Claudius oder Tiberius

Autor
Bastet, F.L.
Publicado en
Bulletin van de vereniging tot bevordering der kennis van de antieke beschaving
Año
1960
Tema
BASILICA
Idioma
Deutsch
Categoría
C8 Historia y arqueología
Número de archivo
7033

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Mostrar texto completo27 páginas

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BULLETIN VAN DE VEREENIGING TOT BEVORDERING DER KENNIS VAN DE ANTIEKE BESCHAVING Opgericht door Pror. Dr. C.W. Lunsinan SCHEURLEER Vonrzuter: Prow. Ir. A.W.Byvanck, Secretaris: Mevr. Dr.1.Bvvanek (duarı.zsvan Ürrorn Penningmeester: Dr. A. A. KAmPpMAN Seeretariaat: Archaeologisch Instituut, Rapenhurg 26. Leiden Ye 323 BRASTET, CLAUDIUS ODER TIBERIUS? DAS GROSSE HYPOGAFRUM BEI | Ser man 1917 ın Rom das sich bei der Porta Maggiore befindliche Hypogaeum ausgegraben hat, sind zahllose Stuchen darüber erschienen!. Trotzdem ist bis auf heute die Datierung des Grebaudes nicht genugend behandelt worden. Man hat sıch ın erster Linie mit der Interpretation der Dekorationen be schaluigt, obwohl auch hier die Probleme kemeswegs alle gelöst sind. Über die Bestimmung der soge nannten „Basılıka” ıst ebenfalls noch keine Ubereinstimmung erreicht”. Me reichen, anderwaärtigen archäologischen Funde der letzten Jahrzehnten haben nunmehr die Aufmerksamkeit der Crelehrten viniger massen von diesem Gebäude abgelenkt, und es könnte deswegen nützlich sein, sich noch einmal mit dem Hypogarum und dessen Datierung zu beschäftigen Nachtem man früher als Entstehungszeit wohl auch das zweite Jahrhundert n. Chr. betrachtete. ist man heute fast ausschliesslich der Meinung zugetan. das Hypogaeum ser um zo .n. Chr. gebaut worden, also während der Regierung des Claudıus®. Carcopino betonte in seinem 1927 erschienenen Buch" u.a., das “ Recht herzlich danke ich Frau Karın Salomonsan-Rupe für ihre nicht genügenel zu schätzen Hilfe bei der Übersetzung indie deutsche Sprache " Zuletzt FL. Bastet, De darum vun hei rote hypogarım buy de Porta DER PORTA MAGGIORE ZU ROM . Hypogacum hätte dem T. Statihus Taurus gehört, der im Jahre 53m. Chr. Selbstmord beging? Ausserdem wäre das Gebaude angeblich niemals vollendet wor den. Aul Grund dieser und anderer Argumente, mit denen wır uns noch naher befassen wollen. basıerts er die Datierung under Claudius, und land darın von den meisten Archäologen Nachfolge. Manstel telas nicht ohne Eirstaunen fest, da doch einer der ersten Bearbeiter chieses Themas. von dem auch de grosse Publikation des Gebaudes stammt, zu emer ganz anderen Datierung gelanger. und das aus Begründungen, die doch keineswegs obertlächheh zu nennen sind. Bis ist Goffredo Bendinellh gewesen, der schon an dıe augusteisch-tuberische Zeit gedacht hat und betonte, das Gebäude ser während der Bluirezernt des dritten pompejanischen Stils entstanden®. Seine Argumente waren last ausschliesslich archavloyısche. Um so merkwürdiger ıst es das man heute ın fast allen Stuchen und Handbuchern die claudische Datierung als allgemein anerkannt Inder. Benchnellis Argumente scheinen also ausser acht gelassen. 1958 erschien iiber dieses Thema meine Dissertation, in der sowohl Carcopinos als Bendinells Theorien nachgeprüft? und neue Gesichtspunkte daran hinzugeligt h wurden, Die wichtigsten Punkte dieser ın Uugqgrore te Rome, iss. Leiden, 1958. Im Eteratin verzeichnis warst dort auch she ältere Literatur genannt. "Vergleiche Baster, 1, Anm. 2. ° Tacıtus, Sbenales XI, 54. *G. Bendinellt, „I monumente sotterranen ch Porta Magmore "Fine Übersicht der Datterungen: Bastet, g H in Roma, Al-lTım '} Carcopine, Ta basiligue pythageri nenne della Dort Mapee tor. Duaterung, drdong a Say : Bastet, pesstm astet, 3 ont Ann. 1278 NNXT puntata ge. gr. nor fl Uleı ale \erel Baster

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JAARGANG XXXV BULL ETIN VAN DE VEREENIGING TOT BEVORDERING DER KENNIS VAN DE ANTIEKE BESCHAVING Opgericht door Pror. Dr.C.W. LunsinGH SCHEURLEER Voorzitter: Pror. Dr. A.W.Byvanck, Secretaris: Mevr. Dr. L.Byvanck-QUARLES VAN ÜFFORD Penningmeester: Dr. A. A. KAMPMAN Secretariaat: Archaeologisch Instituut, Rapenburg 26, Leiden CLAUDIUS ODER TIBERIUS? DAS GROSSE HYPOGAEUM BEI DER PORTA MAGGIORE ZU ROM” I. Seır man 1917 ın Rom das sich beı der Porta Maggiore befindliche Hypogaeum ausgegraben hat, sind zahllose Studien darüber erschienen!. Trotzdem ist bis auf heute die Datierung des Gebäudes nicht genügend behandelt worden. Man hat sıch ın erster Hypogaeum hätte dem T. Statilius Taurus gehört, der ım Jahre 53 n. Chr. Selbstmord beging?. Ausserdem Linie mit der Interpretation der Dekorationen beschäftigt, obwohl auch hier die Probleme keineswegs er die Datierung under Claudius, und fand darın von den meisten Archäologen Nachfolge. alle gelöst sind. Über dıe Bestimmung der soge- Man stellt das nicht ohne Erstaunen fest, da doch eıner der ersten Bearbeiter dieses Themas, von dem auch nannten „Basilika” ist ebenfalls noch keine Übereinstimmung erreicht”. Die reichen, anderwärtigen archäologischen Funde der letzten Jahrzehnten haben nunmehr die Aufmerksamkeit der Gelehrten eınıgermassen von diesem Gebäude abgelenkt, und es könnte deswegen nützlich sein, sich noch einmal mıt dem Hypogaeum und dessen Datierung zu beschäftigen. Nachdem man früher als Entstehungszeit wohl auch das zweite Jahrhundert n. Chr. betrachtete, ıst man heute fast ausschliesslich der Meinung zugetan, das Hypogaeum sei um 50 n. Chr. gebaut worden, also während der Regierung des Claudius?. Carcopino betonte in seinem 1927 erschienenen Buch? u.a., das * Recht herzlich danke ich Frau Karın Salomonson- Rupe für ihre nicht genügend zu schätzen Hilfe bei der Übersetzungin die deutsche Sprache. \ Zuletzt F, L. Bastet, De datum varı het grote hypogaeum bij de Porta Maggiore te Rome, diss. Leiden, 1958. Im Literaturverzeichnis wäre das Gebäude angeblich niemals vollendet worden. Auf Grund dieser und anderer Argumente, mıt denen wir uns noch näher befassen wollen, basıerte die grosse Publikation des Gebäudes stammt, zu einer ganz anderen Datierung gelangte, und das aus Begründungen, die doch keineswegs oberflächlich zu nennen sind. Es ist Goffredo Bendinelli gewesen, der schon an die augusteisch-tiberische Zeit gedacht hat und betonte, das Gebäude seı während der Blütezeit des dritten pompejanischen Stils entstanden®. Seine Argumente waren fast ausschliesslich archäologische. Um so merkwürdigerist es das man heuteın fast allen Studien und Handbüchern die claudische Datierung als allgemein anerkannt finder. Bendinellis Argumente scheinen also ausser acht gelassen. 1958 erschien über dieses Thema meine Dissertation, in der sowohl Carcopinos als Bendinellis Theorien nachgeprüft” und neue Gesichtspunkte daran hinzugefügt wurden. Die wichtigsten Punkte dieser ın ']. Carcopino, La basilique pythagoricienne de la Porte Majeure, 1927; > Tacitus, Annales XII, 59. °G. Bendinelli, „Il monumento sotterraneo di Porta Maggiore in Roma”, MALinc. XXXI, puntata 3a, 1927, 601 ff. Über die Datierung, ibid. 630; 815. Vergl. Bastet, 6. Bastet, 5 mit Anm. 9; 127/8. ° Bastet, passim. wird dort auch die ältere Literatur genannt. ® Vergleiche Bastet, 1, Anm. 2. ® Eine Übersicht der Datierungen: Bastet, 3 ff.

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Fig. I. Gewölbeschmuck ım Hypogaeum, Hauptraum. niederländischer Sprache geschriebenen Studie sollen hier noch einmal kurz zusammengefasst werden. Im voraus sei bemerkt, dass ich mich dabei ganz der von Beyen herausgearbeiteten Datierungen der vıer pompejanischen Stile anschliesse. Damit seı gesagt, der ‚„‚dritte”’ Stil umfasse etwa die Zeıt von 15 v.Chr. bis 40 A.D., während der ‚‚vierte” Stil sich über etwa 45 Jahre, von + 35 A.D. bis (zu Pompeji) 79 erstrecke. Letzterer hat sich allmählıch aus dem ‚‚dritten Stil” entwickelt®. Wie bekannt, sind im Hypogaeum nicht nur die Gewölbe mit Stuck geschmückt, sondern auch die Wände mit Dekorationen versehen. Wır werden diese nun analısieren und mit dekorativen Elementen aus anderen Wänden vergleichen, die besser bekannt und zum Teil annähernd datiert sind. „calcestruzzo di selce”) gebaut, ganz ohne Vermischung mit Marmor oder Backstein. Nicht nur Carcopıno, auch andere haben deswegen den Terminus ante quem auf etwa 50 n. Chr. gestellt. Einige Überreste von Opus Reticulatum oben am Lichtschacht des Vorraums schienen ebenso dafür zu sprechen. Man kann sich ohne Bedenken dieser Auffassung anschliessen. So ganz einfach wıe Carcopıno es sich vorstellte ist die Sache jedoch nıcht, denn stellt man als Terminus post quem etwa das Zeitalter des Caesar, so wird die Zeitspanne ın der das Hypogaeum gebaut worden sein kann wohl sehr lang. In Luglis neuem Buch werden dıese hundert Jahre eingehend behandelt!!. Wir lernen dass die Caementa ım augusteischen Zeitalter fast immer aus rotbraunen Tuffsteinen bestehen, während der Pozzolana eın ll. Beim Besprechen von Bendinellis Theorie, sagt Carcopino°: „La date d’une decoration ne saurait findet man ‚„‚murı sostruttivi di ville e le cısterne dı resulter, comme une moyenne d’une statıstique, de acqua in opus caementicium senza paramento, quası l’ensemble de ses caracteristiques’. Doch sollte gerade nur eine Analyse der verschiedenen Elemente und ein sempre con scapolıi dı selce”'?. Zu Tiberius und Caligulas Zeiten ‚aumenta la percentuale del selce nelle fondazioni”, und die Farbe des Mörtels wechselt Versuch, fest zu stellen zu welcher Entwicklungsphase sie gehören, zu einigermassen zuverlässigen Ergebnissen führen können. Wenden wır uns nun erst Carcopinos Anschauungen zu und fangen wir mit der Konstruktion des Hypogaeums an!®. Es wurde aus einer Kieselmasse (Opus Caementicium, °H.G. Beyen, ‚Das chronologische Verhältnis der letzten drei pompejanischen Stile”, Bericht über den VI. internationalen Kongress für Archäologie Berlin 1939, 1940, 504; idem, Antiquity and Survival, Il 4, 1958, 349 ff. °J. Carcopino, ‚‚Encore la Basilique de la „Porta Maggiore”, RA. ser. 5, XVII, 1923, 6. starkes Rot eigen ist!?. Aber in unterirdischen Bauten von rot bis grau!*. Auch in diesen Jahren verwendet man in unterirdischen Konstruktionen nur Kiesel, oder auch wohl Tuff. Diese Bauweise treffen wır bıs ın ı Vergl. E. Gatti e F. Fornari, „‚Brevi notizie relative alla scoperta di un monumento sotterraneo presso Porta Maggiore”, NSc., 1918, 32; 36 ff.; 45 f. 1G. Lugli, La tecnica edilizia romana, con particolare riguardo a Roma e Lazio, 1957, 405 ff. " Lugli, 427 ff. "® Lugli, 428. "4 Lugli, 429.

