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Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)G. Esıstmön: Über kritische Behandlung der Geschichte der Mathematik.
1. Die Zahl der unrichtigen, unzuverlässigen oder irreleitenden Ansaben der neueren zusammenfassenden Darstellungen der Geschichte der
Mathematik ist so groß, daß besondere Maßregeln ergriffen werden sollen,
um dieselben zu verbessern;
2. die fraglichen feblerbaften Angaben beruhen zum grüßten Teile
darauf, daB die meisten bisherigen Verfasser solcher Darstellungen keine
besondere Schulung gehabt haben und sich darum oft einer unwissenschaftlichen Arbeitsmethode bedient haben;
3. die kritische Behandlung der sehon vorhandenen Darstellungen der
Geschichte der Mathematik soll zum Zwecke haben, nicht nur die Unrichtigkeiten zu verbessern, sondern noch mehr die Aufmerksamkeit der
Fachgenossen auf den Wert einer mathematisch-historischen Schulung zu
lenken;
4. mathematisch-historische Arbeiten, die eine solche Schulung voraussetzen, sollten nur von den eigentlichen Fachmiinnern besorgt und jedenfalls nicht ohne ihre Mitwirkung herausgegeben werden, wührend spezielle
Untersuchungen, die in erster Linie bezwecken, neues Material zu bringen,
in vielen Füllen von anderen Mitarbeitern ausgeführt werden künnen.
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Musica Voor: Die Geometrie des Pythagoras.
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1908
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SOMIT
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rmSaAoi+Nef.aAyr)Sge
Die Geometrie des Pythagoras.
Yon Hrinaca Voor in Breslau.
Inhalt.
Einleitung.
RE E
fctaíenASsOA
$ 1. Proxius Kommentar zu Ecru |, 47.
§ 2. Tendenz des Evxuin-Kommentars.
Era
N
§ 3.
§ 4. Entdeckung des Irrationalen.
$ 5.
Prokuus' Philosophie.
Das Geometerverzeicbnis.
Handhabung der Proportionen.
Konstruktion der regelmiibigen Körper.
Zusammensetzung der regelmübigen
Körper.
86.
Von Pyruaconas' Geometrie wissen wir nichts.
Zusammenfassung.
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Adlon a
Die Geometrie des Pythagoras. Bibl. math.
9
Vogt gibt vom Anfang des Proklos-Kommentars zu Elem.
neue
9.
g und folgert, daß Proklos entschieden
nicht an die
Autorschaft des Pythagoras beziiglich des »pythagoreisch
en Lehrsatzes“ geglaubt habe; die anschließenden
Proklosstellen deutet er
entsprechend und schließt, daß auch Eudemos
sicher den Satz nicht
dem Pythagoras zugesprochen habe; die sonstigen positiv
en Zeugnisse
haben geringen selbständigen Wert. Im Geometerverzei
chnis, das unter
Benutzung des Eudemos von Proklos selbst verfaßt sei, hält Vogt
der Friedleinschen Lesung dAóywv die daneben überlie
statt
ferte Avadó yv
für die richtige und übersetzt cotact mit Zusammenstel
lung’, so daß
Proklos anch die Entdeckung des Irrationalen und die
Konstruktion
| ivr kosmischen Körper dem Pythagoras nicht zuschri
ebe; übrigens
toni
Be
«ünnte der ganze Passus auch interpoliert sein. V
„nangefochten geblieben.
SdAalReI
niaHU
CS
1,47 eine
ogts Ansicht ist nicht
aCisetrie
Zeugnisse für geometrische Entdeckungen des Pyruacoras liegen uns
an etwa zwölf Stellen der alten Literatur vor. Aber die ältesten dieser
Stellen sind im letzten vorchristlichen Jahrhundert, d. h. 500 Jahre nach
Pyrnaconas, niedergeschrieben und haben nur zweifelhaften Wert. Die
beweisende Kraft für unser Wissen um den Geometer Pyrmacoras liegt
in den drei Stellen, in denen Proxirs (410—485), der Vorsteher der Neuplatonischen Schule zu Athen, in seinem Kommentar zum ersten Buche
der Elemente des Euxıı geometrische Leistungen des Prrmacoras erwähnt.
Dem
Proxius standen
gute alte Quellen, die für uns verloren
sind, zu Gebote'), und er ist ein einsichtiger Berichterstatter. Er ist für
die ältere griechische Mathematik unser zuverlüssigster und ergiebigster
Gewihrsmann*); seine Angaben sind bestimmend gewesen für das Bild
von den geometrischen Leistungen des Prrmacoras, wie es durch Einzeluntersuchungen allmählich ausgestaltet und in den zusammenfassenden
Darstellungen der griechischen Mathematik niedergelegt ist.
Wer Klarheit über Pyruacoras Geometrie schaffen will, der muB
mit der Analyse des Proxuis einsetzen. Das habe ich getan.) Die Eroy
1) Vas Psscu, De Proczi fontibus, Leyden 1900, S. 86
— 37.
2) Vgl. Tannery, La géomftrie grecque, Paris 1887, S, 14—17.
3) Für sacbkundigen Rat in philologischen Fragen bin ich den Herren P. Frit
un O. Rrnessons zu Dank verpflichtet.
Página 2
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hirrsmen Von.
Ex
na
Die Geometrie des Pythugoras.
17
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einzige Verbum
Sie liegen in der
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könnte, wäre écris evesir; — und so konstruieren Barocius und Burry
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seit
der zweiten
und dritten
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2
scuNemer
Auflage seiner I’hilosophie der Griechen (1856 und 1869) über den Forscher
Prraasonas und unser Wissen von ihm dargelegt hat; sie bestätigen und
TA=LE
webnisse meiner Untersuchung weichen vou der in der Geschichtschreibung
,
4
der Mathematik herrschenden Auffassung durchaus ab.
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Richtung
der Gedanken,
welche
E. Zeiten
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erweitern die ltesultate, zu welchen G, Jexce in seiner Schrift Wann haben
Proxics zu
finitum
aber, welches als Prüdikat
>
auch:
in
Frage
kommen
.
„wenn
N
..
wir
hören,
®
finden
.
wir“
—
.
.
Das ist
aber eine
griechisch ganz unmögliche Verknüpfung statt «zovovorr (oder allenfalls
dxovovrag) éotiv ebgeiv.
Ferner fehlt bei dieser Zuordnung das Objekt
zu ebosiv; man hat dazu die Genetive arameuxdvrar zul deydvror mil-
E
=
Haxxr1*) übersetzt in offenbarer Anlehnung an Brerscuxeiven: „Wenn
wir die, welche alte Geschichten erzählen wollen, hören, so finden wir,
Buxiin 1, 47, dem sogenannten
È
daß sie dieses Theorem auf Pyrnacoras zurückführen“.
§ 1. Der Kommentar zu Euklid I, 47.
Kommentar des
e’
ite
die Griechen das Irrationalı entdeckt? gelangt ist.)
Der
..
braucht, indem man den Genetiv Bovlouévor von dzovorreg abhängen lüßi.
pythagoreischen Lehrsatz, hat lange Zeit nur in der Fassung der Ausgabe
E
Caxror*) gibt keine volle Übersetzung der Stelle, sondern nennt die,
von Gryxanvs (Basileae 1533) vorgelegen (5.110): Tor piv icropeir re
È
„welche Progıus als seine Gewährsmänner anführi“: „die, welche Alterégyaiu Borvionéror éxotorreg
roro els Mvdupuger dre
ch
tümliches erkunden wollen“")
zeundrrwr forir evoele xcì Povtutein leydvtar abròr ¿xi ti sbgkoeı.
Erst 1873 wurde aus besseren Handschriften in der Ausgabe von Fwrv-
=
®
scunniper mit den Worten: „Das Wort icropsir besitzt bei Prox1us nirgend
eine spöttische Nebenbedeutung, man darf also nicht, wie es geschehen
Mein?) e«xovorres ersetzt durch «xovortes, Bovdvreir durch Bovd vr»,
Ri
ist, übersetzen ‘die alte Geschichten erzühlen wollen’, und akzeptiert im
Stelle: „Si eos quidem qui antigua enarrare volunt audiamus, pruesens
ES
scunsrpersche Ubersetzung.*)
Theorema ad Prruaceram referentes inveniemus, et dicentes eum cum id
invenerit bovem immolasse“.
à
Pi
Taxxenv*) übersetzt: „Si Pon écoute ceux qui veulent raconter
l'histoire des anciens temps, on peut en trouver qui attribuent ce theo-
Beersenseiper‘) gibt nebeneinander den Text nach Grvyxakrs und die
zi
rème à Pyrnacore et Jui font sacrifier un buuf après sa découverte“.
Übersetzung nach Banos: „Hören wir die, welche alte Geschichten er-
Aride:g
To
PedQnua
Banozzi übersetzt in seiner lateinischen Ausgabe, des lroxivs*) unsere
Er begründet diese Abweichung von Burrübrigen, wie auch nus der Ausnutzung der Stelle hervorgeht, die Burr-
1%
Fast alle Autoren sehen, diesen Übersetzungen gemiib, in der Äußerung
as
des Prorzus die mehr oder minder bestimmte Versicherung, dab Pyrna-
>
zählen wollen, so ist dies Theorem auf Pyrnacoras zurückzuführen, der
der Erfindung halber einen Stier geopfert haben soll“.
|
?
oras der Entdecker des Satzes vom Hypotenusenquadrat sei; sie zweileln
nur die Glaubwürdigkeit des Stieropfers an. Bret-canripen") sagt: „Daß
unter dem, der gern alte Geschichten erzählt, auch hier niemand anderes
So sehen wir die Übersetzung des Baxocırs nach drei Jahrhunderten
bei Brersonsenmo wieder aufleben; ihre Nachwirkung ist auch heute, nach
als
Erscheinen der Fivirixschen Ausgabe, noch nicht erloschen.
Evpraus
zu
verstehen ist, leuchtet wohl
unmittelbar
em,
ebenso
Und doch ist die Barocius-Brerscanermensche Übersetzung unserer
Stelle unmöglich; ja die Stelle gibt mit der Lesart «xovorres tiberhanpt
LuAS ;
a
wie die Fabelhaftigkeit des Stieropiers, das allen pythagoreischen Grundsätzen geradezu widerspricht: Das Faktum selbst aber, daß Pyrmainna»
keinen Sinn*)
=
à
a
jenen Lehrsat: erfunden habe, kann nicht bezierifelt werden, da es im yanzen
Alterthum als Thatsache anerkannt wird“ Er weist hiernach die Ansicht
Aus „Novae Symbolae Joachimiene“; vgl. Biblioth.
a
zurück, daß schon die Ägypter wegen Kenntuis des rechtwinkligen Drei-
Mathem. &, 1907's, S. 62. — Wenn S. Ginrner in seiner jüngst erschienenen Geschichte der Mathematik ¡Leipzig 1908, 8. 56, 67) die Jesaxsche Richtung ale „der
4
£
:
ecks 3, 4, 5 als die Entdecker des Quadratsatzes zu betrachten seieu.
neuesten Zeit“ angelériy uni „radikal“ charakterisiert, so tibersieht er, duß der
besonuene Zriiix diese Kichtung vor einem halben Jahrhundert cingeschlagen hat,
El
4
Ebenso bezweifelt Taxxrry') nur die Verbindung des Stieropfers mit dem
Quadratsatz”), „ee théorème auquel est resté attaché le nom du sage de
und daß Philosophen unl Philologen ibm längst gefolgt sind.
=
2 = Si N. ri
.
8) Patavii 1560, 8. 250,
culte “ur di Geomeler ‘vor Evxumrs, Leipzig 1870, S. 80.
site ook
et ns Le a re mm fase
E
a
di
Der einzige Nominativ @xovorres müßte Subjekt sein; das
1) Halle a. $. 1907.
doch wind alles shwehrseheintich pa oir Aniinech ee
nul
Garuarrs stehen 1884
pa
de a et Bost nt
urch, daß er die Lesart
fovdursiy des
x
4
|
x
=
:
=>
1) Zur Geschichte der Mathematik im Alterthum und Mittelalter, Leipzig 1874,
S: 97. Hanseı hat die Fiarprensehe Ausgabe nicht mehr deuutzen können.
2) Vorlesungen über Geschichte der Mathematik I, Leipzig 1907, 8.158.
8) Ebeuso S.179,180.
6) La géométrie grecque, $. 103.
4, Ebenso Juxar, 3.2.0. 8. 88,
6, 2.2.0. $. 80.
o
1) na. U. S. 105.
8) Jusar gibt (a. a. O. S. 29) Taxxenrs Ansicht nicht ganz richtig wieder.
Bibliothoca Mathematica. ALL. Folge. IN
2
Página 3
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hessnicn Voor.
Samos.
Tout semble indiquer au contraire, que, sil ne l'a pas emprunté
aux Égyptiens, cette proposition ful une des premières qu'il rencontra el
nullement le couronnement de ses recherches“.
Caxror!) „will den pythaworeischen
Lehrsatz unter
dem
wissen“.
„Sei es darum,
allen
daB
Umständen
Pyrnacoras
erhalten
man den Zeugnissen des Virruvius, des
ipratedOtiayiR.ELRoSEzi
FAYapls:
LELE,
Pivranen, des Diocexrs Larrnos, des Proxzus*), so bestimmt sie auch
dari
lauten, wegen ihres späten Datums kein Gewicht beilegen dürfe.
MEAtir
fallen
doch
die
in
die Wagschale,
Schwerer
welche Pnoxius als seine Gewährsmiinuer apführt, die, welche AlterthiimJiches erkunden wollen, sei damit,
wie man gewöhnlich annimmt, Ernenvs gemeint, oder nicht.“
„Wir haben
uns schon darüber ausgesprochen, daß wir für den Satz vom rechtwinkligen
Dreieck Pyrnaconas selbst als den Entdecker betrachten, und uns wesentlich auf den Bericht bezogen, diejenigen, welche Alterthümliches erkunden
wollten, führten den Satz auf Pyraacoras zurück.“
Anders urteilt Haxser’!: „Jene berühmte Erzählung“ (vom Opfer)...
„wird man
demnach
aufgeben
müssen;
doch möchte ich
nicht so weit
gehen, den Lehrsatz selbst dem Pyruacoras abzusprechen, obgleich keine
einzige nur ebugermaßen ulaubiiirdige Nachricht darüber vorhanden ist.“
Und dazu die Anmerkung: ,,ProxLus, ein einsichtiger Schriftsteller, drückt
sich auffallend unbestimmt so aus“ (folgt die S. 17 gegebene Übersetzung).
„Auch
ihm
war, wie hieraus hervorgeht, keine sichere Quelle bekannt.“
TSEaAs
19
Die Geometrie des Pythagoras.
Demnach übersetze ich wörtlich: „Unter denen, welche das Altertion
erforschen wollen, kann man einige finden, welche denen Gchür geben, die
dieses Theorem auf Prrnacoras zurückführen und ihn als Stieropferer bei
dieser Gelegenheit bezeichnen“, und dem Sinne nach: „Zrniye Altertumsforscher schenken den Schriftstellern Glauben, welche diesen Lehrsatz bis zu
Prruacoras hinaufräcken und von seinem Stieropfer erzählen“.
Nach der früher angenommenen Übersetzung sieht P’rorırs die Gesumtheit der alten Autoren vor sich und findet unter ihnen einive, welche
den Quadratsatz dem Pyrnacoras in Verbindung mit dem Stieropfer zuschreiben. Objektive Bedenken kann dies Zeugnis nur dadurch erregen,
daß die Entdeckung des Quadratsatzes mit den ganz verdächtigen blutigen
Opfer verknüpft wird, und daß nur ciuige Autoren, nach der Opferzutat
zu schließen, nicht gerade die ältesten und besten. den Bericht geliefert
haben; eine subjektive Unsicherheit des Psoxuvs kann nur in dem @xovorrus
„wenn wir die hören“ oder „wenn wir denen Gehör schenken“ gefunden
werden.
Immerhin gibt diese Übersetzung jeder der verschiedenen oben
dargelegten Auffassungen von der Zeugniskraft unserer Stelle Raum.
Anders, wenn meine Übersetzung die richtige ist.
Alsdann sicht
Proxivs zwei getrennte Generationen von Schriftstellern vor sich; die einen,
die totoosîr Bovdduevor, sind die Jüngeren, vielleicht sogar seine Zeit
Stelle gibt, ihre Beweiskraft: „Ex quibus verbis... apparet ProcLo nondum
genossen. Die Älteren sind die Gewährsmänner der Jüngeren; sie sind es,
welche in Verbindung mit der Opfererzählung den Quadratsatz dem Prrusseras
zugesehrieben haben. Nur einige aber von den Jüumren, so sagt Proxies,
esse persuasum traditionem illam vera referre“.
messen jenen Älteren Glaubwürdigkeit bei.
In ähnlicher Weise bestreitet vas Pescn*), der keine Übersetzung unserer
So
gegensätzliche Urteile
konnten
aus
einer
Stelle herausgelesen
werden; und doch ist sie unzweideutig, wenn auch geschraubt: stilisiert.
Ich konstruiere so: der vorangestellte Genetiv tév lotopsiv Bovdoperar
ist gen. partitivus, abhängig von éoriv evozir, dxovortas ist Objekt zu
evosiv, die nachgestellten
Genetive
dvazeundvror xal Asyévror hängen
von dxovorras ab.)
Welches sind nun jene älteren Zeugnisse?
Offenbar keine anderen
als solche, wie wir sie heute in jenen oben (5. 15) erwähnten Sehriftstellen noch in Händen haben.) Die Nachricht von Prrussoras Stieropfer taucht für uns zuerst bei Ciceno®) (44 v. Chr.) auf, in Beziebung
gesetzt zu einer geometrischen Entdeckung, nicht speziell zu dem Quadratsatz, aber wegen des blutigen Opfers schon bei ihren ersten Auftreten
1) a. a. O. S. 152, 179, 180.
angezweifelt;
2) Ebenso ordnen Aızsas, On Greek geometry from THALES to Evxzin (Hermmit dem auf das rechtwinklige Dreieck 3, 4, 5 beschränkten Quadratsatz;
zweimal bei Puvrarcu*) (ca. 46— 120) in unsicherer Zuordnung zum
athena 8, 1879, 8.183) und Max Simox, Luxziy und die sechs planimetrischen Bücher,
Leipzig 1901, S. 66, Proxtcs
obne Unterschied in
die Reihe der Zeugen Virruvius,
sodann
bei Virrrv*)
(etwa 16—13
v. Chr.)
verbunden
Altertumsiissenschaft V,1 (Nördlingen 1888), 8.29 weist ohne Bedenken den Quadrat-
1) Diese Schriftstellen sind zusammengestell in allen Auflasen von ZELLER,
Philosophie der Griechen; in 1,° 1892 stehen sie 8.320. 2. Die wichtigsten finden
satz dem Pyruasonas zu; ebenso in seiner Geschichte der Mathematik (Leipzig 1908),
“ich übersetzt in Animax, Greek Geometry, 8. 181—185, Tassem, La géométrie greeque,
5. 55,
S.40$ und alle in Juxar, Wann haben die Griechen das Irrationale ents cht? 8.27 - 30,
— Allvemeiver handeln über Pyruacoras' Mathematik: Divo. VIN, 11. Jauntacues, De
vita Prru. 88, derselbe, De communi math. scientia XXII, XXIII und Proxits $ 65.
