle Sphäre begründen he
fen, welche die seltsamen Stelen aus diese:
Lande umgibt. Doch verlieren wir uns nicht i
religionsgeschichtliche Spekulationen; alles i
allem dürfte, so weit wir schen, offenbar sein, da
Josephus mit seiner Bewahrungsgeschichte ein:
im damaligen Judentum gut verankerten Trad
tion gefolgt ist.
TIEFERE BEDEUTUNG?
In dem Vorgefiihrten sind Pythagoras un
Jubal als «Erfinder» und «Bewahrer» der Musik 2
uns vorbeigezogen, jeweils als die Hauptgestalte
besonderer anekdotischer Traditionen,
die se
der Antike über Jahrhunderte hin weitergereicl
worden sind, teilweise noch bis in die aufgeklä
ten Spätzeiten des 18. Jahrhunderts. Sind das so fragen wir schließlich — eigentlich mehr a
zwar charmante, aber eben doch bloße «Blume
am Rande» eines viel breiteren musikwisser
An dieser Stelle glauben wir die seit dem
Mittelalter nachweisbaren Belege für Jubal als
Bewahrer der Musik verlassen zu dürfen. Wir
fragen aber noch kurz, woher wohl Josephus das schaftlichen Weges?
eigenartige Bewahrungsmotiv bezogen habe. Es
Gewiß, Johann Jakob Bodmers Wort «vo
weist so gut wie alles darauf hin, daß er hier
den Grazien des Kleinen» liegt hier nahe. Un
jüdischer Tradition gefolgt ist. Zwar ist der Ge- doch scheinen die beiden Protagonisten Pythag:
danke, daß wegen der bevorstehenden Sintflut ras und Jubal darüber hinaus noch eine tiefe:
alles Wissenswerte über die Welt auf Steinsäulen Bedeutung zu besitzen, über die sich klar zu we
aufgezeichnet werden möge, im vierten Jahrhun- den gerade auch heute nützlich sein kann. Pyth:
dert vor Christus auch beim spätbabylonischen goras und Jubal sind gewissermaßen Polaritite:
Autor Berossos festgehalten, aber dieses Zeugnis zunächst einmal, was ihre Herkunft angeht: so i
steht, soweit wir sehen, allein, gegen mehrere, der eine der Vertreter der klassisch-antiken, di
geradezu schlagende Vergleichsstücke aus jüdi- andere derjenige der biblischen Tradition. Polar
schem Bereich: Die Prophezeiung und Aufforde- täten sind die beiden Gestalten aber noch
einem ganz andern Sinne: der Philosoph Pythag:
Page 4
View in PDF(opens in a new window)7»
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SSS
Page 5
View in PDF(opens in a new window)Wiederum ist es die musiktheoretische. auch
etwa die historische Literatur des Mittelalters und
der Renaissance, der eine besondere, mit Jubal
verbundene Erzählung zu entnehmen ist: Jubal,
der Spielmannsvater, ‘habe. nämlich eine Propheras ist auch der ausgesprochene Repräsentant
einer spekulativen Musiktheorie, und der Spielmannsvater Jubal derjenige eines unreflektierter
Musikantentums: so haben sic sich in ihren
rundzügen heute dargeboten, und so sind sie im
zeiung des Erzvaters Adam gekannt; dieser habe
Laufe der Jahrhunderte immer wieder verstanden
vorausgesagt,
Weltkatastrophe
worden, auch wenn das nicht immer ausdrücklich
kommen, und zwar entweder eine Sintflut oder
angemerkt wird. In ihrer Gegenüberstellung sind
sie damit gleichsam die namhaft gemachten Sinnbilder für den die ganze Musikgeschichte seit Isidor von Sevilla durchdringenden Gegensatz von
«Musicus» und «Cantor», das heißt von Musikgelehrtem einerseits und von praktischem Musies
werde
eine
ein Weltenbrand. Er habe deshalb dazu ermahnt,
das, was man wisse, auf eine Stein- und eine Ziegelsäule oder -tafel aufzuschreiben, denn, käme
die Sintflut, so würde die Stein-, käme dagegen
der Weltenbrand, so würde die Ziegelsäule oder
-tafel überleben. Adams Aufforderung sei Jubal
mit dem Wissen von der Musik gefolgt; er habe
diese so vor dem Untergang bewahren können.
Die Steinsäule, welche die dann eingetretene Sintflut überstanden habe, sei übrigens im Lande
«Seiris» — meist wird dieser Name allerdings als
das Land «Syrien» mißverstanden — erhalten geblieben, und diese ganze Geschichte könne man,
so wird immer wieder beigefügt, beim Schriftsteller Josephus in seinen «Antiquitates Judaicae»
nachlesen.
An
dieser Quellenangabe
sind
bis
jetzt
die
paar wenigen Versuche, hierin Klarheit zu schaffen. gescheitert: der im ersten Jahrhundert nach
Christus griechisch schreibende Historiker Flavius
Josephus legt zwar am Anfang seiner «Antiquitates» eine Art kommentierter biblischer Frühgeschichte vor. die in der Generationenfolge der alttestamentlichen einigermaßen entspricht: Bei der
Erwähnung Jubals nennt er, in Uebereinstimmung mit der Genesis-Angabe, zwar dessen musikalische Leistung, Vater der Spielleute zu sein,
verschweigt aber jede andere Auskunft über ihn.
