Philo Pythagoricus

Auteur
Bayer, H.
Publié dans
Euphorion
Année
1992
Sujet
PHILO
Langue
Deutsch
Catégorie
C6 Langue et littérature
Numéro d'archive
1512

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Afficher le texte intégral18 pages

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Cu P ho aot SAV Qa ya «A AA Pra 224 \aaı 8613 249 Abhandlungen Philo Pythagoricus Die Gnosis Philos von Alexandrien im Spiegel der hochmittelalterlichen Literatur von Hans Bayer (Saarbriicken) Die Geisteswelt des Philo Judaeus' hat in der Geschichte der mittelalterlichen Literatur keinen Platz. Philo ist hier nicht einmal ein Name. Dasselbe trifft im Prinzip für die Häresieforschung zu. Dabei beruft sich der Verfasser des fingierten Abälard-Heloise-Briefwechsels (= AbHeBr bzw. Pseudo-Abälard im folgenden) gar auf den Philo Pythagoricus als großen Lehrer der Christenheit? Wie Thomas de ! Les œuvres de Philon d'Alexandrie (Ausg. R. ARNALDEZ u. a.), [961 ff. - De Vita Contemplativa =Contempi), Ausg. F. DAUMAS / P. MIQUEL, Paris 1963. - Quod omnis probus liber sit (=Prob), Ausg. M. PETIT, Paris 1974. - Deutsche Übertragung von L. COHN und I. HEINEMANN (71962). Bibliographie 1937-1986 von R. Radice / D. T. Runia (1988). Zur Gnosis Philos siehe die Artikel Philon (H. LEISEGANG) und Therapeutai (1. HEINE- MANN) in PAULY-WISSOWA, Realencyklopádie der klassischen Altertumswissenschaft, 20/1 (1941) 1-50 bzw. V 2 (1934) 2321-2346. - J. DANIELOU, Philon d'Alexandrie, Paris 1958. - Siehe auch E. R. GOODENOUGH, An Introduction to Philo Judaeus, Oxford 71962. - Ders., The Politics of Philo Judacus. Practice and Theory, New Haven 1938 (Neudr. Hildesheim 1967). (Bibliographie und Handschriften). - Coiloques Nationaux du Centre National de la Recherche Scientifique, Philon d'Alexandrie, Lyon 11-15 Septembre 1966, Paris 1967. Hier bes. S. 169ff. (P. BOYANCE) zu den engen Bezichungen zwischen Philos Werk und der Exegese griechischer Mythologie (vgl. Gunthers von Pairis De oratione); S. 207{f. (P. BRAUCHAMP) zum vom Himmel regnenden Manna als Symbol gnostisch gefaßter Weisheit und Seelennahrung (siehe weiter unten zur Minnegrotte Gottfrieds von Straßburg); S. 361 ff. (A. GUILLAUMONT) zu Eusebius’ Deutung der Therapeuten als friihchristliche Gemeinde von Alexandrien (ebenso Hieronymus, De viris illustribus 11; Johannes Cassianus, {nstitutiones 2,5) und Philos Vorstellung einer geistigen Ehe. H. A. WOLFSON, Philo. Foundations of Religious Philosophy, 2 Bde, Cambridge/Mass. 1948, Bd. 11, S. 94fF. zu den Priidikaten Gottes. Vel. Philos &xatovopitotov (WOLFSON: “unnamable”) und Gunthers innominabilis (De oratione, ieiunio et elemosyna, MIGNE, PL 212, Sp. 101 T., bes. 137 1T.); Philos ¿ppñtov (“ineffable”) und Gunthers ineffabilis; Philos Begriff der Eigenschaflslosigkeit Gottes (&notog), erläutert am Beispiel der Eigenschaft „Weiß“, und Gunthers defectus Proprietatis (vel. seine bekennerhafte Aussage: ego me nescire confiteor, d. h. er weiß es nicht, welche Eigenschaft er Gott zuschreiben soll), erläutert am Beispiel albedo (homo albus); schließlich Philos Verwerfung einer menschenähnlichen Vorstellung Gottes (avOpwndpopyas) und Gunthers Verwerfung der Anthropomorphitae, die Gott in forma hominis gestalten. Siehe schon meinen Hinweis auf Gunthers Neuplatonismus in: Gunther von Pairis und Gottfried von Straßburg, Miatdb 13 (1978) 140-183, bes. 171. Gunther und Gottfried sind nachweislich Phila- Jünger mit gleich hervorragender Kenntnis des griechischen (!) Opus Philoneum. ? Schon Clemens von Alexandrien spricht sachgemäß vom Philo Pythagoricus. Sein „Philonismus“ tritt z. B. darin zutage, daß cr (wie im Prinzip die gesamte gnostisch-manichäische Tradition) < fhito Gresis

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Hans Bayer | Philo Pythagoricus Lebensform, Brauchtum, Heiligtiimer usw. genau kennt, sondern an die jüdischen Schriften von außen „wie an etwas Fremdes herantritt, dessen Gehalt er sich selbst und andern erst erschließen muß“ (Leisegang). Philos Bibeltext ist der griechische der Septuaginta. Vom AT kennt er genauer nur die Thora. Offenbar lernte er die jüdische Religion erst während der Arbeit der (spiritualistischen) Auslegung ken- Bretagne schöpft der Pseudo-Abälard in der Tat aus einer neuplatonisch-gnostischen Tradition, die sich bis in die Begriffswelt hinein von Philo (ca. 25 v. Chr. ~ 49 n. Chr.) über die Messalianer (Euchiten) und Priscillianer bis zum hochmittelalterlichen Katharismus verfolgen läßt.’ Der Autor der katharischen Propagandaschrift De laude eremi (Pseudo-Eucherius), die Gottfrieds Minnegrotte-Allegorese zugrunde liegt, aber auch wesentliche Formulierungen Eckharts enthält, stiitzt nen, die zahlreiche Irrtümer und völlig unjüdische Auffassungen enthält.’ Das alexandrinische Judentum läßt keinerlei Philo-Verehrung erkennen. Kein einziger sich bei seiner Propagierung der Frei-Geist-Idee auf Philo, Origenes und Kassian.* heidnischer Schriftsteller hat ihn zitiert. Die ältesten Kirchenväter, voran Clemens von Alexandrien und Eusebius, deuteten seine gnostische Vorstellungswelt und Philo ist nach wie vor ein Rätsel der abendländischen Geistes- und Kirchen- Askese im Sinne der praeparatio evangelica und urchristlichen Lebensform geschichte, aber auch der Judaistik. Wegen zahlloser Widersprüche und Ungereimtheiten wurde mit Recht bezweifelt, daß die im gnostischen Sinne propagandistisch- 251 perfecti und credentes unterscheidet, die Elite der „wahren Gnostiker* (= Christen!), die zur Gott- Die in Prob und Contemp! geschilderten asketisch-kontemplativen Gemeinschaften (Essener, Therapeuten) haben das Mittelalter in besonderem Maße fasziniert. Die asketische Lebensform der Essener, die der Pseudo-Abälard im Kontext einer fontevristischen Vorstellungswelt anführt,” beinhaltet die Abtötung der Sinnlichkeit durch Enthaltsamkeit, ferner Abschließung von der Menge, Meditation, Ehelosigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit („essenischer Kommunismus“), schlieBlich Vollkommenheit als Endziel des asketischen Strebens. Mit ihren eigentümlichen Riten und Reigen erscheinen die Therapeuten als Vorläufer der klösterlich schau fähig sind, und die sonstigen Gläuben. Siche E. de FAYE, Clément d’Alexandrie. Etude sur gesinnten Messalianer, gnostici, die von den Zeitgenossen als „Choreuten“ und tendenziösen Schriften Quod omnis probus liber sit (= prob) und De vita contemplativa (= contempl) aus Philos Feder stammen. In früheren Jahrhunderten wurden gar der ganze Philo oder Großteile des Opus Philoneum als gnostische Fälschung angesehen. Philo-Forscher wie I. Heinemann, H. Leisegang, E. Stein u. a. haben aufgezeigt, daß der Gnostiker (so die überwiegende Einordnung) nicht in der jüdischen Gedankenwelt und Literatur lebt, ja nicht einmal jüdische Spiritualität, les rapports du christianisme et de la philosophie grecque au If siècle, Paris 1906, 274ff.: „Le Gnostique“, Der Abälard-Heloise-Briefwechsel {abgek.: AbHeBr bzw. Pseudo-Abälard ) wird zitiert nach der Ausgabe von J. T. MUCKLE und T. P. MCLAUGHLIN (Mediaeval Studies) in den Jahrgängen 12 (1950): Historia Calamitatum; 15 (1953): Ep. I-IV; 17 (1955): Ep. V-VI; 18 (1956): Ep. VI. Ein schwerwiegendes Versehen der Forschung: Ep. VII ist (außer der Einleitung) die kritische Replik auf den gesamten fingierten (häretischen) Briefwechsel, wie in der Zeitschrift für Kirchengeschichte im einzelnen nachgewiesen wurde. Siehe ebd. 100 (1989) 3-32. „Sonnenanbeter“ charakterisiert wurden.* Beide Elemente werden vom PseudoAbälard und (als persönliches Bekenntnis) von Gottfried angeführt. Der „sonnenanbetende“ Gnostiker wird als hoffärtiger Kater (= Katharer) in der Wartburgkriegdichtung persifiliert.? Es spricht viel dafür, daß Prob und Contempi als ausgeprägt propagandistische Schriften (vor Eusebius) durch gnostische bzw. manichäische Kreise des dritten Jahrhunderts in der üblichen Weise auf der Basis genuin philonischer Diktion und Vorstellungen sowie mittels Anknüpfung („Verzahnung“) an das vorhandene Opus Diese Tradition wurde von der Hiresieforschung nicht wirklich gesehen. Siehe zur hochmittelalterlichen Gnosis A. DONDAINE in: Rivista di Storia della Chiesa in Italia 6 (1952) 47-78; P. ALPHANDERY in: Revue d'Histoire et de Philosophie religieuse 7 (1927) 395-411; L. VARGA Philoneum fingiert wurden. Ähnlich verfuhren noch die gnostischen Kabbalisten in: Revue de l'histoire des religions 120 (1939) 175-193; H. SODERBERG, La Religion des Cathares, Uppsala 1949, 311f., 25017. - A. BORST, Die Katharer, Stuttgart 1953, 1-58. Lediglich I. von DÖLLINGER (Beiträge zur Sektengeschichte des Mittelalters, I, 1890, S. 34{E, SAff.) würdigt die Rolle von Messalianern (Euchiten) und Priscillianern bei der Übermittlung gnostischen Gedan- 5 Siehe den Philo-Artikel von H. LEISEGANG (Anm. 1). kengutes an den Katharismus. Zu den Messsalianern siehe: A. M. BURG, Messatianische Schriften und Lehren um das Jahr 400, € Hierzu E. de FAYE (Anm. 2). Diss. Freiburg im Br. 1942 (Masch.). - A. VOOBUS, History ofAsceticism in the Syrian Orient, 2 Bde., Louvain 1958-1960, I, S, 123-139. - E.A. DAVIDS, Das Bild vom Neuen Menschen. Ein Beitrag zum Verständnis des Corpus Macarianum, Salzburg-München 1968, 13-23. Zum Messalianismus im Spiegel der antiken Ketzerbestreiter, des AbHeBrund anderer hochmittelalterlicher Literatur siehe Hans BAYER, Abälard-Heloise-Briefwechsel und Conte du Graal in ihrer Zeit, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 1989 (100) 3-32. - Zur historischen und philonischen Substanz des Tristanromans von Thomas de Bretagne (Statuensaal) siehe ders., Antifeudalismus im Geiste der Gnosis. Der Tristanroman des Thomas de Bretagne und das Haus Anjou-Plantagenet, in: Gesellschaftsgeschichte. Festschr. f. K. BOSL, hrsg. von F. SEIBT, München 1988, Bd. 1, S. 55-70. * Hierzu Hans BAYER, Vita in deserto - Kassians Askese der Einöde und die mittelalterliche Frauenmystik, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 98 (1987) 1-27, bes. 2(f. - Zur Kassian-Schwärmerei des 11./12. Jh. und ihrem Einfluß auf Robert von Arbrissel siehe die Beiträge in L'eremisismo in occidente nei secoli XI e XH, Milano 1965. Siehe meine Aufsätze über den AbHeBr und Thomas de Bretagne (Anm. 3 und 4); ferner: Hans BAYER, religio vitae - Der Abälard-Heloise-Briefwechsel und die hochmittelalterliche Gnosis, in: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte 13 (1989) 221-245. ? M. FRIEDLÄNDER, Die religiösen Bewegungen innerhalb des Judentums im Zeitalter Jesu, Berlin 1905, Neudr. 1974, S. 114fT. - A. HILGENFELD, Die Ketzergeschichte des Urchristentums, Leipzig 1884, 87-149. - A. GUILLAUMONT in: Colloques (Anm. 1) 361. - BAYER, religio vitae (Anm. ~ 7). - Siehe insbesondere die Einleitung zu De vita contemplativa (Anm. |) und den Artikel Therapeutai von I. Heinemann (Anm. 1). C2 Siehe Hans BAYER, Meister Klingsor und Heinrich von Ofterdingen, in: MlarJb 17 (1982) 157-192, bes. 178 zu dem (elitären) Kater, der sich für so zart und edel hielt, daß er sich mit der aufgehenden Sonne vereinigen wollte, schließlich adch siner rehten (1) art ein Tier nahm, das Mäuse fing. Zur Herleitung von ‘Ketzer’ aus ‘Kalter’ bzw. catharus siehe DÖLLINGER, Beiträge (Anm. 3) II, S. 9, 293, 296. - J. DUVERNOY, Le cathurisme: La religion des cathares, Toulouse 1976, 303. Alanus ab Insulis, De fide catholica, MIGNE, PL 210, Sp. 366 (catharus aus catus).

