Die Sonnentheorie in der hippokratischen Schriftensammlung

Autore
Lesky, E.
Pubblicato in
Festschrift zum 80 Geburtstag M.Neuburgers
Anno
1948
Argomento
HIPPOCRATES
Lingua
Deutsch
Categoria
C9 Medicina
Numero d'archivio
5184

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WIENER BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE DER MEDIZIN HERAUSGEGEBEN VON DR. EMANUEL BERGHOFF, WIEN BAND II S\Zuos veasuayY,c "FESTSCHRIFT ZUM 80. GEBURTSTAG MAX NEUBURGERS MIT 9ı INTERNATIONALEN MEDICOHISTORISCHEN BEITRÄGEN 1948 VERLAG WILHELM MAUDRICH WIEN

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Das Anliegen der ! in der hippokratischen such die hippokratisch eigener Prägung wohl Hier haben wir i Sderwv ronwv)vom Eı wm Hippokrates?), we JCMG 1, 1, S. 74, 10f DIE SAMENTHEORIEN IN DER HIPPOKRATISCHEN SCHRIFTENSAMMLUNG. - Eumuchie. Nachdem er Eihes und zugleich rel _ gesprochen hat, geht & _ Entstehen des Leidens VON DR. ERNA LESKY (INNSBRUCK). Die Frage nach Herkunft und Art des menschlichen Samens hat antikes Denken zu tiefst bewegt. Dafür sind uns zahlreiche Schriften über das Samenproblem aus allen Epochen der Antike Zeugnis; Zeugnis aber gleichzeitig auch für das unermüdliche Ringen Erankheit beginnt, las: ber das Blut fließt, be se auf: die einen ges menschlichen Geistes, im besondern des hellenischen, das von urtümlichen Vorstellungen über spekulativ-philosophische zur Entdeckung der Funktion der männlichen Geschlechtsorgane in der Ärzteschule von Alexandria und zu der der weiblichen durch Galen hinführte. Im Laufe dieser jahrhundertelangen Entwicklung schufen griechische Ärzte und Naturforscher in engster Anlehnung an die jeweilige philosophische Grundrichtung verschiedene Lösungsversuche zum Samenproblem, die sich entsprechend dem Ort, aus dem sie den Zeugungsstoff herleiten, im wesentlichen in drei Theorien gliedern lassen: 1. die enkephalomyelogene mit dem Samenursprung in Gehimm bzw. Kopf oder Rückenmark, 2. die pangenetische, die die Herkunft des Samens aus allen Körperteilen annimmt, und 3. die hämatogene, die im Blut das Ausgangssubstrat für den Zeugungsstoff sieht. Die Ursprünge dieser drei großen Theorien bzw. ihre ersten wissenschaftlichen Formulierungen liegen in der Frühzeit hellenischer Naturforschung, die von den Naturphilosophen und frühen Ärzten bestimmt ist. In dieser Epoche fassen wir den Ursprung der enkephalo-myelogenen Samenlehre im pythagoreisch-krotoniatischen Ärztekreis: Alkmaion von Kroton hat nach unseren Quellen (Aet. V 3,3 — DV? 24 A 13) als erster den Ursprung des Samens aus dem Gehirn hergeleitet‘), ebenso der Pythagoreer bei Diog. Laert. VII 25ff.?), während Hippon von Rhegion seine Herkunft aus dem Rückenmark vertrat (DV5 38 A 12). Wegbereiter der zweiten, als Pangenesistheorie bezeichneten Lehre war Anaxagoras (DV5 59 B 10), Demokrit aber hat sie scharf formuliert (DV5 68 A 141). Sie ist also auf dem Boden atomistischer Denkrichtung erwachsen und in ihm verwurzelt. Die dritte große Samentheorie fassen wir in ihren Ursprüngen noch bei Parmenides (DV? 28 B 18) und Diogenes von. Apollonia (DV® 64 A 24; 64 B 6). Aristoteles hat sie dann in seinem Werk de generatione animalium voll ausgebaut. 1) M. Wellmann hat in verschiedenen Arbeiten (Archeion 11, 1929, $. 165 u. $. 309; Arch. Gesch. Med. 22, 1929, S. 299) verkannt, daß es sich hier um eine in sich geschlossene Samenlehre eigener Prägung handelt. Er hat bereits für Alkmaion cine Verbindung dieser Lehre mit der erst später entstandenen pangenetischen auf Grund einer Fehlinterpretation des Censorin-Sammelreferats V, 2ff. (DV5 24 A 13) angenommen. Dafür hoffe ich an anderer Stelle den genauen Nachweis erbringen zu können. 2) Vgl. M. Wellmann, Herm. 54, 1919, S. 246. - wersuch der Same verc N man sie anschneidet, diese Adern scheinen s duizav &oyrraı ? vov zo alua, invos ünoh muses Üyıelz &ovreg, 0 ii yag nad ra Wi zultas toivuv uor do Es sind die gleid „Über die Natur des Sort: „Die zweiten A den Nacken, die Keh säule entlang den Le zepehirs magd Ta ol deyıv Euaregwdev ge In dieser Aderbe: den die enkephalo-m Kopf — Wirbelsäule. föhrten Stelle zugrur Ursprung des Samens Durchtrennung der | gelangen: die skythis« ®) K. Deichgräber KL, 1933, S. 127 und 4) So M. Pohlenz, Ebenso W. Nestle, Hi 5) H. Diller, War einer „Einzeltheorie, d %) F. Willerding, die Unfruchtbarkeit aı wöllig anders gearteteı

