Show full text7 pages
Page 1
View in PDF(opens in a new window)WIENER BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE DER MEDIZIN
HERAUSGEGEBEN VON DR. EMANUEL BERGHOFF, WIEN
BAND II
S\Zuos
veasuayY,c
"FESTSCHRIFT
ZUM 80. GEBURTSTAG MAX NEUBURGERS
MIT 9ı INTERNATIONALEN MEDICOHISTORISCHEN BEITRÄGEN
1948
VERLAG
WILHELM
MAUDRICH
WIEN
Page 2
View in PDF(opens in a new window)Das Anliegen der !
in der hippokratischen
such die hippokratisch
eigener Prägung wohl
Hier haben wir i
Sderwv ronwv)vom Eı
wm Hippokrates?), we
JCMG 1, 1, S. 74, 10f
DIE SAMENTHEORIEN IN DER HIPPOKRATISCHEN SCHRIFTENSAMMLUNG.
- Eumuchie. Nachdem er
Eihes und zugleich rel
_ gesprochen hat, geht &
_ Entstehen des Leidens
VON DR. ERNA LESKY (INNSBRUCK).
Die Frage nach Herkunft und Art des menschlichen Samens hat antikes Denken zu
tiefst bewegt. Dafür sind uns zahlreiche Schriften über das Samenproblem aus allen
Epochen der Antike Zeugnis; Zeugnis aber gleichzeitig auch für das unermüdliche Ringen
Erankheit beginnt, las:
ber das Blut fließt, be
se auf: die einen ges
menschlichen Geistes, im besondern des hellenischen, das von urtümlichen Vorstellungen
über spekulativ-philosophische zur Entdeckung der Funktion der männlichen Geschlechtsorgane in der Ärzteschule von Alexandria und zu der der weiblichen durch Galen hinführte.
Im Laufe dieser jahrhundertelangen Entwicklung schufen griechische Ärzte und Naturforscher in engster Anlehnung an die jeweilige philosophische Grundrichtung verschiedene
Lösungsversuche zum Samenproblem, die sich entsprechend dem Ort, aus dem sie den
Zeugungsstoff herleiten, im wesentlichen in drei Theorien gliedern lassen: 1. die enkephalomyelogene mit dem Samenursprung in Gehimm bzw. Kopf oder Rückenmark, 2. die
pangenetische, die die Herkunft des Samens aus allen Körperteilen annimmt, und 3. die
hämatogene, die im Blut das Ausgangssubstrat für den Zeugungsstoff sieht.
Die Ursprünge dieser drei großen Theorien bzw. ihre ersten wissenschaftlichen
Formulierungen liegen in der Frühzeit hellenischer Naturforschung, die von den Naturphilosophen und frühen Ärzten bestimmt ist. In dieser Epoche fassen wir den Ursprung
der enkephalo-myelogenen Samenlehre im pythagoreisch-krotoniatischen Ärztekreis: Alkmaion
von Kroton hat nach unseren Quellen (Aet. V 3,3 — DV? 24 A 13) als erster den Ursprung
des Samens aus dem Gehirn hergeleitet‘), ebenso der Pythagoreer bei Diog. Laert.
VII 25ff.?), während Hippon von Rhegion seine Herkunft aus dem Rückenmark
vertrat (DV5 38 A 12).
Wegbereiter der zweiten, als Pangenesistheorie bezeichneten Lehre war Anaxagoras
(DV5 59 B 10), Demokrit aber hat sie scharf formuliert (DV5 68 A 141). Sie ist also auf
dem Boden atomistischer Denkrichtung erwachsen und in ihm verwurzelt.
Die dritte große Samentheorie fassen wir in ihren Ursprüngen noch bei Parmenides
(DV? 28 B 18) und Diogenes von. Apollonia (DV® 64 A 24; 64 B 6). Aristoteles hat sie
dann in seinem Werk de generatione animalium voll ausgebaut.
