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PLATON, SOKRATES, PYTHAGORAS UND 4D —
BRANCUSIS JAHRE VON 1912-22
DIE HOLZSKULPTUREN PLATON UND SOKRATES
Eine intensive Auseinandersetzung Brancusis mit den Schriften Platons kann sicher fiir die Jahre bereits ab 1919/20 angenommen werden. In dieser Zeit, die für Brancusi durch die enge Freundschaft zu
Marcel Duchamp, Edward Steichen und Erik Satie geprägt war, entstand die Holzskulptur „Platon“ (vgl. Abb. 30). Diese Arbeit bedeutete Brancusi keine grundlegend neue Konzeption der Form. Sie
bildet vielmehr den Abschluß einer Werkreihe von Holzskulpturen,
deren erste Arbeit „Der erste Schritt“ (vgl. Abb. 27) 1913 entstand.
Die enge formale Bindung der „Platon”-Skulptur und damit auch,
dem Werkprozeß Brancusis folgend, ihre inhaltliche, lassen eine aus
dem Kontext dieser Werkreihe (vgl. Abb. 24 bis 30) isolierte Betrachtung wenig sinnvoll erscheinen.
Der erste Schritt
Das Abbild eines Kleinkindes, das auf unsicheren Beinchen mit erhobenem Arm balancierend und offenem Mund staunend seine Welt zu
erkunden versucht, gestaltete Brancusi nahezu realistisch (vel. Abb.
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27). Die Körperproportionen, charakteristische Merkmale eines
Kleinkindes wie der große Kopf, die kleinen Arme, der Rumpf, der
nur aus Bauch zu bestehen scheint, die dicken Oberschenkel, sind
naturnah gestaltet, lediglich bei Kopf und Armen abstrahierte Brancusi. Als Vorlage diente ihm die Photographie eines Kleinkindes (vgl.
Abb. 24, 25).
Vergleichbar der Behandlung der etwa gleichzeitig entstandenen
Köpfe der „Mile. Pogany” wie der „Schlafenden Muse” werden Augen und Nase lediglich durch zwei leicht erhobene, reliefartige Linien
angedeutet. Eine tiefere Auskerbung in der von Brancusi bevorzugten Manier der „taille direct” kennzeichnet den geöffneten
Mund. Weniger auf die Wahrnehmung der Umwelt durch Seh-, Ge-
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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)ruchs- und Hörsinn ausgerichtet, typisiert Brancusi in dieser Arbeit
das erste „Begreifen” der Welt des Kindes auf ein instinktives Begehenwollen und auf den Mund, nicht nur als das ständige Verlangen
nach Nahrung, sondern ebenso als empfindliches Sinnesorgan des
Ertastens und Erschmeckens.
Stehende Figur
Augenscheinlich unter dem Einfluß zeitgenössischer Orientierung an
archaischer bzw. afrikanischer Skulptur erarbeitete Brancusi um 1914
die „Stehende Figur” (vgl. Abb. 26).
Der auffälligste Unterschied zur Plastik der „Erste Schritt” liegt in
dem Bestreben Brancusis, die Statik des Blockes zu erhalten. Dies gilt
sowohl für die äußere Begrenzung der Form wie für die Gewichtsverteilung, das Bewegungsmoment der Plastik. Die Unsicherheit in der
Verlagerung von Stand- und Spielbein aus dem „Ersten Schritt" ist
hier eliminiert. Die Figur ist auf die frontale Ansicht ausgerichtet und
symmetrisch auf ihre Mittelachse hin konzipiert. Die Volumina der
einzelnen Körperteile richtet Brancusi in strenger Horizontalität und
Vertikalität aus. So verlagert Brancusi die Masse der ovalen Oberschenkel aus dem „Ersten Schritt“ in ein geschlossenes Volumen als
Unterleib nach oben und setzt der Vertikalen von Kopf, Hals und
Oberkörper ein horizontales Auflager entgegen. Die Statik des Blokkes betont die Korrespondenz der nur noch in Ansätzen am Kopf und
Oberkörper stehengelassenen Arme zur Breite des Unterleibs und
der Beine. Arme und Beine bilden mit ihren geradlinig verlaufenden
Konturen zwei rechteckige Blöcke und stehen damit dem Rund von
Kopf, Oberkörper und Unterleib diametral entgegen. Das Oval des
Das Kind in der Welt
In den Jahren 1914 bis 1917 entstand die dritte Variante dieser Skulpturenreihe: „Das Kind in der Welt" (vgl. Abb. 28). Die sockelartige
Verbindung zwischen den Beinen wie die Arme sind verschwunden.
Der Figur wurde die Blockhaftigkeit der .Stehenden Figur” genommen. Es dominiert die Vertikale. Das „Kind in der Welt” steht mit
beiden Beinen auf der Erde. Das Halbrund des Unterleibes erscheint
nunmehr durch eine bogenförmige Kontur als bekleidendes Element
und erinnert an ein Röckchen. GleichermaBen den Wachstums- wie
Lernprozeß beschreibend, schiebt sich aus dem stark verjüngten
Oberkörper Stufe um Stufe der Kopf in die Höhe.
Die Ausarbeitung des Kopfes ist wesentlich forcierter gehandhabt.