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Das Anliegen der folgenden Ausführungen ist es, das Weiterleben dieser Samentheorien = der hippokratischen Schriftensammlung zu untersuchen, vor allem aber zu zeigen, daß such die hippokratische Medizin die enkephalo-myelogene Samenlehre als eine Theorie eigener Prägung wohl gekannt hat. Hier ‚haben wir zunächst die bedeutende Schrift „Über die Umwelt“ (megi aeowv fdcrwy rörrwv)vom Ende des 5. Jh. v. Chr. heranzuziehen, die dem engsten Schülerkreis wm Hippokrates®), wenn nicht gar ihm selbst zugeschrieben wird‘). In ihrem 22. Kap. JEMG 1,1, S. 74, 10 ff.) handelt der Verfasser über die Weiberkrankheit der Skythen, die Zunuchie. Nachdem er dort in unvergleichlich tiefen und schönen Worten sein wissenschaftEches und zugleich religiöses Bekenntnis von der Entstehung aller physischen Leiden ausgesprochen hat, geht er zur Ätiologie der skythischen Krankheit über und macht für das Entstehen des Leidens folgenden Heilungsversuch mitverantwortlich (74, 21 £f.): „Wenn die Krankheit beginnt, lassen sie (die Skythen) beiderseits hinter den Ohren zur Ader; wenn aber das Blut fließt, befällt sie Schlaf infolge Schwäche und sie schlafen ein. Dann wachen sie auf: die einen gesund, die andern aber nicht. Mir nun scheint bei diesem Heilungsversuch der Same verdorben zu werden: denn es gibt entlang den Ohren Adern, — wenn man sie anschneidet, werden die Betroffenen nach dem Aderlal3 zeugungsunfähig, diese Adern scheinen sie mir nun anzuschneiden, ....“ Eben Önirov &oyrra #° vovong, Urruodev vov wrög Euaregov PER Tauvovorv, Vrav ÖE ATTORErT, Ö aiua, invoz bnohaußdver üri doseveiaz, nal nayevdounv. Erreıra dveyeignvrat, i ev tiveg Üyıeis bövres, or Öol. Auoi uev olv doxeeı dv valın vi irosı duupdeigendau 6 yovog. ii yag nagd ca ra phödes, &s bar rıs &uraup, &yovor yiyvovraı ol Eruırundevteg ralrag volvuv uor dordovon Tüg YlEdag Ermirduvem, . . . Es sind die gleichen Adern gemeint, über deren Verlauf uns Polybos in seiner Schrift heißt es Über die Natur des Menschen“ genauer informiert. Im 11. Kap. (XXI, 364 K.) durch Ohren den entlang aus Kopf dort: „Die zweiten Adern aber erstrecken sich vom Wirbelder längst beiderseits sie verlaufen innen den Nacken, die Kehladern geheißen; säule entlang den Lendemuskeln zu den Hoden ....“ ai Ö’Eregaı pheßes Eyovomw &% ung „epah)g maga Ta olara dd ToU aydrog, ai opayirıdes nalsöueven, EowIev raga Tv dayır Enaregwdev YEgovraı magd TES Wiag EG TOUÜg ogyuug .. - . In dieser Aderbeschreibung des Polybos tritt also noch ganz klar der Samenweg hervor, den die enkephalo-myelogene Lehre voraussetzt und der hier durch den Gefäßverlauf angeKopf — Wirbelsäule — Hoden bestimmt ist. Durch ihn können wir nun die der oben vom führten Stelle zugrundeliegende Vorstellung scharf fassen 5); sie ist die alkmaionische Ursprung des Samens aus dem Gehirn. Durch den Eingriff an den Ohrgefäßen, also durch Durchtrennung der Samenbahn, kann der Same vom Gehim nicht mehr zu den Hoden gelangen: die skythischen Männer werden zeugungsunfähig (74, 26 &yovor )®). 8) K. Deichgräber, Die Epidemien und das Corp. Hipp., Abh. Preuss. Ak. Wiss., philos.-hist Kl., 1988, S. 127 und 170. 4) So M. Pohlenz, Hippokrates und die Begründung d. wissensch. Medizin, Berlin 1938, S. 79. Ebenso W. Nestle, Hippocratica, Herm. 73, 1938, S. 32. 5) H. Diller, Wanderarzt und Aitiologe, Philol. Suppl. XXVI, 3, 1934, S. 66 spricht hier von einer „Einzeltheorie, die für uns nicht weiter ableitbar ist“. 6) F. Willerding, Stud. Hipp., Diss. Göttingen 1914, S. 18 erklärt die Stelle falsch, wenn er die Unfruchtbarkeit auf die Verminderung des Blutes zurückführt und so eine Verbindung zu der völlig anders gearteten Samenlehre des Diogenes von Apollonia herstellt.