Diocrxes Laerrier und Purtancu cin. — Auch $. Güxruex, Handbuch der klassischen
Ebenso Tuorrxe, Geschichte der Elementar- Mathematik 1, Leipzig 1903, S. 71.
8) 2.2.0. $. 97.
4 a.a.0. S. 79.
5) So wird such das Gezwungene der Tanxenvechen Übersetzung vermieden,
welche &xovorras im Sinue vou cxotevery nimmt, davon direkt rar Bovloufvor ab-
2) De natura deorum Ill, Kap. 36, $ 88.
hängen lüßt und das Objekt zu ederiv in den an
3) De architectura IX, pruef.
dvuxtgrórroy xal deydvtwy findet.
Povlonfvw» attrabierten
Genetiven
4) Non posse suaviter vivi sec. Eric. XI, 4.
Quaest. convie. VII, 2. 4
Página 4
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)FABINNICH
VOLT,
Gestalt und Fläche); bei Arurxazus!) (Anfang des IT. Saec. n. Chr.) mit
Quadratsatz; zweimal bei Diogenes Larrriux*) (um 200 n. Chr. oder später),
rechten Winkel im Halbkreise; endlich bei Porrurxrus*) (233 —304) mit
Quadratsatz und dem Zusatz, daB nach Angabe der Gewissenhafteren der
Stier aus Teig hergestellt war, also nur in effigie geopfert wurde.
Alle diese Zeugnisse haben für uns nur den Wert eines Zeugnisses;
sie tragen, worauf Taxsrry‘) und vas Prson®) hinweisen, deutlich die
Herkunft aus dem Epigramm") des im übrigen unbekannten Arithmetikers
AroLLopor (Avotnopot) an der Stirn, auf welches Pıurancn, ÁTHENARUS
und Diocrsxs sich direkt berufen. Dieses Epigramm, dessen Spuren also
UD
4} ille
iam Evpenem contendisse theorema illud notissimum ipsius Pyrnacorar
fuisse inventum“. Ich gehe weiter als van Pescu: Wenn Proxivs außer
jenem Epigramm und seinen Verbreitern keine Quelle fiir das Anrecht
tEieÈb,o
des Pyrnacoras
auf den Quadratsatz
positiver Deweis
dafür,
zu nennen
daß Evvescs den
—
schen wir aus der Proxivs-Stelle, daß es auch schon für die urteilsfähigen
Historiker seiner ind der ihm dicht vorangehenden Zeit ebenfalls eine Legende,
keine Geschichisquelle war.
Ist nach der bisherigen Auffassung Proxivs in
die Ricihe der Legendenverbreiter eingestellt worden, so steht er für uns jetzt
als einziger ganz außerhalb derselben: er ist ihr Kritiker, und er lelmt sie ab.
Und
dieses legendenhafte Epigramm
ist
die
einzige Aussage
Pyruarcoras
PREEaSA n
Derselbe selbständig urteilende und sein Urteil nicht verbergende Prox1.0s
pa
fährt im Kommentar zu Evsuı J, 47 fort: eva dE Bavucdcto per xai tods
IPÓTOVS EMLOTAVTUG ti) tovde tov Bemprjpatos dirbeie, pedvas dè üpe-
EU
pat Tor crorgeratizu, od udvor Gti du anodelkeng Evugyedtatys totto xareati,
drjoato, Ghd’ Ore
+Jetzl
ist dies vin
dem
Er
233
13 Emborijuys éxtecev &v tO Estro fiBllo.
kein Geschichtschreiber der Mathematik hat es anders angesehen.
weiß, so
Quadratsatz
nicht zugeschricben hat.
welcher mit dem Neuprthagoreismus auch
gebildet. wurde‘), können wir nur als eine Legendenbildung ansehen,
ad
Ervemo abiudicandus est et iniuria vulgo adbibetur ad demonstrandum
zuerst. im ersten vorchristlichen Jahrhundert auftauchen, in der Zeit, in
die Pyrmacoras-Legende aus-
Vida,
knappes, wissenschaftliches Werk über Geschichte der Geometrie geschrieben hat, und in einem soleben Werk für Legenden kein Dlatz
cewesen sein kann, vgl. van Pescu!): ,Procia ille locus, quem modo attuli,
Quadratsatz oder einer anderen geometrischen Entdeckung des Pyruaconas
(entweder Flichenanlegung oder Koustruktion einer Figur von gegebener
einmal mit dem Quadratsatz des Pyruacoras, das andere Mal in Konkurrenz mit einem Opfer des Taarzs für Entdeckung des Satzes vom
UCUVMLLSAL
zai TO
xudozuxotepop avrod trois aveleyxtots Adyotg
„Auch ich bewundere die ersten
Entdecker dieses Lehrsatzes; in höherem Grade aber staune ich über den
Verfasser der Elemente,
nicht
nur weil
er für diesen
Satz einen
ganz
klaren, bündigen Beweis führte, sondern weil er auch den verallgemeinerten
Satz durch unwiderlegliche Erkenntuisgriinde im 6. Buche festlegte.“
Mit
Recht sieht van Pesca in diesen Worten, besonders
Plural tots ériordrius „die Entdecker“ einen Ausdruck
lroxius hat sich
in dem
des Zweifels:
begniigt, festzustellen, daß einige an die Pyruagonasdes
Legende glauben; er selbst spricht im weiteren nicht von Prruaconas, ja
ganzen Altertums, an welche sich die Zuweisung des Quadratsatzes an
Pyrnacoras knüpft; das gilt für unsere Kenntnis des Altertums; nicht
nicht von einem bekannten oder unbekannten Entdecker, sondern von den
anders war es zu lroxirs Zeit.
zufällig
Keinesfalls darf bei den dvamsuzovrsg xai Aéyovtes, den Legendenerzüblern, an Erpenus gedacht werden, was Brerscuxriner für sicher,
Worten die
Caxror für möglich bali.
mindestens wahrscheinlich, daß Paoxıus in den bedingungslos angegebenen
Erstens nicht, weil Eupewus für Proxuus die
Entdeckern.
selbst
Dieser Plural kann in diesem Zusammenhange nicht als
angesehen
werden.
Ist
es sicher, daß in den vorangehenden
Gewährsmänner, welche
zuschreiben,
als
beste und sicherste Quelle ist und unmöglich unter solchen Schriftstellern
smotevtes
verstanden werden kann, denen nur wenige Glauben schenken; zweitens
scheinenden Quelle Bezug nimmt.*)
nicht, weil der Schüler und Mitarbeiter des Axısroreues, wie wir aus den
Resten seiner Schriften und aus den Urteilen der Alten wissen®), ein
auf
die
den
Quadratsatz
unzuverlássig charakterisiert
Kollektivbezeichnung
in
dem
Pyraasoras
werden,
einer
ihm
so ist es
zuverlässig
Von der besprochenen Pruxırs-Stelle ist die zwei Seiten später folgende,
ebenfalls auf Euxum I, 47
bezügliche, nicht zu
trennen; nämlich
von
den beiden Methoden zur Auffindung ganzzahliger rechtwinkliger Dreiecke
1) X, 41SF.
o VII, 12; I, 25.
4) a. a. O. $, 105.
5 a. a. 0. 8. 80.
6)
3) Vita PyrHAcGoRarE 36.
'Hrixa Ilvdazöoong to wepexteds edoero yodupa,
Keiv’ ég’ Ora depreiy ijyero Povtuainy.
„Als l'yruaconas die berühmte Figur fand, jene, bei der er das glänzende Stieropfer
darbrachte.“
7) Zerıer a. 8, O. 1,*, S. 281; III,?, S. 81, 98
— 99.
8) Nüheres unten S. 26, 27.
tiv pév eig Illarwra Gvaxéurovor, tiv dè ele v@aydear, „daß man die
eine auf P’ı.aro zurückführt, die andere auf Pyruacoras%
Puomius ist in
seinen Quellenangaben sparsam; er pflegt, wenn er dieselbe Quelle mehrmals hintereinander benutzt, sie höchstens einmal zu bezeichnen.
1) a. a. 0.5. 80
2, Vgl. unten $. 52,
Um so
Página 5
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hrisuen Voar.
=FRitne
weniger ist zu erwarten, daß er die umstiindliche Charakterisierung von
S. 426 auf S. 328 wiederholen sollte.
Doch liegt in der Wiederaufnahme
des Wortes dranguzovenw ein Hinweis auf die Gewährsmünner von $. 426
und damit auch die Andeutung der gleichen Stellungnahme des Proxnus.
€Bader
Brenknecnt
>
‘.
ES
=dla
19u.
4
reat
& 2.
Tendenz des Euklid-Kommentars.
ECh
Proklus’ Philosophie.
Die dritte und letzte der Proxzus-Stellen, durch welche Pyruacoras
geometrische Entdeckungen nachgesagt: werden, findet sich in dem historischen Überblick, welchen Caxror das , Mathematikerverzeichnis% Juxux
zutrefiender dus „Geometerverzeichnis“ nennt.')
sy
Dèsen
eeLAtR
sgeTer
un,
PASA
aEmI
GA
Diese Pyruaconas-Stelle, wie das ganze Geometerverzeichnis, ist. richtig
zu verstehen allein aus dem Zweck des Evxum-Kommentars und aus der
Philosophie des Proxius heraus.
Es ist deshalb nötie, auf beide einen
Blick zu werfen.
Ohne
auf Einzelheiten
einzugehen,
will ich
zuerst einige Stellen
anführen, in denen an hervorragenden Punkten des Werkes Proxuvs sein
Programm wit gar nicht miBzuverstehender Deutlichkeit entwickelt.
Am
Schluß von Prologus Il (84, 8--15), heißt es: „Indem ich mit der Einzeluntersuchung beginne, warue ich meine Leser, das bei
mir zu suchen,
wovon meine Vorgiinger so viel Wesens machen: Einzelannahmen, Einzelfille
und
derartiges.
selten berühren.
Übersättigt hiervon werde ich dergleichen nur
Das aber, was theoretischen Gehalt hat und in Beziehung
es,
te
a
poet
sxilneE,Si
RDSn
ii
Vor dem Übergang zum ersten Lehrsatz (200, 10—18): „Ich wende mich
Ich
gebe wieder, was die
Alten Vollendetes darüber geschrieben haben, indem ich uferlose Wortfülle kürze.
voll
ist,
das
Was technisch ausgezeichnet und erkenntnistheoretisch wertüberliefere
arbeitung Wert lege als
ich, weil
ich
mehr auf mustergültige Durchauf Mannigfaltigkeit der Fälle und Annahmen,
durch die Neulinge sich gerade am meisten angezogen fühlen.“
worte des ganzen Werkes (432, 11—19):
Schluß-
„Wenn andere Aufgaben mich
ablenken sollten, so fordere ich die Freunde dieser Studien auf, nach
Klarbeit
welche
stiften nichts
bisher umlaufen,
zu strebeu.
Denn
die Kommentare,
als Verwirrung,
weil
sie weder
als das intelligible Unteilbare stehen (3, 14—4,8). Zu diesen Mitteldingen
«ehören die mathematischen Gebilde; deshalb nimmt das mathematische
Erkennen eine Mittelstellung zwischen dem sinnlichen und dem ideellen
Erkennen ein (peodıng tar padnuerixów). Die Mathematik ist nicht
selbst höchste Erkenntnis (modry éxeorjpy), aber sie kommt der höchsten
Erkenntnis am nächsten; sie geht nicht auf das absolute Voraussetzungslose, aber auf die in der Eigenart der Seele liegenden Bedingungen und
dadurch auf die Gründe des Mannigfaltigen und der Erscheinungswelt
Denn die Praroxische Philosophie stellte sich dieselbe Frage wie die
Kaxrische: Woher stammt die Genauigkeit und absolute Sicherheit
dupifera, dopéñsu, érékeyxtov) der mathematischen Wahrheiten
(12, 13—14)? Die Aniwort lautet zunächst so wie die Kaxrische: Die
Genanigkeit und Sicherheit der Mathematik wire unerklirbar, wenn die
mathematischen Wahrheiten aus der Wahrnehmung (aioÿrots) abgeleitet
wären, die Seele also aus den materiell vorhandenen Dreiecken und
Kreisen nachträglich in sich die Gestalt des Dreiecks und des Kreises
und ihre Gesetze ableiten müßte!) (12—14).
kenntnis unsicher (alo87013, Ööf«). Die Figur des Kreises, welche die
Sinnenwelt bietet, entbehrt der Genauigkeit, Sicherheit und Reinheit; auch
das Vorstellungsbild (6 ¿v puvracía xx40g) des Kreises ist nicht eines,
sondern aus Einheit und Mannigfaltigkeit gemischt, nicht reine Form,
Zurückführung auf das Ursichliche, noch dialektische Gliederung, noch
philosophische Theorie bringen.“
Es gibt nach Prorius drei Stufen des Erkennens, die Vernunfterkenntnis
(vonti) pya@oic), welche unvermittelt auf die reinen, einheitlichen, unteil1) Ep. Friepieix, S. 65
— 68.
paren, immateriellen Ideen gerichtet ist, die Meinung, Wahrnehmung QUES
ci69n01g), welche sich auf die sinnlichen, teilbaren, materiellen Dinge,
bezieht, und dazwischen die vermittelte Erkenntnis, das Denken (didvong
10710165), dessen Objekte höher als das materielle Teilbare, aber niedriger
Schmerzen geborenen Kinder der ewigen Ideen (13, 22 — 20). In der
Erscheinungswelt aber sind die Ideen an das Wesenlose, Nichtseiende
webunden, materiell, geteilt, voraussetzungsvoll, vergiinglich; ihre Erderselben Methode auch die folgenden Bücher auszulegen, dabei aber stets
nach Bedeutsamkeit und
25
Von hier an aber ist die Puaroxische Wendung eine andere als die
Kixrische, Nach Kawr liegen in der Seele Raum und Zeit als leere
Formen, als Möglichkeiten, die angewendet auf die Erscheinung überhaupt erst Erfahrung liefern; außerhalb der möglichen Erscheinungswelt
gibt es keine Erkenntnis. Nach Pravo aber liegen die Wesensvorbilder
(auoudelyuare nav ovolar, 13, 9) der mathematischen Gestalten und Gedanken als reine, immaterielle, unvergängliche, unteilbare, voraussetzungslose Ideen in der Seele vorgebildet; die Seele erzeugt selbst die mathematischen Gebilde als Projektionen (xoofolui, 13, 10) der in ihr vorhandenen Formen. Die reinen mathematischen Gebilde sind die in
zur Philosophie steht, das soll mein Kommentar vorzugsweise behandeln.“
zur Auslegung der Evenipischen Beweise
Die Geometrie des Pythagoras.
reat
EHEN
x
Teca ua
1) van Person, a. a. 0. $.35: „Non parvam igitur similitudinem inter Proc
sententiam et Kaxrianam doctrinam de spatii praenotionibus uostris deprehendimus“.
Página 6
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)sondern dargestellie Form; erst
der Kreis
im Denken ist
einer und
unteilbar und nicht auseinandergelegt (eig xual úxlodg zul aditoraros,
54, 5—13).
Die Mittleraufgabe der Mathematik ist es nun, die unreine, in der
Sinnenwelt anhebende Erkenntnis zur reinen Erkenntnis des Unvergiinglichen zu läutern und zu erleben.
Dadurch wird sie zur unentbehrlichen
Vorstufe der Philosophie: sie soll
in einem besonderen Falle der Seele
die Fesseln der Sinnenwelt abnelinen und damit überhaupt ihren Blick
für die Erkenntnis des Ganzen
4
Ù
Herxrien Voor.
24
reinigen (28, 3—T).
&rovoi
tno e
Stoff betreffen.“ Er wandelt in den ausgetretenen Pfaden der Praroxischen
Schule; aber gerade darum, weil seine Gedankenrichtung unfrei ist"), ist
ES=5 RGTotSHPiVaaidtOe
sie absolut zwingend für die Tendenz seines ganzen Werkes.
AHUR
rt
ai
ta
20
xai ris
„So gehört es sich, das Ziel der Mathematik auf
Diesen Ziele strebt die Mathematik zu, indem sie mit der Einzelerkenninis, die sich aus der Wahrnehmung, ja aus dem
tato
Le:
Vernunfterkenntnis und die Weisheit als Ganzes zu richten.“
menschlichen
meritRe SR
Bedürfnis ergibt (29, 4—13), zwar beginnt, aber nicht bei ihr stehen
bleibt.
Die mathematische Vorstellungskratt wird äußerlich angeregt. zur
Besinnung
auf
die
in
der
Seele
vorgebildeten
Formen
(&réumictg
18, 16-— 20); dann aber muß sie die Sinnenwelt, den Augenschein, welche
den Ausgang bildeten, abstreifen; sie muß von dem, was seinem Wesen
nach
später
und
zufällig
ist, aufsteigen
zu
dem, was
Folgende, wesentlich aber das Vorangehende ist.
matische
Erkenntnis eine
Stufenleiter
genetisch
dus
Su baut die mathe-
(35, 11—12)
von
der %ly zum
eidog, vom idtov, éxi pégoz zum xaSôlov, von «aiodnsıs, Ödke durch
divora zum voÿs; entsprechend dem
pythagoreischen Merkwort: oyúue
zei Baux (84, 17).1)
Mit
diesen Ausführungen
über das Wesen
der Mathematik
macht
Poxius keinen Anspruch auf Originalität (48, 1—5):
Ta pèr di) xorvi
xei ni múcav diatelvovia tiv padyuarixov Emorijuyv Ev toîs moostOnuevors Adyots tebedueta tH te IlAdrovı ovpxopevdpevor xai wage tov
&llor avaleydpevor tà 10068 Ti xugotouy xoaypatelay tiv Gvvrelvorra
vouure.