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Fig. 2. Gewölbeschmuck im Hypogaeım, Vestibulum. die flavische Zeit an. Wenn man also Kiesel findet, kann uns das an sich nicht viel helfen für eine genauere Datierung. Stossen wır nun aber ın unserem Hypogaeum auf „calcestruzzo di selce” ohne Verkleidung, so spricht das doch für die augusteischtiberische Periode, denn diese Bauart ‚‚e caratteristica dell’ ultimo secolo della repubblica e dell’ eta augustea”’1?. Später gibt man den unterirdischen Mauern, wie man z.B. bei Zisternen oder Grabbauten beobachten kann, fast immer eine Verkleidung aus Ziegelsteinen. Hierzu kommt noch, dass das Hypogaeum gebaut wurde „in cavo lıbero”, das heisst also ohne Verschalung. Man hat den weichen Tuffstein ausgehöhlt und danach vollgegossen mit Selce-beton, wonach man den Tuff hinweg nahm. Die etwas unregelmässige Form der Pfeiler lässt sich auf dieser Weise erklären. Nun sagt Lugli dazu: „I cası dı fondazioni ın cavo libero sono piuttosto rarı e sono ı piu antıchı: si Beispiele dıe er nennt sind republikanische Bauten auf dem Palatın und Konstruktionen aus der Zeit Caesars auf dem Forum Romanun. All dıeses weıst also nicht darauf hin, dass man die Entstehungszeit des Hypogaeums sehr viel später ansetzen soll. Überdies hat man am Lichtschacht das oben genannte Tuffretikulat von guter Qualität angetroffen, also keine Lateres. Auch das spricht gegen eine Datierung unter Claudius. Hat Carcopino also sicherlich nicht Unrecht gehabt wenn er den Terminus ante quem etwa auf 50 n. Chr. stellte, besser wäre es vielleicht gewesen von 25 oder 30 zu sprechen, das heisst, insofern wır die bautechnischen Angaben vor Augen haben. Aber auch der Stil der trovano ın edıficı che rımanevano in gran parte sotter- Stuckdekorationen und der Wandgemälde hat ihn zu einer ziemlich späten Datierung verlockt. Ganz richtig hat er ım Hypogaeum Parallele zu Motiven im Hause der Farnesina (+20 v.C.) gefunden und weitere ın der Cella sepulcralis der Pyramide des Cestius (+ 15 v.C.), im Columbarium des Pomporanei, come le cisterne di acqua e i sepoleri”1®, nius Hylas (tiberisch), ım Grabe der Arruntier 25 Luglı, 415. "° Lugli, 385.

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Fig. 3. Zentralausschmitt, Decke des Hypogaeums. Fig. 4. Attisfigur, Decke des Hauptraums. (augusteisch-uberisch) und schliesslich im Columden dritten Stıl antrıfft während der vıerte schon ım barıum der Villa Doria Pamphili (augusteisch)!?. Aber Aufkommen begriffen ıst, aber das bleiben doch wohl Ausnahmen. Diese Frage kann hıer leıder nicht ausalle diese Gebäude überschreiten dıe Regierungszeit des Tıberius nicht. Andererseits zıeht er zum Vergleich die Dekorationen der Domus Aurea des Nero führlicher zur Sprache kommen. Wır wollen nun herzu, und meint, der Stil der doch sehr viel fantastischeren Schmuckformen dıe man hier antrıfft, die des Hypogaeums beschaffen sınd, und wenden uns ın erster Linie der dekoratıven Struktur der komme mit den Dekorationen des Hypogaeums bei der Porta Maggiore überein. So datiert er das unter- Decken zu. irdische Gebäude zwischen dem Columbarıum Dorıa durchgeführte Pamphilı einerseits und der Domus Aurea andererseits, das heisst also in die Zeit des Claudius. Der Palast des Nero ıst jedoch ganz ım vierten pompejanischen Stıl ausgeschmückt, ebenso wıe bereits die Domus Transıtoria. Um 60 n.Chr. war dieser Stil also schon ganz Gemeingut geworden, wie auch die bald nach 62/3 ın Pompeji angebrachten Wand- Weise die verschiedenen Teile untereinander verbindet!”. Die Dekoration des Hauptraums zum Beispiel (Fig. ı und 3) ıst sorgfältig wie mit dem sehen wıe die Schmuckformen der Domus Aurea und Bei den Plafonds der sog. Basılıka trıfft uns die rıgorös Linienstrengheit, die auf simpele Lineal zusammengestellt, weist keinerleı Rundungen auf und unterscheidet sich durch klassısche Eınfachheit. Das rein ornamentale spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die verschiedenen Bilder werden dekorationen uns zeigen. Auf dıe ersten Spuren des vierten Stils stossen wır ım Columbarıum des Pomponius Hylas in Rom und diese sollen auf Tiberius zurückgehen'®. Das Hypogaeum bei der Porta durch einfache Zahnschnitte von einander getrennt, die in den Nebenräumen sogar fehlen. All dieses macht einen mathematischen, fast etwas nüchternen Eindruck. Die Decke des Vorraums (Fig. 2) ıst zwar Maggiore ist aber noch ganz ım dritten Stil gehalten, etwas fantasıevoller gestaltet”, aber auch hier liegt die wenn auch im späten, wıe wir noch sehen werden. Nun ist es natürlich wohl möglich dass man hie und da noch Struktur doch sehr fest und die Rundungen sınd völlig von dem an sich geradlinigen System ab- Carcopino, La basilique, 37 ff. hängıg. Keine Experimente also, wie der vierte Stıl sıe uns fast immer zeıgt. "® Publiziert von T. Ashby, ‚‚The columbarıum of Pomponius Hylas” (drawings by F. G. Newton), BSR. V, 1910, 463 f.Datierung: Beyen, Bericht über den VI. int. Kongress, 504; ld., Ant. and Surv. 11 4, 1958, 352; Lugli, 590. "® Bendinelli, Taf. XV, XXVI (1 und 2). 2 Bendinelli, Taf. VII.

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Schauen wır uns nun ın der Domus Aurea den Saal en ran nie min man m and RE FETTE BIrSLLITINTE A mit der berühmten Volta Dorata an (Fig. 5), Musterbeispiel für die reiche Plafondverzierung ım vierten Stil®*. Auffallend ist die ausserordentlich schwere, heterogene Ornamentik. Perlenstäbe, Kymatıa, Konsolereihen und Eıerstäbe findet man nebeneinander ' it Kr) Bi s “R 2 N u Pirt Rn und sind ganz ın den Hintergrund gerückt. Diese E ©3 in verwirrender Mannigfaltigkeit. Das Dekorative, rein nebensächliche nimmt einen bedeutenden Platz ein, und so unterscheiden sich die figürlichen Bilder dann auch gänzlich von denen ım grossen Hypogaeum in Buntheit der Verzierung finden wır zurück in den etwas später zu datierenden Stuckdekorationen ın Pompeji die ebenfalls dem vierten Stıl angehören, wıe das grosse Relief der Palästra ın den Thermae Stabianae””, die dazu gehörenden grosse Scaenaefrontes aus dem Neapeler Museum?® usw. Aber nicht nur das Ornament bildet einen grossen Gegensatz zu der Schlichtheit der sog. Basılıka, auch beim geometrischen Aufbau ıst das der Fall. Eine Vorliebe für geschnörkelte Formen folgt der bisher klassischen Geradlinigkeit. Die ganze Einteilung erhält einen wahrhaft barocken Charakter und kennzeichnet sıch durch eın Streben nach Effekt das durch die scharfe Farbenkonträste nıcht weniger stark betont wırd. Klassische Palmetmotive wıe unser Hypogaeum sie aufzeigt fehlen durchaus. So können wır feststellen dass die Decken der Domus Aurea und der sog. Basılıka zwei sehr verschiedenen Perioden repräsentieren, zwischen denen sıch stilistisch grosse Anderungen vollzogen, während nur noch hie und da Reminiszenzen an frühere Elementen geblieben sind. Carcopino hat doch wohl nıcht ganz recht wenn er Fig. 5. Sog. Volta Dorata ın der Domus Aurea. mittleren Pfeiler des linken Seitenschiffes befindet??. Es ıst das Bildnis einer Frau ın Profil, deren Frisur — leider grossenteils beschädigt — sich analysieren lässt. Durch einen senkrecht über die Mitte laufenden Scheitel werden zweisymmetrischen Hälften gebildet. Die Locken sind wellenformig dıe Schläfen entlang gelegt und werden im Nacken zur Höhe des Ohres zu einer losen Knoten zusammen gewunden. Eine ziemlich lange, spiralenförmige Haarlocke ringeltsich zu beiden Seiten des Knotens tief in den Nacken hinab. Das Ohr bleibt nur halb bedeckt. Diese Mode finden wır zum erstenmal ın der augusteischen Zeit. Eine interessante Parallele bietet der Dupondius mit dem Bildnis der Livia (Fig.7, 1) aus meint, das Dekorationsprinzip des Hypogaeums dem Jahre 22/2 3 (‚‚Salus Augusta”)”®. Diese Coiffüre „avalt et suivi, non seulement par les stucateurs de la Farnesine, mais par ceux du colombaıre des Arruntii et par ceux ä qui Neron confia la decoration des voütes de son nouveau palais’’”*. Das mag seine Richtigkeit haben mit der Farnesina und dem Columbarıum Arruntiorum, nicht aber mit der Domus Aurea, deren Entstehen in weıter Zukunft liegt. Ebenso ırrt er sich, meiner Meinung nach, mit seiner wurde noch während der Regierung des Tıberius getragen, aber ob sie wirklich modisch war „dans le deuxieme quart du premier siecle de notre ere”, wie Carcopino meinte”, ist doch sehr fraglich. Frau Furnee-Van Zwet hat neuerdings erhebliche Untersuchungen angestellt, dıe für uns sehr nützlich sınd, und sie zu folgender Konstatierung gebracht haben?®: „| doubt very much whether thıs coiffure was actually Datierung des Porträts (Fig. 6), das sich auf dem worn to some extent since the days of Livia”. Die von 1 F, Weege, ‚Das goldene Haus des Nero”, JdI. XXVIIL, 1913, 2: Bendinelli, Taf. XLIH, ı. ®: H. Cohen, Description historique des monnaies frappees sous 1’ Empire Romain, 1880—'92, I, 171, 5; H. Mattingly, Coins of the Roman Taf. 4—8; Beschreibung: 165 — 182. ® A. Mau, Pompeji in Leben und Kunst, 1908, 204, Fig. 99; P. D’Amelio, Dipinti murali scelti di Pompei, ı888, Taf. XX. — Datierung: A. Maiuri, L’ultima fase edilizia di Pompei, 1942,70;181. Empire in the British Museum, 1923 —'50, I, 131 nr. 82, pl. 24, 2. ®" Carcopino, La basilique, 47. »: O. Elia, Pitture murali e mosaici nel museo nazionale di Napoli, 1932, 2]. Furnee-van Zwet, „‚Fashion in women’s hairdress ın the 132/3 mit Fig. 48. first century of the Roman Empire”, BABesch. XXXI, 1956, 10. Weiter passim. ® Carcopino, La basilique, 40.

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Fig. 6. Weibliche Frisur ım linken Seitenschiff, mit Rekonstruktion. Calıgula geprägten Münzen (37— 41) mit dem Bildnis der Agrippina Maior und der Antonia (Fig. 7,2 und 3) zeigen eine Änderung der Mode. Der Knoten hat sıch zu einer Art aufgestecktem Zopf entwickelt, während die Schläfen jetzt von einer Reihe kürzer Kräuseln bedeckt werden. Die ın den Nacken baumelnde Haarlocke ist geblieben. Dieser Typus soll am Ende der zwanziger Jahre entstanden sein, in einfacher Form. Danach hat er sıch immer weiterentwickelt, wie auch die Münze mit Messalına sehen lassen, dıe aus den vierziger Jahren stammen. Auch Agrıppına und es lässt sich also erwarten dass die Verstorbenen so getreu wie möglich der Wirklichkeit nach gebildet wurden. Mutatis mutandis gilt dies auch für das ebenfalls frühe Porträt des L. Caecılius Jucundus aus Skulpturen dieser Zeit. Frau Furnee-Van Zwet konnte mit Recht folgern”®: „In sculpture of thıs period (i.e. Caligula, Claudius, Nero), too, we shall find that no woman’s head of any realistic value wıth the haır dressed in a short knot has come down to us”. Wir können also sagen dass dıe Frisur des Porträts in unserem linken Seitenschiff typisch ıst für die erste Regierungsperiode des Tiberius, und wahrscheinlich auch schon ım augusteischen Zeitalter getragen worden ist. Sie scheint gar nicht zu der claudischen Epoche zu gehören. Neben diesem Porträt gibt es im Hypogaeum auch noch andere, mit auffallend realistischen Zügen. Doch soll man sich über diesen Realismus nicht wundern. Das Gebäude war m.E. zweifellos eıne Grabanlage, Pompeji? Ein viertes Argument das eine Datierung unter Claudius befürworten sollte, steht mit dem Attiskult ın Zusammenhang. Um das grosse Mittelbild mit einer schwebenden Gruppe im Hauptschiff des Hypogaeums stehen vier kleine Attisfiguren, die mıt ıhrem Pedum das Stück unterstützen (Fig. ı und 4). Siesind ın phrygischer Tracht gekleidet, und also mit Anaxyrides, hoher Mütze und kurzer Tunika ausgestattet. Nun ist es sehr wahrscheinlich Claudius gewesen der als erster die in März gefeierten Attisfeste in den offiziellen Kalender eingeführt hat, und Carcopino hat demnach gemeint: „Les ıdees incarnees dans Attıs funeraire presupposent la reforme dont elles procedent. La basılique de la Porte Majeure oü elles s’Enoncent n’a pu les realiser auparavant; par consequent, c'est au regne de Claude, plus probablement a la seconde partie du regne de Claude, apres que sa reforme, dont la date, au reste, ne saurait &tre precisee davantage, eut produit ses premiers effets, qu'il convient de la rapporter”®!. Es ist aber sehr fraglich, ob die claudısche Umänderung vollkommen unerwartet aufgetreten ist. Soll wirklich jede Vorstellung mit Attis in Rom immer nur claudischer oder späterer Zeit zugeschrieben werden? Der Gott war schon länger in Rom bekannt. Rezente 2» |. Furnee-van Zwet, II. 1 Carcopino, La bastlique, 51. trägt so eine Frisur, ebenso wie noch etwas später Poppaea. Nicht nur bei den Münzen begegnen wır dıeser Art Coiffüren ohne Ausnahme, sondern auch bei den »° W. Technau, Die Kunst der Römer, 1940, 159, Abb. 124.

