Stoicheion

Autor
Koller, H.
Publicado en
Glotta
Año
1955
Tema
ELEMENTS
Idioma
Deutsch
Categoría
C2 Music
Número de archivo
5165

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Mostrar texto completo16 páginas

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et Ode In: Glotta, XXXIV - 1955 - p. 161 - 174 Sies wek „Nore HA. \ ASS 797. KOLLER H., « Stoicheion»: Glotta 34 1955 161-174. Sur les différents sens du mot ototyeiov dans la terminologie des théoriciens grecs du langage et de la musique, en particulier chez le péripatéticien Adrastos, Platon, Aristote et les Pythagoriciens. (APh 26: 251)

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Author(s): Hermann Koller Reviewed work(s): Source: Glotta, 34. Bd., 3./4. H. (1955), pp. 161-174 Published by: Vandenhoeck & Ruprecht (GmbH & Co. KG) Stable URL: http://www.jstor.org/stable/40265692 . Accessed: 26/03/2012 15:13 Your use of the JSTOR archive indicates your acceptance of the Terms & Conditions of Use, available at . http://www.jstor.org/page/info/about/policies/terms.jsp JSTOR is a not-for-profit service that helps scholars, researchers, and students discover, use, and build upon a wide range of content in a trusted digital archive. We use information technology and tools to increase productivity and facilitate new forms of scholarship. For more information about JSTOR, please contact support@jstor.org. Vandenhoeck & Ruprecht (GmbH & Co. KG) is collaborating with JSTOR to digitize, preserve and extend access to Glotta. http://www.jstor.org

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In der Beilage II zu ,Plato und die sogenannten Pythagoreer' verweist Erich Frank auf ein System der Grammatik und Musik, das uns der Peripatetiker Adrastos (bei Theo Smyrnaeus S. 49, 6 H, ebenda 81, 17 und 83, 4 und Chalcidius in Tim. Cap. 44 Wr.) uberliefert hat. Es muB, wie Frank aus Platon uberzeugendbelegt, die atteste sprachlich-musikalischeThéorie der Griechen sein. Der groBartige Fund ist jedoch meines Wissens noch nie fur die Erhellung der Vorstufen der grammatisch-musikalischenThéorie der Griechenausgewertet worden, woran der Entdecker vielleicht selber etwas die Schuld trâgt, weil er in seinen Folgerungen eine falsche Richtung einschlàgt. Er glaubt nâmlich, darin das ,atomistische System der Musik' zu erkennen, obwohl, wie er selber zugibt, die darin enthaltene Stoicheiojilehre nirgends ausdriicklich Demokrit zugeschrieben wird. ,Wir diirfen es (se. das Buchstabengleichnis) also demokriteisch nennen, obwohl es fiir Demokrit nicht ausschlieBUchbezeichnend sein mag.' Frank lâBt auch die Môglichkeit offen, daB es sich um eine rationalistische Umdeutung einer àlteren mystischen Lehre handle. Nur eine Interpretation des Adrestostextes und eine semasiologische Untersuchung des Stoicheionbegriffesùberhaupt,welche eine Auseinandersetzungmit den beiden einschlâgigen Arbeiten, Diels' ,Elementum* und Lagercrantz' ,Elementum', mit sich einschlieBt, kann die Diskussion um das Wesen des Stoicheion auf eine sichere Basis stellen. Beide genannten Aufsâtze nâmlich flihren die Problème nicht zu Ende, vielmehr schlieBen sie einander vôllig aus, wie die folgende Darstellung zeigen wird. Fiir die Datierung des Ausgangstextes, des vom PeripatetikerAdrastos zitierten musikalischenSystems, geniige vorlàufig der kaum bezweifelbare allgemeine Ansatz Franks in der zweiten Hâlfte des fiinften vorchristlichen Jahrhunderts. Da der Text nur schwer zugânglich ist und Frank lediglich die ihn interessierendeSystematik hervorhebt, soil er hier vorgelegt und vorerst ohne Beriicksichtigung der Autorfrage interpretiert werden: Text [Theo Smyrnaeus S. 49, 6 H]. Zur leichteren Ûbersicht werden die gliedernden Ausdrucke gesperrt: xal o de neQmarrjTixoç"AÔQrjoroç, neql re aQfÀOvlaç yvcoQipœTeQov avfiqxovlaç dieÇicbv, tprjal* xad'âneQ tfjç êyyQafjifidrov<pcovfjçnal Glotta XXXIV 3/4