Die Geschlossenheit des Ovals ist aufgebrochen, die Auseinandersetzung Brancusis mit den Arbeiten Lipchitz’ und Archipenkos unübersehbar. Die ursprünglich nur leicht erhobene Linie von Augen
und Nase ersetzt nun eine tiefe Kerbe, die sich über die Stirn hinweg
bis über die obere Kopfpartie zieht. Das Kreisrund des Mundes
schlägt Brancusi mit zwei gegengerichteten Schrägen aus dem Holz
heraus, nimmt der Mund- und Kinnpartie die Masse und bewirkt
optisch eine scheinbare Neigung des Kopfes. Die rechte Ausformune
am Kopf läßt sich aus der formalen Entwicklung als Relikt des ehemals erhobenen Armes deuten, bezeichnet aber auch gleichzeitig das
Ohr bzw. seine Höhe.
Kleines französisches Mädchen
Die stärkere Abstrahierung gegenüber dem „Kind in der Welt” läßt
Kopfes blieb unbearbeitet, jedoch lassen die Kreidezeichnungen auf
vermuten, daß das „Kleine französische Mädchen“ (vgl. Abb. 29),
dieselbe Gestaltung des Mundes wie der Augen- und Nasenlinie
obwohl es ebenfalls nur ungenau in den Zeitraum 1914 bis 1918 datiert werden kann, nach dem „Kind in der Welt” entstanden sein
schließen, wie sie Brancusi im „Ersten Schritt” ausführte.
dürfte.
Die Auseinandersetzung Brancusis mit den Grenzen und Möglichkeiten des Materials läßt sich an Aufbau und Ponderation der Plastik
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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)ablesen. Sie wird durch das Zusammenspiel dreier Vertikalen und
zwei runden Volumina bestimmt.
Brancusi verlängerte die Sequenzen der sich stufenförmig emporschiebenden Abschnitte von Bauch, Oberkörper, Schulter- und Halspartie unter gleichzeitiger Reduktion ihrer Masse. Das Material
beschreibt nicht länger die Körpervolumen, sondern seine innerste
Struktur; die Senkrechte erscheint in ihrer körperlichen Ubertragung
als Wirbelsäule. Ihre horizontalen Einkerbungen sind ebenso strukturierendes Element, wie sie auf die einzelnen Wirbel verweisen
können.
Auf dieser ebenso dominanten wie zerbrechlich wirkenden Vertikalen balanciert Brancusi das schwere Oval des Kopfes aus, ebenso
gearbeitet wie der Kopf vom „Kind der Welt”. Ihm entspricht in seiner Masse das ebenfalls formal beibehaltene Halbrund des Röckchens. Die Korrespondenz beider Rundformen lassen die schmale
Vertikale der „Wirbelsäule“ als ihre Verbindung als ein gewagtes
Spiel Brancusis mit der Beschaffenheit des Materials erscheinen. Die
Aquivalenz ihrer Masse verstärkt einerseits die Fragilitat der Vertikalen, andererseits suggeriert sie durch ihre Ausgewogenheit plastische
Stabilität. Diese wird durch die beiden Senkrechten der wiederum
verlängerten Beine unterstützt. Brancusi untergliedert ihre leicht
gerundeten Ovale durch jeweils zwei Verjüngungen und formt dadurch jeweils drei gleichartige und -hohe Elemente, die mit dem
naturalistischen Bein nichts mehr gemein haben. Durch sie balanciert
Brancusi die Ponderation der Skulptur aus, wobei er den Eindruck
bewegungsloser Statik subtil durch die Einwärtsdrehung der klötzchenartigen Füße unterbindet.
Trotz der fortgeschrittenen Abstraktion entspricht die Aussage der
Skulptur ihrer Titulierung. Mit entspanntem Unterkiefer, offenem
Mund, leicht gesenktem Kopf auf diinnen Spargelbeinen, aus dem
Réckchen herausgewachsen und etwas zu schnell aufgeschossen
bestaunt das „Kleine französische Madchen” die Wunder dieser Welt.
Platon
Aus dem „Kleinen französischen Mädchen“ entwickelt Brancusi
„Platon” (vgl. Abb. 30). Die Unterschiede in der formalen Behandlung mögen minimal erscheinen, zeigen aber, daß Brancusi die gesamte Skulptur erneut durchgearbeitet hat.
Die entscheidendsten Veränderungen hat der Kopf erfahren. Hier
verdichtet Brancusi das Spiel von Negativ- und Positiv-Volumen, der
geometrischen Formen von Linie, Oval und Kreis durch die Rechtecksform des Quaders. Die bisherige konstruktive Bezugslosigkeit
des Armreliktes bzw. Ohres eliminiert Brancusi durch einen horizontal liegenden Quader, der über das ansteigende Oval des Kopfes
allmählich in die Fläche der Nasenebene überführt wird. Um einer
dadurch entstehenden Linkslastigkeit in der Gestaltung zu begegnen,
verlegt Brancusi die tiefe Spalte der Augenlinie auf die rechte Seite.
Ihr Ansatzpunkt korrespondiert mit dem Ende der oberen Horizontalen des quaderförmigen Blockes und führt die Linie winklig in das
Oval des Kopfes hinein. Die untere Waagerechte berührt exakt in der
Mittelachse das Rund des Mundes tangential in seiner höchsten
Erhebung und vereinigt sich mit seiner Kreislinie.
Das ovale Volumen des Kopfes bestimmte Brancusi deutlich größer
als in der Skulptur des „Kleinen französischen Mädchens“, nimmt ihm
aber die Schwere, indem er die gesamte Mund- und Kinnpartie als
Negativvolumen setzt. Sauber zum Kreis ausgearbeitet, die Kontur
des oberen Lippenbogens hat die Exaktheit eines Zirkelschlages,
steht die ausgekerbte Partie für ein Kugelsegment. Die schlichte
Strenge der geometrischen Primärformen von Kugel, Quader und
elliptischer Linie kontrastiert zur lebendigen Dichte ihrer konstruktiven Verbindung im Ovoid, und ihre wechselweise Auffassung von
geformter Masse und gestaltetem Raum geben dem Kopf die ausgewogene Komposition eines eigenständigen Werkes.