1) M. Wellmann hat in verschiedenen Arbeiten (Archeion 11, 1929, $. 165 u. $. 309; Arch.
Gesch. Med. 22, 1929, S. 299) verkannt, daß es sich hier um eine in sich geschlossene Samenlehre
eigener Prägung handelt. Er hat bereits für Alkmaion cine Verbindung dieser Lehre mit der erst
später entstandenen pangenetischen auf Grund einer Fehlinterpretation des Censorin-Sammelreferats V, 2ff. (DV5 24 A 13) angenommen. Dafür hoffe ich an anderer Stelle den genauen
Nachweis erbringen zu können.
2) Vgl. M. Wellmann, Herm. 54, 1919, S. 246.
-
wersuch der Same verc
N
man sie anschneidet,
diese Adern scheinen s
duizav &oyrraı ? vov
zo alua, invos ünoh
muses Üyıelz &ovreg, 0
ii yag nad ra Wi
zultas toivuv uor do
Es sind die gleid
„Über die Natur des
Sort: „Die zweiten A
den Nacken, die Keh
säule entlang den Le
zepehirs magd Ta ol
deyıv Euaregwdev ge
In dieser Aderbe:
den die enkephalo-m
Kopf — Wirbelsäule.
föhrten Stelle zugrur
Ursprung des Samens
Durchtrennung der |
gelangen: die skythis«
®) K. Deichgräber
KL, 1933, S. 127 und
4) So M. Pohlenz,
Ebenso W. Nestle, Hi
5) H. Diller, War
einer „Einzeltheorie, d
%) F. Willerding,
die Unfruchtbarkeit aı
wöllig anders gearteteı
Page 3
View in PDF(opens in a new window)Das Anliegen der folgenden Ausführungen ist es, das Weiterleben dieser Samentheorien
= der hippokratischen Schriftensammlung zu untersuchen, vor allem aber zu zeigen, daß
such die hippokratische Medizin die enkephalo-myelogene Samenlehre als eine Theorie
eigener Prägung wohl gekannt hat.
Hier ‚haben wir zunächst die bedeutende Schrift „Über die Umwelt“ (megi aeowv
fdcrwy rörrwv)vom Ende des 5. Jh. v. Chr. heranzuziehen, die dem engsten Schülerkreis
wm Hippokrates®), wenn nicht gar ihm selbst zugeschrieben wird‘). In ihrem 22. Kap.
JEMG 1,1, S. 74, 10 ff.) handelt der Verfasser über die Weiberkrankheit der Skythen, die
Zunuchie. Nachdem er dort in unvergleichlich tiefen und schönen Worten sein wissenschaftEches und zugleich religiöses Bekenntnis von der Entstehung aller physischen Leiden ausgesprochen hat, geht er zur Ätiologie der skythischen Krankheit über und macht für das
Entstehen des Leidens folgenden Heilungsversuch mitverantwortlich (74, 21 £f.): „Wenn die
Krankheit beginnt, lassen sie (die Skythen) beiderseits hinter den Ohren zur Ader; wenn
aber das Blut fließt, befällt sie Schlaf infolge Schwäche und sie schlafen ein. Dann wachen
sie auf: die einen gesund, die andern aber nicht. Mir nun scheint bei diesem Heilungsversuch der Same verdorben zu werden: denn es gibt entlang den Ohren Adern, — wenn
man sie anschneidet, werden die Betroffenen nach dem Aderlal3 zeugungsunfähig,
diese Adern scheinen sie mir nun anzuschneiden, ....“
Eben
Önirov &oyrra #° vovong, Urruodev vov wrög Euaregov PER Tauvovorv, Vrav ÖE ATTORErT,
Ö aiua, invoz bnohaußdver üri doseveiaz, nal nayevdounv. Erreıra dveyeignvrat, i ev
tiveg Üyıeis bövres, or Öol. Auoi uev olv doxeeı dv valın vi irosı duupdeigendau 6 yovog.
ii yag nagd ca ra phödes, &s bar rıs &uraup, &yovor yiyvovraı ol Eruırundevteg
ralrag volvuv uor dordovon Tüg YlEdag Ermirduvem, . . .