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sämlich in dieses (sc. Bahnen) aus dem ganzen Körper. Auch ergießt sich (sc. die Flüssigkeit) aus dem Gehirn in die Lende und in den ganzen Körper und in das Rückenmark. Und sus ihm heraus ziehen Bahnen, so daß Flüssiges zu ihm hinkommen und (se. aus ihm fließen) kann. Ist der Same in dieses Rückenmark gelangt, ....... so geht er mitten durch die Hoden in den Geschlechtsteil.“ (olrw de adv 15 drum drroniveru dr 200 Üygoü dpg&ovrog To loyvgirerov cu co rıöoraror, nal Eoyerar &9 TOv vwrıciov uvedor. zeivovor yag Es rovzov En navrig TOU Gduarog. zai dıayee Eu Tol Eynepdhov eig zu» bogpüv nal &s Tov uvehov, zai 5 alıov teivovow Ödol, Ware xui druıulvar Toü Üygov = aorıy nal drroywgesv, Enmv dE Elm Es Tovrov Töv uvehör 1) yorı) .. . Eoxerau dıd wor Toyiwv usonTıuy &G TO aldolor. In diesem unbeholfenen Klitterungsversuch, der die alte monogenetische und jüngere pangenetische Theorie zusammenschweißen soll, wird dem Rückenmark gleichsam die Funktion einer zentralen Depot- und Verteilungsstelle des Samens zugedacht, zu der hin und von der aus die Elemente des Flüssigen, die den Samen nach dieser Anschauung konstituieren, zum und vom ganzen Körper strömen. Das Gehirn aber wird als eine HauptSäldungsstätte dieses Flüssigen, d. h. des Zeugungsstoffes, besonders hervorgehoben. Die Hoden aber sind hier wie in der gesamten voralexandrinischen Medizin nur Durchgangssätten für den Samen. Durch die Verschmelzung dieser beiden Lehren, die in der genannten knidischen Schriftenreihe vollzogen ist, wird die als knidisch bezeichnete Samentheorie einerseits dadurch charakterisiert, daß sie den ganzen Körper als Bildungsstätte des Samens anspricht, andrerseits aber im besonderen ihn aus dem Gehirn heyleitet. Dieses Kontaminationsergebnis läßt sich hinsichtlich der Rolle des Gehirns bestätigen, ia sogar noch unterstreichen durch Heranziehung einer anderen Stelle derselben Schrift, die ähnlich wie das 22. Kap. von sw. «&owv Üderwv rönwv auf die ursächliche Erklärung der Eunuchie eingeht. Dort (sregi yorıg c. 3, XXI, 373 K.) heißt es von den Eunuchen: „Welche aber bei den Ohren zur Ader gelassen wurden, diese können zwar begatten und (sc. Samen) entlassen, aber (nur) einen (mengenmäßig) geringen, schwachen und zeugungsunfähigen. Denn es kommt die größte Menge des Samens vom Kopf entlang den Ohren in das Rückenmark. Dieser Durchgang aber ist infolge Narbenbildung nach dem Schnitt verhärtet.“ dnoooı dd ap’ Ods Terurusvor eloiv, ovro Aayrelovar udv nei dplaoın. Ohiyov ÖE Aal dodeveg zai Üyovov. ywgecı ydg TO schelorov ToU yovov dnro Tig nepalhrg sraga Ta ovara is Tov vwWrıulov uvehöv. eben ÖE 1) diodog üro vrg Tours olkrg yevouevıg OTegen yEyover. Hier sei noch ein anderes Zeugnis aus dem Problemkreis der Eunuchie angeschlossen, das aber die ursprüngliche, alkmaionische Fassung der enkephalo-myelogenen Theorie wiedergibt. Es stammt zwar nicht aus der hippokratischen Schriftensammlung, sondern aus den pseudo-aristotelischen Problemata, in denen bekanntlich in späterer Zeit viel hippokratisches Gut zum Niederschlag gekommen ist ?). Im Zusammenhang mit den Eunuchen wird dort (I 54. 897b 23ff.) die Frage aufgeworfen, warum sie nicht glatzköpfig werden '). „Oder etwa, weil sie viel Gehirn haben? ®) Vgl. W. Jaeger, Diokles von Karystos, Berlin 1938, $. 232 f. 10) Die moderne Forschung nimmt einen Zusammenhang mit der Hormonwirkung der Gonaden an. Vgl. Baur-Fischer-Lenz, Menschl. Erblehre I, 1936, S. 384. Dort wird auch darauf hingewiesen — und dies scheint die antike Beobachtung zu bestätigen —, daß bei Eunuchen keine Glatzenbildung vorkommen soll. Festschrift, Neuburger.