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navxàç xov Xôyov ôhoo%eqfjftèv xal nqœxa fiéqrj xd xe qiquaxa xal ave/taxa, xotixœv ôè ai ovXXafiai, atixat ô* èx yqa/t/jidxœv, xâ xe yqdfi^axa cpœval nqœxai elai xal oxoi%eiœôeiç xal âôialqexoi xal èXd%ioxai- xal yàq avviaxaxai ô Xôyoç èx nqœxœv yqajbt/idxœvxal xal rjQiXoa^iévriç eîç ëo%axaxavrtaâvakvexai - ovxœç xal xrjçè/zfjteXovç xal xà xov navxoç ovaxtf(pcovfjç Xeyô/Lteva [àsXovçôkoa%€Qrj pèv fiéçr] xal nevxaxogda xal ôxxâ%0QÔam xaika dé èaxiv èx fAaxa, xexQâxoQÔa ôiaaxrjfidxcov, xà ôè diaoxtffiaxa ex (pfîôyyœv, oîxiveç nâfov tpcovai eîomQ&xai xal àôialqexoi xal oxoi%ei,(bdei<;, êÇ <hvtiqcoxcovowtoxaxai xo nâv (lêXoç xal elç â êo%axaàvaXvexai. ôiayêqovoi ôè àXXrjXœv ol <p&6yyoixaïç xdaeaiv, ènel ol pèv avxœv ôij'ôxeqoi,ol ôè ftaqvxeqoi• al ôè xdaeiç avxœv xaxâ xivaç Àéyovç eîolv âqxoqiofiévai. Inmitten einer musikalischen Abhandlung iiber die Harmonie und den Zusammenklang f iihrt Adrastos dièse Parallèle der Sprache mit der Musik streng durch, und zwar nimmt er den Vergleich aus den Verhâltnissen der griechischen Sprache: xaêdneq xfjc èyyqa/À/Aaxov qxovfjç. . . otixcoç xal xr\çêfi/neXavçxal tfqftoofievricqxovfjç. Der Vergleich ergibt also folgendes schematisches Verhâltnis: êyyqd/Â/Âaxoçycovrj (artikulierter Sprachlaut) qxovfj ê/x/ieX^çxal rjqfjioopévr] (musikal. Laut, Ton) ôÀooxeqfjxal nqœxa /Ltéqrj ôvofiaxa qtffiaxa avaxrifiaxa (Verben) (Substantive) nevxd%oqôa, (xexqd%oqôa, ôxx6%oqôa) I ovAÀafial ôiaaxrniaxa (Intervalle) I yqd/jt/iaxa = <p&6yyoi = qxoval nqœxac und (pcovalnqœxai, axoi%ei&ôeiç> âôialqexoi, âôialqexoi/ èXd%ioxoi axoi%eiéôeiç Gegeniiber der Sprachlautseite erhâlt der musikalische <p&6yyoç, der Ton, noch einen Zusatz: ôiaqtéqovoi ôè àXhqXœvol <p&6yyoi xaïç xdaeaiv [Spannungen], ènel olpèv avxœv ôgvxeqoi,ol ôè fiaqvxeqoi• al ôè xdaeiç avxœv xaxd xivaç Myovç elaiv âcpœçia/xévai. Die Parallelisierung wirkt derart imponierend geschlossen, da8 die Frage dabei kaum auf kommen kann, ob nun eigentlich dieses System an der Sprache oder an der Musik entwickelt worden ist. Adrastos aJlerdings, das ist keine Frage, scheint als selbstverstând-

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lich anzunehmen, dafi die Sprachtheorie vorausgegangen ist. Betrachten wir aber jede der beiden Reihen f Iir sich, so f àllt als erstes auf der sprachlichen Seite auf, daB ovSfiaraund Qrjfmraunter sich doch ganz andere Bedeutung haben, als die homogène Gegenseite1). Wenn dann ferner von den ygàfifiara (was hier als Sprachlaut, wie er durch die Buchstaben fixiert worden ist, verstanden werden muB) ausgesagt wird, sie seien ycuvalâôiaigeroi,so gilt das doch nur von Dauerlauten, nicht aber von den Explosiven etc. Nur bei den Dauerlauten aber ist jeder Ausschnitt mit einem beliebigen anderen Ausschnitt desselben Lautes identisch. Genau entsprechend definiert Aristoteles in der Poetik 1456b 20 das Stoicheion der Lexis: axoi%eXov jusvo$v êcrtivqxovrjâôialçeToç, doch ist der Zusatz sehr bedeutsam: ov nâaa dé, âlX ef fjç néqrvxe avv&erii ylyveo&ai qxovrj. Darin kommt zum Ausdruck, daB es ,reihenbildend'ist, eben nicht zufâlliges ârofiov Er fâhrt weiter: xai yàg orrofyoç-bildend, rœv drjqUovelalv àôiaiqexoi (pœvai, &v ovôe/ztavXéyœ otoi%eïqv. cAuch die Tiere haben ,nicht weiter riickfuhrbare*Laute, die ich aber nie und nimmer otoi%eïovnenne.' Es wird deutlich, wie sehr der Stoicheionbegriffvon der Beschaffenheit der griechischen, musikalischen Sprache gepràgt ist. Von der artikulierten und - aroixsïovmelodisch gegliederten Sprache wird dieser q>vw(\ BegriflFgewonnen. Wenn Diels o. c. 33 dazu bemerkt: ,Dagegen liegt es ihm noch fern, oxoiyzlov(Laut) von yçâpiia (Buchstabe) in der uns jetzt gelàufigenund bereits im spâteren Altertum formulierten Weise auseinanderzuhalten',so ist das eine Verkennungdes Sprachgebrauchesbei Aristoteles: Er spricht nur vom Sprachlaut, ganz seiner Definition entsprechend.Nie verwendet er aber axoi%elov fur yçâfifia,das ist vielmehr ein laienhafterMiBbrauchdes Grewâhrsmannes von Platon, im Philebos und Theaitet. (S. u. zur Stelle). In der Lautlehre der friihen Musiktheorie, bei den nakatol des 1) Das wird uns noch viel deutlicher bewufît, wenn wir die aristotelische Gliederung, Poetik 1456 b 20 ff. betrachten, wo man offensichtlich bis zu ovXkafttj dieselbe aufsteigende Gliederung feststellen kann, wàhrend ôvopa, Qfj/aaWortklassen bezeichnen, nrœcnç jedoch eine ovvÔeofioç,âç&QoVy akzidentelle Verânderung, welche nur das zuletzt genannte ôvo/xa betrifft, Xôyoçaber den aus alien diesen Wortklassen gebildeten Satz bedeuten kann. ovvôeo/Lioç,âç&Qov,ôvo/ia, Qfjfiagehôren also auf die dritte Stufe, Xâyoçauf die vierte, wâhrend Ttrâoiç in der genetischen Reihe keinen Platz hat. Im Adrastostext stehen ôvâ/xaraund $f\ixa.Taoffenbar einfach fur die unbedingt nôtigen Satzteile; er we ist auf die ursprunglichste und einfachste Satzgliederung hin, welche nur dièse beiden Wortarten kannte.