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des Hochmittelalters, die im Unter schied zum al ini pe su erkennen lasse n. Nicht zufällig fällt das historisch e Rules : e exandrinis chen A im Judentum e; Prinzip „unjüdischen“ Kabbala (G. Scholem) um 1200 in der Proven > n und Donau (Regensburg) mit dem Höhepunkt Ma ri sowie an Rhei Eneici "n ni i Räumen zusammen. Wie e Mystik der Katharismus schließ, nahezu die gesamte neupy thago reische b Spiritualitä ali t ein, , soSO Philos allegorische Exe,‘gese als Diffe i renziCon erung a von Wons; und spirituellem Sinn (von den Kirch envätern übemommen), den = esoterisch-e er fi. À Charakter der mystischen Lehren, die Sicht der > paiHe i Welt als Exil der Sue = rlag den Mythos der Erlös ala erschien von A. Epstein (1887, 1890, 1891), Ep: (1887, ung, die Dämonologie Scholem - wohl aufgrund der Forsch gsarbeit I Baer (1959) ieee im geistigen Klima des Katharis 1890, era arc pe | 110. In. , u.a. - remjüdische Sektierer Persi Philo zitierten." le vorliegende psychologische und In diese Richt un n “ech i i i papes de regelt sich in der posit iven Zeichnung des a mn nther s De oratione, insbesondere tilitas (iR Usine in der i im gerad ildli cielo cen a. Tegernse er a arakterisierung seine s juden Antichrisispiel von Narbön, d. i. Die hochmittelalterliche Philo-Re zeption wird entsprechend ihrer vielfaltigen litetw Léa RE ae ima durch dreieriei Bestrebungen motiiert: 1. os uctoritas eine ischi i ps religio vitae, als Ubermittler Sr r neu re m cbr ; e erarbeit ung philonischen Gedankengute ung an die Vorstellungswelt s als Form geistig-literarischer und Erwartungen neuplato Pian und samnungen; 3. kritische nosis und dem Katharismus, Anpasnisch erweckter Adels- Auseinandersetzung mit der phil onischen Entlarvung hiretischer Dicht errivalen. I Die Hochschätzung Philos im AbHeBresitz besitz t ihre i literarisc i Entsprechung in den Tristanromanen (Tho mas, 10 G, SCHOLEM 2 Ursprung und Zürich 1960, 120, Abc,London 1955, NAN, 175, 242f. an PS E E poe ie hochmi ttetalterliche Glaubenskrise Ebd. 1, S, 164. Die Waldenser verwa viert seine kritische O. HOL Distanz, LAN DER, D Y, he wie ideologi Gottfried), in den Schrier Gun: AnfänKe der Kabbala, Berlii n ries Zur Kabbala und ihrer Symbolik, thers von Pairis, im Nibelungenlied, Kudrunlied, Reinhart Fuchs, Moriz von Craün, im sogenannten SchluBgedicht zu Hartmanns Büchlein und im Zweiten (Ambraser) ‚Büchlein. Aus Platzgründen werden die andernorts angeführen Belege für die Verarbeitung von Philo-Texten in dieser Literatur hier nicht mehr eigens angeführt, so Thomas’ _ Statuensaal (Philos Verwerfung der Kaiserbildnisse Alexandriens In Flaccum $ 3644), die „Choreuten“ der Minnegrotte als „Himmelsbürger“ (contempl $$ 11-13, ebr $ 146-148), die Einzelheiten der Sonnenmetaphysik. Auch Chrétiens Unterscheidung von le graal und un graalim Anschluß an Philos Unterscheidung der Bezeichnungen Gottes (mit und ohne Artikel) bedarf keiner weiteren Erwähnung mehr, desgleichen die theologische Substanz von De laude eremi als Grundlage von Gottfrieds Minnegrotte.” Die , Unwegsamkeit“ der Pfade der Weisheit - Esoterik und Geistesadel Mit Berufung auf die „hochheilige Gemeinschaft der Pythagoreer“ heißt es Prob $ 2, „man solle nicht auf vielbegangenen Straßen einherschreiten“, sondern sich über die „Meinungen der Masse“ erheben, der „Unreinen“ und „Uneingeweihten“, denen niemals wahre Bildung zuteil wurde. Diese vermögen „wegen der Schwäche ihres seelischen Auges, das naturgemäß durch den strahlenden Glanz geblendet wird, das intelligible Licht nicht zu sehen“ (§§ 3-5 - vel. Platons Höhlengleichnis). Nur „eine kleine Schar von Menschen“ betritt die „unwegsamen“ Pfade der Weisheit und Tugend, nämlich jene, die sich „echter Weisheit hingegeben haben und nur mit dem sittlich Guten Gemeinschaft suchen, unbekümmert um alles andere“ (De agricultura § 104). Sowohl die Vorstellung der „Unwegsamkeit“ der Pfade der Weisheit und Gottschau als auch die elitäre Distanzierung von der Masse der Genußmenschen werden vom Pseudo-Abälard und von Gottfried in nahezu derselben Weise zum Ausdruck gebracht. Hei tugent, wie smal sint dine stege, / wie kumberlich sint dine wege! ruft Gottfried im Tristan-Eingang aus, wobei er sich deutlich von jener „Welt“ distanziert, die keinerlei Beschwerlichkeit (swære) auf sich nehmen und nur in vröuden schwimmen will. Der Weg zum Heil in der kontemplativen clúse, die niht ufdie straze noch an dekein gevilde, weder an Straße noch Feld liegt, sondern in der tiefsten Einsamkeit (in wüeste unde wilde), ist arbeitsam und herte (16761 ff., 17071fF.). 1962 (= oe Dasselbe führt der Pseudo-Abälard in seiner Historia Calamitatum aus. Alleri ° arele + nDer h on im Spiegel der Literatur, 2 Bde, Stuttrfen Handelsgeschäfte, Auch Wolf a sa ens und Babylons, die ist strukturale Parallelent i y Narbonne als phisten“ zn Rolle von Synagoge und (dualistischer) Gentilitas Hiermit unvereinbar ist Wolframs Ch isi olle zuletzt mus, und zwar auf dem ah “ie ne der fernöstlichen „Gym noso poe cho of I Philo Pythagoricus dings kann er sich vor 1184 (Konzil von Verona) noch offen zu der pythagoreischen religio vitae bekennen. So berichtet er, daß die Pythagorei sich aus dem Treiben der Welt zurückgezogen und „in der Einsamkeit und Einöde“ (200: in soliturams Armutsideal moti- ] Eschenbach, Wille halm - Titure l (Ausg. W, J. SCHR Y Hierzu die Anm. 3, 4 und 7 angeführten Beiträge.

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dine et desertis= in wüeste unde wilde) gelebt hätten. Gemäß diesem Vorbild hätten auch seine eigenen Schüler - civiles delicias (= vreuden) meidend und vitam duriorem (= swere) bereitwillig ertragend - am Ardusson (bei Troyes) Hütten gebaut, (Unerwähnt bleibt, daß das Leben in diesen Hütten der Lebensform der Thera. peuten Philos nachgezeichnet erscheint.) Es war dies die Urzelle des Paraklet, Heloises Kloster, das wie Gottfrieds clúse non in plateis vel publicis locis liegt (TV,85 - vgl. Trist. 17076£.: niht uf die straze noch an dekein gevilde). Mittels der Brautmystik des Hohenliedes, die wie in der Minnegrotte mit der philonischen Sonnenmetaphysik verwoben wird, entwirft der Pseudo-Abälard das Bild der kontemplativ-asketischen Seele im Grab der Beschauung als Heloissa, d. i. deificata (vg), gotinne). Die Bemerkung, daB ein Verbannter (profugus) oder an der Welt Verzweifelnder {desperatus) in diesem templum spirituale Atem holen könne (respirare), deckt sich mit dem Lobpreis der habitatores deserti, der Eremiten in De laude eremi. Es sind dies Menschen, die - den Stiirmen der Leidenschaft entflohen und noch kurzatmig - in der mystisch-asketischen Klause Atem holen (Del. er., Sp. 211: spiritum anheli resumant). Auch hier wird die „Unwegsamkeit“ eigens hervorgehoben (705: in deserto et invio). Solcherart erscheinen diese katharische Propandaschrift, der AbHeBr und der Tristan als ideologisch-begriffliche Einheit. Philo lobpreist die „Verächter von Speise und Trank und selbst des Nôtigsten“, die sich ~ wie die Liebenden in Gottfrieds chîse, aber auch die vitam duriorem ertra- Alle goriae 11 § 75).chen (LegumnachallePhilo stgefühle“Sren“ weckten „LuFabeln Mosis 1 88i2-3) underfund Mens die E ,betóren” nach enen sire 28 $$ I legibus bus pd eedSinne des Publikums (De speciali Therapeutik)dos Cratdi ‘und „bes ‘(De vita hen pri (im Sinne der pythagoreisc e ng beschwichtigt zauberisch die n r =ae reine tung soll „He Dichtu poche er nd Bösen und heilt die von Unbesonnenheiten und Ver O ee dl ist großenteils wörtlich die stimmungen Tee F a frie nd E EEdie h der euten, Auc ds. Gott und rs the Gun a n e Dr r e Therap des gnostischen des Pseudo-Ab ‘an die Absichtswære und herzesorgen, Liebeskummer un ae: mit seinem use (nahe gende rd mit eyTrist. = udo-Abälagant ebenso der Pse zu lindern, 175: a e mapen und , d. i. ur miti ctus affe s ano hum Cal. t. (His Jum o= © senfie bringen bzw. seelische not geringen, rage nu menee - gemäß Philos Formulierung - nur das a clai rea). “ (8140: ir getihte ag cee rv a| aoe pes mit allerlei Kissen, Decken und „königlichem Bettzeug“, »SO gut sie es vermochte“ (18139ff.). Sodann läßt sie Tristan rufen und gibt sich ihm hin. Gemäß Gottfrieds kommentierenden Worten wiederholen die Liebenden den biblischen Sündenfali.!* Philos Distanzierung von den Genußmenschen schließt die Ablehnung der „meisten“ hellenischen Schriftsteller ein. Diese „vergeudeten ihre Bildung auf die Abfassung von Komödien und wollüstigen Schandwerken in Poesie und Prosa“ Die zuweilen obszéne Sprache Gottfrieds eignet also bereits dem Opus Philoneum. Gottfried von Straßburg, Tristan und Isold (Ausg. Fr. RANKE), ‘1959. nae N daß rkt,l )bemee nen eine der Syre alsden t. 80871 a r (vel. Tris use sna als Syrenuenm cant p en sch Men und e die „Begehrlichkeit“ weck ben dies bringt auch G druck, ie die i wenn er über d wörtli ther überträgAugt: ewieundGottOhrfrie e corrumpiti 15, Gun iche sittl n die (De or., Sp. 131: malitios e | ch singer vorwirft daß sieÀ „dur sie iber die Ohr Literatus,r, Qapei“ed ura $5 34-3des6).TrisDietanr (De agrivoncultder mysolc pertna Art beschwichtigomant. he Affektew ee derorgechist eundlesedien, istaufgewühl elt te ents e or., i A SP. muot und geblümte Teppiche her, um den „starken Kitzel“ ihrer Unmäßigkeit „durch Schatten eines (symbolischen) boumpgartens ein prächtiges Ruhebett herrichten, ’ gedan lich, sie sind jedoch in Wahrheit voll Unseligkeit“, Sie ahmen die „Weichlichkeit“ und „lässigere Lebensweise“ der Frauen nach. So richten sie kostbare Ruhebänke wärtigt. Außerhalb der chîse, zurück in der höfischen Welt, läßt Isolde im kühlen Rhythmen... zum rei a ;„glättenil: i - herz durch oren dieger).den it, chke hrli Bege e sch oni däm n e r i pi pi r p a ee lose wise diu : Betroffenen seiner geistigen Orientierung beraubt (8085ff. sinn s enbetörende höchsten geistigen Wonnen genießen. Da die Masse der Genußmenschen sich dem „weichlichen Leben“ und „Schwelgen“ hingibt, „nennt man sie zwar glück- Eben diese Kritik Philos an den Genußmenschen wird von Gottfried vergegenie zug genden discipuli des Pseudo-Abälard - mit dem „Erdboden“ begnügen, jedoch die Erguß zum Nachlassen zu bringen“ (De somniis I $ 121). 255 us Philo Pythagoric Ti e k Ei ä er zugrunde. Mitti els i r dieie MinMi nesäng inem Spott übe der rdeutldiuichvon“aransidder übenne, ter teri Dichmeis tan-uwe, Trisevro betont. 475der1ff:: |leit od gi nes N di angs (vel aMinleitærin des prännleiched“e , ne, ferner die lieben schar bzw. das gesinde mi i ” ar hadoen en). siiezen ge hen ung der homerisc 169 1) m. (An s aque Coll in: E ANC BOY er siga ficotio); fern sian ° teue tesiver u. Betrachter des Himmels. I ischer Deut ‘Anm. 1) 168 zu Gunthers mystisc ung’ der) dichten ete Bild geudscha die „ver i sondtexternimplidlzit Brie te e (Lie er nzun und fe » n Gotftind Im e nichto hebt babas Phil kann

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Philo Pythagoricus und selbst das Kudrunlied. Allerdings übermittelte nicht nur Philo, sondern auch Kosmologie - Naturgewalten und Schicksalsmächte als „unvermeidliche Notwendigkeit“ Noch deutlicher als die platonische Kosmologie unterscheidet Philo das Reich der Materie und seiner Eigengesetzlichkeit von jenem des Góttlichen. So läßt er seinen Neffen Alexander die Frage erörtern, ob auch die destruktiven Naturgewal. ten und verheerenden Seuchen Werkzeuge der göttlichen Vorsehung seien, so die Stürme des Meeres, die die Seefahrer in Not bringen, oder heiße Winde und Trockenheit, Hagel und Schnee, die die Früchte vernichten, oder plötzliche Erdbeben und Pest. Alexander schließt hier das Walten göttlicher Vorsehung aus. Die Betroffenen „wurden durch ihre Schwere vom Unheil, wie es heißt, angezogen wie das Eisen vom Magnetstein“ (De providentia TI $ 86-91). | Mit Platons Timaios (30 a 3) und Theaitet (176 a) argumentierend, schreibt Philo in seiner Gegenrede zwar Stürmen, Winden und heftigen Regengüssen einen der Timaios-Kommentar des Chalcidius, der in Chartres eifrig studiert wurde, Platos Vorstellung vom „kreisförmigen Umschwung der Welt“ und von den „unabänderlichen Schicksalsgesetzen“.'” Philos Begriff der „unvermeidlichen Notwendigkeit“ entspricht Gunthers necessitas inevitabilis als debitum naturae (De or., 190). Der Scholasticus betont ausdrücklich, daß das debitum naturae eine der Natur von Gott überlassene Gesetzmäßigkeit sei, weshalb man den Schöpfer nicht um ein Eingreifen in die natürlichen Prozesse bitten solle, so im Falle von Hunm, Dürsten, Ermüden oder Sterben (ebd. 191). Auch der Pseudo-Abälard führt Ep. 111 78 (in bezug auf den Tod) „alles Unvermeidiiche” (omne inevitabile) als der zöttlichen Vorsehung entzogene Gegebenheit an. Diz ist geschehen, ez muoz nu sin: { erst tot der guote Riwalin, heißt es Trist. 1703f. Necessitas inevitabilis! Ebenso das Nibelungenlied. Die häretische, bislang unbeachtete Salzburger Historia Calamitatum setzt sich wie der Autor des Tegernseer Antichristspiels kritisch mit Gerhohs Traktat úber die vierte Nachtwache auseinander.” Der Verfasser desillusioniert hierbei Gerhohs Nutzen für die Menschen zu; er räumt jedoch ein, daß Gott die ungehinderte Verwandlung der Elemente der Welt zuläßt, weil er ihre „unvermeidliche Notwendigk eit“ kenne. Die Naturgewalten seien daher nicht das Werk der Darstellung Christi als Herrscher über die Naturgewalten (totus omnipotens imperator venti et maris) am Beispiel des Niedergangs der Stadt Salzburg. Als Barbarossa göttlichen Vorsehung ($$ 99-100). „Gott ist überhaupt nicht der Urheber von irgendetwas Schlechtem, sondern dies erzeugen die Änderungen der Elemente“. Aus dieser Gesetzmäßigkeit „notwendiger Folge“ erkläre sich, daß unterschiedslos die Menschen an Pest erkrankten oder in Seenot gerieten ($ 102 - vgl. De aeternitate mundi).'* Die hier zutage tretende dualistische Sicht der Welt als machina mundi," deren katharische Propagierung der Waldenser Durandus von Osca zugunsten der göttlichen Befehlsgewalt zuriickweist,'* beherrscht das Werk Gunthers, Gottfrieds 18 Zu Platons Timaios, naios, dem Philo in seiner Kosmologi gie verpflichtet i ist, siehe: ist, si Platons misiert Ende des 12. Jh. der Waldes-Genosse Durandus von Osca in seinem waldensischen Liber Antiheresis (Ausg. K.-V. SELGE 1967), 11,691, indem er mittels Bibeltexten geltend macht, daß die Naturgewalten, Donner und Blitze, die Stürme des Meeres, die Dürren und die Nebel an den Enden der Erde der göttlichen Befehlsgewalt unterstellt seien. Y Philo, Gunther und Gottfried schöpfen gleichermaßen ihre fatalistische Kosmologic aus dem Timaios. Hier ist in Kap. VIII nicht bloß von Gunthers „kreisförmigem Umschwung der Welt“, der machina mundi die Rede, sondem auch von den „unabänderlichen Schicksalsgesetzen“. Selbst die kosmologische wie psychologische Chaos-Terminologie des Tristanromans findet sich im Timaios-Kommentar des Chalcidivs, z. B. die Vermischung von Liebe und Leid (mixtam ex voluptate tristitiaque), seelische beworrenheit (GyAoc ‘Gewihl, Gewirr), blinder unsin (&Aoyoc perturbatio, error u. a.), die Vorstellung eines an die Materie gefesselten Lebens, „dem bloBen Me ponen = erl. von O. APELT, Leipzig ?1922, 54. - The Timaeusof Plato, n Dial -HIND, | New York 1973, 115. - Platonis Timaeus imaeus iinterprete Chaicidio cum eius eius- Zufall preisgegeben“, „sich unstet allerseits hin und her bewegend“ (inordinata iactatio ‘das Hinund Hergeschleudert-Werden auf dem Meer [des Lebens} - vgl. Tristanroman und Kudrunlied). „Die Bäume kommen aus der Natur der d Erde und nicht von Gott“, sagen die i Katharer des dienne des Cathares du Languedoc, 1969, 159. - J. DUVERNOY, Le Catharisme: La Religion des ; Lis M oder: — nn gar nic! Zur katharischen Vorstellung der Ayle als matière chaotique" siehe R. NELLI, La Vie Quoti- Cathares, 1976, 701. (Naturalismus). - Zu Chalcidius bzw. dem neuplatonischen hyle-Begriffsiche schon J. R. O'DONNELL, The Meaning of Silva“ in the Commentary on the 'Timaeus’ ofPlato by Cholcidius, in: Mediaeval Studies 7 (1945) 1-20; J. M. C. van WINDEN, Chalcidius on Matter, Leiden 1959; F. P. HAGER, Die Materie und das Böse im antiken Platonismus, in: Mus. Helv. 19 (1962) 73-103; D. J. SCHULZ, Das Problem der Materie in Platons ‘Timaios' (Abh. zur Philos., Psych. u. Päd. 31), Bonn 1966. - Zu den (neuplatonischen) mittelalterlichen Platonici siehe auch geht seinen Gang, bringt Kälte und Blumen und Kom hervor; gegen machen“. E. LE ROY LADURIE, M n Inquisitor 1294-1324, Frankfurt/M. 1983, S. 349. 3 1 ontallin. Ein Dorfvar dem Zur katharischen Vorstellung el der machina mundialis siehe BORST,, Kat: Katharer (Anm. 3) 148, 153. A. DONDAINE, La hiérarchie cathare en Italie, in: Archivum Fratrum Praedicatorum 19 (1949) 280-312, bes, 309. Der Ausdruck machina mundi, den der Dominikaner-Inquisitor Petrus Martyr die bahnbrechende Darstellung in J. HIRSCHBERGER, Geschichte der Philosophie, Bd. 101963), als Terminus der Katharer verwendet (Summa contra Patarenos [1235-38], in: Archivum Fratrum Praedicatorum 17 (1947) 295-335), entstammt der mechanistischen Kosmologie des Lukrez (De natura rerum, V 96). Diese ,dcistische* Vorstellung ist ihrerseits Pythagoras (ewiger Kreislauf neLee Empedokles (mechanistisch gefaßter Umschwung des Kreises) und Platons Timaios ‘erp " Schon das Konzil von Braga ' in Portugal (561 n. . Chr.) Chr. verwirft uls Gnosis i der Priscillianer iscilli die Auffassung, daß Donner, Blitz, Stürme und Dürre Werke des Teufels seien (Enchiridion Symbolorum Ausg. H. DENZINGER [Barcinone *' 1960] § 238). Gegen dieselbe dualistische Kosmologie polewozu beipflichtend H. Happ, Hyle. Studien zum aristotelischen Materie-Begrif (Berlin/New York 1971), S. 813f. 2€ Historia calamitatum ecclesiae Salzburgensis, MIGNE, PL 196, Sp. 1539-1552. - Gerhohi Praepositi Reichersbergensis De quarta vigilia noctis, ed. E. SACKUR, MGH Ldl 3 (1897) 503-25. Zu dieser Auseinandersetzung siehe schon Hans BAYER, lepra universalis - Neoplatonism (Catharism) and Judaism ax Reflected in Twelfth and Thirteenth Century Literature, in: History of European Ideas 3 (1988) 281-303, hes, 287 ff.