Es sind die gleichen Adern gemeint, über deren Verlauf uns Polybos in seiner Schrift
heißt es
Über die Natur des Menschen“ genauer informiert. Im 11. Kap. (XXI, 364 K.)
durch
Ohren
den
entlang
aus
Kopf
dort: „Die zweiten Adern aber erstrecken sich vom
Wirbelder
längst
beiderseits
sie
verlaufen
innen
den Nacken, die Kehladern geheißen;
säule entlang den Lendemuskeln zu den Hoden ....“ ai Ö’Eregaı pheßes Eyovomw &% ung
„epah)g maga Ta olara dd ToU aydrog, ai opayirıdes nalsöueven, EowIev raga Tv
dayır Enaregwdev YEgovraı magd TES Wiag EG TOUÜg ogyuug .. - .
In dieser Aderbeschreibung des Polybos tritt also noch ganz klar der Samenweg hervor,
den die enkephalo-myelogene Lehre voraussetzt und der hier durch den Gefäßverlauf
angeKopf — Wirbelsäule — Hoden bestimmt ist. Durch ihn können wir nun die der oben
vom
führten Stelle zugrundeliegende Vorstellung scharf fassen 5); sie ist die alkmaionische
Ursprung des Samens aus dem Gehirn. Durch den Eingriff an den Ohrgefäßen, also durch
Durchtrennung der Samenbahn, kann der Same vom Gehim nicht mehr zu den Hoden
gelangen: die skythischen Männer werden zeugungsunfähig (74, 26 &yovor )®).
8) K. Deichgräber, Die Epidemien und das Corp. Hipp., Abh. Preuss. Ak. Wiss., philos.-hist
Kl., 1988, S. 127 und 170.
4) So M. Pohlenz, Hippokrates und die Begründung d. wissensch. Medizin, Berlin 1938, S. 79.
Ebenso W. Nestle, Hippocratica, Herm. 73, 1938, S. 32.
5) H. Diller, Wanderarzt und Aitiologe, Philol. Suppl. XXVI, 3, 1934, S. 66 spricht hier von
einer „Einzeltheorie, die für uns nicht weiter ableitbar ist“.
6) F. Willerding, Stud. Hipp., Diss. Göttingen 1914, S. 18 erklärt die Stelle falsch, wenn er
die Unfruchtbarkeit auf die Verminderung des Blutes zurückführt und so eine Verbindung zu der
völlig anders gearteten Samenlehre des Diogenes von Apollonia herstellt.
Page 4
View in PDF(opens in a new window)‘I .oe) zs2sib ni bilmin
ci nıidoD mob aus (Hisd
Hlaupbild meesib nov sie nennörl ziw — sinoadtasmse nsrbeitensgonom nisı 19eeidl
nadeis ausısıd mdi zum
mi um 3dste ‚sei notlsdinswnor uwsnb5 wwg3h igam mov latigsiasdiydde mi sib ‚— Htiel
13V ıob ıob .ısdünsgsg sıdal erbeitsnsygasg misı sib sl baw gitwabnis lısW nmedlse
ts medogog guursiluanol oısbigsl sib (A181 ‚88 .2 ‚BI .o) IstigslnsIsdgsdonleM mi 19228}
I .(... wisygs wsböxnrwn zowöy gar 0) ".. nedllsıedi mov Immol sms? 1ab nasll,
asbnagelbauıyg nob nov isws nisibseM 19cbeiod rs
W nadlsemsb bau -nis ni oels dbie nebait
= 20TUodgph Jogrs dor
d3 28 96x souorisr „al
‚ wor 05 Iox vöpdd wm
3gWxonh Inx wuTon 2&
3 KWTHDEN KWIXIT Or
Hodsdan mesesib nl
sinosdT srbaitensgusg
alsıtıas 1919 noihlau®
sib aus ob mov bw
bau mus ‚nsıeintitenod
II zs2sib sttätzegaublid
sid baiie 19de nsboH
‚normse mob it motläte
ıharsV sib dw
agosllov adisımstlindee
Jıstefishleisch cbıubsb
.9d mi 19ds atiszısıbns
IsrıimstnoAl 2sesill
iorserosau dbonm 18302 8i
A .S8 2sb siw cbilade
H0C ‚dogais sicouanud
mi obot ısws bau sed msilschesg sidgoeolidguuisM orbeilsılozıov sib eib ‚asinoscdinsms?