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Aristides Quintilianus (Buch II) ist ebenfalk nie von yQa/tfiara, nur von axoiyzla = Sprachlauten die Rede. Allé die genannten AnstôBe fallen nun auf der Gegenseite des oben angefiihrten Schémas dahin. Der musikalische Ton, der durch eine konstante Spannung (râaiç) erzeugt wird, ist tatsâchlich âôcaigeroç, (pœvrjnocbrr),der nicht weiter zerlegbar ist und dessen zeitlich begrenzten Ausschnitte unter sich vôllig gleichwertig sind. Nur der musikalische Ton also genugt der ersten aristotelischen oroi%elov-Definition, in Ileol rœv noaaxcoç Xeyofiévœv 1014a 26: àôiaioérov oxoi%bïovXéysrat, ef o$ avyxetvrai ngcbrov èvv7tâjQ%ovroç tôj eïôei eîç ëreoov sîôoç, oïov cpcovfjçoroi%eïa, ê£ &v ovyxeircu rj (pcowixai elç â ôiaioeïrai eo%ara, êxeïva ôè jurjxér*eîç âXkaç yœvàç éréQaç rœ sïôei avrœv, âlXà xâv ÔKUQfjrairà [aoqio.ôpoeiôfj, olov vôatoç to fÀOQiovvôcdq, àkX ov rrjç GvMaftfjc,- wird also die (pœvfjgeteilt, ist sie immer noch die gleiche ycovrj,wie der Teil des Wassers Wasser ist. Von hier aus ist auch der Aufstieg zum avarri/Âa ohne Sprung môglich. Frank hatte nun gesehen, daB dieses ganze System der Parallelisierung der Sprache mit der Musik iiberall dort schon vorausgesetzt wird, wo Platon von den aroi%elaspricht. Vielleicht gestattet die Interpretation auch dieser Stellen, die Frank lediglich um das Alter der Théorie zu erweisen anfiihrt, einen tieferen Einblick in die Werkstatt des theoretischen Denkens des f iinften vorchristlichen Jahrhunderts. Am ausfiihrlichsten wird im Philebos (17aff.) davon gesprochen: Auf der Suche nach einer verbindenden Briicke zwischen dem cbieiQovund dem tzeqclcoder zwischen âneiQovund ëv gelangt Sokrates auf die Zahl. Er verdeutlicht seinem Unterredner Protarchos auf folgende Weise, wie das zu verstehen ist: 17b ycovrjjnèvfuiïv èori nov pia ôià rov arôfiaroç îovaa, nal âneiQOç aS-uzÀtf&ei,nâvrœv re naï êxâarov. Er fâhrt fort: , Durch nichts anderes sind wir nun in dieser Frage sachverstàndig, weder wenn wir die unbegrenzte Anzahl von ihm (vom Laut) kennen, noch den Einzelnen, àXX oxi noaa r9 sari nal ônoïa, rovro èan ro yga/jifiarixàv ëxaarov noiovv rj/ucov.',Dadurch also, daB wir die Anzahl und Beschaffenheit der Sprachlaute kennen, sind wir wirkliche Grammatiker/ Und nun die Parallèle zur Musik: Km iir\v xal ro /iovaixàv ô rvyxdvei noiovv, rovr9 ëan ravràv. ,Auch das, was uns zu Musikern macht, ist dasselbe (Wissen).' cpcovrj pév nov xal ro «ar9 êxeivrjvrtfv êarl êv ré%vr\v fila avrf\. An ihr unterscheiden wir fiaov (Tiefton), d|v (Hochton) und als Drittes ôporovov (mittlere Stimmlage). 17c/d: 9AXX & <plfo,

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èneiôàv Mfyc rà biaarr\iiara ÔTioaaêarl rov oqu&iaovrfjç qxovfjç ôÇvtrjTdçre néçi xal ^aQvrrjroç,xal ônoïa, xal roùç Sqovç rœv ôiaorrjfiàrœv, xal rà ex rovrœv ôaa ovGrrjfiara yéyovev, - 5 xariôôvreç ol nQÔcr&ev Ttagéôoaav f\iilv roïç êjcofiévoiç èxeivoiç xaXeïv aQpovcac, ëv re xaïç xivr\oeaw aiï rov aœ/iatoç êreqa roiavra êvovra nâ&rjyiyvôfjteva, a ôyj Si9 aQifîfiœvfietQrjêévta ôeïv afi cpaai Qvêfiovç xal [xerqa ênovofiâÇeiv, . . . Obwohl eigentlich Platon flir dièse Dialogstelle nur ein Beiund nêqaç spiel zur Ûberwindung des Abgrundes zwischen oœieiQov und wie die zu behandelnde nachher, spâter benôtigt, Fortsetzung zeigt, nur die ygàfifiaxaverwendet, gibt er uns hier ganz nebenbei, fast ungewollt, den eigentlichen Zusammenhang.Auch Platon verweist deutlich darauf, daB er damit altère Lehre aufnimmt (ol Auch hier findet sich, wie im ersten nqooêevnaqéàoaav. . . a$ q>acn). - ôiâorrifiadie musikalische gleiche Aufteilung <pœvrj Zeugnis, die hôchst bezeichnend musikalische wobei aber avoTrjfta, Sprache mit Hoch-, Tief- und qxjùvrjder griechischen ist. Noch der Ausgangspunkt Gleichton offenkundig findet sich hier nicht die reinliche Scheidung in Sprachlaut und musikalischen Ton (der unabhàngig von der Sprache ware) wie dort1). Noch wichtiger aber ist, daB im àlteren Zeugnis auch die rhythmische Struktur der Sprache mit ihrem kôrperlichen Korrelat, den Gesten, als gleichberechtigt danebengestellt wird. Platon bietet uns im Kratylos 424c den Beweis, daB auch die Rhythmik in der alten Musiké genau gleich aufgegliedert war, was im Philebos nur ganz knapp gestreift, wenngleich auch vorausroïç çivêpoïç rœv aroi%ei<ûv gesetzt wird: &aneq ol èTtixeiQovvxeç rœv avX'ka^(bv? xal ovrœç ëneira ôieikovro, ràç ôvvàfieiç nqœrov ènl rovç QV&povç oxeipo/uevoi,nqôreQov ô9 ov. Hier rjôr] ëQXovrai - Qvfîftoç,wobei die findet sich also die Reihe oroi%eïa- avXka$r\ oroiyela Sprachlaute, streng genommen nur die Vokale sind! denn nur die Quantitât der Vokale spielt ja auf dieser Stufe eine entund (pœvr\gescheidende Rolle. Einzig bei ihnen kommen <p§6yyoç sich konnte der reine <p&6yyoç meinsam vor. Nur vom Sprachvokal ablôsen lassen. Darum spricht Platon in Philebos 17c/d von der des Sprachvokalesund seinen ôiaortf/iaraund die rhythmische <pœvfi Théorie im Kratylos 424c spricht von den ôvvâpeiç,den Làngen was hier nur Vokale meinen kann! Auch die spate der aroi%ela> musikalische Théorie bei Dionysios v. Halikarnass, de comp. verb. !) Vgl. Sophistes253b.