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die miseri Salzburgenses bedrängte, sei niemand dagewesen, der in dieser „Not“ zu den Bürgern gesagt hätte: „Seid getrost...; fürchtet euch nicht!" (wie Christus als Gebieter über Wogen und Winde Matth 14,27). Wie die nör der Nibelungen, aber auch die calamitas des Pseudo-Abälard und die anguisse des Tristanromans resultiert die calumitas der Salzburger aus einer fatalistisch gefaßten Folge von Verhängnissen, die Sittenlosigkeit und Verrat einschließt und (wie dort) jegliches Vertrauen auf die äußere custodia (Schutz, wachsame Kontrolle - vgl. mhd, Auote; Thomas, Trist. 1644: gaiter, 1747: garder) ad absurdum führt. Im Einklang mit der angeführten Philo-Stelle wird zudem die Auffassung verworfen, daB Seuchen Mittel eines göttlichen Strafgerichts seien. Während Gerhoh die Vernichtung von Barbarossas Heer vor Rom (1167) als Triumph Christi über den populus Antichristi deutet, wird in der Historia calamitatum dieselbe Katastrophe platonisch-philonisch aus mit „dringender Notwendigkeit“ sich voliziehenden „Folgen“ und „Nebenereignissen“ (Philo) erklärt, d. h. medizinisch-empirisch als Wirkung giftiger Dimpfe, der Pest usw. (vgl. Lukrez VI 1090ff. über die Ursache der Krankheiten).?! Angesichts dieser Desillusionierung des Glaubens an das unmittelbare Eingreifen Gottes in dic Eigengesetzlichkeit einer dualistisch-fatalistisch gefaßten machina mundi - der „fatalistische* Geist des Nibelungentiedes und Tristanromans - haben wir unter den Pitagoricae litterae, die in der Salzburger Vita Eberhardi als Unterrichtslektüre des bildsamen Zöglings lobend erwähnt werden, in erster Linie das Schrifttum des Philo Pythagoricus zu verstehen2? . In Entsprechung hierzu wird in der fingierten Tegernseer Briefsammlung, die in der ersten Lage das häretische Antichristspiel und Phönixgedicht enthält, implizit das zeitgenössische Interesse an Philo zum Ausdruck gebracht. So bittet ein (naturgemäß anonymer) Absender den Abt Konrad (1126-55) um die Benützung des Philo (Pez VI, 1, S. 379). Erhalten ist Clm 18481, von dem die Exemplare aus Schiift- Jam (Cim 17133) und Benediktbeuern (Cim 4569) abhängig sind (MBKD IV, 736). Das Verfahren dieser „Werbung“ des „Fälschers“ für das (den fingierten Briefen immanente ,,Weltbild“ des) Corpus Philoneum gleicht demjenigen des PseudoAbälard, der die Kirchenväter in den Schriften der Pythagoreer und Stoiker Rat suchen läßt (vgl. HC 186). 22 Die Menschen sterben wie Tiere. Als cadavera sind sie Regenwürmer und vom Meer angeschwemmte Heuschrecken. Die Salzburger Historia, deren Handschrift (Benediktinerabtei Lambach, Cm! CXXXVIII) in jüngerer Zeil spurlos verschwand, wird nicht bloß von dem fatalistischen Geist des Nibelungen- Hiedes beseelt, sie zeigt auch bemerkenswerte formale Parallelen zu diesem Werk (2. B. das Homhautmotiv in bezug auf den korrupten Klerus, us ad Jaesionem... nullum telum pertranseat - vgl. NI [Ausg. K. BARTSCH / H. DE BOOR, *1957] Str. 100: des snídes in kein wafen - Leviathan = fintrachen). Die Historia ist durch und durch häretisch, z. T. sogar blasphemisch (vgl. 1543 die Darstellung Christi) und äußerst papstfeindlich. Diese Salzburger Viten verdienten einmal eine genauere Analyse. Wie im Falle der Tegernseer Passio Sancti Quirini 2 ist hier Parodistisches zu beobachten. Z. B. erscheint bemerkenswert, daB der Orpheus-Vergleich des Kudrunliedes (VI. Aventiure) zusammen mit (lateinischen) TristanFormulierungen in der Vita Sancti Eberhardi Archiepiscopi Salzburgensi s (ed. W. WATTENBACH, MGH SS 11, Hannover 1854, S. 77-84) anzutreffen ist. Vel. Vita 79: modulationis dulcedine - Kudr. Str. 377: süeze wise, ferner das Wortspiel mit sonare 78 und dienen Trist. 47901T., die mlat. Formulierung puericia indiscreta und Trist. 301: effiu kint / diu seiten vo rbesihtic sint, letzieres im Anschluß an die Pythagoras-Worte Ovid, Met. XV 204ff. Dieselbe Stelle 259 Philo Pythagoricus Mit feiner Ironie persifliert Gottfried den Glauben, daB die Naturgewalten gleichsam ,zitternd" (bibende) wie furchtsame Ministerialen Gott unterstellt seien (2410: dienesthaft, ein feudalrechtlicher Terminus’). Pointiert wird die Seefahrt, das sweben uf dem wilden se (7493), im Sinne einer chaotischen Bewegung der Elemente geschildert. In Entsprechung zu der angeführten Philo-Stelle und dem inordinata iactatio-Begriff des Timaios (= Hin- und Hergeworfen Werden) werfen die wilden Wogen“ den Helden wilent her und wilent hin (15961), wilent ufund wilent nider (2431), wa unde wa (7504), so daß er zielios mit seinem wiselosen (‘nicht gelenkten, irre gehenden’) schiffelin dahintreibt. Hiermit wird Gott als Lenker der Naturgewalten ausgeschlossen. Für das Böse, den übelen wec (vgl. 88121T., 8844 ff), kann Gott nicht verantwortlich gemacht werden. o . Wenn Gottfried also seinen Helden, der soeben den „wätenden Wogen“ Wut“ ist für Pythagoreer und Neuplatoniker böse, teuflisch, destruktiv - entronnen ist, mit den Worten begrüßen läßt: swaz so dich her gevüeret hat, / got oder wazzer oder wint... (7613), so formuliert er hiermit wörtlich Philos Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Vorsehung (got) und den destruktiven Elementen (wazzer, wint). Zugleich läßt die Frage: got oder wazzer oder wine. ..? das Pythagoras-Buch der Metamorphosen Ovids anklingen. Hier wird berichtet, der Philosoph habe die dualistische Scheidung von Gott und Welt gelehrt, quid natura, docebat, quid deus bzw. quaefulmini esset origo, luppiter an venti... tonarent (Met. XV 68ff.), also got oder wint. Allerdings wird diese Problematik schon in Thomas’ Roman thematisiert. Am Schluß des Werkes machen der Sturm und die Windstille auf dem Meer sowie der Haß bzw. die Rache der „anderen“ Isolde (vgl. 2595fT.) als Elemente einer chaotischen gottfernen machina mundi Tristans Versuche zunichte, sein Leben zu retten. Wie die „Stürme“ der Leidenschaft, die chaotische Affektewelt, sind die Naturgewalten dämonisch-destruktiver Natur und dem Reich des Gôttlichen wesensfremd. Noch die Lebermeerszene des Kudrunliedes macht deutlich, daß die Auffassung, die Wirkungen der Naturgewalten seien gotes werc ( 1135) bzw. gôttliche Vorsehung (1134: als ez got geböt), eine Selbsttäuschung ist. Die Menschen deuten das Wirken der Elemente je nach ihrer Interessenlage. So ist Str. 1125 der gefährliche Wind böse. In Str. 1130 sind es Gottes gute Winde (got wiirket manigiu were), die materielles Glück in Aussicht stellen. In Str. 1132 ist die Windstille böse, da sie die Schiffe im Lebermeer festhält. Danach ist der Wind wieder nützlich, also gotes werc (1135). Als dann der Sturm tobt und die Schiffswánde zu bersten drohen, ist nicht mehr von gotes werc die Rede, sondern ganz im Gegenteil davon, daß Gott ichristspiel4 in der h unmittelbar neben dem Tegernseer Antic i i auch im Tierstimmengedicht erscheint betreffenden Briefsammlung verarbeitet. Siehe hierzu Ilans BAYER, „Vita cum Phoenice complice” - Gottfried von Straßburg's .gotinne” Isolde, Chrétien's Fenice and Neo-Platonic Mysticism in Alsace and Troyes, in: Orbis Litterarum 43 (1988) 20-31, bes. 24f.