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Fig. 7. Minze mit Bildnisse der Livia (22/23 n. Chr.), Agrippina Maior (37/41) und Antonia (41). Untersuchungen von Romanellı auf dem Palatın ın der Cella des Tempels der Magna Mater haben die alte Theorie Hepdings bestätigt, nach welcher der Attiskult in Rom viel älter ıst, wahrscheinlich sogar der selben Zeit entstammt als der Kult der Magna Mater selbst?”. Man soll sich aber wohlweislich einen Unterschied vorstellen zwischen dem oflıziellen Kultus der Kybele und den von den phry- Die Anwesenheit des Attıs deutet auch nicht darauf, dass man in diesem Gebäude eın Heiligtum sehen soll in dem Neopythagoräer zusammen kamen. Die ganze Dekoration hat einen eklektischen Charakter. Leider können wir hier nicht tiefer auf diese Fragen eıngehen. Aber die unsorgfältige Bauweise, die Anlage eines Grabaltars in der Mitte des Einganges, das Fehlen von Bänken oder anderen Sıtzegelegenheiten gischen Priestern untereinander gefeierten Zeremoüberhaupt, die geringe Abnutzung und die Abnien. Attıs war in republikanıscher Zeit ın Rom nıcht unbekannt. Das geht auch aus der Münzprägung des P. Cornelius Cethegus hervor (um 104 v. Chr., ein wesenheit von Graffiti, das Vorkommen anderer nackter Attis auf einem Bock®®), aus den Schrift- Genrebilder, all dies deutet darauf dass wır hıer vielmehr mit einer Grabanlage zu tun haben, umsostellern die ıhn ın ıhren Texten nennen (Catull und später Ovid®*), und aus der Anwesenheit phrygischer Priester ın Rom’®. Wenn Attıs unter dem Prinzipat des Claudius zum ersten Male auf dem offiziellen Kalender erscheint®®, sollen wır das nicht als eın neues Element ın den Festen der Kybele betrachten, sondern als eın Offenbarwerden von schon länger esoterisch gefeierten Zeremonien, die jetzt ın ofhızıeller Form kanonısıert wurden. Abbildungen des Attıs wıe sıe im grossen Hypogaeum vorhanden sınd, müssen nıcht unbedingt aus der claudıschen Epoche stammen. Auch die im „Attıis funeraire” zum Ausdruck gebrachten Gedanken können erheblich älter sein. Wır wissen leıder nicht viel darüber. Soviel ıst aber sicher, dass dıe vıer phrygischen Figürchen aus der sog. Basılıka an sıch keineswegs für die Datierung gebraucht werden können. ®® Vergl. FA. V, 1952, 4100. ®E. A. Sydenham, The coinage of the Roman Republic, 1952,73, 553% Catull, Carmina, 63; Ovid, Fasti IV, 221— 244. Dion. v. Halik., Ant. Rom. 1, 19::/ep&rzı ö2 zöräs (sc. Kybele) Zvgp PpiE nal yuvy Ppuyia. » Johannes Lydus, De mensibus LV, 59, Weiter ausführlicher Bastet, 30 ff. (mit Lit.). Elemente in der Dekoration die gar nichts mit einem Kultus zu tun haben, wıe Pygmäen- und andere mehr, da sich in der nahen Umgebung viele andere Gräber befunden haben. Wir müssen uns also eher ein reich ausgestattetes Mausoleum vorstellen, worın die Aschenurne auf kleine Säulchen standen, wıe Bendinelli schon ganz richtig vermutete. Doch hat gerade dıe geringe Abnutzung — was man öfters in Grabanlagen beobachten kann — einige Förscher zu dem Glauben gebracht, das Gebäude wäre, angenommen es handelte sich um einen Kultraum, kurz nach der Vollendung geplündert und verlassen worden. Man fand sogar die sog. Ursache dieses Geschehens. Das Hypogaeum sollte T. Statilius Taurus gehört haben, dessen Gärten ım Jahre 53, dem Jahr seines gezwungenen Selbstmordes, beschlagnahmt wurden. Man hielt ıhn für einen Neopythagoräer, obwohl nur soviel fest steht, dass er sich mit magıcas superstitiones befasst hat, wıe die Beschuldıgung der Agrippina lautete®”. Abgesehen von der Frage ob es wirklich ein Kultraum gewesen ıst, bleibt es noch unsicher ob dıe Hortı Taurıanı sıch bis zur Via Praenestina ausgedehnt ” Tacıtus, Annales XII, 59.

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TELTHEHIEETETTRERITIITIFIERITTTTHERNN + IP} AH nn ee BEL 1 Fig. 8. System der Wanddekoration, Vestibulum. Fig. 9. Wanddekoration, Haus des Amandus zu Pompeji. haben. Wenig ıst darüber bekannt. Lanciani hat sich schon 1918 kritisch dazu geäussert?®. Die Frage wo Hält man unser Hypogaeum ebenso für eine Grabanlage, dann wird es immer mehr bloss eine Annahme, sich die Horti Taurianı befunden haben mögen, dass dıe Statiliı die Besitzer gewesen wären, denn wurde zur Genüge von Grimal erörtert”. Wir warum hätten sıe das Gebäude dann nicht näher bei ihrem anderen Columbarıum bauen lassen? Und wenn brauchen darauf nicht zurück zu kommen weil wır die östliche Grenze nicht kennen und also niemals mit Sicherheit sagen können ob das Hypogaeum sich noch es doch, was also unwahrscheinlich ıst, ein Kultraum gewesen ist, muss es sich allerdıngs im äussersten auf diesem Gebiete befand. Jedenfalls war das Columbarıum der Statilii, das intra muros gefunden ist, sich, wenn man die öffentliche Via Praenestina mit in nicht die einzige Grabanlage dieser Gegend, und wenn man annımmt, die Hortı Taurianı hätten sich heime Riten: man hätte es dann besser etwa ın der von San Eusebio bis dorthin ausgestreckt, muss einem doch auffallen dass dieses Gebiet viele ‚‚enclaves” gehabt hätte, wıe z.B. das Grab der Arruntıi, die anderen Gräber der Nekropolis ‚‚ad Spem Veterem”, das Grab des Eurysaces usw. ® R. Lanciani, „Il santuario sotterraneo recentemente scoperto ad Spem Veterem”, BCom. XLVI, 1918, 80 ff. » P. Grimal, ‚Les Horti Tauriani’, Melanges d’archeologie et d’histoire, Ecole frangaise de Rome, LIII, 1936, 250 ff., mit Karte aut Seite 264; Id., Les jardins romains & la fin de la republique et aux deux ‚premiers siecles de l’empire, 1943, 158/9. 8 Osten ihrer Gärten befunden haben, eınem Ort der Betracht zieht, doch wohl sehr wenig eignet für geMitte der ausgestreckten Gärten anlegen lassen können. Ein Grab aber kann man dort wohl erwarten. Es gab viele Gräber hier. Aber dann fehlt jeder Grund es den Statilii zu zu schreiben, und damit fällt die Theorie nach welcher das Hypogaeum ın Jahre 53 zerstört wurde, kurz vor oder nach seiner Vollendung. Hiermit lässt sich keine Datierung unter Claudius vereinbaren. (Immerhin würde das Jahr 5 3 nur einen Terminus ante quem geben). Fassen wır all dies nog einmal zusammen, so können

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wir sagen dass keines der von Carcopino hervorgehobenen Argumente stichhaltig ist, ja, dass einige sogar deutlich darauf weisen dass eine claudısche Datierung zu spät ist (die weibliche Frisur, der Stıl der Gemälde und der Stuckornamente). Wir wollen jetzt untersuchen ob wir eventuell nicht noch etwas weiter gehen können. II. An anderer Stelle ıs schon ausführlich auseınandergesetzt worden, dass man das Bodenmosaik des Hypogaeums leider nur annäherend datieren kann®®. Das Muster ist sehr einfach (Fig. 10). Der Boden ıst nämlich ganz weiss, mit Ausnahme eines doppelten schwarzen Bandes das dıe Mauern umsäumt und das man auch um das Impluvium des Vestibulums antrıfft. Dort sieht man an den Ecken überdies vıer kleine palmettenartige Ornamente. Das schwarze Band folgt auch die Umrisse der Pfeiler (ebenso die der verschwundenen Pilastrini) und des verloren gegangenen Grabaltars, oft ın auffallend wenig sorgfältiger Weise. Dieses Muster entsteht, wie pompejanische Vorbilder zeigen, im Laufe des zweiten Stils (Tablinum aus VI, 15, 5; Zimmer 46 in der Villa dei Misteri)*!, kommt ın seiner reinsten Form ım dritten vor (Tablinum aus IX, 8, 6; Zimmer U aus V, 5,3)??, und findet sich auch noch ım vierten Stil (Zimmer hinter das Triclnium aus VIII, 5,16 und 38; Cubiculum 9 der Villa dei Misteri)*?. Nur die auffallende Feinheit der Tessellae kann darauf deuten dass wır im Hypogaeum mit einem verhältnismässig nıcht späten Bodenmosaik zu tun haben, wie man sıe beim dritten Stil öfters findet, und wır möchten uns dann auch darauf beschränken mit Blake eın zu stimmen, die ganz richtig schon bemerkte: ‚The tesserae are well cut and laıd with a precısion which one seldom finds after the early part of the imperial age..."”. Sie konkludierte deswegen: „1... One ıs Justified from the character of its mosaic floor ın assigning the bullding to the first half of the hrst century after Christ”’**. Eine genauere Datierung ist hier leider wohl nicht möglich. Es ıst also ganz unsıcher ob der Boden claudisch ıst oder nicht. Eine Analyse der sich auf den Wänden ım Vestibulum befindenden Wanddekorationen (Fig. 8) kann uns * Bastet, 43 ss. — Vergl. Bendinelli, Taf. 1. “M.E. Blake, ‚The pavements of the Roman buildings of the republic and early empire”’, MAARome, VII, 1930, Taf. 36,3; E. Pernice, Pavimente und figürliche Mosaiken, 1938, Taf. 21,5. # Blake, Taf. 33, 3; Pernice, Taf. 25, 2. “ Blake, Taf. 33, 1/2; Pernice, Taf. 22,4. * Blake, 96, 100. Fig. 10. Hypogaeum, mit eingezeichneten Mosaiken. vielleicht bessere Dienste leisten. Das Schema wurde schon von Bendinelli ausführlich besprochen, jedoch noch nicht vollkommen erschöpfend behandelt*?. Das war ın den zwanziger Jahren vielleicht auch noch nicht recht möglich. a. Der Sockel. In drei Rechtecken befinden sich — leıder zum grössten Teil eigentlich: befanden sıch — Landschaftsstücke und Tiergemälde. Sie werden durch eine menschliche Gestalt die auf einem nıedrıgen Thymiaterion steht von einander getrennt. Der Sockel selbst ist purpurfarben. Recht gut erhalten sind zweı auf eine gerade Linie einander gegenüber sıtzende Vögel, die ohne jegliche Perspektive dargestellt sind?®. Der linke sitzt unbeweglich, der rechte hingegen ısst von den sich in der Mitte befindenden Früchten, an denen noch Blätter und Blüten prangen. Um das Ganze herum sind drei parallele Linien gezogen während eine vierte ın etwas grösserem Abstand folgt. Das Motıv kommt öfters in der antiken Wandmalerei vor, jedoch meistens weder ın dieser einfachen Form, noch so nıedrig ın der Wand angebracht. Eınıge Beispiele dafür sind folgende: Casa del Citarista (I, 4, 5). Wand ın der Sala della Menade, Übergang 2.-3. Stil, also etwa 20-10 v. Chr.??. Das Motiv steht hier nicht in, sondern gleich oberhalb dem Sockel. Die Vögel sıtzen hier noch auf # Bendinelli, 610 ff., mit Taf. II. # Bendinelli, 613 —614, Fig. 2. 0, Elia, Le pitture della ‚Casa del Citarista”’, Mon. d. Pitt. sez. Ill, fasc. II,3 Fig. 4; K. Schefold, Die Wände Pompejis, 1957, 14 (19).