us o2 edoseisT sesib norbwersv ıiW .dowersvegauslsmbersV sado mmol nmenisrı 1sıdi
zaullst? moldorgegaudısısV mus lsıtnss lstigeAnslsdgslonlsM mi 103uA 1ob Asb ‚asräblıo
aov ade sill .aerborgesg sıbodiseo x9 msecbislg }ei ‚Hıbbiıge Hıob oels 19 28W Jmmia
19 mab ‚asbıowsg sımyoCl zsıbilttschenseeiw mdi tei sıdaelnsmse anstisrbesyg aatzimotA neb
dus cbie 19 Hersäuä oanedA Adislıov »bırıbeuA nabascbsıgetas bus allst? aslsıinss 1b ns
asysgeb lstigelnsctyde ml (A Bei IXX) "tiecdlasıil egilisd sib 1sdÜ,, Niube 1b ai
sid ;es22sısjal zonise Hlaugnnsıd mi nstischası eb yaudstztal orbilütsa sib Idate
snis ni beild als Jei sie miobnoe ‚orbloa als sirosdtaoms? sib mu Hıbin bie 23 Hlebasıd
zus anamse @ab NAnunlıoH 10b nov gauuscbenA stls sib nun sl Ausdsyais stiedlziowed
gaudstetaH orbilistsn sib ‚eteid lotsimeiliH zstsucbissegens mis 103 VA mersenu midsed mob
sllst? 1sesib ma 19 Isd 02 ‚atusısb sbodtsmlisH susdeiuhesd sib dowb sicbunuA ab
(asHirgeg sirosdinsmsed neils 1b us cbiblasbsdan
‚asgosllov zisox Sgsm mov 103uA ob isd meinosdT asbisd 19b gauslormdeısV enid
ai VI vworor Igan bau voibınn 2010ıp Igim Jim Idate yaugärd 1ocbeibim Ni? szsidl
‚eguugusS sib 19dü mu asb „lıswiqusH esb Hei sid .( gasıdnomeseuNS merbeigolit ments
ascbeitenloggid mi 1dDO .v .dU .© zeb ebaA me nsyaullsjerovegaudısısV bau -misÄ
‚Jhıeitasiro augroinstiinde
us n9ulO ob iod 1ads
(un) 1ods ‚nseeslins
sib ‚gaullss? sib 1odis lotiowN nenish HAsl Nine nacbeibiml 1sesib 1sezstıaV 1ab rburA
mi cbislg 19 anow Jmminais sıdeleiesnsgasT sib nsrasll aachilischenseeiw menise ni
jıg sib Immol 20 nnsdl
;gcoisll ı9zsill sm
immo esııneM aob omse 15dl.. (A ITE .IXX „I .o) $goltest doie Aiıcod 1ob sisd natiows
fox 8b * "sJabierbeds stadıätd esb rbie answ ‚ei 1aqröll mi asb ‚nsgieeültl meb Is mov
Heilstotzeirs-obusaqg nsb
(BE
19HOND KOTHTÜgSKD) OT JOTU03 INNO @T 18 O7 I0gy) TOT HOTIHR INH 173x935 ggf or
‚& .0 aısbnoasd) aurreilummo”l 1ogitensescht ni sıdaleiesasgnsl zus eimtanssd zseeib bau
siosdT sesill .lodıebsiw (AI 28E IX .V wwnlor ion :d 078 8.0 naeb „A BE
-tbeisıogsctyg stls sib bus 19ds ni Asb ;ensnsll zenisa baurgisbioV mi zollstisws Idete
nollovabırıbnis menise ns obsısg ıiw monnöd sed Igowed ıdse bon sıdsI arbeissinotord