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die Seeleute „vergessen“ habe (1 138). Schließlich stellt sich heraus, daß der „Wind hier niemand schadet“ (1139). Solcherart wird in begrifflicher Anlehnung an das antikatharische Kapitel De pluvia er tempe state des Liber Antiheresis (vgl, 11,70: ad vocem suam - als ez got gebôt, elevat nebula ~ Daz genibele zôch sich héher) jegli ches Bestreben ad absurdum geführt, die Natur gewalten der Allmacht und Vorsehun g Gottes zu unterstellen. Selbst der Magnetstein, der in Philo s Dialog (prov II $ 90) die Unausweich lichkeit des naturgegebenen Unheils verde utlicht, wird vom Kudrun-Dichter angeführt. Wie bei Philo der Magnetstei n Eisen anzieht, ohne daß eine ande re (góttliche) Kraft dies verhindern könnte, ziehe n magnöten die steine durch ihre Wirkung auf die Anker und Mastbeschl äge die Schiffe in das vinster mer (Str. 1126). Es ist dies die in der Salzburger Historia Calamitatum angeführte naturwis senscha ftliche Erklärung! imneur Philo Pyihagoricus Carmina Burana - gibt gemäß Oitos Geschichistheologie den Königen Heil, sondern Gott (Ps 144,10). dia Consinnintpetions EE uf re aoe vy lest validi fluctus r mer (tenebris), dem eine zufällige Wolke seinen Leitstern verhülit (premit invida nubes) und die Richtung raubt, schildert Gunther in seinem Ligurinus (i 19311 .) Das Gleichnis verdeutlicht hier die politische Situation des fiihrerlosen Reich es, aber auch die Launen des Zufall s als der eigentliche Lenker des Weltg eschehens. Wie im vorgenannt en Schrifttum erscheint die Allmacht Gottes durch die Macht des Schicksals als Gesetz des Kosmos und blinde Kausalgesetzlichke it ersetzt. In stoischer Weise wird das Weltgesetz gleichsarn als ein Natur gesetz begriffen, als eine dem Göttlichen entzogene Ursac henreihe, Hierdurch wird die Freiheit äußerste eingeengt. Die Schickunge Sr individuellen Lebensereignisse erhalten den Charakter des Zufäll Fortuna, Deus oder ven ie mon wird die sichere LE De irnn a as De mI iqui ie verschiede n Beute“ (= geraubte Reliq uien) auf die v ikers Âgidi usn mit Anklängen an à jligkeit* des Abtes (Vision des Klerikers Agi eg itatum), günstige Windverhältnisse und daher die Salzburger Historia Calamita , hitivende Laube g in Ú eigener gefahrlose Uberfahr Traum), der* schü t Martins (Ma ttlichen Schutzes (Gunthers Deutungnea ). Dem Martins Traum als Verheißung „götlli : widerspricht wiederum wie im Tristanroman ja i die pointierte pointierte Wildheit des Meeres, i : Gefahren, : Winde“, oder Piraten, 1, »„deren jede „grausiger Sturm und |allzu heftige 1 Dennoch wird die „heilige Beute“J als ich“ schon die Reise gefährden könnte. Martin hinzeste‘ aes Geleit und „Friedenspfand“ des „heiliDen gen Lene * wei le von (dies gegen die unheiligen Piraten, die Martins Schiff nicht plündern, hurtin, Gott ,geziigelt* wurden). Die Bemerkung, daB die Piraten die Reliquien sc "als La sie ihrer nicht würdig“, steht wiederum in ironischem Gegensatz zu dem Kirchenräuber Abt Martin. Mit dieser Persiflierung des Glaubens an eine göttliche et eh nr te verknüpft Gunther die Desillusioniening der Tendenz der Mächtige: m... tium und Imperium, die Gnade Gottes fürjegliche Untat zu Frs repi des Willens (wie im Tristanroman) aufs n des Fatums und der historischen ie XXI), also got oder wazzer oder wint. Ahnlich pts cient n Die Situation des Schiffers im vinste 261 Prozesse, ja igen. Das „Würfelspiel des Schicksats“ (Lig. 1 239f. : aleam ludere) ist in nichts von dem Spiel der Winde und Wellen zu unterschei den, dem die Helden im Tristan und Kudru nlied ausgesetzt die Eroberung von Häfen und Schiffen (V1,70; XV11,99), die Bran sind. Sowohl in der (dualistischen) Teger nseer Passio Sancti Quirini (2) als auch im Ligurinus steht das Würfelspiel des Fatu ms als Wirkursache am Anfang der geschichtlichen Entwi cklung, nicht eine göttliche Vorsehung, in kret die Tétung des Sohnes eines der Passio sogar ganz konbayerischen Edien mit einem rochu s bei einem Wiirfelbrettspiel.? Auch im Ligurinus ist die große politische Welt Schauplatz des „Würfelspiels des Schicksals“ (1239 ) und der „Laune unbilligen Zufalls“ (casus fari iniqui), womi t nichts weniger gemeint ist als (Konrad). Welche Relativierung des „Plan der Tod von Barbarossas Vorgi inger s providentieller Ordnung“, der in der Vorlage, Ottos von Freising Chron ik, das Fatum als Größe in der Zeit seiner Eigenkraft beraubt! Nicht der „Kreislauf irdischer Dinge“ (1 5: motus volubi lis orbem), die machina mundi mit ihrem Wechs el von „Unbilden des Schicksals “ und „heiteren Losen* (Gunther) - mit gleicher Tendenz die fatum- und Jortuna-St rophen der > Kudrun, hrsg. und erl. von E. MARTIN, Halle/S 71902. * Gunther von Pairis, Ligurinus, MIGNE, PL 212, Sp. 327/f. - Ubersetzung von Th. VULPINUS Stra , Bburg 1889, * Hierzu BAYER, Graf (Anm. 11) Il, S, 453ff. hrsg. taaten, übers. von A. SCHMIDT, i " ESS ns D nL egpor Non fortuitis casibus, sed Dei ee rra die metamorphose-artige Leip oa mr> ee = = sche Prozesse, die in den Tristanromanen, im Nibelungenlied und Moriz a von W. ich aber gisotet si / zem anderen Lii ; ke a a wärtigt wird (Trist. 19005 ff.: ich viirhte, geraten bin). Thomas (LeRoman de fanes oe teres Mal in den Liebesbann einer IsoldeZwecke een en dea J. BEDIER, 1902) spricht. zum , 503, A 7 ra Siehe schon BA ogi + es bzw. sors mundana (vgl. Historia pet ra deeXXIV er cp RIANT, we. Gebrauch beider ra den synonymenreguntur, Genf 1877), Str. est fatum, ian Dee. Cioni —x omnia id fegem, siche n fr c. 177: text hanc fortuna- ae dei el naturam. Zur fatalistischen necessitas siehe ebd. 268/11. Diebzw. sus an Prose Mina Bu = sind im neuplatonischen Geist und Kreis Gunthers philonis on Te von einer lator e cht auch in diesem Bereich (fortuna, fatum) gelücke, auf das gta al > i a über da glesine a Es zeigt Gottfried in der Strophe d. h. es schwankt, und hat cranke bs eta pr de“ der Glücksgüter auf: ez wenker, bauen kann, da es leicht IS Li ie man auf das Glück nichtbzw, “arme Bestand so daß si das Glück als „etwas Schwankendes“ als „einen sehr schwankenden Abrahamo $5 263-264).

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(XXI C ,13, vel. gi XX IV, XXV,125) . In Gunthers Persiflage sind die faubenden ung Philo Pythagoricus r Eckhart zum lkeit) des Neuplatonikers Meiste (ite “ ere „Le n che tis ske h-a ;sc mt. kom Ausdruck ung wilder Pferde und der Philo macht von der stoischen Metaphorik der Zügel einer geordneten Affektend Zusta den Meeresstille des Gemüts Gebrauch, wo er tet die im Gleich- ). Die Leidenschaft zerrüt welt erläutert (De agriculturael$5t.67-76 Sie ist cine Schlange, die sich in jede der Sinnesgewicht befindliche Affektew k in Die Bemerkung daB fe ein gläubiger Chri me, andere: Christveletwas (XX1V, dürfe decki sich UE.123: Nemo fidelisAubiger igitur aliud, credere de clp oder meinen , . mit der Haltung der dogmatisch-militant gezeichneten Peck vo), ! eg Se iz EthosOS - apatheia und kon ec est di Sides . ... / Qiuisq cclesia , uis est » qui credit alit templative Kathar sis als Selbsterl {4 hune er, üsung Gemäß Hehe au otsei sineF'atoniinterni sch-stoischen Grundhaltung lehrt Philo daß der N, fordert, Jamme Toten, denen„schuldigen n siewerd klage, Schlagen an dile3Brust als törichtTribut“ verworfen (De Abraha = hsi druck (De De or., or. Sp. 121, 191) . Auch im AbHeBr werden mo = die üblichen Begräbni ssitten „rechzufolgen“ als ibn zu begraben (Ep. A gg Wunsch ist es, cher Abälard Zorn und ersticke d " i ; as Gebet mit Trä a Ne neds Si inevitabi (ez bzw. necessitas naturae aa muoz nu sin) >einhaltet von Wate Verwerfung Philo die beidebitum wie als e Leb ensn a pa si i Hi i reéme bal und bejaht das D gleichsam als Seelenarzt (Th verwirkl icht agen (= Schicksa] di erapeut) die an dn ilos, 3 ti we Na zw. vl blinwahrnehmungen einschleicht, bestrebt, den Betroffenen „mit giftigem, unmerklichem Biß zu töten“ (ebd. 97). k (mit gleichem Sinngehalt) in Gunthers De Während die Meeresmetaphori (zusätzlich) den ethischen oratione eine wichtige Rolle spielt, führt Gottfried haft der Blansche„Tod“ bzw. die „Vergiftung“ durch die Liebesleidensc an, sodieingleich sam eine zene, tranks flur-Episode (1307: als ob sie wære tot), in derinLiebes die „im libes, des Just die auf bezug . Vergiftung schildert, insbesondere 12240ff wie ein SchlangenbiB. Über diesen Herzen schwärt und uns innerlich tötet“,minneSiechen wird auch im sogenanndes htung Vernic dämonischen Biß und die in) geklagt.” ten (katharischen) Schlußgedicht (zu Hartmanns Büchle mit unerbittlichem Tod droht“, Wie Philo der Schlange der Lust, die „der Seele der Gesundie „Selbstbeherrschung und schützende Besonnenheit“ als „Mittel philonider in ed Gottfri auch dung und Lebenserhaltung“ gegenübersiellt, führtEnthaltsamkeit und Selbstz ügedie Seele“ schen Metaphorik des „Gartenbaus der unde geluste scher dämoni sich an, Mittel als lung (sich enthaben, sich hüeten) das Gottfried hier gelange zu erwehren (17738ff.). Das zügelnde Ethos der maze, sch-stoisches als Kardinaltugend der „guten“ Frau anführt (18015 F.), ist philoni Selbstkondieser Zu Ethos, als solches „Fundament der Seele“, wie Philo sagt. amica (amor spiritasche trolle (enkrateia, d. i. „Herrin über sich selbst“) als platoni ed Abschi beim ) Heloise t Pendan His im Sinne des AbHeBr) gelangt Isolde (wie ihr fwingen zu sich und bleiben zu n vriundi von Tristan (18597{f.), wo sie gelobt, seine ns Klage), das nicht aus Hartmanns Feder Yagi. im sag. Schlußgedicht (= 1645-1914 von Hartman das zu dem BiB des Dämons in Bezichung haft), Leidensc r sexuelle e stammt, das unheil (Diimoni die zerrütiete Affektewelt (kumber) des auch aber gesetzt wird (mir bluotet noch diu wunde),erwartet (Hartma nn von Aue, Die Klage - Das [zweite] seeldelósen, der tróst nur von seiner gotinne Berlin 1968, V. 1671 ff). Im Zweiten ZUTT, H. von hrsg. ch, Heldenbu r Ambrase dem aus Büchlein n) „Tod“ durch die Leidenschaft: ( ethische den auf bezug in orten Büchlein heißt es mit Philo-W bzw. reiten kann (50). Hierzu heilen i. d. neren, niht sie begrebet lebenden man } der sich als ich Hans BAYER in: Sprachkunst XII (1981) 1-28. Das Zweite Büchlein in den Inquisitionshandbüc i vd Siche BAYER, Gral (Anm. hem: 11) I, dy XIX, 150 Da velit et non aliter, ” ’ è wurde schon im 19. Ih. Gott- (brillante ,Advokatenkünste“ der Argufried zugeschrieben, dies aus eher formalen GründenWortscha tzes, Reimkunst u. a.). des en lichkeit Eigentüm mentation [SCHONBACH], anzutreffen, so der Vergleich mit Aher auch andere Metaphern Gottfrieds sind bereits bei Philo us$ 4. Die „Blindheit der Sinne, an der der unechten Münze (12305: base conterfeit) in: De virtutib weil sie kein dagegen schützendes sind, n gestorbe vorher m gleichsa n Lebzeite viele noch bei ds Blindheitsmetaphorik zugrunde Gottfrie s einerseit liegt 11), $ (ebd. Heilmittel finden konnten“ der Kluge des Zweiten Büchlein ch wörtli eits (blintheit, blinde liebe, blinder unsin), anderers man / der sich... niht neren kan, also „bei Lebüber die Liebesleidenschaft, die begrebet lehenden zeiten gleichsam vorher gestorben“ ist.

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(‘beherrschen, Zaum anlegen’ ime genese (‘am Leben blei , Philos enkrateia-Metapher), ben, selig werden’, Philos „Ge durch daz er mir und sundung und Lebenserhaltung“ als Frucht der „Sel bstbeherrschung“ bzw. „Stetigk eit“).? Philos Bild der Weisheit und Tugend als das Wachs der (appayic ‘Siegel’, übertr. ‘Besiegelu druck, Eingegrabenes’) kom druck. Mit dem Satz: dirre pel, Ab. mt gleichfalls in Isoldes Absc kus sol ein insigel sin (Trist. eigene ethische Haltung eines hiedsworten zum Aus- 18355) möchte sie Tristan sieten sich enthaben „ einprägen“ Gottfried übernimmt wie der gnostischen Seelenarztes, Seele prägende Siege] ng, Bekriftigung’; x0paxráp ‘Stem ihre , Die Selbstzüge- Pseudo-Abälard gegenüber Helo ise die Rolle des wo er seine edelen herzen mitte ls Philos „Landwirtschafts kunst der Seele“ belehrt. Dies e besagt, daß wie alle „wertlos en Wildgewiichse" die Sinnenwelt zurückgeschn itten und das Reisig des „wil den Holzes gezähmt“ werden muß (Quod deterius potiori insidiari soleat$$ 110-111). Die „Bäume der Affekte", die „hochgewachsen waren, um verderbliche Frucht zu erze ugen“, müssen bis auf den „kleinsten Rest“ weggeschnitt en und entfernt werden (De agricultura $ 10; vel. 8 17: prob §§ 69-70). Man kann nicht Bilsensamen sien und dann erwarten, daB Rose n aufgehen, führt Gottfried aus. „Wir müssen schneiden und mähen, was wir gesät haben“ (122351). Die minne (als Baum der Affekte) brin gt sonst nur verderbliche Frucht hervor, unguot und unvr uht unde unart (12243), Nur auf dem Wege einer völl igen Enthaltsamkeit sind nac h Philo die „Wonnen“ einer geisterfüilten beschaul ichen Seele zu erlangen. Gott fried berücksichtigt nicht bloß die Vorstellungs welt des AbHeBr und der katharischen Propagandaschrift De {aude eremi, um das gnostisch gefaßte diesseitige Heil in der chis e in wüeste unde wilde zu vergegen wärtigen. Er stützt sich unmi ttelbar auf Philos Deu- $$ 43-47). Der locus amoenu s der Minnegrotte erschein t mit seiner paradiesischen Welt und seinen vom „Gei st“ (muot, platonische minn e) lebenden Himmelsbiirgern dem nach Son nenaufgang gepflanzten nachgestaltet.% Als wörtlich e Tugenden (De somniis 1 §§ % Zu Philos katharoi, den ‘Rein en’ 4-5. Lie in asketischer (eremitischer) wüeste unde= een:ar ] -52); Jakobs Schlaf auf dem Stein 1 Mos 28, s pain de iste Seele, die „sich nach der Höhe hebt i den urbildlichen und unkérperlichen I us e cul Tolle umglänzt wird“ (De somniisScI $ mn be à x tal j hlaf auf dem Isolde beijiihrem kontemplativen inne Unter von Religiosen ersten der Strahlenmystik tische A engiatonischcriprai ee von Jakobs Schlaf auf dem Stein führt Philo den wm DE tnis* an, der den Diirstenden an der Weisheit der göttlichen on , ae (ebd. §§ 4-6, 72-85). Wenn Gottfried den mystischen ss stea die ,, ei i der geisterfü Ilten tugendhaften Seele, des Aufstiegs pr ed eae j chise als durchlüter erchlá aIs diu sunne (16740) schildert, so lehnt er ich rt ai templativen iermit an Philos Sonnenmetaphysik an. Das o iterü ii (vgl. leukós “leuchtend, q rr a ieripregi i i ä er das Präfix äfix “durch” widmet. Hier erklärt (diaÀ halb man mit ‘durch und durch klar das I iper in übera a aeens der „von den Sonnenstrahlen bei wolkenlosem un = ata = it ausgehende Glanz“ (§§ 201-202). Wie im Opus Philoneum ist. so 1 _ bei Gottfried das Attribut des sonnenklaren Quells eitecile iven Seelen erquickt, „die Selbstbeherrschung, ceit U Sotalol als Fundamente des ganzen i pai iViens i i ird die kontemplativ-asketi ) LS orne enchise Hedeutlich br als „Zu fluchtsstätte der Seele“ dargestellt, in Gottfrieds mystischer Nuchtssti He Mm ie - wie der wunderbare Hirsch als mystisches Sinnbi | Conai sicher einlaufen kann“ (§§ 122-125; vg). Trist. 17308: al dargevioh er, d. h. er rettete sich in die clüse, unde genas). | ande (kontemplativen) asketischen Seele“ (§ 126), nn ae an E von Gottfried breit aus- (vel. cathari ‘Katharer’), d, i. Weis contempl $$ 65-66 (Ther apeuten) und prob §§ e * iinventione $$ 137-140; vgl. die von Wolfram persiflierte Tausymbolik der Minnette); die „Reize“ und „Genüsse“ der göttlichen Weisheit, die wie in = angeführt der „Duft“ der Tugenden), die etymolog ische Deutung des Gart ens De somniis II § 242 und die N 265 "Zusammen mit Jakobs Schlaf auf dem Stein, nach Philo der nn c in 49-52 ~ Trist. 16836: gebalsem ete minne) und der „beseligende Glanz“ der göttlichen Sonne, d. i. die „in der Seele aufleuchtende Tugend“ (vgl. 17067 diu sælige gleste, die „beseligende“ Sonne der dur ch die vensterlin der Minnegrotte strômenden Eden als „froher Genuß“ ( vgl. aean Philo Pythagoricus 2,8) paradiesischen Garten (1 Mos Enisprechungen seien hier é en und Besonnenen, siehe * Zur Minnegrotte als „lecus amoenus* siche schon F. €. TUBACH in: Neophil. 43 (1959 R. GRUENTER in: Euphorion ) 37-42; 55 (1961) 341-404, istische Vorstellung des leiblichen „Grabes“, aus em di n le ne Isolde in ihrerfossiure er rnrre alisoher Flügelmoti \ i 169601ff. das entflieht (vgl. $$ 139-140 und Trist. ee iritali: (AbHeBr), die Hochzeit der Liebenden im Askese). Der amor spiritalis ut ai “oder von Philo i i i o in in der Bemerkung zum Ausdruck gebr wird (Minnegrotte), je irdische irdi und Kinderseg nicht die (sexuelle) Verbindung von Mann Mi n Frau „guten 1 ui hervorbringe, i vielmehr „solche Hochzeit, it, die nicht Körper ; verbindet [vg]. od nende Schwert zwischen i Tristan i und Isolde}, ide}, sondern mit wohlgewac y ui int“ ($$ 200-2 01). Eben dieser Gedanke lieg llkommene Tugenden vereint“ palin Sexualität der Liebenden als mystische habitatores deserti zugrunde.

