Uber den altesten Zustand von Griechenland, und das Zeitalter der sieben Weisen

Autor
Meiners, C.
Publicado en
Geschichte des Ursprungs , Fortgangs und Verfalls der Wissenschaften in Griechenland und Rom
Año
1781
Tema
SEVEN SAGES
Idioma
Deutsch
Categoría
C1 General
Número de archivo
1475

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Mostrar texto completo138 páginas

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VARS PAL Mar NERS, Cc. € ‘ os eres Bud, Unber tai üiteften Zuftand. von Gricdeni | Ind,| pedas ‚Zeitalter der fieben Te de mys devras Isogiao Sear bauten gun need = TE mi gana: i: Toy duvarov. yayar cut y sy auodes weevu Mati QU 2770007757779 Damp * . . ‘ geachtet die efes "Gefhlärkhrelßer.‘Griedjens lanbes alle verlofren gegangen, und in ben brig gebliebenen. wahrfheiniih nur menige Refte alter Ucberlleferungen erhalten worden find; fo > tele body fetbft biefe-oieftigen Weberbteibfel oft unfithes | ter und miberfpredender = id bin, um es zu ere us Mären

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Erftes Buch, Eláren, warum die erffen Keime griechifcher Weisheit fih unter dem fehönen Himmel Goniens, und nicht in dem viel áltern griechifchen Mutterlande entwicelten? warum eben diefe jungen Keime, da fie faum ausgebrod)en waren, aus dem Schoofe des mútterlid)en "Bodens ausgeriffen, und nicht in bas nâbere Griechenland, fondern in das ente ferntere Stafien verpflanzt wurden? warum fie endlic) aud) hier nicht daurende Wurzel faßten, fondern er im ficinigten unfruchtbaren Attifa mächtig zu treiben anfiens gen, und einen Stamm Bervorbrachten, deffen Zeige in der Folge fid über alle Theile der Erde verbreiteten,* und beffen Eöftlichfte Früchte nod) jezo von den aufgeflära teften Völkern und meifefien Menfchen genoffen werden? Wenn wir etwa fechzehn hundert Jahre über den Anfang unferer Zeitrechnung hinauffteigen; fo finden wir das eigentliche Griechenland von mehrern Wölferfchaften befegt, die eben fo wild, als die fie umgebende Natur waren, die ohne Gefeze, ohne daurende häusliche und bürgerliche Verbindung, ohne alle die Künfte des Fries dens, die das feben des Menfchen verfchönern, gleich andern veifenden Thieren in unermeßlichen Wäldern here umirrten, und unter einander in beftántigen Kriegen, wie in nie aufódrenden Gefahren lebten, von fremden Menfchenräubern weagefibre zu werden *), Syn Dies fem fürdjtertichen Zuftande war Griechenland, als einige Menfcyenalter nad) einander Chentheurer aus Aegypten, Ph 9) Diefe Schilderung roiled nicht nur durd) das folgende, fondern auch durd) manche alte Ueberlieferungen beftás tigt, die Goguer (Part. 1, Liv, I, p, 59, Ed, la gto a Paris 1758.) gefamiet hat.

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Phönicien und Phrygien in Attifa, Biotien und dem Peloponnes ans Sand traten, und die in diefen Gegenden Herumpiehenden Horden entweder ausrotteten, und vere jagten *), oder aud mit Gewalt unterjod)ten und mie fid) vereinigten. Gemeiniglit glaubt man, Sremdlinge aus Afien und Africa, daß die die fid) in Griechens land niederließen, den urfprünglichen Bewohnern deffel« ben alle Künfte und Kenntniffe der Wölfer, aus melden fie abftammeten, mitgetheilt haben; allein diefer Gedanfe als er gefhichtwidrig if. ift eben fo unwahrfheinlih, Alten Ueberlieferungen zufolge, wurden die Flüchtlinge entweder durd) die Surdyr vor den Strafen ausgeübter VBerbrechen, oder aud) durd) madtige Gegenparteyen aus ihrem Vaferlande vertrieben, und Hatten alfo nice Zeit genug, fit Sabre lang zur Gründung neuer Pflanz« ftábre vorzubereiten, und alles das gufammengubringen, was ¿ur Gewinnung oder Bezähmung von Barbaren,. und zum vortheilhaften Anbau von Wildniffen unentbebre lid) war, Sie trafen ferner in den $ändern, mobin mehr der Zufall fie verfdrlug, als ihre eigene Wahl fie führte, Menfchen an, die einen deffo unbezwinglichern Haf gee gen Fremde Hatten, weil fie häufig von Menfchendieben überfallen und beraubf worden waren; und diefe feindfee ligen Gefinnungen. muften die erffern durch neue Gewalte” thatigfeiten vermehren, ohne melche fie fid) weber Bea baupten, nod) die freyen Momaden aus ihren Wohnpld« gen vertreiben, nod) diefe an eine ftere ihnen Außerft vers A ~ Bafte °) Man febe den gelehrten Verfaffer des Buchs de l' Etat& du fort des anciennes colonies p,9,&64, Part, II, p. 59, Paufan, IX, Aud) Goguet,

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Erftes Bud), Bafite $ebensart gewöhnen fonnten, endlich feftgefeit, Nachdem fie fich und burd) die Vorzüge ihrer Waffen und Küftungen furchtbar gemacht harten, blieben fie vod) immer nod) von zahlreidien unbezwungenen Erammen y umringt, die fie zwar in angefündigten oder vorhergefe- Benen Kämpfen überwinden, deren Nachftellungen und plözlichen Ueberfällen fie aber doch nid:t ausweichen fonns ten, und unterhielten hingegen mit den fándern, aus des nen fie ausgegangen waren, gar feine Verbindung, fons dern wurden von ihren chemaligen Sandsleuten eben forodl, als andere geplündert und weggefdleppr, Wein man alle diefe Beobachtungen zufanımennimmt; fo muß man nothwendig febließen, daß die erften Gründer von Colo: nien in Griechenland felbft mehr vermilderten,, als fie zur Bezähmung zügellofer Barbaren beytragen fonnten, und daß fie den legtern außer ihren Göttern und gottesdienft« lichen Gebräuchen,, außer den erften Anfängen des Ader baues, und der damals nod) gatız unbrauchbaren Schrift, endlid) außer einer gewiffen Anzahl von Wörtern wenig oder gar nichts von bildenden Kennniffen und Gertigfeis ten überliefert haben +), Diefe ®) Ueber die älteften Rilfer Griechenlandes, tele die Aeguptier, Phonicier u. f. 10. antrafen, Gade ich wee der felbft, nod) in andern etreas fo wahrfheinfiches ges funden, als was Herr Hofrath Heyne in einem Anhange fagt, welchen er feiner erften Abhandinng über die Epochen des Saftor hinzugefügt bat (Vid, Nov, Com. went, Societ, Reg. Scient; Goetting. I p.89.) Bevor id) diefen Auffaz las, Batte ich alle, oder bod) die - wichtigften Stellen alter Gefchichtfchreiber über die ur: fpriingliden Bewohner Grichenlandes gefam/ct,

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Diefe Bernerfungen werden durch das Gemälde Beflátigt, mas uns Bhufydides vom Zuftande des alten A 3 Gries id) fonnte daher eine defto genanere Vergleidung gtois fhen den Vermutbungen meines Freundes, und den Zeugnifien der Griechen anitellen, Bey diefer Verglei hung fand ih, das die eritern durch die leztern volle fommen beftarigt werden. Kerr Hofrat Heyne nimmt an, dab Vorderafien und Griechenland durch voiedere holte Einwanderung von Nationen, die zwifchen dem fhivarsen und Easpifhen Meere hervorgefommen, bes vóltert worden feyen; daß man in Griechenland wenigs ficus jme verfdicdene Völkerfchaften, nämlid Thra: cif) Phryaifhe und Pelasgifhe, unterfheiden müffe, die vielleicht aus denfelbigen Gegenden ausgegangen, aber zu verfchiedenen ci: ten cingcwandert feyen, und eben deswegen in der Folge ftets in Anfebung der Sprache und Sitten verfhieden geblieben. Daf endlid) aus einem von diefen Stämnien oder aus beyden zugleih, unter dem Oeufalion und deffen Sohn Hellen, ein neuer Stanım der Hellenen entjianden, die man, weil fie fi vor den übrigen durch höhere Grade von Cultur merklich erhoben, nachher als von ihnen aanzlic) verfchieden angefehen babe. Aus dem gemejnfhafelichen Urfprunge nun der alteften Berwohs ner Grichentandes und Vorderafiens müffe man fchlies Gen (mas man auch nach dem Homer behaupten müffe,) dap die Sprachen aller diefer Vóltce bey allen Abel: dungen von Mundarten dod) immer febr viele Aehn> + lichkeiten und Verwandfchaft gehabt hätten, und mit einander verwandt, Die widtigiten Stellen, wodurd diefe Gaze beiviefen werden, fteben im Strabo, der vorzüglich dem Sefa: täus und Ephorus folgte. Man fehe ©. 338. 39. 494. 95. 608. 720-22. 857:59. 909. 975:77. Edit, Almelov. SHiemit vergleiche man Serodot I. 57. IL 50, 52. und VII. 94. 95. und Dionys I. 6-25. Ant. Rom. Merfmirdig ift es, dañ Hefaraus, Ephorus und Heros dot die Pelasger, Leleger und Karier fters Barbaren

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Erftes Buch. Griechenlandes feit der Ankunft der fremden Cofonien bis auf den trojanifdjen Krieg macht, Die verfchiedenen Theile des jezigen Hellas, fagt diefer große Gefchicht fveiber, waren vormals niche fefte Wohnfize von Vit Fern, die beftändig denfelbigen väterlichen Boden bauten, und fic) innerhalb ihrer Grangen hielten, fondern fie mae ren vielmehr von unfteren Etämmen befezt, die oft entweder mit Gewalt aus ihren Befizungen verdrängt wurden, oder fie aud) ben den geringften Untaffen frenwiflig verließen, weil fie das, was zur nothdürftigen Erhaltung des febens gehört, allenthalben zu finden hoften. Solche Cin. und Ausmanderungen gefihahen in den fruchtbarften fändern, in Böorien, Theffatiensund dem Peloponnes, ausgenommen, am häufigfien. Arfadien Man faete nicht, weil es zu ungewiß mar, ob man erndten, und die Srüdte feines Sleifes genießen würde. Aud) verftand man die Kunft nod) nicht, fid) durd) die Erbauung fefter Pláze ; gegen nennen, und daf der fegtere die Sprache der Pelasger, die nod) zu feiner Zeit übrig waren, von der der Griechen fo gänzlich verfhieden fand, daß er die evftere eine bar. barifhe Sprache nannte, und der festern entgegen feste. Mad) dem Strabo hingegen traf man in der Sprache der Sarier, die fid) Brüder der Lydier und Myfier nannten, und mit den Lelegern fehr verwandt waren, viele griedhifihe Worter an, und er glaubte, daß die Karier nur deswegen vom Homer mit dem Beynahmen PBoeßaeoBavos belegt worden, weil fie eine unans genehme von der Griedhifhen verfchiedene Ausfprache gebabt hätten. Das Seugnif des Serodots über die Sprache der Pelagger it die einzige Schtvierigkeit gegen den Urfpeung der Hellenen aus dem Wolfe der Pelasger, welchen diefer Gefhichtfhreiber doch nicht zu läugnen — fheint. VII, 95.

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gegen feindliche Ueberfálle zu fhüzen, und eben fo wenig dachte man Daran, fic gegenfeitig durch Bindniffe zu ftärfen, oder einen fichern Handel zu Waffer und zu Sande zu errichten. Die Küften wurden fo oft von freme den Seeráubern befucht, dag man gezwungen war, fid) in bas Snnere des éandes Hineingusiehen, und auch bier nod) beftändig Waffen zu tragen, um flets zum Srreite gerüftet, und zur Gegenmebr bereit zu feyn. Griechens land blico daher (fo ‘chlicfe Thufydides) bis auf die Bei. ten des trojanifchen Krieges zu fhwad, zu arm und zu gefpalten, als daf es große gemeinfdaftliche Unternebe mungen hatte ausführen fonnen *), Eine Folge der gemaltfamen Cinbriide und Mie berlaffungen auslandifdyer Notren, vielleicht auch der ends fofen innern Kriege, war diefe, daß ein grofier Theil der urfprünglihen Stomaben Grisdentandes feine Heimath gänzlich verließ, und fich fomobi über Stalien, als über Afien von Troas bis nad) Cilicien herunter, und auch über viele griechifche Sufeln ergoß **). Unter diefen zahlreichen Schwärmern hob fich das fleine Häuflein, was fich in Kreta feftfezte, zuerft die Eingebohrnen diefer Jue fel begmang, und fic) nachher mit Doriern und andern Barbaren vermifchte***), vor allen übrigen hervor, und trug befonders durd) den Muth und die Weisheit des - ¿wenten Minos, diefes großen Vorldufers des {yfurg, 44 der “ Thucyd, 1, 2-12,¢, 9%) Hiertiber (efe man vorzüglich Strabo VII, 496, 97. XII, 855. 857. 58. XIII, 909. ‘ #**) Vid, Diod, V, 393-95. Strab, p, 728-732, G 207. Heyne hon. = ‘ame

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Erftes Bud). ber ohngefähr ein halbes Sabrhundert vor dem trojanifdien Kriege lebte, mehr zur Sicherheit, Nube und Macht bes alten Öriechen!andes bey, als alle fo febr gepriefene Gremblinge bis dahin gerban hatten *). Diefer auferordentliche Mann, der mehr ais die vergôtterten Helden der Griechen übermenfchliche Werehrung verdiente, fame fete die bis dahin zerfiveuten Bewohner von Kreta nicht nur in Städte, fondern er fbuf fie auch burch feine Ges fege , die in der Folge cine Haupturfache der eritaunliden Größe von Sparta und Athen wurden *), in tapfere unmiderftehliche Krieger und in Beherrfdyer des Meers um. Errächte an den Rariern und Phöniciern, die fic) allmälich der Kyfladen bemächtige harten, alle das Un» redt, mas fie an feinen und feines Volfs Vorfahren verübt hatten, jagte fie von den Snfeln ans fefte Sand, fegte denen, die zurück geblieben, Tribut auf, und faue Berte das Meer, wo nicht von allen, doc) von dem größten Theile der räuberifchen Barbaren, die fid) bis dahin von dem Unglück anderer Menfchen genährt, und Sdhiffare, Handlung und allen Fortgang zur Aufklärung zurüc gehalten harten. Won diefer Zeit an wagten fid) auch die europäifhen Griechen auf bas Meer, und fiene gen an Handlung zu treiben: fie erbauten neue Städte auf Erdengen, oder an den Ufern der See, und umgas ben fie mit Seftungswerfen. Cie legten fid) mit größe» rem Eifer als vormals auf den Ackerbau, und nahmen in wenigen Menfchenaltern fo fehr an Wohlhabenheit und ‚Bevölferung zu, daß fie mit einer Slotte von zmwölfhundert *) Vid, Script. modo cit, Thucyd. I, 4. 36) 6, dic erfie Beylage, am Ende des Abfchnitee.

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dert Schiffen nad) Afien überfegen, und Troja belagern fonnten: bie erfte Unternehmung, ju welcher fid) alle griechifche Staaten, aber mehr aus Furdit vor der tibers legenen Macht des Agamemnon, als aus freyer Wahl vereinigten *). So fehr fic) aber aud) Griechenland in dem lez. ten Sahrhunderte vor dem trojanifchen Kriege aufgeriche tet hatte; fo weit war es noch von derjenigen Cultur ente fernt, die aus einem fichern Genuffe der bürgerlichen Frey» Heit, und einem langwierigen Befize von Kiinfien, Fünfte Mod) lichen Handwerkern und Wiffenfihaften entitehe. gu und nad) den trojanifchen Zeiten gewannen die Gries chen mehr durd) Seeräubereyen als durch Handlung, und die erftern waren eine fo ebrenvolle Befdaftigung, baf felbft Könige und Hauprer von ‘BWolfern fie trieben, und Fremdlinge ohne Beleidigung gefragt wurden, ob fie Grenbeuter waren? Die Schiffe der Griechen, die nad) Alien zogen, maren meiftens offene Kahne, und fo uns bedenten®, daß die größten nur Hundert und zwanzig Mann faffen, und ohne Mühe aufs Sand gezogen mer: ben Eonnten. ie hatten wahrjceinlich nod) Feine Anker, und Feine andere als beweglihe Maffbaume, wenn man fie nicht brauchte, aushob. die man, Einzelne Könige und Helden befahen zwar Foflbare Waffen und Hausges râthe, und fiinfiliche Arbeiten aus edlen Metallen; allein diefe hatten fie entweder von Œidoniern gefauft, oder von frengebigen afiatifchen Gaftireunden erhalten, oder aud) durd) ‚glüclichen Naub gufammengetracht. Sm Zeitalter Homers, oe Sabhrhunderte nad dem *) Thucyd, I, 9. tros

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Erfies Bud. trojanifeien Kriege,” waren in Grichenfand nur noch wenige Städte, und felbft die anfehnlichften unter dicfen waren mehr regellofe Haufen armfetiger Hütten, in denen man eben fo wenig Epuren der Baufunft oder Sáulen» ordunngen entdeckte, als man Statuen aus Erz und hare ten Steinen, oder die Bearbeitung von Marmor > fanute *). Während und nad) dem frojanifchen Kriege ver [obren bie Griechen zwar ihre größten Helden, und einen großen Theil der Schiffe, die fie nad) Afien hintibergetras gen hatten; aflein bie übrig gebliebenen Krieger Fehrten aud) mit unermeflidjer Beute yuri, waren mit mele vern reichen Völkern an der ganzen Küfte von Afien hera unter, und mit den Ausflüffen des Nil befannt geworden, und wahrfceinlic) alfo würde das enrepäifche Gries chenfanb von feiner erfien gemeinfchafrlidien Unternehe mung in einem fremden ErdrHeil eben die Vortheile erhal» ten Haben, welche die Kreuzzüge bem woftlichen Europa verfdaften, wenn nicht die lange Entfernung, und die Frücffehr der Griechen, die Troja zerftört Hatten, allente halben Swictrad)t und Meurcreyen ermecft hätten, ble mabifcheintid) meiftens daher entffanben, daß man fid) an den Familien und Gütern der Abmefenden vergriffen, oder ihre Vorrechte zu fepindfern gefucht Baste, Diefe innern Unruhen und Empsrungen endigten fid) felten anders, als mit der gänzlichen Vertilgung, oder auch der Flucht der : fhrode *) Man fehe Goguet Part, IL, 150 p. €: Heyne in com. ment, fuper veterum cbore, eburncisque fignis p.96101. in Comment, Nov, Soc, Goett, Tom, I, Pauf,

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f&hmwächern Partey, die im legtern Salle ein neues Va: terfand fudjen, und mit ihrem beften Blute erfäufen Es ftanden aber nicht bloß Bürger gegen Dir. mufie. ger, fondern Stämme gegen Stämme auf, Ganze Bilferfchaften wurden aus ihren Wohnfizen vertrieben, und über die ruhigen Bewohner anderer Sander bergemore fen, die folche bis zur Versweifelung gebrachte Anfimme linge entweder unter fih aufnehmen und ihre Gúter mit ihnen teilen, oder ihnen auch Plaz machen muften *). Gleich im erften Jahrhunderte, alfo nad) dem trojanie [den Kriege taufebten alte Theile von Griechenfand, wenn man Arfadien und WAstifa ausnimmt, ihre bisherigen Bee fisc: gleicyfam gegen einander aus, und diefe mit blutigen Le Sie *) Die berühmteften Wanderungen waren, aus Theffalien in das Land, die der Biotier welche fie ihren Nah: men gaben, und welches vorher Kadmeis hieß: mod) mehr aber, die der Herakliden in den Peloponnes, die zwanzig Sabre fpäter, und achtzig Sabre nad) dem tro: janifdyen Kriege erfolgte. Thuc, I. 12. Die wichtige fien Stellen über die dren Hauveftamme der Griechen, die Aeolier, Dorier und Sonier, und über die großen Wirkungen der Rückkehr der Serafliden fiehen beym . Strabo (VII, 513. 14. 587:89. IX. 654. Siche qu Herod. I, 56. & 145. VIL 24. und Pouf. VIL 1, der aber vom Strabo in einigen Duncten abweiht). Der Stammvater der Hellenen war, übereinftinmmenden de: fieferungen nad), Denkalion, oder vielleicht deffen Sohn Hellen, der in Debía, in Theffalien, zwifchen dem Peneus und Aeforus Gerrfdte. Dicfer übergab feinem alteften Sohn, dem Aeolus, feine Herrfchaft; und die übrigen fhidte er ans, um felbft Befizungen auf zufüchen. Kuthus heirathete eine Tochter des Erechteug, und fein Sohn Gen gab den Bewohnern von Attifa den Nahmen der Jonier. Unter dem lester nahm Attifa

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Erftes Buch. Siegen und Niederlagen begleitete Verfezungen von Vol. fern, fdilugen felbft den Sandern, die ant menigften lit. ten, fo tiefe Wunden, dak fie mehrere Seugungen bin. Aber durch bluteren und ihren Wachsthum binderten. eben biefe verheerenden Umredljungen von Staaten Batten auch die glüctiche Wirfung, da viele Taufende von Griehen. die nirgends snterfommen fonnten, fid) nad) Alien wandten, unddie Grinder blühender Städte fowobl auf den Sufefn als auf dem fefien Sande wurden *), Kaum aber hatte das zerrüttete Griedyenland an. gefangen, fid) ein wenig zu erholen, und die verlobrnen Kräfte wieder zu famien, als es unter das Jody von Tpyrannen, oder von unumfchränften Beherrfchern fiel, die meittens ihre Mitbürger als ihre Feinde und Eclaven, und die Güter derfelben als ihr Cigenthum und Beute an» faben, Attifa oder Sonien fo fehr an Bevölkerung zu, daß man Eoloniften in den Peloponnes fhidte, welche die Gegend einnahmen, die von Pelasgern bewohnt, und Aegiale genannt wurde, nadjher aber den Nabmen Adhaja erhielt. — Cin anderer Gohn des Hellen, Achaus, gieng nad) Sparta, in weldien damals ein Golf dolifen Urfprungs wohnte, roclchem er den Nahe men der Aer gab. Ein dritter Sohn, Dorus, vers famíete die Barbaren um den Darnaf, und errichtete vier Städte, oder vielmehr Fleden, welche man nachher das dorifhe Tetrapolis nannte. Von Bier aus thaten die Serafliden mit den Doriern ihren Einfall in den Peo foponnes, vertrieben die Udder, die wiederum die os nier oder die arhenienfifchen Coloniften ausjugen. Diefe leztern febrten Hälfios in ihr Mutccrfand zurück, und giengen mit vielen andern Griechen nach Afien, wo fie eben fo viele Pflangftadre anfegren, als fie,in per alten Aegiale gehabt Garten. *) Thuc, I, 12:18,

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faben, die aber auch eben deswegen als die fcheuflichfien Weil diefe Frenheiterduber Miffecbater gebafit wurden, nicht ifomobl für das Wohl der Srädte, die fie fic) ‘unter: worfen hatten, als für thre und ihrer Familie Sicherheit forgten; fo wagten fie feine große ruhmvolle Unternefmung, modurd) fie felbft aus ihren Wohnfizen hacen eutfernet, oder aud) ihre Unterchanen gegen fie batten bewafnet werden Einen. Sie (hmwädjten die Bricchen durd) eine entfräftende Nube; und eben diefe Unthärigs | feit hielt das Emporfireden und die Fortgdnge der aries ifen Staaten eben fo febe, als die vorhergegange.ien wilden Befehdungen auf *). Sparta war unter allen alt. griedifchen Staaten der elnglge, der felt ben Zeiten feines großen Gefesgebers feine Srenbeit unverlezt bewahrte, und aud) der erfte, der eine überwiegende Macht und Anfehen zu erhalten ans fieng **). Diefe erhabene Tochter Syfurgs {ud zwar eine Zeitlang durd) die hartnäcfige Befriegung, nod) mehr aber burd) die gänzliche Vermiftung von Meffene, den Haß des übrigen Griechenlandes auf fid) ***); allein diefer Haß erizoAuv ev 7 Els ®) Ib, 13.. 17.C. 870 mavrasgo Neovov KATEIKETO, MATE Kon Povegoy under nude, Karo MONS TE ATOAUOTEGA ES. E è L P **) Thuc. L 18. À Siehe Paul. IV, 5621, ce Man warf ihnen Salfhheit, Hevefh fade, Unverföhnlichkeit und Graufamfeitin ihrer Nace vor: man Flagte fie an, daß fie unter allen Gries den zuertt den Sieg nicht durch Tapferkeit, fondern durch Bejtehungen zu dg gefucht hätten. febe bef. c. 5, & 17%

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Erfies Bud. Saf verfhwand bald, und gieng in allgemeine Ehrfurdht über, als fie ihren mächtigen Arm, den fie durch befidne dige Uebung geftärft hatte, über ihre [cidenden Echwes fern ausfirecfte, und die Häupter der Ungeheuer zer fblug, von denen fie waren unterdrücft worden +), Sparta reinigte mit der edelften Uneigennigigfeit nicht fange vor dem perfifchen Einfalle das ganze dienende Gries chenland von Tyrannen, und erwarb fi daburd) ein fo allgemeines Sutranen, daß fie als die Schuggöttiun der griechifchen Frenbeit angefeden, und beym Einfall der Derfer einmäthig jur Führerinn der verbundenen griechie fehen Golfer ermáble wurde +2), Ungeachtet aber fafex démon am früheffen vor allen ihren Schweftern voraus fief, und ihre Sirten und Verfaffung ein halbes Sabre taufend ungefränft behauptete; fo Eonnte fie ded) immer mehr die Hinderniffe von Auffiárung wegrdumen, als felbit unmittelbar etwas dazu betragen. Denn eben die Gefege Syfurgs, die alle edfe Metalie, alle Werke des ausländifchen Sleifies und fupus, und alle Fünftliche erfjeuge aus ihrem Gebiete verbannten, eben diefe madjten es unmöglich, daß Rünfte und Wiffenfchaften in ihrem Schooße gebobren, oder von ihr gendbrt und vervollfomme, andern übergeben werden fonnten, Die Atbenienfer rühmten fic) nicht nur das altefte erbgebobrne Volk in Griechenland zu feyn, fondern fie gaben fic auch für die Erfinder des Acferbaues, und für die erften Befizer von Mpfterien aus, wodurch alle übris ge Völker aus bem Zuftande der roheften Wildpeit, in felt #) Thucyd, I. 18. Herad, I. 69, #3) Thuc, ), e, Her, I, 151

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fefte durch Gefese geordnete bürgerliche Gefelifchaften was ven hinüber geführt worden. So erdichtet aber, oder wee nigitens unberiefen diefe Ausfprücye waren; fo gewiß ift es, dai die Arhenienfer unter den Griedhen zuerft und zwar nicht lange nac) dem trojanifdyen Kriege Ge: fnmeide aus Gold und foltbare Gewänder trugen *), und daf fie auch quer? die Gewohnheit verließen, felbft in Sricdensyeiten fers bewafnet zu feyn, Diefe frühere Verfeinerung und Milderung ihrer Sitten hatten fie wer der ihrem vorzüglichen Handel, nod) ihrer vortrefliden Staarsverfaffung, nod) endlich ihrem befonbern Fteiße und Mure, fondern der Unfeuchtbarfeit ihres Sandes zit banfen, das für Krieger, die fid) neue Size mit det Schwerte erfedyten mußten, gar nichts cinladendes hatte. Sie blieben, während daß die übrigen Völker Griechen: landes entweder sertrefen odet gerfivent wurden, in einer ungeftörten nährenden Rue, und mit andern Stämmen unvermifet **). Sie rückten zwar durd) mehrere Ver: mandlungen von Regievungsformen, die fie durchgiengen, immer mehr und mehr der alles belebenden Srenheit ente gegen ***); allein fie wurden doch aud) bis auf die Sel» ten des Solon von den Hauptern der Ariftofratie fo graufam gemisbandelt, daß fie vor Armuth und Gdywache nidjts *) Thuc. I. 6. ex) Thucyd, 1.2.6. _ ‘ © BEY Arriéa wiede det geröhnlihen Redming nad) 1016 Sabre von fiedenzehn Köntgen und dreyzehn beftandigen Nechonten beherricht. (Meurf, de reg. Ath. 111, 16.) Auf diefe folgten im erften Jahre der fiebenten Olpm: piade zehnjährine Archonten: und endlid) ¿wey und fies benzin Sabre fpâter (Ol. 24, 1.) foldje, die alle Jahre abrocchfeltem. (de Arch, e, 4,9.)

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Erfes Bud. nichts großes entwerfen und ausführen fonnten, und in einem Zeitraum von fed)s Jahrhunderten nicht einen ein: zigen merfwürdigen Krieg führten, denjenigen ausgenom: men, in welchem Kodrus fiel. Themiftofles war der erfte Schöpfer ihrer Gahiffare und Handlung, in mele hen beyden fie noch Furz vor den perfifden Kriegen von den Bewohnern der Éleinen ufel Aegina übertroffen wurden. Unter fofchen Umftanden alfo ftanden in dem dürfs tigen und bedrängten Athen, fowobl als im Friegerifchen Sparta der Entftehung und Ausbildung von Künften und Wiffenfchaften unibermindliche Hinderniffe entgegen. Von feiner Stadt in Griechentand ließ es fid) fo fehr, als von Korinth erwarten, daß fie die Aufflärerinn der übrigen Büifer hätte werden müffen. Cie war zwar eine der jüngern Städfe, und zu den trojanifd)en Men nod) von den Königen in Mpfene abhängig, allein fie murde in den drey folgenden Syahrhunderten fo biühend, daß fie vom Homer den Beynahmen der Reichen erhielt*), Durd) ihre vortheilhafte Lage wurde fie nicht nur der Mittelpunct des Handels, melden die Griechen in und außer dem Peloponnes mit einander führten, fondern aud) eines beträchtlichen Theils des aftatifhen Handels, der durch ihre Häfen nad) den weffliden und nordlichen Gee Die Korinthier fol: genden Europens getrichen wurde, [en ferner im erften Sabre der neunzehnten Olympiade, die erften großen bemwafneten Schiffe, in welchen drey Reihen von Auderbänfen über einander errichtet waren, erbaut = und vierzig Jahre (pater den von ihnen ges grin: *) Man febe Strabo VIII. 580. 581, <#) Thue, 1.1.3.

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gründeten RorÉpreern die erfte Seefihlacht geliefert haben, Sn diefer Stadt (chien fic alfo alles zu vereinigen, was das folummernde Genie erweden, und große Gedan. — fen und Erfindungen veranlaffen fonnte. Allein wenn man bie fabelhafte Erfindung der Mablerey, oder vielmehr Zeidhenfunft*), ausnimme; vielweniger Wiffenfchaft, fo ift feine einzige Kunft, in diefer Mutter der alt: griechifchen Handelsfläbte entftanden, fondern fie find ihr ‘alle von Afien aus in einem nicht geringen Grabe von Bollfommenbeit überliefert worden. Strabo**) fage daher auch nicht, daß Mahleren, D'aftif, und andere Rúnfte in Korinth entbecft, fondern nur, daf fie in diefer Stade und in Sifpon erweitert worden, und nadiber in ihnen immer gebführ hätten. Diefe Unfruchtbarkeit des Gei. ftes der Korinthier ift allerdings eine eben fo rärhfelhafte als merfroürbige Erfcheinung; allein fie Éommt mir dod) immer weniger fewer zu erflären vor, als eine andere, daß fid) ndmlid) unter ifnen, felbft in den Zeiten der Srepbeit, niemals große Redner ausgebildet haben, oder dau. 1) Plin. XXXV.3, De pidturaeinitiis incerta, nec infituti operis quacftio eft; — -Graeci autem alii Sicyone, alii apud Corinthios reportam: omnes umbra hominis lineis circcumduGis «e, — Inventsm lincarem dicunt a Philoele Acgyptio, vel Clesnthe Corinthio, Primi exercuere Ardices Corinthius, & Telephanes Sicyonius, fine ullo etismnum colore: — Primusinvenit eas colorare — feted abantiurs Corinthius dec. - * **) Strabo VIII. 586. pause yae ue evravda noes ey Diuvovi neendy yerDiunrs Kas FAASINMy KES TADOS Y TOUTE npseeyioe.