Doch sieht man den Josephus-Text hinreichend
genau durch, so läßt sich die Bewahrungsgeschichte eben doch in ihm finden; nur wird sie
nicht von Jubal und der Musik, sondern, etwas
später, von den Söhnen des Seth und der Astronomie berichtet. Damit stellt sich neu die Frage,
wie die Bewahrungserzählung denn auf Jubal und
die Musik übertragen worden sei. Hier bringt die
textkritische Ausgabe des sogenannten «Josephus
latinus», die Franz Blatt vor etwa fünfzehn Jahren herausgebracht hat, die wünschbare Klarheit:
Dieser «Josephus latinus» stellt eine auf Wunsch
des Cassiodor im sechsten nachchristlichen Jahrhundert hergestellte Uebersetzung des originalen
griechischen Josephus-Textes ins Lateinische dar;
aus ihr allein, nicht aus dem griechischen -Urtext.
hat das Mittelalter den Josephus gelesen. In zwei
von gesamthaft fast zweihundert Handschriften
des
lateinischen Josephus,
nämlich in einem
«Sangermaniensis» (heute in Kopenhagen) und in
einem «Nonantolensis» (heute in London), findet
sich nun die eben berührte einfache Nennung des
Spielmannsvaters
Jubal
unmittelbar vor jene
Textstelle versetzt, welche die Bewahrungsgeschichte bietet; da in dieser die Söhne des Seth
nicht mehr namentlich genannt und ihre astronomischen Kenntnisse sehr allgemein umschrieben
werden. mußte nun der Eindruck entstehen, Jubal
sei der Held dieser Bewahrungserzählung, und
folgerichtig gehe es hier um seine Disziplin, eben
um die Musik. Die beiden Codices gehören zwar
zum sclben Ueberlieferungszweig, stimmen aber
in ihren Textvarianten nicht durchwegs überein,
ker anderseits. Da diese Scheidung auch heute
noch besteht, ist damit ein durchaus aktuelles
Thema berührt, eben dasjenige vom Verhältnis
von wissenschaftlicher und von praktischer Bemühung um die Musik. Es ist allerdings völlig
ausgeschlossen, hier — auch nur in aller Kürze
— auf die verschiedenen Gründe einzutreten, die
heute
beide Bestrebungen voneinander trennen,
und in diesem Augenblick und an diesem Ort
werden wir selber verständlicherweise erst noch
nur von der Seite des Musikwissenschafters votieren können. Unsere Erfahrung lehrt, daß beiden
Disziplinen grundsätzlich ihre eigene Freiheit gebührt; keine kann einfach die Magd der andern
sein, wie man das eine Zeitlang gemeint hat. Wer
sich aber einmal zum Dienst an der Musikologie
entschlossen hat, darf nicht, mit einigen Zeitgenossen,
vergessen,
daß diese seine
Wissenschaft
sich, im allgemeinen, letzten Endes um Musik bemüht, die zum Tönen bestimmt war oder ist; hier
— dies eine Feststellung, die freilich für die Zürcher Verhältnisse zu treffen zum Glück sehr unnötig ist —, hier muß, wo immer dies überhaupt
möglich ist, der Ruf nach einer ergänzenden, anregenden oder bestätigenden musikalischen Praxis
laut werden, genau so, wie die heutigen Ausführungen auch auf manche andere Disziplin als nur
die musikwissenschaftliche haben greifen müssen.
Auch wenn wir selber in dieser Stunde einen
Gegenstand vorgeführt haben, dessen Besonderheit eine klingende Illustration nicht verlangt, ja
nicht erlaubt hat, halten wir entschieden dafür,
daß, wo immer möglich, musikalische Wissenschaft und musikalische Praxis sich — bei aller
gegenseitig
zugestandenen
lichst ergänzen
müssen.
Autonomie
—
tun-
Das ist in erster Linie
von der Sache her gefordert; in zweiter Linie entspricht es — wie das heute offenbar geworden ist
— aber auch einer, zwar bisher wenig bedachten,
aber trotzdem vorhandenen und lange zurückreichenden Tradition, die an den ersten Anfang
der Musik schlechthin sowohl den Gelehrten, den
«Musicus», als auch den «Cantor», den Praktiker,
gesetzt hat. Von dieser Tradition aus wollen wir
uns auch in Zukunft dankbar daran erinnern, daß
an Pythagoras und Jubal, die Musik erfunden
aben.
Der vorliegende Text diente dem Verfasser am
24. Januar 1972 als Antrittsrede an der Universität
Zürich. Die für den vorliegenden Abdruck nötig
Verminderung der Abbildungen forgewordene
derte gewisse redaktionelle Eingriffe; diese wurden, abgesehen von einigen AeuBerlichkeiten, nur
in jenen Textpartien vorgenommen, welche die
zahlreichen, anläßlich der Antrittsrede gezeigten
Bilder kommentierten.