„Das, was sich allgemein auf die gesamte Mathematik bezieht,
habe ich in der Vorrede überschaut, indem ich mich an PLaro anschloB
und auch von anderen*) die Gedanken aufnahm, welche den vorliegenden
1) ,,FigureGeometrie ist Stufe-Erhebung."
2) Wem Proxurk anßer Prato und Prorin gefolgt ist, scheint nicht niher
untersucht zu sein.
Vas Pesca geht anf die Quellen von Prologus
1 nicht ein (außer
70 mit dem Hinweis auf Prorix L 33 fiir Puorius 21, 19—24) Nic. Festa bemerkt
in seiner Ausgabe vou Jaxsuients, De communi mathematica scientia (Leipzig 1891,
Pracfatio IX, 2—7): „Il tamen mihi persuasum est Jammricus librum hune et Proc.
in Evezmeu commentariorum purtem prologi priorem ex codem fonte manasse; fontem
autem ipsum, ut plerumque, ex Platonicis et Aristoteliis rivulis fuisse deductum.
de hoe alias.“
Sed
Er gibt im Indes unter Pxocuus zehn zum Teil recht ausgedehnte,
95
is"eènalti
uctypatixig to télos ¿lg voir Avansuzeır TPOGÍXEL xai Tir Oburasen
copla» (28, 10—11).
Die Geometrie des Pythagoras.
elencaESURFRdtYEAN
246FILS0
ÈlDa.T,sePye
EYE,
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DEfOSyTaDtiesEr
richmire
Crusae:
pe
EN,
SidReSTNER
tz
ecaCpeAMEIUE
Ver
p+miDseoPnESLTEiern
im
a
eDiAs
Proxzus wollte nicht die Elemente aus rein mathematischem Interesse
kommentieren; er wollte nicht geometrisch-historische Daten in möglichster
lteinheit und Vollständigkeit der Nachwelt überliefern; — diese Daten
lagen ja zu seiner Zeit vor aller Augen; er konnte nicht wissen, daB uns
späten Nachkommen sein Werk der Ersatz für die verschütteten Quellen
sein würde, und daß eine Zeile Evnexvs uns viel wertvoller sein würde
als zehn Seiten Pnroivs Was er wollte und nach seiner Art wollen
mußte, das war, seinen Zeitgenossen, ja seinen Studenten (den veagorperzis,
elorónevot, drovovreg) das Beste zu geben, was er hatte: die Mathematik
als Teil der Philosophie, die Analyse der Elemente als Einführung in die
Philosophie.) Auf diesen Standpunkt müssen wir uns stellen, wenn wir
ibn verstehen und ihm gerecht werden wollen.
Aus Proxius' philosophierender Stellung zur Mathematik erklären
sich auch manche Besonderheiten seines Urteils, die wir anders gar nicht
verstehen würden, so die unbillige Hochschätzung der verallgemeinerten
Lehrsätze gegenüber den besonderen.
250, 251 sagt er: „Wir sind zwar
dem alten Tuares Dank schuldig für die Entdeckung der Gleichheit der
Basiswinkel im gleichschenkligen Dreieck“; „höhere Bewunderung aber
gebührt den Neueren (gemeint ist Geminus), welche diesen Satz verallgemeinert und seine Gültigkeit für alle in sich gleichartigen Linien
(Onvropegys), d.h. auch für den Kreis und die zylindrische Spirale nachwewiesen haben.“ Die Ausdehnung des Quadratsatzes auf ähnliche Figuren
über den Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks schätzt er höher ein als
die Entdeckung des Quadratsatzes selbst (vgl. oben S. 21). Ja, für uns
sehr interessante Einzelsütze, wie die Entdeckung Hrnes*), daß die drei
Hilfslinien beim Evxispischen Beweise des Quadratsatzes sich in einem
Punkte schneiden, haben für ihn kein Interesse (429, 12—15); er übergeht sie, weil sie nieht Ausgang für weitere Verallgemeinerungen sind.
Wir urteilen in diesen Fällen anders. Wir haben vorzugsweise
historisches und daneben psychologisches Interesse. Deshalb schätzen wir
die Leistung des ersten Schrittes viel höher ein als die der folgenden.
Auf Proxıus’ philosophischer Stufenleiter aber steht am höchsten der
übereinstimmende Stellen an, die eich noch vermehren lassen.
Die versprochene
Untersuchung aber hat er nicht geführt.
1) Zeuxen, a. a. O. 3%, N. 787; vas Pesen, a. a. O. Kap. IV.
2) vas Pescu, a.a O. S. 55: „Mathematicen summam philosophiae studio utilitatem atferre censebat l'noczrs; ergo cam discipulos docebat“.
3) van Pescn, a. a. O. $. 45.
Página 7
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Heinzicn Voar.
allgemeinste Satz; denn ihm ist xadólov, xadolinds, xadodinategor die
Zauberformel, welche die Loslösung von #27 und «iodnoıs bedeutet.
Kongruenzsuiz
und
anlegung der
l’ythagoreer.
Entfernungsmessung des
Außerdem
27
Taaı.rs; 419, 15 Flüchenwerden ohne jeden Zweifel auf
Euvemus' Geschichte der Geometrie vier weitere Proxics-Stellen zurück$ 3.
weführt'): 157, 11 Halbierung des Kreises durch Tuarrs; 250, 20 Gleich-
Das Geometerverzeichnis.
heit der Basiswinkel
Treten
wir, so vorbereitet, an das
Geometerverzeichnis heran:
in
seinem Prologus 11 zählt ProzLus von Tuares bis zu dem letzten Vorläufer Evans, Pararros von Mende, 21 Geometer auf.
sagt
er nichts, als daß sie eben
Geometer waren.
Von den meisten
Er drückt dies in
mehreren ganz inhaltlosen Wendungen aus, wie „er beschäftigte sich mit
Geometrie“ (zweimal); „er erwarb sich Anerkennung durch geometrische
irRENTE
aRAUS
ten
im gleichschenkligen Dreieck von demselben; 283,
7—10 Lotfiillen des Öxormss; 305,3 Anlegen von Vielecken um einen
Punkt herum
zur Ausfüllung von
hervor: alle neun Stellen liefern Angaben über ganz bestimmie geometrische
50 %CH
a
Entdeckungen.
Dagegen kommt als Beglaubigung von theoretischen Spekulationen, woran Proxius doch reich ist, ja selbst von Definitionen, Evprucs’
Untersuchungen“ (sechsmal); „er vermehrte die Sätze“ (zweimal); „er
Geschichte der Geometrie nie vor.
erfand vieles“ (dreimal).
(125, 7) beruft sich
Bei
denen, über die er nicht so kurz hinweggeht, macht Proxuus
meist Bemerkungen über methodische Leistungen: Haften an der Wahrnehmung oder Loslösung davon, Verknüpfung mit philosophischer Erkenntnis
und
besonders
Verallgemeinerung
der
Sätze.
Dies
geschieht
vier Rechten durch die Pythagoreer.
Aus diesen neun Zitaten geht der Charakter von Evvem
s’ Werk deutlich
umMraRn
>. ict:
sondern
Für die Winkeldefinition des Eupenus
Proxics nicht auf die Geschichte der Geometrie,
auf ein anderes Werk desselben Verfassers xeoi yovias.
Die
ras
Knishestire
Pythagoreer werden im ganzen achtzehnmal erwiihnt: aber nur dreimal ist
die Quelle Euvexus, und zwar gerade die dreimal, in denen es sich um
bestimmte geometrische Entdeckungen handelt.
Die anderen 15 Stellen
zehnmal: bei Tuares, Prruacoras, Puaro, Leopamas, Arcuyras, Tararrer,
geben
Lros, Evpoxrs, Trevines. Punavrus.
mystische und metaphysische Spekulationen der Pvthagoreer — all dieses
Abfassung oder Verbesserung der
Elemente wird vier Geometern zugeschrieben (Hirroxrates, Leox, Tuxvmus, Hermorimus).
und
Die
Herkunft
des
am
meisten
behandelten
Fragen
der Geschichte
Wir
des Eunemus Geschichte der Geometrie nicht zu finden.
besitzen
ferner
wichtigsten
der griechischen
in Betracht. Proxuus hatte sie, darin herrscht jetzt volle Übereinstimmung,
noch
langen
Auszug
des
SiweLixics*)
aus
einen anderen von Evroxivs*) über die Würfelverdoppelung des Arcuyras.
Alles
bestätigt die
Vorstellung von
Proknus erhalten haben.
Als Quelle kommt zunächst des Evnemus Geschichte der Geometrie
zweifellos in Händen’); denn
einen
Evorm:s, betreffend die Quadratur der Möndchen des Hırrozrarzs, und
Geometerverzeichnisses ist eine der
Geometrie.
hundert Jahre später war sie in den
Händen von Sıwruikıvs und Evroxivs; er zitiert sie an vielen Stellen
seines Werkes mit Namenangabe, an anderen benutzt er sie ohne Namennennung.”)
war offenbar in
Genau gekennzeichnete Einzelenideckungen finden wir
nur dreimal: bei Pyraaconas, Hirroxnares und Eupoxus.
ohne Ausnahme Definitionen, begriffliche Teilungen, methodische,
Am Ende des Geometerverzeichnisses selbst weist der Satz
of pty ody tag loroplez draponıparres péyor tovtov xoodyovor thy Tic
émiotijuns tavıns teleioore „die Geschichtschreiber machen mit diesem
eine
Charakteristik
Exdijoouae
des Eunesvs
Werk, die wir
aus
Zum Überfluß liefert uns Srsrimiust) noch
der Darstellungsweise
dè ta bad tod Evdijuov
und
xara
des
deb
Stiles des Eupemus:
deyópeva dilya
tiva
apocridels sic Gaprvere» ano tig tov Evxieldov croryelov avauvioeos
dia tov brouvnuarınov toóxov tod Evômuov xare To Goyuïxov ¿dog Guvtouovs ¿xdepévov ths anoddosıs — „Ich werde das von Ecneuus Gesagte
wörtlich
mitteilen, jedoch
zur Verdeutlichung einige Hinweisungen auf
die Elemente des Evxuın hinzufügen, wegen der notizenhaften Art des
Euvemus, welcher nach alter Sitte nur kurze Angaben macht.“
(Puinarrvs von Mende, einem Schüler Praros) den Abschluß ihrer Darstellung“, wie von niemand bestritten wird, auf Evoxsus hin.
Proxius benutzt Evpremus’ Geschichte
der
(Geometrie
mit
1) van Pesca, a.2.0. 8. 77—79.
Quellen-
2) SIMPLICH in
ARISTUTEL(S physic.
libr. IV priores
comment. ed.
H. Driers,
angabe im ganzen fünfmal: 299,3 Entdeckung des Scheitelwinkelsatzes
Berolini 1882,
durch Tuanıs; 333, 6 Winkelantragung des Oxormxs; 379, 2 Entdeckung
Der Bericht des Sıurıicrvs über die Quadraturen des AXTIPH.S und des JJIPPOKRATEN,
der
Leipzig 1907.
Summe
der
Dreieckswinkel
durch
die
Pythagoreer;
352, 14—18
y. 54—69.
Vgl.
Neuerdivgs
leicht
zugänglich
Biblioth. Mathem. 8,, 1902,
Vgl. Hemenc, Philologus 43
1884), S. 345.
2) van Pescn, a.a. 0. S. 77—79.
3) In Hriperas Arcuuepes- Ausgabe III, 8. 98—103.
4) Diets, à. a. 0. S. 60; Revio, 2.2.0. $. 46.
durch
F. Rune,
7— 62, 342—349 und 4,, 1903,
13—18, 118—126.
1) Zusammenfassend und abschließend handelt hierüber van Pesen, a. a. O. Kap. III.
gemacht
Página 8
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hassnicn Vous.
Das Geometerverzeichnis des ProxLus enthält nun als wesentlichsten
Bestandteil methodische Räsonnements, welche dem Werke des Euprnvus
bestimmt fremd gewesen sind; andrerseits fehlt in ihm jede Erwähnung
von gewissen Problemen. welche Eupemus besprochen hat, und welche die
29
nehmung haften“’) Den entscheidenden Schritt der Loslósung von
praktischen Zwecken zur immateriellen und damit rein intellektuellen
Betrachtung tat Prruagoras; dadurch bahnte er der Geometrie als spekulativer
Wissenschaft den Weg. Proxivs charakterisiert die einzelnen Geometer nur
nach den Forischritten, die sic auf dieser Bahn gemacht haben, und ferner
Geometrie der zweiten Hälfte des 5.’ Jahrlıunderts beherrscht haben,
Wiirfelverdoppelung, Kreisquadratur, Dreiteilung des Winkels.
So hat die Streitfrage entstehen können: Hat für das Geomelerdr
der Elemente verdient gemacht haben.
rerzeielmis dem Droxies cin entsprechender Teil der Geschichte der Geometric
von Lunrses als Quelle rorgelegen? Hat er aus dieser direkten Quelle oder
zur
auch diejenigen, deren Entdeckungen zwar Fortschritte in der ihn interans einer abgeleitelen geschopft?
smerit sie als Vorgänger des Evxzin sich durch Abfassung oder Verbesserung
(UNI
Hatte Taxxery bestimint. behauptet'),
daB Proxnus seine Angaben nicht dem
Erpemus selbst, sondern
essierenden Verallgemeinerung sind, aber über die Elemente hinausgehen,
dem
die findet er mit bloßer Nennung des Namens ab, oder er übergeht sie
Genuxux (1. Jahrhundert v. Chr.) entnommen babe, so kommt van Pescn?),
der zuletzt diese Frage behandelt hat, nicht zu einer bestimmten Antad hanc quaestionem ad certum finem
perducendam
RG,aoe
PrEeTRisELSPES
patefaciam.
Nam equidem, quamquam magis me inclinatum esse confiteor ad illam
ex Eun:mo epitomen non ipsi ProcLo sed excerptatori alicui attribuendam,
tamen pro certo id statuere non ausim.“ Caxtox dagegen?) sieht das
über die Entwickelung der Geometrie nicht der Ort sein, in dem JLinzelleistungen aufgezählt werden dürfen, also aueh nicht der Ort für einen
Auszug aus der (ieschichte der Geometrie des Erpemus. ProkLus hat
offenbar nicht die Absicht, eine vollständige Übersicht über die Entwickelung der Methoden zu
mentars an geeigneter Stelle‘), aber im Geometerverzeichnis war für sie
kein Platz. Würfelverdoppelung, Kreisquadratur, Winkelteilung sind ungelöste Probleme, die Lüsungsversuche sind nicht exakt, die bloße Fragestellung ist für Prorivs keine methodische Leistuug. Die mechanischen
Lösungen müssen ihm als Rückfülle in die Empirie und methodisch ganz
“e.
verwerflich erscheñfen; Lösungen durch Kegelschnitte und andere höhere
Pt
Kurven
gabe der Mathematik in der Entwickelung der Erkenntnis und der hierauf
basierten Tendenz seines Evkiin-Kommentars kann für ihn ein Überblick
Die ihm nach Eunexrs wohlbekannten geometrischen Entdeckungen
von Tuaixs, Öxorinex, Hırrıas erwähnt er wohl im Verlaufe des Kom-
$i
tit
,
Mathematikerverzeichnis als von Evnewrs herrührend an.
Nach der in $ 2 dargelegten Auffassung des Prornus von der Aulganz.
DStIetsah
wort: „Haee fere sunt, quae de nostro loco observare velim, ut ita aliis
viam
Diejenigen Geometer, welche nur Einzeltatsachen entdeckt haben, und
von
mnaIruEeAt
sind
nicht elementar; also
dürfen wir uns gar nicht wundern,
diesen ihre Zeit aufs tiefste bewegenden Problemen im
Geometerverzeichnis keine Spur zu finden.
Bringt das Geomelerverzeichnis mithin gerade das. was Proxivs nach
seiner Denkweise und nach der Anlage seines Werkes interessieren mußte,
=
uy,
läßt er das weg,
kam, so wird die,
geben, aber bei seinem einseitigen Interesse
was nach diesen Tücksichten für ilm nicht in Betracht
andernfalls unverständliche,
Eigenart
des
Geometerverzcichnisses am besten durch die Annahme erklärt, daß Proxivs selbst der
für methodische Fortschritte stellt sich ihm ganz von selbst das geschicht-
ER,
liche Restimee unter das philosophische Leitmotiv (65, 1-3): ano aic®iGens ovy eig Aoytopoy zai dirò tovrov ¿xd vodv Y peráfacis yévorro Uv
Verfasser dieses Geometerverzeichnisses ist.
Seine Hauptgrundlage wird Eunemus' Geschichte der Geometrie gewesen sein; doch sind andere Quellen nicht ausgeschlossen, beruft er sich
eluórcos „Die natürliche Entwickelung geht von der Wahrnehmung zur
doch
Überlegung‘) und von dieser zur Vernunfterkenntnis.*
Praros; endlich kann manches Niederschlag von Meinungen sein, die,
So
sind
die
aus
dem
praktischen
Bedürfnis
hervorgegangenen
GERA
1) So ist rots uèr xaSolxorepor émifidov, rolg dè alc&rtixaregoy gemäß der
Denkweise des Proknus zu übersetzen. Wir dürfen hieriu eine Beziehung auf die
ENMriee
schen. Das ist auch die Auffassung T'axxenvs (0.2.0, 8.92. und dem entspricht
seine Übersetzung (a. a. O. S. 67:: „ses tentatives d'un caractere tantôt plus général,
tantôt plus restreint au concret. Dagegen ist die Übersetzung (Brerscunsipen,
a. a, 0, §. 28, 42; Canton, 8. a. 0. 13 8.136): „das eine machte er ullgemeiner, das
char
andere sinnlich faBbarer" zu verwerfen.
Messungen der Agvpter für Tuares der Anlaß zu geometrischen Beset
trachtungen
theAY
Tei
geworden: deshalb
nimmt
er
eine
Zwischenstellung
ein:
„Manches behandelte er allgemein, in anderem blieb er an der Wahr1) La geometrie grecque. chap, Y,
2) 2.0.0. S. 84.
8) a. a. O. 13, S. 257.
4) Zoyropos ist hier nicht alg „Berechnung“ aufzufassen; denn die Berechnung
haftet nach griechischer Auffassung ganz an dem „Besonderen“, den Gegenständen
der aisdncız und
führt nicht über sie hinaus.