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14, 72 zeigt das noch deutlich: 61 ôè TQi%fj veipavreç ràç TtQwraç re xal aroixsicodeiç rfjç (pœvrjçôwâpieiç yœvrjevxa fièv êxâXovv, ôaa xal xaffî êavrà qxoveïracxal jÂ,e&9 êréQcovxal ëanv avr or eXfj. In dieser nichtaristoxenischenEinteilung der Laute (es folgen die und die âyœva) sind also nur die (pœvrjévra, noch die rjfiiqxova Vokale, otoi%eï<iim eigentlichen Sinne1). Durch die neu beigezogenen platonischen Texte erweitert sich das am Adrastosreferat abgelesene Schema nun folgendermafien: menschlicher « ; êyyQdjLtfÀaroç <pa>vri Logos ri- ? êfijuekrjç xal not/rj/Lta riQfioafiêvYi q>œvrj [aQ/jLovla] I ovarrjfAaxa qvêfiôç [fiérgov, noéç [Quarte,Quinte, Oktave etc.] I b. Arist. Quint.] oiaoTYjfiaxa (Intervalle) I (p&oyyoi oxoiyela ovXXafiai I \ àvvâfxeiç rœv oroi%el<ov der Schrift, Schriftbild der Musik, Klangbild (Quantitât) axoi%EÏa I der Rhythmik, rhythm. Gestalt 1 1 QijfjiaI dvo/jia ovkkaftai yqàiniaxa = <noi%tïa ' des griechischen Wortes2) Das âlteste metrische System grtindet ganz auf der Struktur des Wortes, auf den von ihm analytisch ableitbaren natiirlichen Zahlenverhâltnissen. So ergibt sich auch fur den Rhythmus, wie 1) Dazu gehôrt auch Aristides Quintilianus I 43/44. Eine Stelle in Bekkers Anecdota 770 schlieûlich enthàlt die unbezahlbare Definition: IleQl (noixeicov.noaaxâç rè aroixeïov Xèyovoiv 1) rd re àqf êavrœv âQxofJieva yqdfifAara (also die eSelbstlauter', die Vokale), 2) rà è( êv avyxeircu rà ocbjxara(Element im naturwissenschaftlichen Sinne). ') Die aristotelische Definition Poetik 1456 b 20 lâBt ja keinen Zweifel menschliche zu, daû nur die artikulierte, sinntragende Sprache auf aroixefa zuriickgefiihrt werden kann: xai yàg rœv ûrjQiœveîaiv âôuxlgeroi qxoval,év oùôeplavXéymoroixeïov.

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f iir die musikalischeKomponente, eine naturliche, von unten nach oben aufsteigende, homogène Reihe: Laut(lânge)- SilbenlângeRhythmus des Wortes. Ûberall dort, wo wirklich im technischen Sinne von den L au ten gesprochen wird, heiBen sie (pcovaioder <p&oyyoi oder eben nie aber besonders schôn im auch aroixeïa, yQaftfiaxa.(So phonetisch-rhythmischen Kapitel 88/89ff. des Aristides Quintilianus.) Das ist nur fiir eine Zeit moglich, die noch aile drei Bereiche des griechischen Wortes, Xéyoç,Qvê/wç,âg/iovia als Einheit umfaBte (vgl. Musikund Dichtung bei den Grieohen,Antrittsvorlesung, NZZ 1953, Nr. 220/5/6, und Mimesis in der Antike, besonders S. 210ff.), als eine Grammatikals Wissenschaft sich noch nicht aus dem gemeinsamen Zusammenhangherausgelôst hatte. Wir ahnen jetzt, wie jene Parallelisierungbei Adrastos môglich geworden ist. Fiir Platon ist nur das Beispiel, das er aus der friiheren Musiké der drei Kompobezieht, vor allem wegen der Zahlenhaftigkeit nenten des griechischenWortes wichtig, weil durch sie das cbzeiQov der sprachlichenLaute und musikalischen Tone und rhythmischen Gestaltungen erfaBbar und beherrschbar wird (18b). Sein Interesse gilt aber vor allem den ypd/^aara,denen er sich 18b 6 erneut zuwendet: Der Âgypter Theuth nun soil also das aneiQov menschlicher Sprachlaute dadurch beherrschbar gemacht haben, einmal als erstes die Vokale (rà ycovrjévra) erkannt daBer im cbzeiQov habe, weiter die Laute, welche nicht tônen, aber Gerâuschenthalten, die ebenfalls in einer bestimmten Anzahl vorkommen, als dritte Gattung von ygâ^ara habe er die sogenannten àqxovaherausgehoben. (Damit ist die in Dionys. Hal. 14, 72 genannte Gliederung als voraristoxenisch erwiesen.) Jedem Einzelnen aber und der Gesamtheithabe er die Bezeichnungaroixe lov gegeben (Stoicheion als Element, Buchstabe - und als ,Alphabet' - Anfangsgriinde). Was Platon hier im gelâufigen und landlâufigen Sinne also mit Buchstabe, ygd/ifia, bezeichnet, sind tatsâchlich die damit symbolisierten Laute, die durch die Bezeichnung aus der Fulle der moglichen Laute herausgehoben werden (s. dazu S. 168 unten)1). 1) Aus dem Protreptikosdes Poseidoniosbei Cicero,Tusc. disp. 1 26, 62 geht ganzklarhervor,dafidie Erfîndertatdes Theutin derpythagoreischen Kulturentstehungslehreihren festen Platz hatte: fEx hacne tibi terrena mortalique^naturaet caduca concrets ea videtur, aut qui primus, quod summae sapientiae Pythagorae visum est, omnibus rebus imposuit nomina (vgl. den 'Namengeber'im Kratylos), aut qui dissipatos homines congregavitet ad societatemvitae convocavit (Motivin 'Orpheusder Kultur-