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Eıfied Buch. dautende Schufen von Weltweifen errichtet worden. — Wenn man die Gründe auffud)t, werum die Beherrfdjee rinn gmeper Meere, -und die einzige Befizerinn des grita ifen Handels, in welchem fie in Europa lange gar Feine Nebenduhleriun hatte, dennod Kiinfie und wife fhaftlihe Kenntniffe nicht felbft erfunden, fondern von den viel jüngern afiatifhen Stäbten, unter denen eine jede die Vortheile des Handels mit vielen andern theilen mußte, empfangan babe; fo ¡ft es leicht, aufden Gedanken zu fommen, daß vielleicht eine harte Regie rung die glücklichen Wirkungen ves Handels und des Daraus entftehenden Wohlftandes gure gehalten babe. Bey einer genauern Prüfung aber findet man bald, daß diefe Bermutfung ganz unbaltbar fey, denn erfilid) muß es einem jeden beyfallen, daß cine Staatsverfaffung, mele che die Entftegung von Künften gehindert Batte, gewiß aud) Handel und Schiffart würde gehindert oder zernich« tet haben. Ferner lebrt die Gefchichte, daß Rorinth*) nad) der Kúdtfebr der Herakliden obngefábe viertehalb Hundert Jahre von einer Dynaftie von Königen regiert wurde, die fede milde herrfchten, und mie in allen bri, gen aft = griechifchen Staaten fehr eingefchränft, und mehr Heerführer, Richter und weife Narhgeber, als unum. fchränfte Despoten waren. Diefe Familie war die der Bafchiaden, reld)e von den Bezwingern des Peloponnes eingefegt worden war, und von dem vierten Könige ihrer Stammes den Nahmen empfing. Jn der Folge Hore zwar die Förigliche Würde in diefem Gefhlehteauf; af fein das leztere behielt dod) immer die hödyite Gewalt, #) 11, Diod, 635, xo,

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und mählte aus ihrem Mittel jährliche Prytanen, welche die Stelle des Königs vertraten, und an der pige der übrigen Bafchtaden die öffentlichen Angelegenheiten bee forgten. Die Regierung diefer Prytanen, die neunzig Sabre dauerte, muß fehr fanft gemelen.fepn, weil die Rorinthier und übrigen Griedsen die Derrfchaft der Kypa feliden, weldye dle Bakdiaden verjagten, in Wergleis hung mit dem Ariftofratifchen Negimente der {estern als Harte Tyrannen verabfcheueren. Gelbft diefe Kypfeliden, die fid) ohngefähr vier und fiebenzig Fabre auf dem Throne erhielten“), waren, gleichden Pififtratiden in Arhen, oder den erffen Rónigen in Sprafus und Agrigent, niche foro! Bebrider als Wohlthäter des Volfs, das fie nad ihrem Willen leiteten. Wenn fie aber aud) um ihe ver eigenen Sicherheit willen einige der ihnen angedichtes ten Gewaltthatigfeiten wirflid) verúbe hätten; fo würde man fie defimegen nicht für Feinde und Zerftöhrer von Künften und Wiffenfitaften Halten fónnen, Wielmehr muß man aus dem Ehrennahmen des Weifen, den Periander erhielt, und aus einer Stelle des Ariftoteles**) fchließen, daß fie Gönner und Belohner von Künftlern und Didtern waren, und dal fie ihre Schäze dazu an: mendeten, große Werke zu errigyten, die ıhren Kuhm 3 2 und *) Von Olymp. 30. bis 49. I. Arift, V. 12, de Civit, e») de Civ. V. 11. Kar To ere mou TES ALXOMEVES, TUgavyinov. — Hogzdesyuo de vers OTE Tlueceysdes cts e AsyuRTov, “as TE avadnpare TY Kupeñid:lov, xs re OAuu- TE î omodouyois UTO y TW error, 67-7] Toy Tees ZA MOY E0Y% Morvngaresd.

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Erfted Bud. und Größe der Nachwelt verfündigen fonnten, — Sollte es fic) endlich aud) bewelfen laffen (was man gewif nie. mals wird darthun Fénnen) daß die drey KRypfeliden Künfte und Künftler eben fo fehr verfolgt, als fie nad) den übertriebenen Schilderungen der griechifchen Tyrans nenhaffer ihre Mitbürger gemißhandelt und beraubt has ben; fo würde man gar den Grund angeben fénnen, marum unter foldjen Würerichen die Rünffe zugleich mit der Freyheit entweder entflohen oder geftorben feyn; aber man voúrde nod) nicht die Frage beantwortet haben, warum fie nicht vor diefen Zeiten der‘ Unterdrüdung, in dem nod) ungefhrwächten Korinth entftanden feyen? Die Herrfaft der Kypfeliden fälle viele Jahre hinter die bite henden Zeiten der Schiffart und des Handels der Korine thier, und viel (pater, als biefe zuerft in Griechenland Kriegsfehiffe erbauten, und der mächtigften unter ihren Pflanzftädten -ein Seetreffen lieferten. Da nun die Nichteneftehung der Künfte in Korinth bey dem vorause gefezten großen Wohlftande diefer Stadt, weder in der Grundverfaffung derfelben, noch in irgend einem andern gebenfbaren Hinderniffe gefuché werben Fann; fo muß man nothwendig annehmen, daß ihre Handlung und GSchiffare niche fo ale, und ihr Neichthum nicht fo groß gemefen fer, als einige fpätere Schriftfteller geglaubt, oder einige Ausleger aus ihren unbeftimmten Zeugniffen ges fdloffen haben. ch) gebe gerne zu, daß Korinth zu Homers Zeiten, der ohngefähr hundert Sabre vor dem Anfange der Olympiade iebte, in Vergleihung mit den übrigen Städten des alten Griechentandes reid) genannt werden fonnte; allein wenn fie fo mächtig gemefen ware, als fie fede Menfchenalser nachher wurde, fo würbe fie wahr

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wahrfeheinlich, gleid) ben afiatifdjen Griechen Factoreyen und Pflangórter in Aegnpten, an der Küfte von Afien und am féroarzen Meere angelegt, oder auch felbft nad) Star lien und in die Ynfeln, die zroifchen Gicilien und Gries henland liegen, ihre Kofonien früher bingefhidt haben. Unter den legtern war Feiner vor der zehnten Olympiade gegründet, und fie mad)ten zufammengenommen faum den zwanzigften Thell von denen aus, welche Milet allein ausgefandt hatte. Die Korinthier magten aud) nie fo melfe Neifen, als wir gewiß wiffen, daß die afiatifhen Griechen nad) den Phoniciern und Karthaginienfern uns ternommen haben; ja fie waren nicht einmal die erftern Erfinder der Cilbermünze, die ohngefähr vierzig Jahre vor dem Anfange der Oipmpiaben von einem Argiver Phidon auf der Gnfel Drigina zuerft gefchlagen feyn foll *). Wie unbedeutend der Neichtfum und Handel von Kos rinth, und wie groß zugleich die Armuth des übrigen Griechenlandes, bis an die fünf und fiebenzigfte Olym«, piade gewefen fey, erhellt aus folgenden Nachrichten und Erzählungen der bewäbrteften Gefdichtfchreiber **). Vor der Regierung des Ipdifchen Königs Gyges fanden fic in, Delphi weder filberne nod) goldene Schäge; fondern alle Gefdenfe, die man bis dahin dem Apoll gebeiligt hatte, toaren von Erz, und beftanden nicht einmal in Statüen, 3 3 #) Heyne Comment, fec, p.49. fone de Caftoris Epochis Tom. Il, Goguet vermuthete, aber ohne allen Grund, daß man ¿rar früher filberne Münzen gekannt Hätte, daf aber Phidon ihnen zuerft eine bequeme Form gege: ben babe, und defivegen für den Erfinder derfelben in Griedenfand gehalten worden fey. | q **) Theopomp, ap, Athenaeum VI, 4. p. 231, 32. Her,

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Eres Bud. fonbern in Dreyfüßen. Gyges, Kröfus und die ficilias nifchen Könige Gelo und Hlero, waren die erften, die den Tempel zu Delphi mit goldenen und filbernen Runftwerfen fchmicten. och zu den Zeiten des fegten Iydie (chen Königes war Griechenland fo leer an edlen Metal len, daf die Spartaner, die den Apoll zu Ambftà übers golden wollten, nicht fo viel Gotd, als dazi erfordert tourde, in ben reichften griechifchen Stdoten auftreiben fonnten, fondern gesungen wurden nach Gardes zu (his cfen und es einzuhandeln *), Viele Oinmpiaden nachher war der große König von Sprafus, Siero, lange in Berlegenbeit, wo er tas Gold befommen möchte, aus welchem er eine Siegess gottinn und einen Dreyfuß, die er nad Delphi fhiden wollte, verfertigen laffen Fönnte, bis er es endlich in Roe tinth bey einem einzigen reichen Manne fand, der aber auf diefen Schaz viele Jahre gefamlet, und ibn bey Kleinen Summen zufammengefauft batte. — Die Folge» zungen, die aus diefen Factis fließen, find fo auffallend, und drängen fid) einem jeden fo ganz von felbft und ohne alle Anfirengung auf, daß ich niche nórbig zu haben glaube, meine Sefer aufmerffam darauf zu machen, wie dürftig das ganze Griechenland, und feibft das wegen fet» nes Reidehums und Handels fo fehr berühmte Korinth war, da es den Spartanern gar nidt, und dem Hiero hur mit der duferften Mühe einige Pfund Goldes vera féaffen Éonnten : und mie wenig es qu verwundern fey, daß ©) Serodet erzähle die Sache mit einigen andern ms ftanden, als Theopomp. Bu den Hauptfactis aber ftimmen bende gufammen,

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daß Künfte und Wiffenfchafter., die Immer nur Töchter, oder ungertrenniidie Gefdbrtinnen des Ueberfluffes und der Pract find, fid) in einem der alt -griechifd;en Staa« ten bis auf die funfzigfte, oder gar bis auf die fiebenzigfie Olympiade gezeige: haben **), = Et nachdem die Griechen die Perfer bey. Marathon und: Piatàa, und die Karthaginienfer in Gicilien überwunden, nachdem die Phofenfer den Apoll zu Delphi, und Alerans der und feine Nachfolger die veihen Bölfer in Ufien und Africa geplündert Hatten, erft-denn wurden Gold und Sil. ber in Griechenland gemein, uud diefe merfwirdigen Begebenheiten brachten aud) außerordentliche Wirkungen hervor, von. denen. ich au ihrer Zeit umftändlicher reden werde. ©So.natürlid es einem jeden: nach ben angeführten Gründen fcheinen muß, daß im alten Griechenlande wee der Künfte nod) Wiffenfdyaften vor ben oben angegebes nen Zeitpuncten entftanden; eben fonatürlich wares, daß fie von den afiatifchen. Griechen früher- erfunden und vera vollfommt murden:. ble ¿mente wichtige Unterfudung, au der ich jezo fortgebe!Die afiatifchen Griechen theilten fic in eben-fo viele Stämme als die Curopaifdyen ab, und maren alfo entweder aus dolifden oder jonifdjen. oder barifchen Städten entfprungen. Unter diefen Famen die Acolier, die von Theffalien ausgegangen waren, am früheften in Mfien an **), befezten zuerft die den Hellespont begrins B 4 genden #) Siehe die ziweyte. Denfage am Ende-des. Aéfdjnitts. 9%) Man fehe Strabo XU. 872. 73 Her. l.ıgı:45. Die Aeolier brachen vier Menfenalter vor den Sottiern auf, famen aber erft unter dem dritten. Führer, und

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Erftes Buch, genden Sander, unb zogen fi nachher tiefer in diejenigen Gegenden herunter, die von ihnen den Mabmen Aeolis Sie erbauten auf dem feften Lande zwölf empfingen, Städte *), welche man die alten in Bergleihung mit denen nannte, bie nachher auf Tenedos und fesbos ere richtet wurden **), Niche zur Zeit der Nückehr der Serafliden in Afien an. — Ucber die älteften Wanderungen der Griechen find die beften SoAriftftetler mit einander nicht cinia. Thufydides fage ohne Einfhränkung, dag alle Pflanzftädte der Gries hen in Afien erft nad) dem trojanifchen Kriege geariin: det worden wären. (1. 12.) Strabo hingegen nenne meb: tere Sufeln und Derter, felbjt in Pamppilien und Cte licien, die von Argivern oder auch von den Seraffiden vor den trojanifchen Zeiten befezt worden. (Man fehe VII 858. 59. XIV. 483.990. 902.) Das leztere bes Bauptet er ansdriteflid) von Kos und Salifarnaf. Pans fanias endlich (VII. 2.) giebt def Zug der Sonier nad) Afien für den älteften unter allen aus: ziveen ausges nommen, in deren'eriterm Solaus, ein Bruder Sohn „des Herkules, die Thespienfer und Arhenienfer nad) Sardinien geführt, und in deren giventem Theras von Theben die Lafedàmonier und Minyer, welche Pelasgus aus £emnos vertrieben hatte, nad) der Iufel Kallithe gebrad)t, die nachher den Nabmen Thera erhalten Babe. — Unftreitig aber find mehrere Städte in Lucien, Pamphilien und Cilicien glei) nad) den trojanifdhen Zeiten von Griechen erbaut worden, die vor Troja ge: fochten harten, und an die eben genannten Küften von Aficn verlagen wurden. Man fehe Serab, XIV» 984. #) Her. 1149: 151, Diefe Städte waren Rima, Laviffa, Neon Teihos, Tenos, Killa, Notion, Aigiroefa, Pis tana, Agra, Morina, Grynia, Smorna, welche fezrere ihnen aber abcenommen wurde. 8%) Lozbos allein hatte funf Stadıe. Diefe murden die jtins gan aerannr, weil die Acolicr vom feften Lande an die Snel, und nich" von ven Snfeln aufs fefte Lande ges gangen waren, Her, tbe

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Niche lange nad) der Nieverlaffung der A-olier in Afien, gingen Neleus und andere Söhne des Kodrus, die fic) wegen der Erbfolge nicht vereinigen Eonnten *), mit den Goniern, welche die Achder verjagt harten, und einem großen Haufen von Chentheurcen aus allen übris gen Gegenden von Griechenland nad) Afien, mo fie eis nen anfehnlicyen Strich Landes wegnabmen, und ¿mólf Städte entweder mit Gewalt eroberten, oder auch von Sie erfoblugen die Einwohner, neuem errichteten. **). die fie vorfanden, ein Gemifche von Sydiern, Kretern, Pelasgern, Sclegern und Rariern, und theilten nicht nue ihre Befigungen, fondern aud) ihre Weiber und Töchter als Beute unter fie aus ***). Bald Bs 2) Man fehe Pauf, VII 1-3, Strab, XIV. 938. ®*) Her, I. 145, & Script. mod, cit. Scrodot glaubt, fie hätten grodlf Städte errichtet, oder befezt, weil die Vos nier vormals in Peloponnes eben fo viele inne gehabt Hatten. Bon den gswdlf Städten der jonifchen Griechen lagen dren, nämlich Mile, die mitternächtlichfte unter allen, Mins und Priene in Rarien: feds in Lydien: nämlich) Ephefus, Rolophon, Lebedus, Teos, Klazos mene und Phofda, zu denen Herodor nod) Eryihta auf der von Lydien herauslaufenden Halbinfel, und die bey. den gegen über liegenden fhônen Enlande, Chios und Samos, rechnet. Zu diefen zwölf urfpränglid, jonijhen Städten fam in der Folge nod Smyrna hinzu, wel: Hes die Kolophonier eroberten, und mit Soniern befesten. _ à 599) Man fehe Herodot, Strabo und Paufanias an den an: geführten Orten. Der erfiere merkt noch an, daÿ die fari: féen Weiber fic) duch einen Eid verpflichteten, nies mals mit den Männern, die fih ibuen aufgedrungen Hatten, gu fpeifen, oder fie bey ihrem Nahmen zu tufen,

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Ered Buch. Bald nad) biefer glücklichen Unternehmung der jos nifchen Griechen, machten fid) die Dorifchen aus dem Pes loponnes gleichfalls auf). Sie bemädhtigten fic) der fddnen Snfel Los und Rhodus **), und gingen dare auf ing fefte Sand über, wo fie épnbus und Salitarneÿ anfegten, Alte diefe griechifthen Pflansflädte führten unter fic) eben die Regierungsform ein, die zur Zeit ihrer Grüns dung im ganzen Mutterlende allgemein war. Giemähl« ten nämlich aus den Sefchlechtern ihrer Führer entweder einen, ober wenn diefer ihrer und ihrer Familien. mehr rere waren, ‚mehrere Könige ***), die aber nichts wenie ger tufen, und da diefer Schwur der Mutter nod) von den fpâtern Töchtern zu feiner Zeit gehalten worden fey. : *) xiv. Strab. 965. #*) Der dorifhen Städte twaren eigentlich fechs: orey auf NRhodus, Londus, Salybus und Ramitas: eine auf Sos, die mit dicfer Snfel gleiden Nahmen hatte: und endlid) Knidus und HalifarnaB, welche feztere fie aber von ihren gemeinfchaftlichen Feften und Zufammenkünf: ten ausgefchloffen, weil fie einen uralten gettesdienft{is chen Gebrauch verlegt hatte. Herod. I. 144. #x®) Herod. 1.147. Paul. VIE 1:3. der die erften Stifter ber jonifhen Städte, und die Familien, aus welder nachher Könige gewählt wurden, faft alle nennt, Ferner Strato XIV. 938 und Vell, Paterc. I. 1-9. Die Famis fic des Androklus, des Grinders von Ephefus, und eines rechtmäßigen obus des Kodrus genoß nod) fans ge nachher, da die Eonigliche Gervalt abgefhaft war, außerordentliche Chrenbeseugungen vor ihren übrigen Mitbúrgern. Alle Perfonen aus diefem Gefchlechte Batten bey öffentlihen Sufammenfünften den Vorfiz: | ferner das Recht, Purpur und einen Königsftab zu: tras

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ger als unumfchränft, und mie in den Heldenzeiten ibero Haupt nur die erften Feldherren, Richter und Opferpries fter ihres Volfs waren *), Ungeachtet ferner alle Gries den, die aus demfelben Gramme entiprungen waren, gemeinfchaftliche Getter, Tempel, Felle, Opfer und gemiffe Derter hatten **), an denen fie fid; zu qeroufen Zeiten verfamleten; fo machten Dod) weder die jouitren nod) borifchen nod) äolifchen Etädte jemals, wie die Ras tier und £pcier thaten, einen Bund aus, durdy welchen fie in einen einzigen mächtigen Staafsförper mären ver: einige worden. Cie wählten aud) niemals BVerfamlungse plage, an welchen fie entweder beftändige Abgeordnete aus allen Städten unterhalten, oder wohin fie wenige ftens zu gewiffen Seiten Abgefandten gefchickt hätten, um fic) über Angelegenheiten des ganzen Bundes zu berathe fiblagen. Bon den äfteften Zeiten an führten daher Städte, die gleidyen Urfprungs waren, mit einander Krieg, obie daß ihre übrigen Schweftern folche Streitige feiten zu fehlichten gefucht, oder die Eámpfenden Par: thenen / tragen, und befagen endlid) das ausfhliegende Pete: fterchum der clenfinifdhen Ceres. — Sehr unredt alfo fagte Gogner CP. ML. p. 412.) daß die jonifchen Städte in Afien eine republicanifhe Staatsverfaffung angenommen Hatten, weiß ein folches Regiment zur Zeit iGeer Erbauung im eigentlihen Griechenlande allgemein ges worden fey. Diefer vortreflidye Gelehrte macht hier eis ; nen Anadronism von wenigftens fünfbundert Jahren. ©) Ariftoretes fehildert fic fo: UL de Civ. to. Kueses de nov ras TE KATA TrodEpoy nyepovics, uoti Tov Jucimy, F TETOS, oe un ÎeguTIvoI. TOS DOS EXQIOV. Ot) Her, I, 144, 148, veti 1005

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Erffes Buch. tbepen ihre Waffen niederzulegen gezwungen hätten, Eben fo wenig fan man einzelnen Srâbten, wenn fie von Barbaren überfallen wurden, zu Hülfe, um einen gemeinfchaftlichen Feind mit gemeinfchaftlichen Kräften zurüdzufclagen. Wenn endlid) auc) der größte Theil von Städten, die zu elnerley Nahmen gehörten, in eine zelnen Fällen gemeinfchaftliche Entfchliefungen faßte; fo fonnte dod) eine oder einige fic) ganz abfondern, ohne fic) der geringfien Untreue oder Verrätherey (quidig zu machen *). Diefe áltefte Verfaffung der griechifchen Städte wurde, ungewiß in weichen Zeitältern, wahrfeheinlid)aber zroifchen dem Zeitalter des Homer, und dem Ans fange der Olympiaden nicht wenig verändert. Die Ed: niglide Gewalt wurde abgefhaft, und es entftanden allenthalben Ariftofratien **), die bald wiederum entwes der in Despotien, oder aud) in eine nod) härtere Dligarchie úbergingen ***), Durch die legtere vorgúglid) murs den alle afiatifd)- griechifhe Städte gendthigt, fic felbft: unumfehränfte Herren unter dem Nahmen der Aefymnes ten zu wählen, und diefen entweder auf Seitlebens, oder aud) auf gewiffe Jahre die bôchfte Gewalt zu übergeben, i #) Diefe Säze werden durch mehrere Facta, Diefe die id) in der Folge anführen werde, beftárigt. Man fehe unterdefjen De 1° état & du fort des Colonies dec, p. 228. 29, €*) Dergleichen waren in Bolopbon, Arift, de Civ, IV, 4. in Ephefus: Strab, I. c. in Phofda, deren verjagte Eins - wohner fie, wie befanne ift, in Marfeille wieder ere neuerten. = © ss) Dies wiffen toit aus dem Befpiele von Milet, und dem Beugniffe des Ariftoreles. Strabo XIII. 917, 18. Arift, de Civ, Lil, 11.

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Diefe Aefymneten nennt Ariftoteles Wahldespoten, und er unterfcheidet fie von Tyrannen nicht durch eine befchränf: tere Macht, fondern allein dadurd), daß jene nicht mit roiderrechtlicher Gewalt, fondern gefezmáfig und mit dem guten Willen ihrer Micbürger, die fid) ihnen untermore * fen hatten, Berrften, und daß fie fich felbft durch den bewafneten Arm ihrer Unterthanen, nicht aber nach Art der Tyvannen, durd) Wachen und Hotten von Ausländern zu fhüzen fuchten*). Solde WAefymneten feinen im Seite + alter ber fieben Weifen in allen großen Städten regiert zu haben; wenigftens trug Pittafus und rabrícheintid) auch Kleobulus **) diefen Nahmen; und eben diefe Mans . ner gaben allem Bermutben nad) den meiften Städten ihre vorige Negierungsform, cine gemäßigte Ariftofratie, wieder. 5 Unter der fanften Regierung min, deren die grie. Hifchen Kolonien in den erften Jahrhunderten nad) ihrer Gründung in Ufien genoffen, und deren mohlthäs | tige Einflüffe weder durd) innere Unruhen, nod) durd) auswärtige Kriege geftórt wurden, nahmen Bevölferung und Wohlftand in unglaublid) fdnell fteigenden Graden gu. Nicht aber bloß Srenbeit und Nube, fondern auch die größere Sructharfeit des Bodens, den fie bebauten, und die Schönheit und Milde des Himmels, unter mele them fie wohnten, und mit welchem Herodot Fein andes res Klima auf der ihm befannten Erde zu vergleichen roufte ***), am melften aber ihre glückliche Sage, waren die *) Arift, UL 10. 11, be. 2%) Canviv, Sap. inter Opp. Plut, Ed. Reifkii T. VI. p. 563. 80%) Her, 1.142.149. Die Aeolier hatten ein frudthareres Erd: reid), als die Sonier, aber ein weniger [ones Klima.

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Bowie Erfes Bud. die UrfahM, daß fie bald die Staaten des europäifchen Haft alle Griechenlandes fehr weit hinter fid) ließen. griechifche Städte, fomobi auf dem feften Lande Afiens, als auf den Snfeln, waren unmittelbar an der Eee ers baue, und haften die ficherften und geráumigften Häfen vor, und die reichften blühendften Sander, fydien, Phrygien und Kappadocien, hinter fih*). Von diefen erhiels ten die jonifchen, dovifdjen und dolifchen Griechen nicht nur mehrere Handwerfer, Manufacrıren und die Ane finge verfiebener Künfte, die ihren europäifchen Brite dern unbefannt waren, und ihnen felhft unter andern Um: finden nod) fange unbefannt geblieben wären, fondern fie wurden auch, weil fie das ganze Geftade des Meers, bie Mündungen der Ströme, und alle übrige Ans:und Eingänge befezt harten, die einzigen ausfchtieñenden Abs nehmer der natürlichen und fúnfilidien Producte diefer finder, und die einzigen Zuführer aller Waaren, die diefe brauchten, und denen fie nad) ihrem Belieben Preife | fegen fonnren. Eme faft nothwendige Folge aller diefer Vortheile mar der Eifer, mit melchem die griechifchen Dflangitante fic) gleich nach ihrer Entftehung auf Handel und Schifs fart legten. Man Fann zwar die Gefthichte von beyden nicht mehr vollftändig befchreiben, noch aud) genau die Stuffen anzeigen, die fie in einer jeden Stadt erreicht haben; aber fo viel láRe fich im Allgemeinen fagen, daß die Gonier, deren sage allerdings günftiger, als die der übrigen afiati(dyen riechen war **), früher und weiter +. gefchife *) ©. unten die dritte Peylage. ##) Es läßt fi) fein anderer Grund als Mangel einer vor theilhaften Lage augeben, warum die Griechen, die

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gefchift und gehandelt haben, als die Dorier oder Aeo: lier ®), und daß unter den Soniern fid) wiederum die Beroohner von Milet, Kolophon, Samos und Phofia vor allen übrigen durch ihre Thatigfeit und ihren Elba nen unternehmenden Geift ausgezeichnet Haben, Die Milefier erbauten an den Küften des mittelänbifhen und fhwarzen Meers fünf und fiebenzig, oder gar adıtzig Pflanzftädte **), und fie waren es and) vorzüglich, die, wo nicht früher, dod unter dem Dfammetidjus ***) feften > Zuß fid) in Lucien, Pamphilien und Cilicien niedergelaffen Hatten, niemals zu einer fo ausgebreiteren Handlung, und Bis auf die Zeiten der Römer aud) nicht zu einer folgen Cuftue gelangt find, als ihre Brüder melon die fic) in Ravien und Lydien gefezt Hatten. Die er: ftern waren mit lauter armen und räußerifchen Völkern umgeben, mit denen fie öfter Eviegen mußten, alsfie mit ihnen Handeln fonuten. 9) Unter den dorifchen Griechen thaten fih die Nhodier, und unter den dolifhen die Bewohner von Lesbos, bes fonders von Mitylene am meifien fervor, Beral. Heyne Comment. de Caft, Epochis p, 42 & 58.) Als fein beyder_igte Sdhiffare und Neidthúmer waren doch viel geringer, als der Handel und Wohlftand der gros fen jonifhen Städte. Die Stadt Nhodus, die lange nad) dem Zeitalter der ficben Weifen erbaut wurde; XIV. 965, Strab.) hatte erfî das Glick, der Hauptfiz der griehifhen Handlung, Weltwweisheit und Deredto famfeit zu werden, als Athen und die afiatifhen Städte den größten Shei ihres ehemaligen Glanges verlohren hatten. Hievon werde id) zu feiner Zeit umftändlicher veden. ©) Das erfte fagt Senec, ad Helviam I, 6.; bas andere Plinius V, 29. WOH) Seither als die Negierung des Pfammetichus fann man eine daurende Befannt[daft der afiacifehen Griechen mir

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Erftes Bud). Fuß in Aegypten faßten, die ferner den übrigen afiatie fren Griechen ben Eingang in dieses Sand dfneten, und unter dem eben genanuten Könige fomobl als unter bem Amafis die einzige Handelejtade Aequprens, andere Sactorepen errichteten *). und viele . RKolophon wurde nod) vor dem Gyges, der im erjten Fabre ver fünf und ywans zigften Olympiade faro, fo reid), Daß die begüterten Bürger den bey weitem größern Theil ihrer Einwohner ausmathten**), Die Samier fchiften querft nad) Spa: nien, und diefen abmten bald vie Phofáer nad), von welchen feztern Herodot noch fagt, daß fie unter den Grice chen zuerft lange, oder geräumige zu weiten Seereifen gefhichte Rauffarthenfchiffe gebaut batten ***), Go natürlich es war, Daß die vortheilhafte Lage der griechifch- afiatifchen, befondersder jonifdren Erädte, — Handlung und Schiffare veranlaßten; eben fo narürtid folgten auf bende Vermehrung von Reichthiimern und Kräften. und Erfindung oder Vervollfommung non Handwerfern, Manufacturen, fdaften. Künften und Wiffene Die Mache und Tapferfeit von Milet und Rolo» den Aegnptiern wohl nicht anfezen, Die Sonier und Karier, die dem Pfammerihus nachher fo große Dienfte leifteten, und fo foniglid) von ihm belohnt wurden, ftiegen nicht vorfeslidy, fondern durd) Morh gezwungen, ans ägpptifche Ufer aus; fie raubten und plünderten Hier, wie anderswo, und waren, wie aus der Erzahs lung des Serodore erhellt, den Aegyptiern eine ganz neue Erfcheinung. #) 152:54:178. Il. #) Arift, de Civ. IV. 4, 49) Her. IV. 152. Man fehe Heynii Comment, fee, de Caft, Epochis p. 61, it, Her, I, 163,

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Kolophon waren fo groß, daß fie zu Sprüchwörtern Une laß gaben *), die nod) fange nach der Serfióbrung oder dem Verfall bender Städte fortbauerten. Die Mitefier behaupteten ihre ¡Srenbeir und Unabhängigkeit während eines Zeitraums von anderthalb Sabrbunderten gegen die Angriffe der mächrigften Ipbifchen Könige; und unges achtet **) oft viele Sabre hinter einander ihre Felder vers wiiftet, ihre Srudhtbäume adgehauen, und ihre Heerden teggetrieben wurden , fo blieben - fie doc) unbeswingbar, weil ihre Stadt die Königinn des Meers war, und durch ihren Handel fic leicht alles Nothwendige verfchaffte, und allen Schaden wieder erfeste, Kolophon entrif den Aeolieen das fhône Smyrna, und wehrte fic) eine Zeit» lang gegen den Indifchen Gyges; allein fie unterlag ende lid), wie Smyrna und Priene diefem Könige oder feia nem groebten Nachfolger, von welcher Zerftöhrung or eben diefe Städte, Œmyrna ausgenommen **), fic) bald müffen erboblt haben, Rrófus mar der erfte, der dle-afiatifhen Griechen alle tiberwaltigte +), und das ganze Vorderafien bis an den Halys beerrfchte ++), j Bon #) Man fee über die Milefier Athen, XIL 523. Ariftoph. Plut. 1002 xcsActs For’ yoo AKA NATIA, und über die Rolophonier XIV. .953. Sırab. Die Reue teren der Kolophonier war fo.berühmt und tapfer, da fie affenthalten, wo fie fid) zeigte, den Sica entfchied 20 8 (fest Strabo hinzu) «o ray worgomıev exdeJava Tay Aeyerav, ov KoroQowe evrebirev, Pe Le Teros erireQn BeBocioy ro rexyuari. . an) Smıyena blieb nad) der Zerftorung dued) die Lydier . 14. 19. A, hundert Jahre wüfte, Strab, XIV, 956. 44) Strab, XIV, 1068,