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Wie Meister Eckhart verkniipft schon Philo mit der Besonnenheit des weltverachtenden Weisen den „Adel der Seele“, der ihm aufgrund der „in seiner Natur begründeten Freiheit“ eignet. „Die edien Seelen besitzen nämlich etwas Königliches. Ihren strahlenden Glanz lassen sie durch den Neid des Schicksals nicht verdunkeln“ (prob §§ 123-126). Ebenso wie die edelen herzen Gotifrieds zweierlei Adel meinen, das veräußerlichte höfische Menschentum und den Adel jener Kontemplativen, die der Welt der civiles diliciae (vreuden) entsagt haben, scheidet Philo rre das Heil des Nächsten eine Eucharistie-Analogie. Diese ist den ea dae Ser stus in jedem Vollkomme Die hier aufgezeigte Lu. | . lassen. Orientierung an der griechischen erden api verhüllte — ae ic! er ae en (Ambraser) Büchlein dochconovw Gunthers De oratione und imderZweit taative t Gebe auf n seine us Scholastic I De oratione bezeichnet theos ‘ ebia (De or., 108). Nach Cyril a = als Askese reduzierten Kultliani on arn eter“, deren a nten sich die messa schen „Sonnenanb er Lai È 7 i ig (De beis theose ist, ar greifb id bHeBrund Tristan282). i Der Verfasser des Zweiten Buichie dem Pseudo-Abälard, ja dem Verfasser des Reinhart Fuchs als katharische antifeudalistische „Animal Farm“ verarbeitet wurde. zurück: ezzet mich vnde lazet si genesen, d. i. am Leben (1942f.). Philo zieht Scantecler den Tod der Knechtschaft vor. Wie . en Weisheitslehren (46f.: der mich hisch ademsastrichvonichdenzegriec et a Kriechen). en kunde / nách Philo prob & hypocrita-bzw. simulatio-Vorwurf bekennend aufsich zu nehmen, den Hahn Scantecler sich als einziges Tier todesmutig opfern. Als Pinte, Scantecle rs Frau, als Suppenhuhn gekocht werden soll, um dem Fuchs (= Kardinallegat) als Arznei zu dienen (RF 1940f.), weist Scantecler dies mit den Worten des philonis chen Weisen Wie der Hahn bei möglicherweise schon bei (Pseudo-)Philo die trotzig-todesmutige Aufforderung des „Weisen“ und „Freien“ an den Tyrannen: ,,Brate, verbrenne mein Fleisch, trinke... mein Blut!“ ist Scanteclers ,,ezzet mich!“, also mein Fleisch, als Bereitschaft zum Blutopfer für in dung zur Alexandrininischen Geisttheologie, die einer b mos GrakBuch zeichnet,’ die Orientierung an i Ru :k. Stia t auchnneN tion, So=„fleh hischener >Tradiin griecflieB a eoireinefolgtn Quell especi le ru heiligem Mund 2 fried . Letztere Vorstellung entspri iden“ (lä "nl een der von den Musen erleuchteten sinne, die die rede (Dichtung) Diese Kontrastierung von Genußkultur und kontemplativer Askese bestimmt die Grundiendenz des Tristanromans. Unschwer lassen sich also in den edelen herzen Gottfrieds die „edlen Seelen (Herzen)“ von Philos Schrift über die Freiheit des Tugendhaften sehen, die edyevets Yuyaı (prob $ 126; vgl. evyévera ‘edle Abkunfi, Geburtsadel’ neben ‘Edelmut’, puy ‘Seele, Herz’). Es ist dies genau diejenige pointiert propagandistische (wohl uncchte) Schrift, die wie De laude eremi die libertas- In genauer Entsprechung hierzu läßt Heinrich der Glichezäre (= Gleisner oder Heuchler = hypocrita oder Ketzer), der in seiner zynischen Kritik des Ketzerbestreiters Heinrich von Albano nicht davor zurückschreckt, den antihäret ischen | deutlichem Umriß bereits eitslehren kommt in Gottfrieds religio vitae pythagoreischer Ethik und Weish .) unmißverständlich zum Aus489611 Bekenntnis zum „wahren Helicon“ (Trist. eine gabe aus dem Weisheitsum s j chter an-Di Trist des Die vlehe und bete einem neuplatonisch gefaßten Tugendadel als „eigener Besitz der durch vollkommene Reinigungsmittel entsühnten Seele“ (De virtutibus $ 189). genserkriege) diirfte diese (wohl einem jüngeren Teil angehöre nde) Philo-Stelle ihre Wirkung nicht verfehlt haben. ds = ter sehen, Ämtern sowie einer ästhetischen Kultur („schöne Gestalt“) gründet, von 24-25, Ein solcher Mann fürchtet nichts von dem, was „die Masse für übel hält“ (§ 23), und den schrecklichsten Drohungen wird er offen mit den Worten begegnen: »Brate, verbrenne mein Fleisch, trinke dich voll an meinem dunkeln Blut!“ (§ 25; vgl. § 22). Wie der Hahn so unerschrocken kämpfi, daß er bis zum Tod ausharrt, zieht der Weise mit der größten Freude den Tod der Knechtschaft vor (§§ 131135). In der Zeit der Niedermetzelung des katharischen gallischen Hahns (Albia ti gleichzusetzen sel, da sich Chri zestod Chris ça mials Passio demnenKreu er immer wied darstelle. , An- „Wer edel auf sich nimmt, was ihn befällt, ist ein freier Mann,“ sagt i me ng, r rinus und jogie sieberN ALigu 0 n des g, dal das Martyri assun Au der n ware Ortl n harische scharf den gesellschaftlichen Adel, der auf edler Abstammung, Reichtum mentis-Idee der Freigeistbewegung glorifiziert und die auch von Thomas, 267 Philo Pyihagaricus 3 gelér ee i ä lung des Unrechts“ . die „stück- und als „Bemänte gliedweise* Abschlachtung des Gegners und der zestuckete man Morolt nisse anzufertigen (vel. Im Kontext der biblischen Vorschrift, keine fit Gôtte Philorbild aus, daß das Gesetz es verdie Symbolik von Thomas’ Statuensaal), DR i he Myslii k der meen Religiosen von Untern über die neuplatonisc die Geisttheotogie Kyrills von Alexandrien in: Grat(Anm. 11) tI, 510ff., bes " nel Er ONE BIGN 4-5).:E.telle (B fr.kles-S S.>. 227Empedo Bd. I,1dieser iker (Ausg. H. DIELS 4 *1922), Bd. a i dem| zu oso” religi ,tano den mit LE) 5. AKI eh, " ‚m;iritoFragmpian2 oe “in Bezichung. . ee PAYER De il dich seelic machen” (KI. 1229)- Zu „meine und Verfasserschaft der Ambra| y= ¥ i ji . . r in Jünge seiner und s agora Phyth ers“ ereit „Wegb gen geisti ni he e sin ‘eb ken Fic sind ii Wir . a pi cr An La ce ee i wer ren einer Ochsenhausener Handschrift (um ninge Rolle nec-Schwärmerei(se eine wichti lo der Philo Di = nebe: Liene ALTE i as spielt. kunst XII (1981) 1-28, bes. 22.

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biete, den Name n Gottes A Wort des rechtschaffe es in in lei leichtfer tiger $$ „denn das (bl oß | Gese etz, seie ein Eid, zuverlässig, ohne ‘ Wei nen Mannes, meint das Schwanken, ganz untrüglich , j der Wahrhej glich, in ’ . ; eit verankert“ “ (D. levi, { 1-16, bes. 2). Noch schär fer verwirft Philo das Schwören inLesujalibus m alleresisi | 1-16 a als Frevel, Micia e . ja Gottlosigkeit e des Tristanroman . ° ers, Sachhe“ e" seisej (spec Il $ s bestätigen auf daß der Eid „die 10). Indem sie ie vielfaltige Weis Anrufung Gottes mit mit ihr i en Got e die Auff: als Zeugen in zwe ifelhafle, tesanrufunge n und Eidesform elnIn * Philo Pythagoricus 269 sie es, die Philos Forderung der Verletzung eines unrechtmäßigen Gelôbnisses erfüllen. Die Mordbuben ziehen das Meiden von Unrecht der Erfüllung ihres Fides und mörderischen Auftrags vor.“ Genau dieselbe Haltung gegenüber dem unrechtmäßigen Eid wird in Gunthers Historia Constantinopolitana veranschaulicht (Kap. VI). Nur wird Philos Sicht des Eides mittels historischer exempla vergegenwärtigt, und zwar durch jene wenigen Kreuzfahrer, die sich darüber entsetzten (horrore perterriti), als Christen Raub, Mord und Brand (sic!) an Christen (Zaras) verüben zu sollen, aus diesem Grund ihr Gelöbnis brachen und nach Hause fuhren, während andere nur mit größter Mühe (vix) den Papst dazu überreden konnten, sie von ihrem Gelöbnis zu entbinden, trotz der in Aussicht gestellten Verübung von Untaten. In den Verhandlungen des Kardinals Petrus von Kapua wiegt die Brechung des voturm crucis als „Sünde“ und „Schande“ schwerer als die angebliche „Notwendigkeit“ (necessitas), „Christenblut zu vergießen“. Die Veranschaulichung von Philos Sicht des Eides motiviert diese Ausführungen Gunthers ebenso wie die entsprechenden exempla Gottfrieds. Das gesamte Werk Gunthers wie der Tristanroman manifestieren eine deutliche Anlehnung der beiden elsässischen meister (Erzieher) an die Weisheitslehren, die Esoterik, ja politische Ethik Philos. So gehört Tristan zu jenen, die mit der „ungezähmten Wildheit von Tieren“ ihre Gegner „schlachten“ bzw. „zerhacken“, „stück- und gliedweise, wie Köche es mit Fleisch tun“ (prob § 89). Tristans „Schlachtopfer“, den zestucketen man Morolt (7140f.), setzt Gottfried analog Philos Formulierung in der Weise zur Zerlegung von Wild in Beziehung, daß er in eenAbie ou prie l miiezen Ker pee en! - vgl. die nilo erorierte n „unbesonne nen Eide“, d. r i = at der Jagdepisode genau dieselben Worte gebraucht. Wie das houbet des zerlegten Formulierung Phi lent as o los en h. das Veal i r Eidsch wurs Unre cht tut “ , Gottfried nahezu leh „eine Schuld dea zur and ern rbuchartig veranscha uli dabe ien fügt“ cht. / Dasselbe m oy e ilos en Hirsches wird das houbet des zestucketen Morolt als prisant (= ehrfürchtig dargebrachte Gabe) von Tristan zum Hof geschickt (3051f., 7120fF.). Wie der zestuckete Hirsch wird der zestuckete Morolt, in driu stucke zerteilt, „wie Köche es mit Fleisch tun“ (Philo), sodann zusammengelegt, „damit niemand etwas davon verliere“ (vgl. auch 2947: diu stucke nam er elliu driu [= Hirsch] - 7147: diu stucke #1 {soldes Anschlag auf das Leben Brangänes läßt die Sprachkunst von Thomas (und Gottfried) deutlich werden, nämlich die epische Veranschaulichung philonisch-gnostischer Weltsicht und Ethik mittels historischer exempla. Thomas läßt seine Bertrade-Gestalt (Isolde) die occulta machinationes (Ordericus Vitalis, Historia Ecclesiae IV 288) der ehebrecherischen Bertrade gegen PhiJips J. Sohn Ludwig (1081-1137) ausüben Bertrade versuchte mittels Versprechungen und Belohnungen, den jungen Prinzen aus dem Wege zu schaffen. Dies mißlang in ähnlicher Weise wie im Roman. Desgleichen wurde Bertrade verziehen. Zusammen mit der kritischen Tendenz ist also die Thematisierung der Eidesproblematik schon die ideologisch motivierte Ergänzung des Thomas. Hierzu mein Beitrag für die Bos!-Festschrift (Anm. 3). Mit seiner epischen Maskerade historischer Personen und Handlungen konnte Thomas an die Tradition der Chanson deges'e anknüpfen, in der die Lebensschicksale der Fulkonen (Grafen von Anjou) stofllich verarbeitet wurden. Das Verfahren des Thomas ist aber auch mit dem „Versteckspiel“ der Troubadours (z. B. Bertran de Born, Bernart de Ventadom) identisch, die zur Zeit des Thomas seriptor (um 1180) an den Höfen von Argentan (Normandie) und Chinon weilten und die königlichen und fürstlichen Personen ihrer Umgebung und Zeit mittels „Verstecknamen“ (C. Appel), darunter der Name ‘Tristan’, bis zur Kenntlichkeit entstellten.