Die Dominanz des Kopfes wird durch Brancusis Korrektur der Proportionen von Beinen und „Wirbelsäule“ unterstützt. Im ganzen verkürzt Brancusi die Beine, verändert die ehemalige Dreiteilung in eine
Zweiteilung, wobei die einzelnen Intervalle aber länger und schmaler
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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)gestaltet wurden. Die vier Stufen der Wirbelsäule rhythmisiert Brancusi in gleichmäßige und schlanker gefaßte Sequenzen. Ihre horizontale Riffelung wird durch eine geglättete Oberfläche ersetzt.
Die Tendenz der strengeren Behandlung von Fläche und Linie ist
auch am Halbrund des Unterkörpers sichtbar. Der bogenförmig geschwungene Volant des Röckchens aus dem „Kleinen französischen
Natur durch das Kind ist seine erste Erfahrung mit einer als absolut
Mädchen“ ist verschwunden. Er wird durch eine gerade Linie ersetzt,
seiner Kunst allen Menschen zu erhalten.
der parallel der untere Kontur folgt, so daß den Vertikalen der Beine
- auch hier eliminiert Brancusi das spielerische Moment der einwärts
gedrehten Füße - unvermittelt die große Horizontale des Halbrunds
Diese Auffassung ist zeittypisch und steht auch für andere Künstler in
der Modernen. Vergleichbar äußert sich Kandinsky 1912 in seinem
Essay „Über die Formfrage”, wenn er im Kind noch die „ungetrübte
Fähigkeit" vorhanden sieht, „das Ding als solches aufzunehmen“.
entgegensteht.
empfundenen Gesetzmäßigkeit, auf die sein Ich keinen Einfluß hat,
als deren Teil es aber sein Ich integriert fühlt.
Den im Empfinden des Kindes noch vorhandenen Einklang zwischen
Subjekt und Natur und die daraus resultierende unverdorbene Wahrnehmung seiner Umwelt galt es Brancusi, sich selbst wie mittels
Mit der Plastik des Platon erreicht Brancusi sowohl formal als auch
inhaltlich die größtmögliche Dichte in der Aussage dieser Werkreihe.
Obwohl letztendlich immer noch figural wahrnehmbar, erarbeitet
geistig wirkenden Wesen”. Und es könnte gleichzeitig eine Charakte-
Brancusi durch die Reduktion der formalen Mittel auf vertikale Linirisierung der Werkreihe Brancusis sein, wenn Kandinsky weiter festen und runde Volumina durch das geometrische Element ein
Höchstmaß an Abstraktion in der figürlichen Gestalt, wobei die geometrische Form konsequent ihrem zu vertretenden Inhalt Rechnung
stellt. daß das Kind aus dieser Eigenschaft die Fähigkeit entwickele,
trägt.
Innere am stärksten zum Vorschein kommt und also wirkt …”.
„Wenn wir keine Kinder mehr sind, sind wir bereits tot”, befand
Brancusi (vgl. Abb. 24). Im Kind vollzieht sich die Konfrontation des
eigenen Wesens zu der unübersehbaren Fülle seiner Welt unmittelbar.
Steht für Kandinsky die Einheit von subjektiver Empfindung und
„klingendem Kosmos” in der Tradition der Esoterik Beasants, Leadbeaters und Blavatskys, sieht Brancusi diese unmittelbar in der sinnli-
Der elementaren Erfahrung von Wärme, Kälte, Hunger und Nahrung
Unverbildet durch das anerzogene „Praktisch-Zweckmäßige” besäße
das Kind noch die Nähe zur „klingenden Welt”, zum „Kosmos der
„das Äußere zu streichen“, und „noch die Macht“ hat, „das gebliebene Innere in eine Form zu kleiden, in welcher dieses gebliebene
chen Wahrnehmung der Natur selbst. Noch 1928, also bereits zur Zeit
Brancusis verstärkter Hinwendung zur Lehre Milarépas, bestätigen
folgt das instinktive Begreifen- und Ordnenwollen dieser Vielfalt als
ein Schritt der Integration des Ichs in die Umwelt. Die reinste Erfahrungsquelle ist das ursprüngliche Erleben der Natur und ihrer Phänomene. Sich eins zu fühlen mit der Natur, in ihr aufgehoben statt
verloren zu sein, bedarf, je weiter sich der Intellekt des Kindes entwickelt, eines Vorstellungsmodells, das gleichzeitig erklärende und
ordnende Funktion hat. Es waren die periodischen regelmäßigen Abdie Erinnerungen Isamu Noguchis die unabdingbare Verbundenheit
des natürlichen Vorbildes zu seiner abstrakten Durchbildung in der
läufe der Naturerscheinungen von Tag und Nacht, Sommer und
wurde, seinem Sammler Quinn gegenüber beschrieb Brancusi den
Winter, die regelmäßige Wiederkehr planetarer Konstellationen, an
dem dieses Ordnungsmodell entwickelt wird. Die Beobachtung der
progressiven Arbeitsprozeß der Werkreihe bildhaft als „Kalvarien-
Skulptur: „Brancusi used to say how lucky were the young people of
the new generation such as myself, who could look forward to uninhibited and true abstractions, not like himself who always started out
from some recognizable image in natur.”