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Dies aber ist bei ihnen der Fall, weil sie nicht mit den Frauen verkehren.“ 7 örı oliv Eyovar or dyaepriov; Toro dE Evupesnaer atois dia To u) Ovyyiveodaı taig yveaıkir, der hippokratischen Sa Der Begründung der Antwort liegt nun die alte Samenlehre zugrunde, wenn es heißt: „Denn der Same ist es, der vom Gehirn durch das Rückenmark kommt.“ (1) yde yovı) &orır ano ou byaspahov ywenioe dia Tıg biyews). l. An vordringlich koischer wie knidische genetische Samenlehre Es ist nun reizvoll zu beobachten, daß sich die alte Samenlehre ebenso wie in den 2. In der knidiscl schmelzung der pang die sich leicht variiert ( Problemata und im 22. Kap. von.ısgi d&gwr 6, Tor. auch in der zuvor herangezogenen knidischen Schriftenreihe in ihrer ursprünglichen Form bewahrt hat. Dort steht sie im 20. Kap. von sregi PU010g zruudiov an ebenso untergeordneter Stelle wie im 22. Kap. von sr. diywr vdarıwv rörrwv und ist gleichfalls in einen Erklärungsversuch eingebaut (c. 20, 398 ff. K.). Dieser betrifft die Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale, der Bart- und Schambehaarung, und bringt diese Erscheinung vollkommen richtig in Beziehung zu der beginnenden Samenbildung beim Knaben bzw. zum Menstruationseintritt bei den Mädchen. In der Einzelerklärung dieses Vorgangs vertritt der Autor die Anschauung, daß vor Ausbildung dieser Behaarung das betreffende Hautgewebe durch die richtige Menge an Flüssigkeit aufgelockert werden muß. Diese Flüssigkeit aber kommt vom Kopfe herab. Daß der Verfasser sie tatsächlich mit dem Zeugungsstoff und dem Zeugungsakte in unmittelbaren Zusammenhang bringt, darüber lassen die folgenden Worte (XXI, 399 K.) keinen Zweifel: „Es lockert sich nämlich die Haut (sc. des Kinnes) auf, wenn zu ihr die Flüssigkeit vom Kopfe herabfließt. Denn sowohl bei der geschlechtlichen Vereinigung, als auch in der Zwischenzeit bekommt das Haar die richtige Menge an Flüssigkeit zu seiner Ernährung, am meisten dann, wenn die Zeit für das Flüssige herangekommen ist, wo es bei der ge- Zusammenfassung: 3. Von dieser Ver in koischen wie in kı andern, nicht das Sam leiteten wir den Schluf Zeit in den Hintergrur 4. Mit dem ältere der Adern annimmt ui zei ve (vgl. S. 30: mark — Hoden) von ı 5. Die dritte grof leitet, spielt in der hi ihr maßgeblicher Ver von Apollonia, auf anc schlechtlichen Vereinigung vom Kopfe herabfließt...“ ( «ga yag yivsraı 1) Eröeguis, ywgsovong eig alııv tig Inuddog and vig nepahrg. öua uv Yag xai dv cn Aayvein, au 2 zul &v 1w uera&ö yoörp Ü IolE uerginv Exsı TV Inuada 25 Tıjv TOP!v Tore udluora, Örörav 6 zo0v0s Fyyerrım TW Üyew arro Tig xıpakig xaradairovrı Ev ı7, Aayvem . . . In der Kontaminationsform liegt die alte Samenlehre ähnlich wie im 2. Kap. von zr. yovig auch in der Kompilation sr. 6or&wv gig vor, jedoch mit dem Unterschied, daß hier an Stelle des Gehirns wie in sr. yorrg das Rückenmark als Hauptbildungsstätte des Samens tritt. Kap. 15 (XXI, 517 ff. K.) heißt es dort von der die Geschlechtsorgane versorgenden Ader: „Infolge dieser Bildung sammelt diese Ader auch den Zeugungsstoff in größter Menge an...