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Es geht auf keinen Fall, hier f tir gxoi%eïov einfach ,Buchstabe' einzusetzen. Die Griechen sind sich des Unterschiedes immer bewuBt geblieben, wenn sie auch der Einfachheit halber yQdfifiaxa oft mit axoi%eïavertauschten. Das beweist eindeutig noch der spate Sextus Empiricus, wenn er adv. math. I 9,9 sagt: xai ôrj xai xqi%œçXeyofiévovxov oxoi%eiov1. xov xe yçayo/tévov %aQaxxr\Qoç xvnov [also ax. = Buchstabe]. 2. xai xfjç xovxov ôvvâfteœç (also der bedeutete, zugrundeliegendeSprachlaut). 3. xai hi xov ôv6/u,axoç, vvv r\ Çrjxrjoiç TZQoayêxœ pâXioxa tzsqI xfjç ôvvdfiscoç' avxrj yàq xai xvqIooç axoi%elov nag9 avxoïç (se. den Grammatikern) TtQooayoQevxai,der Laut namlich wird bei ihnen in eigentlicher Bedeutung oxoi%eIov genannt' (vgl. zu dieser Stelle Anm. 3 S. 171). die Schon beiden Hauptzeugnisse, das Référât des Adrastos und der platonische Philebos zeigen, da6 offenbar im Begriff des axoi%elov die eigentliche Verbindung der drei Bereiche des griechischen Wortes, Schriftbild, Klangbild und rhythmische Gestalt zu suchen ist. Das oxoixeicoôeç wird bei Adrastos f iir Sprachlaut und (p&oyyoQy den musikalischen Ton, hervorgehoben; beide sind stoicheionhaft, untrennbar, homogen. Im Philebosreferat bringer',M. i. d. A. S. 185), aut qui sonos vocis, qui infiniti videbantur, paucis litter arum not is termina vit (Theuth, Philebos 17 d, das der menschlichenLaute wird durch die bestimmte, faftbareAnzahl àneiQOv der Buchstabenfixiert, beherrschbar),aut qui errantiumstellarum cursus, praegressiones,institiones notavit? Die Erwâhnung des Pythagoras beweist naturlich, wie in all diesen Fallen, nur, dafi diese Thematik auf pythagoreischeLiteratur zuriickgeht. Der obige Motivzusammenhangwird noch deutlicher in Ciceros De re publica III 2, 3 ... et vehiculis tarditati, eademquecum accepissethomines inconditis vocibus inchoatum quiddam et confusum sonantes, incidit has etdistinxitin partis et ut signa quaedamsic verba rebusimpressithominesque antea dissociatos iucundissimo inter se sermonis vinculo conligavit. A simili etiam mente vocis, qui videbantur infiniti, soni, paucis notis inventis sunt omnes signati et expressi, quibus et conloquia cum absentibus et indicia voluntatum et monumenta rerum prateritarum tenerentur.Accessit eo numerus, res cum ad vitam necessaria,turn una inmutabilis et aeterna; quae prima inpulit etiam, ut suspiceremusin caelum nee frustrasiderummotus intueremurdinumerationibusquenoctium ac die(rum)... Gliederungder Sprachlaute, Bezeichnung durçh eine geringe Anzahl Buchstaben,wodurchihre Unendlichkeit,ihr àneiQovauf ein néqaçreduziert wurde,Entdeckung der Zahl als Grundlagedes Sprachtonesund ihre tÎT^ertragung auf das Weltall, die wissenschaftlicheEntdeckung der Pythagoreer in der Akustik wird hier auf knappster Form im Mythos des Theuth kondensiert.

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wird vorerst nur vom yçà/a/naals von einem aroi%elov gesprochen, wobei aber die Bedeutung von yqafi^a zwischen ,Buchstabe' und ,Sprachlaut' schwankt. Eindeutig ist in der alten Rhythmik wiederum nur ,Sprachlaut* und zwar (Kratylos 424c) aroi%eXov Die musikalischen ,Elemente' werden im Vokal. nQcbrrjqxovrj, Philebos zwar nicht so genannt, wohl aber im selben gedanklichen Zusammenhangdes Dialoges Theaitet, auf dessen innere Verwandtschaft mit Philebos 17a- d schon Frank hingewiesen hat. Dort reXécoç (206a) heiBt es nun ausdriicklich: *Evôè xi&aQiarov /Lte/Ltaêrj' xévcufjiœvàïlo ri fjv f\ ro rœ (pêoyyœ êxâarœ àvvao&ai ênaxo'^ Xov&eïv, nolaç x°Q^V^E"ir\ fy oroi%ela nâç âv ôfioXoyrjaeis fiovaixfjç Xêyeo&ai. wie sie jeder Saite zugeordnet sind, sind also die Die (p&oyyoi, Das Wort St. kann aber hier auf keinen Fall Musik. der oxoi%eïa heiBen ,die elementaren Anfangsgriinde', sondern, analog dem vorausgegangenenPassus liber die ygâ^ara, ,Elementec: Nur wer in diesem Falle also die qy&oyyoi, die zahlenhaftigen aroi%Eïa, richtig der entsprechenden Saite zuordnen kann, ist wirklich ein rexvixoç (rsXéœç fiefiadrjxévai);der Philebos 17c lâBt daran nicht den geâvrjvQéêrj ringsten Zweifel aufkommen: navra yàg, ô'craréxvrjçê%6fÂeva ncoTtorsôtà ravrrjç [se. rfjç ôôov] yaveçtà yêyove. Damit ist fur aile drei Komponenten des griechischen Wortes, fiir Logos, Rhythmos zu suchen, da ygd^a, und Harmoniadas Grundlegendeim oroi%£Ïov ausdriicklich aroiyeXovgenannt werden. Doch was ycovri,qy&oyyoç nun Stoicheion eigentlich? Wie hàngt dièse Wortform heiBt mit dem Verb aroi%etvbedeutungsmâBig zusammen? Denn daB es davon abgeleitet sein muB, hat Diels eindriicklich gezeigt, das fordert aber auch die primitivste Kenntnis der griechischen Wortbildung. Bekanntlich hat nun gerade dieser Begriff eine groBartige Karriere gemacht. Die Bezeichnung scheint nicht aus der natiirzu sein, wie etwa Idea, Eidos oder andere lichen SprachegeschafiFen nattirliche Bildhaftigkeit strengen deren philosophische BegrifFe, oft genug im Wege gestanden hat. Denkens abstrakten Forderungen auf im Attischen des fiinftén unvermittelt er taucht Vielmehr Jahrhunderts, um bald einer der wichtigsten spekulativen BegrifiFe zu werden. Welche semasiologischen Schwierigkeiten dieser Terminus einem eindringenderen Verstândnis bieten, zeigen Diels' jElementum*und Lagercrantz' ,Elementum*. Die Resultate dieser beiden Arbeiten sollen hier kurz zusammengefaBtund verglichen werden. Die sprachlichen Voraussetzungen diskutiert Diels sehr sorgfâltig. aroixsïovkann nur vom Verbum oroi%eïvaus verstanden