Obwohl dieser Weg von Brancusi offenbar als mühevoll empfunden
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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)berg“, verweist er gerade deswegen auf die Bedeutung der Natur,
ihrer Erscheinungsformen und Gestaltungsgesetze für Brancusi.
diese Ähnlichkeit nicht überraschend. Denn beide Formen, Brancusis
.Leda” wie das mathematische Modell, sind demselben Ordnungsprinzip verbunden.
Zwei Atelieransichten (vgl. Abb. 31,32), um 1920, zeigen die Platon-
Skulptur im Atelier. Eingedenk der Zeichnung an der Atelierwand,
Brancusis Kontakte hätten bereits ab 1912 die Kenntnis dieser madie als geometrische Darstellung des platonisch-pythagoreischen
thematischen Modelle erlaubt. Befreundet mit Ezra Pound, dessen
Ordnungsprinzips von Harmonie und Kosmos gelesen werden kann,
erscheint die Skulptur wie der Hüter seiner Lehre. Eine weitere Aufnahme, ebenfalls um 1920 zu datieren, zeigt sie in einer „groupe mobile’ zusammen mit der Skulptur „Leda”!.
vortizistische Metaphysik, die nicht die Brancusis war’, auf den physikalischen Erkenntnissen Helmholtz basierten.” regelmäßig an den
Sitzungen der Puteaux-Gruppe teilnehmend*, die die Kaderschmiede
für die Vierdimensionalität in der Kunst war’, hatte er überdies 1912
an der Ausstellung der „Section d'Or” teilgenommen. Seine Biblio-
Eingedenk des „Kalvarienberges“, als den Brancusi John Quinn gegenüber den Werkprozess zum Platon beschrieb, erstaunt es, daß zu
dieser Marmorskulptur der „Leda” keine Werkreihe existiert, wie sie
thek weist mehrere Bücher von dem französischen Mathematiker
Henri Poincare auf, dessen Institut sich ebenfalls in Paris befand.
Poincarés Sammlung mathematischer Modelle ist die wohl bekanntefür den Arbeitsprozess Brancusis durchgängig typisch ist.
ste im Kunstkontext. Man Ray photographierte sie 1936 und publi-
Und dies um so mehr, als Brancusi mit ihr eine Form präsentiert, die
zierte die Photographien in Cahier d'Arts (vgl. Abb. 47-52). Sie
bis auf die Materialglättung völlig frei von jeder Oberflächengestaltung ist. Es stellt sich die Frage, wie Brancusi zu dieser Form in einem
einmaligen Arbeitsprozess gelangte. Die Vermutung, daß hier, wie
für den möglichen Einfluß der afrikanischen Plastik auf den „Platon“
(vel. Abb. 34), eine vergleichbar prägende Begegnung mit einer
Formvorlage stattgefunden hat, liegt nahe.
illustrierten den Aufsatz .Mathématiques et l'Art abstrait” von Christian Zervos, einer vehementen Verteidigungsrede des Geniebegriffs
in der Kunst. Dieser Aufsatz hatte einen konkreten Anlaß. Die Surrealisten-Ausstellung in der Pariser Galerie von Charles Ratton
präsentierte zusammen in einer Vitrine mit Objekten u.a. von Max
Ernst, Man Ray und Duchamp die Modelle aus der Sammlung Poincarés. Diese Idee war nicht neu und sie dürfte von Max Ernst ge-
Die mathematischen Modelle
stammt haben. Dieser hatte eine ausgesprochene Vorliebe für diese
Formen entwickelt. Peggy Guggenheim erinnert sich: „Am stärksten
Stellt man der Leda-Skulptur das mathematische Modell einer kubifühlte sich Max in New York vom naturwissenschaftlichen Institut
angezogen. Er begeisterte sich sehr für die mathematisch-physikalischen Objekte, die er höher schätzte als die Konstruktionen eines
schen Funktion mit zwei Doppelpunkten (vgl. Abb. 35), 1881, ge-
Pevsners.“® Bereits im November 1919 stellte Max Ernst in den
burg 1971, S. 251.
Vgl. HID, S. 89.
Vgl. Henderson, Linda Dalrympel, The Fourth Dimension, S. 66.
Vgl. Guggenheim, Peggy, Ich habe alles gelebt, S. 212.
+
Vgl. FTB-WVZ-Nr. 163; für eine ikonographische Deutung der Leda-Skulptur als
Metamorphose der Form vgl: Partenheimer, Jürgen, Die Skulptur Brancusis in
der Deutung seiner Fotographie, Diss. München 1977, Manuskript, S. 128-135.
ta
1
Vgl. Pound, Ezra, Brancusi, S. 69.
Vgl. Groth, Peter, Der Vortizismus in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Hamm
ns
tw
genüber, ist die Vergleichbarkeit ihrer formalen Ästhetik bestechend.
Unterstellt. daß Brancusi die Middelton gegenüber geäußerte Meinung über das universale Gestaltungsgesetz, das auch für die Kunst
gelten müsse, nicht erst im Jahr des Interviews entwickelt hat, ist
Página 6
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Räumen des Kunstvereins in Köln mit der G.D.K. zusammen mit
Freundlich und Baargeld neben seinen Arbeiten „die von einer
Lehrmittelanstalt geliehenen bunten Drahtmodelle mathematischer
Formeln aus”.
Selbiges wurde 1936 in Paris wiederholt. Ein Schriftwechsel zwischen
Man Ray und Breton zeigt deutlich, wo das Gefahrenmoment für die
finden. Die Faszination, ein abstraktes, sich der sinnlichen Wahrnehmung entziehendes n-dimensionales Raummodell dreidimensional
haptisch und visuell erfahrbar werden zu lassen, rüttelte nicht nur an
den Grundfesten der kunsttheoretischen Diskussion der Moderne.