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meine ich elliu driv [= Morolt)). Ähnlich die Entsprechung hins ichtlich der Spal. tung des Hirsches (2801f.) und Morgans (5451f.). Wir können also davon ausgehen, daß die edelen herzen (darunter sicherlich auch auf Burg Schweinhausen bei Buchau die Töchter Irenes von Byzanz) zuvo nische Gedankengut übermittel wird. r im Unterricht bereits jenes philo t erhielten, das im Tristan epis Den Mächtigen, die Unrecht tun ch veranschaulicht werden nach 137-138). Es ist dies das Schi cksal Morolts, aber auch Cratin, die nach der Eroberun g Troj der höchas fiir ihre bôsheit büßen müssen: man zinsete in (war ihnen zuvor tributpflichtig ), mi gebent sie solt, heißt es hier in bezug auf den von Philo prophezeiten Rollenta usch von Siegern und Verlierern (97f.).* Dieses Wirken einer daseinsi mman machina mundi, tritt auch enten Strafgewalt, einer Gerec im Ligurinus zutage, desgl htigkeit übenden eichen im Nibelungenlied. Herrschaft gewaltsam abnötige n (ertw zugesteht (55), rächt sich ingen) möchte, was man ihm noch bitterer, ebenso die mortreechen Kriemhild als Vollstreckerin immanenten Strafgewalt „vergolten „Dienicht freiwillig übermüete Hagens, die von der einer pythagoreisch gefaB ten, daseins- “ wird (2108). Dic Frage, ob und inwieweit auch der Nibelungenlied-Dichter phil onische Vorstellungen berücksichtigt hat, beda rf eigens einer genaueren Anal yse. In diesem Zusammenhang ohne Schlußfo lgerung eine Beobachtung: Ebenso wie der Jüdische Gnostiker - platonis ierend - „Kampfeswut, die sich vom Zorne leiten läßt“, von „wahrer Tapferke it“ als „Wissen“ und „Weishei t“ unterscheidet, als „mutige Gesinnun g“ und „gemeinnützige Erte ilung guter Ratschläge“ (De virtutibus $$ 1-3), setzt der Ni-Dicht er die Kampfeswut Hagens (grimme) in Gegensatz zur Besonnenheit und zum rehten heldes muo seinem suone-Ethos, seinen t(2325) Dietrichs von Bern . Mit am Gemeinwohl orientierten gen) und seiner unerschü tterlichen Rechtlichkei t entspric den Weisheitslehren Philos, Warnungen (Ratschläht Dietrich weitgehend einschlieBlich seiner (bereits beob ” Hierzu Hans BAYER, áne éreal se ein Philo Pyihagoricus ? sche 271 ; BezieD iuncvrowwe Herrat, seiner Verlobten (1381). Diese en Empfindung erkennen läßt, enin 7 a niet deSar einerinerotisch der zehnten Aventiure geschilderten ehe! i hung, die n schroffstem at zu der Sexualität. IL und die Gesetze mißbrauchen, Philo „ihre Feinde unbarmherzig e Herren sein“, denen die Hoch miitigen bej ihrem feindseligen Angriff unte rlegen sind und sich schlieBlic h ausliefern (De praemiis et poenis $$ verten Kriechen im Moriz von ; achteten) platonivihe - Der ‘Moriz von Cratin' und der ‘Ligurinus’ Gunthers Pairis, in: MlatJb XVI (1981) von 180-211, bes. I81f. Hier weite re Belege aus dem Ligurinus. Dieselbe Tendenz zeigt die Histo ria Constantinopolitana. Was die Griechen an bluthefleckten Schätzen in Troja eroberten, ist nun ein Raub der Franzosen (Galli ), führt Gunther Str. XVII] aus, im Kontext des oben erläu terte n »launigen Spiels des Schic ksals“, das „keine Furcht kennt und unbcirrbar und frei (/iber “ a), d. h. ohne Einwirkung eines göttlichen Waltens, seine läuft. Kein Wunder, daß die Bahnen Pointiert häretischen Strophen der Histoira in den meisien schriften fehlen! Handkonnten sich aber auch die orthodox-kirchlich Sel pia on à ion entziehen, die Philo au Di a es nicht der Faszinat e) Aristokratie ausübte. Seine Erk! oF DI ca per te (vorwiegend weiblich die ii n Kunst der Exegese enthält bereits sich ni ol und derDie eatinl is a. De PR ische allegor hf : 18 26-29). Die v i it der ige Schönheauseindie übermäß ieallegori rata r p Symbole schen Ss ch ze genden Gedanken sie faltet die . . füre die, * Worte nackt ans Licht die; Bedeutung der der Ta anion; i sie und führt are durch das i zu werden brauchen, um das Unsichtb elche nur etwas erinnert (11 PA n | = o 78). ($ zu können“ Si = to. o Legi d Gottfrie tritt ut Therape und Exeget te a”pre in iniihnen an A . Minas otte hervor, um ihre meine Zu entsliezen (Trist, * li die js N ae win wan Di hter cabane de aber auch etymolog.isierend wie R pm ans Ebenso der Worte“ d. h. den ursprünglichen Wortkem mei, ren eon doloris filius i. d. , aa rt Benjamins stirbt, ihren Sohn ‘Benoni’ des Schmerzes 4 enmi© psitem “= ist uri Tristan Blanscheflurs „Sohn die seine Empfängnis un Hinweis auf die triure (Trauer, Leid), i te (7rist. 199 ff). Mutter) begleite auf das DALs hito dehnt die Namenssymbolik des filius doloris „vermeinen, un E Fe si ie en Herumgetriebenen“ aus. Diese Bösem wie ,, =È AI allerlei wegen dies Wahrheit aber unglücklich“, ‚den n mm zu den Kinis: Tode unversöhnliche Zankerei, Haß, dersichmvon (Deae sce mu ist Besitztu kein an iter vererbt, ein Besitztum, das En wart gegeben (2011f.). Zugleich ecg elaine rsdeni aa 9) Ebenso sieht Gottfried im Namen ‘Tristan’, wie trureclich ein mi an denn schulde ligen und vulen niht, d, h. i. und Lehen, È tal Di a °rerbt“ (Trist. ' 5372ff.,Ci 5458). i ¿ ie Ki itervererbten haz, un cri „weiterve aosdi; i hon Chrétien macht von Philos Bildsprache Gebrauch. In De il Fi è Philo aus, daß „unzählige Mengen von Zuchtvieh bisweilen eo An der weder Waffen enmn ne halten Mae getriebenttelwerden, mit sich führt m ydan nen saith oder irgendein Abwehrmi b, um damit Zeichen zu geben... - Und so Seem tee {wie Ochsen, Rinder und Widder] ducken sich nieder wie Sklaven

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Philo Pythagoricus vor dem Herrn und führen aus, was ihnen befohlen wird“ ($$ 84-87). Solcheran habe Gott den Menschen über alles eingesetzt, was auf dem Land, im Wasser und mus XVI 1-6, XXV 9,13). Vel. die Moses-Episode mit derselben Form der Bestraispiele hierfür sind die Gestalt des am Gesetz Zweifelnden und seine Vernichin der Luft lebt, als sein Ebenbild (1 Mos 1,26), damit er „als Statthalt er des ersten und höchsten Königs die Zügel und das Steuer der Regieru ng führe über alle irdischen Dinge und die Sorge für die Tier- und Pflanze nwelt übernehme“ ($ 88). Eben diese Sicht der gottgewollten und gegenüber Gott verantworteten „Oberherrschafi des Menschen“ (§ 87) wird im Yvain in der Figur des sogenann ten „verfung, die tendenzidse Aufwertung des Priestertums als Hüter der Gebote des Herrn und Verkünder der Wahrheit (XIII 1), die Darstellung von Zeugung, Schwangerschaft und Geburt wie im Cligés, aber auch in der Estoire als Gegebenheiten der göttlichen Schöpfungsordnung (XXII 3; XXIII 7-8; vel. Parz. 110,11fF.). Amrams Absicht zu heiraten, Söhne zu zeugen und sein Volk zu vermehren, findet ebenso Gefallen bei Gott (IX 7,9) wie die entsprechende Haltung in der Estoire, die tierten Waldmenschen“ kritisch als das genaue Gegenteil gestaltet . Wie die Mächtigen der Zeit beherrscht der als imago Dei deformis gezeichn ete Hirte zwar seine Herde; die Tiere tragen jedoch die wildesten Kämpfe aus, ohne daß dies den Hirten zu stören scheint.” Die tierhafte Mißgestaltung des Hirten veranschaulicht die „Körperfehler“, die nach Philo einem vollkommenen Hirten (Priester) nichi zu eigen sein dürfen, so Verstiimmelung, überschüssige Glieder, Aussatz, Flechten, Warzen usw. (De specialibus legibus 18$ 80-81). Es ist gewiß nicht verfehlt, auch die „unvollkommenen“, da im Luxus lebenden, untätigen (geistlic hen) Fischerkönige und Cundrie bzw. das HaBliche Fräulein mit diesen mittels Philos Symbolik zu erklären. ihren körperlichen Mängeln Die kritische Auseinandersetzung mit den Philo-Jüngern beginnt böses und lebensfeindliches Element der Natur (XIII 10). Wie in der Estoire wird der Zehnt als Gebot Gottes begründet (XIV,3 - vgl. Walthers Zinsgroschenspruch 11.18-29 mit Anspielung auf die antifeudalistische Freiheitsideologie: Jriez leben). Selbst der philonischen Verwerfung von Trauer und Wehklagen wird widersprochen (XXXIII 1-5), desgleichen der katharischen Verwerfung von Krieg und Tötung (XXV,1fF). Wolframs pointiert antikatharische Schilderung der überschwenglichen Mutterjedoch schon mit 1-2). Die Formulierung ihrer Dankeshymne schimmert in Herzeloydes Worten ik Philus De sichtlich durch (vgl. Stillate mamille mee bzw. quia preceptum est vobis lactare . Chrétien nimmt mit der [nicht in der biblischen Dankeshymne I Sam 2] und Parz. 110,23ff.). Der Gegensatz zu Blanscheflurs Mutterschaft als „Not“ (die katharische Wertung) wurde bereits gesehen.” vita contemplativa (Therapeuten, Sonnenkult) anklingen Schilderung des Fenice-Verhörs auf Wilhelms Bericht über die englischen Katharer {aus der Gascogne, Eleonores Erblanden) Bezug, zuvor Thomas mit seiner Gestaltung des Statuensuals.?® Von seiten der Amtskirche diente offenbar der PseudoPhilo dem Zweck, die Philo-Begeisterung in Stiften und samnungen einzudämmen. Es handelt sich bei diesem Werk, das in einer Reihe von Handschriften schen Raums vorliegt (Benediktbeuren, Schiftl des bayerisch-österreichiam, Tegernsee, Salzburg, Wien), aufgrund zahlreicher Graecismen um die Übersetzung oder die Arbeit eines griechischen Autors. Der Mutter Samuels, an der sich die göttliche Seligpreisung der Mutterschaft erfüllt (L das Ketzerverhör von Oxford (c. 1161-1166). Der betreffende Text läßt in seiner Metaphor eines griechischen Textes Pseudo-Philo dürfte also im byzantinischen Raum der Auseinandersetzung mit dem Messalianismus und Bogomilismus gedient haben. Wie Roberts de Boron Estoire dou Graal enthält die Schrift eine quasi-biblische (»para-biblique“) Schild erung wesentlicher Sachverhalte des AT mit pointierter antikatharischer Tenden z. % Hieszu schon BAYER, Gral{Anm. 11) 1,2521. - Ders., Hartman n von Aue. Die theologischen und Verhältnis zu Gunther von Pairis, Kastellaun 1978 (= Beih. 15 zum MlıJb), S. 55f. Harımann verknüpf t die Vorstellung Philos mit zcitkritischen Elementen. ” Hierzu BAYER, lepra universalis (Anm. 20) 291-295, * Ausführlich belegt in BAYER, Antifendalismus (Anm. 3) 10ff. 2 Pseudo-Philon, Les Antiguités Bibliques, 1. 1-11, ed. D. J. HARRIN GTON/ J. CAZEAUX, Paris 1976. Vermählung der Söhne Brons nach göttlicher Anweisung. Das Sterile (vgl. die Origenes-Verehrung und die beati steriles [geistlichen Eunuchen] des AbHeBr!) ist cin gefühle Herzeloydes folgt großenteils der Zeichnung Annas im Pseudo-Philo, der dem Bericht Wilhelms von Newburgh über die Synode und historischen Grundlagen seiner Dichtung sowie sein 273 » erts Estoire dou Graal siehe ausführlich BAYER, Graf (Anm. 11) 1, passim. In bezug auf fem Bunde Sid relevant sind die Moses-Episode {100fT., 273 ff.), die priesterliche Amtsgewalt (SOfF.), das „alte Gesetz“ (531f.), der Zehnt (88), die Vermählung der Söhne Brons (52ff.). Wie ganz allgemein in der antihäretischen Polemik und Literatur wird im Pseudo-Philo nahezu jede gnostische (katharische) Vorstellung umgebogen und im orthodox-kirchlichen Sinne gedeutet. Das Priestertum wird betont. Der Dekalog steht im Zentrum. Die Benjamiten wollten den Dekalog erforschen, um zu sehen, ob tatsächlich Gott oder Moses (aus eigenem Antrieb) seinen Inhalt bestimmt habe. Dieses Element ist gegen die bogomilisch-katharische Verwerfung des Dekalogs gerichtet. „Rien d'ésotérique“, , caractère pharisien“ (aufgrund der ausgeprägten „Kirchlichkeit ), stellen die Herausgeber fest. Das Individuum ist Herr seines Schicksals, wenngleich alles von Gott gelenkt wird. Die jüdische Messiasvorstellung fehlt, weshalb auch nicht an jüdische Gnostiker als Leserkreis gedacht werden kann. Dic Strafe Gottes für die Zweifler (Enteignung, Enránkung, Verbrennung, Biicherverbrennung - Der Tau des Berges löscht aus, was in den Büchern steht; der Blitz vernichtet sie), XXVI,I als gúttliches anathema bezeichnet, läßt bereits die Ketzerverfolgung des Mittelalters erkennen. Umbiegungen neuplatonischer Vorstellungen sind auch das cor aequale bzw. purum (vgl. Eckharts glichez gemüete) der Streiter Gottes (XXV,1 ff.), insbesondere die Konkretisierung des biblischen Mannas (des gnostischen silezen brótes der Weisheit) zum Nahrungsmittel neben Wasser (X,7; XIX,10). Kap. XX,8 wird das verfängliche Manna durch die Früchte des Landes ersetzt. Eben dies ist das Verfahren der antihäretischen Propaganda von Roberts Estoire und der Queste del Saint Graal. Hierzu BAYER, Gra/(Anm. 11}1, 58ff,, 112fT., 350. und passim.