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werden, was ,schrittweise vorwârtsgehen,einen otoïxoç, eine Reihe bilden' heiBen muB. Aus den Belegen und der Bildungsweise des Substantivs ergibt sich eindeutig, daB der Terminus eine Bildung griechischen theoretischen Denkens ist, die keinen eigentlichen Riickhalt im auBerwissenschaftlichenSprachgebrauchfindet. Woran ist diese im Stoicheion fixierte Vorstellung aber entwickelt worden? Kann diese Frage befriedigend beantwortet werden, so ist damit ein wichtiges Kapitel theoretischen Denkens beleuchtet, da das Griechischeseine Terminologieals einzige europâische Sprache selber schaffen muBte, und damit eo ipso entweder iiber den weiteren Vorstellungskreis, aus dem der wissenschaftliche Begriff erwachsen ist, Auskunft gibt, wie etwa im Fall der Mimesis (vgl. Verf. Mimesis in der Antike) oder iiber den ganz konkretenAnlaB,wenn eine Neubildungnachgewiesenwerdenkann. Diels glaubt, in den platonischen Belegen eine Lôsung gefunden zu haben: Die ycajLifjiaxa sind oxoi%etagenannt worden, weil sie den die des (rroïxoç, Reihe, griechischen Alphabetes bilden. Dieser Ansatz stellt aber eine neue Aufgabe: Allé Vorkommen von oxoi%elovmussen in einer sprachlich einwandfreien Weise irgendwie auf ,Buchstabe' zurtickgeftihrtwerden kônnen. An den rein sprachlichen Ûberlegungen Diels ist gewiB nichts auszusetzen. Doch ist die zweite Aufgabe nur teilweise gelôst. Hier aber weist Lagercrantz in seiner spâteren Arbeit darauf hin, daB das griechische Alphabet nicht als axoïxoç aufgefaBt wurde1). Mit Recht greift Lagercrantz den Dielsschen Ansatz also an. Trotzdem bedeutet der Aufsatz von Lagercrantz einen bedauerlichen Riickschritt. Unbekiimmert um die sprachlichen Voraussetzungen des Begriffes postuliert er einfach aus den extremsten vorkommenden Verwendungen eine denkbare Grundbedeutung, die allenfalls alien Anwendungen irgendwie gerecht wiirde, und sieht ihn in der sehr spat bezeugten Bedeutung ,Grundlage£.An sich ware zwar die spate Bezeugung kein Hindernis, diese Grundbedeutunganzunehmen. Diels hat aber in seinem sprachlich einwandfreien richtig erkannt, daB oxoi%elov Verhâltnis zu oxotyoçgezeigt werden muB, was Lagercrantz ganz vernachlassigt2). x) o. c. S. 8 'Das Alphabet war der griechischen Anschauung nach kein otoïxoç.9 a) S. '28: 'Es waren ganz unabhàngig voneinander (sic) zwei Begriffe entstanden: aroixeïa r&v ndvrœv 'Grundstoffe, Grundbestandteile der Dinge in der Physik', und aroixeîa rwv yga/ijudrcov'Grundformen der Schrift* in der friihen Granunatik.' Diese AuBerung von Lagercrantz ist bezeichnend fur

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Die Schwierigkeitdieses Ansatzes ist aber schlagartig behoben, wenn wir die friihen griechischen Bezeugungen wirklich ernst nehmen. Nicht die yga^piaxawaren eigentlich die oxoi%e%a, sondern die nQcbtatqxovalder Sprache und gleichzeitig die davon ablôsbaren Diese Tone nun sind wirklich ,reihenbildend'. Sie bilden <p&6yyoi. den axolypçder Tonleiter, mit der regulârenAbfolge der biaaxr\iiaxa. die Quarte, die Kombination Wichtigstes biaaxr\iiaist die ovXXafirj, der âg/iovia, der zusammengehôrigenôiaaxrjfxaxa ergab das crôaxrjfia der jeweiligen Tonleiter. Daher kommt es, daB im Zeugnis des Adrastos die aufsteigende Reihe der Tonseite wirklich homogen ist, wâhrend die rein sprachliche und rhythmische Systematisierung dazu parallel gebttdet wurde. Zwar ist mir kein ausdruckliches Zeugnis bekannt, wonach die Tonreihe oxoï%oçbenannt worden ware. Wohl aber diirfte uns der im Spatgriechischennoch bildlich gebrauchte Ausdruck xavôvi axoixelv1) auf die richtige Spur fuhren. Bekanntlich haben die Pythagoreer am xavœv, am Monochord, die Verhaltniszahlender einzelnen Tone bestimmt, indem sie offenbar stufen- oder schrittweise die Saite verkiirzten, und dieses Vorgehen nannten sie axoi%elvoder, wie der spàtgriechische Ausdruck noch bewahrt hat, xavovi axoi%elv. Der Antike ist ja die musikalischeHerkunft der Stoicheia immer bewuBt geblieben, wie Bekkers Anecdotalll, p. 1168 beweisen: ôxi ôè noirjxixov xivoç âvÔQoçxal fjtovaixov r\ xœv oxoi%eia)v etigeoiç ?jv, orjfteïov xo ndXai xoèç avxavç that ôtdaaxâXovç xal ftovoixfjç xal yQafjL[iaxixfjç, d)ç ô Eimofaç elaâyei èv AlÇl xal 'IooxQaxrjçôpolcoç èv xco negl xf}ç àvxiôooecoç. Auch was wir bei Gellius, Noctes Atticae XVI 18, 4 liber den Gebrauch des Kanons erfahren, stimmt mit unserer Ableitung iiberein: Kavovixr\ autem longitudines et altitudines vocis emetitur. Longior mensura vocis qv&iâoç dicitur, altior fxéXoç. In der antiken Musiktheorie, genauer gesagt in der Akustik muB also diese Entdeckung der oxoi%eïagemacht worden sein und von da sich ausgebreitet haben. Das bezeugt unwiderleglich einen vôlligen Mangel an Einsicht in griechische Wortbildung und Bedeutungsentwicklung, wie sie Diels in hervorragendem MaBe besessen hatte. x) Paulus Ad Galat. 6,16: Saoi rcp navôvi roteq* aroix^aovat^ oder Ad Phil. 3, 16: rcp a^rç) aroixeïv xavovi, Et. Basil.: Et nvaç eUgo/ievt$ naçadoûévri xavâvi xfjç eôoef}elaçoxoixovvxaç. Wir dûrfen sicher in diesen hellenistischen Formulierungen auf weit âlteren Sprachgebrauch zuriickschlieôen, da offenbar die Metapher einst einen ganz konkreten Sachverhalt meinte: das schrittweise Vorwârtsschreiten bei der Bestimmung der Tône am Monochord.