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Erfte8 Buch, Bon den Manufacturen, welche ble afiatifchen - Griechen mit der allmäligen Erweiterung ihres Handels entweder erfunden oder vervollfommt haben, fehmweige id), da wir zu wenig umftändliche Nachrichten von ihnen has ben, und das, was uns :davon in alten Schriftftellern aufbehalten iff, von Goguet vollftändig ift gefamlet wore den. Von dem Fortgange der Kunft aber will id) die merfwürdigften Data, die fic) im Herodot, Pliniusund Paufanias finden, Eurz zufammen faffen, theils um gue Erklärung des Urfprunas der Wiffenfchaften vorjuberei» ten, theils um die Bewunderer der afiatifhen und africanifchen Nationen zu überzeugen, wie wenig die afiatie {cen Griechen den auf ihr höhers Alterchum fo ftolzen Barbaren, und wie viel hingegen das europäifche Gries henland feinen Pflanzftädten zu verdanfen hatte, wiena« fürlich es endlich fey, daß einige Rünfte glei) nad) der fiebenzigften, andere nad) der achtzigften, und nod) ans dere nach der neunzigften Oinmpiade in Gicilien und Athen den höchften Grad ihrer Bortreflichkeit erftiegen, Die afiatifhen, vorzüglich aber die jonifchen Gries chen erfchufen die fhönen Künfte entweder aus mehr oder weniger plumpen Handwerfen, ober fie zogen fie auch | ohne alle Mufter und Vorbilder aus ihrem eigenen, durch alle Arten günftiger Einflüffe befruchteten, Genie hervor. Das erfte fann man von der Mufif, der Plaftif, der Kuni Metalle zu verarbeiten: das ardere von der y Baufunft Sculptue in Marmor, von der Mablereund von den {y= Mufif behaupten. Da die Griechen ihre diern und Phrygiein erhalten haben, ift febon oben bes merft worden; daß fie aber auch) eben diefe phrygifche und {ydifdye Mufié veredelt haben, müßte man, wenn

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es aud) nicht durdy ältere Ueberlieferungen beftätige würde *), allein aus der großen Zahl nicht nur in ihrem Zeitalter, fondern aud) in allen nächftfolgenden Fahre hunderten bemunderter Dichter fchließen, die unter den Regierungen der Leyden fezten Idifchen Könige, oder aud) Fury vorher und nachher fangen. Die Plaftif ere fanden die Griechen eben fo wenig als die Mufif, und es ift zuverläffigfalfch, was Plinius fagt, daß Nboefus und Theodor von Samos die erften Bildner gewefen feyen, ungeachtet id) ihm gerne zugebe, daß man Werke aus Thon fchon fange vor der Vertreibung der Bartiaden aus Korinth im Baterlande des Pythagoras gearbeitet habe**), Die eben genannten Meifter lebten zu einer Zeit, wo viel fhmerere Künfte fon fehr ausgebilder waren, und alfo eine der feichteften und einfachften nicht erft entdecke werden Éonnte. Die erften roben Bildnereyen empfingen die Griechen enfroeber von den Flüchtlingen aus Afien und Aegypten , die fid) unter ihnen niederliefen, oder fie fans ben fie aud) bey ihrer Ankunft in Afien unter den Spdiern und Phrugiern vor. Cie abmten alfo anfangs nach, Boblten aber ihre Worgänger bald ein, wie man zwar wicht aus der Vergleihung der Werke diefer Volfer, die fhon zu Plinii Zeiten untergegangen waren, aber dod) daraus abnehmen Fann, daß die Gefchichte die Nahmen berühmter griechifcher Plaften aufgezeichnet, und binges gen das Andenfen von feinem einzigen &ydifchen oder Phry« gifchen Künftler erhalten hat. Nod) entfcheidender tafe es fid) bartfun, daß die afiatifen Griechen nice nur Ca #) Plin, VIL 86, #4) XXXV, 12, ihre

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Erfes Buch, ihre nächften Nachharen, fondern auch die Phonicier in fúniifidien Arbeiten aus Erz und edlen Metallen fehr weit | übertroffen haben. Die beyden lesten Ipdifchen Könige Tiefen bie Fofibaren Gefthenfe, die fie aus einer Mifchung : yon Andadrt und Eitelfeit.dem Apoll zu Delphi fchicéten, nicht von ihren eigenen Unterthanen, nicht von Phóni. ciern, fondern von geicchifchen Meiftern verfertigen, unge» achter fie fonft die afiatifchen Griechen mit unverföhnlicyer Zeindfehaft verfolgten. Cin prächtiges filbernes Gefchirr, was Alyattes verehrte, und eine eiferne Unterfchaale, die Herodot zu den fehenswiirdigen Kleinodien des griechifchen Gottes rechnete, waren von einem Chicr Glaufus verfere tigt, der, wie Herodot fagt, unter allen Eterblichen die SKunft, das Cifen zu lôten, guerft erfunden hatte *), Ein anderer filberner Krater, von einem ungebeuren Umfange, das fchénfte Gefchent, was Rrófus nad Dele phi aefchidt hatte, war, wie die Diener des Apoll vere fidjerten, ein Werf des Gamier Theodorus, und Heros dot qlanbte ihnen, weil es ein auferordentliches Kunffa {iù gemefen fey **), Der joulfcre Gefchichrfchreiber alfo, der die beften Arbeiten in diefer Art fowol in Aee gupten als Phönicien und in Vorderafien gefehen hatte, fand felbit in der ungemébnlihen Kunfî, die aus dem Gee fente des Krsfus bervorleuchtete, einen Grund, warum . das lejtere von feinem audern als einem griechifchen Künftter Bervibren Fônne ***), Eben dieser Theodor war der Arbeiter des berühmten Ringes des Tprannen Poly» *) L 2. 3) 1, sl

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Polyfrates, der nod) zu Augufts und Mini Zeiten mit den fehönften ähnlichen Sunfiwerfen um den Vorzugfirice). = Salfedlidy aber werden er und Khoekus für die erften Dlaften und Arbeiter in Erz ausgegeben **). Viel glaublicher ift es, daß fie in Bildungen aus Thon, und in Statilen aus Erz alle vorhergehenden Künftter fo fehr verdunfelt haben, Ddafi man von ihnen die Epoche der fhönen Runft anfing ***), Miche bloß von den Griechen veredelte, fondern felbft erfundene und ihnen ganz eigenthimlide Künyie, fcheinen die Seulptur in Marmor, die fbône Baufunft und Mahlerey gewefen zu feyn. Die beyden erftern fteia gen bis an den Anfang oder gar bis über die Otympiae den hinauf, dle Sculprur in Marmor wurde zuerft in Chios erfunden, bald nachher aber aud) in andern Sina A Ca ‘ felta #) Paufan, VII. 140. 639. Plim, XXXVII 1, #5) Plin, XXXV, 12, & Paufan, 1, e, $62) Daf man lange vor dem Rhoefus und Theoder finftlide Arbeiten aus Erz verferriger Habe, faßt fih am univis derfprehlichften aus den beyden Thalamis beweifen, die Myron, König in Sitvon, kurz nad) der dvey und dregßigften Olympiade nach Olympia gefchenft hatte, und wovon der eine in dorifcher, der andere in jouts fer Manier verfertigt war. (Panfan. VI, 19, p 497.) Gleid) nad) dem Nboefus und Theodor aber muß die Gun, Erz und edfe Metafle zu bearbeiten, mit fihnelz len Schritten fortgesangen und vollendet worden feya, Dern die Werke, die zwifchen der ficbenzigiten und achtzigften Olympiade von Onafas (Pauf. VIE. 42, © 687. p.) und andern Künftleen, Befonders für die Rós nige und Städte in Gicilten; verfertige x bes Haupteten ftets den Muhm der hüchıtenVortveflichkei 3d) werde unten, wo es nöthig feyn wird, auf diefe Bemerkung wieder aufmer fam machen.

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Erfte Bud). fein und Städten getrieben; und Dipónus und Sénllis aus Kreta waren die erften, die um die funfzigfte Diyma piade ihre Kunft aud) im eigentlichen Griechenland zeige ten, und befonders für Sifyon mehrere Bildfaulen von Hhngefähr ein halbes Fabrbuns Göttern machten *). bert fpäter blühten Bupalus und Anthermus aus Chios, und fillten die berühmteften griechifchen Städte in Afien, und Europa mit ihren Werfen an. ie arbeiteten fo vortreflih, Daß ihre aus parifhen Marmor verfertigre Statiien noch im Zeitalter des Auguft vorzüglich gefchägt, und von diefem erften Beherefcher der Rómer neben den größten Meifterftúcien aus den beften Zeiten der Kunft, i aufgeftelle wurden **), Bon gleidjem ober noch Hiherm Alter, als die Seulptur, war die Banfunft in Kleinafien, welche die Griechen weder von den fydiern, noch Phóniciern, nod) Aegnptiern gelernt hatten nod) lernen Fonnten. Une ter diefen eben genannten Bôlfern bauten die Yegyptier am Fühnften und dauerhafteften, und eben daher braudyte Rambyfes, als er Sufa und Efbatana verfchönern molla te, nicht phönicifche, fondern dgnptifhe Baumeifter ; allein unter allen Denfmälern Aegyptens trifft man nicht die geringfte Spur von griechifchen Säulenordnungen, griechifcher Einfall, Regelmagigfeit und ESchönpeit an ***), Wenn aber auch die Ardhiteftur der Aegnptier vollfommner, oder der Griechifhen ähnlicher gemefen rare, als man nad) ihren Reften, und den úbercinftim= menden x) Plin, XXXVI. 4. **) Plin, I. c. c. 6, und Paul. IV, 30. 355. ***) Gogu. IE 127, u. f. ©.

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menden Urtheiten der Kenner glauben fann; fo wilde man doch die Gonfer und Dorier für die Erfinder der ihe rigen halten múffen, weil das, mas die Baufunft der leztern von der erftern unterfcheidet, lange vorher befannt und eingeführt war, ehe bende Völker mit einander in cie Die Säulenordnungen nige Verbindung Famen *). find fo alt, daß man bie Zeit, mann fie zuerft gebraucht worden, und ihre Entdecer in Griechenland nicht mehr angeben fornte, Später erfand man die Kunft, den Marmor aud) zur Verzierung der Böden, Dächer und Erft unter den Wände, großer Gebäude anzuwenden, Negieruagen des Alyattes von sydien, und des Kyaraz res von Medien lehrte Byzas von Raros die Gricchen, Marmorblöde in Biegelplatten zu zerlegen: eine Cutdes ung, die den Zeitgenoffen diefes Mannes fo wichtig febien, daß fie feinen Nahmen durd) Ehrenfänfen und Fre fehriften zu verewigen fuchten **), Uncer alten Künften aber ift die Mableren diejenige, über deren Erfinder und Alterthum die größten und fleipigiten Forfcher unter den Griechen am wenigften mit elnander einig waren, und über C 4 #) Die Lydier waren gewiß nicht die Lebrer der Griechen in der Baukunfl, Das reihe und nppige Sardes, das erft nad) den trojanifhen Zeiten erkaut war (Strab, Xin, 928.) beftand nod) unter der Negiernng des Dac tins Dyffaspis größtentheils aus Häufern, die aus Leim und Rohr gufammengefest waren, und die wenigen, die man ans gebacfencu Steinen aufgef ten dod) nod) Srrohdader. - uel ab, ührt hatte, als. ¿ur Zeit ihrer Eroberung Bu Sonier von ungefähr Feuer ausfam . **) V. 10, 308. Paufan, Eben daher brannte dicfe

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Erftes Buch. über welche Minius die widerfprechendften Nachrichten, wie die enfgegengefezteften slrtheile aufgezeichnet bat *). Man wufte nicht, ob die erften Mahler Aegyptier oder {ndier, oder afiatifhe oder europäifche Griechen gemefen wären; und doc) erzählte man mit der genaueften Uma flandlichfeit die verfchiedenen Stuffen der Vullfommenheit, melche diefe Kunft in Griechenland durcigegangen mar. Man nannte die Nabmen derjenigen, die zuerft nur die Umriffe von Körpern gezeichnet, die nachher eine einzige Sarbe gebraud)t, die noch fpäter bende Gefchlechter untere fchieden, die Ausdruck in Gefichter und Bewegungen der Gliedmaßen gelegt, und endlich Sicht und Schatten in ihre Gemälde bineingebracht hatten **), Wenn man bie Zeugniffe des Plinius nicht ganz vermirft, fo fcheinen die erften Anfänger der Mableren, in fo ferne fie von Seis chenfunft unterfchieden if, den Griechen eigerthümlic), und nicht weit von denen der Baufunft und Eculptur in Marmor entfernt, aber ihre Fortgänge viel fangfamer, als die der übrigen Künfte gemefen zu feyn. Denn Pas náus, ein Bruder des Phidias, war der erfte, ber zu cis ner Zeit, als die Baufunft und Sculptur ihrer größten Höhe nahe gefommen waren, Perfonen nad) bem $eben, oder Dortráte fchilberte, Unglaublid) iff es, was Dili. nius *) VII 56. XXXV. 3. 8,9. #+) Chen diefe Nachrichten beweifen tvenigffens, daß, wenn aud) die affarifthen Griechen die eigentlihe Mahlerey von irgend einem andern Volke erhalten haben, fie doch eben diefe Kumnjt in einer folhen UnvollEommenbeit em: pfangen haben müffen, daf die efenden Dinfeleyen, - dergleichen die . Griedien zuevt nadabmeten, nice einmal den Üahmen von Kunfiwerken verdienten.

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nius mit geoßer Zuverficht erzähle, daß Randaules, Kós nig in tpdien, ein Gemälde des Bulardy mit Golde aufs gewogen habe *). i = Dafi nun in fo reichen, blühenden und mächtigen - Stadten, als die griechifchen Colonien in Afien waren, folde Männer, halten muß, als wofür man die fogenannten Weiferr in dem Seitalter, in meldem fie wirflicy lebten, entftanden, ift meinem Urtheil nat meniger ju vermundern , als daf fie fic) niche viel eher gezeigt haben. Wenn man von den griechifchen Weifen fid) eine ridja tige Vortiellung machen will; fo muß man fie fid) als Männer denfen, die mit großen Anlagen des Geiftes und Herzens eine durch vieljährige Erfahrung reif gee mordene Klugheit, und alle nüzliche Kenntniffe der das maligen Zeit vereinigten, die eben diefer auferordentlidjen angebobrnen und erworbenen Vorzüge wegen, „in den wichrigften Angelegenheiten um Math gefragt, zu den größten öffentlichen Gefchäften gebraucht, und entweder zu Gefandten, oder Heerführern, oder Gefezgebern, oder Höuptern von Staaten erwählt wurden, die endlich ihre Mitbürger nicht bloß durch Beilfame Nathfchlage und Ans ordnungen, ‘fondern auch durch faßliche Gedichte, und furze Eräftige Sprache zu beffern fuchten, und die nun um dies fer mannigfaltigen Verdienfie willen von der Danfbare feit und Ehrfurcht ihrer Zeitgenoffen den Ebrenmamen der Weifen empfingen. Es Mena *) Quid? quod in confeffo perinde eft, Bularchit pi&oris tabulam, in qua erat Magnetum praelium, a Candaule rege Lydiae Heraclidarum novilimo, Mycfilus vocitatus ch, repenfam auro: tanta jam di. guatio piGurae erat,

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Erfles Buch. Wenn aud) nicht alle oder der größte Theil ber griechifchen Weifen Dichter waren, mie neuere Gefchichtfhreiber berichten *), fo muß man fie dod) gewiß ohne Ausnahme für große Staatsmänner erfennen, zu deren Nedhtfchaffenheit, Muth und Klugheit man in den gee fabvlidhften Zeitläuften, und am meiften alsdann feine Zu» flucht nahm, wenn zerrüttete und aus elnander gefallene Städte wieder herzuftellen, und in Ordnung zu bringen toaren. Um diefes zu bemeifen, hat man nicht einmal nöthig, fic) auf die Ureheile der größten Schriftfteller des Aterthums zu berufen, in meldien die griedhifchen Mela fen Haupter von Staaten, oder Eluge vorherfehende Gee fesges *) Benn man dem Diogenes und Athenäns trauen wollte fo hätten außer dem Sofon alle übrige Weifen, Thales, Pittafus (I. 79. Ath. X. 7. 427.p) Dias (Diog. I, 85.) Periander (ib, y7.f. Athen, XIV. 8.) Kleobulus (S. 89.) und Chifon CS. 68.) Gedichte meiftens in eles gifhen Versarten binterlaffen, und den Pittafus würde man fogar für den erften profaifh policifhen Schrift fteller halten miiffen. auch an fi iff, Go wenig unglaublid es aber daß die Nbrigen Meifen gleich dem Solon gefungen haben; fo fehr zweifle ich doc, dag fie, den arhenienfifhen Gefesgeber ausgenommen, ihre Weder Mitbürger durch Gedichte unterrichtet haben, Plato noch Ariftoteles nod) irgend ein anderer alter Schriftfteller vor dem Plutarch führte Verfe der bris gen griechifhen Weifen, und auch diefer ein Werk des Thales mit großer Lingewißheit an. Sn den Fragmens ten des Dias, die beym Diogenes ffeben, finder fich Fein jonifcher Dialekt, und der Snbalt der Elegien dies feg Mannes, in welden er die Glückfeligkeit Soniens sesriefen haben foll, reitet mit dem Math deffelben, den ich gleich) nachher aus dem Serodot erzählen werde,

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feggebende Männer genannt werden *); fordern man fann von einem jeden, der den Weifen zugezählt wurde, Tharen und Facta anführen, die von ihrem Eifer für das Belle ihres Vaterlandes, und ihrer Erfabrenbeit in öffentlichen Gefchäften zeugen. Pittafus, Solon, Kleos bulus und Periander waren entweder Gefezgeber, oder Heerführer, oder Vorfteher und Beherrfcher ihrer Baterfiddte **). Chiton bekleidete das Amt eines Ephorus in Sparta, und wurde wegen feiner Vorherfehungsfraft, oder feines politifhen Weißagungsgeijtes bewundert ***), Dom Thales und Bias wiffen wir zwar nicht, ob fie dfs fentlicye Würden getragen haben; aber von benden ift es gewiß, das fie Ratbgeber von Völkern und Königen waren, *) Cic. de Or. 111. 34. fed ut ad Graecos referam oratio. nem — feptem fniffe dicuntur uno tempore, qui fae pientes & haberentur & vocarentur, Hi omnes, practer Milefium Thalem, civitatibus fuls praefuerunt, Dicacarch. ap. Diog. I. go. 6 de AmeiaeVos ere copes. (Ueber diefes Wort werde id mid) in der Folge erklären) ere PiñeroPes now au TES yeyovercts, cuveres de TIVOS ueti vomoderines, Diutarh vom Solon: (Opp. I. 319. Ed, Reisk,) QidosoQiees de Te Img paria To roro, OTE? 0 FASO TAY Tore TOPwY nYaracevr und im Leben des Themiffofles (ib. p. 440.) von eis nem Dinefipbilus, mit dem der grichifite Held Umganz gehabt Babe: = — -— Tay naraneıny coPiav, goce de deworntee ro Artınyv KI decesnesoy cues, smirndeuna we Tompuere. “*) Arift, de Civ, HI, 10, Diog. I. 74. fup. cit, o ***) Diog,1. 68, 71, Herod. I, 59. VII. 239 Strab, I,

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(Gifted Sud. waren, Der leztere hielt den Rrófus von einem Sees friege wider die griechifchen Snfelbewohner zurück, und that bey ben Einbrüchen der Perfer den Soniern den Vorfeblag, den Herodot alsfehr weife pries, ihre Städte in Afien zu verlaffen, und nad Eardinien zu ziehen *). fange vorher hatte Thales die Gonier zu bewegen gefuchf, in einen großen Bund zufammen zu treten, und in Teos, das ohngefähr von allen jonifchen Städten gleich weit ente fernt fey, einen gemeinfchaftlichen Rath zu verfamten **), Eben diefer Weife begleitete den Kröfus auf feinem Zuge wider die Perfer, und führte das Iydifche Heer crocfenen Fußes durch den Halys, den er abgeleitet hatte ***). Go *) I. 27. 170. *#) 1,170. Her, + x 3%) Aus diefem Facto fann man die Nadrid)t eines Un: genannten beym Divgenes (I. 25.) widerlegen: daß Shales die Milefier von der Verbindung mit dem Kros fus abgezogen, und zu einem Bündnife mit dem Kys rus bewege habe. Mifet war allerdings die einzige jos nifhe Stadt, die fid) zum Sovus vor feinem Siege siber den Rrôfus (lug; allein Thales ann die Urfache diefes Enrfehlaffes nicht geivefen fon, weil er fic) fonft fhwerfichin das Heer des Iydifchen Königes wiirde gervagt haben. (Her, I, 75. & 169.) Aus diefer lezten Nachricht, wie aus den im Terte angeführten Zeugniffen des Hes todet, faun man ferner beweifen, daß, wenn Thales auch ein von Efrentlihen Gefchaften entferntes Leben ges führt hätte, ex fid) doch feinen Mitbürgern und Zeitges noffen nicht ganz eutzegen, nod) and der Betrachtung der Natur allein gemidmet habe, wie Heraklides er gablte. A. 25. Diog.) Diefer Soriftfteller wurde auf feine Meinung tvabrfheintid durd) das Mébrhen geleis fic) fon im Plato findet (Theaet, p, gr. Ed, ret, toas Bal.) dag nomi:9 Thales vor gar zu aufmerfamer Bes fhaunng

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Soentfernt es aud) von den Sitten und Gewohnz heiten unferer Zeit ift, bof Degierer und Ordner ganzer Staaten neben Did)tern die einzigen und erften Bolfss ‘fee féanung des Himmels nicht das gefehen habe, was ihm vor den Super lag, und eben daher in eine Grube ges fallen, und von einer barbarifhen Selavinn ausnelacht worden fey; oder er fchorfte fie auch. aus einer Stelle des Arijtoreles, wo es heißt, daß man den Thales, Anaragoras und andre zivar für weiße, aber nicht für Eluge Männer halte, indem fie bey allen den bewuns dernswirdigen göttlichen Kenneniffen, die fie befeffen, dennod) nicht ihre eigene Vortheile verftanden, und fio um menfobliche Guter bekümmert hatten (VI, 7. Ethic,) Diefen beruhmeen Schriftitelleen folgte allem Vermus then nad) Cicero, wenn er ben Thales ans der Zapf der Meifen, die Häupter ihrer Baterftädte gewefen wären, gleichlam heraus hob. 3d) mub hier noch einer Stelle des Wato Erwähnung thun, in welder ev allen übrigen alten Schriftftellern widerfprid)t, oder zu widerfprechen fheint. Er fage námtid) (p.'345. in Hipp. maj. Ed. Bafil.) baÿ alfe, oder dod) die meijten Männer, die wegen ihrer eis» heit berühme gewefen, von Thales, Bias und Pirtakus an bis auf den Anaraaoras herunter fid) von öffentlichen Gefchaften enthalten härten. Wenn Dlaro diefes in allem Ernfte behauptete, fo fann man ihn eben fo gue verfichrlich eines Serthums befchuldigen, als wenn er im erften Suche feiner Gefeze den Epimenides nur zehn Sabre ver dem erften Einfalle der Derfer, alfo im Anfange der fiebenziglien Olympiade nad) Athen fome men läge. Allein man muß annehmen, Bier wie an vielen andern Stellen, daß Dato ivo er den Sofra: tes mit den Sopbiften vedend einführt, oft nur defiwer gen den erften von der Wahrheit abmeiden, und aus feinem eigenen Charakter heraus treten läßt, wm die Tegrern dejto mehr in Verlegenbeit zu fegen. Sndem er diefe Whfiche zu erreichen fut, nimmt ev fic) feto nicht genug vor, Widerfprüchen-in Act, Denn in chen dera

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Gıfted Buch, en, die nur nd ma er rn fe es nd le al ff au fo n, re wa fefrer r den ıhrigen ähnliche Zeitalter Fannten, ihr eigenes, ode *), gewefen ift, daß man jemals durd) {olde Sprüche dere álteften WeifenumGridence welchem ev die peu Gefpràzulde,müfinfig ht, chenlandes zeigen, endaßUntfieerfdenuchfelernbenmac ic, feyen, unä Sophitten zu den Biund des Sokrates diehnlMeynung träge er durdiech Kunft des Sophiften viel alter fey, als vor: ftdaßglaubten, und daß fie von undenklichen Zeiten fie felb geblüht babe.entgegDieen,fe Des ta und Sparta Ber in Krefieb tracksung eben fo wenundig | urfleg fhn ern erjtngiten Aug ptuhngnach t derderfire hauauc if wahr, als diefe. udit, dieDiovom ffam unt21.erfRhe üche aufftomer #) Wennte,manCindieProSpr t.) ges (N. es tel t. |. e.) Ari pla ls tma he) demBerfaffer des Gaf derfieben nes (im erften Buc rrius Phateveus CAp- Stab in Se26rm8.,) Weifen.4,5.vo) mSofDeivimedes 47+ ib.)Luundud Sts obfeäuptsem(p.fapienp- 44 h vom Yufoning (p. nem gnet werden, fo endlic griedifchen in.Mefei en if tum madenn bald, daf fat ein jedzugereeimeréwúrdigeren,Denkdaeg fiebt ebenicnhtwomerdhr gewuft enitReerifn enZeitzugen efefethri fpruchGrieeichneenm jed bft fp die welcheinund ebvren, en, hab befonders inwiedenvieGale mleinunemgenjedderen felgugben beym daßs, Diogenes, Stobans, Aufonius und dem und vide Sofi unters Ì en WeiS ten vieldiee Aec der fieb bts h, Berfaffer desd.GaftEsmals ic gl mö un 30 s un iff fin s ch ben ru cho gef r Untergeghobenheit eines jeden Sp wärdjue heit ode nte, fo r betveifenwic, htunderd weMünnhemavern lohes nenauc.h fanMan fann abe und es fic glaube id), diejenigen noch am erften für altd De r doc), ten, die wir vom Plan, Ariftoteles un Get iuhals Phalereus angeführt finden. Diefe find odeallre metr cinfaltis find Beftepen meiftens unt aus geziwneyeSchrn ift: febr Wertern, da Hingegen viele bey den ubri drey nglicher und weirläuftiger find. Wenn man frellern Eü diefe

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dergleichen die der griechifhen Meifen find, den Nabmen von Weifen habe verdienen Fönnen; fo vollfommen anges meffen war der Unrerricht der griecyifchen Weijen den Bediirfniffen ihrer Beitgenoffen, und nicht weniger würs dig der Thaten, die fie gethan, der Würden, die fie bee Eleidet, und des Ebrentitels, den fie erhalten haben. Die griecbifhen Weifen lebten in Staaten, in welchen nie. nod angehohrnen mand weder durd) Erbredt, Vorfahren er. beffern von größere durd) Adel, nod) auch worbene Reidthümer zum Heer- oder Bolfsfúbrer erhoe ben wurde, fendern in weldyen man nur allein durch überwiegende Geiftesfrafte, erhabene Tugenden, und bervorftechende Verdienffe zu den höchften Ebrenftellen binauforingen, und es als eine Regel ohne Ausnahme ane feben Eonnte, daf diejenigen, die mit dem frepen Wil. fen des Volfs an der Spize deffelben ffanden, diefer ihe rer Stelle aud) allemal durd die Größe ihres Geiftes und Herzens werth waren. Wenn man alfo zu einem fol. o diefe wwahrfheinlich nicht erdichtete Sprüche der griechis féen Weifen dazu genust bat, daB man die wahre Des fhaffenheit des Unterrichts der älteften Zeit, und der Lehren der größten Staorsmánner hat Eennen lernen; "fo glaube id) niche, daß man fonft noch beträchtliche Bortheile daraus ziehen fónne, 1 Gie find alle zu une beftimme und ju allgemein, oder auch zu vielen Nip» deutungen und unridtigen Anwendungen ausgefezt, als dag man fie als beilfame Xebensregeln empfehlen der brauchen Ébnnte. Diefe Unbejtinmtheit, oder Viel: dentigfeit, oder felbft auch Unvichtigkeit derfelben fiel Thon mebrern (harffinnigen Weltweilen des Alterrdumg auf, und einige diefer Sprüche wurden daher auch als falfche Bemerkungen oder ivrefibrende Nathfchläge ber ftritten. (Man febe den 2Ariftot, I, €.)