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Schon Hartmann von Aue setzte sich mit der Philo- (katharisch) erweckter Adelskreise kritisch ausein nische Ethik in zweierlei Weise bereits im Erec Schwärmerei neuplatonisch ander. So kommt die Philowie Chrétiens „syrisches Laken“ im Cligés die Herkunft der Weisheitslehren signalisiert - zieht der Meister Umbriz die ,buntgestickten begrifflichen Ideen aus Ehrsucht) und ihrer „Heilung“ (Wundensymbolik) durch die enkrateia (Aiusche eit in allen Lebensbereichen Herzensreinheit’, vgl. prob $$ 84, 159f.; contempi $ 34); 2. in der Allegorese von Enites allegorischem Pferd. Dieses trägt die Heldin auf ihrem (Lebens-)Weg so sanft daher, als ob sie bei günstigstem Wind auf der ruhigen See dahingleitete (7791ff.). Enites Pferd symbolisiert also den Habitu s der Leidenschaftslosigkeit (apatheia), den die königlichen Damen des Schlos ses Penefrec als „Seelenärztinnen (Therapeutriden - vgl. depanetw “freundlich behandeln, heilen’ neben ‘sorgfältig bilden’) jungen adligen Mädchen in Form einer neuplatonisch orientierten humanistischen Bildung vermitteln. Gunther erläutert dieses Ethos mittels derselben Metapho rik in seinem Kanonissenbüchlein (De oratione), die philonische Haltung des besonnenen ,Reitkiinstlers“, der seine Affektewelt dergestalt zügelt, daß sie das Maß nicht überschreiteı (wie im Falle des „Verliegens“ der Helden) , und der seine Seele wie ein Steueragricultura $8 67-76). Allerdings ist nicht Affektewelt, damit sie nicht esoterischer Selbstzweck ist, individualistischer Persönlichkeit un class, der vira evangelica und dem Mitleid naie re hintanstellt. Lebewesen und Pflanzen auf ihr“ (De aeternitate mundi $ 4; vel. Er. 7589f.) Wie Philos Athlet des Geistes - vgl. die boumwol-Füllung des Sattelkissens (7703), das tät, Zom, Haß und sinne ‘Selbstbeherrschung einschlieBlich MaBigk zu übersehen, daß Hartmann die geordnete 275 zur Geltung: 1. in der Vergegenwärtigung einer zerriitteten Affektewelt (ungezügelte Sexuali mann den ersehnten Häfen zulenkt (De Philo Pythagoricus skult einer aristokratischen (erbármde) und guten Werk für die Auch Wolframs kiusche wird durch die Mitder Welt“ ($ 208). Die Schilderung von Enites Pferd deckt sich nahtlos mit Philos Psychologie. Die Polarität (widerstrit) der strahlend weißen Hälfte, deren heller Glanz den Augen unerträglich ist (vgl. Platons Höhlengleichnis), und der schwarzen Hälfte vergegenwärligt den Gegensatz der taghellen göttlichen Vernunft, der die vernunftlose finstere Sinnlichkeit entgegenwirkt (Legum allegoriae1 § 1; ITI $$ 251-253). Der | „grasgrüne“ Strich, der die Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Maul, auch Kruppe) einrahmt bzw. miteinander verbindet und zwischen swarz unde wiz (7308) verlauft, symbolisiert die Sinnenlust, die nach Philo die Mittlerin zwischen Geist und Sinnlichkeit ist, dasie beide zusammen zur Auffassung des Wahrnehmbaren führe. Der Gnostiker sieht diesen Sachverhalt 1 Mos 2,45 von dem Satz allegorisiert, daß Gott den Himmel und die Erde schuf und alles Griin und Gras des Feldes. Ebenso wie das Gras die Nahrung des vernunftlosen Tieres bilde, stehe das Wahrnehmbare zu dem vernunftlosen Teil der Seele in Beziehung. „Sobald Gott begonnen hat, die Sinnlichkeit mit Wahrnehmungsgegenständen zu tränken, stellt sich auch der Geist zur Bearbeitung solch fruchtbaren Bodens ein“ (155 21-25; 1155 7175). Genau dies deckt sich mit der eigentümlichen Zeichnung von Enites allegorischem Pferd: weißer Ring um schwarzes Ohr und schwarzer Ring um weißes Ohr, Grasgrün an Wahrnehmungsorganen.* Philo vergleicht den Verehrer der Weisheit, der in seiner Bildungsarbeit (Artes liberales) „Vieles und Verschiedenes aus Versc hiedenem zu ein und demselben zusammenfúgl und zusammenweb 1%, zu einem „einzigen bunten Werk“ (ebenso der Pseudo-Abälard am Eingang von Ep. VII mit Berufung auf den bebilderten Tempel der Bürger von Kroton, der Stadt des Pythagoras), mit dem Weber und seiner Kunst, da auch das „schöne Gewe durch allweises Wissen vollendet wurde“ (De der Enites Satteldecke schuf, ist ein solcher be Gottes, diese unsere Welt, somniis 1 §§ 203-208). Der Meister Verehrer der Weisheit. Die auf der Decke abgebildeten „Wunder der Welt“ entspr echen Philos Definition von Kosmos als „das Ganze aus Himmel und Sternen einschließlich der Erde und der * Hans BAYER, bi den liuten ist sé guot - Die x „meine“ oe a Bildung und Erziehu 7791fT. in bezug auf Enites Pferd, das (als ng) die Heldin so sanft auf ihrem (Leben üfdem ebenwáge swebet, / só er den “ BAYER, bi den liuten (Anm. 41) 28311. 31,2(f.) in Beziehung, dem Sohn Uris vom Stamm Juda als von Gott berufener Kunsthandwerker der Stifishütte. Dabei erklärt er den Namen ‘Beseleel' als ‘im Schatten Gottes’. Der Name Umbriz des Meisters, der Enites Sattel anfertigte, entspricht der latinisierten Form dieser Deutung (vgl. lat. umbra ‘Schatten’). Siche oben den Namen ‘Tristan’ als etymologischer Kern von ‘Benoni’ (filius doloris mei). Der Name ‘Urjans’ von Wolframs Katharergestalt (BAYER, Gral [Anm. 11] passim) dürfte also auf den „Sohn Uris* vom Stamm „Juda“ anspielen. Text vor Augen. Die griechischen Handschriften waren natürlich eine vorzügliche Tarnung der Vgl. Gunthers ern Seefahrer ans Ende des geistigen Seelenaufstie gelangen läßt): salubris aurae flatus aspirans - Erec x cuiar= ug, der “ Philo setzt seinen gelehrten Webkiinstler zu dem vom „Geist Gottes erfüllten“ Beseleel (2 Mos “ Hartmann hatte also hier nicht bloB die Platonische Psychologie, sondern tatsächlich den Philodes ‘Erec’ Hartmanns von Aue ue, in: i Eu (1979} 272-285, bes. 2731., 278, - Ders., Gunther (Anm. 1) 168. (De or., 127 in bezug auf das Schiff, das den Hartmann war also über die Philo-Schwärmerei und neuplatonische Erweckungsbewegung bestens informiert. Mittels der Metaphorik der antihäretischen „Kräuterkammer“ des Epiphanios (Panarion [4. Jh. n. Chr.], d. i. ‘Arzneikasten’ mit „Gegengiften“ zur Widerlegung der Gnostiker und Messalianer), der als „borniers-)Weg wint ze wunsche hat / und im gesumien neuplatonischen Geisteswelt; jedoch konnte die Unterrichtsarbeit selbst nicht verborgen gehalten werden. Es gab hier stets auch „falsche Hausgenossen“ (Thomas, Gottfried). Mit der Reimresponsion gezieret - parrieret (Parz. 1,3(.= Er. 72901.) sowie der blanken und swarzen varwe (Parz. 1,11 bzw. 13; vgl. Er. 7993 bzw. 7306) knüpft Wolfram an diesen £rec-Text an. Die nsychologische Polarität (widerserit) Philos (Geist - Sinnlichkeit) erscheint jedoch im ParzivalEingang als religiös-ethischer zwivel, der miltels des Verbs sunarhen (= veriichtlich machen, infamis facere} als häretischer zwivel bzw, Glaubenskrise verdeutlicht wird.

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ter“ Feind des Origenes gilt, der wichtigsten Auctoritas des AbHeBr (auBer Philo), setzt er sich schon in seiner X/age mit der katharischen Häresie auseinander. Hier . ersetzt er - in gewisser Entsprechung zur Tendenz des Erec - den philonisch. _ gnostischen Therapeuten (Seelenarzt) von der Art des (Pseudo-)Abdlard im ' AbHeBr durch den göttlichen Seelenarzt, der aus seiner himmlischen Krauter- ‘ kammer die christlichen Tugenden der mitte, zuht, diemuot als einzig wirksame . Arznei gegen die Krankheiten der Seele (Liebesleidenschaft) verordnet.” Auch Walther von der Vogelweide läßt eine zwiespältige Haltung gegenüber ' den Philo-Jüngern und ihrem hocharistokratischen anehanc erkennen. Die enkrateia ist als „Herrschaft über die Zunge“ und Sinneswahrnehmungen die Grundlage der pythagoreischen Geistesbildung, die lamblichos’ Darstellung der betreffenden Lebensform enthält. In antikisierender Formkunst mahnt Walther 87,1ff. zur ® Zu Epiphanios' Panarıon siehe MIGNE, PG 41, Sp. 178; 42, Sp. 834, wo dieser „Arzneikasten“ die antidota gegen die gnostici zur Geltung bringt. Im Zusammenhang mit Gottfried und Gunther sowie der mittelalterlichen Gnosis sind als Vorstellungen der Messalianer besonders bemerkenswert die Idee der physischen Spürbarkeit der Gnude (bei Gunther und den Religiosen von Unterlinden ein „Fächeln“ des HI. Geistes), die stoische apatheia, die Vergottungsmystik, die Institution der syneisaktai bzw. geistigen Ehe (amar spiritalis im AbHeBr) u. a. Woher hat Hartmann alle diese Kenntnisse? Er muß Gottfried und seine Unterrichtsarbeit gekannt haben. Im Iwein spielt Hartmann gar auf die Lebensform der Therapeuten an. Der boumgarten V. 6430ff., der bereits sachgemäß als “a virtual Garden of Eden” (H. B. WILLSON, MLR 57, S, 222) gedeutet wurde, erscheint mit seinen Bewohnern der Schilderung contempi $$ 20, 38-39, 72 nachgezeichnet. Der boumgarten liegt wie die Parks der Therapeuten deutlich abseits. Die Lagerstatt des betagten Ritters entspricht derjenigen der Göttin Juno in der Blütezeit Roms (vgl. AbHeBr Ep. VI: Juno und ihre keusch lebenden Jungfraucn, letztere als Vorbilder des Mönchtums, aber auch den templum funonis von Ciceros Rhetorica Lib. II 1-3, auf den der Pseudo-Abälard in seinem Zeuxis-Vergleich von Ep. VII eingangs anspielt). Das Vorlesen heiliger Schriften als Aufgabe der Jüngeren und die freundliche Reaktion der Älteren, sodann die Atusche tugent (= enkrateia) und wise rede, der sommerliche Leinenrock (vgl. De somniis I §§ 216-218) und der rauhe Pelz im Winter - all dies findet sich in Philos Schilderung der Therapeuten angeführt. Die „Tugendprobe” ist als platonischer ,,Beischlaf* von Mann und Frau messalianische (und katharische) Praxis, von Epiphanios im Kapitel über die Messaliani als promiscue sexus utriusque dormientes berichtet, d. h. Männer und Frauen teilen während des Sommers (im /wein eigens betont!) in weiträumigen Gehôfien das Nachtlager (PG 41, Sp. 759). Dasselbe wird von Robert von Arbrissel und seinen ersien Anhängern in den Wäldern von Craon berichtet. Das völlig unpassende Wort treesten V. 6586 persitliert demnach die katharische „Tröstung“ (Consofamentum). Vgl. auch V. 65761. die Bemerkungen über die sexuelle Askese (sich enthalten). In Chrétiens Yvain besitzt diese Episode keine wirkliche Entsprechung. Es werden folgende Textausgaben berücksichtigt: Zrec (Ausg. Th. CRAMER, 1975), Iwein (Ausg. Th. CRAMER, 1974), Parzival (Ausg, G. WEBER, 1963). Auch Jamblichos’ Vita des Pythagoras wurde als Quelle pythagoreischer Ethik herangezogen. Es ist allerdings nicht zu übersehen, daß schon Chrétien dem neuplatonischen enkrateia-Ethos poetisch Rechnung Irug, insofern er die destruktiven Folgen unbcherrschter Rede sowie des „Strafens im Zorn“ (lamblichos, Pythagoras, $ 197) ausführlich vergegenwärtigte. Keu ist aufgrund seiner sprichwénlich „bösen Zunge“ sowie seiner „häßlichen Reden“, insbesondere auch seiner brutalen Bestrafung von Jungfrau und Hofnarr „aus Zorn und Wut“ das genaue Gegenteil der philonisch-pythagoreischen Idealitàt. Wolfram bringt (wie zuvor Hartmann) den enkrateta-BegrifT auf vielfüllige Weise mit dem Wort 277 Philo Pythagoricus i se nicht ohne öglicherwei ic von Zunge, Augen und Ohren, mögl rrn erchorheda stindi Augune r eines Los pe Fedetien Br,mtderundausmitderChré ESainyont-LoSerup enin Troydeses)AbHestam B E dammungswürdige Schwärmerei en ii miit Berufung aufden hl. Antoi essichchdorterfol i , heißt ng weiht Vers duienku j i o Ak desaePseud ù envater, der muB erfolggrereich dem Kampf(bellum, i o Wiist rest ägypt ieten) v . au us,, Àlocutio,» visus) n stellen (VII250:D: audit E e und Augeeiner ör, Zung j ra a n La des se Krei im nicht Stiftsschule,die Mahnung Hiietent wer ich di Kontext glea a ohl impe "W l her seine Warnung aus, zuma ofes, spricht Walt von Admoneo u liche Ubertragung amist Recl 9) gleichsam die wôrtniti gen (87, 1ff., bes.dias usam, einem o ad Nonsvind am tuam custo in AdalgersmAdmo verbreiteten Tugendspiegel fiir adlige Stiftsichischen Rau tra ayerisch-österre frauen (PL 134, 915ff., bes. 923). Bei seiner warn be es damen bzw. Chor rschweifen (vagatio, osier Marne en =jas unklösterlichen Umhe Wiistenvater. Allerdings erse d die i erklóste rta itsPr die (bere die letzteres,Ron joni , vesAtitus locutionis , e orum g tia ocul roequ conteinen LaReih der i ion abges t l e W nie „der die it um h auditus, liche) Meidi ung der Putzsucht,rtuadurc i der wie o) mund es huic i istli e Die ec en. warn i terungen“ zuNi cio äretit scschen „Einflüs AbHeBree- vor hare me en desna paLesetrinn die > sche, ichtnssymbolik (Non-Swinda ‘die Nicht-Raeine tion lehrhafte Funk der Epistula de(swint) auf mit mhd. swinhin. a eaftiche weisntStif n hule tssc in oberdeutsche demselben Inhalt auf den Tristan In Strophe 81,7ff. spielt der Spruchdichter mitdesertum-Schwärmerei als schönen‘ M à ie Vorlage der Minnegrotte an, um die ,= >perie e , erglesten, wilde), a he Satnaau(schin si e la dasc agan Prop in Pass nachweisbare en nisch philo der von oem stützt.“ In Strophe 80,347. macht Walther sterirchlich-klö vi weiter gefaßt ist als das kirc! ch viel bekanntlich anngten saia on O aus ch deutli ders beson e pm burg [Anm. 28] 39 zu Parz. clp Alegre a re vine und kiuschehervor (vgl. BAYER, Grals Parz. 365,12 f.). Die Sc! ymus (Sunt enim in mori waldensischen Ethos im Passauer Anon sich mit diesem kiusche-Ethos, das wic im Falle der waldendeckt dem Rahmen fiel) icherw offenbar aus rer von der hieri dareise über die provenzalischen Katha i i i Lee derts)Mnre si ung drück Unter der Nachition des 13. Jahrhunder wurde.Inquis icg,r eat 1215, zil ankon Later serkri sell E ibigsn hen Literatur. Die Mystik strebte eher die Ausrottung thos aus der episc pb"Kiusche-Eihre (klassische) Zügelung an. ffektewelt als a ae hsel (Anm. 3) ISK. drc R, Abálard-Heloise-Briefwec n deu ausführlich BAYE p ius, Gregor des rinsel Kloste 701.) finden - wie aufs) der % In De laude eremi (PL 50,n als me del, ng lieru Formu e ffend betre die Inzest eines t Fruch = =: des Knabeenwiirtigt - diejenigen, die in den Stürmen der Ice cl= = ende: e isch. vergeg ng im Hafen der (klösterlichen) modestia (711). Gottfried ges erlilten Eisen inRettu seiner chise (Minnegrotte) als kontemplativer Hafen der zuht. gleiche Motiv