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Aristoteles' Metaphysik 985, 23ff.: 9Ev ôè rovroiç xal nqo rovrœv rœv iia$r\iiàx(ûv âipâ/nevoinqœroi ravra nqor\yayov xal êvrqayévreç èv avroïç ràç rovrœv àq%àçrœv ovrœv âq%àç<$rftr\aaveïvai ndvrœv. Ausdriicklich wird hier festgehalten, daB die Mathematiker vor Demokrit der Ansicht waren, die Prinzipien der mathematischen Gestalten seien auch die Prinzipien aller seienden Dinge iiberhaupt. ènel ôè xovrœv ol aqi&fxol(pvaet nqœroi, èv ôè toïç aqi&fxotcêôôxovv iiâXkov fj èv nvql fteœqeïv ôfioicofiaxa nofâà roïç ofiai xal yiyvo/u,évoiç9 xal yfj xal vôari, on ro [xèv roiovôl tœv àQi'&ixcbv nâ&oç oixaiocrovrj, to ôè roiovôl ipvxti xai vovç, ëregov ôè xaiooç xal rœv àXXœvœç elnelv ëxaarov ôfioiœç. Im Gegensatz zur friiheren d^^-Spekulation sahen sie nicht in einem Grundstoff die Arche, sondern in den Zahlen (vgl. dazu Mimesis der Zahl, in: M. i. d. Antike, S. 12); en ôè rœv àqiiovixœv èv àoiê^olç ôoœvreç rà nâ&ri xal rovç Xoyovç, 'weiterhin, da sie erkannten, da8 die Vorgànge und Verhâltnisse in den Tônen auf Zahlen beruhten9, êneiôrj rà [ièv alla roïç oqvÙ[ioIqêyalvero xr\v nâoav, oî ô9 aQi&fiolnâarjç rfjç tpvoeœçnqœroi . . * <pvmvàq>œ[ÂOiœo&ai fda die Zahlen aber in der ganzen Natur das Erste (Grundlegende) sind9, rà rœv âoi&fiœv oroi%eïa rœv ôvrœv aroi%eïa nâvrœv sïvat inêXapov enahmen sie an, daB die ,Grundlagen' jElemente* der Zahlen auch die Elemente aller seienden Dinge seien, xal rov 8Xovovqavov àqiioviav elvai xal oqi&[i6v,daB auch der ganze Himmel Harmonie sei und Zahl9. (Es lieBe sich sogar denken, daB rà rœv âoi&fiœv oroi%eïadie vier Grundzahlen der Tetraktys sind, welche die ganze Zahlenreihe bilden1).) Dieses aristotelische Zeugnis iiber die pythagoreische Stoicheionlehre ist deshalb von grôBter Bedeutung, weil es beweist, daB die Pythagoreer tatsàchlich die friiheren Archévorstellungen mit x) Dieser wohlbegrundetenAnsicht ist P. Kucharski in 'Etude sur la doctrinepythagoriciennede la tétrade',Paris 1952,siehe vorallem S. 32, S. 46 Anm. 5, S. 47, S. 66: ,,En même temps, la tétractys étant productricedes trois consonnances, est à la base de T'harmonie*musicale et par là même de P'harmonie du monde9." - Franks Annahme, beim Adrastostext handle es sich um eine 'atomistische' Musiktheorie,die Demokrit zum Urheber hatte, ist sicherfalsch. Wie neuerdingsauch ArthurAhlvers, Zahl und Klang bei Platon, Bern 1952, darlegt, stûtzt Frank seine Behauptunglediglichauf den Titel eines demokritischen Werkes Ilegl êvêpcôvxai âQ/j,ovlr}ç~. ,,Die Verwertimg der Demokrit-Fragmente15c-26a fur das, was Frank 'das atomistischeSystem der Musik'nennt, ist willkûrlich"(S. 65). Unsere wortkundliche Untersuchungfûhrt von einer ganz anderen Seite zum gleichen Ziel, wie Ahlvers mathematischeund musikalische Studien, zu einer Umwertung entscheidenderKapitel griechischerWissenschaft.