Vgl. bierzu besonders 39, 20—40, 5.
Hier ist Zoy:opos im Sinne von didvor zu verstehen.
—
4a ,
selbst einmal auf Hirrias von Elis, ein andermal auf ein Werk
terzi
Les
eAiHRrlEaNSMHTEQeAkftTeRLsEuRE
Verwendung der Kongruenz zur praktischen Ausmessung der Entfernung (352, 16— 18)
2) Tnazes 167,11; 250, 20; 299,4; 852,15. — Uxoripes 283, 7; 383,6. — Hiprias
272,7; 856, 11.
Página 9
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hemxnicu Von.
so stehen in ihr die Einzelentdeckungen nur als Gelegenheitsbezeichnung
auf keine Quelle zurückführbar, als Schulüberlieferungen von Generation
zu
Generation
gelaufen
waren.
verzeichnis nur insoweit zu
Als
Auszug
aber
ist
das
von methodischen Fortschritten.
Geometerbetrachten, als bloße Namen und besonders
ist es, soweit Buvemus in Betracht kommt, nicht Auszug, sondern Jieflerton
Riisonnements des Geometerverzeichnisses hat im Evprunus bestimmt nichts
gestanden.
Ich
glaube
mit
dieser Erklärung
dem
Tatbestande
besser
gerecht zu werden als Taxxenv?): „Si Procius avait eu ces Livres (d’Erpit) entre les mains, il n’aurait point fait l'extrait que nous avons, et
il nous aurait fourni
en
temps
et lieu
beaucoup
plus
de
détails tirés
d'Evnèxe que nous n’en trouvons malheureusement chez lui“.
Geradezu als Ausnahmen sind die Angaben über geometrische Einzelleistungen bei drei Geometern des Verzeichnisses, bei Euvoxus, HirpoxrATES
Als rein sachliche geometrische Einzelleistungen bleiben dann allein die dem Hurroxrares und dem Pyrrnacoras
zugewiesenen Entdeckungen übrig
Beide aber werden in ganz eigenartiger Weise eingeführt 66, 4—8:
Namen von Verfassern längst verschollener Werke vorkommen; im übrigen
über die Angaben des Erbruex; von den methodischen Bemerkungen und
31
ren
ty ots “Imrozpdrys 6 Xiog 6 roy tod pyvléxey Tergayavıouor Edo,
zat Geddaoos 6 Kvonvuios Éyévovto aéol yewperolar éxigervtis. pros
; co 6 LITOXPATIS tev uvipovevouevov xui Grouyeïe Guvsyoawer. — „Nach
diesen machten sich in der Geometrie bemerkbar der als Entdecker der
Möndehenquadratur bekannte Hivpoxrates von Chios und Tueonores von
Kyrene. Denn Hirroxratrrs war der erste unter den Genannien, welcher
auch Elemente verfaBte.“ Man beachte: der Hauptgrund der Erwähnung
des Hırrornates liegt in der Abfassung von Elementen. Daß Hirroxrarrs
einer der erfindungsreichsten Köpfe war, daß er sich mit Erfolg an die
avañoyiars &ilus tosis tovcEetdyxey zul TA sreol THY topiv doyi,v Außdrra
schwierigsten Probleme seiner Zeit wagte, daB er die Wiirfelverdoppelung
auf die Konstruktion der zwei mittleren Proportionalen zurückführte, daß er
durch die Quadratur der Möndchen in genialer Weise die Kreisquadratur
mapa Iheravos sig ados moojyayer nai Teig dvulvosciv ta’ abrov
zu erzwingen suchte,
gonocuevos „er vermehrte zuerst die Zahl der als ‘allgemein’ bezeichneten
quadratur
Probleme und fügte zu den bekannten drei Proportionen drei neue hinzu;
Lesers, sondern, wie es die Art einer solchen partizipialen Apposition ist,
auch vermehrte cr die Kenntnis des auf den “Schnitt” Bezüglichen, welches
in Parenthese als Gedächtnishilfe, als Berufung auf eine bekannte Tatsache.
und Pyruasoras, anzusehen
Von Eupoxus beißt es (67, 3—8): weöreg
tay xaddlov xalovpévov Dempnudrwv to idos blow zul Teig reiely
bei
Piaro
seinen Anfang genommen
analytischen Methode bediente“.
gegebene Zusammenfassung der
Weise:
ebenso
Die
hatte, indem er sich hierbei der
in
meiner Übersetzung wieder-
Satzteile rechtfertige
wie im letzten Teil
der
Periode die
davon sagt Proxivs kein Wort.
selbst erwähnt er, aber wie!
Die Möndchen-
Nicht als eine Belehrung des
65, 15— 21: ¿xi dé tovroıs Ivdayóous tiv xepi uùriv quriocogpiav
tis ogxiua aadelas Elevtioov petéstycev, Üvadev TU; apyag abrig émtfolgende
OxoxovpEevos xal ávlos zul voseds ta Deopiuara dispervauevos, Og di)
Beschäftigung mit
zei tiv tay addyay (alii dvaléyor) Tpayuerelav xai tiv TÜV xoguixòv
ich
auf
analytischen
Griudtov Gvetacw Gvedper. — „Nach diesen verwandelte Pyruaconas die
Erfindung dreier neuer Proportionen eine
Untersuchung geometrischer Fragen in eine freie (d.h. von praktischen
Verallgemeinerung des Proportionsbegriffs und also selbst ein Beispiel für
Zielen losgelöste) Wissenschaft, indem er deduktiv die ersten Gründe erdie Vermehrung der allgemeinen Theoreme“)
forschte
dem
‘Schnitt’*) nur die
Methode
ist,
ebenso ist
(Gelegenheit zur Anwendung der
die
Faßt man die Stelle so,
und
die
Lehrsätze
immateriell
und
intellektuell
untersuchte.
Derselbe hat bekanntlich auch die Handhabung des Irrationalen (andere
1) 2.0.0. S. 75.
2) Nach Brerscuxemer (a. a. O. S. 167, 168) und Cantor (a. a. O. 1%, S. 240—241)
die stetige Teilung; nach Taxseny (a. a. O. S, 68,3; 76—78) Schmitt des Kegels oder
Lesart: der Proportionen) und die Zusammensetzung (Konstruktion?) der
kosmischen Figuren entdeckt.“
Der Hauptsatz
Zylinders.
3) Cantor (a. a, (0, 13, S, 238): ,,Eunoxus ... war der erste, welcher die Menge der
Lehrsätze überhaupt vermehrte. Ich kann dies nicht für eine sinnentsprechende Übersetzung ansehen. Tasseny ja.a O. 5.96): ,, Lu théorie des proportions, conçue généralement
et comme applicable a l'Arithmetique et à la Musique aussi
bien qu'à la Geometrie
. c’est saus doute par la qu'il faut expliquer l'expression de théorèmes généraux
enthält
das methodische Räsonnement.
Was für
Quellen Proxzus hierfür gebabt haben mag, ob er sein eigenes Urteil, ob
er Schulüberlieferung gibt, wage ich nicht zu entscheiden.
Auf zweierlei
aber möchte ich hinweisen, erstens, daß bestimmt nicht an Eubemus zu
denken ist, zweitens, daß
in Jaxsuichus?)
(gest. um 333 n. Chr.)
das
Ich glaube mit Taxsery, daß in dem xa9ólor in der Tat Bezug genommen
Wesen der Geometrie des Prruanoras ganz ebenso geschildert wird: „Er
wird auf die durch Evpoxvs vollzogene Verallgemeinerung der Proportionslehre; aber
betrieb die Geometrie philosophisch“; „als Schönstes in ihr begegnet uns
(xadédov)".
ich
glaube nicht,
daß es sich
Musik und Geometrie bezieht
auf die Ausdehnung der Theoreme auf Arithmetik,
Dem widerspricht der Gebrauch des Wortes xaSólov
als eines terminus technicus innerhall der Geometrie.
1) De communt mathematica scientia, herausgeg. von Nic. Festa, Leipzig 1891,
XXXII, XXXIII (S. 67— 68, 70).
Página 10
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hrixmen Vour.
das erhabene (UmyAdrorv) Wesen, welches zu den ersten Gründen hinaufführt (dm) ta moore aïria dvayduevor), der Theorie wegen die Forschung
betreibt und nach dem rein Seienden greift.“ Besonders heißt es wörtlich
wie bei Proxius: IrBa;doas thy zepi tà pudruata pilocoglur eis oyîjpu
xart)elag ¿levbégor perédry Ger.
Der Nehensat: aber og di)... dvsügev bringt, genan wie das Partizipium
bei Hirroxrares, die tatsiichlichen Angaben in Parenthese als etwas von der
theoretischen Detrachtung vollständig Losgelöstes, nicht als Belchrung, sondern
als Berufung auf ein populäres Wissen, über welches allgemeine Uberein-
Leistungen setzen unbedingt Kenntnis und Handhabung des Quadratsatzes
32
PATaATrELItOos
RR
An
voraus.
Läßt diese Stelle keine andere Lesung oder Deutung zu, so steht
sie in
umbeilbarem Widerspruche zum
Ein solcher Widerspruch aber wäre unerträglich
Er wäre erstens
so dentlich, daß ProxLrs ihn notwendig gemerkt haben müßte.
Zweitens
handelt es sich nicht um zwei Aussagen anderer, denen Paoxivs indifferent
segenüberstehen könnte, sondern er bringt in beiden Stellen seine ganz
persönliche Ausieht zum Ausdruck, S. 426 zweifelt er persönlich die Über-
Diese Art, wie die einzigen isolierten Einzelentdeckungen nicht im
Mir scheint aber, die Entdeckung des Irrationalen
eigentlichen darstellenden Text, sondern nebenbei gegeben werden, so daß
ihre populäre Verbreitung als Mittel zur Kennzeichnung der Persönlichkeit
dient, bestätigt meine Auffassung von der Tendenz des Geometerverzeichnisses und erhält umgekehrt von dieser Tendenz her ihre Beleuchtung.
Die Fremdartigkeit beider Stellen legt den Gedanken nahe, daß sie
erläuternde Zutaten eines Uberarbeiters oder Abschreibers sein künnten.
Auf sie dürfte die Bemerkung von HwisEnc bezüglich Frizpteiss ProkirsAusgabe!) passen: „für den Text im einzelnen ist aber vieles aus Handschriften und durch Konjekturalkritik nachzutragen“. Vergleichung der
Handschriften ist mir nicht möglich. Der Verpflichtung, die Prrnacoras-
Stelle auf ihren inneren Wert und ihre Glaubwürdigkeit kritisch zu prüfen,
würden wir auch dann nicht überhoben sein, wenn sie nicht von Prokirs
selbst geschrieben sein sollte.
Entdeckung des Irrationalen.
struktion
Konstruktion der regel-
Nach der von Friepiers in den Text aufgenommenen Lesart &26ywv und
der üblichen Übersetzung hat Prruaconas „die Handhabung (Theorie) des Irrationalen und die Konstraktion der kosmischen (regelmäßigen) Körper entdeckt“.
Zunächst ist bemerkenswert, daß an dieser Stelle,‘ welche auf bekannte,
für Pyrnaconas charakteristische Entdeckungen Bezug nimmt, die Aussage fehlt, die man, wenn die allgemeine Ansicht richtig ist, als erste
erwarten sollte: Auffindung und Beweis des Quadratsatzes durch Prruagonas
Dieses Schweigen, ganz unverständlich, wenn Proxicvs dem Prraasoras diesen
populärsten aller Lehrsätze zuschriebe, ist eine höchst bedeutsame Bestätigung
meiner in $ 1 dargelegien Auffassung von Prexurs’ Kommentar zu Evxum I, 47.
Dagegen vertragen sich die Entdeckung des Irrationalen und die
Konstruktion der regelmäßigen Körper mit ihr in keiner Weise. Beide
der regelmäßigen
Körper
durch Pyrnaconas
und
die
steht in
Konebenso
unheilbarem Widerspruche mit allem, was Proxnes selbst und was andere
aersd
q
gute
Quellen
uns
über
die
Entwickelung
der
ältesten
griechischen
fieometrie lehren.
Àsa
i+>v3Ee?aP
Nach Proxius hat Tuarn:s (um 640— 548) den Lehrsatz von der
ee
po
LiSyateETs)Le
y]
iTta
Rohe
Fmp+yeS1q2
iTnEsaN
e
mäßigen Körper.
1) Philologus 48, S. 827.
Kommentar über den Quadratlieferung an, 8. 65 beruft er persönlich sich auf die Überlieferung.
stimmung herrscht.
§ 4.
33
AE
FE
(ileichheit der Scheitelwinkel (299, 3—4), die Gleichheit der Basiswinkel
im
gleichschenkligen
Kreises durch
Dreieck
(250, 20—251, 2),
die
Halhierung des
den Durchmesser (157, 10—11), die Kongruenz zweier
Dreiecke aus Übereinstimmung einer Seite und der anliegenden Winkel
(352, 14—16)
entdeckt
und
die Kongruenzansehuuung
praktisch
zur
Bestimmung des Abstandes von Fahrzengen auf See benutzt (352, 16— 18).
Öxoripex, den das
Verzeichnis als wenig jüngeren Zeilgenussen
des
Axaxacoras nennt, hat zuerst die Aufgabe gelöst (283, 7—101, von einem
Puukte auf eine Gerade das Lot zu fällen, und zwar als Hilfsaufgabe zu
astronomischen
Zwecken:
er
hat
ferner die
Konstruktion
der Winkelantragung geleistet (333, 5—6). Für alle diese Angaben ist Ervemus
als Quelle entweder genannt oder unzweideutig gekennzeichnet.
Da
Anaxaconas um 500 geboren und 428 gestorben ist. dürfen wir die (iehurt des Oxormrs
470—450.
etwa
490 ansetzen, also seine Blütezeit frühestens
Mag nun das Ansehen, welches Öxormrs sich als Geometer
erworben hat, mit diesen beiden Konstruktionen zusammenhängen oder
nieht”), mögen wir diese Konstruktionen selbstverstiindlich so verstehen,
daß Öxorimes sie nicht überhaupt zuerst, sondern als erster mit strenger
Beschränkung auf Lineal und Zirkel gelöst hat?), sc geht doch aus den
wohlbezeugten und unbezweifelbaren Angaben des J'aoxirs so viel mit
Sicherheit bervor, daß um 470 noch so einfache Erfindungen zu machen
waren, also wie Brerscuxemin*) sagt, „die Geometrie noch immer in
1) Canton, a. a. 0. 15, S. 191; vgl. unten $. 42.
2) Brerscuxripen, a. a. O. S, 65
Bibliotheca Mathematica,
111, Folge.
8, à. a. 0.5 65
Página 11
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Beiseren Vonr.
AaeS,aoh
den ersten Stadien der Entwickelung war“, und „noch nicht weit aus:
“ebildet sein konnte“.
Zwischen Tuares
570— 500); mögen
und
Oxormes | steht
seine Anhiinger
ihn
zeitlich
schon
Pvrrauonas
früh
(etwa
für einen Gottbegnadeten und Wundertäter gehalten haben, wir können nicht anders
als ihn in eine Entwickelungsreihe mit seinen Vorgüngern und Nachfulgern stellen. Auch durch die angebliche Geheimhaltung seiner geometrischen Entdeckungen innerhalb seiner Schule dürfen wir ihu nicht
der historischen Reihe entrücken, denn diese Gieheimhaltung ist eine
späte Erfindung.)
Für Caxron*) und Tannery sind die primitiven Konstruktionen des Üxomwes eine große Verlegenheit.
Tannery’)
die
Abfassung
der
Wegen Oxorines schiebt
altpythagoreischen „Tradition
touchant
Die Gcometrie des Pythagoras.
35
daß von regelmäßigen Figuren allein sechs Dreiecke, vier Quadrate, drei
npidt=aora
Sechsecke sich um einen Punkt herum so zusammenschieben lassen, dub sie
Ffisn"
Flächenanlegung im weitesten Sinne (zegußoAr, brepßoir;. EL 2erpig; Proxies
an
ssi
rsrer
iaAFY
vier Rechte ausfüllen (Proxies 301, 305).
Einer ganz anderen
419, 420) au.
Gedankenreihe aber gehört
die pythagorcische
Flüchenmessungen, Flachenvergleichungen und Verwandlungen werden gewiB schon im Anfang der griechischen Geometrie gestanden haben, da ja die ersten griechischen Geometer, was gut bezeugt
und
von
niemand
bestritten
wird, ihre Anregung durch die praktische
Meßkunst der Ägypter erhalten haben.
Aber von den einfachen Flüchenvergleichungen und Antragungen bis zur
allgemeinen Flächenanlegung,
welche mit der Lösung der quadratischen Gleichung gleichwertig ist und
lyrnacorr“, des ältesten ,cadre des élémens“, bis in die Mitte des 5. Jahrdie stetige Teilung unter sich begreift, ist ein sehr weiter Wer.
hunderts, aber frotz Ösormes glaubt er an weitreichende geometrische
die Flüchenanlegung durch ProxLrs-Eupemus ganz allgemein den Prtha-
Entdeckungen des Prrnacuras, von denen der Quadratsatz eine der zeitigeren und geringeren sein soll. Auch Brerscuxemer begeht mit den
zwischen Tuar:s und Osorves lebten und die Winkelsumme des Dreiecks
oben wiedergegebenen Urteilen eine starke Inkonsequenz.
$. Guxruer")
Wird
goreern zugeschrieben, so können wir den iilteren unter ihnen, welche
und der Polygone feststeliten, im Sime einer historischen Entwickeluny
behandelt die Entdeckung des „Hekatombensatzes“ durch Pyrnacouas als
nur die Elemente
ganz gesicherte Tatsache und spricht von Oxormrs, „auf den die Leyende
spätere gelvistet haben.
einige der elementarsten Konstruktionen zurückführt“. Das ist konsequent;
aber die Konsequenz ist durch eine nicht zu rechtfertigende Verkehrung
soll, wenn die übliche Auffassung der Stelle des Geumecterrerzeichnisses recht
In
dieser Entdeckungen
die Zeit nun
zutrauen; den Abschluß
müssen
der ältesten Pythagoreer, ja des Pyrnaveras selbst,
des Wertes der Quellen erkuuft.*)
Auch die Entdeckungen, welche nicht dem Prrzagonas selbst, sondern
hat, auch die Entdeckung des Irrationalen fallen.