“ did zarıy tiv Qi aberI) pL.Ey nal rd /orıua srhriora Evhkaußaveı, Es wird nun ihre Verbindung zu den Rückenmarksgefäßen geschildert und gesagt, daß diese wie Schröpfköpfe alles an sich ziehen und an die Ader der Geschlechtsorgane weitergeben. Dann heißt es (XXI, 518 K.): „Es kommt aber auch aus den anderen Gliedern des Körpers Zufluß zu dieser (sc. Ader); das meiste jedoch, wie gesagt, kommt vom Rückenmark her zusammen.“ (ovAhsierar d2 rail du rwv &hkem ouuarog ehr &g vavrnv. 16 de zulsioron, ns aut nen wi doreg eiprren, do toi uveloo vovro ovrakilerau) Reste der alten Samenwegvorstellung sind auch noch in zregi rörrwr rav nr’ &vIgwrrov c. 3 (XXII, 106 K.) faßbar, wo es von den aus dem Kopf zur unteren Extremität ziehenden Gefäßen heißt: „Diese machen den Menschen auch unfruchtbar, wenn man sie schneidet.“ 11) Vgl. C. Fredri afraı xl regrcov scorLovo TOv &vIowrov, öravanınrun+üotv Ferner finden wir die alte Bedeutung von Gehirn und Rückenmark für die Zeugung noch durchklingen in den Beschreibungen der Rückenmarkschwindsucht von 7. vovowr II (XXI, 265 K.) und 7. tüv kvrog Arch. Gesch. Med. 22, staywr (XXI, 452 K.). einteilung habe ich, so Korrekturnote: D: zugänglich ist, bin id

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Zusammenfassung: Die Untersuchung des Samenproblems in einer Reihe von Schriften der hippokratischen Sammlung führte zu folgendem Ergebnis: l. An vordringlicher und beherrschender Stelle steht sowohl in den Werken vorwiegend koischer wie knidischer Prägung die im Laufe des 5. Jh. v. Chr. aufgekommene pangenetische Samenlehre der Atomisten (Demokrit!). 2. In der knidischen Schriftenreihe sregi yovrs, reg Ylmog sraudiov wurde eine Verschmelzung der pangenetischen mit der älteren enkephalo-myelogenen Lehre vollzogen, die sich leicht variiert (vgl. o. Hippon), auch in der Schrift sregi vorewr pinog findet. 3. Von dieser Verschmelzung unberührt hat sich die pythagoreisch-krotoniatische Lehre in koischen wie in knidischen Schriften rein nur dort erhalten, wo sie mittelbar einem andern, nicht das Samenproblem direkt treffenden Zusammenhang eingeordnet ist. Daraus keiteten wir den Schluß ab, daß die ältere Lehre von der Pangenesistheorie in hippokratischer Zeit in den Hintergrund gedrängt wurde. 4. Mit dem älteren Adersystem ''), das nicht im Herzen, sondern im Kopf das Zentrum der Adern annimmt und dessen Reste uns u. a. bei Polybos (vgl. o.) und in ze. zonwr row zei’ üvuo (vgl. S. 303) begegneten, scheint die alte Samenwegvorstellung (Kopf > Rückenmark > Hoden) von Anfang an innig verknüpft gewesen zu sein. 5. Die dritte große Samentheorie, die den Ursprung des Samens aus dem Blute herleitet, spielt in der hippokratischen Schriftensammlung überhaupt noch keine Rolle, obwohl ihr maßgeblicher Vertreter in der voraristotelischen Naturwissenschaft, nämlich Diogenes von Apollonia, auf anderem Gebiete ganz bedeutend hippokratisches Denken beeinflußt hat. a 4) Vgl. ©. Friedrich, Hipp. Du a Unter E suchungen, Korrektumote: Da mir aus zeitbedingten Philol. Unters. 15, 1899, $, 57 ff.; M. Wellm Schwieri