Hier schien der unlösbare Widerspruch von Dostojewskis Aljoscha
zwischen Religion und Naturwissenschaft aufgehoben. der menschli-
Künstler lag. Breton schreibt:
chen Begrenztheit sinnlicher Wahrnehmung ein Schnippchen geschla-
.… Wogegen ein Zweig der zeitgenössischen Kunst (die Abstrakten)
gen, Gott überflüssig und die Unendlichkeit abbildhaft darstellbar
auf der entgegengesetzten Richtung beharrt und Gefahr läuft, durch
die Veröffentlichung solcher Dokumente (mathematische Objekte)
thre Realisierung deutlich übertroffen zu sehen.“?
Man Ray bezeichnet die mathematischen Modelle als vollkommene
Mikrokosmen, hingegen ihm die abstrakte Kunst dagegen als ein
Fragment, als eine Vergrößerung von Details aus der Natur und der
Kunst erschien.”
Seiwert fühlte sich bei einem Atelierbesuch Brancusis 1927 an eben
diese Mikrokosmen erinnert: „In der Erinnerung entsteht die berechenbare Klarheit und Exaktheit geometrischer Modellkôrper.”i"
Eine Gegenüberstellung der Mathematischen Modelle und der abstrakt-geometrischen Kunst Brancusis, Pevsners, Gabos, Vantongerloos (vgl. Abb. 39-52) zeigt deutlich die Grenzen jeglicher unter
formal-ästhetischen Gesichtspunkten entwickelten Kriterien zur
Betrachtung abstrakt-geometrischer dreidimensionaler Kunst. Jedoch
im gleichen Maß, wie das von Breton beschriebene Gefahrenmoment
dem Betrachter verständlich wird, erschließt sich ihm andererseits die
Attraktion, die diese Objekte auf die Künstler ausgeübt haben. Doch
geradezu faszinierend muß die Vorstellung gewirkt haben, in ihnen d.h. in einem realen dreidimensionalen Körper - die abstrakte ndimensionale mathematisch-physikalische Formel konkretisiert zu
7
8
9
Vgl. Max Ernst, Autobiographie, in: Aust. Kat., S. 138.
Vgl. S. 497.
Val. S. 497.
10 Seiwert, CB der Bildhauer, S. 6.
geworden zu sein.
„Nun, und darum erkläre ich denn auch, daß ich Gott einfach und
einwandlos akzeptiere. Einstweilen gilt es noch eines zu vermerken:
Wenn Gott ist, und wenn er tatsächlich die Erde geschaffen hat, so
hat er sie, wie wir genau wissen, nach der Geometrie des Euklid
geschaffen, den menschlichen Verstand nur mit dem Vermögen
begabt, bloß die drei Ausdehnungen des Raumes zu begreifen. Währenddessen hat es Mathematiker und Philosophen gegeben, und es
gibt ihrer auch heutzutage noch welche, und es sind das sogar die
besten, die leider bezweifeln, daß das Weltall - oder sagen wir noch
‚größer, - daß alles Sein nur nach Euklids Geometrie erschaffen sei,
ja, sie erdreisten sich sogar, zu denken, daß zwei parallele Linien, die
doch nach Euklid nie und nimmer und unter keiner Bedingung auf
Erden zusammenlaufen können, vielleicht doch irgendwo in der
Unendlichkeit zusammenlaufen. Weißt du, Liebling, ich sage mir nun,
wenn ich selbst das nicht begreifen kann, wie soll ich dann noch etwas
von Gott begreifen können, das ist doch dann viel zu hoch für mich.
Bescheiden bekenne ich, daß ich nicht die geringsten Fähigkeiten zur
Lösung solcher Probleme besitze; ich habe nur einen euklidischen,
einen irdischen Verstand, und wie soll man daher über etwas urteilen,
was nicht von dieser Welt ist? Und auch dir, mein Freund, rate ich,
nie darüber nachzudenken, vor allem nicht über Gott: Ob es ihn gibt
oder nicht gibt? Das sind Fragen, an die unser Verstand überhaupt
nicht heranreicht, da sein Begriffsvermögen nur für das Erfassen der
drei Ausdehnungen geschaffen ist. Und so akzeptiere ich denn gern
nicht nur Gott allein, sondern ich akzeptiere auch seine Allwissenheit
und sein Ziel, - das uns vollkommen unbekannt ist - und glaube an
Página 7
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)das Gesetz und den Sinn des Lebens, glaube auch an die ewige
Marcel Duchamp nutzte seine Tätigkeit in der Bibliothèque Sainte-
Harmonie, zu dem das Weltall strebt, und das selbst bei Gott war
und selbst Gott ist. nun, und so weiter, und so weiter bis ins Unendfiche.