Das Vorhandensein von
Strecken,
mebbar
den Pythagoreern im allgemeinen zugeschrieben werden, müssen wir,
wenn wir verstehen, nicht Wunder glauben wollen, erstens in die allgemeine
Messen
Entwickelung der Geometrie einreihen und zweitens in sich vom Einfacheren zum Verwickelteren ansteigend denken. Unter diesen Gesichtssolcher Strecken ist auch durch die Vorstellung absolut unfaßbar; auch
punkten fügt sich der Satz von der Winkelsumme im Dreieck (Proxnus 379)
erst uls das Denken ein beherrschendes Übergewicht über das Anschauen
gut zwischen die Entdeckungen des Tuares und Öxorines ein; an die
gewonnen hatte, war diese großartige Abstraktion möglich.
Ausdehnung dieses Satzes auf Polygone und an den Satz des Tnaixs über
genug
die Scheitelwinkel schließt sich ebenso natürlich der pythagoreische Satz,
tatsache,
i
mn
1) Erwin Roum, Kleine Schriften 1, 108— 112. — ZeLuen, n. n, 0,19, S, 829-831,
111,9, S. 81, 1; 112. Zetex widerlegt (1*, S. 880, 2) unrettbar die Deutung, welche
Tannery, Jaumacius, De vite Pri, S. 89 gegeben hat. Damit fallen die „weiteren
Kombinationen“ nus der ticheimichre, also auch „La tradition touchant Prruasone“.
der
welche
priuzipiell
durch
nicht festzustellen; denn
unmeBbaren
Strecken
ist
kein
Maß
sind,
ist
durch
das Messen sowohl der meßbaren wie
gleichermaßen
ungenau.
Die
Existenz
der geschulte Geist sträubt sich stets aufs neue gegen dieses Zugestiindpis:
damit; nicht die Auffindung des
etwa
Pyrnacoxas
der
Diagonale
zuschreiben,
des
sondern
rv
tay
Handhabung oder Theorie des Irrationalen“
Idee des Irrationalen
in
Irrationalen
Quadrats,
soll
didpor
als
Aber nicht
einer Einzelunsere
Stelle
dem
spappuretev
clic
Also Pytnacoras müßte die
das Gedankensystem
eingetügt, sie
theoretisch
durchgearbeitet, ihre Konsequenzen verfolgt und sie praktisch verwertet
Dagegen spricht auch Puokius (66, 7—8) moûros yee O “Ixmoxedtys tor uynuorevhaben.
outro» xal orotysia ovrereuver.
dem Pythagoreer und Lehrer Praros, Turarrer, dem Altersgenossen Pıars,
2) a. a. O. 15, S. 190—191.
3) a. a. 0.5. 86, 105.
4) Handbuch der klassischen Altertumswissenschaft 6:1, Nördlingen 1888, S. 29, 80.
5) Suren, Geschichte der mathematischen Wissenschaften 1°, Zürich 1873, S. 26
sucht sich dadurch zu helfen, dali er „entweder die Angaben des Eupenus als unrichtig
betrachtet oder die Lebenszeit dee Uxoripes viel weiter hinaufriickt“.
Das alles sind Leistungen, welche die sichere Ül.rlieferung Turonores,
und Euvoxus, dem Schiller Praros, zuschreibt; — sie stehen am Ende einer
Entwickelung, welche von Prruacoras an gerechnet über hundert Jahre umfaßt!
Zu einer Zeit, als man noch nicht gelernt hatte, exakt einen Winkel
anzutragen und ein Lot zu fällen, soll Prrzacoras ferner die Krone aller
Página 12
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hxixricu Voar.
Zahlenlehre schon so fest und so umfangreich geworden, daß die Entelementaren Konstruktionen, die Konstruktim der regelmäßigen Polyeder
geleistet haben! Außer allen elementaren Konstruktionen würde dies die
exakte Konstruktion des regelmüßigen Fünfecks, also die stetige Teilung,
d. h. die allgemeine Flächenanlegung und Konstruktion der quadratischen
deckung des Irrationalen ihr nichts mehr anlıaben konnte. Aber zur Zeit
ihres Entstehens hätte die Lehre von den Zahlenverhiiltnissen das Irrationale schwerlich ertragen können. Und ganz unglaublich ist es, daß der
Begründer der Schule und des Zahlenkultes, daß Pyrnacenas selbst These
und Antithese nebeneinander aufgestellt haben soll“ — „In dem halben
(Gleichung voraussetzen!
Das alles glaube, wer kann! Dem Proxius aber, welcher zwar kein
schöpferischer Geometer, aber doch ein in geometrischen Dingen urteilsfühiger Kopf war und verstand,
was er schrieb, können wir nicht zutrauen, daß er so krasse Widersprüche, solche Zickzackspriinge der Geometrie, die bald eine wunderbare Findigkeit, bald eine wunderbare VergeBlichkeit voraussetzen und jedem Entwickelungsgedanken hohnsprechen,
nicht
bemerkt
haben
sollte.
Deshalb
müssen
wir,
zunächst um
der
inneren Übereinstimmung der verschiedenen ProxLus-Stellen willen, mit
Zweifeln und Verbesserungsvorschlägen an dieser Stelle ansetzen, welche
durch keinen Zusammenhang, durch keine Quellenangabe gesichert ist.
Entdeckung des Irrationalen, Konstruktion der regelmäßigen Körper
durch Pyruasoras sind aber auch unverträglich mit allem, was wir aus
Spen
PeSAe,tEdears
Na)
Aà
è,
StaàLISlEVnSEi
i
x
fj
anderen Quellen über die Entwickelung der griechischen Geometrie wissen.
Indem Jrxex alle direkten Berichte über die Entwickelung der Lehre
vom Irrationalen im 5. Jahrhundert heranzieht, stellt er fest!):
die
Annuhme, daß schon
,, Durch
Pyrnagoras die Theorie des Irrationalen
begründet hat, wird die Entwickelung dieser Theorie auf unnatürliche Art
auseinandergezerrt.
Das Bild wird einfach, sowie man annimmt, daß das
Irrationale erst zur Zeit Turopors, also jedenfalls nach 450, entdeckt
ist.“ — „Alles ist Zahl’, das war der Fundamentalsatz der pythagoreischen
Philosophie.“
Die Lehre von der metaphysischen Allherrschaft der Zahlen
„muß schon einige Ausbildung und einiges Alter gehabt haben, als die
Gegenlehre vom Irrationalen auftauchte“.
Denn darin eben besteht: die Eutdeckung des Irrationalen, daß es Größen gibt, welche kein gemeinschaftliches Maß haben (@ovupergo:) und
&loyov, to údoyror).
sich nicht verhalten wie Zahlen (70
Wir Modernen haben uns gewöhnt, die Schärfe
Jahrtausend nach Pyruasoras’ Tode ist nicht die kleinste geometrische
Entdeckung von ihm mit einiger Sicherheit festzustellen.“ „In der nun
folgenden Zeit des Neupythagoreismus flossen, um mit ZerLer zu sprechen,
die Quellen über Prruacoras und seine Lehre reichlich. Aber nicht
einmal aus dieser Zeit ist mir außer der Proxiis-Stelle irgendeine Nachricht
bekannt, die die Entdeckung des Irrationalen Prraasoras zuschriebe.“ —
Erheblichen Zweifeln ist die angebliche Konstruktion der fünf regelmäßigen Körper durch Pyrrnagoras begegnet!) Haszer und Caxron
suchen wenigstens die Konstruktion des regelmäßigen Zwölfflüächners vou
Prruaconas auf seine Schüler zu verschieben’); erstens wegen der
Schwierigkeit, an die Ausführung der stetigen Teilung durch Pyrnaconas
selbst oder seine Zeitgenossen zu glauben, zweitens weil eine Überlieferung?) die Konstruktion des regelmäßigen Zwölfflächners dem Pytha-
Diese allgemeinere Untersuchung hat in vortrefflicher Weise G. Jrxcx geführt in seiner Schrift: Wann haben die Griechen dus Irrationale entdeckt?
37
ceDine
voreer Hiprasus zuschreibt, und endlich wegen der Zuordnung der regelmäßigen Körper zu den Elementen, der sie ihren Namen „kosmische
Körper“ verdanken.)
Die vier Elemente Erde, Wasser, Luft, Feuer wurden nach der bestimmten Angabe des Anisrorees”) zuerst durch Exprpories (geb. um
490) als die materiellen Prinzipien der Welt aufgestellt: also konnten die
regelmäßigen Körper von Pyruacoras wenigstens noch nicht als „kosmische“
erkannt und bezeichnet werden. Erst nach Exrrpox.es’ Auftreten konnte
diese Zuordnung geschehen, und auch nur dann, wenn die Elementenzahl
mit der Zahl der regelmäßigen Körper übereinstimmte, also beide die
Vierzahl hatten.
Folglich war der Zwölffächner zu der Zeit, als
ExrrvokLes mit der Elementenlehre auftrat, noch nicht entdeckt. Nachdem er dann entdeckt war, mußte man ihm, wenn man nicht den ganzen
Parallelismus von Elementen und Körpern aufgeben wollte, irgendeine
dieses Gegensatzes zu verdecken, indem wir den Zahlbegriff auch auf das
Irrationale ausdehnen
Für die Griechen aber ist das «Aoyor eben nicht
„Zahl“®); deshalb ist in griechischen: Sinne noch mehr als in unserem
die metaphysische Zahlenlehre unverträglich mit dem Irrationalen. Zur
Zeit der Entdeckung des Irrationalen „war also die ... pythagoreische
1) 2.2.0.8. 9, 10, 12, 80, 31.
2) Evecw, Elem. X, 6: ,,Kuminensurable Größen verbalten sich zueinander wie
X,7:,,Inkommensurable Größen verhalten sich nicht zueinander wie Zablen"
Zahlen“.
S. 50: „Dab man sie auch sämtlich
1) $. Güöxtuen, Geschichte der Mathematik,
nach strenger Vorschrift aufzubauen imstande gewesen sei, +) damit nicht gresagt
werden".
2) Hasker, 0.0.0. $. 95, Anm. 3; Caxton, a. a. 0.1%, $, 175.
3) Jawaucuvs, De vita Prrz., $. 88.
4\ Juxcr, a. a. O. $ 9.
5) ArisroreLes, Metaphysik 1, 4. Gegen das ganz bestimmte Zeugnis des
Musroreses fallen die Angaben von Virruy (De Architectura VII. pracf.) und anderen
zar nicht ins Gewicht (ZeLLer, n. a. O. 3”, S,
406— 408, 759).
Página 13
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Herxuicn Voar.
Bedeutung
für die
Konstitution
Die Geometric des Pythagoras.
der Welt
zuweisen.
Noch
i
P
ant ist i unausgeglichene Schwierigkeit zu erkenn
en. Prato
weist LP
die
Notwendigkeit
und
AusschlieBlichkeit
der
vier
rEbukLEISChen Elemente Feuer, Luft,
Wasser, Erde aus dem im Raume
geltenden Gesetz der zwei mittleren
Proportionalen und setzt zu
il
die vier schönsten Körper, Tetraeder, Oktueder, Ikosaeder
und Wast I. die
dureh ihre Begrenzungen bestimmt sind, in Beziehung h3-5> Ñ e
den
fiinften Kórper aber, das Dodekaeder, beruft er pai oa
metrische Einsicht, daß er der letzte Mögliche ist
von
Ei ' ih eri
sprechendes Element hat er nicht, sondern weist ihm due Au
ovens Evordcems mits méumens ext to nav 6 Beds abrij n y “ik
» ke a
éxeivo dtafoypug&r“ — „Da noch eine, die fiinfte Zusa
mm i lane fia
war, 50 benutzte Gott diese zum Umriß des Weltganzen si _
=
Fb; sehen
nn
È + hrs Angalen über die
ältere Geschichte der
enÙ mere po me
apa
mpern
ber
den
ee
Griechen
vom
vertragen
Irrationalen
und den
regelübliche
Geomderrerzeichnisses ‚ durch welche beide nid
De
Pe da
|
“ee
gewiesen werden.
$ 5.
Handhabung der Proportionen.
die
Zusammensetzung der regel
mäßigen Körper.
;
a
Hat ca Lesart addyay sich als
giinzlich unglaubwürdig erwiesen,
so
egt es nahe, die Lesart dvatsyav
, welche ebenfalls in den Hands
elı fe
vorkommt, auf ihre Brauchbarkeit zu prüfen.!)
Die Proportionslehre (rö dvéloyor,
i dvaloylu) war bei den Alt
an die Lehre von den Mittelwerten gekniipft.
2)
Diese Lehre ube
de
nicht allein auf dem Gebiete der Geometrie,
sondern auch in der Arith.
metik und Musik entwickelt; dementsprech
end unterschied man “dl i
metische, geometrische und harmonische Mittel
. Es wird nun du| h
bestimmte Zeugnisse dem Pyrmacoras und seine
n Schülern die Auf.
Erg dieser drei Mittelwerte
zugeschrieben; es wird ferner berich
tet.
aß die späteren Pythagoreer Hırrasıs
und AxcHyras und nach ¡loe
Ka
És
statt dldyor finde ich zuerst bei Fasnicius, Bibliotheca
ame iat ti eaei 5ape
ii 108 ist weiter bezeugt durch Avorst im Anhang II zu
seiner pars À
(1869 und 1876 res ‘Berlin 1826—1829, 8. 290). Zerzen in der 8. und 4. Auflage
rer pi dr und 294} hemerkt: „wo stati
so a i
=
I
&2670r wohl dvaldyar zu teiam
u E ne) fehlt diese Bemerkung.
ecorum
111,
Muacn, Fragmenta philo-
Varis 1881, S. 266 schreibt dvaddyor, Brass,
athematico, Bonn 1861, S. 5 &valoyiàv, wofür auch Juxce eintritt (S,
2) Hierfür und für da
moi Tita,
i È.
De Platone
48),
me
s Folgende vgl. Canton, a. a, O. 1°, 8. 165—166, 238— 240,
39
Eunoxus den Namen des dritten Mittelwertes geiindert haben, so daß jene
drei Bezeichnungen ihre jetzigen Bedeutungen erhielten. Prorwus selbst
erzählt (67), daß Euvoxus die vorhandenen drei Proportionen durch drei
neue vermehrte.
Werden so die Mesoteten und Proportionen direkt an Pyrnacoras
und seine Schule angeknüpft, so haben wir in dem teils bezeugten, teils
erschlieSbaren Entwickelungsgange der Elemente zwar indirekte, aber
durch ihre innere Übereinstimmung überzeugende Beweise dafür, daß die
Entstehung der Proportionslehre auf die ältesten Pythagoreer zurückgeht.
Nach Proxivs’ Bericht sind die Elemente vor Erin keineswegs
ein äußerlich abgeschlossenes, innerlich gefestigtes System gewesen.
Hırroxkares von Chios (um 450) schrieb zuerst Elemente; dann stellte
Lxox, Sehüler des Nuvxixmss, weleher selbst jünger als Prato gewesen
sein muß, die Elemente zusammen, „er bewies große Sorgsamkeit durch
lille und Brauchbarkeit des Gebotenen“. Als dritter ordnete Tununus
von Magnesia die Elemente „in lobenswerter Weise“; Henmotimus von
Kolophon schloß sich in der Vervollkommnung und Vermehrung der
Elemente an Evnoxus und Tuxarrer an. Endlich trat Evi auf (68):
b tà Grotyeta Gvvayuyor xai moilè uèv tòv Evddtov Gurrdias, xolà
dì ray Geamitov telewodueros, Fri dì ta palaxbtegor dexvipera toîs
iurgoodev sig dreléyrrovs dxodelfets dvayayav — „er stellte die Elemente
zusammen, ordnete viele Erfindungen des Evnoxvs ein und brachte viele
Giedanken des Tngarrer zum Abschluß; endlich führte er das von seinen
Vorgängern weniger scharf Bewiesene auf unwiderlegliche Beweise zurück“.
Zweimal werden als Buxims Vorläufer Tueserer und Evnoxrs
genannt; wir sind noch bestimmter dahin unterrichtet). daß das fünfte Buch
der Elemente, die Proportionslehre, auf Ervuxus, das zehnte, die Theorie des
Irrationalen, auf Turarrer zurückgeht.') So erkennen wir die Richtung,
in welcher die allmähliche Umgestaltung der Elemente erfolgte: es ist
die Bewältigung und Verarbeitung der neu erworbenen Ideen des Irrationalen und Inkommensurabeln, dieses „veritable scandale logique“*) Durch
diese Entdeckungen waren viele Beweise, die man bisher für zwingend
gehalten hatte, nicht mehr scharf. Dies gilt besonders für die Proportionslehre.
Die Vorstellung der Ähnlichkeit und der damit verknüpften Gleichheit der Streckenverhältnisse ist ganz fundamental und in der Anschauung
vorhanden”), solange das Inkommensurable ganz außerhalb des Gesichts1) Castor, a. a. O. 15 S, 236, 241, 275; Tanneny, a. a. O. 5. 96, 99 —102
2) Taxseny, u.a O $, 98.
8) Taxxeur, a. a. O. 5,92: „La notion de la similitude est incontestabloment une
des premières que l'homme ait acquise“.
Página 14
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Heinuich Voor.
kreises liegt. So dürfen wir mit Taxxenr') Ähnlichkeit und Proportionen
zu den ältesten Bestandteilen griechischer Geometrie rechnen und dürfen
die stetige Teilung enthalten. Ich habe bewiesen: es ¿st höchst unwahrscheinlich, daß Pnoxnus diese Leistungen dem Prrussoras zugetraut hat; es
annehmen, daß in den älteren Elementen die Proportionen sehr zeitig
ist gunz unmöglich, daß Prruacoxas sie ausgeführt hat.
40
eingeführt wurden, daß sie ein sehr weitgehendes Beweismittel waren,
und daß z. B. die Flächenlehre und der Satz vom Quadrat der Hypotenuse
Aennses
durch Ähnlichkeit begründet wurde.?)
>.
War dies so, gerade dann und nur dann ist es verständlich, daß die
Enideckung des Inkommensurabeln eine fundamentale Umgestaltung der
Elemente zur Folge hatte.
Die Proportions- und Almlichkeitslehre, ja
selbst die Flächenlehre samt dem Quadratsatz, war nun zum kulaxarzpor,
UEN
AS
nopfloe
ae
art,
erkannten Wahrheit
zu
erheben, muBten
entweder neue Beweise ohne
portionslehre umgestaltet werden.