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Fig. 11. Deckenschmuck, Casa del Labirinto zu Pompeji. einem kleinen Plateau. Die Umrahmungen ım unteren Wandteil sind den oben beschriebenen sehr ähnlıch. Diesem Rahmentypus begegnen wır selten und er muss ziemlich früh sein. Im vierten Stıl werden wır ıhn vergeblich suchen. Columbartum Dora Pamphili. Augusteisch. Wir sehen hier alle möglichen Vogelarten®®, in noch nicht ganz so schematischer Darstellung wıe ım Hypogaeum, wo das Motiv einen späteren, und überwiegend dekorativen Eindruck macht, während ım Columbarıum Pamphili der Effekt vıieleher rein malerisch ıst. Casa dei Cei (I, 6, 15), aus den „‚primi annı dell’ Impero”*?. Hier ıst das Motiv ebenso untief und einfach in der Darstellung wie ım Hypogaeum. Die Vögel befinden sich hier nicht im Sockel sondern gleich über den grossen Wandquadern und bilden also eine Trennung zu dem archıtekturalen Oberteil (vgl. den Bocchorisfries in der Farnesına). Scavo del Principe di Montenegro (VII, ins. occid. 15). Reifer dritter Stil?®. Das Motiv findet man hier im Sockel, im Wandfries zur Höhe des Daches der Ädikula, und in der Mitteder grossen Wandquadern. Bisher haben wır die pickenden Vögelchen noch nicht * G. Bendinelli, Le pitture del colombario di Villa Pamphili, in Mon. d. Pitt. sez. II, fasc. V, passım. “V, Spinazzola, Pompei alla luce degli scavi nuovi di Via dell’ Abbondanza (anni 19170—'23), vol. I, 1953, 267, Fig. 292 und 293. Vergl. auch A. Maiuri, La peinture romaine, 1953, 46, Fig. 19; Schefold, Wände, 27 (c). ®G. E. Rizzo, La pittura ellenistico-romana, 1929, Taf. XIX; Schefold, Wände, 209 (Oecus). 10 ausschlieslich unten im Sockel angetroffen. Dort finden wır sıe ın den letzten Jahren des dritten Stils, z.B. ın der: Casa di Amando (I, 7, 7), im berühmten Trichnium’". Die Datierung dieser Wände (Fig. 9) gegen das Ende des dritten Stils ıst annehmlich, da das figürliche Bild hier schon sehr dem Geschmack des vierten Stils angepasst ıst, während doch das Schema der Wand noch ganz die Richtlinien des dritten Stils folgt. Im vierten Stil wird der Akzent stets mehr auf den Sockel verlegt werden, der dann reicher dekorıert wird (z.B. ım Vettierhause), ım Anschluss an Traditionen aus dem zweiten Stil (z.B. ın der Villa der Julia Felix). Das Vorkommen der Vögel ım Sockel, wo wır dieses Motiv im dritten Stil nur ausnahmsweise finden, scheint wohl darauf zu weısen dass wır ım Hypogaeum nicht mıt einer frühen Form des dritten Stils zu tun haben. Im vierten Stıl wird die gerade Linie in der Tiefe wıeder zu einem Plateau 'erweitert (z.B. im Atrium der Casa del Menandro??). Um den vierten Stil handelt es sich im Hypogaeum noch nicht. Eine späte, claudische Datierung ıst also doch wohl nıcht anzunehmen. Die oben genannten Landschaften ım Sockel sınd meistens verloren gegangen. Wir wollen sie hier nicht weıter besprechen und nur auf Bendinelli und meine 5: A. Maiuri, Le pitture delle case di „„M.Fabius Amandio”, del „„Sacerdos Amandus”’ e di ,„P.Cornelius Teges”, in Mon. d. Pitt. sez. Il, Pompei fasc. II, 1938, 6 Fig. 6; Schefold, Wände, 30 (b). >» A. Maiuri, La Casa del Menandro e il suo tesoro di argenteria, 1932, II, Taf. III.

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eigene Publikation verweisen, in der ich schon einige Parallelen hervorgehoben habe und zu dem Schluss gelangte, dass wir hier einem Motiv aus dem zweiten Stil begegnen, ohne dass wır jedoch sonst mit diesem Stil zu tun haben®®? Die Figuren im Sockel, die diese Stücke von einander trennen, sind Bacchanten usw.,die alle als Karyatıden behandelt sind, denn von ıhrem Haupt steigt eın Stengel empor, der diesen Figuren einen durchaus dekorativen Charakter gıibt°*. Derartige Karyatiden finden wir schon im zweiten Stil im Hause des Obellius Firmus (IX, 10, ı — 4), im Sockel der linken Seitenwand der Oecus, wo es aber Hermen sind®®. Aus dem dritten Stil sınd uns als Karyatiden Vögel bekannt aus der Casa d’Orfeo (VI, 14, 20)°®. Im vierten Stil verschwinden sie nicht, werden dann aber ın anderer Form angewendet. Interessant nun sind für uns die Resten der Stuckdekorationen aus dem Gartenzimmer der Villa dı Livıa zu Prima Porta”. Sıe sind leider nur zum Teile erhalten. Das Plafond selbstıs ganz verloren gegangen, aber den Ansatz können wir noch einigermassen folgen. Wir sehen hier ein nıedriges Stuckrelief vor uns Decke des Vestibulums an, ın derselben Kombination mit hellem Blau. Eine so starke Verwandtschaft ist allzu auffallend, und wir mögen daraus wohl den Schluss ziehen, dass die Entstehungszeit des Hypogaeums und des Gartenzimmers nicht allzu weit auseinander liegen kann. Letzteres gehört nun ins augusteische Zeitalter (gegen Ende des zweiten Stıls, 20 v. Chr. 58), Freilich kann das Hypogaeum später sein, aber doch nıcht viel mehr als drei‘ oder vıer Jahrzehnte. Nicht weniger interessant im Zusammenhang damit ist das Bad (Fig. ı ı) der Casa del Labirinto zu Pompeji (VI, ı 1, 10), auf das wir auch später noch zurückkommen erden Im Tepidarium treffen wır Dekorationen im dritten Stil an die den Decken ım Hypogaeum sehr verwandt sind, was ebenfalls mit dem Sımswerk der Fall ıst. Wir sehen am Ansatz der Decke zweimal eine Victoria auf purpurfarbenen Untergrund, die auf einem niedrigen Thymiaterion steht, gerade so wie die Bacchanten im Sockel des Hypogaeums. Auch vom Haupt der Victoriafiguren steigt ein Stengel empor. Sie sind ähnlich ‚‚en face” angebracht. Dieser Gewölbeschmuck ıst wıederum das etwa folgendermassen aufgebaut ist. Quadretti dem des Hypogaeums sehr verwandt. Leider steht die mit figürlichen Darstellungen, deren Inhalt nırgends mehr ganz klar ist, findet man in Abwechslung mıt solchen auf denen ein dreifüssiges Thymiaterion abgebildet ist, mit zwei doppelten Schnörkeln die von der Basıs empor steigen. Auf diesen Thymiaterıa stehen weibliche Figuren deren Köpfe leider nicht Datierung der Stuckdekorationen dieses Tepıdarıiums nicht fest, das heisst, nicht ganz genau. Die Tubulation dieses in republikanischer Zeit angelegten Bades ist ziemlich spät. Das neue Heizungssystem trıtt mıt dem dritten Stil auf. Das finden wır beı den ın diesem Stil geschaffenen Wänden des Bades bestätigt, dıe noch zum Teile bestehen. Nun hat man im Laufe des ersten Jahrhunderts n. Chr. ın Pompeji die meisten Privatbadeanstalten unter Eınfluss der grossen, prächtigen öffentlichen Thermen vermehr vorhanden sınd, so dass wir nicht sehen können ob es auch hıer vielleicht Karyatiden waren. Sie stehen auf blauem Hintergrund, umsäumt von einem weıssen Band um den sich ein purpurner Band zieht. Diese Quadretti werden durch einen doppelten, dünnen nachlässigt, und neue Privatbäde sonst gar nıcht mehr Eierstab von einander getrennt, der nur an der Unterseite, also dort wo die Gartenmalerei daran grenzt, angelegt. So ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass das nicht verdoppelt ist. Derartiges Simswerk finden wır fast ıdentisch auf den Es bestehen überdies Ähnlichkeiten zwischen diesen Stuckdekorationen und denen der Villa der Livıa zu Prima Porta. Aus claudischer Zeit habe ich nıchts gefunden das als Parallele neben all diesem gelten könnte. Die späteren Stucchi wıe wır sie aus z.B. den Stabianer Thermen oder der Domus Aurea kennen Decken unseres Hypogaeums, während sıch auch dieser Typus Thhymiaterion dort aufweisen lässt, nur ın etwas ausführlicherer Form, aber jedenfalls auch mit solchen Schnörkeln versehen. Die sehr charakterıstische Purpurfarbe treffen wir ebenfalls in Wand und 5® Bendinelli, 611 ff.; Bastet, 50/1. #7. B. Bendinelli, 613/4, Fig. 2. 55 S. Neg. Deutsches Inst. Rom, 57. 1353. > E. Presuhn, Die Pompejanischen Wanddekorationen, 1877, Taf. IV; Schefold, Wände, 132 (1). 5” Mabel M. Gabriel, Livia’s garden room at Prima Porta, 1955, Taf. 1,2,7, 17.20, 26,33% Bad der Casa del Labirinto sehr spät zu datieren ıst. sind grundverschieden im Aufbau, schwerer, ın der Zusammenstellung heterogener. Die im Sockel des Hypogaeums sich befindlichen Karyatiden können unmöglıch sehr spät seın. ss Über die Datierung s. Bastet, 52 Anm. 13. 5° Schefold, Wände, 127 (21); Bastet, 53 f.; Negativ Deutsches Inst. Rom Curtius-Faraglia 50 und 55.

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die als typisches Kennzeichen das Schüsselchen aufweist. Denn dieses fehlt bei den älteren Typen und tritt erst in augusteischer Zeit auf. Bei Bronzekandelabern mit solchen Schüsselchen finden wır auch Ornamente, z.B. am Kelch, mittelst welchen sie ın diese Periode datiert werden sollen. Die augusteischen Kandelaber jedoch haben Kelche die, obwohl aus der Kraterform hervorgegangen, mit einem Krater nur noch in weiter Ferne verwandt sınd. Das heısst, dass Kandelaber mit einem Schüsselchen, dabeı aber noch einem ziemlich deutlich zu erkennenden Krater, zu den ältesten augusteischen Stücken gerechnet werden sollen. Nun finden wır gerade einen solchen Kandelabertypus in unserem Hypogaeum. Freilich kann man diesen Typus wohl einige Jahrzehnte lang neben späteren erwarten, aber sehr lang kann er ın dieser Form in der schnell sich wandelnden Wandmalereı doch wohl nicht geblieben sein, jedenfalls nicht bıs ın die Regierungszeit des Claudius, mehr als etwa fünfzig Jahre später. Was sınd nun die Vorläufer der Landschaften unter den Girlanden gewesen? Wir denken sofort am Zimmer C aus der Farnesina (Fig. 12), wo wır unter dem Bocchorisfries eine ähnliche Anordnung antreffen®?. Nur sind die Landschaften hier bedeutend luftiger als die im Hypogaeum, wo wır einer entwickelteren Stufe Fig. 12. Zimmer mit Bocchorisfries, Farnesina, Rom. b. Die Zone der Kandelaber®®. Die in Stuck angebrachten Kandelaber der zweiten Zone verteilen die Wand ın drei Flächen. Wır finden hıer herabhängende Girlanden, um deren Mitte eine Tänıa geknoten ist. Am Eıierstab der diese Zone nach der Oberseite zu abschliesst, hängen drei Oscılla (Pedum, Maske, Medusahaupt usw.). Unter den Festonen befindet sich jeweils eine mit sehr einfachen Mitteln angedeutete Landschaft mit einem sakralen Gebäude, in einer etwas steifen Darstellung. Die Kandelaber sınd eine ziemlich direkte Kopie uns auch aus Pompeji bekannter Bronzekandelabern. Drei Löwenpranken tragen ein Schüsselchen, mit Palmetten geschmückt. Auf diesem erhebt sich aus einem Blattkelch eın Stengel, der sich nach oben zu zu einem zierlichen Krater mit zwei ‚„‚Örchen” entfaltet woran dıe Girlanden befestigt sind. Denken wir dabei an Pernice’s Forschungen über die Bronzekandelaber®!, so können wir feststellen dass diese Kandelaber in die von ıhm I] genannte augusteische Gruppe fallen, % Bendinelli, 616 ff. ®E. Pernice, Gefässe und Geräte aus Bronze, 1925, 44 #. I2 begegnen, indem der Akzent jetzt ganz auf die Architektur fällt. Das Landschaftselement besteht ım Hypogaeum nur aus einem einzigen Baum. Das gilt nicht nur für das Vestibulum, sondern ebenso für die Wanddekorationen der Seitenschiffe®?. Auf all dies trifft Rostowzew’s Charakterisierung zu ‚dass die Bautypen der als Zentralbilder erscheinenden Landschaften II. und III. Stils vorwiegend sakral sınd und in ziemlich beschränkter Auswahl erscheinen; heiliger Baum, heilige Säule oder Pılaster, meistens mıt Epithem, heıliges Bild, heiliges Tor, heiliges Baluster, alles öfters in einer runden, halbrunden, quadratischen, offenen oder geschlossenen Umfriedung eınfacher oder komplizierterer Art’. „Diese Bilder sınd durchweg sakral und haben nur sakrale und idyllische Staffage”’**. Es unterliegt keinem Zweifel das unsere Sakrallandschaften zum dritten Stil gehören. Sıe unterscheiden sich gänzlich von den Landschaften des vierten Stils. Alle von Rostowzew genannte Züge lassen sich leicht ®L. Curtius, Die Wandmalerei Pompeji's, 1929, 193 Abb. 118. # Bendinelli, Taf. XXXIX—XLI. #M. Rostowzew, ‚Die hellenistisch-römische Architekturlandschaft”’, RM. XX VI, 1911, 97.