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Erftes Buch, ' foldyen Anfehen gelangt, dergleichen bie griechifchen Weis “fen erhielten, fo muffe man feinen Mitbúrgern mebr als andere gedient, ben Menfchen mehr als andere betrad)= tet, und über den Werth oder Unwerth von Dingen, und die guten oder fehlimmen Folgen von Handlungen häufiger als andere nachgedacht haben. Die griechifchen MWeifen waren daher auch in ihrem Zeitalter am meiften geficft, weniger erfahrne und geübte Menfchen zu uns terrichten, und nicht bloß am meiften gefchicft, fondern fie muffen aud) vor allen andern geneigt dazu feyn. Denn man magannehmen, baf uneigennizige Vaterlandsliebe, oder Ehrgeiz und Rubmbegierde, oder irgend eine andere felbfträchtige Seidenfchaft, fie angetrieben habe, fid) als Gefesgeber, Magiftrarsperfonen, und Heerführer um ihre Mitbürger verdient zu machen; fo mufte fie eben diefer Patriotismus, eben diefe Rubmfude und Eigennüzigfeit aud) antreiben, ihre vorziiglichen Renntniffe dazu anzue wenden, entweder um ihren Beltgenoffen eine defto grö« © fiere Ehrfurcht gegen fidy felbft einzuflößen, oder fie aud) gu beffern und glücklichen Menfchen zu machen. — Gre Sebten Eonnten aber nicht in feinen fharfjinnigen BemerEungen über das geheime Spiel menfchlicher £eibenfhaften, und die verborgenen Triebfedern menfihlicher Hands fungen beftehn, indem die Menfchen damals noch niche fo fúnfiliche, verwidelte und gufammengefe;te Mafdyinen waren, als fie in fpätern Zeiten wurden, und Diejenigen, denen man nuzen wollte, fanden batten; dergleichen fie muffen nicht einmal vers vielmehr Turze bimbige Sprüde,, einfältige Erfahrumgsfäze, frâfrige Ermafe mungen zur Tugend, und nachbrücklidhe Warnungen vor dem Safter feyn, die fich von dem gemeinfter Verftande fajjen,

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faffen, und bem fémächften Gebächtniffe einprägen lies Gen, die endlid) ihr Gewicht eben fomohl oder nod) mebe dem Anfehen der Perfonen, von denen fie herrührten, als ihrem Snbalte zu verdanfen hatten, Sole Sprüche nun, waren nidjt bloß den griee chifden Weifen, und ihrem Zeitalter, und nicht den Griechen allein eigenthimlich, fondern fanden fid) aud) unter andern Völkern unter ähnlicyen Umftänden. Es ift feeylich nur fofratifher Scherz, wenn Plato *) feia fich in nen Sefrer fagen läßt, daf die älteften Sophiften Völker diefe daß Kreta und Sparta gefunden hätten, alle übrige griedifche Staaten an Weisheit wie an fels besübungen überträffen, daß fie aber Die erftere verftede ten, um feinen Verdacht, oder nachtheilige Aufmerf famfeit gegen fid) zu erregen; allein es it auch wiederum reine, und mit den Ausfagen aller übrigen Schrifrftelfer beftátigte Wahrheit, wenn Sokrates Hingufest, daß Pere fonen bepderley Gefthledts in Œparta von ihrer erffen Kindheit darinn gelibt würden, furse und Fräftige Ante morten zu geben, und daß daher aud) der gemeinfte Spartaner , der am wenigiten zu verfprechen fcheine, dod) immer ein gefährlicher Feind fey, der einen jeden ane dern Griechen , der fi an ihn machen wolle, durd die. Zwifchen diefen treffendften Einfälle zu Boden werfe. auf welche fie er, Spartan der n Cinfalle und en Antwort den Sprite zwifchen einen fo großen Werth festen, und chen der griecifchen Weifen, fand Plato fibon eine große Aehnlichfeit, und diefe AebnlidyFeit war nicht erdichtet, wenn #) In Prot, p, 295+

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Erffes Bud. toenn er nicht fowobl die wisigen Spottreden der erffern, und ihre beißenden Repartien, fondern vielmehr diejente gen Apophthegmen im Sinne Batte, die man als Grundfäze ächtee Spartaner, und als Denfmäler der Weisheit der Vorfahren den Nachkommen überlieferte *), Solde Sprüche wurden von Männern, die den gried)ie fhen Weifen ähnlich waren, in ähnlichen Abfichten aus» gefprochen, und brachten aud) dbnlide Wirfungen hervor. Gleid) nad) dem Zeitalter der grieifdhen Weifen folgte Hipparch, der áltefte und weifefte unter den S6b= nen des Pififivatus, den Zußftapfen, welche die erftern ihm vorgezeichnet haften **). Nachdem er nimlid) die Gedichte des Homers nach Athen gebracht, und Rapfos biften beftellt hatte, tveldje fie fingen muften, nachdem er ferner den Anafreon und Simonides als göttliche feb rer durch die alänzendften Belohnungen nad) Athen gezos gen, und mit ihrer Hilfe die Einwohner der Stade ges Hildet hatte; fo fuchte er aud) die noch rohen Sanbleute gu beffern und aufzuflären. Er ließ daher, an den difentlte chen Plájen und Straßen der Stadt, Gaulen oder Here men errichten, und diefen Hermen im elegifchen Sitben« maaße abgefaßte Sittenfprüche eingraben, damit fie von den Sanbleuten, wenn fie zur Stade fämen, gelefen, und ®) Dies erhellt aus der großen Menge von Apophthegs men, die Plutard, oder cin dem Plutard) gleichzeitie ‘ ger Schriftitelier nod) zufammen bringen fonnte. Diefe fpartanifchen Don Mots und Einfälle find aber eben fo wenig alle alt und ddt, als diejenigen, griebifhen Weifen zusignet, °°) sgasa Ds 234 dis man den

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und von biefen wiederum ihren Hausgenoffen und Mad)» baren mitgetheilt würden, Plato far uns mehrere dere felben aufbebalten, die ganz im Geifte der Weifen ges dacht und ausgedrückt find +), Was unter den Griechen die Weifen waren, bag waren uater den Römern die Cioudier, Ecävela’s, Geipionen, Meteller, befonders Caro und Morimus, Diefe fafiten, eben wie die erftern, ihre wichtigen Erfabe tungen, und die darüber angeftellten Berradrtungen in Eurzen allgemeinen. Sägen zufammen, die ganze Jahre Hunderte nadber nicht nur der Jugend eingeprägt, fone dern auch vor dem Volfeund im Senar als die Stimmen der Weisheit und Tugend angeführt wurden ++). Der Cenfor Cato mar unter allen Römern an foldjen Eprücyen, wie ars wisigen Einfällen und Gegenantworten am reichiien, und er war andi der erfte, der Sende aus dem Altesthum fame fete. Wenn man die Ueberbieihfef der alt. rémifchert Weisheit, die im Cicero, Plinius und Waferius Marie mus gerfirene find, auffuchen molite; fo würde man ges wißeben fo viele, unt aud) eben fo vortrifliche Genans Een finden, als den griethifchen Weifen gugerignet werden, D 2 Wenn %) sesyedixaie Peovov. — est de ray mom Toy xo AA ev wAANıS ¿euois TOAAG nou nara emıysysaneva. ess de nous dn veto em Tu sesenaun cow. ev © Meyer pyquo To à im Taeg. un Pidov eLamara. InEexs.lc, #9) Man fehe Val, Maxim. VIT. 2 & Cicer. de Amir. c. 2, Multa eins (Catonis) & in fenatu $ in foro vel pro. vila prudenter, vel ada conftanter, vel sefponfa acute ferebantur,

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Exftes Bud). Wenn id) nicht glaubte, daß die bisher angeführs ten Benfpiele binreichten, den rechten Gefidjtspunct zu beftimmen, aus weldem man die Sprüd)e der griedi» foen Weifen anfehen muß; fo würde id mid) nod) auf die falomonifchen Sprúd)e, und andere ähnliche Werke morgenländifcher Nationen berufen. Allein was ich ges fagt habe, iff fdjon genug, um zu beweifen, daß Furze faßliche Sprüche gleidyfam die Erfilinge des Madhdenfens, und des Beobachtungsgeiftes unter ganzen Völkern, und die Vorläufer wiffenfchaftlicher Renneniffe find *). Viel eigenehümlicher als die Sprüche felbft, fcheine bie Art gewefen zu feyn, wie die griechifchen Weifen fie zu erhalten, und auszubreiten fuchten. ie heiligten fie námlid) dem Apoll zu Delphi, und ließen fie in den Vore böfen, und an den Eingängen feines Tempels eingra« ben **), to fie noch bis auf die Zeiten des Paufanias gelefen wurden. Allein auch bierinn Batten die griechifchen Weifen in ihrem Waterlande fomobi ihre Vorgänger als Nachfolger, und auch unter andern Völkern trift man ähnliche DBenfpiele und Gewohnheiten an, Unter den Griechen legte man fon von ben alteften Zeiten nicht nur Denfmáler merfwirdiger Begebenheiten und großer Thas *) Die meiften alten Sprid)wórter in allen Spraden rife ren von Männern her, die den griechifchen Meifen ábnlid) waren, und wurden erft Spridmwirter, nache dem man die Nabmen ihrer Urhebcr vergeffen hatte. Saft eine jede Gegend, ein jedes Dorf, ja eine jede Familie erhate gewiffe Sprüche von Männern, die in ihrem Leben, megen ihrer befondern Klugheit und viele jährigen Erfahrung, berühmt waren. **) Plat, in Protag, p. 295, und Paul, X, 24. c, 857. po

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Thaten, nidjt blog Gefese und Verträge von Staaten, fondern aud) wichtige Werke, Beebachtung und Erfins dungen in bem Tempel irgend einer Gottheit nieder, theils aus andächriger Danfbarfeit gegen die Gstter, von wele den man alle guten Gaben ableitete, theils aber aud) um nüzlichen Werfen und Entdecfungen ein größeres Ans feben, eine längere Dauer und ausgebreitetere Nüzlichkeit, wie dem Erfinder defto fchneflern und größern Nuhm zu verfihaffen, Alle diefe Swecfe, befonders aber den leztern fonnte man vor der Gewohnheit, Meifterftücke der Kunft und des Genies den bey Olympia oder an andern Spies len verfamleten Griechen vorzulegen, auf feine fiderere Art erreichen, als indem man fid) mit allem, was man ers halten, oder befannt gemacht wünfchte, an ben Tempel irgend einer weißagenden, oder heilenden Gottheit wandte, nach welchem täglich aus allen Theilen von Griedyenland, und felbft aus fremben Sindern, ‚ganze Schaaren von Pilgrimmen zufammen floffen, die fic) alle Seltenheiten und Merfmardigfeiten der heiligen Derter zeigen und ers fláren tießen. Aus einer, oder einigen, oder allen von mir angegebenen Urfachen beiligte Palamedes die von ihm erfundenen Würfel der Fortuna zu Argos, und ein gee miffer Alerander ein Pfalterion, mas er verfertigt hatte, und für fein vortreflichftes Werk hielt, der Diana zu Ephefus*). Eben biefer Göttin widmete nachher Seraflit fein Werk über die Natur der Dinge, fo wie alle Genefende, die ihre Gefundbeit bem Aesculap fu. dig zu feyn glaubten, die Gotterfije deffelben mit Täfel: chen anfüllten, auf melden die Heilmittel angeseigt ra» *) Pauf.Il,20, Athen. IV, 29,c, p.183,

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Exftes Bu. ren, wodurd) fie von ihren Krankheiten und Uebeln was ren befreyt worden ®). Unter den Ausländern tibergab Hanno, wenigftens einer grieifden Sagenach, feine Era zäblung von der Umfchiffung von Africa den Prieftern tes Saturn in feiner Warerftadt **), und in Rom tief Decimus Brutus Verfe feines Freundes Accius in alle von ihm errichtete Tempel und Monumente eingraben ***), Auch unter den Arabern des fechften und fiebenten Fahre Hunderts rourben diejenigen Gebichte, bie den größten Deyfall des Volfs und der Gefhmaesrichter empfangen hatten, mit goldenen Buchftaben auf Seide gemalt, und im Tempel zu Mecca aufgehängt +). Sntem alfo die griechifchen Weifen ihre Denks fprüche nad Delphi fwicten, folgten fie bloß einer alten Eitte, die auch noch lange nad) ihnen gebräuchlich blieb; und indem ihre Gedanken über dem Eingange des Teme pels des Apollo eingegraben wurden, erhielten fie eine Ehre, die vielen vor ihnen, und auch nach ihnen, fomobl unter den Griechen als andern Nationen aus ähnlichen Urjachen ergeigt wurde, oder erzeigt worden war. Eben diefe unter den Orieden mehr als unter andern Völkern allgemeine Gee mobnbeit, große Werfe, Erfindungen und Denfmáler merfwürdiger Handlungen und Begebenheiten den Gite tern zu widmen, mar-der Grund, warum die Priefter in den älteften Zeiten faft die einzigen Bewahrer und Befiger #) Strab. VIII, 575. & ib, Cafaub, #*) Men fehe Holft, Notae ad Porph, vit, Pyth, p 98, Ed Rom. 298) Cicer. pro Archlac. IJ, Val. Maxim, VII, 14, +) p. 7. Richardfon's Differtation on the litterature, Lane guages and Manners of Eaftern Nations,

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zer nüzlicher Renntniffe, und der älteften Befchichte und Ueberlieferungen waren, und warum die berühmteften “Gitterfize fo fleißig von den erften Weltweifen, Aergten und Gefchichefchreibern befucht murder. © Pythagoras wandte fid) alfenthalben an die Priefter und Priefterinnen, daß der famifche Welt und fetft Ariftorenus erzählte, weile einer Priefferinn zu Delphi vieles zu danfen hätte *). Herodot empfieng gleidjfalls viele alte Sagen, beforders über die Gefidte der Gorter und Religion in Dodona und andern geweihten Plägen, und Sippofrates fol einen großen Theil feiner Wiffenfhaft aus den Heilmite tein gefchöpft haben, die er im Tempel des Aesculap zu Kos vorfand **), Eben fo merfwirdig als die Sprüche der Weifen, iff der Gefchhmad an Ratbfeln und Griphen, mit deren | Erfindung und Auflöfung fid) unter den griedifchen Belo fen ***) vorzüglid Bias, Kleobulus und deffen Tochter Kleobulina oder Eumetis, und unter den ältern Dichtern Sappho, Achilohus, Gimonides und Theognis befhäftige zu haben feinen. Mad) den Ueberbleibfeln zu ure thellen, die am meiften das Gepráge des Alterthums an fid) ragen, und von den angeführten Echriftftellern dafür ausgegeben werden, waren die Käthfel, modurd die Weifen Griechenlandes fid) geoßen Ruhm erwarben, entweder unbeflimmte Fragen, die auf mannigfaltig richtig fheinende, aber nur auf eine einzige treffende Art | 4 Beant. _ ©) Die Stelle verde id) unten mit mehrern andern anführen, es) XIV, 972. 99%) Athen, X. 15. bis ans Ende des Buds. Diog. I, 69. Au& conv, Sap, inter Oper, Plut, VI, 569, u. f.

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Erftes Buch, beantroortet werben fonnten, ober es waren aud) Bee freibungen, die beym erften Anblide auf gar feinen mirflien Gegenftand, bey näherer Unterfuchung abet auf viele Gegenftände' anwendbar fdjienen, aber doch ima mer etwas unerflärtes übrig behielten, bis man auf die Sache fiel, die gemennt, und deren Merfmale auf eine Man vermirrende Art angegeben worden waren *), in freund« Graudhte fie nicht bloß an Gaftmälern “*), oder foaftliden und feftlichen Zufammentúnften, als Mittel der #) Die Erklärung eines Näthfels vom Kleard) beym Athendus (I, c. p. 498) iff viel zu enge, Griphen, und paßt nur auf wie man fie zu feinen Zeiten hatte, und brauchte. yesPos (fagte et) meoßAnun ess maısıKov, Meosanrınov TE die Cyryncews éugew TH davor Fo reoBAnSev, TINS n EIN AB Kove esenpevov. Die meijten Näthfel, die Diogenes und der Verfaffer des Gaftmals der fieben Weifen anfühs ren, fcheinen alt zu fepn, und ftimmen mit denen überein, die thenáus S. 451 und 453. ane führt. Sd) fege OEARIOTATOS yesPevew nur fury folgende Worte per: BESS AoysKos YerDos, Kas TS Te Qurews CIKELOTATOS, TI mavres E exisceperos Ödwoxouev; nou Ts Tauro Bde HK TAVTANE} KAI TECOS TETOUS, sv Bediw Kos Em Yns, Th TAUTOY Koes ev Sorarrys u. fi 1. | #) Sleard urtheilte febr richtig, tvenn er beym Athenáus (©. 457.) fagte: Tav ye:Pav i Cyrnois 8x Ao. Tee PihocoPias ess Kets è Fadeso THY TIS mroudeies codes És ev veros emogvro. itrte aber gewiß, wenn er Bingufezte: Et meo [3mA- Ac) Yag FAQ TES TOTES, EX WTTEE cs vuy eeu

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ber Unterhaltung, und als Ermecfer der FroplichEeit, fondern die weifeften und vornehmiten Perfonen, feibft Könige legten fie fich einander vor, um geqenjeitig ihren Stharffinn auf die Probe zu ftellen. Eine glücdtiche Aufe löfung berfelben murde für ein fiheres Merfmal von Weisheit gehalten, und überdem noch. wie es fibeint, in den meiften Fallen durd) anfebnliche Gefdrenfe und Preife beloßnt, fo wie aud) wiederum das Befenntniß, borges legte Griphen nicht entratbfeln zu fónnen, aufer dem Befenntniffe in einem Kampfe tes Genies überwunden zu feyn, faft immer eine beträchtliche Gelübuße, oder So reifte eine Róniginn andere Strafe nach fic) 309. um die Weisheit hinauf, Serufalem aus Arabien nad) des Röniges Salomo, beffen Nubm durch alle unliegende Sie Sander erfcholfen war, auf die Probe zu fegn. legte ihm allerley Marbfel vor, und als der ifraelitifhe König diefe glücklich aufgelöft hatte, ließ fie eine Menge von Roftbarfeiten, mwobrfdeintid als den Preis der bes tune 5 TOYTES HAANAKS, TiS TOY AQeodioscessxeov ouve duacpov, n 715 4 mois 1x vs noises 4 TIS cone pouorares. Die Aufgabe und Auflfung von Rath feln wurde erft fpäter unter die Deluffigungen der Ta: fel aufgenommen. -Man belohnte den glicéliden Na: ther durd) Kränze, oder lauten Depfalfs der ungfüd: fiche Hingegen mußte einen Becher reinen ungemifchten Weins austeinfen (Clearch. ap, Ath. ec.) — Biel fonderbarer it cs, daß drey famifche Siungfrauen an den Seften des Adonis vorgelegte Griphen in Werfen aufibften. Die Beyfpiele, die Achendus anführt, be: weifen, daB diefe Fefte des Adonis in Samos ausge faffener, als die Bacchanalien unter den Römern iva: ven. (451. ©.)

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twundernswürdigen Fähigkeit des großen Nathers, zus Außer den Griechen, Aeanptiern, Arabern, Sfracticen (deinen auch die älteften Skythen Käthfel für Probierfteine von Weisheit gehalten zu haben. Denn als Darius Hyftaspes auf feinem unglüclichen Zuge wis der fie den dufierfien Mangel an $ebensmitteln zu leiden anfieng; fhiekten fie ihm einen Vogel, einen Frofdy, eine Maus und ein Bund von Pfellen, mit der Mache richt, daß die Perfer, wenn fie weife wären, die Bes deutung diefer Gegenftände erratben möchten. Der Rós nig felbft glaubte darinn ein Befenntnig zu finden, daß die Sfyrhen fic) unterwerfen wollten, allein Gobrias, der weifefte unter den Derfern, fegte den Sinn ber Feinde ganz anders aus. Er überzeugte ben Darius, baß die Sfythen ibm drobten, daß er famt feinem Heere ihren : Pfeilen nicht entweichen würde, menn er nicht wie ein Grofd im Waffer (dwimmen, oder wie eine Maus ficy in die Erde verfriedjen, oder wie ein Vogel durch die Luft fliegen Fönnte **), So fehr aber auch biefe Gleihfôrmigfeit des Ure theils fo vieler Bôlfer, die zwar der wiffenfdjaftlicjen Ausbildung nicht gleih nahe, aber doch (chon alle weit von der Gedanfenlofigfeit wilder Nationen entfernt was ten, die nicht nad) Grundfäzen, fondern nad) augens blidlidien Cinfallen und gegenwärtigen Œinbrücen Hane dein, fo fehr diefe nun aud zu bemeifen fdeint, daß der Hang zu Rathfeln unter folhen Umftänden, in melden die Griechen fg im Zeitalter der fieben Weifen fanden, ¥) 1%. d. Könige 10 Cap. **) Herod, IV. 31,

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dem Menfchen ganz natürlich fenn müffe; fo wentg weig ich mir ihn doch auf eine befriedigende Are zu erflären, Die Erfindung und Aufisfing von Rátbfeln feze alfere dings allemal einen gemiffen Grad von Scharffinn vore aus, von dem man es fit leicyt vorftellen faun, wie man ihn in Zeiten, wo man Geiftesfrafte, und ihre Un: zeigen richtig zu fetsàzen nod) garnicht gemohne war, über alles Maaf beinundern Fonnte; aber fewer gu begreifen Bleibt es doch immer, wie man den Grad der Fähigkeit ober Unfähigkeit, leichte und Flare Sachen zu verdunfeln, und vorfezlic) verdunfelte aufzuklären, als einen Maas» ftab der Weisheit und des wahren Genies annehmen Fonnte, Die Erfahrung, fcheint es, mufte die Men. fhen bald lehren, daß die Fertigfeit Machel zu finden und aufsufelieGen, mehr die Wirkung einer gemiffen Uebung, alb einer ungewöhnlichen Vortreflid)feit der Verftandesfräfte fey, und daß daher mitrelmáfiige und ferbft [hlechte Köpfe es in diefem Puncte ungleid) größern fehr weit zuvortfun Eönnen +), Schon unter den Griechen waren mehrere Schrift. feller, melche die Rarbfel der griechifchen Weifen und anderer alten Wolfer mit der Epradje der alten Did)» ter, ihren Bildern und Allegorien und mit ben Symbofen des Pythagoras für einerley oder doc) fehr genau dere mande hielten **), Allein diefe verwechfelten Dinge, die #) Lacherlid) wäre es, wenn man hieraus den Schluß ziehen wollte, daß meiner Meynung nac) nur mittelmäßige Köpfe fehr glüclih, und alle Männer von Genie'un: glücklich in der Erfindung oder Auflöfung von Räthfeln feyen. #*) p. 451. 52. Athen, Le,

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Cites Buch. die wefentlich verfchieden find. ter von Volfern, Alle Völker und Did: deren Sprachen nod) arm, oder nod) wicht genug ausgebildet find, drücken häufig Gegenftände mit den Wörtern oder durch die Eigenfchaften anderer aus: das heißt, fie reden in Bildern, Ofeidiniffen und Allegovien. Allein fie thun diefes niche in der Abfiche, um fid) vorfezlich unverftändlich zu machen, und die Ges dutd oder die Gabe Gebeimniffe aufzufchließen in ihren Sórern oder fefern zu prüfen, fondern entweder weil fie für das, was fie fagen wollen, Feine eigentlid)e Aus: drilcfe finden, oder doch durd) eigentliche Wörter nicht fo ftaré und Fraftvoll ausdriden Fónnen, als fie gerne mód)s ten. Die DRarbfelerfinder hingegen unter den Weifen widelten das, was fie febr gut deutlich hätten fagen fone nen, in eine Menge täufchender Decker oder Knoten ein, von denen fie minfehten, daß fie eines jeden Scyarfjinn unauflöslich bleiben möchten. Der Gefhmadan Rathfeln verlohr fich nicht gleich mit dem Zeitalter der fieben Weifen, fondern nahm vielmehr zu. Allein er befam eine ganz andere Niche tung, als et urfprünglich gehabt batte. —Unfiatt da fie ehemals eine wirflide Befhäftigung der ernfibafteften und weifeften Manner gewefen waren, wurden fie in der Folge bloße Ergözung, von der man aber fagen fann, daß ihr Fein Volf allgemeiner, länger und in einem hoe bern Grade nad)gebangen habe, als die Griechen. Es waren nad) Klearchs Rechnung *) fieben Arten, mit denen man nid)t nur an Gaftmalern, fondern an Ses flen, *) p.448. « 16, Athen.

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ften, und fogar auf Grabfriften fpielte. Die größten Dichter fangen Râtbfel, und viele Schriftfteller +), des ren Nahmen man beym Arhenäus nachlefen fann, seid. neten ihre Gefhichte auf. Zu den Zeiten diefes Same feré aber waren fie {don verfd)munden, und hatten Tifchreden Pla; gemacht, die weniger Anftrengung ere forderten , aber der fhaamlofen Berderbniß und Ausge laffenheit der Sitten angemeffener waren. Wenn nun foldye Männer, dic fic) mie die qriedyie fehen Weifen durch RKenneniffe, Verdienfie, und befor: ders durd) Staatsfunft fo fehr von ihren Zeitgenoffen unterfchieden, unter einem jeden andern Volfe mit dem Titel der Weifen wären beebrt worden; fo -würde man Feine Urfache haben, bierinn etwas fremdes oder fonderba= res gu fuchen. Sn Griechenland aber war diefes um deffo weniger zu verwundern, indem das Wort Weife unter den Griechen fowohl vor als lange nad) bem Zeitalter der Männer, die diefen Ehrennahmen erhielten, bey weis tem nicht fo viel fagend war, als er jezo unter uns ift, und aud) (pater unter den Griechen wurde. Weife war mit gefchicét und erfahren völlig gleichbedeutend, und man nannte baber nicht nur alle gute Dichter und Riinftler, fonbern auch alle gefchicfte Handwerker, und felbft erfapre ne Schiffer und fandleute weife Männer **). Unter feis nem: *) Athen. Le, 2°) Ueber die Bedeutung der Wörter coos, coPisys, DiNocoPos, und deren Veränderungen, ferner über die Veranlaffungen zur Benennung der fieben Weifen, über ihre Zahl, Gaftmäler, und das Anfehen des Giafte mals der fieben Weifen, febe man die Fünfte Beylagy die-man am Ende diefes Buchs finden wird,

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Erftes Buch, nem Volfe alfo ¡ft es weniger auffallend als unter den Griechen, daß verebrungemwürdige Däupter oder Ratha geber und Lehrer von Staaten vorjugsmeife fo genannt wurden. Um aber das Natürliche biefer Erfcheinung nod) mehr zu begreifen, darf man nur die Gejchichte anderer Nationen in ähnlichen Zeitpuncten, uid befouders vie der Römer zu Mathe ziehen. Dieje Erdbezwinger waren toährend des zweyten punifchen Krieges, noch mehr aber zroifchen dem Schluffe deffelben, und dem Unfange des dritten, in einer Sage, die von der Sage der griedsifchen Städte in Afien im Zeitalter der Weijen nicht fehr vers (chieden war. Die Sitten ner Romer waren nämlich nod) foft ganz unverdorben, und die ächten römifchen Tugenden nicht nur ungefbwädt, fondern aud in der höchften Spannung, die fie unter dem erhabenften Wolfe ber Erde jemals erreicht haben. Mäßigfeit, Ent Haltfamfeit, gewiffenhafte Nedlid:feit, und Einfalt in Wohnungen, Gerdthe, Epeifen, und Ergóyungen mae ten nod) ganz gemeine Tugenden; und Würde des Reichs, und die Majeftät des römifden Nabmens, nicht aber perderblicher Ehrgeiz und Geminnfucht feiteten die Vater des Volfs in ihren Enrfartefungen, und trieben ihre Heerführer und fegionen unwideriteblich über alle Gefahe ren und Feinde bin. Ungeachter man mit reiten Nas tionen gekriegt hatte, und batd nachber eben diefe und nod) andere reichere Völker und Rômge übermand; fo wurde doch die unermeflide Beute, Die man gewann, nicht einigen rduberifdyen Feldherren, und ihren gierigen Nots ten zu Theil, fondern wie anverrraure Heitigthimer in die Sdpazfammer des Staats geliefert, Die größten Hele

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Helden, die die Nepublif bereichert hatten, und ihre Far milien, tearen entweder wirflid) arm, oder doch nur tooblbabend, und das Vermögen, was fie befaßen, mar nicht durch Gewaltthatigfeiten und Diebereyen, fondern durch Fleiß und Sparfamfeit errungen, Sn diefem Zeitalter nun, auf welchem der Freund und Verehrer menfchlicher BortreflichFeiten mit berounderndem Erftaus nen vermeilt, erhoben fic) Männer, dle in einem langen zum Dienfte des Vaterlandes in allen Arten von Aems tern und Gefdaften hingebrad)ten £eben die nüzlichften Erfahrungen fluger Hausvater, meifer Senatoren und gliilicyer FeldHerven gefamlet hatten, und mit der Rechte fHaffenbeit guter Bürger eine genaue Kenntnif der vatere ländifchen Rechte, Religion, Gefchichte, und alles deffen verbanden, was damals nur miffensmirdig mar *), Dergleichen waren ©. Aelius, M. Manilius, der ältere Graffus, T. Coruncanius, M, Cato, Cac, Metellus, M, fepidus, Marimus, Pauilus, und andere, deren Nahmen man im Cicero findet **), Diefe Haupter bes’ Volks, weit entferne, den lezten Theil ihres febens in ele nec unrübmliden geniegenden Mufe binzubringen, ree gierten durch ihre Klugheit und Anfeben den Staat, und erlaubten einem jeden, daß er fie entweder zu Haufe, ! oder #) Equidem faepe audivi (fagt Craffus bepm Cicero III. de orat,) de patre & de focero meo, noftros quoque homines, qui excellere fapientiae gloria vellent, omnia quae quidem tum haec civitas noffet, folitos effe compleéti, — Ueber den Marimus und Cato tverde ich gleich nachher Stellen anführen. #¥) Man febe Cis, de Sen, 17. <, de Amic, 2, & 5, de oras,

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>. 1 Erfte8 Bud, oder auf dem Goro, wo fie defimegen zu gemiffen Zeiten, fpazieren giengen, zu Karhe ziehen fonnte *), Man frug fie nicht nur über zweifs'hafte Nechtsfälle, fondern auch über häusliche Angelesenheiten; über die Verheis rathung von Kindern, den Kauf oder Verfauf von Haus fera oder Gütern, und über die befte Art feine Nedfer zu bauen und zu benuzen. ie waren fters mit Haufen der edelften Jinglinge umgeben, die man nicht blof in der Mbfid)t zu ihnen führte, um von ihnen zu Nechtsges tebrten und Nebnern gebildet zu werden, fordern um | durch ir Benfpiel zu guten Bürgern, durd ihre Ere fabrung, $ehren und Anfeben zu meifen und tugenbhaf: ten Männern, und durd ihre Handlungen zu großen Thaten ermeeft und gereizt zu werden **). Auf diefe Uma Ure bitdere fic) der Cenfor Kato in dem verfrauten gange mit bem I. Marimus, dem Erretter Roms, der ben Hannibal ermübdete, und feine Heftigfeit zuerft brad), der feinen Zeitgeneffen chen fo fehr an Renntnif des Staats und des Aiterthums, als an feldherrifchen Tua genden, Stärke der Seele und Erhabenheit des Geiftes über die abergläubijhen Worurtheile feines Volts über« — #) ©. die vicrte Beylage, welde am Ende des Abfchnitts angehängt tirò, ex) Cic. de feneét, c.Q. Quid enim eft jucundiús fe. neÑtute, ftipsta ftudiis juventutis? Anne eas qui* dem vires feneétuti relinguemur, ut adolefcentulos doceat, inftituat, ad omne officii munusinftruat 2 quo quidem opere quid poteft effe praeclarius? Mihi vero Cn, & P. Scipiones, & avi tui duo, L. Aemilius $e P. Africanus comitatu nobilium juvenum fortunati videbantur,

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f So wie Cato bas Mufter des Marimus übertra*). ftets vor Augen gehabt, und zu erreichen gefucht hatte; fo wurden er wiederum und die benden Scipionen Beye . foiele für andere, und biefe drey außerordentliche Máne cher ner muß man vielleicht für die legten £ebrer römif , Tugenden, oder wie die Schriftfteller diefes Volfs ‘agen e nbifh auslä sömifcher Künfte halten, die bald durch Alle Kenntniffe und Wiffenfchaften verdrange wurden. diefe #) de Sen, 4. Ego (fagt der ältere Cato) Q. Maximum, cum, qui Tarentum recepit, adolefcens ita dilexd fenem, ut sequalem, erat enim in illo viro comi tate condita gravitas: nec feneétus mores mutaverat, — Cumque eo quartum confule adolefcentulus miles profectus fum ad Capuam, quintoque anno poft ad Tarentum quacftor: — — — hic & bella gerebat, ut adolefcens, cum plane grandis effet: & Hannibalem juveniliter exfultantem patientia fua molliebat: — — — Nec vero in armis pracftantior, quam in toga: — — — augurque cum effet, dicere aufus eft, optimis aufpiciis ea geri, quae pro rele ublicae falute gererentur: quae contra rempublicam ferrentur, contra aufpicia ferri. Multa in eo viro praeclara cognovi: fed nihil eft admirabilius, quam quomodo ille mortem M. filii tulit, clari viri & confularis, eft in manibus laudatio: quam cum legimus, quem philofophum non contemnimus? Nec vero ille in luce modo, atque in oculis civium magnus; fed intus, domique praeftantior, Qui fermo? quae praccepta? quanta notitia antiquitatis? quae fcientia juris augurii? multae etiam, ut in ho» mine Romano, litterae, Omnia memoria tenebat, non domeftica folum, fed etiam externa bella: cujus fermone ita tum cupide frucbar, quafi jam divinarem jid, quod evenit, difcerem, neminem, illo exflindo, fore, unde

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+ Erftes Bud. diefe großen Romer nun, die gleich den griechifchen Weir fen in ihrem blühenden und reiferem Alter dem Staate in Srieden wie im Kriege gebienet hatten, und als Greife nod) durd) ihre meifen Nathfchläge ihren Mitbürgern und durch ihre Ermahnungen und Benfpiele der Jugend nz lich zu werden fuchten, erhielten vom ganzen Volfe, was fie anbetete, oder aud) fürchtend verehrte, den Mahmen der Weifen *), und man muß aus diefem Detragen der Romer und der Griechen fließen, daß alle Volfer in ähnlichen Fallen eben fo gehandelt haben, oder dod) Hane dein würden, Wenn ®) Cic. de Amic, 22, Sunt ifta, Laeli, nec enim melior vir fuit Africano quisquam, nec clarior, fed exiftimare debes, omnium oculos in te effe conjeétos: unum te /apientem & appellant & exiftimant, Tri. buebatur hoc modo M. Catoni. Scimus L, Atilium apud patres noftros appellatum effe fapientem, Sed uterque alio quodam modo: Atilius, quia prudens effe in jure civili putabatur: Cato, quia multarum serum ufum habebat, — Propterea quafi cognomen jam habebat in fene&ute fapientis, — Undc. 5. Nos autem ea; quae funt in ufu, vitaque communi, non ea, quae finguntur, aut optantur, fpectare debemus. Nunquam ego dicam, C, Fabricium, M.Curium, T, Coruncanium, quos fapientes noftri majores judica. bant, ad iftorum normam fuiffe fapientes. Endlid €, 17, de feneét, Apex autem fencétutis eft AuÉtoritas. Quanta fuit in L, Caecilio Metello? quanta in Atilio Calatino? in quem illud elogium unicum: plusimae confentiunt gentes, populi primarium fuiffe virum, Notum eft totum carmen, incifum in fepul. ero, Jure igitur gravis, cujus de laudibus omnium effet fama confentiens. Quem virumP. Craffum, nuper ’ pontificem maximum, quem poftea M, Lepidum eodem facerdotio praeditum vidimus? Quid de Paulo aut Africano loquar? aut ut jam ante de Maximo?