Den ersten Weg schlug man fiir die
Flächenlehre ein: wenn der neue, auf Flächenvergleichung ohne Abnlichkeit gestützte Beweis des Quadratsatzes von Proxirs Evxiin zugeschrieben
wird, so dürfen wir vermuten, daß ein Verdienst Evxrins um die Verschärfung der Elemente gerade in der Neugestaltung der Flächenlehre
liegt.
Den anderen Teil der Arbeit hatten Evnoxus und Tuxaerer geleistet; an sie schloß Evsum sich an.
Idee
einer organischen Entwickelung
Pyrnaconas zerder griechischen Geometrie; wir erhalten das Bild einer verständlichen und durch die Quellen
beglaubigien Entwickdung, wenn das dvéloyor lange ror dem ükoyov entdeckt wurde.
Deshalb ist die Lesart rar dlóyov nicht nur als unmiiglich
zu beseitigen, sondern
ieE e
LrerTeiESc*Ok
RHaELt+eIrÀ,air:
dx
APOAteg!WilyaAteeD
teu ER
[Het
=
Die Annalıme der Entdeckung des &4oyov durch
störte jede
TetraAsLPEOS:
bat ei
tati
wir haben ausreichende positive Stülzen für ihren
Ersatz durch tüv dvaispav. —
ds;
par BEa
più:
1CheMuiySe,tete
arPesto
iy
"
gfSI,
pS
THY tay xoouixdy Hynuaraov overaciy avsügev hat man bisher stets
übersetzt „er erfand (fand) die Konstruktion der kosmischen (regelmäßigen)
Körper“ und gemäß der geometrisch-technischen Bedeutung des Wortes
„Konstruktion“
darin
die
Aussage
gesehen:
PnoxLus
schreibt
dem
Pyruacoras die exakte Konstruktion der möglichen regelmäßigen Körper
zu, etwa so, wie das 13. Buch
der Elemente sie lehrt; als Vorstufe
ist
darin selbstverständlicl: die Konstruktion des regelmäßigen Fünfecks und
griechischen Text
als in der üblichen Übersetzung; sie ist also vermeidbar.
Die Worte ovoraoız, cvorijonota: haben bei Proxivs wie hei Erin
mdiirlich meist die geometrisch-technische Bedeutung „Konstruktion,
konstruieren“, Zunächst aber haben sie einen allgemeineren Sinn, und
dieser ist bei ProkLus keineswegs vergessen. Das Substantivum ovorasız
kann einmal die Wirkung des Zusammensetzens bedeuten: das „Zusammenwesetzte in seiner Eigenart“, was wir wörtlich genau und im Sinne zuà©
émi péoos Derxrúperor geworden; um sie wieder zur dveléyxros, xatdlov
Benutzung der Ähnlichkeit gefunden werden, oder es mußte die Pro-
Tatsächlieh liegt diese Schwierigkeit weniger im
Al
treflend durch das lateinische Wort „Konstitution“ wiedergeben können,
7. B. ov6rasis xdopov. Zweitens bedeutet es die Tätigkeit des Zusammensetzens ganz allgemein, nicht nur in dem Sinne „geometrische Konstruktion“; ja für den engsten Sinn „Werstellung der Figur“ im weiteren
Rahmen einer geometrischen Aufgabe gilt gar nicht das Wort ovorucig,
sondern xaragxevy.')
Abgesehen von dem ganz allgemeinen Gebrauch (z.B.
ovoracis ris Exrıörijung 64,13) werden nebeneinander gestellt cverdoets, yeréoers, duupéoeis, Vécers, taoaPodal (56, S—10); ovor«szız, roual, Deben,
acoufolat, tootesets, apatgésers (18, 25—26); S. 423, 21—22 definiert
Prornus: TO piv ydo ws dx 10226v ovyxeotovpevor cvaracets Deira „das
aus einer Vielheit gewissermaßen Zusammengeschlagene bedarf der „Zusammensetzung“.
Die Verbindung r@r xocuxdr cyrudror everuors ist
eine feste; zweifellos bedeutet sie in den meisten Fällen die Konstruktion
der regelmäßigen Körper im Sinne von Buch XIII der Elemente*), und
sie ann auch an unserer Stelle diese Bedeutung haben. Aber sie muß
nicht diese Bedeutung haben — mehr will ich nicht beweisen —, und es
ist nicht nötig, daß Proxivs, wenn er von den geometrischen Leistungen
der Vorzeit spricht, den engsten, rein technischen Sinn vor Augen hat.
Ou!
Wir werden dem durch die Übersetzung gerecht werden, wenn wir das
Asche
Wort „Konstruktion“, welches für uns #: den technischen Sinn hat,
a
Ded
durch ein allgemeineres, etwa „Zusammensetzung“, ersetzen. Dieses Wort
hat auch den Vorzug, daß in ihm außer der Tätigkeit des ovorijou6fat
auch das Resultat „die Konstitution“ enthalten ist. Daß ich an dieser
Stelle dem allgemeinen Wort vor dem technischen Ausdruck den Vorzug
1) Taxxeny, 0.0.0 8.97.
Ich kann Taxneuvs absoluter Datierung der pythagoreischen Entdeckungen nicht zustimmen; aber diese relative Anordnung halte ich
für in sich wohl begründet.
Ebenso Hemena, Philologus 43, $. 383.
2) Taxxexy, 2.2.0. $. 105.
Ebenso Zeurnes, Geschichte der Mathematik im Altertum und Mittelalter, Kopenhawen 1896, S. 50, und Zeurnen, Théorème de PYTHAGURE,
origine de la géométrie scientifique.
vehe, muß natürlich durch sachliche Gründe gerechtfertigt werden.
Nach unserem Wissen von der älteren griechischen Geometrie müssen
wir für ihre Operationen vielmehr das allgemeine Wort „Zusammensetzung“ als „Konstruktion“ im engeren Sinne gebrauchen.
Es unter-
Il. Congrès international de philosophic,
Genève 1904; Comptes rendus du cougrès $. 834, 849, 853-854.
1) Die Definition ProxLus 208.
2) So Proxivs 68, 28— 24 und 70, 26.
Página 15
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Hermnicn Voor.
zusammenstoBenden Quadraten des Würfels vorlag, auch mit weuiger als
liegt keinem Zweifel, daß die prinzipielle Beschränkung auf den Gebrauch
von Lineal und Zirkel für geometrische Konstruktionen sich sehr allmählich, etwa im Zeitraum von 500 bis 400 vollzogen hat. Die Bestimmung der Schifisentfernung durch Tuanx:s!) operiert mit Herstellung
von Geraden, rechten Winkeln, Halbieren einer Strecke im Terrain; gewiß
sind diese Operationen in indisch-ägyptischer Weise mit Ililfe von Seilen
sechs Dreiecken und drei Sechsecken zu versuchen.
Hırrorkarzs benutzte für die Herstellung der Möndchen. welche kleiner als ein Halbkreis sind, die Methode,
welche Zevrues „Einschiebung“ nennt. Zeuruex versteht darunter „die
Konstruktion einer Strecke, deren Eudpunkte auf gegebenen Linien liegen,
und die selbst oder in ihrer Verlängerung durch einen gegebenen Punkt
geht“.
Diese Konstruktion lüßt sich durch gleichzeitige Drehung und
abstrahierte Idee des regelmäßigen Körpers entdeckte man durch mechanisches Zusammenfügen das regelmäßige Tetraeder, Oktaeder, Ikosaeder.
MESE
CACOITIGRE
Jener
systeauch,
wie Proxuvs
um einen
Punkt
“Lisutnd naRnSo
PsLSA¿e
mäßige Siebeneck, Neuneck usw., welche sie auch untersucht haben mußten,
herum
in
der Ebene zusammenfügen lassen.
Um
diese Erkenntnis zu
die Pythagorecr das regelmäßige Finfeck nicht geometrisch konstruieren zu können‘): haben sie doch ganz bestimmt das regelnoch lange in Gebrauch gewesen?)
«icdyors, die
aber
gewinnen, brauchten
um ‚jenen
und
schloß
ecke, Siebenecke usw. sich überbaupt nicht lückenlos
probiert.
Erst Piaro scheint, entsprechend
pythagoreische Winkelsatz
berichtet, die Erkenntnis ein, daß andere regelmäßige Vielecke, also lünf-
Schiebung eines Lineals mechanisch leicht ausführen und ist praktisch
seiner Trennung der Geometrie von Technik
Es ergab sich, daB drei,
vier, fünf Dreiecke eine Ecke bilden; und geleitet durch die vom Würfel
x
und Visierstangen ausgeführt worden.
43
auch
Satz allgemein
auszusprechen,
nicht
konstraiert, sondern
aus-
Kamen sic weiter auf den nunmehr nicht fern Tiegenden Gedanken,
diese
regelmäßigen
Vielccke
zu
einer
Ecke
zusammenzufügen,
so
matische Einschränkung der Konstruktionswerkzeuge auf Lineal und Zirkel
gelangten sie zum regelmäßigen Dodckaeder (Hirrasvs) und zugleich zur Eingefordert zu haben.)
sicht, daß mit den gewonnenen fünf Körpern die Reihe der regelmäßigen
Als seinen Vorgänger in dieser Beschränkung dürfen
wir Ösorpes ansehen.) So wird auch das Lob verständlich, welches
nach Proxivs (66) Pıaro dem Osormes gespendet hat: es galt nicht der
hörper abgeschlossen ist?)
Leistung, sondern der Reinhaltung der Methode.
Körper
Hat Proxivs nun in diesem Sinne Pyruaconas die Kenntnis und
Daß selbst zu Piaros Zeit die Zusammensetzung der regelmäßigen
noch
nicht
eine Konstruktion
Elemente war, können
im
Sinne
des
13. Buches der
wir aus der Darstellung des Tyre,
53 —55
Herstellung der fünf regelmäßigen Körper zugeschrieben, so hat er zwar
deutlich erkennen. Abgeselen vom Dodekaeder, welches als letzter möglicher
geirrt, denn
regelmäßiger Körper nur erwähnf wird, begnügt sich Piaro für die vier
wegen
der Zuordnung der Körper zu den vier Elementen
können bis auf die Zeit des Eurepoxies nur vier regelmüßige Körper
bekannt gewesen sein: aber er befindet sich nicht mehr im Widerspruch
mit sich selbst.
Vielmehr ergibt sich jetzt aus allen einschlägigen Proki.us-
Stellen zusammen mit anderen Berichten ein durchaus verständliches Bild
für die Entwickelung der Kenntnis von den
fünf regelmäßigen Körpern.
Die Grundvorstellung und den Begriff des regelmäßigen Körpers hat,
ohne daß wir andere Körper zu Hilfe zu nehmen brauchten, der Würfel
geliefert.
Hatten
die Psthagoreer früh
erkannt, daß sechs regelmäßige Dreiecke, vier Quadrate, drei Sechsecke die Fläche um
einen Punkt herum
füllten, so lag der Versuch nahe, was schon bei den drei in einer Ecke
Vil auch
geometrie 11, Leipzig 1907, Art. VII $4
Esuques,
Fragen
der
Elementarund Reno, Bericht des SIMPLICIUS, Leipzig
1907, $. 59.
3) Haske, a 0.0.5, 156; Canton, a. a 0,1%, 8. 284; S. Gixrnen, Geschichte der
Mathematik, S. 67.
Die Quelle ist Pruraren.
4) S. oben $. 33.
des
S.178) für einen Beweis anschen, daB sie es greometrisch konstruiert, also die stetige
Teilung usw. gekannt haben.
Ebenso urteilt (zegen Taxseny) Hemerc, Philologus
43, S. 333.
2) Ich halte mit Hasrez (a.a.0. 8.95, Anm.) und Juxcr {a.a.0. 8.33) gegen
Caxrox (a. a. O. 13, S. 174), Trorrre (Geschichte der Elem.-Mathem. 11, S. 400) und
N. Sox (Etvazin und die sechs planimetrischen Bücher, Leipziz 1901, S. 6) diese
Einsicht auf Grund des Satzes von den allein möglichen Polygonen um einen Punkt
herum tir eine durchaus primitive, ohgleich ihre exakte Begründung den Abschluß der
Elemente Evkums bildet. Nicht auszuschließen ist ale Anregune des geometrischen
Nachdenkens die empirische Anschauung des regelmäßigen Tetrasders und des regelmäßigen Oktacders (Caxron, 2.2.0.1, S. 175), und vielleicht auch die des Dodekaeders, welches als Kristallform des Pyrits vorkommt und nach F. Lixpemaxx von
1) Tasse. a, a. 0. 5, 90— 92,
2) Zecrues, a. a, 0 5,80—82
1) Ebensowenig kann ich den für die Pythagoreer bezeugten Gebrauch
l'entagramme als Erkennungszeichen (Brersenzemen, n. a. 0.8.85. 86: Caston, a. a. O. 15,
Etruskern künstlich hergestellt und mit Zahlzeichen versehen sich als Kultgegenstand
schon in der ersten Eisenzeit (1000— 900 v. Chr.) in Uberitalien vorfinden soll (Zur
Geschichte der Polyeder und Zahlzcichen; Sitzungsber. der bayr. Akademie der
Wisseusch (Math. Phys. Kl) 26, 1896, S. 625— 756) Lispexass nimmt an, daß
Pytnaconas (ich würde sagen: die Pythagoreer) durch die Gallier mit dem Dodekaeder bekannt geworden ist, aber es nicht konstruiert hat (S. 72%, 733, 755).
Página 16
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)aEsIE;R
Hewuicn Voar.
‘Körper mit der Herleitung der Dreiecks- und Quadratfliichen aus den
Elementardreiecken, dem gleichschenklig-rechtwinkligen und demjenigen
rechtwinkligen, in welchem die Hypotenuse das Doppelte der kleineren
Kathete ist. Die Ecken aber werden einfach zusammengefügt; auch für
die des Oktaeders und Ikosaeders, welche durch die in der Ecke zusammenstoBenden vier oder fünf Dreiecke nicht vollständig bestimmt sind,
wird nieht wie bei Ecxu die Möglichkeit und Eindeutigkeit der Konstruktion
durch
Bestimmung
der räumlichen Diagonalen gesichert, jx
nicht einmal angedeutet.')
Als wichtigster Beweis für die frühe Kenntnis des Dodekaeders bei
den Pythagoreern hat bisher ein bei Srosarvs erhaltenes Fragment des
Putnonsos, eines Zeitgenossen des Sox®Ùares, gegolten.
xal tie Er tá oquipu Gúpara mevrs Evil.
Dasselbe lautet*):
tO dv rá ogalon ndo, Údoo,
xıi yù, xai ajo, xai è (&) tig opatous úlxag meuntov, und ist bisher
verstanden worden: „Die Körper in der Kugel sind fünf (die fünf regelmäßigen Körper, Ze..ex); die Körper in der Weltkugel (die Körper in der
Well, Zensur), Feuer, Wasser, Erde und Luft, und als fünfter das Lastschiff
der
Kugel.
Viele Verbesserungsvorschlüge
sind
zu
diesem
Fragmente
gemacht worden; besonders knüpfen sie sich an das Wort &Axds.
die größte Schwierigkeit
Doch
liegt darin, daß Gpuio@ zuerst als geometrische
Kugel, dann als Welthugel, couara erst als geometrische Körper, dann als
Elemente
der
materiellen Körper
wechselnden Sinne ist bart,
verstanden
aber möglich.)
werden.
Dagegen
opeiex
in
dem
bedeutet cape
seinem Begriff nach den physischen Körper, den geometrischen nur mit
erkliirendem Zusatz, z. B. copa oregedv"); der geometrische Raumteil heißt
Orepedy, Gyiua, cidos, téxog, yoou.
Schlagend geht dies aus Hexoxs
Definitionen hervor®): c@pe pèv ody padıuarındv tori rd zer) didoraror,
1) lu den 82 Zeileu dieses Abschnitts (Ausgabe von Bexken, Berlin 1817, III,
5. 66—70) gebraucht Prato elimal die Worte oveicracta:, svvésrnxer, ovoracis und
damit abwechselnd völlig gleichbedeutend dreimal covapuócucdar, einmal cuvtiPecPat,
einmal ovrdyer, zweimal svpruyeiv, neunmal die ganz allgemeinen zoselv, yiyvecdar,
yévecss yd als Gegensatz einmal Adsodar und einmal diedveota:.
Ich sehe in dem
durchaus sinnlich anschaulichen, nicht terminologisch festgewordenen Gebrauch dieser
Die Geometrie des Pythagoras.
2) Boëcru, Pursozans, Berlin 1819, S. 160.
Berlin 1884, 1, 18.
Wacnewvtu, Szovazi Anthologium,
Körper ist das dreifach Ausgedehnte; ein Körper schlechthin (ohne Zusatz)
ist dus dreifach Ausgedehnte mit Gegendruck“ (d. h. mit Widerstandsfähigkeit, materieller Undurchdringlichkeit). Dasselbe wie diese auf Erikux
zurückgehende Definition’) drücken die Aristotelischen Bestimmungen aus:
advvatov dio scopata Upa Ev th avr sliver — zwei Körper können nicht
tLafexFpoiSsnhiajedbeyntfEvÙcpaeFdgriAtTLsicetnIGraREbAsDPrealOCitcSoEdaT|teA,DptTPoewlcserteiSdeshcaeteh:d
IT
rat
+
pi
zugleich an demselben Orte sein“; cdpa Exav datév — „jeder Körper
ist beriibrbar“; to xevóv i. e. T6mog éormosuevos Guaros sive yOQu Gouurog
---
„das Leere ist der des Körpers
Korpers“.*)
beraubte Ori oder der Raum
des
Dagegen werden die Elemente der physischen Körperwelt
(der Gamera) ganz gewöhnlich selbst schlechthin td cóure genannt.*)
Wenn also in dem Porsos-Fragment der Wechsel in der Bedeutung des
Wortes opaiga unwahrscheinlich ist, so ist es ganz unglaublich, daß ra
Gwmpata zuerst die
geometrischen Körper,
dann
die Elemente bedeuten
sollten.