Geneviève zum intensiven Studium der neuen Geometrien.!à Bereits
1912 setzte er sein Wissen in ersten Studien zum „Großen Glas”
um. Ebenfalls 1912 erschien auf der ersten Seite der Zeitschrift
Als Dostojewski 1880 seinen Roman „Die Brüder Karamasow“ voll-
„Comoedia” zusammen mit einer Besprechung des „Salon des Independants“, an dem auch Brancusi teilnahm, Pawlowskis Aufsatz
endete, dem die oben zitierte Passage aus einem Dialog Aljoschas mit
seinem Bruder [wan entnommen ist, waren bereits vierzig Jahre seit
„Voyage au pays de la quatrième dimension” (vgl. Abb. 57). Poincaré
publizierte seine Aufsätze „Pourquoi l'espace à trois dimension” wie
dem Erscheinen der „Geometrische(n) Untersuchungen zur Theorie
„Die Logik des Unendlichen” in „Dernieres pensées” 1913, ein Buch,
der Parallellinien” vergangen, in denen Lobachevsky, wie auch
Gauss, Bolyai und Riemann, die nicht-euklidische Geometrie entwikkelte.
das Brancusi ebenfalls besaß. '+
Theo van Doesburg veröffentlichte Poincarés „Pourquoi l'espace..."
erneut in der Zeitschrift „De Stijl“, in der ebenso die Beiträge Gino
Deren Theoreme des gekrümmten, dreidimensionalen endlichen
Severinis und Vantongerloos sich mit der Vierten Dimension in Male-
Raumes als Abbild einer vierdimensionalen Hyperkugel erwiesen
rei und Skulptur auseinandersetzten.
sich für die mathematisch-physikalische Raumvorstellung unseres
Universums ähnlich umwälzend wie seinerzeit das kopernikanische
Modell (Abb. 53, 54).
Im Wesentlichen konzentrierten sich die Kiinstler auf den Versuch
der Darstellung des n-dimensionalen euklidischen Raumes. Dies
geschah im Wege der projektiven Geometrie. Wie die Linie die Projektion der Fläche, die Flache die Projektion des Körpers ist, ist der
dreidimensionale Körper die Projektion eines vierdimensionalen
Objekts. Die Methode. héherdimensionale Probleme analog in der
Zweidimensionalen der Fläche zu lösen, wurde dabei aus den Naturwissenschaften und der Mathematik übernommen. Standardlektüre
der Künstler war hier Abotts „Flächenland”, das den Besuch einer
Kugel in einem zweidimensionalen Land schildert. Konstruktionen
von Hyperkuben, wie das regulär entwickelte Achtzell (Abb. 55), das
Schlegelsche Diagramm, wie die Zentralprojektion eines im Endlichen liegenden Achtzells, beeinflußten nicht nur die Kubisten.!?
11 Dostojewski, Fjodor M. Die Brüder Karamasoff, S. 468 ff.
t2 Zum Einfluß nicht-euklidischer Geometrie und der vierdimensionalen cuklidischen Geometrie auf den Kubismus vgl: Henderson, The Fourth Dimension, S.
74-116.
Für Brancusi dürften sich die zeitgenössischen Theorien der projektiven Geometrie wie selbstverständlich mit seinem Interesse an platonisch-pythagoreischer Metaphysik verbunden haben. Platons sog.
„Höhlengleichnis”, in dem „die Körper nur Teile der Erscheinungswelt sind, die an der wahren Realität nur abbildlich teilhaben können”! entspricht vollkommen der Theorie der projektiven Geometrie, in der jede reale Erscheinung die Projektion einer höherdimensionalen Realität ist. Wie vielfältig diese Erscheinungen sind, verdeutlicht Bragdon in seiner Studie zu einem Kubus, der eine Fläche
schneidet (vgl. Abb. 58).
DaB diese nicht nur abstrakt-geometrisch, sondern sich ebenso aus
den in der Natur vorzufindenden Formen herleiten lassen, mag Brancusi noch einmal besonders während seiner Freundschaft zu Edward
13 Vel. Henderson, a.a.0., S. 129.
13 Vgl. Bach 1987, S, 371, Anm. 433. Bach vermutet jedoch, daß man „Ähnlich, wie
bei Bergson auch hier nicht davon ausgehen könne, daß Brancusi diese Bücher
allzu gründlich gelesen hat (eher besuchte er wohl den einen oder anderen Vortrag Poincarés).” (ebd.).
15 Vgl. Hoffmann, Ernst, Platon, S. 77, wie auch sein Kapitel „Das Höhlengieichnis", a.2.0., S. 47-53.
Página 8
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Steichen überdacht haben. Steichens Verknüpfung von gesetzmäBigen Formen in der Natur, dem Goldenen Schnitt und platonischer Lehre stehen in enger Verbindung zu den gegenüber
Middelton geäuBerten Ansichten Brancusis:
„So I set out to try to understand nature's discipline. I decided to
make a study of the ratio of plant growth and structure. .. I found
some form of the spiral in most succulent plants and in certain flowers, particularly in the seed pods of the sunflower, of which I had
made so many photographic studies. I decided there must been a
relationship between all these things and what had been known for a
long time as the Golden Section, or Golden Measure: the proportion
of extreme and mean ratio. Plato had referred to this proportion as
„the section’ ,“'®
Seine Theorien fand Steichen bei Jay Hambidge ausgeführt (vgl.
Abb. 60-62, 136). Dessen Buch „The Elements of Dynamic Symmetries” hat nicht nur Steichen beeinflußt, sondern auch, wie an den
architektonischen Projekten zu sehen sein wird, Brancusì. Steichen,
der ebenfalls im Medium der Fotografie das vierdimensionale RaumZeit-Kontinuum einzufangen suchte (vgl. Abb. 59), war der erste
Auftraggeber für Brancusi für eine GroBskulptur der „Unendlichen
Säule“ (vgl. Abb. 137, 138, 140). Die Jahre 1912 bis 1922, in denen
Brancusi sämtliche Grundformen schuf, die er entweder vervollkommnete oder aber die Ausgangsformen seiner architektonischen
Projekte wurden, sind maßgeblich durch eine zeitgenössische Diskussion bestimmt, die sich zum Verhältnis von Raum und Masse an
den zeitgenössischen Naturwissenschaften orientierte. Deren Einbindung in die platonisch-pythagoreische Metaphysik garantierte
nicht nur Brancusi ein utopisches Modell skulpturaler Architektur.