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Wenn die griehifchen Weifen allein um ihrer Sprache und Gedichte willen ihren Ehrennamen erhalten Hatten; fo würden fie diefen Titel wahrfcheinlich mit den Sefrdicjtern haben theilen müffen, die in oder Furs nad) ihrem Zeitalter lebten, und unter weldjen außer deny Solon, Aefop, Mimnermus, Theognis, Pbhofylives und Simonides die berühmteften waren, Die ernfthafs ten Gedichte diefer fogenannten Gnomifer haben mit den Spriichen der Weifen fomobl in Anfehung ihres Aus druds, als ihres Ynhalts eine auffallende Aebnlichkeit. Gore Sprache unterfcheidet fid) von fhlichter Profe faft ganz allein durch den abgemeffenen Numerus *) und iff durchgehends fo einfaltig, Funfilos und Belle, E 2 daß fie ¿2 - andy *) Yeh finde im Athendus über den Rythmus der alten Gnos mifer eine Stelle, die id, entweder nicht verftche, oder die and mehrere Unvichtigteiten enthält, Diefer Schriftfteller fheint nämlich zu behaupten, daß Homer deßtwegen nachläffiger in der Beobachtung des Gylbene maafes, und im Versbau gemefen fey, weil feine Gee dichte gefungen worden, und daß hingegen Solon und andere Lehrdichter mehr für die Nichtigkeit der Bersart geforgt Hatten, weil fie ihre Elegien nicht zum Sin: gen, und für mufikalifhe Snftrumente anegearbeitet Hatten, Beyde Behauptungen find eben fo fonderbar, als es falff it, daß die Werke der alten Gnomiker nicht gefungen worden find. Plato bezeugt im Anfange feines Timäus, dag man die Gedichte des Golon und anderer Gnomifer in Athen, an gewiffen Geften abges fungen habe, und Athendus felbfE evzahlt, daß fogar die Gefeze des Charondas in Athen vormals an Gaftmálern waren gefungen worden (XIV. 3.619.) Die Morte des leztern Schriftftellers, die mich zu Diefen Bemerkungen veranlaft haben, fteben im 14 Bude im adjten Capitel und lauten fo: ors de EOS THY 8OSan

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Erftes Buch, aud) einem unausgebildeten Verftande Feine Schwierig: feiten machen fonnte, Shr inhalt befteht entweder in allgemeinen Klagen über die Bosheit und das Elend der Menfchen*), über die Kürze und Zlüchrigfelt des menfch. lichen febens, über die Sreudenlofigfeit des Alters, und über die Schande und Bitterfeit der Armuth **), oder in Erhebung des Reichthums, befonders deffen, der auf eine gerechte Art erworben worden ***), oder in allges meinen unbeftimmten Empfehlungen von Tugenden, vor¿lglid) derjenigen, die in jenen Zeiten am nüzlichften und nothwendigften waren, der Eintracht, Tapferfeit, Was terlandsliebe, Mäßigkeit, der Vorfiht in der Wahl von Freunden, und der Treue in Sreundfchaften, Eiden und any oxewrare Öenewro of ergyyasos, dnAoy de eE Opece, 05 die To peperoromueras Treacy ÉLUTE THY Tomos aPeovrisi TES TOAARS 0ME= Pañss mous sixgs, nai Anyuess, eri de pessess. ZevoDavys de nots ZoXoy noes Deoyyss, mos Dour dns, eri de TMegiardeos o Kogs91os ENEYELOZOLOS, Ke THY Moov of Mn FLOTA YOY= TES TOS TO TOMporo perodiay, enzroveci TES SONES Tos ae pois Koes Th Tes TOV ergo, Hoi CKOTEII, 0705 AUTUY pnders ameQodos eso punte Auyagos, punte perggos. Cicero urtheilte von den Verfen des Kenophanes und Parme: nides, was den Wohllaut derfelben betrift, vichtiger Ac, Quaeft. IV, 23, Parmenides, Xenophanes minus bo. nis quanquam verfibus, fed tamen illis verfibus inerepant corum arrogantiam ke, *) Theng. 65. 90. **) Theog. 6. 21. 649. Y. 685) 1113, 1152, id,

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und Verträgen *), oder enblid) in frommen Betrachs tungen über die Macht und den Einfluß der Götter: daß nämlich alles Stück und Unglic, alle Weisheit und Tue gend von den unfterblichen Göttern berfomme und ab. hänge, daß fromme und tugendhafte Menfchen von ihnen geliebt, undboshafte und gottlofe unfehlbar, wenn gleid bisweilen (pat, geftraft werden **), Diefe und ähnliche Allgemeindrter machen den Hauptvorwurf der Lehre gedichte des arhenienfifchen Gefesgebers, wie feiner Seite genoffen, und unmittelbaren Nachfolger aus; und man fónnte daber faft aus der Gleichförmigfeit des Vortrags und der Gedanken fehließen, daß fie ohngefähr in folchen Zeiten und für folde Menfchen gefchrieben worden, in und von welchen die Denffprüche der griechifdjen Weifen berwundert wurden ***), 1 E 3 Bor #) V. 30. 480. 1183. **) 140. 50. £65.:70. 589. Theog, vor) Sich trete völlig dem Urtheile des Herren Hofrath Heyne bey (Vid. praef. ad Glandorfii Edit. carm. aur, p, 23.) nad) welder die Gnomen des Theognis, fo wie wir fie jezo haben, nicht ein einziges, unverftümmeltes und ‚unverfälfchtes Lehrgedicht, fondern vielmehr eine Sam: lung von Sprüchen diefes und anderer Dichter find, in weldje Trinf:und Liebeslieder von mebrern Verfafs fern eingef@oben worden. Nur mit diefer Vermuchung allein fann ‚man den Mangel des Zufammenhanges, die häufigen Wiederhohlungen, und die nicht feltenen Widerfprüche der Ueberbleibfel des Theognis erklären. — Das Fromm vederixoy, das den Nahmen des Photylides führt, Halte ich mit Scaligern für ein fh: nes Gedicht, das aber unftreitig einen Chriften zum Berfaffer Hatte. Die Empfehlungen der Jungfrauschaft und der Mildchätigfeit. gegen Arme, ferner die Mar: nungen

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Erftes Buch, Bot allen andern aber verdienen die Fabeln des Aefop Aufmerffamfeit, den das griechifdye Alterthum als einen weifen Mann bewunderte, den viele Schriftfteller unter die griechifen Weifen fegten, deffen Erzählungen Gofrates wenige Tage vor feinem Tode in Berfe brachte, und Plato allein in feiner Republic dulbete, aus welcher er die Werke des Homer, Sefiod und anderer berühme« ten Dichter verbannt batte, den aber ein elender Mind nad) unjuverlaffigen Sagen als einen häßlichen Doffenreißer gefhilbere bat *). Gelehrten Sefern brauche man nicht mehr zu beweifen, fondern man darf fie nur daran erinnern, daß Aefop nicht der erfte Erfinder der Didbtungsart war, die vonigm den Namen erhielt: daß fon vor ihm Hefiodus, Ardifod)us und mehrere andere den Xefopifchen ähnliche Fabeln erzählt hatten: daß ferner bie Aefopifchen Fabeln von ihrem Verfaffer weder in Verfe “gebracht nod) aufgefehrieben, fondern münblid vorgefras gen, und auch durd) bloße mündliche Ueberlieferungen erhalten worden: daß Sofrates, Demetrius Phalereus und andere berühmte Männer und Schriftfteller unter den Griechen ihnen ein dichterifches Gewand umgeworfen und nungen gegen magifche Bücher und gegen Unkeufchheit, endlich die Erwähnung einer göttlichen Offenbabrung vetrathen alle einen Dichter, der mit hriftlihen Relic gionsbegriffen angefüllt war. #) Eben diefe Schriftfteller, die den Aefop als einen Poffenreifer befchrieben, dachten nicht daran, daß er ein Freund und Gefandter des Krofis war, und daß die Griedjen ihn für einen fo gottwnhlgefälligen Mann hielten, daß fie glaubten: Apoll habe die Hinrichtung feines Lieblings, an den Delphiern durch fhivere Stras fen geahndet. Man fede Herod, Il, 134,

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und fie gefamfet haben: daß endlich nur der Flelnfie Theil der griechifchen Sabeln, die den Namen des Aefop tragen, vom Aefop herrühren, und die meiften, fpätern namens lofen, mehr oder weniger glüdlichen Nad)a9mern des Phrpgiers zugeeignet werden müffen? Eine natürliche Folge diefer ausgemachten Vorders faze it diefe: daß, wenn man die Natur und den Sed? der Aefopifdher Erzähfung beurtheifen oder beftimmen will, man folche Fabeln, die von den älteften Schriftftellern, einem Ariftophanes, Æenopbon und Ariftoteles anges führe werden , und von denen es alfo am wahrfcheinlich« ften iff, daß fie ct und unverfälfche find, zu Muftern wählen, und mit ähnlichen Ueberbleibfeln alter Dichter vergleichen müffe. Mad) folhen, allem Vermuthen nad), meder une tergefhobenen, nod) verdorbenen Reften zu urtheilen, waren bie Fabeln des Aefop, und feiner Vorgánger und Zeitgenoffen erdichtete Erzählungen menfchenäßnlicher Nee den, Handlungen und Begebenheiten, von Thieren, wodurd ihre Erfinder weder müffige Hörer und Sefer allein ergós gen, nod) aud) bloß im allgemeinen unterrichten und befe fern wollten, fondern in welchen fie Handlungen und Be gebenheiten der Thiere als Mufter der Nachahmung, oder als Benfpiele der Warnung aufftellten, um die Ente fchlieBungen eines ganzen verfamleten Volks in einzelnen wichtigen Fallen und Angelegenheiten dadurd) zu leiten, und ihre Mitbürger entweder zu geriffen Entwürfen auf ¿umuntern, oder fie auch vor übereilten Schritten und Unternehmungen zu bewahren. Go erzählte Steficherus den jt op die Fabel vom Pferde und Hirfhe, um fie gegen die Tyranuey des Dhalaris zu warnen, und " Yefo.

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Erfte8 Bud. Aefopus ben Samiern die Gefchichte des Fuchfes, um fie von einer ungerechten Verurtheilung eines reich gemors denen Demagogen zurück zu halten*). Aefop und Sree fichorus waren daher nicht bloße Märchenerzäßfer, fore dern Rathgeber von Staaten und öffentliche Wolksredner **), die, wie Menenius Agrippa auf dem heiligen Berge gethan haben foll ***), ihre Zeitgenoffen durch Gabeln ermabnten oder abriethen, und auf die wichtige fen Gefchäfte und Angelegenheiten einen mächtigen Ein» fluB hatten. Wenn aber Fabeln die Wirkungen Gervorbringen follten, weswegen ihre erften Erfinder fie erzählten, fo muften fie, wie die Sprüche der Weifen, und die Werfe der älteften $ehrdichter ernfthaft, faft ohne allen Schmuck, fury, und dennod) deutlich feyn, weil Fünftlide Verzierungen die Zuhörer zwar ergôgt, aber ihre Aufmerffamfeit von dem Sinne auf die CinÉteibung ge: leitet — und die geringfte Dunfelbeit und Berwirrung fie fangfamen, im Denfen ungeübten Menfchen uns verftändlich gemacht hätte. Die erzählten Begebenheiten muften wahrfcheinlih, die Reden und Handlungen der Toiere, ihren Charafteren enefprechend, die Anwendung leicht, 9) Rhet, Arift, II, 20, **) Aicoros (fast Ariftoteles am angeführten Orte) de ev Louw dure dnuayoyo, xesvopevo Tee Javars, en x. 7. À. #*®) II, 32. Liv. Sch halte es nicht für untvabrfdeintid, daß diefer Romer den Plebs durch eine Fabel nach Rom zurück gebracht habe. Sich ziweifle aber, ob der Inhalt derfelben fo befchaffen war, als Livius ihn angibr.

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feicht, und die Sebre fich felbft darbietend, und aus der Erzählung natürlidy.ausfließend feyn. Alle diefe Merk: male findet man in den áltefien Fabeln der Griechen fowohl als anderer Vólfer, und nad) ihnen Éann man in manchen einzelnen Fallen, über das Alter und Anfehen von Gedichten diefer Art, einen ziemlid) zuverläffigen Ausfprud) thun. Merkmürdig it es, daß Aefop, und auch die ere ften Fabeldichter anderer Mationen, ihre Zeitgeneffen allein oder dod; vorsüglid) durd) Handlungen und Beges benbeiten von Thieren, nicht aber durd) die Benfpiele und Mufter von Göttern oder von Helden , oder endlich von erdichteren und allegorifd)en Perfonen zu belehren, und zu warnen gefucht, haben. Dies fcheint um defto fonderbarer, da wundervolle Erzählungen von den Tha: ten und Schicffalen unfterblicher oder vergótterter Natu. ren, und Maährchen von allerley Are, in Griechenland, und auch unter andern Nationen, entweder älter, oder doch eben fo altwaren, als die Fabel im Aefopifchen Ge: fama. Alle Forfher, welche die Gefchichte diefer Didtungsart unterfud)ten, bemübten fic), die Gründe zu finden, warum man fo allgemein diefer Art Iehrreicher Erzählungen, vor allen übrigen Gattungen, den Vorzug gegeben babe. Ein jeder gab eine andre Urfache diefer Erfdyeinung an, und glaubte daber die wahre endedt zu haben, Allein Feiner bat fie da gefucht, mo fie allein ge. funden werden fonnte, nämlich in der Denfungsart der Menfchen, die zuerft durch Fabeln unterrichtet wurden. Die älteften Fabeldichter lebten in folchen Seital» fern, in welchen der größte Theil eines Volks wenig gebilder, über die Thiere des Feldes wenig erbaben, zugleich)

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Erftes Bud. zugleich mit den außerorbentlichen Gertigfeiten und Kin. ffen derfelben auf das vertraulichfte befannt war: in tele dem alfo auch der robe Dienfd) , der die todte Natur bes febfe, und (elbff die göttliche vermenfchlichte, leicht bars auf verfallen Eonnte, Thieren, deren Werke ihm eben fo unnachahmtid) als unbegreiflich waren, menfchenähn. lide Eprade, und Vernunft zuzutrauen. Der Glaube an vernünftig redende und bandelnde Thiere war vormals, und it nod) izo allen Wilden und Barbaren, und felbft mebrern halbeuftivirten Völfern gemein”), und die Ein. theilüng der empfindenden Erdbewohner in vernünftige und unvernúnftige wurde und wird nicht eher gemadjt und angenommen, als bis der Menfd) fid) ange in Städte zurückgezogen, und durd) Künfte, Handwerte, und Wiffenfchaften über die Thiere, deren angebohrne Ge(dicflichEeiten er immer weniger und weniger beobad)= tet, zuerheben angefangen hat, Die älteften Sabelerzäbfer waren daher nidje burdgebends Erdichter, wenn fie Thiere auf eine menfdendbnlide Art reden und handeln ließen, fondern fie folgten einer berrfdenden Meynung, die fid) wahrfcheinfich zu Aefops Zeiten nod) nicht ganz verloren Batte, und úbertrafen ihre Seitgenoffen nur darinn, daß fie diefe Meynung zum beften ihrer Mite búrger nugten, Sie erfanden einzelne Begebenheiten, Handlungen und Neben von Thieren und Göttern, die aber bende mit den gemeinen Begrifen ihres Zeitalters übereinffimmen muften, Wären die Menfehen nicht zu einer gewiffen Zeit überzeugt gewefen, daß die Thiere nad) Art der Menfdjen rebeten und Handelten; fo würde *) Siehe meine phil, Schriften 3ter Theil S. 78.

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die Aefopifche Fabel felbft als Erdidjtung unwahrfchein. lid) gewefen, und als foldye verworfen worden feyn. Bon Feiner andern Art von Erzählungen, fie mag früber oder fpäter ats die Aefopifche Fabel erfunden more den fepn, Fonnte man fid) fo große Wirkungen, als von derlegtern, verfprechen. Die Abendthener erdichteter Perfonen würden gar Fein Anfehen erhalten, und fei nen Cindrudf gemacht haben, weil man fie von der ere fen Jugend an von Ammen und alten Frauen in Mabrs hen gebôrt Harte. Die Schieffale der Götter waren meiftens fo fehr außer der Orbnung der Mas tur, und ihre Handlungen fo wenig mufterhaft, daß die einen felten lehrreidy feyn, und die andern faft nie mals zur Nadabmung empfohlen werden fonnten. Wahre Gefhichte gab es gar nicht, oder fie war äußerft eingefchtänft. hoben, Große Helden waren faft zu Göttern er. und ihre Thaten der Mythologie eingemebt oder angebängt. Was man aber aud) nod) von zuverläffigen Ueberlieferungen aus vorhergehenden Zeitaltern befaß, war fo unbedeutend, daß man aus ihnen nur felten Benfpiele hernehmen fonnte, die auf gegenwärtige Fälle gepaßt hätten. Die Handlungen und Begebenheiten von Thieren boten daher ben reichften und ficlidften Stof zum faßlichen anziehenden Unterricht für folche Menfchen dar, dergleichen diejenigen waren, mit welchen Hefiodus, Archilodyus, und felbft aud) nod) Aefop lebten. ' Bon Feiner Seite ift die Aefopifche Fabel den Sprüchen der Weifen und Gedichten der Gnomifer fo ähnlich, als von diefer, daß ihr Wirfungsfreis und ihre Nüzlicykeit eben fo fehr, oder and) mebt begränzt waren, als der erftern ihre, Madydem unter den Griechen Welt:

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Gaffes Bud. Weltweisheit, Beredfaméeit, Gefchidjte und drama. tifche Didhtfunft entftanden; ließen die aufgeflártern und durch Dichter und Redner vermóbnten VolFsverfamfungen fid) niche mehr durch foldhe fhmuclofe Erzählungen befriedigen, als modurd) Gtefichorus und Aefop ihre Zeitgenoffen geleitet hatten. Die Aefopifdye Fabel fanf in die Claffe von Mährchen, oder doc) — von erzählen. den Gedichten herab, von denen man mehr Unterhaltung und Ergözung als Unterricht erwartete, und die man gang für Erdichtungen hielt, weil man nid)t mehr an Sprache und Vernunft der Thiere glaubte. Unter den Griechen machte fid) daher nad) dem Aefop Fein einziger Fabeldichter berühmt, ungeachtet noch viele einzelne Fa» bein ausgearbeitet wurden. Jn biefen trat man oft aus den urfprünglien Granzen diefer Dichtungsare heraus, weil man nicht mehr diefelbigen Swede hatte, melde ihre erften Erfinder zu erreichen fid) vorfesten, Man belegte Fictionen aus der Mythologie, luftige Erzählun. gen von Begebenheiten aus bem gemeinen $eben, ja felbft folche, in denen leblofe oder allegorifche Wefen re». dend und handelnd eingeführt wurden, mit bem Namen Aefopifcher Fabeln, und glaubte, daß fie in der Manier tes PHrygifden Volfslebrers erdichtet waren. Phadrus erfuhr zuerft, daf feine andre Dicyfungsart mehr an ge. wiffe Zeitalter gebunden fe, als die Aefopifche Fabel, und daß fie unter aufgeflärten Völkern weder den; Mugen ftifte, noch den Ruhm verfhaffe, den Aefop geftiftet Denn ungeadtet der Freygelaffene und erlangt hatte. des Augufts gewiß anmuchiger erzählte, und eine fehönere Sprache redete, als derjenige, welchem er nacheiferte; fa war doch) der Benfall, den er erhielt, fo geringe und

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fo fury daurend, daß Seneca die Aefopifdye Fabel als eine Dichtungsart anfah, in welder die Romer fic) noch gar nicht verfucht hätten *). So febr aber alle bisher gefamlete Züge des Zeitalters der fieben Weifen zu einem einzigen harmoni« fen Gemälde zufammen ftimmen; eben fo febr fcheine ihnen die große Zahl von Trinf-und Siebestiedern zu wlderfprechen, an welchen Fein anderes Zeitalter fo frudht: bar war, als dasjenige, in weldjem bie Griedhifdyen Entweder zugleich, oder Weifen lebten und ftarben. aud) kurz vor und nad) ihnen fangen Ulfman, Alfäus, Sappho, Anakreon und Foyfus, deren Werke fo ausge: faffen und üppig waren, daß fie fo gar einen niche fehr > frengen Sittenrichter, der zur Zeit ber höchften Nude lofigfeit der Römer handelte und fchrieb, anftößig mur» Nicht aber bloß die ebengenannten Dichter, den *) die #) Conf, ad Polyb, c. 27. Non audeo te usque co perducere, ut fabellas quoque & Acfopeos logos, intentatum remanis ingeniis opus, folita tibi venuftate conneétas, Difficile eft quidem, ut ad baec hilariora ftudia tam vebementer perculfus animus, tam cito poflit accedere. - Die lezten Morte zeigen, daß man and) damals die Aefopifhe Fabel mehr für eine ergozende, als ernfihaft unterrichtende Arbeit oder Lectüre hielt. 9%) Quis — non intelligit, — quid homines dotifimi & fummi poetae de fe ipfis & carminibus edant & cantibus? fortis vir in (ua republica cognitus, quae de juvenum amore feribit Alcaeus? Nam Anacreontis quidem tota poefis eft amatoria, Maxime vero omnium flagraffe amore Rheginum Ibycum, apparet ex feriptis, Atque horum omnium libidinofos effe amores videmus, Sragmente Uefer Dichter finder man beym Athendus X. 8. 430. XIIL 8, 601,

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Erftes Bud. die fit ganz der Venus und bem Bacchus gewidmet hatten, und die als eifrige Diener diefer Götter berüchtige waren, fondern aud) die größten unter den Gnomifern, Solon, Mimnermus, Theognis, Simonides und Gte: fihorus priefen mit entyicfender Begeifterung die Freus den der Siebe und des eins, und munterten zu ihrem Genuffe auf *). Dies zahlreiche Chor von Dichtern, deren Stimmen fid) alle zu £obgefängen auf die gröbften und Heftighen finnlidjen Vergnúgungen vereinigten, feine einen Hang zur Ueppigfeit und Schwelgerey zu verrathen, von dem man faum begreifen fann, mie er fid) mit der Einfalt der Sitten und Denfart zufammen finden Eonufe, die aus den Sprüchen und Räthfeln der Weifen und aus den Gedichten der alten Gnomifer ber: i vorleuchtet. Um diefe dem erften Anfeben einander entgegens gefeften Œrfeinungen zu erfláren, muß man erftlid) bemerken, daß nicht immer Ueppigfeit in Schriften, Verdorbenheit der Sitten in ihren Berfaffern, oder des ch will mid) nicht darauf ren Zeitgenoffen beweift. Benfpiel manches einwens dies gegen man berufen (weil den Fönnte) daß eben der weife König, der fein Voll durd) feine Sprüche belebrte, auch der Verfaffer des hohen Siedes fey; allein gewiß ift es dod), daß Archiloe dus, der früher lebte, als man die Anfänger der Ver: dorbenbeit der Griechen mit einiger WahrfcheinfichFeit annehmen Fann, fo unfittlidy und verfübrerifd in feinen Gedichten war, daß diefe deswegen aus Sparta auge gemore #) Simonid, ap. Ath, XII, 1, Mimner. XII, 7, 8, XIII, 8. 601. Stefich,

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geworfen wurden *). Wir wiffen ferner, daß unter den Rômern, felbft in den Zeiten, wo ihre Mäßigkeit und Reinigfeit der Sitten, ihrer Tapferkeit und Baterlandsliebe gleich fam, die älteften Saturninifche und Feecen. ninifhe Gefange im Hodften Grade mutbwillig und une aüctig waren **), Unter den Griechen fowoh! als Ni: mern fchergten ferner die größten und ernfibafteften Staats» männer, Deerfübrer, Beberrfher und Weltweife, de ren Seben und Charafter meifiens ganz untadelid) waren, | in ben leichtfertigften Gedichten, deren anziehendfter Reis ihnen eben ihre Ungüchtigfeit zu feyn {chien ***), Die großen Namen diefer Männer findet man beym Plinius und Apulejus, die fid) mit ihren Bey: fpielen rechtfertigen, und deren Keufchheit eben fo mufterhaft, als ihre Schriften mutbwillig waren +). Jm alten *) Athen. VI. 3. 2%) gp. de Satyrica Poefi & Satira Rom, II. I, p. 177. & feq. “ss, Scimus (fagt Plinius, indem ev von feinen Hendekafpllaben redet, VI, 14.) alioquin bujus opusculi illam effe veriffimam legem, quam Catullus expreffit, Nam caftum effe decet pium poëtam Ipfum, verficulos nihil neceffe eft: Qui tunc denique habent falem & leporem, fi funt molliculi & parum pudici, $ — — Apul. 310. 11, Ed. Colvii & Plin. Epift. — — coepi reputare, VII 4, maximos oratores hoc ftudii genus, & in obleétationibus habuiffe & in laude pofuiffe, Intendi animum, contraque opinionem meam, poft longam defuetudinem, perquam exiguo temporis momento id ipfum, quod me ad fcribendum follicitaverat, his verfibus exoravi. Quum libros Galli legerem, quibus ille parenti Aufus de Cicerone dare eft palmamque decusque,

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Estes Buch. alten Griedenfande fann man aus Unfitelichfeie von Sohriften um dejto weniger auf Ruchlofigfeit des Charafs ters, oder Ausartung der Sitten fließen, da der Henuf finnficyer Freuden an mand)en Feften und feftlidyen Zufam« menfünften einen Theil des Götterdienftes ausmad)te. Es war alfo niche Wiberfprud oder Unbeftändigfeit, wenn Solon, Mimnermus, Simonides und andere, die in ihren ernfthaften Gedichten alle Gefchtechter und Alter zur Tugend zu erwecken fuchten, in frölichern Ges fängen gleid) Stinglingen fpielten; und eben fo wenig fann man fchlecjtweg behaupten, daß der Verfall der Gitten unter den Afiatifhen Griechen eben fo groß, als die Ausgelaffenheit ihrer Dichter gewefen feyn müffe. Ungeachtet aber die jezo mitgetheilten Berrac)tuns gen viele Schwierigkeiten in der Beantwortung einer Frage, die anfangs unauflöslich fdeint, auféláren, und ang dem Wege räumen, fo werden fie doch diejenigen, welche die Zügellofigkeit eines Alfman, Anafreon und Gbyfus nur aus ihren Sragmenten fennen, noch nicht ganz bes friedigen. Sch bemerfe daher ferner, daß gerade die fblimme Lafcivum iuveni lufum Ciceronis, & illo Speétandum ingenio quo feria condidit, & quo Humanis falibus, multo varioque lepore Magnorum| oftendit mentes gaudere virorum, ‘Nam queritur, quod - ~ fraude male fruftatus amantem Paucula coenato fibi debita fua via Tiro Tempore noëturno fubtraxerit. His ego leétis Cur poft hacc, inquam, noftros celamus amores ? Nullumque in medium timidi damus? atque Tironisque dolos, Tironis noffe fugaces Blanditias, & furta novas addentia flammas2

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{Hlimmften unter den alten Wein -und Siebesbidtern der Griechen, entweder in einer Stadt gebohren wurden, welche man die erfte Berfübrerin und Verderberin der Griedifen Städte nennen Fann, oder daß fie auch an dem Hofe des reichften, glüclichften und ausfchmweifend« ften Tyrannen des PolyFrates lebten, und daß fie endlid) etwas fpäter als die Griechifchen Belfen, und zwar in folhen Zeiten blühten, wo Weichlichfeit, Schwelgerey und alle Arten unnatürlicher Lifte das Ufiatifche Griechen land wie Fluthen überfhrernmeten, und allenthalben die fürtectihffen Verheerungen anrichteten, Diefe Sittenverderbniß ging von den sydiern aus, die unter ihren lesten Königen, befonders unter dem KRıöfus, das reichfte,, aber auch bald nachher das nichtg« würbigfte und üppigfte unter allen Afiatifchen Völkern wurden. Sie waren nicht nur die erften Erfinder der weidlidften und föftlichften Kleider und Tapeten, fone dern aud) der wohlriechendften Salben, der fecferhaftes fen Gerichte und der fchmelzendften Snftrumente *), Sie pflanzten zuerft Paradiefe oder fchattenreiche Garten, in deren Fühlenden Gängen und molliftigen Einfiedeleyen fie Erfrifchung und Rube zum lebbaftern und ungeftörtern Genuß der feinften finnliden Vergnúgungen fuchten. Sie entdeckten zuerft das Gebeimnif, aud) Mädchen zu verfchneiden, um fie gu Hüterinnen ihrer Weiber und Benfäläferinnen, und zur Berridtung anderer Gefchäfte zu ®) Athen, XII, 3. XIV, 9, 634. XV. 12. 690. exes dice Benros ems nduraSese ci Nudos, xo vo rag Avaxpsovti Adora as, ansa avi Te HT

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Erftes Bud. gu gebrauchen, die fonft männlichen Ber(dinittenen aufe getragen wurden, Als die Einwohner von Gardes fid) gegen den Kyrus, der ihrer gefdhont hatte, empörten, und Diefer fie in feinem Grimme vernichten wollte; gab Kröfus aus Siebe zu feinen Unterthanen dem erzürnten Sieger den Kath, den Lydiern, und befonders ben Bürgern der übermüthigen Hauptftadt, ftate des Sebens ihre Manne lichfeit und alle Tugenden zu nehmen, Perfern fürchterlich werden Fönnten”). wodurd) fie ben Auf diefen Vor flag des Kröfus unterfagte Kyrus den Sybiern auf ewig den Gebraud) der Waffen und friegerifche Uebungen: er fehrieb ihnen eine Kieiderordnung vor, mobdurd) fie in yoeibifche Komöbdianten verwandelt wurden, und befahl ihnen, ihre Kinder beyderley Gefchlechts in allen Kúnften der Unzucht und Verführung zu unterrichten. Die Volla glebung diefer Verordnung brachte nad) der Bemerfung des Herodot in den Sitten und der febensart der Lydier eine gänzliche Veränderung hervor. Zur Zeit diefes Gee fhichtfchreibers war es fchon eine ganz allgemeine Gee mohnheit, daß die Tochter der Sndier mit ihren Reizen mwucherten, und den Genuß derfelben an den meiftbieten» den verfauften, um fid) durd) dies fhändliche Gewerbe ._ einen Brautídaz zu fammien **), Diefe entfezliche Sittenverderbniß der fpbier vere breitete fic) fchon in den fezten Zeiten ihres Neichs, nod) mehr aber unter den Derfifdjen Konigen über die Gries ifen, befonders die Fonifdjen Städte, die daher aud) im Europäifchen Griechenland eben fo übel berüch. tigt, ‘ %) Her, I,

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tige, als die {ydier wurden *). Kolophon war die erffe Ungliidlide, die feit ihrer Zinsbarfeit und genauern Vera bindung mit den Sydiern **) ihre alte einfache mäßige Sebensart verließ, und mit einer Art von Wurh fid) in ausländifche Schwelgerey und Ueppigfeit ftirgte, Mehr als taufend ihrer Bürger prangten an öffentlichen Deta tern mit purpurnen Gewandern, die man bisher nur zum Schmud und unter die Kleinodien von Kénigen geredje net hatte, und die damals nod) mit Silber aufgerogen wurden, Weil fie glaubten, daß für die feligen Bea wobner von Kolophon Fein Augenblick {eer vom Genuß, und unausgefülle mit den ausgefuchteften Verguigunger feyn müffe; fo machten fie paOefez, bas noch bis auf die +) Athen, XII, 525. 526. @eoPeasos dev ro Tee Adovns, nos dy ou res Teves Pnos dice Tv Urrege Bonn Ts Tees, ETS Kets VUY 3] QUIN Togo dior ueeve. es) Athen. ib. KoAoDwvios 9 as Ducs Dudaeyoss TNY LOXNY OVTES THANOK EY TOUS ŒYU VOIS, ETEE es TeuQay ekanerdav meos Audes Qidsay nose CULM XIV TONTO MEVOS y 7700 CRED Loe Pao UA , ws Koes ZevoParne VOL TAS KOMAS YOUTH KOT Qnow , AQgoswas de padovres avo@ereas age Audoy, OPEL TULAVVNS nodv ETITUYEONS, NET OV ess AYogny FAVAABSEYEX Dogs exoyres, SUEIBS NTE KA EIS EBL TAV. AuxuwAco Karen AYLAMOMEY , TEECOW, Acxgros odun xeipoos devopero;. surges

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Erftes Bud. die Zeiten des Athendus fortdauerte, und das mehr als irgend etwas anders den wahnfinnigen Taumel verräth, der fie ergriffen hatte, daß Tänzerinnen, Sängerinnen, und andere Diener und Künftlerinnen öffentlicher Ergó: dungen aus dem Schaze des Volks fo reichlich belohnt toerben follten, daß fie verpflichtet wären, vom frühen Morgen bis an den einbrechenden Abend für die Unterihrer Wohlehater zu arbeiten. Aus diefem Kreife haltung unmittelbar auf einander folgender Serfireuungen des Tages traten fie, ohne fic) auszuruben, in einen andern Wirbel nächtlicher Freuden über, von denen fie fid) nicht . eher trenneten, als bis fie durd) Ginnlofigfeit und Erfôpfung dazu gezwungen rurden, Das $eben biefer Schweiger war faft nichts als ein beftändiger Kauf, oder Erholung vom Ranfd)e, und es follen viele unter ifnen gewefen feyn, die niemals weder die aufgehende nod) die-untergehende Sonne gefehen Hatten. Diefe rafende Ergözungsfucht und Prachtliebe fam von Kolophon zuerft zu den Milefiern, dann zu ben Ephefiern, und endlich zu den übrigen Jonifthen Stätten *), Am fpäteften fcheint fie die Fnfeln erreiche gu haben. Nachdem aber Polyfrates fic) der Herefchaft über Samos bemädjtigt, fid viele Eylande und Städte, felbft am feften Sande unterworfen, und große Schäge, gefammler hatte, fuf er Samos in ein ¿rentes Gardes um **), Er verfammlete nicht nur die größten Künftler, die foftbarften Seltenbeiten und Cigenthimlichfeiten aller Sander an feinem Hofe und auf feiner Snfel, und fhmücdke ®) 523. 25. Athen, **) XII, Athen, c, 9,10, p. 540. 41,

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fémiüdte nicht bloß die Stade mit den peddhtighten Were fen aus; fondern er fdjlaferte aud) die Gamier durd unaufhörliche Seite, Schmäufe und eine fic) faft nie vers lierende Trunfenbeit ein: er legte nad) Garbifthen Mus ftern Derter oder Plaze an, wo man alle Bergnügungen, die die flebe nur gewähren Fann, ohne Mühe fand, und ohne Vorwurf und Gefeze genießen durfte: endlich flößte er dem ganzen übrigen Griechenfande eben den Hang zur Sdhwelgerey und Ueppigfeit ein, wodurd) er feine Mite bürger entfräftet hatte. Diefe ungeheure Sittenverderbniß brachte faft in allen Städtendiefelbigen Wirfungen hervor *). Grangene Tofe und felbft urd) den Genuß gereiste Begierden erzeugten Berfwendung: auf Verfdwendung folgte Armuth und peinigendes Unvermögen, ben unerfättlichen Durft nad) Vergnigungen befriedigen zu Eönnen. Aus Armurh entftanden Hang zu Neuerungen, Raubfuche und Kühn heit zu den größten Frevelthaten, und aus diefen endlich entweder Tyranneyen oder Aufrubre, in weldjen die Reichen und der Pobel fi wechfelsweife verjugen, oder mit une menfhliher Graufamfeit aufrieben **). Biehifche 33 Scheel: ©) Sch werde diefe Bemerkung in der Folge bey vielen an: dern Staaten wiederholen müffen. Nuper, fagte Li: vius Cin praef.) von den Römern, divitiae avaritiam & abundantes voluptates defiderium, per luxum atque libidinem, pereundi, perdendique omnia invexere, #*) Herod, V. 28.30, Athen, 523. 26, Sn Milet lief der Pobel die Kinder der Seidjen von Ochfen zertve: ten, und als die Haupter der Ariftofratie wiederum die Oberhand erhielten, verbrannten fie ire Feinde famt Meibern und Sindern. Athen, 524.