Als eine walıre Erlösung sehe ich die Form an, welche Diers dem
Pnuinoaos-Fragment gegeben hat‘): zul ta pév TèS oqutons Guara mevre
Erri, ta dv tie ogyalpuı ade (xul) boue xal ya nai ao, nul è ths
opatods Ande, xéuxtov — „Und zwar gibt es fünf Elemente der Weltkugel: die ix der Kugel
befindlichen,
Feuer, Wasser, Erde und Luft,
und was der Kugel Lastschiff ist, das fünfte“.°)
Damit sind in geradezu glänzender Weise die erwähuten Schwierigkeiten überwunden: opaig« ist nur die pythagoreische Weltkugel, ra cóuura
nur die Elemente der Materie; zugleich ist durch die scharfe Gegentiberstellung der vier Elemente in der Weltkugel gegen das fünfte, den Triiger
Asi,
des Alls, sowohl der dreimalige Gebrauch des Wortes sgeip« wie das
Rara!
auffällige öAxdg gerechtfertigt.
>
RvrIhe>lZtUEM
A
A
Aber jede Beziehung auf die fünf regelmäßigen Körper ist durch Dies
Interpretation aus dem Purzozaos- Fragment ausgeschieden, und dadurch gens
ta
winnt die kleine Dir.ssche Konjektur eine große geometrische Dedeutung.
ath HI
der Frage, ob die fünf regelmäßigen Körper pythagoreische oder platonische
de oete
in
fü
ez
FF
Worte eine Rechtfertizung meiner oben dargelegten Auffassung des Wortes cúsracig.
compa dè axddg tò toi dvdoratov perà dvurunlag — „ein mathematischer
TtSHSeiyErrkRe
4. A
45
OSKu
Ahie
Von Boxcku an bis in die neueste Zeit hat man die Entscheidung
Entdeckung sind, neben der ProkLus-Stelle S. 65,
l'innoLaos-Fragment gesehen.
vorzugsweise in dem
Borckn sagt"): „Das ehemals von mir über-
Zenuen, a. a. 0. I,", $, 406— 408 Anm.
A) Grspensass, Kheinisches Museum 59, 1904, S. 145 sucht die Beziehung
1) Vgl. Sexrus Eurmucvs, Ade. mathematicos III, sect. 21.
zwischen den beiden Bedeutungen von cp«ïgx herzustellen durch die Lesart xerrû
2) Entnommen aus Busırz, Index Aristotelicus 742* 39, 742* 42, 381" 9— 12.
ty rq cpualoa sopra.
4) Vgl. Passow, Handwórterbuch der griechischen Sprache, Leipzig 1867, 1, 2,
4) Dire,
S. 1804.
6) HERONIS Alerandrini geom. ct stercom. religuiae, ed. Husrscu, Berlin 1864,
S. 11 def. 18.
8) Z. L, Bosıtz, Index Aristotelicus 742" 6— 87.
Fragmente der Vorsukratiler, Berlin 1903, S. 264, und noch entschiedener
in der 2. Auflage, Berlin 1906, I, $. 244.
5) An Viens schließt sich Nester, Die Vorsokratiker, Jeua 190%. 5. 162 an.
6) Purzosaos des Pythagoreers Lehren, Berlin 1819, S. 162.
Página 17
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Heisnien Voar.
sehene Bruchstück des Prutonaos entscheidet mir zugleich die Streitfrage,
... ob die Lehre von den fünf Körpern als Formen der Elemente Pythakörper gezcichnet (konstruiert)“, und finde durch Thrarter den Abschluß
46
41
der langen Entwickelung vollzogen, den wir bei Pato noch vermissen.
goreisch oder ursprünglich Platonisch sind“; Brass’): „Ineidimus in quaesti-
Ich folge mit meiner Ubersetzung des Wortes Eypaye Borckn'): „Denn
onem utrum Pıare ea (quinque solida) primus exeogitaverit an Pythagoricae
der sonderbare Ausdruck kann nichts anderes heißen, als daß er entweder das
sint originis.
erste wissenschaftliche Werk darüber geschrieben oder zuerst ihre richtige
Sed iam Borcknius, vir in his rebus facile prineeps, rem
diindicavit eum ex fragmento Philolaico hanc doctricam ex schola Pytha-
Zeichnung und Projektion auf einer Fläche gelehrt habe.“
gorica
wie mir scheint, der Sinn der Stelle besser getroffen als durch Berxuanpy:
fluxisse convicerit“;
Caxron*):
„Auch
das
Ikosaeder
und
nicht
Damit wird,
minder das Dodekaeder muß wohl oder übel den l'ythagoreern bekannt
primus scripsit de quinque solidis, quae sic vocantur“.
gewesen sein.
schließen sich Brerscusemer?), Castor?) und Taxxerv!) an.
Sonst könnte nicht Pinnorsos schon von den fünf Körpern
in der Kugel reden.“
An Bersuarpy
Mag man
aber die Stelle so oder so übersetzen, sie bildet für diejenigen, welche
Redet nun Punorios tatsächlich nicht von den fünf Körpern der
I'vrnacoras die Konstruktion der regelmiBigen Körper zuschreiben wollen,
geometrischen Kugel, so ist diese Argumentation hinfällig; denn nunmehr
eine nicht geringere Verlegenheit als Proxits’ Bericht von den unzeitist das älteste Zeugnis von den fünf regelmäßigen Körpern und zugleich ihrer
gemiiBen Konstruktionen des Óxormes. Haben Pyrnagonas oder die ältesten
Verknüpfung mit den Elementen der Piatoxische Tiwaros,
Für Pıaros
l’vthagoreer die regelmäßigen Körper entdeckt, so ist es unglaublich, daß
Priorität spricht jetzt die erste Veröffentlichung, ferner das Zeugnis des
erst 100 Jahre später das erste Werk über diesen wichtigen und besonders
Parros*) und die im Altertum gebräuchliche Verknüpfung der fünf Körper
dureh seine Verknüpfung mit den Elementen der Materie allgemein intermit seinem Namen und seiner Schule)
essanten Gegenstand geschrieben sein sollte
Für die Pythagoreer zeugt Prok1.c>
Will
man aber mit Buerim Geometerverzeichnis und Pruranen?), sodaun die Tatsache, daß Paro die
SCHNEIDER und Taxxeny Turaerets Leistung auf die Lerechnung der Be-
Lehre von den fünf Körpern einem Pythagoreer in den Mund legt; das
ziehungen
wichtigste Zeugnis aber sind die oben dargelegten Momente historischer
längen der regelmäßigen Körper beschränken”), so ist zu bedenken, daß
Entwickelong.
gerade auf diesen Beziehungen die stereometrische Konstruktion der fünf
Die Pythagoreer sind
durch
ihre eigentümliche an die
regelmäßigen Polygone angeknüpfte Fragestellung”) so dicht an
zwischen
räumlichen
Körper beruht, und
die Er-
Diagonalen,
V’yruauoras®), die Konstruktionsbedingungen
Polyeder herangerückt, daB
lebenden Turaetet zuzuweisen.
inneren Gründen
schwer
füllt zu
glauben, sie hätten diesen letzten Schritt nicht getan.
Wem
und
Kantendaß es ein Widerspruch ist, die Kunstruktion dem
kenntnis der Existenz, und zwar der ausschließlichen Existenz der fünf
es aus
Kugelradien
diese sachlichen
Gründe
nicht
aber dem
stark
100 Jahre später
genug
sind,
um
das
Kann mich demnach der Wegfall des PuroLsos- Arguments nicht bestimmen, den Pythagoreern die Entdeckung und Kenntnis der regelmäßigen
formelle Bedenken zu überwinden, daß Prorivs in einer sonst technisch
Polyeder abzusprechen, so ist doch nicht zu leugnen, daß die exaktgebraucht, der muß eben annehmen, daß ProkLes mit seiner Zuweisung
geometrische Arbeit Piatos und seiner Schule auf diesem Gebiete eine
erhöhte Bedeutung gewinnt.
Diese erhöhte Bedeutung wird auch einer Notiz des Svipas über
Turarrer zugute kommen, welche aussagt'): mo@ros dè rá xévre xalovpeva oregea Eygaws.
Ich übersetze: „Er hat zuerst die sogenannten FünfcgjiatElDRearis:MArOaedESTe
FRS
1) C. Brass, De Prarox£ Mathematico diss., Bonn 1861, $, 22.
2) aa. O. 1°, S. 175.
8) Parres, Collectiones math. V, 19 ed. Huursen, $. 352.
der
Körperkonstruktion
einen Irrtum
begeht.
Tatsächlich,
wenn auch
stillsebweigend, tun dies Haxker, Jusur und Gexrner, die aus sachlichen
Gründen
nicht
Pyriacoras
„an
ein
Aufbauen
glauben können.
Nach
nach
strenger
Vorschrift“
durch
meiner Ansicht von der Natur des
Geometerverzeichnisses erscheint ein solcher Irrtum sehr wohl möglich.
Es gibt aber noch eine dritte, radikale Lösung, nämlich die, den
ganzen Relativsatz 6¢ di)... @veüger, der ja so wie so
durch Fremdartigkeit und Schwanken der Lesarten verdächtig ist (s. oben 5,32, 38) und
4) Proxies, S. 68, 20
— 28
5) De placitis philosoph
festen Verbindung das Wort ovoreo:s einmal nicht im technischen Sinne
dureh Zuweisung der regelmäßigen Körper an Prriuacoras in Widerspruch
V, 6:
Iidrur di nai
du rodrorg avPuyoplge.
Vel.
Zeiten, 8.2.0 1,5, S. 289 Aum.
6) Proxies, $, 304, 11— 305, 3.
8 sal SUIDAE Lexicon, gracce ct latine rec. Beuxnanpx, Berlin 1864.
mit S. 68, 22: ray xedovutror Iliaronxüv oynudrov tritt, für den Ein1) Partoraus 3. 168
@ealzyrog L,
2) a. a. 0, 8.148.
8) a. a. 0. 1%, 8.287.
4) a. a. O. 8. 99—102.
5) Casron wagt in dieser Frage keine Entacheidung.
6) Taxxeny, 0. a. O. 8. 101, Zeile 1, 2.
Página 18
Ver en el PDF(se abre en una ventana nueva)Heinzicn Voat.
schub eines unbekannten Überarbeiters zu erklüren.
49
Jedoch, mag man
Es ist denkbar, daß Einzelfälle des Quadratsatzes (z. B. das rechtsich zu dieser formellen Frage stellen, wie man will, meine sachlichen
tründe und Ergebnisse bleiben davon unberührt.
yriechischen Kulturwelt gehört haben; es ist denkbar, daß die Auffindung
$ 6.
winklige Dreieck 3, 4, 5) zum uralten allgemeinen Besitz der asiatischdieser geometrischen Tatsachen an verschiedenen Stellen der Erde unab-
Von Pythagoras’ Geometrie wissen wir nichts.
hängig voneinander erfolgt ist; es ist endlich denkbar, daß eine Uber-
Wird die Pyrnaconas-Stelle des Geometerverzeichnisses so gelesen und
lieferung dieser Tatsachen von Volk zu Volk in der alten Kulturwelt
übersetzt, wie ich es gerechtfertigt zu haben glaube, „derselbe hat bekannterfolgt ist.
lich auch die Handhabung der Proportionen und die Zusammensetzung der
kosmischen Körper entdeckt“, so stimmt sie zusammen mit Proxius’ Urteil
vorliegt, ist nicht zu entscheiden.
im Kommentar zu Erxuın 1, 47, wonach die Entdeckung des Quadratsatzes durch Pyrnacoras nicht glaubwürdig bezeugt ist.
Welcher von diesen Füllen für die Anfünge des Quadratsatzes
Griechen von
Das aber ist absolut sicher, daß die
den Orientalen nicht erhalten
nicht besaßen.
konnten, was diese selbst
Mögen sie die Einzeltatsachen als geistiges Rohmaterial
aus der Fremde bezogen haben, die Geometrie als Wissenschaft und der
Die erste sichere Kunde vom Vorhandensein des Quadratsatzes bei
deu Griechen geben uns die geometrischen Leistungen des Hirroxnares
Quadratsatz als geometrische Wahrheit ist in Griechenland geboren.
von Chios.
Dieser verwendet in seiner Möndchenquadratur den Quadratsatz in sehr freier Weise, nicht nur für das rechtwinklige Dreieck, sondern
auch zu Schlüsse. über Spitzwinkligkeit und Rechtwiukligkeit von Dreigoreischen Schule, welcher Hirroxrares in seiner Jugend selbst angehört
ecken aus dem Verhalten ihrer Seitenquadrate.
Spekulationen über Zahlengesetze, ihre ebenso gesicherten Flächenunter-
Derselbe hat das Problem
der Würfelverdoppelung behandelt und es auf die Konstruktion der zwei
mittleren Proportionalen zurückgeführt. Das setzt voraus, daß die Quadratverdoppelung und die Konstruktion einer mittleren Proportionalen sehon
geleistet war.
Hirroxrarrs ist Zeitgenosse des Turovorus, jünger als
Osorives; sein Aufenthalt. in Athen wird um 450—430 angesetzi.!)
diese Zeit
also
muß
der Quadratsatz eine
wissenschaftlich
Die Geburtszeit fällt nach dem Obigen in die ültere Zeit der pythahaben soll.
Die Mathematik hatte im physischen und metaphysischen
System der Pythagoreer eine große Bedeutung; ihre sicher beglaubigten
suchungen konnten
sich
naturgemäß
zur Erkenntnis des Quadratsatzes
zusammenschlieBen.
So
weist alles,
was
wir
wissen,
auf
l’ythagoreer als die Entdecker des Quadratsatzes hin.')
die
älteren
Näheres aber ist
uns nicht bekannt.
Um
Speziell über Pyruacoras’ geometrische Leistungen versagen alle Zeugnisse.
gesicherte,
° Selbst das, was Proxivs und andere von Pyruaconas’ Geometrie zu wissen
nicht mehr isolierte Tatsache, also gewiß schon seit mehreren Jahrzehnten
bekannt gewesen sein.
glauben, miissen wir als nicht genügend bezengl ansehen.
Ja, ich behaupte
weiter: wir werden nie lernen, Prruswonas von seiner Schule zu unterscheiden;
Andrerseits aber wissen wir bestimmt, daß die Entdeckung des
Quadratsatzes eine Blüte griechischen Geistes ist, nicht, wie behauptet
worden ist, ein Erzeugnis indischer oder ägyptischer Spekulation, dem
Abendlande etwa durch Weisheit suchende, reisende Griechen oder im
Gefolge von Handels- oder allgemeinen Kulturbeziehungen übermittelt.
denn schon Paro, AnrisrorELES und Arıstorzirs‘ Schüler haben das nicht
vermocht.
j
Wenn schon von den frühesten Zeiten an bis Prato und AristoTELES
kein einziges Zeugnis für bestimmte wissenschaftliche und speziell geometrische Entdeckungen spricht?), so ist ausschlaggebend für mich die
Es muß zwar zugestanden werden, daß Inder und Ägypter Einzelfälle
negative Rolle, welche Prrmasoras bei AristorELEs spielt.
pin den erbaltenen echten Schriften von ArnisroreLes kommen die
des (Juadratsatzes sehr früh (die Inder spätestens im 8. vorchristlichen
Jahrhundert, vielleicht schon einige Jahrhunderte früher) gekannt und zu
Pythagoreer ungezählte Male, dagegen Prruacoras selbst nur ein- oder
Konstruktionen von rechten Winkeln benutzt haben.
zweimal vor.
Aber
wenn
die
Inder den Satz auch bedingungslos und allgemein ausgesprochen haben,
Einmal bei der Aufzählung von Männern, die besonders
verehrt werden, heißt es, die Italiker verehren Pyrnaconas; und das andere
so war er bei den Orientalen doch nur ein aus Einzelfällen glücklich
Ma} an einer Stelle, die vielleicht eingeschoben ist, Aukmäox sei etwas
erratener Zusammenhang,
jünger
nicht eine wissenschaftlich,
auschaulich oder
deduktiv begründete Tatsache, nicht ein geometrischer Lehrsntz.*)
1) Caxron, a. a. 0.7? 8. 201.
Pyruacoras.
In
den
Fragmenten
des
AxisroreLEs
wird
1) Deshalb ist die Beibehaltung der Bezeichnung , Pytbagorcischer Lehrsatz"
tiir den Quadratsatz angemessen als fir eine Glanzleistung der pythagoreischen Schule.
2) Siehe meine Abhandlung: Haben die alten Inder den Pythagoreischen Lehrsalz und das Irrationale gekannt?
als
Biblioth. Mathew. 7,, 1906/7, 8.
6— 28.
2) Juxoe hat alle in Betracht kommenden Stellen besprochen, a. a. O. S. 26—27.
Vgl. Diets, Fragmente der Vorsokratiker unter Prrnagoras.
Bibliotheca Mathematica
LIT. Folge.
Página 19
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Pyruacoras ‚mehrmals erwähnt. Doch von wissenschaftlichen Leistungen
ist nicht die Rede“!)
Im ersten Buche der Metaphysik bespricht
welchem Rechte dürfen wir erwarten, daß Evpemus, ebenfalls Schüler
des Anistorrius, imstande sein sollte, uns Mitteilungen über geometrische
Entdeckungen des Pyrmacoras zu machen?
Evvemus hat mit Turornrast dem Anisrorkixs von allen seinen
AxıstoreLes systematisch die alten Philosophen, welche nach den metaphysischen Gründen des Seins und Geschehens geforscht haben; er zählt
jeden einzelnen mit seiner Lehre namentlich auf.
So gehen an uns vorüber Tnazes, Áxaxmeses, Hirrasve, Heraxut, EnpevokLes, PARMENIDES, |.
Asaxacoras, Henuorisus, Leuxirrus, Demoxerr.
Dann fährt er fort*):
Ev dt tovrors xal mod Todrwv ol xalovpevor Ilvdaydpsıoı toy uadyudrav
dupdpevo: APArot Teure coojyayor — „zu den Zeiten dieser Männer und vor
ihnen haben die sogenannten Pythagoreer sich zuerst mit Matlıematik
befaßt und sie gefördert“.
Dies Verschweigen von Pyruaconas’ Namen
in diesem Zusammenhange kann nicht zufällig sein.