Lissitzkis Prounen-Räume, die Architekturentwürfe Leonidows und
Malewitschs, Ouds, van Doesburgs und van Eesterens geben ein
beredtes Zeugnis, wie nahe sich die Künstler und Architekten dieser
Jahre einer Überwindung von Schwerkraft, Raum und Zeit glaubten.
16 Vel. Steichen. A Life...., 1984, Kap. 5 „World War I and Voulangis”, 0.S.
Página 9
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Constantin Brancusi
Atelieransicht mit der geometrischen Figur auf
Abb. 22:
A.L.A. Inv, 849
der Atelierwand, Platon und „Le Nouveau-né II”,
ca, 1922
Abb. 11:
Abb. 12:
Abb. 23:
Entwurfsskizzen zum Rathausprojekt in Mexico
Ausschnittvergrößerung
A.L.A. Inv, 398
Constantin Brancusi
Grundrisse und Schnitte, Bleistift
Nizza, Winter 1923
Abb, 24:
Constantin Brancusi
Ohne Titel (quand nous ne sommes plus enfants nous
sommes morts) r.u. sign.
Verbleib unbekannt
Abb. 25:
Constantin Brancusi
Bleistift/Papier, aufgezogen auf Pappe,
45,5 x 34 cm
verso beschriftet: à Petro/ Constantin Brancusi
Dienst Verspreide Rijkscollecties, Den Haag
Adolf Loos
Vorlage zu „Der erste Schritt”, 1910
Photographie
Fassadenentwurf für die Filiale der K.K. Priv.
Musée National d'Art Moderne, Paris
Allgemeine Verkehrsbank, 1904
Fotomontage
Abb. 14:
Abb. 26:
zeichnetem Proportionssystem
Abb. 15, 16:
J.L.M. Lauweriks
Das Entwerfen auf systematischer Grundlage anhand eines Entwurfes seines Schülers Christian Bayer
in der Zeitschrift RING, 1904 Heft 4, S. 5, 25
Abb. 17, 18:
J.L.M. Lauweriks
Das Entwerfen auf systematischer Gruniage anhand eines
Entwurfs seines Schülers Christian Beyer
in der Zeitschrift RING, 1904, Heft 4.8.7, 9
Abb. 19:
Johannes Itten
Kompositionsanalyse zu Meister Francke, Anbetung der Könige
Weimar 1921
Abb. 20:
Einbandgestaltung des Buches
„Das Theorem des Pythagoras”
Holz
Zerstört
Abb. 27:
Constantin Brancusi
Le premier pas, 1913
Holz.
Zerstört, Kopf erhalten
Abb. 28:
Constantin Brancusi
Groupe mobile mit
7
L'Enfant au monde, 1917
Hoiz
Abb. 29:
ana
Constantin Brancusi
Le premier pas Iil, ca. 1914-18: auch: La petile Francaise
Eichenhoiz, 123.5 x 23,8 x 21,6 cm
The S.R. Guggenheim Museum, Stiftung Katherine S.
Dreier Estate, New York
Abb. 30:
Constantin Brancusi
Platon, 1918-19
von Dr. H.M. Naber, 1908
Le Corbusier
Modulare Entwicklung der elliptischen Wôlbung aus dem
Dreieck des Pythagoras
Aus dem Skizzenbuch 1914
Constantin Brancusi
Le premier pas I], ca. 1914
Hendrik P. Berlage
Aufriß zur Amsterdamer Börse, 1898, mit einge-
Abb. 21:
Adolf Loos
Constantin Brancusi
Die geometrische Figur auf der Atelierwand,
ca. 1922
Kopf, ol.
Abb. 13:
Adolf Loos
Entwurfsskizze zum Rathausprojekt in Mexico, 1923
Holz, Höhe um 109 cm
Zerstört, Kopf erhalten
Abb. 3}:
Constantin Brancusi
Atelieransicht mit „Platon“, ca. 1920
Página 10
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Constantin Brancusi
Man Ray
Pythagoras, 1943
Aquarell
Abb. 44:
Man Ray
Nicht-euklidisches Objekt, 1932
Atelieransicht mit „Platon“, ca. 1920
Abb. 33:
Constantin Brancusi
Groupe mobile, 1922
mit Sokrates, Holz, 130,2 cm,
und Becher, Holz, 15 x 28 x 24,7 cm
Abb. 34:
Assemblage, h 43 cm
Multiple, Aufl. 9
Privatsammlung
Mumuye
Stehende Figur, nicht datiert
Abb. 35:
Abb. 36:
Abb, 37:
Abb. 38:
Holz, Pigment; Höhe 122 cm
Privatsammlung Paris
Abb. 45:
C. Rodenberg
Kubik mit einem Doppelpunkt A‘ und einem Doppelpunkt A!
Darmstadt 1881
W.L Stringham
„Regelmäßige Figuren im n-dimensionalen Raum”
American Journal of Mathematics, 1880, Tf. I
Abb. 46:
Blick in die „Exposition Surréaliste d'Objets,”
Paris 1936
Abb. 47:
Mathematisches Modell
Surface de Kummer à seize Points doubles, dont huit réels, oJ.