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Fig. 13. Wanddekoration 2. Stils, Aula Isiaca, Rom. erkennen. Nun ergibt das wohl keine genauere Datierung, aber wenn wir annehmen dass wır dem dritten Stil doch nicht mehr nach Calıgula begegnen, und konstatieren dass das Farnesinahaus schon vor einigen Jahrzehnten erbaut wurde, so können wır doch wohl behaupten dass wir mit einer Datierung von etwa 20 — 30.n. Chr. ın der guten Richtung sınd. c. Die Zone der Tritonengruppen. Überall erklingt bisher ein leises Echo aus dem zweiten Stil, und auchjetzt ıst das wieder der Fall. Denn die hoch ın der Wand angebrachten Stücke die jeweils aus zwei nebeneinander schwimmenden, mit Dreizack und Horn bewaffneten Im Hypogaeum treten also wiederum ältere Motiven auf, die nur auf einer nächsten Entwicklungsstufe stehen. Tritonen bestehen, erinnern uns durch die Höhe Nicht weniger interessant ist ein Vergleich mit dem Wandaufbau im Zimmer B der Villa Imperiale zu Pompeji. Nicht nur die ungewöhnliche Höhe entspricht der des Hypogaeums, auch die feine Girlande, und die gleich oberhalb den grossen Wandflächen angebrachte friesartige Zone mit Quadretti (Weiss auf Gelb) sind verwandt. Auch diese Quadretti umfassen zwei einzelne Figuren. Hier befinden wır uns im Übergang vom dritten zum vierten Stil. Diese Wand steht unserem Hypogaeum sehr nahe. Jegliche Hinterihrer Anordnung an Wandverteilungen wie wir sie grund fehlt auch hıer, die Figuren sind einigermassen entsprechendenim Hypogaeum aufweisen®®. Auchın der Aula sind fantastische Meerwesen abgebildet. silhouettenhaft dargestellt und stehen nur auf einem feinem Strich. Die Komposition zeigt auch hier räumliche Auffassung und es fehlt noch der ‚horror vacul der dem vierten Stil fast immer eigen ıst. Unsere Tritonengruppen werden von einander durch eine Art Mäander getrennt. Ich habe eın gleiches Motiv zufälligerweise auch in der Villa Imperiale zurückgefunden, und zwar ın dem Zimmer das man ın den letzten Jahren Pompejis mit einem so rigorösen Umbau (E) durchbrochen hat und das noch ganz im dritten Stil dekoriert ist. Nun steht es beinahe ausser Zweifel, dass die Villa Imperiale in tiberischer Zeit ss Curtius, Wandmalerei, 95, Abb. 66. G.E, Rizzo, Lepitture dell’ Aula Isiaca di Caligola, in Mon. d. Pitt. sez. Ill, Roma fasc. Il, 1936, Taf. Il, ı und 2. wohl gegen Ende des zweiten Stils finden. Wır denken an den Klapptürgemälden auf den oberen Gesimsen: man kennt sie aus der Villa dei Misteri, aus der Casa del Criptoportico (I, 6, 2 — 4), und noch später aus der Casa dı Livia und der Farnesına zu Rom. In letztere stehen sie auch auf dem Gesims®°. Hier bilden sie jedoch, ın Abwechslung ' mit geometrischen Emblemata, eine art Fries, wie etwa auchin der Aula Isiaca (Fig. ı 3), wo ausserdem die Umrahmungen der Quadretti noch entschieden eine ‚Ähnlichkeit mit

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Fig. 14. Wandteil der Sala dei Fregi Alatı, Haus der Livia, Rom. gebaut worden ist”. Das stimmt also mit der Datierung des Hypogaeums überein, die ıch selbst ım Auge habe. Im grossen Trichnum A findet man viele und dıe m.E. eınen Vergleich nahe liegen. Diese ausserordentlich schönen Stücke verdanken wır, wıe man allgemein annımmt, den Restaurationen, dıe unter Motive die ebenso an den späten zweiten Stıl erinnern. Die „Renaissance” solcher Formen im Hy- Tiberius 22 n.Chr. stattgefunden haben. Auch unter pogaeum steht also nicht alleın. d. Die stilisierte Ranke. In der folgenden Zone erblicken wır wiederum eine Art Fries, ın dessen Mitte sıch ein einfacher Akanthus befindet, dessen Ranken sich nach allen Seiten hin regelmässig eın- und ausrollen. In allen acht Voluten endıgen dıese Ranken ın einem kleinen Blatt. Die ganze Zone ıst ın Stuck gearbeitet. Die Stengel sind etwas übermässig stilisiert und von grosser Feinheit, sie sind mit dem Zirkel gebildet. Im zweiten Stil und sogar ım frühen dritten wird man vergeblich etwas Derartiges suchen. Zu dessen späteren Phasen gehören aber einige Mosaiken aus Pompeji. In der Casa dı Caecılio Jucundo (V, r, 26), ın der grossen Exedra Iınks vom Peristylium, sehen wir nun Ranken die den unseren sehr gleichen, und dasselbe gilt auch für die Schwelle der linken Ala; beide Mosaiken gehören zum dritten Stıl (spätesten aber die eben genannten Reliefs unterscheiden sich sehr von z.B. denen der Ara Pacıs, stehen auf einer jüngeren Entwicklungsstufe und können also nur aus der Regierungszeit des Tiberius stammen®®. Nun Phasen) ®®. Zeichnung festlegte und die aus dem späten dritten Stil stammt”. e. Die Zone mit Rankenfiguren usw. In der oberen Zone befinden sich drei etwa viereckige Quadretti. Das Mittlere ist ein Klapptürgemälde, die beiden anderen sind Grotesken: ın Ranken sitzende Nymphen, Bacchanten mit Thyrsus und Zimbeln, Satyre mit Gibt es nun auch Ranken über deren Datierung man sich einig ist, und die man mıt denen des Hypogaeums vergleichen kann? — Ich möchte hier auf einige Reliefs verweisen die man ın der Basılica Aemilia gefunden hat, #H. G. Beyen, ‚A propos of the „Villa Suburbana” (Villa Imperiale) near the Porta Marina at Pompei”, BABesch. XXXI, 1956, 54 #. es Blake, Taf. 8,1; Pernice, Taf. 44,5. 14 Augustus, 14 v. Chr., hat man dıe Basılıca restauriert, finden wır hier eine ähnliche, elegante aber etwas manıeristische zart gebildete Ranke (S. 89, Fig. 14) wie im Hypogaeum. In der Auffassung besteht keın grundsätzlicher Unterschied. Wir begegnen hier dem gleichen Sınn für Räumlichkeit und Linienführung, den sauber ein- und ausgerollten mit Blättchen ın den Voluten versehenen Ranken, so dass dıese beiden Dekorationen sicher nicht weıt aus einander liegen können. So haben wır hier einen neuerlichen Hinweis auf eine Datierung des Hypogaeums ın dıe zwanziger Jahre. Die hohe Einordnung ın dıe Wand ist nicht einmalıg, wir treffen sie auch ın einer Wand der Casa della Danzatrice an (VI, ıns. occ. 10), die Zahn ın ® Vergl. E. Strong, La scultura romana, 1923 —'26, 93. ” Zahn I, 69; Schefold, Wände, 160.

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einem grossen Krater usw. Dre Umrahmung dieser Grotesken bilden vier sehr charakterıstischen Palmetmotive. Da sıe leider ziemlich beschädigt sınd, wollen wir hier nur den von Bendinelli veröffentlichten Teil näher betrachten. Die Figuren auf dem Klapptürgemälde sınd nıcht genau zu unterscheiden, dıe Art der Aufstellung ıst aber noch gut erkennbar. Sıe stehen wıe ın einem Naiskos, auf einem Strich, also anders wıe z.B. dıe Figuren der Klapptürgemälde aus der Villa dei Misteri, dem Hause der Livia und der Farnesına, wo die Stücke weniger räumlich und weniger als Ornament behandelt worden sind. Die zentrale Stellung ıst an sich schon merkwürdig; wır finden zwar etwas Derartiges in der Villa des Fannıus Synistor, aber nıcht mit so rein dekorativer Absicht”!. Nur dem dritten Stil ist das eigen, und ich möchte nun noch eınmal auf die Wanddekoration des Zimmers B aus der tıberischen Villa Imperiale in Pompeji hinweisen, denn auch dort finden wır ın der oberen Zone eın grosses Klapptürgemälde, nur diesmal von einiger Archıtektur umgeben. Was nun die Groteskengruppen betrifft, schon Bendinelli hat die Obermalereı (Fig. 14) der Sala dei Fregi Alatı aus der Casa dı Livia zu Rom mit diesen verglichen, und sicher mit Recht”?. Doch sollen dıe aus dem Liviahause älter seın, denn sıe sınd erheblich weniger nüchtern ın der Gestaltung. Sıe enthalten noch Reste von Kassettendecken und wirken in erster Linie perspektivisch. Und dann machen die Ranken ın den älteren Stücken noch einen sehr zierlichen und reich geschmückten Eindruck. Die Figuren werden durch eınen fantastischen Kandelaber von einander getrennt, der üppig mıt Ranken und sich empor windenden Schnörkeln versehen ist dıe bıs über die Köpfe der Nymphen hinausragen. Das Ganze ist hier noch im Raum untergebracht als handelte es sich um eın Fenster. Die Nymphen des Hypogaeums dagegen sıtzen auf vıel kleineren und spärlicheren Ranken. In der Mitte trennt sıe eın einfacher, fast dürrer Spross, der nicht höher als ıhre gestreckten Arme reicht. Auch hier finden wır zwar eine leıchte und luftige Maltechnik, aber die Gedanke des Fensters ist ganz aufgegeben und man kann nur noch von einem charmanten, dekorativen Ornament sprechen das ın einen aus stilisierten Palmetmotiven bestehen- Diese Palmetten sind besonders merkwürdig. Auch hier hat Bendinelli schon auf die richtige Parallele gewıesen, nämlich die Stuckdekorationen aus dem Sepulcrum der Freigelassenen desL..Arruntius zuRom’®. Diese Stuckdekorationen (Fig. ı5) sind wie eine Weiterführung der Farnesinareliefs, nur ist alles eınfacher und nüchterner und grösstenteils rein dekorativ ın der Wirkung. Die Figuren sind der Verteilung des Gewölbes untergeordnet. Wir sehen nun im Arruntiergrabe ein ähnliches Palmettenmotiv, nur bildet es diesmal nıcht eine Umrahmung sondern ist als abgeschlossenes Ornament neben anderen ım Rand der Decke angebracht. Das ıst nıcht der einzige Unterschied. Das Motiv im Arruntiergrab ist etwas origtneller und prächtiger gestaltet als das im Hypogaeum bei der Porta Maggiore. Wir können noch sehen dass Blumenmotive mit Kelchen und Blättern die Umrandung der Palmetten bildeten. Im Hypogaeum können wir dıe Knospen und Blättchen nicht mehr als solche erkennen, aber dıe Spitzen dıe wır dort antreffen sınd nur unterzubringen wenn man dıe damit übereinstimmenden, eın wenig älteren Motive aus dem Columbarıum der Arruntu als Ausgangspunkt nimmt. Die Datierung dieses Columbarıums lässt sich nun eindeutig feststellen’* — es muss in den ersten Jahrzehnten n.Chr. gebaut worden sein. Und das könnte wiederum als Beweıs dafür dienen, dass unser Hypogaeum sehr wohl ın den zwanziger Jahren entstanden sein darf. f. Der abschliessende Hermenfries. Die höchste Zone dieser Vestibulumwände wırd von einem Karnies eingenommen das aus einer Reihe von Hermen besteht. Diese tragen schmale Girlanden an denen Masken befestigt sind. Ein derartiges Gesims habe ich sonst nie angetroffen, weder im dritten noch ım vierten Stil. Wır wollen uns deshalb jetzt mit der Decke des Vestibulums beschäftigen, die sich diesem Gesims anschliesst”®. Die Geradlinigkeit dıeses Plafonds haben wir schon hervorgehoben. Die Stuckreliefs sınd etwas höher als die ım Hauptraum, aber das liefert uns an sich noch keinen Hinweis auf die Entstehungszeit. Im vierten Stil sowohl wie im zweiten kommt Hochrelief vor (Casa del Criptoportico, Terme Stabiane). Unterschiede ın der Ausführung sind nıcht immer gleichzeitig Stılunterschiede. Man kann nur sagen dass es den Rahmen gefasst ist. ”" A. Sambon, Les fresques de Boscoreale, 1903, 12. ” Bendinelli, 626. Abgebildet von u.m. G. E. Rıizzo, Le pitture della „‚Casa di Livia”, ın Mon. d. Pitt. sez. III, Roma fasc. III, römischen Altertum, 1903, 27 und Taf. XIV. 1936, 10 Fig. 8; 12 Fig. 9; 13 Fig. 10. 5 Bendinelli, Taf. II— VII. ”® Bendinelli, 627. Vergl. K. Ronczewski, Gewölbeschmuck im ”ı Vergl. Bastet, 20 Anm. 3.

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Fıg. 15. Stuckgewölbe, Grab des L. Arruntius zu Rom. möglıch ist, dass im Vestibulum vielleicht ein anderer Meister am Werk war als ım Hauptraum. Die Plafonds der Farnesina, die älter sind, sınd tektonischer ın der Zusammenstellung und überhaupt komplizierter. Zu Ostıa aber hat man ın einem Grab (Nr. 18) an der Vıa Laurentina eine besonders interessante Dekoration aufgedeckt (Fig. 16), die man auch einigermassen datieren kann und dıe spät-augusteisch oder schon tiberisch seın soll ?6. Hier finden wır wie ın unserem Hypogaeum eın Plafond mit durchaus klassızistischen Zügen, ganz einfach aus Vierecken und Rechtecken bestehend dıe voneinander durch schmale Sıerstäbe getrennt werden, nıcht anders als ın der Villa der Livia zu Prıma Porta. Das charakteristische Rautenmuster kommt ebenso ın den Seıtenschiffen des Hypogaeums vor ””. Die Komposition der fıgürlichen Darstellung — eine Frau vor einem mit Blumen und Idolen geschmückten Altar — zeigt eine überraschende Ähnlichkeit mit der Komposition der mythologischen Darstellungen aus dem Hypogaeum. Nur fallt im Grabe an der Vıa Laurentina der Akzent noch etwas mehr auf die Umrahmung innerhalb der Eıierstäbe, wie es ebenso in der Villa der Livıa der Fall ist. Auch sind Bildnisse wıe das des bärtıgen Dionysos oder die ın Vierecke gefassten Palmettenornamente noch stark verwandt mit Motiven aus dem Farnesinahause. Irren wır uns nıcht, so steht dieses ı8. Grab zwischen der Farnesina und unserem Hypogaeum; jedoch steht es dem Hypogaeum näher. Bärtige Köpfe ın stilisierten Ranken finden wır sowohl ım OÖstier Grabe wıe an der Decke unseres Vestibulums, wo es aber Ammonsköpfe sind. (Auf Grabaltären kommen Ammonsköpfe nıcht früher vor als zur tiberischen Zeit”). Als Pendants zu diesen Motiven dıenen archaisierende Mädchenfiguren, die den Schoss ıhres Gewandes etwas aufheben und deren Häuptern eine Art Kelchmotiv entsteigt. Obwohl sie nicht auf Thymiateria stehen, erinnern sie doch wohl stark an dıe Karyatıden ım Sockel. In etwas prächtigeren Form finden wir sie auch im Arruntiergrabe. Die Dekoration dieses Grabes weist fast ausschliesslich verwandte Elemente auf. Weıter sehen wır ın den horizontalen Rechtecken Erotengruppen. Solche Motive sınd seıt dem Hellenısmus die ganze Römerzeit hindurch verwendet worden. Im zweiten Stil finden wır sie nicht häufig, ım dritten schon mehr, während sıe ım vıerten besonders beliebt werden”®. Das Quadretto auf dem Eroten ın eınem Wägelchen mit davorgespannten Tieren ’° G. Calza, „‚Sepolcreto lungo la Via Laurentina,” Ne. 1938, 26 ff., mit Fig. 19 und Taf. IV. ® W. Altmann, Die römischen Grabaltäre der Kaiserzeit, 1905, 88. ” Bendinelli, Taf. XXVI, XXVIl. » Vergl. Bastet, 66.