ZerLer urteilt: „Die
Pythagoreer überhaupt werden so bezeichnet, als ob der Berichterstatter
nicht
wüßte,
ob
und
wieweit
ihre wissenschaftlichen
Ansichten
auf
Prraacoras zurückzuführen sind“) Ähnlich Erwıs Roune: „Wir können
— freilich durch einen Schluß ex silentio, wie es aber wohl nie einen
gerechtfertigteren gab —
mit Bestimmtheit erkennen,
daß
die besten
Kenner pythagoreischer Lehre, ArisroreLes und Arisroxexus, nichts von
physischen und ethischen Doktrinen des Prruacoras selbst wußten:
Ar:isroreLes redet ausdrücklich immer nur von Ansichten der Pyfhagoreer,
und AzrisroxENvs, noch vorsichtiger, referiert sogar nur, was die ihm
bekannten letzten Pythagoreer von den ethischen Prinzipien älterer Mitglieder der Schule aussagten“.*)
Früh schon, ja, noch ehe er seine ionische Heimat verließ, hatte die
Sage um Piruagoras, die übermächtige und unverstandene Persönlichkeit,
den Seher und Wundertüter, ihren Schleier gehiillt*); früh schon war das,
was er an wissenschaftlichen Leistungen hervorgebracht haben mag, in
der Gesamtheit seiner Schule verborgen.
Wenn Ansrorezes und sein
Schüler Anısroxexus dieses Dunkel nicht haben erhellen können, mit
1) Jenox, à. a. 0.8, 26— 27.
2) AristoreLes, Metapbysik, Ausg. von Bexger, Berlin 1881, I, 6, S. 985.
3) ZerLen, a. a. O. S. 280. 810
°
4) E. Rouve, Kleine Schriften 11, S. 108.
5) Zetren 1,5, S. 280, 810, 811, 812.
Rouvr, Kleine Schriften II, 3. 105, 106.
Derselbe, Psyche 2. Aufl, II, 8. 99, 160.
Nesrre, Die Vorsokratiker in Auswahl,
Jena 1908, S. 26. So erklärt os sich auch, daß Jsoxnarzs (um 898) in seiner Lügenrede
(Busing) gerade den Prruauonas nach Ägypten reisen und dort sein Wissen schöpfen lüßt.
Zu dem famosen König Bısınıs paßte besser Prrnsaonas, von dem man schon damals viel
fabelte und wenig wußte, als ein im hellen Lichte der Geschichte stehender Maun.
Gerade für Prrnacoras durfte Jsoxnatex die an sich unverftingliche Erzüblung vom
Aufentbalt in Ägypten in seine Übertreibungen auslaufen lassen, ohne Lügen gestraft
zu werden (Zerxen, a.8.0.1,°, 8. 804, 2; anders urteilt Canton, à. a. 0.1", 8. 149).
51
Schülern am nächsten gestanden. Er hat die Metaphysik des AnisroreLes
herausgegeben"), das Werk, in welchem das Nichtwissen um P’yruasoras
so handgreiflich zutage tritt. Eine Durchmusterung der Fragmente des
Eupemrs”), zunüchst abgeseben von den durch Proxıvs überlieferten
Zitaten, lehrt, daß in sicheren Eunemus-Stellen die Pythagoreer viermal
erwähnt werden, dreimal der l’ythagoreer Ancuvras, aber nicht einmal
Pyruacoras selbst.) Am überzeugendsten wirken die Fragmente der &srgo-
Aoyıxı) ioropía. Darin werden mit fester Namenzuordnung astronomische
Lehren von Oxermes, Tuaues, ÁNAXIMANDER, ÁNAXINENES, ANAXAGORAS,
Evpoxvs, Kaumpus, Euxremox, Merox erwähnt; dann heißt es (ed.
Srexcen 141, 16--18): 09 Edónuos lorogel tiv ris Péceoz tati els
tods Jlvdayogpelovs moBtovg dvayéoay — „so erzählt Erreurs, welcher
die erste Kenntnis der Reihenfolge (der Planeten) den Pythagoreern zuschreibt“. Es ist deutlich zu erkennen, daß Evpeurs Wissen um
Pyruaconas in keiner Weise über das seines Lehrers hinausgeht. Ebensowenig wie dieser weiß er Pyruacoras von seiner Schule zu trennen —
natürlich: denn wo die Überlieferung fehlt, können historische Angaben
wohl bei Phantasten und Legendenschöpfern, wie die Neupythagoreer
waren, aus dem Nichts auftauchen, aber nicht bei einem exakten Forscher
wie Eupemus. Er hat im Auftrage und unter den Augen ArisroreLts
seine Geschichte der Geometrie als Teil des großen enzyklopädischen
Werkes verfaßt, welches sich die Darstellung der Geschichte aller Wissenschaften zum Ziele setzte‘) Derselbe Mann bat unmöglich in dem einen
Werk sagen können, wozu ihm die Quellen in dem anderen versagten.
1) Zeuten, à. a. 0. II,°, 8. 84. Rouvr, Kleine Schriften II,, S. 441, 2. PauLyWissowa, Realensyklopiidie des klassischen Altertums VI,, S. 896, 897.
2) Evoeur Rhodii Peripatetici Fragmenta collegit Srexcrı., Berlin 1866, iterum
1870. Muisacu, Fragmenta philosophorum graecorum 111, Paris 1881, 222—292, 296— 297.
3) Eine Bestätigung liefern die Werke Tueorunasrs, des anderen tratgos
*Agicroréioug (herausgeg. von Winsen, Leipzig 1854—1862 und Paris 1866). Darin
werden 76mal Philosophen zitiert, davon 56 mal vorsukratische, einmal die Pythagoreer (416, 88 in der Verbindung TAurov dt xal ol Mvdeyógeror., nicht einmal
Pytnaconas selbst.
4) Zsızen, 8.2.0. J1,?, S. 869, 870. Dirrs, Hermes 2S, 1893, S. 408, 409.
Paunr-Wissowa, Realenzyklopädie VI,, 8.897. Die Angabe des Dioceses Laentics
(Y, 48), daß auch Tneorsnast eine Geschichte der Geometrie verfaßt habe, beruht nach
Ussxen (Analecta Theophrastea, diss. Bonn 1858, S. 17) auf Verwechslung mit Evpeurs.
An Usewex schließen sich an Zeuer a. a, O. 11,2, S. 810, Hemenc, Philologus 43,
S. 346, Tassenx, a. e. O. S.78. Vgl dagegen Cantor, a a. 0.1? 5. 118, 257.
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Heisnicn Voar,
Bestätigt sehen wir diesen Schlu durch das verschiedene Verhalten i Si
des Puoxirs da, wo es sich um geometrische Leistungen der Pythagoree
r, 2
und da, wo es sich um Pyruasoras selbst handelt. Dreimal weist er den Ye
Pythagoreern geometrische Entdeckungen zu; zweimal davon beruft er &:
sich auf Ernemus, das drittemal muß er nach dem ganzen Tone des Be- B
richts eine sichere Quelle vor sich haben, welche wohl keine andere als we
als Geometer erwiihnt, aber nicht einmal mit Berufung auf Exvpenvs.
Ich Es:
die Zaghaftigkeit, Umstindlichkeit, Verklausulierung, : À
erinnere auch an
mit der ProxLus in der Besprechung von Evxuw I, 47 den Pyrnaconas
ÉÉ
selbst berührt, und im Gegensatz dazu an die Sicherheit und Klarheit, &
mit der er dicht hinterher von der Mehrzahl der émordvres spricht?), È
welches nur die Pythagoreer sein können: man merkt, daB er von dem =
schwankenden Boden der Legende auf den festen Grund der Geschichte a
hinübertritt.
53
durch Fleraxiir (um 500) sichergestellt, und zwar um so sicherer, als
Il:rarırr ihm in zwei bissigen l'ragmenten') nicht lobend, sondern von
seinem Standpunkte aus tadelnd seine zoAvuadin — „Vielwisserei“ — vorwirft. Diesen Zeugnissen scheint Jrnce nicht genügend Kechnung zu tragen?) Wir dürfen an Pyrnaconas’ wissenschaftliche Bestrebungen glauben;
„ler wir müssen eingestehen, daß wir Einzelnes oder Bestimmtes über
diese Bestrebungen oder ihre Ergebnisse auf keinem Gebiete des Wissens
erkennen können. Was speziell die Mathematik betrifft, so kann das
Ergebnis meiner Untersuchung nicht zutreffender ausgedrückt werden als
mit den Worten Zerrens?): „So wenig wir aber auch bezweifeln können,
duß Pyruacoras zu der erfolgreichen Entwickelung der Mathematik in seiner
Schule den Anstoß gegeben hat, so unmöglich ist es doch, «us den abgerissenen
mel durchaus unzurerlässigen Angaben über ihn eine Vorstellung von seinem
mathematischen Wissen zu gewinnen, welche auch nur annähernde geschichtliche Sicherheit hätte“.
Die geometrische Pyruaconas-Frage ist eben keine andere wie die
¡1 :lologische und philosophische: der Unterschied ist nur, daß die MatheZeugnisse fehlten damals wie heute: junge Nachrichten gab es, aber sie waren
schlecht beglaubigt und weniy vertrauenswürdig durch legendarisches Bei
werk; “E
ihnen glauben wir nicht, und auch Proxıos hat ilinen nicht geglaubt.
So 3
wissen wir nichts Gewisses von Prruacoras dem Geometer, und Proxics ER
hat ebensowenig gewußt.
matiker sich immer noch nicht zu den Konsequenzen verstehen können,
welche Philologen und Philosophen längst gezogen haben. Zwar macht
jeder Geschichtschreiber der alten Geometrie formell den Quellen das
Zugestindnis der Unsicherheit und Unzuverlissigkeit, aber keiner kann
sich entschließen, den lieben alten Glauben an Pıruaconas, den Schöpfer
der Geometrie, aus dem Herzen
zu reißen.
Solche Anhiinglichkeit an
bestimmte geometrische Entdeckungen, die Proportionen und die regel-
Altgewohntes hat HaxxeL*), der von allen am weitesten im Zweifel geht, die
überlieferung, nicht auf alte Zeugnisse gestützt haben. Wir miissen heute i
(nfimlieh den Quadratsatz) dem Pyriacoras abzusprechen, obgleich keine
einerseits zurückhaltender sein ale ProxLvs, indem wir uns ganz auf den BS
Aristotelischen Standpunkt zurückziehen und nicht das Unmigliche ver- HE
einzige, nur einigermaßen glaubwürdige Nachricht darüber vorhanden ist“.
suchen,
trennen.
réelle des connaissances géométriques de Pyruacore ne peut être niée“; aber
Anderseits aber werden die vorhandenen geschichtlichen Überlieferungen
statt diese Beweise wegen ihrer Unzulänglichkeit zu verwerfen, findet er,
mäßigen Körper, zuweist, so kann er sich nur auf nacheudemische Schul- +
Pyruauoras’ Leistungen
von
denen
seiner Schule zu
Worte diktiert: „Doch müchte ich nicht so weit gehen, den Lehrsatz selbst
Taxseny®) gesteht zu: , L'insuffisance des preuves relatives à l'extension
und unsere Einsicht in den notwendigen Werdegang einer Wissenschaft +
„que ces preuves ont été un peu trop negligées“; und der geistreiche Mann
es uns
läßt aus ihnen „le premier Ouvrage
ermöglichen, in die gesamte griechische Geometrie die Geo- & 4
metrie der Pythugoreer organisch einzureihen und innerhalb dieser eine
¿2%
Entwickelung vom Einfachen zum Komplizierten zu konstruieren.
Daß freilich Pyruaconas in den Augen seiner Zeitgenossen nicht
BR Y
bloß Seher und Wundertäter war, daß er nicht blof ethische und theo- & "Joi
sophische Tendenzen verfolgte, sondern eine starke Richtung auf das Sem
Wissenschaftliche hatte, scheint durch die wissenschaftliche Betätigung a
seiner Schule und durch den ältesten Zeugen, der sich über ihn äußert, Y
|a
1) Vgl. oben S. 27.
2) Vgl. oben $. 21.
seine
„Tradition
1) Diets, Fragmente der Vorsokratiker, Berlin 1903; Henaxsar fragm. S. 40 u. 129,
Wenn fragm. 129, in welchem Pyrnaconas’ iorogin „Forschung“ uls zolupaBin, xe»orsgrin, „Vielwisserei, eine üble Kunst“ — (,,Rabulisterei Dies, ,,Spitzfindigkeit
+
stud
eee
mathématique“,
LiarAc"Cp etDares,
Nasrii) — bezeichnet wird, nach Diets (I1,, 5 666) unecht und eine teilweise Wioderholung von fragm. 40 ist, so bleibt doch eben dieses bestehen, in welchem Henaruır
in bezug auf Hestup, Prruaconas, Nesoruanes und Heratarvs erklärt: modvuadir vdor
iger ob didaoxeı — „Vielwisserei lehrt nicht Verstand haben“.
2) Junge, a. a. O. S 44
3) a. a. O.1,', S. 320,2. 821.
Nesta, a, n. O, $. 27,
Vgl. E. Ronve,
Psyche, 2. Aufl. II, 8. 159,
4) a. a. O. $. 97; vgl. oben 5.18,
5) a.n. O. 8. 106.
Página 21
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ES:
Heimen Voor: Die Geometrie des Pythagoras.
Vicron Monter: Le plus ancien traité français d'algorisme.
5D
touchant Prrussore“ erstehen. Für derartige Konstruktionen hatte bisher SI
schon die Grundluge gefehlt; sie fehlt erst rechi, wenn der Kckstein See
Prontes-Ervemos nicht mehr standhält.
=
Die Geschichtsforschung der Mathematik hat sich in der Pyrnaconas-
Frage im
“E
Eifer des Kombinierens, im Glauben an eigene und fremde #
geniale Inspiration in (iebiete vorgewagt, in denen die Widerlegung =
aufhört, aber auch der Beweis und sogar die haltbare und fruchtbare ¿A
.
Hypothese. Sie wird sich darauf besinnen müssen, daß sie keine anderen i}
Handhaben besitzt, wie gesicherte Überlieferung und das Gesetz der Entwickelung
des
Schwierigeren
aus
dem
Leichteren.
Wo beide versagen,
muß sie den Mut haben, ein „ignoramus“ auszusprechen.
1. Von wissenschaftlichen und speziell geometrischen Entdeckungen des
Prruanonas hat weder Evorses, der älteste Geschichtschreiber der griechischen
Geometrie, noch sein Lehrer Antsroreces, noch überhaupt die klassische Zeit
chicas gewußt.
Alle Angaben über solche Entdeckungen sind spite erfolglose
Versuche, Prruaconas Leistungen von denen seiner Schule zu trennen.
II. Dem Geometerrerzeichnis des Proxsws liegt hauptsächlich Evrsurs
Geschichte der
Geometric, daneben
Schalüberlieferung zugrunde.
es Namenrerzeichnis ist.
auch andere Quellen und quellenlose
Doch ist es Auszug aus Ervewes nur, saceil
Im wesentlichen ist es ein von Proxics selbst vere
fuBles Jeäsonnement über die Angaben des Evreuvs.
LT], Proxivs hat im Geometerverzeichnis Pyruanonas nicht die Ent
deckung des Irratimalen (tev &Adyar) und die geometrische Konstruktion
sind
wir
auferstande,
die
des
Irrationalen, Konstruktion
der
regelmäßigen
Körper, allgemeine Flächenanlegung, Konstruktion einer Figur von gegebener
Gestalt und Größe, nicht gemacht haben kann.
plus
ancien
traité
français
d’algorisme a
été publié pour la
delle scienze matematiche e fisiche.")
comme étant à la Bibliothèque Sainte-Geneviève par l'abbé Leueur*) et par
Darsor.3) Après avoir porté successivement les cotes BB2, (in-4°) et
R.1. 17, il est désigné actuellement par la notation 2200. A la suite
u Aa
se
1
BAi2tdS1nLej8r:e+IHtslEAT.R1UYeBEiNpsas“rLinEeRtTIaS;
RN
bestimmte geometrische Entdeckung, 2. B. die des
Quadratsatzes, zuzuschreiben.
Wohl aber wissen wir von der Entwicklung EB
der griechischen Geometrie genug, um behaupten zu können, daß er gewisse
|
wie
Le
ei
Prruaiunas irgendeine
Entdeckungen,
Par Vicror MortET à Paris.
|
Für den Entdecker des Quadratsatzes hat Proxzus Be
+
den Pyrruasoras nicht gehalten.
Quellen
.
première fois, en 1882, dans le Bullettino di bibliografia e di storia
regelmäßigen Körper,
alten
,
Ko?
ver regelmäßigen Kür zuerkannt, sondern höchstens «die Handhabung È
der Propurtionen (civ ävaléyor) und Kenninis der Zusammensetzung der 4]
IV. Bei dem Versagen aller
.
&
=
Zusammenfassung.
na
Le plus ancien traité francais d'algorisme.
omeÈpSRae“alyErRiEt
de cet opuscule français sur l’algorisme (150 r°— 151 r°), se trouve un
traité de géométrie, également écrit en français, qui est aussi le plus
ancien qui soit connu, et que nous publions ailleurs.
Nous n’entrerons pas ici dans la description du manuscrit 2200 de
la Bibliothèque Sainte-Geneviève; nous renverrons à ce sujet aux observations
1882, dans le Bullettino di
eontenues dans la publication faite, en
bibliografia e di
matematiche e fisiche,
du
Mais nous avons à signaler aussi un autre ms. du XIII siècle
plus ancien traité français de géométrie
qui s’y
trouve
de Valgorisme en question, celui de la Bibliothèque Nationale, qui porte
le no. 2021 (Mazarin) du fonds français (anc. 7929), où ce traité occupe
les f° 154 r°PRE
—
155 r°
,
|
Il est d’autant plus nécessaire de publier avec soin le plus ancien
traité français d’algorisme que dans l'édition qui en a été donnée, d'après
le seul ms. 2200 de la Bibliothèque Sainte-Geneviève, différents passages
1) M a été édité dans ce recueil par M. Cnanres Hesny.
2) L'Etat des sciences en France depuis la mort du roy Ronrrr ... jusqu'a celle
de Pnnurre de Bel..., 1741, p. 93; cf. Collection LERER (1838), p. 540: „Le traité
voudra*,
E
scienze
conservé,
“I
A
delle
donnerons
LReD]sE
i
LE
storia
nu Catalogue des mss.*) de cette Bibliothèque, et enfin à l’édition que nous
anonyme
Er
Il avait déjà sé signalé
de l'algorisme eonservé à Sainte-(ieneviève et rédigé
au plus tard sous
Putre le Hardi en langue vulgaire, enseigne l'usage de la multiplication
selon
les chitires arabes, et les règles pour chercher la racine cube de quel nombre on
3) Discours sur l'élat des lettres en France au XIII siècle, dans V Hist. littéraire
de la France, t. XVI (1824), p. 114.
3. Voy. ce Catalogue . .. par M. Cu. Koucen, t. II (1896), y. 283