nseslds ‚aoslomdsersv us ıdi Jim bas msusdusais srbeilsusgasg sib mi eie ‚nedümsd
tiedlgieeölT mobnemwädee 1b aus norbanseM misd briw 02, :(AITE IRX [0 2iuor m)
M mus 3uDd zacheiierd
ıbia ashanters 2I JAısmasbüfl esb mi Janslog bau Hrabnozsads stesttsI bau stadıkt? aeb
ascroemensenN ml
1 9ie rmrgw ‚nstıowsa2
afwor-Sgen ni sirbunud ab Sim gasdesmmseuS mi sıdsd asAstsgıdO nsb us AshısbA 1sd (f
= 230 'gam 36 nor)
.NOUONd Ion auabh
\au1, wolnıswu «or ala
is con is2 1siH
ıöıgeıw sib 1ods zeb
ste aA ‚idiyıabaiw
wand worbb& uogsh Igen
aogsel .W ‚IV (8
HT srmsbom sill (9
J-1srheil-wsd IgV .ue
ib nische zeib bav —
loa normmortov gaublid
vs
tlirdoastea7
mov arotsA zeb medegıoV aeb nebrüw ıiW .sobeiw (E08 .2 .Iav) & .o
-nomuyıA sıailä abneyailiov etisısd anis Ius alallsıs] 1s20ib zus ıiw nmow ‚asdstzısv 1stıbisl bon
egowesnigh nsitinde mebisd 1ob eimilädısV syiisensgsg esb ns hol .asttrüb moAsilde noitst
‚astlsg tıäblsy als norbe
‚Bel OT .DI Jeid-.eolidg „eeiW AA .edbBR edstie eobin nov olucbestsiÄ sill ‚grsdlI .T (®
-uts sing sborktamegrudero] said ‚asgodasygsA .O .IBI 2 ‚TSeI .& .mond blswoM IT :te@ .2
ABEL .@ [EB .S .H .I.bä .„disM .b .besd x ‚bit? u ‚IsuO schanseeiw
ee
Teen ren
3b el .ans (nodlsiide
ob ni nsoboH sib bwb
ad meteyensygıO ‚wsd neyıO menis um nov nams® mab sie liow ‚noanensd 02 dous zus
Page 5
View in PDF(opens in a new window)sämlich in dieses (sc. Bahnen) aus dem ganzen Körper. Auch ergießt sich (sc. die Flüssigkeit) aus dem Gehirn in die Lende und in den ganzen Körper und in das Rückenmark. Und
sus ihm heraus ziehen Bahnen, so daß Flüssiges zu ihm hinkommen und (se. aus ihm
fließen) kann. Ist der Same in dieses Rückenmark gelangt, ....... so geht er mitten
durch die Hoden in den Geschlechtsteil.“ (olrw de adv 15 drum drroniveru dr
200 Üygoü dpg&ovrog To loyvgirerov cu co rıöoraror, nal Eoyerar &9 TOv vwrıciov uvedor. zeivovor yag Es rovzov
En navrig TOU Gduarog. zai dıayee Eu Tol Eynepdhov eig
zu» bogpüv nal &s Tov uvehov, zai 5 alıov teivovow Ödol, Ware xui druıulvar Toü Üygov
= aorıy nal drroywgesv, Enmv dE Elm Es Tovrov Töv uvehör 1) yorı) .. . Eoxerau dıd
wor Toyiwv usonTıuy &G TO aldolor.