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woran Nr: tl Fig. 16. Deckenschmuck, Grab an der Via Laurentina, Ostia. fahren (Fig. 19), hat eine treffende Parallele ın einem Bostoner Terrasigillatafragment (Fıg. ı8) das man spätaugusteisch oder frühtiberisch datiert*®. Die geraden Zügel, die Aufstellung der Tiere, die Art ıhres Aufspringens und dıe Form des Wägelchens, das alles ıst unserem Quadretto sehr verwandt. Wır werden unten noch sehen, dass dıe Terrasigillatareliefs aus dieser Zeit stilistisch manchmal eine treffende Ähnlichheit mit an den Plafonds im Hypogaeum vorkommenden Figuren aufweisen. Das kann wohl nicht zufällig sein. Nicht nurdıeWandmalerei sondern auch die Kunst der Reliefgefässe entwickelt sich in diesen Jahren recht schnell. Auf dieser Decke des Vestibulums begegnen wır dem Motiv der eingezogenen Vierecke wieder®!. Wir kennen es schon aus dem zweiten Stil, hauptsächlich aus Bodenmosaiken. In der Casa del Criptoportico z.B. trıfft man es in der Schwelle an über die man das grosse Triclinium mit den Karyatiden betritt®?. Nicht nur die Wand, auch der Boden gehört dem zweiten Stil an. Das eingezogene Viereck zeigt hier in der Mitte keinen Tondo wie im Hypogaeum, sondern eın Quadrat. In beiden Fällen ıst der Aufbau aber noch ziemlich kompliziert. Und wenn wir nun überall sehen dass das Motiv im dritten und besonders im °G, H. Chase, Catalogue of Arretine Pottery, Museum of fine arts, vierten Stıl zu ungeschmückteren, ja kahlen Formen verkümmert, dass wir kein einziges späteres Beispiel (sicher nıcht aus der Zeit des Claudius) finden können das die ältere und reichere Form wieder annimmt, so können wir doch mit einigem Recht behaupten, dass darum alleın schon die Decke des Vestibulums nicht spät sein kann. An der Ostseite der Decke befinden sich zwei Quadrate dıe innerhalb der Eierstäbchen noch eine zweite Umrahmung haben, einen aus Rosetten bestehenden Rand. Ähnliche Einfassungen kennen wir schon aus dem zweiten Stıl. Wiederum liefert uns hier die Casa del Criptoportico die Parallele. Im Frigidarium ist ın der Südwand sowohl Venus wıe Mars ın einen Rahmen von ähnlichen Bändern gefasst®®. Aber auch die Farnesına kennt das Motiv. Dort hat man es als Umrahmung verwendet um die klassızistischen ‚‚griechischen” Bilder die von Flügelfiguren emporgehoben werden®*. Wiederum hat der Meister unseres Vestibulums sıch von älteren Motiven inspirieren lassen. Diese fehlen zum grössten Teile im Hauptraum. Im vierten Stıl finden wır das Motiv nıcht mehr. Man könnte vielleicht denken dass das Vestibulum also aus den ersten Anfängen des dritten Stils datierte. Wir werden aber ım Hauptraum weiter entwickelten Motiven begegnen, und sollen uns in der Datierung natürlich nicht durch einige frühe Elementen leiten Boston, 1916, Taf. XX VI, 82. *: Bendinelli, Taf. IV links. *: Spinazzola, I, 487, Fig. 556; Schefold, Wände, 20. ® Pernice, Taf. 19, 4 und 6; s. auch S. 52. % Curtius, Wandmalerei, 92/3, Abb. 64/5.

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Fig. 17. Die Apsıs ım grossen Flypogaeum. lassen, sondern durch die späteren. Ich habe keinerlei Höhen aufgebaut worden. Erst gibt es das Niveau des Anlass finden können zu der Annahme, das Hypo- Meeres mit zweidarin umherschwimmenden Trıtonen. gaeum sei in zwei verschiedenen Perioden dekoriert Dann befindet sich etwas höher Sappho und, ganz links auf den Felsen, der trauernde Mann. In grösserer Höhe sınd weiter Apollo und auf der anderen Seite ein Eros angebracht. Das Auge schweift also vom worden. IV. Endlich wollen wır jetzt den Hauptraum selbst betreten, und wenden unseren Blick gleich nach der Apsısschale, mıt dem berühmten und viel umstrittenen Relief (Fig. ı7) der sich ıns Meer stürzenden Sappho®®. Leider können wir hier nicht auf die Interpretation dieser Darstellung eingehen, denn nur der Stil darf uns jetzt interessieren. Das letzte Wort über diesen Figuren auf den Felsen ıst sicher noch nicht gesprochen. Wenden wir uns nun der Komposition des halbrunden Stuckreliefs zu. Die Figuren beherrschen den Raum. Die Landschaft selbst ıst der Komposition untergeordnet. Doch nimmt der Himmel noch einen so grossen Raum ein, dass die Gestalten noch reichlich ‚‚atmen”’ können, so wıe man es ım reifen vierten Stil nur selten sehen wird. Das Ganze ıst ın diversen 5 Bendinelli, Taf. XI-XIV. Über die Interpretation s. Bastet, 7155, 18 einen zum anderen. Meiner Meinung nach wird man einer derartigen Komposition selten im frühen oder sogar reifen dritten Stil begegnen. Nur gegen das Ende zu experimentiert man mehr in dieser Weise, und der vierte Stil setzt solche Versuche fort, aber in weniger grazıöser Art. Auch wird dann die Linienführung weniger scharf. Man kommt zu diesem Schluss wenn man einige Beıspiele der Wandmalerei betrachtet. In ‚‚Phaedra und die Amme” aus der Casa di lasone (IX, 5, ı8) wird der Raum durch Säulen in drei verschiedene Flächen verteilt, vor welchen sich die Handlung abspielt®®. Die Figuren befinden sich gleichsam auf einer Bühne. Das Ganze ist so wenig leidenschaftlich geschildert, dass es die schreckliche Ereignisse kaum glaubenswürdig ss P. Herrmann, Denkmäler der Malerei des Altertums, 1904 uf., Taf. 72; Schefold, Wände, 262 (c).

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Fig. 18 und 19. Terra-sigillatafragment, Boston; Deckenausschnitt aus dem Vestibulum. macht. Die Komposition ist einfach und es gıbt keine Niveauunterschiede. Der Schwerpunkt liegt niedrig, wie uns das schon aus der Malerei der Casa dı Livıa zu Rom bekannt ist. Wer den dritten Stıl einigermassen kennt, weıss dass dıese Charakteristik auf dıe meisten Gemälde dieser Periode zutrifft. Gegen das Ende zu aber, setzt sich eine Neigung durch, die Fläche anders zu gebrauchen. Die malerische Leichtigkeit wırd bald dem ‚Horror Vacuı” des vierten Stils weichen müssen. Sowohl der ‚Fall des Ikarus’ wıe dıe „Befreiung der Andromeda” aus der Casa dı Amando (I, 7, 7) tragen schon ein ganz anderes Antlitz”. Nicht nur verteilen sich die Figuren über die ganze Fläche, sondern sie sind auch viel lebhafter geworden, und man fühlt schon die etwas pathetische Rührigkeit des vierten Stils. Das Anbringen der Figuren auf verschiedenen Höhen, ihre verhältnismässige Grösse, die halbrunde Form der Komposition, dıe geringe Andeutung der Landschaftselemente, all diese Kennzeichen der Apsisdekoration des Hypogaeums sind uns aus dem späten dritten Stil bekannt. Sie setzen sich mutatis mutandis ım vierten fort. Jetzt wollen wir zu ‚‚Herakles und Omphale” aus dem Scavo del Principe di Montenegro (VII Ins. Occid. 15, dritter Stil) übergehen®®. Omphale befindet sich mit zwei Dienerinnen in der linken oberen Ecke auf beträchtlicher Höhe. Sie schaut Herakles an der sich rechts unten befindet. Es ist also eine Diagonale entstanden. Links unten sind Eroten im Begriff die Keule des Herakles zu verschleppen. Rechts oben be® Maiuri, Le pitture delle case etc., Taf. ı, 2 und B; Schefold, Wände, 30 (b). ®Rizzo, Pittura, Taf. XIX und LXIX; Schefold, Wände, 209. findet sich noch eine zweite Gruppe Eroten. So entsteht eine zweite Querlinie. (Noch weiter durchgeführt auf der Replik in der Casa dı Sırico, VI], ı, 25—47, vierter Stil) ®°. „‚Zephyrus und Chloris” aus der Casa del Naviglio (VI, 10, ı 1) zeigt eine ähnliche Komposition”. Das alles geht zweifellos zurück auf hellenistische Vorbilder. Schon die Tazza Farnese hat eın Relief das eine treffende Ähnlichkeit in der Komposition mit unserem Apsisrelief sehen lässt”'. Wir können sogar von einer zusammengehörigen Gruppe sprechen. Nun hat schon Schefold darauf gewiesen dass man im vierten Stil die griechischen und alexandrinischen Vorbilder genauer folgte als im klassizistischen dritten Stil”. Es wäre demnach nıcht richtig die Apsisdekoration allzu früh zu datieren. Man kann eine solche Komposition ım sehr späten dritten — sicher nıcht im frühen — und ım vierten Stil erwarten. Die grosse „‚Luftigkeit”’ des Reliefs scheint mir aber nicht darauf hın zu deuten, dass wır es hier schon mit der Zeit des Claudius zu tun haben. Mit den zwanziger Jahren sind wir wohl näher beim Ziel, wenn der augusteische Klassizismus sıch seinem Ende nähert. Die Decke des Hauptraums selbst®®, mit ihrem unübersehbaren Überfluss mythologischer Darstellungen und dekorativer Elementen wıe Palmetten, Ammonsköpfe usw. bildet wohl den wichtigsten Anziehungs® Rızzo, Pittura, Taf. CX VIII; Schefold, Wände, 164 (10). ® Rizzo, Pittura, Taf. CXI; für die ganze Wand s. Zahn, I, 13; Schefold, Wände, 124 (b). »ı Vergl. Bastet, 80; 26 Anm. 3. Über die Datierung zuletzt J. Charbonneaux, ‚Sur la signification et la date de la Tasse Farnese,'’ Mon. Piot 50, 1958, 85 ff. »® K. Schefold, Pompejanische Malerei, 1952, 171. ® Bendinelli, Taf. XV,

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Fig. 20. Beschwörungsszene und „Akroterion, Hauptraum des Hypogaeums. punkt des Hypogaeums, wohin jeder der das Gebäude betritt sofort seinen Blick wendet, und nicht ohne Erstaunen, wıe die Erde soviel Schönes verbergen und konservieren konnte. Das weisse Plafond ist nur hie und da etwas beschädigt. Es hätte sicher viel mehr gelitten wenn nicht kostspielige moderne Anlagen ihn vor Feuchtigkeit und Temperaturwechsel geschützt hätten. Mit den Ornamenten wollen wır uns nıcht mehr beschaftigen. Über die Ammonsköpfe, Attısfiguren und Thymiateria haben wir schon gesprochen. Nur eın da die Statue des M. Holconius Rufus aus dem Neapler Museum, ein mit Sicherheit augusteisch zu datierendes Stück”*. Ranken und Palmette bilden die Grundlinie für die Greifen die ın heraldischer Aufstellung den Kandelaber flankieren. Der horizontale Aufbau und der ungeschmückte Stil erinnern uns gleich an unsere „‚Akroteria, nicht weniger als dıe kräftigen Blätter der Palmette. Noch starker ist dıes bei der Statue aus Turın der Fall, die Hekler augusteisch nennt”. Die Voluten woraus die Palmette zum Vorschein kommt, sınd hıer einziges Motiv wollen wir uns noch näher ansehen. Es nicht weniger kräftig gebildet als ım Hypogaeum. ıst eine Art „Akroterion” das der Dekorateur über den vier kleinen von Ammonsköpfen flankıerten Quadretti angebracht hat (Fıg. 20). Es besteht aus einer zentralen Palmette deren Blätter aus zweı sıch nach beiden Seiten einrollenden spiralenartig sich erhebenden Schnörkeln, die sich bis zu Ranken lınks und rechts ausdehnen, emporsteigen. Am Ende der Ranken befinden sich wiederum zierliche Schnörkel Nun ist uns dieses Motiv nur aus Panzerreliefs be- Zu dieser Gruppe gehört auch eine Panzerstatue ım kannt, auf welchensich auch eine gewisse Entwicklung beobachten lässt. Leider sınd die meisten Panzerstatuen nur annäherend datiert, aber die wenigen mıt denen das glücklicherweise nicht der Fall ist, können uns vielleicht schon genügend helfen. Erstens gıbt es 20 Lateranischen Museum, die vielleicht Drusus vorgestellt hat (gestorben 9 v. Chr.) oder Germantcus (gestorben 19 n. Chr.), also auch ein frühes Stück®®. Betrachten wir nun die Neapler Calıgulastatue aus Minturnae, dann sehen wir das die Palmette almählich kleiner und kleiner wird”. Die kräftigen Voluten fehlen, und die Ranken steigen höher empor. Der ® Beschrieben von G. Mancini, ‚Le statue loricate imperiali”, BCom. 1922, anno L, 163/4, 2; vergl. auch R. West, Römische Porträt-Plastik, 1933, 157A, Hekler, „Beiträge zur Geschichte der antıken Panzerstatuen”, Ofh. XIX—XX, 1919, 234/5, Abb. 162/73, mit Lit. » Mancini, 165, 6 mit Taf. XII. ® Mancıni, 166, 8.