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Erftes Bud. Schwelgerey, und entnervende Weidhlihfeit tödteten In den Afiatifdhen Griechen alle öffentlichen Tugenden, machten ihre fhwachen Bemühungen zur Wiedergewin« nung der Frepheit vergeblich, und würden wahrfcheinlich aud) den fernern Fortgang von Künften und Wiffenfchaften gehindert haber, wenn diefer auch nidjt durch den Derfifchen Despotismus wären verjagt ober erftift worden, eae Sree Erffe

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Erfte Benlage. iefe Bemerkung, daß Einrichtungen des Minos der Grund des nachherigen Rubms und Ueber» gewichts der Griechen über die Perfer wurden, Fann nies manden fonderbar fcheinen, der fid) befinnen will, daß Minos zuerft die Grmnaftif zu einer Vorúbung des Krieges und zu einer Ausbilverin ftarfer und gewandter Krieger machte, daß Lyfurg die Kretifchen $eibesübun« gen nad) Sparta hinüber brachte und vermebrte *), daß eben diefe Seibesübungen der fafebámonier eine ganze Zeitlang eine unbeftrittene Ucberlegenbeit über alle andere Griechen im Kriege verfchaften **),. und daß fie endlich von Sparta aus fid) allmablid) auch über die übrigen Griechifchen Staaten verbreitete, und die Bürger derfelben eben fo fehr, als Freyheitstiebe und Kiugheit, zu Siegern über die Barbaren bey Marathon und Platáa, und in den Gefilden Afiens gemacht habe. Die meiften Arten Griechifher Wertfämpfe waren viel älter, als die eigentlichen feierlichen Spiele, und Batten anfangs auch nicht biefelbigen Abfichten, die fie in der Folge erhielten. Die erftern fteigen bis über die Trojanifchen Zeiten, und vielleicht bis über das Zeitalter des Minos hinauf, der durd) fie mabrftheintid zur Cine führung feiner Disciplin veranlaße murde ***), an ftatt daß die älteften der lestern, die Oipmpifen, S 4 vom Sphie *) Man fehe bey Ariftox. ap, Athen, XIV, 7. 630. #*) De Civ, VIII, 4. Arift. wav) Freret in Meinoires de l’Acad, des Anfeript,

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Cris Bud, Sphitus hundert und adhe Fabre vor bem Anfange der Olympiaden, und 884 Fabre vor Chrifti Geburt geftife tet wurben *). Alle Wettkämpfe waren urfprünglid mehr funftlofe Ergözungen an öffentlichen Zufammen. fünften, oder gottesdienftlihe Handlungen, die man verftorbenen Helden zu Ehren an ihren Gräbern vornahm, als Eriegerifche Seibesùbungen, die forgfältige Borbereis kung erfordert, und dem Körper Stärfe, Behens bigfeit und Dauerhaftigkeit gegeben Hatten. Man mufite fange nad) der Stiftung der Olympifchen Spiele nichts von ftärfenden«Salben und Neiben, nid)ts von der Ent blößung des Seibes, nicht einmal von der Befränzung der Sieger mit Delzweigen **), Die Sparfaner waren die erften, welche auf ben Befehl des {yfurg bey ihren Eriegerifchen Uebungen fid) falbeten, und alle Hinderliche Bedekungen abwarfen; und ihrem Benfpiele zu Folge magfe es ein Megarenfer zuerft gang nact in den Oipme. Dies fehien gen pifden Spielen wettzulaufen ***), Griechen anfangs lächerlich), allein man gewöhnte fid) bald daran, und fahe den Mugen diefer Neuerung ein $). Faft zwei) Hundert Jahre nad) der Stiftung der Olympifchen Spiele war das Saufen die einzige Hebung, in welcher man fid) zu zeigen pflegte tt); und erft im Une fange der achtzehnten Olympiade führten green Spartaner das *) Man fehe Strabo VIII, 544-48. 9.16. 24. VI. 18. *s) Thuc. I. 6. Strab. 1. c. Paul, V, 4, 7, 8. ®%*) ib, & Meurfius de Arch. Athen. I, 4-6, +) Plato de rep, V.330. Ed, Maffey. $1) Man fehe Meurfius, Ic, bef. aber Paul. V. 8., ivo man die Zeit und Ordnung der Kämpfe, die ‚allmählich Hinzufamen, am richtigften angegeben findet.

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bas Pentathlon und Ringen ein, in welchen Seibesibune : gen fie aud) den Preis erhielten. Die Safedämonier alfo waren es, welc)e die beftigften aus Kreta empfangenen geibesübungen den übrigen Griechen mittheilten, und fie waren eg aud), die fie am längften beybehieften, da fie in ben übrigen Griedifchen Staaten auszufterben ans fiengen *), Wenn man die Urfaden auffucht, warum bie Gymnaftif mehrere Jahrhunderte den Kretern, und nachher den Spartanern eigenthümlich geblieben (en; fo findet man fie in den Gefeggebungen des Ninos und fyfurg, die von denen aller übrigen GStiechifchen Staaten himmelweit verfdieben waren, Minos bildete (und eben das that nachher fyfurg,) die Rreter in Krie ger um, bie Feine andere ihrer würdige Runft, als die des Streits, und im Frieden Feine andere eble Berdäftigung, als Jagd und Seibesübungen fannten, die ferner ~ ihre Felder von unterjocten Sclaven bearbeiten ließen È und Aderbau und Handwerfe hingegen als freyen nern [himpflich anfaben **), Mans Beyde Volfer Hatten alfo gu allen Arten von Seibesibungen überflüffig Mufe, und mutden ven ihrer erften Jugend dazu angehalten. Sn den übrigen Griecifcen Staaten Hingegen waren alle Bürger dem Aderbau und Handiverfen ergeben, und bey diefen Fonnten daher die Kretifchen und Spartani: (chen Seibesiibungen nicht eher Eingang finden , als bis Gpmnafia zu erbauen und zu unterhalten, und bis eine beträchtliche Anzahl von Mite fie reich genug wurden, ds bite *) Athen, I. (up, cit, ®*) Arift. de Civ, 11, 8. Plat, de Leg, IV. init, Ps 539:

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Cres Buh. búrgern fo begittert war, baf fie felbft bie Gymnafia oder von ihren Kindern befudyen laffen befuhen, fonnten, ohne fic) und ihre Familie einer befchwere lichen Dürftigfeit ausjufeyen, — don lange vor den Perfifhen Kriegen merfte man es, daß die Pas läftra die Œrnabrerin der Tapferkeit fey, und Polyfrae tes ließ daher alle Gymnafien als Feinde feiner Herrfcjaft zerftöhren *). Vivente Beylage. Oigo dies Nefultat meiner Unterfuchungen Fönnen vore piiglich ameen Œirimürfe gemadé werden: erfflid) aus den bewundernsmirdigen Werfen des Dädalus, wie Diodor fie befchrieben hat **), und dann aus den Gefchenfen, welche die Rypfeliden dem Jupiter zu Olympia widmeten, und unter welchen vorziiglic) der Kaften des Ropfelus merfDie einen fomobl, als die andern fdjeinen würdig ift. cin höheres Alterthum und größere Fortgdnge der Kunft im eigentlichen Griechenlande zu beweifen, als id) angee nommen habe. Was die Werfe des Dadalus bertift, fo berufe 1d) mich auf die vortrefflichen Goguetifdjen Bemerfungen Uber disfen griechifchen Bildhauer, in welchen jener auf eine unmiberieglidye Ure barthut, daß alle die großen Denkmäler, die man dem lejtern zugefchrieben habe, ere dichtet fepn ©). Ungeachtet id) es für eine fehr fühne Ber *) Athen, XIII 602. #*) IV. 319. ti. f. se) Il, 207.

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Vermuthung des Paufanias halte, daß man alle hölzerne Statiien lange vor dem Dädalus Dädala genannt, und baÿ alfo der erftere feinen Mamen von den feztern, nicht die (ejtern von ihm empfangen haben *); fo wollte id) diefe Vermuthung dod) nod) viel eher vertheidigen, als glauben, daß dieroben Statüen, die man gu den Zeiten diefes Schriftftellers für Arbeiten des Dadalus ausgab, und die er felbft auch dafür hielt, von der Hand diefes al: ten Künftlerd gemefen feyen **). Man darf nur bedenken, daß Dädalus nahe an funfzehn hundert Fabre vor dem Paufanias lebte, und daß die Werfe, dle man ihm ¿ue eignete, faft alle von Holz waren, um fid) zu überzeugen, daß fie eben fo wenig von ihm berrübren fonnten, als die Stattien ád)t waren, die man vom Refrops ***) oder den Töchtern des Danaus +) gebeiligt, oder aud aus Slium herübergebracht glaubte. Wie wenig man fic) auf die Meberlieferungen und Angaben der Griechen bey Denke malern und Perfonen aus einem hohen Alterthume verlafe fen fonne, erhellt unter andern daraus, daß man den Sfyllis und Dipoenus, die um die so Olympiade bah: ten tt), und den Beard)us von Rbegium, der die bron« gene Statüe des Jupiters in Sparta, deren Theile mit Nägeln zufammengeheftet waren, verfertigt hatte tit), für Schüler des Dädalus bielt. Wollte aber jemand alle die Uebers # IX, 3. **) Gr nennt fie I, 27, p, 63, IL 44 p. 121, Bef. DIL 37. 198. 74) Plin, XXXVI, 4, +11) IL 32,187. S, IM. 17, p.257. Pauf.

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Erfies Buch, Ueberbleibjel vergefner Rünfiler, - die man im groenten Jahehunderte nach Chrifti Geburt als Werfe des Dá: dalus verehrte, biefem Zeitgenofjen des Minos mirflid) gueignen, fo würde man daraus nichts für die frühen Gortgdnge der, fehönen Kunft in Griechenland fdpliefen Fónnen. Sie waren námlid) ohne alle Ausnahme höchft unvollentet, und für bas Auge der Kenner beleidigend *), und es fand fid) darunter eine Venus aus weichem Steine, die nicht einmal Füße, fondern ftatt deren einen unförm» lichen loc hatte **), Man Fönnte aus diefer Nachricht die gewöhnliche Mennung, die für mid immer etwas unwahrfcheinliches gehabt bat, bezweifeln: daß fon Davalus die Phönicifhen und Xegyptifchen Mufter, die zu jeinev Zeit nicht felten in Griechenland feyn Fonnten, über: troffen, und feinen Bildfäulen geben und Bewegung ge: geben babe. Gelbft die Statúe des Apoll zu AmpÉlá, die man, glaube ich, nicht älter als die funfzigfte Olympiade machen fann, war, Mund, Hände und Füße ausgenommen, weiter nichts, als eine eberne Säule ***), Der Kaften des Kypfelus, deffen Befchreibung beym Paufanias +) Herr Hofrath Heyne vortrefflidh ere láutert bat, verdient in der Griedifhen Kunftgefchichte die größte Aufmerffamfeit. Diefer Kaften war aus Ces dernbolz verfertigt, und mit Basreliefs und Figuren aus Eifenbein und Gold auf allen Seiten gefhmüdt. Um das hohe Alrertgum deffelben zu beweifen, darf man fich nicht *) Pauf, II, 4. p. 141. **) IX, 40. 793. #ws) III, 19.257. Paul. 4) Y. 17e 419. 1 f.

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nicht auf die allgemeine Sage berufen: daß Kypfelus gleid) nad) feiner Geburt vor feinen Nachftellern darinn verftedt worden; aud) nidjt auf die Vermuthung des Paufanias, daß der Korinthifche Dichter Cumelus, der nad) Grerets Meynung um den Anfang der Olympiaden febte, der Verfaffer der Snfchriften fey , modurd) die Bedeutung mehrerer Figuren beffimmt wurde, aud) endlid) nicht darauf, daß der Künftler zu den Zeiten des Pan» faniag gänzlich unbefannt war. Das hohe Aterthum diefes Werfs wird durch die Charaktere oder Buchftaben, die darauf vorfamen, und die felbft dem Paufanias oft unfeferlich waren, und durch die furchenmäßige Schrift une tolderfprechlic) bargetban. Bende Mennungen über die Zeit, wann der Kaften verfertigt worden, faffen fic) vertheidigen: fomobl die, welche ihn über die Geburt des Kypfelus hinaus, als die, tvelche ihn in die Negierung diefes Königs, oder feiner beyden Nachfolger fest. Sür die erftere fann man die Ucherlieferyng der Priefter in Olympia, das Urtheil des Paufanias, und vorzüglich den Grund anführen: daß, wenn die Kypfeliden dies Werk hätten verfertigen laffen, fie alsbann wahrfcheinlid) dem Künftler befoblen haben würden, ihre eigene Samiliengefchichte darauf vorsue ftellen. Die Verfechter der ¿reyten Meynung Fönnen fic vorzüglich auf die Stelle des Ariftoteles *) berufen, more inn er von den gebeiligten Denfmälern redet, an welche die Kypfeliden die Schäze der Korinthier verfhmoendet Batten, und zu welchen der Griechifche Weltweife allem Bermutben nad) aud) diefe foftbare Rifle vechnete. Swen. *) V.11, de Civ,

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Erfied Bud. Qweytens Fönnfe man auch diefes erinnern, bag die Kifte des Kypfelus ein zu prachtiges Gerath für eine nice , berrfäyende Familie gewefen fey, Wenn man die Griine be für bende Mepnungen unpartheyifd) gegen einander abs wiegt; fo fann man faum anders als der erftern feinen Die Stelle des Ariftoteles fcheint hier Benfall geben, nid)t anwendbar zu fepn, da der Kaften des Kypfelus, fo prächtig er aud) war, fdjwerlid) als ein Werk anges feben werden fonnte, das zur Erfchöpfung der Korinthier vieles beygetragen habe. Und gegen den zweyten Grund. kann man mit Herrn Hofrach Heyne einwenden, daß alle alte und vornehme Gefchlechter Schäze hatten, aus mele hen fie die Gaftfreunde befdyenften, und morinn fie die Gefchenfe von Gaftfreunden nicberlegten, und daß alfo ber Raften des Kypfelus vermurhlid) auch ein Kleinod eines folchen Samilienfchages gewefen fey. Man mag aber beytreten, melcher Meynung man will; fo wird man immer gefteben müffen, daß die Frage, wann dies Runft. merf verfertige worden? viel weniger wichtig fey, als wo es, und ob es im alten Griechenfande, oder in Kor rinth fel6 gemacht worden? ch halte es für ganz una glaublid), daß ein foldjes Stick, als der Kaften des Kypfetus war, vor, oder während der Regierung der Kypieliden, von einem eingebobrnen, und felbft von ei. nem ausländifchen Rúnfiler in-Rorinth, oder dem eigents lichen Griechenlande ausgearbeitet worden. Wenn dies gefcheben ware; fo würde man den Mamen des Künftlees nicht gánglid) in Olympia vergeffen, und gewiß aud) Vorftellurigen aus der Korinthifchen Gefhichte und Fabel darauf erblickt haben, movon man feine Spur auf bem ganzen Kaften fab, ein Umftand, der fchon dem Pane fanias

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fanias fehr auffiel. Hiezu fommt noch, daß, wenn man dies alte Monument in Griechenland felbft vor oder unter der Regierung der Kypfeliden verfertige annimmt, man alsbenn wider alle Gefchichte, große, und nod) dazu gang vergeffene Kúnfiler vor den erften Künftlern anne)» men muß, die aus Afien nac) Griechenland, und zwar alle {pater Éamen, als der Kaften in Olympia gemacht feyn Éann. Eine mir fehr annehmlid) fcheinende Ver, ‘muthung alfo über den Kaften des Kypfelus wäre diefe: daß er, wie alle Arbeiten aus Eifenbein oder Gold und Silber im Homerifchen Zeitalter, und die Fofibaren Thas lami, dle Myron König von Sikyon *) nad) Olympia gefchenft hatte **), aus Afien nad) Griechenland, in die Familie der Vorfahren des Kypfelus gekommen fey, und daß man eben daher von dem Namen des Künftlers nichts mehr gewußt, und aud) nichts aus der Gee fdjidjte von Korinth oder der Kypfelidven darauf ers Blicke habe, © Man Fann wider diefe Bermutbung einwenden, baf zu eben der Zeit, da die vom Kypfelus nad) Olympia gefchenfte golbne Stathe des Supiters ***) gemadjt worden, auch der Kaften verfertigt fepn fonne. Allein erftlich tft fid) nicht beweifen, daß diefe Statüe in Gries Genland gearbeitet worden, und giveptens iff es febr uns gewiß, ob Kupfelus je ein Bild aus. gedlegenem Golde nad) Oipmpla gefchenft babe, : Man erinnere fic) hier an die Seltenheit des Goldes in Griechenland und Kos tinto **) VI, 19. p. 497. Paul, “xt) Strab, VI, 542.

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Erftes Bud. tineh nod) zu ben Seiten des Königs Kröfus und Siero: und rufe fi die Zeugniffe der Alten ins Gedächtniß ¿ue nic, inwelden Gorgias als der erfte genannt wird, der eine gediegene goldene Statüe in Griechenland verfertigen | laffen *), und man wird, glaube id), die Sage, vom goldenen Jupiter des Kypfelus beym Strabo, nicht mehr für gegründet halten, — Aud) die Denfmáler der pp» feliben alfo, fo viel uns davon befannt ift, ftoßen meine Behauptung nicht um, daß vor der funfzigften Diyme piade Feine berühmte eingebobrne Künftler im alten Gries entand geblühet Haben, Dritte Denlage. Bon den Schäzen der alten Könige Phrygiens, une Sydiens find alle Fabeln, und von der Fruchtbarfeit die. fer Sander, wie der fie von Often begrängenden Reiche, find alle Gefhicht und Erdbefchreiber voll **), Wenn man aber die wundervollen und glänzenden Schilderungen der Reichthümer Ipdifcher und Phrngifcher Beherrfcher lieft; fo muß man erftlic) bedenfen, daß fie Ueberliefe. rungen von Griechen, und gwar aus folden Beltaltern find, mo es leicht war, die leztern an Koftbarkeiten und edlen Metallen zu übertreffen. Man muß ferner nid) vergeffen, daß in diefen Ueberlicferungen nicht Wohlhabenheit #) Athen, XI, c, ult. 505. Pauf, VI. 494. Plin, XXXII, 4 Cicer, de Or. III, 32. #3) Man fehe Her. I. 93. V. 101. Strabo im ganzen zwalf: ten Buche, ferner XIII, 928. XIV. 999.

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benoit ganzer Belfer, fondern nur Schäze einzelner Könige oder mächtiger Privarperfonen und Donafien gee priefen werden, Soldyen Häuptern von Bólfern, oder alten edlen Oefthlechrern, war es febr leicht, große und den Oried)en ungeheuer fcheinende d'âge ju fammien, wenn fie-auch gleich jährlich an edlen Metallen nod) roenis ger als die épbifchen Könige, aus goldreichen liffen oder aus Bergwerfen heraus gebracht hätten *). Sie erbiela ten alles, was fie für fich und Ihre Familien brauchten, entweder durch Gefchenfe, oder auch durch die Arbeit von Sclaven Sie befoldeten ferner, wie aud) noch jezo die Afiatifchen Despoten, ihre Bediente durd) natürliche oder fünftliche Producte, die in Vorrarhshäufern aufber wahre wurden, und wenn fie, mas nur felren gefchehen fonnte, etwas einfaufen wollten, was weder von ihren Knedten, nod) von Unterthanen . die ıhmen zollen mus ften, verfertige oder angeboten wurde; fo taufcten fie diefes wiederum meiftens gegen Gaben oder Waaren ihres fandes ein. Könige alfo, oder ihnen an Mache gleich fommende Haupter von Familien hatten faft gar Feine Gelegenheit, edle Metalle auszugeben, und alles, was davon in ihre Hände fam,, häufte fid) fo lange auf, bis irgend ein Foftbarer Krieg die lange gejammlete Schäze vergebrte, oder ein glücklicher Eroberer fie mit ftarfer Zauft wegnahm, und unter feine Krieger vertheilte. Kröfus war reicher, als alle feine Vorgänger, die wegen ihrer Schäze berühmt geworden waren, Allein \ \ €) Strab, 1, e, & Her, V. 49. dies

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Erffes Buch. dies war gar nicht zu bermundern, da er fid) die ganze Küfte von Vorderafien unrerwarf, und alle Hanvdelse Seine ganze Echazfammer aber frädte ausplúnderte, wurde, wie die Reichthimer aller übrigen Voter Ufteus, die Phónicier ausgenommen, eine "Beute des Derfifchen Kyrus, deffen Naub Dunius nicht zu hoch anfehlage *), wenn es wahr iit, was Herodot von einem einzelnen Cine wofner in Phrygien ergáplt, der zwentaufend Talente Gilbers und vier Millionen Perfifcyer Goldftiicke befeffen, und dem Serves angeboten haben foll. Mehrere Sehrififtetter haben den Neichihum der Sydier und Phrngler aus einem uralten einträglichen Hans del abgeleitet, den diefe Völfer geführt haben follen **), Wenn man diefen bemeifen will; fo beruft man fit) vors züglich auf das Zeugniß des Kaftor beym Eufebius, der die sydier als des erfte, und die Phrugier als das fünfte Meerbeherefihende Bol nennt ***), Wahrfcheinlich folge gen Ennceflns +) fowobl, als Paufanias +) dem Kae ftor beym Œufebins, wenn fie einen König von Phrogien, Midas, für den erften Erfinder des Anfers ausgaben, Allein id) halte den Kajtor für einen der nachläffigften A unmifs £) Jam Cyrus deviéta Afla pondo XXXIV. millia inve. nerat, proeter vafa aurea, aurumque factum, de in eo folia ac platsnum vitemque: Qua viétoria are gento quingenta miliia talentorum reportavit, de craterem Semiramidis, cujus pondus quindecim tae lenta colligebat, Lib, XXXIII, 3, oF) Man fehe bef, Gognet, IV 3 SEE) Man fehe Cafaub. Comment. in Polyb p, 192-94, Ed. Gronov, Heyne I, e, I, p. 80, Ue pi

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unwiffendfien Zeitrechner unter den Griechen, und fein Fragment für den unglaubwúrbigiten Het griechifcher Ehronofogie, der faum einen fo gründlichen und gelebrten Uusieger, als Herr Nofrath Heyne ift, verdiente. Dies fer Raftor nennt in feinem Verzeichniffe fiebenzebn Vötfer, die eine Zeitlang wenigftens in einem gemiffen Theil des mittelländifhen Meers mächtig gewefen feyn follen, und unter diefen find wenigfteng fünf oder fechs, von denen man mit der größten Zuverficht behaupten Fann, daft fie niemals den Ruhm berühinter Seefahrer verdient haben, Dergleichen find Die fndier und Phrngier, wie ich aleich geigen werde, ferner dic Pelasger, von denen die alten Säriftftelfer bloß diefes fagen, daß fie weir und breit Berumgezogen feyn, und nur allein Dionys von Halifars naf bezeugt *), daß fie fic) auf der See Anfehen ermors ben hätten: nad) diefen die Uegnptier **) und Thracier, und endlich die fafedámonier — Eben diefer Echrifte fteller macht ferner die läcerlichften Verfezungen und gibt die Sdiffart faft Feines Volfs zur rechten Beit, fondern alle entweder zu früh oder zu fat an. Go follen die Sydter, Pelasger, Ihracier, Rbodier, Dhrogier und Ryprier früher als die Phönicier, die Milefier vor den Rariern, und die fafedamonier vor den Aegnneter die See befahren und beherrfcht haben. Endiicy übergebt er mehrere berühmte und auf dem Meere weit herrfchende Völker, wie die Kreter und Korinthier, und widerfpriche in Anfehung der Dauer, EN und Schiffart, die 2 %) 1,18. Ant, Rom, av) Man fehe Her, 1,179

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Erftes Buch, “er für jede Stadt oder Nation beftimme, ben ficherften Gefchidtfchreibern. Der gelehree Kommentar meine8 Sreundes iff daher aud) fatt durchgehends eine fhllfd wee gende AnFlagedes rvâumenden Griechen. Dak die {ydier und Phrygier niemals, wenigftens nicht innerhalb des Zeitraums der Ueberlieferung und Gejchichte, Éübne Schiffer, unternehmende Handelsleufe, und Beherefcher des Meers waren, laßt fido nicht bloß durch das Stillfäymeigen der älteften Echriftfteller, fone dern auch nod) durd) andere überzeugende Facta bemeifen, Maren dieje Wöifer jemals dem Handel und der Schifs fare ergeben gemwefen; fo miirden fie nie zugegeben haben, Daf-vor den trojanifen Zeiten die Pelasger, Scleger, Kreter und Karier, und nad) diefem Seitpuncre die Gries chifchen Kolonien der ganzen Küfte, die vor ihren Sane dern ausgeftrecft war, eingenommen bâtten *). Man trift ferner in den beften Schriftitelleen gar feine Spur von Factorerenen oder Niederlagen, oder Cofonien an, welche Die Phrngier oder Syrier des Handels wegen gee grinder und ausyrfande Hatten, Ohne folhe Colonien aber, deren Mitglieder die Vortheile reicher, aber vere nachlaffigter Sander nuzten, oder aud) die barbarifchen Eirmohner derfelben unterhielten und cultivirren, um fie gu Werkzeugen ihres Gewerbes und Hundels brauchen zu fon: 9) Sd finde in den Alten nur einen einzigen Ort ermähne, bey deffen Erbauung man um die Erlaubniß eines Lydia fájen Konigs nachgefude bat, und diefer ift Abvousg, Strabo XIII. 883. Alle übrige Pflanzftädte wurden ohne die Bervilligung, aber aud) ohne Widerfezung der Lovifhen angelegt, Könige weggenommen, oder gang

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fónnen, war und blieb @xhiffart in den äfteften Zeiten mehr Rauberey, als eintrdgticher dauerhafter Handel, und man fann daher aus dem Picidafeyn der erftert jiemlich ficher auf das Mid:tdafenn des lestern (chtiefien, 4 Wenn jemanden bey Dieter Beobachtung die Ane funft des Pelops aus Phrngien oder Indien *), oder aud) die Abfunft der Etruscer cher Tnrrbener aus Indien, dee ren mehrere Schriftfteller qedenfen, **) , einfallen follten; der bedenfe, dafi die Phrngier und Indier, lops mit nad) dem Peloponnes brachte, welche Pes ein flüchriger Haufe war, der mit Gewalt aus feinem Barerlande aus» geworfen wurde, und in der Folge gar Feine Verbindung mit feinen $andsfeuten unterhielt; und taf die Auswane derung der $hdier nach Gralien mit folchen Umftänden erzähle wird, die fie ganz unglaublich machen, mefwes gen aud) die fcharfinnigiten Alterrhumsforfcher an ihrer Wirklichkeit gezmeifelt, oder fie gänzlich abgeleugner bas ben **), Wollte aber jemand das Anjehen des Heros bot, oder vielmehr der Spdier, denen er nacheriábite, nicht permerfen; fo fann man felbft aus der Gefchidte der Ipdifchen Auswanderung, wie fie von dem eben gee nannten Schriftfteller voraetragen wird, mehrere Bes weife wider den Handel und die Schiffart diefes Volks bernehmen. Nachdem die Einwohner von Indien, (fo lautete die Gage) unter ihrem smepten Könige Atys, eine 63 *) Pauf. V. 1, 376.'p. mR) e: 1.94. io: Hund Athen. XIV, 5. 624. p. Strabo V, 335, Vell. Lt, Tac, Annals À ®#*) Vid, Heyne in Comment, fuper Caftoris Epochis p. Ste quemque ibi laudat Freret T; XVIII, Hift, de PAcae démie des Infer, p, 94. et fq.

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Eified Buch. Hungecsroth von22 Jahren anggeftanden hatte, (cine Noth, die das ganze Volf aufgerieben haben müfte,) fo verlieh die Hälfte der Einwohner ihr Vaterland, ging neh Smyrna, baute oder verichafte ih Echiffe, fam endlich nach vielen Srrungen in Umbrien an. und Wären die Sydier cia Hanzelndes Volk gewefen, würden fie denn wohl fo fange von Hungersnoth haben gedrückt wers den fónnen und gezrumngen worden fenn, in einer fo gros Gen Zahl auszumandern? Würden fie denn modi fo fange und aufs Gerarhemohl berumgefchift, und neue Wohnfize aufgefucht Haben? Wie wenig die Sndier die Vortheile des Handels einzufehen, oder fic ¿ugueignen getrachtet haben; erbelle aus dem Betragen der Könige, aus dem Gtamme der Mermiaden, denen gan: Troas unterworfen war. Aud) diefe fuchten fih niemals von den Griehifchen Städten, deren mädhtigfte fie befriegten, oder zerftörten, unab» bânaig zu machen, oder den Handel, der den leztern als fein Kräfte zum Widerftande gab, zu gerffôren, oder fie auch durch eine Seemacht vom Deere, mie durch ihre Heere von der Sandfeite einzufchließen, Kröfus" batte. einmal den Gedanfen, eine Flotte zu erbauen, um auch die Griechen auf den Gnfeln zu bezwingen; allein cr ließ biefen Gedanfen fogleich wieder fahren, da Bias ihn durch eine Erdichtung fühlen lie, Daß er den Ynfula» nern zurSee eben fo wenig, als die Griedjen ihm zu Sande gemachfen feyn würden. Wenn aber gleidy die Phrngier und Sydier niemals Handlung zur Eee getrieben, fondernin ben alteften ei. ten von den Phöniciern, in fpátern von ben Ufiatifehen Griechen alles, was fie brauchten, erhalten, und ihnen wieder.