In diesem unbeholfenen Klitterungsversuch, der die alte monogenetische und jüngere
pangenetische Theorie zusammenschweißen soll, wird dem Rückenmark gleichsam die
Funktion einer zentralen Depot- und Verteilungsstelle des Samens zugedacht, zu der hin
und von der aus die Elemente des Flüssigen, die den Samen nach dieser Anschauung
konstituieren, zum und vom ganzen Körper strömen. Das Gehirn aber wird als eine HauptSäldungsstätte dieses Flüssigen, d. h. des Zeugungsstoffes, besonders hervorgehoben. Die
Hoden aber sind hier wie in der gesamten voralexandrinischen Medizin nur Durchgangssätten für den Samen.
Durch die Verschmelzung dieser beiden Lehren, die in der genannten knidischen
Schriftenreihe vollzogen ist, wird die als knidisch bezeichnete Samentheorie einerseits
dadurch charakterisiert, daß sie den ganzen Körper als Bildungsstätte des Samens anspricht,
andrerseits aber im besonderen ihn aus dem Gehirn heyleitet.
Dieses Kontaminationsergebnis läßt sich hinsichtlich der Rolle des Gehirns bestätigen,
ia sogar noch unterstreichen durch Heranziehung einer anderen Stelle derselben Schrift, die
ähnlich wie das 22. Kap. von sw. «&owv Üderwv rönwv auf die ursächliche Erklärung der
Eunuchie eingeht. Dort (sregi yorıg c. 3, XXI, 373 K.) heißt es von den Eunuchen: „Welche
aber bei den Ohren zur Ader gelassen wurden, diese können zwar begatten und (sc. Samen)
entlassen, aber (nur) einen (mengenmäßig) geringen, schwachen und zeugungsunfähigen.
Denn es kommt die größte Menge des Samens vom Kopf entlang den Ohren in das Rückenmark.
Dieser Durchgang aber ist infolge Narbenbildung nach dem Schnitt verhärtet.“
dnoooı dd ap’ Ods Terurusvor eloiv, ovro Aayrelovar udv nei dplaoın. Ohiyov ÖE Aal
dodeveg zai Üyovov. ywgecı ydg TO schelorov ToU yovov dnro Tig nepalhrg sraga Ta ovara
is Tov vwWrıulov uvehöv. eben ÖE 1) diodog üro vrg Tours olkrg yevouevıg OTegen yEyover.
Hier sei noch ein anderes Zeugnis aus dem Problemkreis der Eunuchie angeschlossen,
das aber die ursprüngliche, alkmaionische Fassung der enkephalo-myelogenen Theorie
wiedergibt. Es stammt zwar nicht aus der hippokratischen Schriftensammlung, sondern aus
den pseudo-aristotelischen Problemata, in denen bekanntlich in späterer Zeit viel hippokratisches Gut zum Niederschlag gekommen ist ?).
Im Zusammenhang mit den Eunuchen wird dort (I 54. 897b 23ff.) die Frage aufgeworfen, warum sie nicht glatzköpfig werden '). „Oder etwa, weil sie viel Gehirn haben?
®) Vgl. W. Jaeger, Diokles von Karystos, Berlin 1938, $. 232 f.
10) Die moderne Forschung nimmt einen Zusammenhang mit der Hormonwirkung der Gonaden
an. Vgl. Baur-Fischer-Lenz, Menschl. Erblehre I, 1936, S. 384. Dort wird auch darauf hingewiesen
— und dies scheint die antike Beobachtung zu bestätigen —, daß bei Eunuchen keine Glatzenbildung vorkommen soll.
Festschrift,
Neuburger.