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(pythagoreischen) Vollkommenheits zahl Sieben Gebrauch, der „heil igen“ oder „Vollendung bringenden Zahi“ (De opificio mundi$ 89-90), der ewig jungf räulichen göttlichen Zahl, „die weder gebor en wurde noch gebären wird“ (Leg um alleg orige 13 15), um den von der katharischen Phönix-Symbolik versinnbildlich ten höhvertigen wän der edelen herzen, der beati steriles, und die Verfolgung ihres Scholasticus ans Licht zu zerren.# Wie Roberts Estoire, aber auch die Queste del Saint Graal oder der Conte Chré. tiens, läßt Wolframs Parzival aller orts eine poetische Anpassung an die Vorstel. lungswelt der neuplatonischen Erwe ckungsbewegung erkennen. Philo s Schrift liber die Therapeuten ( Contempl), die zusammen mit dem Pseudo-Phi lo in einer Reihe von oberdeutschen und öster reichischen Handschriften des XL/X I. Jahrhunderts fragmentarisch vorliegt, bekannt. Schon Chrétien gestaltete war dem Parzival-Dichter dem seine Gralsburgepisode, das proze Inhalt nach ssionsartige Hereintragen des Grals und der blut enden Lanze in den Saal sowie das Mah! der Gralsburgbewohner bei Einbruch der Nacht, im Anschluß an Phil os Schilderung des Mahls und der „heiligen Nachtfeier “ in der Schrift über die Therapeuten (contempi $$ 81-83 ). Dem Gral als Eucharistiesymb heiligste Speise“, die Knaben aufeine ol entspricht bei Philo die „hoc (geistlichen) Gralsburgbewohner fürstlich bzw. „ein König oder Graf oder en die wie „ein Legat, Kardinal oder ein Papst Kaiser“, während die Therapeuten den mischten Wein der Gottesli hm Tisch hereintragen. Allerdings speis ebe“ bei ihrer „heiligen Nachtfei bedeutsamer: Während der Vors “ »UNgeer“ trinken. Noch itzende der Therapeuten den Einfä gorisch verhüllten Geheimnisse des Frage nach der Symbolik des (euch Heils erklärt, wagt Parzival nich ltigen die allet einmal, seine aristischen) Grals zu stellen. Das Gralsburgbewohner widerspricht hart Therapeuten.” Chretiens Gralsburgepisode schildert bzw. kirchliche Situation, die in ichen“ also kritisch eine zeitgenössische relig iöse allen Details der „heiligen Nach peuten als urchristlicher Gott esdi Die distanziert-kritische Haltung Verhalten der dem Ethos und Streben der „urchristl enst nachgezeichnet ersch tfeier“ der Theraeint. Offenbar macht Walthers zeigt sich nun darin, daß der ideale „Hafen“ steerer zühte außerhalb der wijeste unde wilde von Gottfrieds habitatores deserti (De laude eremi) liegt, ja der „Hafen der Zucht und Sitts amkeit“ wird zur wilde in Gegen satz gestellt. In der schame vor gesten ist also eine zur Schau gestellte Zücht igkeit eines Besuches des königlichen zu sehen, so zum Beispiel anläß lich Vogtes und der Angehörigen im Stif, wo die vornehmen geste gasthús weilten. Schon im Conte im du Graat zeitigt die wilde besten falls die „Dummheit des Viehs ebenso in der Correctio (Ep. ", VII) des AbHeBr, Siehe schon meine Deutung in: Hans BAYER, unkristenlicher dinge ist al din kristenheit só yal Walther von der Vogelweide und die sogenannte Laienfrimmigkeit, in: ZfdPh 100 (1981) 47-86, - Zur philonischen Siebenzahl in der spätmittelalterlichen Mystik siehe : Rudolf von Biberach, Die siben sirassen zu got, Ausg. M. SCHMITT, 1969, 248*ff. Zum Einfluß von Gerhohs kitche n-(papst-)kritischem Traktat über die vierte Nachtwache (De quarta vigilia noctis) auf die Zeituniversalis (Anm. 20) und und Kirchenkritik des Conte ders., Abätard-Helolse-Briefwech | 279 Philo Pythagoricus chung der Kirche deutlich, die imi a i zunehmende Veräußerli "Dichter die primitiva, 20 der ars ae ip ie tausend Jahren seit der ecclesia christlichen pp pal so den = in Beziehung gesetzt werden,hische Strukturen und p n, ‚diessich in ihrem der Lebensform derder Therapeute „Strenge“del und tine rarait eal ae ae ihrer NE nnKr (aei Holz), een uns a : Klei i sc!hlichtesten j und Wein) und ihrer in Fleisch ”i Do e cai ee. PR en Verzicht auf Dienerschaft (contempl . ift“ isdi i R, lepra hatte. zt ann nee Gegensatz zu der prächtigen ee dema il aus dem Orient, z. B. Ingwerr aus Alexani und Gewürze dWeine Jesene lei em, Kerzenleuchtemaubas eh Goldbech ischen, rat oot Elfenbeint das überall kostbaren Hölzern, der beton auch zu dem Heer von dienstbaren Geistern, itt. j ms el a entspricht genau der | i, heia n ;o er>aerudi als römisc e (D Ve “ die Pt ilo in demselben Kontext a ver!rerhell a cu derallegorisch 48, 53).ist, Während ta (ebd.unterweist, pari Arcadi e i all die ibnen infiltitigen „Hörer“ und > cei rieiner ic artrea sich in selbst ard on a VII des Pseudo-Abäl Brief Brie Hi kommt das in s en. . Hier überlassen jungen Kinder >Es istdidie:sntia er dice on „Dielied i 4,4), heißt es dort. i „Eine desd Erzi diedi Situation FPercevals,I, ma Chorherm (Erziehers) betreffenden ce ee von er; zu ta an VII: simplex), der in der Gralsburg hebt, jedoch alles verschlosse i “ wi i In der Urkirche, r twortet. Mysterium beantwo imeemnach deml seine Frage aia ihm derice i SE ee antrifft, e d nz Ten kritische hilos Therapeuten, so die i während die pr noch behutsam in die göttlichen Mysterien eingeführt, | wurde. Äußerliche hintangestellt das ima ist grip Zeremoniell von Wolframs Gralsburg-Episode, , die a en Troyes) zur Sprache gebrachte see. sorg n des Tisches und die zwei Chöre von jeweils zwölf Jungfrauen Repanse stehen, erscheint contempi $$ 81-85 regnaer„arztZe von aos gnee pei ili ste Speise“ di „hochheilig j die ersetzt jedoch sstein, den /apsit exillis als „lebendiger der als on ag peira ne‘ eine (1 Petr 2,4-5), der waldensischen Theologie is i st, i nach eso!terischeri Verschlüsselung gerecht, Bedürfnis Fe! a Element dem a ieses pe ne die riterliche bruoderschaft der Templeisen, die pythagoreischen Geheim und Parzival siehe BAYE sel (Anm. 3) 25ff. 3 Hierzu BAYER, Gra! (Anm. 11) 1, 368fT, bes. 371.

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Philo Pythagoricus bi ünden von der Art der Essener Pseudo-Abälard al scheint 2 Philonische Mystik und heme und Therapeuten, aber auch den discipuli des S pythagoreischer femplum spirituale nachgezeichnet er. i i he Phantastik wie z. quasi-pyt hagoreisc B. un eng di imni en also von Wolfram recht ee 1 eilsvorstellungen und kirchenkriti i ce ia ee Emihrung, die sogenannie ¿m . el Slc rules èbrc seg zu dem mystischen panis vivus als gnostische er (Minnepoite) west rie Pant Falle von de n habitatores desert dlage von 8247 = ch i een ei inventione $$ 137-139 zur „himmlischen |a eemm.È 7 La Der Faszination, die von der ce mann offenbar auch Wolfram poetisch Regia tig lame > ARS A HN er Thera *DEI an Gastmahl der Therapeuten Frauen teilnahmen, „die ihre Reinheit orleansbewahrten , und so wie dieselben Jungfrau en von Philo den male riechen als Vorbild hinge Mi ps n stellt werden (contemp § ! 68), Frauen der Gralsburg eine weist n ähnlich herausragend Fringe ie in Meter Jungfráulichkei en Status zu. N t lebt, trägt den Gral, ein Zugestin dnis hn er oe (in Wahrheit neuplatonisch-f ontevristischen) Geist, der im le „Göttin“ Heloise (Heloissa) und im Tristan die ar Isolde hervorbrachte. chlieBlich konn te Wolf onnte ram auch W i ä es Eee die pythagoreii schen Zahlenspi j cade berücksichtigen, ohne die Zahlen selbst mit höreeen Maure Me nsre se die beiden Chöre ijams von „Auserwählten“ Siegeslied Ex 15,20ff. i Wolframram |seine 25 „Auserwählte n“ (zwöl ten“ (zwi fJungfraue i i i i a -inneon eeea wird die biblische en j Im literatursoziologischen Resonanzraum der Klage und des Erec signalisiert Wolfram aber auch seine Kenntnis der geistesgeschichtlichen Grundlagen der neuplatonischen Erweckungsbewegung seiner Zeit. Was er Parz. 453,11ff. über den hochgelehrten Halbjuden Flegetanis ausfuhrt, der vorchristlich Kunde vom Sinne einer Gral (als Quelle der Vollkommenheit und des Heils) besaß und imosoph (fision) Naturphil ein dazu schrieb, Gral praeparatio evangelica bereits vom wal, trifft genau auf den Philo Judaeus bzw. Pythagoricus zu, dessen Naturlehre (physiologia), wie Hartmann bezeugt, Lehrstoff hochadliger Stiftsschulen war. Auch das gräzisierte Wort fisión sowie das Erlernen des griechischen Alphabets als Voraussetzung der Lektiire von Flegetanis’ Bericht vom Gral weisen in diese Richtung. In Toledo fand 400 n. Chr. die erste (auch gewaltsame) Unterdrückung gnostischer Strémungen innerhalb der Reichskirche statt. Die wesentlichen Inhalte der hochmittelalterlichen Gnosis wurden samt litterae, ja astrologia und mathesis, auf die Wolfram in Form der astrologischen künste des Flegetanis anspielt, in Toledo verworfen (anathematisiert).’* Die hier verurteilten Anhänger Priscillians vertraten wie Philos Therapeuten und die klösterlich gesinnten gnostischen Messalianer Syriens (als Vorläufer der Bogomilen und Katharer) - eine ,enthusiastische” Frömmigkeitshaliung, die auf späteren Konzilien und Synoden stets mit der manicháischen Gnosis identifiziert wurde. Auch orientierten sie sich an der kontemplativen Askese der Wüstenväter.° Die kritische Bemerkung Leos des Großen, daß der priscillianische Glaube an die fatalis necessitas kein Urteil über Gut und Böse ermögliche, da das menschliche Handeln in der Macht der Sterne liege, beinhaltet nicht bioß die oben erläuterte dualistische Kosmologie (necessitas inevitabilis) samt ihrer Auswirkung auf die ethische Verantwortlichkeit des Menschen (vel. z.B. Blanscheflurs Liebesleidenschaft zu Riwalin als „Schicksal“; Thomas, Trist. 1488: amer m’estuet, altnord. Saga, cap. 6, 10: forlpg), sondern stimmt auch mit Parz. 454,15f. à n° n , die zu beiden Seiten zugrunde liegt, in der Gralsburg-Allegorese to e nn ” Vgl, gl. De somniis n 1 § 215 ; De Cherubim er Schi $$ 98-107 über die enn ati ‚als templum Dei in: De laude eremi, Sp. vl Wola pe o en ny“Es i ta orstellung nachgebildet. - contempi $$ 83-86 in bezug her i O auf die „heili Mitte des Speisesaals bilden sie zunächst I siert. Eher beiläufig werden auch n paanein,y. : -+=]fn via i Plato i ilige Nacht feier und i *: „Alle nsam erheben zwei Chöre“ mit jeweils a dic Weissagu j ogg or ee besitz t Loana ngen litana, die in apitel der S gegliedert i in ri Tafel mit einem strahlenden Jaspis sod Sagittal tee an ns À ep nebe n den zweimal zwölf Frauen jewei r - val. die 24 goldgeschmückten Initia Welt Save Kap, XXV pi d ls an ihrer Seite (Pi ei feils pny len der St. Galler Handschrif D) +. fünfundzwanzigste Frau den Gralsstein als Unterpfand des Heils trägt. Jaspis und Saphir sind die Steine in der Mauer des Himmiischen Jerusalem (0/9 21,18 bzw. 19; vgl. 11). Das parodistische Element von Gunthers Tafel aus Byzanz besteht darin, daß das angebliche Unterpfand der securitas (Heil) des griechischen Kaisertums angesichts der Eroberung von Byzanz schmählich versagte und dazu noch selbst ein Opfer der Plünderung wurde (siehe oben Anm. 13). Gunthers Parodie bestätigt also meine Deutung des /apsit exillis. Auch der Kern des Parzival, die Lepra-Symbolik als Sinnbild der „Vergiflung“ der Kirche durch die Konstantinische Schenkung (gemäß einer Vita Sylvestrí), wird von Gunther berücksichtigt, Gemäß seiner ironischen Formulierung übertrug Konstantin dem „hi, Petrus“ (= Papst) die dignitas regie sedis, die Würde des Kaisertums (Kap. XVI). Hiermit wird signalisiert, daß die eingangs (Kap. 1) als Sachwalter des Christentums angeführten „armen Fischer“ (pauperes piscatores) - homines bruti im Vergleich mit der scientia Platonis (!) - von Konstantin durch die dort (Kap. I) kritisch angeführte Auctoritas Augusti Cesaris (als Sachwalter des Christentums) ersetzt wurden, also - in der epischen Symbolik Chrétiens und Wolframs zum Ausdruck gebracht - durch den „reichen Fischerkönig“ (vgl. oben dignitas regie sedis "Würde der Kénigsherrschaft’ neben pauperes piscatores). # Siehe MANSI, Concilia III, col. 1004ff.: apocrypha quae damnata sunt. 35 Siehe E.-Ch. BABUT, Priscillien et le Priscillianisme, Paris 1909, 33, 54, 231 ff. - Enchiridion Symbolorum, hrsg. von H. DENZINGER, Barcinone *'1960, 16 (§ 35), 113 (5$ 239-240).

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überein (mit der sternen umbereise vart / ist gepüfel menschliche Wesen mitbestimmt).* aller menschlich an, d. h. ist alles Während Flegetanis’ Schrift auf die antike Gnosis zurückweist, führt Kyots Suche nach dem kiuschen Gralsvolk von den Abstine ntes bzw. Continentes (= Priscillianer) zu Toledo nach Anjou, wo Robert von Arbrissel im Geiste des vorbenediktinischen Mönchtums, der kontemplativen Askese der Wüstenväter und weltflüchtigen Essener, die seit Eusebius als frühe Christ en gedeutet wurden, in praxi die Wendung zur Urkirche (ecclesia primitiva) vollzog. Natürlich ist Wolfram kein Philo-Verehrer. Dem Halbjuden Flegetanis wirft der Parzival-Dichter sogar vor, daß er trotz seiner Gelehr samkeit dem Götzendienst anhänge. Auch eröffnen die heidnischen Weishe itslehren (heidensch list) nach Wolframs Auffassung nicht den Zugang zur (christlichen) Gralswelt. 0+an6 È von und n Warthausen, den Thi Gräfin von Stadion in Thann Abtissi Maximiliana, ie Abtissin zeigt links die ild nt di tue a Éd aci mas Plan des Stifisneubaus merri einer ili enen den Abt von Kempten und den Fürsten zu Fürstenberg (Donauiserli tifts, und zwar (gemäß nn Kanonissen (Stiftsdamen, Chorfrauen) des Inselklosters Buchau im —-i = alter eine bedeutende Erziehungsanstalt = — ce qe ai ne TitleMer — ear orig S. 274 meine Ausführungen über Enites Pferd aus dem Aus in ei î peer (| istischen Bildung). Das Deckengemälde von Andre ischqe ar x an Mannaregen in der Wüste (vgl. S. 265) und die ee Ältesten als Symbolik der ecclesia triumphans enthält (vgl. S. 280), läßt noch im 18. Jahrhuna= literatursoziologischen Resonanzraum der hochmittelalterlichen ET istigen und (Mystik) erahnen, desgleichen das Selbstwertgefühl dieser „edlen Herzen“ (vgl. S. 264). Foto: Hans Bayer ** Ep. 15, MIGNE, PL 54, Sp. 677f.: quidquid ab homini bus agitur, non est hominu m, sed astrorum insania. Wörtlich so Parz. 454,15f.. Siehe auch Augustinus, De haeresibus, 18 70, MIGNE, PL 42,