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wiederum, mos fie enthebren Fonnten, fo ift es dod) unläugbar, verfauft haben; dak fie lange ver ven Griechen eine geriffe Eultur erreicit , und dak die Pflanzjrädte in Alien es ihrer Befannefdrait mit diefen Lólfera zum Theil zu verdanken haben, dah fie in Künften und Wife fchenfchaften fhneller, ais die Griechiferen Staaten in Eus ropa forrgerückt find. Die Erfindung der Gold: und Gilbermiingen, die man den Sydern zufchrieb, die erfte Einführung von Gafthöfen und manderley Spielen ¿um Seitvertreib *), die frühe Drachrliebe und Sittenverderbs nif, von der ich im Terre grreder habe, verrarhen alle ein Vote, das vor den Griedhiiden Barbaren, die nad) Afien Eamen, und felbit vor denen, die diefe austrieben, febr vieles voraus hatte. Bon ibnen und den Phryaiern empfingen die Afiatifhen Griedyen nidt nur mufifahfhe Snftrumente und gerifje Arten der Mufif **), aud) Manufacruren fonder befonders die Kunit Wolle qu fare ben, die nachher in Mitet fofehr vervollfomme wurde ***), nid)t weniger die Runit, Erz zu fnmelzen und zu verars beiten +) und vielleicht die erften Anfänger der Mables ren tt), und der Bergwerfsfunft, weiche leztere fie aber * auch aus Kolchis +++) oder von den Phéniciern, die auf Thafos Goldbergwerke angelegt und bearbeitet Hatten, era G 4 halten ®) Her, I. 94. #*) Plin. VI. 56, #8) Ibid, +) Aes conflare & temperare, Ariftoteles Lydum Scy~ them monftraffe, Thcophraftus Delum Phrygem + putat, 4) Ari, ib, 411) Plin XXXUI Cap, 3.

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Erftes Buch. halten haben fónmen *). Wie weit die Phrygier und Sndier es vor der höhern Cultur der Griechen, befonders in der Bearbeitung von Merallen gebrarbt Hatten, laßt fic) nicht bloß aus den allgemeinen, und oft verbächtigen Zeugniffen des Dlinius, fondern aud) aus den Werfen bemeifen, die man noch qu Herodots Zeiten in Delphi zeigte **). Dad) diefem Water der Gefchichte war Mi: das, König in Phrygien, der erfte Barbar oder Ausläns Er heiligte der, der den Upoll zu Delphi befchenfte. ihm einen Thron, auf weldhem er Gericht zu halten pflegte, und der nach Herodots Urtheil der Arbeit me gen febensmilrdig mar. Ungeachtet diefer Schriftfteler über die Materie diefes Föniglichen Sizes niches binzufest; fo muß man doch annehmen, daf er aus Erz, oder gar Mod) freys nod) aus einem edlern Merall verfertigt war. gebiger bezeigte fi gegen diefelbige Gortheit Gyges, Rós Diefer witmete ihr nämlich aufer einer nig in fydien. Geldes nod) fechs goldene Trinfgefchirre, Summe großen die dreyfig Talente fd)wer, und wahrfcheinfich im Sande felbft gemacht waren, weil Herodor fonft nicht vergeffen haben würde, den Namen des Gricchifhen Künftlers ane äugeigen. Vielleicht Fomme es manchen niche unmabrfcein: lid) vor, Daß man bey der Auffuchung der erfien Anz finge von Künften und fúnfilidjen Handwerfen noc) tics fer #) Her, VI, 46. 47. nius in Unwabricheinlich {ft es, was Pli dem fon mehrmalen angeführten Capitel, in welchem er fid) felbit widerfprichte, meldet, daß en Kadmus Goldbergwerke in Griechenland créfnet

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fer in Afien gurüd gehen, und fie von den Ufern des Tie —Ailein diefer gris und Euphrach herauf holen finne, VBermuthung Faun man erfilid) das Zeugniß und Urtheil des Strabo entgegen fesen, nad) melchem zu den Zeiten des Homer die Griedyen von den Volfern des innern Afiens, gar nichts, oder febr wenig wuften; weil, menn man fie gekannt hätte, Homer die Affyrier, Meder, Babylonier eben fomobl, als der Größe von Theben, und der Kids thümer der Phönicier würde ermábne haben, Man kann ferner eben diefe Vermuthung aud) durch die fpaiere Gee fchichte der angrenzenden oder Herefchenden Vó:Ecr widers legen. Denn mare die Cultur von Ninive oder Babylon aus zu den Phrogiern und éydiern fortgerddt; fo würden fie doc) auch die daswifchen liegenden Nationen haben bes rühren müûffen. Allein die Rappadocier und Armenier, mweld)e in der Folge den Medern dienten, waren felbft noch zu des Darius Hystafpes Zeiten der Viehzucht ergee ben, und wegen ihrer zahllofen Heerden berühmt *). Aud) die Meder waren der langen Verbindung, ble fie mábrend einer Knechtichaft von 500 Jahren mit den Afs foriern unterhalten hatten, ungeachtet, ‘zu den Seiten der Grenbeit, doch nod) fo wenig gebildet, daß fie nur in. Dörfern wohnten, Feine ordentliche Magifirateperfonen, oder fefte Gefese hatten, fondern alle Streitigkeiten ente meder durch die Waffen ausmachten, oder aud) durd) frenmillig gewählte Schiedsrichter beylegen ließen. Uns ter folchen Schiedsrichtern erwarb fich einer mit Namen Dejofes durd) Kiugheit und Unparthenlichfeit, anfangs > 9) Her. Y. 49,

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Erfies Bud. nur in feinem Dorfe, baid aber unter allen übrigen Stämmen der Meder ein fo allgemeines Sutranen, daß fie ibn cinftimenig zu ihrem Rônige erwählten. Ermurde daher zu den Zeiten des Gyges der Stifter des Medifchen Meids und der Erbaner von Efbarana, der erften Mes bifdjen Stadt, Das Medifde Reich war alfo weit jüine ger cis das Pheygifche und Spdifihe; und Pracht und als in der Ueppigfeit entftanden im erftern auch viel (pater legtan*). Man fiehe aber dod) aus der ganzen Befefti gung und Ausfbmüdung der Königsttadt **) des Dejos fes, aus bem Pompe feines Hofes, und aus dem dess potifhen Ceremoniel, was er einführte, daft diefer erfte Behercfcher dee Meder einen anbera üppigen Hof fi Gein Nadfotger Phraots gum Mufler gemábir batte. Enfel Kyarares, der fein und tes bezwang die Perfer, aber während feiner vierzigjährigen Regierung 28 Sabre den Sten ginsbar war, eroberte und zerftörte Mis nive ***), und rourde der Schöpfer der Kriegsdifeiplin $), indem er Reuteren, Fußvolf und Bogenfchien, die vote ber ofine alle Drönung unter einander gemifcht gemefen waren, von einander fonderte. Aud) führte er mit dent Aipattes, einem Water des Kröfus, einen hartnäcfigen Krieg, der endlich nicht durd) das vorzügliche Gtücf oder die Tapferkeit einer der benden Parrbenen, fondern durch) Aberglauben geendigt wurde, Bende Heere fowoh! das Sydifche als das Medifche wurden durch eine Gonnenfine fterniß, die Thales vorher gefagt atte, in ein folhes Score, *) Her, I. 95. 96. **) 229) 6163. v. Ch. Geb.

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Sehrecfen gefezet, daß alle Gemüther fid) zum Frieden neigten, der auch bald gefchloffen und durd; die VermáB»" fung einer {ydifdyen Königs Tochter, mit dem Miedifchen Aftyages befefliger wurde. Jm 35 Jahre der Negierung des Urenfols besDejofes, wurde fomobl das Medifche und Babylonifche Neich, melches lesteve fic) noch immer gegen die Meder gehalten hatte, als das Sndifche vom Kyrus übern Haufen geworfen *), und fame den Gries cifen Städten auf dem feften Sande in Afien in die ungeheure Perfifche Despotie vereinigt, die fid) bis aufden Lerres nod) immer vergrößerte, und in Anfehung ihres Umfangs und der Zahl von Völfern, die fie in fid) fafite, alle Altern Mfiatifhen Reiche ohne Vergleidung übertraf. Ehen diefe Sieger Afiens waren vor und zu den Zeiten des Ryrus eben fo febe Barbaren, als die Meder es qu den Zeiten des Dejofes waren. Das ganze Pere fifche Wolf beftand aus zwölf Stämmen, unter denen nue einige das Feld baueten, der größere Theil aber von der Jagd oder Viehzucht, und mabrfbeintidh auch von Haube lebte. Sie fleiveren fic) durchgehende in Tbierfelle, fannten weder Dehlbäume noch Weinftöde, nod) andere edle Früchte und Gewadhfe, und waren aud), wie felbft ' aus dem Kunftgriffe erhellt, womit Kyrus fie zur Ems pörung wider die Meder aufbradte, mit allen Vergnù: gungen und Dequemlichfeiten ausgebildeter Nationen gánglid) unbefanne **), — Da alfo Jurus, Künfte und fünftliche Handwerker nicht einmal von den Affyriern zu 5%) Her. 1, 71. & 2350

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Erfted Bud. den Mebern, vor dem Untergange der erftern, und ‘pon beyden wiederum bis auf den Umflurs von Ninive und Babylon nicht zu den Perfern übergiengen, fo ift es noch viel unmwahrfcheinficher, daß fie durd) einen gang unbeareifliden Œprung vom innern Ufien ber zu den Dérogicen und {ydiern gefgmmen fenn follten. Aus der langrolerigen Barbarey und Armuth aller ter großen Völker, die den Afforiern und Babyloniern am nadjften lagen, ferner aug der Unmöglichkeit, eine Nation ohne Haupt und Gefeze, wie die Medifche mar, wieder zum Geborfam zu bringen, endlich aus den unmie derftehlichen Einfällen der Sfythen, und aus den fdnela len Eroberungen des Kyrus fehließe ih, was Goguet fon mit andern Gründen vortrefflich gezeigt bat”), daß die Schilderungen faft aller alten Schriftfteller von den Neihrhämern, der Pracht und ben Kunftwerfen der Etádie Ninive und Babylon auf das unverfcämtefte übertrieben find. Dierte Beylage. Meminersnt illi S. Aelium, M. vero Manilium nos etiam vidimus transverío ambulantem foro; quod erat infigne, eum, qui id faceret, facere civibus omnibus confilii fui copiam: ad quos olim et ita ambulantes & in folio fedentes domi fic adibatur, non folum ut de jure civili ad cos, verum etiam de filia collocanda, de fundo emen- *) Prem, Part, Liv. IL ch, E,

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emendo, de agro colendo, de omni denique aut officio aut negotio referretur, Haec fuit P. Craffi illius veteris, haec T. Coruncanii, haec proavi generi mei, Scipionis, prudentif. | fimi hominis fapientia, qui omnes pontifices maximi fuerunt, ut ad eos de omnibus divinis atque humanis rcbus ceferrerur: iidemque et in tenam, & apud populum, & in caulis amicorum & domi & militise confilium tuum fidemque preeitabant. Quid enim M. Catoni, practer hanc politiffirnan: doctrinam transmarinam arque adventitiam, defuit? num quia jus civile didicerat, caufas non dicebat? aut quia poterat dicere, juris fcientiam negligebat? At utroque in genere & labor. vit & praeliitit Num propter banc ex privatorum negotiis colledtam gratiani tardior in republica capeffenda fuit? nemo apud populum fortior, nemo melior tenator: idem f.cile optimus imperator: denique nihil in hac civitate temporibus illis feiri ditcive potuit, quod ille non cum inveltigarit, & Icierit, tum etiam con{cripterit *); In hoc viro(M Porcio Catone) tanta vis animi ingeniique, ut quocunque loco natus effet, fortunam fibi facturus videretur, Nulla ars neque privatae, neque publicae rei gerendae, ei defuit. | Urbanas rufticasque res poriter callebat. Ad fummos ho» nores alios icientia juris, alios eloquentia, alios gloria militaris provexit, Huic verlatile ingenium de Or, 111,33. Man höre den Livius L, 39. cap. 40.

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Erffes Bud), nium fic pariter ad omnia fuit, ‘ut natum ad id unum diceres, quedcumque ageret. In bello maou fortiffimus, multisque inlignibus clarus puguis, idem pofeaquam ad magnos honores. pervenit fuimmus imperator: idem in pace, fi jus confuleres, peritiffimus, fi caufa oranda effet, eloquentiffimus, Nec is tantum, cujus lingua vivo eo viguerit, monumentum eloquentic nullum exflet: vivit imo, vigetque eloquentia ejus, facrata fcriptis omnis generis. — In parfimonia, in patientia laboris periculique ferrei prope corporis animique, quem ne feneGus quidem, quac folvit omnia, fregerit, Qui fextum et o&ogefimum annum agens caufam dixerit, ipfe pro fe oraverit, {cripferitque, nonagefimo anno Servium Galbam ad populi adduxerit judicium. Ueber die Befchäftigungen feines Alters {aft Cicero ibn fo reden *): Septimus mihi Origenum liber in manibus: omnia antiquitatis monuments colligo: caufarum illufrium, quascunque defendi, nunc quam maxime conficio orationes: jus augurum, pontificum, civile trado: multum etiam Graecis litteris utort Pythagorcorumque more exercendse memoriae gratia, quid quoque dic dixerim, audierim, egerim, commenioro vefperi Hae funt exercitationes ingenii, haec curricula mentis: in his defudans atque elaborans corporis vires, non magnopere defidero; adium amicisi venio in lena%) De Senedd, c I,

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fenatum frequens: ultroque affero res diu mul. tumque cogitatas; Casque tueor animi non cor= poris virıbus. Der Grietnycren Sitreratur war Cato bis in fein hohes Alter gar nicht gewogen, mie nicht nur aus der Entfernung des Karneades und feiner Gefibra ten, als gefährlicher Scywäzer aus Nom, bifannt if, fodera aud) aus folgendem Fragmente diefes großen Monnes erbelit, das id) mit einigen Anmerfungen des Pinius Herreyen will, weil es beweifet, Kenniniffe temes Zeralters, fatite *). fil, mie febr er alle felbft die Medtcin, ums Dicam de iftis Graecis fuo laco Marce quid Achenis exquifitum habeam, et quod bonum fit corum literas infpicere, non perdi. fcere. Vincam nequiffimum et ındocile genus illo» rum: et hoc puta vatem dixifle: quandocunque ifta gens luas lirteras dabit, omnia corrumpet: tum etiam magis, fi medicos fuos huc mittets jurarunt inter fe barbaros necare omnes medi. cina. Sed hoc iptum mercede faciunt; ut fides iis fit, facile dilperdant. Nos quoque dictitant barbaros, et Ipurcias nos quam alios opicos, appellutione foedant: interdixi tibi de Medicis — Arque hic Cato (fagt Plinius) DCV anno urbis noftrae obiit, — — Jubjicit enim qua medicinaet lè et conjugem usque ad longam fenectutem perduxerit , iis ipfis icilicet, quae nunc nos tratamus. Profiteturque effe commentarium fibi, quo medeatur filio, fervis familiaribus, quem nos per genera uius fui differimus, Fünfte #) Lib, XXIX,

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Erfted Bud, Fünfte Beylage, De urfprüngliche Bedeutung des Morts coPos will ich nur mit einigen Stellen erläutern. Dtenneft du nicht, (fagt Sofrates zum Thrages)*), diejenigen Weife, die in dem Gefchäfte oder der Funft erfahren find, worauf fie fich geleat haben? — ¿lud niche lange nachher fährt er fort; Dash was für einer Are von Weisheit bift ou begierig, vielleicht nad) der, wodurd) die Menfchen Schiffe regieren? — Wem, fagt Sofrates zum Prota. goras **), gibft dir den Mammen eines Weifen? oder mele den nennft du fo? — Wie das Wort felbft zelgt, ante wortet Protagoras, Toy rw coLey exisnuove, einen jeden, der näzliche Kenntniffe befigt. — Man Fann alfo, ermiebert Gofrates, Mablern und Dilobauern diefen Namen geben? — Und erft hier fängt Protagoras an, feine gegebene Erklärung vom Weifen einzufchränfen, — Weisheit, fagt Ariftoteles ***), fehreibt man denen zu, die in den Künften vorzüglich groß und gefchict find, und man nennt alfo Perdi, Asdeoyor coPov, na) Modus uderrov, avdesav ro zoo. Er führt die merfwürdige Stelle Homers an, wo der Did;ter vom Margites fagt: roy der” agenamrngs Oso Seoav gr ceuTned ed arms Ts copo. Gn *) P, 239. Op. Ed, Bal, Gr, **) in Prot. p. 284, 0%) Ethic, V, 7.

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Sn einer alten Snfrift wurde aud) Dnatas' meife genannt ©): MONAT per LAA TOPE Tomuoro {of ro) Ovara Egyov, ev Asyıyrov tene mode mov, - Qu diefen Zeugniffen, die ich leicht vervielfaltigen Fônnter feze ich nur nod) eins aus dem Athendus hinzu, in mele chem diefer Schrififteller bemerft, daß man in den dites flen Zeiten vorzúglid) Tonfünftler, die faft alle zugleich Dichter waren, mit dem Chrennamen der Weifen bee P legt habe **), yn den álteften Seiten waren Sophift und Weifer (coQisxs ug) coPos) völlig gleid) bedeutend. Herodot braudet den Ausorut Sophift, wenn er fagt, daß alle Rünfiler und gefchictte erfahrne Männer, und unter diefen aud) Solon, fid) an dem Hofe des Kréfus vera fammlet hätten. An einem andern Orte nennt er den Pythagoras einen der vornehniflen Sophiften Griechen fandes ***). in Grita fßfrates erzähle, daß Solon fic) chenfand zuerft den Mahmen eines Weijen oder Sophie fen gegeben babe +). = Aefbplus nannte Mufifvere ftändige fo: er av coins nada mogumomy Aur ap. Athen. XIV 8. Rratinus gab dem Homer und Hee fiodus tt), und Plato fogar dem Jupiter eben diefen Mac men = #) Paul, V. 21, Po 445: PE) XIV. 8. we) IV. À) wee ayriduoetss il, p. 412, Ed, Beatty +4) Ap, Diog, 1, 12.

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Erfes Buch, Eben deswegen legten fid) die alten Sophiften diefen Titel bey, und dies wirft ihnen Sofrates faft in allen Gefprächen des Platovor. Einer der berühmteften war Hippias, und von diefem heifites beym Paufanias **), daß er von den Griechen der Weife genannt fey, Thrafymas Aus, gleichfallsein Sophift, erbielt folgende Grabfehrift: Tsroua Ir ew ada. cav, in «Apo xs 8 cay ares yarında. i de rexyn cop oh Endlich, erhellt ans vielen Stellen des Lenophon, Plato, und Ariftophanes, daß aud) Prodifus, Protagoras und Gorgias den Beynamen der Weifen erhalten und geführt haben. Wenn daher Plutard) behauptet, daß die alten MWeifen Griechenlandes, und unter diefen and Golon, andere in ihrer Weisheit unterrichtet, daf ihre Weisheit vorzüglich in Staatsfunde, und in der Wiffenfchafe Menfchen zu regieren beftanden, und daß endlich ein ges wiffer Mnefiphilus, der Lehrer des Themiftofles, biefe Weisheit vom Solon als eine Sefte empfangen hätte; fo hat er fomohl den Sfofrates als Cicero auf feiner Seite t). Allein Plutard Hat wiederum nicht nur das *) in Min, p, 509. RK) V. 25. p. 443: ***) ap, Athen, XIV. 20, p. 454. +) Plot. in vit. Them. I, p. 441, Ed. Reisk, peAdoy ay LY TIS TLOTEXO TOS CID AS Toy ®epusondeo TH Pesce (CAC yevec Sots RE A BTE enrogos ovros, are Toy Quomoy HANTEVT&Y AL TA AG Tuy xo AB eva coPutv, Booty dengraza TONITHKIV> HOY OLASHCIOV OwvETIV, EBS TH deupuce TETONA

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das ausdricflidhe Seugnif bes Sfofrates, fondern aud alle vorher von mir angeführte Stellen der Alten gegen fich, wenn er fagt, daß man erft diejenigen Männer mic dem Mamen der Sophiften zu belegen angefangen habe, die neben der Staatsfunft aud) nod) in der gerichtlichen Berebfamfeic Unterricht gegeben, und fic von der Vera waltung öffentlicher Gefchäfte allein auf die Verfertigung fchôner Neden Hingewande Hatten. Die Griechifchen Weifen wurden eben fowohl coPsses, als die Sophiften teife Männer genannt, Mit beyden Ausdrücen gingen Im Zeitalter des Sofrates und feiner erften Nachfolger große und zwar entgegengefegte Veränderungen vor. Der Name Soa pbift wurde durch ben Stolz, die Habfuche und verderbe ÿ 2 lichen geromuevs vou dieowfovtos Gomee cugeoi ex Asadoyns amo ZoAwvos. yy of ET OR TUTO di- HOLVIKCIS MIERVTES TEXVOIS, Kor PETAYAYOVTEC omo TOY Textewy THY AOHNOIW ETS TES AoyES, coPızaı mesonyopsugnoav. Moc, weer avridorews Il, 412, gxey emsye Toy meoyovwy gras ene. RAN Tes pev xahgueres coPisas eJouuxoy, yo TES cuvovTas euros eCyAgy Tes de cuno= Gavras wreisov Hana œriss evopifov Ence: peyisoy de rerunesov. Sodwvee fey Yap Toy Treo Tov ray TOM TOY AuBovree tu» ETwvupecey rav Ty, meosutyy nkiwoov THs wrodews Ewes. = | Cic. de Orat, 111,28. Dicunt igitur nunc quidem illi, qui exlparticula parva urbis ac loci, nomen habent, et peripatetici philofopbi, aut Academici nominantur; olim autem, propter eximiam rerum: maximerum fcientiam, a Graecis politici pbilofophi appellatip univerfarum rerumpublicarum nomine vocabantur,

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Erftes Bud. lichen SeGren der Männer, die ibn führten, am meiffen aber durch den Tadel des Sofrates und Plato fe verhaßt, und dafi er fich in einen Schimpfnamen verwandelte, dog fo gar viele der vornehmften und aufgeflärteften Griechen fid) feheneten, etwas zu fehreiben, weil fie, Der fürbteten, für Sopbiften gehalten zu werden *), Name Weifer (coPos) Hingegen wurde dadurd), daß Gofrates, den die Porbia für den Weifeften unter den Griechen erflärt hatte, ihn ablehnte, und Weisheit für eine VollfommenBeit erklärte, die man nicht dem Men» fhen, fondern nur der Goftheit zueignen fonne **), fo febr erhoben, daß Feiner in der Folge fidy mehr unter» ftand, fic) felbft diefen Titel benzulegen ***), oder von feinen Zeitgenoffen anzunehmen, Plato +) feblof wider den Sprachgebraud) feiner Zeit alle Kúnfiler, Hands werfer, und Berridter nüzlicher Gefchäfte des bürgers lichen Sebens von der Zahl der Weifen und den Anfprite en auf Weisheit aus, und fejte die legfere in ein unveränderfiches Beffreben fid) von aller Sinnlichfeit und Anhänglichfeit an die Materie losjumadjen, und feine böcjfte Gtückfeligfeit in der beftändigen Anfchauung emi. ' PA ger o #) Plat, p.207. Xenoph, in Kuyayerinw. c 13, $*) Plat. in Apol.Soc, p, 8. in Phacd, p, 214. $98) Den Epicur ausgenommen, vou meldem Cicero fagt: qui fe anus, quad feiam, fapientem profiteri fit aufus. Nam Metrodorum non putant ipfum profeffum: fed cum appellaretur ab Epicuro, tantuin beneficium repudiare noluiffe. Cicero dachte nicht an die Sophie fien, und man muß daher nad) bem EBorte unus, pot Socratem hinzufezen, wenn feine Behauptung richtig fenn foll, De fin, IL, 3, $) In Protag, p, 82, $3, in Epinom, p, 635. 636,

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ger Wahrheiten, oder des ftets Gleichen und Unmandele baren, und in der Acpntichwerdung undMiederberelnia gung mit Gort zu finden, Zu den Zeiten des Ariftoteles Batte das Wort in der Sprade des Volks, und in der DBiicherfprache eine ganz verfchiedene Bedeutung), Jn der erften nannte man den Phidias, Polpfletus und ans dere nod) immer weife Künftter; in der andern hingegen feste man [don meife und Fluge Männer einander entges gen, und nannte nur diejenigen Weife, die fic) role Thar les und Anaragoras mit ben fehmerften und über den ges meinen Menfdyenverftand am meiften erhabnen Kennts niffen befchäftigen. Avittoteles unterfdyied baber acre von cuvecis, Deovnsus, exssnyn und rexvi, und erklärte die erftere als eine QBiffenfhaft der wiflenswirdigften Dinge, eri 4 ooDics 251 Koes EMISHLY HOLL VES TOY Ti prororoy rn Qura. Gelbjt die Regicrungs-und Ge fesgebungefunft fchienen ihm nicht zur Weisheit zu gebde ren, fondern nur verfdricdcne Zweige der Klugheit (Peovygis)qu fepn **). Mit diefen Begriffen angefüllt fpras den Difaarch und andere den Männern, die in den lee fen Zeiten allein und vorzugsweife den Ehrennamen der Weifen empfangen Batten, ben Titel der Weifen ab, und hielten fie bloß für Éluge und flaatseundige Perfo« nen, die ihre und ihres Waterlandes Wortheil que vere ftanden und eifrig befördert hätten **), D 3 Es #) VI7, Ethic, xi) Ib, i M%%) Dicac. ap, Diog, T.'40, Cie, de mie, e, 2, qui feptem appellentur, cos qui ifta fubtilius quacrunt, in numero fapientum nen habent,

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Erfies Bud. Es ¡ft eine ganz allgemeine Meynung, daß Pytha+ niche goras fid) zuerft in Griechenland aus Befcheidenheit einen Weifen, fondern einen Siebbaber der Weisheit ges Cicero *), Diogenes **) und andere bas nannt babe, ben diefes dem Heraflides Pontifus, oder auch folchen Sdriftftellern nacherzáble, die aus diefem Schüler des Allein gleichwie Plato und Ariftoteles gefhöpft Hatten, Heraklides die ganze Phitofophie des Plato auf den Py: (und dies wird in der Folge thagoras übertrug, umffändlicher dargethan werden,) fo eignete er ihm aud) in dem Mährchen, worin er ihn zum Erfinder des Na= einen dem Plato oder deffen mens Philofoph machte, Sehrer eigenthümlichen Gedanken zu, wie einem jeden, aus folgenden Gründen einleuchten wird, glaube ih, Hätte nämlich fhon Pythagoras ftatt des zu flolgen Titels, Meifer, oder Sophift, den Namen eines Liebhabers der Weisheit angenommen, fo würden fchwerlid) die Sophie ften und andere große und berühmte Männer das Herz zu nennen. gehabt haben, fid) felbft noch immerfort Weife Auch Herodot nennt den Pythagoras ***) nicht einen Philofophen, fondern einen coPssyy, und Son von Chios coer }). Im Zeitalter des Sofrates gab es außer den Sophiften nod) TOMTIHOI, QHTOGES, MUI pario, y pesto, Duomo, oder oi Toy mereces Pecvrisas, ab TO METEWOX, TO OMIUOVIE, To Sex Cyravtes vote QeovriGovres, aber unter allen dirien Lehrern, entweder nüglicher, oder blendender, oder felbft fchädlicher Kennt» niffe #) Tufo, Quach, V, 3e E 112 +) Ap. Diog. L 1200

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niffe fanden fid) gar Feine, die fid) DiAcooPes genannt bitten. Dies Mort forme ferner in feinem Fragment der älteften phifofophifchen Dieter, aud nicht in den Brucftüen des Heraflit und Demofrit, und nicht eine mal, fo viel ich weiß, im Herodor vor, Sezterer brauche nur einmal den Ausbruf PsrocoPew *) an der Stelle, wo er den Kröfus gum Solon fagen läßt: daß der Diubm der Weisheit des leztern, und der Reifen, die er zur Erwerbung und Erweiterung nüzlicher Renntniffe unters nommen habe, aud zu ifm gefommen fey **). Aus allen diefen Sactis und Stellen der Alten muß man follie» Ben, daß Sofrates, der den Titel eines Weifen für zu erhaben hielt, als daß Menfdyen ihn fragen dürften, der den Namen Sophift lächerlich und verhaßt machte, der fic) aud) nicht zu den Naturforfchern oder Puros red) nen wollte, weil er ihre Unterfuchungen (Ta uerewec) verabfcheuete, und nur sees Toy avd eos ces diede yero***), daß diefer alfo der erfte gewefen fey, der fid) einen Siebbaber der Weisheit zu nennen angefangen babe, Siemit ftimme nicht nur Plato überein, indem er ibn am Ende feines Phaedrus “agen läßt +): ro Mev TOPov w Codec Koden, Epos VE far YO eıyaı does, Koes Sew oven TELETEN. To dE 1 PiroooGev „N TA TOETOY, H&AÂoY TE exes: ŒVŒUTO KO APUOTTO KHL EMMENESECOS fondern auch die Bemerfung, PidoroPos und DrAorcPia erft 94 in den daß die Wörter Schriften der Shi: LEO **) ws DidoreDeay Ty WoAAHY Sewers Eweney ee: Anavdas. «**) Xenoph, Mem, I. 1,

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Erftes Buch. Siler des Sofrates und ihrer Zeitgenoffen häufig vor. E nmen, und aus diefen bald in die allgemeine Bolfs« forache übergegangen find, Die Bedeutung derfelben blieb aber noch fange unbeftimmt. Sfofrates veritand uns ter der Philojepbie die Kunft glücklich zu leben, und ans dere durd) Klugheit, Beredfamfeit und Kechrfchaffenheit glücklich zumachen *), Plato ift fehr unbeftändig im Gea brauche des Worts Philofophiee Bald nimmt er es für Begierde nad) nüzlichen Renntnifen (DrropeIm), bald Thränft er es faft ganz allein auf das Studium der Orde fen'obce ein, und bald ift es ifm wiederum mit Yvwcıs, exe nun und sois einerley, Gein Zuhörer und gmeys tee Nachfolger Eenofrates war der erfte, der den Aude dru Philofophie genau beftimmte, oder doc) ihren Um: fang, ihre Theile, und die Kenntniffe angab, weldyefie in fic) faffen folle **), Nachdem id) jego die Gefhichte einiger der vide tigften Wörter der griechifchen Eprad)e vorgetragen babe; fo forme ich zum gmebten Puncte, den id) in diefer Bey: Tage zu erläutern verfprach: nämlich sur Prüfung dee übrigen Sagen von der Veranlaffung der Benennung der Gries *) Paneg. IL 142. Toure ourelevee, PidoroQiav ron 4 mare Hou CUYKCETETHEVADE, HO Tees TE TAS moss ques emcideuce, “os Fees WAANAES ergauve Kei TOY CURDCEewY TES TE de anadıer, nos ras eb oceans Yıyvoneias dies Ae, nes ros per QuAufacgar, Tas de noeAws eveyrew ediduter, 71 TONS FO) — mm m ETIANTEV. 84), Man fee Sextum adverf, Mathem, VII, 16,