Page 6
View in PDF(opens in a new window)Dies aber ist bei ihnen der Fall, weil sie nicht mit den Frauen verkehren.“ 7 örı oliv
Eyovar or dyaepriov; Toro dE Evupesnaer atois dia To u) Ovyyiveodaı taig yveaıkir,
der hippokratischen Sa
Der Begründung der Antwort liegt nun die alte Samenlehre zugrunde, wenn es heißt:
„Denn der Same ist es, der vom Gehirn durch das Rückenmark kommt.“ (1) yde yovı) &orır
ano ou byaspahov ywenioe dia Tıg biyews).
l. An vordringlich
koischer wie knidische
genetische Samenlehre
Es ist nun reizvoll zu beobachten, daß sich die alte Samenlehre ebenso wie in den
2. In der knidiscl
schmelzung der pang
die sich leicht variiert (
Problemata und im 22. Kap. von.ısgi d&gwr 6, Tor. auch in der zuvor herangezogenen knidischen Schriftenreihe in ihrer ursprünglichen Form bewahrt hat. Dort steht sie im 20. Kap.
von sregi PU010g zruudiov an ebenso untergeordneter Stelle wie im 22. Kap. von sr. diywr
vdarıwv rörrwv und ist gleichfalls in einen Erklärungsversuch eingebaut (c. 20, 398 ff. K.).
Dieser betrifft die Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale, der Bart- und Schambehaarung, und bringt diese Erscheinung vollkommen richtig in Beziehung zu der beginnenden Samenbildung beim Knaben bzw. zum Menstruationseintritt bei den Mädchen. In
der Einzelerklärung dieses Vorgangs vertritt der Autor die Anschauung, daß vor Ausbildung
dieser Behaarung das betreffende Hautgewebe durch die richtige Menge an Flüssigkeit
aufgelockert werden muß. Diese Flüssigkeit aber kommt vom Kopfe herab. Daß der Verfasser sie tatsächlich mit dem Zeugungsstoff und dem Zeugungsakte in unmittelbaren Zusammenhang bringt, darüber lassen die folgenden Worte (XXI, 399 K.) keinen Zweifel:
„Es lockert sich nämlich die Haut (sc. des Kinnes) auf, wenn zu ihr die Flüssigkeit vom
Kopfe herabfließt. Denn sowohl bei der geschlechtlichen Vereinigung, als auch in der
Zwischenzeit bekommt das Haar die richtige Menge an Flüssigkeit zu seiner Ernährung,
am meisten dann, wenn die Zeit für das Flüssige herangekommen ist, wo es bei der ge-
Zusammenfassung:
3. Von dieser Ver
in koischen wie in kı
andern, nicht das Sam
leiteten wir den Schluf
Zeit in den Hintergrur
4. Mit dem ältere
der Adern annimmt ui
zei ve (vgl. S. 30:
mark — Hoden) von ı
5. Die dritte grof
leitet, spielt in der hi
ihr maßgeblicher Ver
von Apollonia, auf anc
schlechtlichen Vereinigung vom Kopfe herabfließt...“ ( «ga yag yivsraı 1) Eröeguis,
ywgsovong eig alııv tig Inuddog and vig nepahrg. öua uv Yag xai dv cn Aayvein, au
2 zul &v 1w uera&ö yoörp Ü IolE uerginv Exsı TV Inuada 25 Tıjv TOP!v Tore udluora,
Örörav 6 zo0v0s Fyyerrım TW Üyew arro Tig xıpakig xaradairovrı Ev ı7, Aayvem . . .
In der Kontaminationsform liegt die alte Samenlehre ähnlich wie im 2. Kap. von
zr. yovig auch in der Kompilation sr. 6or&wv gig vor, jedoch mit dem Unterschied, daß
hier an Stelle des Gehirns wie in sr. yorrg das Rückenmark als Hauptbildungsstätte des
Samens tritt. Kap. 15 (XXI, 517 ff. K.) heißt es dort von der die Geschlechtsorgane versorgenden Ader: „Infolge dieser Bildung sammelt diese Ader auch den Zeugungsstoff in
größter Menge an...“ did zarıy tiv Qi aberI) pL.Ey nal rd /orıua srhriora Evhkaußaveı,
Es wird nun ihre Verbindung zu den Rückenmarksgefäßen geschildert und gesagt, daß diese
wie Schröpfköpfe alles an sich ziehen und an die Ader der Geschlechtsorgane weitergeben.