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einem ganz neuen Gehalt erfiillten, die iq%alsind jetzt die Zahlen, die oxoi%ela. Weiterhin ergibt sich daraus klar, daB es wirklich die Pythagoreer (natiirlichdie ,sogenannten')waren, die, griindend auf den Erkenntnissen der Akustik, dieselben Gesetzmâfiigkeiten und dieselbe Zahlenhaftigkeit aller seienden Dinge und des ganzen Kosmos postulierten1). Wenn von nun an Spâtere liber Archétheorienreferieren, gebrauchen sie unterschiedslos olqxvun(l oxoi%eXov\Aristoteles' Metaph. 985b 4 Aevxmnoç ôè xal ô éxaXgoç avxov Atj/â6xqixoç axoiyeXa ftèv to nkrJQeçxal xo xevov elvai (paoiv. Das bedeutet nicht, Demokrit habe diese Prinzipien wirklich oxoi%elovgenannt; denn Aristoteles, der ja in klar durchdachter Weise die verschiedenen Verwendungen von oxoi%eXov diskutiert, xaXovowêvxev&ev, sagt ausdrucklich: xal fisxatpecovxec ôè oxoi%eXov ô âv êv Ôv xal fiixQov ênl noXXà fj XQVai^ov2)-I*1 dresem metaphorischen Sinne sprechen aile Spàteren oft von Stoicheion, wenn sie Arche meinen. Es findet sich aber vor den von mir angefiihrten Belegen, die in die zweite Hàlfte des f iinften Jahrhunderts hinaufreichen, nie, sondern lediglich in Referaten zur friiheren ArchéSpekulation8). bei Es eriibrigt sich, sàmtliche weiteren Belege von oxoi%eïov nach dem neu weil sie zu Diels und Lagercrantz diskutieren, gel) Ein weiteres Zeugnis: Sextus Emp. adv. mathem. X 2, 8: ol êmarrjfiovéoraroi xœv (pvcnxwvoihco fieyà^v ôvvafiiv roïç àgift/ioïç ânéveifiav, œare àq%àç xal axoi%eta xœv Ôkœvro&covçvo/itÇew.o$roi ôè eîoiv ol neql xàv Methodisch sind solche Bemerkungen selbstverstandZàfiiov nvêayâçav. lich nur so zu werten, dafi das, was dem Pythagoras persônlich zugeschrieben wird, der Schule der Pythagoreer angehôrt. 2) Ebenso Aristoteles Phys. A 4, 187 a 26 von Empedokles: xà «aAot5fieva oxoixefaf oder De part. anim. B 1,646 a 13: râ>v xaAovfiévcov vtiô nvcov axoix^lcovolov yrjç, àéçoç, tiôaxoç, tivqôç. 3) Obwohl also Aristoteles an verschiedenen Stellen seines Werkes ganz klar die echte Tradition ausdrûckt und eine eingehende Interpretation der platonischen Dialoge und des Adrastosreferates dasselbe lehrt, behauptet Lagercrantz z.B. zu Metaphysik 1014 a 26 (vgl. oben S. 164): ,Den Erfordernissen der Zeit gemâfî pràgt Aristoteles den Ausdruck um und sagt (pcovrjçoxoixeïa'; aber auch aile spàtere Tradition soil den Begriff falsch verstanden haben: ,Im Altertum ist noch eine Differenz zwischen yqafifiaxa und <sxoi%Eïa aufgestellt worden. Der Aristoteleskonunentar des Ammonius verstand unter jenen die Schrifbzeichen und unter diesen die Laute (Stelle In Herm. 23, 20). Nicht weit von diesem Standpunkt befand sich Sextus ïov nur fur den Laut gelten der Empiriker, insofern er den Terminus oxoi%b lassen wollte (Math. I, 99)'. Weil die modernen Philologen lange Zeit die grôBte Mûhe hatten, den Laut von seinem Zeichen zu unterscheiden, muBte das den Griechen also auch passiert sein!

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wonnenen Ansatz leicht einzuordnen sind. Sowohl die sekundare Bedeutung ,Element' im physikalischen Sinne, als auch ,Grundlage' laBt sioh durch die Verbindung der ursprtinglichen,pythagoreischen Bedeutung ,Ton, Tonzahl, Zahl als Grundlage allés Seienden' in der spâteren Arché-Spekulation verstehen, nachdem einmal die Angleichung vollzogen worden war1). Fur Stoicheion gilt, was ftir allé Termini der griechischen Wissenschaft. Sie kônnen erst richtig verstanden werden, wenn ihr Ansatzpunkt gefunden ist und sâmtliche Belege sich semasiologisch sauber einordnen lassen. Nur philologische Interpretation der in Frage kommenden zusammenhângendenTexte aber erlaubt, diesen Ansatzpunkt zu erkennen und die jeweilige Bedeutung zu fixieren. Sprachwissenschaft und Philologie vereint, kônnen hier einzig zum Ziele flihren (vgl. Verf., Mimesis in der Antike, S. 9ff.). Dieses Ziel hoffb die vorliegende Arbeit ftir den zentralen Begriff des Stoicheion erreicht zu haben. Barcelona Hermann Koller 'EykûkAioçflaiôeia In der franzosischenForm encyclopédie hat dieser griechische Begriff in der Neuzeit eine groBartige Geschichte erlebt. Seiner Herkunft ist man sich immer bewuBt geblieben, wie die Grande Encyclopédie selber beweist: Ce que les anciens appelaient encyclopédie (eyntixfaocnaiôsla), c'était l'ensemble des connaissances générales que tout homme instruit devait posséder avant d'aborder la vie pratique ou de se consacrer à une étude spéciale. Vorerst habe man darunter Grammatik, Musik, Géométrie, Astronomie und Gymnastik verstanden und im spâteren Altertum, nach Martianus Capella, die Fâcherzahl auf sieben erhôht. Dièse sieben Artes libérales, Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Géométrie, Musik, Astronomie bïldeten im ganzen Mittelalter und weit dartiber hinaus die Grundlagen jeder hôheren Bildung. Ûber Vorstufen und Ansatz sowie die innere Entwicklung dieses geistes- und kulturgeschichtlichgleichermaBenbedeutsamen Begriffes besteht bei nàherem Zusehen jedoch sehr wenig Klarheit. x) Weil die Zahl Grundlageailes Seiendenist, versteht sioh nun sehr wohl, dafî der Pythagoreer Hippokrates von Chios (Zeitgenosse des Theodorosvon Kyrene, vgl. Diels 1 42, 1) als Brster sein mathematisches Werk mit 'Stoicheia9 betitelt hat.