Constantin Brancusi
Atelieransicht mit „L&da” und „Platon“,
ca. 1920
Georges Vantongerloo
Construction dans la sphére (2), 1917
Gips
Photo Man Ray, ca. 1936
Sammlung Poincaré, Institut Poincaré
In Cahiers d'Art, XI, Nr. 1/2, Paris 1936
Abb. 48:
Mathematisches Modell
Surface à Courbure Constante Négative D'Enneper
deribée de la Pseudo-Sphere, oJ.
Photo Man Ray, ca. 1936
Sammlung Poincaré
In Cahiers d'Art, XI, Nr. 1/2, Paris 1936
Abb. 49:
Mathematisches Modell
R. Haussner
Konfokale Quadriken: Ellipsoid mit einschaligem und
zweischaligem Hyperboloid
Göttingen 1888
Abb. 39:
Constantin Brancusi
Le Nouveau-né I, 1915
Marmor, weiß
Surface reglée, 0}.
Photo Man Ray, ca. 1936
Höhe 16,5 cm, Länge 26 cm
In Cahiers d'Art, XI, Nr. 1/2, Paris 1936
Moderna Museet, Stockholm
Abb, 40:
P. Vogel
Spindelzyklide
Göttingen 1883
Abb. 41:
H. Wiener
Fadenmodelle der Kegel dritter Ordnung, 1898
Abb, 42:
Naum Gabo
Durchsichtige Variation über ein Sphärisches Thema, 1951
Fassung 1951 des Originals von 1937
Kunststoff, Höhe 56,5 cm
The Solomon R. Guggenheim Museum, New York
Abb, 50:
Mathematisches Modell
Surface reglée 0.J.
Photo Man Ray, ca. 1936
Sammlung Poincaré
In Cahiers d'Art, X1, Nr. 1/2, Paris 1936
Abb. 51:
Mathematisches Modell
Surface regiée 0.J.
Photo Man Ray
Sammlung Poincaré
In Cahiers d'Art, XI, Nr. 1/2, Paris 1936
Mathematisches Modell
Types de Points Coniques, oJ.
Página 11
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Photo Man Ray, ca. 1936
Sammlung Poincaré
Abb. 64:
„Brancusi would like to build a temple ..."
In Cahiers d'Art, XI, Nr. 1/2, Paris 1936
Abb. 53:
Abb. 54:
Riemannsche Geometrie auf einer Kugel dargestellt Linien wie
z.B. 1, M und N werden sich immer in einem Punkt schneiden.
Winkel ABC + Winkel BCA ú Winkel CAB gröBer als 180 Grad
Beltramis Pseudokugel für die Lobachevsky
Abb. 65:
Constantin Brancusi
„La Colonne du Baiser” in der Ausstellung der BrummerGallery, 1933
„Part of projekt for the Temple of Love”
Abb. 66:
Constantin Brancusi
Le baiser, 1907-08
Bolyai Geometrie
Die Linien M und N durch Punkt P nähern sich der Linie 1, werden sie aber niemals schneiden. Winkel ABC + Winkel BCA +
Winkel CAB kleiner als 180 Grad
Abb. 55:
Abb. 56:
Unbekannt
4-dimensionaler Würfel, oJ,
Standort: Palais de la Découverte, Paris
Unbekannt
5-dimensionaler Würfel, oJ.
Standort: Palais de la Découverte, Paris
Abb. 57:
G. de Pawloski
Voyage du pays de la quatrième dimension
In Comoedia, Paris, 20. März 1912, S. 1
Abb. 58:
Claude Bragdon
„Darstellungen: Schnittflächen einer einzelnen Form (Kubus)
in einer Fläche”
Aus A Primer of Higher Space, Rochester, N.Y., 1913, Tf. 30
Abb. 59:
Abb. 60:
Abb. 61:
Abb, 62:
Abb. 63:
Brief Henri-Pierre Rochés an John Quinn vom 29. Marz
1922
Blatt 3
Edward Steichen
Raum-Zeit Kontinuum
Frankreich, ca. 1920
Jay Hambidge
Abbildung zur Dynamischen Symmetrie der Pflanze.
Zum Phyllotaxis Phinomen.
In Hambidge, 1926, S. 3
Jay Hambidge
Zur Dynamischen Symmetrie der Pflanze.
Gips, 28.4 x 26 x 21,5 cm
Abb. 67:
Constantin Brancusi
Le baiser, 1909
Kalkstein, 89,5 x 30 x 20 em
Grab von Tanjuscha Raschewskaia, Friedhof Montparnasse,
Paris
Abb. 68:
Constantin Brancusi
Le baiser, 1923-25
Brauner Stein, 26,5 x 25,5 x 24 cm
Musée National d'Art Moderne, Paris
Abb. 69:
Constantin Brancusi
Kußmotiv im Sockelelement
Abb. 70:
Constantin Brancusi
Bauptan für die Werkstatt Rue Sauvageot 18, 1928
Zeichnung/Papier 27,5 x 42 cm
sign. ur.
Abb. 71:
Constantin Brancusi
Kapitellstudie mit quadratischem erhôhten Auflager, ca. 1920
verloren
Abb. 72:
Constantin Brancusi
Atelieransicht mit Endloser Säule, Muse und Danaide, vor
Dezember 1917
Abb. 73:
Constantin Brancust
Logarithmische Spirale und rechtwinkliges Dreieck.
Atelieransicht mit Platon, Portrait von Mme L.R., Endioser
In Hambidge, 1926, S. 7
Säule und Vogel, 1920
Edward Steichen
Spirale, Frankreich, ca, 1921
Constantin Brancusi
Atelieransicht (Kastanie)
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Abb, 74:
Constantin Brancusi
Atelieransicht mit „Mme Eugène Meyer Jeune”
und Kapitell der „Colonne du Baiser”,