Dann heißt es (XXI, 518 K.): „Es kommt aber auch aus den anderen Gliedern des Körpers
Zufluß zu dieser (sc. Ader); das meiste jedoch, wie gesagt, kommt vom Rückenmark her
zusammen.“ (ovAhsierar d2 rail du rwv &hkem ouuarog ehr &g vavrnv. 16 de zulsioron,
ns aut
nen wi
doreg eiprren, do toi uveloo vovro ovrakilerau)
Reste der alten Samenwegvorstellung sind auch noch in zregi rörrwr rav nr’ &vIgwrrov
c. 3 (XXII, 106 K.) faßbar, wo es von den aus dem Kopf zur unteren Extremität ziehenden
Gefäßen heißt: „Diese machen den Menschen auch unfruchtbar, wenn man sie schneidet.“
11) Vgl. C. Fredri
afraı xl regrcov scorLovo TOv &vIowrov, öravanınrun+üotv Ferner finden wir die alte Bedeutung von Gehirn und Rückenmark für die Zeugung noch durchklingen in den Beschreibungen der Rückenmarkschwindsucht von 7. vovowr II (XXI, 265 K.) und 7. tüv kvrog
Arch. Gesch. Med. 22,
staywr (XXI, 452 K.).
einteilung habe ich, so
Korrekturnote: D:
zugänglich ist, bin id
Page 7
View in PDF(opens in a new window)Zusammenfassung: Die Untersuchung des Samenproblems in einer Reihe von Schriften
der hippokratischen Sammlung führte zu folgendem Ergebnis:
l. An vordringlicher und beherrschender Stelle steht sowohl in den Werken vorwiegend
koischer wie knidischer Prägung die im Laufe des 5. Jh. v. Chr. aufgekommene pangenetische Samenlehre der Atomisten (Demokrit!).
2. In der knidischen Schriftenreihe sregi yovrs, reg Ylmog sraudiov wurde eine Verschmelzung der pangenetischen mit der älteren enkephalo-myelogenen Lehre vollzogen,
die sich leicht variiert (vgl. o. Hippon), auch in der Schrift sregi vorewr pinog findet.
3. Von dieser Verschmelzung unberührt hat sich die pythagoreisch-krotoniatische Lehre
in koischen wie in knidischen Schriften rein nur dort erhalten, wo sie mittelbar einem
andern, nicht das Samenproblem direkt treffenden Zusammenhang eingeordnet ist. Daraus
keiteten wir den Schluß ab, daß die ältere Lehre von der Pangenesistheorie in hippokratischer
Zeit in den Hintergrund gedrängt wurde.
4. Mit dem älteren Adersystem ''), das nicht im Herzen, sondern im Kopf das Zentrum
der Adern annimmt und dessen Reste uns u. a. bei Polybos (vgl. o.) und in ze. zonwr row
zei’ üvuo (vgl. S. 303) begegneten, scheint die alte Samenwegvorstellung (Kopf > Rückenmark > Hoden) von Anfang an innig verknüpft gewesen zu sein.
5. Die dritte große Samentheorie, die den Ursprung des Samens aus dem Blute herleitet, spielt in der hippokratischen Schriftensammlung überhaupt noch keine Rolle, obwohl
ihr maßgeblicher Vertreter in der voraristotelischen Naturwissenschaft, nämlich Diogenes
von Apollonia, auf anderem Gebiete ganz bedeutend hippokratisches Denken beeinflußt hat.
a
4) Vgl. ©. Friedrich,
Hipp. Du
a
Unter
E suchungen,
Korrektumote: Da mir aus zeitbedingten
Philol. Unters. 15, 1899, $, 57 ff.; M. Wellm
Schwieri