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Weber ben äfteften Zuffand von Griehenfand. rox Vers nun Feine andre Griedifhen Weifen. Ungsachtet muthung und Erzählung file fo wahrfeheinfid), und mit der Gefihichte anderer Volfer für fo übereinfkimmend halte, als diejenige ift, die ich im Tertemitgeiheiit babe, und die durch das Urtheil des Cicero beftätige wird *); fo fann ich doc) auch niche verbeblen, daß die Mennung des Giofrates nicht vieles vor fic) babe, Dirfer Redner fagt, in der oben angeführten Stelle, daß Solon der erfte in Athen gewefen fey, der fid) einen Weifen genannt habe, und fagt es auf eine foldje Art, daß man fieht: er Habe noch andere im Sinne gehabt, die vor dem Solon eben Dicfen Namen angenommen Hatten, — Sefer, die mit der Denfungsart der Griechen und anderer freyen VWélfer nicht bekannt find, werden geneigt feyn, die Nachricht des Ffofrates bloß deBwegen als falfch zu verwerfen, weil fie befürchten, daß, wenn ihre Wahrheit zugegeben würde, die Weifen Griechenfandes fid) eines unverzeiblichen Srolzes fhuldig gemacht hätten. Allein eben diefe Sefer fann man auch bald auf eine unmiderfprechliche Are über geugen, daß die Griechifdjen Weifen, wenn fie fid) auch felbft diefen Titel bengelegt Hatten, gar nichts ungewshns liches gethan, und fich felbft bloß Gerechtigfeit haben mie: derfahren laffen, Man u wie Tacitus**) vortreff5 lich #) De Fin, II. 3. Septem autem illi, non fuo, fed poe pulorum fuffragio omnium nominati funt, * ##) In vit. Agr. I, At plerique fuam ipfi vitam (er redet von den alten Romern) narrare, fiduciam potius morum, quam arrogantiam erbitrati funt, nec id Rutilio Sczuro citra fidem, aut obtredstioni fuit, adeo virtutes fisdem temporibus optime acftimastur, quibus facillime gignuutur,

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Erftes Buch. lid) bemerft, niemals mit größerer Zuverfiht von feinen eigenen Tugenden, als in folchen Seitaltern, wo manam meiften befizt und ausübt, und nirgend (fann man hinzufezen) rühmte man feine und feiner Freunde Vollfommenbelten und Verdienfte mit einer größern Srcomútbigfeit, alsin foldjen Staaten, in weldyen man die Fehler und Berbres chen feiner Feinde am dreifteften tadeln fonnte und durfte, Die furchtfame Befcheidenheit, die fic felbft entweder gar nicht, oder nur mit Erröthen lobt, mar den freyen Griechen und Rômern eine eben fo unbekannte Tugend, als die fhlichterne fehonende Bebutfamfeit im Tadel von Widerfachern; und fie erhielten bende erft, nachdem fie faft alle übrige Tugenden mit ihrer Frenheit eingebiBe Batten. Die republicanifchen Römer fchrieben nicht nur ihr eignes geben, fondern fie hielten aud) ihren nächften Verwandten nad) ihrem Tode fobreden, in melchen die Tugenden und Thaten der Verftorbenen und Vorfabren mit aller Macht der Beredfamfeit gefchildert wurden, MWenn fie fic) dem verfamleten Volfe alg Mitwerber um Hohe Würden darftellten; fo waren fie von den ebrmirdig: ften Männern begleitet, die fie den Wählenden empfahlen, und fie felbft fuchten das Bolf zu überzeugen, daß fie mehr als irgend andere zur Führung des Amts, mel: hes fie fuchten,, fähig feneno Sie mochten endlich fid) felbft vertbelbigen, oder andere anflagen; fo machte ale femal ein nachbrüdiidhes febbaftes Gemälde ihrer eigenen Vorzüge und Verdienfte einen großen Theil der Neben aus, womit fie fic) entiweder felbft vom Verderben errets ten, oder andere niederfchlagen wollten. Esift alfo Un. wiffenheit, und Mangel von Kenntniß der Sitten freyer ein je: Nationen, wenn man den Öriechen und Nómern

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des Selbfiloh, das unbefcheiden fcheint, zur ftraflichen Eitelkeit, und jeden Tadel, der jezo übertrieben heftig feon würde, zur bäurifchen Grobbeit anredynee. Sc) führe Feine Rémifche BWeyipicle an, weil diefe Hier zur Ungeit angebracht fenn würden, und ich es ju einer andern Zeit in einer Abhandlung über den Charakter des Cicero und feiner Schriften zu thun gedenfe, in welcher ich mit reuvoller Ebrerbietung dem Schatten diefes großen Mane nes öffentlich das Unrecht abbitten werde, welches ich ibim mit einer unbefonnenen Uebereilung in einer meiner uns reifen Arbeiten zugefügt habe. Wenn man alfo auch mit bem Sfofrates annähme, daß die Griecifchen Weifen fic) felbft fo genannt hätten; fo würde daraus weiter nichts folgen, als daß fie ihre Le. berfegenheit in Menfchenfenntniß und Gtaarsflugheie über ihre Zeitgenoffen gefühlt, und ohne Prablerey durd) einen felbfigemabiten Bennamen geäußert Hatten, fo wie die Römifchen Helden durd) die Beynamen des; Großen, des Glüdlihen, des Afrifaneré, des Numidifersu. fw. ihre Thaten ausdriidten. Was Sfofrates vom Solon berichtet, das thaten nachher Lenophanes, Seraflid und Empedofles, ohne daß man diefe Manner einer iibermae filgen Schasung ihres eigenen Werths befchuldigt, oder einen gefährlichen Neid auf fie geworfen hatte; und aud die Eophiften würden ungeffért in dem DBefize des Nae mens weifer Männer geblieben feyn, wenn fie nidt durch ihr Seben und ihre $ehren den Spott und Unwillen des Sofrates und feiner Schüler auf (id) gezogen hätten, Eenophanes, das Haupt der Eleatifchen Weltwelfen, und der bitterfte Tabler des Homer, Hefiod und ande:

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Erftes Buch. anderer alten Weifen, fagt beym Athendus von fich felbft: Wenn jemand auc) im $aufe, und in allen andern Arten von Kämpfen bey Olympia Sieger geworden, und als Sieger den Vorfiz in allen Spielen, prächtige Gefchens fe, und beftändigen Unterhaft von feiner Waterftadt em: pfangen hätte; fo würde er doc) bas nicht werth feyn, was ich werth bin. Denn meine Weisheit ijt nüzlicher und vortrefflicher, ale die Stärfe von Männern und Pferden: und irrig wird die legtere der erften vorgezogen, Denn wenn fic) auch gute Ringer oder Balger oder Lars fer, oder Führer und Seiter von Pferden und Wägen, in einer Stadt finden; fo ift fie defiwegen nicht beffer geords net oder vermaltet*). — Nod ftärfer und naddridii: her fprad) Heraflid von feinen Kenntniffen und Vorzúe gen, Er geftand**), daß er zwar in feiner Jugend una wiffend gemefen fey, Daß er aver in feinen reifern Gabren alles, und zwar durd) fic) fetbft ohne fremde Hilfe und” Unterricht erkannt hatte. Er verficherte fogar, daß ee 8) Pag. 37. Pocf, phil, Steph, Sd) will nur einige Verfe abfreiben: AANE per = — — — TS — — Taura y «rouvre Mayo ewuns yea Avdeav nd imzev iueren copian ANN zum puedo TETO vopideras, Bre an cav alias were Eyw. Evy Iuaser. Tico zewew emp Tas eyadys’ coins. ##) Ej, Frag, apud Diog, IX, 5,

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er allein alles wiffe, feyen *). und daß alle übrige unmiffend | So fühn nun der Ephefifche Weltweife fein eiges nes fob verfündigte; fo freymiithig und entfcheidend war er in feinen Ausfprüden über andere, Vielwifferey (fagte er) nüzt zu nichts, weil fie fonft bem Hefiodus und Hekatäus würde geholfen haben, Wahre Weisheit be fiehe darinn, denjenigen Schacffinn zu befigen, der jemans den in allen Sagen und Umfkäuden leite, und ¿um Bes ften führe **), Nod) befrembender als alles, was ich bisher ans geführe habe, wird für die meitten Sefer der Sobgefang feyn, den Empedofies auf fic felbit anftimmt. Freue euch (tief er in dichrerifcher Bejeifterung aus) ***), freut uch, ihr Bürger von Ayrigont, daß ich mit heiligen Snfuln und Kränzen ummunden unter euh, nicht als rin fferblicher Mann, fondern gleich einem unfterblichen Gotte Derummandle. Mic, verehren Männer und Weis ber, wenn id) in fremde Städte einziehe: jebentaufende, und fragen mich, mir folgen bald über die Wege, î 48) Apud Proel, in Tim. p. 106. Savrov esdevees Meyoyv, CEVETFISFIMOVAS die sjeaxAeros ravre Tavras Tes WAASS EFVCEs. **) Go müffen, glaube id, verffanden werden, folgende Worte des Serafile die Diutard mißverftanden hat: ewes ya fy Te cope, emsacSees Pop, _ aires os xulBegvncos zarte dx severe. Aus diefen lezten Worten hat Diutard ein ro Peover , Omas nuBegvercs To Te cuuravnaæŸ riecenderrer beransgebracht. de lf, & Of, VAI, Pr 502, Ed, Reis, es) Ap, Diog, VIII, 62,

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Erftes Bud, die zu ihrem Gíícte führen, und bald ziehen fie mich über die Zukunft oder über die Heilung von Kranfheiten zu Hart. — Der Agrigentinifhe Dichter hielt fick felbft für einen Bundertháter, oder wollte menigftens dafür angefehen feyn, Denn in einem andern Fragment gibt er einem Sreunde von fi folgende Berfprechungen *). Von mir, fagtier, foilff du die Mittel erfahren, mos ‚durch du Kranfbeiten zu vertreiben, Alter zurüickzuhalten vermagft: und das traurige aber aud nur dir allein vertraue ich diefe Geheimniffe an, Won mir follit bu hören, wie du verheerende Winde bezähmen, und wenn du willft, in ihr Sager oder in ihren Geburtsort zurück führen finneft. Sc) will dich lehren , wie du Ungemita ter in Heitern Gonnenfcjein, ober diefen in jenes verfeh= ren, wie du aus Dürre Regen hervorbringen, oder auf Slutben trodene Witterung folgen laffen, wie du endlich die abgefchiedene Seelen verfiorbener Menfden aus dem Neiche der Schatten wiederum hervorrufen finneft, Dios genes und andere, die die großen Männer des Alters thumsnach der Oeufungsart ihres Zeitalters beurtheilten, marfen dem Empedofles unertráglid)en Stolz vor; allein Gertus **) dadjte anders, und glaubte, baf nur unwife fende Grammatifer unverfhâmtes Selbftlob in den Vere fen diefes Weltweifen finden Fónnten, Apollonius pries den Empedofles glúcfiid), daß er fic) burc das Gute, was er von fic felbft gefagt, unter feinen Zeitgenoffen Feine Feinde und Neider zugezogen habe***), Da ) Ap. Diog, VIII, 59. #*) adv. Math. 1. 302, ##*) VII, 7, Philoitr, in vit, Apoll,

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Da alfo Eenophanes, Seraflit und Empedofles fo faut von ihrer Weisheit redeten, - und noch fpäter die Sopdiften fid) ungefdyeut Weife nannten, und vom gane gen Griechenlande bis auf eine gewiffe Zeit dafür erfanne wurden; fo Éann man es nicht als ganz unwahrfcheinlich verwerfen, daß die leztern ben ältern Griedjifchen Wei fen nachgeabmet, und aud) Sofon und deffen Zeltgenof= fen fic) felbft den Titel der Weifen beygelegt Haben. Alle übrige Erzählungen über die Beranlaffung der Benennung der Griehifchen Weifen, welche Diogenes und deffen Ausfeger *) am volljtändigften gefammiet baz ben, find weniger glaubwürdig, und mit den Sitten der alten Zeit weniger übereinftimmend, oder auch mehr mit Sabeln vermifcht, als diejenige, die ich angenommen habe, und die id) gleich nad) diefer für die mabrfcheine lichfte halte. Die befanntefte und gemöhnlichfte Sage ift folgende: daß Sonifche Júnglinge von Mitefifchen Sia fern einen Nezzug gefauft, und unter den Fifcyen einen goldenen oder ehernen Drenfuß **), von meldjem es une gewiß if, ob esein Trinfgefdite oder ein Gefäß, worinn man Wein und Waffer zu mifchen pflegte, oder endlich ein Tifd) gewefen fen ***), gefunden hätten. Ueber diefen unerwarteten Fund fey unter Käufern und Vers faufern ein Streit entftanden, der vom Apoll zu Delphi endlid) dahin entfcfieden worden, daß der Dreyfus wee der *) I, 28:33. ##) Das eritere fagt Diogenes I, c. Exe, Il, 552, das andere Diodor ®**) Man fee Athen, IL, 2, 10, Über die Bedeutung des Born TEITOJES,

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Erftes Bud. ber ben einen noch den andern zufomme, fondern dem Meifeften unter den riechen überreicht werden folle, Diefem Ausfpruch zufolge babe man ibn dem Thales ans geboten, der ihn aber abgelehnt, und einem andern bes rühmten Zeitgenoffen sugefdicét babe, Der zwryte Ems pfänger fey aber eben fo befdjeiden gemefen als Thales, und babe das Gefchenf einem dritten überliefert, von dent es aber aus gleichen Bewegungsgründen einem bierten und fo weiter herumzefandt worden, bis es endlid) an den Solon gefommen, der es endlid dem Gotte zu Delphi gebeiligt babe, — Andern Ueberlieferuns gen oder Erdichtungen nad) *), binterlief ein gemiffer Arfadier, VBatyllus, ein Trinfgefhire, mit dem Bes feol, daß es dem Weifeften der Griechen gefchenfe würde; oder Kröfus foll einen goldenen Becher als einen Preis der Weisheit; oder die Argiver, einen Dreyfuß, als einen Preis der Tugend, ausgefezt haben. Diefe widerfprechenden Nachrichten ftimmen weder in Anfehung der Männer, die diefe Gefchenfe zuerft empfangen, nod) auch derer, die fie behalten haben follen, mit einander überein. — Die Zeit, mann durd) die eine oder die ans dre biefer Beranlaffungen mebrern berühmten Männern, fowobl im Ufiatifiben als Europäifcen Griechenland, der Mame von Weifen gegeben worden, foll in bas fie» ben und funfzigfte Jahr des Thales, und in das finfa Hundert ein und achtgigite vor Chrifti Geburt fallen **), Sé *) Diog. I, c. ##) Marmor, Arund, Booch, XXIX, Dice Datum ift fale, weil die Halfte der fieben Meifen in der fieben und fuafsigiten Dlyınpiade nicht mehr lebre,

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Sd) trage Fein Bedenken, alle jejt furs erzählte Mährchen von einem wunderbar gefundenen Dreyfus, der vom Apoll dem Weifeften in Griecbentand juge: fproden worden, oder von Preifen der Weisheit und Eux gend, die von einzelnen Derfonen oder Srddten hiurertaffen und ausgefejt fenn follen, als ganz unglaublich zu vermera fen. Die Pyehia Fonnte wohl einzelne Männer für die Weifeften unter den Griechen erfiáren; allein fie Fonnte nicht einen Fund dem Weiteften zuerfennen, ohne entroe: der unfinnig zu fepn, oder etwas zu beftimmen, was nicht gut beftimme werden konnte, nämlich wie und von melchen, und nad) mas für Merkmalen die bôchfte Tu gend und Weisheit gepriife und gerichtet werven follte? Eben diefe Schwierigkeit findet auc) bey den übrigen Sa: gen ffatt. Denn faum ift es gedenfbar, daf es einzel. nen Perfonen und Etádten auch nur jemals einfallen fonnte, dem Weifeften und Tugendhafteften einen Preis guquerfennen, ohne Riditer oder Oefeze, nach welchen die Werteifernden gerichtet werden follten, zu beftellen und vorzufchreiben. Hiezu fommt nod) diefes, daß weder Plato, der die Griechifhen Weifen fo oft nennt, nod) Serodof, der einen jeden (einen-einzigen ausgenommen) mebrmalen namentlich anführe, und manche Abentheuer und Wunder vortrágt, die den Erzählungen von den fieben Weifen, befonders der von dem gefundenen Dre. fuße febr ähnlich find, und ihn, wie es fbeint, noth» wendig datan erinnern mußten, nicht das geringfte von den Begebenheiten anführen, wodurd) die Griechifdyen Beifen ihren Ehrennamen erhalten haben follen. Heumann glaubte, daß die Griemifhen Weifen als Dichter um Preife gefiritten, und auch als die beften

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Erftes Buch, Dichter ihrer Zeit, die ¡fre Pitbubler oft in dichteri« fdjen Wertfämpfen befiegt, den Stumen der Weifen ver. dient hätten. Allein erfilich ift es zweifelhaft, ob afle Weife wirflid) Dichter waren, und um ausgefezte Preife tettgeeifert haben, und zwentens ¡ft es eine durchaus roiffeührfiche und falfche Vorausfezung, daft ihre dittes rifchen Berdienfte nad) dem Urtheile der Griechen vor denen aller übrigen fo hervorfledjend gemefen fenen, daß man ihnen defivegen den Namen der Weifen gegeben Babe. Bielmebr fieht man aus der ardern Zahl von Sragmenten einer Gappho, eines Alfaus, Anafreon, Gimonides, und anderer, die obngefàfr um diejelbige Zeit lebten, und aus den qréfern £vbiprüden, die ihnen bengelegt werden, baf eben diefe Sanger und Sangerins nen, die man niemals vorjugsweife Weife genannt hat, für vortrefflichere Dichter, als die Griedifayen Weifen, gehalten worden find. Viel glücklicher würde Heumann, meinem Be biinfen nad), gerathen haben, wenn er die poetifche Werrkimpfe, die in den dlteflen Zeiten an Seften oder an den Gräbern gehalten, und an welchen demjenigen, aud) der das fob ber Gottheit oder des Helden am beften befungen hatte, Preife zuerfannt wurden **), für die Weranlaffung aller Mährchen über den Urfprung der Benennung der Meifen gehalten hätte. Weil man nämlich in foldyen Bichterifcehen Wertfampfen meiftens den Sieger mit einem Drenfuße belobnte; fo erdichtete man, daß auch ein gee fundenes, oder bincerloffenes dreyfüßigtes Gefirr oder Gefaf #) Hefiod. Op & Dies, V. 652. u. f, Athen, II, 10, Aud, Conv. Sap, VI, 583, apud Plut,

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Gefäß oder Tif für den Weifelten der Griechen ausge fest worden fey, ohne darauf Acht zu geben, Daß der vorzüglid-fte unter mebrern Dichtern, und das befte uns ter verfchiedenen Diciterifchen Werfen, viel eher erfanne werben fönne , als der Weifefte und Tugendpaftefte cines ganzen Bolfs. Die Zahl der Griechifchen Weifen war, wie es fcheint, weder in ihren eigenen Zeitalter, noch auch eis nige Zeitalter nachher, beftimmt. Herodor fibre war die Namen aller Weifen an, den einzigen Rleobolus ausgenommen, allein er fagt nirgends, daß man fie auf eine gemiffe Zahl eingefhränft Habe. Plato und deffen Freund Eudorus waren allem Vermuthen nach die erften, welde von fieben Weifen Griechenfandes *) redetens allein bende gaben wiederum die Namen berfelben niche auf einerley Art an, indem Plato den Myfon ftaté des Periander, und Eudorus eben denfelben an die Stelle des Kieobulus fegte. Die Zählung diefer beyden Weltweiferr bat zwar auf die fegt alle übrigen verdrängt; allein fie wurde in Griechenland dod) nié fo allgemein angenom« men, daß man nicht von ihnen, fomwobl in Anfegung. der Zahl, als der Namen der Griehifhen Weifen, abe gegangen wäre. Mad) dem Ditáard) **) gab es nur vier Männer, die chne Widerrede und Ausnahıne vom ganzen Griedenlande für Weife anerfannt worden: näme (1d) Thales, Bias, Pittafus und Solon: außer diefen nannte er aber noch fechs andere, aus welchen einigediefe, andere jene ausgeboben hätten, um die Zahl fieben voll 2 ® Plat, in Prot.!p. 295. und Œudorus apud Diog, 1,30 #*) I, 40, 41, apud Diog,

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Erftes Buch, gu machen. Sermipp hingegen führt fechszehn Männer an, aus welchen die fieben Griechifdyen Weifen auf eine ga} verfihledene Weife von verjdhiedenen Echriftfiellern Samprias, ein Bruder des Plus gewählt worden *). tard), glaubte, daß ihrer urfprünglich nur fünf gemefen fenen, und tag Cleobulus und Prriander fid) gieihfam Dios mit Gewalt in ihre Zahl cingedrángr hätten **), genes bezeugt ferner 4), daß zu der Damals faft allge» mein angenommenen Zahl der fieben Weifen von einigen noch dren, von andern vier Binzugefezt wurden, und nad) ibm nahm Porphyr nicht fieben, fondern neun Griechifche Weifen an. Zu den Zeiten des Paufanias wufte man givar nur von fieben; aber man redynete, rider das Une des Plato, den Periander, und einen $esbifchen fehen Tprannen darunter +). Aus diefen abweichenden Zeuge niffen alter Schriftfteller fann man, glaube id), mit Recht Schließen, daß Plato und Cudorus in ihren Une gaben der Zahl und Namen der Griehifcyen Weifen mehr ¡fren eigenen Vermurdungen, als zuverläffigen Nachrichten, oder alten Urberlicferungen folgten, und - baf daher die nadfolgenden Gefdhichtfihreiber ans Grüns den, die mir unbefannt find, fich für berechtigt hielten, von den Entfcheidungen diefer Weltweifen absuiveidyen, Niche Älter und auch niche iibereinftimmender, als die Zeugniffe über die Zahl und Namen der Weifen, find vie Sagen von ihren Sufammenfinften, Gaftındz fern #) 1. 42. Diog. #*) Vit, Op, Plut, $14. 760 Te es T8 ev AeAQois

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fern und Tiffreden, Plato if, wo nicht der erfte, doc) gewiß der ältefte-unter allen Geiechifchen Schriftffellern, deren Werfe zu uns gefommen find, und die von den Zufammenfünften der fieben Weifen *) reden. Er ele in Weifen Oriechifchen fcbeint zu behaupten, daß die ner folchen Zufammenfunft den Entfdiluf gefafie harten, ihre Eprüche, als Me Erftlinge der Griechifben Weiss beit, dem Apo zu Delphi zu weihen. Pato beftimmte aber nieder die Sit, nod) den Ort, wann und wo fie fid) verfammlet haben follten. Beyre wurden in fpitern Zeiten auf eine ganz vere fchiedene Art angegeben. Archerimus von Srrafus be: Hauprete, baf die Griechifihen Werten bev.n Kopfelus gufammengefommen wären, unter deffen Regierung der größere Theil der Griebifhen Weifen wahrfcheintic) nod) nicht einmal gebohren war**). Auvere liefen die Gricchie fen Weifen fi entweder in Delphi, oder an bem Hofe des Kedfus, oder in Korineh beym Periander, oder eudlic) in Myfale, in Afien verfammlen ***), Jn fparern Zeiten ließ man fie aud) Gaftmrdler feyern, die wiederum E auf 2 *) In Prot. p. 295. Ferav nv es Occrys © piAnoues, woes Tirromos o pusruAyvosos, ets Bias © mein. veus, noes ZaAwv o nuerecos, nou KAeoBeXos 0 Audios , xs Musa 6 NAVEVS, Kos ¿Bdomos ev TOUTOIS EAEYETO Aaxedoesprovsos XsAoy. — — ¿ros Kes own EuveNSoytes, amuexnv Tas cores avederav rw Azroadoy eis Tav vewv ev AsAQois youarres ravra & dy meevres vureri. Tvads TEMUTOY Koes Pandev ayar, **) Diop I. 40, n #**) Diog, l, e,

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Erftes Buch, auf eine ganz abweichende Art gefchifbert werden, El. nige befchreiben fie als fröhliche Echmdufe, in weichen man fid) den Freuden des Weins ohne Zurückhaltung überlaffen *), ardere Hingegen als feyerliche Gafimäler, in denen Weisheit und Eenft geherricht, und Scherze und Muthw iffer verbanne Hatten **), Die Zufamenfünfte der fieben Weifen find zwar nicht unwaßrfcheintich, Zeitrehnung***); und fireiten auch niche mit der allein es gibt andere Gründe, wegen man fie für erdichter halten muß. wef- Herodot redet von dem Zufammenfaufe aller wegen ihrer Rennmiffe oder Gefchicklichfeiten berühmten Griechen am Hofe des Krsfus; er erzählt, daß Thales fic) im Heere diefes Königs, und Bias an feinem Hofe gefunden, daf bende den bey Mpfale verfanimleten Griechen vortreffliche Wore fcblage gegeben Hatten; er Bandett enblid umftándlid) vom Periander und feiner Verbindung mit dem Thrafy« Bulus; allein nirgends erwähnt er einer Sufammenfunfé der Griechifen Weifen, fo viele Veranlaffungen er aud) Batte, eine fo merfroürdige Begebenbeit aufzuzeichnen. Dies #) Athen 3 p. 463. e7oevro de noes di Etre rage pevos coer un Qorinces oidos. readers que O emos nets Ty Ta yugos dusdumev Quow 6 DsoDeasos sv Tw wees MEÔNS. #6) Vid. aut. Conv. fept. Sap, urn) Pitrifus wurde in der given und brepfigften, Periander im erften Sabre der 29ten, Thales in der 35 oder 38 Olympiade gebohren, Golon gab in der 46 Olympiade feine Gefeze. Die Zeitrechnung der übrigen ¡ft unge: tif, wir mwiffen aber dod), daß fie Zeitgenoffen ber ers fern waren.

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> Dies redende Srilffchweigen des Herodot würde allein fébon das Zeugnip des Plaro überwiegen, wenn man aud daran nicht einmal denfen mollte, Daß eine folche verabredete Zutammenfunfe der Weifen Griechenlandes eine viel genauere Verbindung groifchen entfernten Státe ten, mehr Mufe, und wichtigere Bewegunasgründe bora auefegt, als man annchmen oder vermuthen Wahriheintich hat die Nachricht des Heredc: ,- Fann, daß alle Künftter und erfahrne Männer den Krófus hefuche hate fen, ¿ue Erdichtung einer Zufammenfunft der fieben Weifen Antas gegeben, Eine foldye Zufammenfunft sft aber, meinem Urtheile nad), immer weniger unmabrfteanhih, als ein Gafimal in dem Gefhmade, in welchem ein unbofanne ter Sahriftiteller, den man fälfchlid, für den Plutardy qee Balten, eins gefchrieben bat. Dielem Schrififtsler nach foílte man glauben, als wenn die Weifen nur in dee Abficht zufammengefpeifet hätten, um fido auf einmal alte ihre Sprite, Rachfel und Gefinnungen mitzutheilen und vorzulegen. Golde Gaftmäler, an welchen man mehr jufammendadte, als zufammenaß, find ein offen» barer Widerfprucy mit den Sitten der alten Zeit, in wel cher alle Schmäufe, gottesdienftlide Handlungen, und zu Ehren der Götter angeftellt, oder doch mit gottesbienffs lichen Gebräuden, mit Opfern, Befránzungen, fröhlis chen Gefangen, und felbft mie Spielen und Naufd) bee gleitet waren *), Diefen feftlihen Schmäufen, S 4 an mele *) Man fehe Athenáns IL 2. V. 3.192. X. 7. 427 XL 3. 462. p. und die Defbrcibungen der älteften ve die hier vorkommen,

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Er(teds Buch.” welchen felbft die weifeften Männer rierhen, fic) von der bedächtlichen Nüchternheit eben fo weit zu entfernen, als vor der finnlofen Trunfenbeir in acht zu nehmen, mas ten die freundfchaftlichen Zufammenfünfte, an melden man glücliche Begebenheiten der Familie, oder der Häupter von Familien feyerte, im Zeitalter des Sofrae tes noch fehr ahrlıh), mie die Gaftmaler des Plato und Ecnophon beweifen. erftere, Plato war in feinen Sefezen der der wider die wilden Schmäufe, Felten zu Ehren der Götter fenerte, die man an und wider die Bes raufchungen, womit fie begleitet waren, eiferte, und er und Menedemus führten zuerft die mäßigen Gaftmaler cin, an welchen man mehr für den Geift, als für den Gaumen forgte, und fich über ernft: Hafte und wiffen(chafttiche Gegenftande unterhieit *), Diefe philofophifren Gaftmaler wurden in der Folge in allen Geften allgemein, und dauerten mehrere Sabrbuns derte nach Chrifti Geburt fort. Die berühmteften Belt weifen verordneten, daß.dergleichen nad) ihrem Tode vonihren Verebrern zur Erneuerung ihres Andenfens achale ten werden follten; und mehrere fezten anfebnlide Vers mächtniffe zu diefer Abfiht aus, Man fieht aber aus dem Athendus, daß diefe Gaftmäler fid) in Anfehung der Mäßigfeit eben fo fehr von denen der erften Stifter entfernten, als die fpaten Nadfommen der großen Welt» weifen Griechenlandes den Häuptern ihrer Schulen un: dbntid) waren **), %) Athen, X, q. ps 419. Diog, ll, 133, 140. 141

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Mide bloß aus der jezo angeführten groben Bes feidigung des Coftume, defen fid) der Verfaffir des Gaftnals der fieben Weifen fbuldig gemacht har, {liebe ih, Daß diefer Verfaffer nid:e Piutarch fenn fónne, (denn man fónnte leicht aus diefera großen Weltweifen und Gefibtfbreiber Fehler anführen, die eben fo groß, und vielleicht nod) größer find, als derjenige, den fein fatfcher Mamentráger begangen hat,) fondern id) gritve mein Urtheil nod) auf folgende Bemerfungen, die mir entfcheidend zu feyn fcheinens 1) Sit die Schreibare zwar nicht fchleche, cder unrein; allein fie hat dod) nice die Fille, das Bhihende, den Neichebum an glücflichen Bildern und Gleidhniffen, nicht die häufigen Anfprelune gen und Anführungen auf, und von den grófiten Dichtern feines Volfs, welche die Sprache des Piurard einem jeden vertrauten $efer und Kenner diefes vortrefflie den Sohrifrftellers fo fenntlid) maden felbft aus der Verwirrung, 2) Erhelle oder gefmaciofen Uns ordnung diefes Auffazes, daß Diutard) die unförmlichen Theile diefes unausgearbeiteten Ganzen weder gebildet noch geftellet babe. Alle Anekdoten, Sprüche, Rärhfel und Gedanfen, die in fpäten Zeiten den Griechifchen Weifen zugeeignet wurden, find mit fo weniger Voricht gefammlet und geprüft, und mit fo weniger Deurtheis lungsfraft über einander bergemorfen, daß ein jeder vers + nünftiger Menfch fühlen muß, daß man niemals folde Gafimálec und Tifchreden gebalten Babe, oder daß dies jenigen, die fie gehalten hätten, mit allen ihrem Scheine und Rufe von Weisheit die lächerfichften Pedanten und die verächtlihften Thoren gervefen feyen, o wenig aber Plutard) fähig war, weife Männer auf eine folche unge5 teimte

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Eres Bud. reimte Art reben und denfen zu laffen, als bie Weifen Griechenlands im Gaftmale des Ungenanntentoun; eben fo wenig war er, glaube ih, fähig, die Sitten der ale ten Zeit fo fehr zu dergeffen und zu beleidigen, daß er die Kleobelina oder Eumetis, eine Tochter des Meobulus, zu einer Tifhgenoffinn der fieben Weifen, oder zu einer Theitnehmerinn ihres Gaftmalsgemacht hatte*), Wollte san aber aud) diefes dem Plutard) zutrauen; fo würde dod) vierten dies unmiderleglich bleiben, daß der wahre Plutarch die Eumetis nicht für eine Tochter des Sindifchen Kleobulus, fondern für eine Corintherin hielt**), End» lid) und fünftens muß auch diefes gerechten Berdacht ges gen bie Aechtheit des Gaftmals erregen, daß der Vere faffer des leztern nie des ss ermäbnt, über welches Plus tard) eine ganze Abhandlung geichrieben bat, und daß miederura Plutarch in diefer feiner Abhandlung nicht ein Wort von ber angebliden Zufammenfunft der Griedhis fhen Weifen beym Perlander fagt, und den lesfern fonar, famt bem Kleobulus, aus der abl der Oriechifhen Weis fen ausfüließt. *) 584.85. *¥) VIL 578. wees 78 es TE ev AsAQois,