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Fig. 21. Ausschmitt aus der Dekoration des Columbarıums Doria Pamphili, London. strenge horizontale Aufbau fehlt. Mancını beschrieb sie sehr deutlich: ‚‚notevoli soni ı vıluppı, pıu robustı del consueto, che partono dalla palmetta e salgono verticalmente quası a far cornıce al gruppo centrale”. Leider ıst uns keine Panzerstatue des Claudius bekannt, während dıe neronische Statue aus Istanbul wiederum keine Palmette besitzt ®. Wir können doch aber wohl mit einiger Vorsicht sagen, dass auch das Palmettenmotiv ım Hypogaeum einen frühen Eindruck macht. Aus dem vierten Stil ıst uns etwas Derartiges nıcht bekannt. Palmetten dieser Art gehören fast immer zum dritten Stil, und so ıst es auch wohl nicht zufällig dass wır an der Decke des frühtiberischen Grabes Nr. 18 zu Ostıa (Vıa Laurentina) zu Quadraten zusammengefügte Palmetten finden dıe sıch fast ıdentisch im Hypogaeum wiederholen, und wohl zu beiden Seiten des zentralen (Juadretto mıt „Eros und Ganymed’”. Nun zu den figürlichen Darstellungen, und erst zur eben genannte. Wır haben darauf gewiesen dass am Ende des dritten Stils und weıter den ganzen vierten Stil hindurch eine Vorliebe entsteht für Kompositionen deren Aufbau hauptsächlich aus Querlinien besteht. Das finden wır auch hıer, und so ıst dıe Möglichkeit wohl ausgeschlossen dass das Hypogaeum noch ım frühen dritten Stıl erbaut wurde. Auch die lebhaften Bewegungen der Figuren wären in augusteischer Zeit nicht recht begreiflich. Es ist ein Vorausgreifen auf die kommende Periode, und dasselbe gilt für den „Leukippidenraub” (Fig. 35) Dieses Stück!" hat einen durchaus runden Aufbau und könnte sogar zu einem Tondo gehören. Arme und ®® Mancini, 167, 11 ® Bendinelli, Taf. XVI. "0° Bendinelli, Taf. XXI, 2. Beine des Dioskurs und der Leukippide erstrecken sıch nach alle Seiten hın, das Gewand und dıe Haren flattern lebhaft, so wıe wır das ım reın klassızistischen Stil niemals sehen werden. Demselben Motiv begegnen wır an der Decke des augusteisch-tiberischen Arruntiergrab!"!. Merkwürdig mutet uns das Umschauen des Dioskurs an, sein Haupt ın Profil in die entgegengesetzten Richtung gewendet als ın welche er wegläuft. Das verleiht der Fıgur eine ausserordentliche Lebhaftigkeit. Derartig bewegliche Figuren sınd uns ausser von neoattischen Reliefs auch von arretinischer Reliefkeramik bekannt, und zwar von Töpfen die hauptsächlich aus dem Beginn der Regierungszeit des Kaisers Tiberius stammen, z.B. die letzte Periode der Werkstatt des Tigranus, und die Ateliers der Annii und des Bargathes!"? . Das heısst also, dass damit dıe zweite Dekade unseres Zeitalters gemeint ıst. Von den friesartigen Stücken fällt uns zuerst eine ägyptisierende Szene mit einem Pygmäe auf! In der Mitte erblicken wır eın rundes Gebäude, zum Teile mit Rohr bedeckt, auf dem sıch ein runder Turm erhebt. Es ıst ringsherum von Landschaft umgeben. Auf der linken Seite bzugen sich zweı kleine Neger über eine Amphora, während rechts sıch eın Pygmäe ın Richtung der Mapalıa begibt. Er trägt eın Joch an welchem Vögel hängen. Daneben sehen wır noch eıne Palme, von einer runden Mauer umgeben. 101 Ronczewski, Taf. XIV. »02 Vergl. A. Oxe, Arretinische Reliefgefässe vom Rhein, 1933, 83; H. Dragendorff — C.Watzinger, Arretinische Reliefkeramik, 1948, Taf. 11, 144— 147 (Tigranus); Taf. 31, 452 (Werkstatt der Annıi); Beil. 8, 61 (Anni); G. H. Chase, The Loeb Collection of Arretine Pottery, 1908, Taf. V, 125 (Tigranus); Taf. Xl, 126 (Tigranus); Oxe, Taf. XL, 141, 144, 145 (Bargathes). '# Bendinelli, Taf. XX, 1; Text 683 (G).

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Fig. 22. Handballspieler, Hauptraum des Hypogaeums. Auffallend ist die Schlichtheit womit dıe Landschaft angedeutet wurde. Eın kleines Haus, ein einziger Baum, nıcht mehr. Die Landschaft mit Pygmäen kennen wır ın Pompeji hauptsächlich aus dem vierten Stil. Aber an sich ist sıe schon älter, wır finden sıe schon ın der Aula Isiaca auf dem Palatın, in der Casa dı Livia, und vor einigen Jahren hat Maiuri derartige Landschaften aus augusteischer Zeit nun auch in Pompeji gefunden (Casa dello Scultore, VII, 7, 24), wo der Stıl der Gemälde grosse Ähnlichkeit zeigt mit dem des Hypogaeums!*. Die Typen der Pygmäen und Neger sınd dieselben, und auch hier ıst die Landschaft ziemlich oberflächlich behandelt worden. Die räumliche Auffassung ist fast ıdentisch und man kann dıese pompejanische Stücke wohl nur als in der selben Zeit entstandene Parallelen (vielleicht nur wenige Jahre früher) zu den Dekorasehen, worauf und worunter einiges Küchengeschirr steht!"®. Ein Greis mit einem Krug steht hinter ihr und blickt sıe erstaunt an. Links und rechts flankieren zwei „Saltatores pileati‘“ dıe Szene. Eine Klapper liegt gegen einen Stein gelehnt am Boden. Noch mehr nach links steht eın anderer grosser Krug. Vergleichen wır hiermit nun zweı Stücke aus dem Columbarium Pamphili, so finden wır viel Ähnliches!”. Nicht nur begegnen wır auch hier den Saltatores pileati, die die Darstellung auf beiden Seiten abschliessen, ihre Aufmerksamkeit auf das zentrale Geschehen richten, ähnliche Bewegungen mıt den Armen und Beinen ausführen und nur mit einem einfachen Perizoma bekleidet sind, sondern auch die räumliche Auffassung ist auffallend verwandt. Immer findet man kleine, lebendige Gestalten dıe ım Freien stehen, auf tionen ım Hypogaeum betrachten. einem kleinen Bodenstrich, fast ohne Hintergrund. Der Mann mit dem Krug kehrt zurück auf dem Lon- Augusteisch ıst auch das Columbarıum Doria Pamphili zu Rom, das stilistisch zwischen der Casa dı doner Fragment (Fig. 21), wo er diesmal einen lustigen Tanz beobachtet. Ein solcher Tanz kommt Livia und dem Hypogaeum steht. Auch hier finden wiederum ım Hypogaeum vor, und so sehen wır dass wir die Pygmäenlandschaft und erkennen dieselben Elemente: die Palme, den Pygmäen mit dem Joch, kleine Häuschen und Neger!®. Nicht nur ähnelt das oben beschriebene Stück im Hypogaeum den Friesen aus diesem Columbarıum, auch eine andere Szene wir uns mit beiden Gebäuden ın der gleichen Periode befinden, die sich nıcht nur durch dıe Mauerarbeit des Columbarıums datieren lässt, sondern auch durch die arretinische Reliefkeramik. Das beweisst wohlz.B. ein Atellanakelch aus der Werkstatt des Ateıus, den Oxe abbildet und der ım Anfang der tiberischen Zeıt entstanden ist!®: wir finden hier dieselben Karika- (Fig. 20) ıst inhaltlich und stilistisch eng damit verwandt. Es ist dies ein Bild auf dem wır eine Frau ın beschwörenden Gebärde über ein Tischlein gebeugt 1 Rizzo, Aula Isiaca, 30, Fig. 28; Jdl. 72, 1957, 183/4, Abb. 28; A. Maiuri, ‚‚Una nuova pittura nilotica a Pompei”’, Memorie d. Lincei, cl. di sc. mor., stor. e filol., ser. VIIL, vol. VII, 1955, 65 ff. 15. G, Bendinelli, Le pitture del colombario di Villa Pamphili, in Mon. d. Pitt. sez. 3, Roma fasc. V, 1941, Taf. A, B, IX, zugef. Taf. 4, a. 22 turen tanzender und musizierender Figuren die sıch 10 Bendinelli, I] monumento etc., Taf. XIX, Text 679 f. 1% Bendinelli, Pamphili, zugef. Taf. 4, a und a’; 39, Fig. 13; vergl. R. P. Hinks, Catalogue of the Greek, Etruscan and Roman paintings and mosaics in the British Museum, 1933, 14 und Taf. VI. 108 Oxe, Taf. XXI, 96 a—c; Text 69.

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Fig. 23. Athletenrelief, Museum Karystos. besonders lebhaft bewegen. Andere Fragmente von Töpfen aus den Werkstätten des Bargathes und Tigranus führen uns in dieselbe Zeit!"”. Ist die Komposition der hıer besprochenen Stuckreliefs schon recht wenig kompakt, ım Vergleich mit den jetzt folgenden scheint sıe noch dicht zusammen gedrängt. Betrachten wır nämlich die friesartigen Darstellungen aus der Palästra, sowohl dıe Szene mit den den Epheben zeigen eine überraschende Ähnlichkeit mıt den Ballspielern vom Hypogaeum. Die gleiche Schlankheıt, dieselben Bewegungen der Beine und zum Teile auch der Arme, dieselbe verdrehte Haltung treffen wır auch hıer an. Aber die Knaben stehen jetzt Handballspielern (Fig. 22) wıe dıe mıt dem Waffentısch getan, und man könnte noch denken, es gelte lauf, dann finden wir hier ein Gefühl für Räumlichkeit hier einen Einzelfall. Aber im tıiberischen Columbarıum des Pomponius Hylas zeigt der Fries der zentralen Adikula dieselbe Neigung zur grossen Räumlichkeit!!?, und auch ın der tiberischen Villa Imperiale zu Pompejı habe ich einige Beispiele dieser Komposıtionsweise gefunden. Das Columbarıum Doria Pamphili liefert uns noch verschiedene andere Vorbilder dieses Stilkennzeichens. Ein anderes Stück zeigt eine Hochzeit!!*. Wir sehen wie wır es wohl ın keiner anderen Periode begegnen!!°. Die Figuren sind ausserordentlich weit auseinander aufgestellt. Weder der Bocchorisfries aus der Farnesına noch die kleinen Friese aus dem Auditorıum Maecenatis!!! zeigen uns etwas Derartiges. Nicht nur sind in diesen beiden Gebäuden die Fıguren viel steifer und zurückhaltender skizziert, auch die Abstände zwischen den Gestalten sınd hıer bedeutend geringer. In den Gemälden und Stuckdekorationen des vierten Stils wird man derartige Zwischenräume vergeblich suchen. Mir ıst kein einziges Beispiel bekannt. Dass es sıch hier wırklich um eın Stılkennzeichen eıner bestimmten Zeit handelt und nıcht um einen Zufall, beweist ein griechisches Originalstück mit einer eng verwandten Darstellung. Es ıst ein Athletenrelief aus Karystos (Fig. 23), von Süsserott um 310 v. Chr. datiert!!?. Die nackten, einander den Ball zuwerfen10 Oxe, Taf. XL, 145, Text 84; Taf. XLIX, 185; Chase, Boston, Taf. XVII, 69; Id., Loeb, Taf. V, 125; Dragendorff, Taf. ı 1, 144-7. “° Bendinelli, I} monumento etc., Taf. XV —XIX, Text 674— 678 (C und D). 2G, Lugli, I monumenti antichi di Roma e suburbio, 195 1— 1940, I, 463, Fig. 89. viel näher aneinander gedrängt. Der Stuckdekorateur hat alles auseinander gerissen und über die Länge des Frieses zerstreut. Das ist vielleicht etwas manıerisdıe dextrarum iunctio, mit Pronuba, Haruspex nuptiarum, und ein kleines schleppentragendes Mädchen. Die Frisuren der Damen sınd diejenigen dıe wir schon mıt Livia’s Coiffure auf der Münze aus 23 n. Chr. (Salus Augusta) verglichen (Fig. 7, 1). Die Toga der Männer hat noch den hohen Sinus. Die Gestalten wıe wir sıe hıer sehen sind manchen Figuren auf arretinischen Töpfen so nahe verwandt, dass wir sie auch jetzt wieder ziemlich genau unterbringen können. Um nur eın einziges Beispiel zu nennen: einige Scherben aus München, aus der Werkstatt des C.Tellius — also =» H. K. Süsserott, Griechische Plastik des 4. Jahrhunderts vor Christus, 1938, Taf. 23, 2; Text 121. "3 Ashby, Taf. XL und XLIV. 114 Bendinelli, Il monumento etc., Taf. XV und XVIL, ı, Text

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Tänıa hängt. Die Stücke sind weiter mit Palmenzweigen, Kränzchen, Vasen und Schalen und anderen nicht gut zu identifizierenden Gegenständen geschmückt. Solche Preistische kennen wir von mancherlei Monumenten!?®. Auch in der Wandmalereı oder Stuckdekoration begegnen wır ıhnen öfters, z.B. ın der Fanniusvilla (Boscoreale), im Tepıdarıum der Casa del Criptoportico und ım Caldarıum des Frauenbades der Stabianer Thermen (Pompeji), usw.'”!. Abgesehen von diesen Vorbildern wollen wır nun wıeder das Tepidarium der Casa del Labırinto (Fig. ı ı) Fig. 24. Preistisch, linkes Seitenschiff. sogar noch augusteisch — zeigen Frauenfiguren deren Kleider fast identisch wiedergegeben sind!’?. Auch der Sinn für klare Ulmrisse und die Sorgfalt ım Detail, dıe zarten Akzente und die Feinheit des Ganzen, all diese Züge finden wir auch ım Hypogaeum wieder. Leider ıst es nicht möglıch, vielleicht aber auch nıcht nötig, hier alle Reliefs zu besprechen. Die mytholonäher ansehen!??. Dort befindet sich in der Lunette ein Preistisch, der von vier Preisvasen flankiert wird. Kränzchen, Palmenzweig usw. sınd auch hier anwesend. Der Tisch und die Vasen stehen auf Erhöhungen. Was uns aber am meisten frappıert, ıst die nachlässıge Zeichnung, die in starkem Kontrast steht zu der gerade sehr verfeinerten Plafonddekoration, so dass man sich wundert hier jedoch mit dem dritten Stil zu tun zu haben. Die Motive beweisen uns aber dass wir uns nicht irren. Wir sind hier ın einer späten Phase des dritten Stils angelangt. Schon oben zeigte es sich, dass es nicht recht möglıch ıst die Degischen Bilder wollen wir hıer beiseite lassen, nicht weilsie nicht wichtig wären, sondern weilsie uns nichts koration dieses Tepidariums genau zu datieren, ob- Neues lehren. Sie sind schon anderswo ausführlicher behandelt worden und ıch möchte nur darauf verweisen!!®. Sowohl ihre Interpretation wie der Stıl dieser (JQuadretti ıst ımmer besonders ınteressant, man kann manchmal aus der arretinischen Relıiefkerawohl fast alles in die klassızıstische Periode weıst, das heisst, später als Tiberius ıst wohl nicht recht möglıch. Die Verwandtschaft mit unserem Hypogaeum fällt sehr ins Auge. Diese beide Dekorationen gehören allerdings derselben Periode zu. mik Parallelen aufzeigen die sehr treffend sind. (Z.B. der Herakles aus ‚‚Herakles und Hesione” ıst einem Herakles aus der Werkstatt des L.Pomponıus Pısanus Konklusion. Ich glaube, es fehlt jeglicher Grund das Hypogaeum bei der Porta Maggiore unter Claudius nahe verwandt!!”; die Medea aus ‚Medea und Jason” zu datieren. Nehmen wir aber an, es se in den zwanzızeigt auffallende Ähnlichheit mit Stücken aus der ger Jahren konstruiert und dekoriert worden, so Werkstatt des Perennius!!#; usw.). wird alles wohl viel begreiflicher und tun wır den An- Wir wollen aber noch versuchen dıe Preistische dıe gaben sicher keinen Zwang an. Die Domus Aurea ıst noch weit entfernt. Die Farnesina und die Villa der Livia sind noch nicht vergessen aber schon überholt. Zwischen diesen etwa steht das Hypogaeum, zusammen mit dem ı8. Grabe an der Via Laurentina zu Ostia und mit der Dekoration des Arruntiergrabes, deren drei es sicher das späteste Monument ıst. wir ın den Seitenschiffen abgebildet sehen etwas näher zu betrachten!!?. Zwei solche Tische befinden sich an der Decke des linken Schiffes. Derartige Tische wurden auch unter den Lünetten der beiden Seitenschiffe angebracht (Fig. 24). Es sind einfach gezeichnete, perspektivisch nıcht recht gut gelungene Tische. Leisten verbinden die Beine, an denen eine 5 Dragendorff, Beilage 9, 73—76, Text 156. 116 Bastet, 96 ff. F. L. Baster 12° Bastet, 105 mit Anm. 5 und 106 mit Anm. 6. (s. S. 113). 2 Ph.Williams Lehmann, Roman Wall Paintings from Boscoreale in the Metropolitan Museum of Art, 1953, 218; P. Gusman, Pompei, 1906, 154 (irrtümlich den Forumthermen zugeschrieben). "2 Negativ Deutsches Arch. Inst. Rom, Curtius — Faraglia u Bendinelli, Il monumento etc., Taf. XXVI, X, XIV. 5o und 55. 1" Dragendorf, Beil. 9, 83; Text 158. 1 Dragendorff, Taf. 8, 88 (s. S. 81); ı1, 153 (s. S. 103); 14, 222

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JAARGANG XXXVI BULLETIN VAN DE VEREENIGING TOT BEVORDERING DER KENNIS VAN DE ANTIEKE BESCHAVING opgericht door PROF. Dr. C. W. Voorzitter: LunsSINGH SCHEURLEER PROF. Dr. A.W.Byvanck Secretaris: Dr. F.L. BASTET Penningmeester: Redactie: Dr. A. A. KAMPMAN MEVR.DR.L. BYVANCK-QUARLES V. ÜFFORD Secretariaat en redactie: Archaeologisch Instituut, Rapenbur g 26, Leiden. 8 DIE NIKE DES PAIONIOS UND DER BASSAEFRIES' Der VERGLEICH ZWISCHEN der Nike des Paionios und dem Bassaefries erfordert zunächst eine Betrachtung der Friesfiguren als Einzelgestalten ohne Rücksicht auf die Gruppenbildung. Die verschiedenen Stilaspekte der beiden Werke werden unter dem Gesichtspunkt des Körperbaus (I), der Gewandbehandlung (II) und der Gesichtszüge (II) behandelt. Die so gewonnenen Ergebnisse werden dann als Fundament dienen, den eigentümlichsten Aspekt des Bassaestiles zu klären: nämlich den der Gruppenbildung und Komposition. Die dadurch schärfer umreissbare Eigenart der Einzelfigur des Frieses wird helfen, den Grad der Verwandtschaft mit der Nike genauer zu bestimmen (IV). Schliesslich wird der Versuch gewagt werden, eine vorangehende und eine folgende Phase dieses Stilkomplexes aufzuweisen (V). Ein kurzes Nachwort wird Zwar schliesst sie sich ihr an, aber sie ist doch nicht als ihre folgerichtige Entwicklungsstufe zu verstehen. Obwohl diese Tatsache schon oft aufgefallen ist, hat man sie noch nicht auf ihren Grund zurückgeführt. Der Grund scheint eine andere Auffassung der Lebenskraft zu sein. Dass diese bisher nicht deutlich erkannt wurde, liegt daran, dass ihre Erscheinungen als vereinzelte Verirrungen vom klassischen Ideal abgetan wurden. Wer den Spuren der „unklassischen” Auffassung der Lebenskraft aufmerksam folgt, sieht sich in die Peripherie der klassischen Kunst versetzt, nämlich in das unteritalische und nordionische Gebiet. Zwei ungefähr gleichzeitige Tetradrachmen aus Selinunt mögen den grossen Unterschied zwischen dem polykletischen Kontrapost und seiner unteritalischen Umformung (Abb. 6-7)? veranschaudie Ergebnisse zusammenfassen. lichen. In der letzteren Figur wird das Körpergewicht nicht ganz vom „Standbein” getragen. Daher l. Der Körperbau. sinkt es zum „Spielbein” hinüber, das ihm nachgibt. Es entsteht kein Gegensatz zwischen der tragenden und der lastenden Kraft. Das Spiel der Kräfte schliesst sich nach aussen hin nicht ab?. Wir empfinden in der dargestellten Haltung 8 8 nicht das Ergebnis Ss einer Bewegung, sondern den Bewegungsimpuls. Die Figur der erstgenannten Tetradrachme (Abb. 6) Aus den beiden Werken, der Nike des Paionios und dem Bassaefriese, tritt uns eine Kunstart entgegen, die sich von der klassischen Kunst weit entfernt. ! Auf die vorhergehenden Aufsätze „Untersuchungen zur Deutung und Motivgeschichte des Bassaefrieses”, BABesch. 1959,1-39 und „Das werdende Geschehen”, BABesch. 1960, 63-71, wird mit „1959” und „ı960” hingewiesen; auf H. Kenner, Der Fries des Tempels von Bassae-Phigalia, 1946, mit „Kenner”. - Zu danken habe ich J. P. Guepin für immer bereitwillige Hilfe in der Bearbeitung des Münzmaterials und P. E. Corbett, London, für die liebenswürdige Erlaubnis die neuen Photographien zu veröffentlichen. ® Nach neuen Fot. Brit. Mus.; W. Schwabacher, Mitt. d. Bayr. Num. Ges. 1925, 2ı Nr. S 25, datiert 435-417 v. Chr. und 22 Nr. S 28b, datiert 417-409 v. Chr. » Wie in der klassischen Kunst: G. Kaschnitz-Weinberg, Festschrift Schweitzer, 1954, 158. [OMmRKLHKE\ BIRLIOTHELK

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JAARGANG XXXVI BULLETIN VAN DE VEREENIGING TOT BEVORDERING DER KENNIS VAN DE ANTIEKE BESCHAVING opgOo ericht door Pror. Dr. C. W. LunsINGH SCHEURLEER Voorzitter: PROF. Dr. A.W.Byvanck Secretaris: Dr. F.L. BASTET Penningmeester: Dr. A. A. KAMPMAN Redactie: MEVR. DR. L. ByvancKk-QUARLES V. ÜFFORD Secretariaat en redactie: Archaeologisch Instituut, Rapenburg 8 8 26, Leiden. DIE NIKE DES PAIONIOS UND DER BASSAFFRIES! Der Versıricn zwischen der Nike des Paionios und dem Bassaefries erfordert zunächst eine Betrachtung der Friesfiguren als Einzelgestalten ohne Rücksicht auf die Gruppenbildung. Die verschiedenen Stilaspekte der beiden Werke werden unter dem Gesichtspunkt des Körperbaus (I), der Gewandbehandlung (II) und der Gesichtszüge (III) behandelt. Die so gewonnenen Ergebnisse werden dann als Fundament dienen, den eigentümlichsten Aspekt des Bassaestiles zu klären: nämlich den der Gruppenbildung und Komposition. Die dadurch schärfer umreissbare Eigenart der Einzelfigur des Frieses wird helfen, den Grad der Verwandtschaft mit der Nike genauer zu bestimmen (IV). Schliesslich wird der Versuch gewagt werden, eine vorangehende und eine folgende Phase dieses Stilkomplexes aufzuweisen (V). Ein kurzes Nachwort wird die Ergebnisse zusammenfassen. I. Der Körperbau. Aus den beiden Werken, der Nike des Paionios und dem Bassaefriese, tritt uns eine Kunstart entgegen, die sich von der klassischen Kunst weit entfernt. ! Auf die vorhergehenden Aufsätze „Untersuchungen zur Deutung und Motivgeschichte des Bassaefrieses”, BABesch. 1959,1-39 und „Das werdende Geschehen”, BABesch. 1960, 63-71, wird mit „1959” und „1960” hingewiesen; auf H. Kenner, Der Fries des Tempels von Bassae-Phigalia, 1946, mit „Kenner”. - Zu danken habe ich J. P. Guepin für immer bereitwillige Hilfe in der Bearbeitung des Münzmaterials und P. E. Corbett, London, für die liebenswürdige Erlaubnis die neuen Photographien zu veröffentlichen. Zwar schliesst sie sich ihr an, aber sie ist doch nicht als ihre folgerichtige Entwicklungsstule zu verstehen. Obwohl diese Tatsache schon oft aufgefallen ist, hat man sie noch nicht auf ihren Grund zurückgeführt. Der Grund scheint eine andere Auffassung der Lebenskraft zu sein. Dass diese bisher nicht deutlich erkannt wurde, liegt daran, dass ihre Erscheinungen als vereinzelte Verirrungen vom klassischen Ideal abgetan wurden. Wer den Spuren der „unklassischen” Auffassung der Lebenskraft aufmerksam folgt, sieht sich in die Peripherie der klassischen Kunst versetzt, nämlich in das unteritalische und nordionische Gebiet. Zwei ungefähr gleichzeitige Tetradrachmen aus Selinunt mögen den grossen Unterschied zwischen dem polykletischen Kontrapost und seiner unteritalischen Umformung (Abb. 6-7)? veranschaulichen. In der letzteren Figur wird das Körpergewicht nicht ganz vom „Standbein” getragen. Daher sinkt es zum „Spielbein” hinüber, das ihm nachgibt. Es entsteht kein Gegensatz zwischen der tragenden und der lastenden Kraft. Das Spiel der Kräfte schliesst sich nach aussen hin nicht ab?. Wir empfinden in der dargestellten Haltung nicht das Ergebnis einer Bewegung, sondern den Bewegungsimpuls. Die Figur der erstgenannten Tetradrachme (Abb. 6) ® Nach neuen Fot. Brit. Mus.; W. Schwabacher, Mitt. d. Bayr. Num. Ges. 1925, 2ı Nr. S 25, datiert 435-417 v. Chr. und 22 Nr. S 28b, datiert 417-409 v. Chr. > Wie in der klassischen Kunst: G. Kaschnitz-Weinberg, Festschrift Schweitzer, 1954, 158. F KOMRKLHKE BIRLIOTHERK